infas Holding AktiengesellschaftBonnHalbjahresfinanzbericht zum 30.06.2020Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 20201 Der Konzern infas Holding AktiengesellschaftDer infas-Konzern besteht zum 30.06.2020 aus der
Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft sowie
folgenden in den Konsolidierungskreis einbezogenen
Gesellschaften:
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Die infas 360 GmbH hält einen Anteil in Höhe
von 33,33 Prozent an der im August 2016 mit einem
Stammkapital i.H.v. insgesamt 30 T€ neu
gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH,
Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen
nach der Equity-Methode bilanziert.
Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist
ausschließlich als Management- und Finanzholding des
infas-Konzerns tätig und erzielt keine
Umsatzerlöse. Die Aktien der infas Holding AG sind im
regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse
zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Vorstand
der infas Holding AG.
Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften im
Bereich Markt-, Meinungs- und Sozialforschung tätig.
Die Tochtergesellschaften erzielen ihren Umsatz im
Wesentlichen im Inland.
Im angegebenen Bereich ist der Konzern mit vier
Gesellschaften vertreten, und zwar mit dem infas-Institut,
der infas 360, der infas quo und der Lutum + Tappert
DV-Beratung GmbH. Die infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH erbringt Forschungs- und
Beratungsleistungen mit dem Schwerpunkt Meinungs- und
Sozialforschung, während die infas 360 GmbH und die
Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH Geomarketing, Customer
Analytics und Marketingforschung miteinander kombinieren.
Die infas quo hingegen verfolgt einen strikten
Consultancy-Ansatz in der Marktforschung.
2 Gesamtwirtschaftliche EntwicklungDie wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr war
geprägt durch das, was mittlerweile als "Corona-Krise"
in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist.
1 Zwar war die Konjunktur bereits zum
Jahresbeginn und vor dem Ausbruch der Corona-Krise
abgeflacht, und es war sogar eine Rezession befürchtet
worden, dennoch wurde vorsichtig mit einem moderaten
Wachstum gerechnet.
2
1 Präziser ist es so, dass der
SARS-COV-2-Virus zu einer Krankheit mit dem Namen COVID-19
führt. Die Mortalitätsraten sind unterschiedlich,
aber zum Teil hoch; ein Medikament gegen die Krankheit
existiert noch nicht, auch kann man sich noch nicht gegen
den besagten Virus impfen. Aus diesen drei Gründen
erklären sich auch die weltweit eingeführten,
manchmal extremen Maßnahmen, die als
Ausnahmeregelungen zum Teil autoritäre Züge
tragen.
Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die Wirkung der
Pandemie des neuen Coronavirus noch nicht abzusehen. Am
19.03.2020, als die Pandemie bereits am Horizont
auftauchte, konstatiert das Ifo Institut vorsichtig, dass
die Konjunktur um 1,5 Prozent schrumpfen würde. Ende
März 2020 implodierten die Prognosen angesichts der
brutalen Effekte, die sich aus dem von der Politik
beschlossenen, fast vollständigen "Lockdown" ergaben.
In ihrer Ende April vorgelegten Frühjahrsprojektion
rechnete die Bundesregierung infolge der Corona-Krise mit
einem Sinken des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland in
diesem Jahr um 6,3 Prozent. Dies wäre der bisher
schwerste Wirtschaftseinbruch der Nachkriegsgeschichte.
Im zweiten Quartal kam es dann noch schlimmer: Wegen der
massiven Beschränkungen des öffentlichen Lebens
brach die Wirtschaftsleistung massiv ein. Nach den
Lockerungen und dem Ende der ersten Welle der Pandemie gab
es Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft langsam
erholen könnte. Einige Branchen wie die
Tourismuswirtschaft oder der Luftverkehr bleiben massiv
belastet. Die Spitzen der schwarz-roten Koalition hatten
zuletzt angekündigt, wichtige Instrumente wie das
erleichterte Kurzarbeitergeld verlängern zu wollen, um
Arbeitsplätze zu sichern.
Die Bundesregierung korrigiert nunmehr (Anfang
September) ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr
nach oben und rechnet in der Corona-Rezession mit einem
leicht schwächeren Wirtschaftseinbruch, als
zunächst befürchtet. Demnach wird das
Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 5,8
Prozent sinken. Der Einbruch fällt nach dieser eher
optimistischen Prognose dann nur marginal schlechter aus
als im Jahr der Finanzkrise 2009, als das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,7 Prozent geschrumpft war.
Dies wäre aber immer noch die schwerste Rezession der
Nachkriegsgeschichte.
Für das kommende Jahr ist der Wirtschaftsminister
aber etwas pessimistischer. 2021 wird ein Wachstum von 4,4
Prozent erwartet, bisher hatte die Bundesregierung mit
einem Plus von 5,2 Prozent gerechnet.
Diese möglichen Entwicklungen der Gesamtwirtschaft
lassen sich zwar nicht unmittelbar auf die Markt- und
Sozialforschungsbranche übertragen, dennoch kann
allgemein festgestellt werden, dass die Corona-Krise und
der Lockdown auch die Markt- und Sozialforschungsbranche
schwer getroffen haben. Eine Befragung unter den
ADM-Mitgliedsinstituten in der zweiten Aprilhälfte
dieses Jahres zeigt die Auswirkungen und Konsequenzen der
Krise auf das erste und zweite Quartal. In der
Zusammenfassung der Untersuchung des Branchenverbands ADM
e.V. heißt es
3:
"Die nachlassende Nachfrage und die erschwerten
Arbeitsbedingungen resultieren in gravierenden
Umsatzeinbußen der Institute. Obwohl der Shutdown in
Deutschland erst um den 20. März herum erfolgte, waren
die Auswirkungen der Krise mit einem Umsatzrückgang
von knapp einem Viertel bereits im ersten Quartal deutlich
spürbar. Für das zweite Quartal sieht die
Einschätzung der Institute noch düsterer aus.
Für den Zeitraum von April bis Juni gehen die
Unternehmen von einem Umsatzverlust von 42 Prozent aus.
Aufträge wurden verschoben (97 Prozent) oder
storniert (87 Prozent). Einen deutlichen Rückgang gab
es im Ad-hoc-Geschäft. 77 Prozent der Institute
beklagten weniger Studienanfragen als üblicherweise im
Frühjahr. Zudem wurde der Markt für
Face-to-Face-Methoden stark beeinträchtigt."
Ein Großteil der Institute plant Kurzarbeit oder
hat diese bereits beantragt. Jeweils 30 Prozent der
befragten Institute machten schon von der Möglichkeit
der Steuerstundung und der Aussetzung der
Steuervorauszahlungen Gebrauch. Fast ein Drittel der
befragten Institute hat einen KfW-Liquiditätskredit
beantragt oder plant, dies zu tun.
Wie die Branche insgesamt aus der Krise hervorgehen
wird, ist schwer zu prognostizieren. Aber eines ist sicher:
"Die Zeit drängt. Wir erleben in der Branche derzeit
eine wirtschaftliche Talfahrt mit bedrohlichem
Ausmaß", so Bernd Wachter, Vorstandsvorsitzender des
ADM, zu den zitierten Ergebnissen. "Insbesondere auch
deshalb, weil nicht einzuschätzen ist, wie sich die
Krise auf die Auftraggeber der Branche auswirkt und wie
lange dieser Zustand anhält. Die Unsicherheit ist sehr
groß."
3 Wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung3.1 ErtragslageDer Konzernumsatz ist im ersten Halbjahr 2020 von 15,2
Mio. € im Vorjahresvergleichszeitraum um 1,5 Mio.
€ auf 13,7 Mio. €, und damit um 10,0 Prozent,
gesunken. Dieser Umsatzrückgang ist vollständig
auf die negativen Effekte der Corona-Pandemie
zurückzuführen. Die größten negativen
Effekte sind im infas-Institut entstanden, das einen
Umsatzrückgang i.H.v. 2,0 Mio. € von 13,0 Mio.
€ im Vorjahr auf 11,0 Mio. € verbuchen musste.
Der Umsatz im Segment infas 360 liegt im ersten Halbjahr
2020 mit 869 T€ in etwa auf dem Niveau des Vorjahres
in Höhe von 867 T€. Das Segment infas quo
erreichte im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatz von 777
T€, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 625
T€ eine Steigerung von über 24,3 Prozent
bedeutet. Das seit dem 31.12.2018 zum Konzern
gehörende Segment Lutum + Tappert erreichte in diesem
Halbjahr einen Umsatz von 1.039 T€ nach 687 T€ im
Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr
von 6,4 auf 4,9 Mio. € deutlich verringert. Gemessen
an den Umsätzen verringerte sich der Anteil von 42,1
Prozent zum 30.06.2019 auf 35,7 Prozent zum 30.06.2020.
Dieser Rückgang erklärt sich im Wesentlichen aus
dem niedrigeren projektbezogenen Aufwand im Bereich der
Datenerhebung beim infas-Institut, was auf die Auswirkungen
der Corona-Krise zurückzuführen ist. Der
Personalaufwand ist als Folge der höheren
Mitarbeiteranzahl und notwendigen Gehaltsanpassungen
für wichtige Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr von
5,8 Mio. € auf 6,2 Mio. € gestiegen.
Die Abschreibungen liegen im ersten Halbjahr 2020 mit
737 T€ unter dem Vorjahresniveau von 877 T€. Das
erklärt sich vor allem durch die deutliche Reduzierung
von Abschreibungen der Datenbank bei infas 360. Die
sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns sind von
1,5 Mio. € im Vorjahr auf 1,2 Mio. € zum
30.06.2020 gesunken.
Das EBIT liegt mit 773 T€ zum 30.06.2020 etwas
über dem Niveau von 744 T€ im ersten Halbjahr des
Vorjahres. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus den
besseren Ergebnissen der infas quo, infas 360 und Lutum +
Tappert. Damit konnte das deutlich schlechtere Ergebnis des
infas-Instituts überkompensiert werden.
Das Finanzergebnis hat sich von -81 T€ im ersten
Halbjahr 2019 auf -65 T€ zum 30.06.2020 verbessert.
Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich im Vergleich
zum ersten Halbjahr des Vorjahres von 663 T€ auf 708
T€ zum 30.06.2020.
Das erste Halbjahr 2020 schließt die infas Holding
AG mit einem positiven Ergebnis nach Steuern in Höhe
von 431 T€ (Vorjahr: 144 T€) ab.
Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
war im ersten Halbjahr 2020 mit -3.964 T€ negativ
(Vorjahreszeitraum: -3.739 T€).
3.2 Finanz- und VermögenslageDas langfristige Vermögen hat sich von 7,5 Mio.
€ zum 31.12.2019 auf 7,2 Mio. € zum 30.06.2020
verringert, insbesondere durch die Abschreibungen der
Nutzungsrechte, die im Rahmen der Anwendung von IFRS 16
aktiviert wurden, und durch Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte. Die latenten Steueransprüche
haben sich von 2,2 Mio. € zum 31.12.2019 auf 2,6 Mio.
€ zum 30.06.2020 erhöht.
Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im
Vergleich zum 31.12.2019 von 22,8 Mio. € auf 21,1 Mio.
€ verringert. Dies ist insbesondere auf die von 16,0
Mio. € auf 11,1 Mio. € zum 30.06.2020 gesunkenen
liquiden Mittel zurückzuführen, aber auch auf die
von 2,1 Mio. € auf 1,1 Mio. € gesunkenen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Gegenzug
dazu haben sich die vertraglichen Vermögenswerte von
3,2 Mio. € auf 6,7 Mio. € erhöht, die
Ertragsteuerforderungen von 0,2 Mio. € auf 0,7 Mio.
€ sowie die sonstigen Vermögenswerte von 1,2 Mio.
€ auf 1,4 Mio. €.
Das Eigenkapital hat sich von 8,2 Mio. € zum
31.12.2019 auf 8,3 Mio. € zum 30.06.2020 entwickelt.
Dies ist auf die positive Veränderung des
Konzernbilanzgewinns zurückzuführen. Die
Eigenkapitalquote im Konzern verbesserte sich zum
30.06.2020 auf 29,5 Prozent (31.12.2019: 26,8 Prozent).
Die langfristigen und kurzfristigen Schulden sind im
Vergleich zum 31.12.2019 insgesamt von 22,2 Mio. € auf
20,0 Mio. € gesunken. Die langfristigen Schulden
liegen mit 9,8 Mio. € zum 30.06.2020 auf dem Niveau
zum 31.12.2019. Der Rückgang der kurzfristigen
Schulden von 12,4 Mio. € zum 31.12.2019 auf 10,2 Mio.
€ zum 30.06.2020 ergibt sich größtenteils
aus dem Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten von
4,1 Mio. € zum 31.12.2019 auf 2,4 Mio. € zum
30.06.2020 sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen von 0,7 Mio. € auf 0,2 Mio. € zum
30.06.2020.
Die Fähigkeit des Konzerns, seine
Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem
Zeitpunkt gegeben.
4 Entwicklung der SegmenteSegment Meinungs- und Sozialforschung: infas-InstitutDie infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH erwirtschaftete im ersten Halbjahr
2020 bei einem Umsatz in Höhe von 11,0 Mio. €
(Vorjahr 13 Mio. €) ein EBIT von 1,1 Mio. €
(Vorjahr 1,7 Mio. €). Der Umsatzeinbruch um ca. 15,6
Prozent ist monokausal auf die durch die Corona-Krise
ausgelösten Einschränkungen im Bereich der
persönlichen Interviews zurückzuführen:
Hausbesuche zu Forschungszwecken sind derzeit
ausgeschlossen. Dieser negative Effekt konnte durch
Kosteneinsparungen teilweise kompensiert werden, so dass
die Umsatzrendite nach 12,9 Prozent im Vorjahr noch ca.
10,2 Prozent erreicht. Da der Auftragsbestand nach wie vor
sehr hoch und die Kostenstruktur ausgewogen ist, sind die
Aussichten grundsätzlich positiv zu beurteilen, falls
es zu keinen weiteren Einschränkungen durch die
Corona-Pandemie kommt. Natürlich muss für eine
gedeihliche Entwicklung die Corona-Krise überwunden
werden. Die im Geschäftsbericht 2019 für das
Gesamtjahr getätigte Umsatzprognose erscheint vor
diesem Hintergrund realistisch.
Segment Big Data, Data Analytics & Geomarketing-Software: infas 360 und Lutum + Tappert DV-Beratung GmbHDer ausgewiesene Umsatz von infas 360 liegt in etwa auf
dem Niveau des Vorjahres und beträgt zum 30.06.2020
869 T€ (Vorjahr: 867 T€). Die Corona-Krise hat
infas 360 weniger getroffen. Das EBIT ist mit 59 T€
positiv (Vorjahr -180 T€), was insbesondere auf
Kosteneinsparungen während der Corona-Krise
zurückzuführen ist. Die im Licht der Ergebnisse
2019 erfolgte strategische Neuausrichtung hat sich bereits
positiv bemerkbar gemacht, was sich in einer guten
Auftragslage widerspiegelt. Der Ausblick für das
Gesamtjahr 2020 ist durchaus optimistisch, so dass mit
einem positiven EBIT gerechnet werden kann.
Die Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH ist im gleichen
Geschäftsfeld wie die infas 360 tätig und
ergänzt deren Dienstleistungen. Lutum + Tappert hat im
ersten Halbjahr operativ sehr erfolgreich gearbeitet. Ein
Effekt durch die Corona-Krise ist nicht zu verzeichnen. Der
Umsatz im ersten Halbjahr 2020 liegt bei 1.039 T€ und
konnte gegenüber dem Vorjahreswert von 687 T€
deutlich gesteigert werden. Zu beachten ist allerdings,
dass der Vorjahreswert durch einen negativen Effekt aus der
Erstkonsolidierung verzerrt war. Bereinigt läge der
Vergleichswert für das Vorjahr bei 959 T€. Das
EBIT liegt zum 30.06.2020 bei 141 T€. Für das
Gesamtjahr erwarten wir einen erfreulich profitablen
Geschäftsverlauf.
Segment agile Marktforschung: infas quoinfas quo konnte den Umsatz im ersten Halbjahr 2020 in
Höhe von 777 T€ im Vergleich zu 2019 mit 625
T€ trotz der Corona-Krise deutlich steigern. Die
Investitionen in den Aufbau des Online-Panels und das
Angebot an agiler und qualitativ hoher Marktforschung
zahlen sich aus. Neue Kunden konnten gewonnen werden. Das
EBIT von -138 T€ (Vorjahr: -242 T€) liegt im
Bereich der Erwartungen.
Dennoch muss eine Zurückhaltung potenzieller Kunden
aufgrund der Umstände der Corona Krise erwähnt
werden. Ob sich die grundsätzlich positive Entwicklung
im zweiten Halbjahr fortsetzt, wird nicht zuletzt davon
abhängen, ob die angesprochene Zurückhaltung
aufgegeben wird. Dennoch bleibt der Ausblick auf das zweite
Halbjahr optimistisch.
5 GeschäftsstrategieDie allgemeine Geschäftsstrategie ist nach wie vor,
kontinuierlich die angebotene Dienstleistung durch
Innovationen und neue Ideen weiterzuentwickeln und zu
perfektionieren. Dabei ist die Wirtschaftlichkeit im Blick
zu behalten, weil es einen allgemeinen, hohen Kostendruck
gibt, welcher der Branche auch zu schaffen macht: Nicht
umsonst und unabhängig von der Corona-Krise hat die
Branche der Markt- und Sozialforschung seit 2012 keine
Wachstumsimpulse setzen können. Nicht zuletzt deshalb
ist der Markt auch in Bewegung geraten und die
Konsolidierungstendenzen sind überdeutlich. Die infas
Holding Aktiengesellschaft konzentriert sich in dieser
Situation auf lukrative Marktsegmente, die eine
Dienstleistung erwarten, die nicht jeder Anbieter leisten
kann. Die adressierten Märkte sind spezifische
Segmente der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung, die
hohe Erwartungen an die Dienstleistung haben, aber auch
lukrativ und zukunftsorientiert sind. So können wir
uns als einen mittelständisch orientierten,
wissensintensiven Informationsdienstleister als Alternative
zu den "Big Four" der Branche positionieren.
6 MitarbeiterDie Anzahl der Mitarbeiter (pro Kopf) im Konzern betrug
zum Stichtag 30.06.2020 211 (Vorjahr: 194). Der
Personalaufwand stieg von 5,8 Mio. € im ersten
Halbjahr des Vorjahres auf 6,2 Mio. € zum 30.06.2020.
7 Chancen und RisikenDie angesprochene Strategie der infas Holding ist bisher
aufgegangen: Es gab in den letzten zehn Jahren kein Jahr
ohne Wachstum mit jeweils überdurchschnittlichen
Umsatzrenditen. Und diese Entwicklung hätte sicherlich
auch im Jahr 2020 fortgesetzt werden können, wenn
nicht das "unbekannte Unbekannte"
4, die Corona-Krise, zugeschlagen hätte.
Der dadurch bedingte brutale Einbruch in der
wirtschaftlichen Wachstumsdynamik der Gesamtvolkswirtschaft
hat auch unsere Märkte getroffen. Mittlerweile kann
aber davon ausgegangen werden, dass sich die Märkte
erholen werden. Unklar ist jedoch der Zeitpunkt. Die infas
Holding kann dieser Krise insgesamt mit einem hohen
Auftragsbestand und einem ausreichenden
Liquiditätspolster und null Bankschulden relativ
zuversichtlich begegnen. Es zahlt sich somit die
vorsichtige Geschäftspolitik aus. Nach dem derzeitigen
Stand hält die grundsätzlich gesunde Struktur des
Unternehmens der Krise stand. Es muss von Verschiebungen
von Projekten ausgegangen werden und nicht von
Kündigungen. Es ergeben sich sogar neue
Geschäftsmöglichkeiten, weil der Wissensbedarf
über die mittel- und langfristigen Folgewirkungen der
Corona-Krise auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt stetig
zunimmt.
8 AusblickWie bereits im Geschäftsbericht dargestellt,
wäre unter einigermaßen bekannten und normalen
Bedingungen ein Wachstum von 10 bis 15 Prozent mit den
Gesellschaften, die derzeit die infas Holding bilden,
möglich gewesen. Angesichts der schon oftmals
zitierten und beschriebenen Entwicklung, die
maßgeblich von der Corona-Krise beeinflusst ist, muss
damit gerechnet werden, dass 2020 eher ein Umsatz zwischen
25 bis 28 Mio. € erreicht wird. Diese
Einschätzung erweist sich auch im Licht dargestellter
Ergebnisse des ersten Halbjahres als ziemlich robust, so
dass weiterhin davon ausgegangen werden kann.
Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen
im vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und
unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese
Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen
sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben,
ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
von den in diesem Dokument dargestellten,
zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.
Konzernbilanz zum 30. Juni 2020Aktivascrollen
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Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Periode vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020scrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Periode vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
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Konzern-Segmentberichterstattungscrollen
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Konzernanhang zum 30. Juni 20201 GrundlagenDer Halbjahresfinanzbericht der infas Holding
Aktiengesellschaft zum 30.06.2020 wurde entsprechend dem
Konzernabschluss zum 31.12.2019 nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. In diesem
Zwischenabschluss wurden grundsätzlich die gleichen
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie
Berechnungsmethoden angewandt wie im Konzernabschluss zum
31.12.2019. Eine detaillierte Beschreibung der angewandten
Methoden ist im Konzernanhang 2019 enthalten.
Änderungen durch Standards und Interpretationen,
die durch die EU übernommen und ab dem 01.01.2020
verpflichtend anzuwenden sind, wurden berücksichtigt.
Im Geschäftsjahr 2019 wurde die Bewertung der
identifizierten Vermögenswerte und Schulden aus dem
vollständigen Erwerb der Anteile der Lutum + Tappert
DV-Beratung GmbH mit Sitz in Bonn fertiggestellt. Die
beizulegenden Zeitwerte der Software, des Kundenstamms und
des Auftragsbestands beliefen sich auf 734 T€. Die
Angaben für den Halbjahresbericht zum 30.06.2019
wurden angepasst, um die finalen Werte abzubilden.
Infolgedessen wurden die latenten Steuerschulden um 207
T€ erhöht. Es ergab sich eine Verringerung des
Geschäfts- und Firmenwerts um 232 T€ auf nunmehr
1.223 T€.
Die im Bericht enthaltene Bilanz zum 30.06.2020, die
Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung
(jeweils für das erste Halbjahr 2020 und 2019), die
Kapitalflussrechnung (jeweils für die ersten sechs
Monate 2020 und 2019) sowie die
Eigenkapitalveränderungsrechnung (jeweils für die
ersten sechs Monate 2020 und 2019) wurden keiner
Prüfung nach § 317 HGB unterzogen und sind in
Verbindung mit dem Konzernabschluss des Jahres 2019 zu
lesen.
Der Halbjahresfinanzbericht ist in Euro aufgestellt.
KonsolidierungskreisDie Unternehmen werden nach IFRS 10 in den
Konzernabschluss, aufgrund der Beherrschung durch die
Muttergesellschaft, infas Holding Aktiengesellschaft,
einbezogen.
Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie
Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen
ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer
Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer
Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.
Der Konsolidierungskreis umfasst folgende
inländische Tochtergesellschaften:
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Zusätzliche Angaben zu FinanzinstrumentenIn der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach
Bewertungskategorien dargestellt.
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Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert
dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen
kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert
ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.
2 Ergebnis aus at equity bilanzierten UnternehmenDie infas Holding Aktiengesellschaft ist mittelbar
über die Tochtergesellschaft infas 360 GmbH zu 33,33
Prozent an der BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn,
beteiligt. Zum Stichtag lagen keine Informationen zu den
Ergebnissen der Business Network Solutions GmbH, Bonn vor,
so dass die Anteile an der At-equity-Beteiligung zum
30.06.2020 unverändert angesetzt wurden.
3 FinanzergebnisDas Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2020 hat sich von
-81 T€ im Vorjahreszeitraum auf -65 T€
verbessert. Die Zinserträge liegen mit 7 T€
über dem Vorjahresvergleichswert von 2 T€. Die
Zinsaufwendungen liegen mit 72 T€ unter dem
Vorjahresvergleichswert von 83 T€.
4 ErtragsteuernErtragsteuern werden in der Berichtsperiode auf der
Grundlage der besten Schätzung des gewichteten
durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes
erfasst, der für das Gesamtjahr pro Gesellschaft
erwartet wird.
Auf die Erläuterungen im Konzernanhang 2019 zum
Ansatz und zur Ermittlung der aktiven und passiven latenten
Steuern wird verwiesen.
5 Sonstiges KonzernergebnisIm Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2020 sind
versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus
Pensionsverpflichtungen in Höhe von -299 T€
(Vorjahr -816 T€) im sonstigen Ergebnis
berücksichtigt worden. Die latenten Steuern aus der
Erfassung dieser Gewinne im sonstigen Ergebnis betragen 98
T€ (Vorjahr 269 T€) und führen zu einem
negativen sonstigen Konzernergebnis in Höhe von 201
T€ (negatives Ergebnis des Vorjahres 547 T€).
6 Angaben zu Geschäften mit nahe stehenden Unternehmen und PersonenIn der Berichtsperiode haben sich keine hier
anzugebenden Sachverhalte ergeben.
7 Organe der infas Holding AktiengesellschaftDie Geschäfte des Unternehmens werden durch Herrn
Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) und Herrn Dipl.-Kfm. Alexander
Mauch (CFO) geführt.
Versicherung der gesetzlichen VertreterDer Vorstand versichert nach bestem Wissen, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsgrundsätzen für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird,
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind.
-Der Vorstand-
Bonn, im August 2020
infas Holding Aktiengesellschaft
DisclaimerDieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen.
Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf bestimmten
Annahmen und Erwartungen zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung dieses Berichts. Sie sind daher mit
Risiken und Ungewissheiten verbunden, und die
tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den
in den zukunftsgerichteten Aussagen beschriebenen Prognosen
abweichen können. Eine Vielzahl dieser Risiken und
Ungewissheiten wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem
Einfluss der infas Holding AG unterliegen und heute auch
nicht sicher abgeschätzt werden können. Dazu
zählen zukünftige Marktbedingungen und
wirtschaftliche Entwicklungen, das Verhalten anderer
Marktteilnehmer, das Erreichen erwarteter Synergieeffekte
sowie gesetzliche, juristische und politische
Entscheidungen. Die infas Holding AG sieht sich auch nicht
dazu verpflichtet, Berichtigungen dieser
zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, um
Ereignisse oder Umstände widerzuspiegeln, die nach dem
Veröffentlichungsdatum eingetreten sind.
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