INDUS Holding AktiengesellschaftBergisch GladbachJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHTGRUNDLAGEN DES KONZERNSINDUS ist eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mit einem gemanagten Portfolio von 46 mittelständischen Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Dabei erwirbt INDUS mehrheitlich überwiegend inhabergeführte Unternehmen und begleitet sie mit langfristiger Ausrichtung in ihrer unternehmerischen Entwicklung. INDUS stellt sicher, dass die Beteiligungen ihre mittelständische Identität bewahren. In den kommenden Jahren soll das Portfolio durch gezielte Zukäufe in definierten Zukunftsbranchen weiter wachsen. DAS UNTERNEHMENAUFSTELLUNG UND GESCHÄFTSMODELLWERTE- UND WACHSTUMSORIENTIERTE MITTELSTANDSHOLDINGDie INDUS Holding AG (im Folgenden: INDUS) wurde 1989 gegründet und zählt heute zu den führenden Spezialisten für die Übernahme und langfristige Entwicklung mittelständischer Industrieunternehmen im deutschsprachigen Raum. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt auf inhabergeführten Unternehmen mit eigener industrieller Wertschöpfung. INDUS wahrt die mittelständische Identität ihrer Beteiligungen und unterstützt sie bei ihrer langfristigen unternehmerischen Entwicklung. Zum Bilanzstichtag umfasste das Portfolio 46 Beteiligungen (Vorjahr: 46). Im Geschäftsjahr wurden 2 Beteiligungen hinzuerworben. Weiterhin wurde eine Beteiligung aus dem Segment Fahrzeugtechnik veräußert und weitere Beteiligung wurde stillgelegt. Am 31. Dezember 2021 gehörten insgesamt 193 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 195) zur INDUS-Gruppe. Die INDUS-Gruppe besteht aus der Führungsgesellschaft INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach und den einzelnen Beteiligungsunternehmen. Alle direkten INDUS-Beteiligungen haben ihren Sitz in Deutschland (43) bzw. der Schweiz (3). Die INDUS-Gruppe ist weltweit in 31 Ländern (Vorjahr: 32 Länder) auf fünf Kontinenten durch Enkelgesellschaften, Niederlassungen und Repräsentanzen vertreten. INDUS ist seit 1995 börsennotiert. Die Aktie wird an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf im regulierten Markt gehandelt. In Berlin, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart wird das Wertpapier im Freiverkehr gehandelt. Die INDUS-Aktie wird im Börsenindex SDAX geführt. In der Berichterstattung folgt INDUS den Transparenzanforderungen des Prime Standard. Im Umfeld der Beteiligungsgesellschaften positioniert sich INDUS als langfristig orientierter Investor ohne Exit-Strategie, aber mit dem klaren Anspruch der strategischen Weiterentwicklung der Portfoliounternehmen. Damit grenzt sich das Unternehmen insbesondere von den Buy-and-Sell- sowie Turn-Around-Investoren ab, die ihr wirtschaftliches Engagement in der Regel auf kurze Zeiträume begrenzen. Unter den börsennotierten wie auch nicht-börsennotierten deutschen Beteiligungsgesellschaften sieht sich INDUS als eines der führenden Unternehmen. Die Holding mit Sitz in Bergisch Gladbach wird von einem Vorstand aus vier Personen geführt. Der Vorstand besteht aus Dr. Johannes Schmidt (Vorsitzender), Dr. Jörn Großmann, Axel Meyer und Rudolf Weichert. Die Zahl der Beschäftigten exklusive Vorstand betrug zum Stichtag 35 (Vorjahr: 34). Die Mitarbeitenden sind alle in Bergisch Gladbach beschäftigt und berichten unmittelbar an den Vorstand. DAS INDUS-GESCHÄFTSMODELL: KAUFEN, HALTEN & ENTWICKELNINDUS geht auf Ebene der Tochtergesellschaften ausschließlich mehrheitliche Beteiligungen ein. Die akquirierten Unternehmen und die Zielunternehmen für einen möglichen Erwerb kommen aus dem deutschsprachigen Mittelstand mit eigener industrieller Wertschöpfung und sind zum Zeitpunkt des Erwerbs überdurchschnittlich profitabel. Sie sollen einen Jahresumsatz zwischen 20 und 100 Mio. EUR sowie eine nachhaltige Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 10 % und mehr erzielen. Die Zielunternehmen bewegen sich in attraktiven Nischenmärkten mit Entwicklungspotenzial national und international. Sie sollen frei von wirtschaftlichen Altlasten und unter Nachhaltigkeitsaspekten vorbildlich aufgestellt sein. INDUS erwirbt überwiegend inhabergeführte Gesellschaften und hat vor allem Nachfolgeregelungen in Unternehmerfamilien im Blick. Mit dem Eigentumsübergang werden die Kontinuität und die mittelständische Identität der Unternehmen gesichert. So bleiben im Idealfall die bisherigen Inhaber dem Unternehmen noch für eine gewisse Zeit als Mitgesellschafter und als geschäftsführende Gesellschafter erhalten. Den direkten Erwerb von Restrukturierungsfällen schließt INDUS aus. INDUS akquiriert keine Unternehmen in den Bereichen der Rüstungs-, Genussmittel- oder Glücksspielindustrie. Ferner plant INDUS keine Akquisitionen im Zusammenhang mit der Gewinnung fossiler Brennstoffe. INDUS kauft kontinuierlich neue Unternehmen zu. Diese Portfolioerweiterung zielt auf die Verbesserung der Entwicklungsperspektiven der gesamten Gruppe ab. Neben der organischen Entwicklung der bestehenden Portfoliounternehmen wird über die Unternehmenszukäufe sichergestellt, dass das Portfolio im Zeitablauf jeweils einen aktuellen Querschnitt zukunftsträchtiger Industrien abbildet. Die Unternehmen der Gruppe sind in unterschiedlichen Geschäfts- und Technologiefeldern, Absatzmärkten und Branchenzyklen aktiv; die Gruppe ist breit diversifiziert. Mit ihrer jeweiligen Kernkompetenz besetzen die Unternehmen in der Regel für ihre Industrien interessante Marktnischen, in der sie eine führende Position einnehmen. Im Idealfall erfüllt eine INDUS-Beteiligung alle Kriterien eines "Hidden Champions". Als Mehrheitsgesellschafter und Finanzholding unterstützt INDUS ihre Beteiligungen als "Berater" und als "Förderbank". Der Vorstand berät die Geschäftsführungen in den Beteiligungen kontinuierlich über einen strategischen Dialog. In den Beteiligungen vermitteln die Fachexpert:innen der Holding Methodenwissen, schulen Mitarbeitende und begleiten strategische Projekte. Unterstützungsschwerpunkte liegen in der Stärkung der Innovationskraft, der Steigerung der Marktexzellenz und der der operativen Exzellenz. Die Mitarbeitenden der Holding fördern den Wissenstransfer -durch Vernetzungen innerhalb der Gruppe sowie mit externen Partner:innen. INDUS stellt den Beteiligungen Kapital zur Verfügung für Sachinvestitionen, für Entwicklungsvorhaben, Internationalisierung und Unternehmenszukäufe auf Enkelebene. Darüber hinaus wird über die INDUS-Innovationsförderbank Kapital für Innovationsprojekte bereitgestellt. Zusammengefasst lässt sich das Geschäftsmodell von INDUS mit den Begriffen "Kaufen, halten & entwickeln" beschreiben. Dies impliziert ein langfristiges Halteversprechen an die Unternehmen bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Beteiligungen. Die Beteiligungsunternehmen entwickeln sich so an der Seite der finanzstarken INDUS in einem sich schnell wandelnden Marktumfeld langfristig und unter Wahrung ihrer gewachsenen mittelständischen Eigenidentität. Die Aktionäre von INDUS beteiligen sich werthaltig an einem gemanagten Beteiligungsportfolio des Mittelstandes und profitieren von einer regelmäßigen Dividendenausschüttung. EXTERNE EINFLUSSFAKTORENAls Industrieunternehmen bewegen sich die Beteiligungen der INDUS-Gruppe unter dem Einfluss der allgemeinen Konjunktur -in Deutschland, in Europa und auf den Weltmärkten. Dabei unterliegen die Einzelgesellschaften individuellen Branchenzyklen. Der wesentlichste externe Einflussfaktor 2021 war weiterhin die Corona-Pandemie. Die Folgen der Pandemie belasteten auch im Geschäftsjahr 2021 die weltweite Konjunktur. Insbesondere die mittelbaren Auswirkungen aus der Corona-Pandemie wie der Rohstoffmangel, die gestiegenen Materialpreise und die gestörten Lieferketten wirkten sich negativ auf die Leistungserbringung der Beteiligungen aus. Der globale Chipmangel wirkte sich indirekt auf den Bereich Fahrzeugtechnik aus, da die OEMs aufgrund des Chipmangels ihre Abrufe deutlich reduzierten. Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen hat sich abermals die breite Diversifikation des INDUS-Portfolios als wichtiger Pfeiler für Stabilität bestätigt. Für die Gruppe ergibt sich über die diversifizierte Aufstellung eine konjunkturelle Risikostreuung, die das Portfolio ausbalanciert. Im Vergleich zu nicht diversifiziert aufgestellten Beteiligungsgesellschaften ist dies über längere Zeiträume, aber auch bei neuen exogenen Schocks in einzelnen Branchen ein Wettbewerbsvorteil. Wichtig für den Erfolg der Beteiligungen sind auch die Kostenfaktoren. Im Zuge der Globalisierung stehen die mittelständischen Unternehmen zunehmend in einem unmittelbaren Preiswettbewerb zu ausländischen Wettbewerbsunternehmen, die teilweise unter wirtschaftlich günstigeren Bedingungen produzieren können. Besonders relevante Kosteneinflussgrößen sind Material, Energie und Personal. Umso wichtiger ist in einem solchen Umfeld die klare Differenzierung durch Technologie- und Innovationsführerschaft sowie Marktexzellenz und operative Exzellenz, zu deren Erreichung INDUS wichtige Unterstützungsleistungen für die Beteiligungen bereitstellt. Der Arbeitsmarkt steht mit der Corona-Pandemie unter neuen Vorzeichen. Unverändert besteht jedoch ein wachsender Fachkräftemangel in Deutschland. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Personalgewinnung bei zugleich steigenden Lohnkosten an Bedeutung. INDUS stellt sich auf den globalen Wettbewerb und steigenden Kostendruck ein, indem sie die Beteiligungen dabei unterstützt, sich auch organisatorisch international optimiert aufzustellen. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen den technologischen Wandel erfolgreich gestalten. Die digitale Transformation induziert in den Produktionsunternehmen gegenwärtig einen zusätzlichen intensiven Entwicklungsprozess. Gerade durch die Corona-Pandemie wurde die Notwendigkeit der Digitalisierung noch verstärkt. Digitalisierung erfordert Geschäftsmodellanpassungen und in Verbindung damit einen spürbar erhöhten Investitionsbedarf. Aufgrund der hohen Bedeutung dieses externen Faktors stützt INDUS Investitionen in Innovationen über die INDUS-Innovationsförderbank. Wichtig für den Unternehmenserfolg von INDUS ist daneben die Entwicklung auf den Kapitalmärkten: Die Situation an den Börsen und die allgemeine Zinsentwicklung bestimmen darüber, zu welchen Konditionen INDUS Eigen- und Fremdkapital beschaffen kann. Aufgrund ihrer Größe, einem breiten Kapitalmarktzugang sowie der sehr soliden Bonität ist die Gesellschaft auf Schwankungen auf den Kapitalmärkten gut vorbereitet. PORTFOLIO46 UNTERNEHMEN IN FÜNF SEGMENTENDas Portfolio der Gruppe umfasste zum Bilanzstichtag 46 Beteiligungen. Diese werden fünf Segmenten zugeordnet: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Im Geschäftsjahr 2021 entsprachen diese Unternehmensbereiche unverändert den berichtspflichtigen Segmenten nach IFRS. SEGMENTE BASISDATEN (in Mio. EUR)
PORTFOLIOSTRUKTUR NACH JAHREN DER GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT72% der Beteiligungen gehören der INDUS-Gruppe länger als zehn Jahre an. Sieben Beteiligungen sind zwischen fünf und zehn Jahren im INDUS-Portfolio und sechs der 46 Beteiligungen wurden in den vergangenen fünf Jahren erworben. PORTFOLIOSTRUKTUR NACH JAHREN (In %/ Anzahl der Beteiligungen)![]() PORTFOLIOSTRUKTUR NACH UMSATZDie jährliche Umsatzgröße der Beteiligungen liegt in einer Bandbreite von knapp unter 10 Mio. EUR bis über 100 Mio. EUR. Rund 56 % der Beteiligungen erzielen einen Jahresumsatz von mindestens 25 Mio. EUR. Etwas weniger als ein Viertel erreicht einen Jahresumsatz unter 15 Mio. EUR. PORTFOLIOSTRUKTUR NACH UMSATZ (In %)![]() ABSATZMÄRKTE AUF FÜNF KONTINENTENRegional gesehen konzentrieren sich alle Portfoliounternehmen auf Absatzgebiete mit politisch und wirtschaftlich stabilem Hintergrund. Größter Absatz- und damit Umsatzmarkt der Beteiligungen ist Deutschland mit 52 %. In der EU ohne Deutschland setzen die Unternehmen weitere 20 % um und im übrigen Ausland werden 28 % der Umsatzerlöse erwirtschaftet. Im Geschäftsjahr 2021 ist diese Verteilung relativ konstant zum Vorjahr. Gemäß der INDUS-Strategie soll der Auslandumsatzanteil in den kommenden Jahren weiter steigen. PORTFOLIOSTRUKTUR NACH REGIONEN (In %)![]() PORTFOLIOVERÄNDERUNGEN 2021WACHSTUMSAKQUISITIONENIm November 2020 erwarb INDUS alle Geschäftsanteile an der JST Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG in Buxtehude. JST ist ein mittelständischer Anbieter von integrierten Kontrollraumlösungen und bietet umfassendes Know-how in der Konzeptionierung, dem Aufbau und der Wartung von Kontrollräumen. Klassische Einsatzfelder sind Produktionsleitstände für die Industrie, Schaltwarten für Energie- und Wasserwirtschaft, IT-Leitstände für Rechenzentren oder Sicherheits- und Verkehrsleitzentralen -allesamt Anwendungen, die höchsten Sicherheitsstandards genügen müssen. INDUS konnte mit dem Erwerb von JST einen Portfoliozugang in der definierten Zukunftsbranche Mess-, Automatisierungs- und Regeltechnik realisieren. Der wirtschaftliche Übergang und die Erstkonsolidierung der JST erfolgte im Januar 2021. Im März 2021 erwarb INDUS 70 % der Geschäftsanteile an der WIRUS Fenster GmbH & Co. KG, Rietberg-Mastholte (Kreis Gütersloh). Das Produktangebot von WIRUS umfasst Fenster aus Kunststoff und Aluminium, Schiebe-, Haus- und Nebeneingangstüren sowie Sicht- und Sonnenschutzsysteme. WIRUS verfügt über einen überdurchschnittlich hohen Digitalisierungsgrad in Vertrieb, Produktion und Logistik sowie ein starkes Wachstum. Der Geschäftsführer und bisherige Hauptgesellschafter steht dem Unternehmen weiter als geschäftsführender Mitgesellschafter zur Verfügung. Die Erstkonsolidierung erfolgte zum 1. Mai 2021. Im Dezember 2021 unterzeichnete INDUS einen Vertrag zur Übernahme von 100 % der Anteile an der Heiber und Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER) in Erkrath. HEIBER + SCHRÖDER ist ein mittelständischer Anbieter von Spezialmaschinen für die Kartonageindustrie. Die HEIBER +SCHRÖDER deckt die Wertschöpfungskette von der Maschinenentwicklung über die Herstellung bis hin zum Service ab und beliefert Verpackungshersteller weltweit, vor allem im Zulieferbereich für die Lebensmittel- und Kosmetik-, aber auch die Hausartikel- und Spielzeugbranche. Der wirtschaftliche Übergang und die Erstkonsolidierung erfolgen voraussichtlich im zweiten Quartal 2022. ERWERB AUF ENKELTOCHTEREBENEMit Vertrag und Wirkung vom 1. Juli 2021 hat die HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG 80 % der Anteile an der FLACO Geräte GmbH, Gütersloh, übernommen. FLACO produziert Produkte und Systeme für das Fluid-Management in Werkstätten, Tankstellen und Industriebetrieben. Der Geschäftsführer und bisherige Hauptgesellschafter steht dem Unternehmen weiter als geschäftsführender Mitgesellschafter zur Verfügung. Im Dezember 2021 hat die HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG einen Vertrag über den Erwerb von 35 % der Restanteile an der TECALEMIT Inc. unterzeichnet. Die TECALEMIT Inc. ist bislang eine at-Equity-bewertete Beteiligung. Die Erstkonsolidierung erfolgte zum 31. Dezember 2021. ERWERB VON RESTANTEILENIm Oktober hat die M+P international Mess- und Rechnertechnik GmbH Geschäftsanteile in Höhe von 2,5 % von einem Minderheitsgesellschafter gegen Gewährung einer Abfindung eingezogen. Im Dezember hat die FS-BF GmbH & Co. KG die Restanteile an der EVT GmbH in Höhe von 10 % von zwei Minderheitsgesellschaftern erworben. TRANSAKTIONEN VON ANTEILEN NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERIm zweiten Quartal 2021 wurde ein wechselseitiger Optionsvertrag für den Erwerb des 20%igen Minderheitsanteils an der WEIGAND Bau GmbH geschlossen. Weiterhin wurden 23,2 % Minderheitsanteile an einer Enkelgesellschaft erworben. VERKAUF VON WIESAUPLASTAm 30. Dezember 2021 wurde der Verkauf der WIESAUPLAST GmbH & Co. KG und deren Tochtergesellschaften an einen strategischen Investor aus dem Segment Fahrzeugtechnik abgeschlossen (Closing). Die Entkonsolidierung erfolgte zum 30. Dezember 2021. WIESAUPLAST fertigt in Deutschland und Mexiko hochpräzise technische Kunststoffteile für die Automobiltechnik, vornehmlich sicherheitskritische Komponenten u. a. für hydraulische Bremssysteme. WIESAUPLAST gehörte seit 1997 zur INDUS-Gruppe. STILLLEGUNG VON BACHERIm Rahmen des Maßnahmenpaketes ZWISCHENSPURT wurde 2020 die Stilllegung der BACHER AG aus dem Segment Metalltechnik beschlossen. Die Stilllegung von BACHER wurde mittlerweile abgeschlossen; die letzten Aufträge wurden im dritten Quartal abgearbeitet. ZIELE UND STRATEGIEZIELE![]() PROFITABLES WACHSTUMDie INDUS-Gruppe soll organisch aus dem operativen Erfolg ihrer Beteiligungsunternehmen heraus und anorganisch durch Akquisitionen wachsen. Ein erheblicher Teil der erwirtschafteten Erträge verbleibt in den Beteiligungen und steht diesen für weiteres Wachstum zur Verfügung. Über den kontinuierlichen Zukauf von Hidden Champions aus zukunftsträchtigen Industrien soll das anorganische Wachstum gesichert werden. WERTENTWICKLUNGMit der dezidierten Weiterentwicklung der einzelnen Beteiligungen soll sich deren Profitabilität und Wert nachhaltig erhöhen. In Summe führt dies zu einer Wertentwicklung der gesamten Gruppe. Ziel ist es, mittelfristig eine EBIT-Marge von "10 % + X" zu erreichen. INDUS berät die operativ eigenständigen Portfoliounternehmen aktiv bei strategischen Entscheidungen, vermittelt Methodenwissen und fördert Netzwerke nach innen und außen. Die Beteiligungsunternehmen erhalten gezielt Kapital und Know-how, das sie für ihre Weiterentwicklung nutzen. Im Strategieprogramm PARKOUR sind konkrete Ziele zur weiteren Entwicklung der Beteiligungen formuliert: INDUS stärkt die Unternehmen darin, Innovationen als Wachstumsmotor zu nutzen und Digitalisierung erfolgreich zu gestalten. Ziel ist es, die Marktexzellenz und die Operative Exzellenz in den Beteiligungen voranzutreiben und so die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse zu fördern. Die Internationalisierung der Portfoliounternehmen wird weiter ausgebaut -insbesondere auf dem nordamerikanischen und asiatischen Markt. Die Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung bleibt ein übergreifendes Ziel und Leitlinie für das wirtschaftliche Handeln der Beteiligungen. AUSGEWOGENE PORTFOLIOSTRUKTURAnorganisch soll die INDUS-Gruppe insbesondere durch Akquisitionen von Unternehmen aus den sechs definierten Zukunftsbranchen "Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik", "Bautechnik", "Sicherheitstechnik", "Medizin- und Gesundheitstechnik", "Technik für Infrastruktur und Logistik" sowie "Energie- und Umwelttechnik" wachsen. Für das Portfolio interessant sind Unternehmen, die in zukunftsorientierten industriellen Nischenmärkten aktiv und innerhalb dieser Märkte führend sind. Über den Fokus auf Unternehmen in Zukunftsbranchen will INDUS sicherstellen, dass das Beteiligungsportfolio auch in Zukunft eine ausgewogene - und damit stabile - Struktur aufweist. Für den Zeitraum bis 2025 ist es das Ziel, weiter zu wachsen und einen Gruppenumsatz von deutlich über 2 Mrd. EUR zu erwirtschaften. Die ausgewogene Struktur und starke Diversifizierung des Beteiligungsportfolios sind insbesondere dann von zentraler Bedeutung, wenn einzelne Unternehmen vor strukturellen oder konjunkturellen Herausforderungen stehen. Aktuell sind die Beteiligungen mit der allgemeinen Rohstoffknappheit, den Lieferengpässen und den Preissteigerungen infolge der anhaltenden Corona-Krise konfrontiert. Insbesondere die ständige Unsicherheit bezüglich neuer Virusmutanten und die aktuellen Ansteckungswellen führen dazu, dass die Corona-Pandemie das höchste Risiko für die konjunkturelle Entwicklung darstellt. Insgesamt konnten die Beteiligungen der INDUS-Gruppe im Geschäftsjahr 2021 die Herausforderungen der Corona-Pandemie gut bewältigen. Aus der Sicht des Vorstands profitiert das Gesamtportfolio der INDUS-Gruppe von der Agilität der mittelständischen Unternehmen und deren Resilienz. KONSEQUENTES WACHSTUM - BESTÄNDIGE WERTENTWICKLUNG - KONTINUIERLICHE DIVIDENDENPOLITIKDie Aktionäre als Eigentümer sollen über berechenbare Ausschüttungen am Erfolg ihres Unternehmens teilhaben. Deshalb zahlt INDUS regelmäßig eine Dividende. Der durchschnittliche Zielwert des Dividendenvorschlags von Vorstand und Aufsichtsrat liegt zwischen 40 % und 50 % des Bilanzgewinns, der restliche Bilanzgewinn soll in der Gruppe zur Sicherung weiteren profitablen Wachstums thesauriert werden. Der Vorstand der INDUS Holding AG hat beschlossen, der Hauptversammlung eine Dividende von 1,05 EUR je Stückaktie vorzuschlagen. Dies entspricht rund 51,9 % des Bilanzgewinns der INDUS Holding AG. DIVIDENDE JE AKTIE* MIT AUSSCHÜTTUNGSQUOTE 2016 BIS 2021 (In EUR/ln %)![]()
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Dividendenzahlung für das Jeweilige Geschäftsjahr STRATEGIE"PARKOUR": NEUE HÜRDEN ERFOLGREICH NEHMENDas 2019 etablierte Strategieprogramm PARKOUR greift mit sportlichem Anspruch die zukünftigen Herausforderungen für die INDUS-Gruppe auf und richtet den Blick auf die weitere Entwicklung bis zum Jahr 2025. Die Kernaufgabe von INDUS liegt auch in der Zukunft auf der zielgerichteten Weiterentwicklung eines diversifizierten mittelständischen Portfolios. Vor dem Hintergrund zunehmend komplexerer globaler Rahmenbedingungen, einem weltweit wachsenden Wettbewerb, der Herausforderung der digitalen Transformation und dem Strukturwandel in der Automobilindustrie unterstützt INDUS ihre Beteiligungen verstärkt bei der Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist insbesondere in Krisenzeiten wie derzeit der Corona-Pandemie wichtiger denn je. Um die INDUS-Beteiligungen fit für den aktuellen und zukünftigen Aufgaben-PARKOUR zu machen, legt INDUS den Fokus noch stärker auf die Förderung von Innovationskraft, Marktexzellenz und operativer Exzellenz. Dazu setzt INDUS anspruchsvolle Ziele, fördert die Zusammenarbeit und vermittelt die richtigen Methoden. Die Begleitung der zunehmenden Internationalisierung der Gesellschaften bleibt außerdem zentraler Bestandteil der INDUS-Strategie. Im Fokus stehen insbesondere Asien und Nordamerika, ergänzend zu Europa. Auch die weitere Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung der Portfoliounternehmen wird weiter aktiv unterstützt und vorangetrieben und mit der strategischen Initiative "Nachhaltig Handeln" in der PARKOUR-Strategie verankert. Die PARKOUR-Strategie hat vier zentrale strategische Initiativen formuliert: 1. Portfoliostruktur stärken 2. Innovation treiben 3. Leistung steigern 4. Nachhaltig handeln 1. PORTFOLIOSTRUKTUR STÄRKENINDUS plant, jährlich zwei bis drei Unternehmen auf erster Ebene zu akquirieren. Dabei rücken auch größere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 50 bis 80 Mio. EUR stärker in den Fokus. Zur zukunftsorientierten Fortentwicklung des Portfolios hat INDUS sechs Zukunftsbranchen definiert, die bei den Unternehmenskäufen bevorzugt werden: DIE BEVORZUGTEN SECHS ZUKUNFTSBRANCHEN FÜR UNTERNEHMENSZUKÄUFE![]() Alle sechs Branchen verfügen gemäß einschlägigen Experteneinschätzungen über überdurchschnittliche bis sehr gute Entwicklungsaussichten. Das INDUS-Portfolio soll einen Querschnitt der relevanten Zukunftsindustrien abbilden. Damit INDUS auch zukünftig ihre angestrebten Rentabilitätsziele erreichen kann, strebt der Vorstand den passenden Zukunftsmix für das Portfolio an. Neben Wachstumsakquisitionen auf erster Ebene hat INDUS weiter auch Ergänzungsakquisitionen durch einzelne Beteiligungsunternehmen zu deren Stärkung im Fokus. Bei strategischen Ergänzungen auf Enkeltochterebene sind die Investitionsentscheidungen an die individuellen Strategien der Beteiligungen gekoppelt, wobei INDUS verstärkt innovationsorientierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Käufe fördert. Gegebenenfalls erwirbt INDUS auf Enkeltochterebene auch Unternehmen in frühen Wachstumsphasen, sofern sie aufgrund ihrer Innovations- bzw. Technologiekompetenz das Beteiligungsunternehmen besonders unterstützen können und die Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells bereits bewiesen haben. PARKOUR sieht den Erwerb von jährlich zwei bis vier strategischen Ergänzungen auf Beteiligungsebene vor. Im Geschäftsjahr 2020 wurde das Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT zur Portfoliooptimierung vom INDUS-Vorstand verabschiedet und umgesetzt. Bestandteil dieses Maßnahmenpaketes zur Umsetzung der im Strategieprogramm PARKOUR definierten Ziele waren die Veräußerung und Stilllegung von Beteiligungen und Enkelgesellschaften bzw. Geschäftsfeldern von Beteiligungen. 2021 wurde mit der Beendigung der Stilllegung von BACHER das Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT vollständig abgeschlossen. Deutlich erkennbar sind die Erfolge aus ZWISCHENSPURT. Durch die Umsetzung von ZWISCHENSPURT hat sich zwar der Umsatz im Vorjahresvergleich um 29,5 Mio. EUR (1,9 %) reduziert. Die Ertragslage hat sich durch den Wegfall negativer Ergebnisbeiträge aber positiv entwickelt. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde der Verkauf der WIESAUPLAST-Gruppe abgeschlossen. Am 30. Dezember 2021 gingen sämtliche Anteile an der WIESAUPLAST GmbH & Co. KG in Wiesau und aller Tochtergesellschaften an die SCHERDEL-Gruppe in Marktredwitz über. Damit hat INDUS einen weiteren Schritt vollzogen, um das Gewicht der Serienzulieferung an die Pkw-Industrie im Portfolio reduzieren. Exit-Strategien spielen zum Zeitpunkt der Kaufentscheidungen von INDUS keine Rolle, da das Prinzip "Halten" zentraler Bestandteil der DNA von INDUS ist. Um die stabile Performance zu sichern und die angestrebten Einzel- und Gruppenwachstumsziele zu erreichen, ist im Ausnahmefall allerdings auch eine Trennung von einem Unternehmen möglich -etwa, wenn sich die ursprünglichen Rahmen- und Marktbedingungen für ein Portfoliounternehmen gravierend ändern und eine wirtschaftliche Fortführung in einer anderen Konstellation für das Unternehmen und dessen Beschäftigte sinnvoller erscheint. Angesichts des strukturellen Umbruchs in der Fahrzeugbranche, der mit einem hohen Margendruck einhergeht, werden die Serienzulieferunternehmen des Segments Fahrzeugtechnik die Margenziele von INDUS auf absehbare Zeit nicht erreichen können. Die Rahmenbedingungen der Zulieferer haben sich mit der Corona-Krise weiter verschlechtert. Aktuell werden umfangreiche Repositionierungen fortgeführt, um die Serienzulieferer für die Anforderungen zukunftsträchtiger Technologien fit zu machen. Mittelfristiges Ziel bleibt die weitere Reduzierung der Bedeutung der Serienzulieferung im INDUS-Portfolio. 2. INNOVATION TREIBENEinmal erarbeitete Wettbewerbspositionen müssen immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Dafür müssen die Unternehmen der INDUS-Gruppe aktiv Zukunftsentwicklungen aufgreifen, Chancen erkennen und Handlungsmöglichkeiten wahrnehmen. Um sich frühzeitig auf ändernde Marktsituationen einzustellen, kommt der strategischen Initiative "Innovation treiben" besondere Bedeutung zu. Die Förderung der Innovationskraft der INDUS-Unternehmen ist ein wesentlicher Bestandteil des Strategieprogramms PARKOUR. INDUS fördert ausgewählte Innovationsvorhaben in der Gruppe über finanzielle Zuschüsse. Die Fördermittel umfassen 50 bis 80 % des jeweiligen Projektvolumens. Dafür hat die Holding ein jährliches Budget von bis zu 3 % des Konzern-EBIT vorgesehen. Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit der Beteiligungsgesellschaften zu sichern und neue Produktionsfelder sowie Märkte zu erschließen. Trotz der Corona-Pandemie hat INDUS daher das absolute Volumen der verfügbaren Fördermittel im Geschäftsjahr 2021 wie im Vorjahr im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 nicht reduziert. Bei der Erhöhung der Innovationskraft steht INDUS den Beteiligungen strategisch als Sparringspartner und konzeptionell mit Methodenwissen zur Seite. Neben der Erarbeitung von unternehmensspezifischen Innovationsstrategien kommt der Erschließung von individuellen Innovationssuchfeldern und der Erarbeitung unternehmensspezifischer Innovations-Roadmaps besondere Bedeutung zu. INDUS schafft dabei auch Netzwerke mit anderen Gruppenunternehmen sowie externen Institutionen und Einrichtungen, um Impulse von außen einzuholen, in Innovationsprojekten zusammenzuarbeiten oder Innovationssuchfelder gemeinsam im Netzwerk zu erschließen. Dies geschieht zum Beispiel durch den Arbeitskreis "Wasserstoff" und in Zukunft durch den neuen Arbeitskreis "Nachhaltiges Bauen". INDUS stärkt die Entwicklung definierter, dynamischer Zukunftsbranchen und analysiert mögliche Schnittstellen mit ihren Beteiligungen. Jüngere Unternehmen mit hoher Innovationskraft können dabei interessante Akquisitionsziele für die INDUS-Gruppe, insbesondere auf Enkelebene, darstellen. INDUS unterstützt daher die Zukäufe von jüngeren Unternehmen mit hoher technologischer Kompetenz als Ergänzungsakquisitionen zur Steigerung der Innovationskraft ihrer Beteiligungen. 3. LEISTUNG STEIGERNDem wachsenden globalen Wettbewerb und steigenden Margendruck begegnet INDUS mit der Förderung der Marktexzellenz sowie der operativen Exzellenz in den Portfolio-Unternehmen. INDUS begleitet ihre Beteiligungen gezielt bei der Optimierung der wertschöpfenden Kernprozesse von der Auftragsentstehung bis zur Auftragsabwicklung. Dabei steht bei den Initiativen zur Marktexzellenz die optimale Ausschöpfung von Marktpotenzialen im Vordergrund. Beim Streben nach operativer Exzellenz sind die Ansätze des Lean Managements von zentraler Bedeutung -bei allen Tätigkeiten gilt es, Verschwendung zu vermeiden und sich auf die eigentliche Wertschöpfung zu konzentrieren. INDUS berät im Rahmen der Initiative "Marktexzellenz" zu den Themen Business Development, strategisches Marketing, Vertrieb sowie Pricing und begleitet dabei die Prozesse von der strategischen Marktbearbeitung bis zur Gewinnung von Kundenaufträgen. Das Unterstützungsangebot umfasst genauso die Vermittlung methodischer Kompetenz bspw. zu Markt-/Potenzial- und Wettbewerbsanalysen wie auch die Optimierung der Preisgestaltung von Produkten und Dienstleistungen. Ein weiteres wesentliches Arbeitsfeld ist die Beratung bei der Auswahl von Vertriebskanälen und der Gestaltung von Vertriebsorganisationen sowie die Durchführung von speziellen Vertriebstrainings. Im Rahmen der Initiative "Operative Exzellenz" begleitet INDUS die Portfoliogesellschaften dabei, Produktivitätspotenziale in den Bereichen Beschaffung, Produktion sowie Logistik zu heben. Das Angebot umfasst ein übergreifendes Schulungsprogramm zum Thema Lean Management, verschiedene Vernetzungsformate zum Austausch über Best Practices in der INDUS-Gruppe sowie individuelle Workshops mit den Beteiligungen zur Vermittlung von spezifischem Methodenwissen. Konkrete Optimierungsprojekte werden direkt durch INDUS oder durch externe Partner begleitet. STRATEGISCHE INITIATIVEN![]() 4. NACHHALTIG HANDELNNachhaltiges Handeln erzeugt Wettbewerbsvorteile, erhöht den Unternehmenswert und stärkt die Unternehmenskultur. Aus dieser Überzeugung heraus hat INDUS ihr Nachhaltigkeitsengagement in den vergangenen Jahren immer weiter professionalisiert. Nachhaltiges Handeln bedeutet für INDUS die langfristig gleichrangige Behandlung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen: Wir wollen dauerhafte Werte schaffen, dabei gute Arbeit ermöglichen und gleichzeitig sorgsam mit der Umwelt umgehen. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist daher mittlerweile zu einer eigenständigen strategischen Initiative "Nachhaltig Handeln" des Strategieprogramms PARKOUR geworden. Zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs folgt INDUS klaren Leitlinien in Hinblick auf nachhaltiges Handeln:
Zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit orientiert sich INDUS an klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und damit an stabilitätsorientierten Aspekten. Der Unternehmenserfolg im Sinne der Gruppe, der Aktionäre sowie der übrigen Stakeholder wird so langfristig gesichert. Die Holding sorgt für eine stabile Bilanz, ein adäquates Liquiditätspolster und eine flexible Finanzierungsbasis. Sozial orientieren sich alle Gesellschaften der INDUS-Gruppe an den mittelständischen Werten. Im Zentrum steht das Prinzip "Verantwortung" -für den Unternehmensbestand, aber vor allem auch für die Menschen, mit denen dieser gesichert wird. Dies findet Ausdruck in unternehmensspezifischen Verhaltenskodizes, welche die stetige Weiterentwicklung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie die Förderung von Auszubildenden und Weiterbildungen für Beschäftigte umfasst. Zudem wird die gesellschaftliche Verantwortung, insbesondere im lokalen Umfeld der Beteiligungen, durch die Unterstützung gemeinnütziger Initiativen wahrgenommen. Ökologisch unterstützt INDUS die Beteiligungen bei ihrem Engagement zum Schutz von Ressourcen und zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Die Beteiligungen engagieren sich im ökologischen Bereich insbesondere durch die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen, durch Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme, die Umstellung auf "Grünstrom", durch die Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe und die Einrichtung von "Job-Rad"-Initiativen für Mitarbeitende. Mit der "Innovationsförderbank" werden Fördermittel für nachhaltige Produktinnovationen im Zukunftsfeld "GreenTech" (Energie- und Umwelttechnik sowie Technologien und Produkte mit verbessertem energieeffizientem Nutzungsprofil) bereitgestellt. Ab 2022 werden mit der "Nachhaltigkeitsförderbank" zusätzliche Finanzhilfen bereitgestellt, die für Projekte in den Beteiligungen vorgesehen sind, die Emissionen wesentlich senken. Vorstand und Aufsichtsrat fühlen sich seit jeher einer verantwortungsvollen, transparenten und nachhaltigen Unternehmensführung (Corporate Governance) verpflichtet. So folgen sie seit Einführung des Deutschen Corporate Governance Kodex nunmehr vollständig den Empfehlungen und Anregungen des Kodex und dokumentieren damit die Bedeutung der Regeln einer guten Unternehmensführung und -überwachung. Im Geschäftsjahr 2021 wurde zudem gruppenweit ein Hinweisgebersystem eingeführt, welches durch die Beteiligungen dezentral genutzt werden kann und damit die entsprechenden gesetzlichen Verpflichtungen und die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex umsetzt. INDUS gibt zum 31. Dezember 2021 erneut einen nichtfinanziellen Bericht für die INDUS-Gruppe ab. Dieser wird als Teil des Geschäftsberichts veröffentlicht. Zusätzlich wird INDUS das im Jahr 2021 erstmals herausgegebene Magazin SUSTA[IN], in dem über Projekte und den Fortschritt von Nachhaltigkeitsinitiativen in der INDUS-Gruppe berichtet wird, nun im jährlichen Turnus veröffentlichen. Die nächste Ausgabe wird im Sommer 2022 erscheinen. UNTERNEHMENSSTEUERUNGPLANUNGS- UND STRATEGIEPROZESSAusgehend von der INDUS-Strategie PARKOUR entwickeln die Portfoliounternehmen ihre individuellen Unternehmensstrategien für die nächsten Geschäftsjahre. Sie planen auf dieser strategischen Grundlage die Geschäftsentwicklung, die notwendigen Investitionen sowie die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für in der Regel drei bis fünf Planjahre. Im Rahmen der Planungsrunde führen der Gesamtvorstand und die jeweiligen Geschäftsführungen ein strukturiertes Gespräch zur Geschäftsplanung und den Chancen- und Risiken. Über die Plandaten und aus dem Austausch mit den Geschäftsführer:innen macht sich der INDUS-Vorstand ein Gesamtbild zur erwarteten Geschäftsentwicklung. Daraus leitet er auf Holdingebene die Planung der erforderlichen Finanzierungsmittel ab und kommuniziert die Ergebnisse aus der konsolidierten Planung bzw. Erwartungen an die Eigen- sowie Fremdkapitalgeber von INDUS. Ausgangspunkt für die unternehmerischen Zielsetzungen der INDUS Holding AG sind somit im Wesentlichen die jährlichen Planungen der Beteiligungen. Im Rahmen des Planungsprozesses liegt auch ein besonderes Augenmerk auf den Nachhaltigkeitsprojekten in den Beteiligungen. Es werden insbesondere Maßnahmen zur CO2 -Reduzierung und Aktivitäten im Bereich "Soziale Maßnahmen" erhoben. STEUERUNGSGRÖßENDie in der Holding zur Bewertung der Situation herangezogenen wirtschaftlichen Kenngrößen entsprechen den für Produktionsunternehmen üblichen wirtschaftlich-operativen Kennzahlen. Sie werden ergänzt um wirtschaftlich-strategische Kennzahlen für die direkten Investitionsentscheidungen. Erstmals seit dem Geschäftsjahr 2021 werden die Treibhausgasemissionen (THG E-Scope 1 + 2) als nichtfinanzielle Kennzahl zur Information und zur Steuerung verwendet. INFORMATIONS- UND STEUERUNGSGRUNDLAGE![]() Der Soll-Ist-Abgleich, den INDUS im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung für das vergangene Geschäftsjahr vornimmt, findet sich im Wirtschaftsbericht. UNTERJÄHRIGE BERICHTERSTATTUNGINDUS wird von den Beteiligungen laufend über die wirtschaftliche Entwicklung in den Unternehmen informiert. Dazu berichten die Unternehmen der Holding monatlich über ihre wirtschaftliche Situation. Darüber hinaus erhält INDUS gezielte Informationen zu spezifischen Themen. Auf dieser Grundlage hat das Management der Holding einen kontinuierlichen Einblick in die Situation der Beteiligungen und damit einen Überblick über die Gesamtsituation der Gruppe. Auf Grundlage der Monatszahlen verfolgt INDUS die Entwicklung der Unternehmen im Abgleich mit dem jeweiligen Budget. Die Beteiligungen aktualisieren dreimal innerhalb des Geschäftsjahres ihre Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr. Das Controlling-System liefert frühzeitig Hinweise auf Planabweichungen. Die Tochtergesellschaften nutzen zusätzlich individuelle Steuerungsmechanismen und aufgrund der Individualität auch eigene Kennzahlen. Die Geschäftsführer:innen der Beteiligungen beobachten und analysieren ihre jeweiligen Märkte und ihr spezifisches Wettbewerbsumfeld und berichten INDUS über wesentliche Veränderungen. REGELMÄßIGER MANAGEMENTDIALOGParallel zu den obligatorischen Informationsflüssen für die finanzielle Berichterstattung tauschen sich Vorstand und die jeweiligen Geschäftsführungen auch informell regelmäßig über die Entwicklung in den Beteiligungen aus. INDUS verfolgt ihre Interessen als Eigentümer aktiv durch Beratung und Begleitung bei der Weiterentwicklung in den Unternehmen. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENMITARBEITENDEIN DER HOLDING: EIN TEAM AUS SPEZIALISTINNEN FÜR EINE EFFEKTIVE BEGLEITUNG DER BETEILIGUNGENIm Durchschnitt des Geschäftsjahrs 2021 beschäftigte die Holding ohne die Mitglieder des Vorstands 34 Mitarbeitende (Vorjahr: 35). Es liegt im Interesse von INDUS, die Leistungskraft der Beschäftigten zu stärken und sie langfristig an das Unternehmen zu binden. Dazu bietet INDUS ihren Mitarbeitenden in den Bereichen Gesundheit, Weiterbildung und Einkommen die Rahmenbedingungen eines modernen, attraktiven Arbeitgebers. MITARBEITENDE IN DER HOLDING (Anzahl)![]() IN DER GRUPPE: PFLEGE EINER MITTELSTÄNDISCH GEPRÄGTEN KULTURIn der INDUS-Gruppe waren im Jahresdurchschnitt 10.910 Mitarbeitende beschäftigt (Vorjahr: 10.644). Die Führung der Mitarbeitenden in den Beteiligungen liegt allein in der Verantwortung von deren Geschäftsleitungen. Dementsprechend steuern die Beteiligungsunternehmen ihre Personalarbeit quantitativ wie auch qualitativ eigenständig. Mittelständische Unternehmen nehmen eine starke Verantwortung im Bereich der Ausbildung wahr; dies gilt besonders auch für die Unternehmen der INDUS-Gruppe. 2021 waren in der gesamten Gruppe 380 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 415); das entspricht einer Ausbildungsquote von 3,5 % (Vorjahr: 3,9 %). MITARBEITENDE IN DER INDUS-GRUPPE (Anzahl)![]() ENTWICKLUNG UND INNOVATIONF&E-UNTERSTÜTZUNG DER BETEILIGUNGENAls Beteiligungsgesellschaft betreibt INDUS keine Forschungs- und Entwicklungsarbeit im klassischen Sinne. Alle Aktivitäten und die Verantwortung dafür, dass die Beteiligungen mit ihren Produkten technologisch am Puls der Zeit und strategisch in ihren Märkten gut positioniert sind, liegen bei den Beteiligungen selbst. Zugleich hat INDUS ein hohes Interesse am langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligungen. In diesem Zusammenhang betrachtet der INDUS-Vorstand das Thema Innovation als einen zentralen Schlüssel für die gesunde Weiterentwicklung der Unternehmen. Deshalb hat der Vorstand in den vergangenen Jahren verstärkt Angebote initiiert, auf welche die Beteiligungen zurückgreifen können. Diese sind: Finanzmittel für Innovationen in Zukunftsfeldern: INDUS sieht im Rahmen der strategischen Initiative "Innovationen treiben" für ihre Beteiligungen bis zu 3 % des jährlichen Konzern-EBIT vor, um geeignete Innovationsvorhaben voranzutreiben. Aufgrund des Auslaufs einiger größerer Projekte ist in 2021 eine rückläufige Entwicklung des Volumens der Innovationsförderung zu verzeichnen. Im Geschäftsjahr 2022 ist für die Innovationsförderung der Beteiligungen wieder ein ähnliches Niveau wie vor der Corona-Pandemie angestrebt. INDUS fördert insbesondere Aktivitäten und Projekte mit signifikanter Innovationshöhe und in definierten Zukunftsfeldern, welche aus Sicht der INDUS langfristig herausragende Entwicklungsperspektiven bieten, aber auch mit höheren Risiken verbunden sind. Diese Innovationen dienen der Erschließung neuer Geschäftsfelder und Technologien und somit der Stärkung der Wettbewerbspositionen. Methodenunterstützung: INDUS legt ihren Fokus insbesondere auf die Förderung von Innovationen. Sie unterstützt ihre Beteiligungen im Innovations- und Technologiemanagement, um die strategische Position zu verbessern und so die Fokussierung und die Effektivität der Entwicklungsarbeit zu optimieren. Die Beteiligungen werden bei der Ableitung von Innovationsstrategien, der Identifikation von Innovationspotenzialen, der Ideengenerierung und -auswahl sowie dem Projektmanagement im Innovationsprozess methodisch begleitet. Sensibilisierung & Vernetzung: Das Management der Holding beobachtet die Trends und Entwicklungen der Märkte branchenübergreifend und trägt das Wissen im Rahmen eines aktiven Dialogs mit den jeweiligen Geschäftsführungen in die Gruppenunternehmen. Dabei fördert INDUS auch den Austausch zwischen den Beteiligungen, um das Entstehen von Innovationen durch Perspektivenwechsel zu erleichtern. INDUS stellt zudem für ihre Beteiligungen Verbindungen zu externen Partnern und Institutionen her und sucht die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. INNOVATIONSAKTIVITÄT DER UNTERNEHMEN WEITER GESTIEGENDie ausgewiesenen Aufwendungen im Konzernabschluss der INDUS-Gruppe für F&E-Aktivitäten lagen 2021 bei 20,4 Mio. EUR (Vorjahr: 18,9 Mio. EUR). Damit konnte der Mitteleinsatz für Forschung- und Entwicklung um gute 1,5 Mio. EUR gesteigert werden. Ziel ist es, ein steigendes Maß an eigener, individueller F&E-Kompetenz und Innovationseffektivität von den Beteiligungsgesellschaften zu erreichen. Dabei ist der Kundenbezug in der Entwicklungsarbeit von hoher Priorität: Es bestehen sowohl kunden- als auch lieferantenseitig erfolgreiche Entwicklungspartnerschaften. In Verbindung mit den Entwicklungsaktivitäten bei den Gesellschaften agiert die INDUS-Gruppe in erfolgreichen Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Schon heute arbeitet ein Teil der Gesellschaften mit Forschungseinrichtungen zusammen, zum Beispiel im Rahmen von Produktinnovationen oder innovationsbezogenen Marktanalysen. Die Formen der Zusammenarbeit erstrecken sich von klassischen Kunden-Lieferanten-Beziehungen über die Auftragsforschung bis hin zur Mitarbeit einzelner Gesellschaften in öffentlich geförderten Forschungsvorhaben. NACHHALTIGKEITDie Nachhaltigkeitsstrategie wurde als vierte eigenständige strategische Initiative bei PARKOUR ergänzt. In Bezug auf die Nachhaltigkeitsstrategie steht für die kommenden Jahre insbesondere die Umsetzung der Treibhausgasreduktionsziele des Klimaschutzgesetzes im Fokus. Es gibt zwei Möglichkeiten zur Reduzierung der Treibhausgase (THG-E). Einerseits die Nutzung emissionsarmer Energiequellen (Scope 1 + 2), und andererseits die Erhöhung der Energieeffizienz, die auch aus wirtschaftlichen Aspekten von hoher Bedeutung sind (Scope 2). Als Kennzahl zur Unternehmenssteuerung wurde bei INDUS die Reduzierung der Bruttotreibhausgasemissionen (THG-E) in Scope 1+2 definiert. Hierbei wurde bewusst das Bruttoemissionsziel definiert, da es nicht durch den Zukauf von Zertifikaten korrigiert werden kann. Zum Scope 1 gehören stationäre Verbrennung, mobile Verbrennung und flüssige Emissionen. Die Treihausgasemissionen in Scope 2 umfassen derzeit Strom und Fernwärme. Die Emissionen werden in t Co2 gemessen und bezogen pro Mio. EUR Bruttowertschöpfung erhoben und dargestellt. CORPORATE GOVERNANCEERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNGVorstand und Aufsichtsrat von INDUS bekennen sich umfassend zu den Prinzipien einer guten Corporate Governance. Dazu geben das Leitungs- und das Kontrollgremium jährlich eine entsprechende "Erklärung zur Unternehmensführung" ab. Die aktuelle Erklärung ist im vollständigen Wortlaut auf der INDUS-Website unter der Rubrik Über INDUS/Corporate Governance einsehbar. Teil der Erklärung zur Unternehmensführung ist die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG. Diese haben Vorstand und Aufsichtsrat am 9. Dezember 2021 abgegeben. Darin stellen sie fest, dass die INDUS Holding AG sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission bzw. dem Deutschen Corporate Governance Kodex 2020 entspricht. Die Entsprechenserklärung ist im vollständigen Wortlaut abrufbar auf der INDUS-Website unter der Rubrik Über INDUS/Corporate Governance. WIRTSCHAFTSBERICHTIm Geschäftsjahr 2021 ist der Umsatz in der INDUS-Gruppe von 1,56 Mrd. EUR auf 1,74 Mrd. EUR gestiegen. Das operative Ergebnis (EBIT) der INDUS-Gruppe betrug 115,4 Mio. EUR nach 25,1 Mio. EUR im Vorjahr. Sämtliche Segmente konnten sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis (EBIT) steigern. Besonders gut war die Entwicklung in den Segmenten Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau sowie Metalltechnik. Der operative Cashflow hat sich von 174,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 136,4 Mio. EUR im Berichtszeitraum verringert. ENTWICKLUNG DES WIRTSCHAFTLICHEN UMFELDSENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFTWELTWIRTSCHAFT ERHOLT SICH, VERLIERT ABER AN SCHUBKRAFTNach dem historischen Einbruch 2020 steigt die Weltproduktion im Jahr 2021 trotz Bremsspuren kräftig. Das IfW Kiel geht von einem Wachstum von 5,7 % aus, der Internationale Währungsfonds rechnet mit 5,9 %. Allerdings liegen diese Wachstumsraten unterhalb der Erwartungen vom Jahresbeginn 2021. Erst 2022 werden die fortgeschrittenen Volkswirtschaften, in denen die Entwicklung von Lieferkettenstörungen und Preissteigerungen gedämpft wurde, voraussichtlich das Vorkrisenniveau wieder erreichen. Die Verzögerungen in den Lieferketten beeinflussten im zweiten Halbjahr 2021 zunehmend auch die nachgelagerten Fertigungsstufen. So ging die weltweite Industrieproduktion -bei weiter hohem Auftragseingang -in den letzten Monaten des Jahres merklich zurück. Zusätzlich belastete in vielen Teilen der Welt die sich gegen Jahresende wieder verschlechternde Pandemie-Lage. Zwar entwickelten sich einzelne Regionen im dritten Quartal 2021 dynamisch, in Indien etwa erholte sich das Wirtschaftsgeschehen von den Auswirkungen des Lockdowns im Frühjahr, in Summe verlor die Expansion der Weltwirtschaft jedoch deutlich an Schwung. Die Covid-19-Pandemie dämpft damit die wirtschaftlichen Aktivitäten nach wie vor, angesichts asynchroner Infektionswellen und unterschiedlich hoher Impfquoten jedoch regional unterschiedlich stark. DEUTSCHE WIRTSCHAFT: LANGFRISTIGE PANDEMIE-AUSWIRKUNGEN DÄMPFEN DEN AUFSCHWUNG2021 hat sich die deutsche Wirtschaft in vielen Bereichen von den Folgen der Corona-Pandemie erholt, wobei der Aufschwung den Einbruch aus dem Jahr 2020 in Summe noch nicht kompensieren konnte. Im abgelaufenen Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt kalenderbereinigt um 2,8 %. Trotz der deutlichen Erholung liegt die Wirtschaftsleistung damit 1,5 % unter Vorkrisenniveau. Die Auswirkungen der Pandemie auf die internationalen Lieferketten störten im Jahresverlauf massiv die Wertschöpfung. Angebotsseitige Engpässe und starke Preissteigerungen, die deutlich über übliche zyklische Entwicklungen hinausgingen, waren die Folge. Vor dem Hintergrund dieser Hemmnisse gab die Industrieproduktion in Deutschland im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 um 5,5 % nach. Der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe lag im Dezember 2021, u.a. aufgrund des Rückstaus bei der Abarbeitung, 29,3 % über dem Vorkrisenniveau vom Januar 2020 und auf dem höchsten Stand seit Januar 2015. Die Inflationsrate erreichte im Dezember 2021 mit 5,3 % den höchsten Wert seit fast 30 Jahren. Die Nachfrage dagegen hat sich nach dem Corona-Schock normalisiert: Die Exporte in Deutschland stiegen 2021 im Vorjahresvergleich um 14,0 % und lagen damit 8,9 % über dem Niveau von 2019. Der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe 2021 erhöhte sich im Vergleich zum Vorkrisenjahr um 9,3 %. Während im Sommer die Wirtschaftsleistung -getragen vom starken Wachstum im Dienstleistungsbereich -in Summe noch zulegen konnte, gab das BIP im vierten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 % nach. Die vierte Corona-Welle mit entsprechenden Schutzmaßnahmen senkte insbesondere den privaten Konsum und bremste die Erholung weiter aus. JÄHRLICHES WIRTSCHAFTSWACHSTUM (In %)![]() Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economlc Outlook (Stand: Jan. 2022, für 2019 Okt. 2021) ENTWICKLUNG DES BRANCHENUMFELDSBAU / INFRASTRUKTUR: BAUINDUSTRIE TROTZT DEN SCHWIERIGEN RAHMENBEDINGUNGENDie Bauindustrie startete verhalten ins Jahr 2021, Vorzieheffekte aufgrund der Mehrwertsteueranpassung und eine schlechte Witterung dämpften das Geschäft. Danach stabilisierte sich jedoch die Bautätigkeit schnell und setzte ihren allgemeinen Wachstumstrend fort. Im November 2021 stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe um 6,2 % im Vorjahresvergleich, in den ersten elf Monaten um 1,6 %. Die Baugenehmigungen für Wohn- und Nichtwohngebäude legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von Januar bis November 2021 um 4,5 % zu und erreichten damit den höchsten Stand seit 2006. Allerdings stellten fehlende Vorprodukte und steigende Materialpreise auch die Baubranche vor Herausforderungen. So stiegen die Erzeugerpreise für einzelne Baustoffe im Jahresdurchschnitt 2021 so stark wie nie in den letzten 70 Jahren: Konstruktionsvollholz verteuerte sich etwa um 77,3 % im Vorjahresvergleich, Betonstahl um 53,2 %. Auch die gestiegenen Energiepreise trieben die Preise. Gerade bei langlaufenden Verträgen konnten diese massiven Preissteigerungen nur eingeschränkt weitergegeben werden und belasteten die Ergebnismarge. Zuletzt gab auch der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe -auf hohem Niveau -leicht nach: Im November 2021 gingen 7,1 % weniger Bestellungen ein als im Vormonat, der Auftragseingang Januar bis November 2021 lag jedoch 1,3 % über Vorjahreszeitraum. Insbesondere private Hausbauer scheinen auf die deutlichen Preissteigerungen abwartend zu reagieren. Im Wirtschaftsbau ist weiter ein hohes Orderplus zu verzeichnen. In Summe - und trotz eines steigenden Fachkräftemangels und wachsenden Genehmigungsüberhangs -kam das Bauhauptgewerbe gut durch die Corona-Pandemie. FAHRZEUGTECHNIK: DEUTSCHER AUTOMOBILMARKT LEIDET UNTER HALBLEITERMANGELDie Erwartungen zu Jahresbeginn 2021, den Corona-Einbruch aufzuholen, haben sich im Automobilmarkt nicht erfüllt. Zwar stieg die Nachfrage nach Fahrzeugen im Jahresverlauf an, diese Nachfrage konnte jedoch nicht abgearbeitet werden. Insbesondere in der Fahrzeugindustrie waren die negativen Auswirkungen des zunehmenden Materialmangels massiv spürbar: Aufgrund fehlender Halbleiter kam es zu Produktionsstillständen. Steigende Preise für Energie und Logistik dämpften die weitere Entwicklung zusätzlich. So sank die Produktion der Automobilhersteller in Deutschland 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 12 % und lag damit auf dem niedrigsten Niveau seit 1975. Dies spiegelt sich auch bei den Ausfuhren wider: 2021 wurden 10 % weniger Fahrzeuge exportiert als 2020. Die Bestellungen aus dem Ausland stiegen im Vergleich zum Coronajahr noch um 2 %, das Ordervolumen ausländischer Kunden ging im Dezember 2021 gegenüber Vorjahresmonat allerdings um 20 % zurück. Die Inlandsorders bei den deutschen OEMs legten -mit einem starken Wachstum zum Jahresende - 2021 hingegen um 6% zu. Insgesamt sanken 2021 die Neuzulassungen: in Deutschland wurden 10 % weniger Pkw zugelassen -alleine im Dezember 2021 betrug der Rückgang im Vorjahresvergleich 27 %. Der Anteil an Elektrozulassungen steigt dabei weiter an: Jeder vierte 2021 auf deutschen Straßen neu zugelassene Pkw hat einen Elektroantrieb. Auch der europäische Gesamtmarkt hat einen Rückgang bei den Neuzulassungen von 2 % zu verzeichnen. In den USA stiegen die Light-Vehicle-Verkäufe 2021 zwar um 3 %, lagen aber weiter deutlich unter dem Niveau von 2019. Der chinesische Markt hingegen konnte im Jahresvergleich um 7 % wachsen und übertraf damit das Vor-Corona-Jahr 2019. MASCHINEN- UND ANLAGENBAU: STARKE AUFHOLJAGDDer deutsche Maschinen- und Anlagenbau konnte sich 2021 in weiten Teilen vom massiven Corona-Einbruch des Vorjahres erholen. In den letzten Monaten des Jahres legten die Maschinen- und Anlagenbauer noch einmal einen starken Endspurt hin. So meldete der VDMA 2021 einen Auftragszuwachs von real 32 % im Vorjahresvergleich und damit 7 % über dem konjunkturell guten Jahr 2018. Insbesondere die Auslandsbestellungen -vor allem auch aus den Nicht-Euro-Ländern -legten zu. Von Oktober bis Dezember 2021 wiesen die Fachzweige Werkzeugmaschinen, Robotik und Automation, Antriebstechnik, Baumaschinen und Baustoffanlagen sowie Allgemeine Lufttechnik einen Orderzugang von über 20 % auf. Materialknappheit, Fachkräftemangel und Probleme bei Logistik und Transport forderten im abgeschlossenen Jahr aber auch die Maschinenbauer heraus: Engpässe behinderten Produktion und damit Umsatz. Für 2021 wird ein Zuwachs der Produktion und des Umsatzes um jeweils 7 % erwartet. Die Maschinenausfuhren aus Deutschland stiegen in den ersten elf Monaten 2021 real um 7,8 %. Im Zeitraum September bis November 2021 verzeichneten insbesondere die Ausfuhren in die USA (+22,0 %), UK (+21,4 %) und nach Indien (+25,3 %) hohe Wachstumsraten, wohingegen die Exporte nach China nachgaben (-2,9 %). MEDIZINTECHNIK: WEITER VON CORONA-AUSWIRKUNGEN BELASTETDie Corona-Pandemie beeinträchtigte auch 2021 die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Medizintechnikbranche. Zwar rechneten die in der Herbstumfrage des BVMed befragten Unternehmen mehrheitlich mit einem besseren Umsatzergebnis als im Vorjahr, 11 % der befragten Unternehmen gingen allerdings -bereits vor der vierten Welle -von einem Umsatzrückgang im zweistelligen Bereich aus. In Summe konnten die Werte vor Corona noch nicht wieder erreicht werden. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die 93 % der MedTech-Unternehmen ausmachen, sowie Teilbereiche der MedTech-Branche sind weiter von verschobenen Operationen und zurückgehenden Arztbesuchen betroffen. So entwickelten sich OP-Sets, Verbandmittel oder auch der Implantatbereich 2021 noch leicht unterdurchschnittlich. Bei der Herbstumfrage des BVMed nennen 62 % der Unternehmen verschobene elektive Eingriffe als größte Umsatzhürde, 59 % sehen in den rückläufigen Krankenhausfallzahlen und 55 % in den eingeschränkten Kontakten zu Patienten und Kunden ein Hemmnis. Auch die Ergebnisse sind weiter belastet: 42 % der befragten Unternehmen gehen für das Jahr 2021 von einem Rückgang der Gewinne aus. Vor allem die gestiegenen Rohstoffpreise und höhere Transport- und Logistikkosten drücken auf die Erträge. Eine Bremse für die Umsatzentwicklung bleibt die seit Mai 2021 geltende EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) mit ihrer Pflicht zu umfassenden klinischen Daten und langen Konformitätsbewertungszeiten. METALLTECHNIK: SCHWIERIGE RAHMENBEDINGUNGEN HEMMEN ERHOLUNGDer Aufholprozess der Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie wurde im Jahr 2021 durch die schwierigen Rahmenbedingungen unterbrochen. Während im dritten Quartal die gravierenden Lieferengpässe die Produktion bei hohem Auftragsniveau hemmten, konnte sich die Produktion im vierten Quartal zwar stabilisieren -die Auftragseingänge sowohl aus dem Aus- als auch Inland gingen jedoch zugleich zurück. Im Oktober / November 2021 sank der Bestelleingang gegenüber dem dritten Quartal um 6,9 %. In Summe konnte 2021 das Niveau vor Corona und der vorhergehenden Rezession noch nicht wieder erreicht werden. Die Gesamtlage bleibt unsicher. Laut Umfrage des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall waren 96 % der Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie im Herbst 2021 von Versorgungs- und Lieferkettenproblemen -sowohl bei Rohstoffen und Materialien als auch Vorleistungen von Zulieferern -betroffen. Nicht ohne Konsequenz für die Preise: Fast 90 % der Betriebe klagten über Preissteigerungen beim Einkauf um durchschnittlich 36 %. Die Ertragslage der M+E-Industrie, die bereits durch den Strukturwandel in der Branche belastet ist, steht durch die gestiegenen Energie- und Materialpreise weiter unter Druck. ENTWICKLUNG DER INDUS-GRUPPEGESAMTBEWERTUNG DES VORSTANDSUMSATZ UND EBIT IN DER GESAMTEN INDUS-GRUPPE DEUTLICH GESTEIGERT - MASCHINEN- UND ANLAGENBAU MIT HÖCHSTEN ZUWÄCHSENIm Geschäftsjahr 2021 hat die INDUS-Gruppe einen Umsatz von 1,74 Mrd. EUR erzielt. Der Umsatz stieg um 11,7 % und lag damit inklusive der Akquisitionen leicht oberhalb des ursprünglichen Prognosebandes von 1,55 - 1,70 Mrd. EUR. Der Umsatzanstieg betraf alle fünf Segmente der INDUS-Gruppe; der Umsatz im Bereich Maschinen- und Anlagenbau konnte dabei mit 18,6 % den höchsten Zuwachs verzeichnen. Die positive Umsatzentwicklung ist besonders hervorzuheben in Hinblick auf die zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen wie den weltweiten Lieferengpässen, der weiter schwelenden Corona-Pandemie und den Abrufausfällen bei den OEMs im Bereich Fahrzeugtechnik. Auch der abgegebene Umsatz aus dem Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT konnte kompensiert werden. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 115,4 Mio. EUR und lag damit über der ursprünglichen Prognose von 95 bis 110 EUR und deutlich über dem Corona-beeinträchtigten Vorjahreswert von 25,1 Mio. EUR. Dabei sind die Ergebnisbeiträge in den Segmenten Bau / Infrastruktur (70,5 Mio. EUR), Maschinen- und Anlagenbau (56,9 Mio. EUR) sowie Metalltechnik (42,3 Mio. EUR) deutlich besser als erwartet ausgefallen. Im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) von 12,1 Mio. EUR erzielt; dies liegt im Bereich unserer Erwartungen. Das Ergebnis im Segment Fahrzeugtechnik konnte von - 87,8 Mio. EUR auf - 57,3 Mio. verbessert werden. Die Fahrzeugtechnik bleibt herausfordernd. Der Automobilsektor ist derzeit durch Lieferengpässe und Materialknappheit -insbesondere den weltweiten Chipmangel -stark unter Druck. Die EBIT-Marge der INDUS-Gruppe beträgt 6,6 %. Damit liegt sie leicht über unserer prognostizierten Bandbreite von 5,5 bis 6,5 % und oberhalb des Vorjahreswertes von 1,6 %, aber noch deutlich unter dem Zielwert von "10 % + X". Der operative Cashflow war mit 136,4 Mio. EUR -aufgrund des erwarteten Working-Capital-Aufbaus -um 38,0 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr (174,4 Mio. EUR). Das Working Capital betrug zum 31. Dezember 2021 457,5 Mio. EUR und war damit um 47,0 Mio. EUR höher als zum Stichtag des Vorjahres. Der Aufbau ist auf die gestiegene Geschäftstätigkeit und die gestiegenen Materialpreise zurückzuführen. Zudem sicherten sich die Gesellschaften teilweise mit einem höheren Vorratsbestand gegen Preissteigerungen und Rohstoffverknappungen ab. 2021 konnte INDUS sich mit zwei Beteiligungen auf erster Ebene verstärken. Zu Beginn des Jahres erfolgten das Closing für den Erwerb von JST. Die JST Systemtechnik GmbH & Co. KG ist ein mittelständischer Anbieter von integrierten Kontrollraumlösungen und wird seit Januar 2021 in den Konsolidierungskreis einbezogen. Im März wurde die WIRUS Fenster GmbH & Co. KG erworben. WIRUS stellt Fenster aus Kunststoff und Aluminium, Schiebe-, Haus- und Nebeneingangstüren her. Die Gesellschaft ist in hohem Maße digitalisiert und wächst stark. Auf Enkeltochterebene konnte die HORNGROUP Holding die FLACO Geräte GmbH erwerben und die Kontrollmehrheit an der TECALEMIT Inc. erlangen. Darüber hinaus wurde Ende 2021 ein Vertrag zur Übernahme der Anteile an der Heiber und Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER) unterzeichnet. HEIBER + SCHRÖDER ist ein mittelständiger Anbieter von Spezialmaschinen für die Kartonagenindustrie. Der wirtschaftliche Übergang und die Erstkonsolidierung von HEIBER + SCHRÖDER werden im zweiten Quartal 2022 erfolgen. Die Mittel aus der im März 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung in Höhe von rund 85 Mio. EUR haben diese Akquisitionen ermöglicht. Ende Dezember 2021 hat INDUS die WIESAUPLAST-Gruppe an einen strategischen Investor veräußert. Damit konnte ein Serienzulieferer aus dem Segment Fahrzeugtechnik erfolgreich an einen Erwerber mit einer besseren Weiterentwicklungsperspektive für das Unternehmen übergeben werden. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 75,6 Mio. EUR (Vorjahr: 52,5 Mio. EUR). Nach den bewusst gekürzten Investitionen im Vorjahr ist dies nun ein deutliches Signal, dass die INDUS-Gruppe weiter stark investiert. Die wirtschaftliche Aufstellung der Gruppe hat sich 2021 im Verhältnis zu dem Corona-Jahr 2020 deutlich verbessert; hierzu hat auch die im März 2021 durchgeführte Kapitalerhöhung beigetragen. Die Eigenkapitalquote im Konzern liegt mit 42,4 % (Vorjahr: 39,1 %) deutlich über dem Vorjahreswert und über der Zielquote von 40 %. Der im Vorjahr bewusst als Vorsichtsmaßnahmen aufgebaute Liquiditätsbestand konnte wieder deutlich reduziert werden und lag zum Stichtag bei 136,3 Mio. EUR. Die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/EBITDA) betrug 2,3 Jahre (Vorjahr: 3,3 Jahre), hat sich damit deutlich verbessert und liegt wieder im vorgegebenen Zielbereich von 2 bis 2,5 Jahren. Das Gearing -das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital -betrug 64 % und war damit um mehr als zehn Prozentpunkte besser als im Vorjahr (77 %). Insgesamt hat sich die INDUS-Gruppe sehr schnell von der Corona-Krise erholt und schnitt 2021 in vielen Bereichen sogar besser als erwartet ab. Unsere Strategie PARKOUR hat auch in der schwierigen Zeit die Gesellschaften mit einer Toolbox zur Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen ausgestattet. Der ZWISCHENSPURT aus 2020 konnte mit der Stilllegung von BACHER abgeschlossen werden und es zeigt sich, dass die Maßnahmen die Ertragskraft der Gruppe gestärkt haben. PARKOUR stellt die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren zunehmend stärker in den Fokus. Wir verwenden die Treibhausemissionen (THG-E Scope 1 + 2) nun als Steuerungsgröße auf Konzernebene. Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die Treibhausgasemissionen (Scope 1 + 2) 93,91 t Co2/Mio. EUR BWS. Damit konnten die Treibhausgasemissionen um gute 7,8 % (8 t Co2/Mio. EUR BWS) gesenkt werden. SOLL-IST-VERGLEICH
ERTRAGSENTWICKLUNG DES KONZERNSKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (IN MIO. EUR)
UMSATZWACHSTUM IN DER GESAMTEN INDUS-GRUPPEDer Umsatz der INDUS-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2021 um 11,7 % (+182,9 Mio. EUR) auf 1.741,5 Mio. EUR. Das organische Wachstum betrug 7,6 %. Das anorganische Wachstum aus den Neuerwerben JST, WIRUS und FLACO beläuft sich auf 4,1 %. Der Erwerb der Kontrollmehrheit an der nordamerikanischen Enkelgesellschaft TECALEMIT Inc. und die Veräußerung von WIESAUPLAST erfolgten zum 31. Dezember 2021 und haben damit keine Auswirkungen auf die anorganischen Umsatzerlöse. Durch das 2020 umgesetzte Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT hat die INDUS-Gruppe im Geschäftsjahr 29,5 Mio. EUR Umsatz (1,9 %) abgegeben. Zum Umsatzzuwachs konnten alle Segmente beitragen. Die höchsten Anstiege erwirtschafteten die Segmente Maschinen- und Anlagenbau (+18,6 %) sowie Bau / Infrastruktur (+17,6 %). Im Segment Fahrzeugtechnik hat das Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT im Berichtsjahr zu einer Umsatzreduktion um 8,9 Mio. EUR (-3,3 %) geführt. Insgesamt konnte dennoch ein Umsatzwachstum in der Fahrzeugtechnik von 4,7 % erzielt werden. Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik war während des ersten Lockdowns 2020 erheblich von der Corona-Pandemie betroffen. Die Umsatzsteigerung in Höhe von 4,7 % ist daher zum Teil auf den negativen Corona-Effekt des Vorjahres zurückzuführen. Das Segment Metalltechnik erzielte ein Umsatzwachstum von 6,8 % -korrigiert um die Umsatzeffekte aus ZWISCHENSPURT betrug der Umsatzanstieg 12,1%. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 28,4 Mio. EUR nach 22,1 Mio. EUR im Vorjahresvergleichszeitraum. Der Anstieg betrifft im Wesentlichen gestiegene Erträge aus der Währungsumrechnung. Die Bestandsveränderung ist von - 27,6 Mio. EUR auf +23,7 Mio. EUR deutlich angestiegen. Die Gesamtleistung lag mit 1.799,6 Mio. EUR um 240,1 Mio. EUR (15,4 %) über dem Vorjahresvergleichswert in Höhe von 1.559,5 Mio. EUR. Der Materialaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 18,5 % auf 817,6 Mio. EUR (Vorjahr: 690,1 Mio. EUR). Ursache für den im Vergleich zum Umsatzwachstum überproportionalen Anstieg sind die höheren Materialpreise in allen Bereichen. Damit stieg auch die Materialaufwandsquote von 44,3 % auf 46,9 %. Der Personalaufwand stieg von 501,0 Mio. EUR auf 529,1 Mio. EUR an. Dies entspricht einer Erhöhung um 5,6 %, der auf die belebte Geschäftstätigkeit und die neuen Beteiligungen zurückzuführen ist. Im Personalaufwand sind die Zuschüsse für Sozialversicherungsbeiträge im Zusammenhang mit dem Kurzarbeitergeld aus der staatlichen COVID19-Unterstützungsmaßnahme in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR) erfolgswirksam verrechnet worden. Weiterhin sind im Vorjahr Erträge aus der Abgeltung schweizerischer Pensionspläne in Höhe von 4,5 Mio. EUR im Personalaufwand verrechnet worden. Da der Aufwand gegenüber dem Umsatz unterproportional anstieg, betrug die Personalaufwandsquote im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 30,4 % 1,7 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr (32,1 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 10,3 % auf 232,5 Mio. EUR. Insbesondere die Frachtkosten sind deutlich angestiegen. Deutlich reduziert haben sich vor allem die Währungsverluste (-1,5 Mio. EUR). Es ergibt sich ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von 220,4 Mio. EUR nach 157,7 Mio. EUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg um 62,7 Mio EUR (39,8 %). Die Abschreibungen lagen mit 105,0 Mio. EUR um 27,6 Mio. EUR (-20,8 %) unter Vorjahr. Darin enthalten sind die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 96,8 Mio. EUR (Vorjahr: 92,1 Mio. EUR) und Wertminderungen in Höhe von 8,2 Mio. EUR (Vorjahr: 40,6 Mio. EUR). Die Wertminderungen betreffen Geschäfts- und Firmenwerte und Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte. Diese entfallen auf das Segment Fahrzeugtechnik (Vorjahr: Fahrzeugtechnik in Höhe von 33,8 Mio. EUR, Maschinen- und Anlagenbau in Höhe von 2,3 Mio. EUR und Metalltechnik in Höhe von 4,5 Mio. EUR). EBIT DEUTLICH GESTIEGENFür 2021 ergibt sich ein operatives Ergebnis bzw. EBIT von 115,4 Mio. EUR. Das EBIT liegt damit um 90,3 Mio. EUR über Vorjahr (25,1 Mio. EUR). Die EBIT-Marge betrug 6,6 % im Vergleich zu 1,6 % im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der Wertminderungen erzielte die INDUS-Gruppe ein operatives Ergebnis von 123,6 Mio. EUR (Vorjahr: 65,7 Mio. EUR). Die EBIT-Marge vor Wertminderungen betrug 7,1 % nach 4,2 % im Vorjahr. Das Finanzergebnis reduzierte sich um 0,8 Mio. EUR von -15,5 Mio. EUR auf -16,3 Mio. EUR. Das Finanzergebnis enthält das Zinsergebnis, das Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Anteilen und das übrige Finanzergebnis. Das Zinsergebnis hat sich von -16,2 Mio. EUR auf -14,5 Mio. EUR verbessert. Innerhalb des übrigen Finanzergebnisses werden insbesondere die Bewertungen der Minderheitsanteile ausgewiesen. Ursache für den gestiegenen Ertrag ist eine niedrigere Bewertung der Call-/Put-Optionen zum späteren Erwerb der Minderheitsanteile; Die Call-/Put-Optionen werden zum Zeitwert bewertet. Das Ergebnis vor Steuern bzw. EBT stieg um 89,5 Mio. EUR auf 99,1 Mio. EUR (Vorjahr: 9,6 Mio. EUR). Der Steueraufwand erhöhte sich um 15,0 Mio. EUR auf 51,1 Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem gestiegenen Ergebnis vor Steuern. Die Steuerquote beträgt 52,0 %. Die hohe Steuerquote resultiert aus der fehlenden Verlustverrechnung innerhalb der Gruppe. INDUS bildet aufgrund ihres Geschäftsmodells keine steuerlichen Organschaften. Das Ergebnis nach Steuern betrug 47,6 Mio. EUR (Vorjahr: -26,9 Mio. EUR). Dies entspricht einem Anstieg 74,5 Mio. EUR gegenüber Vorjahr. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter beliefen sich auf 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern der INDUS-Aktionäre beträgt 46,8 Mio. EUR. Hieraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 1,78 EUR im Vergleich zu -1,10 EUR im Vorjahr. BAU/INFRASTRUKTUR SOWIE MASCHINEN- UND ANLAGENBAU MIT ERHÖHTEN UMSATZ- UND ERGEBNISANTEILENDie Umsatz- und Ergebnisanteile der einzelnen Segmente haben sich in ihren Relationen weiter verändert. Gewachsen ist der Umsatzbeitrag der Segmente Bau / Infrastruktur mit 25,9 % (Vorjahr: 24,6 %) sowie Maschinen- und Anlagenbau mit 25,2 % (Vorjahr: 23,7 %). Die neu erwobenen Beteiligungen WIRUS im Segment Bau/Infrastruktur (+45,8 Mio. EUR und JST im Segment Metalltechnik (+11,9 Mio. EUR) haben zum Umsatzwachstum dieser Segmente deutlich beigetragen. Damit ist das Segment Bau / Infrastruktur 2021 das umsatzstärkste Segment in der INDUS-Gruppe und löst das Segment Metalltechnik als umsatzstärkstes Segment ab. Der Umsatz des Segments Metalltechnik ist von 25,3% auf 24,1% zurückgegangen. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass aus dem Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT eine Umsatzreduzierung von 20,6 Mio. EUR resultiert. Auch das Segment Fahrzeugtechnik musste aufgrund des Maßnahmenpaketes aus 2020 Umsatz abgeben (-8,9 Mio. EUR). Der Umsatzanteil der Fahrzeugtechnik beträgt nun 16,2% (Vorjahr: 17,3 %). Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik bleibt mit einem Umsatzanteil von 8,6 % (Vorjahr: 9,1 %) das kleinste Segment der Gruppe. UMSATZVERTEILUNG NACH SEGMENTEN (in Mio. EUR)![]() Mit großen Unterschieden zwischen den Segmenten stellt sich die Verteilung des operativen Ergebnisses (EBIT) dar. Das Segment Bau / Infrastruktur erwirtschaftete einen Ergebnisanteil von 56,6 % (Vorjahr: 197,3 %). Der Ergebnisbeitrag des Segments Maschinen- und Anlagenbau lag bei 45,7 % (Vorjahr 96,0 %). Das Segmentergebnis Metalltechnik beträgt mit 34,0 % (44,0 %) rund ein Drittel der Gruppe. Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik konnte entsprechend seiner Umsatzgröße einen Ergebnisbeitrag von 9,7 % (Vorjahr: 31,2 %) realisieren. Die weiterhin schwierige Situation im Segment Fahrzeugtechnik führte zu einem Ergebnisbeitrag von -46,0 % nach - 268,5 % im Vorjahr. EBIT-VERTEILUNG NACH SEGMENTEN (in Mio. EUR)![]() UMSATZBEITRÄGE NACH REGIONENDer Umsatz der INDUS-Gruppe verteilt sich nahezu gleichmäßig auf das In- und Ausland. Relativ betrachtet erhöhte sich der Inlandsanteil gegenüber Vorjahr um 0,9 Prozentpunkte auf 52,3 % (Vorjahr: 51,4 %). Insgesamt stieg der Umsatz im Ausland gegenüber Vorjahr um 9,8 % auf 831,2 Mio. EUR. Der Inlandsumsatz nahm um 13,5 % auf 910,4 Mio. EUR zu. UMSATZENTWICKLUNG 2019-2021 NACH ABSATZREGIONEN (In Mio. EUR)![]() ERTRAGSENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTEN BAU / INFRASTRUKTURSegmentbeschreibungDie zwölf (Vorjahr: elf) Beteiligungsunternehmen des Segments Bau / Infrastruktur sind in verschiedenen Bereichen der Bauwirtschaft aktiv. Das Leistungsspektrum reicht von Bewehrungstechnik für Stahlbeton über Baustoffe, Klima- und Wärmetechnik sowie Ausbau von Infrastrukturnetzen -insbesondere Glasfasernetze - bis hin zu Zubehör für den privaten Wohnungsbau. Klassische Bauunternehmen des Hoch- oder Tiefbaus befinden sich nicht im INDUS-Portfolio. Neu im Segment Bau / Infrastruktur ist seit Mai 2021 (Erstkonsolidierung) die WIRUS Fenster GmbH & Co. KG, RietbergMastholte (Kreis Gütersloh). Das Produktangebot von WIRUS umfasst Fenster aus Kunststoff und Aluminium, Schiebe-, Haus- und Nebeneingangstüren sowie Sicht- und Sonnenschutzsysteme. WIRUS verfügt über einen überdurchschnittlich hohen Digitalisierungsgrad in Vertrieb, Produktion und Logistik und wächst deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Das Segment ist überdurchschnittlich profitabel und zukunftsstark aufgestellt. Strategisch zielt INDUS deshalb auf die Stärkung des Segments über den weiteren Zukauf von Unternehmen. Segmententwicklung: EBIT-Marge erneut über ZielkorridorIm Segment Bau / Infrastruktur konnten trotz Lieferengpässen und Fachkräftemangel sowohl Umsatz als auch Ergebnis verbessert werden. Der Zielkorridor für die EBIT-Marge von 13 bis 15 % wurde mit einer Marge von 15,6 % erneut übertroffen. Der Umsatz der Segmentunternehmen lag mit 451,6 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahreswert von 384,0 Mio. EUR. Damit ist der Segmentumsatz um 67,6 Mio. EUR bzw. 17,6 % sehr stark gegenüber Vorjahr angestiegen. Das anorganische Umsatzwachstum betrug dabei 11,9 % und resultiert aus dem Erwerb von WIRUS. Das organische Umsatzwachstum liegt bei 5,7 % und ist damit weiterhin auf einem hohen Niveau. Zu dem organischen Wachstum konnte die Mehrzahl der Beteiligungen des Segments beitragen. Die höchsten Umsatzzuwächse erzielten Beteiligungen aus den Bereichen der Dichtungsstoffe bzw. Dichtungssysteme. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 70,5 Mio. EUR und lag damit um 6,0 Mio. EUR bzw. 9,3 % über Vorjahr (64,5 Mio. EUR). Die EBIT-Marge erreichte mit 15,6 % abermals einen sehr guten Wert oberhalb des Zielkorridors von 13 bis 15 %. Erwartungsgemäß konnte die EBIT-Marge des Vorjahres (16,8 %) aufgrund der deutlich höheren Materialpreise nicht erreicht werden. Die Materialpreissteigerungen konnten nur teilweise durch Preiserhöhungen der Endprodukte kompensiert werden. Insgesamt hat sich das Segment 2021 etwas positiver als erwartet entwickelt. Ursächlich ist hier neben der Neuakquisition von WIRUS (EBIT-Beitrag für das Segment Bau/Infrastruktur: 3,0 Mio. EUR) auch die Entwicklung der Bestandsunternehmen des Segments. Diese konnten zum Teil beachtliche EBIT-Anstiege verzeichnen. Die Auftragseingänge sind weiterhin sehr gut. Bislang ist es bei den Segmentunternehmen unter anderem wegen gezielter Bevorratung von Rohstoffen nicht zu bedeutenden Materialengpässen gekommen. Die Investitionen des Berichtsjahres betrafen den Erwerb von WIRUS und Sachinvestitionen und betrugen 48,6 Mio. EUR. Die Sachinvestitionen in Höhe von 15,9 Mio. EUR lagen um 2,2 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 18,1 Mio. EUR). KENNZAHLEN BAU/INFRASTRUKTUR (IN MIO. EUR)
FAHRZEUGTECHNIKSegmentbeschreibungDas Segment Fahrzeugtechnik umfasst zum Stichtag sieben Einheiten (Vorjahr: acht). Die Unternehmen bilden mit ihren Lösungen die gesamte Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie ab: Das Leistungsspektrum erstreckt sich vom Design, dem Modell- und Prototypenbau über das Angebot von Test- und Messlösungen bis hin zur Serienfertigung von Bauteilen für große Fahrzeughersteller von Automobilen, Nutzfahrzeugen und Landmaschinen. Die Segmentunternehmen bewegen sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld, welches durch den Technologiewandel der Automobilhersteller hin zur Elektromobilität und dem damit einhergehenden Strukturwandel geprägt ist. Im Vorjahr hat INDUS im Rahmen des Maßnahmenpakets ZWISCHENSPURT die Beteiligung KIEBACK und die Enkeltochter FICHTHORN veräußert. Im Berichtsjahr konnte INDUS die WIESAUPLAST GmbH & Co. KG und deren Tochtergesellschaften an einen strategischen Investor verkaufen. Für die verbleibenden Serienzulieferer im Segment prüft INDUS weiterhin, inwieweit sich unter einem anderen Eigentümer bessere Entwicklungsperspektiven für Unternehmen und Mitarbeitende bieten. Segmententwicklung: Veräußerung der WIESAUPLAST-Gruppe vollzogenDer Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik stieg im Berichtszeitraum um 12,7 Mio. EUR bzw. 4,7 % auf 281,9 Mio. EUR. Der Anstieg ist insbesondere auf den Absatzeinbruch im Vorjahr während des Corona-Lockdowns zurückzuführen. Weiterhin wirkten sich neue Serienanläufe positiv auf den Umsatz aus. Erfreulicherweise konnten damit in Summe einige negative Umsatzeffekte überkompensiert werden: Hier ist insbesondere der Chipmangel zu erwähnen, aufgrund dessen die OEMs die Abrufe deutlich zurücknahmen, und der Entkonsolidierungseffekt von KIEBACK und FICHTHORN. Beide Unternehmen wurden 2020 im Rahmen des Maßnahmenpaketes ZWISCHENSPURT veräußert. Durch die veräußerten Unternehmen ergibt sich eine Reduktion des Segmentumsatzes im Vorjahresvergleich um 3,4 %. Damit liegt das Segmentwachstum bei den verbleibenden Segmentunternehmen bei 8,1 %. Das operative Ergebnis vor Wertminderung betrug -49,1 Mio. EUR und lag damit um 4,9 Mio. EUR oberhalb des Vorjahresvergleichswertes (-54,0 Mio. EUR). Auch die EBIT-Marge vor Wertminderungen konnte um 2,7 Prozentpunkte von - 20,1 % auf -17,4 % verbessert werden. Ursächlich für die Verbesserungen sind neben dem Corona-Effekt im vergangenen Jahr der Verkauf von KIEBACK und FICHTHORN in der zweiten Jahreshälfte 2020. Im Rahmen des planmäßigen Wertminderungstestes und im Zusammenhang mit dem Verkauf von WIESAUPLAST wurden Wertminderungen in Höhe von 8,2 Mio. EUR auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte vorgenommen. Im Vorjahr wurden Wertminderungen in Höhe von 33,8 Mio. EUR erfasst. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug - 57,3 Mio. EUR und war damit um 30,5 Mio. EUR besser als im Vorjahr (- 87,8 Mio. EUR). Die EBIT-Marge liegt bei -20,3 % nach - 32,6 % im Vorjahr. Zwei Beteiligungen aus dem Bereich der Serienzulieferer befinden sich weiter im Restrukturierungsprozess und tragen erneut hohe negative Ergebnisbeiträge bei. Der Aufbau der neuen Low-Cost-Standorte ist weit fortgeschritten und der Serienanlauf eines wichtigen Neuprojektes bei einer Beteiligung hat begonnen. Bei beiden Beteiligungen wird sich die Auslastung ab 2022 deutlich verbessern; das Jahr 2021 ist daher für beide Unternehmen ein Aufbau- und Übergangsjahr. Auch 2022 wird die Ertragslage dieser beiden Gesellschaften noch nicht positiv sein. Der gesamte Automobilsektor leidet derzeit unter dem weltweiten Chipmangel und der allgemeinen Materialknappheit. Dadurch war im Geschäftsjahr auch die Auslieferung von Messtechnikprodukten bei einem Segmentunternehmen deutlich gestört. Wie lange diese angespannte Lage auf den Beschaffungsmärkten anhalten wird, ist aktuell nicht absehbar. Das bedeutet für die INDUS-Beteiligungen des Segments Fahrzeugtechnik hohe Unsicherheit durch gestiegene Materialpreise und gedämpften Absatz. Die Weitergabe der gestiegenen Preise an die OEMs ist nur teilweise und mit zeitlichem Verzug möglich. Die Investitionen betrugen 27,7 Mio. EUR (Vorjahr: 18,0 Mio. EUR) und waren damit um 9,7 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Dieser Anstieg hängt mit der restriktiven Investitionspolitik wegen der Corona-Krise aus dem Vorjahr und der Vorbereitung von neuen Serienanläufen zusammen. KENNZAHLEN FAHRZEUGTECHNIK (IN MIO. EUR)
MASCHINEN- UND ANLAGENBAUSegmentbeschreibungDas Segment Maschinen- und Anlagenbau umfasst dreizehn Einheiten (Vorjahr: zwölf). Die Unternehmen des Segments produzieren komplette Automatisierungsanlagen, Paketverteilanlagen, Robotergreifsysteme, Ventiltechnik, Inertgas-Systeme, elektrische Begleitheizungssysteme, Schwingungsmesstechnik, Metalldetektoren oder Kontrollraumtechnik. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2021 gehört die JST Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG zur INDUS-Gruppe. JST ist Spezialist für die Erstellung von integrierten Kontrollraumlösungen und bietet umfassendes Know-how in der Konzeptionierung, dem Aufbau und der Wartung von Kontrollräumen. Zur Jahresmitte hat die HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG 80 % der Anteile an der FLACO Geräte GmbH, Gütersloh, übernommen. FLACO produziert Produkte und Systeme für das Fluid-Management in Werkstätten, Tankstellen und Industrieunternehmen. Im Dezember 2021 hat die HORN-GROUP Holding GmbH & Co. KG weitere 35 % der Anteile an der US-amerikanischen TECALEMIT Inc. erworben. Die TECALEMIT Inc. war bislang eine at-Equity-bewerte-Beteiligung; die Erstkonsolidierung erfolgte zum 31. Dezember 2021. Die hohe technische Kompetenz und die Qualität von "Engineered and Made in Germany" versprechen aus Sicht von INDUS weiteres Wachstum, insbesondere in den Teilfeldern Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik. Hier will INDUS weiter zukaufen. Das Segment stellt aus Sicht des Vorstands eine der Säulen der deutschen mittelständischen Industrie mit guten Perspektiven dar. Segmententwicklung: Gute Ertragsentwicklung führt zu EBIT-Marge von 13,0%Der Segmentumsatz im Maschinen- und Anlagenbau stieg um 68,9 Mio. EUR (+18,6 %) auf 438,9 Mio. EUR (Vorjahr: 370,0 Mio. EUR). Die Zunahme resultiert aus einer erhöhten Geschäftstätigkeit im gesamten Segment, besonders herausragend ist hier der Bereich Logistik. Darüber hinaus ist ein anorganischer Umsatzzuwachs durch den Erwerb von JST und FLACO in Höhe von 18,6 Mio. EUR im Segmentumsatz enthalten. Das entspricht einem anorganischen Wachstum von 5,0 %. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg überproportional um 25,5 Mio. EUR (81,2 %) auf 56,9 Mio. EUR. Im Vorjahresvergleichswert waren Wertminderungen in Höhe von 2,3 Mio. EUR enthalten. Bei nahezu allen Beteiligungen konnten deutliche Ergebnisverbesserungen erzielt werden. Die EBIT-Marge lag mit 13,0 % um 4,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresvergleichswert (8,5 %) und deutlich oberhalb der Ziel-Marge von 8 bis 10 %. Auch Auftragseingang und -bestand haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Die Segmentinvestitionen lagen mit 40,9 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr und betreffen den Erwerb von Anteilen an JST, FLACO und TECALEMIT Inc. sowie Sachinvestitionen. Die Sachinvestitionen in Höhe von 6,3 Mio. EUR sind um 2,1 Mio. EUR höher als im Vorjahresvergleichszeitraum. KENNZAHLEN MASCHINEN- UND ANLAGENBAU (IN MIO. EUR)
MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIKSegmentbeschreibungDas Segment Medizin- und Gesundheitstechnik umfasst wie im Vorjahr fünf Einheiten. Die Unternehmen fertigen Orthesen und medizinische Kompressionsstrümpfe, entwickeln optische Linsen und ganze Optiken, produzieren Operationszubehör, Rehabilitationstechnik sowie Hygieneprodukte für medizinische Anwendungen und den Haushalt. Das Segment repräsentiert eine der Branchen, in denen sich der Vorstand auch in Zukunft Wachstumschancen verspricht. Trotz eines erhöhten Kostendrucks in der Gesundheitsbranche und hoher regulatorischer Anforderungen -insbesondere durch die MDR -bietet das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik aus Sicht des Vorstands weiterhin gute Zukunftsaussichten und attraktive Margen. Segmententwicklung: Umsatzbelebung und EBIT-VerbesserungDie Medizintechnikbranche wurde von der Corona-Pandemie aufgrund von verschobenen Operationen, rückläufigen Arztbesuche und entsprechend weniger Verordnungen bei medizinischen Hilfsmitteln stark beeinträchtigt und hat sich nur relativ langsam erholt. Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz in Höhe von 148,7 Mio. EUR (Vorjahr: 142,1 Mio. EUR) und lag damit um 6,6 Mio. EUR (4,6 %) über dem Vorjahr. Der Umsatzanstieg wurde insbesondere im Bereich des Zubehörs für Rollatoren und Rollstühle sowie im Bereich der Bandagen und Stützstrümpfe erwirtschaftet. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 12,1 Mio. EUR um 1,9 Mio. EUR über dem Vorjahr (10,2 Mio. EUR). Die EBITMarge des Segments verbesserte sich von 7,2 % im Vergleichszeitraum auf 8,1 % im abgelaufenen Jahr und liegt damit genau im prognostizierten Bereich von 7 bis 9 %. Im Vorjahresvergleichszeitraum ist ein starker Corona-Einbruch des Segments im Frühjahr 2020 während des Corona-Lockdowns enthalten. Der Bereich Vliesstoffe musste 2021 Ergebnisrückgänge in Kauf nehmen. Hier haben der Umzug der Verwaltung sowie die Aufgabe und Verlagerung eines Produktionsstandortes an einen neuen, hochmodernen Standort zu erhöhten Kosten geführt. Eine weitere Produktionsstätte wird ebenfalls noch im Laufe des Jahres 2022 an den neuen Standort verlagert, was das Ergebnis des laufenden Jahres noch belasten wird. Entsprechende Kostenentlastungen werden ab 2023 erwartet. Die Investitionen betrafen ausschließlich Sachinvestitionen und lagen 2021 mit 11,6 Mio. EUR um 5,4 Mio. EUR über dem Vorjahr (6,2 Mio. EUR); sie betrafen insbesondere den Erwerb eines neuen Produktionsstandortes. KENNZAHLEN MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK (IN MIO. EUR)
METALLTECHNIKSegmentbeschreibungDas Segment umfasst neun (Vorjahr: zehn) Einheiten und bedient insbesondere Spezialkunden. Die Bandbreite der Lösungen ist groß und beinhaltet die Fertigung von Hartmetallwerkzeugen für Straßen- und Spezialtiefbau und die Agrarindustrie, den Gehäusebau für die Labordiagnostik, die Herstellung von rostfreien metallischen Strahlmitteln oder auch die Bolzenschweißtechnik beispielsweise für Brückenbauwerke. Im Rahmen des Maßnahmenpaketes ZWISCHENSPURT wurde 2020 die Stilllegung von BACHER beschlossen und im dritten Quartal 2021 abgeschlossen. Weiterhin wurden im Jahr 2020 das SIMON-Geschäftsfeld Kunststoffgalvanik geschlossen und das SIMON-Geschäftsfeld Kinetics erfolgreich veräußert. Segmententwicklung: Stilllegung der BACHER AG abgeschlossenDas Segment Metalltechnik verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Umsatzsteigerung. Der Umsatz erhöhte sich von 393,6 Mio. EUR auf 420,4 Mio. EUR im Berichtsjahr. Dies entspricht einem Anstieg um 6,8 %. Unter Berücksichtigung der Umsatzreduktion aus der Stilllegung von BACHER und den weiteren Maßnahmen aus ZWISCHENSPURT in Höhe von -5,3 % ergibt sich ein Umsatzwachstum der verbleibenden Segmentunternehmen in Höhe von 12,1 %. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 42,3 Mio. EUR um 27,9 Mio. EUR oberhalb des Vorjahreswertes von 14,4 Mio. EUR. Die EBIT-Marge betrug 10,1 % nach 3,7 % im Vorjahr. Der Anstieg um 6,4 Prozentpunkte ist durch die verbesserte Ertragslage der Segmentunternehmen und den Wegfall der Sonderbelastungen und Wertminderungen aus dem Vorjahr im Zusammenhang mit ZWISCHENSPURT begründet. Die erwartete Marge von 7 bis 9 % konnte deutlich übertroffen werden. Die Beteiligungen konnten bislang die gestiegenen Rohstoffpreise durch gezielte Bevorratung von Rohstoffen teilweise abfedern. In den kommenden Monaten werden gestiegenen Rohstoffpreise die Beteiligungen aber zunehmend belasten. Die Investitionen in Höhe von 14,0 Mio. EUR im Berichtsjahr betrafen Sachinvestitionen. Die Sachinvestitionen waren im Vorjahr (6,9 Mio. EUR) aufgrund der restriktiven Investitionspolitik im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auf einem sehr niedrigen Niveau. KENNZAHLEN METALLTECHNIK (IN MIO. EUR)
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEFINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENTGRUNDSÄTZE UND ZIELEDas Finanzmanagement der INDUS Holding AG umfasst das Management von Eigen- und Fremdkapital sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Als Finanzholding betreibt INDUS eine Liquiditätssteuerung ohne zentrales Cash-Pooling. Im Rahmen des Finanzmanagements setzt INDUS im Wesentlichen auf langlaufende Bankkredite und Schuldscheindarlehen. Jede Beteiligung verfügt über ihr individuelles Finanz- und Liquiditätsmanagement, wobei INDUS hier beratend zur Verfügung steht. Auf Basis ihrer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit Finanzierungszusagen der Banken kann INDUS jederzeit flexibel investieren. INDUS unterhält langjährige, partnerschaftliche Verbindungen zu einer Reihe deutscher Finanzinstitute. Stabilisierende Faktoren bei der langfristigen Finanzierung sind eine breite Verteilung des Kreditvolumens sowie eine ausgewogene Tilgungsstruktur. Von untergeordneter Bedeutung sind alternative Finanzierungsinstrumente, die im Rahmen des Gesamtportfolios ergänzend eingesetzt werden. Zur Steuerung der Finanzrisiken setzt die Gruppe bei Bedarf Zins- und Währungsderivate ein. Diese dienen ausschließlich der Risikosicherung. Das Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven, Risikobegrenzung und eine Ertrags- und Kostenoptimierung. Die Liquiditätssicherung besitzt dabei einen besonders hohen Stellenwert: Sie ist nicht nur die Voraussetzung dafür, dass INDUS jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, sondern auch dafür, dass INDUS jederzeit Akquisitionschancen bankenunabhängig nutzen kann. Die Aktivitäten zur Risikobegrenzung konzentrieren sich vor allem auf die Absicherung der finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von INDUS gefährden könnten. Die wichtigste Finanzierungsquelle ist der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow). Der Bereich Treasury überwacht die Verwendung der Mittel gegenüber den Beteiligungsgesellschaften sowie die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sorgfältig. Unter Ertrags- und Kostenoptimierung ist insbesondere das Management des Nettoumlaufvermögens (Working Capital) zu verstehen. Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt, die Verschuldung gering gehalten und die Kennzahlen zur Bilanzstruktur (z. B. Eigenkapitalquote) und Kapitalrentabilität optimiert. INDUS unterstützt die Gesellschaften hinsichtlich ihres jeweiligen Working-Capital-Managements. Die Verantwortung für das Working Capital bleibt dabei aber vollständig bei den Unternehmen. INDUS verzichtet auf eine Beurteilung ihrer Bonität durch Ratingagenturen, da die Vorlage solcher Ratings für die Kreditgeber bisher nicht relevant ist. Zudem entfallen dadurch erhebliche Kosten und zeitlicher Aufwand. Die von den INDUSHausbanken vorgenommenen Beurteilungen lauten durchgängig "Investment Grade". FINANZIERUNGSANALYSE 20212021 wurde ein erheblicher Anteil des Kapitalbedarfs durch eine Eigenkapitalmaßnahme gedeckt. Hierdurch flossen INDUS Finanzmittel in Höhe von 84,7 Mio. EUR zu. Weitere Mittel wurden aus dem operativen Cashflow und der Aufnahme von langfristigen Krediten generiert. Dies waren im Wesentlichen langlaufende, bilaterale Bankdarlehen, die ohne Stellung von Sicherheiten aufgenommen wurden. In geringerem Umfang wurden Leasingfinanzierungen abgeschlossen. Temporär wurden darüber hinaus Mittel aus fest zugesagten Finanzierungslinien in Anspruch genommen, um kurzfristige Liquiditätsspitzen abzufedern. Diese Kurzfristziehungen spielen im Gesamtportfolio eine untergeordnete Rolle und waren zum Bilanzstichtag nur in sehr geringem Umfang vorhanden (7,4 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 281,3 Mio. EUR (Vorjahr: 340,4 Mio. EUR); überwiegend (zu 99,7 %) sind diese in Euro abgeschlossen. Das Volumen an Krediten in Fremdwährungen ist gering und besteht aus Südafrikanischem Rand in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR). Es bestehen Schuldscheindarlehen über insgesamt 264,0 Mio. EUR (Vorjahr: 287,1 Mio. EUR). Darüber hinaus existieren nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 85,1 Mio. EUR (Vorjahr: 83,6 Mio. EUR). Im Rahmen von Kreditverträgen ist INDUS Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen; die geforderte Quote wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Die Kreditgeber besitzen ein Sonderkündigungsrecht im Falle eines Kontrollwechsels. Für zwei Schuldscheindarlehen sind bestimmte Kennzahlen einzuhalten. FINANZLAGEKONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)
GESTIEGENES WORKING CAPITAL REDUZIERT OPERATIVEN CASH FLOWAusgehend von einem Ergebnis nach Steuern von 47,6 Mio. EUR (Vorjahr: -26,9 Mio. EUR) wurde ein Operativer Cashflow von 136,4 Mio. EUR erzielt. Dieser lag 38,0 Mio. EUR unterhalb des operativen Cashflows des Vorjahres (174,4 Mio. EUR). Ursächlich hierfür war insbesondere der im aktuellen Geschäftsjahr höhere Abfluss aus der zahlungswirksamen Veränderung des Working Capital in Höhe von -54,9 Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert aus dem erwarteten Working Capital-Aufbau aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr deutlich belebten Geschäftstätigkeit. Zudem sicherten sich die Gesellschaften teilweise mit einem höheren Vorratsbestand gegen die aktuellen Preissteigerungen und Rohstoffverknappungen ab. Schließlich führen die stark steigenden Materialpreise zu steigenden Vorratswerten bei unveränderten Lagermengen. Die gezahlten Zinsen (einschließlich der variablen Verzinsung der Kaufpreisverpflichtungen gegenüber Minderheitsgesellschaftern) liegen mit -19,8 Mio. EUR leicht oberhalb des Vorjahreswerts in Höhe von -19,2 Mio. EUR. Darin spiegelt sich der Zugang der Kaufpreisverpflichtungen aufgrund der neuerworbenen Gesellschaften wider. Der Mittelzufluss aus Geschäftstätigkeit (Cashflow aus Geschäftstätigkeit) erreichte demzufolge 116,6 Mio. EUR und hat sich im Wesentlichen aufgrund der dargestellten Veränderung des Working Capitals um 38,6 Mio. EUR vermindert. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (Cashflow aus Investitionstätigkeit) betrug zum Ende des Geschäftsjahrs -130,4 Mio. EUR (Vorjahr: -52,4 Mio. EUR). Das Vorjahr war aufgrund der Corona-Krise durch eine restriktive Investitionspolitik zur Liquiditätssicherung geprägt. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie in Sachanlagen haben sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum deutlich erhöht und betragen 75,6 Mio. EUR. Damit erreichen die Auszahlungen das Niveau von 2019. Zudem erfolgten im Geschäftsjahr 2021 Auszahlungen für die Akquisitionen von JST, WIRUS sowie weiteren Gesellschaften in Höhe von 67,3 Mio. EUR. Die Einzahlungen aus den Abgängen von Anteilen vollkonsolidierten Gesellschaften resultieren aus dem Verkauf von WIESAUPLAST. Einzahlungen aus Abgängen von sonstigen Anlagen beliefen sich auf 6,9 Mio. EUR. Insgesamt hat sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit um 78,0 Mio. EUR auf 130,4 Mio. EUR erhöht. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (Cashflow aus Finanzierungstätigkeit) liegt mit -44,5 Mio. EUR leicht oberhalb des Vorjahreswerts von -42,0 Mio. EUR. Er ist geprägt durch die im März 2021 durchgeführte Kapitalerhöhung mit einem Mittelzufluss in Höhe von 84,7 Mio. EUR. Die Auszahlung der Dividende hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der durchgeführten Kapitalerhöhung um 1,9 Mio. EUR auf 21,5 Mio. EUR erhöht. Der Saldo aus Ein- und Auszahlungen aus der Aufnahme und Tilgung von Krediten betrug im aktuellen Zeitraum -85,7 Mio. EUR. Im Vorjahr beinhalteten die Einzahlungen wegen der Corona-Pandemie auch eine Liquiditätsrisikovorsorge aus vertraglich vereinbarten Kreditlinien. Im Vorjahr wurden Tilgungen von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von -22,3 Mio. EUR durchgeführt, im Berichtsjahr sind keine bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten getilgt worden. Die Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten sind um 1,4 Mio. EUR auf 21,0 Mio. EUR gestiegen, was im Wesentlichen auf die Akquisitionen im Geschäftsjahr zurückzuführen ist. Insgesamt beträgt der Bestand an liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag 136,3 Mio. EUR (Vorjahr: 194,7 Mio. EUR) und liegt damit weiterhin auf einem komfortablen Niveau. VERMÖGENSLAGEKONZERNBILANZ, VERKÜRZT (IN MIO. EUR)
Die Bilanzsumme der INDUS-Gruppe betrug zum Stichtag 1.857,4 Mio. EUR und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahresstichtag um 128,6 Mio. EUR. Der Anstieg der Bilanzsumme resultiert aus dem Aufbau des Working Capital um 47,0 Mio. EUR und den erstmaligen Konsolidierungen von JST, WIRUS, FLACO und TECALEMIT Inc., die insgesamt zu einem Zugang an Vermögenswerten von 133,7 Mio. EUR führten. Entgegengesetzt wirkt die Entkonsolidierung der WIESAUPLAST (-39,4 Mio. EUR). GESTIEGENE AKTIVA DURCH NEUEERWERBE UND VORRATSAUFBAUDie langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Stichtagsvergleich um 97,3 Mio. EUR bzw. 9,7 %, auf 1.099,0 Mio. EUR. Die Geschäfts- und Firmenwerte stiegen aufgrund der Neuerwerbe um 28,9 Mio. EUR. In diesem Zusammenhang steht auch die Erhöhung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte um 49,8 Mio. EUR. Das Sachanlagevermögen stieg moderat um 11,1 Mio. EUR und resultiert aus den Investitionen des Geschäftsjahres sowie den Neuerwerben. Die Zugänge waren insgesamt höher als die Abschreibungen und Wertminderungen. Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen im Stichtagsvergleich um 31,3 Mio. EUR auf 758,4 Mio. EUR zu. Dabei stiegen die Vorräte um 71,4 Mio. EUR aufgrund der höheren Geschäftstätigkeit und der Neuerwerbe an. Gegenläufig wirkt der Abbau der liquiden Mittel um 58,4 Mio. EUR auf 136,3 Mio. EUR. Der Liquiditätsbestand wurde im Vorjahr bewusst als Vorsichtsmaßnahme wegen möglicher Auswirkungen der Corona-Pandemie aufgebaut. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Liquidität auf ein normales Vor-Corona-Niveau zurückgeführt. PASSIVA: EIGENKAPITALQUOTE WIEDER DEUTLICH ÜBER 40%Das Eigenkapital stieg um 111,1 Mio. EUR auf 787,5 Mio. EUR. Der Anstieg ist auf das höhere Jahresergebnis (+47,6 Mio. EUR) und die 10%ige Kapitalerhöhung im 1. Quartal (+84,7 Mio. EUR) zurückzuführen. Entgegengesetzt wirkte sich die Zahlung der Dividende in Höhe von 21,5 Mio. EUR aus. Die Eigenkapitalquote stieg im Stichtagsvergleich von 39,1 % auf 42,3 %. Damit liegt die Eigenkapitalquote wieder deutlich über der (Mindest-)Zielgröße von 40 %. Die langfristigen Schulden lagen mit 615,6 Mio. EUR um 41,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Dabei sind sowohl die langfristigen Rückstellungen (-8,4 Mio. EUR) als auch die langfristigen Finanzschulden (-76,5 Mio. EUR) im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Gegenläufig wirkt der Anstieg der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten um 26,9 Mio. EUR. Dieser resultiert aus neuen Kaufpreisverbindlichkeiten aus den Akquisitionen im Geschäftsjahr. Die kurzfristigen Schulden stiegen um 59,0 Mio. EUR auf 454,3 Mio. EUR. Der Anstieg resultiert aus den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+13,3 Mio. EUR) und den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (31,6 Mio. EUR). Die Erhöhung bei den sonstigen Verbindlichkeiten hängt mit den gestiegenen Kaufpreisverbindlichkeiten zusammen. WORKING CAPITAL (IN MIO. EUR)
Das Working Capital ermittelt INDUS aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen und der Vertragsverpflichtungen. Zum 31. Dezember 2021 lag das Working Capital bei 457,5 Mio. EUR. Es stieg damit in Relation zum Vorjahresstichtag um 11,4 %. Diese Entwicklung erfolgte proportional mit der gestiegenen Geschäftstätigkeit. NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN (IN MIO. EUR)
Die Nettoverschuldung berechnet INDUS als Summe aus lang- und kurzfristigen Finanzschulden abzüglich der liquiden Mittel. Zum 31. Dezember 2021 betrug sie 504,2 Mio. EUR, was gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres einer Reduktion von 2,8 % entspricht. Dies ist auf einen Rückgang der Finanzschulden um 73,1 Mio. EUR und einen gegenläufigen Effekt aus dem Rückgang der liquiden Mittel um 58,4 Mio. EUR zurückzuführen. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) beträgt 64 % (Vorjahr 77 %). Das Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA beträgt 2,3 (Vorjahr: 3,3). Damit liegt die Entschuldungsdauer wieder innerhalb des Zielkorridors von 2,0 bis 2,5 Jahren. INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN (IN MIO. EUR)
Die Investitionen lagen im Berichtsjahr um 89,4 Mio. EUR über dem Vorjahr und erreichten 142,9 Mio. EUR. Dabei entfielen 67,3 Mio. EUR in die Akquisition von Unternehmen, 66,7 Mio. EUR auf Investitionen in Sachanlagen (+ 51,2 %), sowie 8,9 Mio. EUR auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen (+ 6,0 %) Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe 8,9 Mio. EUR betreffen EDV-Systeme und die Aktivierung von Entwicklungskosten. Den Schwerpunkt der Investitionen bildeten weiterhin Investitionen in Sachanlagen. Diese konnten auf ein Vor-Corona-Niveau gesteigert werden. Die durch die Beteiligungsunternehmen eingesetzten Mittel sollen Wertschöpfungsprozesse verbessern und damit die Wettbewerbsposition der Unternehmen stärken. In den Investitionsprojekten sind verschiedenste Einzelmaßnahmen enthalten. Größere einzelne Investitionen in technische Anlagen wurden 2021 insbesondere bei den Serienzulieferern aus dem Segment Fahrzeugtechnik für Maschinen im Zusammenhang mit neuen Serienanläufen getätigt. Die geleisteten Anzahlungen erhöhten sich auf 27,8 Mio. EUR. Die Abschreibungen betrugen 83,2 Mio. EUR nach 110,7 Mio. EUR im Vorjahr. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER AGDer Jahresabschluss der INDUS Holding AG entspricht den Rechnungslegungsvorschriften des HGB sowie den rechtsformspezifischen Rechnungslegungsvorschriften des Aktiengesetzes und ist als Kurzform in den nachfolgenden Tabellen dargestellt. Der vollständige Jahresabschluss liegt separat vor. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER INDUS HOLDING AG (IN MIO. EUR)
Das Ergebnis der INDUS Holding AG ist neben dem Geschäftsbetrieb der Holding im Wesentlichen durch Erträge und Aufwendungen aus den Beteiligungen geprägt. Die Erträge umfassen Erträge aus Beteiligungen und Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, Erträge aus weiterberechneten Zinsen sowie Zuschreibungen auf Finanzanlagen. Die Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus Verlustübernahmen, Abschreibungen auf Finanzanlagen und Abschreibungen auf Ausleihungen. Die Umsatzerlöse umfassen die von der Gesellschaft erbrachten Dienstleistungen für Beteiligungsgesellschaften. Diese lagen mit 6,1 Mio. EUR genau auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 33,9 Mio. EUR auf 35,5 Mio. EUR gestiegen. Im Berichtsjahr sind Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 33,9 Mio. EUR erfasst worden. Die Zuschreibungen betrafen Wertaufholungen aus in Vorjahren vorgenommenen Abschreibungen des Finanzanlagevermögens. Diese sind maximal bis zur Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten, nicht aber darüber hinaus möglich. Im Vorjahr erfolgten keine Zuschreibungen. Der Personalaufwand stieg im Berichtsjahr von 6,0 Mio. EUR im Jahr 2020 auf 7,6 Mio. EUR. Ursächlich sind vor allem höhere Aufwendungen für die variable Vorstandsvergütung. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 3,2 Mio. EUR auf 14,9 Mio. EUR ist auf den Abgangsverlust aus der Veräußerung der WIESAUPLAST GmbH & Co. KG zurückzuführen. Die Erträge aus Beteiligungen sind aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung des Geschäftsjahres von 69,2 Mio. EUR auf 97,3 Mio. EUR gestiegen. Korrespondierend stiegen die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens um 4,9 Mio. EUR und erreichten 47,7 Mio. EUR. Die Zinserträge entstehen im Wesentlichen aus weiterberechneten Zinsaufwendungen der Holding an die Beteiligungen und lagen mit 13,1 Mio. EUR um 1,7 Mio. EUR über dem Vorjahr. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 63,6 Mio. EUR (Vorjahr: 15,1 Mio. EUR) und Abschreibungen auf Ausleihungen in Höhe von 35,5 Mio. EUR (Vorjahr: 36,2 Mio. EUR). Diese ergaben sich infolge einer Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte und betrafen im Wesentlichen das Segment Fahrzeugtechnik (Vorjahr: Metalltechnik). Die Aufwendungen aus Verlustübernahme betrugen 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 5,1 Mio. EUR) und betrafen im Wesentlichen Verluste im Segment Metalltechnik und Maschinen- und Anlagenbau (Vorjahr: im Wesentlichen Metalltechnik). Die Zinsaufwendungen in Höhe von 11,3 Mio. EUR sind um 0,5 Mio. EUR leicht gesunken. Insgesamt lag damit das Ergebnis vor Steuern mit 59,2 Mio. EUR um 14,6 Mio. EUR über dem des Vorjahres. Der Steueraufwand des Geschäftsjahres betrug 4,8 Mio. EUR und lag um 5,0 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Die tatsächlichen Steuern sind um 4,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Rückgang ergibt sich ausschließlich aus den latenten Steuern (-8,9 Mio. EUR). Dieser entstand im Wesentlichen durch Differenzen zwischen handelsrechtlichen Buchwerten und steuerlichen Kapitalkonten einschließlich steuerlicher Ergänzungsbilanzen bei Personengesellschaften und steht insbesondere im Zusammenhang mit der Veräußerung der WIESAUPLAST-Gruppe. Der Jahresüberschuss betrug 54,4 Mio. EUR und lag damit um 19,6 Mio. EUR über dem Vorjahresvergleichswert. BILANZ DER INDUS HOLDING AG (IN MIO. EUR)AKTIVA
Die Bilanz der Holding ist auf der Aktivseite geprägt durch die Buchwerte der Beteiligungen sowie lang- und kurzfristige Ausleihungen an die Beteiligungen. Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG hat sich im Geschäftsjahr um 39,0 Mio. EUR erhöht und betrug zum 31. Dezember 2021 1.689,1 Mio. EUR. Der Anstieg des Anlagevermögens betrug 11,1 Mio. EUR und ergibt sich im Wesentlichen aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen an JST und WIRUS sowie der Zuschreibung auf in Vorjahren abgeschriebene Anteile an verbundenen Unternehmen. Gegenläufig wirkten Abschreibungen auf Finanzanlagevermögen und Abschreibungen auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Das Umlaufvermögen stieg um 28,0 Mio. EUR auf 505,2 Mio. EUR an. Dies ist auf eine erhebliche Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (+ 77,3 Mio. EUR) zurückzuführen. Die deutliche Reduktion der liquiden Mittel (- 53,2 Mio. EUR) wurde damit überkompensiert. Das Eigenkapital der INDUS Holding AG erhöhte sich im Berichtszeitraum um 118,2 Mio. EUR auf 1.068,2 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2021 betrug 63,2 % und liegt damit deutlich über der Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2020 (57,6 %). Maßgeblichen Anteil an der Erhöhung der Eigenkapitalquote hatte die Kapitalerhöhung im März 2021. Diese führte zu Mittelzuflüssen in Höhe von 84,7 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten betrugen 567,9 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021 und sind im Vergleich zum 31. Dezember 2020 um 77,3 Mio. EUR gesunken. Die INDUS Holding AG beschäftigte zum 31. Dezember 2021 insgesamt 35 Mitarbeitende ohne Vorstand (Vorjahr: 34 Mitarbeitende). WEITERE RECHTLICHE ANGABENÜBERNAHMERELEVANTE ANGABENANGABEN GEM. HGB §§ 289a ABS. 1 UND 315a ABS. 1: GRUNDKAPITAL, STIMMRECHTE UND ÜBERTRAGUNG VON AKTIENDas Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2021 insgesamt 69.928.453,64 EUR. Es ist eingeteilt in 26.895.559 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährt jede Stückaktie eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften. BETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10 %Nach aktuellen Informationen von INDUS hält die Versicherungskammer Bayern, Versicherungskammer des öffentlichen Rechts, München, zum Stichtag 17,7 % der Aktien. SONDERRECHTE UND STIMMRECHTSKONTROLLEEs existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer:innen am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und diese ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt. ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERNDie Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den §§ 84, 85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder für höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach § 8.1. der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Der Aufsichtsrat kann nach § 8.3. der Satzung ein Vorstandsmitglied zum oder zur Vorsitzenden oder Sprecher:in des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum oder zur stellvertretenden Vorsitzenden bestellen. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN BEI KONTROLLWECHSELFür den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wesentlich verändert (Change of Control) und damit eine gravierende Veränderung der aktuellen, auf Langfristigkeit orientierten Unternehmensstrategie verbunden ist, sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Dienstvertrags berechtigt. Im Fall der Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, ist das Vorstandsmitglied ebenfalls zur außerordentlichen Kündigung berechtigt. Macht ein Vorstandsmitglied von seinem Recht auf Kündigung Gebrauch, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung in Höhe der Festvergütung für zwei Jahre, maximal jedoch in Höhe der Festvergütung, die das Vorstandsmitglied ab dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Eigenkündigung bis zum regulären Vertragsende erhalten hätte. Für die Berechnung der Abfindung ist die Festvergütung des Vertragsjahres anzusetzen, in dem die außerordentliche Kündigung erklärt wird bzw. die Abberufung erfolgt. SATZUNGSÄNDERUNGSatzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß § 17 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß § 6.4. der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern. BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE UND ZUM AKTIENRÜCKKAUFBEDINGTES KAPITALDie Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 11.700.000,04 EUR, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
GENEHMIGTES KAPITALDer Vorstand ist gemäß § 6.1. der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 25. Mai 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 34.964.225,52 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich sogenannter gemischter Sacheinlagen) durch Ausgabe von bis zu 13.447.779 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021) und dabei einen vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses Geschäftsjahres noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch an ein oder mehrere Kreditinstitute oder andere in § 186 Abs. 5 Satz 1 des AktG genannte Unternehmen mit der Verpflichtung ausgegeben werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht) oder auch teilweise im Wege eines unmittelbaren Bezugsrechts (etwa an bezugsberechtigte Aktionäre, die vorab eine Festbezugsvereinbarung abgegeben haben), oder im Übrigen im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 5 AktG gewährt werden. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind. AKTIENRÜCKKAUFDes Weiteren hat die Hauptversammlung vom 13. August 2020 den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung wurde mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 13. August 2020 wirksam und gilt bis zum 12. August 2025. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie einmal oder mehrmals ausgeübt werden. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Die Gesellschaft darf die Ermächtigung nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausnutzen. Der Erwerb darf nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen:
Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund der vorliegenden oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, aufgrund einzelner oder mehrerer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wie folgt zu verwenden:
Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußerten Aktien der Gesellschaft insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch -falls dieser Wert geringer ist -im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bezugsrechtsfreien Veräußerung eigener Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten und/oder Wandlungspflichten ausgegeben bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden. Der Preis, zu dem Aktien gemäß dieser Ermächtigung an Dritte abgegeben werden, darf den arithmetischen Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im XETRA-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten zehn Börsenhandelstagen vor Begründung der Verpflichtung zur Veräußerung nicht um mehr als 5 % unterschreiten;
Der Vorstand wird ferner ermächtigt, alle oder einen Teil der eigenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Von der Ermächtigung zur Einziehung kann mehrfach Gebrauch gemacht werden. Die eigenen Aktien können auch nach § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des auf eine Aktie entfallenden anteiligen Betrags des Grundkapitals eingezogen werden. Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt. Die Einziehung kann auch mit einer Kapitalherabsetzung verbunden werden; in diesem Fall ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um den auf alle oder einen Teil der eingezogenen Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals herabzusetzen und die Angabe der Zahl der Aktien und des Grundkapitals in der Satzung entsprechend anzupassen. CHANCEN UND RISIKENINDUS betreibt ein professionelles Chancen- und Risikomanagement. Es unterstützt die Führung von INDUS dabei, die Unternehmensziele, insbesondere aus dem Strategieprogramm PARKOUR, zu erreichen. Zentrale Aufgabe ist es, Chancen frühzeitig zu erkennen und nach angemessener Chancen-Risiko-Abwägung nutzen zu können. Gleichzeitig sollen Risiken frühzeitig erkannt werden, sodass das Unternehmen angemessen und sicher reagieren kann. Zum Teil müssen Risiken bewusst eingegangen werden, um Chancen überhaupt nutzen zu können. Ebenso können sich aus verpassten Chancen Risiken ergeben. Das Chancen- und Risikomanagement ist ein systematischer Prozess, der die unternehmerischen Entscheidungen zur Zielerreichung begleitet. CHANCENMANAGEMENTPORTFOLIOSTRUKTUR STÄRKENWACHSTUMSAKQUISITIONENDie Kernaufgabe von INDUS liegt auch in der Zukunft auf der zielgerichteten Weiterentwicklung eines diversifizierten mittelständischen Portfolios. Der Vorstand der INDUS Holding AG setzt sich regelmäßig mit den Markt- und Technologietrends auseinander und hat Zukunftsbranchen für die strategische Weiterentwicklung definiert. Aus dem regelmäßigen Dialog mit den Geschäftsführungen der Beteiligungsunternehmen ergeben sich weitere Erkenntnisse über Markt- und Technologiechancen. Chancen einer Stärkung der Portfoliostruktur werden fortlaufend analysiert und können auf der Basis einer gesicherten Finanzierung und stabiler Finanzlage der Gruppe durch das eigene M&A-Team zügig umgesetzt werden. ERGÄNZUNGSAKQUISITIONENDurch Ergänzungsakquisitionen werden Chancen zur anorganischen Weiterentwicklung einer Beteiligung im Rahmen der individuellen strategischen Ausrichtung wahrgenommen. Hier erfolgt ein kontinuierlicher Austausch mit den Geschäftsführungen der Beteiligungen im Rahmen des strategischen Dialogs, um die Chancen systematisch zu analysieren und aktiv zu verfolgen. Das eigene M&A-Team der Holding unterstützt die Geschäftsführungen bei der Chancenbewertung. Weitere Chancen aus Ergänzungsakquisitionen ergeben sich auch im Hinblick auf die stärkere Internationalisierung der Beteiligungen. Im Fokus stehen hier die Märkte in Asien und Nordamerika, ergänzend zu Europa. INNOVATIONEN TREIBENChancen ergeben sich für die Gruppenunternehmen insbesondere durch die regelmäßige Entwicklung neuer Produkte oder Prozesse. Innovationen helfen den Unternehmen, ihre Marktstellung zu behaupten und auszubauen. Durch die Verankerung im Strategieprogramm PARKOUR fördert INDUS die Nutzung von Chancen aus Innovationen und daraus abgeleiteter Maßnahmen. Durch die "Innovationsförderbank" werden ausgewählte Innovationsvorhaben durch finanzielle Zuschüsse bei den Beteiligungen unterstützt. INDUS steht bei der Erarbeitung von Innovationsstrategien mit Methodenwissen zur Seite und vernetzt Institutionen und Facheinrichtungen mit den Gruppenunternehmen. LEISTUNG STEIGERNDie verstärkte Nutzung von Chancen im operativen Bereich ist das Ziel der Initiative "Leistung steigern" als Teil des Strategieprogramms PARKOUR. INDUS fördert hier im Schwerpunkt "Marktexzellenz "gezielt Aktivitäten in den Bereichen Business Development, strategisches Marketing, Vertrieb sowie Pricing und begleitet und unterstützt dabei die Prozesse der Beteiligungen. Im Schwerpunkt "Operative Exzellenz" werden vor allem Chancen in der Hebung von Produktivitätspotenzialen in den wertschöpfenden Prozessen (Produktion, Supply Chain) gesehen. Hier besteht ein breites Angebot an Unterstützungsleistungen an die Beteiligungen, insbesondere bei der Implementierung von Lean-Management-Konzepten. NACHHALTIGKEITDie Nachhaltigkeitsstrategie ist als eigenständiger Baustein des Strategieprogramms PARKOUR etabliert. INDUS sieht erhebliche Chancen aus den für INDUS bedeutsamen Werttreibern der ESG-Initiativen: Durch neuartige "grüne" Produkte kann eine Umsatzsteigerung erreicht oder ein drohender Umsatzverlust kompensiert werden. Ein Differenzierungsmerkmal könnte zum Beispiel der Einsatz nachwachsender oder recycelter Rohstoffe in der aktuellen Produktpalette sein oder auch der Einsatz einer neuen Technologie, welche den Ressourcenverbrauch während der Produktlebensdauer minimiert. INDUS erwartet, dass dieser Werttreiber in Zukunft im Zuge der fortschreitenden Sensibilisierung der Öffentlichkeit weiter an Bedeutung gewinnt und sich über entsprechende Differenzierungsmerkmale zusätzliche Umsatzchancen generieren oder ein drohender Umsatzverlust kompensieren lassen. Auf der Personalseite bildet das klare Bekenntnis zur Nachhaltigkeit in Verbindung mit der entsprechenden Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen die persönliche Bindung vieler Mitarbeitender der INDUS-Gruppe zur Umweltthematik ab, sodass auch in dieser Hinsicht die Chancen im Wettbewerb um Fachkräfte erhöht werden. CHANCEN DER BETEILIGUNGENDie Unternehmen im INDUS-Portfolio profitieren in erster Linie von einer positiven Entwicklung der Gesamtkonjunktur in der produzierenden Industrie. Aufgrund der Corona-Krise war die Konjunktur im Jahr 2021 in Deutschland stark beeinträchtigt. Gleichwohl bieten sich auch unter diesem Szenario weitere Chancen für die Beteiligungen. Es zeigt sich, dass insbesondere die Bereiche Infrastruktur für Paketlogistik, Bauinfrastruktur im Bereich des Glasfaserausbaus, fortschreitende Digitalisierung und Fabrikautomation neue Chancen bieten. Die globale Präsenz der Unternehmen im INDUS-Portfolio bzw. deren Verstärkung tragen zur Nutzung dieser Chancen in den relevanten Märkten bei. Die Zukunftsthemen Umweltschutz und Energieeffizienz sind in allen industriellen Branchen relevant. Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Daher erwartet INDUS verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse. Hier sieht INDUS mittelfristig insbesondere für die Unternehmen aus den Segmenten Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau und Metalltechnik nutzbare Chancen. Das Segment Bau/Infrastruktur wird weiterhin von der starken inländischen Baunachfrage profitieren, ausgelöst durch Inflationsängste, die vermehrte Investitionsneigung in Immobilieneigentum und weiterhin niedrige Zinsen. Für das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik sieht INDUS mittel- und langfristig kontinuierlich gute Wachstumschancen aufgrund der demografischen Entwicklung und des anhaltend hohen Bedarfs an Medizin- und Gesundheitstechnik und deren Anwendungen. Zunehmende regulatorische Anforderungen, insbesondere durch die neue europäische Medizinprodukteverordnung, bieten Chancen für Unternehmen, die in der Lage sind, diese Anforderungen konsequent zu erfüllen. RISIKOMANAGEMENTSTRUKTUR UND INSTRUMENTEDie INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer internationalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Der Eintritt von Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die INDUS Holding AG hat daher in Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um potenzielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können. Dieses Risikomanagementsystem setzt auf den individuellen und eigenständigen Risikomanagementsystemen der Beteiligungen in enger Abstimmung mit dem Gesellschafter INDUS auf. Das Risikomanagementsystem ist als Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystem der INDUS Holding AG eingebunden. Die Verantwortung für die Gestaltung des Risikomanagementsystems liegt beim Vorstand, der ein aktives Management der Risiken sicherstellt. Das Risikomanagementsystem der INDUS Holding AG ist im Risikomanagement-Handbuch der Gesellschaft dokumentiert. Eine zentrale Rolle des Risikomanagements wird durch das INDUS-Beteiligungscontrolling wahrgenommen. Chancen und Risiken werden in Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und der Geschäftsleitung der Beteiligungen und dem Beteiligungscontrolling erarbeitet und mit dem Vorstand im Rahmen der Planung abgestimmt. Plan-Ist-Abweichungen der Beteiligungen werden vom Beteiligungscontrolling monatlich analysiert und erkannte Risiken dem zuständigen Vorstand berichtet. In den turnusmäßigen, wöchentlichen Vorstandssitzungen werden bedarfsorientiert wesentliche Änderungen der Risikolage besprochen und gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet. In regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen wird der Aufsichtsrat über die wirtschaftliche Lage der Gruppe sowie Plan-Ist-Abweichungen informiert. Der Risikobeauftragte der Holding administriert fachlich das Risikomanagement-IT-System, führt regelmäßig Schulungen für die Anwender:innen durch, analysiert bedarfsorientiert mit dem Beteiligungscontrolling die gemeldeten Risiken der Beteiligungen und sorgt für eine übergeordnete systematische Darstellung und Bewertung. Die Funktion des Risikobeauftragten ist unmittelbar dem Vorstand zugeordnet. Der Kernprozess "Akquisition von Unternehmen" ist eng mit dem Risikomanagement verzahnt. Das dezidierte M&A-Team der Holding analysiert die Chancen und Risiken eines Akquisitionsunternehmens ausgewogen auf der Basis von DueDiligence-Untersuchungen und bereitet die Entscheidungsvorlage für den Vorstand vor. Der Vorstand entscheidet erst nach ausführlicher Analyse der Chancen und Risiken über eine Akquisition unter Betrachtung der Risikotragfähigkeit. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Für die Berichterstattung der Risiken bestehen Schwellenwerte, die der Struktur des Beteiligungsportfolios Rechnung tragen. Der Vorstand überprüft und überarbeitet dazu im regelmäßigen Turnus sowie anlassbezogen das Risikoportfolio der Gesellschaft. Auf dieser Basis werden die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung definiert, dokumentiert und deren Wirksamkeit überwacht. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage der Gesellschaft informiert. Die Struktur und die Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen sowie anlassbezogen vom Vorstand überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung ebenso wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung fließen dann in die systematische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein. Die unterjährige Überwachung der Risikolage, die Überprüfung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie eingeleitete Maßnahmen zu seiner Verbesserung werden einmal jährlich im Risikomanagement-Jahresbericht der Gesellschaft dokumentiert. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM (BERICHT GEMÄß §§ 289 ABS. 4, 315 ABS. 4 HGB)Umfang und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) der INDUS Holding AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Der Aufsichtsrat überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des IKS. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS bei den Beteiligungsgesellschaften wird zudem durch die Abschlussprüfer der Konzerngesellschaften geprüft. Für die INDUS Holding AG selbst obliegt die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS direkt dem Vorstand. Das IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen, und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das IKS ist so gestaltet, dass der Konzernabschluss der INDUS Holding AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften ordnungsgemäß aufgestellt wird. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt nach den handelsrechtlichen Vorschriften des HGB. Unabhängig von seiner Ausgestaltung kann das IKS dennoch keine absolute Sicherheit dahingehend liefern, dass Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Die Prozesse zur Konzernrechnungslegung (im Folgenden verkürzt "Rechnungslegung") und Lageberichterstellung werden von den zuständigen Mitarbeitenden im Konzernrechnungswesen und im Controlling der INDUS Holding AG gesteuert. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkungen für die Rechnungslegung geprüft. Die sich daraus ergebenden Änderungen der Rechnungslegungsprozesse werden in zentral verfügbaren Verfahrensanweisungen und in den bei der Rechnungslegung verwendeten Systemen abgebildet. Die jeweils aktuelle Konzernbilanzierungsrichtlinie wird an alle mit der Rechnungslegung befassten Mitarbeitenden der INDUS Holding AG und der Beteiligungsgesellschaften kommuniziert. Zusammen mit dem konzernweit gültigen Abschlusskalender bilden diese Elemente die Basis für den Abschlusserstellungsprozess. Die Beteiligungsgesellschaften erstellen ihre Abschlüsse für Konsolidierungszwecke ("Reporting Packages") gemäß den Vorgaben der Konzernbilanzierungsrichtlinie. Die Reporting- und Konsolidierungsprozesse erfolgen für alle Beteiligungsgesellschaften über ein einheitliches IT-System, das zentral von der INDUS Holding AG zur Verfügung gestellt wird. Verfahrensanweisungen und standardisierte Meldeformate unterstützen dabei den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Teilweise werden zusätzlich externe Dienstleister, z. B. für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, beauftragt. Zur Vermeidung von Risiken im Rechnungslegungsprozess umfasst das IKS präventive und aufdeckende interne Kontrollen. Dazu gehören insbesondere IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Diese Kontrollen und Instrumente werden fortlaufend weiterentwickelt, um auch künftige Risiken ausschließen zu können, wenn Schwachstellen identifiziert wurden. Das Controlling und das Konzernrechnungswesen der INDUS Holding AG stellen über entsprechende Prozesse sicher, dass die Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie eingehalten werden. Die in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeitenden werden regelmäßig geschult. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Beteiligungsgesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt. Der Vorstand der INDUS Holding AG und die Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die gültigen Richtlinien und Verfahren zum Rechnungslegungsprozess eingehalten werden. Weiterhin stellen sie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher. ERLÄUTERUNG DER EINZELRISIKEN UND DER RISIKOAGGREGATIONDie Beteiligungsgesellschaften und die INDUS Holding AG identifizieren und bewerten Risiken unverändert zum Vorjahr zunächst im Rahmen eines dezentralen Bottom-up-Ansatzes. Dieser Prozess wird durch den Risikobeauftragten der INDUS Holding AG unterstützt. Die Risiken werden anhand der möglichen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf den Prognosezeitraum von einem Jahr. Die Schadensverteilung wird durch eine Dreiecksverteilung abgebildet. Eine Dreiecksverteilung beschreibt die Schäden im besten, mittleren und schlechtesten Fall. Die folgende Beschreibung der Einzelrisiken basiert auf den von den Beteiligungen und der INDUS Holding AG bis zum Abschlussstichtag identifizierten Risiken. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses sind Risiken aus dem Russland-Ukraine-Krieg hinzugekommen. Die Auswirkungen sind derzeit weder abschätzbar noch quantifizierbar und nicht Gegenstand der nachfolgend beschriebenen Risikoaggregation. Erstmals erfolgt die Gesamtbeurteilung der Risikolage des Konzerns anhand eines Risikomaßes, das mittels einer MonteCarlo-Simulation aller identifizierten und bewerteten Risiken ermittelt wird. In der Monte-Carlo-Simulation werden die Schadenshöhen simuliert und aggregiert. Chancen werden hierbei nicht betrachtet. Unter Zugrundelegung eines Konfidenzniveaus von 97 % beträgt das so ermittelte Risikomaß für den INDUS-Konzern rund 72,3 Mio. EUR. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 % wird eine finanzielle Belastung aus dem Eintritt von Risiken in Höhe von 72,3 Mio. EUR nicht überschritten. Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten und die jeweilige Schadenshöhe ist stark ermessensbehaftet und kann von tatsächlich eintretenden Schadenshöhen abweichen. Dennoch ist das auf Basis des Risikomanagementsystems ermittelte Risikomaß eine Richtgröße zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit und damit der finanziellen Stabilität der Gruppe. Die Risikotragfähigkeit gilt als gegeben, wenn das Risikomaß durch Liquidität und Eigenkapital abgedeckt ist. Nach Einschätzung des Vorstands ist die Risikotragfähigkeit des ermittelten Risikobetrages gewährleistet und eine Bestandsgefährdung nicht erkennbar. Den jeweiligen Anteil der Risikokategorie am ermittelten Risikomaß zeigt die nachfolgende Grafik: ANTEIL DER RISIKOKATEGORIE AM ERMITTELTEN RISIKOMASS (in%)![]() CORONA-PANDEMIE-RISIKENDie Corona-Pandemie wurde als neue eigenständige Risikokategorie im März 2020 aufgenommen. Während auch in früheren Jahren Epidemien aufgetreten sind, blieb deren Auswirkung begrenzt und hatte keinesfalls die weltweiten Folgen der aktuellen Pandemie. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Risikos wurde bisher als gering eingeschätzt und muss nun revidiert werden. Eine systematische Analyse von Extremrisiken wird nun regelmäßig Bestandteil der Risikobetrachtung sein. Aufgrund der Corona-Pandemie ergeben sich Risiken, die nachfolgend zusammenfassend erläutert werden: PANDEMIEBEDINGTE UMFELD- UND BRANCHENRISIKENDurch die drastischen Maßnahmen zur Reduzierung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus kam es zu Störungen des weltweiten Wirtschaftsablaufes. Hinzu kam die hohe Verunsicherung von Konsument:innen und Investoren und deren Auswirkungen auf Konsum und Investitionstätigkeit. Diese Risiken haben sich insbesondere im Segment Fahrzeugtechnik durch drastische Umsatzrückgänge, aber auch in Teilen des Segments Maschinen- und Anlagenbau und in der Medizintechnik materialisiert. Bestätigt hat sich die risikomindernde Wirkung des diversifizierten INDUS-Portfolios. Das Segment Bau/Infrastruktur sowie wesentliche Beteiligungen des Segments Maschinen- und Anlagenbau und auch des Segments Metalltechnik sind von der Pandemie nur unwesentlich betroffen. Einzelne Unternehmen im Segment Bau/Infrastruktur konnten Chancen realisieren. PANDEMIEBEDINGTE LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE RISIKENDurch die weltweit verfügten Einschränkungen der Reisefreiheit waren Auslandseinsätze (z. B. Montagen) nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt möglich. Anlagen konnten beim Kunden nicht installiert werden oder umgekehrt durch Lieferanten in eigenen Werken nicht aufgebaut werden. Servicearbeiten können je nach Land nicht durchgeführt werden; dies betrifft besonders das Segment Maschinen- und Anlagenbau. Die Situation hat sich aktuell verbessert. In vielen Ländern sind Lockerungen der Einschränkungen vorgenommen worden. Die Versorgung der Beteiligungen mit Vormaterialien war gegeben und den Beteiligungen ist es gelungen, kritische Lieferanten zu ersetzen bzw. Ersatzlieferanten zu qualifizieren. In einigen Fällen waren Sicherheitsläger aufzubauen, mit negativer Wirkung auf das Working Capital. Wesentliche Produktionsausfälle durch Störungen in der Vor-Lieferkette waren jedoch -auch aufgrund der getroffenen Maßnahmen - bisher nicht zu verzeichnen. Eine Ausnahme bildet hier die Versorgung der Industrie mit Halbleitern. Dieser Engpass ist möglicherweise nicht ursächlich der Pandemie zuzurechnen, ist aber durch die pandemiebedingten Störungen in den Logistikketten verstärkt worden. Die Versorgung war für die Beteiligungen nicht immer sichergestellt und insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau konnten teilweise Steuerungen nicht bzw. nicht zeitgerecht beschafft werden, mit der Folge ansteigender Lieferzeiten und fehlender Auslieferungen. Im Segment Fahrzeugtechnik waren insbesondere die Kunden der INDUS-Beteiligungen durch die Versorgungsengpässe bei Halbleitern betroffen -mit einer direkten Auswirkung auf die Abrufzahlen der Vorprodukte. PANDEMIEBEDINGTE PERSONALRISIKENRisiken im Personalbereich ergeben sich durch den Ausfall von Schlüsselpersonen oder auch von ganzen Abteilungen oder Bereichen. Es kann zu Infektionsfällen innerhalb oder außerhalb der betrieblichen Bereiche der Mitarbeitenden kommen. Mit der Folge, dass wesentliche interne Prozesse nicht aufrechterhalten werden können. Alle Beteiligungen haben Maßnahmen ergriffen, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Dies sind die räumliche Trennung von einzelnen Mitarbeitenden, von Mitarbeitergruppen quer durch die Abteilungen, die starke Nutzung von Homeoffice soweit möglich, zeitversetztes Arbeiten von Mitarbeitergruppen, Web-Meetings, das Vermeiden von Kunden besuchen vor Ort oder bei den Beteiligungen und vieles mehr. Die durch die jeweiligen Geschäftsführungen in den Beteiligungen ergriffenen Maßnahmen haben sich bisher als wirksam erwiesen, ebenso die Maßnahmen der INDUS Holding selbst. Bisher waren zwar teilweise deutliche Belastungen in einigen Betrieben durch Corona-bedingte Arbeitsausfälle oder Quarantänemaßnahmen zu verzeichnen, diese haben in Summe jedoch nicht zu einer wesentlichen Belastung der Gruppe geführt. Die Produktionen konnten bis auf wenige Ausnahmen aufrechterhalten werden oder waren nur kurz gestört. Der nunmehr merklich mildere Verlauf der Omikron-Variante führt zu einer Abnahme des Risikos. PANDEMIEBEDINGTE INFORMATIONSTECHNISCHE RISIKENDie Aufrechterhaltung der betrieblichen Funktionen bedingt eine entsprechende Digitalisierung der vitalen Prozesse. Nach heutigem Kenntnisstand sind die Unternehmen der INDUS-Gruppe gut aufgestellt. Die INDUS Holding AG kann den Betrieb aufgrund ihrer IT-Umgebung mit vollständig virtuellen Desktops und ausreichenden Bandbreiten der Internetzugänge sowie digitaler Finanzprozesse nach heutigem Kenntnisstand auch für längere Zeit vollumfänglich aufrechterhalten. Nach den bisherigen Erfahrungen in der Gruppe schätzen wir das Risiko für das Geschäftsjahr 2022 eher geringer als im Vorjahr ein, da die Unternehmen mittlerweile noch besser vorbereitet sind und bestehende IT-Ausstattungen den Anforderungen an mobiles Arbeiten -wo möglich -angepasst wurde. PANDEMIEBEDINGTE FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKENEinhergehend mit dem wirtschaftlichen Einbruch ergeben sich vielfältige finanzwirtschaftliche Risiken. Das Risiko fehlender Leistungserbringung bedingt fehlende Zahlungseingänge. Durch mögliche Insolvenzen von Kunden könnten erwartete Einzahlungen dauerhaft ausfallen. Es besteht in dieser Situation grundsätzlich ein Liquiditätsrisiko. Mit einer soliden Eigenkapitalausstattung und einem Kreis etablierter und verlässlicher Partner aus dem Bankensektor sieht sich INDUS hier gut aufgestellt. Ebenfalls von Vorteil ist der Risikoausgleich durch die breite Aufstellung der Gruppe. INDUS hat die vorsorglich erhöhte freie Liquidität zur potenziellen Vermeidung von Engpässen mittlerweile wieder reduziert. Gleichzeitig ist das intensivere Monitoring des Zahlungsmittelbestands in der Gruppe beibehalten worden. Darüber hinaus bestehen nicht ausgenutzte Kreditlinien, die zusätzlich gezogen werden können. INDUS hat bisher keine wesentlichen Zahlungsausfälle auf Kundenseite zu verzeichnen. Ein Liquiditätsrisiko hat sich bisher nicht materialisiert. Die Möglichkeit, für INDUS weiterhin Fremdkapital zu günstigen Konditionen aufzunehmen, ist nicht eingeschränkt. Die revolvierende Kreditaufnahme sowie die Platzierung eines weiteren ESG-linked Schuldscheindarlehens konnten wie geplant abgeschlossen werden. PANDEMIEBEDINGTE RECHTLICHE RISIKENIm Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den Störungen in den Leistungsbeziehungen ergeben sich signifikante Rechtsfragen und -risiken. Maxime bei Corona-Pandemie-Störungen in der Leistungskette in der INDUS-Gruppe ist die gute und unmittelbare Kommunikation mit den jeweiligen Vertragspartner:innen, um in der aktuellen Lage Streitigkeiten zu vermeiden und eine partnerschaftliche Lösung in der weltweiten Krise zu finden. Soweit dies nicht möglich ist, unterstützt INDUS die Beteiligungen durch qualifizierte Rechtsexpert:innen. Aktuell bestehen in der Gruppe keine wesentlichen rechtsanhängigen Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Für das Geschäftsjahr 2022 schätzen wir das rechtliche Risiko nach den bisherigen Erfahrungen in der Gruppe als eher geringer ein. PANDMIEBEDINGTE BEWERTUNGSRISIKEN AUS BILANZIERTEN GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTENZum 30. September wurde der planmäßige jährliche Impairmenttest für sämtliche Geschäfts- und Firmenwerte der INDUSGruppe und zum 31. Dezember wurde der Werthaltigkeitstest für die Beteiligungsbuchwerte bzw. Ausleihungen für den HGB-Einzelabschluss der INDUS Holding AG durchgeführt. Hierfür wurden aktuelle Planungen im Rahmen des jährlichen Budgetierungs- und Planungsprozesses erstellt. Der daraus resultierende Wertminderungsbedarf wurde erfolgswirksam erfasst. Die volkswirtschaftlichen Folgen (beispielsweise Staats- und Unternehmensverschuldung, Inflation, Zinsen) der Pandemie können sich auf die Kapitalkostensätze auswirken, sodass Bewertungsrisiken aus steigenden Kapitalkosten resultieren können. Die Kapitalkostensensitivität ist im Konzernanhang im Kapitel [18] Geschäfts- und Firmenwerte dargestellt. Der Vorstand der INDUS Holding AG beobachtet laufend die möglichen Effekte der Corona-Krise auf die Geschäfts- und Firmenwerte. Unabhängig von den vorstehend gesondert dargestellten Risiken aus der Corona-Pandemie unterliegt die Geschäftstätigkeit der INDUS unverändert den nachfolgend beschriebenen Risiken der Geschäftstätigkeit. Für die wesentlichen Risikokategorien der Umfeld- und Branchen- sowie leistungswirtschaftlichen Risiken, können sich aus dem Russland-UkraineKrieg zusätzliche weitreichende Risiken ergeben. Der Krieg kann sich negativ auf die Absatzentwicklung, die Produktionsabläufe sowie die Einkaufs- und Logistikprozesse niederschlagen, beispielsweise durch Unterbrechungen in den Lieferketten und der Energiebelieferung oder Engpasssituationen bei Bauteilen sowie Rohstoffen und Vorprodukten. Auch zusätzliche Informationstechnische Risiken aus verstärkten Cyberangriffen und Finanzwirtschaftliche Risiken durch direkte und indirekte Zahlungsausfälle sind eine mögliche Folge des Konflikts. UMFELD- UND BRANCHENRISIKENDie Geschäftsentwicklung der Beteiligungen steht in einem engen Zusammenhang mit der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Gesellschaften und der Gruppe dar. Die hohen Energiekosten beinhalten Wettbewerbsnachteile im internationalen Kostenvergleich und die hohe Volatilität auf den Rohstoffmärkten birgt Versorgungsrisiken und Preisüberwälzungsrisiken. Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio, bestehend aus fünf Segmenten, vermeidet INDUS eine überproportionale Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische werden sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles oder und branchenspezifisches Risiko ist von Natur aus aber nicht zu vermeiden. Darüber hinaus befindet sich die Automobilbranche in einem erheblichen Strukturwandel zur Elektromobilität mit Chancen, aber auch Risiken für die Zulieferindustrien. INDUS konzentriert sich auf den Erwerb von mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Derzeit werden 52,3 % der Gesamtumsätze im Inland erzielt (Vorjahr: 51,4°%). Somit ist die Entwicklung des Konzerns noch stark durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Eine regionale Diversifikation des operativen Geschäfts streut das Geschäftsrisiko für INDUS. Im Zuge der weiteren Internationalisierung wird die Fokussierung auf das Inland sukzessive abnehmen. UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKENUnternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der akquirierten Beteiligungsgesellschaften. Der langfristige Erfolg von INDUS hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller neuer Portfoliounternehmen und der Entwicklung des Beteiligungsportfolios ab. Um Risiken auf dem Feld "unternehmensstrategische Risiken" zu minimieren, setzt die Führungsgesellschaft auf eine umfangreiche Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene Analysen. Diese eigenen Analysen werden zudem einer externen, unabhängigen Begutachtung unterzogen. Die Entscheidung für eine Neuakquisition wird nach intensiver Prüfung und durch einstimmigen Beschluss des Vorstands getroffen. Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der strategischen Positionierung der Beteiligungsunternehmen begegnet INDUS durch eigene intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen und regelmäßige Informationsgespräche mit den Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Beteiligungsunternehmen stellen monatlich Daten über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage zur Verfügung. Ihre kurz- und mittelfristigen Planungen werden auf Ebene der Führungsgesellschaft aggregiert. Dies gewährleistet, dass INDUS als Eigentümer stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns hat. LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE RISIKENNeben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Beteiligungsunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken. Dazu zählen insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken. Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS sind Beschaffungsrisiken im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern als Ganzes von untergeordneter Bedeutung. Grundsätzlich sind die Unternehmen bestrebt, die Lieferung von wichtigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen durch langfristige Kontrakte abzusichern. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften daher nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativ Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden. So können sie frühzeitig auf eventuell auftretende Preis- und Mengenrisiken reagieren. Zusätzlich begrenzen die Beteiligungsunternehmen, wo notwendig, mit dem Abschluss von Rohstoffsicherungen das Risiko. Produktions- und Absatzrisiken sind aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. INDUS analysiert dazu regelmäßig die Kundenstruktur in der Gruppe; es existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von mehr als 10 % am Umsatz erreichen. Auch aufgrund von Tarifabschlüssen ergeben sich weitere leistungswirtschaftliche Risiken, da die Belastungen oft nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden können, sondern durch Produktivitätserhöhungen kompensiert werden müssen. PERSONALRISIKENDer langfristige Erfolg der INDUS Holding AG hängt maßgeblich vom Wissen und von der Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeitenden ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitenden in Schlüsselpositionen. Die INDUS Holding AG begrenzt diese Risiken durch zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung. Die Beschäftigten schätzen die positive Unternehmenskultur. Ausdruck dieser Wertschätzung ist eine geringe Fluktuation. Die Gesamtheit aller Maßnahmen macht die Gesellschaft zu einem attraktiven Arbeitgeber, sodass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust aktiv begegnet wird. Die Unternehmen der INDUS-Gruppe betreiben ihre Personalarbeit eigenständig; sie sind in vielen Branchen und Regionen angesiedelt, sodass die Risiken der Personalbeschaffung und Personalentwicklung breit gestreut sind. Qualifizierte Beschäftigte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die jeweilige Beteiligung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der aktuellen sehr guten Beschäftigungslage ist das Risiko des Fachkräftemangels angestiegen. Die Beteiligungen begegnen diesem Risiko durch Anstrengungen im Bereich Aus- und Weiterbildung sowie Maßnahmen zum "Employer-Branding". INFORMATIONSTECHNISCHE RISIKENGrundlage einer modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive informationstechnische Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet die Gesellschaft mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, dem Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen sowie effektiven Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten. Die Unternehmen der Gruppe sind in zunehmendem Maße von der Funktionalität und Stabilität der verschiedenen individuellen IT-Systeme abhängig. Störungen oder Ausfälle würden unmittelbar zu finanziellen Belastungen führen. Weitere Risiken bestehen im Verlust von Daten bzw. Know-how und Datenmanipulationen. Die Unternehmen der Gruppe setzen je nach individueller Risikolage verschiedene Instrumente zur Risikosteuerung ein. Dies reicht von Notfall- und Datensicherungsprozessen, Einsatz moderner Antiviren- und Firewall-- Soft- und Hardware, Zugriffs- und Zutrittskontrollen bis hin zu weiteren präventiven Schutzmaßnahmen wie Sensibilisierung der Mitarbeitenden und Schulungen. Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Behandlung von Cyberangriffen bleiben hoch relevant. FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKENZu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko sowie das Ausfallrisiko. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation unterstützt INDUS die Beteiligungsgesellschaften bei der Finanzierung und stellt bei Bedarf Finanzmittel zur Verfügung. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Führungsgesellschaft sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Führungsgesellschaft über entsprechende Liquiditätsreserven. Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf acht (Vorjahr: acht) Kernbanken, verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht der Wegfall von bankenseitigen Kreditgebern begrenzt ist. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt durch eine revolvierende, langfristige Mittelaufnahme der Führungsgesellschaft. Kreditbesicherungen bestehen vereinzelt auf Tochterebene. Die vereinbarten Covenants stellen aus heutiger Sicht kein wirtschaftliches Risiko dar. Eine Verschlechterung wesentlicher Finanzkennzahlen könnte zu höheren Finanzierungskonditionen infolge geänderter Ratingeinschätzungen führen. Bei der Finanzierung setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslichen und variablen Darlehen; letztere sind durch Zinsswaps gesichert. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken während der Laufzeit der jeweiligen Darlehen keine Auswirkungen auf die Ertragslage. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2021 insgesamt 155,3 Mio. EUR (Vorjahr: 198,8 Mio. EUR). Das debitorenseitige Ausfallrisiko ist durch das diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Zudem unterhalten die Beteiligungen selbst wirksame Systeme zur Überwachung der Debitorenrisiken, schließen nach eigenem Ermessen Warenkreditversicherungen ab und berichten der Führungsgesellschaft monatlich über etwaige Risiken. Aufgrund der internationalen Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften bestehen Währungsrisiken. Diesen begegnet INDUS mit der Absicherung der Geschäftsvorfälle durch Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2021 insgesamt 5,2 Mio. EUR (Vorjahr: 10,1 Mio. EUR); es lag im Wesentlichen bei den Beteiligungen. Weitere Erläuterungen zur Finanzierung finden sich im Konzernanhang unter den Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten. RECHTLICHE RISIKENDie INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht, Außenwirtschafts- und Zollrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen. Ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement mindert dieses Risiko zwar, kann aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Vonseiten der Führungsgesellschaft werden die Unternehmen durch Leitfäden, Schulungen und Informationen zu rechtskonformem Verhalten insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht, Geldwäscheprävention, Außenwirtschafts- und Zollrecht unterstützt. Rechtliche Risiken können sich aus Ansprüchen und Klagen gegen Beteiligungsunternehmen sowie behördlichen Verfahren ergeben. Geltend gemachte Ansprüche Dritter prüfen INDUS bzw. die Beteiligung eigenständig und sorgfältig auf ihre Begründetheit. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden bei Bedarf von externen Anwälten begleitet. Die in diesem Bereich identifizierten Einzelrisiken sind gering oder mittel ausgeprägt. INDUS bildet Rückstellungen, sofern Zahlungsverpflichtungen als wahrscheinlich angesehen werden und die jeweilige Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. SONSTIGE RISIKENUnter den sonstigen Risiken sind im Wesentlichen Risiken für Elementarschäden erfasst. Das Nettorisiko aus diesen Risiken ist gering, da für diese Schäden in der Regel ausreichender Versicherungsschutz besteht. NACHHALTIGKEITSRISIKENIm Rahmen des nichtfinanziellen Berichts der INDUS-Gruppe berichtet INDUS über Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen, den Produkten und Dienstleistungen des Konzerns verknüpft sind und sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die berichtspflichtigen Aspekte (Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung) haben werden. Im Geschäftsjahr sind keine berichtspflichtigen Einzelrisiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten identifiziert worden. RISIKEN AUS BILANZIERTEN GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTENDer Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie, die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 409,8 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 380,9 Mio. EUR). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen werden. Liegt der erzielbare Betrag unterhalb des Buchwerts, werden die entsprechenden Geschäfts- und Firmenwerte wertgemindert. Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 2,5 Mio. EUR vorgenommen (Vorjahr: 33,9 Mio. EUR). INDUS hat damit das Risiko aus den Geschäfts- und Firmenwerten bilanziell durch Wertminderungen erfasst, soweit diese im Rahmen des Werthaltigkeitstests identifiziert wurden. Die bilanzierten Firmenwerte verteilen sich auf 46 zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs) aus allen Segmenten. Kein einzelner Firmenwert ist größer als 10 % der Summe der Geschäfts- und Firmenwerte. Eine Wertminderung entfaltet keine unmittelbare negative Liquiditätswirkung. Indirekte Effekte, beispielsweise durch ansteigende Zinsen aufgrund verschlechterter Unternehmenskennzahlen (Rating) sind möglich und werden im Rahmen des Risikomanagements betrachtet. GESAMTEINSCHÄTZUNG DES VORSTANDSIm Geschäftsjahr 2021 konnte INDUS zwei Beteiligungsunternehmen neu erwerben und damit einen Schwerpunkt ihrer langfristig ausgerichteten Unternehmensstrategie -das Wachsen durch Akquisitionen -fortsetzen. Für 2022 strebt INDUS weiteres Wachstum durch Zukäufe an; Schwerpunkte sollen die Bautechnik sowie die Bereiche Mess- und Regeltechnik, Automatisierung, Energie- und Umwelttechnik, Gesundheitstechnik sowie Sicherheitstechnik bilden. Der Vorstand sieht in möglichen Zukäufen sowohl auf Portfolioebene als auch auf Ebene der Beteiligungsunternehmen (Enkelgesellschaften) gute Wachstumschancen für 2022. Durch die gezielte Förderung von Innovationen in den Beteiligungen werden die Chancen durch Produkt- und Prozessinnovationen erhöht. Die verstärkten Maßnahmen zur operativen Exzellenz erhöhen die Chancen der Beteiligungen im Wettbewerb. Der Strukturwandel der Industrie zu Klimaschutz und klimaneutralen Technologien wird den Unternehmen neue Marktchancen eröffnen. Sich bietende Chancen können auf der Basis einer gesicherten Finanzierung wahrgenommen werden. Auch im weiteren Pandemiejahr 2021 konnte INDUS jederzeit auf ausreichende, frei verfügbare Mittel zurückgreifen und den regulären Finanzbedarf problemlos am Markt platzieren. Risiken für die Entwicklung im Jahr 2022 ergeben sich insbesondere aus der konjunkturellen Entwicklung. Diese ist weiterhin eng mit der Entwicklung der weltweiten Corona-Pandemie und deren indirekten Effekten auf die Lieferketten verbunden. Die aktuelle Corona-Lage hat sich nach unserer Einschätzung gegenüber 2021 weiter verbessert. Die Verfügbarkeit von Impfstoffen, bessere Testsysteme und -strategien lassen hoffen, dass die Pandemie 2022 weitgehend beherrschbar wird und der negative Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des Jahres 2022 weiter zurückgeht. Hinzu kommen jedoch die weiterhin ungelösten großen geopolitischen Konflikte und die instabile Lage in vielen Ländern. Auch die Entwicklung in Europa ist durch zahlreiche Unsicherheiten, insbesondere durch den aktuellen Russland-UkraineKrieg, gekennzeichnet. Die Folgen und die Tragweite des Krieges sind im Moment nicht einschätzbar. Die INDUS-Gruppe wäre direkt von Sanktionen und Embargos nicht wesentlich betroffen. Die indirekten Auswirkungen sind schwer prognostizierbar (beispielsweise Lieferungen von Vormaterialien in die Agrarindustrie). Die Gesamtrisikosituation der INDUS setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Aufgrund des diversifizierten und breit aufgestellten Portfolios findet ein teilweiser Risikoausgleich innerhalb der Gruppe statt. Der Vorstand hat sich auf der Basis der Risikoaggregation mit der Risikotragfähigkeit unter Berücksichtigung von Maßnahmen auseinandergesetzt. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr und aus heutiger Sicht für das laufende Geschäftsjahr aus Sicht des Vorstands keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden. PROGNOSEBERICHTFür die INDUS-Gruppe wird in 2022 ein Umsatz von 1,80 bis 1,95 Mrd. EUR erwartet und mit einem operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 115 bis 130 Mio. EUR gerechnet. Bei den Treibhausgasemissionen wird für 2022 mit einer weiteren Reduktion geplant. Weder in den Prämissen unserer Planung noch in den nachfolgend ausgeführten Prognosen sind Auswirkungen aus dem Russland-Ukraine-Krieg enthalten. Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam. Die Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf im Jahr 2022 können zum jetzigen Zeitpunkt nicht quantifiziert werden. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Risiko- und Chancenbericht. ERWARTETE ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGENWELTWIRTSCHAFT: STÄRKERE ABWÄRTSRISIKEN HEMMEN ERHOLUNGAnfang des Jahres 2022 befindet sich die Weltwirtschaft in einer schwächeren Ausgangsposition als noch vor einigen Monaten erwartet. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind die geopolitischen Risiken hoch, die konkreten militärischen und wirtschaftlichen Konsequenzen aber noch nicht vollständig absehbar. Unabhängig davon dämpfen die starke Verbreitung der Omikron-Variante und damit einhergehende Schutzmaßnahmen die wirtschaftliche Erholung. Steigende Energiepreise und anhaltende Lieferkettenstörungen treiben die Inflationsraten u. a. in den USA, aber auch in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern. Auch die wirtschaftliche Entwicklung in China schwächelt vor dem Hintergrund des kriselnden Immobiliensektors, pandemiebedingter Störungen und eines gedämpften privaten Konsums. Der Internationale Währungsfonds prognostizierte für 2022 -vor Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts -ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung um 4,4 %. Im Oktober 2021 lag die Erwartung noch bei plus 4,9 %. Die Pandemie bleibt damit weiter ein maßgeblicher Konjunkturfaktor, der entsprechende globale Impffortschritt -insbesondere vor dem Hintergrund des Risikos neuer Virusvarianten -ist von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig gewinnt das Szenario einer substanzielleren Inflation in den Industriestaaten an Relevanz. Es bleibt das Risiko, dass sich die schwierige Lage auf den Beschaffungsmärkten verfestigt, die Energiepreise gerade vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine weiter steigen und die aufgestaute Kaufkraft die Preise zusätzlich treibt. Mit der Konsequenz einer restriktiveren, konsumdämpfenden Geldpolitik. Wie stark die zu erwartenden Sanktionen für Russland und die hohe allgemeine Unsicherheit die Erholung der Weltwirtschaft dämpfen werden, ist heute noch nicht absehbar. Wirtschaftswachstum (in %)
Quelle: Internationaler Währungsfonds, Januar 2022 DEUTSCHE WIRTSCHAFT: ERHOLUNG BEI WEITER UNSICHEREN RAHMENBEDINGUNGENDie wieder aufflammende Corona-Pandemie, weiterhin gestörte Lieferketten und höhere Inflationsraten dürften die deutsche Wirtschaft auch 2022 noch beschäftigen. Die Auswirkungen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine bleiben unsicher und sind in den vorliegenden Wachstumsprognosen nicht berücksichtigt. Unter der Annahme, dass sich das Infektionsgeschehen im Jahresverlauf abflacht und sich die Lieferprobleme zunehmend auflösen, sollte sich die Wirtschaftsleistung gut entwickeln. So prognostiziert der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von 3,8 %, das Institut für Weltwirtschaft Kiel rechnet mit 4,0 %. Die Bundesregierung hatte ihre Prognose -insbesondere aufgrund der anhaltenden Lieferengpässe und höheren Inflationserwartungen -im Januar 2022 auf 3,6 % gesenkt. Zuletzt deuteten die Indikatoren aber auf eine leichte Aufhellung der wirtschaftlichen Lage hin: Der reale Auftragseingang nahm im Dezember 2021 im Vormonatsvergleich um 2,8 % zu. Die Materialknappheit in der Industrie hat sich im Januar 2022 leicht entschärft, wenn auch immer noch knapp 70 % der Unternehmen von Engpässen bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen berichten. Sanktionen gegen Russland dürften die Energiepreise, ggf. auch die Verfügbarkeit von Rohstoffen wie z. B. Aluminium weiter belasten. Die Inflationsrate blieb im Januar mit 4,9 % auf hohem Stand, lag aber 0,4 Prozentpunkte unter Vormonat. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex erholte sich zu Jahresbeginn leicht, insbesondere aufgrund optimistischer Erwartungen. Impulse sind 2022 vom aufgestauten Konsum und überfälligen Investitionen zu erwarten. Sofern sich die militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine nicht auf den NATO--Raum ausweitet, wird für den Wirtschaftsverlauf 2022 entscheidend sein, wann die Liefer- und Transportprobleme aufgehoben werden können und wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Darüber hinaus bleibt die Transformation hin zu einer klimaneutralen und digitalen Wirtschaft zentrale Herausforderung für die deutschen Unternehmen. BAUWIRTSCHAFT: POSITIVE AUSSICHTEN AUCH FÜR 20222022 dürfte sich die positive Entwicklung im Bereich Bau fortsetzen. Der Branchenverband BAUINDUSTRIE erwartet eine nominale Umsatzsteigerung von 5,5 % und ein reales Plus von 1,5 %. Auch der Erwartungsindikator im ifo-Geschäftsklima legte im Januar 2022 zu. Der Wohnungsbau wird, gestützt vom mittelfristig weiterhin niedrigen Zinsniveau, hohen Inflationsraten und Wohnungsbauprogrammen, vss. auch 2022 weiter wachsen. Gebremst wird dieses Wachstum durch die hohen Baupreissteigerungen: 2021 verteuerten sich Wohngebäude-Neubauten um 9,1 %. Limitierend wirkt auch der aufgebaute Überhang von genehmigten, aber noch nicht fertig gestellten Wohnungen, der zunächst abgearbeitet werden muss. Der Wirtschaftsbau hatte zuletzt ein deutliches Orderplus zu verzeichnen. Positive Impulse dürften insbesondere vom Wirtschaftstiefbau ausgehen angesichts der zu erwartenden Investitionen in das Schienennetz, in regenerative Energien und den Netzausbau. Im öffentlichen Bau senden die angekündigten Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz positive Signale, 2022 ist in diesem Bereich jedoch nur ein geringes Wachstum prognostiziert. Zentrale Frage für das Wachstumspozential in der Baubranche bleibt, wie sich die Lage an den Beschaffungsmärkten weiterentwickelt und ob sich die Lieferengpässe bei den Vorprodukten im ersten Halbjahr 2022 abschwächen werden. FAHRZEUGMARKT: LANGSAME NORMALISIERUNG AUF DEM BESCHAFFUNGSMARKTDer Ausblick für die Fahrzeugtechnik bleibt ambivalent. Einerseits hat sich die Stimmung in der Branche zu Jahresbeginn aufgehellt: Der ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich im Bereich Kraftwagen und Kraftwagenteile deutlich -sowohl bei der Bewertung der Geschäftslage als auch den Geschäftserwartungen. Die Inlandsaufträge stiegen im Januar 2022 um 53 % im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wobei im Januar 2021 die wieder erhöhte Mehrwertsteuer zu einem niedrigen Auftragseingang führte. Auch die Pkw-Produktion konnte im Januar erstmals wieder zulegen, lag aber noch 20 % unter dem Niveau vom Januar 2020. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass es aufgrund langer Vorlaufzeiten in der Chipproduktion frühestens im zweiten Halbjahr 2022 zu einer deutlicheren Entspannung auf dem Beschaffungsmarkt kommen wird. So rechnet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe ZDK damit, dass sich der Bestellstau bei Neufahrzeugen erst ab Mitte 2022 auflösen wird. Im Januar 2022 lagen die Neuzulassungen zwar 8,5 % über Vorjahr, aber weiter auf niedrigem Niveau. Auf Jahressicht wird eine Steigerung der Neuzulassungen auf 2,9 Mio. Fahrzeuge prognostiziert -rund 340.000 mehr als 2021. Über die konjunkturelle Lage hinaus sind Hersteller und Zulieferer weiterhin mit dem technologischen Umbruch in der Automobilindustrie konfrontiert. Im Januar 2022 lag der Anteil der E-Pkw bei den Neuzulassungen auf deutschen Straßen bei 21,6 %. Was den aktuellen Materialengpass noch verschärft: E-Fahrzeuge haben durch die Leistungselektronik einen deutlich höheren Bedarf an Halbleitern. MASCHINENBAU: GUT GEFÜLLTE AUFTRAGSBÜCHERDie deutschen Maschinen- und Anlagenbauer dürften 2022 weiter von der Erholung der Weltkonjunktur profitieren. So rechnet der Branchenverband VDMA für 2022 mit einem Produktionsplus von 7 %. Der hohe Auftragseingang sollte dynamisch bleiben. Zwar sind die Erwartungen für den chinesischen Markt verhalten, Regierungsprogramme wie das Konjunkturpaket in den USA, der Wiederaufbaufonds der EU oder die "Agenda Frankreich 2030" für grüne und digitale Vorhaben dürften die Auslandsnachfrage aber regional bestärken. Im Januar 2022 legte der ifo Geschäftsklimaindex für den Maschinenbau -vor dem Hintergrund deutlich optimistischer Erwartungen und aufbauend auf einer sehr guten Bewertung der aktuellen Lage -erneut zu. Zugleich sind die Hürden aus dem Jahr 2021 noch nicht ausgeräumt: Die bestehenden Material- und Logistikengpässe und ein steigender Fachkräftemangel hemmen die Produktion. Auch die Auslastung der Maschinenkapazitäten liegt im Januar 2022 bei fast 90 %. Und die allgemeinen Risiken für die Weltkonjunktur würden auch den deutschen Maschinenbau treffen. Dies gilt nicht zuletzt für die zu erwartenden Sanktionen gegen Russland. MEDIZINTECHNIK: ZULASSUNGSHÜRDEN UND BÜROKRATIE HEMMEN ENTWICKLUNGDie Entwicklung der deutschen Medizintechnikunternehmen wird auch im Jahr 2022 vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie beeinflusst werden. Die Auswirkungen der vierten Welle sind Stand heute noch nicht bezifferbar; Zumal mit der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante, die stärker auch Normalstationen betrifft, die Konsequenzen für die Gesundheitsbranche unterschiedlich gelagert sind. Die Erfahrungen der letzten Infektionswellen zeigen jedoch, dass insbesondere für KMUs die Umsatzmöglichkeiten unter Pandemie-Bedingungen eingeschränkt sind. Über Konjunkturzyklen hinweg setzt sich der Trend zur Digitalisierung in der MedTech-Branche fort. Neben digitalen bzw. digitalunterstützten Versorgungsformen steigt die Nachfrage nach digitaler Vor- und Nachbetreuung. Digitale Lösungen im Vertrieb werden wichtiger. Auch ein Trend zu mehr ambulanter Behandlung ist zu beobachten. Der Industrieverband SPECTARIS sieht die Innovationskraft der Branche durch Zulassungshürden und fehlende Anreize gefährdet. Insbesondere die hohe Bürokratisierung durch die neue Medizinprodukteverordnung stellt die Unternehmen der Medizin- und Gesundheitstechnik vor hohe Herausforderungen. So warnt SPECTARIS vor Versorgungsengpässen und Innovationshemmnissen durch die MDR insbesondere für KMUs. Aber auch das komplexe Erstattungssystem wird kritisch gesehen. Vereinfachungen bei den regulatorischen Vorgaben sind nach Einschätzung der Medizintechnikunternehmen dringend erforderlich. METALLTECHNIK: LIEFERENGPÄSSE HEMMEN DIE ERHOLUNG IN DER METALLVERARBEITENDEN INDUSTRIEDer Ausblick für 2022 bleibt in der Metallindustrie weiter von Unsicherheit geprägt. Fast 90 % der M+E-Firmen meldeten im Dezember 2021 weiterhin Produktionshemmnisse aufgrund von Materialengpässen. Im Dezember 2021 kletterte die Anzahl an Kurzarbeitern zurück auf den höchsten Stand seit April 2021. Der Branchenverband M+E Gesamtmetall rechnet 2022 -abhängig von der Entspannung auf den Beschaffungsmärkten -mit einem Produktionsplus zwischen 1 und 5 %. Mögliche Auswirkungen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine und eine potenziell verstärkte Materialknappheit bei Metallen sind hier noch nicht berücksichtigt. Damit kann die Metallindustrie frühestens 2023 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Zu Jahresbeginn hellte sich die Stimmung aber etwas auf: Das ifo-Geschäftsklima verbesserte sich im Januar 2022 das erste Mal seit vier Monaten, wobei die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate weiter verhalten bleiben. Abgesehen von den langfristigen Belastungen durch die Corona-Pandemie befindet sich der M+E-Markt weiter mitten im Strukturwandel, vor allem ausgelöst durch den Umbruch im Automotive-Umfeld. ERWARTETE ENTWICKLUNG DES KONZERNSPARKOUR: DAS STRATEGIEPROGRAMM VON INDUS BIS 2025Im Rahmen des Strategieprogramms PARKOUR stehen die Ziele profitables Wachstum, Sicherung einer ausgewogenen Portfoliostruktur und Wertentwicklung im Mittelpunkt. PARKOUR richtet den Blick auf die Entwicklung der Gruppe bis 2025 und strebt dabei an, die unternehmerische Fitness der Beteiligungen weiter zu erhöhen, um die anhaltenden Herausforderungen der Märkte zu meistern. Bei der Bewältigung der Corona-Krise hat sich die Agilität und Resilienz der mittelständischen Beteiligungen innerhalb der INDUS-Gruppe bewiesen. Die Strategie PARKOUR setzt auch in Zukunft weiter darauf, die Portfoliostruktur gezielt zu stärken, Innovationen zu treiben und die Leistung durch Marktexzellenz sowie operative Exzellenz in den Beteiligungen zu steigern. PORTFOLIOSTRUKTUR STÄRKENBei Wachstumsakquisitionen zur Ergänzung des Portfolios fokussiert sich INDUS auf die Suche nach Unternehmen aus technologiestarken Zukunftsbranchen. Zur Sicherung des passenden Zukunftsmix sollen Zukäufe in den von INDUS definierten sechs Zukunftsbranchen forciert werden: Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, Bautechnik, Sicherheitstechnik, Medizin- und Gesundheitstechnik, Technik für Infrastruktur und Logistik sowie Energie- und Umwelttechnik. Im Geschäftsjahr 2021 konnten zwei Akquisitionen auf Portfolioebene realisiert werden. Weiterhin konnte Ende 2021 der Kaufvertrag zum Erwerb der Heiber und Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER) unterzeichnet werden. Der wirtschaftliche Übergang und die Erstkonsoliederung der HEIBER + SCHRÖDER werden im 2. Quartal 2022 erfolgen. Auf Enkeltochterebene wurde ein Unternehmen erworben und durch den Erwerb von Anteilen die Kontrolle an einem bisher als at-Equity-bewerteten Unternehmen erzielt. Als letzter Schritt des Maßnahmenpaketes ZWISCHENSPURT aus 2020 wurde 2021 die Stilllegung einer Beteiligung beendet. Damit konnte das Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT -ein notwendiger und wesentlicher Schritt, um die mit der Strategie PARKOUR gesetzten Ziele zu erreichen -erfolgreich abgeschlossen werden. 2021 konnte mit dem Verkauf der WIESAUPLAST-Gruppe ein Serienzulieferer an einen neuen Eigentümer übergehen. Dieser strategische Investor ist an der langfristigen Weiterentwicklung von WIESAUPLAST interessiert. INDUS konnte mit dem Verkauf die Bedeutung der automobilen Serienproduktion weiter reduzieren und wird weiter prüfen, ob bei den weiteren Serienzulieferern ein anderer Eigentümer den Unternehmen und ihren Mitarbeitenden langfristig bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten kann. Bei entsprechender Lage auf dem M&A-Markt sind für das Geschäftsjahr 2022 wenigstens zwei Zukäufe auf Beteiligungsebene vorgesehen. Die grundsätzliche Unternehmensstrategie "Kaufen, halten und entwickeln" besteht unverändert weiter. INNOVATION TREIBENDie bereits erfolgreich etablierte Strategie zur Förderung der Innovationskraft der Beteiligungen wird von INDUS fortgesetzt und ausgebaut. Neben Produktinnovationen unterstützt INDUS in den Beteiligungen auch die Entwicklung neuer Dienstleistungen, Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle durch die Innovations-Förderbank. Für die Förderung aussichtsreicher Innovationsprojekte stehen unverändert jährlich bis zu 3 % des Konzern-EBIT zur Verfügung. Die Beteiligungen haben ihre Innovationsvorhaben während der ersten Phase der Corona-Pandemie deutlich zurückgefahren. Seit dem zweiten Halbjahr 2021 ist eine deutliche Belebung im Bereich der Innovationen feststellbar, so dass 2022 mit einer gesteigerten Anzahl an Förderanträgen und neu geförderten Projekten zu rechnen ist. Da Innovationen maßgeblich im Austausch mit anderen entstehen, wird das bestehende Netzwerk nach innen und außen - über Kooperationen mit externen Partnern und innerhalb der Gruppe -weiter gefördert. Hierfür sollen weitere Arbeitsgruppen initiiert werden, die aktuelle Zukunftsthemen gezielt aufgreifen, um Geschäftskonzepte und / oder Produktideen zu entwickeln. Konkrete Ansätze bestehen im Bereich "Nachhaltiges Bauen" und im Bereich "Künstliche Intelligenz". Applikationen aus der "Künstlichen Intelligenz" finden zunehmend Anwendung in der Industrie. Zur Förderung der Grundlagenarbeit an den Innovationsstrategien der Beteiligungen bedarf es zusätzlich auch der Bereitstellung eines strategischen Sparrings für die Innovationsstrategie. Ein strategisches Projekt setzt daher an der individuellen Unternehmensstrategie an, aus welcher die Innovationsstrategie abzuleiten ist. 2021 wurde ein aktueller Status quo erarbeitet. Diese Basis gilt es zu erweitern, um daraus gezielte Innovationsprojekte, ggf. unterstützt mit externen Partnern, abzuleiten. 2022 und folgende wird diese Thematik fokussiert umgesetzt. LEISTUNG STEIGERNZur Steigerung der Leistung der Beteiligungsunternehmen fördert INDUS gezielt deren Marktexzellenz und operative Exzellenz. Der Schwerpunkt "Marktexzellenz" offeriert den Beteiligungsunternehmen Unterstützungsangebote, die sich einer der folgenden vier Säulen zuordnen lassen: "Status Check", "Implementierung", "Wissen" und "Kooperation". Die Angebote werden einerseits aktiv durch Beteiligungsunternehmen nachgefragt und zum anderen bei Bedarf aus der Holding heraus eingesetzt. Sie zielen direkt auf die Optimierung von Marktpositionierung und -bearbeitung ab und führen somit zu nachhaltigen Ergebnisverbesserungen. Der Schwerpunkt "Operative Exzellenz" basiert wie der zuvor beschriebene auf vier Säulen: dem "Status Check Produktion, der Unterstützung bei Implementierungsprojekten, der Wissensvermittlung und der Bereitstellung einer Kooperationsplattform. Im Bereich Produktion begleitet die Holding die Beteiligungen bei der Verbesserung ihrer wertschöpfenden Kernprozesse -von der Produktionsstrategie über die Produktionsplanung und -Steuerung hin zu Prozesseffektivität und -effizienz. Das Programm zur Förderung der operativen Exzellenz beinhaltet zum einen das Angebot der Wissensvermittlung über ein umfangreiches Schulungs- und Weiterbildungsangebot im Bereich Lean Management. Zum anderen initiiert und begleitet INDUS konkret und vor Ort in den Beteiligungen entsprechende Optimierungsprojekte. Finanzielle Ansatzpunkte zur Steigerung der Leistung in den Beteiligungsunternehmen sind das gruppenübergreifende Liquiditätsmanagement, die Working-Capital-Optimierung in den Unternehmen und das Portfoliocontrolling durch INDUS. Außerdem eine verstärkte Information sowie Kommunikation in Bezug auf finanz- und rechnungslegungsbezogene Themen zwischen der Holding und den Beteiligungsunternehmen. VERSTÄRKTE AKTIVITÄTEN ZUR FÖRDERUNG DER NACHHALTIGKEIT IM GESCHÄFTSJAHR 2022Im Geschäftsjahr 2022 wird INDUS die Aktivitäten zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens in der Holding und den Beteiligungsunternehmen weiter intensivieren. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei die Weiterverfolgung der Maßnahmen zur Erreichung des aus dem Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung abgeleiteten sektorübergreifenden Ziels genießen: Der Reduzierung der CO2 -Emissionen um mindestens 35 % bis 2025 (bezogen auf das Basisjahr 2018). ERWARTUNGEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022Der nachfolgende Prognosebericht basiert auf der von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten Unternehmensplanung. Die Aussagen zur prognostizierten Entwicklung der Wirtschaftslage und insbesondere zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Auswirkungen der Corona-Pandemie basieren auf Aussagen führender Organisationen wie Wirtschaftsforschungsinstitute und Banken. Die Planungen für 2022 sind aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der zunehmenden geopolitischen Spannungen weiter von Unsicherheit geprägt. Weder in den Prämissen zu unserer Planung noch im nachfolgenden Prognosebericht sind die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges enthalten. Umfang und Ausmaß der Auswirkungen auf die INDUS-Gruppe sind zum jetzigen Zeitpunkt weder absehbar noch quantifizierbar. Für das kommende Jahr erwarten die Unternehmen des Segments Bau / Infrastruktur einen leicht steigenden Umsatz und ein leicht sinkendes EBIT. Hier werden sich die weiter steigenden Materialpreise und eine zu erwartende leichte Beruhigung im Bereich der Klimageräte bemerkbar machen. Bei den Absätzen gehen die Unternehmen des Segments Fahrzeugtechnik in ihren Planungen von einer Erholung erst ab Mitte 2022 aus. Der Segment-Umsatz wird leicht steigen; dabei wird der Entfall des WIESAUPLAST-Umsatzes von rd. 50 Mio. EUR durch neue Serienanläufe bei anderen Beteiligungen kompensiert. Die Repositionierungen im Segment werden planmäßig fortgeführt. Das Segment-EBIT steigt stark an, bleibt aber weiter negativ. Die positive Entwicklung der Unternehmen im Segment Maschinen- und Anlagenbau aus dem Jahr 2021 wird sich im Jahr 2022 fortsetzen. Die Unternehmen erwarten stark steigende Umsätze und ein leicht steigendes Segment-EBIT. In Summe rechnen die Unternehmen des Segments Medizin- und Gesundheitstechnik für das kommende Jahr mit steigenden Umsätzen und einem leicht steigenden Segment-EBIT. Die geplante Entwicklung im Segment Metalltechnik zeigt einen leicht sinkenden Umsatz und ein stark sinkendes Segment-EBIT. Hier werden sich weiter steigende Materialpreise belastend auswirken. Insgesamt sehen die Planungen für 2022 einen steigenden Umsatz von 1,80 bis 1,95 Mrd. EUR vor. Das operative Ergebnis (EBIT) wird voraussichtlich in einem Band von 115 bis 130 Mio. EUR und damit über dem Niveau von 2021 liegen. Darin enthalten sind zwei angenommene Zukäufe mit einem Umsatz von zusammen rd. 60 Mio. EUR. Die EBIT-Marge wird voraussichtlich zwischen 6,0 und 7,0 % liegen. Diese Prognosen sind vor dem Hintergrund der oben beschriebenen unsicheren Rahmenbedingungen wegen der anhaltenden Corona-Pandemie sowie der gestörten Lieferketten und der weiter stark steigenden Materialpreise getroffen worden. In der Prognose des operativen Ergebnisses (EBIT) sind keine Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte oder Sachanlagen enthalten. Das im Rahmen des Planungsprozesses beschlossene Investitionsbudget der INDUS-Gruppe für das kommende Jahr liegt bei 90 bis 100 Mio. EUR Mio. EUR (exklusive Zukäufe). Als größere Investitionsprojekte sind neue Produktionsanlagen und der Aufbau neuer Produktionsstandorte geplant. Für Unternehmenszukäufe sieht die Planung eine Summe von 62 Mio. EUR für das Jahr 2022 vor. Hierin enthalten ist der Zahlungsmittelabfluss für den Erwerb der Heiber und Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER). Der Kaufvertrag wurde am 17. Dezember 2021 unterzeichnet, der wirtschaftliche Übergang, die Erstkonsolidierung und die Kaufpreiszahlung werden im 2. Quartal 2022 erfolgen. Mindestens eine weitere Akquisition auf Beteiligungsebene ist im Akquisitionsbudget für 2022 enthalten. Die Eigenkapitalquote der INDUS-Gruppe lag 2021 mit einem Wert von 42,4 % wieder oberhalb der Zielmarke von 40 %. Für das Jahresende 2022 wird ein Wert von rund 43 % prognostiziert. Mittelfristig bleibt es das Ziel, eine Eigenkapitalquote von über 40 % stabil zu halten. Im Rahmen der geplanten revolvierenden Finanzierung wird INDUS auch 2022 Fremdkapital in Form von Krediten und Schuldscheindarlehen aufnehmen. Ein weiteres ESG-linked Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 56.000 TEUR bereits im Dezember 2021 abgeschlossen. Die Valuta erfolgte am 12. Januar 2022. INDUS kann bei der Finanzierung auf die bewährten langjährigen Partner im Bankenbereich zurückgreifen, mit denen die Holding in ständigem Austausch steht. Die Tilgungsleistungen für das Geschäftsjahr 2022 betragen rd. 125 Mio. EUR. Aufgrund der aktuellen Finanzplanung geht der Vorstand von einer Mittelaufnahme in etwa der gleichen Größenordnung aus. Die geplante Nettokreditaufnahme 2022 wäre demzufolge Null. Die Entschuldungsdauer auf EBITDA-Basis hat sich 2021 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert und bereits wieder einen Wert von 2,3 erreicht. Für 2022 erwartet INDUS ein etwa konstantes Niveau für die Entschuldungsdauer. Damit soll die Entschuldungsdauer 2022 in dem Zielkorridor von 2,0 bis 2,5 Jahren verbleiben. ERTRAGSLAGE: STEIGENDER UMSATZ UND STEIGENDES EBIT FÜR 2022 GEPLANTSOLL-IST-VERGLEICH
Die meisten Unternehmen des Segments Bau / Infrastruktur haben erneut an ihrer Kapazitätsgrenze gearbeitet. Das EBIT aus dem Rekordjahr 2019 wurde 2021 nochmals übertroffen; die EBIT-Marge war allerdings leicht rückläufig. Der Umsatz konnte gesteigert werden, wozu organisches Wachstum der bestehenden Beteiligungen und anorganisches Wachstum durch die Neuakquisition von WIRUS beitragen konnten. Für das kommende Jahr erwarten fast alle Unternehmen des Segments leicht steigende Umsätze -teilweise sicher auch noch preisinduziert. Das Segment Bau / Infrastruktur wird im Jahr 2022 wieder eine zuverlässige Stütze des INDUS-Portfolios sein. Insgesamt erwartet der INDUS-Vorstand für das Segment einen leicht steigenden Umsatz, ein leicht sinkendes operatives Ergebnis (EBIT) und eine EBIT-Marge im Korridor von 13 bis 15 %. Die Entwicklung der Unternehmen im Segment Fahrzeugtechnik war im Jahr 2021 insbesondere wegen des Chipmangels und der damit verbundenen stark rückläufigen Serienabrufe ab dem 3. Quartal erneut sehr unbefriedigend. Leider litten nicht nur die Serienzulieferer, sondern auch die Unternehmen im Entwicklungs- und Prototypenbereich unter fehlenden Teilen und fehlenden Neuaufträgen. Das Jahr 2022 haben die Segmentunternehmen verhalten geplant; sie gehen von weiterhin geringen Serienabrufen im ersten Halbjahr aus. Das operative Ergebnis (EBIT) und die EBIT-Marge des Segments Fahrzeugtechnik werden trotz schrittweiser Verbesserung, leicht steigendem Umsatz sowie stark steigendem EBIT auch im Jahr 2022 negativ bleiben. Für die Unternehmen des Segments Maschinen- und Anlagenbau verlief das Jahr 2021 mit einer deutlichen Umsatz- und EBIT-Steigerung sehr positiv. Die EBIT-Marge konnte mit 13,0 % deutlich gesteigert werden und lag deutlich oberhalb der Zielbandbreite von 8 bis 10 %. Die Beteiligungen des Segments Maschinen- und Anlagenbau planen für das Jahr 2022 stark steigende Umsätze. Besonders bei den Unternehmen, die noch bis zur Jahresmitte 2021 einen schwachen Auftragseingang verzeichneten, hat sich die Lage nun ebenfalls entspannt. Auch beim EBIT wird weiteres Wachstum erwartet. Hinzu kommen Umsatz und operatives Ergebnis (EBIT) des neu akquirierten Verpackungsmaschinenspezialisten HEIBER und SCHRÖDER. Trotz dieser positiven Aussichten für 2022 bleibt abzuwarten, ob es den Segmentunternehmen wie bisher gelingt, die operativen Probleme angesichts fehlender Materialien zu bewältigen. In Summe erwartet INDUS für 2022 im Segment Maschinen- und Anlagenbau einen stark steigenden Umsatz, ein leicht steigendes EBIT und eine EBITMarge im Korridor von 10 bis 12 %. In Summe haben die Unternehmen des Segments Medizin- und Gesundheitstechnik im Jahr 2021 einen leicht steigenden Umsatz und ein leicht steigendes EBIT erwirtschaftet. Insgesamt wird ein zunehmender Trend zur Digitalisierung in der MedTech-Branche erwartet. Darüber hinaus werden mehr ambulante Behandlungen prognostiziert. Durch die Umsetzung der neuen Medizinprodukteverordnung sind die Unternehmen aber weiter hohen bürokratischen Anforderungen ausgesetzt. Für das Jahr 2022 erwarten alle INDUS-Segmentunternehmen steigende Umsätze. Das Segment-EBIT wird leicht steigen; durch die Zusammenführung der Standorte bei einer Beteiligung werden 2022 noch deutliche EBIT-Belastungen zu erwarten sein. Die EBIT-Marge wird innerhalb des Korridors von 7 bis 9 % liegen. Im Segment Metalltechnik haben alle fortgeführten Segmentunternehmen im Geschäftsjahr 2021 steigende Umsätze erwirtschaftet. Infolge der Stilllegung von BACHER und der Strukturveränderungen bei SIMON sind im Vorjahresvergleich 20,6 Mio. EUR Umsatz entfallen. Beim operativen Ergebnis (EBIT) konnte 2021 durch die verbesserte Performance vieler Segmentunternehmen und durch die oben erwähnte Portfolioveränderung eine deutliche Steigerung erzielt werden. Im Jahr 2022 planen die Segmentunternehmen einen leicht sinkenden Umsatz; durch die erst im Jahr 2021 abgeschlossene Stilllegung von BACHER wird im Vorjahresvergleich noch einmal Umsatz von rd. 10 Mio. EUR entfallen. Beim EBIT planen die fortgeführten Segmentunternehmen ein stark sinkendes Segment-EBIT wegen Belastungen durch weiter steigende Materialpreise. Die EBIT-Marge wird im Korridor von 7 bis 9 % liegen. NACHTRAGSBERICHTAm 24. Februar 2022 startete Russland militärische Angriffe gegen die Ukraine. Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam und rechnen damit, dass die wirtschaftlichen Folgen des Russland-Ukraine-Krieges voraussichtlich auch die Geschäftstätigkeit der Beteiligungen der INDUS-Gruppe belasten werden. Wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres 2022 über die nachfolgend dargestellten direkten Auswirkungen hinaus, können nicht ausgeschlossen werden. Umfang und Ausmaß der Auswirkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt weder absehbar noch quantifizierbar und daher nicht Bestandteil unserer Prognose. Die Beteiligungen der INDUS-Gruppe haben 2021 einen Umsatz in Höhe von rund 17 Mio. EUR mit Kunden in Russland und in Höhe von rund 3 Mio. EUR mit Kunden in der Ukraine erzielt. In Summe sind dies rund 1,2 % der Konzernumsatzerlöse aus 2021. Der Umsatz mit Kunden in Russland und der Ukraine wurde hauptsächlich im Segment Metalltechnik erzielt. Der Wegfall dieser Geschäfte wird nicht zu wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUS-Gruppe führen. Die INDUS Holding AG besitzt keine operativen Tochtergesellschaften oder Betriebsstätten in Russland oder der Ukraine. JAHRESABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2021Aktiva
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in der Kölner Straße 32 in 51429 Bergisch Gladbach, Deutschland. Im Handelsregister Köln ist die Gesellschaft unter HRB 46360 eingetragen. I. GLIEDERUNG SOWIE ANSATZ, BEWERTUNGS- UND UMRECHNUNGSMETHODENDer Jahresabschluss entspricht den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 bis 256a HGB sowie der §§ 264 bis 288 HGB in Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie den rechtsformspezifischen Rechnungslegungsvorschriften des Aktiengesetzes (§ 150 ff. AktG). Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert angewendet worden. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Soweit erforderlich erfolgt eine Abschreibung auf den am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert. Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden planmäßig ausschließlich linear abgeschrieben. Bei der Bemessung der Nutzungsdauer stellen wir auf die betrieblichen Erfahrungen ab. Für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungs- und Herstellungskosten mindestens EUR 250,00 betragen aber nicht EUR 1.000,00 übersteigen, ist im Jahre des Zugangs ein Sammelposten gebildet worden. Der Sammelposten wird im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst. Die Finanzanlagen werden mit Anschaffungskosten einschließlich der angefallenen Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Abschreibungen erfolgen nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB, soweit am Abschlussstichtag eine voraussichtliche dauernde Wertminderung vorliegt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauernde Wertminderung entfallen sind. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Werten am Bilanzstichtag angesetzt. Der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert bewertet. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet gemäß § 250 Abs. 1 HGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Verpflichtungen aus Altersversorgungsverträgen sowie für Altersteilzeit werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB im Rahmen einer Bewertungseinheit mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen dienen, verrechnet. Die Rückstellung für Altersteilzeit wird unter Ansatz eines Zinssatzes von 0,77 Prozent gebildet. Die Steuerbelastungen und -entlastungen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögenswerten, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden verrechnet. Verlustvorträge, soweit vorhanden, werden bei den aktiven latenten Steuern in Höhe der in den nächsten fünf Jahren zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt. Das Wahlrecht des § 274 Abs.1 Satz 2 HGB zur Aktivierung einer sich im Saldo ergebenden Steuerentlastung wird grundsätzlich ausgeübt. Die im Saldo bestehende Steuerbelastung oder -entlastung wird gemäß § 274 Abs.1 HGB als passive oder aktive latente Steuer ausgewiesen. Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Insgesamt sind die Rückstellungen so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken Rechnung tragen. Von dem Abzinsungswahlrecht für kurzfristige Rückstellungen wird kein Gebrauch gemacht. Alle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Ausgereichte Darlehen in fremder Währung werden zum historischen Kurs oder zum niedrigeren Stichtagskurs umgerechnet. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung im Jahresabschluss erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren im Sinne des § 275 Abs. 2 HGB. Das Unternehmen hat aufgrund bestehender Grundgeschäfte Risiken aus der Änderung von Zinssätzen. Diese Risiken werden für die gesamte Laufzeit der bestehenden Grundgeschäfte durch derivative Finanzgeschäfte abgesichert (Zinsswaps), die mit den jeweiligen Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst sind. Die Grund- und Sicherungsgeschäfte stimmen jeweils in allen relevanten Parametern überein. Die Sicherungsbeziehungen sind in vollem Umfang wirksam und werden nach der Einfrierungsmethode abgebildet. Zum 31. Dezember 2021 wiesen die zinsbezogenen Sicherungsgeschäfte mit einem Nominalvolumen von EUR 155,3 Mio. (im Vorjahr EUR 198,8 Mio.) insgesamt einen negativen Marktwert von EUR 2,6 Mio. (im Vorjahr negativer Marktwert von EUR 4,3 Mio.) aus. Die Zeitwerte der derivativen Finanzgeschäfte wurden anhand der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt und mit vorhandenen Marktinformationen verprobt. II. ANGABEN ZUR BILANZDie Entwicklung des Anlagevermögens ist im Einzelnen im Anlagespiegel dargestellt, der diesem Anhang als Anlage 1 beigefügt ist. 1. FinanzanlagenBei den Zugängen der Anteile an verbundenen Unternehmen handelt es sich um die Anschaffungskosten von Anteilen an neuerworbenen Beteiligungen sowie der hinzuerworbenen Anteile an bereits bestehenden Beteiligungen und um nachträgliche Anschaffungskosten durch Kapitalmaßnahmen bei bereits bestehenden Beteiligungen. Zu den Abschreibungen bzw. Zuschreibungen wird auf die Anmerkungen zur Gewinn- und Verlustrechnung verwiesen. Die Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB enthält die Anteilsbesitzliste, die dem Anhang als Anlage 2 beigefügt ist. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen beinhalten langfristige Darlehen sowie partiarische Darlehen an Beteiligungsgesellschaften. 2. Forderungen gegen verbundene UnternehmenEs handelt sich um laufende Verrechnungskonten, denen die Bewegungen aus dem Finanzverkehr gutgeschrieben und belastet werden. Die Gutschriften der Gewinnansprüche aus dem Anteilsbesitz erfolgen ebenfalls über diese Konten. 3. Sonstige VermögensgegenständeDie sonstigen Vermögensgegenstände im Jahresabschluss enthalten antizipative Beträge in Höhe von EUR 47.765,60 (Vorjahr: EUR 91.859,66). 4. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der VermögensverrechnungEs liegt ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von EUR 2.351,24 (Vorjahr: EUR 0,00) vor. Dieser resultiert aus einem Aktivwert einer Rückdeckungsversicherung in Höhe von EUR 56.801,24 (Vorjahr: EUR 25.883,62) für eine Altersteilzeitverpflichtung, der von der Versicherung ermittelt und mitgeteilt worden ist. Dem Aktivwert steht ein Rückstellungsbetrag in Höhe von EUR 54.450,00 (Vorjahr: EUR 25.883,62) gegenüber. In dem Personalaufwand sind Aufwendungen aus Löhnen und Gehältern aus Altersteilzeit in Höhe von insgesamt EUR 26.849,66 (Vorjahr: EUR 0,00) ausgewiesen. Den Personalaufwendungen in Höhe von EUR 29.200,90 (Vorjahr: EUR 0,00) stehen sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 2.351,24 (Vorjahr: EUR 0,00) gegenüber. Die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB liegen vor, so dass die Bilanzposten sowie die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung miteinander verrechnet worden sind. Der aktive Unterschiedsbetrag unterliegt in Höhe von EUR 2.351,24 (Vorjahr: EUR 0,00) der Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB. 5. EigenkapitalDas Grundkapital der INDUS Holding Aktiengesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag EUR 69.928.453,64 (Vorjahr: EUR 63.571.323,62). Die Zusammensetzung der Kapitalrücklage stellt sich wie folgt dar:
Die Kapitalrücklage entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:
Die anderen Gewinnrücklagen entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:
6. AltersversorgungsverpflichtungenDie Ansprüche des Berechtigten sind an den Wert der Rückdeckungsversicherung vertraglich gekoppelt. Für die saldierte Rückstellung ergibt sich daher stets ein Betrag von EUR 0,00. Für die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen wurde auf der Basis der von der Versicherung mitgeteilten Aktivwerte ein beizulegender Zeitwert von EUR 79.605,00 (Vorjahr: EUR 82.772,00) ermittelt. Der Rückstellungsbedarf für die Altersversorgungsverpflichtungen wurde unter Berücksichtigung der leistungskongruenten Rückdeckungsversicherungen mit einem Betrag von EUR 79.605,00 (Vorjahr: EUR 82.772,00) berechnet. Durch die insolvenzfeste Abtretung der Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen liegen die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB vor, so dass die Bilanzposten und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB jeweils miteinander zu verrechnen waren. 7. SteuerrückstellungenDie Steuerrückstellungen enthalten eine Rückstellung für Körperschaftsteuer für die periodengleich vereinnahmten Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, für Risiken aus der Betriebsprüfung sowie eine Rückstellung für Gewerbesteuer. 8. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen enthalten wesentliche Beträge für variable Vergütungsbestandteile, für die Kosten der Hauptversammlung und Veröffentlichung sowie für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses. 9. Verbindlichkeiten
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 69.650.000,00 (Vorjahr: EUR 73.875.000,00) enthalten. Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert. 10. Latente Steuern
Den latenten Steuern liegt ein Steuersatz von 15,825 % zugrunde. Der Saldo der Steuerbelastungen und -entlastungen wurde nach § 274 Abs. 1 HGB als passive latente Steuern ausgewiesen. III. ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG1. UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse der INDUS Holding Aktiengesellschaft beinhalten Honorare für die erbrachten Beratungsleistungen gegenüber den Tochterunternehmen. 2. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge, die sich im Berichtsjahr auf TEUR 35.518 (Vorjahr: TEUR 1.596) belaufen, betreffen im Wesentlichen Erträge aus Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 33.885 (Vorjahr: TEUR 100), Erträge aus weiterberechneten Kosten in Höhe von TEUR 240 (Vorjahr TEUR 903), sowie stichtagsbezogene Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 587 (Vorjahr: TEUR 29). 3. Erträge aus BeteiligungenHier werden die der INDUS Holding Aktiengesellschaft direkt zufließenden Erträge aus den Personengesellschaften und die Dividendenansprüche gegenüber den Kapitalgesellschaften einschließlich der darauf entfallenden anrechenbaren Steuerbeträge ausgewiesen. 4. Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die sich im Berichtsjahr auf TEUR 14.919 (Vorjahr: TEUR 11.666) belaufen, sind im Wesentlichen Verluste aus der Veräußerung von Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 6.122 (Vorjahr: TEUR 3.455) sowie Aufwendungen für Rechts- und Beratungsaufwendungen in Höhe von TEUR 2.256 (Vorjahr: TEUR 2.450) enthalten. Darüber hinaus sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 125 (Vorjahr: TEUR 111) enthalten. Hiervon entfallen TEUR 111 (Vorjahr: TEUR 67) auf die stichtagsbezogene Umrechnung von Forderungen an verbundene Unternehmen, die in fremder Währung ausgegeben worden sind. 5. Erträge aus Ausleihungen des FinanzanlagevermögensDie Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens enthalten ergebnisabhängige Zinserträge aus partiarischen Darlehen in Höhe von TEUR 39.458 (Vorjahr: TEUR 36.299). 6. Abschreibungen auf FinanzanlagenDie Abschreibungen der Finanzanlagen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung betragen TEUR 99.132 (Vorjahr: TEUR 51.287). 7. Zinsen und ähnliche AufwendungenEs handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen für mittel- und langfristige Bankverbindlichkeiten sowie Schuldscheindarlehen. 8. Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten aperiodische Aufwendungen in Höhe von TEUR 878 (Vorjahr: aperiodische Erträge in Höhe von TEUR 501). IV. SONSTIGE ANGABEN1. Durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden
2. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenDie INDUS Holding Aktiengesellschaft haftet im Zusammenhang mit einer Avalkreditzusage an verbundene Unternehmen für Anzahlungs-, Vertragserfüllungs- und Mängelgewährleistungsbürgschaften gegenüber einem Kreditversicherer als Gesamtschuldnerin. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 7.981.715,46 (Vorjahr: EUR 8.115.788,74). Des Weiteren hat die INDUS Holding Aktiengesellschaft gegenüber der Deutsche Leasing für Sparkassen und Mittelstand GmbH die Mit-Leasing-Nehmerschaften für verbundene Unternehmen übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 8.435.877,87 (Vorjahr: EUR 8.723.581,68). Weiterhin hat die INDUS Holding Aktiengesellschaft in den Vorjahren gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg eine Bürgschaft zur Absicherung der Mietansprüche für ein verbundenes Unternehmen übernommen. Die Bürgschaft ist im Geschäftsjahr 2021 erloschen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 200.000,00). Die verbundenen Unternehmen können die eingegangenen Verbindlichkeiten aus heutiger Sicht erfüllen. Mit einer Inanspruchnahme der INDUS Holding Aktiengesellschaft ist daher nicht zu rechnen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen bei der INDUS Holding Aktiengesellschaft aus Leasingverpflichtungen in Höhe von insgesamt EUR 174.788,60 (Vorjahr: EUR 133.824,76). Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat die vertragliche Verpflichtung übernommen, auf Verlangen der Verkäufer restliche Anteile von bestehenden Tochtergesellschaften zu erwerben. Der Gesamtbetrag der hieraus resultierenden sonstigen finanziellen Verpflichtung beträgt zum Bilanzstichtag EUR 45.164.213,04 (Vorjahr: EUR 15.401.610,17). Im Rahmen des Verkaufs der Wiesauplast Holding KG hat die INDUS Holding AG, wie bei solchen Transaktionen üblich, Gewährleistungen gegeben und Freistellungen übernommen. Soweit notwendig wurden hierfür bei der Wiesauplast Holding KG und deren Tochtergesellschaften Rückstellungen gebildet. Die INDUS Holding AG sieht aktuell kein Risiko einer Inanspruchnahme aus einer Gewährleistung oder Freistellung. 3. Beteiligungen der INDUS Holding AktiengesellschaftDie Zusammenstellung des gesamten Beteiligungsbesitzes zeigt die als Anlage dem Anhang beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes. Die Aufstellung ist Bestandteil des Anhangs. In der Anteilsbesitzliste sind ebenfalls diejenigen Beteiligungsgesellschaften aufgeführt, die von der Befreiung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 291 Abs. 1 bzw. zur Offenlegung eines Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 bzw. § 264 b HGB Gebrauch machen. 4. Aufsichtsrat der INDUS Holding AktiengesellschaftJÜRGEN ABROMEITChairman/CEO der A-xellence AG, Osnabrück VORSITZENDER WOLFGANG LEMB *Geschäftsführendes Vorstandsmitglied IG Metall, Frankfurt am Main STELLVERTRETENDER VORSITZENDER DR. JÜRGEN ALLERKAMPVolljurist, Vorsitzender des Vorstands Investitionsbank Berlin, Berlin (bis 30. Juni 2021) Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:
1)
Dieses Mandat ist eine Konzerngesellschaft der Investitionsbank Berlin DR. DOROTHEE BECKERDiplom-Ökonomin, Sprecherin der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Gebrüder Becker, Wuppertal DOROTHEE DIEHM *1. Bevollmächtigte der IG Metall - Geschäftsstelle Freudenstadt, Freudenstadt Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:
PIA FISCHINGER *Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Karl Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden CORNELIA HOLZBERGER *Wirtschaftsjuristin, M. Braun Inertgas-Systeme GmbH, Garching-Hochbrück GEROLD KLAUSMANN *Leiter Finanzen/Controlling bei der Karl Simon GmbH & Co. KG, Aichhalden ISABELLA PFALLERDiplom-Mathematikerin, Mitglied des Vorstandes der Versicherungskammer Bayern, München, verantwortlich für die Bereiche Finanzen und Rechnungswesen Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:
2)
Diese Mandate sind Konzerngesellschaften der Versicherungskammer Bayern. HELMUT SPÄTHKaufmann (Dipl.Kfm.) Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:
UWE TRINOGGA *Leiter der Qualitätssicherung bei der Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG, Driedorf CARL MARTIN WELCKERIngenieur (Dipl.Ing), geschäftsführender Gesellschafter der Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG, Köln 5. Vorstand der INDUS Holding AktiengesellschaftDR.-ING. JOHANNES SCHMIDTVORSTANDSVORSITZENDER Weiteres Mandat in Beratungsgremien:
DR. JÖRN GROßMANNDr. rer nat., MBA AXEL MEYERDipl.-Wirtschafts-Ing., LL.M. RUDOLF WEICHERTDiplom-Kaufmann Weiteres Mandat in Beratungsgremien:
6. Gesamtbezüge des Vorstandes und des AufsichtsratesDie gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der INDUS Holding Aktiengesellschaft setzen sich für das Geschäftsjahr 2021 aus dem festen Grundgehalt (einschließlich steuerpflichtiger geldwerter Vorteile), der ergebnisabhängigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive-Programm) und der aktienorientierten Vergütung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Long-Term-In-centive-Programm) zusammen. Auf der Hauptversammlung 2021 wurde ein neues Vergütungssystem für die Vorstände und Aufsichtsräte gebilligt. Die variablen Komponenten STI und LTI der Vorstandsvergütung wurden neu definiert. Insgesamt sind TEUR 2.794 (Vorjahr: TEUR 2.794) an die Vorstände gewährt worden. Auf das Geschäftsjahr entfallen insgesamt TEUR 3.277 TEUR (Vorjahr: TEUR 2.810), davon TEUR 1.747 auf die feste Vergütung (Vorjahr: TEUR 1.720), TEUR 740 auf die variable Vergütung (Vorjahr: TEUR 740) und TEUR 790 auf die virtuellen Aktienoptionen (Vorjahr: TEUR 350). Auf das Vorjahr entfallen TEUR -483 (Vorjahr: TEUR -16) variable Vergütung. Zu den individualisierten Vorstandsvergütungen verweisen wir auf den separaten veröffentlichten Vergütungsbericht. Die Anwartschaftsbarwerte der durch Gehaltsumwandlung von ehemaligen Vorständen bis zum Bilanzstichtag erworbenen Altersversorgungsansprüche sowie die Inanspruchnahmen im Geschäftsjahr betrugen:
Die Altersversorgungsansprüche sind durch wertkongruente Rückdeckungsversicherungen gedeckt. Infolge der insolvenzfesten Abtretung an den Anspruchsberechtigten waren die Aktiv- und Passivpositionen im Jahresabschluss als Bewertungseinheit zu verrechnen. Das bisherige Long Term Incentive-Programm (bis 2020) bestand aus sogenannten virtuellen Aktienoptionen (SAR, Stock Appreciation Rights). Ein SAR ist die Zusage einer Zahlung, deren Höhe sich nach der Differenz zwischen dem Basispreis des SAR und dem aktuellen Börsenkurs bei Ausübung des SAR bemisst. Der Basispreis des SAR entsprach dem Mittelwert der Schlusskurse im XETRAHandel für die Aktie der Gesellschaft während der letzten 20 Handelstage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Dem Vorstand wurde jährlich eine Tranche von SARs gewährt. Bei Gewährung wurde der Optionspreis des SAR ermittelt. Auf Basis des vertraglich vereinbarten Zielwertes ergab sich daraus die Anzahl der zugeteilten SARs der Tranche. Die SARs sind ab ihrer Gewährung unverfallbar. Für die Optionsausübung jeder gewährten Tranche besteht eine Sperrfrist (vier Jahre). Die sich an die Sperrfrist anschließende Ausübungszeit beträgt zwei Jahre. Die Auszahlung einer Tranche kann nur erfolgen, wenn der Aktienkurs bei Ausübung über dem Basispreis des SAR der Tranche liegt und eine definierte Erfolgshürde (Mindestkurssteigerung von 12 % innerhalb der Sperrfrist) erreicht. Für die Auszahlung besteht eine Obergrenze (Cap) von 200 % des vertraglich vereinbarten Zielwertes. Dem Vorstand wurden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wurden. Im Geschäftsjahr 2020 wurden die letzten 55.031 SAR ausgegeben. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt TEUR 350. Der Bestand der bis zum 31. Dezember 2021 insgesamt gewährten und noch nicht ausgeübten SAR betrug 228.264 Stück (Vorjahr: 268.505). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der insgesamt gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag TEUR 505 (Vorjahr: TEUR 976). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Im Personalaufwand ist die Zuführung mit 0 TEUR (Vorjahr: 386 TEUR) enthalten. Eine Auflösung in Höhe von 471 TEUR ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen (Vorjahr: 46 TEUR) erfasst. Im Geschäftsjahr und im Vorjahr sind keine Zahlungen aus den Aktienoptionen erfolgt. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Optionspreismodell von Black/Scholes und einer angemessenen Volatilität für INDUS sowie einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Die Optionen besitzen eine Sperrfrist von vier Jahren und eine Ausübungszeit von zwei Jahren. Das neue LTI-Programm ist als Virtueller Performance Share Plan (VPSP) ausgestaltet. Der VPSP basiert auf einer vierjährigen Performanceperiode, die jeweils am Anfang eines Geschäftsjahres startet. Zu Beginn einer Performanceperiode werden den Vorstandsmitgliedern virtuelle Aktien (Performance Share Unit - PSU) zugeteilt. Die Anzahl der PSUs zu Beginn der Performanceperiode wird über Division des individuellen LTI-Zielwerts durch den Aktienkurs bei Zuteilung ermittelt. Der Aktienkurs bei Zuteilung ist der durchschnittliche Schlusskurs im XETRA-Handelssystem der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der letzten 40 Handelstage. Über die Erreichung des vom Aufsichtsrat für die Performanceperiode definierten externen Erfolgsziels und des internen Erfolgsziels kann sich die Anzahl der PSUs über die Performanceperiode hinweg durch einen Bonusfaktor ändern. Bei Untererfüllung der Erfolgsziele liegt der Bonusfaktor unter 100 % -die Anzahl der PSUs reduziert sich entsprechend und kann bei starker Untererfüllung auch vollständig entfallen. Bei Übererfüllung der Erfolgsziele liegt der Bonusfaktor über 100 % -die Anzahl der PSUs erhöht sich entsprechend. Die finale Anzahl der PSUs am Ende der Performanceperiode ist auf 150 % der Anzahl der PSUs zu Beginn der Performanceperiode begrenzt. Nach Vorbereitung durch den Personalausschuss setzt der Aufsichtsrat das externe und das interne Erfolgsziel für die jeweilige Performanceperiode zu Beginn der jeweiligen Performanceperiode fest. Diese Festsetzungen werden während der Laufzeit einer Performanceperiode nicht mehr verändert. Im Geschäftsjahr 2021 wurden die ersten 25.380 virtuellen Performance Shares (VPS) aus dem neuen LTI-Programm ausgegeben. Dieser Plan (LTI-Plan 2021) besitzt einen Performance-Zeitraum bis zum 31.12.2024. In 2025 kommt es dann zur möglichen Auszahlung aus dem LTI-Plan 2021. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der VPS insgesamt 790 TEUR. Der Bestand der gewährten und noch nicht ausgeübten VPS bis zum 31. Dezember 2021 beträgt 25.380 Stück. Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten und noch nicht ausgeübten VPS betrug zum Bilanzstichtag 676 TEUR. In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Im Personalaufwand ist die Zuführung in gleicher Höhe enthalten. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Monte-Carlo-Simulationsmodell. Hierbei wurde eine angemessene Volatilität für INDUS sowie ein risikoloser Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche angenommen. Für die Berechnung des TSR wurde eine angemessene Korrelation der INDUS-Aktie und des S-DAX-Index aus den historischen Daten der vergangenen drei Jahre abgeleitet. Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wesentlich verändert und damit eine gravierende Änderung der Unternehmensstrategie verbunden ist (Change of Control), sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Dienstvertrages berechtigt. Erfolgt eine Abberufung eines Vorstandsmitglieds innerhalb eines Jahres nach Change of Control, ohne, dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, ist das Vorstandsmitglied ebenfalls zur außerordentlichen Kündigung des Dienstvertrages berechtigt. Macht das Vorstandsmitglied von diesem Recht Gebrauch, zahlt die Gesellschaft eine Abfindung in Höhe der Festvergütung für zwei Jahre, maximal jedoch in Höhe der Festvergütung, die das Vorstandsmitglied bis zum regulären Vertragsende erhalten hätte. Die Gesamtvergütungen des Aufsichtsrates der INDUS Holding Aktiengesellschaft betrugen für das Geschäftsjahr 2021 TEUR 706 (Vorjahr: TEUR 751). 7. Zahl der Aktien je GattungDas Grundkapital der INDUS Holding Aktiengesellschaft beträgt am Bilanzstichtag EUR 69.928.453,64 (Vorjahr: EUR 63.571.323,62). Es ist eingeteilt in 26.895.559 (Vorjahr: 24.450.509) auf den Inhaber lautende Stückaktien. Am 26. März 2021 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund 10 % des Grundkapitals (6.357.130,02 EUR) abgeschlossen. Die Anzahl der Aktien erhöhte sich um 2.445.050 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 2,60. 8. Das Genehmigte KapitalDer Vorstand ist gemäß § 6.1. der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 25. Mai 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 34.964.225,52 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich sogenannter gemischter Sacheinlagen) durch Ausgabe von bis zu 13.447.779 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021) und dabei einen vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses Geschäftsjahres noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Die neuen Aktien können auch an ein oder mehrere Kreditinstitute oder andere in § 186 Abs. 5 Satz 1 des AktG genannte Unternehmen mit der Verpflichtung ausgegeben werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht) oder auch teilweise im Wege eines unmittelbaren Bezugsrechts (etwa an bezugsberechtigte Aktionäre, die vorab eine Festbezugsvereinbarung abgegeben haben), oder im Übrigen im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 5 AktG gewährt werden. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder abgegeben bzw. auszugeben sind. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte, die Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrages, festzulegen. 9. Bedingtes KapitalDas Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.700.000,04, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahrs, in dem sie durch Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder durch Erfüllung von Options- bzw. Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals und nach Ablauf sämtlicher Options- bzw. Wandlungsfristen zu ändern. 10. Honorar des AbschlussprüfersDas im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer setzt sich wie folgt zusammen: a) für die Abschlussprüfung: Jahresabschluss und Konzernabschluss: EUR 610.881,92 (davon für Vorjahre: EUR 32.016,92) b) andere Bestätigungsleistungen EUR 40.000,00 (davon für Vorjahre: EUR 5.000,00) c) Steuerberatungsleistungen EUR 38.000,00 d) sonstige Leistungen: EUR 30.000,00 Die Bestätigungsleistungen betreffen die prüferische Durchsicht des nichtfinanziellen Berichts der INDUS-Gruppe, die freiwillige materielle Prüfung des Vergütungsberichtes und eine Bestätigung für Kreditgeber. 11. Erklärung zum Corporate Governance KodexDer Vorstand und der Aufsichtsrat haben am 18. März 2021 und am 9. Dezember 2021 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht. 12. Meldungen nach § 21 Abs. 1 WpHGDie Dimensional Holdings Inc., Austin, Texas, Vereinigte Staaten von Amerika, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 01.04.2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 26.03.2021 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,76 % (das entspricht 741.449 Stimmrechten) betragen hat. Die Wirtgen Invest Holding GmbH, Neustadt (Wied), Deutschland, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 31.03.2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 26.03.2021 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,70 % (das entspricht 995.376 Stimmrechten) betragen hat. Die Epina GmbH & Co. KG, Gütersloh, Deutschland, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 31.03.2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 26.03.2021 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,73 % (das entspricht 734.815 Stimmrechten) betragen hat. Die MainFirst SICAV, Strassen, Luxemburg, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 22.02.2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 18.02.2021 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,002657327093 % (das entspricht 734.165 Stimmrechten) betragen hat. Herr Hans Joachim Selzer, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach (ISIN: DE0006200108, WKN: 620010), am 28. Februar 2011 die Schwelle von 3 % und 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 8,53 % (das entspricht 1.723.808 Stimmrechten) beträgt. Davon sind ihm 8,53 % (das entspricht 1.723.808 Stimmrechten) gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. Von diesen Stimmrechten sind ihm zudem 1,83 % (das entspricht 370.033 Stimmrechten) ebenfalls nach § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, Deutschland, hat gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. November 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 11. November 2011 die Schwelle von 10 % und 15 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 17,36 % (das entspricht 3.857.704 Stimmrechten) betragen hat. Von diesen Stimmrechten waren gemäß der Mitteilung der Bayerischer Versicherungsverband Versicherungsaktiengesellschaft, München, Deutschland, vom 30. November 2011 am 25. November 2011 2,34 % der Stimmrechte (das entspricht 520.702 Stimmrechten) dem Bayerischen Versicherungsverband zuzurechnen. 13. Vorschlag für die Verwendung des BilanzgewinnsDer Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von EUR 54.748.951,88 wie folgt zu verwenden: Zahlung einer Dividende von EUR 1,05 je Stückaktie (26.895.559)
V. NACHTRAGSBERICHTAm 24. Februar 2022 startete Russland militärische Angriffe gegen die Ukraine. Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam und rechnen damit, dass die wirtschaftlichen Folgen des RusslandUkraine-Krieges voraussichtlich auch die Geschäftstätigkeit der Beteiligungen der INDUS-Gruppe belasten werden. Wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres 2022 können nicht ausgeschlossen werden. Umfang und Ausmaß der Auswirkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt weder absehbar noch quantifizierbar und daher nicht Bestandteil unserer Prognose. Die Beteiligungen der INDUS-Gruppe haben 2021 einen Umsatz in Höhe von rund 17 Mio. EUR mit Kunden in Russland und in Höhe von rund 3 Mio. EUR mit Kunden in der Ukraine erzielt. In Summe sind dies rund 1,2 % der Konzernumsatzerlöse aus 2021. Der Umsatz mit Kunden in Russland und der Ukraine wurde hauptsächlich im Segment Metalltechnik erzielt. Der Wegfall dieser Geschäfte wird nicht zu wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUSGruppe führen. Die INDUS Holding AG besitzt keine operativen Tochtergesellschaften oder Betriebsstätten in Russland oder der Ukraine.
Bergisch Gladbach, den 16. März 2022 Der Vorstand Dr.-Ing. Johannes Schmidt Dr. Jörn Großmann Axel Meyer Rudolf Weichert ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2021
Anteilsbesitzliste zum 31.12.2021 der INDUS Holding AG
(1)
Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch GladbachVermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, -bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Den gesonderten Nachhaltigkeitsbericht inkl. des nichtfinanziellen Berichts und die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentliche Erklärung bzw. Konzernerklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f bzw. § 315d HGB, auf die sich die Querverweise in den Abschnitten "Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren", "Corporate Governance" und "Erläuterung der Einzelrisiken" des zusammengefassten Lageberichts beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
a) Das Risiko für den AbschlussZum Abschlussstichtag werden in der Bilanz der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, Anteile an verbundenen Unternehmen mit einem Buchwert von EUR 926,0 Mio. (55 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Gemäß § 253 Abs. 3 S. 5 HGB sind Vermögensgegenstände des Anlagenvermögens bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßig abzuschreiben. Dieser niedrigere Wertansatz darf gemäß § 253 Abs. 5 S. 1 HGB nicht beibehalten werden, wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen. Als Ergebnis der jährlichen Überprüfung der Buchwerte im Hinblick auf niedrigere beizulegende Werte am Bilanzstichtag wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 99,1 Mio. erfasst. Wertaufholungen wurden in Höhe von EUR 33,9 Mio. vorgenommen, da die Gründe für den niedrigeren Wertansatz nicht mehr bestehen. Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind in den Abschnitten I. und II. 1. des Anhangs enthalten. Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat zum Abschlussstichtag die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungsansätze überprüft. Für alle wesentlichen Beteiligungen wurden durch die INDUS Holding Aktiengesellschaft eigene Unternehmensbewertungen zur Ermittlung der beizulegenden Werte durchgeführt. Die beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen wurden jeweils als Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt, wobei die von den gesetzlichen Vertretern der Beteiligungen erstellten und vom Vorstand genehmigten Mehrjahres-Planungsrechnungen zugrunde gelegt wurden. Das Ergebnis dieser Bewertungen unterliegt maßgeblich dem Einfluss geschätzter Werte und ist daher mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Dies gilt besonders hinsichtlich der potentiellen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Umsatz- und Ergebnisplanungen der Beteiligungen. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der INDUS Holding Aktiengesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. b) Prüferisches Vorgehen und SchlussfolgerungenIm Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst mit dem Prozess zur Durchführung der Prüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen und den in diesen Prozess implementierten rechnungslegungsrelevanten Kontrollen auseinandergesetzt. Bei unseren weiteren Prüfungshandlungen haben wir besonderen Augenmerk auf solche wesentlichen Beteiligungen gelegt, für die Anhaltspunkte für einen geminderten beizulegenden Wert vorliegen oder bei denen der beizulegende Wert nahe an oder unter deren Buchwert liegt, sowie auf solche wesentliche Beteiligungen, für die Anhaltspunkte vorliegen, dass die Gründe für einen niedrigeren Wertansatz nicht mehr bestehen. Wir haben die Planungsrechnungen, die den Bewertungsmodellen von unter Risikogesichtspunkten ausgewählten wesentlichen Beteiligungsansätzen zugrunde liegen, auf Basis einer Analyse der uns vorgelegten Planungsrechnungen, der diesen zugrunde liegenden Prämissen sowie ergänzende und erläuternde Unterlagen beurteilt. Ferner haben wir für diesen Zweck Erörterungen mit dem für die jeweiligen Beteiligungen verantwortlichen Mitarbeiter des Controllings der Gesellschaft und in ausgewählten Fällen mit der lokalen Geschäftsführung der Beteiligungen sowie dem Vorstand der INDUS Holding Aktiengesellschaft durchgeführt. Dabei haben wir diese auch auf eine möglicherweise einseitige Ermessensausübung hin untersucht sowie auf eine nachvollziehbare Berücksichtigung potenzieller wirtschaftlicher Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Umsatz- und Ergebnisplanungen der Beteiligungen. Darüber hinaus haben wir die Planungstreue durch Vergleich der Planung des Vorjahres mit den realisierten Ist-Werten beurteilt. Weiterhin haben wir die verwendeten Berechnungsverfahren auf ihre methodisch korrekte Anwendung unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards, die Herleitung der Diskontierungssätze sowie in Stichproben die rechnerische Richtigkeit beurteilt. Die Berechnungsergebnisse der Gesellschaft haben wir anhand ergänzender Analysen, zu denen auch Sensitivitätsanalysen gehören, validiert. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsmethoden, -parameter und -annahmen sind sachgerecht abgeleitet und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der in Abschnitt "Corporate Governance" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGBPrüfungsurteilWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "indusholdingag.xhtml" mit der Prüfsumme SHA256:7ab4643550d6f43ff824f8ba8b18bc7b35b5cd5bd23ebd18c7b2d4600dd4ede5 enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-UnterlagenDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-UnterlagenUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 26. Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1. November 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2013 als Abschlussprüfer der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und zusammengefasste Lagebericht -auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen -sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Nikolaus Krenzel.
Köln, 17. März 2022 Ebner Stolz GmbH & Co. KG Burkhard Völkner, Wirtschaftsprüfer Nikolaus Krenzel, Wirtschaftsprüfer VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUS Holding Aktiengesellschaft vermittelt und im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Bergisch Gladbach, den 16. März 2022 Der Vorstand Dr. Johannes Schmidt Dr. Jörn Großmann Axel Meyer Rudolf Weichert BERICHT DES AUFSICHTSRATSGeschäftsjahr 2021Bericht des Aufsichtsrats Sehr geehrte Damen und Herren,
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| Teilnahme ordentliche Sitzungen | in % | Teilnahme außerordentliche Sitzung | in % | |
| Aufsichtsrat | ||||
| Jürgen Abromeit (Vorsitzender) | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Wolfgang Lemb (stv. Vorsitzender) | 5/6 | 83 | 1/1 | 100 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Dr. Dorothee Becker | 5/6 | 83 | 1/1 | 100 |
| Dorothee Diehm | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Pia Fischinger | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Cornelia Holzberger | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Gerold Klausmann | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Isabella Pfaller | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Helmut Späth | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Uwe Trinogga | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Carl Martin Welcker | 6/6 | 100 | 1/1 | 100 |
| Teilnahme | in % | |
| Personalausschuss | ||
| Jürgen Abromeit (Vorsitzender) | 5/5 | 100 |
| Dr. Dorothee Becker | 5/5 | 100 |
| Dorothee Diehm | 5/5 | 100 |
| Wolfgang Lemb | 4/5 | 80 |
| Prüfungsausschuss | ||
| Isabella Pfaller (Vorsitzende) | 5/5 | 100 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 5/5 | 100 |
| Gerold Klausmann | 5/5 | 100 |
| Ad-hoc Ausschuss | ||
| Jürgen Abromeit (Vorsitzender) | 1/1 | 100 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 1/1 | 100 |
| Gerold Klausmann | 1/1 | 100 |
Gemeinsam mit dem Vorstand hat der Aufsichtsrat am 18. März 2021 sowie am 9. Dezember 2021 jeweils eine aktualisierte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz abgegeben, die auf der INDUS-Website zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wurden in der Sitzung am 18. März 2021 eine überarbeitete Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat, die ebenfalls auf die INDUS-Website abrufbar ist, sowie eine neugefasste Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen. Diese stehen im Einklang mit der taggleich verabschiedeten Neufassung der Satzung. Am 25. März 2021 wurde die Neufassung der Satzung noch um die erfolgte Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2019 angepasst. Die ordentliche Hauptversammlung am 26. Mai 2021 hat die neugefasste Satzung wie vorgeschlagen beschlossen.
In der ersten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 10. Februar 2021 befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit dem Strategiebericht des Vorstands zum Segment Fahrzeugtechnik. Intensiv diskutiert wurden insbesondere der Verlauf sowie die geplante weitere Entwicklung der beiden Repositionierungen SELZER und S.M.A. Darüber hinaus erläuterte der Vorstand die geplante Akquisition der WIRUS Fenster GmbH & Co. KG und verbundener Unternehmen, die der Aufsichtsrat nach erfolgter Diskussion genehmigte. Weiterer Gegenstand der Beratungen war die Umsetzung des in der Aufsichtsratssitzung am 9. Dezember 2020 beschlossenen neuen Vorstandsvergütungssystems, das die infolge der Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie in deutsches Recht und der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex geänderten Anforderungen erfüllt, sowie aktualisierte Finanzierungsszenarien für das laufende Geschäftsjahr.
In der zweiten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 18. März 2021 standen die Vorlage und Erläuterung des Jahresabschlusses 2020 der INDUS Holding AG und des Konzerns sowie die Beschlussfassungen hierzu im Fokus. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses erläuterte dem Aufsichtsrat insbesondere die bedeutenden Aspekte der Rechnungslegung für den Konzernabschluss. Nach intensivem Austausch mit dem Abschlussprüfer Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Stuttgart, Niederlassung Köln, und auf Empfehlung des Prüfungsausschusses billigte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2020. Nach eingehender Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwände gegen den gemeinsamen Lagebericht mit dem erläuternden Bericht des Vorstands erhoben.
Der Empfehlung des Personalausschusses folgend wurde dem im Lagebericht enthaltenen Vergütungsbericht zugestimmt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Dividendenvorschlag und den Beschlussvorschlägen des Vorstands für die ordentliche Hauptversammlung 2021 angeschlossen. Gestützt auf den Vorschlag des Prüfungsausschusses beschloss der Aufsichtsrat, der Hauptversammlung vorzuschlagen, die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Stuttgart, Niederlassung Köln, zum Abschlussprüfer für die Gesellschaft und den Konzern für das Geschäftsjahr 2021 zu wählen.
Den Empfehlungen des Personalausschusses folgend wurden insbesondere die notwendigen Beschlüsse hinsichtlich der variablen Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Vorstands für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 gefasst. Zur zeitnahen Umsetzung einer "good corporate governance" und Umsetzung des neuen Vorstandsvergütungssystems erfolgte nach jeweiliger einvernehmlicher Amtsniederlegung der Mitglieder des Vorstands die jeweilige Wiederbestellung per 1. April 2021 sowie der Abschluss der neuen Vorstandsdienstverträge, in die die Regelungen des neuen Vorstandsvergütungssystems eingearbeitet wurden. Die Bestellungen der Mitglieder des Vorstands erfolgten mit abgestuften Laufzeiten zwischen dreieinhalb und fünf Jahren.
Einen weiteren Themenschwerpunkt bildeten die Beratungen sowie die Verabschiedung der neugefassten Corporate-Governance-Dokumente wie die Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat und für den Vorstand. Zudem wurde beschlossen, der Hauptversammlung eine Neufassung der Satzung zum Beschluss vorzuschlagen und eine aktualisierte Entsprechenserklärung abzugeben. Überdies erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat aktuelle Finanzierungsszenarien.
In einer außerordentlichen Sitzung am 25. März 2021 hat der Aufsichtsrat dem taggleich getroffenen Beschluss des Vorstands über die Erhöhung des Grundkapitals unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2019 zugestimmt. Die weiteren im Rahmen der Kapitalerhöhung notwendigen Beschlussfassungen wurden taggleich vom einem eigens aus dem Aufsichtsrat dafür gebildeten Ad-hoc-Ausschuss gefasst.
Im Umlaufverfahren erfolgte am 7. April 2021 die Beschlussfassung über die Zustimmung zu den Änderungen und Ergänzungen der Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung 2021, die sich insbesondere aus der durchgeführten Kapitalerhöhung ergeben hatten.
Am 25. Mai 2021 kam der Aufsichtsrat zu seiner dritten ordentlichen Sitzung zusammen. Darin befasste sich das Gremium ausführlich mit dem Bericht des Vorstands über den Geschäftsverlauf der Monate Januar bis April 2021. Zudem stellte der Vorstand den auf Basis der Ergebnisse per März 2021 vorbereiteten Forecast I zum Jahresende 2021 vor.
Wesentliche Gegenstände der Beratungen der vierten ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 23. September 2021 waren neben der aktuellen Geschäftsentwicklung insbesondere die Diskussionen sowie die Beschlussfassung zum Verkauf der WIESAUPLAST-Gruppe an die SCHERDEL-Gruppe. Hiermit wurde der Prozess der konsequenten Portfoliostärkung fortgesetzt und der Anteil der Serienzulieferung in die Fahrzeugtechnik am Gesamtportfolio weiter reduziert. Zudem erläuterte der Vorstand den erfolgten Erwerb der FLACO Geräte GmbH durch die HORNGROUP Holding GmbH & Co. KG.
In der fünften ordentlichen Sitzung am 19. Oktober 2021 befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der wirtschaftlichen Entwicklung per 30. September 2021. Der Vorstand ging in seinen Erläuterungen insbesondere auf die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen mit den Schwerpunktthemen Lieferketten, Energie und Rohstoffpreise ein. Zudem wurden die in der Aufsichtsratssitzung am 23. September 2021 begonnenen Beratungen zu strategischen Fragestellungen fortgesetzt.
Am 9. Dezember 2021 kam der Aufsichtsrat zu seiner sechsten ordentlichen Sitzung zusammen. Darin berichtete der Vorstand über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung per 31. Oktober 2021 sowie den aktuellen Ausblick für das restliche Geschäftsjahr 2021. Anschließend erläuterte der Vorstand die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2022. In der darauffolgenden Diskussion erörterten Aufsichtsrat und Vorstand Details des Planungsprozesses und dessen Ergebnisse. Der Aufsichtsrat verabschiedete die Jahresplanung wie vorgestellt. Zudem erläuterte der Vorstand die geplante Akquisition der Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH und verbundener Unternehmen, die der Aufsichtsrat nach erfolgter Diskussion genehmigte.
Ein weiterer Fokus lag auf den Beratungen und dem Beschluss der vom Personalausschuss vorgeschlagenen Ziele der kurzfristigen variablen Vergütung im Rahmen des Vorstandsvergütungssystems für das Geschäftsjahr 2022.
Zudem befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl eines neuen Einzel- und Konzernabschlussprüfers erstmals für das Geschäftsjahr 2022. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses erläuterte das durchgeführte Ausschreibungsverfahren. Nach erfolgter Diskussion hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses beschlossen, der ordentlichen Hauptversammlung 2022 mit erster Präferenz die Wahl der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer vorzuschlagen.
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des gesamten Gremiums vorzubereiten. Dabei können Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen werden, sofern dies gesetzlich zulässig ist. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Im abgelaufenen Jahr haben der Personalausschuss sowie der Prüfungsausschuss mehrmals getagt. Im Rahmen der Beschlussfassungen über die durchgeführte Kapitalerhöhung wurde ein Ad-hoc-Ausschuss bestellt. Für die Einberufung des Vermittlungsausschusses nach § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz sowie des Nominierungsausschusses bestand im abgelaufenen Jahr kein Bedarf. Die personelle Zusammensetzung der Ausschüsse ist unter der Rubrik "Organe" im Geschäftsbericht sowie auf der INDUS-Website dargestellt. Siehe S. 7 und unter www.indus.de/ueber-indus/aufsichtsrat
Mit Blick auf die Eilbedürftigkeit der weiteren Beschlussfassungen im Rahmen der Kapitalerhöhung bestellte der Aufsichtsrat am 25. März 2021 einen Ad-hoc-Ausschuss. Dieser setzte sich aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Jürgen Abromeit (Ausschussvorsitzender), Herrn Dr. Jürgen Allerkamp als Anteilseignervertreter und Herrn Gerold Klausmann als Arbeitnehmervertreter zusammen. Im Nachgang der Zustimmung des Aufsichtsrats zu dem Vorstandsbeschluss über die Kapitalerhöhung unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2019 beriet der Ad-hoc-Ausschuss am 25. März 2021 über die Zustimmung zu den Vorstandsbeschlüssen über die Festlegung des Platzierungspreises für die jungen Aktien sowie das endgültige Volumen der Kapitalerhöhung und stimmte hierzu ab. Zudem beschloss der Ad-hoc-Ausschuss die Anpassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Kapitalerhöhung.
Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2021 in fünf Sitzungen am 10. Februar, am 3. und 18. März, am 19. Oktober sowie am 9. Dezember 2021 Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit betraf die Umsetzung des am 9. Dezember 2020 beschlossen neuen Vorstandsvergütungssystems. Dem Aufsichtsrat wurde schließlich die Wiederbestellung der Mitglieder des Vorstands sowie der Abschluss neuer Vorstandsdienstverträge, in denen die Regelungen zum neuen Vorstandsvergütungssystem eingearbeitet wurden, empfohlen. Die Wiederbestellungen der Mitglieder des Vorstands erfolgten mit abgestuften Laufzeiten von dreieinhalb bis zu fünf Jahren. Des Weiteren befasste sich der Personalausschuss mit der Vorstandsvergütung. Neben den Empfehlungen an den Aufsichtsrat zur Fassung der notwendigen Beschlüsse zur Vorstandsvergütung im bisher bestehenden System wurde dem Aufsichtsrat die Beschlussfassung über die Ziele im Rahmen kurzfristigen variablen Vergütung des neuen Vorstandsvergütungssystems für 2022 empfohlen. Einzelheiten zur Gremienvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden. Zudem befasste sich der Personalausschuss mit den Auswirkungen des am 12. August 2021 in Kraft getretenen zweiten Führungspositionengesetzes auf die langfristige Nachfolgeplanung.
Der Prüfungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2021 zu fünf Sitzungen am 18. März, am 25. Mai, am 18. November sowie am 8. und 9. Dezember 2021 zusammen. Vertreter des Abschlussprüfers Ebner Stolz & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Stuttgart, Niederlassung Köln, nahmen an den Sitzungen am 18. März und am 9. Dezember 2021 teil. Die Teilnahme von Mitgliedern des Vorstands war an allen Ausschusssitzungen erforderlich. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung abgeschlossen sowie die Prüfungsschwerpunkte festgelegt. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Hauptthemen der Beratungen waren der Jahres- und Konzernabschluss 2020 sowie die Ausschreibung der Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2022. Nach Festlegung der Audit Quality Indicators wurde das EU-VO konforme Auswahlverfahren gestartet. Am 30. Juni 2021 erfolgte die Veröffentlichung der Ausschreibung im Bundesanzeiger. Auf Basis der vom Prüfungsausschuss erstellten Bewertungsmatrix hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat mit erster Präferenz empfohlen, der ordentlichen Hauptversammlung 2022 die Wahl der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorzuschlagen. Weitere Themen waren die Überprüfung des Risikomanagements- und des Compliance-Berichts 2020, die gemäß IDW PS 340 n. F. neugefasste Prüfung des Risikofrüherkennungssystems sowie die Umsetzung der EU-Taxonomie im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Die durch Beschluss der Hauptversammlung vom 26. Mai 2021 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer bestellte Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Stuttgart, Niederlassung Köln, hat gemäß Auftrag des Aufsichtsrats den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den Vergütungsbericht der INDUS Holding AG und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2021 geprüft. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Darüber hinaus hat er festgestellt, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind. Eine prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten wurde planmäßig nicht durchgeführt.
Jahresabschluss, Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ebenso wie der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht und der Vergütungsbericht wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 17. März 2022 detailliert erörtert. An dieser Sitzung nahm auch der Abschlussprüfer Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Stuttgart, Niederlassung Köln, teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung. Zudem stand er für zusätzliche Fragen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat erörterte sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte eingehend.
Nach der abschließenden Prüfung der vorgelegten Unterlagen und der Empfehlung des Prüfungsausschusses erhob der Aufsichtsrat gegen den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht keine Einwände und schloss sich den Ergebnissen des Abschlussprüfers an. Der Aufsichtsrat hat deshalb den Jahresabschluss 2021 und den Konzernabschluss 2021 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2021 gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schloss sich der Aufsichtsrat nach vorheriger Prüfung an. Der Aufsichtsrat hat auch den gesonderten nichtfinanziellen Bericht der INDUS-Gruppe geprüft. Er stützte sich dabei auf die prüferische Durchsicht des Abschlussprüfers Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Stuttgart, Niederlassung Köln. Einwände seitens des Aufsichtsrats gegen den gesonderten nichtfinanziellen Bericht der INDUS-Gruppe wurden nicht erhoben. Auf Basis der erfolgten formellen und materiellen Prüfung des Vergütungsberichts durch den Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat den Vergütungsbericht ohne Erhebung von Einwänden gebilligt.
Der Aufsichtsrat dankt den Geschäftsführer:innen und Mitarbeitenden aller Beteiligungsunternehmen sowie den Mitarbeitenden und dem Vorstand der INDUS Holding AG für ihr außerordentliches Engagement im vergangenen Geschäftsjahr. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und die Agilität von INDUS in dieser herausfordernden Zeit haben uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig und wertvoll diese erfolgreiche Arbeit ist.
Bergisch Gladbach, den 17. März 2022
Für den Aufsichtsrat
Jürgen Abromeit, Vorsitzender
Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gern. § 161 Aktiengesetz ("AktG") verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, ob den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird und welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat der INDUS Holding AG erklären nach pflichtgemäßer Prüfung gemäß § 161 AktG:
Die INDÜS Holding AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 18. März 2021 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 19. Dezember 2019 ("Kodex") entsprochen und wird sämtlichen Empfehlungen des Kodex auch in Zukunft entsprechen.
Bergisch Gladbach, 09. Dezember 2021
Für den Vorstand
Dr. Johannes Schmidt
Rudolf Weichert
Für den Aufsichtsrat
Jürgen Abromeit
Dieser Bericht orientiert sich inhaltlich an den Empfehlungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Auf die vollständige Anwendung nationaler und internationaler Rahmenwerke zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wurde verzichtet. Seit dem Geschäftsjahr 2017 berichtet die INDUS Holding AG gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RLUG) im Lagebericht des Geschäftsberichts zum allgemeinen Geschäftsmodell sowie dediziert zu den relevanten thematischen Nachhaltigkeitsaspekten (ESG: Environment, Social, Governance) in dem nichtfinanziellen Bericht.
INDUS steht für das Versprechen, unsere Beteiligungsgesellschaften verlässlich und auf Dauer zu begleiten. Langfristiger Unternehmenserfolg ist nach unserem Verständnis nur über den Einklang von wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Aktivitäten zu erzielen.
Die INDUS Holding AG (nachfolgend auch: INDUS) ist spezialisiert auf die Übernahme von mittelständisch geprägten Unternehmen und deren langfristige Begleitung ohne Exit-Orientierung. Der Investitionsschwerpunkt liegt auf Unternehmen mit erfolgreichen und etablierten Geschäftsmodellen, die zum Zeitpunkt der Akquisition häufig noch inhabergeführt sind. INDUS geht dabei mehrheitliche Beteiligungen im produzierenden Sektor des deutschsprachigen Mittelstands in Europa ein. Über Enkelgesellschaften, Niederlassungen, Beteiligungen und Repräsentanzen ist INDUS weltweit in 31 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten. Unternehmenssitz von INDUS ist Bergisch Gladbach. Das Gruppenportfolio zeichnet sich durch einen hohen Diversifizierungsgrad aus, da die Unternehmen in unterschiedlichen Geschäfts- und Technologiefeldern, Absatzmärkten und Branchenzyklen aktiv sind. Die Geschäftsleitungen der Portfoliounternehmen werden unmittelbar von den vier Mitgliedern des Vorstands der INDUS Holding AG im strategischen Sparring begleitet. Als Mehrheitsgesellschafterin und Finanzholding unterstützt INDUS ihre Beteiligungen zudem durch die Bereitstellung von Kapital zur Geschäftsentwicklung. Da ein Exit nicht zum Geschäftsmodell von INDUS gehört, steht INDUS entsprechend dafür ein, dass im Falle eines Zielkonflikts der langfristige Unternehmenserfolg als übergreifendes Ziel stets über potenziell zu erwirtschaftenden kurzfristigen Gewinnen steht. Zusammengefasst lässt sich das Geschäftsmodell von INDUS mit den Begriffen "Kaufen, halten & entwickeln" beschreiben.
Den Unternehmenserfolg definieren INDUS und die Beteiligungsgesellschaften dabei nicht ausschließlich auf finanzieller Basis. Als bedeutende regionale Betriebe sind sich INDUS und die Beteiligungsgesellschaften des besonderen Stellenwertes des lokalen Umfeldes bewusst. Für die INDUS-Gruppe gilt: Nachhaltigkeit bedeutet die langfristig ausgewogene Berücksichtigung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen. Zum INDUS-Nachhaltigkeitsmagazin www.indus.de/nachhaltigkeit
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist daher zu einer eigenständigen strategischen Initiative "Nachhaltig handeln" des Strategieprogramms PARKOUR geworden und liegt im unmittelbaren Verantwortungsbereich des Vorstands. Als eigenständiger Strategiebaustein sind die gesetzlichen und inhaltlich relevanten Themen aus dem ESG-Themenkomplex fortlaufend Teil des strategischen Sparrings zwischen Vorstand und der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaften. Der Vorstand der INDUS Holding trägt die Verantwortung für alle zentralen Managementsysteme. Dazu gehören das Compliance-Managementsystem, die Organisationsverantwortung für alle dezentralen System- und Prozesselemente sowie die Organisationsverantwortung für alle relevanten Nachhaltigkeitsaspekte, wie z.B. die Einhaltung der Menschenrechte. Für Fortschritte im Bereich "Nachhaltigkeit" ist im Vergütungssystem des Vorstands der INDUS Holding AG eine entsprechende Komponente im Short Term Incentive (STI) integriert. Siehe Vergütungsbericht In Bezug auf die Nachhaltigkeitsstrategie steht für die kommenden Jahre insbesondere die Umsetzung der Treibhausgasreduktionsziele des Klimaschutzgesetzes im Fokus.
Aktuelle gesetzliche und regulatorische Entwicklungen werden nachverfolgt, zur Analyse der Nachhaltigkeitsstrategie verwendet und dienen bei Änderungsbedarf als Grundlage der Fortschreibung der Strategie. Für das Geschäftsjahr 2021 werden erstmalig die EU-Verordnung 2020/852 ("Taxonomie-Verordnung") sowie die dazu gehörigen delegierten Verordnungen vom 22.Juni 2021 und 7. Juli 2021 zur Angabe der taxonomiekonformen Umsätze, Betriebsausgaben und Investitionen angewendet.
Die Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben spiegelt dabei sowohl die erhöhte öffentliche Wahrnehmung der Bedeutung von ESG-Aspekten wider als auch die Realität des Fortschreitens der Erderwärmung und der Erhöhung der Gefahr des Verfehlens der Ziele internationaler Abkommen. Durch die Entwicklung der Erderwärmung hält INDUS das Auftreten von signifikanten Wetterereignissen wie zum Beispiel Hitzewellen und starken Stürmen für wahrscheinlich. Die Gesellschaften der INDUS-Gruppe sind diesbezüglich über relevante Versicherungen gegen Elementarschäden und Betriebsunterbrechungen abgesichert.
Die Zukunftsthemen Umweltschutz und Energieeffizienz sind in allen industriellen Branchen relevant. Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Die Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise stellen Risiken für die Entwicklungen der einzelnen Gesellschaften und der Gruppe dar und je nach Marktsituation der Beteiligungsgesellschaft können diese Erhöhungen nicht immer zeitnah und vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden. Daher erwartet INDUS verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse. Hier sieht INDUS mittelfristig insbesondere für die Unternehmen aus den Segmenten Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau und Metalltechnik nutzbare Chancen.
Hinsichtlich einer Beeinflussung der Produktionsbedingungen, des Produktportfolios und des Geschäftsverlaufs der Gruppe infolge der Erderwärmung geht INDUS im Prognosezeitraum nicht von einer relevanten Verschlechterung der aktuellen Situation aus. Dies liegt auch in der hohen Diversifikation der INDUS-Gruppe hinsichtlich der Standorte, Absatzmärkte und Geschäftsfelder begründet. Gleichwohl werden Produkte der Beteiligungen sich neuen Anforderungen anpassen und Innovationen erforderlich, um beste Marktpositionen zu erhalten oder zu erlangen. Hierbei unterstützt die Holding die INDUS-Gruppe finanziell, regt den frühzeitigen Diskurs mit der Kundenbasis der Beteiligungen an und initiiert geeignete Arbeitsgruppen, an denen Personen mehrerer Beteiligungsgesellschaften teilnehmen, um den Wissensaustausch zu fördern und eine Diskussionsplattform zu relevanten Technologie- und Gesellschaftstrends bzw. Methodenunterstützung für Innovationsentwicklungen zu bieten.
Als börsennotierte Finanzholding führt die INDUS Holding AG zudem neben dem Austausch mit internen Stakeholdern auch einen kontinuierlichen Diskurs zu Nachhaltigkeitsaspekten mit externen Anspruchsgruppen wie institutionellen Kapitalgebenden, Geschäftsbanken und weiteren Kapitalmarktbeteiligten, um adäquat auf die komplexen Anforderungen eingehen zu können. INDUS hat im September 2020 erstmals ein ESG-linked Schuldscheindarlehen auf Basis des vorhandenen ISS ESG Ratings im Prime Status (C+) in Höhe von 60 Mio. EUR begeben. Ein zweites ESG-linked Schuldscheindarlehen auf gleicher Basis mit einem Volumen von 56 Mio. EUR wurde im November 2022 platziert. Das ISS ESG Rating konnte im Geschäftsjahr 2021 im Prime Status (C+) gehalten werden.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde die Nachhaltigkeitsstrategie als eigenständige strategische Initiative "Nachhaltig Handeln" in der PARKOUR-Strategie verankert. Ebenfalls in diesem Geschäftsjahr wurde die Berichterstattung um die EU-Taxonomie-Verordnung ergänzt.
Die Grundlagen der Nachhaltigkeitsstrategie von INDUS bilden weiter die zehn Grundsätze des United Nations Global Compact (UNGC), welche INDUS in fünf Grundsätzen gebündelt aufgenommen und in insgesamt sechs Handlungsfelder überführt hat. Die ausformulierten Grundsätze lauten:
(a) kontinuierlicher und vorsorglicher Einsatz zum Schutz der Umwelt
(b) faire Arbeitsbedingungen geprägt von gegenseitigem Respekt
(c) Wahrnehmung sozialer Verantwortung im eigenen Einflussbereich
(d) Schutz und Achtung der Menschenrechte im eigenen Einflussbereich
(e) Einsatz für eine ehrliche und rechtmäßige Wirtschaftspraxis
Die für INDUS abgeleiteten Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie folgen entsprechend den Grundsätzen und werden um ein sechstes Handlungsfeld ergänzt, welches die besondere Rolle von INDUS als langfristig orientierter Investor und Partner verdeutlicht:
(i) Schutz der Umwelt
(ii) Faire Arbeit
(iii) Soziale Gerechtigkeit
(iv) Menschenrechte
(v) Ehrliche Wirtschaft
(vi) Gesellschafterbegleitung
Der konzeptionelle Zusammenhang zwischen den Grundsätzen des UNGC, den abgeleiteten Grundsätzen von INDUS und den Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie ist in der nachfolgenden Abbildung verdeutlicht:
| Selbstverständnis von INDUS und Verankerung im Kodex | UNGC | Handlungsfelder | ||||
| (i) Kontinuierlicher und vorsorglicher Einsatz zum Schutz der Umwelt | 7-9 | |||||
| (ii) Faire Arbeitsbedingungen geprägt von gegenseitigem Respekt | 3-6 | |||||
| (iii) Wahrnehmen sozialer Verantwortung im eigenen Einflussbereich | 3, 6-8 | Schutz der Umwelt | Faire Arbeit | Soziale Gerechtigkeit | Menschenrechte | Ehrliche Wirtschaft |
| (iv) Schutz und Achtung der Menschenrechte im eigenen Einflussbereich | 1+2 | |||||
| (v) Einsatz für eine ehrliche und rechtmäßige Wirtschaftspraxis | 10 | |||||
| Selbstverständnis von INDUS und Verankerung im Kodex | Handlungsfelder |
| (i) Kontinuierlicher und vorsorglicher Einsatz zum Schutz der Umwelt | |
| (ii) Faire Arbeitsbedingungen geprägt von gegenseitigem Respekt | |
| (iii) Wahrnehmen sozialer Verantwortung im eigenen Einflussbereich | Gesellschafterbegleitung |
| (iv) Schutz und Achtung der Menschenrechte im eigenen Einflussbereich | |
| (v) Einsatz für eine ehrliche und rechtmäßige Wirtschaftspraxis |
Die Handlungsfelder (i)-(v) decken die inhaltlichen Anforderungen an die Aspekte "Umweltbelange" (i), "Arbeitnehmerbelange" (ii), "Sozialbelange" (iii), "Achtung der Menschenrechte" (iv) und "Bekämpfung von Korruption und Bestechung" (v) gemäß § 289c Abs. 2 HGB ab.
Die im Geschäftsjahr 2017 implementierte Materialitätsanalyse wurde 2021 weitergeführt. Die Fokussierung von Aktivitäten lag auf den Nachhaltigkeitsaspekten, welche den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis sowie die Lage der INDUS-Gruppe deutlich beeinflussen können (Outside-In) oder welche durch die Geschäftstätigkeit und die Geschäftsbeziehungen der INDUS-Gruppe deutlich beeinflusst werden (Inside-Out). Die Identifikation und die Ausprägung der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte in Form einer Materialitätsanalyse erfolgt methodisch durch die Kombination der Outside-In- und Inside-Out-Analyse der Handlungsfelder (i)-(v) auf Segment- und Beteiligungsebene durch den Vorstand (Top-Down) und durch die Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften (Bottom-Up). Dabei erfolgt eine annähernde Bottom-Up-Analyse über den regulären Strategieprozess mithilfe der Analyse von Chancen aus der individuellen Nachhaltigkeitsstrategien sowie basierend auf der Risikoanalyse im integrierten Risikomanagementsystem der INDUS-Gruppe.
Ein wesentlicher Bestandteil des strategischen Sparrings von Vorstand und Geschäftsführung besteht in der Ausarbeitung der Bedeutung der allgemeinen wirtschaftlichen Werttreiber von ESG-Initiativen für die jeweilige Beteiligungsgesellschaft und in der Analyse resultierender Chancen und Risiken. Entsprechend der operativen Eigenständigkeit der Beteiligungsgesellschaften obliegt es den Beteiligungsgesellschaften, eine Priorisierung von effizienten und effektiven Nachhaltigkeitsinitiativen im Kontext einer individuellen und an den INDUS-Zielvorgaben orientierten Nachhaltigkeitsstrategie vorzunehmen. Die Zielvorgaben von INDUS für die Emissionen der gesamten INDUS-Gruppe folgen aus der gruppenübergreifenden Materialitätsanalyse (Top-Down) und werden von den Beteiligungsgesellschaften individuell konkretisiert und mit Maßnahmen hinterlegt (Bottom-Up). Für die Berichterstattung im Rahmen des nichtfinanziellen Berichts erfolgt die Fokussierung auf Chancen und Risiken, die aus Nachhaltigkeitsaspekten resultieren (Outside-In) und für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses sowie der Lage und der Geschäftsbeziehungen der INDUS Holding AG erforderlich sind und auf solche Risiken, die durch Geschäftstätigkeiten und Geschäftsbeziehungen von INDUS in den Nachhaltigkeitsaspekten verursacht werden (Inside-Out).
Zur Ermittlung der taxonomiekonformen Umsätze, Betriebsausgaben und Investitionen wurde zunächst auf Holding-Ebene ein Expertenrat gegründet, der alle Kriterien der Taxonomie auf mögliche Relevanz in einem oder mehreren Beteiligungsunternehmen geprüft hat. Der Expertenrat auf Holding-Ebene hat die Taxonomiefähigkeit ("eligibility") 1. aller Wirtschaftsaktivitäten untersucht, die bei sämtlichen Beteiligungen der INDUS-Gruppe von Relevanz sein können. Als taxonomiefähig identifiziert wurden insbesondere der Einsatz von Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen und Wärmerückgewinnungssysteme. 2. der Wirtschaftsaktivitäten bestimmter Beteiligungen untersucht, wie z.B. die Herstellung energieeffizienter Gebäudeausrüstungen (konkret Türen und Fenster mit niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten, sprich guter Wärmedämmung) oder Wärmepumpen.
Hinsichtlich der Wirtschaftsaktivitäten unter 1. erfolgte eine Abfrage an alle Beteiligungen; hinsichtlich der Wirtschaftsaktivitäten unter 2. eine Untersuchung auf Ebene der Beteiligungen. Außerdem wurde ein Screening aller Forschungs- und Entwicklungsausgaben durchgeführt, um taxonomiefähige Ausgaben zu filtern.
Zur Ermittlung der nichtfinanziellen KPIs sind die gleichen Rechnungslegungsmethoden zugrunde gelegt worden wie im Rahmen der finanziellen Berichterstattung.
Konkret eingeflossen in die Berechnung der EU-taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten sind die Umsätze mit energieeffizienten Gebäudeausrüstungen (Wirtschaftsaktivität 3.5.), Wärmepumpen (Wirtschaftsaktivität 4.16.) und solche aus Photovoltaik-Anlagen (Wirtschaftsaktivität 4.1.) bei Netzeinspeisung. Im Bereich des CapEx wurden die Investitionen der Unternehmen für die Gebäudeausrüstungen anhand des Umsatzanteils der taxonomiefähigen Produkte hochgerechnet und darüber hinaus Vorarbeiten für eine Photovoltaik-Anlage berücksichtigt.
Die taxonomiefähigen Betriebsausgaben liegen in Summe unter 1 Mio. EUR und werden deshalb als nicht wesentlich bezeichnet. Die taxonomiefähigen Betriebskosten im Geschäftsjahr 2021 waren so gering, da die meisten der betriebenen Systeme wartungsarm sind.
Im Geschäftsjahr 2022 sind die Installationen mehrerer Photovoltaik-Anlagen geplant, d.h. die taxonomiefähigen Investitionen werden steigen. Die Anforderungen der EU-Taxonomie an die CapEx-Pläne werden derzeit noch geprüft.

Im strategischen Sparring wird insbesondere auf vier Werttreiber von ESG-Initiativen eingegangen, welche für die INDUS-Gruppe von besonderer Bedeutung sind. Für alle vier Werttreiber stehen für die Beteiligungsgesellschaften Unterstützungsangebote methodischer oder finanzieller Natur durch INDUS bereit. Die Werttreiber sind dabei unverändert zum Jahr 2020:
Durch neuartige "grüne" Produkte und Prozesse kann eine Umsatzsteigerung erreicht werden oder ein drohender Umsatzverlust kompensiert werden. Ein Differenzierungsmerkmal könnte zum Beispiel der Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der aktuellen Produktpalette oder auch der Einsatz einer neuen Technologie, welche den Ressourcenverbrauch während der Produktlebensdauer minimiert, sein. Zur Unterstützung der Beteiligungsgesellschaften dienen dabei die Aktivitäten der strategischen Initiative "Innovation treiben" des Strategieprogramms PARKOUR.
Durch den sorgsamen Umgang mit Personal und Ressourcen lässt sich die Effizienz der Organisation steigern und so ein positiver Kosteneinsparungseffekt generieren oder es lassen sich andere Kostensteigerungen kompensieren. Effizienzsteigerungen in der Produktion werden durch INDUS im Rahmen der strategischen Initiative "Leistung steigern" des Strategieprogramms PARKOUR unterstützt. Zudem unterstützt INDUS die Beteiligungsgesellschaften bei effizienzsteigernden Investitionen und im Innovationsprozess. Auf Personalseite erhöht ein Ausbau des Weiterbildungs- und Schulungsangebotes die Leistungsfähigkeit des Personals und steigert zudem die Unternehmensbindung.
Mithilfe eines vorsorglichen und sorgsamen Umgangs mit der Umwelt und der Belegschaft wird das Risiko des unvorbereiteten Aufkommens negativer Belastungen durch den Eintritt regulatorischer Änderungen drastisch reduziert. Zentral steht dafür der INDUS-Verhaltenskodex, welchen die Beteiligungsgesellschaften von der Holding übernehmen.
Durch die Berücksichtigung von Umweltaspekten in Investitionsentscheidungen können die Kosten über die Gesamtlebensdauer einer Investition besser eingeordnet werden. Um die Beteiligungsgesellschaften zu unterstützen, hat INDUS das Konzept der Nachhaltigkeitsförderbank entwickelt. Hierbei bezuschusst INDUS ab dem Geschäftsjahr 2022 Investitionen der Beteiligungsgesellschaften ertragswirksam mit bis zu 80% der Gesamthöhe der Investition. Entscheidungskriterien sind dabei die wirksame Reduzierung der Treibhausgasemissionen bzw. eine wesentliche Ressourcenschonung (z.B. Wasser).
Zusätzlich bezieht INDUS bei der Beurteilung potenzieller Akquisitionstargets mögliche Nachhaltigkeitsrisiken mit ein. Signifikante Nachhaltigkeitsrisiken oder bedeutsame negative Nachhaltigkeitskriterien sind Ausschlusskriterien. In diesem Sinne hat INDUS die Akquisition von Unternehmen der Rüstungs-, Genuss- und Unterhaltungsindustrie ausgeschlossen ebenso wie Unternehmen, deren Geschäftstätigkeiten die Gewinnung von fossilen Brennstoffen umfassen. Im Akquisitionsprozess wird ferner geprüft, ob keine wesentliche Beeinträchtigung im Sinne der EU-Taxonomie ("do-not-significant-harm"-Kriterien) vorliegt und ob sich die Unternehmen an die Anforderungen der INDUS anpassen können, z.B. Nachhaltigkeitsreporting.
Aufgrund des hohen Diversifikationsgrades des INDUS-Portfolios sowie der operativen Eigenständigkeit der Beteiligungen erarbeiten diese Projekte, welche entsprechend auf die Werttreiber von ESG-Initiativen einzahlen. Um hierbei der Eigenständigkeit der Beteiligungen gerecht zu werden, gibt INDUS nur für solche ESG-Aspekte gruppenübergreifende quantitative Zielvorgaben in Form von Kennzahlen (KPI: Key Performance Indicator) aus, welche im Rahmen der Materialitätsanalyse als relevant und wesentlich für die Gruppe identifiziert werden. Weitere Kennzahlen werden zwar ermittelt, dienen jedoch primär der Nachverfolgung der Gruppenentwicklung und sind ohne konkretes quantifiziertes Ziel ausgestattet (PI: Performance Indicator). Das Strategieprogramm PARKOUR beinhaltet deutliches Wachstum bis 2025. Entsprechend ist für die kommenden Jahre mit fortlaufenden Änderungen des Konsolidierungskreises durch Akquisitionen zu rechnen. INDUS verwendet daher für die ESG-Kennzahlen im Regelfall Intensitätsziele je Mio. EUR Bruttowertschöpfung (BWS) oder bezogen auf die Größe der Belegschaft je Vollzeitäquivalenten (FTE: full-time equivalents). Als Basisjahr für die Zieldefinition dient das Geschäftsjahr 2018.
Die Ergebnisse der Materialitätsanalyse werden im Folgenden für die einzelnen Handlungsfelder kurz dargestellt. Eine ausführliche Analyse und Dokumentation der Erarbeitung der Kennzahlen findet sich im nichtfinanziellen Bericht 2020.
Innerhalb dieses Handlungsfeldes können grundsätzlich sechs spezifische Umweltziele voneinander abgegrenzt werden. Die sechs Umweltziele lauten dabei "Klimaschutz", "Anpassung an Klimawandel", "Kreislaufwirtschaft", "Vermeidung von Umweltverschmutzung", "Schutz der Biodiversität" und "Wasserschutz".
Die Umweltziele "Umweltverschmutzung", "Biodiversität" und "Wasserschutz" werden von INDUS im Rahmen der jeweils geltenden transnationalen Standards befolgt, da keine außergewöhnliche Belastung durch die Unternehmen der INDUS-Gruppe vorliegt. Abfälle, die im Geschäftsbetrieb der INDUS-Gruppe anfallen, weisen im Regelfall keine besondere Toxizität auf und werden industrietypisch entsorgt. Gleichwohl ist es INDUS ein Anliegen, die Recyclingquote aller Abfälle möglichst hoch zu halten (PI: SU09-Rec) und das Abfallaufkommen bezogen auf die Bruttowertschöpfung der Gruppe zu minimieren (PI: SU10-Abf) sowie sparsam mit den lokalen Wasservorkommen umzugehen (PI: SU11-WE).
Ein besonderer Fokus von INDUS liegt auf der Minimierung der direkten THG-E (Scope 1+2). Grundsätzlich existieren für die INDUS-Gruppe zwei mögliche Hebel zur Reduzierung der THG-E (Scope 1+2). Einerseits die Nutzung emissionsarmer Energiequellen und andererseits die Erhöhung der Energieeffizienz, die auch aus wirtschaftlicher Perspektive von hoher Bedeutung ist. Deshalb erfasst INDUS die Treibhausgasemissionen in Scope 1-3, fokussiert sich auf die Reduktion der Emissionen in Scope 1+2 (KPI: SU01-THG) und strebt eine Verringerung des Energieeinsatzes (PI: SU04-E) an. Zu Informationszwecken gibt INDUS zudem separat die Treibhausgasemissionen aufgeteilt in Scope 1 (PI: SU05-S1), Scope 2 (PI: SU06-S2) und Scope 3 (PI: SU07-S3) sowie die Gesamtemissionen (PI: SU08-Ges) an, jeweils bezogen pro Mio. EUR Bruttowertschöpfung und jeweils zusätzlich aufgegliedert in Emissionen der Holding und Emissionen der INDUS-Gruppe ohne Holding
Scope-1+2-Emissionen sind unverändert ein relevanter KPI, die Scope-3-Emissionen werden derzeit noch nicht als solcher eingestuft. Bislang erfolgt die Ermittlung wesentlicher Scope-3-Emissionen über Umsatzfaktoren, die z.B. die derzeitigen Preissteigerungen nicht ausreichend berücksichtigen. Für die Berechnung wird ein Konzept erarbeitet und danach werden die Scope-3-Emissionen größere Bedeutung erlangen.
Zusätzlich berichtet INDUS die Anteile an Umsatz (KPI: SU02-NhU) und Investitionen (ohne Akquisitionen) (KPI: SU03-NhI) der INDUS-Gruppe, die auf die Beteiligungen entfallen, die dem Emissionsreduktionszielpfad der INDUS-Gruppe folgen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Fokus im Handlungsfeld (i) "Schutz der Umwelt" auf dem Umweltziel "Klimaschutz" in Form der Reduktion der THG-E in Scope 1+2 (KPI: SU01-THG) liegt. Deshalb sind im Handlungsfeld (i) "Schutz der Umwelt" insbesondere die Werttreiber (2) Effizienzsteigerungen, (3) Unternehmerische Weitsicht und (4) Optimierte Investitionsentscheidungen relevant und werden bei den Beteiligungen zur Identifikation von Chancen herangezogen.
Dieses Handlungsfeld ist hinsichtlich der Werttreiber (2) Effizienzsteigerungen und (3) Unternehmerische Weitsicht von besonderer Bedeutung. INDUS legt besonderen Wert auf gegenseitigen Respekt, Fairness, Teamgeist, Professionalität und Offenheit. Diese Werte sind daher fester Bestandteil des INDUS-Verhaltenskodex, welcher alle Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie umfasst. Der Verhaltenskodex wird derzeit überarbeitet, um alle aktuell geforderten Kriterien einzuhalten, beispielsweise die der EU-Taxonomie.
Die Vermeidung jeglicher Arbeitsunfälle (KPI: FA01- AU) und insbesondere von Arbeitsunfällen mit Todesfolge (KPI: FA02-tAU) hat höchste Priorität. Als Fundament des organischen Wachstums ist weiter das Gewinnen und Halten qualifizierter Fachkräfte bedeutend; hinzu kommt die Förderung der eigenen Mitarbeitenden in Form von Weiterund Fortbildungen (PI: FA03-WB) sowie das Bereitstellen von Ausbildungsplätzen (PI: FA04-Ausb) und Plätzen für duale Studierende (PI: FA05-DuSt). Die Beteiligungsgesellschaften der INDUS-Gruppe setzen zudem im Rahmen des angestrebten organischen Wachstums auf Festanstellungen der eigenen Belegschaft (PI: FA06-Fix).
Aufgrund der lokalen Verankerung der Beteiligungsgesellschaften sind diese ein bedeutender Teil der lokalen sozialen Struktur. Entsprechend ist die positive Wahrnehmung in der unmittelbaren Umgebung ein bedeutender Werttreiber und begünstigt sowohl die Gewinnung als auch die Bindung von Beschäftigten. Wesentlich für dieses Handlungsfeld ist somit die Vermeidung von Beeinträchtigungen des Umfeldes aufgrund der Produktion und entsprechend das Ausbleiben berechtigter Beschwerden (KPI: SG01-BB). Des Weiteren unterstützen die Beteiligungsgesellschaften der INDUS-Gruppe und INDUS soziale Einrichtungen finanziell auf lokaler (PI: SG02-lSp) und überregionaler (PI: SG03-nLSp) Ebene und kooperieren mit Sozialeinrichtungen wie zum Beispiel Behindertenwerkstätten (PI: SG04-Koop). Da die Angestellten der Gesellschaften der INDUS-Gruppe häufig in unmittelbarer Umgebung der Unternehmensstandorte wohnhaft sind, achtet INDUS zudem auf die Implementation von Routinen und Systemen, welche es den Beschäftigten erlauben, Verbesserungsvorschläge - zum Beispiel im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) - einzubringen (PI: SG05-KVP).
Die Achtung der Menschenrechte ist für die gesamte INDUS-Gruppe ein wesentlicher Aspekt im Verhaltenskodex. Die Beteiligungen der INDUS-Gruppe haben ihre Hauptstandorte in der DACH-Region und profitieren in der Wertschöpfungskette von den geltenden hohen Standards zum Schutz der Arbeitnehmer- und Menschenrechte. Die Achtung der Menschenrechte wird dabei nicht als "Werttreiber" verstanden, sondern als Basisanforderung an die eigene Wirtschaftstätigkeit und als Selbstverständlichkeit. Die Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte im eigenen Unternehmen sowie in der Lieferantenkette liegt bei den einzelnen Beteiligungen. Die Gesamtverantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte in der INDUS-Gruppe liegt beim Vorstand der Holding. Ein Entwicklungsschritt ist die im Berichtsjahr gruppenweit eingeführte Whistleblowing-Hotline. Im kommenden Jahr wird die Gruppe sich auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz vorbereiten, um 2023 alle nötigen Standards einzuhalten. Keine INDUS-Beteiligung ist primär in der Rüstungsindustrie oder der entsprechenden Wertschöpfungskette tätig.
Innerhalb des unmittelbaren eigenen Verantwortungsbereichs achtet die INDUS-Gruppe auf die vollständige Durchdringung des Verhaltenskodex und der darin verankerten Prinzipien zur Achtung der Menschenrechte in der Gruppe (KPI: MR01-KDX). Im Verhaltenskodex verpflichtet sich INDUS zu einem vorbildlichen Umgang mit Beschäftigten generell und im Speziellen hinsichtlich Entlohnung, Arbeitszeitflexibilität, Vereinigungsfreiheit und Gleichberechtigung. INDUS gibt zu Informationszwecken Auskunft über die Altersstruktur der Belegschaft der INDUS-Gruppe (PI: MR02-AS), über den Anteil der weiblichen Belegschaft an der Gesamtbelegschaft (PI: MR03-FQ) sowie über den Anteil von Frauen in Führungspositionen (PI: MR04-FF).
Die Achtung der geltenden Gesetze und regulatorischen Rahmenbedingungen stehen im Zentrum jeglicher Wirtschaftstätigkeit der INDUS-Gruppe. Entsprechend gilt es, Fehlverhalten und resultierende Bußgelder (KPI: EW01- BG) sowie nicht-monetäre Strafen (KPI: EW02-nmS) zu vermeiden. In Abgrenzung davon gibt INDUS auch die Ausgaben für Klagen und Prozessen wegen wettbewerbswidrigem Verhalten sowie Kartell- und Monopolverstößen (PI: EW04-WV) an. Zahlungen an politische Parteien sind gemäß des Verhaltenskodex zu unterlassen (KPI: EW03- Pol). Im Rahmen der weiteren Internationalisierung werden zunehmend weltweite Märkte erschlossen. Durch den Austausch in der Gruppe und durch die Unterstützung lokaler Experten werden Wissenslücken angegangen, um unbewusstes Fehlverhalten bestmöglich zu vermeiden. INDUS erhebt zu Informationszwecken den Umsatzanteil in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko (PI:EW05-CPI) und verwendet zur Definition der entsprechenden Länder einen sehr strengen Grenzwert von 60 Punkten im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International.
Strategisches Sparring für die Beteiligungen gehört für INDUS zum geschäftlichen Alltag. In diesem Handlungsfeld liegt daher der Fokus auf Unterstützungstätigkeiten der Holding, welche als "Enabler" für die Umsetzung von ESG-Initiativen und Projekten in den Beteiligungsgesellschaften dienen. Ein Orientierungspunkt für entsprechende ESG-Initiativen ist dabei der INDUS-Verhaltenskodex, welcher als Grundlage für die beteiligungsspezifischen Kodizes dient und durch die Beteiligungsgesellschaften bei Bedarf erweitert werden kann. Entsprechend hält INDUS die Durchdringung des Kodex in der Gruppe nach (KPI: MR01-KDX). Da die THG-E der Holding im Vergleich zu den produzierenden Einheiten der INDUS-Gruppe sehr gering sind, legt INDUS Wert auf die individuelle Formulierung von Emissionsreduktionszielen in den Beteiligungen der INDUS-Gruppe (PI: GB01-EZ), welche im Strategieprozess zwischen Geschäftsführung und Vorstand explizit diskutiert werden. Zur Unterstützung der Zielerreichung stellt INDUS methodische und finanzielle Unterstützung bereit. Zur Förderung von Innovationsprojekten im Feld "GreenTech" (Energie- und Umwelttechnik sowie Technologien und Produkte mit verbessertem energieeffizienten Nutzungsprofil), über welche (1) Umsatzchancen realisiert werden sollen, stellt INDUS Fördermittel über die Innovationsförderbank bereit und erfasst das jährliche Projektvolumen der "GreenTech"- Innovationsprojekte in der Förderbank (PI: GB02-InnF). Für die Unterstützungsleistung bezüglich des Werttreibers (4) Optimierte Investitionsentscheidungen dient die Nachhaltigkeitsförderbank, welche als Incentivierung zur verstärkten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei Investmententscheidungen dient. Ab dem Start der Bezuschussung im Geschäftsjahr 2022 wird dann auch erstmalig das jährliche Zuschussvolumen (PI: GB03-NHF) nachgehalten. Ein bedeutender Bestandteil der Tätigkeit der Holding besteht zudem in der Portfoliostärkung durch Akquisitionstätigkeiten. Beim initialen Screening möglicher Akquisitionstargets werden die Wirtschaftstätigkeiten der Targets hinsichtlich der Vereinbarkeit mit dem Verhaltenskodex, den Arbeitsschutzbestimmungen und der Abschätzung der THG-E der INDUS Holding AG abgeglichen.
Die Berechnung der Treibhausgasemissionen (THG-E) erfolgt auf Basis der Erfassung relevanter Aktivitätsdaten aller Beteiligungsgesellschaften im Konsolidierungskreis über das bestehende Finanzdaten-Reporting-System von INDUS, welches zum Zwecke der spezifischen Abfrage der Aktivitätsdaten erweitert wurde.
Zur Bilanzierung des THG-Footprints der INDUS-Gruppe verwendet INDUS den "Financial Control"-Ansatz nach den GHG Protocol Standards. Gemäß diesem werden die Emissionen aller Gesellschaften im Konsolidierungskreis, bei denen INDUS oder eine direkte Beteiligung von INDUS mindestens zu 50% Eigentümer ist, zu 100% in die THG-Bilanz der INDUS-Gruppe einbezogen. Dies ist für alle Beteiligungen der INDUS-Gruppe im Konsolidierungskreis der Fall. In diesem Konsolidierungskreis werden alle Gesellschaften mit relevanten THG-E berücksichtigt, die das gesamte Geschäftsjahr zur INDUS-Gruppe gehörten. Dazu zählen die wesentlichen Produktionsstätten sowie größere Büro- und Vertriebseinheiten. Kleinstemittenten, insbesondere lokale Vertriebsbüros, werden nicht erfasst. Durch die Anwendung des THG-E-Kriteriums werden in der INDUS-Gruppe auch die übrigen Handlungsfelder qualitativ abgedeckt. Insgesamt entspricht der Konsolidierungskreis der nichtfinanziellen Berichterstattung folglich zum Großteil dem finanziellen Konsolidierungskreis abzüglich diverser Kleinstemittenten. Zusätzlich werden Neuakquisitionen und Unternehmensabgänge des laufenden Geschäftsjahres nicht im Konsolidierungskreis der nichtfinanziellen Berichterstattung berücksichtigt. Für alle Angaben gemäß EU-Taxonomie entspricht der Konsolidierungskreis (zwingend) dem der finanziellen Berichterstattung, d.h. dort sind ebenfalls die unterjährigen Neuzugänge berücksichtigt. Die Bruttowertschöpfung des Konsolidierungskreises "Nachhaltigkeit" und die Finanzdaten zur Verwendung der Berechnung der Scope-3-Emissionen werden dabei auf Basis der unkonsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung gemäß IFRS der einzelnen Gesellschaften des Konsolidierungskreises berechnet. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 wurde daher für die Nachhaltigkeitsdatenerhebung im Geschäftsjahr 2021 die Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG erstmalig berücksichtigt. Aufgrund der Geschäftsaufgabe der schweizerischen BACHER AG und des Verkaufs der WIESAUPLAST-Gruppe entfielen diese Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis der Nachhaltigkeitsdatenerfassung. Lediglich in den Daten der EU-Taxonomie sind sie noch enthalten.
Bei der Berechnung der Treibhausgasemissionen werden neben CO2 auch Lachgas (N2 O), Methan (CH4 ) und teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFCs) berücksichtigt. Perfluorcarbone (PFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6 ) werden nicht individuell erfasst, da diese in den Produktionsprozessen nicht in wesentlicher Höhe anfallen. Die Treibhausgase werden entsprechend ihres Treibhauspotenzials in CO2 -Äquivalente (CO2 eq) umgerechnet und ausschließlich in dieser Form zur Diskussion der THG-E verwendet. Die Angabe der THG-E erfolgt sowohl gemäß der "marketbased"- wie auch der "location-based"-Berechnungsmethodik.
Die Kategorisierung der Emissionen in Scope1 (direkte Emissionen durch mobile und stationäre Verbrennung), Scope 2 (Emissionen, die bei der Erzeugung von zugekaufter Energie entstehen) und Scope 3 (indirekte Emissionen, zum Beispiel durch Geschäftsreisen und zugekaufte Waren und Dienstleistungen) erfolgt gemäß des Greenhouse Gas (GHG) Protocol Standards. Dabei werden die Emissionen in Scope 1 und Scope 2 auf Basis der erfassten Aktivitätsdaten mit entsprechenden Emissionsfaktoren verrechnet. Aufgrund der Heterogenität der INDUS-Gruppe und der häufig eingenommenen Position in der Mitte der Wertschöpfungskette wäre ein analoges Vorgehen für die Emissionen in Scope 3 unverhältnismäßig, sodass für die zweckorientierte Berechnung dieser Emissionen zum Großteil Finanzdaten wie beispielsweise Umsätze, bezogene Leistungen oder Materialaufwände und weitere Posten verwendet werden. Diese Finanzdaten werden mit umsatzbasierten Emissionsfaktoren verrechnet, die auf Basis der Angaben in aktuellen Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen ermittelt wurden, die jeweils repräsentativ für verschiedene Industriesegmente von Kunden und Zulieferern wie "Metallprodukte", "Plastik und Kunstharze" oder "Eisen und Stahl" ausgewählt wurden. Die Wertschöpfungskette in Scope 3 wird dabei sowohl vor- als auch nachgelagert gemäß aller 15 Kategorien des GHG Protocol Standards berücksichtigt.
INDUS unterscheidet hinsichtlich des Zeithorizonts kurzfristige Ziele mit dem Zieljahr 2025 von mittelfristigen Zielen (2030) und langfristigen Zielen (2045). Das langfristige Ziel wurde aufgrund der Verschärfung des deutschen Klimaschutzgesetzes angepasst und sieht nun die Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 für die gesamte INDUS-Gruppe vor. Die Performance-Indikatoren (PI) werden durch INDUS beobachtet, sind jedoch aktuell nicht mit einem konkreten Ziel belegt. Angaben, die sich auf Beschäftigtenzahlen beziehen, werden stets in Vollzeitäquivalenten (full-time equivalents - FTE) bezogen auf den letzten Tag des Geschäftsjahres getätigt und beinhalten Fremdpersonalkräfte.
Die Reduktionsziele der THG-E beziehen sich stets auf die THG gemäß der "market-based"-Berechnung, da so die Aufwände der INDUS-Gruppe zum Beispiel in Form des Einkaufs von "Ökostrom" akkurat abgebildet werden. Zusätzlich sind die Reduktionsziele "Nettoziele". Der Kauf von Emissionskompensationszertifikaten ist dabei stets als mögliche Zusatzmaßnahme zu sehen und ersetzt nicht die Nachhaltigkeitsinitiativen in der Gruppe. In der Kennzahlentabelle, welche am Ende des nichtfinanziellen Berichts zu finden ist, sind die durch Emissionszertifikate ausgeglichenen THG-E gesondert ausgewiesen. Für die Reduktionsziele wird das Geschäftsjahr 2018 als Basisjahr verwendet. Grundlage der Emissionsreduktionsziele ist das Sektorziel des Sektors "Industrie" des deutschen Klimaschutzgesetzes.
Die nachfolgende Tabelle listet die KPI inklusive der kurz-, mittel- und langfristigen Ziele auf:
| Zieljahr | ||||||
| Handlungsfeld | Bezeichnung | KPI | Einheit | 2018 (Basisjahr) | 2025 | 2030 |
| THG-E (Scope 1+2)* | SU01-THG | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 113 | 73 | 56 | |
| (-35 %) | (-50 %) | |||||
| Schutz der Umwelt | Umsatzanteil zielkonformer Beteiligungen | SU02-NhU | % | - | 100 | 100 |
| Investitionsanteil zielkonformer Beteiligungen | SU03-NhI | % | - | 100 | 100 | |
| Faire Arbeit | Arbeitsunfälle | FA01-AU | Anzahl/100 FTE | 3,3 | ||
| Arbeitsunfälle mit Todesfolge | FA02-tAU | Anzahl | 0 | |||
| Soziale Gerechtigkeit | berechtigte lokale Beschwerden | SG01-BB | Anzahl | 0 | ||
| Menschenrechte | Mitarbeiter mit Verhaltenskodex | MR01-KDX | % der FTE | 100 | ||
| Geldwert monetär signifikanter Bußgelder | EW01-BG | TEUR | 0 | |||
| Ehrliche Wirtschaft | Gesamtzahl nicht-monetärer Strafen | EW02-nmS | Anzahl | 0 | ||
| Zahlungen an politische Parteien | EW03-Pol | % der BWS | 0 | |||
| Zieljahr | ||
| Handlungsfeld | Bezeichnung | 2045 |
| THG-E (Scope 1+2)* | 0 | |
| (-100 %) | ||
| Schutz der Umwelt | Umsatzanteil zielkonformer Beteiligungen | 100 |
| Investitionsanteil zielkonformer Beteiligungen | 100 | |
| Faire Arbeit | Arbeitsunfälle | fortlaufend <3,0 |
| Arbeitsunfälle mit Todesfolge | fortlaufend 0 | |
| Soziale Gerechtigkeit | berechtigte lokale Beschwerden | fortlaufend 0 |
| Menschenrechte | Mitarbeiter mit Verhaltenskodex | fortlaufend 100 |
| Geldwert monetär signifikanter Bußgelder | fortlaufend 0 | |
| Ehrliche Wirtschaft | Gesamtzahl nicht-monetärer Strafen | fortlaufend 0 |
| Zahlungen an politische Parteien | fortlaufend 0 |
Zur Berechnung des Anteils des Umsatzes und des Investitionsanteils (SU02-NhU und SU03-NhI) der Beteiligungen, die dem Emissionspfad des Ziels der INDUS-Gruppe folgen, ist die jährliche Bestimmung des Zielerreichungsgrades der individuellen Beteiligungen bezüglich des Emissionsreduktionsziels der INDUS-Gruppe (SU01-THG) erforderlich. Die Zielsetzung der INDUS-Gruppe gilt auf Jahresbasis dann erfüllt, wenn die entsprechende Beteiligung entweder (a) eine Emissionsintensität aufweist, die geringer ist als dies ein linearer Emissionsreduktionspfad gemäß INDUS-Ziel für 2025 vorgibt oder (b) die Emissionsintensität der Beteiligung im Geschäftsjahr bezogen auf das Basisjahr 2018 um mindestens 3% pro Geschäftsjahr reduziert werden konnte. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die beiden Kriterien:
| Zieljahr | ||||||
| Einheit | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | |
| entweder Emissionsintensität | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | <113 | <107 | <102 | <96 | <90 |
| oder Reduzieren der Emissionsintensität im Vergleich zum Basisjahr 2018 | % | - | >3 | >6 | >9 | >12 |
| Zieljahr | ||||
| Einheit | 2023 | 2024 | 2025 | |
| entweder Emissionsintensität | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | <85 | <79 | <73 |
| oder Reduzieren der Emissionsintensität im Vergleich zum Basisjahr 2018 | % | >15 | >18 | >21 |
Nachfolgend wird über die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses sowie für das Verständnis der Lage der INDUS-Gruppe und der Fortschritte hinsichtlich der Nachhaltigkeitsziele notwendigen Fortschritte in den Nachhaltigkeitsinitiativen berichtet. Dies erfolgt separat für die Aspekte "Umweltbelange" (i), "Arbeitnehmerbelange" (ii), "Sozialbelange" (iii), "Achtung der Menschenrechte" (iv) und "Bekämpfung von Korruption und Bestechung" (v) gemäß § 289c Abs. 2 HGB unter Einbeziehung der relevanten KPI und PI. Zusätzlich berichtet INDUS über das Handlungsfeld (vi) "Gesellschafter-Begleitung". Die Zielerreichung wird dabei mit den kurzfristigen Zielen im Zieljahr 2025 abgeglichen.
Der nichtfinanzielle Bericht der INDUS-Gruppe und die berichteten Leistungsindikatoren (KPI) wurden einer prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer Ebner Stolz unterzogen. Den Vermerk zur prüferischen Durchsicht des Nichtfinanziellen Berichts finden Sie auf S. 150 f.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde gruppenweit ein Hinweisgebersystem eingeführt. Hier können vermutete Verstöße gegen den Verhaltenskodex, Umwelt-, Arbeitnehmenden- und Sozialbelange von intern und extern gemeldet werden. Die Hinweise werden anonym an die Holding adressiert und man geht dort allen Meldungen nach. Fallweise werden die Themen dann an das entsprechende Unternehmen weitergeleitet und dort bearbeitet.
Zum Schutz und Erhalt der Umwelt arbeitet die INDUS-Gruppe mit erhöhter Geschwindigkeit an der Reduktion ihres THG-Footprints. Als Zwischenziel soll die Emissionsintensität bis 2025 um 35% gegenüber dem Basisjahr 2018 gesenkt werden. Gemäß dem Bundesklimaschutzgesetzes ist es Ziel der Gruppe, bis 2045 keine THG-Emissionen mehr zu verursachen.
Ein wesentlicher Werttreiber ist dabei die Ressourceneffizienz der produzierenden Einheiten der INDUS-Gruppe. Die INDUS-Gruppe wird langfristig durch nachhaltige Produkte und Produktionsprozesse Wettbewerbsvorteile erhalten und generieren können. Entsprechend ist es Ziel, dass der Anteil der Beteiligungsgesellschaften, die dem Reduktionszielpfad von INDUS folgen, bei 100% liegt.
Im Rahmen der Zielsetzung der Ressourceneffizienz beobachtet INDUS zudem die Energie- und Abfallintensität sowie die Recyclingquote und die Gesamtwasserentnahmeintensität.
Entsprechend dem hohen Anteil der Emissionen aus dem Strombezug in der INDUS-Gruppe wurden zum Großteil stromsparende Maßnahmen ab- und eingeleitet. Insbesondere wechseln einige Beteiligungen zum Bezug von Ökostrom und weitere Beteiligungsgesellschaften prüfen diese Maßnahme und die Teilumstellung des Fuhrparks auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der THG-E der Beteiligungen leisten Photovoltaik-Anlagen. Einige Beteiligungen haben bereits Solaranlagen auf den Betriebsgebäuden, andere prüfen oder planen deren Installation. Des Weiteren haben Umrüstungen auf LED-Beleuchtung stattgefunden und weitere werden folgen.
INDUS steht fortwährend im Dialog mit den Beteiligungsgesellschaften, sowohl unterstützend bei Projekten zur Steigerung der Ressourceneffizienz im Rahmen des Strategieschwerpunkts "Operative Exzellenz", wie auch bei der Fortschreibung der individuellen Nachhaltigkeitsstrategien. Zusätzlich hat INDUS im Geschäftsjahr 2020 das Konzept der Nachhaltigkeitsförderbank entwickelt, welche ab dem Geschäftsjahr 2022 Fördermittel von bis zu 10 Mio. EUR pro Jahr zur finanziellen Unterstützung der Beteiligungsgesellschaften bei geeigneten Projekten, die eine signifikante Reduzierung der THG-E bzw. Ressourcenschonung erwarten lassen, bereitstellt.
Bei der Prüfung möglicher Neuakquisitionen werden Marktchancen analysiert und Marktentwicklungen prognostiziert unter Einbezug relevanter Zukunftstrends, zu welchen auch "GreenTech" zählen kann. Im DD-Prozess zählt zudem die Sicherstellung der Einhaltung der gesetzlichen und regulatorischen Umweltanforderungen zu den relevanten Aufgaben. Für Targets, bei deren Geschäfts- und Produktionsprozessen eine höhere Emissionsintensität von THG zu erwarten ist als der Durchschnitt bei INDUS, werden die Aspekte des Handlungsfeldes "Schutz der Umwelt" gesondert geprüft.
In der nachfolgenden Tabelle ist die Entwicklung der Kennzahlen des Handlungsfelds "Schutz der Umwelt" im Geschäftsjahr 2021 zusammengefasst:
| Kennzahl | Einheit | 2018 (Basisjahr) | 2020 | 2021 | 2025 (Zieljahr) | |
| THG-E (Scope 1+2)* | SU01-THG | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 113 | 102 | 94 | 73 |
| (-10 %) | (-17 "%) | (-35 %) | ||||
| THG-E (Scope 1+2) (brutto) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 113 | 104 | 96 | ||
| THG-E (Scope 1+2) | t CO2 eq | 79.586 | 65.910 | 66.623 | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | 161 | 128 | 125 | ||
| Umsatzanteil zielkonformer Beteiligungen | SU02-NhU | % | 55,6 | 83,3 | 69.7 | 100 |
| Investitionsanteil zielkonformer Beteiligungen | SU03-NhI | % | 40,1 | 77,8 | 58.6 | 100 |
| Energieintensität | SU04-E | MWh/Mio. EUR BWS | 323 | 331 | 295 | reduzieren |
| aus regenerativen Energiequellen | % | 1,1 | 3,0 | 4.9 | ||
| aus regenerativen Energiequellen | MWh | 2.461 | 6.382 | 10.031 | ||
| THG-E (Scope 1) | SU05-S1 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 30 | 30 | 27 | reduzieren |
| THG-E (Scope 1) | t CO2 eq | 21.323 | 19.209 | 19.077 | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | 161 | 128 | 125 | ||
| THG-E (Scope 2, market-based) | SU06-S2 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 83 | 73 | 68 | reduzieren |
| THG-E (Scope 2, market-based) | t CO2 eq | 58.264 | 46.701 | 47.547 | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | 0 | 0 | 0 | ||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 85 | 82 | 77 | ||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq | 59.711 | 52.293 | 53.500 | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | 51 | 58 | 60 | ||
| THG-E (Scope 3)3 | SU07-S3 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 1.647 | 1.615 | 1.665 | |
| THG-E (Scope 3)3 | t CO2 eq | 1.162.786 | 1.028.308 | 1.160.249 | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | 609 | 361 | 345 | ||
| THG-E (Scope 1-3)3 | SU08-Ges | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 1.758 | 1.719 | 1.760 | |
| THG-E (Scope 1-3)3 | t CO2 eq | 1.242.372 | 1.094.218 | 1.226.872 | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | 770 | 489 | 469 | ||
| Emissionskompensation | t CO2 eq | 703 | 1.179 | 2.178 | ||
| Recyclingquote | SU09-Rec | % | 58,9 | 65,3 | 63.7 | erhöhen |
| Abfallintensität | SU10-Abf | t/Mio. EUR BWS | 22,7 | 22,0 | 20.4 | reduzieren |
| Gesamtwasserentnahmeintensität | SU11-WE | m3 /Mio. EUR BWS | 937 | 1.078 | 984 | reduzieren |
| Kennzahl | Einheit | ||
| THG-E (Scope 1+2)* | SU01-THG | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | KPI1 |
| THG-E (Scope 1+2) (brutto) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | ||
| THG-E (Scope 1+2) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| Umsatzanteil zielkonformer Beteiligungen | SU02-NhU | % | KPI1 |
| Investitionsanteil zielkonformer Beteiligungen | SU03-NhI | % | KPI1 |
| Energieintensität | SU04-E | MWh/Mio. EUR BWS | PI2 |
| aus regenerativen Energiequellen | % | ||
| aus regenerativen Energiequellen | MWh | ||
| THG-E (Scope 1) | SU05-S1 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | PI2 |
| THG-E (Scope 1) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| THG-E (Scope 2, market-based) | SU06-S2 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | PI2 |
| THG-E (Scope 2, market-based) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | ||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| THG-E (Scope 3)3 | SU07-S3 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | PI2 |
| THG-E (Scope 3)3 | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| THG-E (Scope 1-3)3 | SU08-Ges | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | PI2 |
| THG-E (Scope 1-3)3 | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| Emissionskompensation | t CO2 eq | ||
| Recyclingquote | SU09-Rec | % | PI2 |
| Abfallintensität | SU10-Abf | t/Mio. EUR BWS | PI2 |
| Gesamtwasserentnahmeintensität | SU11-WE | m3 /Mio. EUR BWS | PI2 |
*
Zur Verdeutlichung der Ausgangsbasis und des Zielfortschritts bezüglich des THG-Reduktionsziels
(SU01-THG) ist für das Basisjahr 2018 die Bruttoemissionsintensität angegeben (vor
Berücksichtigung von Emissionskompensationen). Die übrigen Angaben der Emissionsintensität
der Kennzahl SU01-THG beziehen sich auf die Netto-Emissionsintensität. Alle weiteren
Angaben zu THG-E in der Tabelle beziehen sich auf die Brutto-Emissionen.
1
KPI: Quantifizierte und der prüferischen Durchsicht unterzogene Kennzahl.
2
PI: Kennzahl ohne quantitatives Ziel. Die Kennzahl war nicht Bestandteil der prüferischen
Durchsicht.
3
Die THG-E in Scope 3 wurden entsprechend den Ausführungen zur Berechnung der THG-E
für die Jahre 2018 und 2019 neu berechnet.
2021 sind die Umsätze sowie die Bruttowertschöpfung erfreulicherweise wieder gestiegen, die Bruttowertschöpfung um knapp 10%. Die Scope-1+2-Emissionen sind vergleichsweise nur in geringem Maße gestiegen (+1%) und somit entwickelt sich die Emissionsintensität (SU01- THG) positiv und liegt mit 94 t CO2 eq/Mio. EUR BWS nun 17% unter dem Basiswert von 2018. Die Energieintensität konnte insbesondere durch Produktionseffizienzsteigerungen mittels Prozessumstellungen um 11% gesenkt werden (SU04-E). Ein weiterer Effekt hat der Verkauf der WIESAUPLAST: als energie- und emissionsintensives Unternehmen betrug der Anteil an den absoluten Scope1+2-Emissionen der Gruppe im Vorjahr 9%; ohne die WIESAUPLAST wäre im Jahr 2020 die Emissionsenergieintensität (Scope 1+2 t CO2 eq/Mio. EUR Bruttowertschöpfung) um 7% geringer gewesen. Die Energieintensität wäre ohne die WIESAUPLAST 2020 um 5% geringer gewesen.
Der Umsatz- und Investitionsanteil zielkonformer Beteiligungen (SU02-Nh und SU03-Nh) ist erstmals gesunken, weil einige Beteiligungen, die bisher noch im Zielkorridor lagen, die 2021 geforderten höheren Emissionsreduktionsraten nicht erfüllen konnten. Die Scope-3- Emissionen werden zum Großteil auf Basis der eingekauften Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe berechnet. Diese Handelswaren sind um 13% gestiegen, die Scope-3-Emissionen sind um 12% gestiegen. Die Scope-3-Emissionen im Verhältnis zur Bruttowertschöpfung (SU07-S3) sind um 3% gestiegen. In diesem Geschäftsjahr werden erneut mehr Emissionen kompensiert als im Vorjahr: mit 2.178 t CO2 eq erreicht INDUS einen neuen Höchstwert. Einige Beteiligungen kompensieren ihre Scope-1+2-Emissionen, andere die des Fuhrparks. Die INDUS Holding gleicht darüber hinaus auch ihre kompletten Scope-3-Emissionen aus. Die Abfallintensität (SU10-Abf) und die Gesamtwasserintensität (SU11-WE) konnten gesenkt werden. Bei der Recyclingquote (SU09-Rec) ist mit -1,6% ein leichter Rückgang zu verzeichnen, der auf einmalige Sonderentsorgungen im Geschäftsjahr zurückzuführen ist.
Die INDUS-Gruppe möchte ein attraktiver Arbeitgeber bleiben, deren Gesellschaften als bedeutende Bestandteile der lokalen sozialen Struktur wahrgenommen werden. Neben der fairen Entlohnung ist für INDUS der Schutz der Gesundheit der Belegschaft von höchster Priorität. Ziel ist es, Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle) vollständig zu vermeiden, insbesondere solche mit Todesfolge. Aufgrund der produktionsintensiven Bruttowertschöpfung eines Großteils der INDUS-Gruppe können Arbeitsunfälle im Regelfall nicht völlig ausgeschlossen werden, weswegen die Zielsetzung darin besteht, dass weniger als drei Unfälle pro 100 FTE auftreten. Dabei werden sowohl eigene Beschäftigte wie auch temporäre Arbeitskräfte berücksichtigt. INDUS beobachtet zusätzlich die getätigten Weiterbildungs- und Fortbildungsausgaben sowie die Anzahl von Auszubildenden und Mitarbeitenden, die berufsbegleitend studieren.
Der Schutz der Belegschaft wird individuell von den Geschäftsleitungen der Beteiligungen wahrgenommen. Dabei wird insbesondere Wert auf sichere Produktionsbedingungen gelegt, beispielsweise durch die rechtzeitige Erneuerung des Maschinen- und Anlagenparks in Abstimmung mit dem Vorstand der INDUS Holding AG. Zusätzlich werden im Rahmen des Strategieschwerpunkts "Operative Exzellenz" methodische Unterstützungsangebote durch INDUS bereitgestellt, um Prozessabläufe beispielsweise nach "Lean"-Prinzipien zu optimieren. Entsprechende Weiterbildungen für Beschäftigte werden auch teilweise durch INDUS organisiert. Fortbildungspläne werden dabei individuell im Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden festgelegt.
Initiativen zur Sicherung des Wohlergehens der Beschäftigten werden ausdrücklich begrüßt, zum Beispiel in Form der Schulung von betrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragten, der Organisation von Erste-Hilfe-Schulungen oder individuellen Regelungen zur mobilen und zeitlich flexiblen Arbeit.
Im Rahmen des DD-Prozesses prüft INDUS bei Neuakquisitionen den gesetzeskonformen Umgang mit der Belegschaft und legt Wert auf hohe Arbeitsstandards, die als bedeutender Werttreiber für die erwirtschafteten Erträge aufgefasst werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Kennzahlen des Handlungsfelds "Faire Arbeit" im Geschäftsjahr 2021:
| Kennzahl | Einheit | 2018 (Basisjahr) | 2020 | 2021 | 2025 (Zieljahr) | |
| Arbeitsunfälle | FA01-AU | Anzahl/100 FTE | 3,3 | 2,1 | 2,3 | <3,0 |
| Arbeitsunfälle mit Todesfolge | FA02-tAU | Anzahl | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Weiterbildungsausgaben | FA03-WB | EUR/FTE | 257 | 183 | 196 | |
| Auszubildende | FA04-Ausb | Anzahl | 429 | 407 | 354 | |
| Berufsbegleitende Studien | FA05-DuSt | Anzahl | 82 | 75 | 63 | |
| Anteil Festverträge | FA06-Fix | % der Gesamt-FTE | 96,1 | 97,2 | 96,2 |
| Kennzahl | Einheit | ||
| Arbeitsunfälle | FA01-AU | Anzahl/100 FTE | KPI1 |
| Arbeitsunfälle mit Todesfolge | FA02-tAU | Anzahl | KPI1 |
| Weiterbildungsausgaben | FA03-WB | EUR/FTE | PI2 |
| Auszubildende | FA04-Ausb | Anzahl | PI2 |
| Berufsbegleitende Studien | FA05-DuSt | Anzahl | PI2 |
| Anteil Festverträge | FA06-Fix | % der Gesamt-FTE | PI2 |
1
KPI: Quantifizierte und der prüferischen Durchsicht unterzogene Kennzahl.
2
PI: Kennzahl ohne quantitatives Ziel. Die Kennzahl war nicht Bestandteil der prüferischen
Durchsicht.
Die Anzahl der Arbeitsunfälle pro 100 FTEs (FA01-AU) ist leicht gestiegen, bleibt mit 2.3 Unfällen/100 FTE aber deutlich unter der Zielmarke von kleiner 3 Unfälle/100 FTE. Der Anteil an Kurzarbeit ist 2021 gesunken, aber die Sensibilität für Arbeitssicherheit auch durch die pandemiebedingten Verschärfungen der Arbeitssicherheitsmaßnahmen gestiegen. Die Weiterbildungsausgaben bleiben in etwa auf dem gleichen Niveau, wenn auch die Formate sich pandemiebedingt geändert haben. Die Zahl der Auszubildenden (FA04-Ausb) sowie die der berufsbegleitend Studierenden (FA05-DuSt) hat sich trotz starker Bemühungen um Nachwuchskräfte um -14% bzw. -16% verringert. Grund könnten die Standorte der Beteiligungen in oft ländlicheren Gegenden sein. Der Anteil der Festangestellten konnte mit über 96% nahezu konstant gehalten werden (FA06-Fix).
Durch die Verankerung der Gesellschaften der INDUS-Gruppe in der lokalen sozialen Struktur hat die Vermeidung der Beeinträchtigung der unmittelbaren Umgebung höchste Priorität. INDUS misst dies an der Anzahl der berechtigten lokalen Beschwerden (zum Beispiel durch Lärmbeeinträchtigungen) und strebt die vollständige Vermeidung dieser an. Aus Sicht der INDUS trägt dies zur positiven Wahrnehmung der Gesellschaften bei, kann eine anziehende Wirkung auf potenzielle Mitarbeitende haben und stiftet so nachhaltig Wert für die Gruppe. Entsprechendes gilt für Kooperationen und Spenden im lokalen oder überregionalen Kontext. Insbesondere soll es den Beschäftigten der Gesellschaften ermöglicht werden, Vorschläge für geeignete Projekte über ein entsprechendes strukturiertes Vorschlagswesen einzubringen.
Die Beteiligungsgesellschaften optimieren die eigenen Produktionsbedingungen und berücksichtigen dabei individuelle lokale Besonderheiten im Einklang mit den Vorgaben des INDUS-Verhaltenskodex. Die Optimierung der Produktion kann dabei analog zum Vorgehen im Handlungsfeld "Faire Arbeit" durch Modernisierungen des Anlagenparks oder entsprechende Prozessoptimierungen im Rahmen der strategischen Initiative "Operative Exzellenz" durch INDUS unterstützt werden.
Da Beeinträchtigungen des lokalen Umfelds auf zukünftige Problemfelder hindeuten können, die einen wertmindernden Effekt nach sich ziehen könnten, wird im DD-Prozess bei Neuakquisitionen Wert darauf gelegt, die örtlichen Gegebenheiten der Akquisitionstargets im Rahmen von Werksbegehungen und Standortbesuchen in Anwesenheit mindestens eines Mitglieds des Vorstands der INDUS Holding AG zu berücksichtigen. INDUS ist der Ansicht, dass die Vermeidung von Problemfällen im Handlungsfeld "Soziale Gerechtigkeit" weitestgehend durch die Einhaltung der im INDUS-Verhaltenskodex geforderten Integrität der eigenen Verhaltensweisen und Geschäftsprozesse sichergestellt wird. Zudem ist dieser Kodex in Bezug auf neue Anforderungen (z.B. im Rahmen der EU-Taxonomie) derzeit in Bearbeitung.
Im Vergütungssystem des Vorstands der INDUS Holding AG ist eine Prämie zur Erreichung definierter ESG-Ziele als Teil des Short Term Incentive (STI) integriert.
In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der Kennzahlen des Handlungsfelds "Soziale Gerechtigkeit" im Geschäftsjahr 2021 aufgezeigt:
| Kennzahl | Einheit | 2018 (Basisjahr) | 2020 | 2021 | 2025 (Zieljahr) | |
| Berechtigte lokale Beschwerden | SG01-BB | Anzahl | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Spenden an lokale soziale Einrichtungen | SG02-lSp | EUR | 280.916 | 237.341 | 274.880 | |
| Spenden an sonstige soziale Einrichtungen | SG03-nlSp | EUR | 201.087 | 74.348 | 261.867 | |
| Kooperationen mit sozialen Einrichtungen | SG04-Koop | % der INDUS-Gruppe | 31 | 29 | 27 | |
| Betriebliches Vorschlagswesen | SG05-KVP | % der INDUS-Gruppe | 63 | 72 | 76 |
| Kennzahl | Einheit | ||
| Berechtigte lokale Beschwerden | SG01-BB | Anzahl | KPI1 |
| Spenden an lokale soziale Einrichtungen | SG02-lSp | EUR | PI2 |
| Spenden an sonstige soziale Einrichtungen | SG03-nlSp | EUR | PI2 |
| Kooperationen mit sozialen Einrichtungen | SG04-Koop | % der INDUS-Gruppe | PI2 |
| Betriebliches Vorschlagswesen | SG05-KVP | % der INDUS-Gruppe | PI2 |
1
KPI: Quantifizierte und der prüferischen Durchsicht unterzogene Kennzahl.
2
PI: Kennzahl ohne quantitatives Ziel. Die Kennzahl war nicht Bestandteil der prüferischen
Durchsicht.
Im Geschäftsjahr 2021 konnten berechtigte lokale Beschwerden (SG01-BB) erneut vermieden werden, sodass dieses Ziel uneingeschränkt erfüllt wurde.
Zentrale Bedeutung hat für INDUS die Orientierung und Einhaltung der Prinzipien, die im INDUS-Verhaltenskodex formuliert sind. Im Verhaltenskodex ist zum Beispiel vorgeschrieben, dass keine geschäftlichen Beziehungen zu Kunden und Lieferanten gehalten werden, von denen öffentlich bekannt ist, dass diese gegen die grundlegenden Prinzipien des INDUS-Verhaltenskodex verstoßen. Ein bedeutender Punkt des INDUS-Verhaltenskodex ist die Diversität in der Belegschaft - INDUS ist überzeugt, dass eine diverse Belegschaft die Kreativität und Produktivität fördern kann und so einen wichtigen Beitrag zum unternehmerischen Erfolg leistet. Jegliche Form von Diskriminierung lehnt INDUS ausdrücklich ab. Die Einstellung, Förderung, Ausbildung und Weiterbildung von Personal erfolgt ausschließlich auf Basis tätigkeitsbezogener Kriterien. INDUS steht für den respektvollen und offenen Umgang mit dem Gegenüber, unabhängig von Geschlecht, sozialem oder familiärem Status, Alter, Hautfarbe sowie Herkunft, möglichen Behinderungen, Religion oder sexueller Orientierung und verurteilt jede Form von Diskriminierung aufs Schärfste. Als Grundsatz gilt dabei das rechtlich und ethisch einwandfreie Verhalten sowie der Respekt gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt. INDUS strebt die vollständige Durchdringung der Belegschaft mit den Prinzipien des Verhaltenskodex an und achtet entsprechend darauf, dass der Kodex allen Mitarbeitenden in allen Gesellschaften zur Verfügung gestellt wird.
Zielsetzungen hinsichtlich der Altersstruktur der Belegschaft, dem Anteil weiblicher Beschäftigte in der Belegschaft sowie in Führungspositionen bestehen nicht.
Der Verhaltenskodex wird unmittelbar nach jeder abgeschlossenen Akquisition oder bei Eröffnung eines neuen Standorts der ansässigen Geschäftsleitung zur Durchsetzung im Unternehmen übergeben. Der Verhaltenskodex wird derzeit dahingehend überarbeitet, auch neuen Anforderungen (z.B. aus der EU-Taxonomie-Verordnung) Rechnung zu tragen. Öffentlich verfügbare Informationen über Kunden und Lieferanten werden in den Beteiligungsgesellschaften wahrgenommen und zur Beurteilung der Geschäftsbeziehungen verwendet. Der absolute Großteil der INDUS-Kunden und Lieferanten ist zudem in Regionen ansässig, wo INDUS aufgrund geltender gesetzlicher Vorschriften von der Einhaltung hoher Menschenrechtsstandards ausgeht. Verstöße gegen den INDUS-Verhaltenskodex werden im Rahmen des Compliance-Reportings an den Vorstand der INDUS Holding weitergeleitet. Bei entsprechenden Fällen überwacht der Vorstand die von der Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaft eingeleiteten Gegenmaßnahmen. Präventiv werden Compliance-Themen und aktuelle Entwicklungen im Rahmen der jährlichen Unternehmertagung mit den Geschäftsleitungen aller Gesellschaften diskutiert.
Im DD-Prozess bei potenziellen Neuakquisitionen prüft INDUS die Konformität des Targets mit gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben, sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Bei fraglichen Fällen tauscht sich INDUS stets vorab mit Experten zu juristischen Aspekten aus.
Die nachfolgende Tabelle fasst die Entwicklung der Kennzahlen des Handlungsfelds "Menschenrechte" zusammen:
| Kennzahl | Einheit | 2018 (Basisjahr) | 2020 | 2021 | 2025 (Zieljahr) | |
| Mitarbeiter mit Verhaltenskodex | MR01-KDX | % der FTE | 100 | 100 | 100 | 100 |
| Altersstruktur der Belegschaft3 | MR02-AS | % der FTE im Alter von <20/20-29/ 30-39/40-49/ 50-59/S60 | 2/18/23/24/ 26/7 | 2/16/24/24/ 26/8 | 2/15/24/24/26/9 | |
| Frauenanteil in der Belegschaft | MR03-FQ | % der FTE | 30,3 | 30,4 | 29,5 | |
| Frauenanteil in Führungspositionen4 | MR04-FF | % der FTE in Führungspositionen | 15,4 | 20,3 | 23,7 |
| Kennzahl | Einheit | ||
| Mitarbeiter mit Verhaltenskodex | MR01-KDX | % der FTE | KPI1 |
| Altersstruktur der Belegschaft3 | MR02-AS | % der FTE im Alter von <20/20-29/ 30-39/40-49/ 50-59/S60 | PI2 |
| Frauenanteil in der Belegschaft | MR03-FQ | % der FTE | PI2 |
| Frauenanteil in Führungspositionen4 | MR04-FF | % der FTE in Führungspositionen | PI2 |
1
KPI: Quantifizierte und der prüferischen Durchsicht unterzogene Kennzahl.
2
PI: Kennzahl ohne quantitatives Ziel. Die Kennzahl war nicht Bestandteil der prüferischen
Durchsicht.
3
Prozentangaben sind auf ganze Zahlenwerte gerundet, sodass in Summe geringfügige
Abweichungen von 100 % möglich sind.
4
Konzernweite Kennzahl/Definition; bezieht sich nicht auf die Vorgaben des § 76, Abs.
4 des Aktiengesetztes.
Allen Mitarbeitern der INDUS-Gruppe lag der Verhaltenskodex vor. Das Ziel MR01-KDX wurde vollständig erfüllt. Auch wenn der Frauenanteil der Belegschaft (MR03-FQ) leicht gesunken ist, konnte der Frauenanteil in Führungspositionen um 3.4 Prozentpunkte gesteigert werden (MR04-FF).
Für INDUS ist klar, dass jede Wirtschaftstätigkeit der INDUS-Gruppe stets unter Einhaltung geltender Gesetze zu erfolgen hat, wie im INDUS-Verhaltenskodex vorgeschrieben. Entsprechend besteht das Ziel in der Vermeidung jeglicher monetär signifikanter Bußgelder (>10 TEUR) sowie jeglicher nicht-monetärer Strafen, die aus Verstößen gegen Vorschriften oder Gesetze in den Bereichen Umwelt, Bilanzierung, Diskriminierung oder Korruption resultieren. Zusätzlich nimmt INDUS keinen Einfluss auf Gesetzgebungsverfahren, lehnt grundsätzlich Zahlungen an politische Parteien ab und setzt folglich ein Ziel der vollständigen Vermeidung von entsprechenden Zahlungen.
Die Gesellschaften der INDUS-Gruppe sind zum Großteil in europäischen oder sonstigen Märkten mit hohen Wirtschaftsstandards bezüglich Monopol- und Kartellregelungen aktiv. Ziel der INDUS-Gruppe ist die Vermeidung einer unlauteren Wirtschaftspraxis, um entsprechende Klagen und Prozesse auszuschließen. INDUS erfasst im Rahmen der Compliance-Routinen entsprechende Meldungen zu Prozessen und gibt die daraus resultierenden Ausgaben für Klagen und Prozesse wegen wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen oder Kartell- und Monopolverstößen in Abgrenzung von signifikanten Bußgeldern an. Zur Einordnung der Kennzahlenentwicklung im Rahmen der fortschreitenden Internationalisierung und vor dem Hintergrund allgemeiner Globalisierungstendenzen gibt INDUS zudem Auskunft über den Umsatzanteil in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko, wobei die Schwelle zur Definition dieser Länder bewusst hoch angesetzt ist.
Die Einhaltung der gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben ist im Wesentlichen ein typischer Geschäftsprozess, welcher in den Bereich jeder Beteiligungsgesellschaft der INDUS-Gruppe fällt. Die Gesellschaften der INDUS-Gruppe achten dabei eigenständig auf die Einhaltung des INDUS-Verhaltenskodex. INDUS achtet auf die Einhaltung entsprechender Geschäftsstandards und erfasst Verstöße im Rahmen des Compliance-Reportings. Der Vorstand der INDUS Holding ist gesamtverantwortlich für die Gesetzeskonformität aller Wirtschaftsaktivitäten der Gruppe. Bei Verstößen steht er im Austausch mit den Geschäftsleitungen der Beteiligungen hinsichtlich der Einleitung von Gegenmaßnahmen. Zur Sicherstellung des Bewusstseins der entsprechenden Anforderungen hinsichtlich Compliance-Aspekten ist dieses Thema regulärer Bestandteil der jährlichen Unternehmertagung sowie Teil des kontinuierlichen strategischen Sparringsprozesses. INDUS unterstützt die Ausgestaltung der Compliance-Management-Systeme bei den Beteiligungsgesellschaften zum Beispiel über Schulungsangebote.
Die Compliance-Anforderungen werden ebenfalls im Rahmen des DD-Prozesses bei Neuakquisitionen unter Beteiligung des Vorstands geprüft.
Zu Beginn des Jahres 2021 wurde ein gruppenweites Hinweisgebersystem ausgerollt. Über das Hinweisgebersystem können Interne und Externe weltweit (auf Wunsch anonymisiert) Hinweise über gesetzeswidriges Verhalten und Verstöße gegen die Regelungen des INDUS-Verhaltenskodex an die INDUS-Compliance-Organisation zur weiteren Prüfung melden. Diese Hinweise können sich insbesondere auch auf alle hier behandelten Aspekte beziehen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Kennzahlen des Handlungsfelds "Ehrliche Wirtschaft" im Geschäftsjahr 2021:
| Kennzahl | Einheit | 2018 (Basisjahr) | 2020 | 2021 | 2025 (Zieljahr) | |
| Geldwert monetär signifikanter Bußgelder | EW01-BG | TEUR | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtzahl nicht-monetärer Strafen | EW02-nmS | Anzahl | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungen an politische Parteien | EW03-Pol | % der BWS | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0 |
| Prozesskosten wegen Wettbewerbsverstößen | EW04-WV | TEUR | 1,38 | 0 | 0 | |
| Umsatz in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko | EW05-CPI | % des Gesamtumsatzes | 17,6 | 19,2 | 19,7 |
| Kennzahl | Einheit | ||
| Geldwert monetär signifikanter Bußgelder | EW01-BG | TEUR | KPI1 |
| Gesamtzahl nicht-monetärer Strafen | EW02-nmS | Anzahl | KPI1 |
| Zahlungen an politische Parteien | EW03-Pol | % der BWS | KPI1 |
| Prozesskosten wegen Wettbewerbsverstößen | EW04-WV | TEUR | PI2 |
| Umsatz in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko | EW05-CPI | % des Gesamtumsatzes | PI2 |
1
KPI: Quantifizierte und der prüferischen Durchsicht unterzogene Kennzahl.
2
PI: Kennzahl ohne quantitatives Ziel. Die Kennzahl war nicht Bestandteil der prüferischen
Durchsicht.
Es wurden keine monetär signifikanten Bußgelder gegen die INDUS-Gruppe im Geschäftsjahr 2021 verhängt (EW01- BG), nicht-monetäre Strafen sind ebenfalls nicht angefallen (EW02-nmS). Wie in den Vorjahren wurden 0,00% der Bruttowertschöpfung für Zahlungen an politische Parteien ausgegeben (EW03-Pol). Es wurden keine Prozesskosten wegen Wettbewerbsverstößen fällig (EW04-WV). Der Umsatzanteil in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko (CPI>60) blieb auf dem Niveau der Vorjahre (EW05-CPI), wobei der Grenzwert zur Auswahl der Länder bewusst sehr hoch angesetzt ist.
INDUS legt Wert auf die Ableitung beteiligungsspezifischer Nachhaltigkeitsziele in der INDUS-Gruppe, insbesondere hinsichtlich des Gruppenziels der kurzfristigen Reduktion der THG-E in Höhe von 35% bis 2025. Der Fokus liegt dabei auf den direkten Beteiligungen, welche ihre Tochtergesellschaften sowie weitere Unternehmensstandorte neben der Zentrale in ihre Strategie mit einbeziehen. INDUS ist überzeugt, dass die Beteiligungsgesellschaften langfristig durch nachhaltige Produkte und Produktionsprozesse Wettbewerbsvorteile erhalten und generieren können. Entsprechend hält INDUS die Umsetzung der Operationalisierung der Gruppen-Nachhaltigkeitsstrategie auf Einzelbeteiligungsebene nach.
Für die Umsetzung von effektiven Maßnahmen im Kontext der ESG-Thematik stellt INDUS auch finanzielle Fördermittel über die Nachhaltigkeitsförderbank und die Innovationsförderbank bereit. Ziel der Innovationsförderbank im ESG-Rahmen sind dabei insbesondere Produktentwicklungen im Feld "GreenTech" sowie die Konzeption ressourceneffizienter Produktionsprozesse. Über die Nachhaltigkeitsförderbank steht den Beteiligungsgesellschaften ab dem Geschäftsjahr 2022 ein Fördertopf bereit, auf welchen für Investitionen zurückgegriffen werden kann, die signifikant zur Verringerung der THG-E beitragen. Die geförderten Investitionen werden laufend im Hinblick auf ihre Qualifikation als CapEx-Plan gemäß EU-Taxonomie-Verordnung überprüft. Für beide Fördertöpfe werden die Summen der jährlichen bewilligten Förderung beobachtet und im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung berichtet.
Die INDUS Holding steht als strategischer Sparringspartner ihren Beteiligungsgesellschaften mit verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten zur Seite. Diese Form der Gesellschafterbegleitung ermöglicht es den Beteiligungsgesellschaften, zusätzliche Projekte und Maßnahmen anzugehen und umzusetzen, auch im Kontext der Erreichung der individuellen Nachhaltigkeitsziele. Bei der Definition der Nachhaltigkeitsziele der einzelnen Beteiligungsgesellschaften unterstützt der Vorstand der INDUS Holding AG die lokalen Geschäftsleitungen bei der Identifikation möglicher Maßnahmen sowie bei der Einschätzung des Potenzials dieser Maßnahmen - sowohl aus wirtschaftlicher wie auch aus Nachhaltigkeitsperspektive. Im Rahmen der jährlichen Unternehmertagungen werden regelmäßig Informationen rund um das Thema Nachhaltigkeit diskutiert.
Neben der Begleitung der Beteiligungsgesellschaften ist INDUS im Wesentlichen im Rahmen der Akquisition von neuen Gesellschaften tätig. Im DD-Prozess werden die betrachteten Targets in Hinblick auf die Kompatibilität mit den Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie abgeglichen. Dabei werden insbesondere Zukunftstrends aus dem ESG-Themenkomplex mit in die Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung des Targets und der Geschäftsfelder, in denen das Target aktiv ist, einbezogen. Dies trifft häufig auf Entwicklungen hinsichtlich des Zukunftstrends "GreenTech" zu.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Kennzahlen des Handlungsfelds "Gesellschafterbegleitung" im Geschäftsjahr 2021:
| Kennzahl | Einheit | 2018 (Basisjahr) | 2020 | 2021 | 2025 (Zieljahr) | |
| Gesellschaften mit formulierten Emissionsreduktionszielen | GB01-EZ | % der INDUS-Gruppe | Erfassung ab 2020 | 83 | 86 | |
| "GreenTech"-Innovationsprojekte der Innovationsförderbank | GB02-InnF | Förderung in TEUR | 460 | 502 | 802 | |
| Förderung durch die Nachhaltigkeitsförderbank | GB03-NHF | Zuschüsse in TEUR | Start 2022 |
| Kennzahl | Einheit | ||
| Gesellschaften mit formulierten Emissionsreduktionszielen | GB01-EZ | % der INDUS-Gruppe | PI1 |
| "GreenTech"-Innovationsprojekte der Innovationsförderbank | GB02-InnF | Förderung in TEUR | PI1 |
| Förderung durch die Nachhaltigkeitsförderbank | GB03-NHF | Zuschüsse in TEUR | PI1 |
Im Rahmen des Budgetprozesses und des strategischen Sparrings formulierten 86% der Beteiligungsgesellschaften der INDUS-Holding AG Emissionsreduktionsziele bis zum Zieljahr 2025 (GB01-EZ). Die übrigen Gesellschaften weisen bereits Emissionsintensitäten auf, die deutlich unter 96 t CO2 eq/Mio. EUR Bruttowertschöpfung liegen oder befinden sich in Positionen, in welchen die Ableitung und Beurteilung geeigneter Reduktionspfade aus verschiedenen Gründen schwierig und in diesem Jahr noch nicht mit einem vertretbaren Aufwand zu leisten war. Im Geschäftsjahr 2022 sollen diese vervollständigt werden.
| Handlungsfeld | Kennzahl | Einheit | |
| THG-E (Scope 1+2)* | SU01-THG | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | |
| THG-E (Scope 1+2) (brutto) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | ||
| THG-E (Scope 1+2) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| Umsatzanteil zielkonformer Beteiligungen | SU02-NhU | % | |
| Investitionsanteil zielkonformer Beteiligungen | SU03-NhI | % | |
| Energieintensität | SU04-E | MWh/Mio. EUR BWS | |
| aus regenerativen Energiequellen | % | ||
| aus regenerativen Energiequellen | MWh | ||
| THG-E (Scope 1) | SU05-S1 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | |
| THG-E (Scope 1) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| Schutz der Umwelt | THG-E (Scope 2, market-based) | SU06-S2 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS |
| THG-E (Scope 2, market-based) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | ||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| THG-E (Scope 3)3 | SU07-S3 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | |
| THG-E (Scope 3)3 | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| THG-E (Scope 1-3)3 | SU08-Ges | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | |
| THG-E (Scope 1-3)3 | t CO2 eq | ||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||
| Emissionskompensation | t CO2 eq | ||
| Recyclingquote | SU09-Rec | % | |
| Abfallintensität | SU10-Abf | t/Mio. EUR BWS | |
| Gesamtwasserentnahmeintensität | SU11-WE | m3 /Mio. EUR BWS | |
| Arbeitsunfälle | FA01-AU | Anzahl/100 FTE | |
| Arbeitsunfälle mit Todesfolge | FA02-tAU | Anzahl | |
| Weiterbildungsausgaben | FA03-WB | EUR/FTE | |
| Faire Arbeit | Auszubildende | FA04-Ausb | Anzahl |
| Berufsbegleitende Studien | FA05-DuSt | Anzahl | |
| Anteil Festverträge | FA06-Fix | % der Gesamt-FTE | |
| Berechtigte lokale Beschwerden | SG01-BB | Anzahl | |
| Spenden an lokale soziale Einrichtungen | SG02-lSp | EUR | |
| Soziale | Spenden an sonstige soziale Einrichtungen | SG03-nlSp | EUR |
| Kooperationen mit sozialen Einrichtungen | SG04-Koop | % der INDUS Gruppe | |
| Betriebliches Vorschlagswesen | SG05-KVP | % der INDUS Gruppe | |
| Mitarbeiter mit Verhaltenskodex | MR01-KDX | % der FTE | |
| % der FTE im Alter | |||
| Menschenrechte | Altersstruktur der Belegschaft4 | MR02-AS | von <20/20-29/ 30-39/40-49/ 50-59/S60 |
| Frauenanteil in der Belegschaft | MR03-FQ | % der FTE | |
| Frauenanteil in Führungspositionen5 | MR04-FF | % der FTE in Führungspositionen | |
| Geldwert monetär signifikanter Bußgelder | EW01-BG | TEUR | |
| Gesamtzahl nicht-monetärer Strafen | EW02-nmS | Anzahl | |
| Ehrliche | Zahlungen an politische Parteien | EW03-Pol | % der BWS |
| Prozesskosten wegen Wettbewerbsverstößen | EW04-WV | TEUR | |
| Umsatz in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko | EW05-CPI | % des Gesamtumsatzes | |
| Gesellschaften mit formulierten Emissionsreduktionszielen | GB01-EZ | % der INDUS-Gruppe | |
| Gesellschafter- | "GreenTech"-Innovationsprojekte der Innovationsförderbank | GB02-InnF | Förderung in TEUR |
| Förderung durch die Nachhaltigkeitsförderbank | GB03-NHF | Zuschüsse in TEUR |
| Handlungsfeld | 2018 | 2020 | 2021 |
| 113 | 102 (-10 %) | 94 (-17 "%) | |
| 113 | 104 | 96 | |
| 79.586 | 65.910 | 66.623 | |
| 161 | 128 | 125 | |
| 55,6 | 83,3 | 69,7 | |
| 40,1 | 77,8 | 58,6 | |
| 323 | 331 | 295 | |
| 1,1 | 3,0 | 4,9 | |
| 2.461 | 6.382 | 10.031 | |
| 30 | 30 | 27 | |
| 21.323 | 19.209 | 19.077 | |
| 161 | 128 | 125 | |
| Schutz der Umwelt | 83 | 73 | 68 |
| 58.264 | 46.701 | 47.547 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 85 | 82 | 77 | |
| 59.711 | 52.293 | 53.500 | |
| 51 | 58 | 60 | |
| 1.647 | 1.615 | 1.665 | |
| 1.162.786 | 1.028.308 | 1.160.249 | |
| 609 | 361 | 345 | |
| 1.758 | 1.719 | 1.760 | |
| 1.242.372 | 1.094.219 | 1.226.872 | |
| 770 | 489 | 469 | |
| 703 | 1.179 | 2.178 | |
| 58,9 | 65,3 | 63,7 | |
| 22,7 | 22,0 | 20,4 | |
| 937 | 1.078 | 984 | |
| 3,3 | 2,1 | 2,3 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 257 | 183 | 196 | |
| Faire Arbeit | 429 | 407 | 354 |
| 82 | 75 | 63 | |
| 96,1 | 97,2 | 96,2 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 280.916 | 237.341 | 274.880 | |
| Soziale | 201.087 | 74.348 | 261.867 |
| 31 | 29 | 27 | |
| 63 | 72 | 76 | |
| 100 | 100 | 100 | |
| Menschenrechte | 2/18/23/24/ 26/7 | 2/16/24/24/26/8 | 2/15/24/24/26/9 |
| 30,3 | 30,4 | 29,5 | |
| 15,4 | 20,3 | 23,7 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| 0 | 0 | 0 | |
| Ehrliche | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 1,38 | 0 | 0 | |
| 17,6 | 19,2 | 19,7 | |
| Erfassung ab 2020 | 83 | 86 | |
| Gesellschafter- | 460 | 502 | 802 |
| Start 2022 |
| Handlungsfeld | Kennzahl | Einheit | 2025 | ||
| THG-E (Scope 1+2)* | SU01-THG | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | 73 (-35 %) | KPI1 | |
| THG-E (Scope 1+2) (brutto) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | ||||
| THG-E (Scope 1+2) | t CO2 eq | ||||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||||
| Umsatzanteil zielkonformer Beteiligungen | SU02-NhU | % | 100 | KPI1 | |
| Investitionsanteil zielkonformer Beteiligungen | SU03-NhI | % | 100 | KPI1 | |
| Energieintensität | SU04-E | MWh/Mio. EUR BWS | reduzieren | PI2 | |
| aus regenerativen Energiequellen | % | ||||
| aus regenerativen Energiequellen | MWh | ||||
| THG-E (Scope 1) | SU05-S1 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | reduzieren | PI2 | |
| THG-E (Scope 1) | t CO2 eq | ||||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||||
| Schutz der Umwelt | THG-E (Scope 2, market-based) | SU06-S2 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | reduzieren | PI2 |
| THG-E (Scope 2, market-based) | t CO2 eq | ||||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | ||||
| THG-E (Scope 2, location-based) | t CO2 eq | ||||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||||
| THG-E (Scope 3)3 | SU07-S3 | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | PI2 | ||
| THG-E (Scope 3)3 | t CO2 eq | ||||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||||
| THG-E (Scope 1-3)3 | SU08-Ges | t CO2 eq/Mio. EUR BWS | PI2 | ||
| THG-E (Scope 1-3)3 | t CO2 eq | ||||
| davon INDUS Holding | t CO2 eq | ||||
| Emissionskompensation | t CO2 eq | ||||
| Recyclingquote | SU09-Rec | % | erhöhen | PI2 | |
| Abfallintensität | SU10-Abf | t/Mio. EUR BWS | reduzieren | PI2 | |
| Gesamtwasserentnahmeintensität | SU11-WE | m3 /Mio. EUR BWS | reduzieren | PI2 | |
| Arbeitsunfälle | FA01-AU | Anzahl/100 FTE | <3,0 | KPI1 | |
| Arbeitsunfälle mit Todesfolge | FA02-tAU | Anzahl | 0 | KPI1 | |
| Weiterbildungsausgaben | FA03-WB | EUR/FTE | PI2 | ||
| Faire Arbeit | Auszubildende | FA04-Ausb | Anzahl | PI2 | |
| Berufsbegleitende Studien | FA05-DuSt | Anzahl | PI2 | ||
| Anteil Festverträge | FA06-Fix | % der Gesamt-FTE | PI2 | ||
| Berechtigte lokale Beschwerden | SG01-BB | Anzahl | 0 | KPI1 | |
| Spenden an lokale soziale Einrichtungen | SG02-lSp | EUR | PI2 | ||
| Soziale | Spenden an sonstige soziale Einrichtungen | SG03-nlSp | EUR | PI2 | |
| Kooperationen mit sozialen Einrichtungen | SG04-Koop | % der INDUS Gruppe | PI2 | ||
| Betriebliches Vorschlagswesen | SG05-KVP | % der INDUS Gruppe | PI2 | ||
| Mitarbeiter mit Verhaltenskodex | MR01-KDX | % der FTE | 100 | KPI1 | |
| % der FTE im Alter | |||||
| Menschenrechte | Altersstruktur der Belegschaft4 | MR02-AS | von <20/20-29/ 30-39/40-49/ 50-59/S60 | PI2 | |
| Frauenanteil in der Belegschaft | MR03-FQ | % der FTE | PI2 | ||
| Frauenanteil in Führungspositionen5 | MR04-FF | % der FTE in Führungspositionen | PI2 | ||
| Geldwert monetär signifikanter Bußgelder | EW01-BG | TEUR | 0 | KPI1 | |
| Gesamtzahl nicht-monetärer Strafen | EW02-nmS | Anzahl | 0 | KPI1 | |
| Ehrliche | Zahlungen an politische Parteien | EW03-Pol | % der BWS | 0 | KPI1 |
| Prozesskosten wegen Wettbewerbsverstößen | EW04-WV | TEUR | PI2 | ||
| Umsatz in Ländern mit erhöhtem Korruptionsrisiko | EW05-CPI | % des Gesamtumsatzes | PI2 | ||
| Gesellschaften mit formulierten Emissionsreduktionszielen | GB01-EZ | % der INDUS-Gruppe | PI2 | ||
| Gesellschafter- | "GreenTech"-Innovationsprojekte der Innovationsförderbank | GB02-InnF | Förderung in TEUR | PI2 | |
| Förderung durch die Nachhaltigkeitsförderbank | GB03-NHF | Zuschüsse in TEUR | PI2 |
*
Zur Verdeutlichung der Ausgangsbasis und des Zielfortschritts bezüglich des THG-Reduktionsziels
(SU01-THG) ist für das Basisjahr 2018 die Bruttoemissionsintensität angegeben (vor
Berücksichtigung von Emissionskompensationen). Die übrigen Angaben der Emissionsintensität
der Kennzahl SU01-THG beziehen sich auf die Netto-Emissionsintensität. Alle weiteren
Angaben zu THG-E in der Tabelle beziehen sich auf die Brutto-Emissionen.
1
KPI: Quantifizierte und der prüferischen Durchsicht unterzogene Kennzahl.
2
PI: Kennzahl ohne quantitatives Ziel. Die Kennzahl war nicht Bestandteil der prüferischen
Durchsicht.
3
Die THG-E in Scope 3 wurden entsprechend den Ausführungen zur Berechnung der THG-E
für die Jahre 2018 und 2019 neu berechnet.
4
Prozentangaben sind auf ganze Zahlenwerte gerundet, sodass in Summe geringfügige
Abweichungen von 100 % möglich sind.
5
Konzernweite Kennzahl/Definition; bezieht sich nicht auf die Vorgaben des § 76, Abs.
4 des Aktiengesetzes.
An die INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach:
Wir haben den für die INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach (im Folgenden "Gesellschaft") und den Konzern zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht der INDUS Holding Aktiengesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 (im Folgenden "nichtfinanzieller Bericht") einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB und Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden die "EU-Taxonomieverordnung") und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten.
Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.
Die EU-Taxonomieverordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Vertretbarkeit der Auslegung der EU-Taxonomieverordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet.
Wir haben die deutschen berufsrechtlichen Vorschriften zur Unabhängigkeit sowie weitere berufliche Verhaltensanforderungen eingehalten.
Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen - insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer (BS WP/ vBP) sowie des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an und unterhält dementsprechend ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das dokumentierte Regelungen und Maßnahmen in Bezug auf die Einhaltung beruflicher Verhaltensanforderungen, beruflicher Standards sowie maßgebender gesetzlicher und anderer rechtlicher Anforderungen umfasst.
Unsere Aufgabe ist es auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den nichtfinanziellen Bericht abzugeben.
Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird.
Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.
Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
| ― |
Erlangung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation und über die Einbindung der relevanten Stakeholder |
| ― |
Befragungen zur Wesentlichkeitsanalyse, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen und entsprechender Berichtseinheiten zu erhalten |
| ― |
Eine Risikoeinschätzung zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung in der Berichtsperiode |
| ― |
Befragungen und Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung der Angaben und Ergebnisse im Prüfungsumfang einschließlich Konsolidierung der Daten |
| ― |
Befragungen der Personen, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due Diligence-Prozessen, Ergebnissen und Risiken sowie die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der im Prüfungsumfang enthaltenen Angaben verantwortlich sind |
| ― |
Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente |
| ― |
Analytische Beurteilung ausgewählter Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Konzernebene von den Bericht erstattenden Einheiten gemeldet wurden |
| ― |
Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie Verlässlichkeit der gemeldeten Daten anhand von Interviews durch eine Stichprobenerhebung an ausgewählten Bericht erstattenden Einheiten. |
| ― |
Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben |
| ― |
Befragungen zu Maßnahmen, die bei Sitzungen des Vorstands, des Aufsichtsrates oder von Ausschüssen und in anderen Sitzungen beschlossen worden sind und die sich auf den Gegenstand des Nachhaltigkeitsberichts auswirken können, sowie Einsichtnahme in die entsprechenden Sitzungsprotokolle |
| ― |
Abgleich mit den Erkenntnissen aus der Konzern- und Jahresabschlussprüfung |
| ― |
Beurteilung des Prozesses zur Identifikation der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivtäten und der entsprechenden Angaben im nichtfinanziellen Bericht |
Die gesetzlichen Vertreter haben bei der Ermittlung der Angaben gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomieverordnung unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, sind die Rechtskonformität der Auslegung und dementsprechend unsere diesbezügliche Prüfung mit Unsicherheiten behaftet.
Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht der INDUS Holding Aktiengesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten aufgestellt worden ist.
Wir weisen darauf hin, dass die Prüfung für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt und der Vermerk nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt ist. Folglich ist er möglicherweise für einen anderen als den vorgenannten Zweck nicht geeignet. Somit ist der Vermerk nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-)Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der Gesellschaft gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung. Unser Prüfungsurteil ist in dieser Hinsicht nicht modifiziert.
Für diesen Auftrag gelten, auch im Verhältnis zu Dritten, die diesem Vermerk beigefügten Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017. Wir verweisen ergänzend auf die dort in Ziffer 9 enthaltenen Haftungsregelungen und auf den Haftungsausschluss gegenüber Dritten. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten.
Köln, 17. März 2022
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Burkhard Völkner, Wirtschaftsprüfer
Nikolaus Krenzel, Wirtschaftsprüfer