INDUS Holding AGBergisch GladbachZwischenbericht Q1 2022ZWISCHENBERICHT Q1 2022Highlights
Guter Jahresauftakt bei vier von fünf INDUS-Segmenten
KURSENTWICKLUNG DER INDUS-AKTIE JANUAR BIS APRIL 2022 EXKL. DIVIDENDE (in %)![]() Quelle: Bloomberg Brief an die AktionäreSehr geehrte Damen und Herren, die operativen Herausforderungen haben sich seit dem Beginn des Russland-Ukraine-Krieges
noch einmal deutlich verstärkt. Unsere Beteiligungen stellen sich diesen Aufgaben
und schlagen sich zu einem Großteil sehr gut. Der Umsatz im ersten Quartal 2022 lag
mit rund 445 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahresniveau von rund 400 Mio. EUR. Das
operative Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen und direkt durch den Russland-Ukraine-Krieg
verursachte Wertberichtigungen stieg auf 27,0 Mio. EUR. Alle Segmente bis auf das Segment Fahrzeugtechnik trugen zu diesem insgesamt positiven
Bild bei. Besonders erfreulich war die gute Entwicklung der Unternehmen im Segment
Maschinen- und Anlagenbau - sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT. Aber auch die Segmente
Bau/ Infrastruktur und Metalltechnik konnten ihre Ergebnisbeiträge deutlich erhöhen.
Das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik liegt beim Umsatz wieder auf Vor-Corona
-Niveau. Die Gesamtsituation im Segment Fahrzeugtechnik, das 2021 nur noch einen Umsatzanteil
von rund 16 % hatte, ist aktuell sehr komplex: Gestörte Lieferketten, Materialknappheit
und Materialpreissteigerungen belasten den Markt massiv. Hinzu kommen die Verwerfungen
durch den Russland-Ukraine-Krieg. Der Vorstand und die verantwortlichen Geschäftsführungen
beschäftigen sich intensiv damit, die negativen Einflüsse in diesem Segment einzudämmen.
Kurzfristige Verbesserungen erwarten wir jedoch nicht. Stark gestiegene Energie- und
Materialpreise, die nicht ohne Weiteres an Kunden weitergegeben werden können, führen
bei einem Serienzulieferer zu erheblichen Ergebnisabweichungen und nochmals reduzierten
Ergebniserwartungen für das Gesamtjahr. Deshalb haben wir bei dieser in Restrukturierung
befindlichen Beteiligung nach einer anlassbezogenen Überprüfung Wertminderungen in
Höhe von 4,6 Mio. EUR gebucht. Außerdem wurden in den Segmenten Fahrzeugtechnik und Metalltechnik Vorratsbestände
und Forderungen aus direktem Russland- und Ukraine-Geschäft um 1,7 Mio. EUR wertberichtigt.
Im Berichtsquartal liegt das EBIT für die INDUS-Gruppe somit bei 20,7 Mio. EUR. Die mit dem Geschäftsbericht 2021 veröffentlichte Prognose wurde noch ohne Berücksichtigung
möglicher Effekte aus dem Russland-Ukraine-Krieg erstellt. Aktuell wird das Bild etwas
klarer: Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sehen wir gute Chancen, bei Umsatz
und EBIT innerhalb unseres kommunizierten Prognosebandes zu bleiben. Das alles noch
unter dem Vorbehalt, dass es durch den Krieg nicht noch zu zusätzlichen, aktuell nicht
abschätzbaren negativen Effekten kommt. Unsere Gruppe wächst weiter: Anfang April konnten wir mit dem Closing von HEIBER
+ SCHRÖDER den Erwerb unserer jüngsten Beteiligung abschließen. Mit HEIBER + SCHRÖDER
haben wir für unser Segment Maschinen- und Anlagenbau ein sehr erfolgreiches Unternehmen
in einem nicht-zyklischen Geschäftsfeld gewonnen. Auch aktuell arbeiten wir an spannenden
Akquisitionsprojekten. Im ersten Quartal konnten wir bereits einige weitere Projekte unserer Innovationsförderbank
freigeben, u. a. für die Cloud-Anbindung von Messgeräten und die Prozessoptimierung
in der Produktion von E-Fahrzeugbatterien. 2022 hat auch unsere Nachhaltigkeitsförderbank
gestartet. Neben mehreren Photovoltaik-Anlagen fördern wir ein wichtiges Projekt zur
Reduzierung des Energieeinsatzes in einem wesentlichen Produktionsprozess. Hier sehen
wir einen wichtigen Themenschwerpunkt für weitere Förderprojekte, um unsere Ziele
für die Emissionsreduktion zu erreichen. Bis 2045 wollen wir klimaneutral arbeiten. Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das INDUS-Portfolio zeigt auch im aktuell
sehr schwierigen Umfeld wieder seine Kraft und Stabilität. Unsere Beteiligungsunternehmen
arbeiten breit ausgerichtet an wichtigen Zukunftsthemen. Dazu gehören energieeffizientes
Heizen und Klimatisieren und der Aufbau geschlossener Werkstoffkreisläufe genauso
wie Elektromobilität, Paketlogistik oder der Ausbau von Energie- und Glasfasernetzen.
Diese Zukunftsfelder bergen erhebliche Wachstumspotenziale, die unsere Gruppe auch
in den kommenden Jahren erfolgreich tragen werden. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und verstehen dieses als Ansporn, auch die aktuellen
Herausforderungen gemeinsam mit den Beteiligungen gut zu lösen. In diesem Sinne verbleiben
wir mit herzlichen Grüßen, Bergisch Gladbach im Mai 2022
ZwischenlageberichtGeschäftsverlauf der INDUS-Gruppe in den ersten drei Monaten 2022KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Das erste Quartal 2022 ist für vier der fünf INDUS-Segmente erfolgreich verlaufen
- trotz der politisch und wirtschaftlich angespannten Gesamtlage. Die Segmente Bau/
Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau sowie Metalltechnik konnten ihren Umsatz
und ihr operatives Ergebnis (EBIT) steigern. Im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik
konnten die Unternehmen ihren Umsatz erhöhen und das operative Ergebnis (EBIT) des
Vorjahres bestätigen. Das Segment Fahrzeugtechnik ist am stärksten von den derzeitigen
Materialpreiserhöhungen und Lieferkettenproblemen betroffen. Hinzu kommen die Unsicherheiten
aus dem Russland-Ukraine-Krieg und die Restrukturierungen der beiden Serienzulieferer.
Die anlassbezogene Überprüfung der Werthaltigkeit der Vermögenswerte bei einem Serienzulieferer
führte zu Wertminderungen in Höhe von 4,6 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT)
im Segment Fahrzeugtechnik ist deutlich negativ ausgefallen. Umsatz um 11 % gestiegen Im ersten Quartal 2022 konnten die INDUS-Beteiligungen einen Umsatz in Höhe von 444,8
Mio. EUR erzielen. Dies bedeutet eine Erhöhung von 44,4 Mio. EUR (11,1 %) gegenüber
dem Vorjahr (400,4 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse sind im Segment Bau/Infrastruktur am stärksten gestiegen (+29,5
%). Dies lag im Wesentlichen an dem Erwerb von WIRUS im Vorjahr. Im Maschinen- und
Anlagenbau stieg der Umsatz um 17,8 % an. Hier sind die Erwerbe von TECALEMIT Inc.
und FLACO die wesentlichen Umsatztreiber. Auch in den Segmenten Medizin- und Gesundheitstechnik
sowie Metalltechnik stiegen die Umsatzerlöse mit 8,7 % bzw. 7,6 % deutlich an. Lediglich
im Bereich Fahrzeugtechnik ist der Umsatz rückläufig (-17,2 %). Der Rückgang ist im
Wesentlichen auf den Verkauf der WIESAUPLAST-Gruppe Ende 2021 zurückzuführen. Insgesamt
betrug das anorganische Wachstum der INDUS-Gruppe 6,6 % und das organische Umsatzwachstum
4,5 %. Die Gesamtleistung lag mit 474,5 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahresvergleichswert
(416,8 Mio. EUR). Der Materialaufwand stieg überproportional zum Umsatz um 42,3 Mio.
EUR auf 231,8 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote stieg von 47,3 % auf 52,1 %. Unter
Berücksichtigung des erhöhten Bestands ist die Veränderung deutlich geringer und im
Wesentlichen auf die allgemeine Erhöhung der Materialpreise zurückzuführen. Der Personalaufwand
wuchs unterproportional um 7,0 Mio. EUR von 128,3 Mio. EUR auf 135,3 Mio. EUR. Die
Personalaufwandsquote sank daher um 1,6 Prozentpunkte von 32,0 % auf 30,4 %. Der sonstige betriebliche Aufwand in Höhe von 60,3 Mio. EUR lag im Berichtsquartal
proportional über dem Vorjahresvergleich (Vorjahr: 51,3 Mio. EUR). Dies betrifft vor
allem die gestiegenen Logistikkosten. Die Abschreibungen stiegen um 3,7 Mio. EUR auf
insgesamt 26,4 Mio. EUR. In den Abschreibungen sind Wertminderungen auf Anlagevermögen
in Höhe von 2,8 Mio. EUR enthalten. Operatives Ergebnis unterhalb des Vorjahreswertes Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 20,7 Mio. EUR und lag damit um 4,3 Mio. EUR
unter dem Vorjahreswert (25,0 Mio. EUR). Die EBIT-Marge sank auf 4,7 % (Vorjahr: 6,2
%). Das operative Ergebnis des ersten Quartals ist aufgrund der direkten Auswirkungen
des Russland-Ukraine-Krieges mit 1,7 Mio. EUR belastet; diese Belastungen betreffen
mit 0,6 Mio. EUR das Segment Fahrzeugtechnik und mit 1,1 Mio. EUR das Segment Metalltechnik.
Die indirekten Effekte weiter rasch ansteigender Material- und Energiepreise sowie
höhere Fracht- und Logistikkosten wirken sich insbesondere bei einem Serienzulieferer
für Klimaleitungen belastend aus. Im ersten Quartal wurden aufgrund einer anlassbezogenen
Überprüfung der Wertansätze 4,6 Mio. EUR Wertminderungen gebucht; hierbei handelt
es sich um Wertminderungen auf Anlagevermögen in Höhe von 2,8 Mio. EUR (s. o.) sowie
Wertminderungen von Vertragsanbahnungskosten (Contract asset gemäß IFRS 15) in Höhe
von 1,8 Mio. EUR. Das Finanzergebnis verringerte sich leicht um 0,4 Mio. EUR auf -5,6 Mio. EUR. Ursache
für die Verringerung waren insbesondere höhere Aufwendungen bei der Bewertung der
Minderheitsanteile. Im Finanzergebnis sind das Zinsergebnis, das Ergebnis aus at-Equity-bewerteten
Anteilen und das übrige Finanzergebnis enthalten. Innerhalb des übrigen Finanzergebnisses
sind die Bewertungen der Minderheitsanteile ausgewiesen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit 15,1 Mio. EUR um 4,7 Mio. EUR unterhalb des
Vorjahresvergleichswertes (19,8 Mio. EUR). Der Steueraufwand stieg auf 10,5 Mio. EUR
nach 7,7 Mio. EUR im Vorjahr. Ursache für den gestiegenen Steueraufwand ist die fehlende
Verrechnung von Verlusten zwischen den Gesellschaften. Vor dem Abzug der Anteile nicht
beherrschender Gesellschafter ergab sich ein um 7,5 Mio. EUR gesunkenes Ergebnis nach
Steuern in Höhe von 4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 12,1 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie betrug
0,17 EUR nach 0,49 EUR im Vorjahr. Im Durchschnitt der ersten drei Monate 2022 wurden in den Unternehmen der INDUS-Gruppe
10.603 Mitarbeitende (Vorjahr: 10.580 Mitarbeitende) beschäftigt. Erwerb HEIBER + SCHRÖDER Mit Vertrag vom 17. Dezember 2021 hat die INDUS Holding AG 100 % der Geschäftsanteile
an der Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER) in Erkrath erworben.
HEIBER + SCHRÖDER ist ein mittelständischer Anbieter von Spezialmaschinen für die
Kartonageindustrie und beliefert Verpackungshersteller weltweit, vor allem im Zulieferbereich
für die Lebensmittel- und Kosmetik-, aber auch die Hausartikel- und Spielzeugbranche.
Die Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH besitzt eine Tochtergesellschaft Heiber Schroeder
USA Inc. mit Sitz in Cary, Illinois. HEIBER + SCHRÖDER wird dem Segment Maschinen-
und Anlagenbau zugeordnet. Der wirtschaftliche Übergang (Closing) erfolgte am 8. April
2022. Die Erstkonsolidierung der Transaktion erfolgt ab April 2022. Die Kaufpreisallokation
wird im Zwischenbericht zum 30. Juni 2022 dargestellt. Segmentbericht Die INDUS Holding AG gliedert ihr Beteiligungsportfolio in fünf Segmente: Bau/Infrastruktur,
Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie
Metalltechnik. Zum 31. März 2022 umfasste das Beteiligungsportfolio 46 operative Einheiten. Bau/InfrastrukturHohes Umsatzwachstum Der Segmentumsatz im Bereich Bau/Infrastruktur betrug 124,3 Mio. EUR und konnte damit
um 28,3 Mio. EUR (29,5 %) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Das Umsatzwachstum
entfällt im Wesentlichen auf den Neuerwerb von WIRUS. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Mio. EUR auf
17,7 Mio. EUR (Vorjahr: 14,8 Mio. EUR). Die EBIT-Marge erreichte mit 14,2 % einen
um 1,2 Prozentpunkte niedrigeren Wert als im Vorjahr (15,4 % ) und liegt weiter im
Zielkorridor des Segmentes von 13 bis 15 %. Bei den meisten Beteiligungen konnte das Ergebnisniveau des Vorjahres gehalten werden.
Hinzu kommt ein positiver Ergebnisbeitrag von WIRUS. Die gestiegenen Materialpreise
konnten zum Großteil an die Kunden weitergegeben werden. Bei den Beteiligungen wirken
sich Materialengpässe und Lieferkettenprobleme zunehmend belastend aus. Hier wird
in den nächsten Monaten mit keiner Verbesserung zu rechnen sein. Bislang konnten die
Segmentunternehmen unter anderem wegen gezielter Bevorratung von Rohstoffen - mit
in der Folge steigendem Working Capital -die allgemeinen Materialengpässe weitgehend
abfedern. Die Investitionen im Segment betrafen ausschließlich Sachinvestitionen und lagen
mit 1,7 Mio. EUR um 1,7 Mio. EUR unterhalb des Vorjahrs (3,4 Mio. EUR). KENNZAHLEN BAU/INFRASTRUKTUR
FahrzeugtechnikMaterialpreissteigerungen belasten Beteiligungen Der Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik in Höhe von 57,9 Mio. EUR ist im ersten Quartal
2022 um 12,0 Mio. EUR bzw. 17,2 % gegenüber Vorjahr gesunken. Im Wesentlichen ist
der Umsatzrückgang auf den Verkauf von WIESAUPLAST zum Jahresende 2021 (-13,3 Mio.
EUR) zurückzuführen. Die Umsatzerlöse der verbliebenen Segmentgesellschaften sind
in Summe gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum leicht angestiegen. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit -24,0 Mio. EUR um 14,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert
(-9,7 Mio. EUR). Die EBIT-Marge des Segments betrug -41,5 % nach -13,9 % im Vorjahr. Die seit dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges weiter rasch ansteigenden Material-
und Energiepreise sowie höhere Fracht- und Logistikkosten wirken sich insbesondere
bei einem Serienzulieferer für Klimaleitungen belastend aus. Eine anlassbezogene Überprüfung
der Werthaltigkeit der Vermögenswerte führte zu Wertminderungen des Anlagevermögens
in Höhe von 2,8 Mio. EUR und einer außerplanmäßigen Abschreibung von Vertragsanbahnungskosten
gemäß IFRS 15 in Höhe von 1,8 Mio. EUR. Beide Serienzulieferer im Segment Fahrzeugtechnik
tragen erneut hohe negative Ergebnisbeiträge bei. Auch im Bereich vor und nach der Serie sind die Beteiligungen von den Materialpreiserhöhungen
belastet, eine Beteiligung ist von dem Chipmangel betroffen und drei Beteiligungen
sind unmittelbar durch den Russland-Ukraine-Krieg durch fehlende Umsätze und nicht
mehr verwertbare Bestände (Spikes) betroffen. In diesem Zusammenhang wurden Wertberichtigungen
in Höhe von 0,6 Mio. EUR erfasst. Die Investitionen in Höhe von 4,8 Mio. EUR im Segment Fahrzeugtechnik (Vorjahr: 6,0
Mio. EUR) sind ausschließlich Sachinvestitionen. KENNZAHLEN FAHRZEUGTECHNIK
Maschinen- und AnlagenbauStarkes Wachstum bei Umsatz und EBIT Der Umsatz im Maschinen- und Anlagenbau stieg mit 16,5 Mio. EUR (17,8 %) deutlich
gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal an. Der Segmentumsatz betrug für das erste
Quartal 2022 109,1 Mio. EUR nach 92,6 Mio. EUR im Vorjahr. Die Zunahme betrifft sowohl
das anorganische Wachstum durch die Akquisitionen des Vorjahres TECALEMIT Inc. und
FLACO (in Höhe von 10,6 %) sowie das organische Wachstum durch die meisten der bestehenden
Beteiligungen (in Höhe von 7,2 %). Das operative Ergebnis (EBIT) stieg überproportional um 6,5 Mio. EUR auf 15,4 Mio.
EUR an. Die EBIT-Marge lag mit 14,1% deutlich über dem Vorjahr (9,6 %). Die Beteiligungen
des Segmentes Maschinen- und Anlagenbau konnten in der Mehrzahl ihre Vorjahresergebnisse
verbessern. Insbesondere der Ergebnisbeitrag der im Januar 2021 akquirierten JST verbesserte
sich deutlich aufgrund des Wegfalls von Abschreibungen auf im Rahmen der Erstkonsolidierung
aufgedeckte kurzfristige Vermögenswerte. Die Investitionen des Berichtszeitraums in Höhe von 2,3 Mio. EUR betreffen Sachinvestitionen.
Die Investitionen des Vorjahres enthalten mit 26,4 Mio. EUR den Erwerb von JST und
mit 1,1 Mio. EUR Sachinvestitionen. MASCHINEN- UND ANLAGENBAU
Medizin- und GesundheitstechnikUmsatz auf Vor-Corona-Niveau Die Beteiligungen im Segment Medizin- und Gesundheitstechnik erwirtschafteten im
ersten Quartal 2022 einen Umsatz in Höhe von 38,7 Mio. EUR. Dies entspricht einem
Umsatzanstieg von 3,1 Mio. EUR (+8,7 %). Die Umsatzerlöse im aktuellen Quartal entsprechen
damit dem Niveau vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug unverändert zum Vorjahr 3,1 Mio. EUR. Bei den
Beteiligungen machten sich höhere Materialpreise und gestiegene Logistikkosten bemerkbar.
Die gestiegenen Materialpreise ließen sich nur zu einem Teil an die Kunden weitergeben.
Daher betrug die EBIT-Marge 8,0 % und war um 0,7 Prozentpunkte geringer als im Vorjahr. Die Investitionen lagen mit 1,3 Mio. EUR oberhalb des Niveaus des Vorjahreszeitraums
(0,8 Mio. EUR). KENNZAHLEN MEDIZIN- UND GESUNDHEITSTECHNIK
MetalltechnikErgebnissteigerung durch Stilllegung von BACHER Das Segment Metalltechnik verzeichnete im ersten Quartal 2022 einen Umsatzanstieg
um 8,1 Mio. EUR (7,6 %) auf 114,7 Mio. EUR (Vorjahr: 106,6 Mio. EUR). Der Anstieg
betrifft nahezu alle Segmentunternehmen und konnte trotz des Wegfalls von BACHER (rund
3 Mio. EUR Umsatzanteil im Vorjahresvergleichzeitraum) erzielt werden. Eine deutliche
Umsatzsteigerung im Hartmetallbereich ist sowohl auf eine höhere Absatzmenge als auch
auf gestiegene Verkaufspreise zurückzuführen. Das operative Ergebnis (EBIT) konnte um 1,1 Mio. EUR bzw. 10,9 % gesteigert werden.
Größter Effekt ist hierbei die im Vorjahr durchgeführte Stilllegung von BACHER. Die Beteiligungen des Segmentes Metalltechnik waren im ersten Quartal 2022 weiterhin
mit gestiegenen Materialpreisen und höheren Energiekosten konfrontiert. Die jeweilige
Preisüberwälzung ist abhängig von der Fristigkeit von Verträgen sowohl auf der Einkaufs-
als auch auf der Verkaufsseite, sodass es zu höheren Ergebnisvolatilitäten kommt.
Im operativen Ergebnis (EBIT) sind Wertberichtigungen auf Vorräte und Forderungen
in direktem Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg in Höhe von 1,1 Mio. EUR enthalten. Die EBIT-Marge übertraf im ersten Quartal 2022 mit 9,8 % den Vorjahresvergleichswert
um 0,3 Prozentpunkte (9,5 %) und befindet sich oberhalb der Zielmarge von 7 bis 9
%. Das Investitionsvolumen lag im ersten Quartal mit 1,3 Mio. EUR deutlich über dem
Vorjahr (0,7 Mio. EUR). KENNZAHLEN METALLTECHNIK
Finanz- und VermögenslageKONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG, VERKÜRZT
Operativer Cashflow durch Aufbau des Working Capital geschwächt Ausgehend vom einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 12,1
Mio. EUR) hat sich der operative Cashflow im ersten Quartal 2022 um -12,5 Mio. EUR
auf -27,5 Mio. EUR verringert. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus dem
zahlungswirksamen Aufbau des Working Capital, welcher mit 63,2 Mio. EUR um 24,1 Mio.
EUR über dem Vorjahresvergleichswert lag. Gründe hierfür sind die bewusste Bevorratung
aufgrund von Materialpreissteigerungen und die Bevorratung aufgrund von Lieferkettenproblemen.
Weiterhin ist aufgrund von deutlichen Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum
auch der Forderungsbestand angestiegen. Nach Berücksichtigung der Zinszahlungen in Höhe von 2,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio.
EUR) ergab sich ein Cashflow auf Geschäftstätigkeit in Höhe von - 29,8 Mio. EUR (Vorjahr:
-17,6 Mio. EUR). Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit sank demzufolge um -12,2 Mio.
EUR im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -1,5 Mio. EUR im Vergleich zu -38,3
Mio. EUR im Vorjahr. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen befinden sich mit -11,3 Mio. EUR annähernd auf Vorjahresniveau (Vorjahr:
-11,8 Mio. EUR). Auszahlungen für Investitionen in Anteile vollkonsolidierter Gesellschaften
bestanden im Vorjahr in Höhe von 26,4 Mio. EUR und betrafen den Erwerb von JST. In
der aktuellen Periode konnte der Zukauf der HEIBER + SCHRÖDER-Gruppe erfolgreich abgeschlossen
werden. Aufgrund des Closings nach dem Quartalsstichtag im April 2022 werden die Kaufpreiszahlungen
erst im zweiten Quartal getätigt. Die Einzahlungen aus Abgängen von vollkonsolidierten
Unternehmen in Höhe von 9,8 Mio. EUR betreffen ausschließlich die zweite Tranche der
Kaufpreiszahlung für den Verkauf der WIESAUPLAST-Gruppe am Ende des vergangenen Geschäftsjahres. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist im Wesentlichen geprägt durch die Platzierung
des zweiten ESG-linked Schuldscheindarlehens im Januar 2022 in Höhe von über 56,0
Mio. EUR als wesentlicher Bestandteil der Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten
in Höhe von 60,4 Mio. EUR (Vorjahr: 57,5 Mio. EUR). Die Auszahlungen aus der Tilgung
von Krediten haben sich um 9,1 Mio. EUR erhöht und betragen 27,8 Mio. EUR. Mit 5,1
Mio. EUR lagen die Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten leicht
unter dem Vorjahresvergleichswert in Höhe von 5,6 Mio. EUR. Insgesamt ist der Mittelzufluss
aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 27,2 Mio. EUR deutlich gegenüber dem Vergleichzeitraum
gesunken, da im Zufluss des Vorjahres in Höhe von 118,0 Mio. EUR die Kapitalerhöhung
aus dem ersten Quartal 2021 enthalten war. Insgesamt ist die zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel für die ersten
drei Monate 2022 mit -4,1 Mio. EUR nahezu ausgeglichen. Die liquiden Mittel lagen
demzufolge mit 132,1 Mio. EUR auf dem Niveau zum Jahresende 2021 (31. Dezember 2021:
136,3 Mio. EUR). KONZERN-BILANZ, VERKÜRZT
Working Capital und Nettofinanzschulden im ersten Quartal 2022 angestiegen Die Konzernbilanzsumme der INDUS-Gruppe betrug 1.939,5 Mio. EUR zum 31. März 2022
und war damit um 82,1 Mio. EUR (4,4 %) höher als zum 31. Dezember 2021. Ursache war
insbesondere der Anstieg des Working Capital um 63,3 Mio. EUR. Das Eigenkapital stieg um 14,7 Mio. EUR (1,9 %) an. Damit betrug die Eigenkapitalquote
zum 31. März 2022 41,4 % und lag abermals oberhalb des Zielwertes von 40 % und leicht
unter der Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2021 (42,4 %). Der Anstieg der Verbindlichkeiten
betrifft die Finanzschulden (+29,6 Mio. EUR) und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen (+33,7 Mio. EUR). Die Erhöhung der Finanzschulden resultiert aus der
Aufnähme eines ESG-linked Schuldscheindarlehens in Höhe von 56,0 Mio. EUR. Das Working Capital zum 31. März 2022 betrug 520,8 Mio. EUR und lag damit 13,8 %
höher als zum 31. Dezember 2021 (457,5 Mio. EUR). Ein Anstieg des Working Capital
erfolgt generell planmäßig im ersten Quartal eines Geschäftsjahres. Im Berichtsquartal
kommen zum planmäßigen Anstieg des Working Capital bei einigen Beteiligungen eine
bewusste Bevorratung wegen gestiegener Materialkostenpreise und Lieferkettenproblemen
hinzu. Der Anstieg der Forderungen hängt mit der erhöhten Geschäftstätigkeit in vier
der fünf Segmente zusammen. WORKING CAPITAL
Die Nettofinanzverbindlichkeiten betrugen zum 31. März 2022 538,0 Mio. EUR. Damit
sind die Nettofinanzverbindlichkeiten um 33,8 Mio. EUR höher als zum 31. Dezember
2021. Der Anstieg setzt sich aus erhöhten langfristigen Finanzschulden (+80,1 Mio.
EUR) und dem gegenläufig wirkenden Rückgang der kurzfristigen Finanzschulden (-50,5
Mio. EUR) zusammen. Die liquiden Mittel sind mit 132,1 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN
Chancen und Risiken Für den Chancen- und Risikobericht der INDUS Holding AG wird auf den Geschäftsbericht
2021 verwiesen. Zur frühzeitigen Erkennung, zur umfassenden Analyse und zum konsequenten
Umgang mit Risiken betreibt die Gesellschaft ein effizientes Risikomanagementsystem.
Die Ausgestaltung des Risikomanagements sowie die Bedeutung der einzelnen Risiken
werden im Geschäftsbericht erläutert. Darin wird festgehalten, dass sich das Unternehmen
keinen Risiken ausgesetzt sieht, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten. Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges, die wirtschaftlichen Verknappungen
und die weiterhin deutlichen Preissteigerungen insbesondere bei Vormaterialien, Frachten
und Energie sowie der fortschreitende Inflationsverlauf lassen eine verringerte gesamtwirtschaftliche
Leistung mit höheren Volatilitäten erwarten. Im Rahmen der leistungswirtschaftlichen Risiken wurde insbesondere ausgeführt, dass
es den Beteiligungsgesellschaften - abhängig von der jeweiligen Marktsituation - gelingen
muss, die Belastungen aus den deutlichen Preissteigerungen an die Kunden zeitnah und
umfänglich weiterzugeben. Dieses Risiko zeigt sich nunmehr im Wesentlichen bei den
Serienzulieferern im Segment Fahrzeugtechnik. Ausblick Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine steht auch die Weltwirtschaft unter neuen
Vorzeichen: Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges bremsen die nach zwei Jahren
Pandemie erwartete Erholung aus. Unsichere Rahmenbedingungen, Beeinträchtigungen im
Außenhandel und steigende Preise belasten die Märkte. Hinzu kommen erneut verschärfte
Lieferkettenprobleme durch Corona-bedingte Lockdowns in China. Der Internationale
Währungsfonds senkt seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft um 0,8 Prozentpunkte
auf 3,6 % Wirtschaftswachstum im Jahr 2022. Auch die Bundesregierung sieht deutliche
Risiken für die deutsche Konjunktur und senkt die Prognose auf 2,2 % Wirtschaftswachstum
für 2022 -1,4 Prozentpunkte unter den Erwartungen vom Januar 2022. Als Konsequenz der Materialengpässe und weiter getrieben durch die geopolitischen
Verwerfungen und massiv erhöhte Energie- und Lebensmittelpreise steigt die Inflation:
Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im April 2022
bei 7,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Importpreise stiegen im März 2022 um
31,2 % im Vergleich zum März 2021. Nur 1974 bei der ersten Ölkrise war der Wert mit
+32,6 % höher. Zugleich zeigt sich die deutsche Wirtschaft auch widerstandsfähig: Im ersten Quartal
2022, das nur teilweise von den negativen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges
betroffen war, stieg das BIP um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal. Der ifo-Geschäftsklimaindex
hat sich nach dem Einbruch infolge des Kriegsbeginns im April 2022 auf niedrigem Niveau
stabilisiert. Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe blicken weniger pessimistisch
auf die kommenden Monate als noch im Vormonat. Hemmschuh bleiben allerdings die anhaltenden
Transport- und Logistikprobleme: Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe bewerten
laut ifo-Umfrage ihre aktuelle Lage etwas schlechter als noch im März. Im Bauhauptgewerbe
stürzten sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen - maßgeblich
aufgrund von Materialengpässen - ab. So war auch die Fahrzeugindustrie nach Angaben
des VDA im ersten Quartal 2022 von einer weiterhin eingeschränkten Versorgungslage
und den Folgen des Krieges belastet. Insbesondere USA und Europa hatten jeweils zweistellige
Absatzrückgänge zu verzeichnen. Auch beim Ausblick betont der Branchenverband die
Risiken. INDUS hat für die ersten drei Monate 2022 - unter Berücksichtigung der Umstände -
ein gutes Gruppenergebnis erzielt. Dies wird im Wesentlichen von vier Segmenten getragen.
Das Segment Fahrzeugtechnik ist erneut hart von den wirtschaftlichen und politischen
Umständen betroffen. Die Segmente Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik
sowie Metalltechnik verzeichneten gute Entwicklungen und konnten positive Ergebnisbeiträge
erwirtschaften. Das Segment Maschinen- und Anlagenbau verbesserte das operative Ergebnis
um 6,5 Mio. EUR und die EBIT-Marge kletterte um 4,5 Prozentpunkte auf 14,1 %. Der operative Cashflow lag mit -27,5 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr (-15,0 Mio.
EUR). Hintergrund ist ein Aufbau des Working Capital, der neben den normalen jährlichen
Schwankungen auch den Materialpreissteigerungen und den Lieferkettenproblemen geschuldet
ist. Alle Prognosen sind angesichts der komplexen Gemengelage von Unsicherheit geprägt:
Eine regionale Ausdehnung des Krieges, ein Import- oder ein Lieferstopp für russische
Energie, aber auch eine verschärfte chinesische Null-Covid-Strategie oder eine neue
Virusvariante bleiben maßgebliche Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Für das Gesamtjahr 2022 können wir demzufolge die Entwicklung während der nächsten
neun Monate nur mit weiterhin sehr hohen Unsicherheiten prognostizieren. Nach heutigem
Kenntnisstand bleiben wir bei der bisherigen Aussage, für 2022 einen Umsatz von 1,80
bis 1,95 Mrd. EUR und ein operatives Ergebnis (EBIT) in der Bandbreite von 115 bis
130 Mio. EUR zu erreichen. Verkürzter KonzernzwischenabschlussKonzern-Gewinn-und VerlustrechnungFÜR DAS 1. QUARTAL 2022
Konzern-GesamtergebnisrechnungFÜR DAS 1. QUARTAL 2022
Die im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen enthalten
versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in
Höhe von 9.111 TEUR (Vorjahr: 2.886 TEUR). Diese resultieren in erster Linie aus der
Erhöhung des Zinssatzes für Pensionsverpflichtungen um 0,80 % (Vorjahr 0,35 %) für
inländische Pensionsverpflichtungen und um 0,86 % (Vorjahr: 0,15 %) für ausländische
Pensionen (Schweiz). Das Ergebnis der Währungsumrechnung resultiert im Wesentlichen aus der Umrechnung
der Abschlüsse einbezogener ausländischer Konzerngesellschaften. Die Veränderung der
Marktwerte derivativer Finanzinstrumente resultiert aus den bei der Holding zur Zinsabsicherung
abgeschlossenen Zinsswaps. Konzern-BilanzZUM 31. MÄRZ 2022
Konzern-EigenkapitalveränderungsrechnungVOM 1. JANUAR BIS 31. MÄRZ 2022
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter umfassen im Wesentlichen die Minderheitsanteile
an Tochtergesellschaften der ROLKO-Gruppe. Die Minderheitsanteile von Personengesellschaften
sowie von Kapitalgesellschaften, bei denen aufgrund wechselseitiger Optionsvereinbarungen
bereits zum Erwerbszeitpunkt der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der betreffenden
Minderheitsanteile vorlag, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert. Konzern-KapitalflussrechnungFÜR DAS 1. QUARTAL 2022
KonzernanhangGrundlagen des Konzernabschlusses[1] Allgemeines Die INDUS Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach, Deutschland, hat ihren verkürzten
Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis 31. März 2022 in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren
Auslegungen durch das International Financial Reporting Standards Interpretations
Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, werden
alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Dieser Zwischenabschluss wird in Übereinstimmung mit IAS 34 in verkürzter Form erstellt.
Der Zwischenbericht ist nicht testiert und wurde auch keiner prüferischen Durchsicht
unterzogen. Über verpflichtend neu anzuwendende Standards wird gesondert im Bereich "Änderungen
von Rechnungslegungsvorschriften" berichtet. Ansonsten werden die gleichen Bilanzierungs-
und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 angewendet,
die dort detailliert erläutert sind. Da der vorliegende Zwischenabschluss nicht den
vollen Informationsumfang des Jahresabschlusses aufweist, ist dieser Abschluss im
Kontext mit dem vorangegangenen Jahresabschluss zu betrachten. Aus Sicht des Vorstands enthält der vorliegende Quartalsbericht alle üblichen, laufend
vorzunehmenden Anpassungen, die für eine angemessene Darstellung der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns notwendig sind. Die im ersten Quartal 2022 erzielten
Ergebnisse lassen nicht notwendigerweise Vorhersagen über die Entwicklung des weiteren
Geschäftsverlaufs zu. Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden
sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte,
Schulden und Eventualschulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Wenn Zukunftserwartungen
abzubilden sind, können die tatsächlichen Werte von den Schätzungen abweichen. Verändert
sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden
Positionen erfolgswirksam angepasst. [2] Änderungen von Rechnungslegungsvorschriften Alle ab dem Geschäftsjahr 2022 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen
sind in dem vorliegenden Zwischenabschluss umgesetzt. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses der INDUS Holding AG durch die Anwendung
von neuen Standards. [3] UnternehmenserwerbeHEIBER + SCHRÖDER Mit Vertrag vom 17. Dezember 2021 hat die INDUS Holding AG 100 % der Geschäftsanteile
an der Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH (HEIBER + SCHRÖDER) in Erkrath erworben.
HEIBER + SCHRÖDER ist ein mittelständischer Anbieter von Spezialmaschinen für die
Kartonageindustrie und beliefert Verpackungshersteller weltweit, vor allem im Zulieferbereich
für die Lebensmittel- und Kosmetik-, aber auch die Hausartikel- und Spielzeugbranche.
Die Heiber + Schröder Maschinenbau GmbH besitzt eine Tochtergesellschaft Heiber Schroeder
USA Inc. mit Sitz in Cary, Illinois. HEIBER + SCHRÖDER wird dem Segment Maschinen-
und Anlagenbau zugeordnet. Der wirtschaftliche Übergang (Closing) wurde am 8. April
2022 realisiert. Die Erstkonsolidierung der Transaktion erfolgt ab April 2022. Die
Kaufpreisallokation wird derzeit durchgeführt und im H1-Bericht 2022 dargestellt. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung[4] Materialaufwand
[5] Personalaufwand
[6] Sonstiger betrieblicher Aufwand
[7] Finanzergebnis
Die Position "Minderheitsanteile" beinhaltet die Ergebnisauswirkung aus der Folgebewertung
der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (Call-/Put- Optionen) in Höhe von -106 TEUR
(Vorjahr: -71 TEUR) sowie die Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden aus Anteilen
von Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit Call-/Put-Optionen zustehen. [8] Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand wird im Zwischenabschluss auf Basis der Prämissen der jeweils
aktuellen Steuerplanung errechnet. [9] Ergebnis je Aktie
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz[10] Wertminderungen zum 31. März 2022 Der Vorstand der INDUS Holding AG überprüft laufend die Auswirkungen der aktuellen
wirtschaftlichen Entwicklung auf die einzelnen Beteiligungsunternehmen. Die russische
Invasion in der Ukraine hat dabei eine weitere Preisspirale auf den Rohstoffmärkten
ausgelöst. Insbesondere bei einem Serienzulieferer aus dem Segment Fahrzeugtechnik wirken sich
die zunehmenden Materialpreissteigerungen, höhere Fracht- und Logistikkosten und die
gegenüber der Prognose schwächer als geplanten Abrufe der OEM-Kunden deutlich negativ
aus. Eine anlassbezogene Überprüfung der Werthaltigkeit der bilanzierten Vermögenswerte
führte zu Wertminderungen in Höhe von 4,6 Mio. EUR. Davon entfallen 2,8 Mio. EUR auf
das Anlagevermögen und 1,8 Mio. EUR auf Vertragsanbahnungskosten ("Contract Asset"
gemäß IFRS 15). Geschäfts- und Firmenwerte wurden bereits 2020 vollständig abgeschrieben.
Die Systematik des Werthaltigkeitstests gemäß IAS 36 ist im Rahmen des Konzernabschlusses
zum 31. Dezember 2021 beschrieben und unverändert. Es wurde ein aktualisierter Vorsteuer-Kapitalkostensatz
in Höhe von 8,8 % (Vorjahr: 8,7 %) verwendet. Dieser basiert auf einem risikolosen
Zinssatz in Höhe von 0,4 % (Vorjahr: 0,093 %), einer Marktrisikoprämie von 7,5 % (Vorjahr:
7,5 %) sowie auf einem segmentspezifischen Betafaktor, der von einer Peer Group abgeleitet
wurden, und Fremdkapitalverschuldungssätzen. [11] Vorräte
[12] Forderungen
[13] Finanzverbindlichkeiten
[14] Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten mit 53.732 TEUR (31. Dezember 2021: 53.563
TEUR) bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, soweit
die Minderheitsgesellschafter durch Kündigung des Gesellschaftsvertrages oder aufgrund
von Optionsvereinbarungen ihre Anteile INDUS andienen können. Sonstige Angaben[15] SegmentberichterstattungSEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE GESCHÄFTSBEREICHE FÜR DAS 1. QUARTAL 2022SEGMENTBERICHT NACH IFRS 8
Die folgende Tabelle leitet die Summe der operativen Ergebnisse der Segmentberichterstattung
über zum Ergebnis vor Steuern der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung: ÜBERLEITUNGSRECHNUNG
Die Gliederung der Segmente entspricht unverändert dem aktuellen Stand der internen
Berichterstattung. Die Informationen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.
Die Zuordnung der Gesellschaften zu den Segmenten wird durch deren Absatzmärkte bestimmt,
wenn der ganz überwiegende Sortimentsanteil in dem Marktumfeld abgesetzt wird (Fahrzeugtechnik,
Medizin- und Gesundheitstechnik). Sonst wird auf gemeinsame Merkmale der Produktionsstruktur
abgestellt (Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Metalltechnik). Die Überleitungen enthalten die Werte der Holding, nicht operativer Einheiten ohne
Segmentzuordnung sowie die Konsolidierungen. Hinsichtlich der den Segmentumsätzen
zugrunde liegenden Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden
Ausführungen im Lagebericht. Die zentrale Steuerungsgröße der Segmente ist das operative Ergebnis (EBIT), entsprechend
der Definition im Konzernabschluss. Die Segmentinformationen sind in Übereinstimmung
mit den Ausweis- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses
angewandt wurden, ermittelt. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten beruhen
auf Marktpreisen, soweit diese verlässlich bestimmbar sind, und werden im Übrigen
auf Basis der Kostenzuschlagsmethode ermittelt. SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DIE REGIONEN Die Regionalisierung des Umsatzes bezieht sich auf die Absatzmärkte. Aufgrund der
vielfältigen Auslandsaktivitäten ist eine weitere Aufgliederung nach Ländern nicht
sinnvoll, da außerhalb von Deutschland kein Land 10 % des Konzernumsatzes erreicht. Die langfristigen Vermögenswerte, abzüglich latenter Steuern und Finanzinstrumente,
beziehen sich auf den Sitz der Gesellschaften. Eine weitere Differenzierung ist ebenfalls
nicht sinnvoll, da sich der Sitz der Gesellschaften überwiegend in Deutschland befindet. Aufgrund der Diversifikationspolitik von INDUS existieren weder einzelne Produkt-
oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von größer als
10 % am Umsatz erreichen.
[16] Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte der Finanzinstrumente dar. Der beizulegende
Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall
zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts
eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. FINANZINSTRUMENTE
FINANZINSTRUMENTE NACH GESCHÄFTSMODELL GEM IFRS 9
[17] Freigabe der Veröffentlichung Der Vorstand der INDUS Holding AG hat den vorliegenden IFRS-Zwischenabschluss am
10. Mai 2022 zur Veröffentlichung freigegeben. Bergisch Gladbach, den 10. Mai 2022 INDUS Holding AG Der Vorstand
KontaktANSPRECHPARTNERINNEN Nina Wolf Öffentlichkeitsarbeit Telefon: +49 (0)2204/40 00-73 E-Mail: presse@indus.de Dafne Sanac Investor Relations Telefon: +49 (0)2204/40 00-32 E-Mail: investor.relations@indus.de INDUS HOLDING AG Kölner Straße 32 51429 Bergisch Gladbach Postfach 10 03 53 51403 Bergisch Gladbach Telefon: +49(0)2204/40 00-0 Telefax: +49 (0)2204/40 00-20 E-Mail: indus@indus.de www.indus.de Wir verfolgen generell einen diskriminierungsfreien Ansatz und wollen deshalb eine
geschlechtsneutrale Sprache verwenden. Jedoch nutzen wir weiterhin das generische
Maskulinum für nicht individuell benannte Gruppen, zum Beispiel "Lieferanten" oder
"Stakeholder". Auch zusammengesetzte Begriffe wie "Mitarbeiterzufriedenheit" weisen
nur das generische Maskulinum auf. Finanzkalender
INDUS Finanztermine und Corporate Events vormerken: www.indus.de/ investor-relations/finanztermine ImpressumVERANTWORTLICHES VORSTANDSMITGLIED Dr.-Ing. Johannes Schmidt DATUM DER VERÖFFENTLICHUNG 11. Mai 2022 HERAUSGEBER INDUS Holding AG, Bergisch Gladbach KONZEPT/GESTALTUNG Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg DRUCK Gutenberg Beuys Feindruckerei GmbH, Langenhagen Dieser Zwischenbericht ist auch in englischer Sprache erhältlich. Im Zweifelsfall
ist die deutsche Version maßgeblich. WICHTIGER HINWEIS: Dieser Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen
und Schätzungen des Vorstands der INDUS Holding AG beruhen. Auch wenn der Vorstand
der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, unterliegen
sie gewissen Risiken und Unsicherheiten. Die künftigen tatsächlichen Ergebnisse können
aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen.
Zu diesen Faktoren gehören unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen
Lage, der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, der Wechselkurse und
Zinssätze sowie der Gesetzeslage. Die INDUS Holding AG übernimmt keinerlei Gewährleistung
und Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse
mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen.
Die in diesem Bericht getroffenen Annahmen und Schätzungen werden nicht aktualisiert. www.indus.de |
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