![]() INDUS Holding AktiengesellschaftBergisch GladbachKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHTGRUNDLAGEN DES KONZERNSINDUS ist eine mittelstandsorientierte Finanzholding für industrielle Schlüsselbranchen im deutschsprachigen Raum: Als Spezialist für nachhaltige Unternehmensbeteiligung und -entwicklung erwerben wir überwiegend inhabergeführte Unternehmen und begleiten sie mit langfristiger Ausrichtung in ihrer unternehmerischen Weiterentwicklung. Über gezielte Zukaufe neuer Hidden Champions in Wachstumsmärkten soll unser Portfolio in den kommenden Jahren weiter wachsen. Das UnternehmenAUFSTELLUNG UND GESCHÄFTSMODELLFÜHRENDE GESELLSCHAFT FÜR MITTELSTANDSBETEILIGUNG IN DEUTSCHLANDDie INDUS Holding AG (im Folgenden: INDUS) zählt zu den führenden Spezialisten für die Übernahme und langfristige Begleitung mittelständischer Produktionsunternehmen im deutschsprachigen Europa. Als langfristige Investorin richtet sich ihr Investitionsschwerpunkt auf den erfolgreichen Mittelstand. Seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1989 ist die Zahl der Beteiligungen sukzessive gewachsen. Zum Bilanzstichtag umfasste das Portfolio 44 Unternehmen (Vorjahr 44). Der Zugang durch die Akquisition der Heitz-Gruppe wurde durch die vollständige Abwicklung des Geschäftsbetriebs der SEMET ausgeglichen. Insgesamt gehören zur INDUS-Gruppe 173 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr 158) (vgl. Konzernabschluss-Kapitel "[4] Konsolidierungskreis"). Alle direkten INDUS-Beteiligungen haben ihren Sitz in Deutschland (40) bzw. der Schweiz (4). Über Enkelgesellschaften, Niederlassungen, Beteiligungen und Repräsentanzen ist die INDUS-Gruppe weltweit in 29 Ländern auf fünf Kontinenten präsent. Sämtliche Auslandsgesellschaften außer die 4 direkten Beteiligungen in der Schweiz werden von den Beteiligungen direkt geführt. Details zu den Beteiligungen finden sich in der Anteilsbesitzliste. INDUS ist seit 1995 börsennotiert. Die Aktie wird an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf im regulierten Markt und in Berlin, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart im Freiverkehr gehandelt. Die INDUS-Aktie wird im Börsenindex SDAX geführt. In der Berichterstattung folgt INDUS den Transparenzanforderungen des Prime Standard. Im Verlauf des Jahres 2016 stieg der Kurs um rund 16 % auf 51,64 EUR. Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich INDUS als langfristig orientierter Investor nach dem Prinzip "Buy-and-Hold". Damit grenzt sich das Unternehmen insbesondere von den Buy-and-Sell- sowie Turn-Around-Investoren ab, die ihr wirtschaftliches Engagement in der Regel auf kurze Zeiträume begrenzen. Unter den börsennotierten wie auch nicht-börsennotierten deutschen Unternehmen sieht sich INDUS als eine der führenden Beteiligungsgesellschaften. Unternehmenssitz von INDUS ist Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen. Die Holding wird von einem Vorstand geführt, der 2016 - wie im Vorjahr - aus den drei Mitgliedern Jürgen Abromeit (Vorsitzender), Dr. Johannes Schmidt und Rudolf Weichert bestand. Die Zahl der Mitarbeiter exklusive dem Vorstand betrug zum Stichtag 26 (Vorjahr 24). Die Mitarbeiter berichten unmittelbar an den Vorstand. Alle Mitarbeiter sind in der INDUS Holding AG angestellt und am Sitz des Unternehmens beschäftigt. GESCHÄFTSMODELL: BUY & HOLD & DEVELOPINDUS geht ausschließlich mehrheitliche Beteiligungen ein. Die Unternehmen - Neuzugänge sowie Bestandsunternehmen - sind wirtschaftlich gesund, kommen ausschließlich aus dem Produktionssektor des deutschsprachigen Mittelstands und verfügen über gute langfristige Entwicklungsperspektiven. Mit ihrer Kernkompetenz besetzen sie in der Regel eine interessante Marktnische, in der sie eine führende Position einnehmen. Im Idealfall erfüllt eine INDUS-Beteiligung alle Kriterien eines "Hiden Champions". Das Geschäftsmodell von INDUS gibt vor, dass die Unternehmen in unterschiedlichen Geschäfts- und Technologiefeldern, Absatzmärkten und Branchenzyklen aktiv sind, so dass sich ein hoher Diversifizierungsgrad für das Portfolio ergibt. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Mehrheitsgesellschafter und als Finanzholding unterstützt INDUS ihre Beteiligungen auf zwei Wegen: als "Förderbank" und als "Beraterin". Als Förderbank stellt INDUS den Beteiligungen Kapital zur Verfügung - für Sachinvestitionen und für Entwicklungsvorhaben, die starkes künftiges Wachstum bei den Tochtergesellschaften ermöglichen. Dazu fördert INDUS insbesondere Investitionen in Innovation und Unternehmenszukäufe (Zukäufe auf zweiter bzw. Enkel-Ebene). Im Rahmen seiner Gesellschaftervertreter- und Beraterrolle bietet der Vorstand den Geschäftsführungen in den Beteiligungen ein strategisches Sparring an, um zu beraten und bei Bedarf auch durch Vernetzungen innerhalb der Gruppe einen Wissenstransfer (best practice) zu ermöglichen. Parallel zum organischen Wachstum bei den Tochtergesellschaften setzt INDUS auf Wachstum über den Zukauf neuer Beteiligungen. Diese Portfolio-Erweiterungen verbessern die Entwicklungsperspektiven der ganzen Gruppe und stellen sicher, dass das Portfolio im Zeitverlauf einen aktuellen Querschnitt der relevanten zukunftsträchtigen Industrien abbildet. In der Summe lässt sich das Geschäftsmodell von INDUS zusammenfassend als "Buy & Hold & Develop" beschreiben. Es impliziert ein langfristiges Halteversprechen bei gleichzeitiger Entwicklungsunterstützung an die Unternehmen. Für die Beteiligungsunternehmen ist von Vorteil, dass sie sich an der Seite eines finanzstarken Partners langfristig und unter Wahrung der mittelständischen Eigenidentität entwickeln können. Die Aktionäre von INDUS können sich mit ihrer Aktienanlage am ansonsten wenig zugänglichen Geschäftsfeld "Mittelstand" werthaltig beteiligen und profitieren von einer kontinuierlichen Dividende. EXTERNE EINFLUSSFAKTORENAls überwiegend klassische Industrieunternehmen bewegen sich die Beteiligungen der INDUS-Gruppe unter dem Einfluss der allgemeinen Konjunktur - in Deutschland, in Europa und auch auf den Weltmärkten. Dabei unterliegen die Einzelgesellschaften bewusst und gesteuert individuellen Branchenzyklen. Über die gesamte Gruppe gesehen ergibt sich über die diversifizierte Aufstellung eine konjunkturelle Risikostreuung, die das Portfolio als Ganzes ausbalanciert. Im Vergleich zu nicht diversifiziert aufgestellten Beteiligungsgesellschaften ist dies auf längere Sicht ein Wettbewerbsvorteil. Wichtig für den Erfolg der Beteiligungen sind auch die Kostenfaktoren. Im Zuge der zunehmenden Globalisierung stehen die mittelständischen Unternehmen in einem unmittelbaren Preiswettbewerb zu ausländischen Wettbewerbern, die unter wirtschaftlich günstigeren Bedingungen produzieren können. Besonders relevante Kosteneinflussgrößen sind Material, Energie und Personal. INDUS stellt sich darauf ein, indem sie die Beteiligungen fallweise dabei berät und unterstützt, sich auch organisatorisch international optimiert aufzustellen. Ein weiterer relevanter Einflussfaktor ist die allgemeine technologische Weiterentwicklung. Zudem fordert die digitale Transformation von den Produktionsunternehmen gegenwärtig einen zusätzlichen intensiven Entwicklungsprozess. Dieser führt unter Umständen zu Geschäftsmodellanpassungen und einem spürbar erhöhten Investitionsbedarf. Aufgrund der hohen Bedeutung dieses externen Faktors widmet INDUS dem Thema "Investition in Innovation" eine erhöhte Aufmerksamkeit. Wichtig für den Unternehmenserfolg von INDUS ist auch die Entwicklung auf den Kapitalmärkten: Die Situation an den Börsen und auch die allgemeine Zinsentwicklung bestimmen darüber, zu welchen Konditionen INDUS Eigen- und Fremdkapital beschaffen kann. Aufgrund der Größe, einem breiten Kapitalmarktzugang sowie der sehr soliden Bonität (Investment Grade) ist die Gesellschaft auf Schwankungen auf den Kapitalmärkten grundsätzlich gut vorbereitet. PORTFOLIO44 UNTERNEHMEN IN FÜNF SEGMENTENDas Portfolio der Gruppe umfasste zum Bilanzstichtag 44 Beteiligungen, die fünf Segmenten zugeordnet werden: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Diese Unternehmensbereiche bildeten im Geschäftsjahr 2016 unverändert die berichtspflichtigen Segmente nach IFRS. SEGMENTE BASISDATEN (in Mio. EUR)scroll
PORTFOLIOSTRUKTUR NACH JAHREN DER GRUPPENZUGEHÖRIGKEITDrei Viertel der Beteiligungen gehören der INDUS-Gruppe länger als 10 Jahre an. Durch die klare Wachstumsstrategie gemäß "Kompass 2020", gestartet im Herbst 2012, stieg in den vergangenen Jahren der Anteil der jüngeren Beteiligungsunternehmen. Portfoliostruktur nach Jahren (in %)![]() scroll
PORTFOLIOSTRUKTUR NACH UMSATZDie jährliche Umsatzgröße der Beteiligungen liegt in einer Bandbreite von knapp unter 10 Mio. EUR bis über 100 Mio. EUR. Rund die Hälfte der Beteiligungen erzielt einen Jahresumsatz von mindestens 25 Mio. EUR. Knapp ein Viertel liegt unter 15 Mio. EUR. Portfoliostruktur nach Umsatz (in %)![]() scroll
ABSATZMÄRKTE AUF FÜNF KONTINENTENRegional gesehen konzentrieren sich alle Portfoliounternehmen auf Absatzgebiete mit politisch und wirtschaftlich stabilem Hintergrund. Größter Absatz- und damit Umsatzmarkt der Beteiligungen ist gegenwärtig Deutschland mit 51 %. In der EU ohne Deutschland setzen die Unternehmen 23% um und im übrigen Ausland werden 26% der Umsatzerlöse erwirtschaftet. Gemäß der "Kompass 2020"-Strategie soll der Auslandumsatzanteil in den kommenden Jahren weiter steigen. Umsatz nach Regionen (in %)![]() scroll
PORTFOLIOVERÄNDERUNGEN 2016Im vergangenen Geschäftsjahr tätigte INDUS erneut eine direkte Wachstumsakquisition; die Beteiligungsunternehmen haben ihrerseits sieben Akquisitionen durchgeführt. Wachstumsakquisitionen:Im Juni 2016 nahm INDUS die H. HEITZ Furnierkantenwerk GmbH & Co. KG, Melle, in das Portfolio auf. Die neue Beteiligung wurde dem Segment Bau/Infrastruktur zugeordnet. Die HEITZ-Gruppe produziert Furnierkanten und Ummantelungsfurniere aus Echtholz für die Möbel- und Bauindustrie und ist weltweit einer der größten Anbieter in dieser speziellen Nische. Die Produktion erfolgt am Stammsitz in Melle und in einem Zweigwerk im ungarischen Pusztaszabolcs. Zur HEITZ-Gruppe gehört außerdem eine Niederlassung in den USA. Der Furnierkantenmarkt ist international, die Exportquote von H. HEITZ liegt derzeit bei rund 70 %. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Gruppe mit rund 300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 28 Mio. EUR. Die Kundenbasis ist breit, darunter sind Möbelhersteller, Kunden aus Handel und Handwerk sowie Unternehmen aus der Ummantelungs-, Türen- und Fensterindustrie. Erwerbe auf zweiter (Enkel-) Ebene:Zum Jahresbeginn übernahm die INDUS-Beteiligung BUDDE Fördertechnik zur eigenen Kompetenzerweiterung die COMPUTEC AG aus Murrhardt. COMPUTEC ist ein Spezialist für Automatisierungstechnik und deckt von der Elektronik bis zur Programmierung der Steuerungssoftware von (Förder-)Anlagen ein breites Spektrum ab. Die Software ist bei einigen von der BUDDE-Gruppe konzeptionierten Paketverteilzentren bereits im Einsatz. Zur eigenen Technologieerweiterung erwarb M. BRAUN im April 2016 das Unternehmen CREAPHYS, einen Spezialisten im Bereich der organischen Elektronik. Die 1999 aus der TU Dresden heraus gegründete Gesellschaft konstruiert und baut HochVakuumsysteme und Komponenten für das Aufbringen dünner organischer und sonstiger Schichten, Vakuum-Sublimationssysteme und thermische Verdampfer. Zu den Kunden von CREAPHYS gehören viele Forschungseinrichtungen in diesem Bereich sowie multinationale Chemie- und Elektronikhersteller. Im Mai 2016 übernahm IPETRONIK das Unternehmen CAETEC. Die Gesellschaft entwickelt Messtechnik, die im Rahmen der Fahrzeugerprobung zum Einsatz kommt, vornehmlich für die Bereiche Fahrerassistenz, Busanalyse und Bordnetz. Mit dem Erwerb ergänzt IPERONIK sein Know-how in den Bereichen Antriebsstrang und Thermomanagement. Im Juni 2016 übernahm ANCOTECH einen bisherigen Partner und Lieferanten, die Softwaregesellschaft MBH Solutions AG, Dielsdorf, Schweiz. Zur Technologieerweiterung erwarb MIKROP im Juli 2016 die IN-SITU GmbH, Sauerlach. IN-SITU entwickelt optische Prüfsysteme und setzt auf hochpräzise und schnelle Prüftechniken, um die Produktqualität zu überwachen. Anwendungsbeispiele sind ein Dot Scan zum Erkennen von Lackpickeln auf Spritzgießteilen oder Kratzern auf Metallteilen, ein System zur Qualitätskontrolle von Blindenschrift auf Pharmaverpackungen, eine Autovermessung für einen Waschanlagenhersteller sowie eine optische Verschleißmessung für Pkw-Bremsbeläge. Im Oktober 2016 beteiligte sich HAUFF-TECHNIK aus marktstrategischen Gründen mit 50 % an der ZweiCom GmbH, Jagstzell. Das Unternehmen ist Spezialist für die Entwicklung und Produktion von passiven (ohne Strom arbeitenden) Komponenten für Glasfaserinfrastruktur. Die von ZweiCom entwickelten Produkte zeichnen sich durch eine sehr hohe Packungsdichte für Glasfaser sowie eine einfache Installation aus, was den Aufbau einer Glasfasernetzinfrastruktur deutlich vereinfacht. Weiterhin hat die INDUS-Beteiligung WIESAUPLAST 55 % der Anteile an der Vertriebsgesellschaft Wiesauplast-PMC de Mexico von ihrem bisherigen Joint-Venture-Partner PMC erworben und hält damit nun 100 %. Das Unternehmen bleibt, wie bisher, zuständig für den Verkauf der Wiesauplast-Produkte in den NAFTA-Raum (North American Free Trade Agreement). Unternehmensabgaben oder Geschäftsaufgaben fanden im Geschäftsjahr nicht statt. ZIELE UND STRATEGIEZIELEWACHSTUM, WERTSTEIGERUNG UND AUSGEWOGENE PORTFOLIOSTRUKTURDie INDUS-Gruppe wächst aus der operativen Kraft der Beteiligungsunternehmen. Im Durchschnitt der letzten Jahre hat die Gruppe eine nachhaltige EBIT-Marge von "10% plus" erwirtschaftet. Ein großer Teil der erwirtschafteten Erträge steht den Beteiligungen für weiteres Wachstum auch weiterhin zur Verfügung. Mit dem Wachstum soll sich auch der Wert möglichst jeder einzelnen Beteiligung und damit der ganzen Gruppe entwickeln. Um diesen Prozess zu fördern, stellt INDUS ihren Beteiligungsunternehmen gezielt Kapital zur Verfügung, das sie für ihre Weiterentwicklung nutzen können. Bei der Kapitalunterstützung geht INDUS nach den Prinzipien einer Förderbank vor, die ihre Mittel bevorzugt für bestimmte Zwecke einsetzt. Die von INDUS besonders geförderten Projekte sind Investitionen in Innovationen, Investitionen in Internationalisierung sowie Investitionen in strategisch interessante Unternehmenszukäufe für die Beteiligungen. In diesem besonderen Umfeld geht die Initiative vom Beteiligungsunternehmen aus. INDUS ZIELE![]() Eine weitere Möglichkeit für Wachstum sieht INDUS in direkten Wachstumsakquisitionen: Dazu prüft INDUS laufend Kaufoptionen für weitere profitable mittelständische Industrieunternehmen. Für das Portfolio interessant sind Unternehmen, die in zukunftsorientierten industriellen Nischenmärkten aktiv und innerhalb ihrer Märkte führend sind. Über den Fokus auf Unternehmen, die in Zukunftsmärkten aktiv sind, will INDUS sicherstellen, dass die Gruppe auch in Zukunft eine ausgewogene - und damit stabile - Struktur aufweist (vgl Kapitel "Strategie") BERECHENBARE PARTIZIPATION DER AKTIONÄRE AM UNTERNEHMENSERFOLGDie Aktionäre als Eigentümer sollen über berechenbare Ausschüttungen am Erfolg ihrer Unternehmen profitieren. Dazu sieht INDUS die regelmäßige Auszahlung einer Dividende vor. Der durchschnittliche Zielwert des Dividendenvorschlags von Vorstand und Aufsichtsrat liegt zwischen 40 % und 50 % vom Bilanzgewinn. DIVIDENDE JE AKTIE* MIT AUSSCHÜTTUNGSQUOTE 2012 BIS 2016 (IN EUR/IN %)![]()
*
Dividendenzahlung für das jeweiligen Geschäftsjahr SICHERUNG UND FÖRDERUNG DES MODELLS "MITTELSTAND"Faktoren wie Globalisierung, Konzentrationsprozesse in den Branchen und zunehmende Engpässe bei Nachfolgeregelungen erschweren vielen Mittelstandsunternehmen die erfolgreiche Weiterentwicklung. Mit dem Angebot der Aufnahme in die Gruppe will INDUS aussichtsreichen Mittelstandsunternehmen die Möglichkeit geben, ihren Weg in einem wirtschaftlich starken Rahmen - und unter Wahrung ihrer mittelständischen Identität - fortzuführen. GRUNDKRITERIEN FÜR ZUKÄUFE: HIDDEN CHAMPIONS AUS DEM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUMBei dem Erwerb von Unternehmen legt INDUS feste Investment-Kriterien an: Im Fokus liegen auch weiterhin ausschließlich erfolgreiche Produktionsunternehmen im deutschsprachigen Mittelstand, die über ein stabiles Geschäftsmodell mit wachstumsstarken Produkten verfügen. Die Unternehmen erzielen jährlich einen Umsatz zwischen 20 und 100 Mio. EUR und erwirtschaften eine nachhaltige Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 10% und mehr. Sie bewegen sich in einem attraktiven Nischenmarkt, der auch in Zukunft noch Entwicklungspotenzial besitzt - auch international. Sie sind frei von wirtschaftlichen Altlasten und sind auch unter Nachhaltigkeitsaspekten vorbildlich aufgestellt. Bei den Zukäufen schaut INDUS vor allem auf Nachfolgeregelungen in Unternehmerfamilien. In Einzelfällen sind auch Ausgliederungen aus einem Konzern für INDUS interessant - sofern diese sich später als selbstständige und nach mittelständischen Prinzipien agierende Unternehmen am Markt etablieren können. Bei ihren Akquisitionen ist die Mehrheitsübernahme der Anteile durchaus wesentlicher Faktor. Dabei legt die Gesellschaft Wert auf eine enge Bindung der geschäftsführenden Unternehmer sowie der Führungskräfte an die jeweilige Beteiligungsgesellschaft über den Kaufzeitpunkt hinaus. Diese Bindung kann durch individuelle Beteiligungsmodelle gezielt unterstützt werden. Den direkten Erwerb von Start-up-Unternehmen oder Restrukturierungsfällen schließt INDUS aus. Gleiches gilt für "überreife" Unternehmen, die sich bereits in einer Abschwungphase befinden. Ausgeschlossen sind zudem Engagements in subventionierten Branchen sowie Investitionen in kriegstechnologische und waffenproduzierende Bereiche. Exit-Strategien spielen zum Zeitpunkt der Kaufentscheidungen von INDUS keine Rolle, da das Prinzip "hold" zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist. Um die stabile Performance zu sichern und die angestrebten Einzel- und Gruppenwachstumsziele zu erreichen, ist im Ausnahmefall allerdings auch eine Trennung möglich - etwa, wenn sich die ursprünglichen Rahmen- und Marktbedingungen für ein Portfoliounternehmen gravierend ändern und eine wirtschaftliche Fortführung in der Gruppe nicht mehr sinnvoll wäre. Die Investmentstrategien der Beteiligungen bezüglich Erwerbe von strategischen Ergänzungen auf Enkeltochterebene sind individuell und gekoppelt an die Beteiligungsgesellschaft. STRATEGIE"KOMPASS 2020" LIEFERT EINEN KONKRETEN FAHRPLANFür die gemeinsame Zukunft hat der Vorstand von INDUS im Herbst 2012 das Strategieprogramm "Kompass 2020" aufgesetzt. Es hat eine Laufzeit von acht Jahren. Nach Ablauf der ersten Hälfte ist die Gruppe voll im Fahrplan. Die Strategie setzt im Wesentlichen an drei Hebeln an: 1. Direktinvestitionen 2. Wirtschaftliche Förderung (Investition in Innovation und Internationalisierung) 3. Kontrolle und strategische Begleitung im Sinne der Gesellschafterverantwortung INVESTITIONEN IN NEUE PORTFOLIOUNTERNEHMENZur "Modernisierung" der Portfoliostruktur bzw. um sicherzustellen, dass INDUS auch in Zukunft einen Querschnitt der für die Gruppe relevanten Zukunftsindustrien abbildet, mit dem die angestrebte Rentabilität zu erreichen ist, hat der Vorstand fünf Zukunftsbranchen definiert, die bei Zukäufen bevorzugt im Fokus stehen: DIE BEVORZUGTEN FÜNF ZUKUNFTSBRANCHEN FÜR UNTERNEHMENSZUKÄUFE1 TECHNIK FÜR INFRASTRUKTUR/LOGISTIK2 ENERGIE- UND UMWELTTECHNIK3 AUTOMATISIERUNGS-, MESS- UND REGELTECHNIK4 MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK5 BAU- UND SICHERHEITSTECHNIKAlle fünf Branchen verfügen gemäß einschlägigen Experteneinschätzungen über überdurchschnittliche bis sehr gute Entwicklungsaussichten. Der Kompass 2020 sieht vor, dass INDUS in den acht Jahren jährlich ein bis zwei Unternehmenszukäufe tätigt. Die Investmentstrategien der Beteiligungen bezüglich Erwerbe von strategischen Ergänzungen auf Enkeltochterebene sind individuell und gekoppelt an die Beteiligungsgesellschaft. UNTERSTÜTZUNG VON INNOVATIONDie digitale Transformation in der Wirtschaft legt auch für die Geschäftsmodelle der INDUS-Beteiligungen eine Überprüfung nahe. Als Spezialisten und Marktführer in ihren Nischen sind insbesondere die Portfoliounternehmen mit Innovationspotenzial aufgefordert ihre Chancen frühzeitig zu ergreifen, so dass sie ihre Marktposition behaupten bzw. ausbauen sowie neue Märkte erschließen können. Im Rahmen des Kompass 2020 unterstützt INDUS die Beteiligungen auf diesem Feld auf dreierlei Weise: Fördermittel: INDUS unterstützt aussichtsreiche Innovationsprojekte finanziell und vergibt diese Mittel im Sinne einer Förderbank. Dafür hält die Holding jährlich ein Budget von bis zu 1,5 % des Konzern-EBITs vor. Vermittlung von Methodenwissen: INDUS unterstützt die Beteiligungen gezielt bei der Entwicklung ihrer Innovationsstrategien bzw. der systematischen Erschließung von Innovationsfeldern. Dazu steht die Holding ihren Beteiligungen beratend zur Seite. Das Beratungsangebot zielt darauf ab, das Innovationsmanagement der Beteiligungen weiter zu professionalisieren. Gleichzeitig stellt die Holding Methodenwissen bereit, um die Beteiligungen auf Herausforderungen wie die digitale Transformation von Geschäftsmodellen vorzubereiten. Know-how-Transfer und Vernetzung: INDUS stellt den Unternehmen Erfahrungen, Trendeinschätzungen und Wissen zur Verfügung. Darüber stellt sie für die Beteiligungen Verbindungen zu anderen Gruppenunternehmen sowie externen Institutionen und Einrichtungen her, die ihnen bei Fragen der grundsätzlichen Erschließung von Innovationsfeldern oder im Rahmen von Kooperationen bei konkreten Innovationsprojekten weiterhelfen. UNTERSTÜTZUNG DER INTERNATIONALISIERUNGDie Märkte sind heute auch für den Mittelstand global. Dies erfordert bei einigen Beteiligungen der INDUS-Gruppe eine stärkere Entwicklung ihrer internationalen Aktivitäten. Aufgrund der Globalisierung und Veränderung der Stärke einzelner Länder, Regionen bzw. Märkte ist es erforderlich, dass die Beteiligungen - und damit auch die Gruppe - den Auslandsanteil ihres Umsatzes mittelfristig signifikant ausbauen. Dazu unterstützt INDUS die Beteiligungen insbesondere über folgende Wege: Zukauf von Unternehmen auf zweiter Ebene: INDUS stellt den Beteiligungen Kapital für den Erwerb strategischer Ergänzungen zur Verfügung. Der Kompass geht von jährlich drei bis vier Akquisitionen aus. Finanzmittel für den Vertriebsausbau: INDUS stellt den Beteiligungen Finanzmittel für den Aus- und Aufbau internationaler Produktions- und Vertriebsstätten zur Verfügung. Begleitung bei der Internationalisierung: INDUS bietet den Beteiligungen eine enge Unterstützung bei ihren Internationalisierungsmaßnahmen an. Dazu zählen das Klären und Abwickeln rechtlicher Themen, der Aufbau von Netzwerken sowie die Etablierung lokaler Organisationsstrukturen. WAHRNEHMUNG DER EIGENTÜMERINTERESSENDie Beteiligungsgesellschaften verfolgen ihre individuellen internationalen Strategien. Darüber tauscht sich INDUS in einem verstärkten informativen Dialog mit den Geschäftsführungen regelmäßig aus. in diesem Austausch besprechen Vorstand und Geschäftsführungen offen und konstruktiv die Möglichkeiten, die für die erfolgreichen Weiterentwicklungen der Beteiligungen bestehen. UnternehmenssteuerungKEINE DIREKTIVEN, ABER GEZIELTE BERATUNG UND AKTIVE VERTRETUNG DER EIGENTÜMERINTERESSENAls Finanzholding greift INDUS nicht unmittelbar in die operative oder strategische Steuerung der Beteiligungen ein. Gleichwohl nutzt sie gegenüber ihren Beteiligungen die ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, ihre Interessen als Eigentümerin wirksam zu vertreten. Insbesondere auch um zu kontrollieren, um Auswüchse und Schäden für die Gruppe zu verhindern sowie das Vermögen zu sichern und langfristig zu entwickeln. INDUS wird von den Beteiligungen laufend über die wirtschaftliche Entwicklung in den Unternehmen informiert. Dazu übermitteln diese monatliche Berichte über ihre wirtschaftliche Situation. Parallel dazu erhält INDUS gezielte Informationen zu spezifischen Themen. Auf dieser Grundlage macht sich das Management der Holding ein Bild über die Situation der Beteiligungen und die Gesamtsituation der Gruppe. Die in der Holding zur Bewertung der Situation herangezogenen wirtschaftlichen Kenngrößen entsprechen den für Produktionsunternehmen üblichen wirtschaftlich-operativen Kennzahlen. Sie werden ergänzt um wirtschaftlich-strategische Kennzahlen für die direkten Investitionsentscheidungen. INFORMATIONS- UND STEUERUNGSGRUNDLAGE![]() Auf Grundlage der Monatszahlen verfolgt INDUS die Entwicklung der Unternehmen im Vergleich zum jeweiligen Budget. Das Controlling-System liefert bei Planabweichungen frühzeitig Hinweise. Die Tochtergesellschaften haben eigene individuelle Steuerungsmechanismen und aufgrund der Individualität auch eigene Kennzahlen, die bei den Beteiligungen effektiv und sinnvoll zum Einsatz kommen. Darüber hinaus beobachten und analysieren die Geschäftsführer der Beteiligungen ihre jeweiligen Märkte und ihr spezifisches Wettbewerbsumfeld und berichten über wesentliche Veränderungen. Der Soll-Ist-Abgleich, der sich für INDUS im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung für das vergangene Geschäftsjahr ergibt, findet sich im Wirtschaftsbericht. REGELMÄSSIGER MANAGEMENTDIALOG/KLARE ZIELSETZUNGENParallel zu den obligatorischen Informationsflüssen für die Konsolidierung tauschen sich Vorstand und Geschäftsführungen informell und kontinuierlich sowie mindestens einmal im Jahr formell (Eigentümergespräche) zu den Entwicklungen aus. Aus diesen Informationen aus allen Unternehmen gewinnt INDUS ein Gesamtbild der Erwartungen und Planungen, das sie zum einen für die Planung der erforderlichen Finanzierungsmittel nutzt und zum anderen an ihre Eigen- wie Fremdkapitalgeber kommuniziert. Ausgangspunkt für die unternehmerischen Zielsetzungen der INDUS Holding AG sind somit im Wesentlichen die jährlichen Planungen der Unternehmen. Nicht finanzielle LeistungsindikatorenMITARBEITERIN DER FINANZHOLDING: TEAM AUS SPEZIALISTEN FÜR EINE EFFIZIENTE BEGLEITUNG DER BETEILIGUNGENINDUS setzt auf ein Team aus spezialisierten Mitarbeitern, das mit festen Aufgabenzuordnungen ausschließlich die Zentralfunktionen in der Holding wahrnimmt. Die beiden grundlegenden Aufgaben des Teams liegen darin, die Interessen von INDUS als Gesellschafterin zu wahren und die Gruppenunternehmen im Rahmen der Möglichkeiten einer Finanzholding optimal zu beraten und bei Bedarf zu unterstützen. Wichtige mittelständische Merkmale der dezentralen Unternehmenskultur sind kurze Entscheidungswege, eine starke Teamorientierung und flache Hierarchien. Der Vorstand steht im regelmäßigen Kontakt mit allen Mitarbeitern. INDUS legt großen Wert auf einen respektvollen Umgang - untereinander und mit den Geschäftspartnern. Im Alltag achten alle Teammitglieder auf eine hohe Professionalität und stabile Prozesse. INDUS hat einen Verhaltenskodex für Ihre Mitarbeiter formuliert, der verantwortungsvolle mittelständische Prinzipien formuliert, die für alle Mitarbeiter der Holding verbindlich sind. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2016 beschäftigte die Holding ohne die Mitglieder des Vorstands 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr 24). Es liegt im Interesse von INDUS, die Leistungskraft der Mitarbeiter zu bewahren und sie langfristig an das Unternehmen zu binden. Dazu bietet INDUS ihren Mitarbeitern in den Bereichen Gesundheit, Weiterbildung und Einkommen die Rahmenbedingungen eines modernen, attraktiven Arbeitgebers. Mitarbeiter in der Holding![]() IN DER GRUPPE: PFLEGE EINER MITTELSTÄNDISCH GEPRÄGTEN KULTURIn den Tochterunternehmen waren zum Stichtag 9.451 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 8.334). Die Führung der Mitarbeiter in den Gruppenunternehmen liegt dabei allein in der Verantwortung der Geschäftsleitungen der Beteiligungen. Dementsprechend steuern die Beteiligungsunternehmen ihre Personalarbeit quantitativ wie auch qualitativ eigenständig. Mittelständische Unternehmen nehmen eine starke Verantwortung im Bereich der Ausbildung wahr; dies gilt besonders für die Unternehmen der INDUS-Gruppe. 2016 waren in der gesamten Gruppe 365 Auszubildende beschäftigt; das entspricht einer Ausbildungsquote von 3,9%. Die Geschäftsleitungen führen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Unternehmen nach verantwortungsvollen mittelständischen Prinzipien. Um zu unterstreichen, dass die Beteiligungen die Prinzipien ebenfalls langfristig teilen, hat jede Beteiligungsgesellschaft einen unternehmensspezifischen Verhaltenskodex formuliert. Mitarbeiter in den Einzelgesellschaften der Gruppe![]() Zur Sicherung und Förderung von fachlichen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter betreiben die Beteiligungen ein auf ihre Bedürfnisse individuell zugeschnittenes Personalmanagement: Im Rahmen dessen bieten sie ihren Mitarbeitern Weiterbildungen, Gesundheitsleistungen sowie weitere individuelle Leistungen an. Ziel der Unternehmen ist es, die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu fördern und ihre Attraktivität als wichtiger und anerkannter Arbeitgeber vor Ort zu sichern bzw. auszubauen. INDUS SENSIBILISIERT FÜR KOMPETENZ-, LEISTUNGS- UND KAPAZITÄTSTHEMENTrotz aller Automatisierung bleibt der Mensch auch zukünftig zentraler unternehmerischer Erfolgsfaktor. Die demografische Entwicklung führt insbesondere in Deutschland bereits heute in zahlreichen Branchen zu einem spürbaren Fachkräftemangel. In diesem Umfeld stehen Mittelständler zudem in einem zunehmenden Wettbewerb mit Großunternehmen. Dabei spielen für die Unternehmen nicht nur Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit eine Rolle, sondern auch Wettbewerbsfähigkeit auf der Kostenseite. Die Geschäftsführer der Beteiligungen beobachten diese Entwicklungen auf der "Humankapitelseite" aufmerksam und nutzen die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, die individuellen Gegebenheiten zu verbessern. ENTWICKLUNG UND INNOVATIONF&E-UNTERSTÜTZUNG DER BETEILIGUNGEN IM RAHMEN DER MÖGLICHKEITEN EINES FINANZINVESTORSAls reiner Finanzinvestor betreibt INDUS keine Forschung und Entwicklungsarbeit im klassischen Sinne. Alle Aktivitäten und die Verantwortung dafür, dass die Beteiligungen mit ihren Produkten technologisch am Puls der Zeit und strategisch gut auf ihre Märkte eingestellt sind, liegen in den Händen der Tochterunternehmen. INDUS hat ein hohes Interesse am langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligungen. Gleichzeitig betrachtet der INDUS-Vorstand das Thema Innovation als einen der zentralen Schlüssel für eine gesunde Weiterentwicklung der Unternehmen. Deshalb hat der Vorstand in den vergangenen Jahren verstärkt Angebote initiiert, auf die die Beteiligungen zurückgreifen können. Diese sind: Finanzmittel für digitale Transformation: Die digitale Transformation verändert die industriellen Rahmenbedingungen gerade grundlegend. Daraus erwachsen für die Unternehmen neben Risiken auch Chancen. INDUS hält für ihre Beteiligungen umfassende Mittel bereit, die diese für das Vorantreiben neuer Ideen nutzen können. Dabei fördert INDUS speziell sogenannte disruptive Innovationsaktivitäten. Diese zielen auf die Erschließung grundlegend neuer, im Branchen- und Marktumfeld noch nicht genutzter Technologien ab. Disruptive Innovationen versprechen tendenziell überdurchschnittliche Ertragschancen. Gruppeninterne Wissensplattform: Viele der INDUS-Beteiligungen fokussieren ihre Entwicklungsressourcen auf die laufende (inkrementelle) Weiterentwicklung ihrer bestehenden Produktprogramme. Auf diese Weise sichern sie sich ihre bestehenden Markpositionen und erschließen sich weiteres Ertragspotenzial. Um diese wichtige Säule der Entwicklungsarbeit zu stützen, pflegt INDUS eine Wissensplattform zum Innovations- und Technologiemanagement. Auf diese können die Beteiligungsgesellschaften entsprechend ihrem individuellen Bedarf zurückgreifen. Sensibilisierung: Das Management der Holding beobachtet die Trends und Entwicklungen der Märkte branchenübergreifend und trägt das Wissen im Rahmen eines aktiven Dialogs mit den jeweiligen Geschäftsführungen in die Gruppenunternehmen. Methodische Unterstützung: Innovation kann man lernen. Seit dem Geschäftsjahr 2016 bietet INDUS ihren Beteiligungen eine sogenannte "Tool Box" an. Dahinter verbirgt sich das Konzept einer methodischen Begleitung bei dem Aufspüren von Innovationschancen. Vernetzung: Im Rahmen dieser methodischen Unterstützung stellt INDUS für ihre Beteiligungen hilfreiche Verbindungen zu Forschung und Wirtschaft her. Um die Unternehmen auf dem Feld Forschung und Entwicklung auch perspektivisch gut begleiten zu können, sucht auch die Holding selbst laufend die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. In den Zahlen bilden sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der INDUS-Gruppe wie folgt ab: Die ausgewiesenen Aufwendungen im Konzernabschluss der INDUS-Gruppe für F&E-Aktivitäten lagen 2016 bei 14,6 Mio. EUR (Vorjahr: 12,0 Mio. EUR). Damit steigt der Mitteleinsatz für dieses Feld kontinuierlich, was sich auch in den kommenden Jahren so fortsetzen soll. Dies ist auch deshalb besonders wichtig, weil ein zunehmender Anteil der Beteiligungsgesellschaften sich als Systemlieferanten und Entwicklungspartner am Markt positioniert. Dies bedingt neben einer größeren Wertschöpfungstiefe auch ein wachsendes Maß an eigener, individueller F&E-Kompetenz. Mit ihrem eigenen Potenzial sind die Beteiligungen gegenwärtig gut aufgestellt: Es bestehen sowohl kunden- wie auch lieferantenseitig erfolgreiche Entwicklungspartnerschaften. Außerdem werden in Verbindung mit den Entwicklungsaktivitäten bei den Gesellschaften auch die Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen weiter ausgebaut. Schon heute arbeitet ein Teil der Gesellschaften intensiv mit namhaften Einrichtungen zusammen. Die Formen der Zusammenarbeit erstrecken sich von klassischen Kunden-Lieferanten-Beziehungen über die Auftragsforschung bis hin zur Mitarbeit einzelner Gesellschaften in öffentlich geförderten Forschungsvorhaben. NACHHALTIGKEITNACHHALTIGKEIT IST INTEGRALER BAUSTEIN DES INDUS-GESCHÄFTSMODELLSEntsprechend ihrer langfristigen Ausrichtung legen sämtliche Tochterunternehmen und damit die INDUS-Gruppe großen Wert auf eine nachhaltig ausgerichtete Unternehmensführung. Dies bezieht neben dem Bereich Wirtschaft auch die Themen Soziales, Umwelt und Verantwortung im weiteren Sinne ein. Nach gemeinsamer Überzeugung fördert nachhaltiges Verhalten direkt und indirekt den Unternehmenserfolg:
Wirtschaftlich orientiert sich INDUS an klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und damit bewusst an konservativen/stabilitätsorientierten Maßstäben. Ziel ist es, den Unternehmenserfolg im Sinne der Gruppe, der Aktionäre sowie der übrigen Stakeholder dauerhaft zu sichern. Dazu sorgt die Holding für eine stabile Bilanz, ein adäquates Liquiditätspolster und eine flexible Finanzierungsbasis. Sozial orientieren sich alle Mitglieder der INDUS-Gruppe an den Maßstäben des klassischen Mittelstands. In dessen Zentrum steht das Prinzip "Verantwortung" - für den Unternehmensbestand, aber vor allem auch für die Menschen, mit denen dieser gesichert wird. Demensprechend teilen die Holding und die Beteiligungen einen gemeinsamen Wertekanon. Dieser findet seinen Ausdruck in entsprechenden Verpflichtungen im Rahmen von unternehmensspezifischen Verhaltenskodizes sowie in konkreten Maßnahmen zur Pflege und Verbesserung sozialer Aspekte. Ökologisch baut INDUS seit einigen Jahren Schritt für Schritt die Transparenz aus und unterstützt die Beteiligungen bei ihrem Engagement zum Schutz von Ressourcen etwa ganz konkret durch die Bereitstellung von Investitionsmitteln für Effizienzmaßnahmen. Im Rahmen der Beteiligung am Carbon Disclosure Project (CDP) seit 2009, einer im Auftrag institutioneller Anleger jährlich durchgeführten Erhebung zu Fragen des Klimawandels (www.cdp.net), berichtet INDUS über Chancen und Risiken infolge des Klimawandels, legt ihre Treibhausgasemissionen offen und stellt Maßnahmen zur Emissionsreduzierung dar. Beim aktuellen Rating des CDP Climate Scorings wurde INDUS im Oktober 2016 mit der Spitzen-Note "A" ausgezeichnet. Diese Bewertung erreichten neben INDUS lediglich acht weitere deutsche Unternehmen. Darüber hinaus erhielt unsere Gruppe den Status Sector Leader (Top 4 % in der DACH-Region) sowie Index/Country Leader (Top 1 % in der DACH-Region) in den Kategorien "Industrials" und "Andere deutsche Unternehmen". Hinsichtlich der Themen Governance und Compliance fühlen sich Vorstand und Aufsichtsrat seit jeher einer verantwortungsvollen, transparenten und nachhaltigen Wertschöpfung verpflichtet. So erkennen sie seit Einführung des Deutschen Corporate Governance Kodex die Empfehlungen und Anregungen des Kodex nahezu vollständig an und folgen damit den Regeln einer guten Unternehmensführung und -überwachung. NACHHALTIGKEITSARBEIT DER HOLDINGDie INDUS Holding AG beachtet die sogenannten ESG-Prinzipien ("Environmental, Social and Governance", d. h. Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und sichert die Regeltreue im geschäftlichen Umgang. Die Mitarbeiter der INDUS Holding AG sind dem Grundsatz verpflichtet, gesetzliche Regelungen und ethische Standards verbindlich einzuhalten. Transparenz für Stakeholder und Informationsarbeit für die Gruppe: Die Holding leistet umfassende Informationsarbeit, indem sie nachhaltigkeitsbezogene Daten erhebt und diese im Rahmen eines Benchmarkings in die Gruppenunternehmen hineinträgt. In Verbindung damit gibt INDUS ihren Beteiligungen auch Impulse, an welchen Stellen die Beteiligungen ihre "Nachhaltigkeitsbilanz" wirksam verbessern können. Bei dem für Investoren relevanten Nachhaitigkeitsrating der oekom research AG hat INDUS im Herbst 2015 als Einstiegsbewertung auf Anhieb die gute Note C+ erreicht. Ab einer Bewertung von C wird in dieser Vergleichsgruppe ein Unternehmen mit dem "Prime"-Status ausgezeichnet. Damit hält INDUS auch hier ihre Spitzenposition in der internationalen Vergleichsgruppe (Financials/Multi-Sector Holdings). Nachhaltigkeitskriterien im Investitionsprozess: INDUS analysiert potenzielle Portfoliounternehmen auch nach Nachhaltigkeitsaspekten. Investitionen in bestimmte Branchen und Unternehmen (u.a. Waffen, Militär) schließt die Holding aus. INDUS-Beteiligungen agieren im Einklang mit ihrem sozialen Umfeld und legen daher großen Wert darauf soziale und ethische Grundsätze zu beachten sowie negative Einflüsse auf die Natur zu minimieren. NACHHALTIGKEITSARBEIT IN DEN BETEILIGUNGENDie Unternehmen der INDUS-Gruppe nehmen ihre Verantwortung für nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensentwicklung eigenständig wahr. Die Unternehmen stehen dazu in einem grundsätzlichen Austausch mit INDUS. Die Unterstützung bezieht sich im Wesentlichen auf die Themen Investitionen, Innovation, Ressourceneffizienz und Entwicklung ressourcenschonender Produkte. EINSTIEG IN DIE NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNGZur Unterstreichung der Bedeutung der Nachhaltigkeitsaspekte für den Unternehmenserfolg der Gruppe hat die Holding im vergangenen Jahr in einem strukturierten Prozess erstmalig eine Nachhaltigkeitsberichterstattung initiiert. Diese beinhaltete eine Stakeholderanalyse, die Konkretisierung wesentlicher Themen und Handlungsfelder, die Aufnahme eines Status sowie die Erfassung entsprechender Kennzahlen. Details dazu finden sich in einem gesonderten Teil des Geschäftsberichts. Corporate GovernanceERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNGVorstand und Aufsichtsrat von INDUS bekennen sich umfassend zu den Prinzipien einer guten Corporate Governance. Dazu geben die beiden Leitungs- und Kontrollgremien jährlich eine entsprechende "Erklärung zur Unternehmensführung" ab. Die aktuelle Erklärung - sie ist integraler Bestandteil des Zusammengefassten Lageberichts 2016 - ist im vollständigen Wortlaut auf der INDUS-Website unter der Rubrik "Verantwortung" einsehbar. Die Angaben entsprechen den Anforderungen aus Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex und § 289a Abs. 2 HGB. Teil der Erklärung zur Unternehmensführung ist die jährlich abzulegende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG. Diese haben Vorstand und Aufsichtsrat am 14. Dezember 2016 abgegeben. Darin stellen sie fest, dass die INDUS Holding AG bis auf eine Ausnahme sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entspricht. Die Ausnahme bezieht sich auf die geforderte Benennung konkreter Ziele bezüglich der Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie die Begrenzung der Amtsperioden der Aufsichtsräte. WIRTSCHAFTSBERICHTAuch für 2016 kann INDUS ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr abschließen. Die Gruppe setzte ihr Wachstum fort und erzielte im vierten Jahr hintereinander ein Rekordergebnis: Der Umsatz stieg um 4,0 % auf 1,44 Mrd. EUR und das EBIT kletterte um 6,3 % auf 144,9 Mio. EUR. Damit erreichte die Gruppe auch ihr operatives Renditeziel, eine EBIT-Marge von 10 % In unterschiedlicher Ausprägung trugen alle Segmente zum Gruppenerfolg bei. Diese gute Entwicklung ist auch deshalb sehr erfreulich, weil sich das wirtschaftliche Umfeld im vergangenen Jahr durchaus herausfordernd präsentierte. Darüber hinaus hatten vereinzelte Beteiligungen parallel zum operativen Geschäft auch Ausrichtungsaufgaben zu bewältigen. Entwicklung des wirtschaftlichen UmfeldsENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFTWELTKONJUNKTUR IN 2016 MIT WENIG SCHWUNGDie Expansion der Weltwirtschaft blieb 2016 hinter den Erwartungen zurück. Das Wachstum betrug nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft IfW über das Jahr gesehen 3,1 % und blieb damit ein weiteres Mal hinter dem Vorjahr zurück (2015: 3,2 %). In der zweiten Jahreshälfte profitierte die Wirtschaft jedoch von einem spürbar nach oben gerichteten Trend: Mit einer Rate von 0,9 % war die Zuwachsrate im dritten Quartal sogar die höchste seit zweieinhalb Jahren.1 Vor allem die Wirtschaft in den Schwellenländern expandierte 2016 wieder stärker, wobei in einzelnen Ländern die Probleme nach wie vor groß sind: In China, Indien und weiteren Ländern Südostasiens nahm die Produktion - zum Teil gestützt durch eine expansive Finanz- und Wirtschaftspolitik - mit dem Sommerhalbjahr deutlich zu. In Lateinamerika konnten sich vor allem Mexiko und die Andenstaaten diesem Trend anschließen. Brasilien, Argentinien und Venezuela verharrten dagegen weiter in einer Rezession. In Russland konnte sich die Produktion nach einem schwachen Frühjahr wieder stabilisieren. Infolge der politischen Turbulenzen im Sommer ist die wirtschaftliche Aktivität in der Türkei regelrecht eingebrochen.2 In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften blieb die konjunkturelle Dynamik lediglich stabil, wenngleich sich die Produktion ab dem Sommer deutlich belebte. Zu den Impulsgebern zählten die USA, wo nach einem schwachen ersten Halbjahr die Lagerinvestitionen und die Exporte wieder deutlich anzogen. In Japan zog die gesamtwirtschaftliche Produktion exportgestützt leicht an. Die Wirtschaft im Euroraum setzte ihre seit drei Jahren andauernde moderate konjunkturelle Expansion 2016 fort. Sie wurde durch den privaten und öffentlichen Konsum gestützt und stand regional auf einer breiten Basis.3
1
IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 25 (2016/Q4),
S. 2 DEUTSCHE WIRTSCHAFT MIT MODERATEM AUFWÄRTSTRENDDie deutsche Wirtschaft konnte 2016 ihren Expansionskurs halten. Das Wachstum stieg gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 1,9 %. Die politischen Unsicherheiten im internationalen Umfeld führten dazu, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im Sommerhalbjahr deutlich nachließ. Zum Jahresende hin war die Konjunktur aber wieder deutlich aufwärts gerichtet. Maßgeblichen Anteil an der positiven Wirtschaftsentwicklung hatte erneut der private Konsum. Er profitierte von einer guten Beschäftigungssituation, steigenden Reallöhnen und einem noch immer relativ niedrigen Rohölpreis. Die niedrigen Zinsen regten die Ausgaben der privaten Haushalte weiter an. Aber auch die deutschen Ausfuhren konnten eine zwischenzeitliche Schwächephase überwinden und legten über das Jahr gesehen um 2,5 % zu. Dabei stiegen auch die Auftragseingänge in der Industrie aus den Ländern außerhalb des Euroraums in den letzten Monaten kräftig an.4
4
NW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 26 (2016/Q4),
S. 3, 5 KONJUNKTURTENDENZEN: ENTWICKLUNG DES BRUTTOINLANDPRODUKTS (BIP), JÄHRLICHES WACHSTUM (2014-2016) (IN %)![]() Quelle: Institut für Weltwirtschaft, Kiel KAPITALMÄRKTE BLIEBEN IN UNRUHIGEM UMFELD STABIL2016 zeigte sich das globale Finanzsystem weiterhin robust, obwohl zahlreiche Ereignisse Anlass zur Besorgnis gaben: So löste gleich im Januar ein Kurseinbruch in China auf den Kapitalmärkten Verunsicherung aus. Dies umso mehr, als das Land seiner Rolle als globaler Wachstumsmotor bereits 2015 nur schwer gerecht wurde. Später, im Juni führte das Brexit-Votum die Finanzmärkte zwischenzeitlich in Turbulenzen. Aber auch hier beruhigten sich die Märkte wieder. Für Unruhe an den Finanzmärkten sorgten 2016 auch die Schwierigkeiten bei italienischen Banken und die nach wie vor schwierige Situation in Portugal und Griechenland. Nachdem die amerikanische Notenbank Fed Mitte Dezember 2015 den Leitzins auf eine Spanne von 0,25% bis 0,5% angehoben hatte, folgte im Dezember 2016 eine weitere Erhöhung auf 0,5% bis 0,75%. Dies wird von zahlreichen Marktteilnehmern als Signal gewertet, dass sich die Phase des günstigen Geldes langsam dem Ende zuneigt. Währenddessen hielt Europa an der Niedrigzinspolitik fest. Die Aktienmärkte waren 2016 von einer hohen Volatilität gekennzeichnet. Der deutsche Leitindex DAX schwankte unterjährig um rund 2.700 Punkte, stieg aber über das Jahr gesehen um 6,87 %. Das Verhältnis des Euro zum US-Dollar war ebenfalls wechselhaft und schwankte zwischen EUR/USD 1,1617 im Mai und EUR/USD 1,0352 im Dezember.5 ENTWICKLUNG DES BRANCHENUMFELDSDEUTSCHE INDUSTRIEPRODUKTION MIT INSGESAMT LEICHTEM PLUSDas Verarbeitende Gewerbe in Deutschland startete mit einem guten 1. Quartal in das Jahr 2016. Seitdem entwickelte sich die Industrieproduktion uneinheitlich und lag nach den ersten acht Monaten real um gut 1 % über dem Vorjahresniveau (Gesamtjahr 2015: +1,1 %). Die Auftragseingänge entwickelten sich bis dahin weniger volatil. Insgesamt war bei der Industriekonjunktur nach wie vor kein stabiler Trend auszumachen. Die Research-Experten der Deutschen Bank prognostizieren für das Jahr 2016 ein Plus von 1 %, womit das industrieinduzierte Wachstum erneut hinter dem erwarteten Anstieg der inländischen Bruttowertschöpfung zurückbleiben würde.6 BAU UND INFRASTRUKTUR: BRANCHE ENTWICKELT SICH BESSER ALS DIE PROGNOSENDas Baugewerbe entwickelte sich 2016 deutlich über den Erwartungen. Statt der prognostizierten 3 % wuchs das Geschäft laut dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe ZDB 2016 um deutlich über 5 %. Dabei waren die Auftragsbücher zum Teil so gut gefüllt wie seit 16 Jahren nicht mehr. Dies gilt insbesondere für den Wohnungsbau, der derzeit von der guten Arbeitsmarktentwicklung, den weiter sehr günstigen Finanzierungsbedingungen und dem erhöhten Bedarf an Wohnraum für die nach Deutschland gekommenen Migranten profitiert. Auch der Wirtschaftsbau verzeichnete eine hohe Auslastung: Die Zahl der Baugenehmigungen für Handels- und Bürogebäude lag über dem Vorjahr, und der Tiefbau profitierte von einem gestiegenen Investitionsbudget der Deutschen Bahn. Eine deutlich höhere Investitionsbereitschaft zeigte auch der Öffentliche Bau: Er konnte mit 5 %7 das höchste Umsatzwachstum seit 2011 verbuchen. Dazu trug vor allem der von der Politik initiierte Investitionshochlauf für die Straßeninfrastruktur von ca. einer Milliarde Euro bei. Aber auch die erhöhten Investitionen der Länder und Kommunen in Kitas, Schulen und Flüchtlingsunterkünfte hoben die Umsätze spürbar an. Obwohl sich nach Branchenangaben die Ertragslage nicht in einem gleich guten Maß entwickelt wie die Konjunktur, war die Gesamtsituation der Branche zum Jahresende positiv.8 FAHRZEUGMARKT: INSGESAMT GUTE ABSATZENTWICKLUNG, RÜCKGÄNGE IN LÄNDERN MIT KONJUNKTURSCHWÄCHEDer Fahrzeugmarkt entwickelte sich 2016 insgesamt gut, national wie international: In Deutschland wurden nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie VDA zwischen Januar und Dezember knapp 3,4 Mio. Pkw zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 5 %. Der Auftragseingang aus dem Inland lag für das Gesamtjahr leicht unter dem Vorjahr (-1 %); dafür konnten die Bestellungen aus dem Ausland deutlich zulegen (+3 %). Die inländische Pkw-Produktion stieg leicht um 1 % auf 5,7 Mio. Fahrzeuge an, wovon 4,4 Mio. ins Ausland gingen.9 Auch der deutsche Nutzfahrzeugmarkt entwickelte sich 2016 stark: Die Neuzulassungen erreichten mit einem Plus von 7 % einen neuen Rekordwert.10 Bei der Bewertung der Zahlen ist insgesamt zu berücksichtigen, dass Volkswagen als einer der weltweit führenden Kraftfahrzeughersteller im Zuge der derzeit schwierigen Unternehmenssituation 2016 einen deutlichen Absatzrückgang von mehr als 4 % hinnehmen musste.11 International brachte das vergangene Geschäftsjahr vor allem den USA und China Absatzhöchststände. Aber auch Westeuropa legte kräftig zu und erreichte den besten Wert seit 2007. Allein in diesen drei Regionen wuchs der Pkw-Absatz um insgesamt 4,5 Mio. auf 55,1 Mio. Neufahrzeuge. Dabei profitierte der Zuwachs in China von deutlichen Steuervergünstigungen. Auch im Wachstumsmarkt Indien wurden mit knapp 3 Mio. deutlich mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Rückläufig war der Fahrzeugabsatz in Japan (4,1 Mio.), Brasilien (2,0 Mio.) und Russland (1,4 Mio.)12
5
http://www.Ninanzen.net/devisen/dollarkurs MASCHINEN- UND ANLAGENBAU: BRANCHENENTWICKLUNG VERHARRT AUF VORJAHRESNIVEAUIm deutschen Maschinenbau setzte sich die bereits seit vier Jahren andauernde Stagnation 2016 fort. Nach elf Monaten lag die Produktion mit plus 0,1 % minimal über dem Vorjahreswert.13 Gestützt wurde die Branche im Inland vor allem durch die Automobilindustrie und die Bauwirtschaft. Das Auslandsgeschäft entwickelte sich dagegen schwächer, vor allem in der ersten Jahreshälfte bis in den Sommer hinein: Nicht zuletzt beeinflusst durch Unsicherheiten in wichtigen Absatzmärkten wie Großbritannien oder der Türkei sank der Maschinenexport aus Deutschland im Zeitraum Januar bis Juli 2016 gegenüber dem Vorjahr real um 3,4 %.14 In der zweiten Jahreshälfte konnte sich das Exportklima wieder deutlich erholen. Über das Gesamtjahr gesehen gingen die Ausfuhren unter anderem in die USA sowie nach Japan und Russland zurück. Hinzu kamen weitere Lieferrückgänge in Rohstoffländer wie Saudi-Arabien und Brasilien. Stabiler zeigte sich dafür das Exportgeschäft in die EU, insbesondere in die Eurozone. Auch das Geschäft nach China entwickelte sich positiv.15 MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK: WACHSTUMSKURS SETZT SICH LEICHT VERMINDERT FORTNach Angaben des BVMed - Bundesverband Medizintechnologie konnten die inländischen Unternehmen der Medizintechnik ihren Umsatz 2016 erfolgreich ausbauen: Sie erzielten im deutschen Markt ein Wachstum von 4,0 % (Vorjahr: 4,3 %). Damit stieg der Inlandsumsatz auf einem guten, wenn auch leicht rückläufigen Niveau. Gestützt wurde die Entwicklung sowohl durch Mengensteigerungen als auch durch Umsatz in Verbindung mit neuen Behandlungsmethoden. International stieg der Umsatz um 5,9 % (Vorjahr 6,8 %). Daraus ergibt sich, dass die MedTech-Unternehmen weiterhin im Ausland deutlich stärker wachsen als in Deutschland. Von ihrem Gesamtumsatz erwirtschaften die deutschen Medizintechnikunternehmen weiterhin etwa zwei Drittel über den Export. Betrachtet man die weltweite Produktion medizintechnischer Güter (2014: 310 Mrd. USD) liegt Deutschland mit einem Anteil von 10,2 % hinter den USA (39,6 %) und China (11,1%), aber deutlich vor Japan (6,1 %) oder der Schweiz (5,3 %) an dritter Stelle.16 METALLTECHNIK: BRANCHE LEGT IN SCHWIERIGEM UMFELD DEUTLICHER ALS ERWARTET ZUNach einem schwachen Abschlussquartal 2015 startete die Metallindustrie mit einem Fertigungsunterhang in das Jahr 2016. Die Metallproduktion zog aber zum Jahresbeginn an, was Hoffnung auf ein besseres Jahr weckte. Ein Bremsfaktor für die Branche blieb zunächst auch das Auslandsgeschäft: Da Europa mit einem Exportanteil von drei Vierteln der dominante Auslandskunde der Metallerzeuger ist, bremste das verhaltene europäische Wirtschaftswachstum den Auslandsabsatz besonders. Hinzu kam, dass China aufgrund signifikanter Stahlüberkapazitäten vermehrt Stahl zu sehr niedrigen Preisen in die Märkte leitete. Die relativ materialintensiven Stahlproduzenten belasteten 2016 auch die weltweit gestiegenen Eisenerzpreise; die deutschen Einfuhrpreise für Eisenerz sind seit Jahresanfang um ca. 25 % gestiegen, wenngleich auf niedrigem Niveau. Für die Metallerzeuger blieb die Inlandsnachfrage dank guter Bau- aber nur verhaltener Industriekonjunktur relativ stabil.17 Insgesamt erwartet der Branchenverband M+E-Industrie für 2016 aufgrund einer guten Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte ein Wachstum von 1,5 %.ls Die Beschäftigung liegt inzwischen deutlich über dem Vorkrisenniveau mit Tendenz nach oben.19
12
https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/20170117-Wissmann-F-r-die-internationalen-Automobilm-rkte-war-2016-ein-gutes-Jahr.html Entwicklung der INDUS-GruppeGESAMTBEWERTUNG DES VORSTANDS ZIELE VOLL ERREICHTDas Geschäftsjahr 2016 war für die INDUS-Gruppe erneut sehr erfolgreich. Mit einem Umsatz von 1,44 Mrd. EUR und einem operativen Ergebnis von 144,9 Mio. EUR wurden sowohl das angestrebte Wachstum als auch das Margenziel "10 % plus x" erreicht und dies, obwohl sich sowohl das wirtschaftliche als auch das politische Umfeld teilweise sehr herausfordernd präsentierten. Bis auf das Segment Fahrzeugtechnik weisen alle operativen Segmente verbesserte operative Ergebnisse aus. Auch im Bereich der Akquisition war die Gruppe erfolgreich unterwegs: Mit der HEITZ-Gruppe konnte INDUS Mitte des Jahres einen international sehr gut aufgestellten Nischenmarktführer im Bereich Furnierkanten und Ummantelungsfurniere aus Echtholz erwerben. Seit Juni 2016 verstärkt das Unternehmen das Segment Bau/Infrastruktur. Mitwirkung 1. Januar 2017 kam mit M+P International Mess- und Rechnertechnik GmbH, ein Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung und -analyse mit Sitz in Hannover hinzu. Das Unternehmen wird ab 2017 das Segment Maschinen- und anlagenbau verstärken. Auch M+P arbeitet mit hoher internationaler Ausrichtung und verspricht für die kommenden Jahre eine gute Entwicklung. Auf Beteiligungsebene realisierte die Gruppe 2016 insgesamt sieben (Enkel-)Erwerbe. Die strategischen Ergänzungen erweitern bzw. ergänzen die Kompetenzen der jeweiligen Unternehmen, stärken deren internationale Aufstellung und eröffnen Möglichkeiten zur Erschließung neuer Geschäfts- und damit Ertragsfelder. Ein Teil der Unternehmen war auch im vergangenen Jahr (und im Jahr davor) parallel zum operativen Geschäft auch mit der strategischen Neuausrichtung ihres Geschäfts beschäftigt. Neue Produkt- und Technologieanläufe aber auch der hohe Wettbewerbsdruck in einigen Branchen machten dies erforderlich. Davon betroffen sind zurzeit Unternehmen im Bereich Fahrzeugtechnik und Metalltechnik. Ein Teil der Unternehmen konnte ihren Reorganisationsprozess bereits erfolgreich abschließen. Die wirtschaftliche Aufstellung des Unternehmens blieb auch 2016 sehr stabil. Die Eigenkapitalquote ist mit über 42 % sogar leicht gestiegen. Die traditionell gute Liquidität lieferte INDUS zu jeder Zeit ausreichend wirtschaftliche Kraft, den durchgeführten bzw. intendierten Kapitaleinsatz vorzunehmen. Insgesamt ist der Vorstand mit der Entwicklung der Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr sehr zufrieden. Die Aufstellung der Unternehmen ist gut, so dass die Voraussetzungen für eine weitere erfolgreiche Entwicklung gegeben sind. SOLL-IST-VERGLEICHscroll
ERTRAGSENTWICKLUNG DES KONZERNSKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (IN MIO. EUR)scroll
UMSATZ UND ERGEBNIS: ZUKÄUFE UND STABILE GESCHÄFTSENTWICKLUNG BRINGEN WEITEREN ZUWACHSDer Umsatz der INDUS-Gruppe stieg im Geschäftsjahr um 4,0 % auf 1.444,3 Mio. EUR. Das Wachstum wurde getragen von einer insgesamt stabilen Umsatzentwicklung der Beteiligungsunternehmen und durch den Ausbau der Gruppe über weitere Akquisitionen auf erster und zweiter Ebene. Der Materialaufwand entwickelte sich unterproportional und sank gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,4 % auf 648,7 Mio. EUR (Vorjahr: 651,6 Mio. EUR). Ursache hierfür sind insbesondere gesunkene Einstandspreise für Rohstoffe. Darüber hinaus blieben die Energiekosten auch 2016 auf einem niedrigen Niveau. Die Materialaufwandsquote ging daher für das Geschäftsjahr um 2,0 Prozentpunkte auf 44,9 % (Vorjahr: 46,9 %) zurück. Deutlich gestiegen ist der Personalaufwand: Er kletterte um 9,7 % auf430,2 Mio. EUR. Dies liegt im Wesentlichen in den Zukaufen begründet. Ein Teil ergibt sich aber auch aus Lohnanpassungen in den Einzelgesellschaften. Dementsprechend erhöhte sich die Personalaufwandsquote um 1,6 Prozentpunkte auf 29,8 % (Vorjahr: 28,2 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 5,8 % im Vergleich zu 2015 an. Durch das Wachstum der Gruppe haben sich die Aufwendungen für gemietete Flächen und Gebäude leicht erhöht. Das höhere Geschäftsvolumen wirkte sich auch insbesondere bei den Fracht- und Verpackungsaufwendungen aus. Ebenfalls angestiegen ist der Aufwand für weitere vertriebliche Aktivitäten wie Messen und Werbung. Die Einführung neuer EDV-Systeme und die Weiterentwicklung bestehender Systeme hat sich ebenfalls bemerkbar gemacht. Nach Abzug der Aufwandpositionen ergibt sich bis hierher ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von 200,9 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr stieg das EBITDA um 14,5 Mio. EUR (7,8 %). Die Abschreibungen lagen mit 56,0 Mio. EUR um 11,8 % über dem Vorjahr. Der höhere Abschreibungsbedarf geht auf die Einbeziehung der neuen Gesellschaften und die damit einhergehenden Abschreibungen auf aufgedeckte Mehrwerte im Rahmen der Kaufpreisallokation sowie auf die anhaltend hohen Investitionen zurück. Daraus ergibt sich für 2016 ein operatives Ergebnis bzw. EBIT, das im Vergleich zum Umsatz leicht überproportional um 6,3 % auf 144,9 Mio. EUR ansteigt. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 10,0 %. Damit erreichte INDUS 2016 die langfristig geltende Zielmarke von "10% plus x". Das Zinsergebnis verbesserte sich um 5,5 Mio. EUR von -27,0 Mio. EUR auf -21,5 Mio. EUR. Dies ist zum einen auf geringere Zinsaufwendungen für Finanzschulden zurückzuführen. Durch das ausgewogene Fälligkeitsprofil der Finanzschulden mit revolvierenden Tilgungen und Neuaufnahmen sinkt der Zinssatz kontinuierlich. Der Bereich "Zinsen operatives Geschäft" hat sich demzufolge um 1,8 Mio. EUR verbessert. Zum anderen enthält das Zinsergebnis im Bereich "Zinsen Sonstige" die Ergebnisauswirkungen aus der Folgebewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten sowie der Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden aus Anteilen an Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit Call-Put-Optionen zustehen. In diesem Bereich sanken die Aufwendungen um 3,8 Mio. EUR. Veränderungen der Marktwerte von Zinsderivaten hatten keine wesentliche Auswirkung. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich damit auf 123,4 Mio. EUR (Vorjahr: 109,3 Mio. EUR). Der Steueraufwand ist absolut um 2,0 Mio. EUR gestiegen. Die Steuerquote hingegen sank von 37,5 % im Vorjahr auf 34,8 %. Die gesunkene Steuerquote steht auch im Zusammenhang mit dem Rückgang der steuerlich nicht abzugsfähigen "Zinsen Sonstige". Das Ergebnis nach Steuern erreichte 80,4 Mio. EUR (Vorjahr: 68,3 Mio. EUR). Dies entspricht einem Anstieg von 17,7 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter sind mit 0,4 Mio. EUR unverändert. Das Ergebnis nach Steuern der INDUS-Aktionäre beträgt 80,0 Mio. EUR. Hieraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 3,27 EUR im Vergleich zu 2,78 EUR im Vorjahr. BEREINIGTES EBIT: MARGE VERBESSERT SICH AUF 10,8 %Zur besseren Transparenz hinsichtlich der operativen Leistungen weist INDUS auch ein bereinigtes EBIT aus. Hintergrund ist, dass der Wachstumskurs von INDUS, und in Verbindung damit die regelmäßigen Akquisitionen, zu nicht operativen Ergebnisbelastungen führen. Das um diese Effekte bereinigte EBIT (nach Effekten aus Unternehmenserwerben) stieg um 6,6 % auf 155,4 Mio. EUR. Dies führt zu einer Marge für das bereinigte EBIT von 10,8 % (Vorjahr: 10,5 %). ÜBERLEITUNG (IN MIO. EUR)scroll
1
Die Abschreibungen der Fair Value-Anpassungen
beziehen sich auf identifizierte Vermögenswerte zu Zeitwerten im Zusammenhang
mit den Akquisitionen der INDUS-Gruppe. ERTRAGSBEITRÄGE DER SEGMENTE: KEINE GRUNDLEGENDEN VERÄNDERUNGENDie Umsatz- und Ergebnisbeiträge der Segmente haben sich in ihren Relationen nur unwesentlich verändert. Mit einem Anteil von 25,8 % (Vorjahr: 26,5 %) nach wie vor den stärksten Umsatzbeitrag liefert das Segment Fahrzeugtechnik. Auch die Metalltechnik ist mit einem Umsatzbeitrag von 23,8 % (Vorjahr: 25,9 %) weiter sehr stark. Beide Segmente haben aber im Vergleich zum Vorjahr Teile abgegeben. Gewachsen ist der Umsatzbeitrag der Segmente Bau/Infrastruktur mit 19,0 % (Vorjahr: 17,0 %) und Medizin- und Gesundheitstechnik mit 10,2 % (Vorjahr: 9,5 %). Der Umsatzbeitrag des Segments Maschinen- und Anlagenbau blieb mit 21,2 % annähernd auf Vorjahresniveau (21,1 %). Auf Ergebnisebene sind vor allem die Segmente Maschinen- und Anlagenbau sowie Bau/Infrastruktur stark. Das Segment Maschinen- und Anlagenbau konnte seinen hohen Ergebnisbeitrag des Vorjahres mit 27,4 % bestätigen. Das Segment Bau/Infrastruktur nutzte die gute Branchenkonjunktur und erhöhte seinen Anteil auf 26,0 % (Vorjahr: 23,6 %), wobei das Segment durch die HEITZ-Gruppe zur Mitte des Jahres Verstärkung erhielt. Stärker nach ließ das Segment Fahrzeugtechnik mit einem Ergebnisbeitrag von 13,4 % (Vorjahr 15,0%). Bei den Segmenten Medizin- und Gesundheitstechnik und Metalltechnik lag die Ergebnis-Beitragsquote mit 13,4 % (Vorjahr 13,9 %) bzw. 19,8 % (Vorjahr: 20,1 %) leicht unter dem Vorjahr. Umsatzverteilung nach Segmenten (in %)![]() scroll
EBIT-Verteilung nach Segmenten (in %)![]() scroll
ERTRAGSBEITRÄGE DER REGIONEN:Die Umsatzzuwächse der INDUS-Gruppe verteilen sich nahezu paritätisch auf das In- und Ausland. Relativ betrachtet erhöhte sich der Auslandsumsatzanteil gegenüber dem Vorjahr nur marginal um 0,1 Prozentpunkte auf 49,1 % (Vorjahr: 49,0 %). Der Inlandsumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,7 % auf 735,5 Mio. EUR. Der Auslandsumsatz nahm um 4,3 % auf 708,8 Mio. EUR zu; dabei kam der Zuwachs vor allem über Umsätze in der EU (+8,6 %). Der Umsatz in den Drittländern stieg nur leicht um 0,7%. UMSATZ 2014-2016 NACH ABSATZREGIONEN (IN MIO. EUR)![]() ERTRAGSENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTENBAU/INFRASTRUKTURSegmentbeschreibungDas Segment Bau/Infrastruktur umfasst elf (Vorjahr: zehn) Einheiten. Die Unternehmen sind in verschiedenen Bereichen der Bauwirtschaft aktiv. Das Leistungsspektrum reicht von Bewehrung über Baustoffe, Klima- und Wärmetechnik bis hin zu Zubehör für den privaten Wohnungsbau. Klassische Bauunternehmen des Hoch- oder Tiefbaus befinden sich nicht im INDUS-Portfolio. Das Segment ist weiterhin überdurchschnittlich profitabel. Strategisch zielt INDUS deshalb hier auf die weitere Stärkung durch den Zukauf von weiteren Unternehmen sowohl auf Portfolioebene als auch durch strategische Ergänzungen (Enkel-Ebene). Segmententwicklung: Stärkung durch Zukaufe, weiterhin hohe MargeGestützt durch den allgemeinen Bauboom sowie durch eine erhöhte öffentliche Investitionsneigung hielt die starke Nachfrage in der Branche Bau/Infrastruktur unvermindert an. Davon profitierten auch die INDUS-Unternehmen: Der Segmentumsatz kletterte im Jahresvergleich um 16,6 % auf 274,5 Mio. EUR (Vorjahr: + 4,6 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Segment mit der HEITZ-Gruppe seit Juni einen zusätzlichen potenten Umsatzbeiträger hat. Ohne die HEITZ-Gruppe stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 9,5 %. Zu der überaus guten Geschäftsentwicklung trugen nahezu alle Segmentunternehmen bei. Insbesondere in den Bereichen Energie und Bautechnik stieg die Nachfrage überproportional. Die starke Auslastung und der Beteiligungszukauf führten das operative Ergebnis (EBIT) auf einen Wert von 39,2 Mio. EUR. Das entspricht einem Wachstum von 17,0%. Die EBIT-Marge konnte mit 14,3 % den sehr guten Vorjahreswert (14,2 %) noch einmal leicht übertreffen. Aufgrund des Erwerbs der HEITZ-Gruppe und der Investition von HAUFF-TECHNIK in eine 50%-Beteiligung an ZWEICOM erreichten die Segmentinvestitionen ein erhöhtes Niveau von 35,4 Mio. EUR. WEIGAND konnte als Spezialist für Kabelleitungsbau einen Großauftrag zum Ausbau des Glasfasernetzes in Nord-Hessen mit einem Volumen von mehr als 130 Mio. EUR akquirieren. KENNZAHLEN BAU/INFRASTRUKTUR (IN MIO. EUR)scroll
FAHRZEUGTECHNIKSegmentbeschreibungDas Segment Fahrzeugtechnik umfasst wie im Vorjahr zehn Einheiten, die mit ihren Lösungen die gesamte Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie abbilden: vom Design und der Entwicklung sowie dem Modell- und Prototypenbau über Vor- und Kleinserienfertigung, Test- und Messlösungen bis hin zu Lösungen für Spezialfahrzeuge und der Serienfertigung von Bauteilen für große Fahrzeughersteller von Automobilen, Nutz- und Sonderfahrzeugen. Die Segmentunternehmen bewegen sich in einem ausgesprochen wettbewerbsintensiven Umfeld, das sensibel auf die Entwicklungen auf dem Fahrzeugmarkt reagiert. Für die margenstarken Unternehmen, die ihre Leistungen vor der Serie, d.h. in den Bereichen Design, Entwicklung und Prototypen, Mess- und Testlösungen erbringen, strebt INDUS Ergänzungsakquisitionen an. Segmententwicklung: Verbesserungen zum Jahresende, Ertragslage insgesamt nahe VorjahresniveauDie Unternehmen der Fahrzeugtechnik waren 2016 einem Mix aus positiven und negativen Effekten ausgesetzt. Sie führten in Summe dazu, dass die Wachstumsziele des Segments auf der Ertragsseite nicht erreicht wurden. Der Umsatz stieg zwar leicht um 1,2 % auf 372,2 Mio. EUR; dies ist aber im Wesentlichen auf einen Zukauf auf zweiter Ebene, CAETEC durch IPETRONIK, zurückzuführen. Zu den negativen Effekten zählten der Nachfrageeinbruch bei Spikes; der Markt kam durch den russischen (Gegen-)Boykott für europäische Waren nahezu zum Erliegen. Aber auch die Folgen des VW-Abgasskandals, die Schwäche der Schwellenländer und eine schwache Dynamik in China und in den USA hemmten die Entwicklung einiger Unternehmen spürbar. Stockend entwickelte sich auch das Geschäft mit der Land- und Baumaschinenindustrie. Last but not least gestaltet sich die zum Jahresbeginn 2016 gestartete Repositionierung bei einer Beteiligung langwieriger als erwartet. Positive Effekte lieferten hohe Abrufzahlen bei den Serienteilen sowie die gute Konjunktur bei den Premium-OEMs. Das EBIT sank im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 % auf 20,3 Mio. EUR. Das entspricht einer EBIT-Marge von 5,4 % (Vorjahr 5,8 %). Damit liegt der Wert unterhalb des angestrebten Margenkorridors von 6 bis 8 %. Dabei kann allerdings zum Jahresende hin ein Turnaround festgestellt werden: Nachdem die EBIT-Marge nach neun Monaten noch bei 4,6 % lag, kletterte sie im Schlussquartal infolge merklicher Fortschritte bei der Produkt- und Prozessoptimierung einzelner Beteiligungen spürbar um 0,8 Prozentpunkte. Die Segmentinvestitionen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich: Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 37 % auf 36,9 Mio. EUR und flossen unter anderem in den Aufbau einer Produktionsstätte in Taicang, China (Bilstein & Siekermann) sowie in Anteils- bzw. Unternehmenserwerbe für Wiesauplast (Wiesauplast-PMC de Mexico) und IPETRONIC (CAE-TEC). KENNZAHLEN FAHRZEUGTECHNIK (IN MIO. EUR)scroll
MASCHINEN- UND ANLAGENBAUSegmentbeschreibungDas Segment Maschinen- und Anlagenbau umfasst neun Einheiten (Vorjahr: zehn Einheiten). Die Unternehmen des Segments entwickeln komplette Förderanlagen, Robotergreifsysteme, produzieren Ventiltechnik, Automatisierungskomponenten auch für die Fahrzeugendmontagen sowie Anlagen für Reinraumsysteme und konzeptionieren elektrische Begleitheizungssysteme. Das Segment stellt eine der Säulen der mittelständischen Industrie mit guten Perspektiven dar. Die hohe technische Kompetenz und die Qualität von Ingenieursleistungen Made in Germany versprechen aus Sicht von INDUS auch künftiges Wachstum in den Teilfeldern Automatisierung, Mess- und Regeltechnik; hier will INDUS weiter zukaufen. Segmententwicklung: gute Auftragslage, weiterhin sehr hohes ErtragsniveauDie Beteiligungen im Segment Maschinen- und Anlagenbau entwickelten sich trotz eines insgesamt schwierigen Branchenumfelds weiterhin sehr gut. Der Segmentumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 % auf 305,9 Mio. EUR. Die Geschäftstätigkeit von IEF WERNER ist darin erstmals über den gesamten Berichtszeitraum enthalten (im Vorjahr: Einbeziehung über fünf Monate). Insgesamt konnten die Bestandsbeteiligungen damit das außerordentlich hohe Niveau des Vorjahrs halten, was auch an einem insgesamt sehr guten Schlussquartal lag. Untermauert wurde die gute Ertragslage 2016 im Segment Maschinen- und Anlagenbau durch eine sehr gute und solide Auftragslage. Das EBIT lag mit 41,4 Mio. EUR wie erwartet nur leicht über dem Vorjahr. Im Vergleich zum Umsatz stieg es leicht überproportional, um 6,2 %. Dementsprechend verbesserte sich auch die EBIT-Marge leicht auf 13,5 % (Vorjahr: 13,3 %). Damit lag sie weiter im mittelfristig budgetierten Korridor von 12 bis 14 %. Die Segmentinvestitionen lagen mit 9,7 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr; was darin begründet liegt, dass in den Vorjahresinvestitionen auch der Erwerb von IEF-WERNER enthalten ist. Die Investitionen 2016 enthalten Erwerbe für BUDDE (COMPUTEC) und für M.BRAUN (CREAPHYS). KENNZAHLEN MASCHINEN- UND ANLAGENBAU (IN MIO. EUR)scroll
MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIKSegmentbeschreibungDas Segment Medizin- und Gesundheitstechnik umfasst wie im Vorjahr fünf Einheiten. Die Unternehmen fertigen Orthesen und medizinische Kompressionsstrümpfe, entwickeln Linsen und Optiken, produzieren Operationszubehör, Rehabilitationstechnik sowie Hygieneprodukte sowohl für medizinische Anwendungen als auch für den Haushalt. Das Segment steht für INDUS in einem besonderen strategischen Fokus. Es repräsentiert eine der fünf Zukunftsbranchen, in denen sich der Vorstand trotz eines erhöhten Kostendrucks in der Gesundheitsbranche auch in Zukunft Wachstumschancen und überdurchschnittliche Margen verspricht. Segmententwicklung: erfolgreiche Integrationen, ertragsseitig weiter starkGestützt durch ein gutes Konsumklima insbesondere wegen des demografischen Wandels in Deutschland erzielten die Unternehmen des Segments Medizin- und Gesundheitstechnik auch 2016 stabile Zuwächse. Der Segmentumsatz kletterte gegenüber dem Vorjahr um 11,1%. Der deutliche Anstieg liegt vornehmlich an der erstmaligen Einbeziehung von RAGUSE. Der Hersteller von individualisierten OP-Abdecksystemen und Artikeln für die klinische Anwendung wurde im vergangenen Jahr mit einem Monat in den Abschluss einbezogen. Ebenso wurde NEA als strategische Ergänzung zu OFA erstmalig für ein volles Geschäftsjahr in den Abschluss einbezogen. Ohne Berücksichtigung von RAGUSE und NEA stieg der Segmentumsatz um 2,1 %. Abgesehen von den konsolidierungsbedingten Zuwachseffekten legte im Segment insbesondere das Geschäft mit Kompressionstrümpfen und Bandagen deutlich zu. Etwas schwächer entwickelte sich das Geschäft mit Linsen und Optiken. Das EBIT verbesserte sich um 2,5 % auf 20,2 Mio. EUR, was zu einer EBIT-Marge von 13,7 % führte (Vorjahr: 14,9 %). Ein Grund für den Margenrückgang im Segment ist die Kursentwicklung des Schweizer Franken. Er bringt für unsere schweizerische Beteiligung MIKROP Wettbewerbsnachteile. Dem steuert die Beteiligung zurzeit mit dem Ausbau einer osteuropäischen Fertigungsstätte gegen. Die Einmaleffekte aus der erstmaligen Einbeziehung von NEA (einem Zukauf für den Kompressionsspezialisten OFA) und dem Neuanlauf einer neuen Produktionsstätte (ebenfalls bei OFA) konnten im Verlauf des Jahres vollständig kompensiert werden, belasteten aber ebenfalls die Marge. Die Investitionen lagen 2016 mit 6,2 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr. Dabei gab es 2016 mit dem Erwerb des Spezialisten von optischen Prüfsystemen IN-SITU (für MIKROP) nur einen kleineren Segmentzuwachs auf Tochterebene. In die Vorjahresinvestitionen fielen der Kauf von RAGUSE, NEA International und der Erwerb des Werks in Glauchau. KENNZAHLEN MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK (IN MIO. EUR)scroll
METALLTECHNIKSegmentbeschreibungDas Segment umfasst wie im Vorjahr neun Einheiten und bedient viele Spezialkunden. Die Bandbreite der Lösungen ist groß und beinhaltet die Zulieferung für Bahntechnik, die Fertigung von Hartmetallwerkzeugen für Straßen- und Bergbau, den Gehäusebau für die Labordiagnostik, die Herstellung von Strahlmitteln für die Stahlindustrie und die Bolzenschweißtechnik beispielsweise für Brückenbauwerkeverbindungen. Das Segment ist insgesamt heterogen aufgestellt. Zur Stärkung bestimmter Bereiche strebt INDUS hier Wachstum durch Zuläufe und verstärkte Internationalisierung an. Andere Teilbereiche stehen im Fokus weiterer Optimierung. Segmententwicklung: Restrukturierungen zeigen erste Erfolge, Marge weiter erhöhtDas Segment Metalltechnik verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang um 4,3 % auf 344,4 Mio. EUR. Dies lässt sich im Wesentlichen auf drei Gründe zurückführen: Der erste sind gesunkene Materialpreise; der damit verbundene Kostenvorteil wurde an die Kunden weitergegeben. Der zweite Grund ist eine nachlassende Nachfrage nach Hartmetallwerkzeugen, insbesondere im Geschäftsfeld Bergbau. Der dritte Grund sind laufende Restrukturierungsprojekte bei den beiden schweizerischen Metalltechnikunternehmen. Bei der einen Beteiligung begannen die Maßnahmen bereits zu greifen, so dass sich die Ertragslage 2016 deutlich verbesserte. Die zweite Beteiligung befand sich im Geschäftsjahr noch mitten im Reorganisationsprozess. Erfreulich entwickelten sich die Maßnahmen im Bereich Galvanik und Sintertechnik: Die Bereiche verbuchten gegenüber dem Vorjahr deutliche Ergebnisverbesserungen. So konnte das Segment-EBIT trotz des Umsatzrückgangs im Jahresvergleich um 4,5 % auf 29,9 Mio. EUR steigen. Damit stieg die EBIT-Marge auf einen Wert von 8,7 % (Vorjahr: 7,9 %). Die Investitionen betrugen 14,5 Mio. EUR und flossen im Wesentlichen in Sachanlagen. Der Investitionswert für das Vorjahr lag deutlich darüber, was vor allem in einer zusätzlichen Mittelverwendung für den Ausbau eines Produktionsstandortes inklusive der Erweiterung der Infrastruktur in Deutschland und den Aufbau eines chinesischen Standorts durch BETEK begründet liegt. KENNZAHLEN METALLTECHNIK (IN MIO. EUR)scroll
Finanz- und VermögenslageFINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENTGRUNDSÄTZE UND ZIELEDas Finanzmanagement der INDUS Holding AG konzentriert sich auf die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Als vermögensverwaltende Finanzholding betreibt INDUS eine mit den Beteiligungen abgestimmte Liquiditätssteuerung ohne zentrales Cash-Pooling. Im Rahmen des Finanzmanagements setzt INDUS im Wesentlichen auf lang laufende Bankkredite und Schuldscheindarlehen. Jede einzelne Beteiligung verfügt über ihr solitäres Finanz- und Liquiditätsmanagement, wobei INDUS hier beratend und koordinierend zur Verfügung steht. Auf Basis ihrer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit Finanzierungszusagen der Banken kann INDUS jederzeit flexibel investieren. Zur Finanzierung nutzt INDUS langjährige, partnerschaftliche Verbindungen zu einer Reihe solider deutscher Finanzinstitute. Stabilisierende Faktoren bei der langfristigen Finanzierung sind eine breite Verteilung des Kreditvolumens sowie eine ausgewogene Tilgungsstruktur bei gleichzeitiger Nutzung eines Fächers alternativer Finanzierungsinstrumente. Zur Steuerung der Marktpreisrisiken setzt die Gruppe Zins- und Währungsderivate ein. Diese dienen ausschließlich der Risikosicherung. Das gemeinsame Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven, Risikobegrenzung und eine Ertrags- und Kostenoptimierung. Die Liquiditätssicherung besitzt dabei einen besonders hohen Stellenwert, da die Liquidität nicht nur die Voraussetzung dafür ist, dass INDUS jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, sondern auch dafür, dass INDUS in der Lage bleibt, ihre Akquisitionschancen so weit wie möglich bankenunabhängig zu erschließen. Die Aktivitäten zur Risikobegrenzung konzentrieren sich vor allem auf die Absicherung der finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von INDUS gefährden könnten. Die wichtigsten Finanzierungsquellen sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow). Der Bereich Konzern-Treasury überwacht die Verwendung der Mittel gegenüber den Beteiligungsgesellschaften sowie die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sorgfältig. Ein weiteres Ziel des individuellen und auch gemeinsamen Finanz- und Liquiditätsmanagements ist die Optimierung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital). Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt, wird die Verschuldung gering gehalten und werden Kennzahlen zur Bilanzstruktur (z. B. Eigenkapitalquote) und Kapitalrentabilität optimiert. INDUS unterstützt die Gesellschaften hinsichtlich ihres jeweiligen Working-Capital-Managements. Dabei bleibt die Verantwortung vollständig bei den Unternehmen. INDUS verzichtet auf eine Beurteilung ihrer Bonität durch Ratingagenturen, da die Vorlage solcher Ratings für die Kreditgeber bisher nicht relevant ist. Zudem entfallen durch den Verzicht erhebliche Kosten und zeitlicher Aufwand. Die von den Hausbanken der INDUS vorgenommenen Beurteilungen lauten "Investment Grade". Finanzierungsanalyse 2016INDUS deckte ihren Kapitalbedarf auch 2016 aus dem operativen Cashflow und der Aufnahme von langfristigen Finanzierungsmitteln. Die wesentlichen Bestandteile waren nach wie vor lang laufende unbesicherte Kreditverträge, Schuldscheindarlehen sowie in geringerem Umfang außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Operating Leasing. Diese Instrumente stehen bei INDUS in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Insgesamt haben sich die außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen im Jahr 2016 wenig verändert. Als außerbilanzielle Finanzierungsformen nutzen die Beteiligungen vor allem Miet- und Pachtleasing, insbesondere auch für EDV-Zubehör und Firmenfahrzeuge. Die zukünftigen Operating-Leasingverpflichtungen lagen zum 31. Dezember 2016 bei 68,3 Mio. EUR (Vorjahr: 71,5 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 386,6 Mio. EUR (Vorjahr: 388,2 Mio. EUR); überwiegend (zu 99 %) sind sie in Euro abgeschlossen. Das Volumen an Krediten in weiteren Fremdwährungen ist gering und besteht ausschließlich aus Schweizer Franken. Es umfasst zum Jahresende Verbindlichkeiten über 2,7 Mio. EUR (Vorjahr: 3,2 Mio. EUR). Unter den Finanzschulden werden Verbindlichkeiten in Höhe von 8,1 Mio. EUR (Vorjahr: 10,3 Mio. EUR) aus Finanzierungsleasing betreffend Immobilien und Maschinen ausgewiesen, die im Wesentlichen im Rahmen des als Asset Deal erfolgten Erwerbs von HAKAMA im Jahr 2010 entstanden sind. Es bestehen Schuldscheindarlehen über insgesamt 109,0 Mio. EUR (Vorjahr: 90,0 Mio. EUR). Darüber hinaus existieren nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 28,7 Mio. EUR (Vorjahr: 38,2 Mio. EUR). Im Rahmen von Kreditverträgen ist INDUS Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen; die geforderte Quote wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Die Kreditgeber besitzen ein Sonderkündigungsrecht im Falle eines Kontrollwechsels. Für ein Schuldscheindarlehen sind bestimmte Kennzahlen definiert. FINANZLAGEKONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)scroll
HOHER OPERATIVER CASHFLOW UND HOHE INVESTITIONSTÄTIGKEIT MIT LIQUIDITÄT AUF VORJAHRESNIVEAUAuf Basis der fortgeführten Aktivitäten stieg das Ergebnis nach Steuern 2016 deutlich um 12,1 Mio. EUR auf 80,4 Mio. EUR an (Vorjahr: 68,3 Mio. EUR). Liquiditätsmindernd wirkten dabei die Zunahme des Vorratsvermögens und der Anstieg der Forderungen: Die gute Auftragslage zum Jahresende führte bei vielen Beteiligungen zu einer im Vergleich zum Vorjahr höheren Mittelbindung. Durch die Zunahme der Vorräte, Forderungen und anderer Aktiva in Höhe von 28,8 Mio. EUR ging der operative Cashflow 2016 mit 137,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr um 19,4 Mio. EUR zurück (Vorjahr: 157,3 Mio. EUR); dadurch wurde der deutliche Anstieg des Ergebnisses nach Steuern überkompensiert. Bedingt durch die höheren Ergebnisse stiegen die gezahlten Ertragsteuern in Höhe von 48,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Mio. EUR an. Die gezahlten Zinsen (einschließlich der variablen Verzinsung der Kaufpreisverpflichtungen gegenüber Minderheitsgesellschaftern) liegen mit -23,9 Mio. EUR unter dem Vorjahr mit -27,0 Mio. EUR. Darin spiegelt sich der weiterhin sinkende Zinsaufwand durch die rollierende Tilgung von langfristigen, höher verzinsten Finanzschulden und Neuaufnahme zu besseren Konditionen wider. Der Mittelzufluss aus Geschäftstätigkeit (Cashflow aus Geschäftstätigkeit) erreichte demzufolge 114,5 Mio. EUR und hat sich insbesondere aufgrund der höheren Mittelbindung im Vorratsvermögen um 16,4 Mio. EUR gegenüber der Vergleichsperiode verringert. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (Cashflow aus Investitionstätigkeit) betrug zum Ende des Geschäftsjahrs -104,4 Mio. EUR (Vorjahr: -112,8 Mio. EUR); in dieser Position sind die Zukäufe HEITZ, COMPUTEC, MBH SOLUTIONS, CREAPHYS, CAETEC, IN-SITU und WIESAUPLAST PMC, sowie die Beteiligung an der ZWEICOM enthalten. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (Cashflow aus Finanzierungstätigkeit) steigt von -3,1 Mio. EUR auf-14,9 Mio. EUR an. Wesentlicher Grund ist eine im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Nettokreditaufnahme. Innerhalb der Gesamtfinanzierung verfügte INDUS zum Jahresende 2016 trotz der Zukäufe weiterhin über eine hohe Liquidität. Der Bestand an liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag betrug 127,2 Mio. EUR (Vorjahr: 132,2 Mio. EUR). Die ausführliche Cashflow-Rechnung findet sich im Konzernabschluss. VERMÖGENSLAGEKONZERNBILANZ, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)scroll
Die Bilanzsumme der INDUS-Gruppe betrug zum Stichtag 1.521,6 Mio. Euro und stieg damit gegen über dem Vorjahresstichtag um 7,2 % an. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Zukaufe zurückzuführen; aber auch die gestiegene Geschäftstätigkeit trug einen Teil zur Erhöhung der Bilanzsumme bei. AKTIVA: ANLAGEVERMÖGEN UND FORDERUNGEN STARK GESTIEGENDie langfristigen Vermögenswerte stiegen im Stichtagsvergleich um 57,9 Mio. EUR bzw. 7,0 %, auf 885,8 Mio. EUR. Der Anstieg betrifft im Wesentlichen das Anlagevermögen. Die Geschäfts- und Firmenwerte stiegen um 13,9 Mio. EUR (+3,5 %), die immateriellen Vermögenswerte um 15,5 Mio. EUR (+ 26,3 %). Für den Anstieg beider Positionen liefert die Akquisition der Heitz-Gruppe den wesentlichen Einflussfaktor. Das Sachanlagevermögen stieg im Jahresvergleich um 34,5 Mio. EUR. Ausschlaggebend für den Anstieg ist hier neben dem Zugang der neuen Unternehmen die weiter gestiegene Investitionstätigkeit in Sachanlagen. Der Wert für die at-Equity-bewerteten Beteiligungen lag zum 31. Dezember mit 10,5 Mio. EUR um 2,5 Mio. EUR höher als ein Jahr zuvor. Hier wurde der Abgang zweier bisher als at-Equity bilanzierter Gesellschaften durch den Zugang der ZWEICOM überkompensiert. Die kurzfristigen Vermögenwerte nahmen im Stichtagsvergleich um 43,9 Mio. EUR oder 7,4 % auf635,8 Mio. EUR zu. Dabei stiegen die Vorräte und Forderungen mit 9,6 % bzw. 10,5 % überproportional an. Der Aufbau der Vorräte um 27,1 Mio. EUR geht auf Neuerwerbe und den Vorratsaufbau bei einzelnen Beteiligungen zurück. Der Aufbau der Forderungen um 16,9 Mio. EUR ist auf den gestiegenen Umsatz im 4. Quartal 2016 zurückzuführen. Die liquiden Mittel reduzierten sich um 5,0 Mio. EUR und befinden sich weiterhin auf einem eher hohen Niveau. PASSIVA: EIGENKAPITALQUOTE KONNTE AUF 42,4% GESTEIGERT WERDENDas Eigenkapital erhöhte sich unter anderem aufgrund des hohen Jahresergebnisses um 8,3 % auf 644,6 Mio. EUR. Der Abfluss der Dividende wurde durch die laufenden Ergebnisse überkompensiert. Damit stieg die Eigenkapitalquote im Stichtagsvergleich von 41,9 % auf erfreuliche 42,4 %. Damit bleibt die Eigenkapitalquote weiter über der als Zielgröße festgelegten Untergrenze von 40%. Die langfristigen Schulden lagen mit 506,3 Mio. EUR lediglich um 2,0 % über dem Vorjahreswert. Trotz der Akquisitionen des Geschäftsjahres und der Ausweitung der Geschäftstätigkeit hielt sich die Neuverschuldung damit sehr in Grenzen. Die langfristigen Finanzschulden stiegen um 12,8 Mio. EUR. Gegenläufig entwickelten sich die langfristigen Sonstigen Verbindlichkeiten, die um 4,0 Mio. EUR gesunken sind. Der Zugang bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben wurde durch fälligkeitsbedingte Umgliederungen in den kurzfristigen Bereich überkompensiert. Die latenten Steuern blieben mit 37,6 Mio. EUR auf dem Vorjahresniveau. Bei den kurzfristigen Schulden ist ein Anstieg von 12,9% zu verzeichnen. Dies entspricht 42,5 Mio. EUR. Die kurzfristigen Finanzschulden stiegen dabei lediglich um 2,4 Mio. EUR auf 114,0 Mio. EUR an. Deutlich erhöht hingegen sind in Folge des Bestandsaufbaus die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+8,7 Mio. EUR) und die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (+28,4 Mio. EUR). Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf höhere erhaltene Anzahlungen, Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo und fälligkeitsbedingter Umgliederungen bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten in den kurzfristigen Bereich zurückzuführen. WORKING CAPITAL (IN MIO. EUR)scroll
Das Working Capital ermittelt INDUS aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen und der Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo. Zum 31. Dezember 2016 lag das Working Capital bei 372,5 Mio. EUR. Es erhöhte sich damit relativ zum Vorjahresstichtag um 4,7 %, bezogen auf die Gesamtleistung blieb es nahezu konstant bei 25,1 % (Vorjahr: 25,0 %). NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN (IN MIO. EUR)scroll
Die Nettoverschuldung berechnet INDUS aus der Differenz von lang- und kurzfristigen Finanzschulden zu den liquiden Mitteln. Zum 31. Dezember 2016 betrug sie 376,6 Mio. EUR, was gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahrs einem Anstieg von 5,7 % entspricht. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) beträgt 58 % (Vorjahr 60 %). Das Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA beträgt 1,9 (Vorjahr: 1,9). Damit liegt die Entschuldungsdauer unterhalb des Zielkorridors von 2 bis 2,5 Jahre. INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN (IN MIO. EUR)scroll
Die Investitionen lagen im Berichtsjahr leicht um 3,2 % unter dem Vorjahr und erreichten 103,9 Mio. EUR. Dabei entfielen 29,9 Mio. EUR auf Unternehmenserwerbe (-12,8 %), 59,7 Mio. EUR auf Investitionen in Sachanlagen (-7,2 %) sowie 10,3 Mio. EUR auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen (+18,4 %). Die Investitionen in Unternehmenserwerbe bewegten sich auf dem hohen Niveau der vorausgegangenen drei Jahre; dabei wurde allerdings anders als im Jahr zuvor nur eine statt zwei Wachstumsbeteiligungen erworben. Den Schwerpunkt der Investitionen bildeten weiterhin Investitionen in Sachanlagen. Die hier eingesetzten Mittel sollen Wertschöpfungsprozesse der Beteiligungen verbessern und helfen, die Wettbewerbsposition der Unternehmen zu stärken. In den Investitionsprojekten sind verschiedenste Einzelmaßnahmen enthalten. Größere einzelne Investitionen in technische Anlagen waren 2016 bei SELZER die Anschaffung einer Maschine für den Bau von Doppelkupplungsgetrieben (2,7 Mio. EUR), bei KIEBACK der Erwerb einer Presse (1,4 Mio. EUR), bei IPETRONIK der Kauf eines neuen Klimaprüfstandes (1,3 Mio. EUR) und bei SCHÄFER die Anschaffung von Fräsmaschinen (0,8 Mio. EUR). Die geleisteten Anzahlungen stiegen leicht um 3,5 % auf 14,6 Mio. EUR an. Sie betrafen unter anderem Bauvorhaben bei INDUS und ELTHERM, bei INDUS für die Erweiterung des Firmengebäudes (1,5 Mio. EUR) und bei ELTHERM für den Neubau einer Produktionshalle (1,4 Mio. EUR). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte verzeichneten mit 10,3 Mio. EUR einen deutlichen Anstieg zum Vorjahr (+18,4 %). Er ist auf die erfolgreiche Umsetzung von KOMPASS 2020 und der Unterstützung von Innovationen in den Beteiligungen zurückzuführen - zum Beispiel durch das in 2016 neu eingeführte Förderbankmodell. Die Abschreibungen stiegen aufgrund der weiterhin hohen Investitionstätigkeit planmäßig um 11,8% auf 56,0 Mio. EUR. Wirtschaftliche Entwicklung der AGDer Jahresabschluss der INDUS Holding AG wird nach HGB aufgestellt und ist als Kurzform in den nachfolgenden Tabellen dargestellt. Der vollständige Jahresabschluss liegt separat vor. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER INDUS HOLDING AG (IN MIO. EUR)scroll
Das Ergebnis der INDUS Holding AG ist im Wesentlichen durch die Erträge aus Beteiligungen und die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens bestimmt. Die Umsatzerlöse umfassen von der Gesellschaft in Ihrer Aufgabe als vermögensverwaltende Holding erbrachte Dienstleistungen für die Beteiligungsgesellschaften. Diese lagen mit 5,3 Mio. EUR um 1,0 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen vor allem aufgrund geringerer Erträge aus der Währungsumrechnung von 5,3 Mio. EUR auf 4,5 Mio. EUR zurück. Die Zuschreibungen auf Finanzanlagen liegen mit 3,3 Mio. EUR annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (3,0 Mio. EUR). Der Personalaufwand sank von 6,0 Mio. EUR in 2015 auf 5,7 Mio. EUR leicht ab. Im Vorjahr erfolgte eine einmalige Zeitwertanpassung der langfristigen variablen Vergütung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 1,2 Mio. EUR auf 7,3 Mio. EUR an. Die Erträge aus Beteiligungen stiegen aufgrund der guten Ergebnisse in den Tochterunternehmen um 12,3 Mio. EUR auf 67,7 Mio. EUR. Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens stiegen ebenfalls um 2,8 Mio. EUR an und erreichten 46,5 Mio. EUR. Die Zinserträge lagen mit 7,4 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen blieben auf Vorjahresniveau. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen Wertminderungen, die sich infolge der Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte ergaben. Im Berichtsjahr wurden 12,5 Mio. EUR Beteiligungsbuchwerte an Tochtergesellschaften aus den Bereichen Fahrzeugtechnik und Metalltechnik abgeschrieben. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme konnten hingegen von 12,6 Mio. EUR auf 9,5 Mio. EUR gesenkt werden und betreffen u.a. Verluste aus strukturellen Anpassungen der Gesellschaftsstruktur im Bereich Bau/Infrastruktur. Die Zinsaufwendungen in Höhe 12,5 Mio. EUR lagen um 1,8 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Insgesamt verbesserte sich damit das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 83,4 Mio. EUR. BILANZ DER INDUS HOLDING AG (IN MIO. EUR)scroll
Die Bilanz der Holding ist auf der Aktivseite geprägt durch die Buchwerte der Beteiligungen sowie lang- und kurzfristige Ausleihungen an die Beteiligungen. Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG hat sich aufgrund der Unternehmenszukäufe erhöht und beträgt zum 31. Dezember 2016 1.360,2 Mio. EUR. Das Finanzanlagevermögen stieg insbesondere durch die Zukaufe in 2016 um 52,2 Mio. EUR an. Das Umlaufvermögen stieg um 32,7 Mio. EUR auf 309,0 Mio. EUR an. Dies ist zum einen auf erhöhte Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (+ 20,0 Mio. EUR) und zum anderen auf erhöhte liquide Mittel (+ 12,7 Mio. EUR) zurück zu führen. Das Eigenkapital der INDUS Holding AG konnte im Berichtszeitraum um 45,7 Mio. EUR auf 806,9 Mio. EUR gesteigert werden. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2016 beträgt 59,3 % und liegt nur geringfügig unterhalb der Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2015 (59,7%). Die Verbindlichkeiten sind mit 503,7 Mio. EUR zum 31. Dezember 2016 um 40,5 Mio. EUR höher als zum 31. Dezember 2015. Dies betrifft vorrangig die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. INDUS beschäftigte zum 31. Dezember 2016 insgesamt 26 Mitarbeiter ohne Vorstand (Vorjahr: 24 Mitarbeiter). NACHTRAGSBERICHTMit Vertrag vom 31. Januar 2017 hat die INDUS Holding AG 76% der Anteile an der M+P International Mess- und Rechnertechnik GmbH, Hannover, erworben. Die M+P-Gruppe ist ein Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung und -analyse, beschäftigt 63 Mitarbeiter und hat 2016 einen vorläufigen Umsatz von 12 Mio. EUR erzielt. WEITERE RECHTLICHE ANGABENVERGÜTUNGSBERICHTVORBEMERKUNGENDer Vergütungsbericht beschreibt die Grundsätze des Vergütungssystems für die Mitglieder des Vorstands der INDUS Holding AG und erläutert die Struktur sowie die Höhe der individuellen Vorstandseinkommen. Ferner enthält der Vergütungsbericht Angaben zu den Grundsätzen und der Höhe der Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats. Der Vergütungsbericht berücksichtigt in seiner Berichterstattung die geltenden Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS 17), der Gesetze über die Offenlegung und Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG, VorstOG) sowie die Grundsätze des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). VERGÜTUNG DES VORSTANDSDas Vergütungssystem für den Vorstand wurde 2009 überprüft und auf der Hauptversammlung 2010 vorgestellt. Das Vergütungssystem besteht gesetzeskonform aus drei Elementen: Festgehalt, Short Term Incentive und Long Term Incentive. Die variablen Anteile machen zusammen mehr als 40 % der Bezüge aus; Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage und kurzfristig variable Elemente sind angemessen gewichtet. Für das Geschäftsjahr 2016 wurde erstmals eine Nachhaltigkeitskomponente eingeführt. Der Short Term Incentive bemisst sich am Ergebnis vor Steuern und Zinsen des Konzerns (Konzern-EBIT vor Wertminderung für einen Geschäfts- oder Firmenwert). Die Zielmarke wird jährlich im Rahmen der Unternehmensplanung mit dem Aufsichtsrat festgelegt. Bei einer 100 %igen Zielerreichung entspricht der Bonusfaktor ebenfalls 100 %. Liegt die Zielerreichung unter 50 %, ergibt sich für den Bonusfaktor ein Wert von 0. Bei einer Zielerreichung zwischen 50 % und 125 % beträgt der Bonusfaktor das Zweifache der über 50 % hinausgehenden Zielerreichung. Ab einer Zielerreichung von über 125 % besteht ein Cap (maximale Obergrenze). Der Long Term Incentive besteht aus sogenannten virtuellen Aktienoptionen (SAR, Stock Appreciation Rights). Dazu wird zum Ausgabezeitpunkt ein Basispreis der Wertsteigerungsrechte festgestellt. Auf Basis des vertraglich vereinbarten Zielwertes ergibt sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen. Eine Auszahlung kann nur erfolgen, wenn der Aktienkurs im Ausübungszeitraum über diesem Basispreis liegt und definierte Erfolgshürden erreicht wurden (Mindestkurssteigerung von 12 %). Der frühestmögliche Zeitpunkt der Auszahlung wird von einer Sperrfrist (4 Jahre) abhängig gemacht; es besteht eine Obergrenze (Cap) bei Erreichen von 200 % des Zielbonus. Dem Vorstand werden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wird. Die Optionen sind ab ihrer Gewährung unverfallbar. Im Geschäftsjahr 2016 wurden 40.241 SAR (Vorjahr: 65.636) ausgegeben. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt 280 TEUR (Vorjahr: 280 TEUR). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag 1.974 TEUR (Vorjahr: 2.248 TEUR). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Im Personalaufwand ist die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts vor Abzinsung mit 567 TEUR (Vorjahr: 1.486 TEUR) enthalten. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit einem anerkannten finanzmathematischen Optionspreismodell unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Der Ausweis der Vergütung des Vorstands in individualisierter Form erfolgt für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 auf Grundlage der im Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen einheitlichen Mustertabellen. Die Nebenleistungen beinhalten die steuerpflichtigen geldwerten Vorteile, im Wesentlichen die Gewährung von Dienstwagen. Durch Gehaltsumwandlung wurden von einem ehemaligen Vorstandsmitglied Altersversorgungsansprüche erworben; sie sind durch wertkongruente Rückdeckungsversicherungen gedeckt. Gemäß der Empfehlung in Ziff. 4.2.3 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll die Vergütung des Vorstands insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Die maximale Vergütung für den Vorstand kann der Tabelle,, Gewährte Zuwendungen" entnommen werden. VORSTANDSBEZÜGE - GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN (IN TEUR)scroll
scroll
scroll
1
Tranche 2015: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2015-31.12.2020) VORSTANDSBEZÜGE - ZUFLUSS IM BERICHTSJAHR (IN TEUR)scroll
scroll
3
Tranche 2011: Virtuelle Aktienoptionen (1.1.2011-31.12.2016) VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSDie Vergütung des Aufsichtsrats ist in Punkt 6.16 der Satzung geregelt. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält außer dem Ersatz seiner Auslagen für seine Tätigkeit im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr eine Grundvergütung in Höhe von 30 TEUR sowie ein Sitzungsgeld von 3 TEUR pro Sitzung. Der Vorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der Stellvertreter das Eineinhalbfache. Sitzungen von Ausschüssen, die am gleichen Tag wie Aufsichtsratssitzungen stattfinden, werden für die Ausschussmitglieder nicht eigens vergütet. Auch Beschlussfassungen im Umlaufverfahren führen nicht zu einem Sitzungsgeld. Der Vorsitz beziehungsweise stellvertretende Vorsitz im Nominierungsausschuss und Prüfungsausschuss wird nicht eigens vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahrs dem Aufsichtsrat angehören, erhalten eine im Verhältnis geringere Vergütung. Nimmt ein Aufsichtsratsmitglied an einer Sitzung des Plenums oder einer Ausschusssitzung nicht teil, reduziert sich die Vergütung für die Aufsichtsrats- bzw. Ausschusstätigkeit anteilig. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt, noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder belief sich im Geschäftsjahr 2016 insgesamt auf 338 TEUR (Vorjahr: 322 TEUR). Vergütungen für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften erhielt kein Aufsichtsratsmitglied (Vorjahr: OTEUR). Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, können den gleichnamigen Kapiteln unter Ziffer [44] entnommen werden. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt. Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten im Berichtsjahr folgende Vergütungen: AUFSICHTSRATVERGÜTUNG (IN TEUR)scroll
Übernahmerelevante AngabenANGABEN GEM. HGB §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4: GRUNDKAPITAL, STIMMRECHTE UND ÜBERTRAGUNG VON AKTIENDas Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2016 insgesamt 63.571.323,62 EUR. Es ist eingeteilt in 24.450.509 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährt jede Stückaktie eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften. BETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10 %Nach aktuellen Informationen von INDUS hält die Versicherungskammer Bayern, Versicherungskammer des öffentlichen Rechts, München, zum Stichtag 19,4 % der Aktien. SONDERRECHTE UND STIMMRECHTSKONTROLLEEs existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und diese ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt. ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERNDie Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den § § 84,85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder für höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach Punkt 5.1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat kann nach Punkt 5.2 der Satzung ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden bestellen. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN BEI KONTROLLWECHSELFür den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und das unternehmerische Konzept der Gesellschaft wesentlich verändern (Change of Control), sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags berechtigt. Im Fall der außerordentlichen Kündigung oder bei Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung. Diese bemisst sich nach der Gesamtvergütung, einschließlich aller festen und variablen Vergütungsbestandteile und geldwerten Vorteile. Die Abfindung wird maximal für den Zeitraum bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt oder einer Laufzeit von zwei Jahren gezahlt, soweit der reguläre Beendigungszeitraum davon abweicht. SATZUNGSÄNDERUNGSatzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß Punkt 7.12 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß Punkt 4.5 der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern. BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE UND AKTIENRÜCKKAUFBEDINGTES KAPITALDas Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.700.000,04 EUR, eingeteilt in bis zu 4.500.000 auf den Inhaber oder - sofern die Satzung der Gesellschaft im Zeitpunkt der Anleihebegebung auch die Ausgabe von Namensaktien zulässt - auf den Namen lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Juni 2013 bis zum 23. Juni 2018 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihrem Wandlungs- bzw. Optionsrecht Gebrauch machen oder die aus von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Juni 2013 bis zum 23. Juni 2018 ausgegebenen oder garantierten Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente) Verpflichteten ihre Wandlungs- bzw. Optionspflicht erfüllen und das Bedingte Kapital nach Maßgabe der Bedingungen der Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen benötigt wird. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahrs, in dem sie durch Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder durch Erfüllung von Options- bzw. Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals und nach Ablauf sämtlicher Options- bzw. Wandlungsfristen zu ändern. GENEHMIGTES KAPITALDer Vorstand ist gemäß Punkt 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Juni 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 31.785.660,51 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich sogenannter gemischter Sacheinlagen) zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014) und dabei einem vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses abgelaufenen Geschäftsjahrs noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen: zur Vermeidung von Spitzenbeträgen; bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind; bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Zweck des Erwerbs eines Unternehmens, von Unternehmensteilen, einer Beteiligung an einem Unternehmen oder sonstigen wesentlichen Betriebsmitteln; sowie um den Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten zum Ausgleich von Verwässerungen ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung dieser Rechte bzw. Erfüllung dieser Pflichten als Aktionär zustehen würde. Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebenden und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrags, festzulegen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der jeweiligen Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital zu ändern. AKTIENRÜCKKAUFDes Weiteren hat die Hauptversammlung vom 3. Juni 2015 den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung wurde mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Juni 2015 wirksam und gilt bis zum 2. Juni 2020. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie einmal oder mehrmals ausgeübt werden. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den § § 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Die Gesellschaft darf die Ermächtigung nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausnutzen. Der Erwerb darf nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen:
Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund der vorliegenden oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, aufgrund einzelner oder mehrerer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wie folgt zu verwenden:
Diese Ermächtigung beschränkt sich auf insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - auf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Veräußerung der Aktien. Das Ermächtigungsvolumen verringert sich um den anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft, der auf Aktien entfällt oder auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer, entsprechender oder sinngemäßer Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind. Der Preis, zu dem Aktien gemäß dieser Ermächtigung an Dritte abgegeben werden, darf den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im "Xetra"-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Tagen vor Begründung der Verpflichtung zur Veräußerung bzw. dem Tag der Börseneinführung nicht um mehr als 5 % unterschreiten;
Der Vorstand wird ferner ermächtigt, alle oder einen Teil der eigenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf Von der Ermächtigung zur Einziehung kann mehrfach Gebrauch gemacht werden. Die eigenen Aktien können auch nach § 237 Absatz 3 Nr. 3 AktG im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des auf eine Aktie entfallenden anteiligen Betrags des Grundkapitals eingezogen werden. Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt. CHANCEN UND RISIKENINDUS betreibt ein professionelles Chancen- und Risikomanagement. Es unterstützt die Führung von INDUS dabei, die Unternehmensziele zu erreichen. Zentrale Aufgabe des Systems ist es, Chancen frühzeitig zu erkennen und nach angemessener Chancen-Risiko-Abwägung nutzen zu können. Gleichzeitig soll es sicherstellen, dass das Unternehmen bei Eintritt ungeplanter Ereignisse angemessen und sicher reagieren kann. ChancenmanagementIDENTIFIZIERUNG VON POTENZIALEN IM STRATEGISCHEN DIALOG UND MARKTBEOBACHTUNGINDUS fördert und unterstützt die unternehmerischen Potenziale in der Gruppe. Dazu nutzt der Vorstand unter anderem das Instrument des "Strategischen Dialogs" mit den Geschäftsführungen. Im Rahmen der Begleitung der Beteiligungen erörtert der Vorstand mindestens einmal pro Jahr gemeinsam mit den jeweiligen Geschäftsführungen die Markt- und Techniktrends. Dabei diskutieren die Beteiligten "Auf Augenhöhe" insbesondere über die Chancen, die sich für die jeweilige Beteiligung daraus ergeben Auch beteiligungsunabhängig setzt sich der Vorstand laufend mit den Möglichkeiten der strategischen Weiterentwicklung der Gruppe auseinander. Dazu beschäftigt er sich im Besonderen mit den globalen Wachstumstreibern wie Digitalisierung, Mobilität, Infrastruktur, Gesundheit und Sicherheit. Der Vorstand geht davon aus, dass sich auf diesen Feldern für die Gruppenunternehmen besondere Entwicklungschancen und für die Holding attraktive Zukaufchancen ergeben werden. AUSWERTUNG DER REGELMÄSSIGEN INFORMATIONSFLÜSSEUnabhängig vom strategischen Austausch des Vorstands mit den Geschäftsführungen erfassen alle Unternehmen in ihrer operativen Planung und im monatlichen Informationsaustausch Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen und beurteilen zu können. Daraus erwachsen den Gesellschaften im gegebenen Fall auch kurzfristig ergriffene Maßnahmen, mit denen die Chancen erschlossen werden. SUCHE NACH STRATEGISCHEN ERGÄNZUNGENDie Holding unterstützt die Beteiligungen bei der Erschließung der Chancen durch Beratung und das Bereitstellen von Finanzmitteln, zum Beispiel für strategische Ergänzungen auf Gesellschaftsebene. Die Chancen aus den potenziellen Zuläufen werden durch die jeweils verantwortlichen Vorstandsmitglieder gemeinsam mit der jeweiligen Geschäftsführung beurteilt. Auf operativer Ebene werden die Chancen von den Geschäftsführern vor Ort analysiert und erschlossen. Grundlage hierfür sind Analysen der relevanten Märkte und Wettbewerber sowie unterschiedliche Entwicklungsszenarien zu entscheidenden Kostentreibern und Erfolgsfaktoren. SYSTEMATISCHES INNOVATIONSMANAGEMENT IN DEN BETEILIGUNGENChancen ergeben sich für die Gruppenunternehmen insbesondere durch die regelmäßige Entwicklung neuer Produkte. Innovationen helfen den Unternehmen, ihre Marktstellung in ihren Nischenmärkten zu behaupten und auszubauen. Die Beteiligungen analysieren im Dialog mit ihren Kunden und Lieferanten, welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich kurz-, mittel- und langfristig für ihre Technologien eröffnen. Wichtiger Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung ihres Geschäfts sind dabei die Produktinnovationen der Kunden selbst. Häufig erfordern neue Produkte auch innovative Produktionsprozesse, bei denen die Beteiligungen ihr Wissen einbringen können. FÖRDERUNG DES CHANCENMANAGEMENTS AUS DER HOLDING HERAUSINDUS unterstützt und berät das Chancenmanagement der Beteiligungsunternehmen und bietet Lösungsmöglichkeiten an, auf die die Beteiligungsgesellschaften individuell zugreifen können. Eine detaillierte Darstellung dieser Fördermaßnahmen findet sich im Kapitel Entwicklung und Innovation. Erläuterung der ChancenSTRATEGISCHE CHANCEN FÜR DIE GRUPPEDie Geschäftspolitik von INDUS ist darauf ausgerichtet, möglichst den Wert jeder einzelnen Beteiligung und damit den Wert des Portfolios zu steigern. Die wesentlichen strategischen Chancen ergeben sich daher aus dem Erwerb, dem Halten und der Finanzierung von Entwicklungsmöglichkeiten der Beteiligungen. Damit kommt den M&A-Aktivitäten von INDUS eine zentrale Bedeutung zu. Um Akquisitionschancen systematisch zu nutzen, hat INDUS in ihrem Strategieprogramm KOMPASS 2020 Zielmärkte definiert, in denen durch aktive Suche potenzielle neue Beteiligungen gefunden werden sollen. Das Investitionsteam der INDUS Holding AG identifiziert dazu permanent potenzielle Zielunternehmen und analysiert sie sorgfältig. Zusätzlich zu ihren fünf Segmentmärkten untersucht INDUS verstärkt die Bereiche Infrastruktur, Verkehr und Logistik, Energie- und Umwelttechnik, Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik sowie den Bereich Sicherheitstechnik, um weitere interessante Akquisitionsmöglichkeiten zu finden. Zur Wahrnehmung dieser Chancen setzt INDUS sowohl auf einen kontinuierlichen Ausbau ihres Netzwerks als auch verstärkt auf externe Branchenexperten, da der Markt für mittelständische Unternehmen in der Umsatzgrößenklasse <100 Mio. EUR Jahresumsatz sehr diversifiziert ist; diese Berater arbeiten exklusiv für INDUS und identifizieren passende Portfolioergänzungen nach einem klaren Anforderungsprofil. INDUS sieht sich aufgrund ihrer Positionierung als langjährige Käuferin von mittelständischen Hidden Champions in einer besonderen Marktposition. Da INDUS Unternehmen erwirbt, um sie langfristig zu erhalten und in ihrer unternehmerischen Weiterentwicklung zu unterstützen, und nicht, um sie zu veräußern, verfügt die Gesellschaft über einen ausgezeichneten Ruf in der mittelständischen Industrie. Potenzielle Verkäufer wenden sich oftmals exklusiv an INDUS, um ihr Unternehmen in eine zukunftsfeste Nachfolge zu überführen. Aufgrund der langjährig gewachsenen Erfolgsgeschichte, des stetigen Geschäftsverlaufs und der soliden Finanzierungspolitik verfügt INDUS jederzeit bankenunabhängig über die erforderlichen Finanzierungsmittel zum Kauf neuer Unternehmen. Dies und ein bewährter und zügiger Akquisitionsablauf versetzt die Gruppe in die Lage, sich im Akquisitionsmarkt bietende Chancen effektiv zu nutzen und Verkaufsverhandlungen ohne die Beteiligung Dritter in wenigen Wochen abzuschließen. OPERATIVE CHANCEN DER BETEILIGUNGSUNTERNEHMENDie Unternehmen im INDUS-Portfolio profitieren in erster Linie von einer positiven Entwicklung der Gesamtkonjunktur in der produzierenden Industrie. Wesentliche Wachstumsimpulse dürften, trotz politischer Unsicherheiten, aktueller Schwächen in Teilen Asiens und einigen Schwellenländern, künftig hauptsächlich China, die USA und die Schwellenländer liefern. Die globale Präsenz der Unternehmen im INDUS-Portfolio bzw. deren Verstärkung tragen zur Nutzung dieser Chancen in den relevanten Märkten bei. Dabei gehen die Unternehmen teilweise bei der Erschließung neuer regionaler Märkte auch gemeinsam vor. Die Hidden Champions in der INDUS-Gruppe verfügen über eine hohe Entwicklungskompetenz. Die Zukunftsthemen Umweltschutz und Energieeffizienz sind in allen industriellen Branchen relevant. Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Daher erwartet INDUS verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse. Hier sieht INDUS derzeit insbesondere für die Unternehmen aus den Segmenten Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau und Metalltechnik nutzbare Chancen. Das Segment Bau/Infrastruktur wird sowohl kurz- als auch mittelfristig von der starken inländischen Baunachfrage profitieren, ausgelöst durch Inflationsängste, die vermehrte Investitionsneigung in Immobilieneigentum und verstärkter öffentlicher Investitionen in Infrastruktur. Für den Bereich Medizin- und Gesundheitstechnik sieht INDUS mittel- und langfristig kontinuierlich gute Wachstumschancen aufgrund der demografischen Entwicklung und des anhaltend hohen Bedarfs an Medizin- und Gesundheitstechnik und deren Anwendungen. Aufgrund der geopolitischen Entwicklung sowie den Folgen der zunehmenden Mobilität und des weltweiten Austausches von Gütern und Informationen entsteht ein wachsender Bedarf an Lösungen im Bereich Sicherheitstechnik. RisikomanagementSTRUKTUR UND INSTRUMENTEDie INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer internationalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Der Eintritt von Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die INDUS Holding AG hat daher in Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um potenzielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können. Dieses Risikomanagementsystem setzt auf die individuellen und eigenständigen Risikomanagementsysteme der Beteiligungen in enger Abstimmung mit dem Gesellschafter INDUS auf. Das Risikomanagementsystem ist als integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystem der INDUS Holding AG eingebunden. Die Verantwortung für die Gestaltung des Risikomanagementsystems liegt beim Vorstand, der ein aktives Management der Risiken sicherstellt. Das Risikomanagementsystem der INDUS Holding AG ist im Risikomanagement-Handbuch der Gesellschaft dokumentiert. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Risiken systematisch zu identifizieren, zu inventarisieren, zu analysieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Der Vorstand überprüft und überarbeitet dazu im regelmäßigen Turnus sowie anlassbezogen das Risikokataster der Gesellschaft. Auf dieser Basis werden die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung definiert, dokumentiert und deren Wirksamkeit ebenfalls mit dem Risikokataster überwacht. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage der Gesellschaft informiert. Die Struktur und die Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen sowie anlassbezogen vom Vorstand überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung ebenso wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung fließen dann in die systematische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein. Die unterjährige Überwachung der Risikolage, die Überprüfung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie eingeleitete Maßnahmen zu seiner Verbesserung werden einmal jährlich im Risikomanagement-Jahresbericht der Gesellschaft dokumentiert. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM(BERICHT GEMÄß §§ 289 ABS. 5, 315 ABS. 2 NR. 5 HGB)Umfang und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) der INDUS Holding AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Der Aufsichtsrat überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des IKS. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS bei den Beteiligungsgesellschaften wird zudem durch die Abschlussprüfer der Konzerngesellschaften geprüft. Für die INDUS Holding AG selbst obliegt die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS direkt dem Vorstand. Das IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen, und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das IKS ist so gestaltet, dass der Konzernabschluss der INDUS Holding AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315a Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wird. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt nach den handelsrechtlichen Vorschriften des HGB. Die Struktur des IKS bietet eine möglichst hohe Sicherheit in Bezug auf die Zielerreichung. Unabhängig von seiner Ausgestaltung kann das IKS dennoch keine absolute Sicherheit dahingehend liefern, dass Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Die Prozesse zur Konzernrechnungslegung (im Folgenden verkürzt "Rechnungslegung") und Lageberichterstellung werden von den zuständigen Mitarbeitern im Controlling der INDUS Holding AG gesteuert. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und anderer Verlautbarungen werden hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkungen für die Rechnungslegung geprüft. Die sich daraus ergebenden Änderungen der Rechnungslegungsprozesse werden in zentral verfügbaren Verfahrensanweisungen und in den bei der Rechnungslegung verwendeten Systemen abgebildet. Die jeweils aktuelle Konzern-Bilanzierungsrichtlinie wird an alle mit der Rechnungslegung befassten Mitarbeiter der INDUS Holding AG und der Beteiligungsgesellschaften kommuniziert. Zusammen mit dem konzernweit gültigen Abschlusskalender bilden diese Elemente die Basis für den Abschlusserstellungsprozess. Die Beteiligungsgesellschaften erstellen ihre Abschlüsse für Konsolidierungszwecke ("Reporting Packages") gemäß den Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie. Die Reporting- und Konsolidierungsprozesse erfolgen für alle Beteiligungsgesellschaften über ein einheitliches IT-System, das zentral von der INDUS Holding AG zur Verfügung gestellt wird. Verfahrensanweisungen und standardisierte Meldeformate unterstützen dabei den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Teilweise werden zusätzlich externe Dienstleister, z.B. für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, beauftragt. Zur Vermeidung von Risiken im Rechnungslegungsprozess umfasst das IKS präventive und aufdeckende interne Kontrollen. Dazu gehören insbesondere IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Diese Kontrollen und Instrumente werden fortlaufend weiterentwickelt, um auch künftige Risiken ausschließen zu können, wenn Schwachstellen identifiziert wurden. Das Controlling der INDUS Holding AG stellt über entsprechende Prozesse sicher, dass die Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie eingehalten werden. Die in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Beteiligungsgesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt. Der Vorstand der INDUS Holding AG und die Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die gültigen Richtlinien und Verfahren zum Rechnungslegungsprozess eingehalten werden. Weiterhin stellen sie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher. Erläuterung der EinzelrisikenDie Beteiligungsgesellschaften und die INDUS Holding AG identifizieren und bewerten Risiken zunächst im Rahmen eines Bottom-up Ansatzes dezentral. Dieser Prozess wird durch den Risikobeauftragten der INDUS Holding AG unterstützt. Die Risiken werden anhand der möglichen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf den Prognosezeitraum. Die Gesamtbeurteilung der Risikolage des Konzerns umfasst die Aggregation der Einzelrisiken je Risikokategorie. Zur Darstellung der möglichen Auswirkung aus Konzernsicht wurde auf die Summe der Erwartungswerte der Bruttorisiken, d.h. zunächst ohne Berücksichtigung implementierter risikominimierender Maßnahmen, abgestellt. scroll
Ausprägung der möglichen finanziellen Auswirkung auf das Konzernergebnis oder Konzern-EBIT: gering (<5 Mio. EUR), bedeutsam (von 5 bis 20 Mio. EUR), kritisch (>20 Mio. EUR) UMFELD- UND BRANCHENRISIKENDie Geschäftstätigkeit der Beteiligungen bedingt vom Grundsatz her einen engen Zusammenhang zwischen der Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Gesellschaften und der Gruppe dar. Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio, bestehend aus fünf Segmenten, vermeidet INDUS eine überproportionale Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische werden sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles und branchenspezifisches Risiko ist von Natur aus nicht zu vermeiden. INDUS konzentriert sich auf den Erwerb von mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Derzeit werden 51% der Gesamtumsätze im Inland erzielt (Vorjahr: 51 %). Somit ist die Entwicklung des Konzerns noch stark durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Die Abhängigkeit vom deutschen Markt ist in den vergangenen Jahren aufgrund des strategischen Ausbaus des internationalen Geschäfts stark gesunken. Diese regionale Diversifikation des operativen Geschäfts streut das Geschäftsrisiko für INDUS. Im Zuge der weiteren Internationalisierung wird die Fokussierung auf das Inland sukzessive abnehmen. UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKENUnternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der akquirierten Beteiligungsgesellschaften. Der langfristige Erfolg von INDUS hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller neuer Portfoliounternehmen und der Entwicklung des Beteiligungsportfolios ab. Um Risiken auf dem Feld "unternehmensstrategische Risiken" zu minimieren, setzt die Führungsgesellschaft auf eine umfangreiche Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene Analysen. Diese eigenen Analysen werden zudem einer externen, unabhängigen Begutachtung unterzogen. Die Entscheidung für eine Neuakquisition wird nach intensiver Prüfung und durch einstimmigen Beschluss des Vorstands getroffen. Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der strategischen Positionierung der Beteiligungsunternehmen begegnet INDUS durch eigene intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen und regelmäßige Informationsgespräche mit den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Beteiligungsunternehmen stellen monatlich Daten über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage zur Verfügung. Ihre kurz- und mittelfristigen Planungen werden auf Ebene der Führungsgesellschaft aggregiert. Dies gewährleistet, dass INDUS als Eigentümerin stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns hat. LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE RISIKENNeben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Beteiligungsunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken. Dazu zählen insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken. Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS sind Beschaffungsrisiken im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Grundsätzlich sind die Unternehmen bestrebt, die Lieferung von wichtigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen durch langfristige Kontrakte abzusichern. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften daher nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativ Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden. So können sie frühzeitig auf eventuell auftretende Preis- und Mengenrisiken reagieren. Zusätzlich begrenzen die Beteiligungsunternehmen, wo notwendig, mit dem Abschluss von Rohstoffsicherungen das Risiko. Produktions- und Absatzrisiken sind aufgrund derbreiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. INDUS analysiert dazu regelmäßig die Kundenstruktur in der Gruppe; es existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von mehr als 10% am Umsatz erreichen. Auch aufgrund von Tarifabschlüssen ergeben sich weitere leistungswirtschaftliche Risiken, da die Belastungen oft nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden können, sondern durch Produktivitätserhöhungen kompensiert werden müssen. PERSONALRISIKENDer langfristige Erfolg von INDUS hängt maßgeblich vom Wissen und von der Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. INDUS begrenzt diese Risiken durch zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung. Die Mitarbeiter schätzen die positive Unternehmenskultur. Ausdruck dieser Wertschätzung ist eine geringe Fluktuation. Die Gesamtheit aller Maßnahmen macht die Gesellschaft zu einem attraktiven Arbeitgeber, sodass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust aktiv begegnet wird. Die Unternehmen der INDUS-Gruppe betreiben ihre Personalarbeit eigenständig; sie sind in vielen Branchen und Regionen angesiedelt, sodass die Risiken der Personalbeschaffung und Personalentwicklung breit gestreut sind. Im Rahmen ihrer Berichte an INDUS erfassen sie monatlich ihre personellen Kapazitäten und planen Reserven, um Flexibilität in den Produktions- und Personalkosten nutzen zu können. INFORMATIONSTECHNISCHE RISIKENGrundlage einer modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive informationstechnische Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet die Gesellschaft mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, dem Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen sowie effektiven Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten. Die Unternehmen der Gruppe sind in zunehmendem Maße von der Funktionalität und Stabilität der verschiedenen individuellen IT-Systeme abhängig. Störungen oder Ausfälle würden unmittelbar zu finanziellen Belastungen führen. Weitere Risiken bestehen im Verlust von Daten bzw. Know-how und Datenmanipulationen. Die Unternehmen der Gruppe setzen je nach individueller Risikolage verschiedene Instrumente zur Risikosteuerung ein. Dies reicht von Notfall- und Datensicherungsprozessen, Einsatz moderner Antiviren und Firewall Soft- und Hardware, Zugriffs- und Zutrittskontrollen und weitere präventive Schutzmaßnahmen wie Sensibilisierung der Mitarbeiter und Schulungen. In zunehmendem Maße ist festzustellen, dass Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Behandlung von Cyber-Angriffen relevant werden. FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKENZu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko sowie das Ausfallrisiko. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation unterstützt INDUS die Beteiligungsgesellschaften bei der Finanzierung und stellt bei Bedarf Finanzmittel zur Verfügung. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Führungsgesellschaft sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Führungsgesellschaft über entsprechende Liquiditätsreserven. Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf neun Kernbanken, verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht bankenseitige Ausfallrisiken begrenzt sind. Das größte Einzelobligo liegt bei rund 11 %. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt durch eine revolvierende, langfristige Mittelaufnahme der Führungsgesellschaft. Kreditsicherungen bestehen nicht. Die vereinbarten Covenants stellen aus heutiger Sicht kein wirtschaftliches Risiko dar. Bei der Finanzierung setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslicher und variabler Finanzierung; letztere wird teilweise per Zinsswaps besichert. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die damit fast vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken während der Laufzeit keine Auswirkungen auf die Ertragslage, da sich die Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2016 insgesamt 99,7 Mio. EUR (Vorjahr: 144,2 Mio. EUR). Das debitorenseitige Ausfallrisiko ist durch das diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Zudem unterhalten die Beteiligungen selbst wirksame Systeme zur Überwachung der Debitorenrisiken, schließen nach eigenem Ermessen Warenkreditversicherungen ab und berichten der Führungsgesellschaft monatlich über etwaige Risiken. Aufgrund der zunehmenden internationalen Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften bestehen Währungsrisiken. Diesen begegnet INDUS mit der kongruenten Absicherung der Geschäftsvorfälle durch Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2016 insgesamt 27,0 Mio. EUR (Vorjahr: 19,3 Mio. EUR); es lag im Wesentlichen bei den Beteiligungen. Weitere Erläuterungen zur Finanzierung finden sich im Konzernanhang unter den Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten. RECHTLICHE RISIKENDie INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht, Außenwirtschafts- und Zollrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewähr-leistungs- und Produkthaftungsansprüchen aufgrund von Kundenreklamationen. Ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement minimiert dieses Risiko zwar, kann aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Vonseiten der Führungsgesellschaft werden die Unternehmen im Segment Fahrzeugtechnik durch ein entsprechendes Beratungsangebot zum Vertragsmanagement unterstützt. Zur ausreichenden Risikovorsorge wurden 2016 Rückstellungen in Höhe von 67,8 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 64,2 Mio. EUR). In den Rückstellungen sind Gewährleistungen für Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung, Verpflichtungen für Kundenboni und Erlösschmälerungen, geschätzte Werte für erwartete Rechnungen sowie Rückstellungen für Kosten der Belegschaft und übrige Rückstellungen enthalten. Rechtliche Risiken können sich aus Ansprüchen und Klagen gegen Beteiligungsunternehmen sowie behördlichen Verfahren ergeben. Geltend gemachte Ansprüche Dritter prüfen INDUS bzw. die Beteiligung eigenständig und sorgfältig auf ihre Begründetheit. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden bei Bedarf von externen Anwälten begleitet. Die in diesem Bereich identifizierten Einzelrisiken sind gering oder mittel ausgeprägt. INDUS bildet Rückstellungen, sofern Zahlungsverpflichtungen als wahrscheinlich angesehen werden und die jeweilige Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. SONSTIGE RISIKENEine wichtige Rolle für die INDUS Holding AG spielt der verantwortungsbewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Produktionsprozesse in den einzelnen Beteiligungsunternehmen werden kontinuierlich auch dahingehend optimiert, die Belastung für die Umwelt, und hier insbesondere den Energieverbrauch, zu minimieren. Darüber hinaus sind sämtliche Mitarbeiter der Gruppe dazu angehalten, in ihrem Bereich die entsprechenden Bestimmungen des Umweltschutzes zu beachten und Verbesserungsvorschläge, die über die etablierten Normen hinausgehen, einzureichen. Eventuelle Schäden aus potenziell eintretenden Umweltrisiken sind durch eine Versicherung in ausreichender Höhe abgedeckt. Aktuell sind weder in der Führungsgesellschaft noch in den einzelnen Beteiligungsgesellschaften Umweltrisiken erkennbar. Der Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie, die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Firmenwerte in Höhe von 408,7 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 394,8 Mio. EUR). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen werden. Sollten dabei Wertminderungen festgestellt werden, sind die entsprechenden Firmenwerte außerplanmäßig abzuschreiben. Im Berichtsjahr wurden keine außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen (Vorjahr: 0 Mio. EUR). Gesamteinschätzung des VorstandsKEINE BESTANDSGEFÄHRDENDEN RISIKEN ERKENNBAR, CHANCE AUF LEICHTES ORGANISCHES WACHSTUM PLUS WACHSTUM DURCH AKQUISITIONEN FÜR 2017Im Geschäftsjahr 2016 hat INDUS ihre langfristig ausgerichtete Unternehmensstrategie fortgesetzt. Die weiterhin sehr gute Liquiditätssituation wurde genutzt, um eine direkte Beteiligung und sieben strategische Ergänzungen durch die Beteiligungen zu erwerben. Für 2017 strebt INDUS weitere Verstärkungen durch Zukäufe an; ein Schwerpunkt wird die Mess- und Regeltechnik sowie die Bereiche Automatisierung, Energie und Umwelt sowie Gesundheit und Sicherheit bilden. Der Vorstand sieht in möglichen Zuläufen sowohl auf Portfolioebene als auch auf Ebene der Beteiligungsunternehmen die größten Wachstumschancen für 2017. Durch eine stärkere Internationalisierung der bestehenden Aktivitäten bieten sich ebenfalls Wachstumschancen im Portfolio, die durch geplante Investitionen (in Sachanlagen als auch Unternehmenskäufe) von insgesamt rund 125 Mio. EUR genutzt werden sollen. Durch die stärkere Förderung des Innovationsmanagements in den Beteiligungen sollen die Chancen durch Produktinnovationen deutlich erhöht werden. Risiken für die Entwicklung in 2017 ergeben sich insbesondere aus der konjunkturellen Entwicklung, geprägt durch die großen geopolitischen Konflikte und die instabile Lage in vielen Ländern. Auch die Entwicklung in Europa ist durch zahlreiche Unsicherheiten gekennzeichnet, Russland-Embargo, Ukraine-Konflikt, Schuldenkrise in Griechenland, finanzielle Unwägbarkeiten im Bankensektor und nicht zuletzt Auswirkungen der Wahlen in einigen europäischen Ländern können deutliche konjunkturelle Auswirkungen haben. Die Gesamtrisikosituation der INDUS setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Aufgrund des diversifizierten und breit aufgestellten Portfolios findet ein teilweiser Risikoausgleich innerhalb der Gruppe statt. Der Vorstand hat die Gesamtrisikolage beurteilt und im Rahmen der Erläuterungen zu den Einzelrisiken dargestellt. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr aus Sicht des Vorstands keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand des Unternehmens haben könnten. Diese drohen aus heutiger Sicht auch in absehbarer Zukunft nicht. PROGNOSEBERICHTDie Gesamtsituation bleibt schwer einschätzbar. Deshalb stehen die nachfolgenden Ausführungen zur erwarteten Entwicklung des Konzerns unter dem Vorbehalt, dass sich sowohl die allgemeinen politischen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht wesentlich ändern. Grundsätzlich aber bietet das wirtschaftliche Umfeld der INDUS-Gruppe die Chance, ihren in den vergangenen vier Jahren beschrittenen Entwicklungsweg erfolgreich fortzusetzen. Die Zielsetzungen des Vorstands sehen ebendies vor. ERWARTETE RAHMENBEDINGUNGENWELTWIRTSCHAFT: LEICHTER WACHSTUMSANSTIEG ERWARTET, ALLGEMEINE UNSICHERHEIT NIMMT ZUFür 2017 erwarten die Konjunkturexperten eine leichte Verstärkung der wirtschaftlichen Dynamik: Das Institut für Weltwirtschaft IfW geht in seiner Prognose zum Jahreswechsel davon aus, dass die Weltwirtschaft 2017 um 3,6 % wachsen wird, und damit 0,5 Prozentpunkte stärker als 2016.20 Der Aufschwung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird sich leicht verstärken. Das Wachstum wird weiter gestützt durch eine weiterhin expansive Geldpolitik, finanzpolitische Anregungen und eine wieder etwas kräftiger steigende Nachfrage in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Während China seine Wachstumsraten voraussichtlich nicht mehr ganz halten kann, wird sich die Expansion in den übrigen Schwellenländern wieder beschleunigen. Dazu dürfte auch die jüngste Erholung bei den Rohstoffpreisen beitragen. In Russland wird die Produktion voraussichtlich wieder steigen. In Brasilien wird die konjunkturelle Erholung dagegen noch auf sich warten lassen.21 Die konjunkturellen Risiken der vergangenen Jahre bleiben bestehen und haben sich mit dem Regierungswechsel in den USA eher noch einmal erhöht: Die neue Regierung hat zahlreiche Veränderungen angekündigt, was wirtschaftlich und politisch hohe Unwägbarkeiten mit sich bringt. Zudem stehen in mehreren großen europäischen Ländern Wahlen an, aus denen sich grundlegende politische Verschiebungen mit wirtschaftlichen Folgen ergeben können. Unklar bleibt bislang auch der Austrittsmodus Großbritanniens aus der Europäischen Union. Abgesehen davon stößt die Geldpolitik mit ihrer Niedrigzinspolitik inzwischen an ihre Grenzen. So werden insbesondere im Finanzsektor die negativen Nebenwirkungen der extrem niedrigen Zinsen spür-
20
IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 25 (2016/Q4),
S. 8 ENTWICKLUNG DES BRUTTOINLANDSPRODUKTS BIPscroll
DEUTSCHE WIRTSCHAFT: FORTSETZUNG DES AUFSCHWUNGS ERWARTETAuch wenn die gesamtwirtschaftliche Aufwärtsbewegung im zweiten Halbjahr 2016 vorübergehend schwächer ausfiel, befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem soliden Aufschwung. Wesentliche Stütze bleibt die lebhafte Binnennachfrage, die von einer günstigen Arbeitsmarktlage und steigenden Einkommen der privaten Haushalte profitiert. Für 2017 erwartet die Bundesbank in ihrem Monatsbericht ein Wachstumsplus von 1,8% mit leicht abnehmender Tendenz für die folgenden Jahre. Vor dem Hintergrund knapper werdender Produktionskapazitäten, weiterhin vorteilhafter Finanzierungsbedingungen und einem erwarteten Anziehen der Exporte sind die Voraussetzungen für deutlich steigende Unternehmensinvestitionen gut. Auch die Beschäftigungssituation bleibt günstig. Die allgemein hohe Auslastung geht mit steigenden Engpässen am Arbeitsmarkt einher und dürfte von Lohnzuwächsen begleitet werden. Nach Prognose der Bundesbank wird die Arbeitslosenquote weiter um 0,2 Prozentpunkte auf 5,9 % sinken. FINANZ- UND KAPITALMÄRKTE: PREISANSTIEG ERWARTET BEI WEITER NIEDRIGEN LEITZINSENNachdem die Teuerung 2016 insbesondere aufgrund der niedrigen Energiepreise noch gedämpft war (0,5 %), wird sie nach Einschätzung der Experten der Bundesbank im laufenden Jahr auf 1,5 % steigen, mit steigender Tendenz für die Folgejahre. Damit tendiert die Inflationsrate wieder in Richtung der EZB-Orientierungsmarke von 2,0 %. Während die US-Notenbank zu Zinserhöhungen tendiert, wird die EZB die Leitzinsen im Euroraum voraussichtlich und bis auf weiteres auf einem niedrigen Niveau halten. Die Europäische Zentralbank EZB hat im Dezember 2016 beschlossen, das bis März 2017 laufende Anleihekaufprogramm um neun Monate zu verlängern. Dabei setzte es das Monatsvolumen von 80 auf 60 Milliarden Euro herab. Insgesamt beläuft sich das Volumen des Programms auf 2,3 Billionen Euro. Gleichzeitig werden inzwischen Diskussionen über das Zurückführen der expansiven Geldpolitik ("Tapering") geführt. Nach der jüngsten EZB-Entscheidung ist davon auszugehen, dass die Zinsen und damit die Renditen 2017 weiterhin auf einem insgesamt niedrigen Niveau bleiben werden. INDUSTRIEPRODUKTION: INSGESAMT LEICHTES WACHSTUM ERWARTETIm laufenden Jahr dürfte das Wachstumstempo der deutschen Industrieproduktion marginal um 0,5 % steigen. Gründe sind der weiter schwache Welthandel sowie die geringe Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen. In diesem Umfeld dürften nach Einschätzung des Research der Deutschen Bank die Nachfrageimpulse für die exportintensiven deutschen Industriesektoren nicht groß genug ausfallen, um ein spürbar höheres Produktionswachstum zu erzielen. Dies gilt unter anderem für den Maschinenbau und große Teile der Elektrotechnik. In wichtigen Automärkten dürfte die Pkw-Nachfrage 2017 weniger stark wachsen als 2016 (China) bzw. auf hohem Niveau in etwa stagnieren (USA). Gleichzeitig ist die Gefahr einer Rezession eher gering, zumal die Kapazitätsauslastung im 3. und 4. Quartal zunahm und sich die Auftragseingänge dynamisch entwickelten.23 Die deutsche Bauwirtschaft geht mit positiven Erwartungen in das Jahr 2017. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe ZDB geht für 2017 von einem deutlichen Branchenwachstum von 5 % aus. Damit wird der Umsatz voraussichtlich den höchsten Wert seit 20 Jahren erreichen. Wie im Vorjahr wird der stärkste Entwicklungstreiber der Wohnungsbau sein, der dem ausgesprochen hohen Bedarf insbesondere in den Ballungsräumen nur schwer nachkommen kann: Erwartet wird die Fertigstellung von bis zu 320.000 Wohnungen; zur Deckung des Bedarfs erforderlich sind mindestens 350.000. Der öffentliche Bau wird die gute Entwicklung des Vorjahres fortschreiben können. Mit den hohen Steuereinnahmen steigt die Bereitschaft des Bundes in Infrastruktur, Schulen und Kindertagesstätten zu investieren. Nicht ganz so stark wird voraussichtlich der Wirtschaftsbau wachsen. Die hohe Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe und steigende Baugenehmigungszahlen weisen daraufhin, dass sich hier vor allem der Fabrik- und Werkstattgebäudebau gut entwickeln wird.24 Trotz einiger erschwerender Rahmenbedingungen blicken die internationalen Fahrzeughersteller grundsätzlich optimistisch in das laufende Geschäftsjahr: Der Verband der Automobilindustrie VDA erwartet, dass der Pkw-Weltmarkt auf 85 Mio. abgesetzte Fahrzeuge steigen wird. Angeführt wird die gute Entwicklung weiter von China, wobei der Wachstumsbeitrag nach dem Wegfall der Steuererleichterungen im Herbst 2016 nicht mehr ganz so groß sein wird. In Deutschland geht man nach den sehr guten Verkaufszahlen des vergangenen Jahres von einem leichten Plus aus.25 Wichtig für den deutschen Markt werden die Entwicklungen in Großbritannien und den USA sein. Die Vernetzung der deutschen Automobilindustrie mit beiden Märkten ist eng: So ist Großbritannien zurzeit der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Automobilindustrie. Sollten sich in den beiden Ländern die Rahmenbedingungen an grundlegenden Stellen ändern, hätte das spürbare Auswirkungen. Weitere Herausforderungen ergeben sich aus den Antriebsfragen: Bis 2020 plant die deutsche Automobilindustrie Investitionen von über 40 Mrd. Euro in die Weiterentwicklung alternativer Antriebe. Das Angebot an Elektroautos soll derzeit von 30 auf 100 Modelle erhöht werden. Darauf werden sich die Zulieferer einstellen müssen.26 Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wird sich 2017 weiterhin mit gegenläufigen Trends auseinandersetzen müssen, die sich per Saldo ausgleichen dürften: Ein wichtiges Arbeitsfeld für die Branche wird die vernetzte Fertigung (Stichwort Industrie 4.0) bleiben. Bedeutsame Maschinenbaukunden wie die drei großen deutschen Autobauer haben sich für eine rasche Expansion ins neue globale Zukunftsfeld Elektromobilität entschieden. Einige der dafür erforderlichen Neuinvestitionen zur Adjustierung der Fertigung werden auch den Maschinenbauern zugutekommen. Weitere Aufträge versprechen die gute inländische Baukonjunktur, anstehende Infrastrukturinvestitionen sowie der fortgesetzte Umbau der heimischen Energiewirtschaft. Dagegen bleibt das Auslandsgeschäft angesichts der verhaltenen Weltkonjunktur und der zahlreichen politischen Krisenherde eher herausfordernd. Weiterhin nach oben gerichtet bleiben die Absatzaussichten unter anderem nach China.27 Indikatoren dafür, dass die Branche aber perspektivisch wieder einen aufsteigenden Kurs einschlagen wird, sind der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre sowie die zunehmenden Kooperationen ausländischer Unternehmen mit deutschen Maschinenbauspezialisten.28 Für die kommenden Jahre geht der Branchenverband der Medizintechnik BVMed davon aus, dass die Nachfrage im Bereich Medizin- und Gesundheitstechnik im Zuge der demografischen Entwicklung und des medizintechnischen Fortschritts weiter zunehmen wird. Dabei unterscheiden die Unternehmen derzeit deutlich zwischen In- und Ausland, zumindest kurzfristig: Während die Unternehmen für das Inland im laufenden Jahr lediglich ein leichtes Plus erwarten, gehen sie im Ausland weiter von deutlichen Wachstumsraten aus. Als Gründe für die zurückhaltenden Erwartungen im Inland sieht die Branche regulatorische Hemmnisse, das niedrige Preisniveau und zum Teil langwierige Entscheidungsprozesse an. Als für den Standort Deutschland ausbaufähig wird auch die Verbesserung des Innovationsklimas gesehen, wobei die Infrastruktur im internationalen Vergleich mehr als wettbewerbsfähig ist. Die gleichwohl insgesamt positive Perspektive für die Branche spiegelt sich auch darin wider, dass im vergangenen Jahr zwei Drittel der Medizintechnikunternehmen neue Jobs geschaffen haben.29 Zum Jahresende stieg der Auftragseingang in der Metall- und Elektroindustrie spürbar an und weckte Erwartungen nach einem weiteren Produktionsplus. Die Zuwächse kamen sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Die Kapazitätsauslastung lag nach Branchenangaben im Januar 2017 weiter über dem langjährigen Durchschnitt. Unabhängig davon bleibt das Umfeld weiter schwierig: Die inländische Konsumkonjunktur geht zum großen Teil an M+E vorbei, und ein Aufschwung im Exportgeschäft muss sich erst noch bestätigen. Hier hängt auch einiges von der zukünftigen amerikanischen Handelspolitik ab, da die USA der wichtigste Abnehmer von M+E-Produkten sind. Auch die Entwicklung in Großbritannien hat auf die Branche signifikanten Einfluss.30 Unabhängig von den Unwägbarkeiten kann die Wachstumsrate 2017 an das Vorjahresniveau herankommen (+1,5 %). Dabei wird das Inlandsgeschäft weiter durch die Bauwirtschaft gestützt, nicht nur durch den Wohnungsbau, sondern auch durch den Tiefbau (im Zuge der Infrastrukturinvestitionen). Eine stabile Nachfrage ist von wichtigen Industriekunden wie der Elektrotechnik, dem Maschinenbau und dem Fahrzeugbau zu erwarten.31
23
Deutsche Bank Research - Ausblick Deutschland:
Schwache Industrieproduktion; Deutsche Bank Research Ausblick 2017,
S 12 Erwartete Entwicklung des KonzernsSTRATEGIE: FORTSETZUNG DES ENTWICKLUNGSKURSES, SCHÄRFUNG DES KOMPASS 2020Entsprechend der strategischen Zielsetzungen wird INDUS den in den vergangenen Jahren verfolgten Kurs auch 2017 und 2018 fortsetzen. Dabei orientiert sich die Holding an den drei grundlegenden Zielen: Wachstum, Wertsteigerung und Sicherung einer hinsichtlich Branche, Marktzyklik und Marktchancen ausgewogenen Portfoliostruktur. Um diese Ziele zu erreichen, setzt INDUS die bewährten (Unterstützungs-)Maßnahmen fort: Sie hält Ausschau nach passenden Zukäufen, stellt den Beteiligungsunternehmen Kapital für die Umsetzung ihrer Vorhaben zur Verfügung und unterstützt die Beteiligungen mit Netzwerk und Wissen. Nach dem erfolgreichen Greifen der Strategie (Kompass 2020) in den vergangenen vier Jahren wird INDUS ihren Kurs im laufenden Jahr weiter schärfen. Schwerpunkte bleiben für die Holding weiter die definierten fünf Zukunftsbranchen (Medizin- und Gesundheitstechnik, Infrastruktur und Logistik, Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, Energie- und Umwelttechnik sowie Bau- und Sicherheitstechnik), wobei der Vorstand im laufenden Jahr besonders die Branchen Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, Bau- und Sicherheitstechnik im Blick hat. Um das Wachstum potenziell beschleunigen zu können, zieht der Vorstand nunmehr auch größere Unternehmenskäufe in Betracht (Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Mio. EUR). Ebenfalls eine Option sind jetzt jüngere etablierte Unternehmen, die sich in einer früheren operativen Erfolgsphase befinden. Voraussetzung bleibt aber immer, dass die potenziellen Zukäufe den Kernkriterien der Gruppe entsprechen. Auf der ersten Ebene blickt INDUS weiter auf Unternehmen in der DACH-Region, auf zweiter Ebene unterstützt die Holding insbesondere internationale Zukäufe, etwa in Europa, Asien oder Nordamerika. Parallel zu den Zuläufen sind auch Portfoliobereinigungen nicht auszuschließen. Bei der wirtschaftlichen Förderung der Beteiligungen im Rahmen des Förderbankkonzepts unterstützt die Holding bei den Beteiligungen bevorzugt Investitionen, die auf die Themen Innovation und Internationalisierung abzielen, da diese beiden Felder sowohl für das weitere Wachstum als auch für die weitere Wertentwicklung der Beteiligungen am förderlichsten sind. Auch in einem zurzeit schwer abschätzbaren und mit hohen Risiken behafteten Konjunkturumfeld geht der Vorstand davon aus, dass INDUS ihre Ertragskraft 2017 weiter ausbauen kann: So soll der Umsatz die 1,5 Mrd.-Euro-Schwelle erreichen und überschreiten und das Ergebnis soll den Wert des vergangenen Jahres übertreffen. Bei diesen Zielgrößen unberücksichtigt sind die angestrebten Neuerwerbe auf erster und zweiter Ebene. Die insgesamt gute Aufstellung der einzelnen Gruppenunternehmen liefert für das Erreichen dieses Wachstumsziels eine stabile Grundlage. Die Preise auf den Rohstoff- und Energiemärkten werden voraussichtlich im Verlauf des Jahres ansteigen, so dass die Rohertragsmarge zurückgehen wird. Für die übrigen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erwartet der Vorstand lediglich Veränderungen im üblichen Rahmen. Das Erreichen einer Gesamt-EBIT-Marge von 10 % bleibt weiter die Messgröße, auf die sich alle Aktivitäten von INDUS im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Finanzholding ausrichten. Der operative Cashflow wird auch 2017 sein hohes Niveau halten und zusammen mit der hohen Liquidität eine gute Grundlage für die weitere Umsetzung der Wachstumsstrategie liefern. Wie in den Vorjahren orientiert sich der Vorstand bei den Zukäufen an den Zielwerten von zwei Wachstumsakquisitionen für die Stärkung der Segmente und vier Erwerbe für weitere (indirekte) Stärkungen auf der Ebene der Gruppenunternehmen. Das Investitionsbudget (exklusive Zukäufe) für das Jahr liegt bei 75 Mio. EUR und steht neben Rationalisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen vor allem für die Realisierung von Innovationsprojekten und Internationalisierungsbestrebungen zur Verfügung. Mit der neuen Option, zukünftig unter Umständen auch größere Akquisitionsprojekte zu realisieren (s.o.), wird das Investitionsbudget für Zukäufe in Höhen von 50 Mio. EUR unter Umständen nach oben geöffnet. Bei den Finanzierungen strebt INDUS nach wie vor an, diese so weit wie möglich bankenunabhängig zu realisieren. Bei allen Wachstumsambitionen behält INDUS auch den Erhalt der wirtschaftlichen Stabilität im Blick. Das meint sowohl die langfristige Sicherung der Liquidität als auch die Wahrung der Stabilität. Die Sachinvestitionen und Dividendenzahlungen sollen weiterhin aus dem laufenden Cashflow beziehungsweise aus der bereitstehenden Liquidität finanziert werden. Die Eigenkapitalquote der INDUS-Gruppe soll, so wie in den vergangenen Jahren, 40 % nicht unterschreiten. Sollte es erforderlich sein, wird INDUS auch Fremdkapital aufnehmen. Die Entschuldungsdauer auf EBITDA-Basis soll auch 2017 einen Korridor von 2,0 bis 2,5 Jahren erreichen. ERTRAGSLAGE: WEITERES WACHSTUMSOLL-IST-VERGLEICHscroll
Für das Segment Bau/Infrastruktur geht der Vorstand davon aus, dass die Beteiligungen auch 2017 weiter von der guten Konjunktur in der Branche profitieren und dadurch ein organisches Wachstum im einstelligen Prozentbereich erzielen werden. Dazu wird auch die ganzjährige Einbeziehung der HEITZ-Gruppe beitragen, die im abgelaufenen Jahr erst mit dem Monat Juni in die Konsolidierung einfloss. Ferner wird ein 2016 akquirierter Großauftrag im Bereich der digitalen Infrastruktur seine Wirkung entfalten. Dementsprechend wird insgesamt das Ergebnis steigen, so dass die EBIT-Marge ihr Rekordniveau grundsätzlich halten kann. Angestrebt wird eine EBIT-Marge im Bereich zwischen 12 und 14 %. Die Unternehmen des Segments Fahrzeugtechnik gehen mit einer verbesserten Ausgangslage in das laufende Geschäftsjahr und sind damit grundsätzlich positiv gestimmt: Die Branche erwartet leichte Absatzsteigerungen und auch die Auftragslage hat sich verbessert, so dass die Segmentbeteiligungen insgesamt steigende Umsätze bei verbesserten Margen erwarten. Dies allerdings auf geringem Niveau. Eine Beteiligung befindet sich in einem Repositionierungsprozess. Dieser soll zielstrebig fortgesetzt werden, so dass die EBIT-Marge im Erfolgsfall, und davon wird ausgegangen, 2017 den Zielkorridor von 6 bis 8 % wieder erreichen wird. Unsicherheiten für das Erreichen der Ziele ergeben sich aus möglichen protektionistischen Maßnahmen der neuen US-Regierung gegen im Ausland gebaute Autos. Dies betrifft Mexiko, aber auch die europäischen Länder. Auch für das Segment Maschinen- und Anlagenbau verspricht der Branchenausblick eine grundsätzlich aufwärtsgerichtete Tendenz. Für die Beteiligungen von INDUS sieht der Vorstand insbesondere im Bereich Automotive Chancen, wobei die herausragenden Margen des vergangenen Jahres voraussichtlich nicht gehalten werden können. Für den Segmentumsatz wird ein moderates Wachstum erwartet. Mit dem Ziel, im besten Fall die Rekordmarge des Vorjahres erneut zu erreichen, hebt INDUS den EBIT-Margenkorridor leicht auf 12 bis 14 % an. Für das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik bleibt das Branchenumfeld für 2017 positiv. Auch die Beteiligungen sind auf einem guten Weg, so dass die Beteiligungen ihr stabiles Wachstum fortsetzen können. Dabei werden aufgrund des Wettbewerbsdrucks, aber auch durch den anhaltenden Sparkurs im Gesundheitswesen die Margen leicht sinken. Als Korridor für die EBIT-Marge definiert INDUS weiter den Raum zwischen 13 und 15%. Verhaltener ist der Ausblick für das Segment Metalltechnik - auch wenn einige Segmentbeteiligungen in den vergangenen Jahren gegen den Branchentrend sehr erfolgreich waren. Das schwierige Marktumfeld führt tendenziell zu sinkenden Ergebnismargen. Die im Vorjahr in den beiden schweizerischen Gesellschaften eingeleiteten Repositionierungsmaßnahmen entfalten zwar Erfolge; aber der Weg zurück auf ein angemessenes Ertragsniveau muss 2017 fortgesetzt werden. In der Summe bedeutet das für Erwartungen zum Ertragsniveau 2017 eine Bestätigung der Werte von 2016. KonzernabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnungscroll
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGscroll
KONZERN-BILANZAKTIVA scroll
KONZERN-EIGENKAPITAL-VERÄNDERUNGSRECHNUNGscroll
scroll
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscroll
KonzernanhangGRUNDLAGEN DES KONZERNABSCHLUSSES[1] ALLGEMEINESDie INDUS Holding Aktiengesellschaft mit Sitz in der Kölner Straße 32 in 51429 Bergisch Gladbach, Deutschland, ist im Handelsregister Köln unter HRB 46360 eingetragen. INDUS ist ein langfristig orientierter Finanzinvestor, der sich als Spezialist für die Übernahme mittelständischer Produktionsunternehmen im deutschsprachigen Europa etabliert hat. Die operativen Unternehmen sind fünf Unternehmensbereichen (Segmenten) zugeordnet: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Die INDUS Holding AG hat ihren Konzernabschluss für das vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 dauernde Geschäftsjahr 2016 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Bilanzgliederung erfolgt nach Fristigkeiten der Vermögenswerte bzw. Schulden. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Alle Beträge sind für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen. Der Konzernabschluss ist grundsätzlich auf der Basis historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Bilanzierung von Bilanzpositionen, bei denen eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert verpflichtend ist. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Bilanzstichtag der INDUS Holding AG erstellt und basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Gemäß § 315a HGB ist die INDUS Holding AG verpflichtet, den Konzernabschluss nach IFRS-Standards zu erstellen. Grundlage ist die Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union. Nach HGB erforderliche Anhangangaben, die über die nach IFRS erforderlichen Angaben hinausgehen, werden ebenfalls im Konzernanhang dargestellt. Der Abschluss wurde am 15. März 2017 durch den Vorstand aufgestellt. Der Aufsichtsrat billigte den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 22. März 2017. [2] ANWENDUNG UND AUSWIRKUNG VON NEUEN UND GEÄNDERTEN STANDARDSAlle zum 31. Dezember 2016 verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt. Von der Möglichkeit, zukünftig verpflichtende Standards vorzeitig anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht. IM GESCHÄFTSJAHR 2016 ERSTMALS VERPFLICHTEND ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONENAus folgendem Standard ergeben sich Änderungen für den vorliegenden Abschluss: IAS 1 "Angabeninitiative": Durch die Änderungen des IAS 1 ergeben sich insbesondere Klarstellungen hinsichtlich der Wesentlichkeit von Anhangangaben und der Darstellung von Abschlussposten. Aus der erstmaligen Anwendung von IAS 1 ergeben sich insgesamt Auswirkungen auf die Anhangangaben. Es ergeben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUS. Aus der erstmaligen Anwendung der weiteren geänderten Standards ergeben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUS. BIS ZUM 31. DEZEMBER 2016 VERÖFFENTLICHTE STANDARDS, DIE IM VORLIEGENDEN ABSCHLUSS NICHT VORZEITIG ANGEWENDET WURDEN
INDUS ist insbesondere von der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung betroffen. Bislang gehen wir davon aus, dass der Umfang der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung nicht wesentlich von der bisherigen PoC-Bilanzierung abweicht. Zum 31. Dezember 2016 weist INDUS einen Auftragsbestand von 247.580 TEUR als kundenspezifische Fertigungsaufträge gem. IAS 11 aus. Die anderen Themengebiete werden INDUS voraussichtlich nicht im wesentlichen Umfang betreffen.
Aus der Klassifizierung und Bewertungsanpassungen werden sich Änderungen auf die Bilanzgliederung und die Anhangangaben ergeben. INDUS prüft derzeit die Auswirkungen aufgrund des Wertminderungsmodells oder der neuen Regelungen im Zusammenhang mit Hedge Accounting.
Der neue Standard wird eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUS haben. Die Bilanzsumme steigt ebenso an, wie die immateriellen Vermögenswerte und die Finanzschulden. Die bisher im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesenen Leasingaufwendungen werden künftig unter den Abschreibungen bzw. den Zinsaufwendungen ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2016 werden 68.265 TEUR Operating-Leasingverpflichtungen im Anhang angegeben.
Ob und inwieweit sich Anpassungen aus den weiteren zukünftig anzuwendenden neuen/geänderten Standards bzw. Interpretationen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der INDUS ergeben werden, wird derzeit geprüft. [3] GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNGKONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEDie Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Der Geschäfts- und Firmenwert wird ermittelt als Differenz zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem Anteil des Erwerbers an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Ein positiver Geschäfts- und Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderungen geprüft. Eine negative Differenz wird sofort ergebniswirksam erfasst. Ein Geschäfts- und Firmenwert wird in der funktionalen Währung der erworbenen Beteiligung/Gruppe geführt. Bei der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Gesellschaften in den Konsolidierungskreis werden deren Beteiligungsbuchwerte bei der Muttergesellschaft gegen die Vermögenswerte und Schulden verrechnet. In den Folgeperioden wird der Beteiligungsbuchwert der Muttergesellschaft gegen das fortgeführte Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet. Bedingte Kaufpreisbestandteile werden im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn ihr Eintritt wahrscheinlich ist und verlässlich geschätzt werden kann. Wertänderungen dieser Bestandteile werden in den Folgeperioden ergebniswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten des Beteiligungserwerbs werden nicht in die Kaufpreisallokation einbezogen, sondern in der Periode des Erwerbs aufwandswirksam verrechnet. Soweit zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung Minderheitsgesellschafter ein Andienungsrecht haben, dem sich INDUS nicht entziehen kann, werden die betreffenden Anteile nicht beherrschender Gesellschafter mit ihrem beizulegenden Zeitwert als Kaufpreisverbindlichkeit bilanziert. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Vorräte und Anlagevermögen werden um Zwischenergebnisse bereinigt. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern angesetzt. WÄHRUNGSUMRECHNUNGIn den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsgeschäfte mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle in die funktionale Währung der Einzelgesellschaft umgerechnet. Am Bilanzstichtag erfolgt für monetäre Posten eine ergebniswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert mit dem Devisenkassamittelkurs. Nach dem Konzept der funktionalen Währung erstellen die Gesellschaften außerhalb des Euroraums ihre Abschlüsse in der jeweiligen Landeswährung. Die Umrechnung dieser Abschlüsse in Euro erfolgt für Vermögenspositionen und Schulden mit dem Stichtagskurs. Das Eigenkapital wird mit Ausnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Positionen zu historischen Kursen geführt. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Durchschnittskursen umgerechnet und die sich hieraus ergebenden Währungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochtergesellschaft ergebnisneutral weiterentwickelt. Die verwendeten Kurse ergeben sich aus folgender Tabelle: scroll
In der Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens, der Rückstellungen und des Eigenkapitals werden die Anfangs- und Endbestände mit Stichtagskursen umgerechnet, die innerjährlichen Bewegungen mit dem Durchschnittskurs. Daraus resultierende Währungsdifferenzen werden gesondert ausgewiesen und erfolgsneutral behandelt. BILANZIERUNG UND BEWERTUNGDer Geschäfts- und Firmenwert wird aufgrund seiner unbestimmten Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben. Die Überprüfung auf Werthaltigkeit erfolgt mindestens einmal jährlich. Dabei wird grundsätzlich der erzielbare Betrag als höherer Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten mit dem Buchwert der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen. Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- und Firmenwerts erfolgt auf der Ebene, auf der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Zuordnung sinnvoll möglich ist. In den meisten Fällen wird der Geschäfts- und Firmenwert der Beteiligungsgesellschaft einschließlich ihrer Tochtergesellschaften zugeordnet (Cash Generating Units). Das entspricht den operativen Gesellschaften, wie sie im Anhang aufgelistet sind. In den wenigen Fällen, in denen eine enge Liefer- und Leistungsverknüpfung zwischen diesen Gesellschaften besteht, werden diese zu operativen Einheiten zusammengefasst und die Werthaltigkeit des Geschäfts- und Firmenwerts auf dieser Basis überprüft. Der im Rahmen der Kaufpreisallokation entstandene Geschäfts- und Firmenwert verteilt sich auf 42 (Vorjahr: 42) Cash Generating Units. Dadurch ist kein einzelner Geschäfts- und Firmenwert im Sinne des IAS 36.134 signifikant. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und - sofern bestimmbar - linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen, werden zu Herstellungskosten aktiviert, ansonsten werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam erfasst. Die Abschreibung erfolgt mit dem Beginn der Nutzung linear über fünf bis fünfzehn Jahre. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige und gegebenenfalls auch außerplanmäßige Abschreibungen bewertet. Entsprechend des tatsächlichen Nutzungsverlaufs kommt die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Den planmäßigen Abschreibungen liegen hauptsächlich folgende Nutzungsdauern zugrunde: scroll
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist. Bei Wegfall der Gründe für eine in der Vergangenheit durchgeführte außerplanmäßige Abschreibung wird eine Wertaufholung vorgenommen, maximal bis zu dem bei planmäßigem Abschreibungsverlauf anzusetzenden Buchwert. Abhängig von der Verteilung der wesentlichen Chancen und Risiken werden Leasingverträge als Operating-Leasing oder Finanzierungsleasing klassifiziert, mit der Folge, dass Finanzierungsleasing als Vermögenswert zu bilanzieren ist. Im Rahmen des Finanzierungsleasings gemietetes Anlagevermögen wird zum beizulegenden Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und planmäßig über die Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden diskontiert unter den Finanzschulden ausgewiesen. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten. Die zugerechneten Gemeinkosten werden überwiegend auf der Basis der Ist-Beschäftigung ermittelt, wenn diese im Wesentlichen der Normalauslastung entspricht. Rohstoffe und Handelswaren werden nach der Durchschnittsmethode bewertet. Fertigungsaufträge werden nach ihrem Leistungsfortschritt gemäß der "Percentage of Completion"-Methode (PoC) bilanziert. Die Auftragserlöse und das Auftragsergebnis werden nicht erst bei Risikoübergang realisiert, sondern mit dem Grad der Fertigstellung. Grundlage sind die mit dem Kunden vereinbarten Auftragserlöse und die erwarteten Auftragskosten. Der Grad der Fertigstellung errechnet sich aus dem Anteil der angefallenen Kosten an den gesamten Auftragskosten. Erwartete Verluste aus Fertigungsaufträgen werden bei Feststellung sofort als Aufwand erfasst. Dazu werden zunächst Vermögenswerte wertberichtigt und gegebenenfalls darüber hinaus Rückstellungen gebildet. Sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrags noch nicht hinreichend sicher ist, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst. Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Die Folgebewertung von Vermögenswerten ist entsprechend der vier Kategorien "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", "gehalten bis zur Endfälligkeit", "ausgereichte Kredite und Forderungen" und "zur Veräußerung verfügbar" vorzunehmen. Finanzielle Schulden sind in den zwei Kategorien "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" oder "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zu bilanzieren. Die Fair-Value-Option wird nicht angewendet. Die Marktwerte von Finanzschulden werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen oder durch anerkannte Bewertungsverfahren, z. B. Discounted-Cashflow-Methoden, ermittelt und durch Bestätigungen der Banken, die die Geschäfte abwickeln, überprüft. Die Zinssätze sind der Laufzeit und dem Risiko des zugrunde liegenden Finanzinstruments angepasst. Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Beteiligungen werden regelmäßig zu Anschaffungskosten bewertet, da für sie kein notierter Marktpreis auf einem aktiven Markt existiert und ein beizulegender Zeitwert mit vertretbarem Aufwand nicht verlässlich bestimmt werden kann. Assoziierte Unternehmen, auf die die INDUS-Gruppe einen maßgeblichen Einfluss ausübt (in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 %), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. In der Folgebewertung wird der Buchwert um die anteiligen Veränderungen des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben. Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert; bei kurzfristigen Forderungen entspricht dieser Ansatz grundsätzlich dem Nennbetrag. Einzelrisiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Allgemeine Kreditrisiken werden durch portfoliobasierte Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand berücksichtigt, die auf Erfahrungswerten der Vergangenheit oder aktuelleren Erkenntnissen beruhen. Wertberichtigungen auf Forderungen werden grundsätzlich auf separaten Konten erfasst. Bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Erfüllungsbetrag. Derivative Finanzinstrumente werden bei INDUS zur Absicherung von auf zukünftigen Zahlungsströmen basierenden Grundgeschäften eingesetzt. Bei den als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivaten handelt es sich überwiegend um Zinsswaps oder Fremdwährungstermingeschäfte. Voraussetzung für eine Bilanzierung als Sicherungsbeziehung ist, dass die Sicherung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument effektiv ist und dies dokumentiert und laufend überwacht wird. Die Bilanzierung dokumentierter Sicherungsbeziehungen ist abhängig von der Art der Beziehung. Im Falle der Absicherung von Zahlungsströmen ("Cashflow Hedge") wird die Änderung des beizulegenden Zeitwerts unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital fortgeführt. Bei der Bewertung der oben beschriebenen Sicherungsinstrumente wurden in beiden Geschäftsjahren ausschließlich marktbezogene Bewertungsverfahren herangezogen. Das entspricht den Verfahren der Stufe 2. Als Inputfaktor zur Bewertung der Zinsswaps wird der stichtagsbezogene Marktzinssatz verwendet. Darüber hinaus werden Call-/Put-Optionen aus dem Erwerb von Unternehmen als bedingte Kaufpreisverbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Bei der Bewertung der Call-/Put-Optionen zum beizulegenden Zeitwert wurden marktbezogene beobachtbare Inputfaktoren (Stufe 2) und unternehmenseigene Daten (Stufe 3) herangezogen. Als Inputfaktor zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten werden der stichtagsbezogene Marktzinssatz, vertraglich festgelegte EBIT-Multiples und die individuellen Planungen der erworbenen Unternehmen verwendet. Insgesamt sind die Call-/Put-Optionen der Stufe 3 zuzuordnen. Die Altersvorsorgeverpflichtungen basieren auf beitrags- sowie leistungsorientierten Versorgungsplänen in unterschiedlicher Ausgestaltung. Der Aufwand aus beitragsorientierten Plänen ("Defined Contribution Plans") betrifft Zahlungen von INDUS an externe Einrichtungen, ohne mit der Zahlung eine darüber hinausgehende Verpflichtung gegenüber dem Begünstigten einzugehen. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Obligation") werden Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet ("Projected Unit Credit Method"). Der für die Abzinsung der künftigen Leistungsansprüche verwendete Zinssatz ist der Marktzinssatz für risikoadäquate langfristige Anlagen mit einer vergleichbaren Laufzeit. Für jeden Pensionsplan wird der Anwartschaftsbarwert um den beizulegenden Zeitwert eines qualifizierten Planvermögens vermindert. Bei Abweichungen zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung der zugrunde gelegten Parameter zur Berechnung der Anwartschaftsbarwerte und der beizulegenden Zeitwerte des Planvermögens entstehen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste. Diese versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral über die Entwicklung des Konzerneigenkapitals und die Gesamtergebnisrechnung erfasst und in den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen werden berechnet für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit, welches wahrscheinlich zu einem Ressourcenabfluss führen wird, und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Ressourcenabfluss als langfristig klassifiziert wird und der Effekt hieraus wesentlich ist. Gewährleistungsrückstellungen werden für den gewährleistungsbehafteten Umsatz und den relevanten Gewährleistungszeitraum auf der Basis von gesicherten Erfahrungswerten berechnet. Für bekannte Schäden werden Einzelrückstellungen gebildet. Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, drohende Verluste aus Aufträgen und übrige Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft sind auf der Basis der zu erbringenden Leistungen berechnet. Für nicht sichere Verpflichtungen gegenüber den nationalen Steuerbehörden werden Steuerrückstellungen auf Basis angemessener Schätzungen gebildet. Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, die wahrscheinlich nicht zu einem Ressourcenabfluss führen oder in ihrer Höhe nicht verlässlich bestimmt werden können. Sofern eine Eventualschuld vorliegt, werden hierzu Angaben im Anhang gemacht. Latente Steuern werden auf alle temporären Unterschiede zwischen dem Wertansatz in der IFRS-Bilanz und dem entsprechenden steuerlichen Wert nach dem bilanzorientierten Konzept ermittelt. Temporäre Differenzen entstehen, wenn die Realisierung des Vermögenswerts oder die Erfüllung der Schuld zu steuerlich abweichenden Erträgen oder Aufwendungen führt. Latente Steuern auf einen Geschäfts- und Firmenwert werden nur in dem Maße, in dem dieser steuerlich abzugsfähig ist, gebildet. Das ist bei deutschen Personengesellschaften grundsätzlich der Fall. Latente Steuern müssen auch dann berechnet werden, wenn die Realisierung dieses Geschäfts- und Firmenwerts, zum Beispiel über die Veräußerung der zugehörigen Personengesellschaft, nicht geplant ist. Dies führt zu einem dauerhaften Aufbau an passiven latenten Steuern bei INDUS. Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verrechnet werden kann. Bei steuerlichen Verlustvorträgen ist das der Fall, wenn es entweder wahrscheinlich ist, dass in einem Planungshorizont von fünf Jahren ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist oder in entsprechender Höhe saldierungsfähige passive latente Steuern mit zukünftig ausreichendem zu versteuernden Einkommen verrechenbar sind. Latente Steuern sind mit dem Steuersatz zu bewerten, der in der Periode, in der sich die Differenzen voraussichtlich umkehren werden, gültig sein wird. Unabhängig von der Fristigkeit sind latente Steuern nicht abzuzinsen. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze gebildet, die nach der derzeitigen Rechtslage in den verschiedenen Ländern gültig bzw. verabschiedet sind. In Deutschland gilt ein Körperschaftsteuersatz von 15 %. Unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 395 % sowie des Solidaritätszuschlags von 5,5 % errechnet sich für inländische Unternehmen ein Ertragsteuersatz von 29,6 % (Vorjahr: 29,6 %). Die ausländischen Steuersätze liegen unverändert zwischen 16 % und 39 %. Im Rahmen der Ertragsrealisierung erfolgt die Erfassung von Umsatzerlösen, wenn die Leistungen erbracht beziehungsweise die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und somit der Gefahrenübergang an den Kunden stattgefunden hat. Umsatzerlöse sind gekürzt um Erlösschmälerungen. Allgemeine Voraussetzung ist, dass die Höhe der Erträge verlässlich bestimmbar ist und eine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass INDUS ein wirtschaftlicher Nutzen hieraus zufließen wird. Umsätze aus Dienstleistungen werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen nach dem Leistungsfortschritt erfasst. Bei Fertigungsaufträgen erfolgt die Gewinnrealisierung entsprechend dem Fertigstellungsgrad. Dividendenerträge aus Anteilen werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. Die im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms gewährten virtuellen Aktienoptionen (Stock Appreciation Rights) sind als "anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich" klassifiziert. Für diese werden mit dem beizulegenden Zeitwert der eingegangenen Verpflichtungen bewertete Rückstellungen gebildet. Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 7 in die Bereiche Cashflow aus Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Zinsen und erhaltene Dividenden sind dem Cashflow aus Geschäftstätigkeit zugeordnet. Der Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition liquide Mittel und enthält Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. Die Ermittlung des Cashflows aus Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Im Cashflow aus Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge eliminiert. Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen erfolgswirksam angepasst. Bilanzpositionen werden durch zukünftige Ereignisse, die nicht kontrolliert werden können, beeinflusst. Dies kann Forderungsausfälle, Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen oder ähnliche Sachverhalte betreffen - all dies sind Risiken, die grundsätzlich eng mit unternehmerischer Tätigkeit verbunden sind. Die Bilanzierung solcher Posten beruht auf langjähriger Erfahrung und der Beurteilung des aktuellen Umfelds. Systembedingte Unsicherheiten resultieren aus Bilanzposten, bei denen erwartete zukünftige Zahlungsreihen diskontiert werden. Der Verlauf der Zahlungsreihen ist von zukünftigen Ereignissen abhängig, über deren Entwicklung Annahmen getroffen werden müssen. Weiterhin kann die Höhe der zukünftigen Zinssätze einen berechneten Cashflow erheblich beeinflussen. Das ist insbesondere der Fall bei der Prüfung von Vermögenswerten und zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Wertminderungen sowie der Berechnung der Pensionsrückstellungen nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren. Auch die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern basiert auf der Prognose zukünftiger Cashflows. Relevante Unsicherheiten resultieren auch aus Posten, die aus einer Bandbreite möglicher zukünftiger Ausprägungen zu ermitteln sind, und betreffen insbesondere die sonstigen Rückstellungen und vergleichbare Verpflichtungen. Auch hier ist langjährige Erfahrung bei der Bilanzierung von hoher Bedeutung; trotzdem sind regelmäßig Über- oder Unterdotierungen von Rückstellungen in den folgenden Abschlüssen anzupassen. Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten fehlen oft aktive Märkte mit beobachtbaren Werten. Bei der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen muss der beizulegende Zeitwert der erworbenen Bilanzposten dann durch übliche Bewertungsmodelle ermittelt werden, die wiederum Annahmen über direkt beobachtbare und gegebenenfalls nicht beobachtbare Bewertungsprämissen erfordern. Dem aktuellen Abschluss liegen Schätzungen und Annahmen zugrunde, die auf dem letzten Kenntnisstand des Managements beruhen. Da sich eine Vielzahl relevanter Bewertungsparameter aber der Kontrolle des Managements entziehen, lassen sich auch größere Buchwertanpassungen in der Zukunft nicht ausschließen. Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet INDUS insgesamt mit einer stabilen Entwicklung, die den Ansatz der Bilanzposten entsprechend dem aktuellen Abschluss nicht wesentlich gefährdet. Die zugrunde liegenden Annahmen zur generellen konjunkturellen Entwicklung und der Entwicklung der relevanten Märkte im Speziellen werden ausführlich im Prognosebericht des Lageberichts erläutert. [4] KONSOLIDIERUNGSKREISIm Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen vollkonsolidiert, bei denen die INDUS Holding AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zum Nutzen der INDUS-Gruppe zu beherrschen. Beherrschung liegt vor, wenn eine Gesellschaft Verfügungsmacht über die Tochterunternehmen ausüben kann, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Möglichkeit hat, ihre Verfügungsmacht zu nutzen, um die Höhe der Rückflüsse zu beeinflussen. Assoziierte Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, werden nach der Equity-Methode einbezogen. Gesellschaften, die im Laufe des Geschäftsjahres erworben wurden, sind ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik einbezogen. Gesellschaften die abgehen, sind ab dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Übergangs nicht mehr einbezogen. scroll
Die wesentlichen operativen Tochtergesellschaften sind im Anhang unter Punkt [43] dargestellt. Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 HGB, die Bestandteil des Konzernanhangs ist, wird mit dem Konzernabschluss im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Buchwert der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter beträgt 2.630 TEUR (Vorjahr: 2.651 TEUR). Keiner der nicht beherrschenden Anteile ist für sich genommen wesentlich. Soweit zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung Minderheitsgesellschafter ein Andienungsrecht haben, dem sich INDUS nicht entziehen kann und eine Kombination mit einer Call-Option für INDUS gegeben ist, liegt das wirtschaftliche Eigentum bei INDUS und die betreffenden Anteile werden in vollem Umfang konsolidiert und mit ihrem beizulegenden Zeitwert als bedingte Kaufpreisverbindlichkeit bilanziert. Zum Stichtag sind Kaufpreisverbindlichkeiten aus Minderheitenanteilen mit Andienungsrecht in Höhe von 54.899 TEUR (Vorjahr: 49.611 TEUR) bilanziert. In allen wesentlichen Fällen existieren Kaufpreismodelle, die unter Berücksichtigung der gesellschaftsspezifischen Risikostruktur eine objektivierte Bewertung der Anteile zulassen, die einen Austausch der nicht beherrschenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert gewährleistet. Die Ausübung der Rechte ist in der Regel durch beide Vertragsparteien zu vertraglich festgelegten Ausübungszeitpunkten möglich. Im Konsolidierungskreis sind zum 31. Dezember 2016 34 Komplementär-GmbHs, die mit der zugehörigen KG eine Einheitsgesellschaft bilden (31. Dezember 2015: 34 Komplementär-GmbHs), enthalten. Zugänge zum Konsolidierungskreis resultieren aus dem Erwerb oder der Neugründung von Unternehmungen oder der Aufnahme des operativen Geschäfts von bisher nicht konsolidierten Beteiligungen. Abgänge aus dem Konsolidierungskreis resultieren aus der Verschmelzung von Beteiligungen. Acht (Vorjahr: sechs) Tochterunternehmen, die wegen geringer Größe oder geringfügiger wirtschaftlicher Aktivität für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung sind, wurden gemäß IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, da kein aktiver Markt existiert und sich die beizulegenden Zeitwerte nicht mit vertretbarem Aufwand ermitteln lassen. [5] UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEANGABEN ZUR ERSTKONSOLIDIERUNG FÜR DAS AKTUELLE GESCHÄFTSJAHRH. HEITZMit Kaufvertrag vom 7. Juni 2016 hat INDUS die H. HEITZ Furnierkantenwerk GmbH & Co. KG, Melle, zu 100 % erworben. Die HEITZ-Gruppe produziert Furnierkanten und Ummantelungsfurniere aus Echtholz für die Möbel- und Bauindustrie. H. HEITZ ist weltweit einer der größten Anbieter in diesem Segment. Die Produktion erfolgt im Stammsitz in Melle und im Zweigwerk im ungarischen Pusztaszabolcs. Zur HEITZ-Gruppe gehört außerdem die US-amerikanische Niederlassung in Heath, Ohio. H. HEITZ wird dem Segment Bau/Infrastruktur zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert der gesamten Gegenleistung betrug 32.314 TEUR zum Erwerbszeitpunkt. Dieser setzt sich zusammen aus einer Barkomponente in Höhe von 23.710 TEUR und einer bedingten Kaufpreiszahlung in Höhe von 8.604 TEUR, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde und aus einer Earn-Out-Klausel resultiert. Die Ermittlung der Höhe der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit erfolgt auf Basis von EBIT-Multiples und einer Prognose über das zukünftig relevante EBIT. Der im Rahmen der Kaufpreisallokation ermittelte Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 8.706 TEUR ist steuerlich zum Teil nicht abzugsfähig. Der Geschäfts- und Firmenwert repräsentiert nicht separierbare Werte wie das Know-How der Belegschaft sowie positive Ertragserwartungen für die Zukunft und Synergien aus Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing. In der Kaufpreisallokation wurden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden wie folgt ermittelt: scroll
1
Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte,
sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern Die Erstkonsolidierung der H. HEITZ erfolgte im Juni 2016. Zum Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 trägt H. HEITZ einen Umsatz in Höhe von 16.731 TEUR und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von 1.573 TEUR bei. Wäre H. HEITZ bereits am 1. Januar 2016 einbezogen worden, beliefen sich die Umsatzerlöse auf 27.908 TEUR und das EBIT auf 3.246 TEUR. Die ertragswirksamen Aufwendungen aus der Erstkonsolidierung belasten das operative Ergebnis (EBIT) in Höhe von 1.839 TEUR. Die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. ÜBRIGE ERWERBEDie INDUS Beteiligung BUDDE hat zum Jahresbeginn 2016 die COMPUTEC AG, Murrhardt, erworben. Die COMPUTEC AG ist ein Spezialist für Verfahrenstechnik und deckt von der Elektronik bis zur Programmierung der Steuerungssoftware von (Förder-)Anlagen ein breites Spektrum ab. COMPUTEC wird dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet. Am 23. März 2016 hat die ANCOTECH die MBH SOLUTIONS AG, Drielsdorf, Schweiz, erworben. Die MBH ist in der Softwareentwicklung tätig und wird dem Segment Bau/Infrastruktur zugeordnet. M. BRAUN hat am 20. April 2016 die CREAPHYS GmbH, Dresden, erworben. CREAPHYS wurde 1999 aus der TU Dresden heraus gegründet und ist im Bereich der organischen Elektronik tätig. Die Gesellschaft konstruiert und baut Hoch-Vakuumsysteme und Komponenten für das Aufbringen dünner organischer und sonstiger Schichten, Vakuum-Sublimationssysteme und thermischen Verdampfern. CREAPHYS wird dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugeordnet. Mit Vertrag vom 2. Mai 2016 wurde die CAETEC GmbH, Olching, für IPETRONIK erworben. CAETEC entwickelt Messtechnik für die Fahrzeugerprobung, vornehmlich die Fahrerassistenz, Busanalyse und Bordnetz und ergänzt damit IPETRONIK im Bereich Antriebsstrang und Thermomanagement. CAETEC wird dem Bereich Fahrzeugtechnik zugeordnet. Am 22. Juli 2016 hat die INDUS-Beteiligung MIKROP das in Sauerlach ansässige Unternehmen IN-SITU GmbH erworben. IN-SITU entwickelt optische Prüfsysteme. Anwendungsbeispiele sind ein 3D-formerfassendes Inspektions- und Lesesystem zur Qualitätskontrolle von Blindenschriften auf Verpackungen. Die Gesellschaft wird dem Segment Medizin- und Gesundheitstechnik zugeordnet. Am 30. Dezember 2016 hat die WIESAUPLAST GmbH & Co. KG die restlichen 55 % Anteile an der WIESAUPLAST PMC RL, Mexico erworben. Der bisherige 45 %-Anteil an der WIESAUPLAST PMC RL wurde bis zum 30. Dezember 2016 nach der Equity-Methode in den INDUS-Konzernabschluss einbezogen. WIESAUPLAST PMC RL wird dem Bereich Fahrzeugtechnik zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert der gesamten Gegenleistung für die übrigen Erwerbe betrug zum Erwerbszeitpunkt 13.427 TEUR. Dieser Betrag setzt sich aus Barzahlungen in Höhe von 12.455 TEUR sowie einer bedingten Kaufpreiszahlung in Höhe von 972 TEUR zusammen. Die Ermittlung der Höhe der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit erfolgt auf Basis von EBIT-Multiples und einer Prognose über das zukünftig relevante EBIT. Der im Rahmen der Kaufpreisallokationen ermittelte Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 6.008 TEUR ist steuerlich nicht abzugsfähig. Der Geschäfts- und Firmenwert repräsentiert nicht separierbare Werte wie das Know-How der Belegschaft sowie positive Ertragserwartungen für die Zukunft und Synergien aus Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing. In der Kaufpreisallokation wurden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden wie folgt ermittelt: scroll
1
Sonstige Aktiva: Sonstige langfristige Vermögenswerte,
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Latente Steuern, Laufende Ertragsteuern Die Erstkonsolidierung der übrigen Erwerbe erfolgte zwischen Januar und Dezember 2016. Zum Jahresergebnis 2016 tragen die übrigen Neuerwerbe einen Umsatz in Höhe von 7.277 TEUR und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von 1.576 TEUR bei. Wären die übrigen Gesellschaften bereits zum 1. Januar 2016 einbezogen worden, beliefen sich die Umsatzerlöse 2016 auf 11.065 TEUR und das operative Ergebnis (EBIT) auf 447 TEUR. Die ertragswirksamen Posten aus der Erstkonsolidierung der übrigen Erwerbe belasten das operative Ergebnis (EBIT) in Höhe von 840 TEUR. Die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. ANGABEN ZU UNTERNEHMENSERWERBEN NACH DEM BILANZSTICHTAGM+P INTERNATIONALMit Vertrag vom 31. Januar 2017 hat die INDUS Holding AG 76 % der Anteile an der M+P International Mess- und Rechnertechnik GmbH, Hannover, erworben. Die M+P-Gruppe ist ein Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung und -analyse, beschäftigt 63 Mitarbeiter und hat 2016 einen vorläufigen Umsatz von 12 Mio. EUR erzielt. Die M+P wird dem Segment Maschinen- und Anlagenbau zugerechnet. Die Kaufpreisallokation ist derzeit noch nicht fertiggestellt. Der beizulegende Zeitwert der gesamten Gegenleistung setzt sich zusammen aus einer Barkomponente in Höhe von 14.697 TEUR und einer bedingten Kaufpreiszahlung in Höhe von 4.587 TEUR, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde und die aus einer symmetrischen Call-/Put-Option über die 24 % Minderheitsanteile resultiert. Die Ermittlung der Höhe der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit erfolgt auf Basis von EBIT-Multiples und einer Prognose über das zukünftige EBIT. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG[6] UMSATZERLÖSEIn den Umsatzerlösen sind Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 177.320 TEUR enthalten (Vorjahr: 171.840 TEUR). Weiterhin sind Erlöse für Dienstleistungen in Höhe von 15.180 TEUR (Vorjahr: 16.645 TEUR) enthalten. Eine erweiterte Darstellung der Umsatzerlöse findet sich im Bereich der Segmentberichterstattung. [7] SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEscroll
Den Erträgen aus der Währungsumrechnung von 3.737 TEUR (Vorjahr: 5.092 TEUR) stehen Aufwendungen in Höhe von -1.127 TEUR gegenüber (Vorjahr: -3.064 TEUR). Der Betrag der Währungsumrechnungsdifferenzen, die im Ergebnis erfasst sind, beträgt somit 2.610 TEUR (Vorjahr: 2.028 TEUR). [8] AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGENscroll
Weiterhin wurden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 14.614 TEUR (Vorjahr: 11.977 TEUR) im Periodenaufwand erfasst. [9] BESTANDSVERÄNDERUNGscroll
[10] MATERIALAUFWANDscroll
[11] PERSONALAUFWANDscroll
Der Personalaufwand enthält nicht den Zinsanteil aus der Zuführung zu Pensionsrückstellungen. Dieser ist mit -680 TEUR im Zinsergebnis erfasst (Vorjahr: -701 TEUR). [12] ABSCHREIBUNGENscroll
[13] SONSTIGER BETRIEBLICHER AUFWANDscroll
VERTRIEBSAUFWENDUNGENscroll
BETRIEBSAUFWENDUNGENscroll
VERWALTUNGSAUFWENDUNGENscroll
ÜBRIGE AUFWENDUNGENscroll
[14] FINANZERGEBNISscroll
[15] ZINSERGEBNISscroll
Die Position "Sonstige: Minderheitsanteile" beinhaltet die Ergebnisauswirkung aus der Folgebewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (Call-/Put-Optionen) in Höhe von -419 TEUR (Vorjahr: -4.564 TEUR) sowie die Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden aus Anteilen an Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit Call-/Put-Optionen zustehen. Der Ausweis erfolgt aus Konsistenzgründen im Zinsergebnis. [16] STEUERNscroll
Die aperiodischen Steuern resultieren im Wesentlichen aus Änderungen aufgrund von steuerlichen Außenprüfungen. STEUERLICHE BESONDERHEITENDas Geschäftsmodell der INDUS Holding AG beruht auf der Bündelung mittelständischer Nischenanbieter, die eine führende Position in ihrem jeweiligen Markt besitzen. Synergien spielen beim Erwerb von Tochtergesellschaften durch die INDUS Holding AG eine untergeordnete Rolle. Jede Gesellschaft steht eigenständig für ihren Erfolg ein, bedarfsweise unterstützt durch Ressourcen der Holding. Erworben wurden in der Vergangenheit insbesondere deutsche Personengesellschaften. Der Erwerb einer Personengesellschaft führt zu folgenden steuerlichen Konsequenzen: Die Mehrwerte aus der steuerlichen Kaufpreisallokation sind in Form von Abschreibungen aus Ergänzungsbilanzen, verteilt auf die jeweilige Nutzungsdauer, abzugsfähig. Dies führt zu einer um die Abschreibungen geminderten steuerlichen Bemessungsgrundlage und kann auch bei ertragsstarken Gesellschaften dazu führen, dass ein steuerlicher Verlust mit entsprechenden Steuerersparnissen - Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft und Körperschaftsteuer bei der INDUS Holding AG - entsteht. Positive Ergebniseffekte entstehen durch die Bilanzierung von latenten Steuern nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept nach IFRS nicht mehr. Eine Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt im Konzern nur, wenn im Fünf-Jahres-Planungszeitraum ausreichendes zu versteuerndes Einkommen unterstellt werden kann. Gewerbesteuer fällt auf Ebene der Gesellschaft an. Eine Ergebnisverrechnung steuerlicher Gewinne und Verluste für die Gewerbesteuer ist zwischen den Gesellschaften nicht möglich. Die steuerlichen Ergebnisse von Personengesellschaften nach Gewerbesteuer werden der INDUS Holding AG zugerechnet und in Summe der Körperschaftsteuer unterworfen. Steuerliche Organschaftsverträge mit Kapitalgesellschaften existieren nicht. Diese Sachverhalte drücken sich im Wesentlichen in der Position "keine Ergebnisverrechnung aufgrund eigenständiger Tochtergesellschaften" aus. ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM TATSÄCHLICHEN STEUERAUFWAND (IN TEUR)scroll
Bei einem Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vorjahr:15 %) errechnet sich für inländische Unternehmen unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes von 395 % (Vorjahr: 395 % ) sowie des Solidaritätszuschlags von unverändert 5,5 % ein Ertragsteuersatz von 29,6 % (Vorjahr: 29,6 %). [17] ERGEBNIS JE AKTIEDas Ergebnis beträgt 3,27 EUR je Aktie (Vorjahr: 2,78 EUR je Aktie). Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien betrug im aktuellen Jahr unverändert 24.450.509 Stück. Zu weiteren Details wird auf Textziffer [26] verwiesen. scroll
Das zugrunde gelegte Ergebnis ermittelt sich aus dem Ergebnis der INDUS-Aktionäre. Im Falle der Inanspruchnahme des bedingten/genehmigten Kapitals können in Zukunft Verwässerungen eintreten. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ[18] GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTDie auf Segmentebene zusammengefassten individuellen Geschäfts- und Firmenwerte stellen sich wie folgt dar: ANLAGESPIEGEL - GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTscroll
scroll
scroll
scroll
WERTHALTIGKEIT DER GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTEDer Werthaltigkeitstest auf die Geschäfts- und Firmenwerte wurde auf Ebene der Cash Generating Units (in der Regel die Beteiligungsgesellschaften inkl. deren Tochterunternehmen) durchgeführt. Beim Werthaltigkeitstest wird der erzielbare Betrag der CGU mit dem Buchwert inklusive des zugeordneten Geschäfts- und Firmenwertes verglichen. Für den erzielbaren Betrag wird bei INDUS der Nutzungswert herangezogen. Der Nutzungswert basiert auf der vom Management erstellten aktuellen Planung. In die Planungsprämissen fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch historische Entwicklungen ein. Nach dem detaillierten Planungszeitraum von drei Jahren werden die zukünftigen Cashflows mit einer globalen Wachstumsrate von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %) hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden mit Kapitalkostensätzen abgezinst. Diese basieren auf einem risikolosen Zinssatz in Höhe von 0,5 % (Vorjahr: 1,5 %), einer Marktrisikoprämie von 7,00 % (Vorjahr: 6,75 %) sowie auf segmentspezifischen Betafaktoren, die von einer Peer Group abgeleitet wurden, und Fremdkapitalverschuldungssätzen. Es wurden folgende segmentspezifische Vorsteuer-Kapitalkostensätze verwendet: Bau/Infrastruktur 6,4 % (Vorjahr: 7,7 %), Fahrzeugtechnik 8,6 % (Vorjahr: 9,3 %), Maschinen- und Anlagenbau 6,6 % (Vorjahr: 8,4 %), Medizin- und Gesundheitstechnik 4,8 % (Vorjahr: 6,4 %) und Metalltechnik 6,9 % (Vorjahr: 8,1 %). Im Geschäftsjahr 2016 sind wie im Vorjahr alle Geschäfts- und Firmenwerte werthaltig. Bei einer Erhöhung des Vorsteuerkapitalkostensatzes um 0,5 %-Punkte würde es wie im Vorjahr zu keiner außerplanmäßigen Geschäfts- und Firmenwert-Abschreibung kommen. [19] ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE, DES SACHANLAGEVERMÖGENS UND DER ALS FINANZINVESTITION GEHALTENEN IMMOBILIENANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN 2016 (IN TEUR)scroll
scroll
ABSCHREIBUNGEN 2016 (IN TEUR)scroll
scroll
ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN 2015 (IN TEUR)scroll
scroll
ABSCHREIBUNGEN 2015 (IN TEUR)scroll
scroll
Die immateriellen Wirtschaftsgüter haben bestimmbare Nutzungsdauern. Die Veränderung des Konsolidierungskreises betrifft Zugänge nach IFRS 3. Der Restbuchwert aktivierter Finanzierungsleasingverhältnisse beträgt bei Grundstücken und Gebäuden 14.408 TEUR (Vorjahr: 15.400 TEUR) und bei technischen Anlagen und Maschinen 1.044 TEUR (Vorjahr: 1.361 TEUR). Die Restbuchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen zum Bilanzstichtag: RESTBUCHWERTE DES ANLAGEVERMÖGENS (IN TEUR)scroll
[20] FINANZANLAGENscroll
Die Ausleihungen betreffen selbst ausgereichte Darlehen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Ausleihungen werden teilweise unverzinslich, überwiegend mit fristadäquaten Zinssätzen und mit langfristiger Zinsbindung abgerechnet. Leistungsstörungen traten in beiden Geschäftsjahren nicht auf. [21] AT-EQUITY-BEWERTETE ANTEILEDie Buchwerte der at-Equity-bewerteten Anteile betragen zum 31. Dezember 2016 10.497 TEUR (Vorjahr: 8.036 TEUR). Die folgende Übersicht enthält weitere Angaben zu den at-Equity-bewerteten Unternehmen: scroll
[22] SONSTIGE VERMÖGENSWERTEscroll
[23] LATENTE STEUERN UND LAUFENDE ERTRAGSTEUERNDie Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen wird im Folgenden erläutert: scroll
scroll
Die Saldierung erfolgt bei Ertragsteuern, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Im Wesentlichen betrifft das die Körperschaftsteuer der INDUS Holding AG und ihrer deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft. Die passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus der Berechnung latenter Steuern auf den steuerlich abzugsfähigen Geschäfts- und Firmenwert von Personengesellschaften. Zu steuerlichen Zwecken erfolgt bei Personengesellschaften eine IFRS-ähnliche Kaufpreisallokation; die entstehenden Mehrwerte - auch der steuerliche Geschäfts- und Firmenwert - sind steuerlich abzugsfähig. Da der Geschäfts- und Firmenwert nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben wird, sind nach den Voraussetzungen des IAS 12.21B in der Folge mit der Abschreibung des steuerlichen Geschäfts- und Firmenwerts latente Steuern zu bilden. Die latenten Steuern müssen bis zur Veräußerung der Gesellschaft bilanziert werden. Die Veränderung des Saldos der latenten Steuern wird in den folgenden Tabellen erläutert: ENTWICKLUNG DER LATENTEN STEUERN (IN TEUR)scroll
scroll
Die übrigen Veränderungen der latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Den aktivierten latenten Steuern liegen gewerbesteuerliche und körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 25.453 TEUR (Vorjahr: 21.681 TEUR) zugrunde. Weitere inländische Verlustvorträge in Höhe von zusammen 165.241 TEUR (Vorjahr: 165.293 TEUR), bei denen die Realisierungsmöglichkeit in den nächsten fünf Jahren unwahrscheinlich ist, wurden nicht aktiviert. Es handelt sich zum überwiegenden Teil um gewerbesteuerliche Verlustvorträge, resultierend aus den steuerlichen Besonderheiten der INDUS-Gruppe, wie sie unter Ziffer [16] erläutert wurden. Zukünftige potenzielle Realisierungsmöglichkeiten sind dementsprechend durch den dann geltenden Gewerbesteuersatz bestimmt. Größte Einzelposition ist der gewerbesteuerliche Verlustvortrag der Holding. Die Verwertung dieser Verlustvorträge unterliegt keinen zeitlichen Beschränkungen. Aufgrund geringer Realisierungsmöglichkeit wurden aktive latente Steuern in Höhe von 139 TEUR nicht angesetzt (Vorjahr: 151 TEUR). Aktive latente Steuern in Höhe von 945 TEUR (Vorjahr: 1.679 TEUR) wurden bei Gesellschaften, die aktuell steuerliche Verluste erlitten haben, über die entsprechenden passiven latenten Steuern hinaus bilanziert. [24] VORRÄTEscroll
Die Buchwerte der Vorräte enthalten Abwertungen in Höhe von 15.982 TEUR (Vorjahr: 15.054 TEUR). [25] FORDERUNGENscroll
Im aktuellen Berichtsjahr sind 75 TEUR an Forderungen an Kunden mit einem Zahlungsziel von mehr als einem Jahr ausgewiesen (Vorjahr: 228 TEUR). Weitere Angaben zur Auftragsfertigung enthält die folgende Tabelle: scroll
Die Fertigungsaufträge mit passivem Saldo betreffen Fertigungsaufträge, die einen verrechneten Überhang an erhaltenen Anzahlungen aufweisen. In der Bilanz werden diese unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Forderungen enthalten Wertberichtigungen in Höhe von 7.011 TEUR (Vorjahr: 6.278 TEUR). Die Entwicklung wird im Folgenden dargestellt: scroll
[26] EIGENKAPITALGEZEICHNETES KAPITALDas Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag 63.571.323,62 EUR. Das Grundkapital ist eingeteilt in 24.450.509 nennwertlose Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber und gewähren in der Hauptversammlung jeweils eine Stimme. Die Aktien sind in Düsseldorf und Frankfurt zum Geregelten Markt und in Berlin, Hamburg und Stuttgart zum Freiverkehr zugelassen. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Juni 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 12.225.254 neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 31.785.660,51 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind. Auf der Hauptversammlung am 24. Juni 2013 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 11.700.000,04 EUR, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber oder - sofern die Satzung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Anleihebegebung auch die Ausgabe von Namensaktien zulässt - auf den Namen lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
RÜCKLAGEN UND KONZERNBILANZGEWINNDie Entwicklung der Rücklagen ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt und beinhaltet die Kapitalrücklage der INDUS Holding AG. Für den Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 42,4 % (Vorjahr: 41,9 %). ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERDie Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile an den Kapitalgesellschaften WEIGAND Bau GmbH und Tochtergesellschaften der ROLKO-Kohlgrüber GmbH. Die Minderheitsanteile von Personengesellschaften sowie von Kapitalgesellschaften, bei denen aufgrund wechselseitiger Optionsvereinbarungen bereits zum Erwerbszeitpunkt der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der betreffenden Minderheitsanteile vorlag, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen [30]. GEWINNVERWENDUNGDer Vorstand wird der Hauptversammlung folgende Dividendenzahlungen aus dem Bilanzgewinn der INDUS Holding AG vorschlagen: Zahlung einer Dividende von 1,35 EUR je Stückaktie (Vorjahr: 1,20 EUR je Stückaktie). Dies entspricht bei 24.450.509 Aktien (Vorjahr: 24.450.509 Aktien) einer Zahlung von 33.008.187,15 EUR (Vorjahr: 29.340.610,80 EUR). Der vollständige Gewinnverwendungsvorschlag ist separat veröffentlicht. Die vorgeschlagene Dividende wurde bilanziell nicht erfasst und es ergeben sich keine steuerlichen Konsequenzen. SONSTIGE RÜCKLAGENENTWICKLUNG DER SONSTIGEN RÜCKLAGEN (IN TEUR)scroll
Die Rücklage für die Währungsumrechnung und die Rücklage für Cash Flow Hedges enthalten noch nicht realisierte Gewinne und Verluste. Die Veränderung der Rücklage für die Cash Flow Hedges resultiert ausschließlich aus laufender Veränderung der Marktbewertung. Auswirkungen aus Umklassifizierungen existieren nicht. KAPITALMANAGEMENTDie INDUS Holding AG steuert ihr Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu erhöhen sowie die Liquidität und Kreditwürdigkeit der INDUS-Gruppe sicherzustellen. In diesem Zusammenhang steht auch die fortlaufende Optimierung des Verhältnisses von Eigenkapital zum verzinslichen Gesamtkapital, bestehend aus verzinslichem Fremdkapital und Eigenkapital. Das verzinsliche Fremdkapital umfasst die Pensionsrückstellungen und die Finanzschulden vermindert um die liquiden Mittel und beträgt 405.571 TEUR (Vorjahr: 384.411 TEUR). Unter Berücksichtigung des bilanziellen Eigenkapitals ergibt sich das Gesamtkapital in Höhe von 1.050.139 TEUR (Vorjahr: 979.841 TEUR). Bezogen auf das eingesetzte verzinsliche Gesamtkapital beträgt der Anteil des Eigenkapitals 61,4 % (Vorjahr: 60,8 %). Der Anstieg des Gesamtkapitals um 70.298 TEUR (Vorjahr: 56.970 TEUR) resultiert aus einem Anstieg des Eigenkapitals um 49.138 TEUR (Vorjahr: 45.559 TEUR) und einer Erhöhung des Fremdkapitals um 21.160 TEUR (Vorjahr: Erhöhung um 11.411 TEUR). Das thesaurierte Eigenkapital steigert die solide Kapitalausstattung von INDUS. Die INDUS Holding AG unterliegt mit Ausnahme der aktienrechtlichen Regelungen zum Mindestkapital keinen weiteren rechtlich vorgegebenen Kapitalerfordernissen. Darüber hinaus ist die INDUS Holding AG im Rahmen von Kreditverträgen Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen, um damit weiterhin Finanzmittel zu angemessenen Konditionen erhalten zu können. Die geforderte Mindest-Eigenkapitalquote wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Die Kreditgeber besitzen Sonderkündigungsrechte im Falle eines Kontrollwechsels. Für Schuldscheindarlehen sind bestimmte Kennzahlen definiert. [27] PENSIONENGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (IN TEUR)scroll
BILANZANSATZ (IN TEUR)scroll
Der Zinsaufwand ist unter der Position Zinsergebnis erfasst. Die erwarteten Erträge aus Planvermögen entsprechen im Wesentlichen den tatsächlichen Erträgen. Die leistungsorientierten Pläne sind mit versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinsrisiko, belastet. Eine Erhöhung oder Verminderung des Abzinsungsfaktors um 0,5 %-Punkte würde die Nettoverpflichtung um 2.150 TEUR (Vorjahr: 2.188 TEUR) reduzieren bzw. um 2.418 TEUR (Vorjahr: 2.271 TEUR) erhöhen. Im Zusammenhang mit Pensionsleistungen werden für 2017 Zahlungen in Höhe von 1.254 TEUR (in 2015 für 2016: 1.184 TEUR) erwartet. Das Fondsvermögen besteht ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen. Die Entwicklung des Fondsvermögens stellt sich folgendermaßen dar: scroll
Darüber hinaus sind in der Bilanz weitere Erstattungsforderungen in Höhe von 1.184 TEUR (Vorjahr: 1.166 TEUR) bilanziert. [28] SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENIn den sonstigen Rückstellungen sind Zinsen in Höhe von 83 TEUR berücksichtigt worden (Vorjahr: 64 TEUR). RÜCKSTELLUNGEN 2016 (IN TEUR)scroll
scroll
Die Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung enthalten Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen, Verpflichtungen für Kundenboni und Erlösschmälerungen sowie geschätzte Werte für erwartete Rechnungen. Die Kosten der Belegschaft werden gebildet für Zeitguthaben der Belegschaft, Jubiläen, Altersteilzeit, Abfindungen und ähnliche Verpflichtungen. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von möglichen Einzelrisiken, die hinsichtlich ihres wahrscheinlichen Eintritts bewertet wurden. Nennenswerte zu erwartende Erstattungen im Zusammenhang mit nach IAS 37 bilanzierten Verpflichtungen liegen nicht vor. [29] FINANZSCHULDENFINANZSCHULDEN/DERIVATE (IN TEUR)scroll
scroll
[30] SONSTIGE VERBINDLICHKEITENscroll
scroll
Die Verbindlichkeiten gegen Fremdgesellschafter beinhalten mit 54.889 TEUR (Vorjahr: 49.611 TEUR) bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, soweit die Minderheitsgesellschafter durch Kündigung des Gesellschaftsvertrags oder aufgrund von Optionsvereinbarungen ihre Anteile INDUS andienen können. Im Geschäftsjahr sind 9.576 TEUR Kaufpreisverbindlichkeiten neu zugegangen, 98 TEUR sind als Ertrag erfasst worden und 4.190 TEUR sind im Wesentlichen durch Auszahlungen an die Fremdgesellschafter abgegangen. Die Kaufpreisverbindlichkeiten schwanken entsprechend der prozentualen Veränderung im operativen Ergebnis (EBIT), teilweise begrenzt durch Ober- und Untergrenzen. SONSTIGE ANGABEN[31] INFORMATIONEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNGFür den Neuerwerb von Beteiligungen wurden folgende Kaufpreise gezahlt: scroll
Die liquiden Mittel enthalten Konten mit eingeschränkter Verfügungsmacht in Höhe von 55 TEUR (Vorjahr: 89 TEUR). Investitions- und Finanzierungsvorgänge in Höhe von 3.004 TEUR (Vorjahr: 2.693 TEUR), welche nicht zu einer Veränderung der liquiden Mittel führten. sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung. [32] SEGMENTBERICHTERSTATTUNGSEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE GESCHÄFTSBEREICHESEGMENTBERICHT NACH IFRS 8 (IN TEUR)scroll
scroll
scroll
scroll
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG (IN TEUR)scroll
Die Gliederung der Segmente entspricht unverändert dem aktuellen Stand der internen Berichterstattung. Die Informationen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten. Die Zuordnung der Gesellschaften zu den Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt, wenn der ganz überwiegende Sortimentsanteil in diesem Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugtechnik, Medizin- und Gesundheitstechnik). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der Produktionsstruktur abgestellt (Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Metalltechnik). Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding, nicht operativer Einheiten ohne Segmentzuordnung sowie die Konsolidierungen. Hinsichtlich der den Segmentumsätzen zugrunde liegenden Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen im Lagebericht. Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente ist das operative Ergebnis (EBIT), entsprechend der Definition im Konzernabschluss. Die Segmentinformationen sind in Übereinstimmung mit den Ausweis- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewandt wurden, ermittelt. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen auf Marktpreisen. SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE REGIONENDie Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Aufgrund der vielfältigen Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung nach Ländern nicht sinnvoll, da außerhalb von Deutschland kein Land 10 % des Konzernumsatzes erreicht. Die langfristigen Vermögenswerte, abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente, beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist ebenfalls nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet. Aufgrund der Diversifikationspolitik von INDUS existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von größer als 10 % am Umsatz erreichen. scroll
[33] INFORMATIONEN ZUR BEDEUTUNG VON FINANZINSTRUMENTENFINANZINSTRUMENTE 31.12.2016 (IN TEUR)scroll
FINANZINSTRUMENTE 31.12.2015 (IN TEUR)scroll
Der beizulegende Zeitwert der Finanzschulden beträgt 511.100 TEUR (Vorjahr: 498.142). Der beizulegende Zeitwert aller weiteren Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten oder weicht nur unwesentlich davon ab. FINANZINSTRUMENTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN DES IAS 39 (IN TEUR)scroll
Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente betreffen grundsätzlich langfristig gehaltene Finanzbeteiligungen, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann. Diese werden mit Anschaffungskosten bewertet. Die Gesamtzinserträge und Gesamtzinsaufwendungen für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen - 14.466 TEUR (Vorjahr: - 16.239 TEUR). ART UND AUSMAß VON RISIKEN, DIE SICH AUS FINANZINSTRUMENTEN ERGEBENGRUNDSÄTZE DES FINANZIELLEN RISIKOMANAGEMENTSEntsprechend der Philosophie der INDUS Holding AG liegen die Einschätzung und das Management der operativen Risiken in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften und ihrer Geschäftsführer. Auf Basis der lokalen Risikoeinschätzung und der Investitions- und Finanzpläne der jeweiligen Beteiligung ermittelt und überwacht die Holding den gesamten Finanzbedarf. Grundsätzlich werden die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow des Konzerns haben. Die Sicherung erfolgt durch originäre und derivative Finanzinstrumente; letztere werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen. RISIKOMANAGEMENT UND FINANZDERIVATEDie INDUS-Gruppe unterhält ein leistungsfähiges Risikomanagementsystem zur Früherkennung wirtschaftlicher Risiken, dessen Schwerpunkt auf den substanziellen Problemstellungen eines diversifizierten Beteiligungsportfolios beruht. Darin eingebettet sind die spezifischen Fragestellungen des finanziellen Risikomanagements gemäß der Definition nach IFRS 7. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Zu weiteren Details wird auf die Ausführungen im Lagebericht verwiesen. LIQUIDITÄTSRISIKODie einzelnen Beteiligungen finanzieren sich grundsätzlich selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation erfolgen Transfers zwischen der INDUS Holding AG und den Beteiligungen. Die INDUS-Gruppe verfügt über ausreichende liquide Mittel, die die Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sicherstellen (2016: 127.180 TEUR, Vorjahr: 132.195 TEUR). Darüber hinaus existieren nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 28.701 TEUR (Vorjahr: 38.181 TEUR). Die breit diversifizierte Fremdfinanzierung verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern. Durch vorhandene Liquidität und feste Finanzierungszusagen können sich bietende Chancen jederzeit wahrgenommen werden. Die langfristige und in Tranchen angelegte Finanzierung mit revolvierender Neufinanzierung begrenzt das Finanzierungsrisiko. Unter Berücksichtigung der am Abschlussstichtag fixierten Konditionen für Finanzinstrumente wurden folgende Zahlungsmittelabflüsse ermittelt, die in die langfristig angelegte Finanzplanung der INDUS-Gruppe eingehen: ZAHLUNGSABFLUSS (IN TEUR)scroll
scroll
Die Zahlungsströme bestehen aus Tilgungszahlungen und den entsprechenden Zinsen. Im Vorjahr enthalten sie auch Zinszahlungen von Derivaten mit positivem Marktwert, die in einer wirtschaftlichen Sicherungsbeziehung zu den Finanzschulden stehen. Die summierten Zahlungsströme von Finanzschulden und Zinsderivaten ergeben den Zahlungsstrom von entsprechenden Festzinskrediten. AUSFALLRISIKOIm Finanzierungsbereich werden nur Kontrakte mit Kontrahenten erster Bonität abgeschlossen. Im operativen Bereich erfolgt eine dezentrale laufende Überwachung durch die Beteiligungen. Ausfallrisiken wird durch adäquate Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Bilanzansatz der selbst ausgereichten Kredite und Forderungen, bei Derivaten der Summe ihrer positiven Marktwerte. Durch die Eigenständigkeit der Unternehmen der INDUS-Gruppe, die ihre Aktivitäten auf verschiedenen Märkten und mit unterschiedlichen Produkten entfalten, wird eine breite Streuung des unternehmerischen Risikos erreicht. Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen resultiert aus der oligopolistischen Struktur der Kunden im Segment Fahrzeugtechnik. Bezogen auf den Gesamtbestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen existieren 11 Kunden (Vorjahr: 7) mit einem Anteil von jeweils mehr als 1 %. Das entspricht einem Anteil von ca. 32 % an den Offenen Posten im Konzernabschluss (Vorjahr: ca. 25 %). Der Umsatzanteil der TOP-10-Kunden betrug ca. 29 % vom Konzernumsatz (Vorjahr: ca. 31 %). Weiterhin bestehen Forderungen gegen Kunden und assoziierte Unternehmen, die überfällig sind, aber nicht einzeln wertberichtigt wurden. Im Laufzeitband bis drei Monate treten in der Regel keine wesentlichen Zahlungsausfälle ein, da die Überfälligkeiten überwiegend auf zeitlichen Buchungsunterschieden beruhen. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten am Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. FORDERUNGEN AN KUNDEN UND ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN (IN TEUR)scroll
1
ohne Forderungen aus Fertigungsaufträgen nach
IAS 11 ZINSRISIKODie INDUS Holding AG sichert und koordiniert die Finanzierung und Liquidität der Gruppe. Im Vordergrund steht die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios. Zum Einsatz gelangen festverzinsliche Finanzierungen oder variabel verzinsliche Finanzierungen, die per Zinsswaps in festverzinsliche Finanzierungen transferiert werden. Änderungen der Zinssätze könnten Marktwert und Cashflow von Finanzinstrumenten beeinflussen. Die Berechnung dieser Auswirkungen erfolgt durch eine Sensitivitätsanalyse, bei der die relevanten Zinsstrukturkurven jeweils um 100 Basispunkte parallel verschoben werden. Die Auswirkungen werden ermittelt für die fixierten Konditionen des am Abschlussstichtag vorliegenden Bestands an Finanzinstrumenten. Die Veränderung von Marktwerten hat Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, abhängig von den Bewertungskategorien der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Die folgende Tabelle zeigt die Zinssensitivität bei einer parallelen Verschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte (BP): SENSITIVITÄTSANALYSE MARKTWERTRISIKO (IN TEUR)scroll
Da wirtschaftlich betrachtet die Zinsänderungsrisiken fast vollständig abgesichert sind, würden sich Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Wesentliche Auswirkungen auf den zukünftigen Cashflow existieren somit nicht. WÄHRUNGSRISIKODie Währungsrisiken resultieren im Wesentlichen aus der operativen Tätigkeit der Konzernunternehmen sowie aus Finanztransaktionen zwischen den ausländischen Beteiligungsunternehmen und der jeweiligen Muttergesellschaft. Die Risikoanalyse erfolgt auf Nettobasis, die Absicherung entsprechend der unternehmerischen Eigenverantwortung fallweise durch die Beteiligungen. Als Instrumente werden Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte eingesetzt. Auswirkungen von Währungsrisiken auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen, wenn Finanzinstrumente in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft notieren. Wechselkursbedingte Risiken aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Da Währungssicherungen nicht formal als Sicherungsbeziehungen bilanziert werden, ergeben sich hieraus keine Auswirkungen auf die Rücklagen für Marktbewertungen von Finanzinstrumenten. Unter der Annahme, dass am Abschlussstichtag die Umrechnungskurse aller Fremdwährungen gegenüber dem Euro um 10 % höher lägen, würde sich das Nettoergebnis aus der Währungsumrechnung nicht wesentlich verändern. BILANZIERUNG VON SICHERUNGSGESCHÄFTENSICHERUNGSMAßNAHMENZum Abschlussstichtag liegen Währungssicherungen mit einem Nominalvolumen von 27.027 TEUR (Vorjahr: 19.339 TEUR) vor. Im Wesentlichen betreffen die Währungsabsicherungen Geschäfte in US-Dollar, Schweizer Franken und Chinesischen Renminbi (Vorjahr: US-Dollar und Schweizer Franken). Die Sicherungskontrakte weisen einen Marktwert von 795 TEUR (Vorjahr: 455 TEUR) auf. Zinssicherungen existieren mit einem Nominalvolumen von 99.652 TEUR (Vorjahr: 144.184 TEUR). Die Marktwerte betragen - 3.412 TEUR (Vorjahr: - 5.076 TEUR). Weitere Details zu Fälligkeiten und Laufzeiten finden sich bei der Berichterstattung zu den Finanzschulden. [34] GESTELLTE SICHERHEITENGestellte Sicherheiten für Finanzschulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt: VERPFÄNDETE VERMÖGENSWERTE (IN TEUR)scroll
[35] EVENTUALSCHULDENVerpflichtungen aus Bürgschaften existieren in Höhe von 14.806 TEUR (Vorjahr: 10.547 TEUR). Dabei handelt es sich um Außenverpflichtungen der INDUS Holding AG, die diese im Zusammenhang mit den Geschäftsaktivitäten der Beteiligungen übernommen hat. Eine Inanspruchnahme der Bürgschaften durch die Begünstigten ist aus aktueller Sicht sehr unwahrscheinlich. [36] SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENSonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasing-Verträgen werden mit der Summe der Beträge ausgewiesen, die bis zum frühesten Kündigungstermin anfallen: scroll
Die Operating-Leasing-Zahlungen des aktuellen Jahres betrugen 15.879 TEUR (Vorjahr: 15.681 TEUR). Die Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für das Anlagevermögen belaufen sich auf 20.543 TEUR (Vorjahr: 6.831 TEUR), davon für Sachanlagen 20.431 TEUR (Vorjahr: 6.603 TEUR) und für immaterielle Vermögenswerte 112 TEUR (Vorjahr: 228 TEUR). Immobilienleasingverträge werden mit Mietanpassungsklauseln, die auf der Entwicklung von Preisindizes beruhen, abgeschlossen. Die Verträge beinhalten regelmäßig Kaufoptionen. Zukünftig fällige Zahlungen aus Finanzierungsleasing zeigt die folgende Übersicht: scroll
Für die entsprechenden Vermögenswerte bestehen in der Regel günstige Kaufoptionen, die nach heutigem Kenntnisstand auch ausgeübt werden. Die Kaufpreise sind fixiert, Preisanpassungsklauseln existieren nicht. Die den Verträgen zugrunde liegenden Zinssätze liegen unverändert zwischen 2,5 % und 7,5 %. Es existieren weder Eventualmietzahlungen noch Mietzahlungen aus Untermietverhältnissen. [37] BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENMITGLIEDER DES MANAGEMENTS IN SCHLÜSSELPOSITIONEN UND NAHESTEHENDE PERSONENEntsprechend der Struktur der INDUS-Gruppe zählen zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen der Aufsichtsrat (6 Mitglieder in 2016 und 6 Mitglieder in 2015), der Vorstand der INDUS Holding AG (2016: 3 Personen, Vorjahr: 3 Personen) sowie die Geschäftsführer der operativen Einheiten (2016: 112 Personen, Vorjahr: 109 Personen). Bilanzierungspflichtige Pensionszusagen der INDUS Holding AG für Mitglieder des Vorstands existieren nicht. ÜBERSICHT VERGÜTUNG (IN TEUR)scroll
1
SAR = Stock Appreciation Rights = virtuelle
Aktienoptionen In 2016 waren 11 Familienmitglieder von Gesellschaftern oder Geschäftsführern in den operativen Beteiligungsgesellschaften beschäftigt (Vorjahr: 13 Personen). VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSDie Vergütung des Aufsichtsrats wurde von der Hauptversammlung der INDUS Holding AG im Juli 2010 neu festgelegt. Sie ist in Punkt 6.16 der Satzung geregelt. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält außer dem Ersatz seiner Auslagen für seine Tätigkeit im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr eine Grundvergütung in Höhe von 30 TEUR sowie ein Sitzungsgeld von 3 TEUR pro Sitzung. Der Vorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der Stellvertreter das Eineinhalbfache. Für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme. Der Aufsichtsrat tagte in 2016 fünfmal und in 2015 viermal. VERGÜTUNG DES VORSTANDSDurch die Einführung des Vorstandsvergütungsgesetzes im August 2009 sollen von börsennotierten Gesellschaften bei der Festsetzung der Vergütung von Vorständen künftig verstärkt Anreize für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gesetzt werden. Hierdurch war die INDUS Holding AG gehalten, die variablen Vergütungsanteile für die Mitglieder des Vorstands neu zu regeln. Ab dem 1. Januar 2010 besteht das Long-Term-Incentive-Programm als langfristige Anreizwirkung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der INDUS Holding AG bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe sich nach der Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs bei Ausübung der Option bemisst. Der Basispreis der SAR entspricht dem Mittelwert der Schlusskurse im XETRA-Handel für die Aktie der Gesellschaft während der letzten 20 Handelstage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Nach den Optionsbedingungen ist die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten nach oben begrenzt (Deckelung). Die SAR können nur ausgeübt werden, wenn der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausübung, gemessen am Basispreis der Option, um einen bestimmten Prozentsatz gestiegen ist (Erfolgshürde). Wird die Erfolgshürde nicht überschritten, kommt es zu keiner Auszahlung an die Vorstandsmitglieder. Die SAR unterliegen einer Sperrfrist von vier Jahren ab dem Tag der Zuteilung der Tranche. Innerhalb der Sperrfrist ist eine Ausübung nicht möglich. Die sich an die Sperrfrist anschließende Ausübungszeit beträgt zwei Jahre. Dem Vorstand werden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wird. Im Geschäftsjahr 2016 wurden 40.241 SAR (Vorjahr: 65.636) ausgegeben. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt 280 TEUR (Vorjahr: 280 TEUR). Der Bestand der bis zum 31. Dezember 2016 insgesamt gewährten SAR beträgt 277.152 Stück (Vorjahr: 393.775). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten und noch nicht ausgeübten SAR betrug zum Bilanzstichtag 1.974 TEUR (Vorjahr: 2.248 TEUR). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Im Personalaufwand ist die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts vor Abzinsung mit 567 TEUR (Vorjahr: 1.486 TEUR) enthalten. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Optionspreismodell von Black/Scoles und einer angemessenen Volatilität für INDUS sowie einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und das unternehmerische Konzept der Gesellschaft wesentlich verändern (Change of Control), sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags berechtigt. Im Falle der außerordentlichen Kündigung oder bei Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung. Diese bemisst sich nach der Gesamtvergütung einschließlich aller festen und variablen Vergütungsbestandteile und geldwerten Vorteile. Die Abfindung wird maximal für den Zeitraum bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt oder einer Laufzeit von zwei Jahren gezahlt, soweit der reguläre Beendigungszeitraum davon abweicht. Die gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der INDUS Holding AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2016 sowie das Geschäftsjahr 2015 aus dem festen Grundgehalt (einschließlich steuerpflichtiger geldwerter Vorteile), der ergebnisabhängigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive-Programm) und der aktienorientierten Vergütung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Long-Term-Incentive-Programm) zusammen. Insgesamt sind an die Vorstände 2.220 TEUR (Vorjahr: 2.186 TEUR) gewährt worden. Hiervon entfallen 1.330 TEUR auf die feste Vergütung (Vorjahr: 1.296 TEUR), 610 TEUR auf die kurzfristige variable Vergütung (Vorjahr: 610 TEUR) und 280 TEUR auf die virtuellen Aktienoptionen (Vorjahr: 280 TEUR). Zu den individualisierten Vorstandsvergütungen verweisen wir auf die Ausführungen zum Corporate Governance Kodex innerhalb des Lageberichtes. SONSTIGE BEZIEHUNGENGeschäfte der INDUS-Gruppe mit Personen oder Unternehmen, die die INDUS-Gruppe beherrschen oder von ihr beherrscht werden, müssen angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Nahestehende assoziierte Unternehmen sind die im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften. Die weiteren Kategorien betreffen die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren Familienmitglieder. In beiden Geschäftsjahren lagen keine Geschäftsbeziehungen zu Vorständen sowie deren Familienmitgliedern vor. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN (IN TEUR)scroll
1
Zinsen, Mieten, Beratungsleistungen [38] MITARBEITERMITARBEITER IM DURCHSCHNITT DES GESCHÄFTSJAHRESscroll
[39] KOSTEN DER JAHRESABSCHLUSS- UND KONZERNABSCHLUSSPRÜFUNGDas Honorar des Prüfers des Konzernabschlusses, Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, betrug für die Abschlussprüfungen 243 TEUR (Vorjahr: 224 TEUR) davon für Vorjahre TEUR 18, für sonstige Bestätigungen oder Bewertungsleistungen 5 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR) und für sonstige Leistungen 4 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR). [40] DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEXDer Vorstand und der Aufsichtsrat haben im Dezember 2016 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht. [41] INANSPRUCHNAHME DER ERLEICHTERUNGEN NACH § 264 ABS. 3 BZW. § 264B HGBIn der beim elektronischen Handelsregister hinterlegten Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 HGB, die Bestandteil des Konzernanhangs ist, sind die Tochtergesellschaften bezeichnet, die die Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB zum 31. Dezember 2016 in Anspruch nehmen. [42] EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGMit Vertrag vom 31. Januar 2017 hat die INDUS Holding AG 76 % der Anteile an der M+P International Mess- und Rechnertechnik GmbH, Hannover, erworben. Die M+P-Gruppe ist ein Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung und -analyse, beschäftigt 63 Mitarbeiter und hat 2016 einen vorläufigen Umsatz von 12 Mio. EUR erzielt. [43] ANTEILSBESITZLISTE ZUM 31.12.2016DER INDUS HOLDING AGscroll
(1)
Inanspruchnahme der Erleichterungen nach
§ 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 HGB, die Bestandteil des Konzernanhangs ist, wird mit dem Konzernabschluss im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. [44] ORGANEAUFSICHTSRAT DER INDUS HOLDING AGHELMUT SPÄTHKaufmann (Dipl.-Kfm.), Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München VORSITZENDERWeitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. i Satz 5 AktG:
1)
Diese Mandate sind Konzerngesellschaften
der Versicherungskammer Bayern DR. JÜRGEN ALLERKAMPVolljurist, Vorsitzender des Vorstands Investitionsbank Berlin, Berlin STELLVERTRETENDER VORSITZENDERWeitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. i Satz 5 AktG:
2)
Dieses Mandat ist eine Konzerngesellschaft
der Investitionsbank Berlin DR. RALF BARTSCHVolljurist, Sprecher der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Brüder Schlau, Porta Westfalica DR. DOROTHEE BECKERDiplom-Ökonomin, Sprecherin der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Gebrüder Becker, Wuppertal HANS JOACHIM SELZERIngenieur (Dipl.-Wirtschafts-Ing.), Driedorf Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. i Satz 5 AktG:
CARL MARTIN WELCKERIngenieur (Dipl.-Ing), geschäftsführender Gesellschafter der Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG, Köln VORSTAND DER INDUS HOLDING AGJÜRGEN ABROMEITGeorgsmarienhütte VORSTANDSVORSITZENDERWeitere Mandate in Beratungsgremien:
DR.-ING. JOHANNES SCHMIDTBergisch Gladbach RUDOLF WEICHERTDiplom-Kaufmann, Erkrath Weitere Mandate in Beratungsgremien:
Bergisch Gladbach, den 21. März 2017 INDUS Holding AG Der Vorstand Jürgen Abromeit Dr. Johannes Schmidt Rudolf Weichert Anteilsbesitzliste zum 31.12.2016der INDUS Holding AGscroll
(1)
Inanspruchnahme der Erleichterungen nach
§ 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB Bestätigungsvermerk des KonzernabschlussprüfersWir haben den von der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Bilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang - sowie den zusammengefassten Lagebericht zur Lage der Gesellschaft und des Konzerns, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht zur Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Köln, 22. März 2017 Ebner Stolz GmbH & Co. KG Dr. Werner Holzmayer, Wirtschaftsprüfer Marcus Lauten, Wirtschaftsprüfer Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Bergisch Gladbach, den 21. März 2017 Der Vorstand Jürgen Abromeit Dr. Johannes Schmidt Rudolf Weichert BERICHT DES AUFSICHTSRATS Geschäftsjahr 2016SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,im Folgenden möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr informieren.ZUSAMMENARBEIT VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATIm Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat sämtliche Aufgaben wahrgenommen, die ihm nach Gesetz und Satzung obliegen. Er hat den Vorstand kontinuierlich beraten, ihn bei der Leitung des Unternehmens überwacht und sich dabei stets von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugt. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten jederzeit nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des tatsächlichen Geschäftsverlaufs von der Planung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen und den Präsenzsitzungen mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Auf diese Weise erhielten sie laufend Einblick in die jeweils aktuelle Geschäfts- und Vermögensentwicklung. Neben der Geschäfts-, Investitions- und Finanzplanung galt die Aufmerksamkeit des Aufsichtsrats der Risikolage und dem Risikomanagement. In Einzelfällen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung zu einzelnen Geschäftsvorgängen erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlich war. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses standen auch zwischen den Gremiensitzungen in einem intensiven Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen der Gesellschaft informiert. SITZUNGSHÄUFIGKEIT UND SITZUNGSTEILNAHMEIm Geschäftsjahr 2016 fanden vier ordentliche Sitzungen im Beisein des Vorstands statt. Darüber hinaus wurde eine zusätzliche Sitzung im Rahmen einer Telefonkonferenz durchgeführt. Der Aufsichtsrat sieht es als Teil guter Corporate Governance an, die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsratsplenums sowie der Aufsichtsratsausschüsse individualisiert offenzulegen. An sämtlichen Sitzungen des Aufsichtsrats sowie der Ausschüsse haben jeweils alle Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands teilgenommen. Auch außerhalb der regelmäßigen Sitzungen wurden die für die Gesellschaft bedeutenden Geschäftsvorgänge mit dem Aufsichtsrat erörtert, sodass dieser stets in grundlegende Entscheidungen eingebunden war. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, hat es nicht gegeben. THEMENSCHWERPUNKTE DER SITZUNGENDen Schwerpunkt der ersten Sitzung am 8. April 2016 bildete die Vorlage und Erläuterung des Jahresabschlusses 2015 der AG und des Konzerns und die Beschlussfassung hierzu. Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich unter anderem und schwerpunktmäßig mit den Auswirkungen a) der Kaufpreisallokation der Akquisitionen und b) der Investitionen auf den Einzel- und Konzernabschluss, c) der Höhe der Steuerquote sowie d) der Risikoanalyse im Bereich Fahrzeugtechnik. Nach intensiver Erörterung mit dem Abschlussprüfer und auf Empfehlung des Prüfungsausschusses billigte der Aufsichtsrat den Konzernabschluss und stellte den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2015 fest. Weiterhin informierte der Vorstand über die Investitionsschwerpunkte im abgelaufenen Jahr und erläuterte ausführlich die Jahresberichte zum Risikomanagement und zur Compliance. Im Anschluss präsentierte der Vorstand die wirtschaftliche Lage der INDUS-Gruppe per Februar 2016. Der Aufsichtsrat stimmte über die Vorstandsvorlage zum hundertprozentigen Erwerb der CAETEC GmbH ab. Der Spezialist für Datenlogger und Messmodule in der Automobilentwicklung wurde für die INDUS-Beteiligung IPETRONIK Baden-Baden erworben. Das Signing erfolgte am 2. Mai 2016, das Closing am 30. Mai 2016. Der Vorstand informierte zudem über die geplanten Ergänzungsakquisitionen von CREAPHYS durch M. BRAUN sowie von IN-SITU durch MIKROP, zwei Ergänzungsakquisitionen auf Enkelebene zur strategischen Abrundung der Kompetenzen der beiden vorgenannten Tochtergesellschaften. Abzustimmen waren weiterhin der Dividendenvorschlag des Vorstands und die Tagesordnung der Hauptversammlung 2016. In der im Rahmen einer Telefonkonferenz durchgeführten zusätzlichen Sitzung am 23. Mai 2016 erläuterte der Vorstand ausführlich den geplanten Erwerb der H. HEITZ Furnierkantenwerk GmbH & Co. KG, den der Aufsichtsrat billigte. Die HEITZ-Gruppe stellt Furnierkanten und Ummantelungsfurniere aus Echtholz her und ist in dieser speziellen Branche einer der größten Anbieter weltweit. Der Kaufvertrag wurde am 7. Juni 2016 unterzeichnet. Das Closing erfolgte am 30. Juni 2016. Am Tag vor der Hauptversammlung am 8. Juni 2016 kam der Aufsichtsrat zu seiner zweiten regulären Sitzung zusammen, in der sich die Mitglieder auf den aktuellen Stand der Antragslage vorbereiteten. Da keine Gegenanträge vorlagen, befasste sich der Aufsichtsrat ausführlich mit dem Bericht über den Geschäftsverlauf der Monate Januar bis April 2016. Der Vorstand berichtete zudem über Budgetabweichungen aus den Segmenten Metall- und Fahrzeugtechnik, wies aber darauf hin, dass die kommunizierte Ergebnisplanung in Summe weiterhin absolut erreichbar sei. Dies wurde durch den auf Basis der Ergebnisse per April 2016 erstellten Forecast I der Beteiligungsunternehmen unterlegt. Weiterhin stimmte der Aufsichtsrat über die Vorstandsvorlage zum Erwerb von 50 % der Anteile an der ZweiCom GmbH, einem Spezialisten für die Entwicklung und Produktion von passiven Komponenten für die Glasfaserinfrastruktur, durch die HAUFF-TECHNIK ab. Nach erfolgter Information und Diskussion der zum 1. Juli 2016 in Kraft getretenen Änderungen des Kapitalmarktrechts durch die EU-Marktmissbrauchsverordnung verabschiedete der Aufsichtsrat die neue Insider Trading Policy der INDUS Holding AG, die die bisherige ersetzt. Die dritte reguläre Sitzung fand am 21. September 2016 statt. Zu Beginn informierte der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung der INDUS-Gruppe der ersten acht Monate des Geschäftsjahres 2016. Detailliert berichtet wurde über die Gründe der Planunterschreitungen im Segment Fahrzeugtechnik. Der Vorstand bestätigte mit Blick auf den aktuellen Forecast II der Beteiligungsunternehmen die Gesamtjahresprognose und erläuterte die gute Entwicklung der Segmente Bau/Infrastruktur sowie Maschinen- und Anlagenbau. Weiterhin informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über die erfolgreich und planmäßig abgeschlossenen Akquisitionen H. HEITZ, ZWEICOM und IN-SITU. Ausführlich erläuterte der Vorstand die weiterhin gut gefüllte M&A-Projekt-Pipeline mit weiteren Akquisitionskandidaten in den Jahren 2016 und 2017, was möglicherweise einen zusätzlichen genehmigten Rahmen erfordere. Gegenstand dieser Sitzung war auch die Vorstellung eines Strategiereports zum Umsetzungsstand der Strategie KOMPASS 2020 durch den Vorstand. Schwerpunkt war das Themenfeld "Entwickeln". Dabei berichtete der Vorstand über den aktuellen Arbeitsstand bei der Entwicklung der Innovationsstrategie sowie der Einführung des Innovationsmanagements in der Gruppe. Der Vorstand erläuterte unter diesem Aspekt die mehrjährigen Entwicklungen bei ausgewählten Tochtergesellschaften. Zudem gab der Vorstand einen Ausblick auf die Erweiterung des KOMPASS 2020 mit den drei Themenfeldern "Wachsen", "Entwickeln" und "Repositionieren". Der Aufsichtsrat signalisierte seine volle Unterstützung für die Strategie des Vorstands im Hinblick auf die avisierte Portfolioentwicklung. Die letzte Sitzung des Jahres am 14. Dezember 2016 galt dem aktualisierten Ausblick für das Geschäftsjahr 2016 auf Basis der Ergebnisse bis Oktober 2016 sowie der Planung 2017. Weiterhin gab der Vorstand einen Statusbericht zur Finanzierung der INDUS-Gruppe ab. Im Anschluss informierte er den Aufsichtsrat in Sonderberichten über aktuelle Entwicklungen bei den Unternehmen BETOMAX, MEWESTA, SELZER und FICHTHORN. Der Vorstand erläuterte die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2017 einschließlich der Investitions- und Finanzierungsplanung. In der anschließenden Diskussion erörterte der Vorstand Details des Planungsprozesses. Der Aufsichtsrat verabschiedete die gesamte Jahresplanung ohne Korrektur. Im Anschluss berichtete der Vorstand über den geplanten mehrheitlichen Erwerb der M+P INTERNATIONAL Mess- und Rechnertechnik GmbH. Dabei handelt es sich um einen innovativen und international agierenden Entwickler für Mess- und Testsysteme zur Schwingungsprüfung und -analyse. Die Anwendungsbereiche der Mess- und Testsysteme reichen von der Luft- und Raumfahrttechnik bis hin zur Energie- und Umwelttechnik. Der Aufsichtsrat genehmigte die Akquisition. Das Signing erfolgte am 30. Januar 2017 und somit erst im neuen Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende informierte über die Ergebnisse der Personalausschusssitzung vom gleichen Tage. Im Nachgang hierzu stellte der Vorstand das Verfahren zur Findung eines geeigneten Kandidaten für die Nachfolge des frei werdenden Aufsichtsratsmandats von Herrn Selzer, der gemäß Satzung altersbedingt nicht erneut zur Wahl steht, vor. Weiterer Gegenstand der Beratungen war das laufende Statusverfahren, in dem das Landgericht Köln auf Antrag eines privaten Aktionärs die aktienrechtskonforme Zusammensetzung des Aufsichtsrats überprüft. Der Vorstand hatte kurz nach der öffentlichen Bekanntmachung den Aufsichtsrat über die Einleitung des Statusverfahrens telefonisch informiert. Der Vorstand berichtete kurz über die Themen der Sitzung des Prüfungsausschusses am gleichen Tage, an der als Vertreter des Konzernabschlussprüfers Ebner Stolz Mönning Bachem Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte Partnerschaft, Köln, Herr Dr. Holzmayer sowie Herr Lauten teilnahmen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich auch im Berichtsjahr mit der Anwendung des Deutschen Corporate Governance Kodex beschäftigt. Vorstand und Aufsichtsrat gaben eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG ab, die auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung steht. ARBEIT DER AUSSCHÜSSEDie zwei Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Dabei können Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen werden, sofern dies gesetzlich zulässig ist. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat den Vorsitz im Personal- und Nominierungsausschuss inne, nicht aber den Vorsitz im Prüfungsausschuss. Die personelle Zusammensetzung der beiden Ausschüsse ist unter der Rubrik Organe im Geschäftsbericht dargestellt. Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2016 zu zwei Sitzungen am 8. April und 14. Dezember 2016 zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen auch Vertreter von Ebner Stolz Mönning Bachem Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte Partnerschaft, Köln, an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung abgeschlossen sowie den Prüfungsschwerpunkt festgelegt. Hauptthemen der Beratungen waren der Abschluss 2015, die Überprüfung des Risikomanagement- und Compliance-Berichts sowie die Erarbeitung einer Abschlussprüfer-Richtlinie. Der Personal- und Nominierungsausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2016 in drei Sitzungen am 8. April, 21. September und 14. Dezember 2016 die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzung waren die Ausgestaltung des Vergütungssystems sowie Vorschläge zur Festsetzung von Tantieme und Bonus für die Mitglieder des Vorstands und Vertragsangelegenheiten. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden. BERATUNG DER JAHRESABSCHLÜSSE UND DIVIDENDENVORSCHLAGDie durch Beschluss der Hauptversammlung vom 9. Juni 2016 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer bestellte Ebner Stolz Mönning Bachem Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte Partnerschaft, Köln, hat gemäß Auftrag des Aufsichtsrats den Jahresabschluss und den Lagebericht des INDUS-Holding-Konzerns und der INDUS Holding AG geprüft. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Darüber hinaus hat er festgestellt, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind. Eine prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten wurde nicht durchgeführt. Konzernabschluss und Konzernlagebericht, Jahresabschluss und Lagebericht, der erstmalig erstellte Nachhaltigkeitsbericht sowie die Prüfungsberichte wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 22. März 2017 detailliert erörtert. An dieser Sitzung nahm auch der Abschlussprüfer Ebner Stolz Mönning Bachem Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte Partnerschaft, Köln, teil, der über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtete und für zusätzliche Fragen zur Verfügung stand. Der Aufsichtsrat hat sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte eingehend erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung der vorgelegten Unterlagen und der Empfehlung des Prüfungsausschusses erhebt der Aufsichtsrat keine Einwände und schließt sich dem Ergebnis des Abschlussprüfers an. Er stellt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließt sich der Aufsichtsrat an. Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beteiligungsunternehmen und der INDUS Holding AG für ihr außerordentliches Engagement im vergangenen Geschäftsjahr.
Bergisch Gladbach, den 22. März 2017 FÜR DEN AUFSICHTSRAT HELMUT SPÄTH, VORSITZENDER SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND DER AUSSCHÜSSE IM GESCHÄFTSJAHR 2016scroll
scroll
Entsprechenserklärung 2016Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass die INDUS Holding AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2015 den vom Bundesministerium der Justiz veröffentlichten Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 5. Mai 2015 entspricht; in der Vergangenheit hat INDUS der Kodexziffer 7.1.2 Satz 4 nicht entsprochen (Veröffentlichung des Geschäftsberichts binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende und der Zwischenberichte binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums); ab 2017 wird INDUS ihre Veröffentlichungen in den empfohlenen Zeiträumen vornehmen. Auch in Zukunft beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, die Empfehlungen zu beachten. Dabei gilt folgende Ausnahme: Kodex Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 Satz 1 und Satz 2: Benennung konkreter Ziele bezüglich der Zusammensetzung des AufsichtsratesDie INDUS Holding AG hat für die Mitgliedschaft in ihren Organen Altersgrenzen festgelegt, wonach Vorstandsmitglieder ein Alter von 67 Jahren und Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl ein Alter von 70 Jahren nicht überschreiten dürfen. Zudem hat sie gemäß der neuen gesetzlichen Erfordernisse Zielgrößen für den Frauenanteil festgelegt. Dem Aufsichtsrat sollen mindestens drei unabhängige Mitglieder angehören. Der Aufsichtsrat der INDUS Holding AG hat aber darüber hinaus keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung benannt. Die INDUS Holding AG ist der Auffassung, dass die mit dem Kodex verfolgte Intention auch ohne die Benennung weiterer konkreter Ziele erreicht werden kann und dass die Festlegung solcher Ziele den Aufsichtsrat bei der Auswahl geeigneter Mitglieder sogar beschränken würde. Es wurde insbesondere keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Diese könnte der im Gesellschaftsinteresse liegenden Kontinuität und Bewahrung langjähriger Expertise im Aufsichtsrat widersprechen. Gleichzeitig ist eine Regelgrenze für die Sicherstellung der Professionalität und Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht erforderlich, da die INDUS Holding AG die o.g. Festlegungen beachtet und die Zugehörigkeitsdauer durch die Veröffentlichung auf ihrer Internetseite für die Aktionäre transparent gestaltet. Der Aufsichtsrat wird bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung jedoch auch künftig die Empfehlungen des Kodex, etwa zur Vielfalt, berücksichtigen und die Kenntnisse, Fähigkeiten, Erfahrungen und fachlichen Qualifikationen infrage kommender Personen in den Vordergrund stellen. Die Abweichung von Ziffer 5.4.1 Abs. 3 Satz 1 und 2, wonach die festgelegten Ziele bei Wahlvorschlägen berücksichtigt und ihr Umsetzungsstand veröffentlicht werden sollen, ist eine Folge der (teilweise) fehlenden Zielfestlegung.
Bergisch Gladbach, den 14. Dezember 2016 Für den Vorstand Jürgen Abromeit Rudolf Weichert Für den Aufsichtsrat Helmut Späth |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||