infas Holding AktiengesellschaftBonnHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2022Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2022Kurt-Schumacher-Str. 24
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Sitz der Gesellschaft:
53113 Bonn
Vorstand der Gesellschaft:
Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO)
Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke (CFO)
Vorsitzender des Aufsichtsrats:
Dr. Oliver Krauß
Amtsgericht Bonn
HRB 17379
USt.-Ident.-Nr. DE 155601174
St.Nr. 205/5725/1339
ISIN: DE0006097108
WKN: 609710
Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in
Frankfurt am Main
1 Der Konzern infas Holding AktiengesellschaftDer infas Konzern besteht zum 30.06.2022 aus der
Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft sowie
folgenden, in den Konsolidierungskreis einbezogenen
Gesellschaften:
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Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i.H.v. 33,33 %
an der im August 2016 mit einem Stammkapital i.H.v. 30
T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions
GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes
Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.
Die Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH wurde im Juni 2022
in infas LT GmbH umfirmiert und zum 27.06.2022 entsprechend
ins Handelsregister eingetragen.
Die CATI-LAB GmbH, in der die Tätigkeit der
Telefoninterviewerinnen und -interviewer gebündelt
ist, wurde als 100%ige Tochtergesellschaft der infas
Holding AG neu gegründet und zum 07.07.2022 ins
Handelsregister eingetragen. Sie ist insofern in dieser
Aufstellung noch nicht enthalten.
Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist
ausschließlich als Management- und Finanzholding des
infas Konzerns tätig und erzielt keine
Umsatzerlöse. Die Aktien der infas Holding AG sind im
regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse
zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Vorstand
der infas Holding AG.
Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften im
Bereich Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie
angrenzenden Bereichen tätig. Die
Tochtergesellschaften erzielen ihren Umsatz im Wesentlichen
im Deutschland.
Die infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH erbringt Forschungs- und
Beratungsleistungen mit dem Schwerpunkt Meinungs- und
Sozialforschung. Die infas 360 GmbH ist auf dem Gebiet der
Marketingforschung tätig. Die infas LT GmbH
betätigt sich auf dem Gebiet des Geomarketings. Die
infas quo GmbH betreibt Marktforschung.
2 Gesamtwirtschaftliche EntwicklungDie gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die Anfang des
Jahres immer noch durch die Auswirkungen der Coronakrise
geprägt war, verschärfte sich im Verlauf des
ersten Halbjahres durch den Krieg in der Ukraine. Die
Folgen aus beiden Ereignissen sind verehrend:
Lieferengpässe, steigende Preise, die Angst vor
Energieknappheit und einer weitergehenden Spaltung der
Gesellschaft. Das ifo Institut prognostiziert, dass die
Wirtschaft 2022 noch um 1,6 % wachsen und 2023 um 0,3 %
schrumpfen wird. Die Prognose aus März 2022 sah ein
Wachstum i.H.v. 3,1 % für 2022 und 3,3 % für 2023
vor. Die Inflation der Verbraucherpreise wird für 2022
auf durchschnittlich 8,1 % geschätzt, für 2023
auf 9,3 %. Das reduziert die realen Einkommen und die
Kaufkraft. Hinsichtlich des privaten Konsums wird erwartet,
dass dieser in diesem Jahr preisbereinigt um 4,0 % steigt,
2023 um 1,9 % sinkt. Immerhin bleibt die Arbeitslosenquote
niedrig, was aber auch auf den zunehmenden
Fachkräftemangel hinweist.
1
Die Aussagen über die Entwicklung der
Gesamtwirtschaft lassen sich zwar in der Regel nicht
unmittelbar auf die Markt-, Meinungs- und
Sozialforschungsbranche übertragen, dennoch berichtet
der Branchenverband ADM e.V. auf Basis seiner
Konjunkturprognose im Sommer 2022, dass die Institute die
wirtschaftliche Entwicklung verhaltener einschätzen
als noch ein halbes Jahr zuvor.
2
3 Wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung3.1 ErtragslageDer Konzernumsatz ist im ersten Halbjahr 2022 von 17.221
T€ im Vorjahresvergleichszeitraum um 219 T€ auf
17.440 T€, und damit um 1,3 %, leicht gestiegen.
Dieser Umsatzanstieg ist im Wesentlichen bei der infas 360
i.H.v. 199 T€ entstanden. Auch das Segment infas LT
entwickelte sich positiv. Der Umsatz in diesem Halbjahr
wuchs nach 951 T€ im Vergleichszeitraum des Vorjahres
auf 997 T€. Der Umsatz im Segment infas Institut liegt
im ersten Halbjahr 2022 mit 14.954 T€ in etwa auf dem
Niveau des Vorjahres i.H.v. 14.946 T€. Das Segment
infas quo erreichte im ersten Halbjahr 2022 einen Umsatz
von 717 T€ und damit 35 T€ weniger als im
Vorjahreszeitraum.
Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr
von 7.375 T€ auf 6.330 T€ verringert. Der
Personalaufwand ist als Folge der höheren
Mitarbeiteranzahl im Vergleich zum Vorjahr von 6.610
T€ auf 7.197 T€ gestiegen.
Die Abschreibungen liegen im ersten Halbjahr 2022 mit
1.049 T€ über dem Vorjahresniveau von 908
T€. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des
Konzerns sind von 1.179 T€ im Vorjahr auf 1.898
T€ gestiegen. Beide Positionen sind im Wesentlichen
durch den Umzug in das neue Bürogebäude
geprägt.
1 Vgl. ifo Konjunkturprognose vom 12.09.2022,
https://www.ifo.de/fakten/2022-09-12/ifo-konjunkturprognose-herbst-2022-inflation-wuergt-privaten-konsum-ab-deutsche,
im Vgl. zur ifo Konjunkturprognose vom 23.03.2022
https://www.ifo.de/fakten/2022-03-23/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2022-folgen-des-russisch-ukrainischen-krieges.
Das EBIT liegt mit 1.025 T€ zum 30.06.2022 unter
dem Niveau von 1.261 T€ im ersten Halbjahr des
Vorjahres. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus
Kostensteigerungen.
Das Finanzergebnis hat sich von -86 T€ im ersten
Halbjahr 2021 auf -284 T€ zum 30.06.2022 deutlich
verschlechtert.
Das Ergebnis vor Steuern hat sich im Vergleich zum
ersten Halbjahr des Vorjahres von 1.175 T€ auf 741
T€ zum 30.06.2022 verringert.
Das erste Halbjahr 2022 schließt die infas Holding
AG mit einem Konzernjahresüberschuss i.H.v. 268
T€ (Vorjahr 675 T€) ab.
3.2 Vermögens- und FinanzlageDas langfristige Vermögen hat sich von 5.655
T€ zum 31.12.2021 auf 25.975 T€ zum 30.06.2022
stark erhöht, insbesondere durch den Mietvertrag des
neuen Gebäudes, der im Rahmen der Anwendung von IFRS
16 aktiviert wurde, und Investitionen in Sachanlagen. Im
Gegenzug haben sich die latenten Steueransprüche von
2.104 T€ zum 31.12.2021 auf 1.605 T€ zum
30.06.2022 verringert.
Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im
Vergleich zum 31.12.2021 von 37.009 T€ auf 27.695
T€ deutlich verringert. Dies ist insbesondere auf die
von 30.434 T€ auf 17.862 T€ zum 30.06.2022
gesunkenen liquiden Mittel zurückzuführen, was
der normalen Entwicklung im Jahresverlauf entspricht. Im
Gegenzug dazu haben sich die vertraglichen
Vermögenswerte von 3.966 T€ auf 6.236 T€
sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von
194 T€ auf 1.627 T€ erhöht.
Das Eigenkapital hat sich von 8.978 T€ zum
31.12.2021 auf 10.462 T€ zum 30.06.2022 erhöht.
Dies ist auf die positive Veränderung des
Konzernbilanzgewinns und ein verbessertes kumuliertes
sonstiges Konzernergebnis zurückzuführen. Durch
die gestiegene Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote
im Konzern zum 30.06.2022 auf 19,5 % geringfügig
verschlechtert (31.12.2021: 21,0 %).
Die langfristigen und kurzfristigen Schulden sind im
Vergleich zum 31.12.2021 insgesamt von 33.686 T€ auf
43.208 T€ gestiegen. Die langfristigen Schulden sind
von 8.630 T€ zum 31.12.2021 auf 26.253 T€ zum
30.06.2022 gestiegen, was im Wesentlichen aus der
Erhöhung der Leasingverbindlichkeiten auf 18.905
T€ resultiert. Im Gegenzug sind die
Rückstellungen für Pensionen von 6.227 T€
auf 4.435 T€ gesunken, was auf das veränderte
Zinsniveau zurückzuführen ist. Der Rückgang
der kurzfristigen Schulden von 25.056 T€ zum
31.12.2021 auf 16.955 T€ zum 30.06.2022 ergibt sich
größtenteils aus dem Rückgang der sonstigen
Rückstellungen von 8.032 T€ auf 1.735 T€.
Dies ist auf die Beilegung des Rechtsstreits mit der
Deutsche Rentenversicherung Bund zurückzuführen.
Zudem sanken die vertraglichen Verbindlichkeiten von 9.560
T€ auf 7.959 T€ sowie die sonstigen
Verbindlichkeiten von 5.998 T€ zum 31.12.2021 auf
5.314 T€ zum 30.06.2022.
Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
war im ersten Halbjahr 2022 mit 10.395 T€ negativ
(Vorjahreszeitraum -7.105 T€).
Die Fähigkeit des Konzerns, seine
Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem
Zeitpunkt gegeben.
4 Entwicklung der SegmenteSegment Meinungs- und Sozialforschung: infas InstitutDie infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH erwirtschaftete im ersten Halbjahr
2022 bei einem Umsatz i.H.v. 14.954 T€ (Vorjahr 14.946
T€) ein EBIT von 1.741 T€ (Vorjahr 2.140
T€). Steigerungen der Personal- und Raumkosten haben
das Ergebnis belastet. Dazu kommt, dass das Jahr 2021 auch
deshalb eines der erfolgreichsten Jahre des Instituts war,
weil an die Coronakrise angepasste, vor allem
günstigere digitale Erhebungsmethoden angewandt
wurden. 2022 muss beobachtet werden, dass viele
Auftraggeber wieder zurück zu den alten,
kostenintensiveren Methoden zurückkehren. Zudem wurde
zum Ende des Vorjahres eine Reihe von bedeutenden Projekten
abgeschlossen, so dass sowohl die volle Umsatz- als auch
die Ergebnisrealisierung ins alte Jahr fielen. Viele neue
Projekte des ersten Halbjahres 2022 sind insofern noch in
der Anfangsphase des Projektablaufs, was bilanziell zu
einer verhältnismäßig geringeren Umsatz-
und Ergebnisrealisierung führt. Dazu kam, dass das
Jahr mit einer weiteren Coronawelle begann, was den
üblichen schwachen Jahresstart auf einen späteren
Zeitpunkt im Jahr verschob. Das führt zu einer Ballung
von Projekten in der Jahresmitte und zweiten
Jahreshälfte, was die Kapazitäten des Instituts
auf eine harte Probe stellt. Positiv ist, dass weitere
Projekte akquiriert werden konnten, so dass das offene
Auftragsvolumen weiterhin auf einem unverändert hohen
Niveau liegt. Herausfordernd gestaltet sich dabei
allerdings die Abarbeitung, weil sich in diesem Jahr - wie
zuvor erläutert -leider abermals keine
Gleichverteilung der Projekte über das Kalenderjahr
zeigt. Die Ausgliederung der Telefoninterviewerinnen und
-interviewer, an der im ersten Halbjahr intensiv gearbeitet
wurde, um die regulatorischen Anforderungen umzusetzen, ist
dabei eine weitere Belastung des operativen Geschäfts.
Immerhin konnte dieses Projekt Anfang Juli durch
Gründung der CATI-LAB GmbH erfolgreich vollzogen
werden, was für das zweite Halbjahr entlastend wirken
wird. Insgesamt erscheint es realistisch, dass der Plan
für das Jahr 2022 noch erreicht wird.
Segment Marketingforschung: infas 360Der Umsatz von infas 360 liegt zum 30.06.2022 bei 772
T€ (Vorjahr 573 T€). Das ist ein Wachstum von
34,7 %, womit infas 360 ihren Wachstumskurs weiter
unterstreicht. Das EBIT lag mit -222 T€ (Vorjahr -240
T€) leicht besser als im ersten Halbjahr 2021. Der
Ausblick auf das Gesamtjahr 2022 ist insofern optimistisch.
Es wird mit einem höheren Umsatz als im Vorjahr und
einem positiven EBIT gerechnet. Allerdings gestaltet sich
das Jahr 2022 auch für infas 360 herausfordernd, weil
es infas 360 als kleine Gesellschaft nur schwer gelingt,
den Bedarf an Fachkräften zu decken. Die Konkurrenz um
die begehrten Data Scientists wird spürbar
härter, was sowohl für das Produktgeschäft,
das aus ständig wachsenden Datenmengen resultiert, als
auch für das beratungsgetriebene Projektgeschäft
eine ständige Gefahr darstellt.
Segment Geomarketing: infas LTNachdem 2021 für die infas LT durch die Coronakrise
negativ belastet war, schließt das erste Halbjahr
2022 mit einem soliden Zwischenergebnis. Der Umsatz betrug
997 T€ (Vorjahr 951 T€), was einem leichten
Wachstum i.H.v. 4,8 % entspricht. Dies unterstreicht zum
einen die Tendenz, dass die Unternehmen - zumindest
teilweise - wieder zu alten Vertriebsstrukturen
zurückkehren und sich damit die Nachfrage nach den
Produkten von infas LT stabilisiert
(Neukundengeschäft). Zum anderen konnte das Angebot
für die Kunden durch Leistungen der infas 360
erfolgreich ausgebaut werden. Entsprechend entwickelt sich
das EBIT sehr positiv und verzeichnet mit 61 T€
(Vorjahr 35 T€) einen Anstieg gegenüber dem
Vorjahr um 74,3 %. Auch das offene Auftragsvolumen bis
Jahresende erlaubt einen positiven Ausblick auf die zweite
Jahreshälfte.
Segment Marktforschung: infas quoIm ersten Halbjahr 2022 erreichte infas quo einen Umsatz
i.H.v. 717 T€ gegenüber 752 T€ im ersten
Halbjahr 2021. Das entspricht einem Rückgang von 4,7
%. Es scheint, dass sich die Unsicherheiten über die
zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung bereits
in der Auftragsvergabe von Marktforschungsprojekten
widerspiegeln. Entsprechend entwickelt sich das EBIT wenig
vorteilhaft und betrug -91 T€ (Vorjahr 53 T€),
was einen deutlichen Rückgang bedeutet. Trotzdem kann
angenommen werden, dass das Vorjahr noch überboten
werden kann, was sich durch Arbeiten an Projektangeboten
und neuen Tools erkennen lässt.
5 GeschäftsstrategieDie allgemeine Geschäftsstrategie beinhaltet, dass
nach wie vor kontinuierlich die angebotene Dienstleistung
durch Innovationen und neue Ideen weiterentwickelt und
perfektioniert wird. Dabei ist die Wirtschaftlichkeit im
Blick zu behalten, weil es allgemein einen hohen
Kostendruck gibt, welcher der Branche auch zu schaffen
macht. Nicht umsonst und unabhängig von der
Coronakrise hat die Branche der Markt-, Meinungs- und
Sozialforschung seit 2012 keine Wachstumsimpulse setzen
können. Nicht zuletzt deshalb ist der Markt auch in
Bewegung geraten und die Konsolidierungstendenzen sind
überdeutlich. Die infas Holding AG konzentriert sich
in dieser Situation auf lukrative Marktsegmente der Markt-,
Meinungs- und Sozialforschung, die eine Dienstleistung
erwarten, die nicht jeder Anbieter leisten kann. So
können wir uns als einen modernen wissensintensiven
Informationsdienstleister als Alternative zu den Global
Playern der Branche positionieren.
6 Mitarbeiterinnen und MitarbeiterDie Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (pro
Kopf) im Konzern betrug zum Stichtag 30.06.2022 242
(Vorjahr 213). Der Personalaufwand stieg von 6.610 T€
im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 7.197 T€ zum
30.06.2022.
7 Chancen und RisikenDie angesprochene Strategie der infas Holding ist bisher
aufgegangen: Die infas Gruppe zeigt seit Jahren ein
kontinuierliches Wachstum, eine attraktive Rendite und eine
sehr gesunde Finanzierungs- und Liquiditätsstruktur.
Insbesondere die Coronakrise zeigte zudem, wie krisensicher
das Geschäftsmodell der infas Gruppe ist. Dennoch muss
anerkannt werden, dass mit dem Ausbruch von COVID-19 eine
gesamtwirtschaftliche Periode der Stabilität und des
Wachstums zu einem Ende gekommen zu sein scheint. Die
Coronakrise ist immer noch nicht vollständig
überwunden, parallel wird Europa in einen Krieg
verwickelt und die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren wie
Wachstum, Inflation, Entwicklungen an den
Kapitalmärkten sowie offensichtliche Anzeichen des
Klimawandels weisen darauf hin, dass eine neue Zeit
anbricht. All dem wird sich auch die Markt-, Meinungs- und
Sozialforschungsbranche, und damit auch die infas Gruppe,
nicht entziehen können.
Die daraus für das Geschäft der Markt-,
Meinungs- und Sozialforschung resultierenden wesentlichen
Risiken sind insofern unverkennbar: Unmittelbar resultieren
daraus Kostensteigerungen. Zudem führen die
erheblichen Unsicherheiten in Wirtschaft und Gesellschaft
zu einer höheren Veränderungsdynamik, die seitens
der Kundinnen und Kunden in der Erwartung einer
größeren Agilität in den Projekten
mündet, um auf sich schnell ändernde
Rahmenbedingungen reagieren zu können. In der
Marktforschung gilt das in dieser Tendenz bereits seit
Jahren, wird durch die aktuellen Begebenheiten aber weiter
forciert. In der Sozialforschung sind diese Tendenzen nun
ebenfalls verstärkt zu beobachten. Darüber hinaus
macht es der allgemeine Fachkräftemangel schwer, die
vorgenannten Risiken zu mitigieren. Es vollzieht sich ein
Generationenwandel, der die Unternehmen auch mit
geänderten Erwartungen der Belegschaft konfrontiert.
Gleichzeitig entwickeln sich daraus auch Chancen: Neue
Themen entstehen, die Dienstleistungen der Markt-,
Meinungs- und Sozialforschung bedürfen. Gerade die
Sozialforschung profitiert von jeder Krise, weil Politik
und Verwaltung mit Transparenz und Klarheit über die
genauen Entwicklungen einer Krise informiert werden
müssen, um ihre Entscheidungen zu fundieren. Die
Marktforschung wird dynamischer, weil die schneller
verändernden Marktentwicklungen in den Unternehmen
einen Veränderungsdruck auslösen. Um daraus die
richtigen Entscheidungen abzuleiten, ändern sich die
Anforderungen an die Marktforschungsinstitute. Den
gleichzeitig entstehenden Kostendruck werden vor allem die
Institute weniger spüren, die sich stetig durch
Innovationen in der methodischen Marktforschung sowie der
technischen Unterstützung hervortun. Die infas Gruppe
hat es in der Vergangenheit hervorragend verstanden,
Innovationen hervorzubringen, die zu Stabilisierung und
Ausbau ihrer Marktposition beigetragen haben. Dieser Pfad
wird weiter beschritten, um auch in den aktuell
herausfordernden Zeiten den bisherigen sehr erfolgreichen
Kurs fortzusetzen.
8 AusblickDie geschilderten Entwicklungen in den jeweiligen
Gesellschaften des Konzerns lassen es als realistisch
erscheinen, dass die im Geschäftsbericht für das
abgelaufene Jahr 2021 abgegebene Prognose noch erreicht
werden kann. Wie bereits im Geschäftsbericht
dargestellt, wird ein Umsatz zwischen 41 bis 47 Mio. €
angestrebt, was zu einem EBIT führt, das mit 2.947
T€ leicht oberhalb des EBIT vor Beginn der Pandemie im
Jahr 2019 liegt.
3 Diese Einschätzung erweist sich nach wie
vor als erreichbar, wenn auch im Lichte dargestellter
Ergebnisse des ersten Halbjahres als herausfordernd.
Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen
im vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und
unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese
Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen
sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben,
ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
von den in diesem Dokument dargestellten,
zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.
3 Siehe Konzernlagebericht zum 31. Dezember
2021, Seite 34f.
Konzernbilanz zum 30. Juni 2022Aktivascrollen
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Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Periode vom 1. Januar 2022 bis 30. Juni 2022scrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Periode vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2022scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
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Konzern-Segmentberichterstattungscrollen
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Konzernanhang zum 30. Juni 20221 GrundlagenDer Halbjahresfinanzbericht der infas Holding
Aktiengesellschaft zum 30.06.2022 wurde entsprechend dem
Konzernabschluss zum 31.12.2021 nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. In diesem
Zwischenabschluss wurden grundsätzlich die gleichen
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie
Berechnungsmethoden angewandt wie im Konzernabschluss zum
31.12.2021. Eine detaillierte Beschreibung der angewandten
Methoden ist im Konzernanhang 2021 enthalten.
Änderungen durch Standards und Interpretationen,
die durch die EU übernommen und ab dem 01.01.2022
verpflichtend anzuwenden sind, gab es nicht.
Die im Bericht enthaltene Bilanz zum 30.06.2022, die
Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung
sowie die Kapitalflussrechnung und die
Eigenkapitalveränderungsrechnung (jeweils für die
ersten sechs Monate 2022 und 2021) wurden keiner
Prüfung nach § 317 HGB unterzogen und sind in
Verbindung mit dem Konzernabschluss des Jahres 2021 zu
lesen.
Der Halbjahresfinanzbericht ist in Euro aufgestellt.
KonsolidierungskreisDie Unternehmen werden nach IFRS 10 in den
Konzernabschluss, aufgrund der Beherrschung durch die
Muttergesellschaft, infas Holding AG, einbezogen.
Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie
Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen
ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer
Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer
Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.
Die CATI-LAB GmbH wurde als 100%ige Tochtergesellschaft
der infas Holding AG neu gegründet und am 07.07.2022
in das Handelsregister eingetragen.
Der Konsolidierungskreis zum 30.06.2022 umfasst insofern
folgende inländische Tochtergesellschaften:
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Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i.H.v. 33,33 %
an der im August 2016 mit einem Stammkapital i.H.v. 30
T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions
GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes
Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.
2 Angaben zu erheblichen Ereignissen und GeschäftsvorfällenIm ersten Halbjahr wurden Investitionen i.H.v. 703
T€ in EDV-Anlagen und i.H.v. 346 T€ in Betriebs-
und Geschäftsausstattung getätigt, was sich in
der Bilanzposition "Sachanlangen" widerspiegelt. Diese
wurden u.a. aufgrund des Umzugs der infas Holding AG und
der Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH in
ein neues Bürogebäude in Bonn nötig.
Das neue Mietobjekt wurde gemäß den
Regelungen des IFRS 16 als Nutzungsrecht aktiviert und eine
dementsprechende Leasingverbindlichkeit erfasst. Der
Barwert der Leasingzahlungen zu Beginn der Laufzeit am
01.04.2022 belief sich auf 20.458 T€.
Der Rechtsstreit mit der Deutsche Rentenversicherung
Bund konnte in der Berichtsperiode beigelegt werden. Die
zum 31.12.2021 gebildete Rückstellung i.H.v. 6.300
T€ wurde infolgedessen in Anspruch genommen.
Die Veränderung der Rückstellung für
Pensionen i.H.v. 1.792 T€ ist nahezu vollständig
auf das deutlich veränderte Zinsniveaus
zurückzuführen.
3 Zusätzliche Angaben zu FinanzinstrumentenIn der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach
Bewertungskategorien dargestellt.
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Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert
dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen
kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert
ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.
4 Ergebnis aus at equity bilanzierten UnternehmenDie infas Holding AG ist mittelbar über die
Tochtergesellschaft infas 360 GmbH zu 33,33 % an der BNS -
Business Network Solutions GmbH, Bonn, beteiligt. Zum
Stichtag lagen keine Informationen zu den Ergebnissen der
Business Network Solutions GmbH, Bonn vor, so dass die
Anteile an der At-equity-Beteiligung zum 30.06.2022
unverändert angesetzt wurden.
5 FinanzergebnisDas Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2022 hat sich von
-86 T€ im Vorjahreszeitraum auf -284 T€
verringert. Die Zinserträge liegen mit 14 T€
leicht über dem Vorjahresvergleichswert von 0 T€.
Die Zinsaufwendungen liegen mit 298 T€ über dem
Vorjahresvergleichswert von 86 T€.
6 ErtragsteuernErtragsteuern werden in der Berichtsperiode auf der
Grundlage der besten Schätzung des gewichteten
durchschnittlichen jährlichen Ertragssteuersatzes
erfasst, der für das Gesamtjahr pro Gesellschaft
erwartet wird.
Auf die Erläuterungen im Konzernanhang 2021 zum
Ansatz und zur Ermittlung der aktiven und passiven latenten
Steuern wird verwiesen.
7 Sonstiges KonzernergebnisIm Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2022 sind
versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus
Pensionsverpflichtungen i.H.v. von 1.815 T€ (Vorjahr
-558 T€) im sonstigen Ergebnis berücksichtigt
worden. Die latenten Steuern aus der Erfassung dieser
Gewinne im sonstigen Ergebnis betragen -599 T€
(Vorjahr 184 T€) und führen zu einem positiven
sonstigen Konzernergebnis i.H.v. 1.216 T€ (negatives
Ergebnis des Vorjahres 374 T€).
8 Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und PersonenIn der Berichtsperiode haben sich keine hier
anzugebenden Sachverhalte ergeben.
9 Organe der infas Holding AktiengesellschaftDie Geschäfte des Unternehmens werden durch Herrn
Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) und Frau Dr. Isabell
Nehmeyer-Srocke (CFO) geführt.
Versicherung der gesetzlichen VertreterDer Vorstand versichert nach bestem Wissen, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsgrundsätzen für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der
Geschäftsverlauf, einschließlich des
Geschäftsergebnisses, und die Lage des Konzerns so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird,
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind.
-Der Vorstand-
Bonn, im September 2022
infas Holding Aktiengesellschaft
DisclaimerDieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen.
Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf bestimmten
Annahmen und Erwartungen zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung dieses Berichts. Sie sind daher mit
Risiken und Ungewissheiten verbunden, und die
tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den
in den zukunftsgerichteten Aussagen beschriebenen Prognosen
abweichen. Eine Vielzahl dieser Risiken und Ungewissheiten
wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem Einfluss der
infas Holding AG unterliegen und heute auch nicht sicher
abgeschätzt werden können. Dazu zählen
zukünftige Marktbedingungen und wirtschaftliche
Entwicklungen, das Verhalten anderer Marktteilnehmer, das
Erreichen erwarteter Synergieeffekte sowie gesetzliche,
juristische und politische Entscheidungen. Die infas
Holding AG sieht sich auch nicht dazu verpflichtet,
Berichtigungen dieser zukunftsgerichteten Aussagen zu
veröffentlichen, um Ereignisse oder Umstände
widerzuspiegeln, die nach dem Veröffentlichungsdatum
eingetreten sind.
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