INDUS Holding AGBergisch GladbachZwischenbericht zum 30.09.2020ZWISCHENBERICHT Q3 2020HIGHLIGHTSscrollen
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KURSENTWICKLUNG DER INDUS-AKTIE JANUAR BIS OKTOBER 2020 EXKL. DIVIDENDE(indexiert, in %)
BRIEF AN DIE AKTIONÄRESEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,mit diesem Quartalsbericht schauen wir zurück auf
ein für die INDUS-Gruppe trotz aller
Corona-Einschränkungen insgesamt erfreuliches drittes
Quartal 2020. Im Segment Bau/Infrastruktur bleibt die
Ertragslage weiter sehr gut, der Geschäftsverlauf in
den Segmenten Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und
Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik konnte sich
stabilisieren. Und auch im Segment Fahrzeugtechnik steigt
seit September die Auslastung wieder etwas an. Beim
operativen Ergebnis (EBIT) liegen wir im dritten Quartal
annähernd auf dem Niveau des Vergleichsquartals 2019.
Die Agilität unserer mittelständischen
Beteiligungsunternehmen ist bemerkenswert. Die
Geschäftsführungen meistern gemeinsam mit ihren
Mitarbeitern jeden Tag beherzt und flexibel die
Herausforderungen der Corona-Pandemie. Sie passen sich
schnell an zum Teil stark schwankende Kundennachfragen an.
Sie verhalten sich durchgängig kostenbewusst. Und sie
reduzieren konsequent das Working Capital.
Wir haben gemeinsam mit den Mitarbeitern in der Holding
unsere Portfoliounternehmen bei der Navigation durch diese
unsicheren Zeiten intensiv unterstützt. In der Holding
haben wir das Maßnahmenpaket zur Portfoliooptimierung
weiter konsequent abgearbeitet, unsere rollierende
Finanzierung planmäßig umgesetzt und unsere
M&A-Aktivitäten fortgeführt:
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Mitte November stehen wir traditionell kurz vor dem
Abschluss der Planungsrunde für das Geschäftsjahr
2021. Vor dem Hintergrund des unsicheren wirtschaftlichen
Umfelds ist es für unsere Geschäftsführungen
in diesem Jahr besonders schwierig, belastbare Planungen
für die Folgejahre vorzulegen. Gerade haben wir den
planmäßigen jährlichen Impairment-Test auf
den Stichtag 30. September 2020 abgeschlossen. Im Segment
Maschinen- und Anlagenbau ergaben sich leichte
Wertminderungen auf Firmen- und Geschäftswerte
(Goodwill) in Höhe von 2,3 Mio. EUR, im Segment
Metalltechnik auf Sachanlagen in Höhe von 0,6 Mio.
EUR.
Natürlich schauen wir aufmerksam auf die weitere
Entwicklung der Corona-Pandemie und die möglichen
wirtschaftlichen Folgen des zweiten europaweiten Lockdowns.
Unsere Beteiligungen und die Holding sind gut
gerüstet. Soweit möglich haben unsere Unternehmen
bei der Materialversorgung vorgesorgt. Die
Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiter werden in
den Beteiligungen konsequent umgesetzt. Dort, wo es
möglich ist, arbeiten die Mitarbeiter nun wieder
zuhause. Trotzdem lassen sich Infektionen, die auch zu
vereinzelten Störungen in den Beteiligungen
führen können, nicht völlig
ausschließen. Darauf sind wir aber vorbereitet und
gehen aktuell davon aus, dass unsere
Beteiligungsunternehmen im vierten Quartal weitgehend
ungestört arbeiten werden.
Deshalb halten wir an unserer Prognose aus dem August
für das Geschäftsjahr 2020 fest. Wir erwarten
einen Gesamtumsatz zwischen 1,45 und 1,6 Mrd. EUR. Das
operative Ergebnis (EBIT) wird zwischen 0 bis 20 Mio. EUR
liegen. Unsere Prognose setzt voraus, dass die
Corona-Schutzmaßnahmen nicht weiter verschärft
werden und der Betrieb der Beteiligungen aufrechterhalten
werden kann.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das
Jahr 2020 verlangt uns allen eine Menge ab - sowohl im
geschäftlichen als auch im privaten Umfeld. Wir als
Vorstand von INDUS sind überzeugt, dass gerade dieses
schwierige Jahr wieder die Stärke unseres Portfolios
vor Augen führt. Breit diversifizierte
Aktivitäten, eigenverantwortliche
Geschäftsführungen und engagierte Mitarbeiter in
den Beteiligungen und in der Holding reagieren kreativ und
flexibel auf die vielfältigen Herausforderungen dieses
Jahres. Deshalb gehen wir trotz des zweiten Lockdowns
zuversichtlich in das letzte Quartal des Jahres.
Bleiben Sie gesund!
Bergisch Gladbach im November 2020
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ZWISCHENLAGEBERICHTGESCHÄFTSVERLAUF DER INDUS-GRUPPE IN DEN ERSTEN NEUN MONATEN 2020KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (in Mio. EUR)scrollen
Das Geschäftsjahr 2020 steht ganz im Zeichen der
wirtschaftlichen und operativen Auswirkungen der
Corona-Pandemie. Die meisten der INDUS-Beteiligungen waren
und sind teilweise noch erheblich von den Folgen der
Pandemie beeinträchtigt. Umso erfreulicher ist die
Entwicklung im dritten Quartal des Geschäftsjahres mit
einem operativen Ergebnis (EBIT) nur leicht unter dem
Vorjahr. INDUS setzt derzeit ein Maßnahmenpaket zur
Portfoliooptimierung um. Bei einzelnen Maßnahmen wird
die Umsetzung bis ins Jahr 2021 andauern. Ergebniseffekte
sind - soweit möglich - im vorliegenden Abschluss
berücksichtigt.
UMSATZRÜCKGANG IN VIER SEGMENTENIn den ersten neun Monaten 2020 konnten die
INDUS-Beteiligungen einen Umsatz in Höhe von 1.164,1
Mio. EUR erzielen. Dies bedeutet eine Reduktion um 148,7
Mio. EUR (-11,3 %) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Dabei gingen die Umsatzerlöse in den Segmenten
Fahrzeugtechnik sowie Maschinen und Anlagenbau sehr
deutlich zurück. In den Segmenten Medizin- und
Gesundheitstechnik und Metalltechnik waren leichte
Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Im Segment Bau/
Infrastruktur konnte ein geringes Umsatzwachstum trotz der
Corona-Krise erzielt werden. Der organische
Umsatzrückgang der INDUS-Gruppe betrug 12,6 %.
Anorganisch konnte durch die Vorjahreserwerbe MESUTRONIC
und DSG ein Umsatzplus von 1,3 % erzielt werden.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich
auf 12,7 Mio. EUR und waren damit um 13,3 Mio. EUR
niedriger als im Vorjahr. Im Vorjahr war hierin der Ertrag
aus dem Verkauf der TKI Automotive GmbH in Höhe von
16,8 Mio. EUR enthalten.
Die Materialaufwandsquote sank leicht von 46,5 % auf
45,5 %. Die Personalaufwandsquote stieg von 30,2 % auf 32,4
%. Erwartungsgemäß konnten die Personalkosten
trotz intensiver Nutzung von Kurzarbeit nicht proportional
zu den niedrigeren Produktionsauslastungen gesenkt werden.
Der sonstige betriebliche Aufwand reduzierte sich um 9,4
Mio. EUR (5,8 %) auf 151,9 Mio. EUR. Dabei konnten die
Betriebs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen
prozentual zum Umsatz reduziert werden. Lediglich die
übrigen Aufwendungen sind aufgrund eines Einmaleffekts
durch die Entkonsolidierung der mit Wirkung zum 31. Juli
2020 verkauften Beteiligung KIEBACK und aufgrund von
Währungsverlusten gestiegen.
Die Abschreibungen erhöhten sich um 32,6 Mio. EUR
auf insgesamt 110,1 Mio. EUR. Darin enthalten sind
planmäßige Abschreibungen in Höhe von 69,3
Mio. EUR (Vorjahr: 65,0 Mio. EUR) und Wertminderungen in
Höhe von 40,8 Mio. EUR (Vorjahr: 12,5 Mio. EUR). Die
Wertminderungen in Höhe von 40,8 Mio. EUR entfallen in
Höhe von 33,8 Mio. EUR (Vorjahr: 12,5 Mio. EUR) auf
das Segment Fahrzeugtechnik, in Höhe von 2,3 Mio. EUR
(Vorjahr: keine Wertminderung) auf das Segment Maschinen-
und Anlagenbau sowie in Höhe von 4,7 Mio. EUR
(Vorjahr: keine Wertminderung) auf das Segment
Metalltechnik.
22,6 MIO. EUR ERGEBNISBEITRAG IN Q3Das operative Ergebnis (EBIT) für die ersten neun
Monate betrug 4,3 Mio. EUR und lag damit um 86,3 Mio. EUR
unter dem Vorjahreswert (90,6 Mio. EUR). Die EBIT-Marge lag
bei 0,4 % (Vorjahr: 6,9 %). Der Rückgang ist in erster
Linie auf die erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen der
Corona-Pandemie in großen Teilen der INDUS-Gruppe
zurückzuführen. Weiterhin sind in diesem Ergebnis
die oben erläuterten nicht zahlungswirksamen
Wertminderungen in Höhe von insgesamt 40,8 Mio. EUR
enthalten. Damit wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) vor
Wertminderungen in Höhe von 45,1 Mio. EUR für die
ersten neun Monate 2020 erzielt. Betrachtet man das dritte
Quartal 2020, so ist das operative Ergebnis von 22,6 Mio.
EUR vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie
erfreulich. Damit wurde der Vorjahresvergleichswert von
24,2 Mio. EUR fast erreicht.
Das Finanzergebnis verbesserte sich um 2,9 Mio. EUR von
-13,5 Mio. EUR auf -10,6 Mio. EUR. Ursache für die
Verbesserung waren insbesondere Erträge aus der
geringeren Bewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten.
Im Finanzergebnis sind das Zinsergebnis, das Ergebnis aus
at-Equity-bewerteten Anteilen und das übrige
Finanzergebnis enthalten. Innerhalb des übrigen
Finanzergebnisses sind die Bewertungen der Zinsswaps und
der Minderheitsanteile ausgewiesen.
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit -6,3 Mio. EUR um
83,4 Mio. EUR unterhalb des Vorjahresvergleichswerts (77,1
Mio. EUR). Der Steueraufwand betrug 27,2 Mio. EUR nach 27,0
Mio. EUR im Vorjahr. Vor dem Abzug der Anteile nicht
beherrschender Gesellschafter ergab sich ein
Periodenergebnis von -33,5 Mio. EUR (Vorjahr: 50,1 Mio.
EUR). Das Ergebnis je Aktie betrug -1,40 EUR nach 2,02 EUR
im Vergleichszeitraum.
Im Durchschnitt der ersten neun Monate 2020 wurden in
den Unternehmen der INDUS-Gruppe 10.693 Mitarbeiter
(Vorjahr: 10.818 Mitarbeiter) beschäftigt. Das
entspricht einem Rückgang um 125 Mitarbeiter.
Bereinigt man den Zugang der Mitarbeiter durch die im
vergangenen Jahr erworbenen Beteiligungen MESUTRONIC und
DSG, so hat die INDUS-Gruppe 361 Mitarbeiter weniger als im
Vorjahresvergleich. Ende September befanden sich etwa 1.250
Mitarbeiter in Kurzarbeit. Dies entspricht einer Quote von
15 % bei den betroffenen INDUS-Beteiligungen. Im Vergleich
zum 30. Juni 2020 hat sich die Zahl der Mitarbeiter in
Kurzarbeit halbiert.
MASSNAHMENPAKET ZUR PORTFOLIOOPTIMIERUNG IN UMSETZUNGIm Juni 2020 hat der Vorstand der INDU S Holding AG -
wie bereits im Bericht zum zweiten Quartal dargelegt - das
Maßnahmenpaket "Zwischenspurt" zur
Portfoliooptimierung beschlossen und seitdem umgesetzt.
Im Zuge dieses Maßnahmenpakets wurde die KIEBACK
GmbH & Co. KG, Osnabrück, aus dem Segment
Fahrzeugtechnik am 24. Juli 2020 veräußert. Die
Entkonsolidierung des Unternehmens wurde zum 31. Juli 2020
durchgeführt.
Ebenfalls im Segment Fahrzeugtechnik konnte die bereits
beschlossene Stilllegung der Enkelgesellschaft FICHTHORN
GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der SELZER
Holding GmbH, erfreulicherweise abgewendet werden.
Stattdessen wurde die Veräußerung des
Unternehmens an einen Strategen beschlossen, der den
Standort fortführen und einen erheblichen Anteil der
Arbeitsplätze erhalten wird. Die
Veräußerung erfolgte nach dem Quartalsende mit
Wirkung zum 16. Oktober 2020.
Für die BACHER AG aus dem Segment Metalltechnik
wurde nach Abschluss des in der Schweiz verbindlichen
Konsultationsverfahrens die Einstellung des Betriebs im
Jahr 2021 beschlossen. Ausstehend ist lediglich noch der
förmliche Beschluss der Generalversammlung der BACHER
AG, der noch im Dezember 2020 mit den Stimmen der INDUS
Holding AG als alleiniger Aktionärin erfolgen wird.
Bereits im Februar 2020 konnte SIMON den
Geschäftsbereich SIMON Kinetics an die britische Titus
Group veräußern. Der Geschäftsbereich SIMON
Kinetics stellt Möbelbeschläge und
Dämpfungssysteme her.
Weiterhin wurde der operative Geschäftsbetrieb des
Bereichs Kunststoffgalvanik von SIMON aus dem Segment
Metalltechnik zum Ende des dritten Quartals 2020
eingestellt. Die Fortführung der
Geschäftstätigkeit wäre wegen des
erheblichen Investitionsbedarfs aufgrund des anstehenden
EU-weiten Verbots von Chrom(VI)-oxid unrentabel geworden.
Im vorliegenden Abschluss zum dritten Quartal 2020
führen diese Maßnahmen in ihrer Gesamtheit zu
Wertberichtigungen und Aufwand von in Summe 16,0 Mio. EUR.
Darin enthalten sind Wertberichtigungen auf Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte sowie Wertberichtigungen
im Zusammenhang mit der Bildung von
Veräußerungsgruppen und auf aktive latente
Steuern. Außerdem eingeschlossen sind Aufwendungen
für die Bildung von Rückstellungen und für
die Entkonsolidierung von KIEBACK. Davon entfallen 11,9
Mio. EUR auf das Segment Fahrzeugtechnik und 4,1 Mio. EUR
auf das Segment Metalltechnik.
ERWERB DER RESTANTEILE AN M+P, PEISELER, MBN UND SELZERINDUS hat im Januar 2020 planmäßig die
Anteile eines Altgesellschafters und bisherigen
Geschäftsführers an der M+P International Mess-
und Rechnertechnik GmbH, Hannover, erworben. Durch den
Erwerb der Anteile in Höhe von 14,5 % konnte INDUS die
Geschäftsanteile an M+P auf 91,06 % erhöhen. M+P
ist Anbieter von Mess- und Testsystemen zur
Schwingungsprüfung und -analyse und gehört seit
Januar 2017 zur INDUS-Gruppe.
Im April 2020 und im September 2020 hat INDUS
planmäßig jeweils 10 % der Anteile an der
PEISELER Holding GmbH, Remscheid, von den
Altgesellschaftern und bisherigen
Geschäftsführern erworben. Durch den Erwerb der
Anteile erhöht sich der Anteil von INDUS an PEISELER
auf 100 %. PEISELER fertigt hochpräzise
Teilgeräte und Schwenkeinrichtungen für
Werkzeugmaschinen und gehört seit Mai 2017 zum INDUS
Portfolio.
Im April 2020 wurden weiterhin sämtliche
Restanteile an der MBN Maschinenbaubetriebe Neugersdorf
GmbH, Neugersdorf, von den Altgesellschaftern erworben.
Durch den planmäßigen Erwerb der 25 %
Restanteile befinden sich nun 100 % der Anteile an MBN bei
INDUS. Die MBN-Gruppe entwickelt und fertigt automatisierte
Anlagen sowie Maschinen für die Fahrzeugendmontage und
gehört seit November 2014 zur INDUS-Gruppe.
Im Juni 2020 hat INDUS die 15 % Restanteile an der
SELZER Fertigungstechnik GmbH & Co. KG von den
Altgesellschaftern erworben. Durch den Erwerb hält
INDUS nun 100 % der Anteile an der SELZER Fertigungstechnik
GmbH & Co. KG. SELZER gehört seit 2005 zur
INDUS-Gruppe und stellt einbaufertige Komponenten und
Baugruppen aus Metall für Getriebe, Bremsen sowie
Motoren von Automobilen her.
SEGMENTBERICHTDie INDUS Holding AG gliedert ihr Beteiligungsportfolio
in fünf Segmente: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik,
Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik
sowie Metalltechnik. Zum 30. September 2020 umfasste das
Beteiligungsportfolio 46 operative Einheiten.
BAU/INFRASTRUKTUREBIT-MARGE IN HÖHE VON 18,0 %Im Segment Bau/Infrastruktur konnte der Umsatz
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Mio. EUR (0,2
%) auf 295,6 Mio. EUR leicht gesteigert werden. Der
Segmentumsatz war im Vorjahr bereits auf einem sehr hohen
Niveau und konnte im Berichtszeitraum auf diesem Level
gehalten werden.
Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Umsatz
überproportional um 13,0 % auf 53,1 Mio. EUR (Vorjahr:
47,0 Mio. EUR) an. Die EBIT-Marge erreichte mit 18,0 %
einen sehr hohen Wert. Sie übertraf die gute Marge aus
dem Vorjahr (15,9 %) um 2,1 Prozentpunkte. Für das
Einzelquartal vom 1. Juli 2020 bis 30. September 2020 wurde
eine Marge von 17,5 % erzielt.
Insgesamt ist die Entwicklung im Segment
Bau/Infrastruktur in den ersten neun Monaten 2020 sehr
erfreulich. Trotz der Corona-Krise konnten die
Segmentunternehmen bei quasi unverändertem Umsatz das
operative Ergebnis deutlich verbessern. Wir erwarten
für die verbleibenden drei Monate eine saisonale
Abschwächung des Geschäfts auf weiterhin hohem
Niveau.
Für das Gesamtjahr gehen wir aktuell im Vergleich
zum Vorjahr von einem leicht sinkenden Umsatz und einem
operativen Ergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau aus. Das
setzt voraus, dass es in den verbleibenden Wochen des
Jahres nicht noch zu erheblichen Störungen durch die
weitere Entwicklung der Corona-Pandemie kommen wird.
Die Investitionen im Segment betrafen
ausschließlich Sachinvestitionen. Sie lagen mit 11,4
Mio. EUR leicht über dem Vorjahr (11,0 Mio. EUR).
KENNZAHLEN BAU/INFRASTRUKTUR (in Mio. EUR)scrollen
FAHRZEUGTECHNIKBEGINNENDE STABILISIERUNG BEI AKTUELL HOHER UNSICHERHEITDas Segment Fahrzeugtechnik wird weiterhin von der
bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 deutlich
spürbaren strukturellen Krise im Automotive-Markt und
den massiven Folgen der Corona-Krise belastet. Um die
unmittelbaren Folgen der Corona-Krise abzumildern, wurde in
erheblichem Umfang das Instrument der Kurzarbeit genutzt:
Ende Juni befanden sich rund 45 % der Mitarbeiter an
deutschen und schweizerischen Standorten in diesem Segment
in Kurzarbeit; zum Ende des dritten Quartals waren immer
noch rund 30 % der Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Der Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik sank im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um 69,6 Mio. EUR bzw. 26 % auf 198,2
Mio. EUR. In dem starken Rückgang spiegelt sich die
extreme Absatzschwäche während der Monate April
und Mai sowie die geringe Dynamik des Wiederanlaufens in
den Monaten Juni bis August wider. Im September wurden zum
ersten Mal in diesem Geschäftsjahr bei einigen
Segmentunternehmen wieder Umsatzerlöse realisiert, die
an das Vorjahresniveau anknüpfen. Es bleibt
abzuwarten, wie die Unternehmen von dem zweiten Lockdown ab
November betroffen sein werden.
Die Nutzung von Kurzarbeit und Maßnahmen zur
Kostenreduzierung konnten die Auswirkungen des starken
Umsatzrückgangs nur zum Teil kompensieren. Obwohl bei
den beiden bekannten Serienzulieferern die
Repositionierungen vorankommen, belasten diese das
Segmentergebnis zusätzlich.
Im Juni 2020 wurde im Rahmen des Maßnahmenpakets
zur Portfoliooptimierung die Veräußerung der
KIEBACK GmbH & Co. KG, Osnabrück, beschlossen. Der
Abgang von KIEBACK erfolgte Ende Juli 2020. Die bereits im
zweiten Quartal beschlossene Stilllegung der
Enkelgesellschaft FICHTHORN GmbH & Co. KG, ein
Tochterunternehmen der SELZER Holding, konnte abgewendet
werden. Stattdessen wurde im dritten Quartal die
Veräußerung des Unternehmens an einen Strategen
beschlossen, der den Standort fortführen und einen
erheblichen Anteil der Arbeitsplätze erhalten wird.
Das Unternehmen wurde nach Quartalsende mit Wirkung zum 16.
Oktober 2020 veräußert. Insgesamt wurden im
Zusammenhang mit der Veräußerung von KIEBACK und
der bevorstehenden Veräußerung von FICHTHORN im
Berichtszeitraum Aufwendungen in Höhe von 11,9 Mio.
EUR erfasst, davon 8,2 Mio. EUR bereits im zweiten Quartal.
Aufgrund der gesunkenen Ertragsaussichten für die
Zukunft wurden bereits im zweiten Quartal Wertminderungen
(Impairments) auf Geschäfts- und Firmenwerte in
Höhe von 29,2 Mio. EUR vorgenommen.
Aufgrund der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie,
des Maßnahmenpakets zur Portfoliooptimierung und der
vorgenommenen Wertberichtigungen beträgt das operative
Ergebnis (EBIT) -74,9 Mio. EUR. Die EBIT-Marge verminderte
sich auf -37,8 %. Das operative Ergebnis (EBIT) vor
Wertminderungen lag mit -41,1 Mio. EUR um 31,0 Mio. EUR
deutlich unter dem Vorjahreswert. Unter
Berücksichtigung des Verkaufs einer
at-Equity-Beteiligung im Vorjahresquartal und den
Belastungen aus dem Maßnahmenpaket "Zwischenspurt"
liegt das vergleichbare EBIT vor Wertminderungen und
genannten Sondereffekten bei -34,8 Mio. EUR gegenüber
-26,9 Mio. EUR im Vorjahr.
Das dritte Quartal 2020 war sowohl hinsichtlich der
Umsatzerlöse als auch des operativen Ergebnisses nach
Eliminierung der Sondereffekte und Wertminderungen das
bisher beste Quartal im Berichtszeitraum. Ob sich dieser
Trend im vierten Quartal verstetigen wird, ist wegen der
anhaltenden Unsicherheit bezüglich der weiteren
Entwicklung des Automotive-Markts unklar. Das
Abrufverhalten der Kunden ist weiter instabil und die
möglichen Auswirkungen der sich verschärfenden
Corona-Pandemie und des damit verbundenen zweiten Lockdowns
im November sind aktuell ungewiss.
In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im
Vergleich zum Vorjahr weiter von stark sinkendem Umsatz und
einem deutlich negativen operativen Ergebnis (EBIT) aus.
Die Investitionen lagen mit 7,3 Mio. EUR aufgrund der
restriktiven Investitionspolitik seit Beginn der
Corona-Krise um 7,0 Mio. EUR unter den Investitionen im
Vorjahresvergleichszeitraum.
KENNZAHLEN FAHRZEUGTECHNIK(in Mio. EUR)scrollen
MASCHINEN- UND ANLAGENBAUQ3 ZEIGT AUFWÄRTSTREND BEI WEITER SCHWACHEM AUFTRAGSEINGANGIm Segment Maschinen- und Anlagenbau sank der Umsatz
gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum deutlich um
57,5 Mio. EUR (-18,1 %) auf 260,5 Mio. EUR. Bis auf eine
Ausnahme waren bei sämtlichen Beteiligungen des
Segments rückläufige Umsätze zu verzeichnen.
Besonders die Unternehmen mit Zulieferungen in die
Werkzeugmaschinenindustrie und Beteiligungen der
Automatisierungstechnik sind weiter massiv von den Folgen
der Corona-Pandemie betroffen.
Die gesunkenen Zukunftserwartungen einer Beteiligung aus
der Werkzeugmaschinenindustrie führten dazu, dass zum
30. September 2020 Wertminderungen auf Geschäfts- und
Firmenwerte in Höhe von 2,3 Mio. EUR vorgenommen
wurden.
Das operative Ergebnis (EBIT) sank um 21,7 Mio. EUR
(-60,3 %) auf 14,3 Mio. EUR. Dieser Effekt beruht auf
gesunkenen Ergebnissen von nahezu allen Segmentunternehmen.
Die EBIT-Marge für den Berichtszeitraum lag mit 5,5 %
deutlich unter dem Vorjahresvergleichswert. Allerdings ist
das dritte Quartal mit einer Marge von 10,8 % das bislang
stärkste Quartal im Berichtsjahr.
Der Auftragsbestand im Segment ist unbefriedigend.
Insbesondere die Segmentunternehmen im Projektgeschäft
haben bestehende Aufträge in erheblichem Umfang
abgearbeitet und spüren gleichzeitig nach wie vor eine
große Zurückhaltung der Kunden bei der
Neuvergabe von Aufträgen. In unserer Prognose gehen
wir für das Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahr von
einem stark sinkenden Segmentumsatz aus. Für das
letzte Quartal erwarten wir, sofern nicht noch unerwartete
Auswirkungen des zweiten Corona-Lockdowns auftreten, aber
eine weitere Verbesserung der EBIT-Marge. Insgesamt muss
für das Gesamtjahr dennoch mit einem stark sinkenden
operativen Ergebnis (EBIT) gerechnet werden. Die EBIT-Marge
wird innerhalb eines Bandes von 6 bis 8 % liegen.
Die Investitionen des Berichtszeitraums in Höhe von
2,5 Mio. EUR betreffen Sachinvestitionen. In den
Investitionen des Vorjahres in Höhe von 28,3 Mio. EUR
ist neben den Sachinvestitionen der Erwerb der
MESUTRONIC-Gruppe enthalten.
KENNZAHLEN MASCHINEN- UND ANLAGENBAU (in Mio. EUR)scrollen
MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIKAUFWÄRTSTREND IM DRITTEN QUARTALDas Segment Medizin- und Gesundheitstechnik konnte in
den ersten neun Monaten 2020 einen Umsatz von 106,7 Mio.
EUR erwirtschaften. Dies entspricht einem
Umsatzrückgang von 14,3 Mio. EUR (-11,8 %) im
Vorjahresvergleich. Im dritten Quartal sind die
Umsätze im Vergleich zum Vorquartal wieder
angestiegen; so waren die Unternehmen des Segments im
zweiten Quartal 2020 unerwartet stark von den Folgen der
Corona-Pandemie während des Lockdowns betroffen, da
elektive Operationen entfielen und die
Verkaufsmöglichkeiten im Bereich
Rehabilitationstechnik eingeschränkt waren. Im dritten
Quartal lag der Umsatz noch 9 % unter dem
Vergleichszeitraum im Vorjahr.
In den ersten neun Monaten 2020 sank das operative
Ergebnis (EBIT) um 6,2 Mio. EUR auf 7,8 Mio. EUR.
Sämtliche Segmentunternehmen sind von diesem
Ergebnisrückgang betroffen. Die EBIT-Marge des
Segments betrug 7,3 % (Vorjahr: 11,6 %) und lag damit
deutlich unterhalb des Vorjahresvergleichswerts.
In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im
Vergleich zum Vorjahr von sinkendem Umsatz und einem stark
sinkenden operativen Ergebnis (EBIT) aus. Die EBIT-Marge
wird innerhalb eines Bandes von 7 bis 9 % liegen. Im
vierten Quartal könnten sich allerdings nach den
Erfahrungen aus dem zweiten Quartal kurzfristig noch
negative Effekte durch den zweiten Lockdown ergeben.
Die Investitionen lagen mit 3,0 Mio. EUR auf dem Niveau
des Vorjahres (2,8 Mio. EUR).
KENNZAHLEN MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK (in Mio. EUR)scrollen
METALLTECHNIKLEICHTE ERHOLUNG IN Q3Das Segment Metalltechnik verzeichnete in den ersten
neun Monaten 2020 einen Umsatzrückgang um 8,0 Mio. EUR
(-2,6 %) auf 303,3 Mio. EUR. Im dritten Quartal 2020 konnte
mit 109,3 Mio. EUR aber wieder ein Umsatz annähernd
auf Vorjahresniveau (Q3 2019: 110,8 Mio. EUR)
erwirtschaftet werden.
Das operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen lag
mit 14,9 Mio. EUR um 8,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert.
Die meisten der Segmentunternehmen wurden durch die
Corona-Krise stark belastet und mussten in hohem Maße
Kurzarbeit anmelden. Zu beachten ist dabei, dass in dem
Segmentergebnis erhebliche Belastungen aus der weiter
verschärften Geschäftsentwicklung der Schweizer
BACHER AG enthalten sind. Die EBIT-Marge vor
Wertminderungen lag mit 4,9 % um 2,6 Prozentpunkte
unterhalb des Vorjahresvergleichswerts (7,5 %). Seit Ende
des Lockdowns hat sich die Ertragssituation im Segment
Metalltechnik aber deutlich verbessert. Die EBIT-Marge vor
Wertminderungen für das dritte Quartal betrug 6,3 %
(Vorjahr: 7,3 %).
Im aktuellen Quartal wurden weitere 0,6 Mio EUR
Wertminderungen auf Sachanlagen bei der BACHER AG erfasst.
Aufgrund gesunkener Ertragsaussichten für die Zukunft
wurden bereits im zweiten Quartal Wertminderungen
(Impairments) auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in
Höhe von 4,1 Mio. EUR vorgenommen.
Das operative Ergebnis (EBIT) betrug demzufolge für
die ersten neun Monate 10,2 Mio. EUR bei einer EBIT-Marge
von 3,4 %.
Für die BACHER AG wurde nach Abschluss des in der
Schweiz verbindlichen Konsultationsverfahrens die
Einstellung des Betriebs im Jahr 2021 beschlossen.
Ausstehend ist lediglich noch der förmliche Beschluss
der Generalversammlung der BACHER AG, der noch im Dezember
2020 mit den Stimmen der INDUS Holding AG als alleiniger
Aktionärin erfolgen wird.
In unserer Prognose gehen wir für das Gesamtjahr im
Vergleich zum Vorjahr von sinkendem Umsatz und einem stark
sinkenden operativen Ergebnis (EBIT) aus. Die EBIT-Marge
wird innerhalb eines Bandes von 2 bis 4 % liegen, sofern im
vierten Quartal nicht noch derzeit unerwartete
Störungen durch den zweiten Corona-Lockdown auftreten.
Das Investitionsvolumen lag mit 3,7 Mio. EUR deutlich
unter dem Niveau des Vorjahres (8,2 Mio. EUR).
KENNZAHLEN METALLTECHNIK(in Mio. EUR)scrollen
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEKONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG, VERKÜRZT(in Mio. EUR)scrollen
KAPITALFLUSSRECHNUNG: OPERATIVER CASHFLOW TROTZ CORONA AUF HOHEM NIVEAUTrotz des um 80,8 Mio. EUR deutlich gesunkenen
Ergebnisses nach Steuern beträgt der operative
Cashflow in den ersten neun Monaten 2020 gute 98,2 Mio. EUR
und liegt damit lediglich um 8,3 Mio. EUR unterhalb des
operativen Cashflows in der Vergleichsperiode. Dabei konnte
das Working Capital insgesamt um 14,3 Mio. EUR gesenkt
werden, im Vorjahresvergleichszeitraum wuchs das Working
Capital hingegen um 46,0 Mio. EUR. Insgesamt sank der
Cashflow aus Geschäftstätigkeit um -6,9 Mio. EUR
auf 84,6 Mio. EUR.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -29,0
Mio. EUR nach -64,1 Mio. EUR im Vorjahr. Im
Berichtszeitraum betrugen die Investitionen für
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 26,7 Mio.
EUR und lagen damit deutlich niedriger als im
Vorjahresvergleichszeitraum (43,3 Mio. EUR). Der
Rückgang steht im Zusammenhang mit der restriktiven
Investitionspolitik aufgrund der Corona-Krise. Die
Investitionen des Vorjahres beinhalten zudem den Erwerb der
MESUTRONIC-Gruppe im Juni 2019. Die (negativen)
Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten
beinhalten mit -4,3 Mio. EUR den Abgang liquider Mittel aus
dem Verkauf der KIEBACK GmbH & Co. KG.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug
-29,0 Mio. EUR nach -64,1 Mio. EUR im Vorjahr und ist damit
insgesamt um 16,9 Mio. EUR angestiegen. Der
Nettokreditaufnahme in Höhe von 63,7 Mio. EUR stehen
die Auszahlung einer reduzierten Dividende, die Tilgung von
Leasingverbindlichkeiten und die Auszahlungen für den
Erwerb von Minderheitsanteilen gegenüber.
Die Auszahlung der Dividende hat sich gegenüber dem
Vorjahr aufgrund der geringeren Dividende pro Aktie um 17,1
Mio. EUR auf 19,6 Mio. EUR reduziert. Weiterhin wurden in
den ersten neun Monaten fällige, teilweise bedingte
Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von 22,3 Mio. EUR
(Vorjahr: 2,4 Mio. EUR) getilgt. Die Auszahlungen aus der
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten betrugen 14,4 Mio. EUR
und lagen somit unter dem Vorjahresvergleichswert. Die
liquiden Mittel lagen mit 196,1 Mio. EUR über dem
hohen Bestand von 135,1 Mio. EUR zum Jahresende 2019 und
über dem Vergleichswert des Vorjahres. Dieser relativ
hohe Bestand an liquiden Mitteln ist dem bewusst
durchgeführten Aufbau eines Liquiditätspuffers
bei der Holding als Vorsichtsmaßnahme wegen
möglicher Auswirkungen der Corona-Pandemie geschuldet
und berücksichtigt auch planmäßige
Tilgungen im vierten Quartal 2020.
KONZERN-BILANZ, VERKÜRZT (in Mio. EUR)scrollen
BILANZ: REDUKTION DER BILANZSUMME WEGEN WERTMINDERUNGEN AUF GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTEDie Konzern-Bilanzsumme der INDUS-Gruppe ist mit 1.773,1
Mio. EUR um 35,1 Mio. EUR niedriger als zum 31. Dezember
2019. Die Reduktion der Bilanzsumme ist insbesondere auf
das um 68,5 Mio. EUR verringerte Anlagevermögen
zurückzuführen. Insbesondere die Geschäfts-
und Firmenwerte sind aufgrund von Wertminderungen um 33,9
Mio. EUR reduziert. Hinzu kommen weitere Wertminderungen
bei Sachanlagen und bei immateriellen Vermögenswerten
in Höhe von 6,9 Mio. EUR sowie der Abgang der
Vermögenswerte der im Juli 2020 veräußerten
KIEBACK GmbH & Co. KG.
Das Working Capital ist aufgrund der pandemiebedingten
wirtschaftlichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2020
und aufgrund des restriktiven Working-Capital-Managements
um 14,3 Mio. EUR (3,0 %) gegenüber dem Stand zum
Jahresbeginn gesunken. Dieser Abbau ist besonders
bemerkenswert, da INDUS in den vergangenen Jahren
unterjährig stets einen Aufbau des Working Capitals zu
verzeichnen hatte. Im Vergleich zum 30. September 2019 ist
das Working Capital zum 30. September 2020 um 54,1 Mio. EUR
abgebaut worden. Der Gesamtbetrag des Working Capitals zum
30. September 2020 belief sich auf 464,0 Mio. EUR (31.
Dezember 2019: 478,3 Mio. EUR).
Die Eigenkapitalquote zum 30. September 2020 betrug 37,7
% und lag damit um 2,5 Prozentpunkte unter der
Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2019 (40,2 %). Für
diesen Rückgang ist insbesondere das negative Ergebnis
nach Steuern für die ersten drei Quartale und die im
dritten Quartal abgeflossene Dividende ursächlich.
WORKING CAPITAL(in Mio. EUR)scrollen
Die Nettofinanzverbindlichkeiten betrugen 550,4 Mio. EUR
zum 30. September 2020. Damit sind die
Nettofinanzverbindlichkeiten um 4,2 Mio. EUR höher als
zum 31. Dezember 2019. Der Anstieg setzt sich aus
erhöhten Finanzschulden (+65,2 Mio. EUR) und dem
gegenläufig wirkenden Anstieg liquider Mittel (+61,0
Mio. EUR) zusammen. Unter Beachtung des deutlichen Abbaus
der sonstigen Verbindlichkeiten - u. a. durch den Erwerb
von Restanteilen - ist dies eine erfreuliche Entwicklung
und dem weiterhin guten operativen Cashflow der Gruppe
geschuldet.
NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN (in Mio. EUR)scrollen
CHANCEN UND RISIKENIm Geschäftsbericht 2019 hat INDUS die Risiken aus
der COVID-19-Pandemie, die einen wesentlichen Einfluss auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
haben können, erläutert. Die tatsächlichen
Auswirkungen der Pandemierisiken auf die Gruppe in den
ersten drei Quartalen werden nachfolgend dargestellt und
die Einschätzung der weiteren Entwicklung der Risiken
für das Geschäftsjahr 2020 wird aktualisiert.
COVID-19: UMFELD- UND BRANCHENRISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019:Durch die drastischen Maßnahmen zur Reduzierung
der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus kommt es
zunehmend zu Störungen des weltweiten
Wirtschaftsablaufs. Hinzu kommt die hohe Verunsicherung von
Konsumenten und Investoren und deren Auswirkungen auf
Konsum und Investitionstätigkeit. Exemplarisch seien
auch die Werksschließungen der großen
Automobilhersteller genannt, die eine Leistungserbringung
der Unternehmen der Gruppe teilweise nicht mehr
ermöglichen werden. Die hohe räumliche und
sachliche Diversifikation der Beteiligungen der
INDUS-Gruppe stellt aber einen klar risikominimierenden
Vorteil dar. INDUS geht davon aus, dass bedeutende Teile
der wertschöpfenden Produktion aufrechterhalten werden
können.
STATUS ZUM 30. SEPTEMBER 2020:Dieses Risiko hat sich insbesondere im Segment
Fahrzeugtechnik durch drastische Umsatzrückgänge,
aber auch in Teilen des Segments Maschinen- und Anlagenbau
und in der Medizintechnik materialisiert.
Im Segment Fahrzeugtechnik waren erhebliche
Absatzeinbrüche auch durch die Werksschließungen
der Hauptkunden, im Wesentlichen in den Monaten April und
Mai, zu verzeichnen. Im dritten Quartal kam es zu einer
spürbaren Erholung. Aktuell besteht aber große
Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen des zweiten
Lockdowns ab November.
Im Segment Maschinen- und Anlagenbau sind insbesondere
diejenigen Beteiligungen mit Absatzeinbrüchen
konfrontiert, die über die Lieferkette indirekt an der
Entwicklung der Automobilindustrie partizipieren. Aufgrund
der deutlichen Investitionszurückhaltung der Kunden
nicht nur aus der Automobilindustrie gehen die
Auftragsbestände signifikant zurück.
Infolgedessen wird es 2021 zu einem nachlaufenden negativen
Effekt kommen, bis sich die Investitionsbereitschaft auf
der Kundenseite wieder erhöht.
Im Segment Medizintechnik waren aufgrund der
unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie deutliche
Absatzeinbrüche zu verzeichnen. Ursächlich ist
hier insbesondere der Rückgang der
"Standard"-Operationen (OP-Sets und Endoskope), die
coronabedingten Einschränkungen des Breitensports
(Bandagen und Orthesen) und die Einschränkung der
Reisetätigkeit (Kompressionsstrümpfe). Die
aktuelle Entwicklung deutet auf eine relativ schnelle
Normalisierung in diesem Bereich hin, sofern der zweite
Lockdown nicht wieder zu Störungen führt.
Bestätigt hat sich die risikominimierende Wirkung
des diversifizierten INDUS-Portfolios. Das Segment
Bau/Infrastruktur sowie wesentliche Beteiligungen des
Segments Maschinen- und Anlagenbau und auch des Segments
Metalltechnik sind von der Pandemie nur unwesentlich
betroffen. Einzelne Unternehmen im Segment
Bau/Infrastruktur konnten auch Chancen realisieren.
COVID-19: LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019:Durch die weltweit verfügten Einschränkungen
der Reisefreiheit sind Auslandseinsätze (z. B.
Montagen) nicht mehr möglich. Die Leistung kann nicht
vollständig erbracht und abgerechnet werden; dies
betrifft besonders das Segment Maschinen- und Anlagenbau.
Die Schließung ausländischer und gegebenenfalls
inländischer Produktionsstätten hemmt die
Versorgung mit Vormaterial oder Fertigprodukten. Notwendige
Ersatzteile sind nicht zu beschaffen. Es treten massive
Störungen in der Lieferkette auf. Auch hier stellen
die räumliche und sachliche Diversifikation und die
mittelständische Struktur der Beteiligungen der
INDUS-Gruppe einen risikominimierenden Vorteil dar. INDUS
geht aktuell davon aus, dass bedeutende Teile der
wertschöpfenden Produktion aufrechterhalten werden
können. Die Beteiligungen arbeiten intensiv an
alternativen Bezugsquellen (z. B. Ersatz Norditalien als
Bezugsregion) zur Versorgungssicherheit und Aufstockung
notwendiger Vorräte und Maschinenersatzteile.
STATUS ZUM 30. SEPTEMBER 2020:Die Einschränkungen der Reisemöglichkeiten
wirken sich insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau auf
die Leistungserstellung aus. Anlagen können beim
Kunden nicht installiert werden oder umgekehrt durch
Lieferanten in eigenen Werken nicht aufgebaut werden.
Servicearbeiten können je nach Land nicht
durchgeführt werden. Dieser Zustand hat sich durch die
zahlreichen Lockdowns in Europa im November nun wieder
deutlich verschärft.
Die Versorgung der Beteiligungen mit Vormaterialien war
gegeben und den Beteiligungen ist es gelungen, kritische
Lieferanten zu ersetzen bzw. Ersatzlieferanten zu
qualifizieren. In einigen Fällen waren
Sicherheitsläger aufzubauen, mit negativer Wirkung auf
das Working Capital. Wesentliche Produktionsausfälle
durch Störungen in der Vorlieferkette waren jedoch -
auch aufgrund der getroffenen Maßnahmen - bisher
nicht zu verzeichnen.
COVID-19: PERSONALRISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019:Risiken im Personalbereich ergeben sich durch den
Ausfall von Schlüsselpersonen oder auch von ganzen
Abteilungen oder Bereichen. Es kann zu
Infektionsfällen innerhalb oder außerhalb der
betrieblichen Bereiche der Mitarbeiter kommen mit der
Folge, dass wesentliche interne Prozesse nicht
aufrechterhalten werden können.
Der Schutz der Mitarbeiter vor Ansteckungen ist oberstes
Ziel aller Beteiligungen. Dies wird erreicht durch die
Befolgung der Verhaltensregeln der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Robert
Koch-Instituts zum Infektionsschutz. Alle Beteiligungen
haben Maßnahmen ergriffen, um den
Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Dies sind die
räumliche Trennung von einzelnen Mitarbeitern, von
Mitarbeitergruppen quer durch die Abteilungen, die starke
Nutzung von Homeoffice soweit möglich, zeitversetztes
Arbeiten von Mitarbeitergruppen, Webmeetings, das Vermeiden
von Kundenbesuchen vor Ort oder bei den Beteiligungen und
vieles mehr. Zahlreiche Kommunen haben bereits zum Schutz
der Bürger vor Infektionen weitreichende
Maßnahmen wie Ausgangssperren, Versammlungsverbote u.
ä. ergriffen. INDUS geht davon aus, dass diese
konsequenten Maßnahmen Wirkung zeigen und die
Ausbreitung wirksam bekämpft werden kann.
STATUS ZUM 30. SEPTEMBER 2020:Die durch die jeweiligen Geschäftsführungen in
den Beteiligungen ergriffenen Maßnahmen haben sich
bisher als wirksam erwiesen. Ebenso die Maßnahmen der
INDUS Holding selbst. Auch während der Sommermonate
mit verstärkter Reisetätigkeit haben sich keine
bemerkenswerten Ausfälle in der INDUS-Gruppe ergeben.
Durch die gestiegenen Infektionszahlen im September/Oktober
und den geplanten Lockdown im November sind die
Schutzmaßnahmen weiter verstärkt worden. Es wird
wieder vermehrt auf Webmeetings und Homeoffice gesetzt,
externe Besuche werden vermieden. Einzelne Beteiligungen
haben zwischenzeitlich interne Corona-Schnelltests für
die Mitarbeiter organisiert.
Das Arbeiten auf Distanz ist mittlerweile geübte
Praxis und dient dem Schutz der Mitarbeiter. Aufgrund des
exponentiellen Wachstums der Infektionen sehen wir das
Risiko jedoch weiterhin als hoch an, dass es zumindest
immer wieder zu kleineren Infektionsausbrüchen in
einzelnen Beteiligungsunternehmen kommen kann.
COVID-19: INFORMATIONSTECHNISCHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019:Die Aufrechterhaltung der betrieblichen Funktionen
bedingt eine entsprechende Digitalisierung der vitalen
Prozesse. Uneingeschränkte
Kommunikationsmöglichkeiten und entsprechende
IT-Ausstattung sind zur Risikominimierung notwendig. Nach
heutigem Kenntnisstand sind die Unternehmen der
INDUS-Gruppe gut aufgestellt, bislang vermeldet keine
wesentliche Beteiligung IT- oder
Kommunikationsstörungen wesentlicher Art. Die INDUS
Holding AG kann den Betrieb aufgrund ihrer IT-Umgebung mit
vollständig virtuellen Desktops und ausreichenden
Bandbreiten der Internetzugänge sowie digitaler
Finanzprozesse nach heutigem Kenntnisstand auch für
längere Zeit vollumfänglich aufrechterhalten.
STATUS ZUM 30. SEPTEMBER 2020:Die bisherige tatsächliche Entwicklung entspricht
der Einschätzung. Nach den Erfahrungen in der Gruppe
schätzen wir das Risiko trotz des zweiten Lockdowns
auch für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres
2020 eher geringer ein, da die Unternehmen mittlerweile
noch besser als zu Jahresanfang vorbereitet sind.
COVID-19: FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019:Einhergehend mit dem wirtschaftlichen Einbruch ergeben
sich vielfältige finanzwirtschaftliche Risiken. Das
Risiko fehlender Leistungserbringung bedingt fehlende
Zahlungseingänge. Durch mögliche Insolvenzen von
Kunden könnten erwartete Einzahlungen dauerhaft
ausfallen. Kunden verlängern einseitig Zahlungsziele
oder verlangen eine Preisreduktion bei Aufrechterhaltung
von Kapazitäten. Die Auszahlungen sind teilweise fix
und können nicht ohne Schadensersatzpflicht gestoppt
werden. Es besteht in dieser Situation grundsätzlich
ein Liquiditätsrisiko. Mit einer soliden
Eigenkapitalausstattung und einem Kreis etablierter und
verlässlicher Partner aus dem Bankensektor sieht sich
INDUS hier gut aufgestellt. Ebenfalls von Vorteil ist der
Risikoausgleich durch die breite Aufstellung der Gruppe.
INDUS hat vorsorglich die freie Liquidität zur
potenziellen Vermeidung von Engpässen deutlich
erhöht. Gleichzeitig haben wir das Monitoring des
Zahlungsmittelbestands in der Gruppe deutlich intensiviert.
Darüber hinaus bestehen weitere nicht ausgenutzte
Kreditlinien, die zusätzlich gezogen werden
können. Vorsorglich wurden Investitionen weitgehend
gestoppt und potenzielle Unternehmenszukäufe
verschoben. Durch diese Maßnahmen haben wir schnell
reagiert. Zudem hat die Bundesregierung entsprechende
Hilfen für Unternehmen durch Haftungsfreistellung
für Kreditinstitute für Unternehmenskredite,
über Kurzarbeitergeld und Steuerstundung
verkündet. Der Bund übernimmt aktuell weiterhin
Exportkreditgarantien (sogenannte Hermesdeckungen) für
Exporte nach China beziehungsweise in
Coronavirus-Risikogebiete.
STATUS ZUM 30. SEPTEMBER 2020:INDUS hat bisher keine wesentlichen
Zahlungsausfälle auf Kundenseite zu verzeichnen. Ein
Liquiditätsrisiko hat sich bisher nicht
materialisiert. Aufgrund der teilweise signifikanten
Auswirkungen der Umfeld- und Branchenrisiken auf die Kunden
der INDUS-Gruppe erscheint das Ausfallrisiko auf der
Kundenseite aber weiterhin erhöht.
Nach heutigem Stand ist die Inanspruchnahme von
staatlich unterstützten Finanzierungsmitteln für
INDUS selbst nicht vorgesehen und notwendig. Die
Liquidität in der Gruppe wird weiterhin eng
überwacht und es wird vorsorglich ein erhöhter
Liquiditätsbestand für die nächsten Monate
aufrechterhalten. Die Möglichkeit, für INDUS
weiterhin Fremdkapital zu günstigen Konditionen
aufzunehmen, ist nicht eingeschränkt. Die
revolvierende Kreditaufnahme im Mai 2020 sowie die
Platzierung eines Schuldscheindarlehens im September
konnten wie geplant abgeschlossen werden.
COVID-19: RECHTLICHE RISIKENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019:Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und den
Störungen in den Leistungsbeziehungen ergeben sich
signifikante Rechtsfragen und -risiken. Diese bestehen
beispielsweise in Bezug auf Force-Majeure-Klauseln und
Regelungen zu Lieferausfällen, in Bezug auf
Rügepflichten nach den Verträgen und geltendem
Recht zur Wahrung der eigenen Rechte für den Fall
einer streitigen Auseinandersetzung sowie in Bezug auf die
Dokumentation relevanter Ereignisse zur Geltendmachung von
Schadensersatzansprüchen.
Maxime bei COVID-19-Störungen in der Leistungskette
in der INDUS-Gruppe ist die gute und unmittelbare
Kommunikation mit dem jeweiligen Vertragspartner, um in der
aktuellen Lage Streitigkeiten zu vermeiden und eine
partnerschaftliche Lösung in der weltweiten Krise zu
finden.
Soweit dies nicht möglich ist, unterstützt
INDUS die Beteiligungen durch qualifizierte Rechtsexperten.
STATUS ZUM 30. SEPTEMBER 2020:Aktuell bestehen in der Gruppe keine wesentlichen
rechtsanhängigen Streitigkeiten im Zusammenhang mit
der Corona-Pandemie. Für den weiteren Verlauf des
Geschäftsjahres 2020 schätzen wir das Risiko nach
den bisherigen Erfahrungen in der Gruppe weiter eher
geringer ein.
COVID-19: BEWERTUNGSRISIKEN AUS BILANZIERTEN GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTENAUS DEM GESCHÄFTSBERICHT 2019:Die Corona-Pandemie ist in diesem Zusammenhang ein
wertbegründendes Ereignis des laufenden
Geschäftsjahres. Aktuell ist unklar, ob die
Zukunftserfolgswerte der Beteiligungen wesentlich
beeinträchtigt sind. Dies wird von der Dauer der
Krise, der Hochlaufkurve nach der Krise, Nachholeffekten
ausgefallener Produktion und der nachhaltigen Auswirkung
der Pandemie auf die mittelfristige wirtschaftliche
Entwicklung abhängen.
STATUS ZUM 30. SEPTEMBER 2020:Aufgrund der teilweise drastischen Absatz- und
Umsatzeinbrüche wurde ein anlassbezogener
Wertminderungstest zum 30. Juni 2020 durchgeführt. Der
Zukunftserfolgswert einer Beteiligung oder sonstiger
Vermögenswerte ist dabei nicht wesentlich durch einen
kurzfristigen Umsatz- oder Ergebniseinbruch determiniert,
sondern durch die Fähigkeit, nachhaltige
Zahlungsströme zu erwirtschaften. Gleichwohl besteht
im Lichte der Corona-Pandemie eine höhere
Prognoseunsicherheit. Diese spiegelt sich trotz eines
historisch niedrigeren Basiszinses in erhöhten
Kapitalkosten als objektiviertem Bewertungsmaßstab
wider. Hierzu verweisen wir auf die Ausführungen im
Kapitel Geschäfts- und Firmenwerte dieses
Zwischenberichts.
Die sich ergebenden Wertminderungen wurden bereits im
Abschluss des zweiten Quartals erfolgswirksam erfasst.
Zum 30. September wurde der planmäßige
jährliche Wertminderungstest für sämtliche
Geschäfts- und Firmenwerte durchgeführt.
Hierfür wurden aktuelle Planungen im Rahmen des
jährlichen Budgetierungs- und Planungsprozesses
erstellt. Der daraus resultierende Wertminderungsbedarf
wurde erfolgswirksam erfasst.
Der Vorstand der INDUS Holding AG beobachtet laufend die
möglichen Effekte der Corona-Krise auf die
Geschäfts- und Firmenwerte.
Für die weiteren Risiken sehen wir keine
wesentlichen Veränderungen und verweisen auf den
Chancen- und Risikobericht der INDUS Holding AG innerhalb
des Geschäftsberichts 2019. Darüber hinaus
verweisen wir auf die vorausschauenden Aussagen im
Prognosebericht.
AUSBLICKDie Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise
haben die weltweite Wirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in
eine Rezession geführt. Das IfW erwartet, dass die
Weltwirtschaft 2020 um rund 4 % zurückgeht. Die
Wirtschaft in China hat sich erholt und wächst gegen
den Trend voraussichtlich um 1,4 %. Die USA sind hingegen
mit einem BIP-Rückgang von 3,6 % stark von der
Pandemie betroffen. Die Arbeitslosigkeit ist zu Beginn der
verschärften Corona-Beschränkungen dramatisch
angestiegen, erholt sich jedoch mit den Lockerungen und lag
im September 2020 bei 7,9 % (März 2020: 3,5 %). Wie
sich der Wahlsieg des demokratischen Kandidaten Joe Biden
auf die schwelenden Handelskonflikte, vor allem mit China,
auswirkt, ist derzeit noch nicht absehbar. In ganz Europa
wurde mit Beginn November faktisch ein zweiter Lockdown
beschlossen, was die gerade wieder in der Erholung
befindliche wirtschaftliche Aktivität dämpfen
wird. Das Ifo ging bereits vor der Verhängung des
zweiten Lockdowns von einem Rückgang des BIPs im
Euroraum von -8 % im Jahr 2020 aus.
Für das Jahr 2020 wird das BIP in Deutschland
voraussichtlich um 5 bis 6 % schrumpfen; in den
europäischen Nachbarländern wird zum Teil mit
noch höheren Rückgängen gerechnet. Durch die
Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen hatte sich das
Geschäftsklima für das Verarbeitende Gewerbe in
Deutschland nach dem Sommer erstmals in diesem Jahr
verbessert. Für den Bereich Bau wird - nach einem
starken Wachstum von 8 % trotz Corona-Pandemie im ersten
Halbjahr 2020 - für das zweite Halbjahr von einer
Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau ausgegangen.
Hintergrund sind stagnierende Auftragseingänge. In der
Automobilindustrie gab es nach dem dramatischen
Markteinbruch in Europa - mit einem Rückgang der
Neuwagenverkäufe von 29% in den ersten drei Quartalen
- im September erste Anzeichen einer Erholung. Im
Maschinenbau hat die Corona-Pandemie zu deutlichen
Einbrüchen der Auftragseingänge und der
Kapazitätsauslastung geführt, die sich im dritten
Quartal verlangsamt hat. Die Auswirkungen des
deutschlandweiten Lockdowns im November 2020 sind noch
nicht absehbar.
Die Entwicklung unserer Portfoliounternehmen im dritten
Quartal war insgesamt erfreulich. Das Segment
Bau/Infrastruktur zeigt sich weiter unbeeindruckt von der
Corona-Pandemie. Im Segment Fahrzeugtechnik war ab
September ein deutliches Anziehen der Kundenabrufe zu
beobachten, was sich auch im vierten Quartal fortzusetzen
scheint. Unbefriedigend ist insgesamt der Auftragseingang
im Segment Maschinen- und Anlagenbau, was sich
wahrscheinlich auch in das Jahr 2021 hinein auswirken wird.
Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik hat sich im
dritten Quartal deutlich erholt, könnte aber noch im
vierten Quartal erneut von den Auswirkungen des zweiten
Lockdowns betroffen sein. Auch das Segment Metalltechnik
hat sich im dritten Quartal positiv entwickelt und sollte
sich auch im vierten Quartal stabil entwickeln.
An unserer Prognose aus dem August 2020 halten wir
unverändert fest und belassen wegen der anhaltend
hohen Unsicherheit im gesamtwirtschaftlichen Umfeld das
breite Prognoseband.
TABELLE FÜR SEGMENTEscrollen
Für das Gesamtjahr 2020 planen wir mit einem
Gesamtumsatz zwischen 1,45 und 1,6 Mrd. EUR. Das operative
Ergebnis (EBIT) wird zwischen 0 bis 20 Mio. EUR liegen.
Darin enthalten sind die bereits im zweiten Quartal 2020
gebuchten Wertminderungen auf Geschäfts- und
Firmenwerte (Goodwill) in Höhe von 31,6 Mio. EUR, auf
Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte in
Höhe von 6,3 Mio. EUR und Wertberichtigungen auf
aktive latente Steuern sowie weitere Aufwendungen in
Höhe von 5,3 Mio. EUR. Hinzu kommen die nun im dritten
Quartal gebuchten zusätzlichen Wertminderungen auf
Geschäfts- und Firmenwerte (Goodwill) in Höhe von
2,3 Mio. EUR und Wertminderungen auf Sachanlagen in
Höhe von 0,6 Mio. EUR.
Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass die
wirtschaftlichen Folgen des ab November beschlossenen
zweiten Lockdowns in Europa nicht mehr kurzfristig zu
massiven wirtschaftlichen Einbußen für die
INDUS-Unternehmen führen werden. Außerdem gehen
wir davon an, dass es unseren Beteiligungsunternehmen
aufgrund der guten Vorbereitung gelingen wird, trotz eines
zu erwartenden partiell auftretenden Infektionsgeschehens
den Geschäftsbetrieb im Wesentlich
unbeeinträchtigt fortzuführen.
VERKÜRZTERKONZERNZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-GEWINN- UNDVERLUSTRECHNUNGFÜR DAS 1.-3. QUARTAL 2020 UND DAS 3. QUARTAL 2020scrollen
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGFÜR DAS 1.-3. QUARTAL 2020 UND DAS 3. QUARTAL 2020scrollen
Die im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfassten
Erträge und Aufwendungen enthalten
versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionen und
ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 591 TEUR
(Vorjahr: -5.535 TEUR). Diese resultieren in erster Linie
aus der Erhöhung des Zinssatzes für
inländische Pensionsverpflichtungen um 0,2
Prozentpunkte.
Das Ergebnis der Währungsumrechnung resultiert im
Wesentlichen aus der Umrechnung der Abschlüsse
einbezogener ausländischer Konzerngesellschaften. Die
Veränderung der Marktwerte derivativer
Finanzinstrumente resultiert aus den bei der Holding zur
Zinsabsicherung abgeschlossenen Zinsswaps.
KONZERN-BILANZZUM 30. SEPTEMBER 2020AKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
KONZERN-EIGENKAPITAL VERÄNDERUNGSRECHNUNGVOM 1. JANUAR BIS 30. SEPTEMBER 2020scrollen
scrollen
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen
im Wesentlichen die Minderheitsanteile an der WEIGAND Bau
GmbH sowie Tochtergesellschaften der ROLKO-Gruppe. Die
Minderheitsanteile von Personengesellschaften sowie von
Kapitalgesellschaften, bei denen aufgrund wechselseitiger
Optionsvereinbarungen bereits zum Erwerbszeitpunkt der
Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der
betreffenden Minderheitsanteile vorlag, werden unter den
sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert.
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGFÜR DAS 1.-3. QUARTAL 2020scrollen
KONZERN-ANHANGGRUNDLAGEN DES KONZERNABSCHLUSSES[1] ALLGEMEINESDie INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach,
Deutschland, hat ihren verkürzten
Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1.
Januar 2020 bis 30. September 2020 in Übereinstimmung
mit den International Financial Reporting Standards (IFRS)
und deren Auslegungen durch das International Financial
Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC),
wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden
sind, erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro
aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden alle
Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben.
Dieser Zwischenabschluss wird in Übereinstimmung
mit IAS 34 in verkürzter Form erstellt. Der
Zwischenbericht ist nicht testiert und wurde auch keiner
prüferischen Durchsicht unterzogen.
Über verpflichtend neu anzuwendende Standards wird
gesondert im Bereich "Änderungen von
Rechnungslegungsvorschriften" berichtet. Ansonsten werden
die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr
2019 angewendet, die dort detailliert erläutert sind.
Da der vorliegende Zwischenabschluss nicht den vollen
Informationsumfang des Jahresabschlusses aufweist, ist
dieser Abschluss im Kontext mit dem vorangegangenen
Jahresabschluss zu betrachten.
Aus Sicht des Vorstands enthält der vorliegende
Quartalsbericht alle üblichen, laufend vorzunehmenden
Anpassungen, die für eine angemessene Darstellung der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
notwendig sind. Die in den ersten drei Quartalen 2020
erzielten Ergebnisse lassen nicht notwendigerweise
Vorhersagen über die Entwicklung des weiteren
Geschäftsverlaufs zu.
Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst
von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie Annahmen und
Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der
bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und
Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge
auswirken. Wenn Zukunftserwartungen abzubilden sind,
können die tatsächlichen
Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert
sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so
wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen
erfolgswirksam angepasst.
[2] ÄNDERUNGEN VON RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTENAlle ab dem Geschäftsjahr 2020 verpflichtend
anzuwendenden Rechnungslegungsnormen sind in dem
vorliegenden Zwischenabschluss umgesetzt.
Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der INDUS Holding AG durch die Anwendung von neuen
Standards.
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG[3] MATERIALAUFWANDscrollen
[4] PERSONALAUFWANDscrollen
[5] ABSCHREIBUNGENscrollen
Die Abschreibungen setzen sich aus den
planmäßigen Abschreibungen und aus den
Wertminderungen zusammen. Im dritten Quartal 2020 haben
sich aus dem planmäßigen jährlichen
Wertminderungstest zum 30. September 2020 Wertminderungen
in Höhe von 2.925 TEUR ergeben. Bereits im zweiten
Quartal haben sich aus dem unterjährigen,
anlassbedingten Wertminderungstest zum 30. Juni 2020
Wertminderungen in Höhe von 36.883 TEUR und aus der
Abwertung aufgrund der Umgliederung in "zur
Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" in
Höhe von 992 TEUR ergeben. Die Wertminderungen
betreffen in Höhe von 33.924 TEUR Geschäfts- und
Firmenwerte (Segment Fahrzeugtechnik: 29.231 TEUR, Segment
Maschinen- und Anlagenbau 2.300 TEUR, Segment
Metalltechnik: 2.393 TEUR), Sachanlagen in Höhe von
5.378 TEUR (Fahrzeugtechnik: 3.078 TEUR, Metalltechnik:
2.300 TEUR) und immaterielle Vermögenswerte in
Höhe von 1.498 TEUR (Fahrzeugtechnik: 1.468 TEUR,
Metalltechnik: 30 TEUR).
[6] SONSTIGER BETRIEBLICHER AUFWANDscrollen
scrollen
[7] FINANZERGEBNISDie Position "Minderheitsanteile" beinhaltet die
Ergebnisauswirkung aus der Folgebewertung der bedingten
Kaufpreisverbindlichkeiten (Call-/Put-Optionen) in
Höhe von 2.224 TEUR (Vorjahr: 881 TEUR) sowie die
Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden aus Anteilen von
Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit
Call-/Put-Optionen zustehen.
[8] STEUERNDer Ertragsteueraufwand wird im Zwischenabschluss auf
Basis der Prämissen der jeweils aktuellen
Steuerplanung errechnet.
[9] ERGEBNIS JE AKTIEscrollen
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ[10] GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTEANLASSBEDINGTER WERTHALTIGKEITSTEST ZUM 30. JUNI 2020Durch die massive Ausbreitung des Coronavirus haben sich
signifikante wirtschaftliche Beeinträchtigungen auf
einige Beteiligungen der INDUS-Gruppe ergeben. Der Vorstand
der INDUS Holding AG hat laufend die Auswirkungen der
Corona-Krise auf die einzelnen Beteiligungsunternehmen
geprüft und die wirtschaftlichen Auswirkungen zum
Anlass genommen, um einen anlassbezogenen
unterjährigen Wertminderungstest gem. IAS 36 für
die wirtschaftlich stark betroffenen
Beteiligungsunternehmen durchzuführen. Darüber
hinaus wurden die Geschäfts- und Firmenwerte, die zum
31. Dezember 2019 im Rahmen der Sensitivitätsanalyse
auf einen Abwertungsbedarf bei steigenden Kapitalkosten
hingedeutet hatten, dem Wertminderungstest unterzogen.
Insgesamt wurden damit elf Beteiligungsunternehmen
identifiziert, die dem anlassbezogenen Wertminderungstest
unterzogen wurden. Dabei wurde jeweils eine neue
anlassbezogene Planungsrechnung zugrunde gelegt. Der
Werthaltigkeitstest wurde auf Ebene der
Vermögenswerte, auf Ebene der identifizierten
operativen CGUs und auf Ebene der Geschäfts- und
Firmenwert tragenden CGUs durchgeführt.
Beim Werthaltigkeitstest wird der erzielbare Betrag der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Cash Generating Unit
oder kurz CGU) mit dem Buchwert inklusive des zugeordneten
Geschäfts- und Firmenwerts verglichen. Für den
erzielbaren Betrag wird bei INDUS in der Regel der
Nutzungswert herangezogen.
Der Nutzungswert basiert auf der vom Management
erstellten aktuellen Planung. In die Planungsprämissen
fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch
historische Entwicklungen ein. Nach dem detaillierten
Planungszeitraum von in der Regel drei Jahren werden die
zukünftigen Cashflows mit einer globalen Wachstumsrate
von 1,0 % hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen
werden mit Kapitalkostensätzen abgezinst. Diese
basieren auf einem risikolosen Zinssatz in Höhe von
0,00 %, einer Marktrisikoprämie von 8,00 % sowie auf
segmentspezifischen Betafaktoren, die von einer Peer Group
abgeleitet wurden, und
Fremdkapitalverschuldungssätzen. Die folgenden
Vorsteuer-Kapitalkostensätze fanden dabei Verwendung:
Bau/Infrastruktur 8,5 %; Fahrzeugtechnik 10,3 %; Maschinen-
und Anlagenbau 9,3 %; Medizintechnik 7,0 % und
Metalltechnik 8,9 %.
Der anlassbedingte Test hat zu Wertminderungen auf
Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 31.624
TEUR geführt. Die Wertminderungen betreffen die
Segmente Fahrzeugtechnik in Höhe von 29.231 TEUR und
Metalltechnik in Höhe von 2.393 TEUR.
PLANMÄSSIGER WERTHALTIGKEITSTEST ZUM 30. SEPTEMBER 2020Zum 30. September 2020 wurde der planmäßige
jährliche Werthaltigkeitstest für sämtliche
Geschäfts- und Firmenwerte durchgeführt.
Hierfür lagen von allen Beteiligungsunternehmen
aktuelle Planungen vor. In die Planungsprämissen
fließen sowohl aktuelle Erkenntnisse als auch
historische Entwicklungen ein.
Nach dem detaillierten Planungszeitraum von in der Regel
drei Jahren werden die zukünftigen Cashflows mit einer
globalen Wachstumsrate von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %)
hochgerechnet. Die so ermittelten Zahlungsreihen werden mit
Kapitalkostensätzen abgezinst. Diese basieren auf
einem risikolosen Zinssatz in Höhe von 0,00 %
(Vorjahr: 0,10 %), einer Marktrisikoprämie von 8,00 %
(Vorjahr: 7,00 %) sowie auf segmentspezifischen
Betafaktoren, die von einer Peer Group abgeleitet wurden,
und Fremdkapitalverschuldungssätzen. Die folgenden
Vorsteuer-Kapitalkostensätze fanden dabei Verwendung:
Bau/Infrastruktur 8,5 % (Vorjahr: 6,3 %); Fahrzeugtechnik
9,5 % (Vorjahr: 8,5 %); Maschinen- und Anlagenbau 9,3 %
(Vorjahr: 7,9 %); Medizintechnik 6,7 % (Vorjahr: 6,1 %) und
Metalltechnik 8,6 % (Vorjahr: 7,7 %).
Der planmäßige Wertminderungstest hat zu
Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in
Höhe von 2.300 TEUR geführt. Die Wertminderungen
betreffen das Segment Maschinen- und Anlagenbau. Im
Vorjahresvergleichszeitraum sind Wertminderungen auf
Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 9.652 TEUR
vorgenommen worden und betrafen das Segment
Fahrzeugtechnik.
[11] VORRÄTEscrollen
[12] FORDERUNGENscrollen
[13] ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTEIm Segment Fahrzeugtechnik soll eine Enkeltochter
veräußert werden. Die Suche nach einem passenden
Käufer hat begonnen und die Abwicklung der Transaktion
innerhalb der nächsten zwölf Monate wird als
höchstwahrscheinlich angesehen. Die
Vermögenswerte und Schulden der
Veräußerungsgruppe wurden bereits zum 30. Juni
2020 in die separaten Bilanzpositionen "zur
Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" und
"Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerten" umgegliedert.
Ebenfalls im Segment Fahrzeugtechnik konnte die bereits
beschlossene Stilllegung der Enkelgesellschaft FICHTHORN
GmbH & Co. KG abgewendet werden. Das Unternehmen wurde
mit Wirkung zum 16. Oktober an einen strategischen Investor
veräußert, der den Standort und einen
erheblichen Teil der Arbeitsplätze erhalten wird.
Daher werden die zugeordneten Vermögenswerte und
Schulden zum 30. September ebenfalls in die entsprechenden
Bilanzpositionen umgegliedert. FICHTHORN gehörte seit
1996 zu INDUS und ist auf die Fertigung von Einzelteilen,
Kleinserien und Baugruppen für die Automobilindustrie
spezialisiert.
[14] FINANZVERBINDLICHKEITENscrollen
[15] VERBINDLICHKEITENDie sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten mit 19.187
TEUR (31. Dezember 2019: 40.266 TEUR) bedingte
Kaufpreisverbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden
Zeitwert, soweit die Minderheitsgesellschafter durch
Kündigung des Gesellschaftsvertrags oder aufgrund von
Optionsvereinbarungen ihre Anteile INDUS andienen
können.
SONSTIGE ANGABEN[16] SEGMENTBERICHTERSTATTUNGSEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE GESCHÄFTSBEREICHE FÜR DAS 1.-3. QUARTAL 2020SEGMENTBERICHT NACH IFRS 8(in TEUR)scrollen
scrollen
SEGMENTBERICHT NACH IFRS 8(in TEUR)scrollen
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Die folgende Tabelle leitet die Summe der operativen
Ergebnisse der Segmentberichterstattung über zum
Ergebnis vor Steuern der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung:
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG (in TEUR)scrollen
Die Gliederung der Segmente entspricht unverändert
dem aktuellen Stand der internen Berichterstattung. Die
Informationen beziehen sich auf die fortgeführten
Aktivitäten. Die Zuordnung der Gesellschaften zu den
Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt, wenn
der ganz überwiegende Sortimentsanteil in dem
Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugtechnik, Medizin- und
Gesundheitstechnik). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der
Produktionsstruktur abgestellt (Bau/Infrastruktur,
Maschinen- und Anlagenbau, Metalltechnik).
Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding,
nicht operativer Einheiten ohne Segmentzuordnung sowie die
Konsolidierungen. Hinsichtlich der den Segmentumsätzen
zugrunde liegenden Produkte und Dienstleistungen verweisen
wir auf die entsprechenden Ausführungen im
Lagebericht.
Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente ist
das operative Ergebnis (EBIT), entsprechend der Definition
im Konzernabschluss. Die Segmentinformationen sind in
Übereinstimmung mit den Ausweis- und
Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des
Konzernabschlusses angewandt wurden, ermittelt. Die
Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen auf
Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar
sind, und werden im Übrigen auf Basis der
Kostenzuschlagsmethode ermittelt.
SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE REGIONENDie Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die
Absatzmärkte. Aufgrund der vielfältigen
Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung
nach Ländern nicht sinnvoll, da außerhalb von
Deutschland kein Land 10 % des Konzernumsatzes erreicht.
Die langfristigen Vermögenswerte, abzüglich
latenter Steuern und Finanzinstrumente, beziehen sich auf
den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung
ist ebenfalls nicht sinnvoll, da sich der Sitz der
Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet.
Aufgrund der Diversifikationspolitik von INDUS
existieren weder einzelne Produkt- oder
Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen
Anteil von größer als 10 % am Umsatz erreichen.
scrollen
[17] INFORMATIONEN ZUR BEDEUTUNG VON FINANZINSTRUMENTENDie nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte der
Finanzinstrumente dar. Der beizulegende Zeitwert eines
Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten
Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am
Bemessungsstichtag für den Verkauf eines
Vermögenswerts eingenommen bzw. für die
Übertragung einer Schuld gezahlt würde.
FINANZINSTRUMENTE(in TEUR)scrollen
FINANZINSTRUMENTE NACH GESCHÄFTSMODELL GEM. IFRS 9(in TEUR)scrollen
[18] FREIGABE DER VERÖFFENTLICHUNGDer Vorstand der INDUS Holding AG hat den vorliegenden
IFRS-Zwischenabschluss am 11. November 2020 zur
Veröffentlichung freigegeben.
Bergisch Gladbach, den 11. November 2020
INDUS Holding AG
Der Vorstand
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KONTAKTANSPRECHPARTNERINNENNina Wolf
Unternehmenskommunikation
Telefon: +49 (0)2204/40 00-73
E-Mail: presse@indus.de
Dafne Sanac
Investor Relations
Telefon: +49 (0)2204/40 00-32
E-Mail: investor.relations@indus.de
INDUS HOLDING AGKölner Straße 32
51429 Bergisch Gladbach
Postfach 10 03 53
51403 Bergisch Gladbach
Telefon: +49(0)2204/40 00-0
Telefax: +49 (0)2204/40 00-20
E-Mail: indus@indus.de www.indus.de
FINANZKALENDERscrollen
Zusätzliche Finanztermine finden Sie
regelmäßig aktualisiert auf unserer Website
unter: https://indus.de/investorrelations/finanztermine/
IMPRESSUMVERANTWORTLICHES VORSTANDSMITGLIEDDr.-Ing. Johannes Schmidt
DATUM DER VERÖFFENTLICHUNG12. November 2020
HERAUSGEBERINDUS Holding AG, Bergisch Gladbach
KONZEPT/GESTALTUNGBerichtsmanufaktur GmbH, Hamburg
DRUCKGutenberg Beuys Feindruckerei GmbH, Langenhagen
Dieser Zwischenbericht ist auch in englischer Sprache
erhältlich. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version
maßgeblich.
WICHTIGER HINWEIS:Dieser Zwischenbericht enthält in die Zukunft
gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen
des Vorstands der INDUS Holding AG beruhen. Auch wenn der
Vorstand der Ansicht ist, dass diese Annahmen und
Schätzungen zutreffend sind, unterliegen sie gewissen
Risiken und Unsicherheiten. Die künftigen
tatsächlichen Ergebnisse können aufgrund
vielfältiger Faktoren erheblich von diesen Annahmen
und Schätzungen abweichen. Zu diesen Faktoren
gehören unter anderem Veränderungen der
gesamtwirtschaftlichen Lage, der Geschäfts-,
Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, der Wechselkurse und
Zinssätze sowie der Gesetzeslage. Die INDUS Holding AG
übernimmt keinerlei Gewährleistung und Haftung
dafür, dass die künftige Entwicklung und die
künftigen tatsächlichen Ergebnisse mit den in
diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen
und Schätzungen übereinstimmen. Die in diesem
Bericht getroffenen Annahmen und Schätzungen werden
nicht aktualisiert.
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