![]() INDUS Holding AGBergisch GladbachZwischenbericht zum 30.9.2016Q3 2016HIGHLIGHTS
KURSENTWICKLUNG DER INDUS-AKTIE BIS OKTOBER 2016 INKL. DIVIDENDE (IN %)![]() INDUS ZWISCHENBERICHT - Q3 2016BRIEF AN DIE AKTIONÄRESEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,die deutsche Konjunktur läuft gut, in weiten Teilen der Welt hingegen eher bescheiden.
So könnte man die aktuelle Wirtschaftslage kurz auf den Punkt bringen. Doch hinter
dieser Verkürzung verstecken sich viele Faktoren und unaufhörlich kommen neue hinzu:
anhaltende Agonie einzelner Schwellenländer (insbesondere Brasilien), nachlassende
Dynamik in China und den USA, Russlandembargo mit Gegenboykott, Krieg im Nahen Osten,
Terrorangst, Flüchtlingsdrama, Bankenkrise und Brexit. Fast ein Wunder scheint es
da, dass Deutschland in diesem Jahr China als Exporteur Nr. 1 ablösen wird. Die deutsche
Konjunktur trotzt damit den teils heftigen Gegenwinden aus dem Ausland - und das obwohl
die heimische Fahrzeugindustrie stark unter Druck geriet durch den Betrug bei den
Abgaswerten. Auch im INDUS-Portfolio lässt sich diese Entwicklung ablesen: das Segment Bau/Infrastruktur,
getrieben vorrangig von der deutschen Konjunktur, liefert mit einem Plus von 9 Mio.
Euro gegenüber dem Vorjahr rund 30 % des Gruppen-EBITs. Demgegenüber steht die international
geprägte Fahrzeugtechnik mit einem erneuten EBIT-Minus gegenüber dem Vorjahr und einem
Gruppenbeitrag von derzeit nur noch rund 12 %. Zwischen diesen beiden Polen bewegen
sich die weiteren drei INDUS-Segmente: die Medizintechnik zeigt sich gewohnt wachsend
mit hohen Margen, der Maschinen- und Anlagenbau bleibt kraftvoll und ertragreich,
die Metalltechnik ist zwar wenig dynamisch (da sie teilweise auch an die Fahrzeugindustrie
liefert), läuft aber stabil im Ertrag. Dennoch - in der Summe stimmt die Rechnung
wieder. Auch 2016 werden wir das Vorjahresergebnis erneut deutlich übertreffen können.
Genau diese Mischung aus Industrien und Zyklen macht letztlich das INDUS-Portfolio
aus. Wir bekennen uns als langfristiger Gesellschafter, Investor und Entwicklungspartner
unserer Beteiligungen klar dazu, auch in Zeiten schwacher Konjunktur oder in erforderlichen
Korrektur- und Repositionierungsphasen mit Kapital und Wissen zu unterstützen - ein
Versprechen, das wir aktuell in der Fahrzeugtechnik einlösen. Ungeachtet dieser Geschäftsprinzipien
müssen wir uns dennoch strategische Fragen zur Zukunft stellen, insbesondere im Bereich
der Serienzulieferer, denn ein ausgewogenes und zukunftsfähiges Portfolio gehört zu
unseren wichtigsten Zielen. Unser überaus gut laufendes Bau-/Infrastruktursegment wird vorrangig durch die Inlandsnachfrage
angetrieben. Auch mittelfristig ist hier kein Einbruch in Sicht - im Gegenteil, die
ankündigten Investitionsprogramme werden die Nachfrage im Öffentlichen Bau befeuern.
Daher haben wir uns in diesem Geschäftsfeld verstärkt nach Akquisitionsmöglichkeiten
umgeschaut. Mit der HEITZ-Gruppe und der strategischen Beteiligung an ZWEICOM haben
wir das Segment im dritten Quartal um zwei attraktive Unternehmen verstärkt. Insgesamt
haben wir bis dato unser geplantes Akquisitionsbudget nahezu ausgeschöpft. Da wir
aber noch mit weiteren interessanten Kandidaten im Gespräch sind, wollen wir diesen
Rahmen erweitern. 2016 werden wir daher insgesamt nicht nur wieder wie in den Vorjahren
erhebliche Sachinvestitionen tätigen, sondern auch auf der M&A-Seite mehr als geplant
investieren. Neben den wirtschaftlichen Zielen verfolgt INDUS selbstverständlich auch nichtkommerzielle Ziele - eines davon ist die Reduzierung des Co2 -Fußabdrucks. Die kontinuierlichen Anstrengungen aller Unternehmen in der Gruppe haben INDUS bei der diesjährigen Auswertung des CDP (Carbon Disclosure Project) einen Platz auf der Climate A-Liste beschert - nur 9 % bzw. 193 von 837 international teilnehmenden Unternehmen erreichten diesen Rang, aus Deutschland sind es gerade mal acht. Aktuell arbeiten wir auch am ersten Nachhaltigkeitsbericht für die Gruppe, der zusammen mit dem Geschäftsbericht 2016 erscheinen wird. Denn wir sind davon überzeugt, dass zu einem nachhaltigen Geschäft mehr gehört als kurzfristiger wirtschaftlicher Erfolg. Sie sehen, die Herausforderungen sind groß und auch bei INDUS gibt es kleinere und
größere Baustellen. Aber insgesamt sind wir erfolgreich und in sicherem Fahrwasser
unterwegs: Auch 2016 wird also wieder ein gutes INDUS-Jahr. Bergisch Gladbach im November 2016 Ihr Vorstand
WACHSTUMSMARKT DIGITALE INFRASTRUKTURMit dem Thema "Industrie 4.0" gewinnt die digitale Infrastrukturversorgung grundlegend
an Bedeutung. Gleichzeitig ist der Hochtechnologiestandort Deutschland auf diesem
Feld gravierend unterversorgt. Viele Nationen, zu denen Deutschland im Wettbewerb
steht, sind hier weitaus besser aufgestellt. Das sollten zwei wichtige Gründe für
das rasche Ergreifen von Maßnahmen zur Behebung des Defizits sein. IND US investiert
gezielt in das Geschäftsfeld "digitale Infrastruktur" und erweitert so ihre strategische
Wachstumsbasis. DIE INDUSTRIE TRITT IN DIE PHASE DER DIGITALEN BESCHLEUNIGUNGOhne digitale Datenübertragung sind moderne Prozesse heute undenkbar - in der Dienstleistung,
in der industriellen Produktion und auch im Alltag: Der Außendienstmitarbeiter greift
im Kundengespräch vor Ort auf Unternehmensdaten in der Firma zu. Die Produktionsmaschine
in der Fabrik erhält die Produktionsorder direkt vom Erstausrüster (OEM). Und Fahrzeuge
navigieren ohne das Eingreifen der Insassen durch den Stadtverkehr. Das "Internet
der Dinge" hat noch gar nicht richtig begonnen, und trotzdem gibt es kaum eine Branche,
deren Geschäftsmodelle sich nicht anpassen müssen. Das mag auf den ersten Blick beängstigend
wirken und unbequem sein. Aber anderseits sind die Entwicklungschancen, die sich ergeben
werden, kaum zu überblicken. Klar ist auch: Dies erfordert eine - dauerhaft -leistungsfähige
digitale Infrastruktur. DEUTSCHLAND WEIT ABGESCHLAGENDie jüngeren Standortanalysen aber zeigen: Deutschland liegt bei der Internet-Infrastruktur
im internationalen Vergleich weit zurück. Eine Studie der Industrieorganisation FTTH
aus dem Jahr 2015 ermittelte, dass Deutschland bei schnellen Web-Zugängen unfassbar
abgeschlagen auf Rang 31 positioniert ist und sich der Abstand zum Spitzenreiter innerhalb
von nicht einmal zwei Jahren mehr als verdoppelte. Noch dramatischer ist der Rückstand
bei Glasfaser-Anschlüssen, der mit Abstand schnellsten Internet-Technologie: Hier
liegt der Versorgungsanteil gerade einmal bei einem Prozent, und damit auf demselben
Niveau wie etwa Jordanien. ANTEIL VON GLASFASERANSCHLÜSSEN AN ALLEN STATIONÄREN BREITBANDANSCHLÜSSEN, JUNI 2015 (IN %)![]() Quelle: OECD Broadband Portal Ähnlich sind die Ergebnisse einer aktuellen OECD-Untersuchung: Danach liegt der Verbreitungsgrad
von Glasfaseranschlüssen im Schnitt von insgesamt 34 betrachteten OECD-Staaten bei
knapp 18 %. Spitzenreiter Japan erreicht fast drei Viertel aller Haushalte, Deutschland
gerade einmal 1,3 %. In schwierigem Gelände Glasfaserkabel zu verlegen ist eine besondere Kompetenz von
WEIGAND Bau. Mit einer HDD-Bohranlage (Horizontal Directional Drilling) lassen sich
Leitungen im sog. grabenlosen Verfahren verlegen - unter Gewässern, Strassen, Gebäuden. ZWEICOM HAUFF
Bereits 1990 wurden von der Deutschen Telekom erste Ortsnetze in Deutschland installiert.
ZWEICOM war schon damals als Installationsdienstleister am Ausbau beteiligt. Der Kontakt
zur INDUS-Beteiligung HAUFFTECHNIK entstand dann über ein gemeinsames Entwicklungsprojekt. DIE POLITIK IST AUFGEWACHTDie Zur-Verfügung-Stellung der digitalen Verbindungen ist zunächst eine hoheitliche
Versorgungsaufgabe, hier ist die Politik gefragt. Denn ähnlich wie bei physischen
Verkehrsnetzen geht es bei der digitalen Vernetzung darum, eine systemtragende Plattform
aufzubauen, auf die unterschiedlichste Nutzer - private, gewerbliche und öffentliche
- zugreifen können. Endlich nimmt sich die Bundesregierung des Themas verstärkt an und fördert den raschen
Ausbau des Glasfaser-Netzes. Ein Beispiel ist das Projekt "Zukunft Breitband". Unter
diesem Schlagwort hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
BMVI im Juni dieses Jahres mit den Mitgliedern der Netzallianz Digitales Deutschland
die Vereinbarung getroffen, alle Gewerbegebiete, die über den Markt keinen adäquaten
Netzzugang bekommen, mit superschneller Glasfaser anzuschließen. Das BMVI stellt dafür
Fördermittel in Höhe von 350 Mio. Euro zur Verfügung. Dass dies längst noch nicht
ausreicht, um innerhalb der kommenden Jahre in die beanspruchte Spitzengruppe der
Benchmark-Nationen zu kommen, liegt auf der Hand. Deshalb muss man davon ausgehen,
dass zeitnah weitere Initiativen folgen werden. WAS TUT INDUS?Über den aktuell laufenden Acht-Jahres-Fahrplan KOMPASS 2020 hat INDUS den Zukunftsmarkt
"Digitale Infrastruktur" bereits seit 2012 als zentrales Investitionsfeld in den Fokus
genommen. Eine Beteiligung, die auf diesem Feld erfolgreich unterwegs ist, ist WEIGAND. Das
Unternehmen mit Sitz in Bad Königshofen hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich
auf das grabenlose Verlegen ("Verschießen") von Glasfasernetzen spezialisiert. WEIGAND
hat seine Kompetenz über Jahre aufgebaut und kann solche Netze auch in großem Umfang
schnell und preiswert verlegen. Erst vor wenigen Wochen erhielt das Unternehmen einen
Großauftrag über ein Volumen von 150 Mio. Euro: Bis 2019 wird WEIGAND in Hessen fünf
Landkreise mit mehr als 100 Kommunen mit schnellem Internet versorgen. Dazu übernimmt
das Unternehmen die Ausführungs- und Netzplanung sowie die Bauarbeiten zur Errichtung
des passiven Netzes. Auf der Akquisitionsseite war INDUS Mitte Oktober über die Beteiligung HAUFF-TECHNIK
erfolgreich: Das Tochterunternehmen aus dem baden-württembergischen Hermaringen beteiligte
sich mit 50 % an der ZWEICOM GmbH, Jagstzell, einem Spezialisten für die Entwicklung
und Produktion von passiven Komponenten für Glasfaserinfrastruktur. HAUFF-TECHNIK
zählt zu den führenden europäischen Herstellern von Kabel-, Rohr- und Leitungsdurchführungen
und ist in Deutschland als Marktführer bei Hauseinführungen auch an vielen Ausbauprojekten
von Glasfasernetzen beteiligt. Mit der Beteiligung an ZWEICOM erweitert HAUFF-TECHNIK seine Möglichkeiten in den
Bereichen Entwicklung, Produktion und Vertrieb von passiven (ohne Strom auskommenden)
Glasfaser-Komponenten für die Telekommunikation. Die von ZWEICOM entwickelten Produkte
zeichnen sich durch eine sehr hohe Packungsdichte für Glasfaser sowie eine einfache
Installation aus, was den Aufbau einer Glasfasernetzinfrastruktur deutlich vereinfacht. Only 3% of companies made it to CDP's Climate A List. We're one of them KURZ NOTIERTNACHHALTIG AUSGEZEICHNET UNTERWEGS!Beim CDP Climate Scoring wurde INDUS im Oktober 2016 mit der Spitzen-Note "A" ausgezeichnet.
Diese Bewertung erreichten neben INDUS lediglich sieben weitere deutsche Unternehmen. Darüber hinaus erhielt INDUS den Status Sector Leader (Top 4 % in der DACH-Region)
sowie Index/Country Leader (Top 1 % in der der DACH-Region) in den Kategorien "Industrials"
und "Andere deutsche Unternehmen". Der Vorstand und die Nachhaltigkeitsverantwortlichen von INDUS betrachten die Auszeichnungen
als Bestätigung für die umfassende Klimaschutzarbeit der Gruppe in den vergangenen
Jahren und als Motivation, den Weg in dieser Weise fortzusetzen. ZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSVERLAUF DER INDUS-GRUPPE IN DEN ERSTEN NEUN MONATEN 2016KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (IN MIO. EUR)
Nach einem schwierigen Start im ersten Quartal 2016 und einem überraschend starken
zweiten Quartal hat sich das Umsatzwachstum der INDUS-Gruppe nach neun Monaten auf
einem guten Niveau stabilisiert. Insgesamt verzeichnete INDUS zum Stichtag ein Umsatzwachstum
um 3,9 % (darin enthalten sind rund 12 Mio. EUR Umsatz aus Neuakquisitionen). Der
Konzernumsatz erreichte zum 30. September 2016 1.075,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1.035,0
Mio. EUR). Der Materialaufwand ging in den ersten neun Monaten absolut um 16,6 Mio.
EUR zurück. Dadurch reduzierte sich die Materialaufwandsquote im Vergleich zum Vorjahr
von 48,7 % auf 45,3 % deutlich. Ursächlich hierfür sind merkbar gesunkene Preise für
Rohstoffe und Energie. Der Personalaufwand stieg infolge der Einbeziehung neuer Beteiligungen.
Bei der Personalaufwandsquote zeigte sich ebenfalls ein Anstieg: sie erreichte 29,5
% (Vorjahr: 27,9 %). Die Abschreibungen erhöhten sich um über 10 %, ein Effekt der
hohen Investitionstätigkeit als auch der gestiegenen Abschreibungen auf aufgedeckte
Mehrwerte im Rahmen der Kaufpreisallokation der neu erworbenen Unternehmen. Das operative Ergebnis (EBIT), das nach dem ersten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahr
noch rückläufig war, erreichte nach den ersten neun Monaten 106,6 Mio. EUR. Mit einem
Zuwachs von 7,8 % stieg es überproportional zum Umsatz. Vor allem aufgrund des starken
zweiten Quartals verbesserte sich die EBIT-Marge zum Stichtag auf 9,9 % (Vorjahr:
9,6 %). BEREINIGTES OPERATIVES EBIT STEIGT UM 8,1 %Das bereinigte operative EBIT (nach Effekten aus Unternehmenserwerben) lag nach neun
Monaten 2016 bei 114,9 Mio. EUR (Vorjahr: 106,3 Mio. EUR). Dies entspricht einem Anstieg
von 8,1 %. Die bereinigte EBIT-Marge beträgt 10,7 % (Vorjahr: 10,3 %). Im bereinigten
operativen EBIT sind Ergebniseffekte aus Unternehmenserwerben eliminiert. Es handelt
sich dabei um die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen im Anlagevermögen und
im Vorratsvermögen (Auftragsbestand) der erworbenen Unternehmen sowie die Anschaffungsnebenkosten
aus den Unternehmenserwerben. ÜBERLEITUNG (IN MIO. EUR)
*
Die Abschreibungen der Fair-Value-Anpassungen beziehen sich auf identifizierte Vermögenswerte
zu Zeitwerten im Zusammenhang mit den Akquisitionen der INDUS-Gruppe. Im Zinsergebnis sind die Zinsen für die Bewertung von Zinsswaps, Minderheitsanteile
und Zinsen für das operative Geschäft ausgewiesen. Die Zinsaufwendungen für die Anteile
an den Minderheitsgesellschaften stiegen um 1,1 Mio. EUR auf 7,7 Mio. EUR. Im Gegenzug
dazu konnte INDUS den Zinsaufwand aus dem operativen Geschäft um rund 9 % auf 11,4
Mio. EUR senken. Im Saldo verbleibt ein um 2,6 % verbessertes Zinsergebnis im Vergleich
zum Vorjahresberichtszeitraum. Demzufolge übertraf das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit einem Plus von 10,3 % das des
Vorjahres. Die Steuerquote lag mit 34,7 % leicht unter dem Vorjahr. Vor dem Abzug
der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ergab sich ein um 5,6 Mio. EUR erhöhtes
Ergebnis nach Steuern von 57,1 Mio. EUR (Vorjahr: 51,5 Mio. EUR). Das Ergebnis je
Aktie erreichte 2,30 EUR nach 2,10 EUR im Vorjahresvergleichszeitraum. Im Durchschnitt der ersten neun Monate 2016 wurden in den Unternehmen 9.371 Mitarbeiter
(Vorjahr: 8.173 Mitarbeiter) beschäftigt. INVESTITION INS GESCHÄFTSFELD "DIGITALE INFRASTRUKTUR"INDUS hat in den Quartalsberichten zum 31. März und zum 30. Juni 2016 bereits über
den Erwerb der HEITZ-Gruppe und über fünf strategische Zukäufe auf Portfolioebene
berichtet (COMPUTEC, CREAPHYS, CAETEC, MBH Solutions und IN-SITU). Im Oktober erwarb
die INDUS-Beteiligung HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG 50 % an der ZWEICOM GmbH, Jagstzell,
einem Spezialisten für die Entwicklung und Produktion von passiven Komponenten für
Glasfaserinfrastruktur. ZWEICOM wurde 2005 gegründet. HAUFF-TECHNIK zählt zu den führenden
europäischen Herstellern von Kabel-, Rohr- und Leitungsdurchführungen. In Deutschland
ist das Unternehmen Marktführer bei Hauseinführungen und an vielen Ausbauprojekten
von Glasfasernetzen beteiligt. Die Investition in ZWEICOM sieht HAUFF als weiteren
Schritt in die Entwicklung des Geschäftsfeldes "Digitale Infrastruktur". SEGMENTBERICHTDie INDUS Holding AG gliedert ihr Beteiligungsportfolio in fünf Segmente: Bau/Infrastruktur,
Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie
Metalltechnik. Zum 30. September 2016 umfasste das Beteiligungsportfolio 44 operative
Einheiten. INDUS-SEGMENT BAU/INFRASTRUKTURDEUTSCHER BAUBOOM TREIBT NACHFRAGEDie starke Nachfrage in diesem Geschäftsfeld hält ungebremst an; nach neun Monaten
erhöhte sich der Segmentumsatz um 19,3 % gegenüber dem Vergleichszeitraum. Zu der
überaus guten Geschäftslage tragen nahezu alle Segmentunternehmen bei. Insbesondere
in den Bereichen Energie und Bautechnik stieg die Nachfrage überproportional; hinzu
kam die erstmalige Einbeziehung der HEITZ-Gruppe. Aufgrund der starken Auslastung
stieg das operative Ergebnis überproportional stark und lag bei 31,9 Mio. EUR. Das
ergab ein Plus von über 40 %. Die EBIT-Marge erreichte mit 15,5 % einen Bestwert (Vorjahr:
13,1 %). Die Investitionen stiegen aufgrund des Kaufs der HEITZ-Gruppe und der Investition
von HAUFF-TECHNIK in ZWEICOM an. KENNZAHLEN BAU/INFRASTRUKTUR (IN MIO. EUR)
INDUS-SEGMENT FAHRZEUGTECHNIKMIX AN NEGATIVEN EFFEKTENDer leichte Umsatzrückgang im Segment (-0,7 %) resultiert aus einem schwachen Jahresstart
und einem Nachfrageeinbruch bei Spikes. Dieser Markt kam durch den russischen Boykott
europäischer Waren nahezu zum Erliegen. Auch in anderen Teilmärkten der Fahrzeugbranche
läuft das Geschäft teilweise schleppend bzw. stehen vor allem die Margen stark unter
Druck. Die Effekte sind vielfältig: der VW-Abgasskandal, die Schwäche der Schwellenländer
und eine nachlassende Dynamik in China und den USA seien hier genannt. Rund ein Drittel
der INDUS-Beteiligungen in diesem Segment liefern zudem ihre Produkte in die Land-
und Baumaschinenindustrie. Die auch hier eher schwache Geschäftsentwicklung wirkt
sich negativ aus. Die bereits zum Jahresbeginn gestartete Repositionierung bei einer
Beteiligung gestaltet sich zudem schwieriger und langwieriger als erwartet. Belastungen
daraus sind im Segmentergebnis ablesbar. Daher sank das operative Ergebnis (EBIT)
um 2,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr auf 12,6 Mio. EUR. Die EBIT-Marge des Segments
erreicht nach neun Monaten 4,6 %. Damit ist das Segment vom INDUS-Margenkorridor für
die Fahrzeugtechnik von 6 bis 8 % weit entfernt; bis zum Jahresende wird dieses Ziel
auch nicht mehr erreicht werden. Die Investitionen stiegen vorrangig aufgrund des
Kaufs von CAETEC (durch IPETRONIK). KENNZAHLEN FAHRZEUGTECHNIK (IN MIO. EUR)
INDUS-SEGMENT MASCHINEN- UND ANLAGENBAUGUTE AUFTRAGSLAGE UND STABILE MARGENDer Maschinen- und Anlagenbau lief trotz der schwachen Weltkonjunktur gut. Der Segmentumsatz
stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 % auf 220,7 Mio. EUR an. Hierin ist auch
erstmalig die Geschäftstätigkeit von IEF-Werner über den gesamten Berichtszeitraum
enthalten. Das EBIT lag mit 28,5 Mio. EUR wie erwartet nur leicht über dem Vorjahr.
Allgemein verzeichnen die Segmentunternehmen eine gute und solide Auftragslage. Die
EBIT-Marge erreicht mit 12,9 % den budgetierten Korridor. Zudem könnte ein starkes
viertes Quartal hier noch Spielraum für weitere Verbesserungen liefern. Die Investitionen
beliefen sich auf 5,7 Mio. EUR; in den Investitionen des Vorjahres war der Erwerb
von IEF-Werner enthalten. KENNZAHLEN MASCHINEN- UND ANLAGENBAU (IN MIO. EUR)
INDUS-SEGMENT MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIKGEWOHNT STARK NACH ERFOLGREICHER INTEGRATIONDie gute Konsumlaune in Deutschland sorgt im Bereich Medizin- und Gesundheit für stabile
Zuwächse. Die Segmentunternehmen konnten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um über 13 % steigern; neben dem akquisitionsbedingten Zuwachs durch die erstmalige
Einbeziehung von RAGUSE hat insbesondere das Geschäft mit Kompressionstrümpfen und
Bandagen deutlich zugelegt. Auch das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um
11 %. Die Einmaleffekte aus der erstmaligen Einbeziehung von NEA (einem Zukauf für
den Kompressionsspezialisten OFA) und dem Neuanlauf einer neuen Produktionsstätte
(ebenfalls bei OFA) sind damit kompensiert. Die EBIT-Marge erreichte mit 13,5 % nach
neun Monaten wieder das Vorjahresniveau. In den Investitionen des Vorjahreszeitraums
waren unter anderem der Kauf von NEA International und der Erwerb des Werkes in Glauchau
enthalten. KENNZAHLEN MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK (IN MIO. EUR)
INDUS-SEGMENT METALLTECHNIKGESUNKENE NACHFRAGE, ABER STABILE MARGEDas Segment Metalltechnik verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang von rund 5 %
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang geht im Wesentlichen auf eine
schwächere Nachfrage nach Hartmetallwerkzeugen (insbesondere im Geschäftsfeld Bergbau)
zurück; hinzu kommen die Restrukturierungsprojekte bei den beiden schweizerischen
Metalltechnikunternehmen. Das operative Ergebnis sank daher um 0,9 Mio. EUR auf 23,2
Mio. EUR für die ersten neun Monate 2016. Die EBIT-Marge blieb mit 8,8 % dennoch auf
einem stabilen Niveau. Die Investitionen des Vorjahreszeitraums von 10,4 Mio. EUR
waren vor allem durch Investitionen in den Aufbau eines chinesischen Standortes erhöht. KENNZAHLEN METALLTECHNIK (IN MIO. EUR)
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEKONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)
KAPITALFLUSSRECHNUNG: OPERATIVER CASH FLOW STEIGT LEICHTAusgehend von einem Ergebnis nach Steuern von 57,1 Mio. EUR (Vorjahr: 51,5 Mio. EUR)
erhöhte sich der operative Cashflow für die ersten neun Monate 2016 um 2,5 Mio. EUR
gegenüber der Vergleichsperiode. Der Cashflow für gezahlte Zinsen lag mit 18,2 Mio.
EUR deutlich über dem Vorjahr (12,0 Mio. EUR). Ursache hierfür sind erhöhte Gewinnausschüttungen
für Minderheitsgesellschafter aufgrund der guten Ergebnisse dieser Gesellschaften.
Demzufolge sank der Cashflow aus Geschäftstätigkeit leicht um 3,6 Mio. EUR auf 53,6
Mio. EUR. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug bis zum 30. September 2016 -75,8
Mio. EUR (Vorjahr: -75,3 Mio. EUR) und lag damit auf Vorjahresniveau. In dieser Position
sind neben dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (in Höhe von
37,7 Mio. EUR) auch der Erwerb von H. HEITZ und der Kauf der strategischen Ergänzungen
in Höhe von insgesamt 33,2 Mio. EUR enthalten. Der Erwerb von 50 % der Anteile an
ZWEICOM durch die Beteiligung HAUFF-TECHNIK ist in der Position Finanzanlagen (7,4
Mio. EUR) enthalten. Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit fiel um 9,7 Mio. EUR höher aus als im
Vorjahreszeitraum, da mehr Kreditaufnahmen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum
durchgeführt wurden. Die liquiden Mittel wurden wie angekündigt leicht zurückgeführt
und lagen daher mit 121,4 Mio. EUR rund 10 Mio. EUR unter dem Bestand zum 31. Dezember
2015. KONZERNBILANZ, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)AKTIVA
PASSIVA
BILANZ: EK-QUOTE STABIL ÜBER 40 %Die Konzernbilanzsumme der INDUS-Gruppe ist mit 1.517,1 Mio. EUR um 6,9 % höher als
zum 31. Dezember 2015. Die langfristigen Vermögenswerte konnten durch die Investitionen
und die Akquisitionen (insbesondere H. HEITZ) um 40,6 Mio. EUR erhöht werden. Das
Working Capital wurde um 45,3 Mio. EUR aufgebaut. Ursache hierfür sind insbesondere
der Aufbau der Vorräte (+28,4 Mio. EUR) und Forderungen (+33,7 Mio. EUR). Der unterjährige
Aufbau des Working Capitals ist typisch für die INDUS - Gruppe. WORKING CAPITAL (IN MIO. EUR)
Das Eigenkapital des Konzerns stieg durch die Zuführung der laufenden Ergebnisse.
Der Abfluss der Dividende im zweiten Quartal ist bereits durch die laufenden Ergebnisse
deutlich überkompensiert. In Summe ergab sich Erhöhung des Eigenkapitals auf 615,8
Mio. EUR, dies entspricht einem Zuwachs von 3,4 %. Die Eigenkapitalquote gab vor allem
infolge der Zukäufe leicht nach auf 40,6 % (gegenüber 41,9 % zum 31. Dezember 2015). Das langfristige Fremdkapital ist im Vergleich zum Jahresende 2015 um 57,2 Mio. EUR
gestiegen. Der Hauptgrund dafür sind gestiegene langfristige Finanzschulden (+44,6
Mio. EUR). Im kurzfristigen Bereich stieg die Verschuldung um 19,7 Mio. EUR an. Hier
stiegen insbesondere die kurzfristigen Rückstellungen (+17,1 Mio. EUR). Die Nettoverschuldung
der INDUS-Gruppe betrug 409,8 Mio. EUR. NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN (IN MIO. EUR)
CHANCEN UND RISIKENFür den Chancen- und Risikobericht der INDUS Holding AG wird auf den Geschäftsbericht
2015 verwiesen. Zur frühzeitigen Erkennung, zur umfassenden Analyse und zum konsequenten
Umgang mit Risiken betreibt die Gesellschaft ein effizientes Risikomanagementsystem.
Die Ausgestaltung des Risikomanagements sowie die Bedeutung der einzelnen Risiken
werden im Geschäftsbericht erläutert. Darin wird festgehalten, dass sich das Unternehmen
keinen Risiken ausgesetzt sieht, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten. AUSBLICKDer Konjunkturausblick für die deutsche Wirtschaft bleibt stabil: in der Breite rechnen
die Experten nun mit einem Plus für das BIP von 1,9 %. Getrieben wird dieser Zuwachs
von unverändert niedrigen Zinsen und billigem Öl. Demgegenüber blieb die Weltkonjunktur
bis zuletzt verhalten. Während sich die Situation in den Schwellenländern zumindest
teilweise stabilisierte, ließ die wirtschaftliche Dynamik in den fortgeschrittenen
Volkswirtschaften im Verlauf des ersten Halbjahrs eher noch nach. In den kommenden
beiden Jahren dürfte die Weltwirtschaft zwar punktuell wieder an Fahrt gewinnen, doch
ein kräftiger globaler Aufschwung ist nicht zu erwarten. Der Anstieg der Weltproduktion
wird in diesem Jahr genauso schwach ausfallen wie 2015. Zum Jahresbeginn ging INDUS in ihrer Planung für 2016 von einem organischen Wachstum
von 1,5 bis 2 % aus, zum Halbjahr wurde die Erwartung auf ein organisches Wachstum
von 2 bis 3 % angehoben. Die Ergebnisse der ersten drei Quartale bestätigen diese
Planung. Das gesamte Umsatzplus liegt derzeit bei rund 4 %, das EBIT legte rund 8
% zu. INDUS hat in den ersten neun Monaten einen erfreulichen Umsatzzuwachs und ein
sehr gutes operatives Ergebnis erzielt. Insbesondere die starke Dynamik im Bereich
Bau/Infrastruktur sorgte dafür, dass die Gesamtertragslage über der Planung lag; demgegenüber
enttäuschte die Entwicklung im Bereich Fahrzeugtechnik. Externe Faktoren als auch
eine umfangreiche Restrukturierung sorgten hier für schwache Erträge. In den übrigen
Segmenten lief das Geschäft gut. INDUS bekräftigt daher ihre Prognose und geht unverändert von einem Umsatz von deutlich
mehr als 1,4 Mrd. EUR aus und einem EBIT am oberen Rand des Korridors von 134 bis
138 Mio. EUR (vor Einbeziehung der anteiligen Umsatz- und Ergebnisbeiträge der im
Jahresverlauf getätigten Akquisitionen). KONZERNZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGFÜR DAS 1.-3. QUARTAL UND DAS 3. QUARTAL 2016
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGFÜR DAS 1.-3. QUARTAL UND DAS 3. QUARTAL 2016
Die im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen in Höhe
von -6.977 TEUR (Vorjahr: 5.358 TEUR) enthalten versicherungsmathematische Verluste
aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von -4.088 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).
Diese resultieren in erster Linie aus der Absenkung des Zinssatzes für inländische
Verpflichtungen von 2,25 % zum 31. Dezember 2015 auf 1,35 % zum 30. September 2016. Das Ergebnis der Währungsumrechnung in Höhe von -4.831 TEUR (Vorjahr: 3.699 TEUR)
resultiert aus der Umrechnung der Abschlüsse einbezogener ausländischer Konzerngesellschaften.
Die Veränderung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente in Höhe von 870 TEUR
(Vorjahr: 1.971 TEUR) resultiert aus den bei der Holding zur Zinsabsicherung abgeschlossenen
Zinsswaps. KONZERN-BILANZZUM 30. SEPTEMBER 2016AKTIVA
PASSIVA
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGVOM 1. JANUAR BIS 30. SEPTEMBER 2016
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile
an der WEIGAND Bau GmbH sowie Tochtergesellschaften der ROLKO-Gruppe. Die Minderheitsanteile
von Personengesellschaften sowie von Kapitalgesellschaften, bei denen aufgrund wechselseitiger
Optionsvereinbarungen bereits zum Erwerbszeitpunkt der Übergang des wirtschaftlichen
Eigentums der betreffenden Minderheitsanteile vorlag, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten
bilanziert. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGFÜR DAS 1.-3. QUARTAL 2016
KONZERNANHANGGRUNDLAGEN DES KONZERNABSCHLUSSES- [1] ALLGEMEINESDie INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach, Deutschland, hat ihren Konzernabschluss
für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2016 in Übereinstimmung mit den International
Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das International
Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der
Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro
aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR)
angegeben. Dieser Zwischenabschluss wird in Übereinstimmung mit IAS 34 in verkürzter Form erstellt.
Der Zwischenbericht ist nicht testiert und wurde auch keiner prüferischen Durchsicht
unterzogen. Über verpflichtend neu anzuwendende Standards wird gesondert im Bereich "Änderungen
von Rechnungslegungsvorschriften" berichtet. Ansonsten werden die gleichen Bilanzierungs-
und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 angewendet,
die dort detailliert erläutert sind. Da der vorliegende Zwischenabschluss nicht den
vollen Informationsumfang des Jahresabschlusses aufweist, ist dieser Abschluss im
Kontext mit dem vorangegangenen Jahresabschluss zu betrachten. Aus Sicht des Vorstands enthält der vorliegende Quartalsbericht alle üblichen, laufend
vorzunehmenden Anpassungen, die für eine angemessene Darstellung der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns notwendig sind. Die im ersten bis dritten Quartal 2016
erzielten Ergebnisse lassen nicht notwendigerweise Vorhersagen über die Entwicklung
des weiteren Geschäftsverlaufs zu. Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden
sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte,
Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen
abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert
sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden
Positionen erfolgswirksam angepasst. - [2] ÄNDERUNGEN VON RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTENAlle ab dem Geschäftsjahr 2016 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen
sind in dem vorliegenden Zwischenabschluss umgesetzt. Die neuen Standards haben keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzernabschlusses der INDUS Holding AG. - [3] KONSOLIDIERUNGSKREISIm Konzernabschluss werden alle wesentlichen Tochterunternehmen vollkonsolidiert,
bei denen die INDUS-Gruppe mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt,
deren Finanz- und Geschäftspolitik zum Nutzen der INDUS-Gruppe zu beherrschen. Beherrschung
liegt vor, wenn eine Gesellschaft Verfügungsmacht über die Tochterunternehmen ausüben
kann, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Möglichkeit hat, ihre Verfügungsmacht
zu nutzen, um die Höhe der Rückflüsse zu beeinflussen. Assoziierte Unternehmen, auf
deren Finanz- und Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann,
werden nach der Equity-Methode einbezogen. Gesellschaften, die im Laufe des Geschäftsjahrs
erworben wurden, sind ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die Finanz-und
Geschäftspolitik einbezogen. Gesellschaften, die abgehen, sind ab dem Zeitpunkt des
wirtschaftlichen Übergangs nicht mehr einbezogen. [4] UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEH. HEITZMit Kaufvertrag vom 7. Juni 2016 hat INDUS die H. HEITZ Furnierkantenwerk GmbH & Co.
KG, Melle, zu 100 % erworben. Die HEITZ-Gruppe produziert Furnierkanten und Ummantelungsfurniere
aus Echtholz für die Möbel- und Bauindustrie. H. HEITZ ist weltweit einer der größten
Anbieter in diesem Segment. Die Produktion erfolgt im Stammsitz in Melle und im Zweigwerk
im ungarischen Pusztaszabolcs. Zur HEITZ-Gruppe gehört außerdem die US-amerikanische
Niederlassung in Heath, Ohio. H. HEITZ wird dem Segment Bau/Infrastruktur zugeordnet. Der im Rahmen der Kaufpreisallokation ermittelte Geschäfts- und Firmenwert in Höhe
von 14.590 TEUR ist steuerlich zum Teil nicht abzugsfähig. Der Geschäfts- und Firmenwert
repräsentiert nicht separierbare Werte wie das Know-how der Belegschaft sowie positive
Ertragserwartungen für die Zukunft und Synergien aus Entwicklung, Produktion, Vertrieb
und Marketing. In der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden
wie folgt ermittelt: NEUERWERB: H. HEITZ (IN TEUR)
*
Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte, sonstige kurzfristige Vermögenswerte,
Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern Der Zugang der Vermögenswerte zur Konzernbilanz abzüglich Schulden entspricht dem
Wert der Gegenleistung im Erwerbszeitpunkt. Die Gegenleistung beinhaltet eine bedingte
Kaufpreiszahlung in Höhe von 7.472 TEUR. Die Erstkonsolidierung der H. HEITZ erfolgte im Juni 2016. Zum Ergebnis vom 1.1.2016
bis 30.9.2016 trägt die HEITZ-Gruppe einen Umsatz in Höhe von 9.850 TEUR und ein operatives
Ergebnis (EBIT) in Höhe von 687 TEUR bei. Die ertragswirksamen Aufwendungen aus der Erstkonsolidierung der H. HEITZ belasten
das operative Ergebnis in Höhe von 1.429 TEUR. Die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs
wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. ÜBRIGE ERWERBEDie INDUS Beteiligung BUDDE hat zum Jahresbeginn 2016 die COMPUTEC AG, Murrhardt,
erworben. Die COMPUTEC AG ist ein Spezialist für Verfahrenstechnik und deckt von der
Elektronik bis zur Programmierung der Steuerungssoftware von (Förder-)Anlagen ein
breites Spektrum ab. COMPUTEC wird dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet. M. BRAUN hat am 20. April 2016 die CREAPHYS GmbH, Dresden, erworben. CREAPHYS wurde
1999 aus der TU Dresden heraus gegründet und ist im Bereich der organischen Elektronik
tätig. Die Gesellschaft konstruiert und baut Hoch-Vakuumsysteme und Komponenten für
das Aufbringen dünner organischer und sonstiger Schichten, Vakuum-Sublimationssysteme
und thermischen Verdampfern. CREAPHYS wird dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet. Mit Vertrag vom 2. Mai 2016 wurde die CAETEC für IPETRONIK erworben. CAETEC entwickelt
Messtechnik für die Fahrzeugerprobung, vornehmlich die Fahrerassistenz, Busanalyse
und Bordnetz und ergänzt damit IPETRONIK im Bereich Antriebsstrang und Thermomanagement.
CAETEC wird dem Bereich Fahrzeugtechnik zugeordnet. Zum 30. Juni 2016 hat die ANCOTECH die MBH SOLUTIONS AG, Drielsdorf, Schweiz erworben.
Die MBH wird dem Segment Bau/Infrastruktur zugeordnet. Am 22. Juli 2016 hat die INDUS-Beteiligung MIKROP das in Sauerlach ansässige Unternehmen
IN-SITU erworben. IN-SITU entwickelt optische Prüfsysteme. Anwendungsbeispiele sind
ein 3D-formerfassendes Inspektions- und Lesesystem zur Qualtätskontrolle von Blindenschriften
auf Verpackungen. Die Gesellschaft wird dem Segment Medizin- und Gesundheitstechnik
zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert der gesamten Gegenleistung für die übrigen Erwerbe betrug
zum Erwerbszeitpunkt 11.878 TEUR Dieser Betrag setzt sich aus Barzahlungen in Höhe
von 10.906 TEUR sowie einer bedingten Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 972 TEUR
zusammen. Der im Rahmen der Kaufpreisallokation ermittelte Geschäfts- und Firmenwert in Höhe
von 6.000 TEUR ist steuerlich nicht abzugsfähig. Der Geschäfts- und Firmenwert repräsentiert
nicht separierbare Werte wie das Know-how der Belegschaft sowie positive Ertragserwartungen
für die Zukunft und Synergien aus Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing. In der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden
wie folgt ermittelt: NEUERWERBE: ÜBRIGE (IN TEUR)
*
Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte, sonstige kurzfristige Vermögenswerte,
Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern Die Erstkonsolidierung der übrigen Erwerbe erfolgte zwischen Januar und August 2016.
Zum Ergebnis vom 1.1.2016 bis 30.9.2016 tragen die übrigen Erwerbe einen Umsatz in
Höhe von 2.358 TEUR und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von -273 TEUR bei. Die ertragswirksamen Aufwendungen aus der Erstkonsolidierung der übrigen Erwerbe belasten
das operative Ergebnis in Höhe von 654 TEUR. Die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs
wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG- [5] MATERIALAUFWAND
- [6] PERSONALAUFWAND
- [7] SONSTIGER BETRIEBLICHER AUFWAND
- [8] ZINSERGEBNIS
Die Position "Sonstige Minderheitsanteile" beinhaltet die Ergebnisauswirkung aus der
Folgebewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (Call-/Put-Optionen) in Höhe
von 3.008 TEUR (Vorjahr: 2.701 TEUR) sowie die Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden
aus Anteilen von Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit Call-/Put-Optionen
zustehen. Der Ausweis erfolgt aus Konsistenzgründen im Zinsergebnis. - [9] STEUERNDer Ertragssteueraufwand wird im Zwischenabschluss auf Basis der Prämissen der jeweils
aktuellen Steuerplanung errechnet. - [10] ERGEBNIS JE AKTIE
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ- [11] SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
- [12] SACHANLAGEN
- [13] VORRÄTE
- [14] FORDERUNGEN
- [15] VERBINDLICHKEITENDie sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten mit 56.787 TEUR (31.12.2015: 49.611 TEUR)
bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, soweit die
Minderheitsgesellschafter durch Kündigung des Gesellschaftsvertrages oder aufgrund
von Optionsvereinbarungen ihre Anteile INDUS andienen können. SONSTIGE ANGABEN- [16] SEGMENTBERICHTERSTATTUNGSEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE GESCHÄFTSBEREICHE FÜR DAS 1.-3. QUARTAL 2016SEGMENTBERICHT NACH IFRS 8 (IN TEUR)
SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE GESCHÄFTSBEREICHE FÜR DAS 3. QUARTAL 2016SEGMENTBERICHT NACH IFRS 8 (IN TEUR)
Die folgende Tabelle leitet die Summe der operativen Ergebnisse der Segmentberichterstattung
über zum Ergebnis vor Steuern der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung: ÜBERLEITUNGSRECHNUNG (IN TEUR)
Die Gliederung der Segmente entspricht unverändert dem aktuellen Stand der internen
Berichterstattung. Die Informationen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.
Die Zuordnung der Gesellschaften zu den Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt,
wenn der ganz überwiegende Sortimentsanteil in dem Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugtechnik,
Medizin- und Gesundheitstechnik). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der Produktionsstruktur
abgestellt (Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Metalltechnik). Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding, nicht operativer Einheiten ohne
Segmentzuordnung sowie die Konsolidierungen. Hinsichtlich der den Segmentumsätzen
zugrunde liegenden Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden
Ausführungen im Lagebericht. Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente ist das operative Ergebnis (EBIT), entsprechend
der Definition im Konzernabschluss. Die Segmentinformationen sind in Übereinstimmung
mit den Ausweis- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses
angewandt wurden, ermittelt. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen
auf Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar sind, und werden im Übrigen
auf Basis der Kostenzuschlagsmethode ermittelt. SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE REGIONENDie Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Aufgrund der
vielfältigen Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung nach Ländern nicht
sinnvoll, da außerhalb von Deutschland kein Land 10 % des Konzernumsatzes erreicht. Die langfristigen Vermögenswerte, abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente,
beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist ebenfalls
nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet. Aufgrund der Diversifikationspolitik von INDUS existieren weder einzelne Produkt-
oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von größer als
10 % am Umsatz erreichen.
- [17] INFORMATIONEN ZUR BEDEUTUNG VON FINANZINSTRUMENTENDie nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte der Finanzinstrumente dar. Der beizulegende
Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall
zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts
eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. FINANZINSTRUMENTE ZUM 30.9.2016 (IN TEUR)
Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente betreffen grundsätzlich langfristig
gehaltene Finanzbeteiligungen, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis
vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann.
Diese werden mit Anschaffungskosten bewertet. FINANZINSTRUMENTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN DES IAS 39 (IN TEUR)
- [18] BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONENDie Beziehungen zu nahestehenden Personen betreffen im Wesentlichen die laufenden
Vergütungen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen, des Vorstands
und des Aufsichtsrats. Weiterhin bestehen Beraterverträge und Miet- oder Leasingverträge
zu Minderheitsgesellschaftern bzw. deren Angehörigen und Geschäftsvorgänge zu assoziierten
Unternehmen. Im Quartalsabschluss ist nicht über Veränderungen der Verhältnisse zu berichten, die
sich wesentlich von denen im Jahresabschluss 2015 unterscheiden. - [19] FREIGABE DER VERÖFFENTLICHUNGDer Vorstand der INDUS Holding AG hat den vorliegenden IFRS-Zwischenabschluss am 14.
November 2016 zur Veröffentlichung freigegeben. Bergisch Gladbach, den 14. November 2016 INDUS Holding AG Der Vorstand
KONTAKTINDUS HOLDING AG Kölner Straße 32 51429 Bergisch Gladbach Postfach 10 03 53 51403 Bergisch Gladbach Telefon: +49 (0)2204/40 00-0 Telefax: +49 (0)2204/40 00-20 E-Mail: indus@indus.de FINANZKALENDER
IMPRESSUMVERANTWORTLICHES VORSTANDSMITGLIEDJürgen Abromeit HERAUSGEBERINDUS Holding AG, Bergisch Gladbach ANSPRECHPARTNERIN FÜR ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND INVESTOR RELATIONSRegina Wolter Telefon: +49 (0)2204/40 00-70 Telefax: +49 (0)2204/40 00-20 E-Mail: investor.relations@indus.de KONZEPT/GESTALTUNGBerichtsmanufaktur GmbH, Hamburg FOTOSTitel: MIKROP Seite 2, 4: fotolia Seite 4: WEIGAND DATUM DER VERÖFFENTLICHUNG15. November 2016 Dieser Zwischenbericht ist auch in englischer Sprache erhältlich. Sowohl die englische
als auch die deutsche Fassung des Zwischenberichts kann auf unserer Webseite www.indus.de
unter Investor Relations/Finanzberichte & Präsentationen heruntergeladen werden. Im
Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich. Wichtiger Hinweis:Dieser Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen
und Schätzungen des Vorstands der INDUS Holding AG beruhen. Auch wenn der Vorstand
der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, unterliegen
sie gewissen Risiken und Unsicherheiten. Die künftigen tatsächlichen Ergebnisse können
aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen.
Zu diesen Faktoren gehören unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen
Lage, der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, der Wechselkurse und
Zinssätze sowie der Gesetzeslage. Die INDUS Holding AG übernimmt keinerlei Gewährleistung
und Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse
mit den in diesem Zwischenbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen.
Die in diesem Bericht getroffenen Annahmen und Schätzungen werden nicht aktualisiert. FSC www.fsc.org MIX Papier aus verantwortungsvollen Quellen FSC® C002727 www.indus.de DIE INDUS-APP: kostenloser Download im App Store oder direkt über nebenstehenden QR-Code |
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