infas Holding AktiengesellschaftBonnHalbjahresfinanzberichtKonzernzwischenlageberichtzum 30. Juni 2021Friedrich-Wilhelm-Straße 18
Tel. +49 (0)228/33 60 72 39
www.infas-holding.de
Sitz der Gesellschaft:
Vorstand der Gesellschaft:
Amtsgericht Bonn
1 Der Konzern infas Holding AktiengesellschaftDer infas-Konzern besteht zum 30.06.2021 aus der
Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft sowie
folgenden in den Konsolidierungskreis einbezogenen
Gesellschaften:
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Die infas 360 GmbH hält einen Anteil in Höhe
von 33,33 Prozent an der im August 2016 mit einem
Stammkapital i.H.v. insgesamt 30 T€ neu
gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH,
Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen
nach der Equity-Methode bilanziert.
Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist
ausschließlich als Management- und Finanzholding des
infas-Konzerns tätig und erzielt keine
Umsatzerlöse. Die Aktien der infas Holding AG sind im
regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse
zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Vorstand
der infas Holding AG.
Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften im
Bereich Markt-, Meinungs- und Sozialforschung tätig.
Die Tochtergesellschaften erzielen ihren Umsatz im
Wesentlichen im Inland.
Im angegebenen Bereich ist der Konzern mit vier
Gesellschaften vertreten, und zwar mit dem infas-Institut,
der infas 360, der infas quo und der Lutum + Tappert
DV-Beratung GmbH. Die infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH erbringt Forschungs- und
Beratungsleistungen mit dem Schwerpunkt Meinungs- und
Sozialforschung, während die infas 360 GmbH und die
Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH Geomarketing, Customer
Analytics und Marketingforschung miteinander kombinieren.
Die infas quo hingegen verfolgt einen strikten
Consultancy-Ansatz in der Marktforschung.
2 Gesamtwirtschaftliche EntwicklungDie wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr war
nach wie vor geprägt durch das, was mittlerweile als
"Coronakrise" in den allgemeinen Sprachgebrauch
übergegangen ist. Noch in den ersten drei Monaten
dieses Jahres ist die gesamtwirtschaftliche Aktivität
laut Ifo-Institut um 1,8 Prozent gesunken.
1 Damit bekam die lang erwartete Erholung der
deutschen Wirtschaft von der ersten Coronawelle
zunächst noch einen erheblichen Dämpfer. Seit
Ende April hat sich allerdings das Infektionsgeschehen mit
dem Coronavirus in Deutschland deutlich verlangsamt und die
wirksamen Impfungen gegen COVID-19 sind weit
fortgeschritten. Das hatte eine Vielzahl von Lockerungen
zur Folge und auch die Mobilität der Bevölkerung
erhöhte sich, was als Hinweis auf die deutliche
Belebung des Handels gewertet werden kann. Unter der
Voraussetzung, dass das Impfgeschehen im selben Tempo
fortschreitet wie im ersten Halbjahr und damit im
Zusammenhang wesentliche Beschränkungen der
wirtschaftlichen Aktivitäten aufgehoben oder zumindest
signifikant gelockert werden, dürfte zumindest aus
diesen Gründen einer vollständigen
konjunkturellen Erholung beim Handel und in den
kontaktintensiven Dienstleistungsbereichen bis Ende des
Jahres nichts mehr im Wege stehen. Das Ifo-Institut fasst
vor diesem Hintergrund in seiner Konjunkturprognose vom
Juni 2021 zusammen: "Alles in allem wird das
Bruttoinlandsprodukt ab dem zweiten Quartal mit
kräftigen Raten expandieren, so dass das
Vorkrisenniveau bereits im dritten Quartal des laufenden
Jahres erreicht wird. Insgesamt ergibt sich für das
Jahr 2021 ein Anstieg des preisbereinigten
Bruttoinlandsprodukts um 3,3%. Im kommenden Jahr
dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 4,3% höher
liegen als in diesem Jahr".
2
Aussagen über die Entwicklung der Gesamtwirtschaft
lassen sich zwar in der Regel nicht unmittelbar auf die
Markt- und Sozialforschungsbranche übertragen, dennoch
kann diesmal allgemein festgestellt werden, dass die
Branche im Gleichklang mit den allgemeinen Erwartungen
steht und die weitere wirtschaftliche Entwicklung eher mit
Optimismus betrachtet. In der Zusammenfassung der
regelmäßigen Untersuchung des Branchenverbands
ADM e.V. heißt es dazu: "Im Vergleich zur
Konjunkturumfrage im Januar fallen die Zukunftserwartungen
der Institute deutlich positiver aus. Mehr als die
Hälfte (55 %) rechnet für das zweite Halbjahr
2021 mit einer verbesserten Auftragslage. 2020 gab es unter
den ADM-Instituten einen krisenbedingten Umsatzeinbruch von
mehr als 10 Prozent. Für 2021 prognostizieren 60
Prozent der Institute eine Umsatzerhöhung und zeigen
sich somit deutlich optimistischer als noch zu
Jahresbeginn."
3 Der Hintergrund für den Optimismus der
Mehrheit der Institute ist leicht auszumachen. Laut ADM
gaben 57 Prozent der befragten Institute an, dass sich ihre
Auftragslage im Vergleich zum zweiten Halbjahr des
vergangenen Jahres abermals verbessert habe. Eine
Verschlechterung sei hingegen nur bei 14 Prozent zu
verzeichnen. Mehr als ein Drittel (36 %) der ADM-Institute
hat 2021 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt
oder plant Einstellungen. Vor diesem Hintergrund
prognostiziert der Vorstandsvorsitzende des ADM, Bernd
Wachter, eine positivere Entwicklung als diejenige der
Gesamtwirtschaft: "Für die Markt- und
Sozialforschungsbranche wagen wir mit 3,9 Prozent sogar
eine leicht höhere Prognose."
1 ifo Konjunkturprognose vom 16. Juni 2021.
3 Wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung3.1 ErtragslageDer Konzernumsatz ist im ersten Halbjahr 2021 von 13,7
Mio. € im Vorjahresvergleichszeitraum um 3,5 Mio.
€ auf 17,2 Mio. €, und damit um 25,9 Prozent,
gestiegen. Dieser Umsatzanstieg ist im Wesentlichen im
infas-Institut entstanden, das ein Umsatzwachstum i.H.v.
fast 4,0 Mio. € von 11,0 Mio. € im Vorjahr auf
14,9 Mio. € verbuchen konnte. Der Umsatz im Segment
infas 360 liegt im ersten Halbjahr 2021 mit 573 T€
unter dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 869
T€. Das Segment infas quo erreichte im ersten Halbjahr
2021 einen Umsatz von 752 T€ und damit 25 T€
weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Das seit dem
31.12.2018 zum Konzern gehörende Segment Lutum +
Tappert erreichte in diesem Halbjahr einen Umsatz von 951
T€ nach 1.039 T€ im Vergleichszeitraum des
Vorjahres.
Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr
von 4,9 auf 7,4 Mio. € deutlich erhöht. Gemessen
an den Umsätzen hat sich der Anteil von 35,7 Prozent
zum 30.06.2020 auf 42,9 Prozent zum 30.06.2021 erhöht.
Der Personalaufwand ist als Folge der höheren
Mitarbeiteranzahl und notwendigen Gehaltsanpassungen
für wichtige Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr von
5,8 Mio. € auf 6,6 Mio. € gestiegen.
Die Abschreibungen liegen im ersten Halbjahr 2021 mit
908 T€ über dem Vorjahresniveau von 737 T€.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns
liegen mit 1,2 Mio. € in etwa auf dem Niveau des
Vorjahres.
Das EBIT liegt mit 1.261 T€ zum 30.06.2021 deutlich
über dem Niveau von 773 T€ im ersten Halbjahr des
Vorjahres. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus dem
besseren Ergebnis des infas-Instituts.
Das Finanzergebnis hat sich von -65 T€ im ersten
Halbjahr 2020 auf -86 T€ zum 30.06.2021
verschlechtert.
Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich im Vergleich
zum ersten Halbjahr des Vorjahres von 708 T€ auf 1.175
T€ zum 30.06.2021.
Das erste Halbjahr 2021 schließt die infas Holding
AG mit einem positiven Ergebnis nach Steuern in Höhe
von 675 T€ (Vorjahr: 431T€) ab.
Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
war im ersten Halbjahr 2020 mit -7.105 T€ negativ
(Vorjahreszeitraum: -3.964 T€).
3.2 Finanz- und VermögenslageDas langfristige Vermögen hat sich von 6,5 Mio.
€ zum 31.12.2020 auf 5,7 Mio. € zum 30.06.2021
verringert, insbesondere durch die Abschreibungen der
Nutzungsrechte, die im Rahmen der Anwendung von IFRS 16
aktiviert wurden, und durch Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte. Zudem haben sich die latenten
Steueransprüche von 2,0 Mio. € zum 31.12.2020 auf
1,8 Mio. € zum 30.06.2021 verringert.
Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im
Vergleich zum 31.12.2020 von 28,6 Mio. € auf 25,3 Mio.
€ verringert. Dies ist insbesondere auf die von 23,0
Mio. € auf 14,9 Mio. € zum 30.06.2021 gesunkenen
liquiden Mittel zurückzuführen. Im Gegenzug dazu
haben sich die vertraglichen Vermögenswerte von 3,0
Mio. € auf 7,7 Mio. € erhöht und die
sonstigen Vermögenswerte von 1,1 Mio. € auf 1,3
Mio. €.
Das Eigenkapital hat sich von 8,9 Mio. € zum
31.12.2020 auf 10,0 Mio. € zum 30.06.2021 erhöht.
Dies ist auf die positive Veränderung des
Konzernbilanzgewinns zurückzuführen. Die
Eigenkapitalquote im Konzern verbesserte sich zum
30.06.2021 auf 32,1 Prozent (31.12.2020: 25,4 Prozent).
Die langfristigen und kurzfristigen Schulden sind im
Vergleich zum 31.12.2020 insgesamt von 26,1 Mio. € auf
21,1 Mio. € gesunken. Die langfristigen Schulden sind
von 9,6 Mio. € zum 31.12.2020 auf 8,9 Mio. € zum
30.06.2021 gesunken, was aus einem Rückgang der
Leasingverbindlichkeiten von 0,7 Mio. € auf 0,0 Mio.
€ resultiert sowie aus den von 7,0 Mio. € auf 6,5
Mio. € gesunkenen Rückstellungen für
Pensionen. Der Rückgang der kurzfristigen Schulden von
16,6 Mio. € zum 31.12.2020 auf 12,2 Mio. € zum
30.06.2021 ergibt sich größtenteils aus dem
Rückgang de vertraglichen Verbindlichkeiten von 9,1
Mio. € auf 5,1 Mio. € sowie der sonstigen
Verbindlichkeiten von 3,8 Mio. € zum 31.12.2020 auf
3,1 Mio. € zum 30.06.2021.
Die Fähigkeit des Konzerns, seine
Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem
Zeitpunkt gegeben.
4 Entwicklung der SegmenteSegment Meinungs- und Sozialforschung: infas-InstitutDie infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH erwirtschaftete im ersten Halbjahr
2021 bei einem Umsatz in Höhe von 15,0 Mio. €
(Vorjahr 11,0 Mio. €) ein EBIT von 2,1 Mio. €
(Vorjahr 1,1 Mio. €). Es war also ein sehr
erfolgreiches erstes Halbjahr: Der Umsatz konnte um 36
Prozent erhöht werden und das EBIT hat sich fast
verdoppelt. Damit hat sich das Institut nicht nur
gegenüber dem 1. Halbjahr im Coronakrisenjahr 2020
stark verbessert, sondern auch gegenüber dem 1.
Halbjahr im Rekordjahr vor der Krise (2019). Gegenüber
dem genannten Jahr stieg der Umsatz um 15,4 Prozent und das
EBIT zeigt ein Plus von 30 Prozent. Diese Zahlen zeigen
klar und deutlich, dass das infas-Institut nicht nur aus
der Krise herausgefunden hat, sondern sich insgesamt
hervorragend entwickelt. Da der Auftragsbestand nach wie
vor sehr hoch, die Kostenstruktur ausgewogen ist und auch
am Markt weiter erfolgreich akquiriert wird, sind die
Aussichten grundsätzlich positiv zu beurteilen, zumal
nach der neueren Entwicklung des Impfgeschehens, das
insbesondere von erfolgreichen Impfaktionen geprägt
ist, ein normales Arbeiten als Perspektive nicht mehr
unrealistisch erscheint. Das infas-Institut wird ab Anfang
September wieder in die Büros zurückkehren und
unter einem angepassten Hygienekonzept die Arbeit vor allem
vor Ort durchführen. Die unter den Pandemiebedingungen
in den Teams zum Teil beeinträchtigte Kohäsion
der Teammitglieder wird dadurch wiederhergestellt.
Segment Big Data, Data Analytics & Geomarketing-Software: infas 360 und Lutum + Tappert DV-Beratung GmbHDer ausgewiesene Umsatz von infas 360 liegt zum
30.06.2021 bei 573 T€ (Vorjahr: 869 T€
4). Unter Berücksichtigung der anteiligen
Ausweisung des Umsatzes für das Vorjahr, also ceteris
paribus
5, hat die infas 360 gegenüber dem 1.
Halbjahr im vergleichbaren Zeitraum ein Umsatzplus erreicht
und es ist kein Rückgang zu verzeichnen, wie es auf
den ersten Blick erscheinen mag. Dies ist eine gute
Leistung, zumal die Coronakrise infas 360 weniger getroffen
hat, es also nichts aufzuholen gab. Dies gilt ebenfalls
für das EBIT. Unterstellt man gleiche Bedingungen,
wäre zwar das EBIT im 1. Halbjahr noch negativ,
hätte sich aber gegenüber dem Vorjahr verbessert.
Der Ausblick für das Gesamtjahr 2021 ist optimistisch.
Es wird mit einem höheren Umsatz zum Vorjahr und einem
positiven EBIT gerechnet.
4 Der Umsatz eines Großkunden wurde 2021
aufgrund einer Besonderheit des Vertrags nur anteilig
für 5 Monate ausgewiesen und im Vorjahreszeitraum
vollständig für 12 Monate. Wäre er 2020
schon abgegrenzt worden, wäre der Vorjahresumsatz ca.
300 T€ geringer. Das heißt, der Umsatz läge
dann bei 569 T€. Auf Jahressicht wird sich diese
Diskrepanz ausgleichen. Zudem ist zu berücksichtigen,
dass der nach IFRS nicht ausgewiesene interne Umsatz mit
dem infas-Institut aufgrund neuer, gemeinsamer Projekte
stark gestiegen ist.
Die Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH ist im gleichen
Geschäftsfeld wie die infas 360 tätig und
ergänzt deren Dienstleistungen. Lutum + Tappert hat im
ersten Halbjahr 2021 operativ erfolgreich gearbeitet. Ein
Effekt durch die Coronakrise war im Vergleichszeitraum 2020
nicht zu verzeichnen, so dass es im 1. Halbjahr 2021 auch
nicht darum ging, etwas aufzuholen. Der Umsatz im ersten
Halbjahr 2021 liegt mit 951 T€ unter dem Vorjahreswert
von 1.039 T€ (ein Minus von 8,5 Prozent). L+T hatte
zwar nur geringe Effekte der Coronakrise im Krisenjahr 2020
zu verzeichnen, leidet nunmehr allerdings an einem
Nachfolgeeffekt dieser Krise, da die Industrie insgesamt
mit Bestellungen zurückhaltend war, was sich ja auch
in der Gesamtwirtschaft im ersten Quartal zeigt.
6 Das EBIT ist erwartungsgemäß
positiv. Für das Gesamtjahr erwarten wir einen
erfreulich profitablen Geschäftsverlauf, der
einhergeht mit der prognostizierten positiven
Gesamtentwicklung der deutschen Wirtschaft.
6 Siehe die Ausführungen zur
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung (Kap. 2).
Segment agile Marktforschung: infas quoIm ersten Halbjahr 2021 erreichte infas quo einen Umsatz
von 752 T€ gegenüber 777 T€ im ersten
Halbjahr 2020. Das entspricht angesichts des
wirtschaftlichen nach wie vor von der COVID-19-Pandemie
bestimmten Umfelds einem unproblematischen Rückgang
von 3 Prozent. Zur Erinnerung: infas quo konnte den Umsatz
im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zu 2019 trotz der
Coronakrise sogar deutlich steigern. Insofern ist auch der
Rückgang des Umsatzes gegenüber diesem Vorjahr
nicht schwerwiegend: Die Investitionen in den Aufbau des
Online-Panels und das Angebot an agiler und qualitativ
hoher Marktforschung zahlen sich aus. Neue Kunden konnten
gewonnen werden. Erfreulich ist, das bereits im 1. Halbjahr
erstmalig ein positives EBIT zu verzeichnen ist, so dass
eine Umsatzrendite von 7 Prozent erwirtschaftet wurde. Vor
diesem Hintergrund ist der Ausblick auf das zweite Halbjahr
optimistisch.
5 GeschäftsstrategieDie allgemeine Geschäftsstrategie ist nach wie vor,
kontinuierlich die angebotene Dienstleistung durch
Innovationen und neue Ideen weiterzuentwickeln und zu
perfektionieren. Dabei ist die Wirtschaftlichkeit im Blick
zu behalten, weil es allgemein einen hohen Kostendruck
gibt, welcher der Branche auch zu schaffen macht: Nicht
umsonst und unabhängig von der Coronakrise hat die
Branche der Markt- und Sozialforschung seit 2012 keine
Wachstumsimpulse setzen können. Nicht zuletzt deshalb
ist der Markt auch in Bewegung geraten und die
Konsolidierungstendenzen sind überdeutlich. Die infas
Holding Aktiengesellschaft konzentriert sich in dieser
Situation auf lukrative Marktsegmente, die eine
Dienstleistung erwarten, die nicht jeder Anbieter leisten
kann. Die adressierten Märkte sind spezifische
Segmente der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung, die
hohe Erwartungen an die Dienstleistung haben, aber auch
lukrativ und zukunftsorientiert sind. So können wir
uns als einen mittelständisch orientierten,
wissensintensiven Informationsdienstleister als Alternative
zu den "Big Four" der Branche positionieren.
6 MitarbeiterDie Anzahl der Mitarbeiter (pro Kopf) im Konzern betrug
zum Stichtag 30.06.2021 213 (Vorjahr: 211). Der
Personalaufwand stieg von 6,2 Mio. € im ersten
Halbjahr des Vorjahres auf 6,6 Mio. € zum 30.06.2021.
7 Chancen und RisikenDie angesprochene Strategie der infas Holding ist bisher
aufgegangen: Es gab in den letzten zehn Jahren kein Jahr
ohne Wachstum mit jeweils überdurchschnittlichen
Umsatzrenditen. Und diese Entwicklung hätte sicherlich
auch im Jahr 2020 fortgesetzt werden können, wenn
nicht das "unbekannte Unbekannte"
7, die Coronakrise, zugeschlagen hätte. Der
dadurch bedingte brutale Einbruch in der wirtschaftlichen
Wachstumsdynamik der Gesamtvolkswirtschaft hat auch unsere
Märkte getroffen.
Die Dynamik der Coronakrise war geprägt von immer
neuen Wellen, die durch neue Mutationen des Virus initiiert
wurden. Mittlerweile steht fest, dass eine weitere Welle -
die vierte - zu erwarten ist. Die Inzidenzen insgesamt
steigen. Dennoch hat sich die Situation fundamental
geändert und gibt Anlass zur Hoffnung. Dank des
Vorhandenseins mehrerer sehr wirksamer Impfstoffe und einer
relativ hohen Impfbereitschaft ist offensichtlich der
starke korrelative Zusammenhang von steigender Inzidenz
einerseits und Überlastung des Gesundheitssystems
durch hohe Intensivzahlen andererseits nicht mehr so eng
und eindeutig wie zuvor.
Viele Befunde deuten darauf hin, dass in die
Krankenhäuser nunmehr in einer übergroßen
Mehrheit eher Menschen eingeliefert werden, die nicht
geimpft sind. Deutlicher wird das Abkoppeln beider
Indikatoren, wenn man die aktuellen Intensivzahlen mit
denen aus der Herbstwelle des vergangenen Jahres vergleicht
- und zwar zu dem Zeitpunkt, als die Meldeinzidenzen mit
den heutigen in etwa identisch waren.
Der Unterschied zwischen den Vergleichszeiträumen:
Im letzten Jahr gab es keine Impfung. Impfen bildet also
durchaus einen Schutzschirm, der nahelegt, dass so schnell
kein Lockdown zu erwarten sein wird. Allgemein wird in
vielen Bereichen der Wirtschaft und anderen
gesellschaftlichen Bereichen über Anpassungen
diskutiert, die insbesondere auf die nicht zu bestreitende
Tatsache zurückzuführen sind, dass - kurz gesagt
- Impfen hilft und eine entsprechende Impfbereitschaft in
der Bevölkerung vorhanden ist.
Es tritt also bei der Beurteilung der Gefahrenlage in
der derzeitigen Entwicklung der Pandemie eher in den
Vordergrund, ob jemand geimpft, genesen oder vor dem
Hintergrund kommoder Testkapazitäten getestet ist.
Viele Öffnungskonzepte in Wirtschaft, Sport und Kultur
beruhen auf diesen drei Elementen. Die 3G-Regel wird auch
die schrittweise Öffnung des Instituts
ermöglichen, die für den Monat September
terminiert ist.
Mittlerweile kann vor diesem Hintergrund davon
ausgegangen werden, dass sich die Märkte langsam
erholen werden. Die Zahlen aller Gesellschaften des
Konzerns für das 1. Halbjahr demonstrieren dies auch
eindrücklich. Mit dem "re-enter" in die
Räumlichkeiten, insbesondere des infas-Instituts, ist
gewährleistet, dass der hohe Auftragsbestand besser
abgearbeitet werden kann.
8 AusblickDie geschilderten Entwicklungen in den jeweiligen
Gesellschaften des Konzerns einerseits und die ebenfalls
verbesserten Randbedingungen zur Entfaltung von
wirtschaftlicher Aktivitäten andererseits, weil kein
Lockdown mehr zu erwarten ist, lassen es als realistisch
erscheinen, dass die im Geschäftsbericht für das
abgelaufene Jahr 2020 abgegebene Prognose auch erreicht
werden kann. Wie bereits im Geschäftsbericht
dargestellt, wird ein Umsatz zwischen 35 bis 38 Mio. €
angestrebt.
8 Diese Einschätzung erweist sich auch im
Licht dargestellter Ergebnisse des ersten Halbjahres als
ziemlich robust, so dass weiterhin davon ausgegangen werden
kann. Auch die im Geschäftsbericht genannte Prognose
des EBIT, bzw. der Umsatzrendite, hat weiterhin Bestand.
Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen
im vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und
unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese
Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen
sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben,
ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
von den in diesem Dokument dargestellten,
zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.
8 Siehe Konzernlagebericht zum 31. Dezember
2020, Seite 32.
Konzernbilanz zum 30. Juni 2021Aktivascrollen
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Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Periodevom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021scrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Periodevom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Der Finanzmittelfonds beinhaltet nur die liquiden Mittel
und stimmt mit den entsprechenden Bilanzposten
überein.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
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Konzern-Segmentberichterstattungscrollen
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Konzernanhang zum 30. Juni 20211 GrundlagenDer Halbjahresfinanzbericht der infas Holding
Aktiengesellschaft zum 30.06.2021 wurde entsprechend dem
Konzernabschluss zum 31.12.2020 nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. In diesem
Zwischenabschluss wurden grundsätzlich die gleichen
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie
Berechnungsmethoden angewandt wie im Konzernabschluss zum
31.12.2020. Eine detaillierte Beschreibung der angewandten
Methoden ist im Konzernanhang 2020 enthalten.
Änderungen durch Standards und Interpretationen,
die durch die EU übernommen und ab dem 01.01.2021
verpflichtend anzuwenden sind, wurden berücksichtigt.
Die im Bericht enthaltene Bilanz zum 30.06.2021, die
Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung
(jeweils für das erste Halbjahr 2021 und 2020), die
Kapitalflussrechnung (jeweils für die ersten sechs
Monate 2021 und 2020) sowie die
Eigenkapitalveränderungsrechnung (jeweils für die
ersten sechs Monate 2021 und 2020) wurden keiner
Prüfung nach § 317 HGB unterzogen und sind in
Verbindung mit dem Konzernabschluss des Jahres 2020 zu
lesen.
Der Halbjahresfinanzbericht ist in Euro aufgestellt.
KonsolidierungskreisDie Unternehmen werden nach IFRS 10 in den
Konzernabschluss, aufgrund der Beherrschung durch die
Muttergesellschaft, infas Holding Aktiengesellschaft,
einbezogen.
Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie
Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen
ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer
Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer
Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.
Der Konsolidierungskreis umfasst folgende
inländische Tochtergesellschaften:
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Zusätzliche Angaben zu FinanzinstrumentenIn der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach
Bewertungskategorien dargestellt.
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Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert
dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen
kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert
ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.
2 Ergebnis aus at equity bilanzierten UnternehmenDie infas Holding Aktiengesellschaft ist mittelbar
über die Tochtergesellschaft infas 360 GmbH zu 33,33
Prozent an der BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn,
beteiligt. Zum Stichtag lagen keine Informationen zu den
Ergebnissen der Business Network Solutions GmbH, Bonn vor,
so dass die Anteile an der At-equity-Beteiligung zum
30.06.2021 unverändert angesetzt wurden.
3 FinanzergebnisDas Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2021 hat sich von
-65 T€ im Vorjahreszeitraum auf -86 T€
verringert. Die Zinserträge liegen 7 T€ unter dem
Vorjahresvergleichswert von 7 T€. Die Zinsaufwendungen
liegen mit 86 T€ über dem Vorjahresvergleichswert
von 72 T€.
4 ErtragsteuernErtragsteuern werden in der Berichtsperiode auf der
Grundlage der besten Schätzung des gewichteten
durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes
erfasst, der für das Gesamtjahr pro Gesellschaft
erwartet wird.
Auf die Erläuterungen im Konzernanhang 2020 zum
Ansatz und zur Ermittlung der aktiven und passiven latenten
Steuern wird verwiesen.
5 Sonstiges KonzernergebnisIm Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2021 sind
versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus
Pensionsverpflichtungen in Höhe von -558 T€
(Vorjahr -299 T€) im sonstigen Ergebnis
berücksichtigt worden. Die latenten Steuern aus der
Erfassung dieser Gewinne im sonstigen Ergebnis betragen 184
T€ (Vorjahr 98 T€) und führen zu einem
negativen sonstigen Konzernergebnis in Höhe von 374
T€ (negatives Ergebnis des Vorjahres 201 T€).
6 Angaben zu Geschäften mit nahe stehenden Unternehmen und PersonenIn der Berichtsperiode haben sich keine hier
anzugebenden Sachverhalte ergeben.
7 Organe der infas Holding AktiengesellschaftDie Geschäfte des Unternehmens werden durch Herrn
Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) und Herrn Dipl.-Kfm. Alexander
Mauch (CFO) geführt.
Versicherung der gesetzlichen VertreterDer Vorstand versichert nach bestem Wissen, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsgrundsätzen für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der
Geschäftsverlauf, einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird,
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind.
-Der Vorstand-
Bonn, im September 2021
infas Holding Aktiengesellschaft
DisclaimerDieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen.
Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf bestimmten
Annahmen und Erwartungen zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung dieses Berichts. Sie sind daher mit
Risiken und Ungewissheiten verbunden, und die
tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den
in den zukunftsgerichteten Aussagen beschriebenen Prognosen
abweichen können. Eine Vielzahl dieser Risiken und
Ungewissheiten wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem
Einfluss der infas Holding AG unterliegen und heute auch
nicht sicher abgeschätzt werden können. Dazu
zählen zukünftige Marktbedingungen und
wirtschaftliche Entwicklungen, das Verhalten anderer
Marktteilnehmer, das Erreichen erwarteter Synergieeffekte
sowie gesetzliche, juristische und politische
Entscheidungen. Die infas Holding AG sieht sich auch nicht
dazu verpflichtet, Berichtigungen dieser
zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, um
Ereignisse oder Umstände widerzuspiegeln, die nach dem
Veröffentlichungsdatum eingetreten sind.
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