infas Holding AktiengesellschaftBonnHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2023Kurt-Schumacher-Str. 24
Tel. +49 (0)228/33 60 72 39
www.infas-holding.de
Sitz der Gesellschaft:
Vorstand der Gesellschaft:
Vorsitzender des Aufsichtsrats:
Amtsgericht Bonn
Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in
Frankfurt am Main
Im folgenden Bericht kann es durch mathematische
Rundungsdifferenzen zu geringfügigen Abweichungen
kommen.
1 Der Konzern infas Holding AktiengesellschaftDer infas Konzern besteht zum 30.06.2023 aus der
Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft sowie
folgenden, in den Konsolidierungskreis einbezogenen
Gesellschaften:
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Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i. H. v. 33,33
% an der im August 2016 mit einem Stammkapital i. H. v. 30
T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions
GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes
Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.
Ein Antrag auf Verschmelzung der infas LT GmbH auf die
infas 360 GmbH wurde am 22.08.2023 beim Handelsregister
gestellt.
Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist
eine reine Holding, ohne eigenes operatives Geschäft.
Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt
der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert
wird der Konzern durch den Vorstand der infas Holding AG.
Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften in der
Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden
Bereichen tätig. Die Tochtergesellschaften erzielen
ihren Umsatz im Wesentlichen in Deutschland.
Die infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH ist eine unabhängige
Forschungs-GmbH, die Forschungs- und Beratungsleistungen
für die Wissenschaft, die Politik,
einschließlich der Verwaltung, für Unternehmen
aller Branchen sowie die EU erbringt. Die CATI-LAB GmbH
führt telefonische Befragungen zu wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen und politischen Themen durch, vorwiegend
im Auftrag des infas Instituts. Die infas 360 GmbH
fokussiert sich auf eine innovative, datengetriebene
Marketingforschung, die auf eine Regionalisierung und
Lokalisierung von Zielgruppen und Potenzialen abzielt. Die
infas LT GmbH ist im Geschäftsfeld Location
Technologies
1 tätig. Die infas quo GmbH ist auf die
Analyse von Finanzdienstleistungen spezialisiert und vor
allem im Bereich der digitalen Marktforschung aktiv.
2 Gesamtwirtschaftliche EntwicklungEine hohe Inflation, der andauernde Angriffskrieg auf
die Ukraine, die daraus resultierenden geopolitischen
Folgen, der fortschreitende Klimawandel sowie der
Fachkräftemangel belasten Wirtschaft und Gesellschaft
auch in diesem Jahr. Dadurch trübt sich die
Wirtschaftslage Deutschlands weiter ein. Das ifo Institut
prognostizierte im Juni 2023, dass die Wirtschaft 2023 um
0,4 % schrumpfen und 2024 um 1,5 % wachsen wird. Dies
bedeutet eine weitere Verschlechterung gegenüber der
Prognose vom März 2023. Damals erwartete das ifo
Institut einen Rückgang der Wirtschaft lediglich um
0,1 % für 2023 und danach für 2024 wieder ein
Wachstum i. H. v. 1,7 %. Die Inflation der
Verbraucherpreise hat sich etwas abgeschwächt und wird
aktuell durch das ifo Institut weniger dramatisch
geschätzt als zuvor. Für 2023 werden
durchschnittlich 5,8 %, für 2024 dann 2,1 %
vorausgesagt. Die damit immer noch sehr hohe Inflation
reduziert die realen Einkommen und die Kaufkraft.
Entsprechend wird erwartet, dass der private Konsum in
diesem Jahr preisbereinigt um 1,7 % sinkt und 2024
lediglich um 2,2 % steigt. Die Konsumausgaben des Staates
entwickeln sich noch schwächer. 2023 wird mit einem
Rückgang um 1,7 % gerechnet, auf den 2024 ein leichter
Anstieg um 2,2 % folgt. Immerhin ist die Arbeitslosenquote
mit 5,5 % für 2023 weiterhin auf einem niedrigen
Niveau.
2
Die Aussagen über die Entwicklung der
Gesamtwirtschaft lassen sich in der Regel nicht unmittelbar
auf die Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsbranche
übertragen. Dennoch stellt der Branchenverband ADM e.
V. in seiner Konjunkturprognose im Sommer 2023 fest, dass
die Institute die wirtschaftliche Entwicklung
"gedämpfter" einschätzen als noch ein halbes Jahr
zuvor. 50 % der befragten Institute gehen von einer
Stagnation aus (44 % Ende 2022) und 14 % rechnen mit einem
Umsatzrückgang (7 % Ende 2023).
3
1 Hiermit ist Software gemeint, die vor allem
mit Georeferenzierungen arbeitet und auch im Geomarketing
eingesetzt werden kann.
3 Wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung3.1 ErtragslageDer Konzernumsatz ist im ersten Halbjahr 2023 von 17.440
T€ im Vorjahresvergleichszeitraum um 4.243 T€ auf
21.683 T€ stark gestiegen, und zwar um 24,3 %. Dieser
Umsatzanstieg entstand im Wesentlichen bei dem infas
Institut i. H. v. 4.182 T€. Auch das Segment infas LT
entwickelte sich positiv. Der Außenumsatz in diesem
Halbjahr wuchs nach 997 T€ im Vergleichszeitraum des
Vorjahres auf 1.106 T€. Der Außenumsatz im
Segment infas 360 liegt im ersten Halbjahr 2023 mit 786
T€ in etwa auf dem Niveau des Vorjahres i. H. v. 772
T€. Das Segment infas quo erreichte im ersten Halbjahr
2023 einen Außenumsatz von 654 T€, und damit 63
T€ weniger als im Vorjahreszeitraum. Die CATI-LAB
machte keine Außenumsätze.
Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr von
6.330 T€ auf 9.179 T€ gestiegen. Dieser Zuwachs
resultiert aus dem gestiegenen Umsatz, Sondereffekten bei
Projektverläufen sowie Preissteigerungen. Der
Personalaufwand ist als Folge der höheren Anzahl von
Mitarbeitenden sowie aufgrund von Lohnerhöhungen im
Vergleich zum Vorjahr von 7.197 T€ auf 9.463 T€
gestiegen.
Die Abschreibungen liegen im ersten Halbjahr 2023 mit
1.290 T€ über dem Vorjahresniveau von 1.049
T€. Dies ist im Wesentlichen auf Investitionen ins
Sachanlagevermögen im Laufe des Vorjahres
zurückzuführen sowie auf die Anwendung von IFRS
16 in Verbindung mit dem Bezug des neuen
Bürogebäudes im April 2022. Die sonstigen
betrieblichen Aufwendungen des Konzerns sind von 1.898
T€ im Vorjahr auf 2.362 T€ gestiegen. Der Zuwachs
resultiert vor allem aus der Bildung von
Drohverlustrückstellungen i. H. v. 273 T€ sowie
höheren Kosten und Mehrkosten, beispielsweise bei der
Personalsuche.
Das EBIT liegt mit -465 T€ zum 30.06.2023 deutlich
unter dem Niveau von 1.025 T€ im ersten Halbjahr des
Vorjahres. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus dem
gestiegenen Umsatz sowie Sondereffekten bei
Projektverläufen und Preissteigerungen im
Materialaufwand sowie gestiegenen Personalaufwendungen.
Das Finanzergebnis hat sich von -284 T€ im ersten
Halbjahr 2022 auf -348 T€ zum 30.06.2023
verschlechtert.
Das Ergebnis vor Steuern hat sich im Vergleich zum
ersten Halbjahr des Vorjahres von 741 T€ auf -813
T€ zum 30.06.2023 verringert.
Das erste Halbjahr 2023 schließt die infas Holding
AG mit einem Konzernjahresfehlbetrag i. H. v. -778 T€
(Vorjahr Konzernjahresüberschuss 268 T€) ab.
3.2 Vermögens- und FinanzlageDas langfristige Vermögen ist von 25.328 T€
zum 31.12.2022 auf 24.335 T€ zum 30.06.2023 leicht
gesunken. Dies liegt vor allem an der Abschreibung der
Nutzungsrechte, die sich um 930 T€ auf 19.543 T€
zum 30.06.2023 verringert haben, sowie an den latenten
Steueransprüchen, die von 1.037 T€ zum 31.12.2022
auf 839 T€ zum 30.06.2023 gesunken sind.
Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im
Vergleich zum 31.12.2022 von 35.982 T€ auf 29.567
T€ verringert. Dies ist insbesondere auf die liquiden
Mittel zurückzuführen, die von 28.567 T€ auf
19.316 T€ zum 30.06.2023 gesunken sind, was der
normalen Entwicklung im Jahresverlauf entspricht. Im
Gegenzug haben sich die vertraglichen Vermögenswerte
von 3.317 T€ auf 6.467 T€ erhöht, ebenso wie
die sonstigen Vermögenswerte von 300 T€ auf 881
T€.
Das Eigenkapital ist von 11.886 T€ zum 31.12.2022
auf 10.545 T€ zum 30.06.2023 gesunken. Dies ist auf
den Rückgang des Konzern-Bilanzergebnisses sowie des
kumulierten sonstigen Konzernergebnisses
zurückzuführen. Durch die gesunkene Bilanzsumme
hat sich die Eigenkapitalquote im Konzern zum 30.06.2023
auf 19,6 % geringfügig verbessert, zum 31.12.2022
betrug sie 19,4 %.
Die langfristigen und kurzfristigen Schulden sind im
Vergleich zum 31.12.2022 insgesamt von 49.423 T€ auf
43.358 T€ gesunken. Die langfristigen Schulden
verringerten sich von 26.766 T€ zum 31.12.2022 auf
24.656 T€ zum 30.06.2023. Dies ist vor allem darauf
zurückzuführen, dass sich die
Leasingverbindlichkeiten im genannten Zeitraum von 19.377
T€ auf 17.997 T€ und die latenten Steuerschulden
von 3.180 T€ auf 2.217 T€ reduzierten. Die
kurzfristigen Schulden sind von 22.658 T€ zum
31.12.2022 auf 18.702 T€ zum 30.06.2023 gesunken.
Grund hierfür sind vor allem geringere vertragliche
Verbindlichkeiten, die im genannten Zeitraum von 12.829
T€ auf 8.765 T€ zurückgingen, sowie die
sonstigen Verbindlichkeiten, die von 5.585 T€ auf
3.824 T€ sanken. Im Gegensatz dazu sind die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 990
T€ auf 1.327 T€ zum 30.06.2023 gestiegen. Dies
ist vor allem auf Rechnungen im Materialaufwand
zurückzuführen.
Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
war im ersten Halbjahr 2023 mit 7.576 T€ negativ
(Vorjahreszeitraum -10.395 T€).
Die Fähigkeit des Konzerns, seine
Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem
Zeitpunkt gegeben.
4 Entwicklung der SegmenteSegment Meinungs- und Sozialforschung: infas InstitutDie infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH erwirtschaftete im ersten Halbjahr
2023 bei einem Gesamtumsatz i. H. v.19.430 T€ (Vorjahr
15.073 T€) ein EBIT von 372 T€ (Vorjahr 1.741
T€). In erster Linie haben ein überproportionaler
Anstieg des Materialaufwands sowie Steigerungen im
Personalaufwand das Ergebnis im ersten Halbjahr belastet.
Auch die Bildung von Drohverlusten spielte eine Rolle, wenn
auch in geringem Umfang. Der Materialaufwand wird durch das
Projektgeschäft bestimmt. Je nach der vorrangig
gewählten Befragungsart in den Projekten können
sich Kostenverläufe im Jahr stark verändern.
Aktuell werden viele Projekte mit persönlicher
Befragung durchgeführt, die im ersten Halbjahr 2022
coronabedingt fast gar nicht stattfinden konnten.
Persönliche Befragungen sind kostenintensiver und die
Projekte verzeichnen in der Regel eine tendenziell
spätere Gewinnrealisierung. Da diese Projekte jedoch
in ihrer Bewertung rentabel sind, wird sich das Ergebnis im
Verlauf des Jahres 2023 noch deutlich verbessern.
Positiv und zugleich herausfordernd ist, dass das offene
Auftragsvolumen weiterhin auf einem unverändert hohen
Niveau liegt. Durch die große Individualität der
Projekte ist eine gleichartige Auslastung schwer
realisierbar, sodass fortwährend Anpassungen im
Geschäftsbetrieb des Instituts notwendig werden, um
den unverändert hohen Projektstand abzuarbeiten.
Segment CATI: CATI-LABDie CATI-LAB erwirtschaftete lediglich Innenumsätze
i. H. v. 2.423 T€, was dem Plan für das erste
Halbjahr entspricht. Die Aufwendungen liegen derzeit noch
etwas unter dem Plan, was zu dem positiven EBIT i. H. v.
362 T€ führt. Es ist davon auszugehen, dass sich
das im Verlauf des Jahres nivelliert.
Segment Marketingforschung: infas 360Der Gesamtumsatz von infas 360 lag zum 30.06.2023 bei
1.189 T€ (Vorjahr 1.006 T€). Das entspricht einem
Anstieg von 18,2 %, womit infas 360 ihren Wachstumskurs
weiter unterstreicht. Das EBIT lag mit -371 T€
(Vorjahr -222 T€) etwas schlechter als im ersten
Halbjahr 2022. Dies ist auf gestiegene Personalkosten und
eine Abschreibung auf Forderungen i. H. v. 73 T€
zurückzuführen. Aufgrund der positiven
Umsatzentwicklung kann dennoch davon ausgegangen werden,
dass infas 360 zum Jahresende einen positiven
Ergebnisbeitrag liefert.
Segment Geomarketing: infas LTDer Gesamtumsatz von infas LT lag zum 30.06.2023 bei
1.151 T€ (Vorjahr 1.039 T€), was einem soliden
Wachstum i. H. v. 10,8 % entspricht. Damit hat sich die
infas LT nach der Coronakrise abschließend
rehabilitiert. Allerdings sind auch die Fremdleistungen
gestiegen, sodass das EBIT noch negativ ist und -32 T€
(Vorjahr 61 T€) ausweist. Bis zum Jahresende darf
dennoch mit einem positiven Ergebnisbeitrag gerechnet
werden.
Segment Marktforschung: infas quoIm ersten Halbjahr 2023 erreichte infas quo einen
Gesamtumsatz i. H. v. 700 T€ gegenüber 717
T€ im ersten Halbjahr 2022. Das entspricht einem
Rückgang von -2,4 %. Der Grund hierfür sind
personelle Engpässe, die mit Einstellungen im ersten
Halbjahr überwunden sein sollten. Positiv zu bewerten
ist, dass die Kosten weitgehend stabil gehalten werden
konnten. Das EBIT sank von -91 T€ im Vorjahr auf -106
T€, was im Wesentlichen auf eine erhöhte
Urlaubsrückstellung zurückzuführen ist.
Insofern wird auch hier von einem positiven Ergebnisbeitrag
zum Jahresende ausgegangen.
5 GeschäftsstrategieDer infas Konzern sieht sein Geschäftsfeld in der
Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden
Bereichen. Der Konzern verfolgt konsequent die
Geschäftsstrategie, auf Basis einer exzellenten
Dienstleistung und höchster
Qualitätsmaßstäbe in einer immer
unübersichtlicheren Welt der präferierte Partner
für die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung zu sein,
die sich um gesicherte, evidenzbasierte Aussagen
bemüht. Diesem Ziel widmet sich der infas Konzern mit
hoher Kompetenz und Akribie.
Das Kerngeschäft der infas Gruppe liegt mit dem
infas Institut in der Meinungs- und Sozialforschung.
Zugleich sieht sich der Konzern mit den anderen
Tochtergesellschaften als Pionier moderner Markt- und
Marketingforschung. Das hohe Innovationspotenzial, das in
den Leistungen der "kleinen" Tochtergesellschaften liegt,
befruchtet den Konzern insgesamt und sorgt dafür, dass
sich die infas Gruppe kontinuierlich weiterentwickelt und
Service für Kundinnen und Kunden bietet, der auf dem
aktuellsten Stand ist.
6 Mitarbeiterinnen und MitarbeiterDie Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (pro
Kopf) im Konzern lag zum Stichtag 30.06.2023 bei 484
(Vorjahr 242). Der Anstieg ist insbesondere auf die
Festanstellung der vormals freiberuflich tätigen
Telefoninterviewerinnen und -interviewer
zurückzuführen. Der Personalaufwand stieg von
7.197 T€ im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 9.463
T€ zum 30.06.2023.
7 Chancen und RisikenDie angesprochene Strategie der infas Holding ist bisher
aufgegangen: Die infas Gruppe zeigt seit Jahren ein
kontinuierliches Wachstum, eine attraktive Rendite und eine
sehr gesunde Finanzierungs- und Liquiditätsstruktur.
Sowohl Coronakrise als auch die aktuellen geopolitischen
Spannungen wirkten sich bisher kaum auf den Konzern aus.
Das verdeutlicht, wie krisensicher das Geschäftsmodell
der infas Gruppe ist. Dennoch muss anerkannt werden, dass
das verlangsamte Wirtschaftswachstum, die
Kostensteigerungen und der Fachkräftemangel auch im
infas Konzern sichtbar werden.
Die daraus resultierenden wesentlichen Risiken sind
insofern unverkennbar: Unmittelbar ergeben sich daraus
Kostensteigerungen. Zudem führen die erheblichen
Unsicherheiten in Wirtschaft und Gesellschaft zu einer
höheren Veränderungsdynamik. So erwarten
Kundinnen und Kunden eine größere Agilität
in den Projekten, um auf sich schnell ändernde
Rahmenbedingungen reagieren zu können. In der
Marktforschung zeigt sich diese Tendenz bereits seit Jahren
und wird durch die aktuellen Gegebenheiten weiter forciert.
In der Sozialforschung sind diese Tendenzen nun ebenfalls
verstärkt zu beobachten. Darüber hinaus erschwert
es der allgemeine Fachkräftemangel, die vorgenannten
Risiken zu verringern. Es vollzieht sich ein
Generationenwandel, der die Unternehmen auch mit anderen
Erwartungen der Belegschaft konfrontiert.
Gleichzeitig ergeben sich aus diesen Veränderungen
auch Chancen: Neue Themen entstehen, die Dienstleistungen
der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung bedürfen.
Gerade die Sozialforschung ist in Krisen eine wichtige
Ansprechpartnerin, weil Politik und Verwaltung mit
Transparenz und Klarheit über die genauen
Entwicklungen in einer Krise informiert werden müssen,
um ihre Entscheidungen zu fundieren. Die Marktforschung
wird dynamischer, weil die rasanten Marktentwicklungen in
den Unternehmen einen Veränderungsdruck auslösen.
Damit die Unternehmen hierauf mit den richtigen
Entscheidungen reagieren können, müssen sich die
Marktforschungsinstitute an die neuen Anforderungen
anpassen. Den gleichzeitig entstehenden Kostendruck werden
vor allem diejenigen Institute weniger spüren, die
sich stetig durch Innovationen in der methodischen
Marktforschung sowie der technischen Unterstützung
hervortun. Die infas Gruppe hat es in der Vergangenheit
ausgezeichnet verstanden, Innovationen hervorzubringen, die
zu Stabilisierung und Ausbau ihrer Marktposition
beigetragen haben. Dieser Pfad wird weiter beschritten, um
auch in den aktuell herausfordernden Zeiten den bisherigen,
sehr erfolgreichen Kurs fortzusetzen.
8 AusblickIm Geschäftsbericht 2022 haben wir für 2023
erläutert, dass wir mit einem Konzernumsatz zwischen
46 und 52 Mio. € rechnen. Das EBIT im Konzern soll
voraussichtlich oberhalb von 3,7 Mio. € liegen, sodass
die Umsatzrendite mindestens 7,5 % betragen wird.
4 Der zum 30.06.2023 erwirtschaftete Umsatz i.
H. v. 21.683 T€ lässt erwarten, dass die
Umsatzprognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2023
erreicht wird. Das EBIT im Konzern wird für das
Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich mindestens 2,9 Mio.
€ betragen. Ob es wie ursprünglich prognostiziert
auch über 3,7 Mio. € liegen wird, hängt
maßgeblich davon ab, in welchem Umfang der hohe
Auftragsbestand im infas Institut noch im laufenden
Geschäftsjahr abgearbeitet werden kann. Sollte es zu
Verschiebungen nach 2024 kommen, besteht das Risiko, dass
das EBIT im Geschäftsjahr 2023 entsprechend geringer
ausfällt.
Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen
im vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und
unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese
Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen
sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben,
ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
von den in diesem Dokument dargestellten,
zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.
4 Siehe Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2022
im Geschäftsbericht 2022, Seite 33.
Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2023Aktivascrollen
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Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Periode vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023scrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Periode vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnung für die Periode vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023scrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
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Konzern-Segmentberichterstattungscrollen
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Konzernanhang zum 30. Juni 20231 GrundlagenDer Halbjahresfinanzbericht der infas Holding
Aktiengesellschaft zum 30.06.2023 wurde entsprechend dem
Konzernabschluss zum 31.12.2022 nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. In diesem
Zwischenabschluss wurden grundsätzlich dieselben
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie
Berechnungsmethoden angewandt wie im Konzernabschluss zum
31.12.2022. Eine detaillierte Beschreibung der angewandten
Methoden ist im Konzernanhang 2022 enthalten.
Änderungen durch Standards und Interpretationen,
die durch die EU übernommen wurden und ab dem
01.01.2023 verpflichtend anzuwenden sind, gab es nicht.
Die im Bericht enthaltene Konzern-Bilanz zum 30.06.2023,
die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die
Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die
Konzern-Kapitalflussrechnung und die
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung (jeweils
für die ersten sechs Monate 2023 und 2022) wurden
keiner Prüfung nach § 317 HGB unterzogen und sind
in Verbindung mit dem Konzernabschluss des Jahres 2022 zu
lesen.
Der Halbjahresfinanzbericht ist in Euro aufgestellt.
KonsolidierungskreisAufgrund der Beherrschung durch die Muttergesellschaft,
infas Holding AG, werden die Unternehmen nach IFRS 10 in
den Konzernabschluss einbezogen.
Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie
Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen
ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer
Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer
Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.
Der Konsolidierungskreis zum 30.06.2023 umfasst insofern
folgende inländische Tochtergesellschaften:
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Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i. H. v. 33,33
% an der im August 2016 mit einem Stammkapital i. H. v. 30
T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions
GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes
Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.
2 Angaben zu erheblichen Ereignissen und GeschäftsvorfällenIm ersten Halbjahr 2023 wurden Investitionen i. H. v.
395 T€ in Betriebs- und Geschäftsausstattung
getätigt, was sich in der Bilanzposition "Sachanlagen"
widerspiegelt. Diese Investitionen wurden u. a. aufgrund
des Umzugs der infas Institut für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH in ein neues Bürogebäude
in Bonn nötig.
Darüber hinaus waren in den ersten sechs Monaten
des Geschäftsjahres keine Geschäftsvorfälle
mit erheblichen Auswirkungen zu verzeichnen.
3 Zusätzliche Angaben zu FinanzinstrumentenIn der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach
Bewertungskategorien dargestellt.
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Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert
dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen
kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert
ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.
4 Ergebnis aus at equity bilanzierten UnternehmenDie infas Holding AG ist mittelbar über die
Tochtergesellschaft infas 360 GmbH zu 33,33 % an der BNS -
Business Network Solutions GmbH, Bonn, beteiligt. Zum
Stichtag lagen keine Informationen zu den Ergebnissen der
Business Network Solutions GmbH, Bonn, vor, sodass die
Anteile an der At-Equity-Beteiligung zum 30.06.2023
unverändert angesetzt wurden.
5 FinanzergebnisDas Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2023 hat sich von
-284 T€ im Vorjahreszeitraum auf -348 T€
verringert. Die Zinserträge liegen mit 98 T€
über dem Vorjahresvergleichswert von 14 T€. Die
Zinsaufwendungen liegen mit 446 T€ über dem
Vorjahresvergleichswert von 298 T€.
6 ErtragsteuernErtragsteuern werden in der Berichtsperiode auf
Grundlage der besten Schätzung des gewichteten
durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes
erfasst, der für das Gesamtjahr pro Gesellschaft
erwartet wird.
Auf die Erläuterungen im Konzernanhang 2022 zum
Ansatz und zur Ermittlung der aktiven und passiven latenten
Steuern wird verwiesen.
7 Sonstiges KonzernergebnisIm Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2023 sind
versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus
Pensionsverpflichtungen i. H. v. -168 T€ (Vorjahr
1.815 T€) im sonstigen Ergebnis berücksichtigt
worden. Die latenten Steuern aus der Erfassung dieser
Gewinne im sonstigen Ergebnis betragen 56 T€ (Vorjahr
-599 T€) und führen zu einem negativen sonstigen
Konzernergebnis i. H. v. 113 T€ (positives Ergebnis
des Vorjahres 1.216 T€).
8 Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und PersonenIn der Berichtsperiode haben sich keine hier
anzuführenden Sachverhalte ergeben.
9 Organe der infas Holding AktiengesellschaftDie Geschäfte des Unternehmens werden durch Herrn
Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) und Frau Dr. Isabell
Nehmeyer-Srocke (CFO) geführt.
Versicherung der gesetzlichen VertreterDer Vorstand versichert nach bestem Wissen, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsgrundsätzen für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der
Geschäftsverlauf, einschließlich des
Geschäftsergebnisses, und die Lage des Konzerns so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird,
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind.
-Der Vorstand-
Bonn, im September 2023
infas Holding Aktiengesellschaft
DisclaimerDieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen.
Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf bestimmten
Annahmen und Erwartungen zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung dieses Berichts. Sie sind daher mit
Risiken und Ungewissheiten verbunden, und die
tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den
in den zukunftsgerichteten Aussagen beschriebenen Prognosen
abweichen. Eine Vielzahl dieser Risiken und Ungewissheiten
wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem Einfluss der
infas Holding AG unterliegen und heute auch nicht sicher
abgeschätzt werden können. Dazu zählen
zukünftige Marktbedingungen und wirtschaftliche
Entwicklungen, das Verhalten anderer Marktteilnehmer, das
Erreichen erwarteter Synergieeffekte sowie gesetzliche,
juristische und politische Entscheidungen. Die infas
Holding AG sieht sich auch nicht dazu verpflichtet,
Berichtigungen dieser zukunftsgerichteten Aussagen zu
veröffentlichen, um Ereignisse oder Umstände
widerzuspiegeln, die nach dem Veröffentlichungsdatum
eingetreten sind.
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