![]() INDUS Holding AGBergisch GladbachZwischenbericht H1 2020ZWISCHENBERICHT H1 2020HIGHLIGHTSscroll
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KURSENTWICKLUNG DER INDUS-AKTIE JANUAR BIS JULI 2020 EXKL. DIVIDENDE (indexiert, in %)![]() BRIEF AN DIE AKTIONÄRESEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,hinter uns liegt ein Quartal, das massiv durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt wurde. Relevante Institutionen haben ihre Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2020 teilweise mehrmals nach unten korrigiert. Je nach Wirtschaftszweig ist auch zum aktuellen Zeitpunkt noch keine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr möglich. Diese Unsicherheit begleitet uns auch bei unseren Planungen. Dennoch haben wir uns
entschieden, unseren Aktionären zum jetzigen Zeitpunkt eine Orientierung zu geben
und eine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zu veröffentlichen. Dafür sind wir wie
immer in engem Austausch mit den Geschäftsführern unserer Beteiligungen. Die Prognose
beruht auf der Annahme, dass der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Lage im zweiten Quartal
erreicht wurde und in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine zögerliche wirtschaftliche
Erholung eintreten wird. Das zweite Quartal war wenig überraschend aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie
ganz besonders herausfordernd für die deutsche Wirtschaft - und auch für uns. Priorität
war, für den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Infektionen zu sorgen.
Trotz aller Einschränkungen galt es aber auch, die Wünsche der Kunden bestmöglich
zu erfüllen. Mit der Kreativität und der Flexibilität der gesamten INDUS-Mannschaft
konnte eine Vielzahl von praktikablen Lösungen für konkrete Einzelfälle gefunden werden.
Gerade hier zeigt sich wieder einmal die Stärke der mittelständischen Kultur unserer
Gruppe. Dafür gebührt allen Beteiligten unser herzlicher Dank! Wie in vielen Bereichen der deutschen Wirtschaft brachen auch bei uns in den Monaten
April und Mai die Umsätze einzelner Beteiligungen erheblich ein - teilweise um mehr
als 50 %. Die größten Belastungen ergaben sich in den Segmenten Fahrzeugtechnik und
Maschinen- und Anlagenbau. Im Juni dann gab es aber auch erste Anzeichen einer Erholung.
Wie weit diese tragen wird, bleibt abzuwarten. So scheint auch der überraschend starke
Umsatzrückgang im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik im Juni bereits überwunden.
Als besondere Stütze erweist sich das Segment Bau/ Infrastruktur, das sich deutlich
über unseren Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis entwickelt hat. Ausgelöst durch die Corona-Pandemie haben wir zur Jahresmitte einen zusätzlichen
Planungsprozess bei von der Pandemie stark betroffenen Unternehmen durchgeführt. Wegen
verschlechterter Zukunftsaussichten führte der anschließende Werthaltigkeitstest (Impairmenttest)
bei mehreren Unternehmen zu nicht zahlungswirksamen Wertminderungen auf Geschäfts-
und Firmenwerte (Goodwill) von in Summe 31,6 Mio. EUR. Davon entfallen 29,2 Mio. EUR
auf das Segment Fahrzeugtechnik und 2,4 Mio. EUR auf das Segment Metalltechnik. Wie sehen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Geschäftszahlen aus? Der
Umsatz der INDUS-Gruppe ging im ersten Halbjahr 2020 um 11,7 % auf 774,2 Mio. EUR
zurück. Das operative Ergebnis (EBIT), in dem die Wertminderungen bereits enthalten
sind, landete bei -18,3 Mio. EUR. Neben Schatten gab es aber auch Licht. Der operative
Cashflow konnte um gute 4,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr auf 29,0 Mio. EUR verbessert
werden. Die Liquidität im Konzern lag am Ende des Halbjahres mit 150,8 Mio. EUR weiter
auf einem gezielt hohen Niveau. Die erste Runde unserer revolvierenden Finanzierung
konnten wir im Mai wie geplant abschließen. Wichtige Finanzierungspartner haben mit
uns erneut bilaterale Kreditverträge unterzeichnet und die Kredittranchen ausgezahlt.
Im dritten Quartal planen wir nun die Ausgabe eines Schuldscheindarlehens. Ein Rückgriff
auf Staatshilfen wird somit auch weiterhin nicht erforderlich sein. Im zweiten Quartal haben wir die Restanteile unserer Mitgesellschafter bei der MBN
Maschinenbaubetriebe GmbH und bei der SELZER-Gruppe erworben. INDUS ist nunmehr alleinige
Gesellschafterin dieser beiden Unternehmen. Ebenfalls planmäßig haben wir die Geschäftsanteile
eines Mitgesellschafters der PEISELER GmbH & Co. KG gekauft. Anteile des anderen Mitgesellschafters
folgen im zweiten Halbjahr 2020. Nach gründlicher Abwägung im Vorstand haben wir im zweiten Quartal ein Maßnahmenpaket
zur Portfoliooptimierung auf den Weg gebracht. Durch die Umsetzung soll die EBIT-Marge
nachhaltig verbessert werden. Im Rahmen des Strategieprogramms PARKOUR prüfen wir
punktuelle Unternehmensverkäufe. Dabei lassen wir uns von der Frage leiten, ob sich
im Einzelfall für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter mit einem anderen Eigentümer
langfristig bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Im Halbjahresabschluss führt
dieses Maßnahmenpaket zu Wertberichtigungen auf Sachanlagen und aktive latente Steuern
sowie zur Bildung von Rückstellungen von in Summe 11,6 Mio. EUR. Am 24. Juli 2020 wurde das Osnabrücker Tochterunternehmen KIEBACK GmbH & Co.KG aus
dem Segment Fahrzeugtechnik an den Geschäftsführer verkauft. Vielversprechende Verhandlungen
für den Verkauf eines Enkelunternehmens aus dem Bereich Fahrzeugtechnik stehen kurz
vor dem Abschluss. Außerdem konnten wir bereits im Februar dieses Jahres den Geschäftsbereich
SIMON Kinetics der SIMON Group, der Möbelbeschläge und Dämpfungssysteme herstellt,
erfolgreich an die britische Titus Group verkaufen. Neben Verkäufen sieht das Maßnahmenpaket auch die Stilllegung von Unternehmen vor,
bei denen Restrukturierungsanstrengungen auch nach längerer Zeit nicht die erhofften
Ergebnisse zeigen. So wurde für ein Enkeltochterunternehmen aus dem Segment Fahrzeugtechnik
im Juni die Stilllegung eingeleitet. Im Segment Metalltechnik prüfen wir aktuell die
Stilllegung der Schweizer BACHER AG bis zur Mitte des kommenden Jahres. Dazu haben
wir das in der Schweiz gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren eingeleitet.
Bereits seit dem ersten Quartal wird die Stilllegung der Kunststoffgalvanik der SIMON
Group vorangetrieben, die voraussichtlich bis zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen
sein wird. Nach der Umsetzung dieses Maßnahmenpakets werden im Jahresvergleich auf der einen
Seite Umsätze im mittleren zweistelligen Millionenbereich wegfallen. Dafür soll sich
auf der anderen Seite die EBIT-Marge um einen guten Prozentpunkt verbessern. Seien
Sie versichert: Verkäufe sind kein strategischer Teil unseres Geschäftsmodells und
werden es auch nicht werden. Leitmotiv unseres Handelns bleibt "Kaufen, halten und
entwickeln". Dennoch kann es im Einzelfall notwendig sein, sich von einzelnen Unternehmen
zu trennen. So verschaffen wir uns die Kraft und die Kapazitäten, um uns verstärkt der Akquisition
margenstarker Hidden Champions in Zukunftsbranchen zu widmen. Wir hatten gehofft, mit der Verschiebung unserer Hauptversammlung auf den 13. August
2020 doch noch unsere Aktionärinnen und Aktionäre persönlich treffen zu können. Das
ist in diesem Jahr nun leider nicht möglich. Zum Schutz aller haben wir uns für eine
virtuelle Hauptversammlung entschieden. Wir werden das Beste daraus machen und Sie
auf diesem Wege ausführlich zu dem, was uns bewegt hat, und zu unseren Vorhaben informieren.
Wir freuen uns, wenn sich viele von Ihnen zuschalten. Bleiben Sie gesund! Bergisch Gladbach im August 2020 scroll
ZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSVERLAUF DER INDUS-GRUPPE IM ERSTEN HALBJAHR 2020KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (in Mio. EUR)scroll
Das erste Halbjahr 2020 stand ganz im Zeichen der wirtschaftlichen und operativen
Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die INDUS-Beteiligungen aus vier der fünf Segmente
waren im Berichtszeitraum erheblich von den Folgen der Pandemie beeinträchtigt. Die
seit einiger Zeit andauernden Schwierigkeiten in der Fahrzeugtechnik und in einer
Beteiligung der Metalltechnik haben sich durch die Corona-Pandemie deutlich verschärft.
INDUS hat deshalb ein Maßnahmenpaket zur Portfoliooptimierung verabschiedet und kommuniziert.
Die Umsetzung hat bereits im zweiten Quartal begonnen und wird sich bei einzelnen
Maßnahmen bis ins Jahr 2021 hinziehen. Bilanziell wurden wesentliche Effekte bereits
im vorliegenden Halbjahresabschluss erfasst. UMSATZRÜCKGANG IN VIER SEGMENTEN Im ersten Halbjahr 2020 konnten die INDUS-Beteiligungen einen Umsatz in Höhe von
774,2 Mio. EUR erzielen. Dies bedeutet eine Reduktion um 102,3 Mio. EUR (-11,7 %)
im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres. Dabei sind die Umsatzerlöse in den
Segmenten Fahrzeugtechnik sowie Maschinen- und Anlagenbau sehr deutlich zurückgegangen.
In den Segmenten Medizin- und Gesundheitstechnik und Metalltechnik waren deutliche
bzw. leichte Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Im Segment Bau/Infrastruktur konnte ein
erneutes Umsatzwachstum trotz der Corona-Krise erzielt werden. Das erneute Umsatzwachstum
in Höhe von 4,2 % bzw. 8,1 Mio. EUR konnte die Umsatzrückgänge der restlichen Segmente
aber nicht annähernd kompensieren. Der organische Umsatzrückgang der INDUS-Gruppe
betrug 13,4 %. Anorganisch konnte durch die Vorjahreserwerbe MESUTRONIC und DSG ein
Umsatzplus von 1,7 % erzielt werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen
9,6 Mio. EUR und waren damit um 4,2 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Die Erhöhung betraf
im Wesentlichen Erträge aus Anlagenverkäufen im Zusammenhang mit dem Maßnahmenpaket
zur Portfoliooptimierung. Die Materialaufwandsquote stieg leicht von 46,4 % auf 47,0 %. Die Personalaufwandsquote
stieg von 30,0 % auf 33,5 %. Erwartungsgemäß konnten die Personalkosten trotz intensiver
Nutzung von Kurzarbeit nicht proportional zu den gesunkenen Produktionsauslastungen
gesenkt werden. Der sonstige betriebliche Aufwand reduzierte sich um 5,3 % auf 99,6
Mio. EUR. Die Abschreibungen erhöhten sich um 41,8 Mio. EUR auf insgesamt 84,8 Mio. EUR. Darin
enthalten sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von 46,9 Mio. EUR (Vorjahr: 43,0
Mio. EUR) und Wertminderungen in Höhe von 37,9 Mio. EUR (Vorjahr: Keine Wertminderungen).
Die Wertminderungen in Höhe von 37,9 Mio. EUR entfallen in Höhe von 33,8 Mio. EUR
auf das Segment Fahrzeugtechnik sowie in Höhe von 4,1 Mio. EUR auf das Segment Metalltechnik. DEUTLICHER ERGEBNISRÜCKGANG Das operative Ergebnis (EBIT) betrug -18,3 Mio. EUR und lag damit um 84,8 Mio. EUR
unter dem Vorjahreswert (66,5 Mio. EUR). Die EBIT-Marge lag bei -2,4 % (Vorjahr: 7,6
%). Der Rückgang ist in erster Linie auf die erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen
der Corona-Pandemie in vier der fünf Segmente - insbesondere im Segment Fahrzeugtechnik
- zurückzuführen. Weiterhin sind in diesem Ergebnis die oben erläuterten nicht zahlungswirksamen
Wertminderungen in Höhe von insgesamt 37,9 Mio. EUR enthalten. Damit konnte ein operatives
Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen in Höhe von 19,6 Mio. EUR für das erste Halbjahr
2020 erzielt werden. Für das zweite Quartal 2020 betrug das operative Ergebnis -34,4
Mio. EUR. bzw. 3,5 Mio. EUR vor Wertminderungen. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 3,4 Mio. EUR von -8,4 Mio. EUR auf -5,0 Mio.
EUR. Ursache ist die Verringerung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten aufgrund rückläufiger
Ergebnisse bei diesen Beteiligungen im ersten Halbjahr 2020. Im Finanzergebnis sind
das Zinsergebnis, das Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen und das übrige Finanzergebnis
enthalten. Innerhalb des übrigen Finanzergebnisses sind die Bewertungen der Zinsswaps
und der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten für Minderheiten ausgewiesen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit -23,3 Mio. EUR um 81,4 Mio. EUR unterhalb
des Vorjahresvergleichswerts (58,1 Mio. EUR). Der Steueraufwand betrug 16,0 Mio. EUR
nach 20,4 Mio. EUR im Vorjahr. Vor dem Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
ergab sich ein Periodenergebnis von -39,3 Mio. EUR (Vorjahr: 37,7 Mio. EUR). Das Ergebnis
je Aktie betrug -1,63 EUR nach 1,52 EUR im Vergleichszeitraum. Im Durchschnitt der ersten sechs Monate 2020 wurden in den Unternehmen der INDUS-Gruppe
10.767 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.710 Mitarbeiter) beschäftigt. Ende Juni befanden sich
etwa 2.680 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Dies entspricht einer Quote von 32 % bei den
betroffenen INDUS-Beteiligungen. MASSNAHMENPAKET ZUR PORTFOLIO-OPTIMIERUNG IN UMSETZUNG Im Juni 2020 hat der Vorstand der INDUS Holding AG ein Maßnahmenpaket zur Portfoliooptimierung
beschlossen. Im Zuge dieses Maßnahmenpakets wurde der Verkauf der KIEBACK GmbH & Co. KG, Osnabrück,
aus dem Segment Fahrzeugtechnik beschlossen. Das Signing des Kaufvertrags erfolgte
am 24. Juli 2020 und wird zu einer Entkonsolidierung des Unternehmens zum 31. Juli
2020 führen. Für ein Enkeltochterunternehmen aus dem Segment Fahrzeugtechnik wurde bereits im
Juni die Stilllegung beschlossen und eingeleitet. Bei der BACHER AG aus dem Segment Metalltechnik wird die Einstellung des Betriebs
im Jahr 2021 geprüft. Die Mitarbeiter wurden darüber informiert und das in der Schweiz
vorgeschriebene Konsultationsverfahren im Juli 2020 eingeleitet. Bereits im Februar 2020 konnte SIMON den Geschäftsbereich SIMON Kinetics an die britische
Titus Group veräußern. Der Geschäftsbereich SIMON Kinetics stellt Möbelbeschläge und
Dämpfungssysteme her. Weiterhin wird der Bereich Kunststoffgalvanik von SIMON aus dem Segment Metalltechnik
bis zum Ende des dritten Quartals 2020 geschlossen. Die Fortführung der Geschäftstätigkeit
wäre aufgrund des EU-weiten Verbots von Chrom-IV-Oxid unrentabel geworden. Im Halbjahresabschluss führen diese Maßnahmen in ihrer Gesamtheit zu Wertberichtigungen
auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie im Zusammenhang mit der Bildung
von Veräußerungsgruppen und auf aktive latente Steuern sowie Aufwand für die Bildung
von Rückstellungen von in Summe 11,6 Mio. EUR. Davon entfallen 8,1 Mio. EUR auf das
Segment Fahrzeugtechnik und 3,5 Mio. EUR auf das Segment Metalltechnik. 1,4 Mio. EUR
der Aufwendungen sind zahlungswirksam. ERWERB DER RESTANTEILE AN M + P, PEISELER, MBN UND SELZER INDUS hat im Januar 2020 planmäßig die Anteile eines Altgesellschafters und bisherigen
Geschäftsführers an der M+P International Mess- und Rechnertechnik GmbH, Hannover,
erworben. Durch den Erwerb der Anteile in Höhe von 14,5 % konnte INDUS die Geschäftsanteile
an M+P auf 91,06 % erhöhen. M+P ist Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung
und -analyse und gehört seit Januar 2017 zur INDUS-Gruppe. Im April 2020 hat INDUS planmäßig 10 % der Anteile an der PEISELER Holding GmbH,
Remscheid, von einem Altgesellschafter und bisherigen Geschäftsführer erworben. Durch
den Erwerb der Anteile erhöht sich der Anteil von INDUS an PEISELER auf 90 %. PEISELER
fertigt hochpräzise Teilgeräte und Schwenkeinrichtungen für Werkzeugmaschinen und
gehört seit Mai 2017 zum INDUS-Portfolio. Im April 2020 wurden weiterhin sämtliche Restanteile an der MBN Maschinenbaubetriebe
Neugersdorf GmbH, Neugersdorf, von den Altgesellschaftern erworben. Durch den planmäßigen
Erwerb der 25 % Restanteile befinden sich nun 100 % der Anteile an MBN bei INDUS.
Die MBN-Gruppe entwickelt und fertigt automatisierte Anlagen sowie Maschinen für die
Fahrzeugendmontage und gehört seit November 2014 zur INDUS-Gruppe. Im Juni 2020 hat INDUS die 15 % Restanteile an der SELZER Fertigungstechnik GmbH
& Co. KG von den Altgesellschaftern erworben. Durch den Erwerb hält INDUS nun 100
% der Anteile an SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG. SELZER gehört seit 2005 zur
INDUS-Gruppe und stellt einbaufertige Komponenten und Baugruppen aus Metall für Getriebe,
Bremsen sowie Motoren von Automobilen her. SEGMENT-BERICHT Die INDUS Holding AG gliedert ihr Beteiligungsportfolio in fünf Segmente: Bau/Infrastruktur,
Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie
Metalltechnik. Zum 30. Juni 2020 umfasste das Beteiligungsportfolio 47 operative Einheiten. BAU/INFRASTRUKTURUMSATZ- UND ERGEBNISWACHSTUM AUF BREITER FRONT Der Segmentumsatz im Bereich Bau/Infrastruktur konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um weitere 8,1 Mio. EUR (4,2 %) auf 199,0 Mio. EUR gesteigert werden. Zu dem hohen
Umsatzwachstum trugen nahezu alle Segmentunternehmen bei. Einen besonderen Beitrag
leisteten die Bereiche Klimageräte, Bewehrung für Stahlbeton sowie Dichtungssysteme
und Hauseinführungen. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Umsatz überproportional um 30,2 % auf
36,2 Mio. EUR (Vorjahr: 27,8 Mio. EUR) an. Die EBIT-Marge erreichte mit 18,2 % einen
sehr hohen Wert. Sie übertraf die gute Marge aus dem Vorjahr (14,6 %) um 3,6 Prozentpunkte. Insgesamt liegt die erfreuliche Entwicklung im Segment Bau/Infrastruktur im ersten
Halbjahr deutlich über unseren Erwartungen. Die Corona-Krise hat sich in diesem Segment
nicht auf die Ergebnisse der Beteiligungen ausgewirkt. Für das zweite Halbjahr erwarten
die Segmentunternehmen eine Stabilisierung auf gutem Niveau. In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahr von leicht
sinkendem Umsatz und leicht sinkendem operativen Ergebnis (EBIT) aus. Die EBIT-Marge
wird innerhalb eines Bandes von 13 bis 15 % liegen. Die Investitionen im Segment betrafen ausschließlich Sachinvestitionen. Sie lagen
mit 8,5 Mio. EUR über dem Vorjahr (8,0 Mio. EUR). KENNZAHLEN BAU/INFRASTRUKTUR (in Mio. EUR)scroll
FAHRZEUGTECHNIKHOHE UNSICHERHEIT ÜBER WEITERE ENTWICKLUNG NACH SCHLECHTEM QUARTAL Das Segment Fahrzeugtechnik wird weiterhin von den aus 2019 bekannten Rahmenbedingungen
belastet. Hinzu kommen seit März 2020 stark belastende Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Ende Juni befanden sich rund 45 % der Mitarbeiter in diesem Segment in Kurzarbeit. Der Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik sank um 50,8 Mio. EUR bzw. 27,7 % auf 132,6
Mio. EUR. In dem starken Rückgang spiegeln sich die extrem starken Absatzrückgänge
während der Monate April und Mai sowie die geringe Dynamik des Wiederanlaufens im
Monat Juni wieder. Alle Unternehmen des Segments waren vom starken Absatzrückgang
betroffen. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen lag mit -29,1 Mio. EUR um 24,0
Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge vor Wertminderung sank auf
-21,9 %. Hierfür sind insbesondere die oben beschriebenen Effekte verantwortlich.
Die Nutzung von Kurzarbeit und Maßnahmen zur Kostenreduzierung konnten die Auswirkungen
des starken Umsatzrückgangs nur zum Teil kompensieren. Obwohl bei den beiden bekannten
Serienzulieferern die Repositionierungen vorankommen, belasten diese das Segmentergebnis
zusätzlich. Im Juni 2020 wurde im Rahmen des Maßnahmenpakets zur Portfoliooptimierung die Veräußerung
der KIEBACK GmbH & Co. KG, Osnabrück, beschlossen. Das Signing des Kaufvertrags ist
im Juli 2020 erfolgt. Außerdem wurde noch im Juni 2020 die Stilllegung einer Enkeltochter
beschlossen und eingeleitet. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der bevorstehenden
Veräußerung und der Stilllegung im ersten Halbjahr Aufwendungen in Höhe von 8,1 Mio.
EUR erfasst. Aufgrund der verminderten Ertragsaussichten für die Zukunft wurden Wertminderungen
(Impairments) auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 29,2 Mio. EUR vorgenommen. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug somit -62,9 Mio. EUR, die EBIT-Marge vermindert
sich aufgrund der Wertminderungen auf -47,4 %. Seit Juni ist bei den Segmentunternehmen ein gewisses Wiederanlaufen des Absatzes
feststellbar. Allerdings herrscht bei den Serienzulieferern große Unsicherheit, ob
und, falls ja, wie schnell und auf welchem Niveau sich der Absatz im weiteren Jahresverlauf
stabilisieren wird. Die Unternehmen vor der Serie spüren ebenfalls eine große Zurückhaltung
auf Kundenseite. In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahr von stark
sinkendem Umsatz und einem deutlich negativen operativen Ergebnis (EBIT) aus. Die Investitionen lagen mit 4,0 Mio. EUR um 3,9 Mio. EUR unter den Investitionen
im Vorjahresvergleichszeitraum. KENNZAHLEN FAHRZEUGTECHNIK (in Mio. EUR) scroll
MASCHINEN- UND ANLAGENBAUFOLGEN DER CORONA-PANDEMIE BELASTEN SEGMENT Der Segmentumsatz im Maschinen- und Anlagenbau sank gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum
deutlich um 41,7 Mio. EUR (-20,1 %) auf 165,8 Mio. EUR. Bei sämtlichen Beteiligungen
des Segments waren rückläufige Umsätze zu verzeichnen. Gerade auch die weltweit tätigen
Unternehmen des Segments sind erheblich durch die Folgen der Corona-Pandemie betroffen.
Hinzu kommt hier eine bereits vor der Corona-Krise spürbare allgemeine Marktberuhigung. Das operative Ergebnis (EBIT) sank um 18,7 Mio. EUR (-82,0 %) auf 4,1 Mio. EUR. Dieser
Effekt beruht auf gesunkenen Ergebnissen von nahezu allen Segmentunternehmen. Besonders
betroffen sind eine Beteiligung aus dem Bereich Werkzeugmaschinenbau und die stark
exportorientierten Beteiligungen. Folglich lag die EBIT-Marge für das erste Halbjahr
2020 mit 2,5 % deutlich unter dem Wert des Vorjahresvergleichsquartals (11,0 %). Sorge bereitet der schleppende Auftragseingang bei der Mehrheit der Segmentunternehmen.
Hier bleibt abzuwarten, ob und, falls ja, wie stark sich der Auftragseingang in der
zweiten Jahreshälfte 2020 erholen kann. In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahr von einem
stark sinkenden Segmentumsatz aus. Für das zweite Halbjahr erwarten wir eine Verbesserung
der EBIT-Marge, insgesamt muss für das Gesamtjahr aber mit einem stark sinkenden operativen
Ergebnis (EBIT) gerechnet werden. Die EBIT-Marge wird innerhalb eines Bandes von 6
bis 8 % liegen. Die Investitionen des Berichtszeitraums in Höhe von 1,2 Mio. EUR betreffen Sachinvestitionen
und sind aufgrund der restriktiven Investitionspolitik in der Corona-Krise um 2,6
Mio. EUR niedriger als im Vorjahr. KENNZAHLEN MASCHINEN- UND ANLAGENBAU (in Mio. EUR)scroll
MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIKLICHTBLICK ZUM ENDE DES ZWEITEN QUARTALS Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik konnte im ersten Halbjahr 2020 einen
Umsatz von 70,6 Mio. EUR erwirtschaften. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von
10,9 Mio. EUR (-13,4 %). Wie bereits berichtet waren die Unternehmen des Segments
deutlich stärker als zunächst erwartet von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen.
Ursächlich waren die starke Störung des Geschäfts im Bereich der Rehabilitationstechnik
und der Entfall "normaler" Operationen während der Hauptmonate des Lockdowns. Zwar
nutzten die von den Absatzrückgängen betroffenen Unternehmen Kurzarbeit - das konnte
aber die umsatzseitigen Rückgänge nicht kompensieren. Das operative Ergebnis (EBIT) sank daher um 5,0 Mio. EUR auf 4,1 Mio. EUR im ersten
Halbjahr 2020. Die Segmentunternehmen sind alle von diesem Ergebnisrückgang betroffen.
Die EBIT-Marge des Segments betrug 5,8 % (Vorjahr: 11,2 %) und lag damit deutlich
unterhalb des Vorjahresvergleichswerts. Erfreulicherweise zogen die Umsätze im Juni wieder deutlich an und erreichten fast
das Vorjahresniveau, sodass zumindest für das zweite Halbjahr eine Erholung in dem
Segment möglich ist. In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahr von sinkendem
Umsatz und einem stark sinkenden operativen Ergebnis (EBIT) aus. Die EBIT-Marge wird
innerhalb eines Bandes von 7 bis 9 % liegen. Die Investitionen lagen mit 1,8 Mio. EUR genau auf dem Wert des Vorjahreszeitraums. KENNZAHLEN MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK (in Mio. EUR)scroll
METALLTECHNIKUMSATZ LEICHT RÜCKLÄUFIG Das Segment Metalltechnik verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatzrückgang
um 7,2 Mio. EUR (-3,4 %) auf 206,4 Mio. EUR. Im zweiten Quartal haben die meisten
Unternehmen des Segments deutliche Umsatzrückgänge infolge der Corona-Pandemie hinnehmen
müssen. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen lag mit 8,9 Mio. EUR um 7,4 Mio.
EUR unter dem Vorjahreswert. Die meisten der Segmentunternehmen wurden im zweiten
Quartal durch die Corona-Krise stark belastet und mussten in hohem Maße Kurzarbeit
anmelden. Zu beachten ist dabei, dass in dem Segmentergebnis erhebliche Belastungen
aus der laufenden Stilllegung der Kunststoffgalvanik der SIMON-Gruppe und aus der
schlechten Geschäftsentwicklung der Schweizer BACHER AG enthalten sind. Die EBIT-Marge
vor Wertminderungen lag mit 4,3 % um 3,3 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahresvergleichswerts
(7,6 %). Aufgrund gesunkener Ertragsaussichten für die Zukunft wurden Wertminderungen (Impairments)
auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in
Höhe von 4,1 Mio. EUR vorgenommen. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 4,8 Mio. EUR,
die EBIT-Marge vermindert sich aufgrund der Wertminderungen auf 2,3 %. Bei der BACHER AG wird derzeit die Einstellung des Betriebs im Jahr 2021 geprüft.
Darüber wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 15. Juli 2020 informiert. Das
in der Schweiz vorgeschriebene Konsultationsverfahren ist eröffnet. In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahr von sinkendem
Umsatz und einem stark sinkenden operativen Ergebnis (EBIT) aus. Die EBIT-Marge wird
innerhalb eines Bandes von 2 bis 4 % liegen. Das Investitionsvolumen lag im ersten Halbjahr mit 2,0 Mio. EUR unter dem Niveau
des Vorjahres (3,9 Mio. EUR). KENNZAHLEN METALLTECHNIK (in Mio. EUR)scroll
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEKONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG, VERKÜRZT (in Mio. EUR)scroll
KAPITALFLUSSRECHNUNG: OPERATIVER CASHFLOW UM 4,6 MIO. EUR HÖHER ALS IM VORJAHR Trotz des deutlich gesunkenen Ergebnisses nach Steuern in Höhe von -39,3 Mio. EUR
(Vorjahr: 37,7 Mio. EUR) hat sich der operative Cashflow im ersten Halbjahr 2020 um
4,6 Mio. EUR gegenüber der Vergleichsperiode erhöht und beträgt 29,0 Mio. EUR. Ursache
ist insbesondere ein verringertes Wachstum des Working Capitals verglichen mit dem
Vorjahreszeitraum. Insgesamt stieg der Cashflow aus Geschäftstätigkeit um 5,4 Mio.
EUR auf 19,3 Mio. EUR. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -17,2 Mio. EUR nach -18,9 Mio. EUR
im Vorjahr. Im Berichtszeitraum betrugen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte 16,1 Mio. EUR und lagen damit niedriger als im ersten
Halbjahr des Vorjahres (25,4 Mio. EUR). Der Rückgang steht im Zusammenhang mit der
restriktiven Investitionspolitik aufgrund der Corona-Krise. Die Investitionen des
Vorjahres beinhalten den Zugang der liquiden Mittel aus der Erstkonsolidierung der
MESUTRONIC im Juni 2019. Der Abfluss aus der Kaufpreiszahlung dieser Akquisition erfolgte
aber erst im dritten Quartal 2019. Die Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten sind um 7,7 Mio. EUR auf 102,0 Mio.
EUR gestiegen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat INDUS als Liquiditätsrisikovorsorge
bis zu 42,0 Mio. EUR aus bestehenden und vertraglich vereinbarten Kreditlinien teilweise
gezogen. Zum 30. Juni 2020 waren hiervon 22,0 Mio. EUR noch in Anspruch genommen.
Weiterhin wurden im ersten Halbjahr fällige, teilweise bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten
in Höhe von 18,9 Mio. EUR (Vorjahr: 2,4 Mio. EUR) getilgt. Die Auszahlungen aus der
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten betrugen 9,6 Mio. EUR und lagen nur leicht unter
dem Vorjahresvergleichswert. Insgesamt ist der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
um 19,9 Mio. EUR gestiegen. Die liquiden Mittel lagen demzufolge mit 150,8 Mio. EUR über dem hohen Bestand von
135,1 Mio. EUR zum Jahresende 2019 und über dem Vergleichswert des ersten Halbjahres
des Vorjahres. Dieser relativ hohe Bestand an liquiden Mitteln ist dem bewusst durchgeführten
Aufbau eines Liquiditätspuffers bei der Holding als Vorsichtsmaßnahme wegen möglicher
Auswirkungen der Corona-Pandemie geschuldet. KONZERN-BILANZ, VERKÜRZT (in Mio. EUR)scroll
BILANZ: REDUKTION DER BILANZSUMME WEGEN ABSCHREIBUNG GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTE Die Konzern-Bilanzsumme der INDUS-Gruppe ist mit 1.773,6 Mio. EUR um 34,6 Mio EUR
niedriger als zum 31. Dezember 2019. Die Reduktion der Bilanzsumme ist insbesondere
auf das um 56,8 Mio. EUR verringerte Anlagevermögen zurückzuführen. Insbesondere die
Geschäfts- und Firmenwerte sind wegen der anlassbedingten Wertminderungen um 31,6
Mio. EUR reduziert. Hinzu kommen weitere Wertminderungen bei Sachanlagen in Höhe von
4,8 Mio. EUR und bei immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 1,5 Mio. EUR. Das Working
Capital ist aufgrund der Pandemie-bedingten wirtschaftlichen Entwicklungen im ersten
Halbjahr 2020 und des restriktiven Working-Capital-Management um 5,5 Mio. EUR (1,1
%) nur leicht gestiegen. Der Gesamtbetrag des Working Capitals zum 30. Juni 2020 belief
sich auf 483,8 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote zum 30. Juni 2020 betrug 38,6 % und lag damit um 1,6 Prozentpunkte
unter der Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2019 (40,2 %). Gegenüber dem Stand zum
Jahresende 2019 ist für den Rückgang der Quote insbesondere das negative Halbjahresergebnis
ursächlich. WORKING CAPITAL (in Mio. EUR)scroll
Die Nettofinanzverbindlichkeiten betrugen 574,8 Mio. EUR zum 30. Juni 2020. Damit
sind die Nettofinanzverbindlichkeiten um 28,6 Mio. EUR höher als zum 31. Dezember
2019. Der Anstieg setzt sich aus erhöhten Finanzschulden (+44,3 Mio. EUR) und dem
gegenläufig wirkenden Anstieg liquider Mittel (+15,7 Mio. EUR) zusammen. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden resultiert aus der Inanspruchnahme von zugesagten
Kreditlinien für den Ausbau eines Liquiditätspuffers für die INDUS-Gruppe zum Ausgleich
möglicher Liquiditätsabflüsse wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie. NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN (in Mio. EUR)scroll
CHANCEN UND RISIKEN Im Geschäftsbericht 2019 hat INDUS die Risiken aus der COVID-19-Pandemie, die einen
wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben
können, erläutert. Die tatsächlichen Auswirkungen der Pandemierisiken auf die Gruppe
im ersten Halbjahr werden nachfolgend dargestellt und die Einschätzung der weiteren
Entwicklung der Risiken für das Geschäftsjahr 2020 wird aktualisiert. COVID-19: UMFELD- UND BRANCHENRISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019: Durch die drastischen Maßnahmen zur Reduzierung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des
Coronavirus kommt es zunehmend zu Störungen des weltweiten Wirtschaftsablaufs. Hinzu
kommt die hohe Verunsicherung von Konsumenten und Investoren und deren Auswirkungen
auf Konsum und Investitionstätigkeit. Exemplarisch seien auch die Werksschließungen
der großen Automobilhersteller genannt, die eine Leistungserbringung der Unternehmen
der Gruppe teilweise nicht mehr ermöglichen werden. Die hohe räumliche und sachliche
Diversifikation der Beteiligungen der INDUS-Gruppe stellt aber einen klar risikominimierenden
Vorteil dar. INDUS geht davon aus, dass bedeutende Teile der wertschöpfenden Produktion
aufrechterhalten werden können. STATUS ZUM HALBJAHR: Dieses Risiko hat sich im ersten Halbjahr im Segment Fahrzeugtechnik durch drastische
Umsatzrückgänge, aber auch in Teilen des Segmentes Maschinen- und Anlagenbau und in
der Medizintechnik materialisiert. Im Segment Fahrzeugtechnik waren erhebliche Absatzeinbrüche auch durch die Werksschließungen
der Hauptkunden, im Wesentlichen in den Monaten April und Mai, zu verzeichnen. Aktuell
zeichnet sich eine leichte Erholung ab, die aber noch keine zuverlässige Dynamik entwickelt
hat. Das Exportgeschäft ist mit hohen Unsicherheiten verbunden, die Absatzmärkte in
den USA und Mexiko sind weiterhin stark betroffen. Im Segment Maschinen- und Anlagenbau sind insbesondere diejenigen Beteiligungen mit
Absatzeinbrüchen konfrontiert, die über die Lieferkette indirekt an der Entwicklung
der Automobilindustrie partizipieren. Aufgrund der deutlichen Investitionszurückhaltung
dieser Kunden gehen die Auftragsbestände signifikant zurück und es wird zu einem nachlaufendem
negativen Effekt kommen, bis sich die Investitionsbereitschaft auf der Kundenseite
wieder erhöht. Im Segment Medizintechnik waren aufgrund der unmittelbaren Auswirkungen
der Corona-Pandemie deutliche Absatzeinbrüche zu verzeichnen. Ursächlich ist hier
insbesondere der Rückgang der "Standard"-Operationen (OP-Sets und Endoskope), die
Corona-bedingten Einschränkungen des Breitensports (Bandagen und Orthesen) und die
Einschränkung der Reisetätigkeit (Kompressionsstrümpfe). Die aktuelle Entwicklung
deutet auf eine relativ schnelle Normalisierung in diesem Bereich hin. Bestätigt hat sich die risikominimierende Wirkung des diversifizierten INDUS-Portfolios.
Das Segment Bau/ Infrastruktur sowie wesentliche Beteiligungen des Segments Maschinen-
und Anlagenbau und auch des Segmentes Metalltechnik sind von der Pandemie nur unwesentlich
betroffen oder konnten wie im Segment Bau/Infrastruktur auch Chancen realisieren. COVID-19: LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019: Durch die weltweit verfügten Einschränkungen der Reisefreiheit sind Auslandseinsätze
(z. B. Montagen) nicht mehr möglich. Die Leistung kann nicht vollständig erbracht
und abgerechnet werden; dies betrifft besonders das Segment Maschinen- und Anlagenbau.
Die Schließung ausländischer und gegebenenfalls inländischer Produktionsstätten hemmt
die Versorgung mit Vormaterial oder Fertigprodukten. Notwendige Ersatzteile sind nicht
zu beschaffen. Es treten massive Störungen in der Lieferkette auf. Auch hier stellt
die räumliche und sachliche Diversifikation und mittelständische Struktur der Beteiligungen
der INDUS-Gruppe einen risikominimierenden Vorteil dar. INDUS geht aktuell davon aus,
das bedeutende Teile der wertschöpfenden Produktion aufrechterhalten werden können.
Die Beteiligungen arbeiten intensiv an alternativen Bezugsquellen (z. B. Ersatz Norditalien
als Bezugsregion) zur Versorgungssicherheit und Aufstockung notwendiger Vorräte und
Maschinenersatzteile. STATUS ZUM HALBJAHR: Die Einschränkungen der Reisemöglichkeiten wirken sich insbesondere im Maschinen-
und Anlagenbau auf die Leistungserstellung aus. Anlagen können beim Kunden nicht installiert
werden oder umgekehrt durch Lieferanten in eigenen Werken nicht aufgebaut werden.
Servicearbeiten können je nach Land nicht durchgeführt werden. Die Versorgung der Beteiligungen mit Vormaterialien war gegeben und den Beteiligungen
ist es gelungen, kritische Lieferanten zu ersetzen bzw. Ersatzlieferanten zu qualifizieren.
In einigen Fällen waren Sicherheitsläger aufzubauen, mit einer negativen Wirkung auf
das Working Capital. Wesentliche Produktionsausfälle durch Störungen in der Vor-Lieferkette
waren jedoch - auch aufgrund der getroffenen Maßnahmen - bisher nicht zu verzeichnen. COVID-19: PERSONALRISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019: Risiken im Personalbereich ergeben sich durch den Ausfall von Schlüsselpersonen oder
auch von ganzen Abteilungen oder Bereichen. Es kann zu Infektionsfällen innerhalb
oder außerhalb der betrieblichen Bereiche der Mitarbeiter kommen mit der Folge, dass
wesentliche interne Prozesse nicht aufrechterhalten werden können. Der Schutz der Mitarbeiter vor Ansteckungen ist oberstes Ziel aller Beteiligungen.
Dies wird erreicht durch die Befolgung der Verhaltensregeln der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Robert-Koch-Instituts zum Infektionsschutz.
Alle Beteiligungen haben Maßnahmen ergriffen, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Dies sind die räumliche Trennung von einzelnen Mitarbeitern, von Mitarbeitergruppen
quer durch die Abteilungen, die starke Nutzung von Homeoffice soweit möglich, zeitversetztes
Arbeiten von Mitarbeitergruppen, Web Meetings, das Vermeiden von Kundenbesuchen vor
Ort oder bei den Beteiligungen und vieles mehr. Zahlreiche Kommunen haben bereits
zum Schutz der Bürger vor Infektionen weitreichende Maßnahmen wie Ausgangssperren,
Versammlungsverbote u. ä. ergriffen. INDUS geht davon aus, dass diese konsequenten
Maßnahmen Wirkung zeigen und die Ausbreitung wirksam bekämpft werden kann. STATUS ZUM HALBJAHR: Die durch die jeweiligen Geschäftsführungen in den Beteiligungen ergriffenen Maßnahmen
haben sich bisher als wirksam erwiesen. Ebenso die Maßnahmen der INDUS Holding selbst.
Bisher waren keine für die Gruppe wesentlichen Ausfälle aufgrund eigener Verursachung
zu verzeichnen. Herausfordernd ist weiterhin die Aufrechterhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen
für die Beschäftigten, insbesondere vor dem Hintergrund der wieder verstärkten Reisetätigkeit
in den Sommermonaten, der weiteren Lockerungen, der weiterhin zahlreichen Corona-Risikoländer
und der weltweit weiter ansteigenden Infektionen. Dieses Risiko wird weiterhin als
hoch eingeschätzt. COVID-19: INFORMATIONSTECHNISCHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019: Die Aufrechterhaltung der betrieblichen Funktionen bedingt eine entsprechende Digitalisierung
der vitalen Prozesse. Uneingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten und entsprechende
IT-Ausstattung sind zur Risikominimierung notwendig. Nach heutigem Kenntnisstand sind
die Unternehmen der INDUS-Gruppe gut aufgestellt, bislang vermeldet keine wesentliche
Beteiligung IT- oder Kommunikationsstörungen wesentlicher Art. Die INDUS Holding AG
kann den Betrieb aufgrund ihrer IT-Umgebung mit vollständig virtuellen Desktops und
ausreichenden Bandbreiten der Internetzugänge sowie digitaler Finanzprozesse nach
heutigem Kenntnisstand auch für längere Zeit vollumfänglich aufrechterhalten. STATUS ZUM HALBJAHR: Die bisherige tatsächliche Entwicklung entspricht der Einschätzung. Für den weiteren
Verlauf des Geschäftsjahres 2020 schätzen wir das Risiko nach den bisherigen Erfahrungen
in der Gruppe eher geringer ein. COVID-19: FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019: Einhergehend mit dem wirtschaftlichen Einbruch ergeben sich vielfältige finanzwirtschaftliche
Risiken. Das Risiko fehlender Leistungserbringung bedingt fehlende Zahlungseingänge.
Durch mögliche Insolvenzen von Kunden könnten erwartete Einzahlungen dauerhaft ausfallen.
Kunden verlängern einseitig Zahlungsziele oder verlangen eine Preisreduktion bei Aufrechterhaltung
von Kapazitäten. Die Auszahlungen sind teilweise fix und können nicht ohne Schadensersatzpflicht
gestoppt werden. Es besteht in dieser Situation grundsätzlich ein Liquiditätsrisiko.
Mit einer soliden Eigenkapitalausstattung und einem Kreis etablierter und verlässlicher
Partner aus dem Bankensektor sieht sich INDUS hier gut aufgestellt. Ebenfalls von
Vorteil ist der Risikoausgleich durch die breite Aufstellung der Gruppe. INDUS hat
vorsorglich die freie Liquidität zur potenziellen Vermeidung von Engpässen deutlich
erhöht. Gleichzeitig haben wir das Monitoring des Zahlungsmittelbestands in der Gruppe
deutlich intensiviert. Darüber hinaus bestehen weitere nicht ausgenutzte Kreditlinien,
die zusätzlich gezogen werden können. Vorsorglich wurden Investitionen weitgehend
gestoppt und potenzielle Unternehmenszukäufe verschoben. Durch diese Maßnahmen haben
wir schnell reagiert. Zudem hat die Bundesregierung entsprechende Hilfen für Unternehmen
durch Haftungsfreistellung für Kreditinstitute für Unternehmenskredite, über Kurzarbeitergeld
und Steuerstundung verkündet. Der Bund übernimmt aktuell weiterhin Exportkreditgarantien
(sogenannte Hermesdeckungen) für Exporte nach China beziehungsweise in Coronavirus-Risikogebiete. STATUS ZUM HALBJAHR: INDUS hat bisher keine wesentlichen Zahlungsausfälle auf der Kundenseite zu verzeichnen.
Ein Liquiditätsrisiko hat sich bisher nicht materialisiert. Aufgrund der teilweise
signifikanten Auswirkungen der Umfeld- und Branchenrisiken auf die Kunden der INDUS-Gruppe
erscheint das Ausfallrisiko auf der Kundenseite weiterhin erhöht. Nach heutigem Stand ist die Inanspruchnahme von staatlich unterstützten Finanzierungsmitteln
für INDUS selbst nicht vorgesehen und notwendig. Die Liquidität in der Gruppe wird
weiterhin eng überwacht und es wird vorsorglich ein erhöhter Liquiditätsbestand für
die nächsten Monate aufrechterhalten. Die Möglichkeit für INDUS, weiterhin Fremdkapital
zu günstigen Konditionen aufzunehmen, ist nicht eingeschränkt. Die revolvierende Kreditaufnahme
im Mai 2020 konnte wie geplant abgeschlossen werden. COVID-19: RECHTLICHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019: Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und den Störungen in den Leistungsbeziehungen
ergeben sich signifikante Rechtsfragen und -risiken. Diese bestehen beispielsweise
in Bezug auf Force-Majeure-Klauseln und Regelungen zu Lieferausfällen, in Bezug auf
Rügepflichten nach den Verträgen und geltendem Recht zur Wahrung der eigenen Rechte
für den Fall einer streitigen Auseinandersetzung sowie in Bezug auf die Dokumentation
relevanter Ereignisse zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Maxime bei COVID-19-Störungen in der Leistungskette in der INDUS-Gruppe ist die gute
und unmittelbare Kommunikation mit dem jeweiligen Vertragspartner, um in der aktuellen
Lage Streitigkeiten zu vermeiden und eine partnerschaftliche Lösung in der weltweiten
Krise zu finden. Soweit dies nicht möglich ist, unterstützt INDUS die Beteiligungen
durch qualifizierte Rechtsexperten. STATUS ZUM HALBJAHR: Aktuell bestehen in der Gruppe keine wesentlichen rechtsanhängigen Streitigkeiten
im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres
2020 schätzen wir das Risiko nach den bisherigen Erfahrungen in der Gruppe eher geringer
ein. COVID-19: BEWERTUNGSRISIKEN AUS BILANZIERTEN GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019: Die Corona-Pandemie ist in diesem Zusammenhang ein wertbegründendes Ereignis des
laufenden Geschäftsjahres. Aktuell ist unklar, ob die Zukunftserfolgswerte der Beteiligungen
wesentlich beeinträchtigt sind. Dies wird von der Dauer der Krise, der Hochlaufkurve
nach der Krise, Nachholeffekten ausgefallener Produktion und der nachhaltigen Auswirkung
der Pandemie auf die mittelfristige wirtschaftliche Entwicklung abhängen. STATUS ZUM HALBJAHR: Aufgrund der teilweise drastischen Absatz- und Umsatzeinbrüche wurde ein anlassbezogener
Wertminderungstest zum 30. Juni 2020 durchgeführt. Der Zukunftserfolgswert einer Beteiligung
oder sonstiger Vermögenswerte ist dabei nicht wesentlich durch einen kurzfristigen
Umsatz- oder Ergebniseinbruch determiniert, sondern durch die Fähigkeit nachhaltige
Zahlungsströme zu erwirtschaften. Gleichwohl besteht im Lichte der Corona-Pandemie
eine höhere Prognoseunsicherheit. Diese spiegelt sich trotz eines historisch niedrigeren
Basiszinses in erhöhten Kapitalkosten als objektiviertem Bewertungsmaßstab wider.
Hierzu verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel Geschäfts- und Firmenwerte dieses
Zwischenberichts. Die sich ergebenden Wertminderungen wurden im Abschluss erfolgswirksam erfasst. Der
Vorstand der INDUS Holding AG beobachtet laufend die möglichen Effekte der Corona-Krise
auf die Geschäft- und Firmenwerte. Für die weiteren Risiken sehen wir keine wesentlichen Veränderungen und verweisen
auf den Chancen- und Risikobericht der INDUS Holding AG innerhalb des Geschäftsberichts
2019. Darüber hinaus verweisen wir auf die vorausschauenden Aussagen im Ausblick. AUSBLICK Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise haben zu hohen Einbußen bei der weltweiten
Wirtschaft geführt. Die volkswirtschaftlichen Prognosen aller relevanten Institutionen
wurden in den Monaten seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie mehrmals erheblich reduziert.
Der wirtschaftliche Schock übersteigt die Auswirkungen der Finanzkrise von 2008/2009
mittlerweile deutlich. Die Wirtschaft in China hat einen Großteil des Einbruchs im
ersten Quartal zwischenzeitlich wieder aufgeholt. Die USA sind hingegen aktuell stark
betroffen, sodass die Wirtschaft in den USA durch verschärfte Corona-Beschränkungen
keine schnelle Erholung verspricht. Dadurch ist die Arbeitslosigkeit dort dramatisch
angestiegen. In Europa werden die Pandemie-Schutzmaßnahmen schrittweise gelockert,
was zu einer Belebung der wirtschaftlichen Aktivität führt. Das Vorkrisenniveau wird
kurzfristig aber nicht wieder erreicht werden können. Für das Jahr 2020 wird das BIP in Deutschland voraussichtlich um 6 bis 9 % schrumpfen;
in den europäischen Nachbarländern wird zum Teil mit noch höheren Rückgängen gerechnet.
Durch die Lockerung der Maßnahmen haben sich die Konjunkturerwartungen für das Verarbeitende
Gewerbe in Deutschland erholt. Für den Bereich Bau wird nur eine kurze und wenig dramatische
Marktkorrektur im europäischen Markt erwartet, für den deutschen Markt wird nur mit
leichten Rückgängen gerechnet. Die erwartete leichte Erholung der Automobilindustrie
im zweiten Halbjahr nach Schließung vieler Werke wird aufgrund des Markteinbruchs
zu einem Rückgang von rund 25 % der produzierten Stückzahlen 2020 führen. Rund die
Hälfte der Unternehmen in der Metallerzeugenden und Verarbeitenden Industrie kämpfen
laut ifo mit existenzbedrohlichen Problemen. Im Maschinenbau hat die Corona-Pandemie
zu Kapazitätsanpassungen geführt, nur durch den hohen Einsatz von Kurzarbeit (rund
zwei Drittel aller Unternehmen) blieb der Personalabbau (17 % der Unternehmen) bisher
gering. Dies wird sich im kommenden Quartal fortsetzen. Eine Prognose der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung unseres Gesamtportfolios
für die zweite Hälfte des laufenden Jahres ist weiter mit großer Unsicherheit belastet.
Zwar scheint das Segment Bau/Infrastruktur weiter eine stabile Stütze zu bleiben.
Die massiven Störungen im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik in den Monaten April
und Mai sind überwunden. Nicht prognostizierbar bleibt hingegen der weitere zeitliche
Verlauf und die Entwicklung der Absatzzahlen im Segment Fahrzeugtechnik. Große Unsicherheit
herrscht auch im Segment Maschinen- und Anlagenbau wegen der weiteren Entwicklung
des schleppenden Auftragseingangs im zweiten Halbjahr. Dennoch erscheint es uns nunmehr wieder möglich, eine Prognose auf das Jahresende
2020 abzugeben, auch wenn diese wegen der hohen Unsicherheit im gesamtwirtschaftlichen
Umfeld ein breites Prognoseband erfordert. TABELLE FÜR SEGMENTEscroll
Für das Gesamtjahr 2020 planen wir nunmehr mit einem Gesamtumsatz im Band zwischen
1,45 und 1,60 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) wird in einem Band von 0 bis
20 Mio. EUR liegen. Darin enthalten sind die bereits im zweiten Quartal 2020 gebuchten
Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte (Goodwill) in Höhe von 31,6 Mio. EUR,
auf Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 6,3 Mio. EUR und Wertberichtigungen
auf aktive latente Steuern sowie weitere Aufwendungen in Höhe von 5,3 Mio. EUR. Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Lage
im zweiten Quartal erreicht wurde und in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine zögerliche
wirtschaftliche Erholung eintreten wird. Das inkludiert die Annahme, dass es in der
zweiten Jahreshälfte in Deutschland und in den wichtigsten Absatzmärkten nicht mehr
zu einem Lockdown kommt. VERKÜRZTER KONZERNZWISCHENABSCHLUSS KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
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| in TEUR | ANHANG | H1 2020 | H1 2019 | Q2 2020 | Q2 2019 |
| UMSATZERLÖSE | 774.199 | 876.525 | 372.957 | 438.878 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 9.617 | 5.407 | 6.021 | 2.560 | |
| Aktivierte Eigenleistungen | 2.831 | 2.817 | 1.324 | -3.617 | |
| Bestandsveränderung | 2.905 | -593 | -7.102 | -7.006 | |
| Materialaufwand | [3] | -363.768 | -406.276 | -173.905 | -190.093 |
| Personalaufwand | [4] | -259.685 | -263.122 | -126.349 | -133.336 |
| Abschreibungen | [5] | -84.797 | -43.056 | -61.496 | -21.688 |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | [6] | -99.641 | -105.238 | -45.830 | -52.793 |
| OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT) | -18.339 | 66.464 | -34.380 | 32.905 | |
| Zinserträge | 134 | 108 | 41 | 94 | |
| Zinsaufwendungen | -8.112 | -7.635 | -4.049 | -3.919 | |
| ZINSERGEBNIS | -7.978 | -7.527 | -4.008 | -3.825 | |
| Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen | 504 | 354 | 357 | 147 | |
| Übriges Finanzergebnis | 2.494 | -1.233 | 1.232 | -1.284 | |
| FINANZERGEBNIS | [7] | -4.980 | -8.406 | -2.419 | -4.962 |
| ERGEBNIS VOR STEUERN (EBT) | -23.319 | 58.058 | -36.799 | 27.943 | |
| Steuern | [8] | -15.969 | -20.333 | -11.384 | -10.077 |
| ERGEBNIS NACH STEUERN | -39.288 | 37.725 | -48.183 | 17.866 | |
| davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 634 | 450 | 176 | 370 | |
| davon Anteile der INDUS-Aktionäre | -39.922 | 37.275 | -48.359 | 17.496 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) in EUR | [9] | -1,63 | 1,52 | -1,98 | 0,72 |
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 | Q2 2020 | Q2 2019 |
| ERGEBNIS NACH STEUERN | -39.288 | 37.725 | -48.183 | 17.866 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 2.288 | -3.466 | -1.418 | -1.426 |
| Latente Steuern | -677 | 1.209 | 297 | 370 |
| Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | 1.611 | -2.257 | -1.121 | -1.056 |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | -4.509 | 352 | -894 | -1.369 |
| Veränderung der Marktwerte von Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedge) | 379 | -1.812 | 118 | -465 |
| Latente Steuern | -84 | 287 | -24 | 74 |
| Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | -4.214 | -1.173 | -800 | -1.760 |
| SONSTIGES ERGEBNIS | -2.603 | -3.430 | -1.921 | -2.816 |
| GESAMTERGEBNIS | -41.891 | 34.295 | -50.104 | 15.050 |
| davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 634 | 450 | 176 | 370 |
| davon Anteile der INDUS-Aktionäre | -42.525 | 33.845 | -50.280 | 14.680 |
Die im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen enthalten
versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in
Höhe von 2.288 TEUR (Vorjahr: -3.466 TEUR). Diese resultieren in erster Linie aus
der Erhöhung des Zinssatzes für inländische Pensionsverpflichtungen um 0,4 Prozentpunkte.
Das Ergebnis der Währungsumrechnung resultiert im Wesentlichen aus der Umrechnung
der Abschlüsse einbezogener ausländischer Konzerngesellschaften. Die Veränderung der
Marktwerte derivativer Finanzinstrumente resultiert aus den bei der Holding zur Zinsabsicherung
abgeschlossenen Zinsswaps.
| in TEUR | ANHANG | 30.6.2020 | 31.12.2019 |
| Geschäfts- und Firmenwert | [10] | 383.322 | 415.169 |
| Nutzungsrechte aus Leasing/Miete | 73.442 | 75.738 | |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 95.545 | 101.409 | |
| Sachanlagen | 412.429 | 430.679 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 2.788 | 2.843 | |
| Finanzanlagen | 6.425 | 6.366 | |
| At-Equity-bewertete Anteile | 8.470 | 6.951 | |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 3.007 | 3.309 | |
| Latente Steuern | 11.294 | 15.720 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 996.722 | 1.058.184 | |
| Vorräte | [11] | 388.536 | 381.364 |
| Forderungen | [12] | 199.129 | 202.527 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 21.350 | 21.107 | |
| Laufende Ertragsteuern | 10.902 | 9.889 | |
| Liquide Mittel | 150.798 | 135.120 | |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | [13] | 6.196 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 776.911 | 750.007 | |
| BILANZSUMME | 1.773.633 | 1.808.191 |
| in TEUR | ANHANG | 30.6.2020 | 31.12.2019 |
| Gezeichnetes Kapital | 63.571 | 63.571 | |
| Kapitalrücklage | 239.833 | 239.833 | |
| Übrige Rücklagen | 379.985 | 422.510 | |
| Eigenkapital der INDUS-Aktionäre | 683.389 | 725.914 | |
| Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital | 1.950 | 1.807 | |
| Eigenkapital | 685.339 | 727.721 | |
| Pensionsrückstellungen | 51.288 | 52.942 | |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 1.357 | 1.482 | |
| Langfristige Finanzschulden | [14] | 557.760 | 546.341 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | [15] | 20.596 | 21.370 |
| Latente Steuern | 35.847 | 39.602 | |
| Langfristige Schulden | 666.848 | 661.737 | |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 87.122 | 74.608 | |
| Kurzfristige Finanzschulden | [14] | 167.808 | 135.045 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 63.410 | 55.931 | |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | [15] | 88.168 | 140.096 |
| Laufende Ertragsteuern | 10.189 | 13.053 | |
| Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | [13] | 4.749 | 0 |
| Kurzfristige Schulden | 421.446 | 418.733 | |
| BILANZSUMME | 1.773.633 | 1.808.191 |
| in TEUR | GEZEICHNETES KAPITAL | KAPITALRÜCKLAGE | GEWINNRÜCKLAGE | SONSTIGE RÜCKLAGEN | EIGENKAPITAL DER INDUS-AKTIONÄRE | ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER |
| STAND AM 31.12.2018 | 63.571 | 239.833 | 424.785 | -21.066 | 707.123 | 2.702 |
| Ergebnis nach Steuern | 37.275 | 37.275 | 450 | |||
| Sonstiges Ergebnis | -3.430 | -3.430 | ||||
| Gesamtergebnis | 37.275 | -3.430 | 33.845 | 450 | ||
| Dividendenzahlung | -36.675 | -36.675 | -295 | |||
| STAND AM 30.6.2019 | 63.571 | 239.833 | 425.385 | -24.496 | 704.293 | 2.857 |
| STAND AM 31.12.2019 | 63.571 | 239.833 | 447.566 | -25.056 | 725.914 | 1.807 |
| Ergebnis nach Steuern | -39.922 | -39.922 | 634 | |||
| Sonstiges Ergebnis | -2.603 | -2.603 | ||||
| Gesamtergebnis | -39.922 | -2.603 | -42.525 | 634 | ||
| Dividendenzahlung | -491 | |||||
| STAND AM 30.6.2020 | 63.571 | 239.833 | 407.644 | -27.659 | 683.389 | 1.950 |
| in TEUR | EIGENKAPITAL DES KONZERNS |
| STAND AM 31.12.2018 | 709.825 |
| Ergebnis nach Steuern | 37.725 |
| Sonstiges Ergebnis | -3.430 |
| Gesamtergebnis | 34.295 |
| Dividendenzahlung | -36.970 |
| STAND AM 30.6.2019 | 707.150 |
| STAND AM 31.12.2019 | 727.721 |
| Ergebnis nach Steuern | -39.288 |
| Sonstiges Ergebnis | -2.603 |
| Gesamtergebnis | -41.891 |
| Dividendenzahlung | -491 |
| STAND AM 30.6.2020 | 685.339 |
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile
an der WEIGAND Bau GmbH sowie Tochtergesellschaften der ROLKO-Gruppe. Die Minderheitsanteile
von Personengesellschaften sowie von Kapitalgesellschaften, bei denen aufgrund wechselseitiger
Optionsvereinbarungen bereits zum Erwerbszeitpunkt der Übergang des wirtschaftlichen
Eigentums der betreffenden Minderheitsanteile vorlag, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten
bilanziert.
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
| Ergebnis nach Steuern | -39.288 | 37.725 |
| Abschreibungen/Zuschreibungen auf langfristige Vermögenswerte | 83.698 | 43.056 |
| Steuern | 15.969 | 20.333 |
| Finanzergebnis | 4.980 | 8.406 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge | -1.736 | -1.736 |
| Veränderungen der Rückstellungen | 13.966 | 13.859 |
| Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen sowie anderer Aktiva | -4.294 | -38.606 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten und anderer Passiva | -23.747 | -26.590 |
| Erhaltene/gezahlte Ertragsteuern | -20.565 | -32.005 |
| Operativer Cashflow | 28.983 | 24.442 |
| Gezahlte Zinsen | -9.804 | -10.635 |
| Erhaltene Zinsen | 133 | 108 |
| Cashflow aus Geschäftstätigkeit | 19.312 | 13.915 |
| Auszahlungen für Investitionen in | ||
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | -16.097 | -25.404 |
| Finanzanlagen und at-Equity-bewertete Anteile | -1.202 | -161 |
| Anteile vollkonsolidierter Gesellschaften | 0 | 5.510 |
| Einzahlungen aus Abgängen von sonstigen Anlagen | 124 | 1.100 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -17.175 | -18.955 |
| Auszahlungen Dividende | 0 | -36.675 |
| Auszahlung aus der Tilgung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten | -18.919 | -2.431 |
| Auszahlungen Minderheitsgesellschafter | -491 | -294 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten | 102.000 | 94.281 |
| Auszahlung aus der Tilgung von Krediten | -57.876 | -49.428 |
| Auszahlung aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -9.607 | -10.225 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 15.107 | -4.772 |
| Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel | 17.244 | -9.812 |
| Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel | -740 | 169 |
| Zahlungsmittelveränderung im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | -826 | 0 |
| Liquide Mittel am Anfang der Periode | 135.120 | 109.647 |
| Liquide Mittel am Ende der Periode | 150.798 | 100.004 |
Die INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach, Deutschland, hat ihren verkürzten
Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020 in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren
Auslegungen durch das International Financial Reporting Standards Interpretations
Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden
alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben.
Dieser Zwischenabschluss wird in Übereinstimmung mit IAS 34 in verkürzter Form erstellt.
Der Zwischenbericht ist nicht testiert und wurde auch keiner prüferischen Durchsicht
unterzogen.
Über verpflichtend neu anzuwendende Standards wird gesondert im Bereich "Änderungen
von Rechnungslegungsvorschriften" berichtet. Ansonsten werden die gleichen Bilanzierungs-
und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 angewendet,
die dort detailliert erläutert sind. Da der vorliegende Zwischenabschluss nicht den
vollen Informationsumfang des Jahresabschlusses aufweist, ist dieser Abschluss im
Kontext mit dem vorangegangenen Jahresabschluss zu betrachten.
Aus Sicht des Vorstands enthält der vorliegende Quartalsbericht alle üblichen, laufend
vorzunehmenden Anpassungen, die für eine angemessene Darstellung der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns notwendig sind. Die im ersten Halbjahr 2020 erzielten
Ergebnisse lassen nicht notwendigerweise Vorhersagen über die Entwicklung des weiteren
Geschäftsverlaufs zu.
Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden
sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte,
Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen
abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert
sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden
Positionen erfolgswirksam angepasst.
Alle ab dem Geschäftsjahr 2020 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen
sind in dem vorliegenden Zwischenabschluss umgesetzt.
Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der INDUS Holding AG durch die Anwendung von neuen Standards.
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren | -315.787 | -347.657 |
| Bezogene Leistungen | -47.981 | -58.619 |
| Summe | -363.768 | -406.276 |
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
| Löhne und Gehälter | -219.036 | -222.292 |
| Soziale Abgaben | -38.187 | -38.474 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | -2.462 | -2.356 |
| Summe | -259.685 | -263.122 |
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
| Planmäßige Abschreibungen | -46.901 | -43.056 |
| Wertminderungen | -37.896 | 0 |
| Summe | -84.797 | -43.056 |
Die Abschreibungen setzen sich aus den planmäßigen Abschreibungen und aus den Wertminderungen
zusammen. Letztere haben sich aus dem unterjährigen, anlassbedingten Wertminderungstest
zum 30. Juni 2020 in Höhe von 36.904 TEUR und der Abwertung aufgrund der Umgliederung
in "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" in Höhe von 992 TEUR ergeben. Die Wertminderungen
betreffen in Höhe von 31.639 TEUR Geschäfts- und Firmenwerte (Segment Fahrzeugtechnik:
29.246 TEUR, Segment Metalltechnik: 2.393 TEUR), Sachanlagen in Höhe von 4.760 TEUR
(Fahrzeugtechnik: 3.078 TEUR, Metalltechnik: 1.682 TEUR) und immaterielle Vermögenswerte
in Höhe von 1.497 TEUR (Fahrzeugtechnik: 1.468 TEUR, Metalltechnik: 29 TEUR).
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
| Vertriebsaufwendungen | -37.313 | -43.496 |
| Betriebsaufwendungen | -31.145 | -33.562 |
| Verwaltungsaufwendungen | -24.903 | -25.527 |
| Übrige Aufwendungen | -6.280 | -2.653 |
| Summe | -99.641 | -105.238 |
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 134 | 108 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -8.112 | -7.635 |
| Zinsergebnis | -7.978 | -7.527 |
| Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen | 504 | 354 |
| Marktwerte Zinsswaps | 0 | 2 |
| Minderheitsanteile | 2.452 | -1.282 |
| Erträge aus Finanzanlagen | 42 | 47 |
| Übriges Finanzergebnis | 2.494 | -1.233 |
| Summe | -4.980 | -8.406 |
Die Position "Minderheitsanteile" beinhaltet die Ergebnisauswirkung aus der Folgebewertung
der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (Call-/Put-Optionen) in Höhe von 2.291 TEUR
(Vorjahr: 427 TEUR) sowie die Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden aus Anteilen
von Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit Call-/ Put- Optionen zustehen.
Der Ertragsteueraufwand wird im Zwischenabschluss auf Basis der Prämissen der jeweils
aktuellen Steuerplanung errechnet.
| in TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
| Ergebnis der INDUS-Aktionäre | -39.922 | 37.275 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Tsd. Stück) | 24.451 | 24.451 |
| Ergebnis je Aktie (in EUR) | -1,63 | 1,52 |
Durch die massive Ausbreitung des Coronavirus haben sich signifikante wirtschaftliche
Beeinträchtigungen auf einige Beteiligungen der INDUS-Gruppe ergeben. Der Vorstand
der INDUS Holding AG hat laufend die Auswirkungen der Corona-Krise auf die einzelnen
Beteiligungsunternehmen geprüft und die wirtschaftlichen Auswirkungen zum Anlass genommen,
um einen anlassbezogenen unterjährigen Wertminderungstest gem. IAS 36 für die wirtschaftlich
stark betroffenen Beteiligungsunternehmen durchzuführen.
Insgesamt wurden damit zehn Beteiligungsunternehmen identifiziert, die dem anlassbezogenen
Wertminderungstest unterzogen wurden. Dabei wurde jeweils eine neue anlassbezogene
Planungsrechnung zugrunde gelegt. Der Werthaltigkeitstest wurde auf Ebene der Vermögenswerte,
auf Ebene der identifizierten operativen CGUs und auf Ebene der Geschäfts- und Firmenwert
tragenden CGUs durchgeführt.
Beim Werthaltigkeitstest wird der erzielbare Betrag der CGU mit dem Buchwert inklusive
des zugeordneten Geschäfts- und Firmenwerts verglichen. Für den erzielbaren Betrag
wird bei INDUS in der Regel der Nutzungswert herangezogen.
Der Nutzungswert basiert auf der vom Management erstellten aktuellen Planung. In
die Planungsprämissen fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch historische Entwicklungen
ein. Nach dem detaillierten Planungszeitraum von in der Regel drei Jahren werden die
zukünftigen Cashflows mit einer globalen Wachstumsrate von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %)
hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden mit Kapitalkostensätzen abgezinst.
Diese basieren auf einem risikolosen Zinssatz in Höhe von 0,00 % (31. Dezember 2019:
0,10 %), einer Marktrisikoprämie von 8,00 % (Vorjahr: 7,00 %) sowie auf segmentspezifischen
Betafaktoren, die von einer Peer Group abgeleitet wurden, und Fremdkapitalverschuldungssätzen.
Die folgenden Vorsteuer-Kapitalkostensätze fanden dabei Verwendung: Bau/Infrastruktur
8,5 % (31. Dezember 2019: 6,3 %); Fahrzeugtechnik 10,3 % (31. Dezember 2019: 8,5 %);
Maschinen- und Anlagenbau 9,3 % (31. Dezember 2019: 7,9 %); Medizintechnik 7,0 % (31.
Dezember 2019: 6,1 %) und Metalltechnik 8,9 % (31. Dezember 2019: 7,7 %).
Der anlassbedingte Test hat zu Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in
Höhe von 31.639 TEUR geführt. Die Wertminderungen betreffen die Segmente Fahrzeugtechnik
in Höhe von 29.246 TEUR und Metalltechnik in Höhe von 2.393 TEUR. Im Vorjahresvergleichszeitraum
sind keine Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte vorgenommen worden.
| in TEUR | 30.6.2020 | 31.12.2019 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 131.948 | 132.655 |
| In Arbeit befindliche Erzeugnisse | 95.274 | 96.908 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 130.795 | 124.951 |
| Geleistete Anzahlungen | 30.519 | 26.850 |
| Summe | 388.536 | 381.364 |
| in TEUR | 30.6.2020 | 31.12.2019 |
| Forderungen an Kunden | 185.352 | 180.579 |
| Forderungen aus Fertigungsaufträgen | 11.831 | 19.470 |
| Forderungen an assoziierte Unternehmen | 1.946 | 2.478 |
| Summe | 199.129 | 202.527 |
Im Segment Fahrzeugtechnik soll eine Enkeltochter veräußert werden. Die Suche nach
einem passenden Käufer hat begonnen und die Abwicklung der Transaktion innerhalb der
nächsten zwölf Monate wird als höchstwahrscheinlich angesehen. Zum 30. Juni 2020 handelt
es sich hierbei um eine Veräußerungsgruppe, deren Vermögenswerte in die separate Bilanzposition
"zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" umgegliedert wurden. Die Schulden der Veräußerungsgruppe
wurden in die Bilanzposition "Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten" gegliedert.
Der Vorstand der INDUS Holding AG hat den Verkauf der KIEBACK GmbH & Co. KG aus dem
Segment Fahrzeugtechnik im zweiten Quartal 2020 beschlossen. Zum 30. Juni 2020 wird
der Verkauf als höchstwahrscheinlich angesehen. Daher werden die zugeordneten Vermögenswerte
als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" ausgewiesen. Schulden der Veräußerungsgruppe
wurden analog in die Bilanzposition "Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerten" gebucht. Im Juli 2020 wurde die Transaktion vollzogen.
Abwertungen und Drohverluste im Zusammenhang mit der Veräußerung der KIEBACK sind
im vorliegenden Zwischenabschluss mit 2.953 TEUR aufwandswirksam enthalten. KIEBACK
gehörte seit 1998 zu INDUS und ist auf Prototypenteile und Kleinserien für die Automobilindustrie
spezialisiert.
| in TEUR | 30.6.2020 | KURZFRISTIG | LANGFRISTIG | 31.12.2019 | KURZFRISTIG | LANGFRISTIG |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 419.972 | 134.707 | 285.265 | 361.694 | 100.992 | 260.702 |
| Verbindlichkeiten aus Leasing | 74.578 | 15.019 | 59.559 | 74.520 | 15.971 | 58.549 |
| Schuldscheindarlehen | 231.018 | 18.082 | 212.936 | 245.172 | 18.082 | 227.090 |
| Summe | 725.568 | 167.808 | 557.760 | 681.386 | 135.045 | 546.341 |
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten mit 22.556 TEUR (31. Dezember 2019: 40.266
TEUR) bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, soweit
die Minderheitsgesellschafter durch Kündigung des Gesellschaftsvertrags oder aufgrund
von Optionsvereinbarungen ihre Anteile INDUS andienen können.
| BAU / INFRASTRUKTUR | FAHRZEUG TECHNIK | MASCHINEN- UND ANLAGENBAU | MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK | METALL TECHNIK | SUMME SEGMENTE | |
| H1 2020 | ||||||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 198.971 | 132.625 | 165.768 | 70.649 | 206.364 | 774.377 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 16.731 | 32.410 | 30.713 | 7.925 | 27.711 | 115.490 |
| Umsatzerlöse | 215.702 | 165.035 | 196.481 | 78.574 | 234.075 | 889.867 |
| Segmentergebnis (EBIT) | 36.160 | -62.915 | 4.121 | 4.100 | 4.759 | -13.775 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | -399 | 0 | 903 | 0 | 0 | 504 |
| Abschreibungen | -7.708 | -48.222 | -10.126 | -5.009 | -13.287 | -84.352 |
| Segment-EBITDA | 43.868 | -14.693 | 14.247 | 9.109 | 18.046 | 70.577 |
| Investitionen | 8.476 | 3.958 | 1.173 | 1.782 | 1.985 | 17.374 |
| H1 2019 | ||||||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 190.916 | 183.424 | 207.493 | 81.537 | 213.569 | 876.939 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 17.015 | 40.988 | 35.027 | 9.366 | 34.305 | 136.701 |
| Umsatzerlöse | 207.931 | 224.412 | 242.520 | 90.903 | 247.874 | 1.013.640 |
| Segmentergebnis (EBIT) | 27.845 | -5.075 | 22.805 | 9.122 | 16.332 | 71.029 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | 181 | -18 | 191 | 0 | 0 | 354 |
| Abschreibungen | -6.781 | -13.798 | -9.032 | -4.575 | -8.436 | -42.622 |
| Segment-EBITDA | 34.626 | 8.723 | 31.837 | 13.697 | 24.768 | 113.651 |
| Investitionen | 8.000 | 7.872 | -1.687 | 1.817 | 3.921 | 19.923 |
| davon Unternehmenserwerbe | 0 | 0 | -5.510 | 0 | 0 | -5.510 |
| ÜBERLEITUNG | KONZERNABSCHLUSS | |
| H1 2020 | ||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | -178 | 774.199 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | -115.490 | 0 |
| Umsatzerlöse | -115.668 | 774.199 |
| Segmentergebnis (EBIT) | -4.564 | -18.339 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | 0 | 504 |
| Abschreibungen | -444 | -84.797 |
| Segment-EBITDA | -4.120 | 66.458 |
| Investitionen | -75 | 17.299 |
| H1 2019 | ||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | -414 | 876.525 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | -136.701 | 0 |
| Umsatzerlöse | -137.115 | 876.525 |
| Segmentergebnis (EBIT) | -4.565 | 66.464 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | 0 | 354 |
| Abschreibungen | -434 | -43.056 |
| Segment-EBITDA | -4.131 | 109.520 |
| Investitionen | 132 | 20.055 |
| davon Unternehmenserwerbe | 0 | -5.510 |
| BAU /INFRASTRUKTUR | FAHRZEUG TECHNIK | MASCHINEN- UND ANLAGENBAU | MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK | METALL TECHNIK | SUMME SEGMENTE | |
| Q2 2020 | ||||||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 105.515 | 53.694 | 81.494 | 31.934 | 100.299 | 372.936 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 7.946 | 12.652 | 16.196 | 3.905 | 13.776 | 54.476 |
| Umsatzerlöse | 113.461 | 66.346 | 97.690 | 35.839 | 114.075 | 427.412 |
| Segmentergebnis (EBIT) | 20.639 | -50.895 | 1.528 | 952 | -4.192 | -31.968 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | -186 | 0 | 543 | 0 | 0 | 357 |
| Abschreibungen | -3.844 | -41.222 | -5.058 | -2.532 | -8.618 | -61.274 |
| Segment-EBITDA | 24.483 | -9.673 | 6.586 | 3.484 | 4.426 | 29.306 |
| Investitionen | 4.377 | 3.396 | 567 | 876 | 196 | 9.412 |
| Q2 2019 | ||||||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 104.357 | 90.638 | 98.190 | 40.614 | 105.308 | 439.107 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 8.904 | 20.084 | 18.137 | 5.027 | 14.250 | 66.402 |
| Umsatzerlöse | 113.261 | 110.722 | 116.327 | 45.641 | 119.558 | 505.509 |
| Segmentergebnis (EBIT) | 17.863 | -5.266 | 9.965 | 5.278 | 7.689 | 35.529 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | 64 | -20 | -71 | 0 | 0 | -27 |
| Abschreibungen | -3.414 | -6.888 | -4.621 | -2.302 | -4.241 | -21.466 |
| Segment-EBITDA | 21.277 | 1.622 | 14.586 | 7.580 | 11.930 | 56.995 |
| Investitionen | 3.076 | 5.614 | -4.608 | 993 | 3.934 | 1.141 |
| davon Unternehmenserwerbe | 0 | 0 | -5.510 | 0 | 0 | -5.510 |
| ÜBERLEITUNG | KONZERNABSCHLUSS | |
| Q2 2020 | ||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 21 | 372.957 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | -54.476 | 0 |
| Umsatzerlöse | -54.455 | 372.957 |
| Segmentergebnis (EBIT) | -2.412 | -34.380 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | 0 | 357 |
| Abschreibungen | -221 | -61.496 |
| Segment-EBITDA | -2.191 | 27.116 |
| Investitionen | 38 | 9.450 |
| Q2 2019 | ||
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | -229 | 438.878 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | -66.402 | 0 |
| Umsatzerlöse | -66.631 | 438.878 |
| Segmentergebnis (EBIT) | -2.624 | 32.905 |
| Ergebnis aus Equity-Bewertung | -180 | -207 |
| Abschreibungen | -222 | -21.688 |
| Segment-EBITDA | -2.402 | 54.593 |
| Investitionen | 33 | 1.174 |
| davon Unternehmenserwerbe | 0 | -5.510 |
Die folgende Tabelle leitet die Summe der operativen Ergebnisse der Segmentberichterstattung
über zum Ergebnis vor Steuern der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung:
| H1 2020 | H1 2019 | 02 2020 | Q2 2019 | |
| Segmentergebnis (EBIT) | -13.775 | 71.029 | -31.968 | 35.529 |
| Nicht zugeordnete Bereiche inkl. AG | -4.242 | -4.601 | -2.406 | -2.677 |
| Konsolidierungen | -322 | 36 | -6 | 53 |
| Finanzergebnis | -4.980 | -8.406 | -2.419 | -4.962 |
| Ergebnis vor Steuern | -23.319 | 58.058 | -36.799 | 27.943 |
Die Gliederung der Segmente entspricht unverändert dem aktuellen Stand der internen
Berichterstattung. Die Informationen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.
Die Zuordnung der Gesellschaften zu den Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt,
wenn der ganz überwiegende Sortimentsanteil in dem Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugtechnik,
Medizin- und Gesundheitstechnik). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der Produktionsstruktur
abgestellt (Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Metalltechnik).
Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding, nicht operativer Einheiten ohne
Segmentzuordnung sowie die Konsolidierungen. Hinsichtlich der den Segmentumsätzen
zugrunde liegenden Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden
Ausführungen im Lagebericht.
Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente ist das operative Ergebnis (EBIT), entsprechend
der Definition im Konzernabschluss. Die Segmentinformationen sind in Übereinstimmung
mit den Ausweis- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses
angewandt wurden, ermittelt. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen
auf Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar sind, und werden im Übrigen
auf Basis der Kostenzuschlagsmethode ermittelt.
Die Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Aufgrund der
vielfältigen Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung nach Ländern nicht
sinnvoll, da außerhalb von Deutschland kein Land 10 % des Konzernumsatzes erreicht.
Die langfristigen Vermögenswerte, abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente,
beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist ebenfalls
nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet.
Aufgrund der Diversifikationspolitik von INDUS existieren weder einzelne Produkt-
oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von größer als
10 % am Umsatz erreichen.
| in TEUR | KONZERN | INLAND | EU | DRITTLAND |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | ||||
| 1. Halbjahr 2020 | 774.199 | 407.222 | 162.632 | 204.345 |
| 2. Quartal 2020 | 372.957 | 197.996 | 75.181 | 99.780 |
| Langfristige Vermögenswerte abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente | ||||
| 30.6.2020 | 975.996 | 828.499 | 54.293 | 93.204 |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | ||||
| 1. Halbjahr 2019 | 876.525 | 452.744 | 188.538 | 235.243 |
| 2. Quartal 2019 | 438.878 | 221.136 | 97.794 | 119.948 |
| Langfristige Vermögenswerte abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente | ||||
| 31.12.2019 | 1.032.789 | 873.328 | 56.787 | 102.674 |
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte der Finanzinstrumente dar. Der beizulegende
Zeitwert eines Finanz
instruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern
am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die
Übertragung einer Schuld gezahlt würde.
| BILANZ ANSATZ | NICHT IM ANWENDUNGSBEREICH IFRS 9 | FINANZINSTRUMENTE IFRS 9 | DAVON ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTET | DAVON ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTET | |
| 30.6.2020 | |||||
| Finanzanlagen | 6.425 | 0 | 6.425 | 2.508 | 3.917 |
| Liquide Mittel | 150.798 | 0 | 150.798 | 0 | 150.798 |
| Forderungen | 199.129 | 11.831 | 187.298 | 0 | 187.298 |
| Sonstige Vermögenswerte | 24.357 | 13.512 | 10.845 | 59 | 10.786 |
| Finanzinstrumente: AKTIVA | 380.709 | 25.343 | 355.366 | 2.567 | 352.799 |
| Finanzschulden | 725.568 | 0 | 725.568 | 0 | 725.568 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 63.410 | 0 | 63.410 | 0 | 63.410 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 108.764 | 55.755 | 53.009 | 28.425 | 24.584 |
| Finanzinstrumente: PASSIVA | 897.742 | 55.755 | 841.987 | 28.425 | 813.562 |
| 31.12.2019 | |||||
| Finanzanlagen | 6.366 | 0 | 6.366 | 2.482 | 3.884 |
| Liquide Mittel | 135.120 | 0 | 135.120 | 0 | 135.120 |
| Forderungen | 202.527 | 19.470 | 183.057 | 0 | 183.057 |
| Sonstige Vermögenswerte | 24.416 | 13.078 | 11.338 | 34 | 11.304 |
| Finanzinstrumente: AKTIVA | 368.429 | 32.548 | 335.881 | 2.516 | 333.365 |
| Finanzschulden | 681.386 | 0 | 681.386 | 0 | 681.386 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 55.931 | 0 | 55.931 | 0 | 55.931 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 161.466 | 68.717 | 92.749 | 46.521 | 46.228 |
| Finanzinstrumente: PASSIVA | 898.783 | 68.717 | 830.066 | 46.521 | 783.545 |
Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente betreffen grundsätzlich langfristig
gehaltene Finanzbeteiligungen, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis
vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann.
Diese werden mit Anschaffungskosten bewertet.
| 30.6.2020 | 31.12.2019 | |
| Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 59 | 34 |
| Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet | 352.799 | 333.365 |
| Finanzielle Vermögenswerte, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 2.508 | 2.482 |
| Finanzinstrumente: Aktiva | 355.366 | 335.881 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 22.556 | 40.273 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bewertet | 813.562 | 783.545 |
| Derivate mit Sicherungsbeziehung, Hedge Accounting | 5.869 | 6.248 |
| Finanzinstrumente: Passiva | 841.987 | 830.066 |
Der Vorstand der INDUS Holding AG hat den vorliegenden IFRS-Zwischenabschluss am
5. August 2020 zur Veröffentlichung freigegeben.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind.
Bergisch Gladbach, den 5. August 2020
INDUS Holding AG
Der Vorstand
| Dr. Johannes Schmidt | Dr. Jörn Großmann |
| Axel Meyer | Rudolf Weichert |
| ANSPRECHPARTNERINNEN | INDUS HOLDING AG |
| Jana Külschbach Öffentlichkeitsarbeit Telefon: +49 (0)2204/40 00-35 E-Mail: presse@indus.de |
Kölner Straße 32 51429 Bergisch Gladbach |
| Postfach 10 03 53 51403 Bergisch Gladbach |
|
| Dafne Sanac Investor Relations Telefon: +49 (0)2204/40 00-32 E-Mail: investor.relations@indus.de | Telefon: +49(0)2204/40 00-0 Telefax: +49 (0)2204/40 00-20 E-Mail: indus@indus.de |
| www.indus.de |
| DATUM | EVENT |
| 13. August 2020 | Hauptversammlung 2020 |
| 12. November 2020 | Veröffentlichung des Zwischenberichts zu den ersten neun Monaten 2020 |
Dr.-Ing. Johannes Schmidt
6. August 2020
INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach
Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg
Gutenberg Beuys Feindruckerei GmbH, Langenhagen
Dieser Zwischenbericht ist auch in englischer Sprache erhältlich. Im Zweifelsfall
ist die deutsche Version maßgeblich.
Dieser Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen
und Schätzungen des Vorstands der INDUS Holding AG beruhen. Auch wenn der Vorstand
der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, unterliegen
sie gewissen Risiken und Unsicherheiten. Die künftigen tatsächlichen Ergebnisse können
aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen.
Zu diesen Faktoren gehören unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen
Lage, der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, der Wechselkurse und
Zinssätze sowie der Gesetzeslage. Die INDUS Holding AG übernimmt keinerlei Gewährleistung
und Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse
mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen.
Die in diesem Bericht getroffenen Annahmen und Schätzungen werden nicht aktualisiert.
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