![]() Infineon Technologies AGNeubibergJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2010 bis zum 30.09.2011JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2011INFINEON TECHNOLOGIES AG JAHRESABSCHLUSS ZUM 30. SEPTEMBER 2011Gewinn- und VerlustrechnungFÜR DIE AM 30. SEPTEMBER 2011 UND 2010 ENDENDEN GESCHÄFTSJAHREscroll
BILANZZUM 30. SEPTEMBER 2011 UND 2010AKTIVA:scroll
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ANHANG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2011 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR1 / GRUNDLAGEN UND METHODENDer Jahresabschluss zum 30. September 2011 der Infineon Technologies AG ("IF AG " oder "Infineon") wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen EURO ("€") unter Gegenüberstellung der Werte zum 30. September 2010 ausgewiesen. Als Mutterunternehmen des Konzerns Infineon Technologies erstellt die Infineon Technologies AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind. Daher wird ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt. Die Aufstellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgte unter erstmaliger Anwendung der Bestimmungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ("BilMoG"). Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Aufgrund der erstmaligen Anwendung der neuen Bilanzierungsvorschriften wurden die im vergangenen Jahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nicht vollumfänglich fortgeführt. Die folgende Übersicht stellt die wesentlichen Auswirkungen der Umstellung auf das BilMoG zum Zeitpunkt der Erstanwendung (1. Oktober 2010) dar: scroll
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDurch die Einführung des BilMoG sind künftige Preis- und Kostensteigerungen, d. h. Gehalts- und Rententrends, zu berücksichtigen. Die Rückstellungen für laufende Pensionen oder Anwartschaften auf Pensionen werden, entsprechend dem Wahlrecht des § 253 Abs. 2 HGB, pauschal mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, abgezinst. Aus der geänderten Bewertung, insbesondere der Erhöhung des Diskontierungszinssatzes von 4,33 Prozent auf 5,17 Prozent, ergibt sich für die Bilanzposition Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum 1. Oktober 2010 eine Auflösung in Höhe von €53 Millionen, die erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde. Sonstige RückstellungenAufgrund der Neufassung des § 253 HGB sind Rückstellungen in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags anzusetzen. Künftige Preis- und Kostensteigerungen sind hierbei zu berücksichtigen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abzuzinsen. Der Zinssatz wird durch die Deutsche Bundesbank ermittelt und bereitgestellt. Aus der Umstellung der übrigen Rückstellungen auf die neuen Bilanzierungsvorschriften zum 1. Oktober 2010 resultiert eine Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von €12 Millionen bzw. ein außerordentlicher Aufwand in Höhe von €1 Million. Verrechnung von Wertpapieren mit Verpflichtungen aus arbeitnehmerfinanzierten AltersvorsorgeprogrammenVermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von diesen Vermögensgegenständen zugeordneten Schulden aus Pensionen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, sind gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit diesen Schulden zu verrechnen. Die Vermögensgegenstände des Sondervermögens Infineon Pension Trust e.V. ("Pension Trust") und Sondervermögens Infineon Technologies Altersteilzeit Trust e.V. ("ATZ Trust") dienen auch der Deckung von Verpflichtungen anderer inländischer Tochterunternehmen und können nicht den einzelnen Gesellschaften zugeordnet werden. Daher erfüllen diese Sondervermögen nicht die Voraussetzungen zur Verrechnung mit den Verpflichtungen. Das Sondervermögen Infineon Technologies Deferred Compensation Trust e.V. ("DC Trust") wurde mit den Altersvorsorgeverpflichtungen aus den arbeitnehmerfinanzierten Altersvorsorgeprogrammen zum 1. Oktober 2010 verrechnet. Hierdurch verringerte sich der Ausweis der unter dem Posten Sondervermögen Deferred Compensation Trust ausgewiesenen Wertpapiere des Anlagevermögens sowie die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um €21 Millionen. Die Verrechnung hat keine Auswirkung auf das Außerordentliche Ergebnis sowie die Gewinnrücklagen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur besseren Darstellung der Finanzaktivitäten wurde das Gliederungsschema nach § 275 Abs. 3 HGB modifiziert. Die Finanzaktivitäten werden als Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Übriges Finanzergebnis dargestellt. 2 / VORGÄNGE DIE DIE VERGLEICHBARKEIT MIT DEN VORJAHRESZAHLEN BEEINTRÄCHTIGENZum 1. Oktober 2010 wurde die Comneon GmbH mit Sitz in Nürnberg auf die IF AG verschmolzen. Nach § 24 Umwandlungsgesetz wurden als Anschaffungskosten die folgenden Buchwerte aus der Schlussbilanz des übertragenden Rechtsträgers angesetzt: scroll
Es entstand ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von € 1.816.454,58. Zum 1. Oktober 2010 wurde die Infineon Technologies Fiber Optics GmbH mit Sitz in Neubiberg auf die IF AG verschmolzen. Nach § 24 Umwandlungsgesetz wurden als Anschaffungskosten die folgenden Buchwerte aus der Schlussbilanz des übertragenden Rechtsträgers angesetzt: scroll
Es entstand ein Verschmelzungsverlust in Höhe von € 4.585,91. Zum 1. Oktober 2010 wurde die Infineon Technologies Wireless Solutions GmbH mit Sitz in Neubiberg auf die IF AG verschmolzen. Nach § 24 Umwandlungsgesetz wurden als Anschaffungskosten die folgenden Buchwerte aus der Schlussbilanz des übertragenden Rechtsträgers angesetzt: scroll
Es entstand ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von € 779,04. Zum 1. Oktober 2010 wurde die Guardeonics GmbH mit Sitz in Neubiberg auf die IF AG verschmolzen. Nach § 24 Umwandlungsgesetz wurden als Anschaffungskosten die folgenden Buchwerte aus der Schlussbilanz des übertragenden Rechtsträgers angesetzt: scroll
Es entstand ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von € 2.512,60. Im August 2010 hat die IF AG einen Vertrag mit der Intel Corporation ("Intel") über den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts (Wireless Solutions) geschlossen. Der Verkauf wurde am 31. Januar 2011 vollzogen. Der auf die IF AG entfallende anteilige Kaufpreis betrug €911 Millionen. Der im Geschäftsjahr 2011 erfasste Gewinn aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts belief sich auf €649 Millionen. 3 / BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZEANLAGEVERMÖGENImmaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von einem bis maximal sieben Jahren bzw. entsprechend der Vertragslaufzeit. Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden sofort im Aufwand erfasst. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Anschaffungskosten und dem Wert der einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens, abzüglich der Schulden zum Zeitpunkt der Übernahme, und wird grundsätzlich planmäßig innerhalb von fünf Jahren abgeschrieben. In begründeten Fällen erfolgt die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts über einen darüber hinausgehenden Zeitraum, sofern seine individuelle Nutzungsdauer mehr als fünf Jahre beträgt. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Bestehen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr, ist der niedrigere Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts beizubehalten. Für vor dem 1. Oktober 2010 erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, bewertet. Folgende Nutzungsdauern werden angewandt: scroll
Von der degressiven Abschreibungsmethode bei Mobilien, die vor dem 1. Januar 2008 zugegangen sind, wird auf die lineare übergegangen, sobald die gleichmäßige Verteilung des Restbuchwerts auf die verbleibende Nutzungsdauer zu höheren Abschreibungsbeträgen führt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Geringwertige Anlagengegenstände bis €150 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort abgeschrieben. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von €150 bis €1.000 wird ein Sammelposten gebildet, der jährlich mit 20 Prozent linear abgeschrieben wird. Geleistete Anzahlungen und angefallene Herstellungskosten auf noch nicht fertiggestellte Investitionen unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die übrigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Zur besseren Übersicht wurde der Anlagenspiegel bei den Finanzanlagen um die Sonderposten "Sondervermögen Pension Trust" und "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" ("ATZ Trust") erweitert. UMLAUFVERMÖGENIn den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind. Abwertungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Fremdkapitalzinsen sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen worden. Abwertungen für Bestandsrisiken werden berücksichtigt. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und -soweit unverzinslich -bei Restlaufzeiten von über einem Jahr auf den Bilanzstichtag abgezinst. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Die Sätze für pauschale Wertberichtigungen auf Forderungen betragen bei Fremdwährungsforderungen gegenüber Ausländern 2 Prozent und bei Forderungen gegenüber Ausländern in Euro 1 Prozent. Der Abschreibungssatz bei Forderungen gegenüber Inländern beträgt 1 Prozent. Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden keine pauschalen Wertberichtigungen vorgenommen. Wertpapiere und Zahlungsmittel sind mit Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Latente Steuern werden ab dem 1. Oktober 2010 für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt. Verlust- und Zinsvorträge sind berücksichtigungsfähig, wenn eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren erwartet wird. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Infineon Technologies AG von aktuell 29 Prozent. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird von dem Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern kein Gebrauch gemacht. VERMÖGENS- SOWIE ERTRAGS- UND AUFWANDSVERRECHNUNGFür Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung ab dem 1. Oktober 2010 zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Bei den Sondervermögen Pension Trust und ATZ Trust sind die Voraussetzungen zur Verrechnung der Vermögensgegenstände mit der zugrunde liegenden Verpflichtung nicht erfüllt. RÜCKSTELLUNGEN UND VERBINDLICHKEITENDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"). Die Bilanzierung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung am Bewertungsstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung von zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen. Für die Abzinsung wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Steuerrückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt. Bei der Bemessung der Sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden angemessen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen für Anwärter. Diese Rückstellungen wurden entsprechend der IDW-Stellungnahme (IDW RS HFA 3) vom 18. November 1998 berechnet. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt. Verbindlichkeiten werden zum Nennbetrag oder zum höheren Rückzahlungsbetrag bilanziert. In den Fällen, in denen der Rückzahlungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt. ERLÖSE, KOSTEN UND AUFWENDUNGENUmsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist. Forschungs- und Entwicklungskosten werden in voller Höhe nach Abzug der erhaltenen Fördermittel als Aufwand erfasst. Aufwendungen für Aktienoptionen werden gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB in voller Höhe in die Kapitalrücklage eingestellt. Die ausgegebenen Optionen werden zum Zusagezeitpunkt analog dem im IFRS-Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 "Share-based Payment" bewertet. Die Kapitalrücklage wird ratierlich über den Zeitraum, in dem die Mitarbeiter Arbeitsleistung erbringen, aufgebaut. WÄHRUNGSUMRECHNUNGFremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten- bzw. Realisations- und Imparitätsprinzips. WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKENZur Absicherung des Unternehmens gegen Währungs- und Zinsrisiken werden Devisentermingeschäfte und Zins-Swaps sowie Optionen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken verwendet. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich imparitätisch bewertet, d. h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. 4 / ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGUMSATZERLÖSEDie Umsätze gliedern sich nach Segmenten wie folgt: scroll
Im August 2010 hat die IF AG einen Vertrag über den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts (Wireless Solutions) an die Intel Corporation geschlossen. Der Verkauf wurde am 31. Januar 2011 vollzogen. Aufgrund des Verkaufs sind die Umsätze des Segments Wireless Solutions nur bis zum 31. Januar 2011 enthalten und somit die Zahlen nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst verbleibende Aktivitäten von veräußerten Geschäftsbereichen und andere Geschäftsaktivitäten. Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche liefert seit dem Abschluss des Verkaufs unseres Wireline-Communications-Geschäfts am 6. November 2009, entsprechend den abgeschlossenen Produktionsvereinbarungen, Produkte an Lantiq. Ferner beinhaltet das Segment Sonstige Geschäftsbereiche die seit dem Verkauf am 31. Januar 2011 unseres Mobilfunkgeschäfts an Intel Konzerngesellschaften aufgrund vertraglicher Vereinbarungen erbrachten Produktlieferungen und Dienstleistungen. Die Umsatzaufgliederung nach Abnehmergruppen stellt sich wie folgt dar: scroll
Die Umsatzaufgliederung nach Regionen zeigt die folgende Tabelle: scroll
FUNKTIONSKOSTENDie Funktionskosten sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unterteilt in Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten. UMSATZKOSTENscroll
Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen. Im Wesentlichen sind dies Aufwendungen für Fertigungsmaterialien, bezogene Leistungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Mieten und Pachten der Fertigungsbereiche. In den Umsatzkosten werden auch Ergebnisse aus der Kurssicherung für das operative Geschäft erfasst. Im Vorjahr beinhalteten die Umsatzkosten auch das Ergebnis aus Währungseffekten für das operative Geschäft. Aufgrund der Vorgaben des BilMoG wird das Ergebnis aus Währungseffekten im Geschäftsjahr in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTENscroll
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung. Zulagen und Zuschüsse werden von den Forschungs- und Entwicklungskosten abgesetzt. VERTRIEBSKOSTENscroll
Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Aufwendungen im Zusammenhang mit Prototypen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTENscroll
Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen im Wesentlichen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister sowie Personalbeschaffungs- und Ausbildungskosten. SONSTIGE STEUERN UND ZÖLLEscroll
Sonstige Steuern und Zölle werden unter den Funktionskosten erfasst. AUFWENDUNGEN FÜR AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGENAufwendungen für aktienbasierte Vergütungen stellen sich wie folgt dar: scroll
HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERSAngaben zum Abschlussprüferhonorar werden im Konzernanhang dargestellt. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEscroll
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen: scroll
SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGENscroll
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Posten: scroll
BETEILIGUNGSERGEBNISscroll
Zum 30. September 2011 bestehen Ergebnisabführungsverträge mit nachfolgenden Gesellschaften:
ZINSERGEBNISscroll
Der Rückgang des Zinsergebnisses resultiert im Wesentlichen aus dem nach BilMoG erstmalig im Zinsergebnis erfassten Zinsanteil der Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von €23 Millionen. Durch die nach dem BilMoG vorgeschriebene Abzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ergibt sich ein Zinsaufwand in Höhe von €5 Millionen. ÜBRIGES FINANZERGEBNISscroll
Unter den Übrigen finanziellen Erträgen bzw. Aufwendungen sind Kursgewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlage- und des Umlaufvermögens, Ergebnisse aus Zins- und Währungsderivaten sowie Währungsergebnisse aus dem Finanzbereich ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2011 hat die IF AG aus dem Erwerb von Anteilen der Wandelanleihe endfällig 2014 und einer anschließenden Veräußerung an die Infineon Technologies Holding B.V. einen Verlust von €115 Millionen realisiert. AUSSERORDENTLICHES ERGEBNISscroll
Das außerordentliche Ergebnis resultiert aus der Erstanwendung des BilMoG. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAGscroll
Neben dem von der IF AG selbst erwirtschafteten steuerlichen Ergebnis, ist die IF AG Steuerschuldnerin hinsichtlich der ihr, von den über Ergebnisabführungsverträgen verbundenen Organgesellschaften sowie hinsichtlich der Personengesellschaften zugerechneten steuerlichen Bemessungsgrundlagen. Als Ertragsteueraufwendungen werden Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und im Ausland entrichtete Ertragsteuern ausgewiesen. Der kombinierte tarifliche Ertragsteuersatz der IFAG aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer beträgt derzeit 29 Prozent. Der Steueraufwand des aktuellen Jahres ist insbesondere durch Unterschiede in der steuerlichen Gewinnermittlung, steuerfreie Dividenden und die Nutzung von Verlustvorträgen im Rahmen der gesetzlichen Mindestbesteuerung positiv beeinflusst. Zudem ergab sich eine Auflösung von Steuerrückstellungen für Vorjahre aufgrund abgeschlossener Betriebsprüfungen. Latente Steuern sind im Ertragsteueraufwand nicht enthalten. Die IF AG verfügt über Verlustvorträge für Zwecke der Körperschaftsteuer in Höhe von ca. € 3,0 Milliarden und Verlustvorträge für Zwecke der Gewerbesteuer in Höhe von ca. € 4,1 Milliarden; die innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren voraussichtlich nutzbaren Beträge führen zu aktiven latenten Steuern. Zudem ergibt sich bei der IF AG ein Überhang aktiver latenter Steuern aus zeitlichen Unterschieden zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten. Diese aktiven latenten Steuern werden im Rahmen des Aktivierungswahlrechts nicht angesetzt. BILANZGEWINNscroll
Der im Geschäftsjahr 2011 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €756 Millionen. Nach Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von €378 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €378 Millionen. 5 / ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZANLAGEVERMÖGENAufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt. scroll
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Die IF AG hatte im Geschäftsjahr 2011 außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 S. 3 HGB in Höhe von €288 Millionen. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDEscroll
Die planmäßigen Abschreibungen betragen €37 Millionen (i. V. €60 Millionen), die außerplanmäßigen Abschreibungen €1 Millionen (i. V. €2 Millionen). SACHANLAGENscroll
Es erfolgten planmäßige Abschreibungen in Höhe von €76 Millionen (i. V. €78 Millionen). FINANZANLAGENscroll
Es erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von €277 Millionen (i.V. €0 Millionen) auf Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtszeitraum von €2.645 Millionen um €108 Millionen auf €2.537 Millionen verringert. Die Veränderungen ergeben sich im Wesentlichen aus: scroll
Die Kapitalherabsetzung der Infineon Technologies Holding B.V. resultiert aus einer Rückzahlung aus den freien Kapitalrücklagen der Gesellschaft in Höhe von €260 Millionen. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die Anteile an der Vario Plus SICAV-SIF ausschüttungsbedingt in Höhe von €277 Millionen außerplanmäßig abgeschrieben. Veränderungen bei den Beteiligungen ergeben sich im Berichtszeitraum im Wesentlichen aus: scroll
Die Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten Anteile an Investmentfonds, die der IF AG als Kapitalanlage dienen. Die unter dem Posten "Sondervermögen Deferred Compensation Trust" ausgewiesenen auf den Infineon Technologies Deferred Compensation Trust e. V. treuhänderisch übertragenen Anteile an Investmentfonds wurden zum 1. Oktober 2010 mit den Verpflichtungen aus arbeitnehmerfinanzierten Altersvorsorgeprogrammen verrechnet. Unter dem Posten "Sondervermögen Pension Trust" werden die vom Infineon Pension Trust e. V. treuhänderisch für die IF AG gehaltenen Anteile an Immobilien-, Rohstoff- und Wertpapierfonds sowie Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen im Umfang von €305 Millionen ausgewiesen. Dieses Vermögen sowie die Anlagenerträge hieraus sind für die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung der IF AG und anderer inländischer Tochtergesellschaften zweckgebunden. Im Geschäftsjahr 2011 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen des Pension Trust in Höhe von €10 Millionen vorgenommen. Im Vorjahr erfolgten Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots in Höhe von €14 Millionen. Die vom Infineon Altersteilzeit Trust e. V. treuhänderisch für die IF AG gehaltenen Wertpapiere im Umfang von €12 Millionen dienen im Rahmen gesetzlicher Verpflichtungen der Sicherung der Arbeitnehmeransprüche aus Altersteilzeitwertguthaben aus dem Blockmodell Altersversorgung der IF AG und anderer inländischer Tochtergesellschaften. Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im Anlagenspiegel dargestellt. Zum 30. September 2011 wurden folgende Anteile an inländischen beziehungsweise ausländischen Investmentvermögen im Sinne der §§ 1 beziehungsweise 2 Absatz 9 InvG von mehr als 10 Prozent gehalten: scroll
VORRÄTEscroll
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENscroll
FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMENscroll
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich überwiegend um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. FORDERUNGEN GEGEN UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHTscroll
SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDEscroll
In den Sonstigen Vermögensgegenständen ist eine Forderung gegen die Qimonda AG ("QAG" oder "Qimonda") in Höhe von €18 Millionen aus der Einigung mit dem US-Bundesjustizministerium zur Beilegung kartellrechtlicher Angelegenheiten enthalten. Aufgrund der Insolvenz der Qimonda wurden bestehende Forderungen gegen die Qimonda vollständig wertberichtigt. WERTPAPIEREscroll
Die Anteile an der QAG wurden im Geschäftsjahr 2008 aus dem Anlagevermögen in das Umlaufvermögen aufgrund der damals bestehenden Veräußerungsabsicht umgegliedert. Die Bewertung der gehaltenen Anteile erfolgte am Bilanzstichtag 30. September 2008 mit dem beizulegenden Zeitwert von €0. Am 23. Januar 2009 stellte die QAG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. ZAHLUNGSMITTELscroll
Hiervon hat die IF AG auf einem Treuhandkonto €75 Millionen als Mietkaution hinterlegt. Zur Liquidität gehören neben den Zahlungsmitteln auch die Wertpapiere des Umlaufvermögens (€591 Millionen). RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTENscroll
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zukünftige Aufwendungen für die Nutzung von Lizenzen und für die Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie eine Abgrenzung der bereits gezahlten Urlaubsvergütung für Mitarbeiter für das verbleibende Kalenderjahr 2011. Im Mai 2009 emittierte die IF AG über die vollständig im Besitz der IF AG befindliche niederländische Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, eine Wandelanleihe mit einem Volumen von €196 Millionen, die durch die IF AG vollständig und unwiderruflich garantiert ist. Die Wandelanleihe ist mit 7,5 Prozent p. a. verzinst und ist wandelbar in Aktien der IF AG. Der Wert des Wandlungsrechts wurde mit €32 Millionen ermittelt und als Disagio in den Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Infineon Technologies Holding B.V. hat den Emissionserlös in Höhe von €182 Millionen in Form eines Darlehens mit einem Nennbetrag von €196 Millionen an die IF AG weitergeleitet. Die Differenz zwischen Auszahlungsbetrag und Nennbetrag in Höhe von €14 Millionen wurde in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Im Geschäftsjahr 2011 hat die IF AG das Disagio aus der Bewertung des Wandlungsrechts der im Geschäftsjahr 2009 begebenen Wandelanleihe aufgrund des teilweisen Rückkaufs der Wandelanleihe anteilig in Höhe von €5 Millionen aufgelöst. Gleichfalls wurde das Disagio aus dem Darlehen der Infineon Technologies Holding B.V., bedingt durch die Rückzahlung des gewährten Darlehens, anteilig um €2 Millionen aufgelöst. Die in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten verbleibenden Beträge werden planmäßig über die Laufzeit der Wandelschuldverschreibung abgeschrieben. EIGENKAPITALscroll
Die Veränderungen im Geschäftsjahr 2011 in der Kapitalrücklage sind im Abschnitt Bilanzgewinn erläutert. GEZEICHNETES KAPITALscroll
ANZAHL AKTIENscroll
Das Grundkapital der IF AG hat sich im Geschäftsjahr 2011 infolge der Ausübung von 3.750 Aktienoptionen durch Mitarbeiter um €7.500 erhöht und betrug zum 30. September 2011 € 2.173.491.670. Es ist eingeteilt in 1.086.745.835 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2,00 am Grundkapital. Im Geschäftsjahr 2010 waren keine neuen Aktien ausgegeben worden. Das Grundkapital wurde von den Aktionären vollständig eingezahlt. Die bis zum 30. September 2011 ausgegebenen Aktien sind für das Geschäftsjahr 2011 voll gewinnberechtigt. GENEHMIGTES KAPITALZum Stichtag 30. September 2011 sieht die Satzung der IF AG zwei Genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €688 Millionen vor. Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648 Millionen durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar- als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung beziehungsweise -falls dieser Wert geringer sein sollte -des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit derzeit auf maximal 108.674.208 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von €217.348.417 beschränkt. Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40 Millionen durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der IF AG oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. WANDELANLEIHENAm 26. Mai 2009 begab die IF AG (als Garantin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. (als Emittentin) eine im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert in Höhe von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent im Rahmen eines Angebots an institutionelle Investoren in Europa. Die Wandelanleihe kann jederzeit während der Laufzeit in ursprünglich maximal 74,9 Millionen Aktien der IF AG umgewandelt werden, wobei der Wandlungspreis nach Anpassungen aufgrund von Verwässerungsschutzklauseln nach der Kapitalerhöhung der IF AG im August 2009 sowie der Dividendenzahlung im Februar 2011 derzeit €2,30 beträgt. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr. Der Nennwert der Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten der IF AG. Die Zinskupons der Anleihe sind besichert und nicht nachrangig. Die IF AG hat sich verpflichtet, solange die Anleihe aussteht, keine weiteren Sicherheiten aus ihrem Vermögen zu bestellen, ohne dass die Anleihegläubiger gleichrangig an dieser Sicherheit teilnehmen. Die Anleihe beinhaltet für die Gläubiger bei einem definierten Kontrollwechsel der IF AG das Recht auf Rückzahlung. Die IF AG kann die ausstehenden Anleihen nach zweieinhalb Jahren vorzeitig zum Nennbetrag, zuzüglich bis zum Rückzahlungstag aufgelaufener Zinsen zuzüglich des Barwerts aller noch ausstehenden Zinszahlungen bis Fälligkeit, zurückzahlen, wenn der Kurs der Aktie der IF AG an 15 Handelstagen innerhalb eines Zeitraums von 30 aufeinanderfolgenden Handelstagen 150 Prozent des Wandlungspreises übersteigt. Die Wandelanleihe wird an der Frankfurter Wertpapierbörse im Freiverkehr gehandelt. Im Rahmen ihres Programmes zur Kapitalrückgewähr hat die hat die Infineon Technologies Holding B.V. als Emittentin seit Mai 2011 Anteile dieser Wandelanleihe mit einem Nominalwert von €23 Millionen für rund €66 Millionen zurückgekauft. Bereits vor Beginn des Programmes zur Kapitalrückgewähr waren im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2011 durch die Emittentin Anteile dieser Wandelanleihe zurückgekauft worden. Insgesamt wurden durch die Emittentin damit im Geschäftsjahr 2011 Anteile im Nominalwert von €59 Millionen für €173 Millionen erworben. Das verbleibende ausstehende Nominalvolumen der Anleihe von €137 Millionen kann auf Basis des aktuellen Wandlungsverhältnisses in bis zu 60 Millionen Aktien gewandelt werden. PUT-OPTIONEN AUF EIGENE AKTIEN UND EIGENE AKTIENDie IF AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen. Die IF AG beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann die IF AG auch weitere Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung. Das geplante Programm kann -im Rahmen der durch die Hauptversammlung gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen -jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden. Seit Beginn des Programms bis zum 30. September 2011 hat die IF AG Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten im Nominalwert von €182 Millionen begeben. Zum 30. September 2011 sind Put-Optionen im Nominalwert von €144 Millionen noch ausstehend. Den zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen unterliegen insgesamt 26 Millionen Aktien bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien. Im Geschäftsjahr 2011 wurden Optionen über 4 Millionen Aktien ausgeübt; dementsprechend belief sich der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2011 auf 4 Millionen Stück mit einem Rückkaufswert von €26 Millionen. Die folgende Tabelle enthält eine Überleitung der im Geschäftsjahr 2011 ausgegebenen Put-Optionen auf eigene Aktien auf die zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen auf eigene Aktien: scroll
Die im Geschäftsjahr 2011 für die begebenen Put-Optionen vereinnahmten Optionsprämien aus verfallenen Optionen beliefen sich auf €8 Millionen. Die erhaltenen Optionsprämien für noch ausstehende Put-Optionen in Höhe von €7 Millionen werden unter den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. AKTIENOPTIONSPLÄNEDie IF AG hat folgende Aktienoptionspläne: den im Jahr 2001 verabschiedeten Aktienoptionsplan ("Long-Term-Incentive-Plan 2001") sowie die Aktienoptionspläne 2006 ("SOP 2006") und 2010 ("SOP 2010"). Im Jahr 2001 verabschiedete die Hauptversammlung einen internationalen Aktienoptionsplan ("Long-Term-Incentive-Plan 2001"). Entsprechend den Bedingungen des Aktienoptionsplans von 2001 konnten insgesamt bis zu 51,5 Millionen Optionen innerhalb einer Fünfjahresfrist gewährt werden. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 105 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor Gewährung der Option. Die Optionsrechte können innerhalb von sieben Jahren ausgeübt werden, sofern seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte zwischen zwei und vier Jahren vergangen sind und der Aktienkurs der IF AG den Ausübungspreis an mindestens einem Handelstag erreicht hat. Im Jahr 2006 verabschiedete die Hauptversammlung einen Aktienoptionsplan 2006 ("SOP 2006"), der den Aktienoptionsplan 2001 ablöste. Gemäß den Bedingungen des SOP 2006 konnte die IF AG innerhalb von drei Jahren bis zu 13 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn die Entwicklung des Infineon-Aktienkurses den vergleichbaren Philadelphia Semiconductor Index ("SOX") an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens einmal innerhalb der Laufzeit der Option übersteigt. Die ausgegebenen Optionen können innerhalb von sechs Jahren nach der Ausgabe ausgeübt werden, jedoch nur, wenn seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte drei Jahre vergangen sind und der Aktienkurs an mindestens einem Handelstag während der Laufzeit den Ausgabepreis erreicht hat. Im Jahr 2010 verabschiedete die Hauptversammlung einen Aktienoptionsplan 2010 ("SOP 2010"), der den Aktienoptionsplan 2006 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2010 kann die IF AG innerhalb von drei Jahren bis zu 12 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der SOX. Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen übertreffen. Die vorstehende Vergleichsrechnung ist für jede Ausgabe von Bezugsrechten mit entsprechend angepassten Referenzwerten durchzuführen. Nach der Regelung des SOP 2010 entscheidet der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste, zweite oder dritte Quartal über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals. Der Vorstand entscheidet im gleichen Zeitraum über die Zahl der an bezugsberechtigte Mitarbeiter zu gewährenden Optionen. In Beachtung der Vorschriften des § 87 Absatz 1 Satz 3 des deutschen Aktiengesetzes hat der Aufsichtsrat die variablen Bestandteile der Vorstandsmitglieder-Vergütung aus der ersten Zuteilung des SOP 2010 an einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet und für außerordentliche Entwicklungen eine Begrenzungsmöglichkeit vorgesehen. Zur Bedienung der Optionsrechte, die unter dem Long-Term-Incentive-Plan 2001, dem SOP 2006 und dem SOP 2010 begeben wurden oder begeben werden, stehen verschiedene Bedingte Kapitalia zur Verfügung, die im Lagebericht im Abschnitt "Angaben nach § 289 Absatz 4 und § 315 Absatz 4 HGB" dargestellt sind. Die IF AG kann jedoch den Bezugsberechtigten anbieten, anstelle von Aktien aus dem hierfür zur Verfügung stehenden Bedingten Kapital wahlweise eigene Aktien der IF AG zu erwerben oder einen Barausgleich zu erhalten. Die Aktienoptionspläne von 2001, 2006 und 2010 zum 30. September 2009 sowie ihre Änderungen innerhalb der Geschäftsjahre 2010 und 2011 stellen sich wie folgt dar (Anzahl der Optionen in Millionen Stück, Ausübungspreis in Euro): scroll
Die nachfolgende Tabelle fasst die Informationen zu ausstehenden Aktienoptionen zum 30. September 2011 zusammen (Anzahl der Optionen in Millionen, Ausübungspreis in Euro): scroll
Im Geschäftsjahr 2011 wurden insgesamt 3.750 Aktienoptionen ausgeübt. Der durchschnittliche Aktienkurs am Tag der Ausübung betrug €8,04. Im Geschäftsjahr zum 30. September 2010 wurden keine Aktienoptionen ausgeübt. Die IF AG ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus dem Long-Term-Incentive-Plan 2001 zum Ausgabezeitpunkt mittels des Black-Scholes-Optionspreismodells. Für die vor dem 1. Oktober 2005 gewährten Optionen nutzte die IF AG historische Volatilitäten, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen. Für Optionen, die nach dem 1. Oktober 2005 gewährt wurden, nutzt die IF AG eine Kombination von impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der IF AG und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da die IF AG der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde aufgrund der historischen Erfahrungen geschätzt. Die IF AG ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus den Aktienoptionsplänen 2006 und 2010 zum Ausgabezeitpunkt mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells. Dieses Modell berücksichtigt die Ausübungsbedingung in Bezug auf die Entwicklung des SOX und den Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert der Aktienoptionen. Die IF AG nutzt eine Kombination von impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der IF AG und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da die IF AG der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells geschätzt. Der Verfall von Optionen wird auf Basis von historischen Erfahrungen geschätzt und zum Zeitpunkt des Verfalls erfasst. Der risikofreie Zins beruht auf der Rendite von Bundesanleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit zum Gewährungszeitpunkt der Optionen. Im Geschäftsjahr 2010 wurden keine Aktienoptionen ausgegeben. Am 16. Dezember 2010 wurden 440.000 Aktienoptionen an Vorstände und 3.024.250 Aktienoptionen an ausgewählte Mitarbeiter ausgegeben. In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Annahmen zur Marktpreisbewertung für die im Dezember 2010 ausgegebenen Aktienoptionen dargestellt: scroll
Der durchschnittliche beizulegende Zeitwert pro Option für die Vorstandsmitglieder unterscheidet sich von dem der Mitarbeiter dadurch, dass der maximale Gewinn aus der Ausübung der Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder auf 250 Prozent ihres durchschnittlichen beizulegenden Zeitwertes zum Gewährungszeitpunkt begrenzt ist; oberhalb dieser Grenze erlöschen alle etwa noch vorhandenen Optionen ("Cap"). Die Berücksichtigung des Cap wirkt demgemäß wertmindernd auf die Aktienoptionen. KAPITALRÜCKLAGEscroll
BEDINGTES KAPITALDas im Handelsregister eingetragene Bedingte Kapital der IF AG beträgt €631,5 Millionen. Es setzt sich aus insgesamt sechs Bedingten Kapitalia zusammen:
GEWINNRÜCKLAGENscroll
SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGENANTEILscroll
In Anwendung der Übergangsvorschriften des BilMoG wird der in der Bilanz zum 30. September 2010 enthaltene Sonderposten mit Rücklagenanteil fortgeführt. Der Sonderposten beinhaltet erfolgsneutral eingestellte Positionen gemäß § 4 Fördergebietsgesetz. Diese lösen sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über €0,31 Millionen sind in der Position Sonstige betriebliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGENscroll
Die IF AG gewährt ihren Mitarbeitern verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung hat die IF AG ihre Verpflichtungen teilweise durch Vermögen in externen, zugriffsbeschränkten Treuhandvermögen abgedeckt. Ein Teil dieses Treuhandvermögens dient auch der Deckung von Pensionsverpflichtungen anderer inländischer Tochterunternehmen. Die Vermögensgegenstände erfüllen daher nicht die Voraussetzungen zur Verrechnung mit den Verpflichtungen und werden im Finanzanlagevermögen der IF AG gesondert ausgewiesen. Der Erfüllungsbetrag in Höhe von €420 Millionen (1. Oktober 2010: €414 Millionen) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Die Bewertung beruhte auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz von 5,13 Prozent p.a. (1. Oktober 2010: 5,17 Prozent), eine Gehaltsdynamik von 2,0 Prozent p.a. (1. Oktober 2010: 2,0 Prozent) und eine Rentendynamik von 2,0 Prozent p.a. (1. Oktober 2010: 2,0 Prozent) ansetzte. Im Vorjahr erfolgte die Bewertung der Pensionsrückstellungen nach der "Projected Unit Credit Method" gemäß den IFRS-Vorschriften (IAS 19). Der dort ermittelte Barwert der zum Bewertungsstichtag erdienten Pensionsansprüche bezeichnete sich als Defined Benefit Obligation ("DBO") und beruhte auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) einen Rechnungszinssatz von 4,33 Prozent p.a., eine Gehaltsdynamik von 2,0 Prozent p.a. und eine Rentendynamik von 2,0 Prozent p.a. ansetzte. Die IF AG gewährt ihren Mitarbeitern die Teilnahme an einem freiwilligen Entgeltumwandlungsplan. Die umgewandelten Gehaltsbestandsteile werden in Fondsanteile angelegt. Diese Anteile dienen der Deckung der hieraus entstehenden Altersversorgungsverpflichtungen und sind dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen. Im Vorjahr erfolgte ein Ausweis unter den sonstigen Rückstellungen. Dieses Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2011 von €20 Millionen (Anschaffungskosten €21 Millionen) wird daher mit den Altersvorsorgeverpflichtungen verrechnet. Zusätzlich erfolgte aus den Entgeltumwandlungen im Zinsergebnis eine Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen in Höhe von €0,5 Millionen. STEUERRÜCKSTELLUNGENscroll
Die Steuerrückstellungen umfassen insbesondere Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für noch nicht veranlagte Jahre. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENscroll
Die sonstigen Rückstellungen entfallen auf abgegrenzte Aufwendungen aus dem Personal- und Sozialbereich, Gewährleistungen, unrealisierte Bewertungsverluste aus Devisentermingeschäften, Restrukturierungskosten, andere Risikovorsorgen, Rückstellungen aufgrund der Insolvenz der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG ("Qimonda Dresden") (€300 Millionen) sowie andere Rückstellungen aus dem laufenden Geschäft. VERBINDLICHKEITENscroll
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMENscroll
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHTscroll
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Verbindlichkeiten, die aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr entstanden sind. SONSTIGE VERBINDLICHKEITENscroll
Nach Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts erbringt die IF AG weiterhin Tätigkeiten für Intel-Konzerngesellschaften. Zu diesen Aktivitäten gehört auch die Abwicklung großer Teile der Beschaffung für Intel-Konzerngesellschaften, wofür die IF AG Anzahlungen in Höhe von €32 Millionen erhalten hat, die nach einer Übergangsphase an Intel Corporation zurückzuzahlen sind. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTENscroll
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Ausgleichszahlungen und Einzahlungen aus Lizenz- und Entwicklungsverträgen, die vereinbarte Leistungen der IF AG in zukünftigen Geschäftsjahren betreffen. 6 / SONSTIGE ANGABEN PERSONALAUFWANDscroll
Die Löhne und Gehälter beinhalten unter anderem Fertigungslöhne, Gehälter, Abfindungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind unter anderem Aufwendungen aus der Anpassung der Pensionsrückstellungen enthalten. Das Vorjahr war im Wesentlichen durch die Veränderung des Rechnungszinssatzes von 5,75 Prozent des Geschäftsjahres 2009 auf 4,33 Prozent im Geschäftsjahr 2010 beeinflusst. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die nach dem BilMoG in den Funktionskosten auszuweisenden Bestandteile enthalten. Im Vorjahr wurden hier auch die Zinskomponenten des Altersversorgungsaufwandes berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2011 sind die Zinskomponenten im Zinsergebnis enthalten. BESCHÄFTIGTEDie durchschnittliche Anzahl und die Struktur der Mitarbeiter der IF AG zeigen die folgenden Übersichten: scroll
MATERIALAUFWANDscroll
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTEDie IF AG schließt Geschäfte über Derivate einschließlich Zins-Swap-Vereinbarungen, Fremdwährungstermin- und Optionsgeschäften ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Marktrisiken aus Veränderungen von Zinssätzen und Währungsrelationen für die in Fremdwährung lautenden Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der IF AG nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Die Nominal- und Marktwerte der von der IF AG zum 30. September 2011 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt: scroll
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Die Nominalwerte stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. Terminabschlägen bestimmt. Die Marktwerte (Gewinne und Verluste) der Währungssicherungskontrakte werden in saldierter Form dargestellt. Devisen- und Zinsoptionen werden nach der Barwertmethode bewertet. Bei den Kurssicherungsinstrumenten handelt es sich um Put-Optionen auf IF AG-Aktien. Wir verweisen auf die Ausführungen zu Put-Optionen auf eigene Aktien. Die Nominalwerte der ausstehenden Finanzderivate in Fremdwährung werden zum Jahresstichtagskurs in Euro umgerechnet. Die nachstehenden Buchwerte sind den Posten der Bilanz (Sonstige Vermögensgegenstände und Sonstige Rückstellungen) entnommen. scroll
HAFTUNGSVERHÄLTNISSEscroll
SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENAm Bilanzstichtag bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen für Immobilienobjekte sowie aus langfristigen Mietverträgen für Anlagengegenstände. Nach den vertraglichen Bedingungen sind der IF AG die Leasingobjekte nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Die Verpflichtungen aus den geschlossenen Leasing- und Mietverträgen belaufen sich innerhalb des nächsten Jahres auf €40 Millionen, für den Zeitraum zwischen zwei und fünf Jahren auf insgesamt €156 Millionen und für den Zeitraum über fünf Jahre auf €333 Millionen. Am Bilanzstichtag bestehen zusätzlich nicht bilanzierte Verpflichtungen aus langfristigen Einkaufsverträgen. Diese belaufen sich innerhalb des nächsten Jahres auf €155 Millionen und für den Zeitraum zwischen zwei und fünf Jahren auf insgesamt €105 Millionen und für den Zeitraum über fünf Jahre auf €0 Millionen. Die übrigen finanziellen Verpflichtungen liegen im geschäftsüblichen Rahmen. RECHTLICHE VERFAHRENWETTBEWERBSRECHTLICHE VERFAHRENIm September 2004 hat die IF AG mit der Kartellabteilung des US-Bundesjustizministeriums in Verbindung mit deren Untersuchung möglicher Verletzungen US-amerikanischer Kartellgesetze in der DRAM-Industrie ein sogenanntes Plea-Agreement abgeschlossen. Bei US-Bundes- und einzelstaatlichen Gerichten sind mehrere Sammelklagen gegen die IF AG und ihre US-Tochtergesellschaft Infineon Technologies North America Corp. ("IF North America") und weitere DRAM-Hersteller von indirekten DRAM-Erwerbern, Generalstaatsanwälten verschiedener US-amerikanischer Bundesstaaten und Gebiete, kalifornischer Schulen, politischer Unterabteilungen und staatlicher Stellen eingereicht worden. In den Klagen wird u.a. die Verletzung von bundes- und einzelstaatlichen Kartellgesetzen und einzelstaatlichen Wettbewerbsgesetzen hinsichtlich des Verkaufs und der Preisgestaltung von DRAM-Produkten zu bestimmten Zeiträumen beginnend 1998 bis spätestens Juni 2002 behauptet. Mit den Klagen werden der tatsächliche Schaden sowie dreifacher Schadenersatz in unspezifizierter Höhe, Anwaltskosten und sonstige Kosten sowie eine Unterlassungsverfügung gegen das angeblich rechtswidrige Verhalten geltend gemacht. Die IF AG hat eine Vergleichsvereinbarung zur Beilegung dieser Rechtsstreitigkeiten geschlossen, die bestimmten Bedingungen unterliegt. Im Rahmen dieses Vergleichs hat die IF AG ca. US$29 Millionen auf ein Treuhandkonto gezahlt. Nach Zustimmung des Gerichts wird die IF AG von Forderungen der Generalstaatsanwälte und solcher Mitglieder der Klasse indirekter Kunden befreit, die sich nicht für einen Austritt aus der Klasse und damit aus dieser Vergleichsvereinbarung entscheiden sollten. Bis zur Zustimmung des Gerichts zu dieser Vergleichsvereinbarung besteht das Risiko, dass Mitglieder der Klasse sich für einen Austritt aus der Klasse entscheiden. Zwischen Dezember 2004 und Februar 2005 wurden zwei Sammelklagen gegen die IF AG, IF North America und andere DRAM-Hersteller in der kanadischen Provinz Québec und je eine Sammelklage in den Provinzen Ontario und British Columbia im Namen aller direkten und aller indirekten Kunden eingereicht, die in Kanada ansässig sind und im Zeitraum zwischen Juli 1999 und Juni 2002 direkt oder indirekt DRAM-Produkte erworben hatten. In den Klagen werden jeweils Schadenersatz, Untersuchungs- und Verwaltungskosten sowie Zinsen, Gerichts- und Anwaltskosten geltend gemacht. Die Kläger tragen in erster Linie rechtswidrige Absprachen zur Wettbewerbsbeschränkung sowie unerlaubte Preisabsprachen im Hinblick auf DRAM-Preise vor. SONSTIGE STAATLICHE ERMITTLUNGSVERFAHRENIm Oktober 2008 hat die IF AG erfahren, dass die Europäische Kommission bezüglich des Geschäftssegments Chip Card & Security der IF AG ein Untersuchungsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen Wettbewerbsgesetze eingeleitet hat. Im September und Oktober 2009 haben die IF AG und ihre französische Tochtergesellschaft schriftliche Auskunftsersuchen der Europäischen Kommission erhalten. Die IF AG kooperiert mit der Kommission bei der Beantwortung der gestellten Fragen. Am 21. Juni 2010 hat das brasilianische Justizministerium (Abteilung Wirtschaftsrecht) ("SDE") bekannt gegeben, dass es eine Untersuchung im Hinblick auf mögliche kartellrechtswidrige Aktivitäten in der DRAM-Industrie eingeleitet hat. Die Bekanntgabe der SDE nennt das Unternehmen, mehrere andere DRAM-Hersteller und diverse leitende Angestellte als Verfahrensbeteiligte und stellt klar, dass sich die Untersuchung auf den Zeitraum von Juli 1998 bis Juni 2002 konzentriert. Die Bekanntmachung der SDE basiert auf den durchgeführten Kartellverfahren in den USA und in Europa. WERTPAPIERRECHTLICHE VERFAHRENZwischen September und November 2004 wurden im Namen einer Gruppe von Investoren, die öffentlich gehandelte Aktien der IF AG zwischen März 2000 und Juli 2004 erworben haben, sieben Wertpapiersammelklagen gegen die IF AG und gegenwärtige oder ehemalige Vorstandsmitglieder vor US-amerikanischen Bezirksgerichten eingereicht, die später am Bezirksgericht für Nordkalifornien zusammengefasst wurden. Die konsolidierte und ergänzte Klage behauptet Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze und enthält den Vorwurf, dass die Beklagten sachlich falsche und irreführende öffentliche Angaben über vergangene und erwartete Geschäftsergebnisse der IF AG und ihre Wettbewerbssituation gemacht hätten, weil sie die angebliche Beteiligung der IF AG an wettbewerbswidrigen Preisabsprachen im Hinblick auf DRAM-Speicherprodukte nicht offengelegt hätten. In der Klage wird weiter behauptet, dass die Beklagten durch diese Preisabsprachen den Preis der Aktien der IF AG manipuliert und dadurch ihre Aktionäre geschädigt hätten. Die IF AG hat im Geschäftsjahr 2011 einer Vergleichsvereinbarung zur Beilegung dieses Rechtsstreits zugestimmt, die bestimmten Bedingungen unterliegt. Im Rahmen dieses Vergleichs hat die IF AG US$6,2 Millionen bezahlt und diesen Betrag im August 2011 auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Nach Zustimmung des Gerichts wird die IF AG von den Forderungen solcher Mitglieder der Klasse befreit, die sich nicht für einen Austritt aus der Klasse und damit aus dieser Vergleichsvereinbarung entscheiden. Die D&O-Versicherer der IF AG haben die Deckung der IF AG und ihrer Organe für die oben beschriebenen Wertpapiersammelklagen abgelehnt. Daraufhin hat die IF AG im Dezember 2005 und im August 2006 Deckungsklage gegen die Versicherer eingereicht. Die Klage gegen einen der Versicherer wurde im Mai 2007 endgültig abgewiesen. Die IF AG hat sich mit dem anderen Versicherer im Grundsatz auf einen Vergleich geeinigt. PATENTRECHTLICHE VERFAHRENDie CIF Licensing LLC ("CIF") -eine Konzerngesellschaft der General-Electric-Unternehmensgruppe -reichte im Oktober 2007 vor dem Landgericht Düsseldorf Patentverletzungsklage ein gegen die Deutsche Telekom AG wegen der Verletzung von vier europäischen Patenten in Deutschland durch CPE-Modems und ADSL-Systeme ("CIF-Klage"). Die Deutsche Telekom hat ihren Zulieferern -darunter auch Kunden der IF AG -mitgeteilt, dass eine mögliche Feststellung der Patentverletzung durch das Landgericht auch gegenüber den Zulieferern bindend ist. Die IF AG ist im Januar 2008 dem Verfahren auf Seiten der Deutschen Telekom beigetreten. CIF hat die IF AG daraufhin wegen mittelbarer Patentverletzung aus einem der vier europäischen Patente verklagt. Die IF AG hat sich einer Verteidigungsgemeinschaft angeschlossen, der die Deutsche Telekom, die meisten ihrer Zulieferer und die meisten von deren Zulieferern angehören. Nach Maßgabe der bestehenden Kundenverträge ist die IF AG verpflichtet, ihre Kunden unter bestimmten Umständen freizustellen und/oder Schadenersatz zu leisten. Im Juli 2008 haben die Deutsche Telekom, die IF AG und die anderen Beklagten gegen alle vier Patente Nichtigkeitsklage beim Bundespatentgericht in München eingereicht. Im Oktober 2008 hat CIF vor dem Landgericht Düsseldorf auch gegen die Arcor GmbH & Co. KG, die Hansenet Telekommunikation GmbH und die United Internet AG (alle drei nachfolgend "neue Beklagte") Patentverletzungsklagen aus denselben vier europäischen Patenten erhoben. Die neuen Beklagten haben ihre Zulieferer von der Klage in Kenntnis gesetzt. Das Bundespatentgericht hat am 15. Dezember 2010 und am 26. Januar 2011 jeweils ein Patent für nichtig erklärt. Gegen beide Nichtigkeitsurteile hat CIF Berufung eingelegt. Das Bundespatentgericht in München hat den Verhandlungstermin für das dritte der vier Patente auf Ende November 2011 angesetzt. Die Verfahrensbeteiligten haben im Oktober 2011 einen Vergleich abgeschlossen, der vorsieht, dass die Verfahrensbeteiligten ihre anhängigen Klagen vollständig zurücknehmen. Die IF AG sowie weitere Verfahrensbeteiligte erhalten an den vier Patenten, die Gegenstand der CIF-Klage waren, und sämtlichen weltweit dazugehörenden Patenten eine Lizenz. Ein finanzieller Ausgleich für diese Lizenz ist von keinem der Verfahrensbeteiligten zu leisten. Im November 2008 hat die Volterra Semiconductor Corporation ("Volterra") Klage gegen Primarion, Inc., eine Tochtergesellschaft der IF AG, die IF AG und IF North America ("die Beklagten") wegen angeblicher Verletzung von fünf US-Patenten durch Produkte, die von Primarion angeboten werden, bei dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht, worin Volterra Schadenersatz, erhöhten Schadenersatz für angebliche absichtliche Verletzung und eine gerichtliche Unterlassungsverfügung verlangt. Volterra zog später ein Patent zurück; vier Patente verbleiben im Verfahren. Im Mai 2011 hat das Gericht entschieden, dass zwei Patente verletzt sind. Der Fall ist nun in der Schadensbestimmungsphase. Der entsprechende Jury Trial bzgl. Feststellung von Schaden und absichtlicher Verletzung ist derzeit für Juni 2012 angesetzt. Das Verfahren wird unter Umständen im Dezember 2011 auch bezüglich der übrigen zwei Patente fortgeführt werden. Im Januar 2010 hat die IF AG ihrerseits Klage gegen Volterra vor dem US-Bezirksgericht für den Bezirk von Delaware wegen der Verletzung von vier US-Patenten der IF AG erhoben; das Verfahren ist bis zur Entscheidung des kalifornischen Verfahrens ausgesetzt. Im April 2011 hat die NPE ("non practicing entity") Stragent LLC die IF AG zusammen mit weiteren 25 Parteien wegen Patentverletzung im US-Bezirksgericht für den östlichen Bezirk von Texas verklagt. Bis heute hat die Klägerin noch keine rechtlich bindende anerkannte Zustellung der Klage an die IF AG durchgeführt. Die Beklagten, an die bereits zugestellt wurde, bestreiten jegliche Haftung, unter anderem auf Basis von Nichtverletzung, Ungültigkeit und Nichtdurchsetzbarkeit sowie anderen Klageeinwänden. Im April 2011 hat die IF AG die Atmel Corporation auf die Verletzung von elf Patenten im US-Bezirksgericht für den Bezirk Delaware verklagt. Im Juli 2011 antwortete Atmel, indem sie jegliche Haftung bestreitet, und verklagte die IF AG für die angebliche Verletzung von sechs ihrer Patente sowie Verletzung einer Geheimhaltungsvereinbarung, die die Parteien angeblich während vorhergehenden Verhandlungen bzgl. einiger der Klagepatente abgeschlossen hatten. VORGÄNGE IM ZUSAMMENHANG MIT QIMONDAMit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft (Memory Products) zuzuordnen waren, ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in die Qimonda AG eingebracht. Im Zuge der rechtlichen Verselbstständigung wurden neben dem Ausgliederungs- und Einbringungsvertrag vom 25. April 2006 verschiedene Dienstleistungsverträge mit Qimonda abgeschlossen. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Neben Qimonda haben auch verschiedene in- und ausländische Tochtergesellschaften von Qimonda Insolvenz angemeldet, insbesondere die Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG und die Qimonda Flash GmbH. Aus der Insolvenz von Qimonda AG, Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG und Qimonda Flash GmbH haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter dieser Gesellschaften und der IF AG entwickelt, die teilweise bereits gerichtlich anhängig sind. Der Insolvenzverwalter und die IF AG sind in Gesprächen und bemühen sich um eine einvernehmliche Gesamtlösung. GERICHTLICHE AUSEINANDERSETZUNGENAngebliche wirtschaftliche NeugründungIm November 2010 hat der Insolvenzverwalter beim Landgericht München I Klage gegen die IF AG eingereicht. Er beantragt festzustellen, dass die IF AG verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand. D.h. Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückbleibt. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Folge einer nicht offengelegten wirtschaftlichen Neugründung sei, dass der Gründer, also die IF AG, für die Unterbilanz zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung hafte. Mit der Klage soll eine grundsätzliche Zahlungsverpflichtung der IF AG festgestellt werden, da sich der Insolvenzverwalter nicht in der Lage sieht, die Höhe seines vermeintlichen Anspruchs zum jetzigen Zeitpunkt konkret zu beziffern. Eine erste mündliche Verhandlung findet im Januar 2012 statt. Fortbestand der Nutzungsrechte von Infineon und den Lizenznehmern von Infineon an den auf Qimonda übertragenen PatentenIm Zuge der Einbringung des Speichergeschäftes hat die IF AG zahlreiche Patente auf Qimonda übertragen und sich im Einbringungsvertrag Nutzungsrechte an diesen Patenten zurückbehalten. Der Einbringungsvertrag enthält außerdem Regelungen über wechselseitige Lizenzierungen. Der Insolvenzverwalter hat für diese Vereinbarung das Wahlrecht der Nichterfüllung geltend gemacht. Sollte diese Nichterfüllungswahl rechtlich Bestand haben, wären die IF AG und ihre Tochtergesellschaften an Patenten, die die IF AG im Wege der Einbringung auf Qimonda übertragen hat, als auch an Patenten, die von Qimonda nach der Ausgliederung selbst angemeldet wurden, nicht mehr lizenziert. Als Folge könnte die IF AG diese Patente unter anderem möglicherweise nicht mehr vollständig an Dritte unterlizenzieren. Dies könnte auch Vertragspartner der IF AG betreffen, mit denen die IF AG Patentlizenzaustauschverträge abgeschlossen hat, und möglicherweise Schadenersatzansprüche gegen die IF AG auslösen. Im Januar 2011 hat die IF AG in dieser Angelegenheit beim Landgericht München I eine Feststellungsklage gegen den Insolvenzverwalter eingereicht. Mit der Klage soll gerichtlich festgestellt werden, dass die Nutzungsrechte der IF AG und seinen Lizenznehmern an dem oben genannten geistigen Eigentum der Qimonda-Gruppe weiterhin Bestand haben. Eine erste mündliche Verhandlung fand im November 2011 statt. Im Oktober 2009 hat der Insolvenzverwalter beim US Bankruptcy Court für den Eastern District of Virginia beantragt festzustellen, dass Nutzungsrechte unter US Patenten von Qimonda nicht unter eine Schutzvorschrift des US Insolvenzrechts fallen, wonach solche Nutzungsrechte trotz Insolvenz des Lizenzgebers fortbestehen. Der Insolvenzverwalter stützt sich dabei auf die Ansicht, dass der gesetzliche Schutz von Lizenzen in der Insolvenz nach Section 365(n) des US Bankruptcy Codes nur für US Insolvenzverfahren gelte, nicht aber für ausländische (hier deutsche) Insolvenzverfahren. Die IF AG und weitere Halbleiterhersteller haben Widerspruch gegen diesen Antrag eingelegt. Nachdem der US Bankruptcy Court dem Antrag des Insolvenzverwalters im November 2009 stattgegeben hatte, verwies der US District Court für den Eastern District of Virginia die Klage im Juli 2010 an den US Bankruptcy Court mit der Auflage zurück, die berechtigten Interessen der Lizenznehmer und die der Insolvenzgläubiger vor dem Hintergrund des Zweckes der gesetzlichen Regelung eingehend abzuwägen. Im Oktober 2011 entschied der US Bankruptcy Court nach sorgfältiger Abwägung der Interessen der Parteien, dass der gesetzliche Schutz nach Section 365(n) des US Bankruptcy Codes auf Qimondas US Patente Anwendung findet, die Nutzungsrechte an diesen Patenten also Bestand haben. Der Insolvenzverwalter hat gegen die Entscheidung des U.S. Bankruptcy Courts am 11. November 2011 Berufung eingelegt. AUSSERGERICHTLICH GELTEND GEMACHTE ANSPRÜCHEInoteraQimonda hat im Oktober 2008 eine Beteiligung an dem Joint Venture Inotera Memories, Inc. ("Inotera") an Micron Technology, Inc. ("Micron") für US$400 Millionen verkauft. Der Insolvenzverwalter hat den Verkauf inzwischen gegenüber Micron insolvenzrechtlich angefochten und Micron vor dem Landgericht München I verklagt. In kurzen Schreiben vom April und August 2010 hat der Insolvenzverwalter angedeutet, dass er möglicherweise im Zusammenhang mit dem Verkauf der Inotera Beteiligung auch Ansprüche aus Konzernhaftung gegen die IF AG sieht. Der Insolvenzverwalter hat in diesen Schreiben die angeblichen Ansprüche gegen die IF AG bislang nicht näher substantiiert. Bewertung der SacheinlageMit Schreiben vom August 2011 hat der Insolvenzverwalter unbezifferte Ansprüche gegen die IF AG aus der im April 2006 bei Qimonda beschlossenen Kapitalerhöhung geltend gemacht. Das Grundkapital von Qimonda wurde dabei gegen Sacheinlage des Speichergeschäfts um insgesamt €600 Millionen erhöht. Der Insolvenzverwalter behauptet, die Sacheinlage im Rahmen der Kapitalerhöhung sei überbewertet und damit der Gegenwert (geringster Ausgabebetrag) der gezeichneten Aktien nicht geleistet gewesen. Dies steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden; und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von der anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestellter Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin. In ihrem Wertgutachten kommt die von der IF AG beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Weitere vom Insolvenzverwalter geltend gemachte AnsprücheDer Insolvenzverwalter hat im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2011 erstmalig schriftlich, weitere Ansprüche gegen die IF AG in den Raum gestellt. Er behauptet zum einen, dass bestimmte Rechtsgeschäfte zwischen Qimonda und der IF AG das aktienrechtliche Verbot der Einlagenrückgewähr verletzen würden, da diese marktunüblich und für Qimonda nachteilig gewesen seien. Weiterhin wird behauptet, die IF AG habe als herrschendes Unternehmen Qimonda zu nachteiligen Rechtsgeschäften veranlasst, ohne diesen Nachteil ausgeglichen zu haben. Zum anderen wird vom Insolvenzverwalter vorgebracht, dass hinsichtlich zahlreicher, im zeitlichen Zusammenhang mit der Einbringung des Speichergeschäfts in Qimonda zwischen dieser und der IF AG abgeschlossener Verträge die aktienrechtlichen Nachgründungsvorschriften verletzt worden seien. Daneben macht der Insolvenzverwalter für bestimmte Zahlungen von Qimonda an die IF AG insolvenzrechtliche Anfechtungstatbestände geltend, da es sich um von der IF AG gestundete Beträge gehandelt habe, die IF AG zum Zeitpunkt der Zahlung bereits von der Zahlungsunfähigkeit von Qimonda gewusst habe oder ein Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegen würde. Schließlich behauptet der Insolvenzverwalter, ihm stünden Ansprüche gegen die IF AG zu, weil Qimonda von der IF AG keine für ihr Überleben ausreichende Finanzierungsstruktur und Liquiditätsausstattung erhalten habe. PRÜFUNG DIESER ANSPRÜCHE DURCH INFINEONDie vorgenannten angeblichen Ansprüche des Insolvenzverwalters wurden meist ohne konkrete Bezifferung vorgebracht und beschränken sich vielfach auf pauschale Darstellungen ohne nähere Substantiierung. Wir haben diese Ansprüche auf Basis unseres bisherigen Sachstandes in schriftlicher Form zurückgewiesen. Unsere Prüfung der Sach- und Rechtslage ist mit hohem Aufwand verbunden und noch nicht abgeschlossen. Nach dem bisherigen Ergebnis unserer Prüfung sehen wir für eine Vielzahl der vorgebrachten Ansprüche gute Argumente, uns im Falle einer gerichtlichen Geltendmachung dieser Ansprüche erfolgreich gegen diese zu verteidigen. Es verbleiben jedoch nicht unerhebliche Risiken und Unsicherheiten, da unter anderem zu einigen spezifischen Sachverhaltskonstellationen keine vergleichbare höchstrichterliche Rechtsprechung existiert. MÜNDLICH VORGEBRACHTE ANSPRÜCHE DES INSOLVENZVERWALTERSIm Zusammenhang mit der Ausgliederung des Speichergeschäfts haben die IF AG und Qimonda Verträge zur Trennung der IT-Systeme geschlossen. Der Insolvenzverwalter hat in einem Gespräch im Geschäftsjahr 2011 behauptet, beim Abschluss dieser Verträge seien die aktienrechtlichen Nachgründungsvorschriften verletzt worden. Zudem seien die Verträge marktunüblich gewesen. Der Insolvenzverwalter behauptet ferner, er habe Ansprüche gegen die IF AG im Zusammenhang mit den bei der Ausgliederung des Speichergeschäfts von Qimonda mit der IFAG abgeschlossenen (Unter-)Mietverträgen. INSOLVENZ DER QIMONDA DRESDEN GMBH & CO. OHGDie IF AG war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen die IF AG. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Diese Ansprüche schließen, unter anderem, mögliche Rückzahlungen von öffentlichen Fördermitteln, Gewerbesteuerforderungen, Forderungen von Dienstleistern und Lieferanten, aber auch mitarbeiterbezogene Ansprüche wie Vergütungen und Sozialabgaben ein. Die IF AG und der Insolvenzverwalter haben sich am 7. Juli 2011 auf eine Rahmenvereinbarung zur geordneten Abarbeitung der Nachhaftungsfragen geeinigt. Die IF AG und der Insolvenzverwalter haben sich dabei auch darauf verständigt, dass die IF AG in Höhe von 70 Prozent der Nachhaftungszahlungen als normaler, nicht nachrangiger Insolvenzgläubiger bei der Masse Regress nehmen kann. Mit einzelnen Nachhaftungsgläubigern konnten inzwischen Vergleiche erzielt werden. INANSPRUCHNAHMEN DURCH DRITTE, DIE IM ZUSAMMENHANG MIT DER QIMONDA INSOLVENZ STEHENDie IF AG ist beklagte Partei in mehreren kartell- und einem wertpapierrechtlichen Verfahren. Qimonda ist verpflichtet, die IF AG von Ansprüchen (einschließlich Aufwendungsersatz) im Zusammenhang mit diesen kartell- und wertpapierrechtlichen Verfahren insgesamt oder teilweise freizustellen. Durch die Insolvenz von Qimonda ist davon auszugehen, dass Qimonda den Freistellungsanspruch der IF AG nicht erfüllen wird. Die IF AG und ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Dresden GmbH ("Infineon Dresden") sind Klagen von ungefähr 80 ehemaligen Infineon-Mitarbeitern ausgesetzt, die an Qimonda oder Qimonda Dresden im Rahmen der Ausgliederung transferiert wurden und die eine Wiederbeschäftigung durch die IF AG verlangen. Bislang sind alle gerichtlichen Entscheidungen zugunsten der IF AG oder Infineon Dresden ergangen. Im April 2009 haben frühere Arbeitnehmer von Qimondas Tochtergesellschaften in den USA (die "Qimonda-Tochtergesellschaften") eine Klage gegen die IF AG, IF North America und Qimonda AG im eigenen Namen und namens verschiedener Klägergemeinschaften vor dem U.S. Federal District Court in Delaware eingereicht. Die Klage bezieht sich auf die Beendigung der Arbeitsverhältnisse der Kläger im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda-Tochtergesellschaften und auf die Zahlung von Trennungsgeld und anderen Zuwendungen, die angeblich von den Qimonda-Tochtergesellschaften geschuldet werden. Der Rechtsstreit konnte mittlerweile durch Abschluss einer Vergleichsvereinbarung, die am 6. Oktober 2011 wirksam wurde, beigelegt werden und das Gericht hat die Klage vorbehaltslos abgewiesen. Die IF AG könnte weiteren Ansprüchen ausgesetzt sein, die aus Verträgen, Angeboten, nicht abgeschlossenen Transaktionen, fortbestehenden Verpflichtungen, Verbindlichkeiten, Risiken und anderen Verpflichtungen resultieren, die im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Speichergeschäfts auf Qimonda übertragen wurden. Die IF AG erwartet, dass Qimonda nicht in der Lage sein wird, seiner Freistellungsverpflichtung gegenüber der IF AG in Bezug auf solche Ansprüche nachzukommen. SONSTIGESGegen die IF AG laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen. Die IF AG ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser übrigen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN GEMÄSS § 285 NR. 21 HGBDie IF AG geht im normalen Geschäftsbetrieb Transaktionen mit Tochterunternehmen und anderen verbundenen Unternehmen ein ("nahestehende Unternehmen"). Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens wie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen"). Diese beziehen nur Vergütungen im Rahmen ihrer Tätigkeit. Die IF AG bezieht bestimmte Vorprodukte von und verkauft bestimmte Produkte an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen orientieren sich grundsätzlich an Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen Tochtergesellschaften und andere verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt jeweils €253 Millionen bzw. €382 Millionen zum 30. September 2011 und 2010. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Tochtergesellschaften und anderen verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt €1.006 Millionen und €1.521 Millionen zum 30. September 2011 und 2010. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2011 und 2010 werden zunächst nach Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen die IF AG beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf beziehungsweise Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -verbindlichkeiten beinhalten die gewährten und geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen. Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €3.714 Millionen und €3.730 Millionen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €1.201 Millionen und €1.390 Millionen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 betrugen. VORSTAND UND AUFSICHTSRATVERGÜTUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2011Die im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €2,8 Millionen (die im Vorjahr aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten €4,1 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Barvergütung in Höhe von insgesamt €4,0 Millionen (Vorjahr: €3,1 Millionen). Diese setzt sich zusammen aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €2,4 Millionen und einer Ausgleichszahlung an die Herren Bauer und Dr. Ploss für das Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,6 Millionen. Die Gesamtbarvergütung im Geschäftsjahr 2011 beträgt daher €6,8 Millionen (Vorjahr: €7,2 Millionen). Ein Zusatzbonus wurde nicht gewährt. Darüber hinaus wurden auf der Basis des Aktienoptionsplans 2010 im Geschäftsjahr 2011 an Herrn Bauer als Vorstandsvorsitzenden 200.000 und an die Herren Prof. Dr. Eul und Dr. Ploss jeweils 120.000 Aktienoptionen mit einem Fair Market Value von je €1,44 ausgegeben. Da Herr Asam mit Wirkung zum 1. Januar 2011 zum Mitglied des Vorstands bestellt wurde, konnte er bei der jährlichen Zuteilung der Aktienoptionen im Dezember 2010 nicht berücksichtigt werden und wird bei der nächsten Ausgabe von Aktienoptionen im Dezember 2011 daher vertragsgemäß für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 (zeitanteilig ab 1. Januar 2011 ) Aktienoptionen erhalten. Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 gewährte Gesamtvergütung beträgt somit insgesamt €8,2 Millionen (Vorjahr €7,2 Millionen). Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der IF AG zuzüglich des an sie gezahlten Sitzungsgeldes gemäß dem von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 beschlossenen neuen Vergütungssystem für den Aufsichtsrat betrug im Geschäftsjahr 2011 insgesamt €1,7 Millionen (Vorjahr: €0,5 Millionen). Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat beziehen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer der Gesellschaft ein Gehalt. An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2011 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €6,2 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €3,4 Millionen). Hierin enthalten sind die zweite Rate der an Herrn Dr. Schröter gezahlten Abfindung in Höhe von €1,8 Millionen und der an Herrn Prof. Dr. Eul gezahlte Zusatzbonus in Höhe von insgesamt €3,4 Millionen. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2011 insgesamt €29,7 Millionen (Vorjahr: €36,6 Millionen). Weder die IF AG noch eines ihrer Tochterunternehmen hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist. MANDATEDER VORSTANDAls Vorstand der Gesellschaft waren folgende Herren derzeit bestellt beziehungsweise berufen: scroll
DER AUFSICHTSRATDie Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011, deren Position im Aufsichtsrat, deren Berufe, deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien und deren Alter sind nachfolgend dargestellt: scroll
Ausgeschiedene Aufsichtsrätescroll
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATSPräsidialausschussWolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Gerhard Hobbach Hans-Ulrich Holdenried Gerd Schmidt Investitions-, Finanz- und PrüfungsausschussDr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Wigand Cramer Wolfgang Mayrhuber Gerd Schmidt VermittlungsausschussWolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Alfred Ebl Hans-Ulrich Holdenried Gerd Schmidt NominierungsausschussWolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Prof. Dr. Renate Köcher Dr. Manfred Puffer Strategie- und TechnologieausschussProf. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel (Vorsitzende) Alfred Eibl Peter Gruber Hans-Ulrich Holdenried Wolfgang Mayrhuber Jürgen Scholz ANGABE GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 2 AKTGDie IF AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Aktienrückkauf, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilt wurde, Gebrauch zu machen. Die IF AG beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch weitere Teile der ausstehenden Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung und der Bedienung von Mitarbeiteroptionen und erfolgt nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003 ("EG-VO"). Unter diesem Programm hat die IF AG im Geschäftsjahr 2011 Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten im Nominalwert von insgesamt €182 Millionen begeben. Hiervon wurden im Geschäftsjahr 2011 Optionen über insgesamt 4 Millionen Aktien ausgeübt. Im August 2011 hat die IF AG so für einen Erwerbspreis in Höhe von insgesamt €13 Millionen insgesamt 2 Millionen eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €4 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 0,2 Prozent und im September 2011 für einen Erwerbspreis in Höhe von insgesamt €13 Millionen weitere 2 Millionen eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €4 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 0,2 Prozent erworben. Dementsprechend belief sich der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2011 auf 4 Millionen Stück mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €8 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von insgesamt 0,4 Prozent. Darüber hinaus stehen zum 30. September 2011 Put-Optionen im Nominalwert von €144 Millionen noch aus, denen bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien insgesamt 26 Millionen Aktien unterliegen. Details zum Aktienrückkaufprogramm sowie zu begebenen Put-Optionen und erworbenen Aktien werden von der IF AG regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/ veröffentlicht. ANGABE GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTGNach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies dem Unternehmen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der Gesellschaft wurde das Bestehen folgender Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an Infineon entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):
ANGABE GEMÄSS § 161 AKTGDie nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärung") veröffentlicht. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZESscroll
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zum Teil über die Infineon Technologies
Holding B.V. gehalten Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen und sind zum Teil vorläufig. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital und für das Ergebnis mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag. VORSTAND
Neubiberg, 18. November 2011 Infineon Technologies AG Peter Bauer Dominik Asam Dr. Reinhard Ploss VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Infineon Technologies AG beschrieben sind.
Neubiberg, 22. November 2011 Infineon Technologies AG Peter Bauer Dominik Asam Dr. Reinhard Ploss LAGEBERICHT UND KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011KONZERNLAGEBERICHT - UNSER KONZERNDieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe bestehend aus der Infineon Technologies AG und ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften (gemeinsam "Infineon" oder die "Gesellschaft") mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem geprüften Konzernabschluss einschließlich der Angaben des Konzernanhangs ("Anhang zum Konzernabschluss"), die an anderer Stelle in diesem Bericht abgedruckt sind, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 1 ("Grundlagen der Darstellung") und Nr. 2 ("Bilanzierung und Bewertung") dargestellt sind. -> WACHSTUM UND PROFITABILITÄT-RÜCKBLICK UND AUSBLICKWir wollen auch zukünftig nachhaltig profitabel wachsen.≥ 10 % p.a.Längerfristige Wachstumserwartung für den Infineon-Konzern.ERFOLGREICHES GESCHÄFTSJAHR 2011KONZERNUMBAU ABGESCHLOSSENIM GESCHÄFTSJAHR 2011 WEITERE ERGEBNISVERBESSERUNGEN GEGENÜBER VORJAHR ERZIELTINVESTOREN AM UNTERNEHMENSERFOLG BETEILIGTKONZERNUMBAU ABGESCHLOSSENIm Geschäftsjahr 2011 haben wir den Umbau des Infineon-Konzerns erfolgreich abgeschlossen. Die umfangreichen Portfolio-Maßnahmen der letzten Jahre fanden im Geschäftsjahr 2011 mit dem Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts an die Intel Corporation ("Intel") ihren Abschluss. Der Mittelzufluss von €1.020 Millionen hat die Finanzkraft des Unternehmens weiter gestärkt. Mit den verbleibenden drei operativen Segmenten - Automotive ("ATV"), Industrial & Multimarket ("IMM") und Chip Card & Security ("CCS") -legt Infineon seinen Geschäftsfokus auf drei zentrale Herausforderungen der modernen Gesellschaft, die dynamisches Nachfragewachstum treiben: Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Unsere Zielmärkte Automobilelektronik, Industrieelektronik und Sicherheit adressieren wir hierbei aus führenden Marktpositionen. Durch diese Ausrichtung versprechen wir uns ein überdurchschnittliches Wachstum und nachhaltig hohe Margen. Wie wir dies im Einzelnen erreichen wollen und welche Wachstumstreiber in den Segmenten hierbei eine Rolle spielen, ist näher im Abschnitt "Wachstums- und Gewinnaussichten, Ziel-Geschäftsmodell" beschrieben. Umsatzerlöse. Segmentergebnis in Summe. Gesamtsegmentergebnis-Marge![]() Erfolgreiches Geschäftsjahr 2011: Umsatz und Gesamtsegmentergebnis-Marge deutlich über VorkrisenniveauIM GESCHÄFTSJAHR 2011 WEITERE ERGEBNISVERBESSERUNGEN GEGENÜBER VORJAHR ERZIELTAuch im Geschäftsjahr 2011 haben wir unseren Weg hin zu langfristigem und nachhaltigem Unternehmenserfolg fortgesetzt. Die Ergebnisse des Vorjahrs haben wir dabei deutlich übertroffen. Lagen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2010 bei €3.295 Millionen, so konnten wir diese im abgelaufenen Geschäftsjahr um 21 Prozent auf €3.997 Millionen steigern. Umsatzerlöse![]() Umsatzerlöse nach der Lehman-Krise deutlich gesteigertNicht nur der Umsatz sondern auch unsere Profitabilität ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 weiter gestiegen. Das Segmentergebnis in Summe hat sich gegenüber dem Vorjahr von €475 Millionen um rund 65 Prozent auf €786 Millionen erhöht. Die Gesamtsegmentergebnis-Marge lag bei 19,7 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 14,4 Prozent. Segmentergebnis in Summe und Gesamtsegmentergebnis-Marge![]() Gesamtsegmentergebnis-Marge nach der Lehman-Krise signifikant gesteigertDas Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von €744 Millionen hat sich gegenüber dem Vorjahreswert von €312 Millionen mehr als verdoppelt. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten ist im Geschäftsjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr von €573 Millionen auf €106 Millionen zurückgegangen, was auf die deutlich gesteigerten Investitionen in Fertigungskapazitäten für unser künftiges Wachstum zurückzuführen ist. Die Investitionen in Höhe von €887 Millionen im Geschäftsjahr 2011 stiegen gegenüber dem Niveau des Geschäftsjahrs 2010 von €325 Millionen um 173 Prozent. Eine Übersicht zur Höhe der Investitionen der letzten acht Geschäftsquartale sowie zum entsprechenden Anteil der Investitionen am jeweiligen Quartalsumsatz ist im Abschnitt "Entwicklung der Finanzlage" enthalten. Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten und Investitionen1![]()
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ohne Finanzinvestments Investitionen in künftiges Wachstum führen zu Rückgang des Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2011Der Free-Cash-Flow aus nicht fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2011 bei €1.209 Millionen und damit um €1.073 Millionen über dem Vorjahreswert von €136 Millionen. Darin enthalten sind insbesondere die Mittelzuflüsse aus dem Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts an Intel in Höhe von €1.020 Millionen. In Summe (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) hat sich der Free-Cash-Flow von €709 Millionen im Vorjahr um rund 85 Prozent auf €1.315 Millionen im Geschäftsjahr 2011 erhöht. Unsere Brutto-Cash-Position betrug zum Ende des Geschäftsjahrs 2011 €2.692 Millionen. Sie liegt damit um rund 56 Prozent über dem Vorjahreswert von €1.727 Millionen. Die Erhöhung spiegelt vor allem den Mittelzufluss aus dem Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts an Intel wider. Unsere Netto-Cash-Position belief sich zum 30. September 2011 auf €2.387 Millionen, was einer Steigerung um 79 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €1.331 Millionen entspricht. Mit der gegenwärtigen Finanzposition sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet, um unseren organischen Wachstumspfad fortzusetzen, gegebenenfalls sich bietende Akquisitionsmöglichkeiten zu nutzen sowie sicher durch einen möglichen Abschwung zu gelangen. INVESTOREN AM UNTERNEHMENSERFOLG BETEILIGTEs ist uns wichtig, die Investoren angemessen und nachhaltig am Unternehmenserfolg zu beteiligen. So haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 insgesamt €308 Millionen an Kapital an die Investoren zurückgeführt. €109 Millionen davon entfielen auf die Dividende für das Geschäftsjahr 2010, die am 18. Februar 2011, dem Tag nach der Hauptversammlung, ausgezahlt wurde. Des Weiteren haben wir Anteile unserer im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe von nominal €59 Millionen für rund €173 Millionen zurückgekauft. Schließlich haben wir aufgrund entsprechender Ermächtigungen durch die Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 im Geschäftsjahr 2011 eigene Aktien im Wert von insgesamt €26 Millionen unter Verwendung von Put-Optionen zurückgekauft. Für Details zur Infineon-Aktie und ihrer Kursentwicklung im Geschäftsjahr 2011 siehe Abschnitt "Die Aktie". Im Rahmen unserer angestrebten nachhaltigen Dividendenpolitik soll der Hauptversammlung am 8. März 2012 eine Dividende in Höhe von €0,12 je Aktie vorgeschlagen werden. Dieser Vorschlag entspricht einer Erhöhung der Dividende je Aktie um €0,02 oder 20 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2010. WACHSTUMS- UND GEWINNAUSSICHTEN, ZIELGESCHÄFTSMODELLGLOBALE LANGFRISTIGE TRENDS TREIBEN UNSER WACHSTUMNACHHALTIG HOHE MARGEN: UNSER KNOW-HOW SCHAFFT MEHRWERT FÜR UNSERE KUNDENLEISTUNGSHALBLEITER ALS KONZERNÜBERGREIFENDER WACHSTUMSTREIBERInfineon besteht aus drei operativen Segmenten1 : Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security. Im Fokus der drei Segmente stehen insbesondere die Leistungshalbleiter, die allein etwa 60 Prozent des Umsatzes ausmachen. Umsatzverteilung auf die Segmente![]() Umsatzverteilung auf Produkte![]() Zwischen den Jahren 2000 und 2011 wuchs der Umsatz der drei Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security mit einer durchschnittlichen Rate von 7,6 Prozent pro Jahr. Auch wenn sich seit Mitte August 2011 Anzeichen für eine konjunkturelle Eintrübung mehren, so könnte die Wachstumsrate im Durchschnitt der kommenden Jahre, insbesondere Dank der Leistungshalbleiter, sogar noch höher ausfallen. Die Nachfrage nach unseren Produkten wird durch eine Reihe von globalen, langfristigen Trends angetrieben, die weiter an Fahrt aufnehmen sollten: EnergiewendeZunehmendes Umweltbewusstsein in Verbindung mit zunehmenden Vorbehalten konventionellen Energieträgern gegenüber treibt die Energiewende, den stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am weltweiten Energiemix bis hin zum kompletten Atomausstieg einzelner Länder. Erneuerbare Energieträger aber weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil pro Megawatt installierter Leistung als konventionelle Energieträger auf. So werden beispielsweise in einem Windpark Leistungshalbleiter im Wert von bis zu €9.000 pro Megawatt verbaut. In einem Atomkraftwerk dagegen liegt dieser Wert unter €300. Halbleiteranteil pro GW generierter elektrischer Leistung![]() EnergieeffizienzMit weltweit steigendem Bedarf an elektrischer Energie bei gleichzeitig steigendem Strompreis sowie wachsendem Umweltbewusstsein wird effiziente Stromnutzung immer wichtiger. Konsumenten wie Unternehmen gleichermaßen reduzieren durch Erhöhung der Effizienz ihrer Stromverbraucher ihre Kosten und schonen gleichzeitig die Umwelt. Bei großen Rechenzentren zum Beispiel entspricht eine Erhöhung der Energieeffizienz um 1 Prozent einer Reduktion der Leistungsaufnahme um ein Megawatt. Dies entspricht dem Verbrauch von etwa 800 Haushalten. Leistungshalbleiter-Komponenten, die immer effizienter den Strom auf dem Weg zum Endverbraucher wandeln, sind der Schlüssel zu weiteren Einsparungen. ElektromobilitätElektromobilität hat das Potenzial, eine der wichtigsten Entwicklungen in der Automobilindustrie über die nächsten Jahre zu werden. Mit durchschnittlich rund doppelt so hohem Halbleiteranteil gegenüber Autos mit Verbrennungsmotoren dürften Hybrid- und Elektrofahrzeuge zu einem starken Wachstumstreiber im Bereich der Chips für Automobilanwendungen werden. Elektromobilität nimmt daneben auch auf zwei Rädern Fahrt auf: Sogenannte eBikes erfreuen sich wachsender Popularität insbesondere in rasch aufstrebenden Volkswirtschaften wie China. In beiden Fällen, bei Hybrid- und Elektroautos wie bei den Elektrofahrrädern, sind Leistungshalbleiter die Schlüsselkomponenten -denn sie ermöglichen die Nutzung der in der Batterie gespeicherten Energie für die Elektromotoren, die Autos und Fahrräder antreiben. Wachsende Mittelschicht in den BRIC-Staaten und SchwellenländernDie Asiatische Entwicklungsbank beziffert die jetzige Kaufkraft der chinesischen Mittelschicht auf US$641 Milliarden pro Jahr. Laut einer McKinsey-Studie (Juni 2006) sind in den nächsten zehn Jahren allein in China rund 200 Millionen Haushalte zusätzlich in den mittleren Einkommensschichten zu erwarten. Güter wie Induktionsherde oder Induktionsreiskocher, aber auch Waschmaschinen und Autos werden von dieser Schicht nachgefragt werden. Dieser Trend treibt die Nachfrage nach unseren Produkten. Er manifestiert sich zum einen direkt in der Produktnachfrage sowie zum anderen indirekt durch den Ausbau der Stromnetz-Infrastruktur, die den mit einer wachsenden Zahl von Verbrauchern einhergehenden steigenden Stromverbrauch ermöglichen soll. Wachsende chinesische Mittelschicht![]() Durchschnittliches Jahreseinkommen![]() WACHSTUM DES AUTOMOTIVE-SEGMENTSDas Wachstum des Marktes für Auto-Halbleiter wird hauptsächlich von zwei Faktoren getrieben: dem Wachstum der Autoproduktion und dem Anstieg des Halbleiteranteils pro Auto. Insbesondere durch das erwartete Stückzahlenwachstum bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen wird der Wert der Halbleiter im Auto weiter ansteigen. WACHSTUM DER AUTOPRODUKTIONFür das Kalenderjahr 2011 geht das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli (Oktober 2011) von einem Anstieg der weltweiten Autoproduktion von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Dieser Ausblick liegt, bedingt durch das Reaktorunglück in Japan sowie die konjunkturelle Eintrübung der jüngsten Vergangenheit, unter den Erwartungen zu Jahresbeginn. Im Jahr 2012 soll die weltweite Autoproduktion laut IHS iSuppli dann jedoch einen Anstieg von 7 Prozent verzeichnen. Während eine Erholung der Produktion in Japan erwartet wird, bleibt China weiterhin ein sehr starker Wachstumstreiber. Vor allem Autos der Premiumklasse sind in Fernost sehr beliebt. Entwicklung der weltweiten Autoproduktion![]() ANSTIEG DES HALBLEITERANTEILS PRO AUTOUm eine Reduktion des Kraftstoffverbrauchs zu ermöglichen und immer stringentere Emissionsauflagen erfüllen zu können, entwickelt die Automobilindustrie ständig innovative Lösungen. Neue, immer intelligentere Halbleiterlösungen sind hierfür der Schlüssel und leisten einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Effizienz- und Verbrauchsziele. Auch das Ziel einer nachhaltigen Verringerung der Verkehrsunfälle und die damit verbundenen gesetzlichen Auflagen erhöhen die Nachfrage nach zuverlässigen und leistungsfähigen Halbleiterlösungen für Sicherheitsanwendungen im Auto. So werden zur Abstandsmessung Radarsysteme in Autos verbaut. Um Unfälle durch Reifen mit Unterdruck zu minimieren, fordert seit 2007 eine Gesetzesvorgabe in den USA, dass alle Neufahrzeuge mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein müssen. Ab 2014 werden die EU, Südkorea und Japan folgen. Durch diese insgesamt steigenden Anforderungen an emissionsarme und sichere Fahrzeuge wird sich der Halbleiterwert pro Auto weiter erhöhen. Im historischen Mittel stieg der Wert der pro Auto verbauten Halbleiter um einige Prozentpunkte pro Jahr. Für das Kalenderjahr 2012 erwartet der Marktforscher Strategy Analytics ein Wachstum des Werts der pro Auto verbauten Halbleiter von rund 5 Prozent. HYBRID- UND ELEKTROFAHRZEUGE ALS WACHSTUMSTREIBERBegrenzte fossile Brennstoffvorkommen und das Ziel, den globalen CO2 -Ausstoß zu verringern, treiben die Nachfrage nach alternativen Antriebskonzepten wie Elektro- und Hybridantrieben. Dies kommt Halbleiterherstellern sehr entgegen. Denn während Autos mit Verbrennungsmotor derzeit einen Halbleitergehalt zwischen US$250 und US$300 aufweisen, sind es in Hybrid- und Elektroautos im Durchschnitt US$600 bis US$700. Der zusätzliche Halbleitergehalt wird dabei wesentlich vom Mehr an benötigten Leistungshalbleitern getrieben. Denn für eine hohe Reichweite des batteriebetriebenen Fahrzeugs sind höchsteffiziente Leistungstransistoren gefordert. Neben der Effizienzanforderung müssen diese im Auto auch den hohen Zuverlässigkeits-, Qualitäts- und Lebensdaueranforderungen genügen. Dies kommt Infineon als Marktführer bei Leistungstransistoren und mit einer führenden Position im Automobilhalbleitermarkt sehr entgegen. Das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics erwartet für die Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein Wachstum der Stückzahlen von über einer Million im Jahr 2011 auf vier bis fünf Millionen im Jahr 2015. Vor allem in Großstädten sollen elektrisch angetriebene Fahrzeuge den CO2 -Ausstoß verringern. Regierungen vieler Staaten unterstützen diese Entwicklung. So sollen laut Bundesregierung bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland zugelassen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die staatliche Forschungs- und Entwicklungsförderung für die nächsten zwei Jahre auf €1 Milliarde verdoppelt. Aber nicht nur in Deutschland wird gefördert: Auch in China und 17 Staaten Europas erhalten Käufer von Elektroautos eine Kaufprämie. Insgesamt, resultierend aus dem voraussichtlichen Wachstum der Autoproduktion, dem steigenden Halbleiteranteil pro Auto und dem erwarteten Stückzahlenwachstum bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, glauben wir im normalen Konjunkturumfeld im Segment Automotive ein durchschnittliches Umsatzwachstum von rund 10 Prozent pro Jahr realisieren zu können. WACHSTUM DES INDUSTRIAL & MULTIMARKET-SEGMENTSAbgeleitet aus den vier globalen Trends der Energiewende, der Energieeffizienz, der Elektromobilität und der zunehmend wohlhabenden Mittelschicht in den BRIC-Staaten und Schwellenländer, sehen wir eine Reihe von Wachstumsfeldern für unser Geschäft mit Chips für Industrie- und Multimarket-Anwendungen: ENERGIEWENDE: DIE ERNEUERBAREN ENERGIENDurch den um sich greifenden Trend weg von fossilen und nuklearen Energieträgern erfuhren Wind- und Solarenergie in der letzten Dekade ein steiles Wachstum. So waren Ende 2010 laut Status-Bericht der Internationalen Energieagentur IEA vom Juni 2011 weltweit Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 195 Gigawatt installiert. Ende 2000 lag dieser Wert bei nur 18 Gigawatt. 39 Gigawatt an Neuinstallationen wurden allein 2010 vorgenommen. Dieselbe Quelle berichtet von einem noch kräftigeren Zuwachs der Solaranlagen -von 1,5 Gigawatt Ende 2000 auf mehr als 40 Gigawatt elektrischer Leistung Ende 2010. Zukünftig soll sich das Wachstum der erneuerbaren Energieträger fortsetzen. Im Bereich der Windenergie erwartet der Marktforscher IHS EER trotz eines leichten Rückgangs der Neuinstallationen im Jahr 2011 ein Wachstum der installierten Windkapazität von durchschnittlich 11,6 Prozent für den Zeitraum von 2010 bis 2025. Der Photovoltaik-Markt wurde im Jahr 2011 nicht länger von Deutschland dominiert. Bei einem Marktwachstum von mehr als 20 Prozent für 2011 wird laut Bericht des europäischen Photovoltaik-Industrieverbandes EPIA weniger als ein Viertel von geschätzt 21 Gigawatt weltweit neuinstallierter Anlagen in Deutschland erwartet. Die Installationen wurden ebenso von Italien, aber auch den USA und China getragen. Bei einem erwarteten Zuwachs der Solaranlagen zur Stromerzeugung von 23 Gigawatt im Jahr 2012 dürfte ein weiterer Anstieg der Neuinstallationen in Nordamerika und Asien den vorläufigen Rückgang in Europa mehr als ausgleichen. Für den Photovoltaik-Markt wird eine durchschnittliche Wachstumsrate von deutlich über 10 Prozent für den Zeitraum von 2011 bis 2015 erwartet. ENERGIEEFFIZIENZAuf dem Weg von der Erzeugung zum Endverbraucher wird Strom viele Male gewandelt. Aus Wechselspannungen werden Gleichspannungen und umgekehrt, aber auch innerhalb der Wechsel- und Gleichspannungen sind vielfältige Wandlungsschritte erforderlich. Diese Wandlungsschritte fallen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, bei Erzeugung, Übertragung und direkt beim Verbrauch des Stroms, an. Durch den Einsatz effizienterer Leistungshalbleiterkomponenten kann jeder dieser Strommanagement-Schritte effizienter gemacht werden. Dadurch werden die Strom- sowie die gesamten Systemkosten reduziert. Hochspannungs-Gleichstrom-ÜbertragungInsbesondere in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, China oder Indien liegen tendenziell lange Distanzen zwischen dem Ort der Energieerzeugung und dem Ort des Verbrauchs. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) bietet sich als verlustarme Übertragungstechnologie für diese langen Distanzen an und wird in zunehmendem Maße weltweit eingesetzt. Für die HGÜ-Stationen werden sehr zuverlässige Hochspannungs-Leistungshalbleiter benötigt. Der Halbleiteranteil einer solchen Umrichterstation variiert abhängig von der Leistungsklasse zwischen €2 Millionen und €10 Millionen. Somit stellt die wachsende Verbreitung von HGÜ-Anlagen einen interessanten Wachstumsmarkt für die Leistungshalbleiter von Infineon dar. Drehzahlregelung für ElektromotorenElektrische Antriebe verbrauchen laut Bericht der Internationalen Energieagentur IEA heutzutage mehr als 40 Prozent des Stroms weltweit. Durch variable Anpassung der Drehzahl und damit der Leistung des Motors an den Bedarf der jeweiligen Anwendung, die sogenannte Drehzahlregelung von Elektromotoren (Variable Speed Drive - VSD), kann der Stromverbrauch eines Elektromotors um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Mehr und mehr Länder schreiben daher für Neuinstallationen von Elektromotoren die Drehzahlregelung vor (siehe "Die Segmente - Industrial & Multimarket"). Ein Halbleiteranteil von fast €4 pro Kilowatt Motorleistung allein für die Leistungshalbleiter macht die drehzahlgeregelten Elektromotoren zu einem starken Wachstumstreiber unseres Industrieelektronikgeschäfts. Stromverbrauch von Elektromotoren![]() Effizienz der WandlungAuch in privaten Haushalten können die Stromkosten durch unsere Halbleiter gesenkt werden. Die Energieeffizienz der Haushaltsgeräte wird zunehmend auf den Geräten ausgewiesen. Verbraucher können dadurch den Stromverbrauch verschiedener Geräte beim Neukauf miteinander vergleichen. Die Effizienz der Wandlung von Wechsel- zu Gleichstrom spielt dabei eine wichtige Rolle. So verfügen beispielsweise Netzteile mit einem sogenannten Platinum-Label über eine Wandlungseffizienz von rund 90 Prozent und sind damit den Netzteilen mit dem sogenannten Gold-Label um 2 Prozentpunkte überlegen. Ein deutlicher Anstieg der Marktdurchdringung dieser Netzteile in Anwendungen für die Informations- und Kommunikationstechnologie, insbesondere bei Servern, wird für die nächsten vier Jahre erwartet. Laut Bericht der Europäischen Kommission wurden in der Europäischen Union in den vergangenen drei Jahren dank Anwendung von Platinum-, Gold- und anderen von Energy Star vergebenen Labels schätzungsweise 11 Terawattstunden weniger Strom verbraucht. Dies entspricht etwa 16 Prozent des Stromverbrauchs aller in der EU neuverkauften Bürogeräte und mehr als €1,8 Milliarden an eingesparten Stromkosten. Das Wachstum in diesem Bereich treiben nicht nur die Stückzahlen -je nach Anwendung wächst der Halbleiteranteil zwischen 5 und 60 Prozent pro Prozentpunkt höherer Effizienz. Marktdurchdringung hocheffizienter Netzteile (Platinium Label)![]() Digital Power ManagementDie Stromversorgung der einzelnen Komponenten innerhalb eines Servers kann entweder analog oder digital gesteuert werden. Das heißt sinngemäß, dass die notwendigen Korrekturen, die die Spannung vom "Ist"-zum "Soll"-Zustand bringen sollen, analog oder digital berechnet werden können. Das Ziel: Stromsparen, dabei aber die notwendige Leistung erbringen. Die digitale Steuerung (Digital Power Management - DPM) ist für mehr und mehr Server-Hersteller die Regelmethode ihrer Wahl. Für das Wachstum in diesem Bereich soll sich laut Bericht des Marktforschungsunternehmens IMS Research ein Wert von durchschnittlich 30 Prozent pro Jahr im Zeitraum von 2010 bis 2015 ergeben. Bei normaler Konjunkturlage dürften die genannten globalen Trends und aus diesen abgeleitete Wachstumsfelder zu einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von mehr als 10 Prozent pro Jahr für das Segment Industrial & Multimarket führen. WACHSTUM DES CHIP CARD & SECURITY-SEGMENTSDie Wachstumstreiber des Chip Card & Security-Segments können in zwei Gruppen aufgeteilt werden: klassisches Sicherheitschip-Geschäft und neue Geschäftsfelder. KLASSISCHES SICHERHEITSCHIP-GESCHÄFTHier sind die Hauptwachstumstreiber elektronische Ausweisdokumente sowie chipbasierte Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr. Das größte Wachstumspotenzial im Bereich elektronischer Ausweisdokumente haben die mit Sicherheitschips ausgestatteten Personalausweise. So folgen dem Beispiel Deutschlands, wo seit Ende letzten Jahres der neue elektronische Personalausweis ausgegeben wird, weitere große europäische sowie asiatische Länder. Elektronische Personalausweise erhöhen nicht nur das Sicherheitsniveau des Identitätsnachweises, zum Beispiel durch Speichern des Fotos auf dem Chip, sondern bieten auch die Möglichkeit, sich online auszuweisen sowie digitale Dokumente rechtsverbindlich zu unterzeichnen. Das Wachstum des Marktes für elektronische Fahrscheine wird von der stark zunehmenden Urbanisierung beflügelt. Dadurch verursachte Verkehrsprobleme machen einen massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs notwendig. Insbesondere in großen asiatischen Metropolen werden dabei hohe Investitionen in chipbasierte Ticketsysteme getätigt. Die Verbreitung von elektronischen Ticketsystemen ist zudem im Personenfernverkehr, wie etwa bei nationalen Bahngesellschaften in Russland und China, zu beobachten. Für diese zwei Chipkartenapplikationen geht das Marktforschungsunternehmen IMS Research von einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 10 Prozent für den Zeitraum von 2011 bis 2016 aus. Ein nur leichtes Wachstum dagegen wird in den kommenden Jahren für den Markt der SIM-Karten für Mobiltelefone erwartet. NEUE ANWENDUNGSSFELDERDurch die weiter zunehmende Vernetzung elektronischer Geräte und Systeme sowie die steigende Verbreitung webbasierter mobiler Geräte werden Datensicherheit und -integrität immer wichtiger. Near Field Communication (NFC), Cloud Computing oder Smart Metering sind nur einige Beispiele für neue Anwendungen, bei denen Datensicherheit ein Erfolgsfaktor ist und die das Wachstum unseres Chip Card & Security-Segments treiben. Near Field CommunicationDurch die Verbindungstechnologie Near Field Communication (NFC) ist es möglich, Smartphones und andere mobile Geräte zum Beispiel zum mobilen Bezahlen, als Fahrkarte im öffentlichen Nahverkehr oder als Zugangsberechtigung zu Gebäuden zu verwenden. Das Marktforschungsunternehmen IMS Research erwartet, dass bereits im Kalenderjahr 2011 weltweit rund 40 Millionen NFC-fähige Mobiltelefone verkauft werden und dass diese Zahl im Jahr 2012 auf rund 120 Millionen Stück wächst. Jedes zehnte neue Mobilgerät verfügt dann über NFC-Funktionalität. Die zahlreichen Applikationen und Services, die dadurch ermöglicht werden, stellen neue Anforderungen an die Sicherheit. Infineon liefert hierfür ein breites Portfolio an Sicherheitschips, die zum Schutz sensibler Daten, insbesondere beim mobilen Bezahlen, notwendig sind. Smart MeteringDas intelligente Stromnetz der Zukunft "Smart Grid" sorgt für die kommunikative Vernetzung und Steuerung bei der Erzeugung von Energie, ihrer Übertragung und dem Energieverbrauch. Die gesamte Infrastruktur muss hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das Smart Grid und die Datenströme zwischen seinen Komponenten -wie Zugangs-Gateways und Verbrauchszählern, den Smart Metern -müssen gegen Angriffe und Manipulation abgesichert sein. Authentizität und sichere Übertragung der Verbrauchsdaten sind hierbei unerlässlich. Hierfür bietet Infineon spezielle Sicherheitsmodule. Für das Segment Chip Card & Security wird bei normaler Konjunktur ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent pro Jahr erwartet. MARGENZIELEBei einer Weltkonjunkturlage mit normalen Wachstumsraten ist es unser Ziel, eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 20 Prozent zu erreichen. Bei den Segmenten gehen wir dabei von einer Marge von 15 bis 20 Prozent bei Automotive, 20 bis 25 Prozent bei Industrial & Multimarket und 10 bis 15 Prozent bei Chip Card & Security aus. Über den Konjunkturzyklus hinweg erwarten wir eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 15 Prozent im Durchschnitt. Marge der drei Segmente![]() Im Geschäftsjahr 2011 wurden all diese Ziele erreicht. Aus vier Gründen heraus glauben wir, diese Margen auch nachhaltig halten zu können: HOHE MARKTEINTRITTSBARRIERENAus den Charakteristika der von uns adressierten Märkte, unserem Know-how und unserer langjährigen Erfahrung ergeben sich hohe Markteintrittsbarrieren für jeden potenziellen Wettbewerber. Im Leistungshalbleiterbereich sind höchste Effizienzwerte gefragt - und Infineon bietet genau das. So hat beispielsweise das Unternehmen SMA Solar mit unseren Komponenten einen Wirkungsgrad von 99 Prozent in seinen Wechselrichtern erreicht -ein Spitzenwert. Längst genügt es aber nicht mehr, lediglich die einzelnen Komponenten zu optimieren. Mittlerweile werden ganze Systeme im Zusammenspiel aller Komponenten optimiert, um die Systemeffizienz weiter zu steigern. Das erfordert ein umfassendes Verständnis des gesamten Kundensystems. Auch hier sind wir führend. Infineon erschließt sich das Systemverständnis durch tiefe und teilweise seit Jahrzehnten bestehende Beziehungen zu den Schlüsselkunden in den jeweiligen Abnehmerindustrien. Die gesamten Systeme werden nicht nur in puncto Leistung optimiert -unsere Produkte müssen auch höchsten Qualitäts- und Langlebigkeitsansprüchen genügen. Sie müssen in Autos, Zügen oder Windturbinen auch nach einem Jahrzehnt noch störungsfrei ihre Arbeit verrichten. All diese Faktoren bilden hohe Eintrittsbarrieren, die mögliche Wettbewerber überwinden müssen, um in unsere Märkte einzudringen. UNSERE HALBLEITER TREIBEN PRODUKTFUNKTIONALITÄTEin weiteres Merkmal unserer Produkte ist, dass sie viele Innovationen in Endprodukten überhaupt erst möglich machen. Ob es die Bremskraftrückgewinnung in Zügen oder Autos oder die elektrische anstelle der hydraulischen Servolenkung im Auto ist, es sind Halbleiter, die diese Funktionalität erst ermöglichen und damit hohen Kundennutzen stiften. HALBLEITERWERT IST KLEIN VERGLICHEN MIT DEM WERT DES ENDPRODUKTSObwohl sie beim Endverbraucher hohen Nutzen stiften, ist der Anteil der Halbleiter am Gesamtwert der Endprodukte unserer Kunden gering. So befähigt man mit nur etwa €250 ein Golf-Klasse-Auto zur Einhaltung höchster Sicherheits- und CO2 -Standards. Das entspricht lediglich etwa einem Prozent des Werts des Endprodukts. Bei den Schnellzügen sind es trotz des hohen Halbleiteranteils von bis zu €100.000 nur etwas weniger als 2 Prozent. INFINEONS KERNKOMPETENZEN ALS WETTBEWERBSVORTEILUnsere Kernkompetenzen liegen bei den Leistungshalbleitern sowie bei eingebetteten elektronischen Steuergeräten, der sogenannten Embedded Control. Überlegenes Fertigungs- und Entwicklungs-Know-how bei Leistungshalbleitern ermöglicht die Herstellung von "best-in-class"-Produkten bei stetiger Verbesserung unserer Kostenposition. Mit unserer weltweit führenden 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie bauen wir unsere Wettbewerbsvorteile mit Stückkostenvorteilen von 20 bis 30 Prozent gegenüber den heute gebräuchlichen 200-Millimeter-Wafern weiter aus (siehe auch Kapitel "Forschung und Entwicklung, Fertigung"). Auch innovatives Design lohnt sich. Mit dem sogenannten Super-Junction-MOSFET haben wir schon vor Jahren einen ganz neuen Typus von Hochleistungsschalter mit überlegenen Effizienzwerten geschaffen. Mittlerweile liegen die kumulierten Verkaufszahlen für das Produkt im Milliarden-Stück-Bereich und die Umsätze jedes Jahr im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Im Bereich der eingebetteten elektronischen Steuergeräte haben wir ebenso Herausragendes vorzuweisen. Unsere Mikrocontroller für Automotive-Anwendungen sind seit Generationen im Markt etabliert. Unsere sogenannte TriCoreTM-Architektur belegt eine führende Position in der Motor- und Getriebesteuerung (siehe "Die Segmente - Automotive"). Auch unsere Chipkarten-Controller setzen neue Maßstäbe in Sachen Sicherheit. Wir haben unsere Sicherheitstechnologie "Integrity Guard" für Anwendungen entwickelt, bei denen sensible Daten besonders gut und lange gesichert sein sollen. Beispiele sind Kreditkarten und hoheitliche Dokumente wie der elektronische Reisepass oder der neue deutsche Personalausweis (siehe "Die Segmente - Chip Card & Security"). ZIELGESCHÄFTSMODELLIn Anbetracht des Wachstums unserer Zielmärkte sowie unserer führenden Marktpositionen glauben wir, im normalen Konjunkturumfeld ein durchschnittliches Umsatzwachstum von mindestens 10 Prozent pro Jahr realisieren zu können. Die Brutto-Ergebnis-Marge sollte sich auf mindestens 40 Prozent vom Umsatz belaufen. Für Forschung und Entwicklung wollen wir einen niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatz vom Umsatz aufwenden. Vertrieb und Verwaltung sollen zusammen einen niedrigen Zehnerprozentsatz vom Umsatz kosten. Damit wollen wir im normalen Konjunkturumfeld eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 20 Prozent vom Umsatz erreichen. Zielgeschäftsmodellscroll
INVESTITIONENWir müssen in unserem Geschäft der Leistungshalbleiter jedes Jahr ein Stückzahlenwachstum in der Fertigung von durchschnittlich rund 15 Prozent darstellen können, um mit dem Nachfragewachstum Schritt halten zu können (siehe auch Kapitel "Forschung und Entwicklung, Fertigung"). Im laufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen davon aus, dass die Investitionen in Anlagevermögen sich ungefähr auf dem Niveau des Geschäftsjahrs 2011 bewegen werden. Das Investitionsvolumen wird in 2013 plangemäß unter dem Volumen des Geschäftsjahrs 2012 liegen. In den darauf folgenden Jahren dürfte sich dann ein Wert von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz einstellen. AUSBLICKDer Ausblick für das Wachstum der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2012 hat sich gegenüber den Verhältnissen im abgelaufenen Geschäftsjahr eingetrübt. Aktuell wird bestenfalls mit einer Wachstumsrate von 3,2 Prozent gerechnet, aber auch eine Rezession der Weltwirtschaft kann nicht ausgeschlossen werden. Unter der Annahme, dass es zu keiner Verstärkung der Turbulenzen an den Finanzmärkten kommt oder Entwicklungen bei der Verschuldung der Staatshaushalte eintreten, die die Weltwirtschaft in eine Rezession führen, geht Infineon davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken wird. Die Gesellschaft schließt mit Blick auf die Diskrepanz zwischen dem eigenen Ausblick und den Prognosen der Marktforscher nicht aus, dass die aktuelle Eintrübung der Aussichten für die einzelnen Segmente der Halbleiterindustrie noch nicht vollständig in den Prognosen der Marktforscher nachvollzogen ist. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Infineon eine Gesamtsegmentergebnis-Marge in Höhe eines niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatzes vom Umsatz. Diese Planung basiert auf der Annahme eines Umsatzrückgangs um einen mittleren einstelligen Prozentsatz, einer Bruttomarge von unter 40 Prozent sowie auf einem Wachstum der Betriebsaufwendungen von 5 bis 10 Prozent gegenüber den Niveaus des Geschäftsjahrs 2011. Für weitere Details zum Ausblick siehe "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken - Prognosebericht". -> DIE SEGMENTEZusammen mit unseren Kunden arbeiten wir an Technologien und Produkten, die unseren Alltag effizienter, mobiler und sicherer machen.80 kWElektrische Leistung, die unser IGBT-Modul HybridPACK™2 in Elektro- und Hybridautos steuern kann.DER SCHWERPUNKT DES GESCHÄFTS VON INFINEON RICHTET SICH AUF DREI GROSSE GESELLSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN: ENERGIEEFFIZIENZ, MOBILITÄT UND SICHERHEIT. ALLE DREI BIETEN FÜR DAS UNTERNEHMEN LANGFRISTIG GUTE WACHSTUMSPERSPEKTIVEN.ENERGIEEFFIZIENZEnergieeffizienz spielt eine zentrale Rolle in der modernen Gesellschaft. Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Zum einen, weil die fossilen Energieträger in absehbarer Zeit zur Neige gehen, zum anderen, weil Strom günstig und sehr schnell transportiert und effizient gewandelt werden kann. Halbleiter von Infineon erhöhen die Energieeffizienz in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und optimale Nutzung von Energie in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Autos. MOBILITÄTDas Bedürfnis der Menschen nach Mobilität ist eine weitere große Herausforderung der modernen Gesellschaft. Dies gilt für die individuelle Mobilität genauso wie für die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Infineon liefert Halbleiterlösungen für die Automobilindustrie sowie für eine Vielzahl von Zugsystemen und sorgt so für die Mobilität der Menschen in und zwischen den Metropolen. Für Schnellzüge, Metrobahnen, Elektro- und Hybridautos, Autos mit Verbrennungsmotor sowie für Zweiräder mit Elektroantrieb entwickeln wir immer kompaktere Lösungen, um unseren Kunden mehr Funktionalität auf immer kleinerem Raum anzubieten. SICHERHEITDie zunehmende Mobilität und Vernetzung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen hinsichtlich Daten- und Systemsicherheit mit sich: mobiles Bezahlen, hardwarebasierte Sicherheit in vernetzten Systemen und hoheitlichen Dokumenten. Halbleiter von Infineon ermöglichen die Einhaltung der weltweit höchsten Sicherheitsstandards. Dadurch sorgen sie dafür, dass zum Beispiel Datenaustausch, Cloud Computing, Finanztransaktionen, Logistiksysteme und Grenzkontrollen immer komfortabler und sicherer werden. Wichtige Anwendungsbereiche sind elektronische Reisepässe, Personalausweise, Gesundheitskarten sowie Bezahlkarten und zunehmend auch Sicherheitsanwendungen über die Chipkarte hinaus. AUTOMOTIVEUMSATZ UM 22 PROZENT AUF €1.552 MILLIONEN GESTEIGERT. SEGMENTERGEBNIS UM 41 PROZENT AUF €279 MILLIONEN ERHÖHT.TREND ZUR ELEKTROMOBILITÄT IST UNUMKEHRBAR.KURZBESCHREIBUNGInfineon ist einer der wenigen Halbleiterhersteller, die eine breit gefächerte Produktpalette mit hohem Systemverständnis und Qualitätsniveau verbinden können. Diese Kompetenzen machen uns seit über 40 Jahren zum bevorzugten Partner unserer Kunden. Unser Innovationsschwerpunkt liegt auf der Integration von Funktionalität und somit auf Halbleitern mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir setzen auf folgende Wachstumstreiber: die Verbesserung der Energieeffizienz, die Erhöhung der Fahrsicherheit und das schnell wachsende Segment der Autos im unteren Preissegment. Je nach Anforderung im Antriebsstrang, der Fahrsicherheit oder der Komfortelektronik lässt sich aus unserem Produktportfolio eine geeignete Lösung aus Mikrocontrollern, intelligenten Sensoren und Leistungshalbleitern zusammenstellen. STRATEGISCHE AUSRICHTUNGFür die nächsten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, sehen wir drei wesentliche Trends, die die Entwicklung der Automobiltechnik bestimmen werden und die wir mit unseren Produkten maßgeblich unterstützen: Emissionsarme Fahrzeuge: Im Hinblick auf zukünftige Antriebe und die Einhaltung sich verschärfender Abgasnormen entwickeln wir zusammen mit unseren Leitkunden Steuerungssysteme basierend auf Mikrocontrollern, Sensoren und Leistungselektronik. Wir leisten unseren Beitrag zur CO2 -Reduktion über immer effizientere Verbrennungsmotoren. Auch bei der zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeuge -im gesamten Antriebsstrang wie auch in den einzelnen Aggregaten -nimmt Infineon eine führende Rolle in der Halbleiterindustrie ein. Sichere Fahrzeuge: Mit unseren Produkten decken wir eine Vielzahl an aktiven und passiven Sicherheitsanwendungen ab, die dabei helfen, die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern: Airbag, Seitenaufprallschutz, elektronische Lenkunterstützung, Gurtstraffer, Reifendruckkontrolle, radarbasierte Fahrerassistenzsysteme und ABS/Fahrzeugstabilitätsregelung (ESP). Fahrzeuge im unteren Preissegment: Das Auto gilt als Inbegriff der individuellen Mobilität. In Wachstumsregionen wie Indien, China, Russland und Südamerika muss es jedoch vor allem eines sein: bezahlbar. Zusammen mit unseren Kunden versuchen wir, die Fahrzeuge den Anforderungen der Menschen entsprechend zu gestalten, das heißt mit hochwertigen Komponenten und tiefem Systemverständnis die Systemkosten zu reduzieren und damit die Kostenziele unserer Kunden zu treffen. DAS SEGMENT AUTOMOTIVE IM GESCHÄFTSJAHR 2011Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.552 Millionen; ein Wachstum von 22 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahrs. Das Segmentergebnis betrug €279 Millionen; eine Steigerung von 41 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie im Kapitel "Entwicklung der Segmente - Automotive". Das Segment Automotive repräsentiert einen Anteil von 39 Prozent der Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten. 29 Prozent des Umsatzes entfielen auf Distribution. Umsatz und Segmentergebnis![]() Umsatzanteil des Segments Automotive am Infineon-Gesamtumsatz![]() Anteil der Distribution am Umbau des Segments Automotive![]() Die starke Zunahme der Autoproduktion in Asien, vor allem in China, macht sich in unserer regionalen Umsatzverteilung bemerkbar. In der Region Asien-Pazifik erzielen wir bereits rund 30 Prozent unseres weltweiten Umsatzes. Regionale Umsatzverteilung des Segments Automotive![]() HIGHLIGHTSAUSZEICHNUNG VON CONTINENTALBereits zum zweiten Mal nach 2009 wurde Infineon von Continental mit einem "Supplier Award 2010" in der Kategorie "Leistungshalbleiter, Leistungsschalter, Antriebe" geehrt. Infineon war damit der einzige Halbleiterhersteller, der im von steilen Produktionsanstiegen geprägten Nachkrisenjahr, ausgezeichnet wurde. AURIX™-FAMILIE FÜR ANTRIEBSSTRANG UND SICHERHEITBereits zwei namhafte europäische Automobilzulieferer wählten AURIX™, unsere 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontroller-Familie, für ihre künftigen Antriebsstrang-Plattformen. Damit ist AURIX™ die zentrale Mikrocontroller-Architektur für das Motormanagement und die Getriebesteuerung bis weit in das nächste Jahrzehnt. Neben der reinen Rechenleistung empfiehlt sich die AURIX™-Familie auch für sicherheitskritische Anwendungen wie ABS/ESP und Servolenkung. Neueste Sicherheitsnormen verlangen die simultane und damit redundante Berechnung auf mehreren Kernen, wofür die Architektur der AURIX™-Familie ideal geeignet ist. Die zukünftigen Sicherheitsvorschriften für Unfallprävention sowie die neuen Fahrerassistenzsysteme sehen wir als weitere Markttreiber für AURIX™. E-BIKES PRÄGEN IN CHINA DAS STRASSENBILDOb Fahrrad, Scooter oder Motorrad -der Trend zum elektrischen Zweirad gewinnt weltweit an Dynamik. Da der Elektromotor und die Batterie im Vergleich zum Auto nur ein geringes Fahrzeuggewicht bewegen müssen, ergeben sich durch die kurzen Ladezeiten und ausreichende Reichweite keinerlei infrastrukturelle Hürden. Daher wurden bis heute bereits rund 100 Millionen e-Bikes weltweit verkauft. Für diese umweltfreundlichen Verkehrsmittel bieten wir komplette Systemlösungen für Motormanagement, Batteriemanagement, Beleuchtung und Anzeigeinstrumente. Zum Einsatz kommen dabei Spannungsregler, Mikrocontroller, Sensoren, Treiber-ICs und Leistungskomponenten. Um global erfolgreich zu sein, müssen manche Komponenten den lokalen Bedingungen angepasst werden. Der Spannungsregler IFX21003 zum Beispiel wurde speziell für den chinesischen Markt konzipiert. Unser chinesischer Partner vor Ort entwickelt die Steuerungseinheit mit unseren Komponenten und bedient rund ein Drittel des chinesischen Marktes. INFINEONS LEISTUNGSMODULE SIND SCHLÜSSELKOMPONENTEN IN ELEKTROAUTOSBetrachtet man die elektrischen Komponenten in konventionellen Autos, so gehört die Klimaanlage mit rund 1.500 Watt zu den größten elektrischen Verbrauchern. Im Vergleich dazu spielen die Motoren und Aggregate in Elektro- oder Hybridautos (Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor) aber in einer anderen Liga. Die Zusatzaggregate wie Batterieheizung oder Batterieladeeinheit liegen noch im einstelligen Kilowattbereich. Doch die für den Antrieb verantwortlichen Elektromotoren erbringen eine Leistung im Bereich von 10 bis 200 Kilowatt. Sie sind damit vergleichbar mit Industriemotoren in Aufzügen, Rolltreppen oder Förderbändern. Zur Ansteuerung dieser Motoren greift Infineon auf seine jahrzehntelange Industrieerfahrung mit Drehzahl- und Lastregelung von Elektromotoren zurück und bringt sie in die Entwicklung von Leistungsmodulen mit höchsten Anwendungsanforderungen im Automobilbereich ein. Die für die Automobilwelt entwickelten und qualifizierten Komponenten haben sich in Pilotprojekten bei unseren amerikanischen, asiatischen und europäischen Kunden bewährt. Mit der Markteinführung der ersten Automodelle in diesem Jahr läuft auch bei uns die Serienproduktion an. Wir erwarten daraus in den kommenden Jahren einen deutlichen Beitrag zur Umsatzsteigerung. Infineon gewann im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlreiche neue Aufträge -unter anderem mit dem Easy1 B und Easy2B für Leistungen bis 2 Kilowatt, mit dem HybridPACK™1 für Leistungen bis 40 Kilowatt und dem HybridPACK™2 für Leistungen bis 80 Kilowatt. Das neue, kompakte HybridPACK™3 ist eine flexible Plattform, die im Leistungsbereich bis 60 Kilowatt für Anwendungen wie den Hauptumrichter beziehungsweise Generator zum Einsatz kommt. Ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg von Elektroautos ist die Reichweite, die mit einer Batterieladung zurückgelegt werden kann. Intelligentes Batteriemanagement, effiziente Motorsteuerung und optimale Bremsenergierückgewinnung sind ausschlaggebend für die maximale Fahrleistung einer Batterieladung. Unsere Halbleiterbausteine sind hierbei Schlüsselkomponenten und schaffen damit einen Mehrwert gleichermaßen für unsere Kunden und deren Endkunden. MÄRKTE, REGIONEN, TRENDSCO2-REDUKTION DURCH GESETZLICHE VORGABENDie Emissionsrichtlinien werden weltweit immer restriktiver. Die EU plant für 2020 einen Hersteller-Flottengrenzwert für Pkws von 95 Gramm CO2 pro Kilometer (gegenüber rund 160 Gramm CO2 pro Kilometer im europäischen Durchschnitt heute). Das entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von weniger als vier Liter pro 100 Kilometer. Außerdem hat die US-amerikanische Regierung mit der Autoindustrie eine Vereinbarung getroffen, nach der sich der Flotten-Benzinverbrauch der Pkw-Hersteller bis 2025 halbieren muss. Entwickelt werden daher Techniken zur Verbrauchs- und Emissionsminderung: Methoden zur hocheffizienten Verteilung und Nutzung der elektrischen Energie im Auto, verbrauchsarme Verbrennungsmotoren, Turbolader, Direkteinspritzung, Start-Stopp-Automatik und effiziente Automatikgetriebe. Unsere Mikrocontroller, Sensoren und Leistungshalbleiter sind hierfür Schlüsselkomponenten und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Autos noch sparsamer zu machen. UNUMKEHRBARER TREND ZUR ELEKTROMOBILITÄTDer fossile Energieträger Erdöl geht zur Neige und der CO2 -Ausstoß wird zur Gefahr für das Klima. Der Weg zum elektrischen Antrieb ist daher vorgezeichnet. Verschiedene Alternativen der Antriebsarchitektur wie Elektro- und Hybridantriebe werden derzeit zur Serienreife gebracht. Auch wenn die Stückzahlen dieser Autos noch klein sind -aufgrund der hohen Bestückung mit Leistungshalbleitern sind diese Antriebe für Infineon ein wichtiger Wachstumsmarkt. Doch nicht nur im Automobilmarkt, auch bei den Zweirädern nimmt die Elektrifizierung zu: Elektrofahrräder mit Tretunterstützung (Pedelecs) und Elektroroller ohne Tretunterstützung (Elektro-Scooter) werden immer stärker nachgefragt. Weltweit wurden 2010 rund 23 Millionen E-Bikes verkauft; davon allein 21 Millionen in China (Quelle: Peak Research, 2011 ). Durch diese hohen Stückzahlen eröffnet sich für uns ein neues Wachstumsfeld. FAHRERASSISTENZSYSTEME ERREICHEN HÖHERE MARKTDURCHDRINGUNGFahrerassistenzsysteme, die bisher Baureihen der Oberklasse vorbehalten waren, halten zunehmend auf breiter Front Einzug in die Kompakt- und Mittelklasse. So wurden in diesem Jahr neue Kompaktklassemodelle vorgestellt oder angekündigt, die über Hilfssysteme wie Abstandsradar, Toter-Winkel-Erkennung, Fahrlichtassistent, Spurhalteassistent und aktive kamerabasierte Einparkhilfe verfügen. Der nächste Schritt ist bereits absehbar: In den kommenden Jahren wird der Fortschritt zum "teilautonomen Fahren" führen. Zuerst wird man den Autopiloten im Kolonnen- oder Stop-and-go-Verkehr einschalten können, später auch bei höherem Tempo. Immer mehr Sensoren und Mikrocontroller sind bei diesen Sicherheits- und Komfortsystemen für das Fahren, Bremsen, Lenken und Parken erforderlich. Die Sicherheitsanforderungen für diese unfallvermeidenden Systeme sind sehr hoch und erfassen nun auch die Komponentenebene. Zur Erfüllung der Sicherheitsanforderungen eignet sich besonders eine Mehrkern-Mikrocontroller-Architektur, wie wir sie bei unserer nächsten 32-Bit-Familie AURIX™ implementiert haben. ASIEN-PAZIFIK BLEIBT WACHSTUMSREGIONMit rund 30 Prozent Umsatzbeitrag ist Asien nach Europa und vor Nordamerika für uns inzwischen der zweitwichtigste Markt. Wachstumstreiber sind vor allem die schnell wachsende Nachfrage nach Autos in China und die Verankerung von Elektromobilität im jüngsten Zwölfjahresplan der chinesischen Regierung. Neben China und Indien spielt Südkorea für uns eine zentrale Rolle. Durch die bereits vor einigen Jahren gestarteten Kooperationen sind wir in Südkorea zum Automobil-Halbleiterlieferanten Nummer 1 aufgestiegen. MARKTPOSITIONDurch den Zusammenschluss der beiden japanischen Wettbewerber Renesas Technology und NEC Electronics entstand im April 2010 Renesas Electronics mit einem Marktanteil von 14 Prozent (Quelle: Strategy Analytics, April 2011 ). Infineon ist mit einem Marktanteil von 9 Prozent der zweitgrößte Automobil-Halbleiterhersteller der Welt. Auf den Positionen 3 (Freescale mit 8 Prozent), 4 (STMicroelectronics, ebenfalls 8 Prozent) und 5 (NXP mit 7 Prozent) gab es keine Veränderung. Die fünf größten Wettbewerber vereinen 46 Prozent des Marktes auf sich. Infineon ist weiterhin Marktführer in Europa mit einem Marktanteil von 14 Prozent. Insgesamt werden im Jahr 2011 Halbleiter im Wert von circa US$23,5 Milliarden in Fahrzeugen verbaut (Quelle: Strategy Analytics, September 2011). Weltmarkt Automobil Halbleiter![]() AnwendungsfelderAntriebsstrang (Motor- und Getriebesteuerung) Hybrid- und Elektroauto (Antriebssteuerung für Elektromotor, Batterie-Management, Charger) Karosserie- und Komfortelektronik (Lenkung, Dämpfung, Licht, Klimaanlage, Schiebedach, Fensterheber, Scheibenwischer, zentrale Karosseriesteuergeräte, Türelektronik) Sicherheit (ABS, Airbag, ESP, Abstandswarnung) ProduktspektrumMikrocontroller (8-Bit, 16-Bit, 32-Bit) Magnetfeldsensoren Barometrische Drucksensoren Reifendrucksensoren Drahtlos-Sende- und Empfangs-ICs (HF, Radar) Diskrete Leistungshalbleiter (MOSFETs, IGBTs) Leistungs-ICs (Spannungsregler, Treiber, Schnittstellenbausteine) IGBT-Module Schlüsselkunden1scroll
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Direktkunden ohne Distribution. INDUSTRIAL & MULTIMARKETUMSATZ UM 26 PROZENT AUF €1.800 MILLIONEN GESTEIGERT. SEGMENTERGEBNIS UM 51 PROZENT AUF €444 MILLIONEN ERHÖHT.GESETZLICHE RICHTLINIEN SCHREIBEN HÖHERE EFFIZIENZ VON ELEKTROMOTOREN UND NETZTEILEN VOR.KURZBESCHREIBUNGNachhaltige Stromversorgung bedeutet, elektrische Energie aus umweltfreundlichen Quellen zu gewinnen, mit geringen Verlusten zu übertragen, zuverlässig zu verteilen und effizient anzuwenden. Als einziges Unternehmen weltweit bietet Infineon Leistungshalbleiter und Leistungsmodule für den gesamten Prozess von Erzeugung, Übertragung und Verbrauch elektrischer Energie. Unsere Produkte haben eine enorme Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung, sowohl beim Einsatz erneuerbarer Energien als auch bei der effizienten Nutzung von elektrischer Energie in Industrie, Gewerbe und im Privatbereich. Das wachstumsstarke Segment Industrial & Multimarket wird zum 1. Januar 2012 in die zwei selbständigen Einheiten Industrial Power Control (IPC) und Power Management & Multimarket (PMM) aufgeteilt. Mit diesem Schritt können die Marktpotenziale mit einer gezielteren Applikationsorientierung noch besser genutzt werden. IPC konzentriert sich auf elektrische Antriebstechnik und erneuerbare Energien. PMM hat den Schwerpunkt auf Komponenten für Stromversorgung und Hochfrequenz. STRATEGISCHE AUSRICHTUNGElektrizität wird zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Davon sind wir überzeugt. Nicht nur, weil fossile Brennstoffe umweltschädlich sind und voraussichtlich teurer werden. Sondern auch, weil Strom günstig ist und extrem schnell transportiert und effizient gewandelt werden kann. Effizienzsteigerung und Systemminiaturisierung: Der Wunsch nach immer platzsparenderen Systemen bedeutet, die Ansteuerelektronik für Elektrogeräte immer kleiner und stromsparender zu machen und immer kleinere Gehäusevolumina für die Energiewandlung zu ermöglichen. Kunden profitieren bei ihren Produkten von einer höheren Effizienz, einer höheren Zuverlässigkeit sowie reduzierten Abmessungen und Gewichten. Technologische Führerschaft: Manche Anwendungen erlauben in Bezug auf Qualität, Robustheit, Effizienz, Temperaturfestigkeit oder Langlebigkeit keine Kompromisse. Solche Kundenanforderungen können nur mit technologisch führenden Komponenten erfüllt werden. Unser Anspruch ist es, durch eine Kombination aus Halbleiter-Materialverständnis sowie Front-End- und Back-End-Prozesstechnologie dem Kunden das für seine Anwendung optimale Produkt anbieten zu können. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis auf Systemebene: Nicht die Kosten für einzelne Komponenten bestimmen den Markterfolg des Kundenprodukts, sondern die gesamten Systemkosten. Für ein umfassendes Systemverständnis ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden unerlässlich. Unsere Kundennähe ermöglicht uns die Entwicklung optimaler Halbleiterkomponenten, die andere Komponenten einsparen helfen oder die Systemzuverlässigkeit erhöhen. Das schafft Mehrwert für den Kunden. DAS SEGMENT INDUSTRIAL & MULTIMARKET IM GESCHÄFTSJAHR 2011Im Segment Industrial & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.800 Millionen, ein Wachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segmentergebnis betrug €444 Millionen; eine Steigerung von 51 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Information zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie in Kapitel "Entwicklung der Segmente -Industrial & Multimarket". Das Segment Industrial & Multimarket repräsentiert einen Anteil von 45 Prozent der Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten. 40 Prozent des Umsatzes entfielen auf Distribution. Umsatz und Segmentergebnis![]() Umsatzanteil des Segments Industrial & Multimarket am Infineon-Gesamtumsatz![]() Anteil der Distribution am Umbau des Segments Industrial & Multimarket![]() China steht heute mehr oder minder für alle Halbleiterhersteller im Mittelpunkt. Viele Design-Entscheidungen werden zwar weiterhin in Europa und in den USA gefällt, die Produkte werden dann aber bei Auftragsfertigem in China hergestellt. Rund 55 Prozent des IMM-Umsatzes werden daher mittlerweile in Asien-Pazifik erwirtschaftet -der Löwenanteil davon in China. Regionale Umsatzverteilung des Segments Industrial & Multimarket![]() HIGHLIGHTSEFFIZIENZSTEIGERUNG UND SYSTEMMINIATURISIERUNG: OptiMOS™ FÜR MITTLERE SPANNUNGEN VON 60 BIS 150 VOLTInfineon erweitert sein Portfolio der Niedervolt-Leistungstransistoren, der Familie der OptiMOS™ MOSFETs, um Transistoren für Spannungen von 60 bis 150 Volt. Damit können Systementwickler Designs realisieren, die sich durch eine höhere Leistungsdichte und Effizienz sowie ein optimales Wärmeverhalten auszeichnen und dabei äußerst platzsparend sind. Das senkt Kosten und verlängert die Betriebslaufzeiten, was besonders interessant ist für den Einsatz in Rechenzentren, DC/DC-Wandlern für Telekom-Applikationen, Motorsteuerungen oder Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien. Infineon genießt auch einen ausgezeichneten Ruf für seine Kleinsignal-MOSFETs, die für die Automobilelektronik spezifiziert sind. Das entsprechende Portfolio hat Infineon jetzt mit der OptiMOS™ "606"-Familie erweitert. Mit dem besten RDS(on)-Wert bei gegebener Boardfläche bieten die 60-Milliohm-Bausteine eine höhere Effizienz bei geringen Lasten. Die Produkte sind prädestiniert für Anwendungen, bei denen es sowohl auf einen geringen Platzbedarf als auch auf eine geringe Leistungsaufnahme ankommt. Typische Anwendungen sind Batterie-Managementsysteme von elektrischen oder Hybrid-Fahrzeugen sowie der externe Transistor in DC/DC-Wandlern für kleine Lasten. TECHNOLOGISCHE FÜHRERSCHAFT: 650V-CoolM0S™ CFD2 LEISTUNGSTRANSISTOR SETZT NEUE MASSSTÄBEDie Leistungstransistoren der CoolMOS™-Familie von Infineon setzen neue Maßstäbe in puncto Energieeffizienz. Die CoolMOS™-Bausteine, sogenannte Hochvolt(HV)-MOSFETs, sorgen für eine maßgebliche Verringerung der Leitungs- und Schaltverluste in Stromversorgungen. Ausschlaggebend hierfür ist, dass die CoolMOS™-Bausteine von allen auf dem Markt verfügbaren HV-MOSFETs den geringsten Widerstand im Einschaltzustand pro Gehäusefläche und gleichzeitig die höchste Schaltgeschwindigkeit bieten. Der 650V-CoolMOS™ CFD2 ist der weltweit erste HV-Transistor mit 650 Volt Durchbruchspannung und einer integrierten Fast-Body-Diode. Er ermöglicht Netzteile, die noch kompakter, leichter und effizienter sind und somit weniger Wärme produzieren. Wir adressieren damit Anwendungen wie Solar-Wechselrichter, Computer, Rechenzentren, Beleuchtungen und Telekommunikation. Mit der CoolMOS™-Technologie hat sich Infineon als Marktführer für Energieeffizienz bei Hochvolt-Anwendungen etabliert. BESTES PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS AUF SYSTEMEBENE: 4,5-kV-IGBT-MODUL FÜR ANTRIEBE UND HGÜInfineon schließt mit den in diesem Jahr vorgestellten IGBT-Modulen der Spannungsklasse von 4,5 Kilovolt (kV) die Lücke zwischen den etablierten 3,3- und 6,5-kV-IGBT-Modulen. Die neuen 4,5-kV-Module sind sehr energieeffizient und weisen wesentlich geringere Schaltverluste gegenüber Lösungen mit alternativen Produkten auf. Das ist für unsere Kunden ein wichtiger technologischer Fortschritt: Durch die verminderten Verluste wird der Kühlaufwand reduziert, was letztendlich die Systemkosten senkt. Mit 1.200 Ampere können die IGBT-Module bei gleichem Raumbedarf 25 Prozent höhere Ströme schalten als vergleichbare Vorgängerprodukte am Markt. Vor allem für äußerst anspruchsvolle Anwendungen wie Zugantriebe, Mittelspannungs-Industrieantriebe oder Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs(HGÜ)-Anlagen werden unsere IGBT-Lösungen noch robuster und langlebiger. Mithilfe der HGÜ-Technik kann elektrische Energie äußerst effizient über lange Strecken transportiert werden. Die Anbindung von Offshore-Windparks ans Stromnetz an Land ist eine mögliche Anwendung. Dank der höheren Stromdichte kann mehr Strom übertragen und eine höhere Ausgangsleistung erzielt werden, ohne das bestehende Frequenzumrichter-Design zu ändern oder eine stärkere Kühlung der Leistungstransistoren zu benötigen. Infineon bringt die 4,5-kV-IHV-Module in zwei Gehäusevarianten auf den Markt: Zunächst im IHV-B-Gehäuse mit einer Lagertemperatur von bis zu minus 55°C und einer Betriebstemperatur von bis zu 150°C. Dieser gegenüber Standard-IGBT-Modulen erweiterte Temperaturbereich spielt in Ländern wie Russland eine entscheidende Rolle. Die zweite Gehäusevariante ist das hoch isolierte Modulgehäuse (6,5kV-Gehäuse). Dieses bietet bei einer Isolationsfestigkeit von 10,2 Kilovolt die Luft- und Kriechwege, die für die rauen Betriebsbedingungen in Traktionsanwendungen gefordert werden. MÄRKTE, REGIONEN, TRENDSDIE BEDEUTUNG ERNEUERBARER ENERGIEN NIMMT WEITER ZUDer Ausbau der erneuerbaren Energien ist für die meisten Länder bereits durch das Kyoto-Protokoll vorgegeben. Einige Regierungen erhöhen den Anteil des Wind- und Solarstroms am Energiemix durch den beschleunigten Atomausstieg nach dem Reaktorunglück in Fukushima noch schneller als ursprünglich geplant. In Deutschland etwa soll sich der Beitrag erneuerbarer Energien an der gesamten Stromerzeugung von heute rund 20 Prozent bis 2030 auf 50 Prozent mehr als verdoppeln. Die effiziente Wandlung des fluktuierenden Stroms, der aus den natürlichen Ressourcen Wind und Sonne gewonnen wird, sowie die präzise Netzeinspeisung des erzeugten Wechselstroms erfordern Leistungskomponenten und -module höchster Güte. Verglichen mit konventionellen Kraftwerken (Kernkraft, Kohle, Wasser) ist der Bedarf an Leistungshalbleitern in Windturbinen und Photovoltaikanlagen enorm. Jüngste technische Entwicklungen fördern die Nachfrage sogar noch mehr: Getriebelose Windturbinen erfordern deutlich mehr Leistungshalbleiter als ihre getriebebasierten Alternativen. GESETZLICHE RICHTLINIEN FÜR HÖHERE EFFIZIENZWas für die Automobilindustrie schon seit vielen Jahren gilt, wird nun auch für Industriemotoren eingeführt: gesetzliche Vorgaben für die Erfüllung von Mindesteffizienzstandards. Denn der Stromverbrauch von Elektromotoren (Antriebe, Ventilatoren, Pumpen, Kompressoren) kann mit einer lastabhängigen Drehzahlregelung deutlich gesenkt werden. Seit 16. Juni 2011 müssen in der EU Elektromotoren von 750 Watt bis 375 Kilowatt daher eine elektronische Drehzahlregelung haben. Verschärfte Stufen folgen 2015 und 2017. Eine ähnliche Regelung des Gesetzes trat letztes Jahr in den USA und Kanada in Kraft. Wir bedienen diesen Markt unter anderem mit einer breiten Palette an IGBT-Modulen. Auch die Effizienz von Netzteilen wird inzwischen reguliert. Durch die amerikanische Richtlinie "80 Plus®" wird ein Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent vorgeschrieben. Infineon hat auf Basis seiner Chips ein Referenz-Design für die Konstruktion von PC- und Server-Netzteilen entwickelt, welches einen Wirkungsgrad von bis zu 92 Prozent ermöglicht und damit den industrieweit höchsten globalen Energieeffizienz-Standard "80 PLUS® Platinum" erfüllt. ASIEN BLEIBT WACHSTUMSMARKT FÜR HALBLEITERIn den vergangenen Jahren hat sich Asien zum Schlüsselmarkt für den weltweiten Halbleiterabsatz entwickelt. Wir bauen daher das Geschäft in Asien und speziell in China kontinuierlich aus. Im November 2010 haben Infineon und Goldwind, Chinas führendes Unternehmen in der Entwicklung und Fertigung von Windkraftanlagen, ein Lizenzabkommen über IGBT-Stack-Technologie für den Windenergiemarkt abgeschlossen. Hierzu hat Infineon eine Montagefertigung für IGBT-Stacks in Peking, China, aufgebaut. In China sehen wir neben den erneuerbaren Energien auch bei Antrieben langfristiges Wachstum; speziell für Gebäudeausrüstung wie Fahrstühle und Klimaanlagen sowie für Fertigungsanlagen und Roboter im produzierenden Gewerbe. Durch die langfristigen Infrastrukturprogramme für Hochgeschwindigkeitszüge zwischen den Metropolen einerseits und für Metrobahnen im Umland und innerhalb der Metropolen andererseits erwarten wir auch für die Schienenantriebstechnik eine anhaltend hohe Nachfrage. MARKTPOSITIONInfineon war im Jahr 2010 zum achten Mal in Folge die Nummer 1 im Bereich der diskreten Leistungshalbleiter und -module bei einer Marktgröße von US$15,8 Milliarden (Quelle: IMS Research, August 2011 ). Im Vergleich zu 2009 konnten wir unseren Marktanteil um 0,6 Prozentpunkte auf 11,2 Prozent steigern. Der Vorsprung zur Nummer 2, Toshiba, vergrößerte sich von 3,5 Prozentpunkten auf nun 4,4 Prozentpunkte. Weltmarkt diskrete Leistungshalbleiter und -module![]() Im US$12,3 Milliarden großen Teilsegment der diskreten Leistungshalbleiter nimmt Infineon die Spitzenstellung mit 8,6 Prozent vor STMicroelectronics mit 8,4 Prozent ein. Im Bereich Leistungsmodule (Marktgröße: US$3,5 Milliarden) liegt Infineon mit 20,4 Prozent hinter Mitsubishi mit 25,8 Prozent auf Platz 2. AnwendungsfelderErneuerbare Energieerzeugung, Energieübertragung und -wandlung Steuerung von elektrischen Antrieben für Industrieanwendungen und Haushaltsgeräte Lichtmanagementsysteme und LED-Beleuchtung Netzteile für Rechner (Server, PC, Notebook, Netbook, Tablet-Computer), Spielekonsolen und Unterhaltungselektronik Peripheriegeräte für PCs und Spielekonsolen sowie in Anwendungen der Industrie- und Medizintechnik Hochfrequenzbausteine mit Schutzfunktion für Navigations- und Kommunikationsgeräte (zum Beispiel GPS-Empfänger, Smartphone, Digital-TV) ProduktspektrumIGBT-Module und -Stacks Bipolare Komponenten (Thyristoren, Dioden) Diskrete Leistungshalbleiter Leistungs-ICs Kleinsignalkomponenten HF-Leistungstransistoren Kundenspezifische Chips (ASICs) Silicium-MEMS-Mikrofone Schlüsselkunden1scroll
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Direktkunden ohne Distribution. CHIP CARD & SECURITYUMSATZ UM 5 PROZENT AUF €428 MILLIONEN ERHÖHT. SEGMENTERGEBNIS UM 145 PROZENT AUF €54 MILLIONEN GESTEIGERT.NEUE GESCHÄFTSFELDER ADRESSIERT: NFC IN SMARTPHONES UND TPM IN CHROMEBOOKS.KURZBESCHREIBUNGInfineon ist seit 14 Jahren Weltmarktführer für Sicherheitsmikrocontroller. Basierend auf seinen Kernkompetenzen in den Bereichen Sicherheit, kontaktlose Kommunikation und integrierte Mikrocontroller-Lösungen (Embedded Control) bietet Infineon ein umfassendes Portfolio halbleiterbasierter Sicherheitsprodukte für ein breites Spektrum von Chipkarten und Sicherheitsanwendungen. Infineon setzt seine Expertise ein, um die Sicherheit in Lösungen für alle relevanten Anwendungsfelder in einer zunehmend mobilen und vernetzten Welt zu erhöhen, wie zum Beispiel Near Field Communication (NFC), Bezahlvorgänge, mobile und Prepaid-Kommunikation, Personen- und Objektidentifikation, öffentliche Verkehrsmittel, Bezahlfernsehen, Trusted Computing und Systemsicherheit. Dabei bietet Infineon mit seiner führenden Sicherheitsexpertise das industrieweit breiteste Produktportfolio für die zunehmend steigenden Sicherheitsanforderungen an und ist seit über 25 Jahren mit den anspruchsvollsten und größten Chipkartenprojekten betraut. Seine Innovationen in der hardwarebasierten Sicherheits- und der Kontaktlos-Technologie ermöglichen wachsende Mobilität und mehr Freiheit auf der Grundlage von Sicherheit und Wahrung der Privatsphäre jedes Einzelnen. STRATEGISCHE AUSRICHTUNGDie zunehmende Mobilität und Vernetzung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen hinsichtlich Daten- und Systemsicherheit mit sich, für die Infineon modernste Sicherheitslösungen bietet. Wir fokussieren uns dabei insbesondere auf folgende Anwendungsfelder: Mobiles Bezahlen: Mobile Endgeräte werden zu mobilen Geldbörsen: In Zukunft lassen sich immer mehr Kartenanwendungen im Mobiltelefon abbilden. Damit steigen nicht nur der Komfort für den Endverbraucher, sondern auch die Sicherheitsanforderungen. Infineon bietet hierfür flexible Sicherheitslösungen: von einem im Smartphone eingebauten Sicherheitsmodul bis zum integrierten Sicherheitschip in der SIM- oder SD-Karte. Systemsicherheit: Hardwarebasierte Sicherheit bietet hervorragende Möglichkeiten, die Sicherheit der dezentralen Einheiten in vernetzten Systemen zu gewährleisten. So sichert Infineons TPM-Sicherheitsmodul (Trusted Platform Module) neben klassischen PCs und Laptops auch für Cloud Computing optimierte, webbasierte Geräte, um Manipulation zu verhindern und so kritische Daten zu schützen. Hoheitliche Anwendungen: Infineons Produkte bieten digitale, langlebige Sicherheit und unterstützen damit die vielfältigen Herausforderungen elektronischer hoheitlicher Dokumente. Infineon ist hierfür weltweit wichtiger und verlässlicher Partner. DAS SEGMENT CHIP CARD & SECURITY IM GESCHÄFTSJAHR 2011Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €428 Millionen, ein Wachstum von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segmentergebnis betrug €54 Millionen; eine Steigerung von 145 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie in Kapitel "Entwicklung der Segmente - Chip Card & Security". Das Segment Chip Card & Security repräsentiert einen Anteil von 11 Prozent der Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten. Das Geschäft mit Sicherheitskarten erfolgt primär über Direktkunden. Es entfielen nur 8 Prozent des Umsatzes auf Distribution. Umbau und Segmentergebnis![]() Umbauanteil des Segments Chip Card & Security am Infineon-Gesamtumsatz![]() Anteil der Distribution am Umbau des Segments Chip Card & Security![]() Unsere größten Kunden haben ihren Sitz in Frankreich und Deutschland. Sie repräsentieren rund 50 Prozent des CCS-Umsatzes. Regionale Umsatzverteilung des Segments Chip Card & Security![]() HIGHLIGHTSINNOVATIONSPREIS FÜR SICHERHEITSTECHNOLOGIE "INTEGRITY GUARD"Infineon wurde im Februar 2011 mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft 2010 für die beste technologische Innovation ausgezeichnet. Infineon erhielt den renommierten Preis in der Kategorie "Großunternehmen" für seine Sicherheitstechnologie "Integrity Guard". "Integrity Guard" wurde für Anwendungen entwickelt, bei denen sensible Daten besonders gut und lange gesichert sein sollen. Beispiele sind Kreditkarten und hoheitliche Dokumente wie der elektronische Reisepass oder der neue deutsche Personalausweis. Mit "Integrity Guard" werden die Daten auf den Sicherheits-Chips nicht nur verschlüsselt gespeichert, sondern auch verschlüsselt verarbeitet. Dabei kommen zwei Recheneinheiten zum Einsatz, die sich gegenseitig überwachen. Erkennen sie einen Fehler, der von Manipulationen herrühren könnte, starten sie umgehend Schutzmaßnahmen und brechen laufende Rechenoperationen ab. Damit leitet Infineon ein neues Zeitalter für Sicherheitschips ein. SOLID FLASH™ FÜR BEZAHLKARTENInfineon brachte im Laufe des Jahres als weltweit führender Anbieter von Sicherheitsprodukten die SOLID FLASH™-Technologie für seine nächste Generation von Sicherheits-ICs auf den Markt. Die Flexibilität der Flash-Technologie bringt wesentliche Vorteile für die gesamte Wertschöpfungskette: signifikante Zeitersparnis bei reduzierter Komplexität und geringerem Risiko. Kartenhersteller profitieren in mehrfacher Weise von der SOLID FLASH™-Technologie. Nicht nur das Prototyping ist einfacher und schneller, Gleiches gilt auch für die Bemusterung und Programmierung von SOLID FLASH™-basierten Sicherheitscontrollern. SOLID FLASH™ eignet sich für anspruchsvolle Anwendungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr, in Personalausweisen, mobilen Kommunikationsprodukten und im Bereich Transport. Damit ist Infineon der erste Anbieter von Sicherheitsprodukten, die die Vorteile der hochzuverlässigen Flash-Technologie mit herausragender kontaktloser Leistungsfähigkeit verbinden. TPM IST BESTANDTEIL VON GOOGLE CHROMEBOOKSInfineon liefert TPM(Trusted Platform Module)-Sicherheitschips für Geräte mit Googles Betriebssystem Chrome. Das TPM ist ein integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur von Google Chromebooks, und Infineon ist der erste Anbieter von TPM-Chips, die sich für das seit Kurzem verfügbare neue Betriebssystem für webbasierte Applikationen eignen. Chromebooks wurden für Anwender konzipiert, die Geräte hauptsächlich für den schnellen, einfachen und sicheren Zugriff auf das Internet und webbasierte Anwendungen benötigen. Da die Nutzung von Cloud-Lösungen für persönliche Daten und Anwendungen weiter zunimmt, werden hardwarebasierte Sicherheitsfunktionen bei zunehmender Verbreitung webbasierter mobiler Geräte immer wichtiger werden. SICHERE UND PERFORMANTE NEAR FIELD COMMUNICATION(NFC)-ANWENDUNGENDie Nutzung unterschiedlicher NFC-Anwendungen, wie zum Beispiel mobiles Bezahlen, Ticketing und Zutrittskontrolle, gewinnt zunehmend an Bedeutung. NFC ist vorrangig eine Kommunikationstechnologie, die auch in kontaktlosen Chipkarten zum Einsatz kommt. Sie basiert auf der kontaktlosen induktiven Datenübertragung im Nahfeld - über kurze Distanzen von bis zu circa 10 Zentimeter. Damit sich NFC schnell und flächendeckend durchsetzt, muss die Technologie für den Verbraucher komfortabel sein, und er muss dem sicheren Umgang mit seinen Daten vertrauen können. Es ist daher entscheidend, bereits beim Design von NFC-fähigen Mobilfunkgeräten, wie etwa Smartphones, besonders auf das Sicherheitskonzept des Systems und der Applikationen zu achten. Zukünftig sind unter anderem Kreditkarteninformationen sicher abzuspeichern. Die Möglichkeit des Auslesens oder Mithörens der Kreditkarteninformation während eines Bezahlvorganges muss dabei unterbunden werden. Daher ist eine möglichst sichere Verwaltung und Speicherung der sensitiven Daten erforderlich. Als Markt- und Innovationsführer erfüllt Infineon die Anforderungen des sich zunehmend entwickelnden NFC-Ökosystems mit einem außergewöhnlich breiten und innovativen Produktportfolio für alle NFC-Anwendungen und -Geschäftsmodelle. Das Produktportfolio bietet die Sicherheit und Leistungsfähigkeit, die für den Erfolg von NFC-Anwendungen ausschlaggebend sind. Entsprechend den Marktbedürfnissen kann ein zertifiziertes Sicherheitsmodul im mobilen Endgerät entweder in Form einer SIM-Karte mit spezieller NFC-Schnittstelle, dem sogenannten Single Wire Protocol (SWP), oder als fest integrierter Sicherheitschip (Embedded Secure Element) mit offener DCLB(Digital Contactless Bridge)-Schnittstelle, die für eine optimierte Verbindung zwischen dem Sicherheitschip und dem NFC-Modem sorgt, eingebaut werden. Alternativ kann auch eine spezielle NFC-SD-Karte in das mobile Endgerät eingesteckt werden. Darüber hinaus bietet Infineon auch Chips für NFC-Tags an, die beispielsweise für den Einsatz in sogenannten Smart Postern, bei Kundentreue-Transaktionen (zum Beispiel Gutscheine) und den Austausch von Geräteinformationen (dem sogenannten NFC Device Pairing) optimiert sind. Der Markt beginnt sich gerade zu entwickeln: Schon 2012 sollen laut Marktforschungsinstitut IMS Research 120 Millionen Smartphones mit NFC-Technik ausgestattet sein. MÄRKTE, REGIONEN, TRENDSHOHEITLICHE DOKUMENTE: FAST JEDER ZWEITE CHIP WELTWEIT VON INFINEONElektronische Ausweise zählen zu den am schnellsten wachsenden Anwendungen von Sicherheitschips mit hohen Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Langlebigkeit. Seit Jahren vertrauen zahlreiche Regierungen und Behörden bei hoheitlichen Dokumenten und Zugangsausweisen für Gebäude und Datennetzwerke auf Infineon. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren einer der führenden Chiplieferanten für Government-ID-Anwendungen. Infineons Sicherheitschips finden sich in elektronischen Ausweisdokumenten der Bundesrepublik Deutschland, in den elektronischen Reisepässen unter anderem der USA, Chinas, Brasiliens, Indonesiens, Frankreichs, Norwegens und Polens, sowie zum Beispiel in den elektronischen Ausweisen der Philippinen, Saudi-Arabiens, Hongkongs, Italiens, Österreichs, Portugals und Irlands. Durchschnittlich kommt in Government-ID-Anwendungen weltweit fast jeder zweite Chip von Infineon. MOBILES BEZAHLEN: MIT KONTAKTLOSEN KARTEN ODER NFCDie Welt wird zunehmend mobil und nutzt kontaktlose Anwendungen. Diese Entwicklung verändert auch die Art und Weise, wie wir bezahlen. Die sichere, schnelle und bequeme Art des kontaktlosen Bezahlens von Kleinbeträgen ist schon heute möglich. Diese kann entweder mit kontaktlosen Karten oder mit mobilen Geräten mit entsprechender Bezahlfunktion -zum Beispiel über NFC (Near Field Communication) bei Smartphones -erfolgen. Gerade in den boomenden Städten Asiens gewinnt mobiles Bezahlen stark an Bedeutung. Viele der dort genutzten mobilen Bezahlkarten lassen sich zusätzlich auch als Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr nutzen. In Deutschland werden ab 2011 zunehmend kontaktbasierte durch kontaktlose Bezahlkarten ersetzt. Infineon erfüllt als weltweit erster Chiphersteller die Sicherheitskriterien für diese Dual-Interface(DIF)-Bezahlkarten, die sowohl kontaktbasiertes als auch kontaktloses Bezahlen ermöglichen. Bis Ende 2011 werden mehrere hundert Millionen Infineon-ICs für chipbasierte Bezahl- und Fahrkarten weltweit ausgegeben. SYSTEMSICHERHEIT UND SICHERHEIT IN VERNETZTEN SYSTEMENSchon heute sind Datenspeicherung, -verarbeitung und -austausch zwischen unzähligen vernetzten mobilen Endgeräten und Systemen unverzichtbare Bestandteile in Wirtschaft und Gesellschaft, und ihre Bedeutung wird weiter steigen. Aktuelle Beispiele sind die neu entstehende NFC-Bezahlanwendung per Smartphone oder das Cloud Computing, bei dem die eigentliche Computeranwendung über die Internet-Infrastruktur betrieben wird. In einer vernetzten digitalen Welt sind Datensicherheit, Datenintegrität und Datenverfügbarkeit die Voraussetzung für nachhaltiges Verbrauchervertrauen und erfolgreiche Geschäftsmodelle, insbesondere angesichts der steigenden Zahl von Angriffen auf IT-Infrastrukturen und der Zunahme von komplexen Applikationen. Mit unserer führenden Expertise in hardwarebasierter Sicherheit können wir kritische Infrastrukturen sowie mobile Endgeräte, aber auch neue Technologien sicherer machen. MARKTPOSITIONInfineon ist seit 14 Jahren Weltmarktführer für Chipkarten-ICs. Das Unternehmen hielt laut der jüngsten Studie des Marktforschungsunternehmens IMS Research im Jahr 2010 einen Anteil von 26,8 Prozent am etwa US$2,1 Milliarden umfassenden Weltmarkt für Chipkarten-ICs (Quelle: IMS Research, August 2011). Der Vorsprung zum Verfolger Samsung konnte leicht um 0,3 Prozentpunkte auf nun 6 Prozentpunkte ausgebaut werden. Die fünf größten Marktteilnehmer hielten 95 Prozent des Marktes. Weltmarkt Chipkarten-ICs![]() AnwendungsfelderSIM-Karte Zahlungsverkehr Near Field Communication (NFC) Elektronische Reisepässe, Personalausweise, Gesundheitskarten und Führerscheine Transport, Ticketing und Zutrittskontrolle Objektidentifizierung Plattform-Sicherheitsanwendungen und Systemlösungen Authentifizierung, zum Beispiel bei Bezahlfernsehen, Spielekonsolen, Zubehör, Ersatzteilen und Industriesteuerungen ProduktspektrumKontaktbasierte und kontaktlose Sicherheitscontroller Speicher für Chipkarten-Anwendungen Schlüsselkunden1scroll
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Direktkunden ohne Distribution. -> FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG, FERTIGUNGProduktentwicklung und Fertigung aus einer Hand.Spitzentechnologie für unsere Kunden.300mmDurchmesser der Siliciumscheiben für die Dünnwafer-Fertigungstechnologie von Leistungshalbleitern.FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGKosten für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 auf €439 Millionen erhöht.Machbarkeit der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie bewiesen.Leistungshalbleiter mit grossen Bandlücken gewinnen an Bedeutung.Die Kosten für Forschung und Entwicklung ("F&E") erhöhten sich von €399 Millionen im Vorjahr auf €439 Millionen im Geschäftsjahr 2011; ein Anstieg um 10 Prozent. Durch den starken Umsatzanstieg von 21 Prozent im gleichen Zeitraum fielen die F&E-Kosten bezogen auf den Umsatz von 12,1 Prozent im Geschäftsjahr 2010 auf 11,0 Prozent im Geschäftsjahr 2011. F&T Kosten![]() Zum 30. September 2011 waren weltweit 3.900 Mitarbeiter - 15 Prozent der Belegschaft -in unseren Forschungs- und Entwicklungszentren beschäftigt. Dies vergleicht sich mit 5.771 Mitarbeitern im Jahr zuvor. Diese Entwicklung umfasst den Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts mit Wirkung zum 31. Januar 2011 und den damit verbundenen Transfer von Mitarbeitern zu Intel Mobile Communications. Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf halbleiterbasierte Produkt- und Systementwicklungen sowie auf Verfahrenstechnologien. Die wesentlichen Errungenschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr waren:
Daneben pflegen wir verschiedene Forschungskooperationen auf unterschiedlichen Gebieten. Bei den nachstehend aufgeführten drei Forschungsschwerpunkten arbeiten und forschen wir zusammen mit den führenden Unternehmen auf dem jeweiligen Gebiet sowie mit den maßgeblichen Universitäten und Forschungseinrichtungen (siehe Tabelle "Forschungsschwerpunkte und -kooperationspartner"). Bei etlichen dieser Projekte sind wir Konsortialführer.
Forschungsschwerpunkte und -kooperationspartnerMedizin, Telemedizinscroll
Gebäudemanagement, LED-Beleuchtungssysteme, Solarscroll
Elektromobilitätscroll
INFINEON GEWINNT DEN BEST INNOVATOR AWARD 2011 IN DER KATEGORIE HIGH TECHKaum eine Branche ist derart innovationsgetrieben wie die Halbleiterindustrie. Innovation ist das, was unser Geschäft überhaupt am Leben erhält; nur mit Innovationen können wir morgen noch Geld verdienen. Um mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten, investiert Infineon nicht nur rund 11 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Es sollen auch die Resultate der F&E-Investitionen verbessert werden, nämlich die Anzahl und Qualität der Innovationen. Hierfür haben wir uns einen Wandel der Unternehmenskultur verordnet, hin zu mehr Mut, zu mehr Experimentierfreudigkeit im frühen Bereich der Produktentwicklung und Sicherheit und Qualität in der Produktentwicklung und Serieneinführung. Neu geschaffen wurden sogenannte Innovation Communities, in denen Experten aus allen Bereichen an neuen Ideen arbeiten. Ziel dieser Aktivitäten ist es, Kreativität zu fördern und den Mitarbeitern Freiraum und Zeit zu geben, um an Erfindungen, Verbesserungen, Produkt- und Prozessentwicklungen sowie an deren Umsetzung und Markteinführung forschen und arbeiten zu können. Beim "Best Innovator Award" werden nicht etwa Produkte gekrönt, sondern hervorragendes Innovationsmanagement. Dafür wurde Infineon mit dem ersten Preis 2011 in der Kategorie "High Tech" ausgezeichnet. ERFOLGREICHE PRODUKTION VON FUNKTIONSFÄHIGEN CHIPS AUF BASIS DER NEUARTIGEN 300-MILLIMETER-DÜNNWAFER-TECHNOLOGIE FÜR LEISTUNGSHALBLEITERDie Fertigung von Logik- und Speicher-Halbleiterkomponenten auf Wafern mit einem Durchmesser von 300 Millimetern ist seit rund zehn Jahren Stand der Technik. Nicht so bei Leistungshalbleitern. Derzeit fertigt noch kein Halbleiterunternehmen Leistungstransistoren auf diesen großen Siliciumscheiben. Der Grund liegt im Wesentlichen im Grundmaterial und in der Dicke der Scheiben: IGBTs und Leistungs-MOSFETs erfordern aufgrund der Architektur der Transistoren im Endzustand dünnere Wafer als Standard-CMOS-Produkte. Infineon hat im Oktober 2011 am Standort Villach, Österreich, die ersten Chips ("first silicon") auf einem 300-Millimeter-Dünnwafer für Leistungshalbleiter gefertigt. Infineon ist damit das weltweit erste Unternehmen, dem dieser Schritt gelungen ist. Diese auf 300-Millimeter-Dünnwafer produzierten Chips weisen dasselbe Verhalten auf, wie die auf 200-Millimeter Wafern gefertigten Leistungshalbleiter. Das haben erfolgreiche Anwendungstests mit sogenannten MOSFET(Metall-Oxid-Silicium-Feldeffekt-Transistoren) für Hochvolt-Anwendungen bewiesen. Das Ziel der 300-Millimeter-Dünnwafer-Entwicklung ist nicht nur der größere Wafer-Durchmesser und eine dadurch erwartete Stückkostenreduktion von 20 bis 30 Prozent. Die technischen Möglichkeiten des 300-Millimeter-Equipments eröffnen neue Potenziale für die Weiterentwicklung von diskreten Leistungshalbleitern auf Basis der Dünnwafer-Technologie. Die 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie ist also der Türöffner für weitere energieeffiziente Leistungshalbleiter-Fertigungstechnologien. Villach ist "Center of Competence" für Leistungselektronik und innerhalb des Infineon-Konzerns verantwortlich für die Entwicklung von 300-Millimeter-Leistungshalbleiter-Technologien. Der erste Hochlauf der Technologien wird in Villach erfolgen. Im Rahmen der Investitionsplanungen hatte Infineon Ende Juli 2011 angekündigt, Dresden als Hochvolumen-Standort für die Serienfertigung der 300-Millimeter-Leistungshalbleiter als zweiten Standort aufzubauen. Der Start der Hochvolumenproduktion ist für die erste Hälfte des Geschäftsjahrs 2013 geplant. LEISTUNGSHALBLEITER MIT GROSSEN BANDLÜCKEN FÜR NETZTEILEDer Wunsch der Entwickler von Leistungstransistoren gleicht der Quadratur des Kreises. Der Schalter - und als solcher werden die meisten Leistungstransistoren eingesetzt -sollte geöffnet einen sehr hohen, geschlossen aber einen sehr niedrigen elektrischen Widerstand aufweisen. Er sollte sehr robust gegenüber hohen Temperaturen und Überspannung sein und zudem in ein möglichst kleines, standardisiertes Gehäuse passen. Dies sind nur einige von vielen, teils gegenläufigen Anforderungen aus einer langen Liste. Mit reinen siliciumbasierten Komponenten lässt sich nur noch begrenzt weiterer Fortschritt beim Eingehen der vielen Kompromisse erzielen. Daher drängen inzwischen verstärkt Halbleiter auf Basis neuer Materialien von der Nische in den Massenmarkt. Dies sind Verbindungshalbleiter mit großer Bandlücke, vor allem Siliciumcarbid (SiC; eine Verbindung aus Silicium und Kohlenstoff) sowie Galliumnitrid (GaN; eine Verbindung aus Gallium und Stickstoff). SiC-Dioden sind heute bereits fest im Markt etabliert; seit rund zehn Jahren bietet Infineon SiC-Dioden an. In diesem Jahr stellten wir unseren ersten SiC-Schalter vor, einen SiC-Junction-Feldeffekt-Transistor. Als Pionier in der Super-Junction-Technologie werden wir im kommenden Jahr eine Produktfamilie herausbringen, die Packungsdichten und schaltbare Leistungen pro Gehäuse erzielt, die mit heutigen Bauelementen nicht erreichbar sind. Basierend auf SiC-Transistoren entwickeln wir in einem nächsten Schritt Hochleistungsmodule. Noch etwas weiter in der Zukunft liegt die Serienfertigung von GaN-basierten Komponenten. GaN auf Siliciumsubstrat (GaN-on-Si) weist noch eine Reihe materialspezifischer Herausforderungen auf, sodass für eine breite Markteinführung noch einige Jahre Forschung und Entwicklung erforderlich sind, um die heute üblichen Robustheits- und Qualitätsanforderungen erfüllen zu können. Wir haben jedoch inzwischen in Villach eine Prototypenlinie aufgebaut, denn wir sehen in diesem Material enormes Potenzial mit Blick auf erreichbare Leistung und Kosten gleichermaßen. FERTIGUNGInvestitionen im Geschäftsjahr 2011 auf €887 Millionen mehr als verdoppelt.Starke Kundennachfrage erfordert weiteren Ausbau der Standorte.Fertigungskapazitäten im gesamten Geschäftsjahr zu 100 Prozent ausgelastet.Wir verfolgen die Strategie, Eigenfertigung nur für die Komponenten zu betreiben, bei denen sich daraus eine Differenzierung im Wettbewerb ergibt. Dies ist der Fall für unsere Leistungshalbleiter sowie für alle Produkte, die analoge und digitale Schaltungskomponenten auf einem Chip vereinen ("Analog-Mixed-Signal"), insbesondere dann, wenn die analogen Schaltungselemente höhere Spannungen und Ströme steuern müssen. Die Fertigung von Standard-CMOS-Schaltungen mit Strukturgrößen von 65 Nanometern und kleiner hingegen wird komplett an Auftragsfertiger ausgelagert. Die Ausgaben für Investitionen erhöhten sich von €325 Millionen im Vorjahr auf €887 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Bezogen auf den Umsatz erhöhten sich die Investitionen von 9,9 Prozent im Geschäftsjahr 2010 auf 22,2 Prozent im Geschäftsjahr 2011. Ausgaben für Investitionen1![]() STARKEN DER FERTIGUNGSSTANDORTE IN EUROPA UND ASIEN NUTZENInfineon unterhält Front-End- und Back-End-Standorte in Europa, Nordamerika und Asien (siehe Landkarte "F&E und Fertigungsstandorte"). Die Entscheidung über die Verteilung zwischen diesen Regionen treffen wir anhand von Kriterien wie Kosten, Innovationsfähigkeit, Komplexität der Technologie, Differenzierungspotenzial oder Kundennähe. So entwickeln wir komplexe und innovative Technologien wie beispielsweise Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Scheiben in Villach, Österreich, und werden diese dort sowie zukünftig in Dresden, Deutschland, fertigen. Gehäuse für Hochleistungsanwendungen wie Züge oder regenerative Energieerzeugung werden in Warstein, Deutschland, entwickelt und auch hergestellt. Die Montage von verschiedenen Innovationsprodukten ist in Regensburg, Deutschland, angesiedelt. Volumenprodukte hingegen fertigen wir an unseren Standorten in Asien, um über die dadurch erzielten Mischkosten unsere Wettbewerbsposition zu sichern. So wurde zusätzlich zur seit 2006 bestehenden Fabrik mit dem Bau einer neuen 200-Millimeter-Scheibenfertigung in Kulim, Malaysia, begonnen, und im Back-End wurden die Standorte Malacca, Malaysia, sowie Wuxi, China, ausgebaut. Für den IGBT-Modul-Back-End-Standort Cegléd, Ungarn, sprechen neben den Standort- auch die Transportkosten durch die Nähe zu den europäischen Kunden. Wir müssen in unserem Geschäft der Leistungshalbleiter jedes Jahr ein Stückzahlenwachstum von durchschnittlich rund 15 Prozent in der Fertigung realisieren, um die Kundennachfrage decken zu können. Um dieses hohe Stückzahlwachstum zu erreichen, bedarf es substanzieller Investitionen in die Fertigung. ERWEITERUNG DER PRODUKTIONSKAPAZITÄT IN KULIM UND DRESDENInfineon wird seine führende Position bei der Entwicklung der 300-Millimeter-Fertigungstechnologie von Leistungshalbleitern nutzen und den größten Teil der im Mai 2011 vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG erworbenen Gebäude und Reinraumanlagen für die Serienfertigung von Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Dünnwafern in Dresden einsetzen. Infineon investiert dafür zunächst bis zum Jahr 2014 rund €250 Millionen und schafft rund 250 Arbeitsplätze in Dresden. Wenn sich der Markt, der Umsatz und die Rahmenbedingungen entsprechend den bisherigen Prognosen entwickeln, ist ein weiterer Ausbau über die kommenden sechs bis sieben Jahre möglich. Um das weitere Wachstum abzusichern, wurde zudem beschlossen, in Kulim mit dem Bau eines zweiten 200-Millimeter-Reinraums für die Front-End-Fertigung zu beginnen. Dies wird es uns ermöglichen, über viele Jahre hinweg auch eine steigende Nachfrage nach 200-Millimeter-Produkten, beispielsweise für besonders langlebige Automotive-Chips, zu bedienen. CMOS-FERTIGUNG AB 65 NANOMETER KOMPLETT AN PARTNER AUSGELAGERTEtwa ein Drittel der internen Scheibenfertigungskapazität wird für die Fertigung von Logikchips für Anwendungen in der Automobilindustrie, im Sicherheitsbereich und im Consumer-Markt genutzt. Die interne Produktion für Strukturbreiten von 90 Nanometern und größer erfolgt hauptsächlich in unserem 200-Millimeter-Werk in Dresden und zum kleinen Teil bei Auftragsfertigern. Für CMOS-Fertigungstechnologien mit Strukturbreiten von 65 Nanometern und kleiner verfolgen wir eine Strategie aus Allianzen mit verschiedenen Partnern und Entwicklungskooperationen, um auch zukünftig Zugang zu führenden Fertigungstechnologien bei wettbewerbsfähigen Kosten zu haben. Unsere Partner sind vor allem TSMC, UMC (beide Taiwan), IBM (USA) und Altis Semiconductor (Frankreich). Bei der Einführung einer neuen Prozesstechnologie nutzen wir die hohen Stückzahlen der Chipkarte, um schnell eine hohe Fertigungsausbeute zu erreichen. Produkte für die Automobilindustrie mit geringeren Stückzahlen, aber höheren Qualitätsanforderungen nutzen den Vorlauf und folgen später. F&E- UND FERTIGUNGSSTANDORTE![]() ![]() ![]() Forschungs- und Entwicklungsstandortescroll
Fertigungsstandortescroll
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DIE INFINEON-AKTIEBasisinformationen zur Aktiescroll
1
Es ist vorgesehen, die Aktien im Eigenbesitz
zu einem späteren Zeitpunkt einzuziehen. Dies wird dann zu einer Verminderung
der Anzahl der ausstehenden Aktien und des Grundkapitals führen. Grundkapital, Anzahl Aktien und Marktkapitalisierung der Infineon Technologies AGscroll
Kursdaten der Infineon-Aktiescroll
Aktionärsstruktur1scroll
Im Geschäftsjahr 2011 stieg der Kurs der Infineon-Aktie von €5,08 per 30. September 2010 um 10 Prozent auf einen Schlusskurs in Xetra von €5,59 am 30. September 2011. POSITIVE WERTENTWICKLUNG TROTZ KURSKORREKTURIn den ersten Monaten des Geschäftsjahrs 2011 setzte die Infineon-Aktie den im März 2009 begonnen Anstieg mit hohem Tempo fort. Im Februar erreichte die Aktie mit einem Kurs von €8,27 ein Hoch, bevor eine volatile Seitwärtsbewegung einsetzte, die bis Anfang August dauerte. Diese wurde durch die Unsicherheit an den Börsen im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Japan und dem Reaktorunglück in Fukushima ausgelöst. Eingangs dieser Seitwärtsbewegung fiel der Aktienkurs bis Mitte März auf €6,83. Im Anschluss kam es bis Mitte April zu stärkeren Kursschwankungen, bevor die Gesellschaft am 18. April 2011 per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, dass Umsatz und Ergebnis des zweiten Quartals besser als erwartet ausgefallen waren. Es folgte ein kräftiger Kursanstieg und die Aktie erreichte, im Anschluss an die Bekanntgabe der endgültigen Quartalszahlen Anfang Mai, das Jahreshoch von €8,28 am 12. Mai 2011. Zu diesem Zeitpunkt wies die Infineon-Aktie eine beeindruckende Outperformance gegenüber den entsprechenden Vergleichsindizes auf. Der Wertzuwachs seit 30. September 2010 betrug rund 63 Prozent. Der Zuwachs bei den Vergleichsindizes war deutlich geringer. Der DAX stieg um 20 Prozent, der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) sowie der Dow Jones US Semiconductor Index (DJUSSC) verteuerten sich um 29 Prozent. Wieder aufkommende Unsicherheiten bezüglich der Refinanzierung Griechenlands sowie die Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Italien und Spanien verursachten ab Juli 2011 starke Kursrückgänge an den Weltbörsen. Dem konnte sich auch die Infineon-Aktie nicht entziehen. Der Kurs entwickelte sich bei hoher Volatilität rückläufig. Ende Juli kamen zusätzlich Sorgen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft und Gewinnwarnungen hauptsächlich von US-amerikanischen Halbleiterunternehmen hinzu. Hierdurch wurde die negative Kursentwicklung der Infineon-Aktie zusätzlich verstärkt. Am 6. September 2011 erreichte die Infineon Aktie mit €5,15 ein Tief, notierte jedoch immer noch rund 1 Prozent höher als zu Beginn des Geschäftsjahrs 2011. Trotz des Kursrückgangs zeigte die Aktie gegenüber den Börsenindizes DAX, SOX und Dow Jones US Semiconductor Index eine fortgesetzte Outperformance. Den stärksten Rückgang verzeichnet mit minus 17 Prozent der DAX. Der SOX und der Dow Jones US Semiconductor Index gingen um 3 Prozent respektive 1 Prozent zurück. Im Anschluss setzte eine allgemeine Kurserholung ein, an der die Infineon-Aktie überproportional partizipierte. Ein Grund für die Kurserholung waren Äußerungen von wichtigen europäischen Politikern, die Griechenland weitere Unterstützung zusagten und somit Bedenken hinsichtlich einer kurzfristigen Insolvenz des Landes zerstreuten. Zum 30. September 2011 betrug der Wertzuwachs der Infineon-Aktie im Geschäftsjahr 2011 10 Prozent. Damit übertraf der Wertzuwachs den Anstieg der internationalen Indizes für Halbleiterwerte SOX und Dow Jones US Semiconductor Index deutlich. Der Dow Jones US Semiconductor Index stieg um 2 Prozent, der SOX ging um 3 Prozent zurück. Der DAX fiel sogar um 12 Prozent. Relative Entwicklung der Aktie der Infineon Technologies AG, des DAX-Index, des Philadelphia Semiconductor Index (SOX) sowie des Dow Jones US Semiconductor Index seit Beginn des Geschäftsjahres 2011 (Tages-Schlusskurse)![]() MITGLIEDSCHAFT IN INDIZES, HANDELSVOLUMEN UND DIVIDENDEDas durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie gemessen in Stück in Xetra auf dem Frankfurter Parkett und an den deutschen Regionalbörsen ging im Geschäftsjahr 2011 deutlich zurück und betrug pro Tag durchschnittlich 15,0 Millionen Aktien. Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das tägliche Handelsvolumen auf durchschnittlich 20,7 Millionen Aktien. Mit Blick auf die Liquidität der Aktie wurde der Volumenrückgang vom Kursanstieg überkompensiert. Das durchschnittliche betragsmäßige Handelsvolumen pro Tag stieg von €88,3 Millionen im Geschäftsjahr 2010 auf €101,8 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Entscheidend für die Zugehörigkeit zum Deutschen Aktienindex DAX ist das gehandelte Volumen in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und in Frankfurt. Zum 30. September 2011 stieg das Zwölf-Monats-Volumen leicht auf €24,2 Milliarden gegenüber €23,9 Milliarden im Geschäftsjahr 2010. Dementsprechend blieb auch beim Handelsvolumen die Platzierung in der DAX-Rangliste mit Platz 15 fast unverändert. Im Vorjahr hatte Infineon den 14. Platz belegt. Hinsichtlich des Kriteriums der Marktkapitalisierung belegte das Unternehmen mit einer für das Index-Ranking relevanten Marktkapitalisierung von €6,3 Milliarden zum Geschäftsjahresende 2011 Platz 25 und verbesserte sich damit gegenüber dem 30. September 2010 um zwei Plätze. Damals betrug die entsprechende Marktkapitalisierung €5,0 Milliarden. Die bereits im letzten Geschäftsbericht bekanntgegebene Deregistrierung der Infineon-Stammaktie in den USA erfolgte am 4. November 2010. Damit wurde Infineon von seinen Berichtspflichten gemäß den Vorgaben des Exchange Act, die unter anderem die Vorlage eines Jahresberichts als sogenannten 20-F sowie laufender Finanzberichte als 6-K umfassen, freigestellt. Die ADS werden weiterhin außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Das durchschnittliche Handelsvolumen betrug im Geschäftsjahr 2011 82 Tausend ADS pro Tag. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den im Geschäftsjahr 2010 gehandelten durchschnittlichen 160 Tausend Stück und durch die Deregistrierung bedingt. Auch die Anzahl der ausstehenden ADS sank weiter und betrug 12,8 Millionen. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2010 waren noch 14,1 Millionen ADS im Umlauf gewesen. Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2010 schlugen Vorstand und Aufsichtsrat, der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 die Zahlung einer Dividende in Höhe von €0,10 vor. Die Hauptversammlung stimmte diesem Vorschlag zu und es wurden €109 Millionen an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Gesellschaft beabsichtigt, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2011 auf €0,12 je Aktie zu erhöhen. Sollte die kommende Hauptversammlung dem Vorschlag zustimmen, so würde dies unter Berücksichtigung der fehlenden Dividendenberechtigung von eigenen Aktien zu einer Ausschüttung von voraussichtlich etwa €130 Millionen führen. Im September 2010 wurde die Infineon Aktie erstmals in den Dow Jones Sustainability Europe IndexSM aufgenommen. Die Erfüllung der Kriterien zum Verbleib in diesem Index wird jährlich überprüft und wurde im September 2011 wieder bestätigt. Eine Übersicht über die wichtigsten Indizes, in denen die Infineon-Aktie vertreten ist, finden Sie im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/. Entwicklung der Infineon-Aktie und weltweiter Indizes bis zum 30. September 2011scroll
NACHHALTIGKEIT BEI INFINEONMAßSTÄBE SETZEN - DURCH INNOVATION UND FREIWILLIGE VERANTWORTUNGDie globale Gesellschaft kann nur zukunftsfähig sein, wenn sie nachhaltig handelt. Der Begriff Nachhaltigkeit beschreibt das Zusammenwirken von ökonomischem, ökologischem und sozialem Handeln. Diese Definition ist im Bericht der Brundtland Kommission von 1987 enthalten und bis heute unverändert gültig. Als Teilnehmer im UN Global Compact haben wir uns diesem Grundgedanken freiwillig verpflichtet. Die Schaffung einer nachhaltigen Gesellschaft bedarf dabei des Zusammenspiels aller maßgeblichen Akteure -der Gesellschaft, der Wirtschaft und der politischen Entscheidungsträger. Dabei müssen bestehende Optimierungspotenziale -beispielsweise in der Energieeffizienz -genutzt und neue Handlungsoptionen geschaffen werden. Innovation ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Schaffung dieser neuen Handlungsoptionen, beispielsweise im Klimaschutz und der Energieeffizienz, im Automobil und im Transport sowie in der Sicherheit. Ohne diese Innovationen kann eine nachhaltige Gesellschaft nicht entstehen. Unsere Unternehmensstrategie mit den Säulen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit zielt auf wesentliche Herausforderungen ab, die es auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu bewältigen gilt. ![]() Dass diese freiwillige Verantwortung auch gelebt wird, zeigt sich sowohl an unserer erneuten Aufnahme in den "Dow Jones Sustainability Europe IndexSM " als auch der Aufnahme im "Sustainability Yearbook 2011". Letzteres listet die 15 Prozent der nachhaltigsten Unternehmen der Welt aus 2.500 eingeladenen Unternehmen, die sich hinsichtlich Nachhaltigkeit bewerten lassen können. Darauf sind wir gemeinsam stolz. Gleichzeitig lassen wir aber nicht nach in unserer stetigen Suche nach neuen Verbesserungspotenzialen. WIR ENGAGIEREN UNS SOZIALIn diesem Geschäftsjahr hat das unvorstellbare Leid der Menschen als Folge der Hungersnot in Ostafrika alle Vorstellungen überstiegen. Unser Unternehmen setzt sich freiwillig und weltweit für Benachteiligte ein. Deshalb haben wir uns entschieden, Geld an die Hilfsorganisationen zu spenden, um somit einen Beitrag zur Unterstützung der Opfer zu leisten. Den Willen zu helfen haben wir auch sofort nach dem Beben und dem Tsunami in Japan sowie des Reaktorunglücks in Fukushima gespürt. Neben der sofortigen Bildung eines Krisenstabs zum Schutz unserer Mitarbeiter vor Ort haben wir auch mit Spenden sowie Hilfslieferungen von Waren direkt unterstützt. Dies war geprägt von einer weltweiten Zusammenarbeit, Engagement sowie der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Unsere Mitarbeiter setzen sich für andere Menschen ein, sei es beispielsweise über persönliche Spenden und die Organisation von Wohltätigkeitsveranstaltungen für Japan oder die Teilnahme am Geschenke-Regen. Diese Weihnachtsaktion möchte Kindern aus schwierigen Verhältnissen eine Freude bereiten. Die Kinder schrieben ihre Wünsche auf einen Zettel und diese wurden an einem Christbaum befestigt. Unsere Mitarbeiter erfüllten den Kindern dann diese Wünsche. UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE MITARBEITERWeltweit setzen wir moderne Konzepte in der Arbeitssicherheit ein. Der Schutz unserer Mitarbeiter ist uns ein globales Anliegen. Die Übernahme von Verantwortung für unsere Mitarbeiter bedeutet in erster Linie Prävention. Mit unseren jährlichen Unfallzahlen liegen wir deutlich unter dem Durchschnitt der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse ("BG ETEM"). Um die Unfallerfassung möglichst sensibel zu gestalten, werden in unserem Unternehmen Unfälle bereits mit einem Tag Abwesenheit vom Arbeitsplatz berichtet. Die Kurve der Berufsgenossenschaft zeigt indes Unfälle erst ab drei Tagen Abwesenheit. Die Graphik verdeutlicht eindrucksvoll die hohe Wirksamkeit des bei uns implementierten Managementsystems für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (IMPRES). Unser IMPRES-System - Infineon Integrated Management Program for Environment, Safety and Health -ist weltweit implementiert und integriert sämtliche Prozesse, Strategien und Zielsetzungen in diesen Bereichen. IMPRES ist höchst effizient und unsere Produktionsstandorte sind gemäß den Standards ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert. Unsere Fertigung in Villach, Österreich, ist aufgrund der Länderspezifika zusätzlich noch nach EMAS validiert. Wir stellen sicher, dass wir nicht nur die gesetzlichen und behördlichen Vorgaben einhalten, sondern auch dass wir uns über diese Vorgaben hinaus kontinuierlich verbessern. So planen wir, ein Energiemanagementsystem in IMPRES zu integrieren. Statistik der Arbeitsunfälle![]() UNSERE HALBLEITERHERSTELLUNG - EIN MAßSTAB IN SACHEN NACHHALTIGKEITKeine industrielle Produktion ist ohne den Einsatz von Ressourcen wie Energie, Wasser und Ausgangsmaterialien möglich. Gleichzeitig ist der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen der Schlüssel für das Überleben unseres Globus. Erfolgreich werden Herstellungsprozesse dann, wenn sie nachhaltig sind, das heißt ökonomische, ökologische und soziale Gesichtspunkte verknüpfen -bei der Prozessgestaltung und bei der ständigen Optimierung. Wir haben dies zu unserem Grundsatz gemacht. Im Bereich der Energieeffizienz steht die globale Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Der Einsatz neuer Technologien im Bereich erneuerbarer Energien und bei der Schaffung intelligenter Netze bietet beste Möglichkeiten, diese Herausforderung künftig zu meistern. Darüber hinaus müssen bestehende Einsparpotenziale -wo sinnvoll -genutzt werden. Bei Infineon nutzen wir diese Potenziale konsequent. Unsere Aktivitäten reichen von technischen Optimierungen bis hin zu bewusstseinsbildenden Maßnahmen bei Mitarbeitern als auch innerhalb unserer Wertschöpfungskette. Die Versorgungssicherheit gilt es hierbei natürlich zu beachten. Die Ergebnisse, die wir erzielt haben, setzen Maßstäbe. Der maßgebliche Energiebedarf bei der Halbleiterherstellung entsteht in der Front-End-Produktion. Dementsprechend haben wir dort einen Schwerpunkt gelegt. Und dies mit Erfolg: Durch konstante Effizienzverbesserungen konnte im Zeitraum von 2002 bis 2010 in unseren Front-End-Werken die Energie von nahezu 2 Terawattstunden (1 Terrawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden) eingespart werden. Eingesparte kumulierte Energiemenge, sogenannte Negajoules, in unserer Front-End-Fertigung ohne unsere früheren Tochterunternehmen![]() Diese von uns eingesparte Energiemenge entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von über 446.000 Vier-Personen-Haushalten2 , respektive einer Stadt mit 1,7 Millionen Einwohnern. Auch gemessen an unserem spezifischen Verbrauch -gemessen in Kilowattstunde Energieverbrauch pro Quadratzentimeter strukturierter Siliciumfläche -gehören wir zu den Besten der Welt und setzen Maßstäbe: Durch stetige Optimierung konnte die Energieeffizienz in unserer Produktion so gesteigert werden, dass unser Energieverbrauch in der Front-End-Fertigung um etwa 44 Prozent geringer ist als der internationale Vergleichswert, der nach den weltweit einheitlichen Vorgaben des World Semiconductor Council (WSC) ermittelt wird. Unsere Fertigungen befinden sich nicht in wasserarmen Regionen. Dennoch sind wir auch hier bestrebt, in höchstem Maße ressourcenschonend zu arbeiten. Sauberes Wasser, welches nicht verbraucht oder verunreinigt wird, muss auch nicht durch Einsatz von Energie und Chemikalien aufbereitet werden. Durch vor-, zwischen- und nachgelagerte Anwendung von Wasseraufbereitungsanlagen konnten der Frischwasserverbrauch sowie die im Abwasser enthaltenen Verunreinigungen deutlich reduziert und eine gewässerschonende Produktion ermöglicht werden. Der spezifische Wasserverbrauch der Front-End-Produktion bei Infineon liegt um mehr als 50 Prozent unter dem internationalen Verbrauchswert gemäß WSC. Damit haben wir 2010 gegenüber dem weltweiten Durchschnittswert eine Wassermenge von etwa 4,1 Millionen Kubikmetern eingespart. Dies entspricht dem jährlichen Wasserverbrauch einer Stadt mit mehr als 82.000 Einwohnern.3 Im Bereich der Produktionsabfälle konnten wir durch die konsequente Umsetzung des Recyclinggedankens die Abfallmenge der Front-End-Produktion gegenüber dem internationalen Vergleichswert -bezogen auf die Waferfläche -um fast 50 Prozent reduzieren. Dies bedeutet, dass wir im Jahr 2010 mehr als 8.500 Tonnen Abfall vermieden haben. Wir unternehmen seit Jahren große Anstrengungen, die Emissionen klimawirksamer Gase zu reduzieren. Mehr noch: Wir haben uns freiwillig zur Reduktion dieser Gase verpflichtet. Über freiwillige Selbstverpflichtungen sollten die absoluten Emissionen von relevanten fluorierten Gasen (Kyoto-Gase) bis 2010 in Deutschland um 8 Prozent und in Europa um 10 Prozent unter dem Emissionswert von 1995 liegen, berechnet in Kohlenstoffdioxidäquivalenten. Diese ambitionierten Ziele wurden erreicht.
2
gemäß Fachverband für Energie-Marketing und
- Anwendung (HEA) e.V. beim VDEW (Verband der Elektrizitätswirtschaft
e. V.) PFC-Emissionen 1995 bis 2010 (EU)![]() UNSERE ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG DURCH UNSERE PRODUKTE UND LÖSUNGENInnovation und ökologische Verantwortung gehen in unserem Unternehmen Hand in Hand. Der Einsatz unserer Produkte ist auch ökologisch klug -er "rechnet" sich für die Umwelt. Unsere Produkte und Innovationen ermöglichen energieeffiziente Endprodukte und Anwendungen. So tragen sie beispielsweise im Automobil zu einer jährlichen Emissionsreduktion äquivalent zu 4,0 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxidemissionen (CO2 -Emissionen), in LED-Lampen als Ersatz für Glühbirnen zu jährlichen Energieeinsparungen äquivalent zu 130.000 Tonnen CO2 -Emissionen sowie in elektronischen Vorschaltgeräten zu jährlichen Energieeinsparungen äquivalent zu 385.000 Tonnen CO2 -Emissionen bei. Unsere Produkte und Innovationen unterliegen einer einzigartigen Lebenszyklusanalyse zur Optimierung des ökologischen Fußabdrucks. Um produktspezifisch den CO2 -Fußabdruck unserer Produkte angeben zu können, haben wir ein Tool zur Berechnung dieser Emissionen entwickelt. Dabei orientiert sich die Berechnung der CO2 -Emissionen an der ISO 14000 Norm, die durch die PAS (Public Available Specification) 2050 Richtlinie des BSI (British Standards Institution) zur Bestimmung von produktspezifischen Ökobilanzen konkretisiert wird. Hierbei werden die ersten drei der fünf Schritte, die in der PAS 2050 Richtlinie beschrieben sind, berücksichtigt. Dies umfasst die Bereitstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb an den Kunden. Die weiteren Schritte wie die Nutzungsphase der Produkte beim Kunden sowie die letztendliche Entsorgung können aufgrund der oftmals unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzgebiete der Infineon-Produkte nicht automatisiert berechnet werden. Folgende Emissionen und Immissionen werden bei der Berechnung mittels des Berechnungstools betrachtet: Bei Berechnung des CO,-Fußabdrucks betrachtete Emissionen und Immissionen![]() UNSERE VERANTWORTUNG ENTLANG DER WERTSCHÖPFUNGSKETTEUnsere Verantwortung endet nicht an unseren Werksgrenzen, denn wir tragen unsere Werte in die gesamte Wertschöpfungskette. Dienstleistungen, die von unseren Auftragnehmern erbracht werden, zugekaufte Produkte und Materialien sowie Equipment und Anlagen müssen unseren Anforderungen an den Umweltschutz, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz entsprechen sowie die Arbeits- und sozialen Bedingungen erfüllen. Um unsere Lieferanten und Dienstleister in ihrer Arbeit zu unterstützen, haben wir die sogenannten Principles of Purchasing überarbeitet. Diese Prinzipien legen Anforderungen unter anderem in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen sowie Geschäftspraktiken fest und sind für unsere Lieferanten verpflichtend. 2010 wurde in den USA die sogenannte "Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act" in Kraft gesetzt. In Sektion 1502 ("Conflict Minerals Provision") wird auf die Verwendung von Metallen wie Gold, Tantal, Zinn und Wolfram, welche in der Demokratischen Republik Kongo und den angrenzenden Staaten abgebaut werden, fokussiert. Für Unternehmen, die gegenüber der US-Börsenaufsicht berichtspflichtig sind, ergeben sich hiermit erweiterte Deklarationsanforderungen. Zur selben Zeit begann Infineon auf freiwilliger Basis, Informationen bezüglich seiner Lieferanten und deren Schmelzhütten einzuholen, um proaktiv die Nichtverwendung oben genannter Metalle und zusätzlich Kobalt innerhalb unserer Lieferkette abzuprüfen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 haben wir diese Bewertung freiwillig weiter vervollständigt. Die Grafik zeigt die Standortregionen, in denen sich die Schmelzhütten, die für unsere Lieferkette relevant sind, befinden. Auf Basis aktueller Informationen verwendet keiner unserer Lieferanten Metalle oder Mineralien aus Schmelzhütten, die aus der Demokratischen Republik Kongo oder den umliegenden Staaten beliefert und für Rohstoffe beziehungsweise Produkte für unser Unternehmen verwendet werden. Regionen der Schmelzhütten![]() Verantwortung für Mensch und Umwelt übernehmen -das ist der Grundgedanke des modernen integrativen Konzepts, das die beschriebenen Handlungsfelder bündelt und nach dem wir bei Infineon handeln. Die Grundlagen sind im Einklang mit den Prinzipien des UN Global Compact entwickelt und in unserem Unternehmen durch definierte Prozesse und Regeln realisiert. Das Wichtigste dabei ist jedoch, dass soziale und ökologische Prinzipien bei Infineon wirklich mit Leben gefüllt sind und werden: in unseren Fertigungen, in unseren Produkten und bei unserem täglichen Handeln -ganz im Sinn der Nachhaltigkeit. UNSERE MITARBEITERDie Weiterentwicklung von Infineon zum High-Performance-Unternehmen war auch im vergangenen Jahr wesentlicher Leitgedanke bei der Formulierung mitarbeiterbezogener Programme und Aktivitäten. High Performance im Sinne eines dauerhaft profitablen Wirtschaftens und nachhaltiger Wertschaffung erfordert das Engagement und die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter. Um dies sicherzustellen, haben wir im Geschäftsjahr 2011 die strategische, konzeptionelle Personalarbeit auf die Gestaltung unserer Arbeitsplatzkultur sowie die Schaffung einer positiven und konstruktiven Führungs- und Feedbackkultur fokussiert. Die Implementierung eines umfangreichen Pilotprojekts zur Förderung unserer Talente im asiatischen Raum wurde in erster Linie der Weiterentwicklung von Infineon in asiatische Märkte hinein gerecht. Neben der strategischen Entwicklung von Infineon mussten wir besonders dem Aufschwung der Branche und dem Marktanteilsgewinn von Infineon Rechnung tragen. So erforderte die Bewältigung der Allokation unter anderem auch einen engagierten operativen Einsatz im Recruiting. Die Einstellung geeigneten Personals -vor allem im Produktionsbereich -war mitentscheidend, um dem gestiegenen Bedarf erfolgreich nachzukommen. ARBEITSPLATZ-, FÜHRUNGS- UND FEEDBACKKULTURARBEITSPLATZKULTURAmbitionierte Ziele können wir nur mit Mitarbeitern erreichen, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und aus diesem Grund bereit sind, motiviert und engagiert Leistung zu erbringen. Seit 2009 nimmt Infineon -zunächst in Deutschland und Österreich -an der Studie "Great Place to Work®" teil. Auch 2011 beteiligten wir uns und fragten die Mitarbeiter nach einer Einschätzung unserer Arbeitsplatzkultur und Arbeitgeberattraktivität. Das Resultat im Frühjahr 2011 hat uns gezeigt, dass wir unser internes Arbeitgeberimage zwar in Summe verbessert, aber noch immer einen Weg zu gehen haben. Lokale Initiativen wie beispielsweise der "Sporttag" am Hauptsitz Campeon, das "Mitarbeiterfest" in Regensburg oder das Gesundheitsmanagement in Singapur, welches im November 2010 mit dem "Singapore HEALTH Award Silver" ausgezeichnet wurde, haben im Geschäftsjahr 2011 die Attraktivität von Infineon als Arbeitgeber unterstrichen. Deutlich wurde im Studienergebnis dennoch vor allem eine Abweichung zwischen der objektiven Bewertung unserer Instrumente und der wahrgenommenen Attraktivität als Arbeitgeber durch unsere Mitarbeiter. Wir setzen deshalb im Geschäftsjahr 2012 konkret auf die Einleitung lokaler Aktivitäten, die den Mitarbeitern das für sie relevante Angebot transparent machen und einen Dialog zwischen Fachexperten und Mitarbeitern ermöglichen. FÜHRUNGSKULTURDie Resultate von "Great Place to Work®" im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass unseren Mitarbeitern die Elemente Führung und Feedback besonders wichtig sind. Bereits im Geschäftsjahr 2010 wurde ein neues Leitbild, der "Infineon Compass", eingeführt. In einer unternehmensweiten Workshop-Reihe waren Führungskräfte und Mitarbeiter aufgerufen, an Verbesserungen und notwendigen Veränderungen in den eigenen Bereichen zu arbeiten. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir die Weiterentwicklung der kulturbestimmenden Faktoren Führung und Feedback stark vorangetrieben und zunächst die Werte des Infineon Compass "we commit -we innovate -we partner -we perform" in ein weltweit gültiges "High Performance Behavior Model" überführt. Acht Dimensionen beschreiben detailliert das von unseren Mitarbeitern erwünschte Verhalten, das weitere spürbare und wirksame Veränderungen bei Infineon erzielen soll. Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir davon überzeugt sind, dass nicht nur WAS wir tun, sondern insbesondere WIE, mit welcher Einstellung wir unsere Aufgaben umsetzen, sich nachhaltig auf unseren Erfolg auswirken wird. Entsprechend unserem Verständnis von High Performance stand dabei die Nachhaltigkeit im Vordergrund unserer Arbeit: Wir haben die Erfahrungen aus den jüngsten Zyklen unserer Industrie gezielt in Verhaltensbeschreibungen überführt und damit eine Orientierung geschaffen, die unser Handeln und Verhalten zukünftig sowohl in erfolgreichen wie auch in schwierigen Zeiten leiten soll. FEEDBACKKULTURAngeregt durch unsere Ausrichtung auf Bestleistung und unser verhaltensorientiertes Führungsverständnis haben wir in einem weiteren Schritt unser Performance-Management-System einer Prüfung unterzogen. Im August 2011 wurde ein überarbeitetes Konzept des jährlichen Mitarbeitergesprächs "STEPS" weltweit -in Deutschland zunächst nur für die leitenden Angestellten -eingeführt. Unser Ziel ist es, die Qualität des Dialogs zwischen Führungskraft und Mitarbeiter zu erhöhen, indem Mitarbeiter nicht nur Feedback über erreichte Ergebnisse, sondern zukünftig anhand des neuen High Performance Behavior Models zusätzlich eine strukturierte Rückmeldung über das gezeigte Verhalten erhalten. Der neue Prozess sieht auch eine bessere Beschreibung der Entwicklungsperspektive der Mitarbeiter vor. Wir wollen damit eine offenere und konstruktivere Feedbackkultur sowie eine verbesserte Förderung individueller Talente erreichen. Die Weiterentwicklung unserer Arbeitsplatz-, Führungs- und Feedbackkultur werden wir anhand der nächsten "Great Place to Work®"-Studie überprüfen, welche im Herbst 2011 startet. Um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten, weiten wir unsere Teilnahme auf die Regionen Asien-Pazifik, Japan sowie auf die USA aus. Die Umfrage wird dann mehr als 95 Prozent der Mitarbeiter von Infineon repräsentieren. Um die Feedbackkultur zwischen Mitarbeitern und Führungskräften sowie auf Kollegenebene nachhaltig zu verbessern, werden wir im kommenden Jahr auch wieder vermehrt unsere internen Feedback-Instrumente einsetzen. Angepasst an unser neues High Performance Behavior Model sollen das 360°-Feedback sowie das Führungsgespräch dazu beitragen, die individuelle Leistung zu reflektieren sowie Stärken und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. FÖRDERUNG DER TALENTEHigh Performance im Sinne der Erzielung herausragender Leistungen erfordert nicht nur Motivation, Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft, sondern auch die Leistungsfähigkeit und das frühzeitige Erkennen und die Entwicklung von Talenten. TALENTMANAGEMENT ASIENDer Marktanteil von Infineon im asiatischen Raum konnte auch im letzten Jahr erneut gesteigert werden. Dies spiegelt sich sowohl in den Mitarbeiterzahlen wider, deren Anteil im asiatischen Raum die letzten Jahre gestiegen ist (2011: 53 Prozent, 2010: 52 Prozent, 2009: 45 Prozent), wie auch im erwirtschafteten Umsatz pro Mitarbeiter. Umsatz pro Mitarbeiter in Asien (inkl. Japan)![]() Für Human Resources ist es eine Kernaufgabe, die regionale Entwicklung von Infineon zu unterstützen. Die Dynamik der Region im Zusammenspiel mit unserem Wachstum erfordert es, den Nachwuchs an Experten und Führungskräften in der Region sicherzustellen. Wir haben deshalb im Jahr 2011 ein regionales Talent Management Programm eingeführt, das geeignete Mitarbeiter frühzeitig und systematisch identifiziert, gezielt für Schlüsselfunktionen entwickelt und langfristig an das Unternehmen bindet: Das Talent Programm "ENGINE" ist auf zwei Jahre ausgerichtet, verbindet unterschiedliche Entwicklungsinstrumente und bietet neben einem Campus-Programm in Kooperation mit namhaften Universitäten und Institutionen vor Ort auch die Möglichkeit, an konkreten Projekten oder über Rotationen in anderen Funktionen zu lernen. Auf Symposien, in Lern-Communities oder im Peer Coaching können Talente ihr Wissen austauschen. Durch die Einbindung eines Mentoring-Konzepts und die Organisation von "Talents meet Top Management"-Veranstaltungen wird die Sichtbarkeit unserer Talente auch auf der Top Management Ebene gewährleistet. Für das im Jahr 2011 gestartete regionale Talent-Programm wurden 17 Mitglieder ausgewählt -sie reflektieren die Vielfalt der Region: acht Nationalitäten, sieben Standorte, sechs unterschiedliche Organisationseinheiten. Angelehnt an das regionale Programm wurden zusätzlich Talent-Programme an einzelnen asiatischen Standorten ins Leben gerufen, die die lokale Talententwicklung sicherstellen. Im kommenden Geschäftsjahr werden wir erneut einen Auswahlprozess für Talente im asiatischen Raum starten. Wir werden auch die globale Ausweitung des Programms vorantreiben. Die Weiterentwicklung von Infineon in asiatische Märkte hinein erfordert auch auf Management-Ebene ein tiefer gehendes Verständnis der Region. Wir haben deshalb im Jahr 2011 erstmalig das "Senior Executive Program" gestartet, um Kenntnisse über regionale Besonderheiten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsprozesse in Asien zu vermitteln. Dabei lernen unsere Führungskräfte nicht nur, unser Wachstum in Asien erfolgreich zu gestalten. Wir knüpfen auch ein starkes globales Netzwerk zwischen Asien und Europa und beziehen dabei externe "Stakeholder" mit ein. TALENTE "FRAUEN"Neben der Fokussierung auf Talente im asiatischen Raum haben wir Initiativen ergriffen, um unsere Mitarbeitergruppe "Frauen" zu stärken. Die aktive Förderung einer Unternehmenskultur der Chancengleichheit ist nach wie vor ein wesentliches Anliegen unserer Arbeit. Bereits im vergangenen Jahr haben wir uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: So wollen wir den Anteil weiblicher Führungskräfte im Bereich des mittleren und des Top Management in Summe bis zum Jahr 2015 auf 15 Prozent und bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent steigern (2011: 11,4%). Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet unser "Diversity Management" gezielt daran, die Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern: Wir wollen die Beschäftigungsfähigkeit und Flexibilität aller Beschäftigten sichern und Frauen wie auch Männer gleichermaßen im Unternehmen fördern. Hierfür haben wir im Geschäftsjahr 2011 wichtige Schritte getan: So engagiert sich Infineon im Projekt "Frauen in Führungspositionen -ein überbetrieblicher, unternehmensorientierter Ansatz", welches durch das Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft (bbw GmbH) und den Bayerischen Unternehmensverband Metall und Elektro e.V. (bayme) in einer Pilotierung durchgeführt wird und welches sich auf Mentoring und Seminare für weibliche Nachwuchsführungskräfte fokussiert. Daneben partizipiert Infineon auch an dem Projekt "Unternehmenskulturen verändern - Karrierebrüche vermeiden" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ), wissenschaftlich geleitet durch das Fraunhofer-Institut. Eine neu verabschiedete Gesamtbetriebsvereinbarung unterstützt den Rückkehrprozess von Eltern aus der Elternzeit. Des Weiteren haben wir die Kindertagesstätte am Campeon erweitert und die Betreuung der Mitarbeiterkinder während der Ferien ausgeweitet. Der Anteil an Frauen in der Belegschaft weltweit stieg von 35,5 Prozent im Jahr 2010 auf 37,5 Prozent im Jahr 2011 an. Auch den Anteil weiblicher Führungskräfte konnten wir um 1,2 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent (Vorjahr: 10,2 Prozent) steigern -Indizien, die uns zeigen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Geschlechterverteilung (Infineon weltweit 2011)![]() QUALIFIKATION UND BILDUNGZur Sicherstellung des Nachwuchses sind uns auch im vergangenen Jahr die Einstellung junger Auszubildender sowie Dualer Studenten und die Einführung neuer Trainee-Programme wichtig gewesen. Mit diesen Maßnahmen bekräftigen wir unser Engagement in der Berufsausbildung junger Mitarbeiter und stellen uns aktiv auf die Auswirkungen des demografischen Wandels ein. Wir haben deshalb im Geschäftsjahr 2011 in Deutschland erneut 62 Auszubildende eingestellt. Zum 30. September 2011 beschäftigte Infineon insgesamt 180 Auszubildende - 18 mehr als noch im vergangenen Jahr. Des Weiteren waren in Deutschland zum 30. September 2011 mehr als 100 Praktikanten oder Diplomanden sowie ungefähr 250 Werkstudenten beschäftigt. Damit versuchen wir bereits heute, jungen Menschen auf mehreren Wegen den Einstieg bei Infineon attraktiv zu machen. Im kommenden Jahr werden wir den Auszubildenden-Anteil in Deutschland deutlich erhöhen, um auch in Zukunft kompetenten und qualifizierten Nachwuchs sicherzustellen. Mit der Konsolidierung und Stabilisierung von Infineon nach der Krise haben wir im Geschäftsjahr 2011 unsere Investitionen in Weiterbildungsaktivitäten und die Qualifikation unserer Mitarbeiter wieder erhöht. Dennoch blieb der Fokus auf Trainings gerichtet, die rechtlich oder für das Geschäft notwendig sind oder die den Gedanken von High Performance unterstützen. Schwerpunkte der Weiterbildung waren deshalb zum einen Fachtrainings, die das Know-how und die Innovationsfähigkeit unserer Mitarbeiter sicherstellen. Zusätzlich standen Trainings zum Projektmanagement sowie die gezielte Verbesserung der Führungs- und Feedbackkultur im Vordergrund. So wurde im Geschäftsjahr 2011 erstmals das Führungskräftetraining "Leading People in a High Performance Company" angeboten, welches die wesentlichen Elemente von Führung im Hinblick auf High Performance behandelt und sich in drei Ausrichtungen an Führungskräfte aller Ebenen richtet. Bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2011 konnten 240 Führungskräfte dieses Training abschließen. Insgesamt wurden für Weiterbildungsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2011 weltweit €5,8 Millionen ausgegeben. Damit haben wir, verglichen zum Geschäftsjahr 2010, das Budget für Weiterbildung deutlich erhöht (2010: €2,1 Millionen). Wie in den vergangenen Jahren bewährten sich außerdem interne Weiterbildungsoptionen wie beispielsweise intern organisierte und angebotene Trainings oder die bereits zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführte "Innovation Week" am Campeon. Ausgaben für Weiterbildung![]() UNSERE BELEGSCHAFTMITARBEITERZAHLEN, EINSTELLUNGEN UND PERSONALAUFWANDDie Übersicht zeigt die Zusammensetzung der Belegschaft nach Funktionen und Regionen jeweils zum Ende des genannten Geschäftsjahrs. MITARBEITERscroll
Zum 30. September 2011 beschäftigte Infineon weltweit 25.720 Mitarbeiter gegenüber 26.654 zum 30. September 2010. Der Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts zu Intel Mobile Communications (IMC) umfasste einen unterjährigen Transfer von mehr als 3.000 aktiven, internen Mitarbeitern. Diese Personalbestandsreduzierung wurde durch die anhaltende Phase der Allokation nahezu kompensiert: Der weiterhin deutliche Anstieg der Produktnachfrage und die gute Auftragslage erforderten das zweite Jahr in Folge den Aufbau von Personal. So wurden bei Infineon im Geschäftsjahr 2011 weltweit 4.308 Mitarbeiter eingestellt (inklusive Einstellungen, die später im Zuge des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts zu IMC übergingen). Die Einstellungen erfolgten auch dieses Jahr mit 2.970 Mitarbeitern vorrangig im Produktionsbereich und mit 2.885 Mitarbeitern überwiegend an den asiatischen Standorten (inklusive Japan). Unsere Kooperationen und gemeinsamen Aktivitäten mit Hochschulen und Universitäten haben im vergangenen Jahr erneut die Neueinstellung von Mitarbeitern mit Hochschulabschluss unterstützt. Mit mehr als 55 Prozent Akademikern an den weltweit gesamten Einstellungen lag der Anteil damit deutlich über der Quote des Vorjahrs von 40 Prozent. Wie im vergangenen Jahr wurden die meisten neuen Mitarbeiter mit einem Studienabschluss im Raum Asien-Pazifik eingestellt (mehr als 1.500 Einstellungen), gefolgt von Deutschland (mehr als 500 Einstellungen) und übrigen Standorten in Europa (mehr als 300 Einstellungen). Der Frauenanteil bei neu eingestellten Mitarbeitern betrug weltweit knapp 40 Prozent, in Deutschland lag der Anteil neu eingestellter Frauen bei 23 Prozent. Der Anteil von neu eingestellten Frauen mit Hochschulabschluss betrug weltweit 26 Prozent. Zusätzlich zu den Festanstellungen waren bei Infineon zum 30. September 2011 weltweit 3.511 Leihkräfte beschäftigt. Damit waren wir in der Lage, weiterhin Flexibilität zu gewährleisten. Mehr als 50 Prozent der externen Mitarbeiter waren in Asien (inkl. Japan), mehr als 85 Prozent in der Produktion beschäftigt. Der weltweite Personalaufwand für aktive, interne Mitarbeiter von Infineon betrug im Geschäftsjahr 2011 €1.304 Millionen. In diesen Kosten sind Löhne und Gehälter, inklusive Mehrarbeit und Zulagen, sowie Sozialkosten (Personalaufwendungen und Sozialabgaben) enthalten. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich der gesamte Personalaufwand im Konzern um 10 Prozent (Vorjahr: €1.379 Millionen). ALTERSSTRUKTUR, FLUKTUATION UND BETRIEBSZUGEHÖRIGKEITDas Durchschnittsalter der fest angestellten Mitarbeiter blieb im Geschäftsjahr 2011 mit 36,4 Jahren konstant im Vergleich zum Vorjahr. Strukturell betrachtet konnten wir vor allem die Altersgruppen von 17-30 Jahren stärken und ihren Anteil steigern (Geschäftsjahr 2011: 31,9 Prozent, Vorjahr: 30,9 Prozent). Dieser Effekt konnte auch für die Gruppen ab 46 Jahren beobachtet werden (Geschäftsjahr 2011: 20,5 Prozent, Vorjahr: 19,5 Prozent). Der Mitarbeiteranteil in der mittleren Altersgruppe (31-45 Jahre) verringerte sich (Geschäftsjahr 2011: 47,8 Prozent, Vorjahr: 49,7 Prozent). Die Entwicklung der Altersstruktur führt zu einer nahezu unveränderten Betriebszugehörigkeit: mit 9,0 Jahren ist der weltweite Wert der Betriebszugehörigkeit im Geschäftsjahr 2011 konstant geblieben, in Deutschland hat sich die Betriebszugehörigkeit nur leicht auf 13,7 Jahre erhöht (Vorjahr: 13,4 Jahre). Altersstruktur (Infineon weltweit 2011)![]() Die weltweite Fluktuation belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 9,3 Prozent. Dies entspricht einer Reduzierung der Fluktuationsrate um 3,4 Prozentpunkte (Vorjahr: 12,7 Prozent). Wie im Jahr 2010 sind in der Rate Eigenkündigungen und sonstige Abgänge beachtet -nicht eingerechnet wurden die Personalabgänge zu IMC durch den Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts. Die weltweiten Eigenkündigungen (ohne IMC) gingen im Geschäftsjahr 2011 ebenfalls deutlich von 9,9 Prozent in 2010 auf 7,9 Prozent in 2011 zurück. Vor allem in Asien konnte die Fluktuationsquote im Geschäftsjahr 2011 deutlich reduziert werden. Während wir dort 2010 noch eine Fluktuation von 21 Prozent berichten mussten, konnten wir im vergangenen Jahr die Quote auf 14,4 Prozent verringern. In Deutschland schafften wir es, die niedrige Fluktuationsrate zu halten und sogar auf 2,8 Prozent zu senken (inklusive Eigenkündigungen und sonstigen Abgängen; 2010: 3,2 Prozent). Die Entwicklung zeigt uns, dass wir Abgänge weiter reduzieren und unsere Beschäftigungsbedingungen stabilisieren konnten -wichtige Hebel für die Gewinnerzielung im Unternehmen. Human Resources hat im vergangenen Jahr wichtige Impulse gesetzt, um Infineon nachhaltig zu einem High Performance-Unternehmen zu entwickeln und Mitarbeiter weiterhin zu herausragender Leistung zu befähigen. Unsere Anstrengungen waren vorrangig auf die Schaffung einer Kultur konzentriert, in der wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern Potenziale ausschöpfen und in zusätzlichen Wert umwandeln. Diesen Entwicklungsprozess verfolgen wir auch in Zukunft weiter und stellen damit die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit, das Engagement und die Motivation unserer Mitarbeiter sicher. INFINEON WELTWEITInfineon Standorte![]() ![]() ![]() INFINEON 2011QUARTAL 0111 /2010Abschluss eines Abkommens über Komponenten für die Produktion von Windkraftanlagen mit Xinjiang Goldwind Science and Technology Co., Ltd., China. Goldwind erhält von Infineon die Lizenz für die Produktion von Insulated Gate Bipolar Transistor (IGBT)-Stacks. Des Weiteren wird Infineon auch IGBT-Stacks an Goldwind liefern. 12 /2010Lieferung einer neuen Generation von Sicherheitscontrollern für Europas größtes Ausweisprojekt, den deutschen Personalausweis. Bei diesem Projekt kommt Infineons digitale Sicherheitstechnologie "Integrity Guard" zum Einsatz. QUARTAL 0201 /2011Volkswagen nutzt programmierbare Hall-Sensoren von Infineon in elektrischen Lenksystemen. Durch den Vorteil der Stresskompensation gleichen die Sensoren Temperaturschwankungen und mechanischen Stress über die Lebensdauer eines Fahrzeugs aus und tragen so zu einer gleichbleibend hohen und robusten Präzision der Signale und damit der Zuverlässigkeit der Systeme bei. 01 /2011Gründung einer neuen Geschäftseinheit in Peking, China. Die Infineon Integrated Circuits Co., Ltd. unterstützt alle drei Geschäftssegmente und umfasst eine Fertigung für Leistungshalbleiter (IGBT-Stacks), ein Kompetenzzentrum für Lösungen im Automobilbereich sowie Vertrieb, Marketing, F&E und Zentralfunktionen. 01 /2011Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts an Intel. Der Kaufpreis beläuft sich auf US$1,4 Milliarden in bar. 02 /2011Infineon wird zum dritten Mal mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft für die beste technologische Innovation ausgezeichnet. Infineon erhält den Preis in der Kategorie "Großunternehmen" für seine Sicherheitstechnologie "Integrity Guard". Keinem anderen Unternehmen wurde in den vergangenen zehn Jahren dieser Preis so oft verliehen wie Infineon. QUARTAL 0305 /2011Erwerb der Immobilien und Fabrikationsanlagen für die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG für rund €101 Millionen. 05 /2011Erstmalige Präsentation von IGBT-Modulen der Spannungsklasse 4.500 Volt für den Einsatz in Zugantrieben und in der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) auf der PCIM Europe 2011 in Nürnberg. 05 /2011Infineon bringt mit dem Embedded Secure Element seinen neuesten Sicherheitscontroller für Near Field Communications-Anwendungen auf den Markt -zusätzlich zu den bereits verfügbaren Secure Elements für NFC SIM-Karten und Micro-SD-Karten. Infineon ist damit der weltweit einzige Halbleiterhersteller, der eine solche Flexibilität in der Absicherung von NFC-Anwendungen bietet. QUARTAL 0407 /2011Infineon liefert als erster Anbieter TPM (Trusted Platform Module)-Chips für Geräte mit Googles Chrome-Betriebssystem. Die Sicherheitschips unterstützen den Integritätscheck des Betriebssystems. Dieser wird von Google eingesetzt, um zu ermitteln, ob die Hardware oder das Betriebssystem unzulässiger Weise verändert wurden. 09 /2011Belieferung der Hyundai Motor Company und der Kia Motor Corporation mit dem Leistungsmodul HybridPACK™1. Das IGBT-Modul kommt in Hybridfahrzeugen zum Einsatz und führt zu einer Kraftstoffersparnis von etwa 15 bis 35 Prozent gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Im Vergleich zu anderen Modulen gleicher Leistung benötigt es bis zu 30 Prozent weniger Halbleiterfläche und kommt mit einem vereinfachten Kühlsystem aus. UNSER GESCHÄFTSJAHR 2011ENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFT UND DER HALBLEITERINDUSTRIE IM GESCHÄFTSJAHR 2011Im Laufe der zweiten Hälfte des Kalenderjahrs 2011 hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft stark abgeschwächt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert in seinem aktuellen Weltwirtschaftsausblick vom 20. September 2011 ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent für das Kalenderjahr 2011, nach einem Plus von 4,0 Prozent im Kalenderjahr 2010 (IWF, September 2011). Verantwortlich für das geringere Wachstum waren unter anderem die Naturkatastrophe und das Reaktorunglück in Japan sowie die politischen Unruhen im Mittleren Osten und in Nordafrika. Die langwierigen politischen Auseinandersetzungen in den USA über die Anhebung der Schuldenobergrenze und die sich kontinuierlich zuspitzende Schuldenkrise im Euro-Raum führten im Sommer 2011 zu einer weiteren deutlichen Eintrübung der Konjunkturperspektiven. Nach Meinung der Experten des IWF expandiert der Euro-Raum in 2011 um 1,6 Prozent, nach einem Plus von 1,8 Prozent in 2010. Für die USA veranschlagen sie ein Plus von 1,5 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 3,0 Prozent). Die in den USA und in einigen Euro-Ländern nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit belastet die Konjunktur zusätzlich. In Japan wird das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2011 voraussichtlich um 0,5 Prozent schrumpfen, während es im Vorjahr noch um 4,0 Prozent gestiegen war. Verantwortlich dafür sind neben der schwächeren Weltwirtschaft insbesondere der Einbruch der Industrieproduktion nach der Naturkatastrophe in Japan vom 11. März 2011 sowie der starke Yen, der den internationalen Handel belastete. Die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens waren 2011 Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Der IWF rechnet für das Kalenderjahr 2011 mit einem BIP-Anstieg von 8,2 Prozent nach 9,5 Prozent im Jahr 2010. Die verglichen mit dem Vorjahr geringere Wachstumsrate ist zum einen die Folge kontraktiver Politikmaßnahmen zur Vermeidung einer Überhitzung dieser Volkswirtschaften, zum anderen aber auch das Ergebnis einer geringeren Nachfrageexpansion aus den entwickelten Volkswirtschaften. Weltwirtschaftswachstum![]() Die geringere Wachstumsdynamik sowie die zunehmende Unsicherheit über Dauer und Tiefe der Abkühlung haben auch im Halbleitermarkt ihre Spuren hinterlassen. Im Kalenderjahr 2011 hat sich das Wachstum des Welt-Halbleitermarkts verglichen zum Vorjahr deutlich verlangsamt. Das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli geht davon aus, dass das Kalenderjahr 2011 mit einem Plus von 3 Prozent abschließt (Vorjahr: Anstieg um 32 Prozent). Asien-Pazifik (ohne Japan) war nach Meinung der Experten auch im Kalenderjahr 2011 wieder die Wachstumslokomotive im globalen Halbleitermarkt; so rechnet IHS iSuppli mit einem Anstieg um 7 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 33 Prozent). Überdurchschnittliche Wachstumsraten sind unter anderem Spiegelbild eines weiter zunehmenden Produktionsaufbaus für elektronische Endgeräte in dieser Region, insbesondere in China. Steigender Wohlstand und dadurch steigende Konsumausgaben in den Schwellenländern Asiens und auch Lateinamerikas gaben der Branche zusätzlich Impulse. Für den europäischen Halbleitermarkt erwartet IHS iSuppli einen leichten Rückgang um 1 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 30 Prozent); der amerikanische und japanische Halbleitermarkt schrumpfen 2011 jeweils um 4 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 32 Prozent in Amerika beziehungsweise um 33 Prozent in Japan). Entwicklung des Halbleitermarktes![]() Insgesamt ist zu erwarten, dass die Halbleiterbranche im Kalenderjahr 2011 moderat expandiert, wenn auch mit einer deutlich geringeren Wachstumsrate, als dies noch im Vorjahr der Fall war. Diese zyklische Abschwächung war nach der sehr dynamischen Erholung im Jahr 2010 erwartet worden, wenn auch weniger stark ausgeprägt. Exogene Schocks, schwindendes Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Erholung, das Wiederaufflammen der Finanzkrise sowie Kapazitätsengpässe in einigen Bereichen dämpften das Expansionstempo der Branche. Unsere Umsatzerlöse unterliegen neben zyklischen auch saisonalen Einflüssen. Das umsatzstärkste Quartal ist erfahrungsgemäß das vierte Quartal des Geschäftsjahrs. Diese kurzfristigen Schwankungen sind jedoch beeinflusst von längerfristigen Zyklen, die aus den Neuerungen der technischen Lösungen unserer Kunden, die unsere Produkte beinhalten, resultieren. Die kurz- und mittelfristige Zyklizität unserer Umsätze reflektiert die Schwankungen in Angebot und Nachfrage nach den Produkten, die unsere Halbleiter beinhalten. Wenn antizipierte Umsätze und Lieferungen nicht wie erwartet stattfinden, können in einem solchen Quartal überproportional hohe Ausgaben und Lagerbestände auftreten, was das Ergebnis des Quartals und möglicherweise das Ergebnis der folgenden Quartale negativ beeinflussen kann. UNTERNEHMENSINTERNES STEUERUNGSSYSTEMIm Zentrum der finanziellen Ziele zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts steht bei Infineon die Maximierung des Free-Cash-Flow sowie die Steigerung des Segmentergebnisses. Wir beabsichtigen, dieses Ziel zu erreichen, indem wir Umsatz und Gewinn kontinuierlich steigern und gleichzeitig den Kapitaleinsatz optimieren. Das Planungs- und Steuerungssystem unseres Konzerns ist darauf ausgelegt, eine Vielzahl von Instrumenten bereitzustellen, um die aktuelle Geschäftsentwicklung zu bewerten und daraus zukünftige Strategie- und Investitionsentscheidungen abzuleiten. Ziel ist die optimale Ausschöpfung wirtschaftlicher und unternehmerischer Erfolgspotenziale. Als High-Tech-Unternehmen agieren wir in einem wachsenden Markt und in einem äußerst dynamischen wirtschaftlichen Umfeld. Zum Erhalt unserer führenden Marktposition sind kontinuierlich Innovationen bei Produkten und Technologien notwendig. Unsere Fertigungstechnologien sind in vielen Marktsegmenten ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Deshalb müssen wir die finanziellen Mittel erwirtschaften, um stets hohe Forschungs- und Entwicklungskosten sowie signifikante Investitionen in unsere Fertigungen zu finanzieren. Der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten erfolgt dabei mit Blick auf die Erschließung von Wachstumspotenzialen, aber auch unter Berücksichtigung einer bestmöglichen Kapazitätsausnutzung zur Vermeidung von Leerstandskosten. Profitables Wachstum versetzt uns in die Lage, unser Geschäft aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dies erfordert jedoch eine effiziente Nutzung unserer finanziellen Ressourcen. Aus diesem Grund führt der Vorstand regelmäßige Gespräche mit den Verantwortlichen der Geschäftsbereiche, der Fertigungsbereiche und der Zentralfunktionen, deren Fokus auf den folgenden drei Erfolgsfaktoren liegt:
Wir nutzen ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang dieser drei Erfolgsfaktoren. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, dem quartalsweisen Forecasting sowie aus Ist-Daten. Dies erlaubt es unserem Top-Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten Entwicklung der wirtschaftlichen und operativen Leistungsfähigkeit basieren. STEUERUNGSKENNZAHLENHAUPTSTEUERUNGSKENNZAHLENUm die Wirkung dieser Steuerungsparameter auf die definierten Erfolgsfaktoren zu bewerten, nutzen wir die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen:
Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl unseres Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. Sie misst die Qualität unserer Umsatzentwicklung und zeigt, wie effizient wir unser operatives Geschäft steuern. Die Steuerung der Aktivitäten unserer Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Damit wir das Segmentergebnis maximieren können, trägt das Management der operativen Segmente die direkte Verantwortung für das Segmentergebnis. Der Free-Cash-Flow dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen aus liquiden Mitteln niederschlägt und ist auch mit effizientem Einsatz von Betriebskapital verbunden. Investitionen zur Wahrnehmung künftiger Wachstumspotenziale können eine bewusste Belastung des Free-Cash-Flows darstellen. Wichtigstes finanzielles Ziel ist die Schaffung eines Mehrwerts, das heißt, wir wollen dauerhaft eine Prämie auf unsere Kapitalkosten verdienen. Mit dem Modell des RoCE vergleichen wir die tatsächlich erzielte und geplante Kapitalverzinsung mit den Kapitalkosten. Diese drei Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler unseres Systems zur variablen Vergütung. Wir haben im Geschäftsjahr 2011 das Modell der variablen Vergütung dahingehend geändert, dass der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften direkt an diese Kennzahlen gekoppelt ist. SegmentergebnisWir definieren das Segmentergebnis als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten (abzüglich Wertaufholungen), Ergebniseffekte aus Umstrukturierungsmaßnahmen und andere Schließungen, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung, akquisitionsbedingte Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften und sonstige Erträge (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren. Dies ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses im Geschäftsjahr 2011 siehe auch folgender Abschnitt "Entwicklung der Segmente"). Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung des Segmentergebnisses für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr: scroll
Um die Umsatzrentabilität sicherzustellen, wird das Segmentergebnis ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen gesetzt, woraus sich die Segmentergebnis-Marge ergibt. Sowohl das Gesamtunternehmen als auch die drei operativen Segmente haben das Ziel, über den gesamten Marktzyklus eine Segmentergebnis-Marge zu erwirtschaften, die deutlich über den zur Deckung der Kapitalkosten erforderlichen Margen liegt. Die folgende Tabelle zeigt das Segmentergebnis auf Konzern- und Segmentebene sowie die Segmentergebnis-Marge des Konzerns und der drei operativen Segmente für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr: scroll
Wir gehen davon aus, dass die von uns bedienten Märkte Automobil, Industrie und Sicherheits-Anwendungen eine höhere Nachfrage im Vergleich zum übrigen Halbleitermarkt beziehungsweise zum durchschnittlichen weltweiten Wirtschaftswachstum erfahren. Innovationen und Investitionen eröffnen uns die Chance, von der steigenden Nachfrage nach Halbleiterprodukten zu profitieren. Das Management versucht solche Chancen zu erkennen und auszunutzen, die nicht nur zukünftiges Wachstum fördern, sondern auch zur Verbesserung des Segmentergebnisses führen können. Neben anderen Maßnahmen sind insbesondere die Steigerung der Produktivität unserer Fertigungsanlagen, die Aufrechterhaltung des Qualitätsstandards unserer Produkte, die Optimierung des Produktmixes und der Qualität unserer Fertigung sowie die Flexibilität der Kostenbasis Maßnahmen, um den Konzernumsatz und die Bruttomarge zu steigern. Strikte Kontrolle der betrieblichen Aufwendungen spielt eine zentrale Rolle in unserem Bestreben, das Segmentergebnis zu steigern und die Effizienz unseres operativen Geschäfts zu erhöhen. Besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf unsere Betriebskosten sowie darauf, die Betriebsgemeinkosten im Verhältnis zum Umsatz zu optimieren. Dies erfolgt durch Straffung unserer Geschäftsprozesse, Vermeidung von Redundanzen sowie Effizienzinitiativen. Diese Maßnahmen ergänzen wir gegebenenfalls um kurzfristige Initiativen wie Projekte zur Optimierung der Verwaltungskosten. Free-Cash-FlowUnter dem Free-Cash-Flow verstehen wir den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss (abfluss) aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst unsere Fähigkeit, den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus unserem operativen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist unser Ziel, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2011 siehe Abschnitt "Entwicklung der Finanzlage"). In der folgenden Tabelle ist die Berechnung der Free-Cash-Flow für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt: scroll
Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben unserer Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen im Verhältnis zu den Abschreibungen. Zur Entwicklung des Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2011 siehe auch Abschnitt "Darstellung der Finanzlage -Free-Cash-Flow. Wir haben in den letzten Jahren das Management unseres operativen Nettoumlaufvermögens erheblich verbessert, indem wir uns fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen konzentriert haben. Da unser Geschäft sehr anlagenintensiv ist, nimmt das effektive Management der Investitionen eine zentrale Rolle im Hinblick auf die Optimierung des Free-Cash-Flows ein. Die Steuerung der Investitionen erfolgt durch einen kombinierten Top-down-/Bottom-up-Ansatz. Hierbei werden im Rahmen der jährlichen Langfristplanung Investitionsschwerpunkte und ein Investitionsbudget für den Konzern erarbeitet. Im Fortgang stimmen die operativen Einheiten ihre Investitionsprojekte unter Zugrundelegung der definierten Schwerpunkte und des verabschiedeten Budgets untereinander ab. Anhand von Szenarioplanungen erfolgt dann regelmäßig eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Anpassung des Budgets und der darin beinhalteten Projekte. Durch eine flexible Investitionspolitik versuchen wir, die geplanten Investitionen jeweils an die Erfordernisse und Marktgegebenheiten anzupassen. Die Investitionsprojekte unterliegen einer stetigen Überwachung der Zeitpläne und der Budgeteinhaltung. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet. Return on Capital Employed (RoCE)RoCE ist definiert als Nettobetriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. Sie verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet. Return on Capital Employed ist eine gängige Kennzahl und wird auch von Infineon für die Bewertung der Kapitalrentabilität eingesetzt. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Befriedigung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung. ![]() Die folgende Tabelle zeigt die Ermittlung des RoCE für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr: scroll
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Die Finanzerträge im Geschäftsjahr 2011 betrugen
€39 Millionen, worin €37 Millionen Zinserträge enthalten waren. Im
Vorjahr betrugen die entsprechenden Werte €29 Millionen und €18 Millionen
(siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 9) Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Sachanlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren. Es ist unser Ziel, einen RoCE zu erwirtschaften, der über den gewichteten Kapitalkosten liegt, um Wert für unsere Anteilseigner zu schaffen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital, der RoCE, betrug für das Berichtsjahr 62 Prozent nach 30 Prozent im Vorjahreszeitraum und liegt damit über unseren Kapitalkosten. Der deutliche Anstieg des RoCE im Vergleich zum Vorjahr beruht neben dem deutlich verbesserten Ergebnis in Verbindung mit dem leicht gesunkenen eingesetzten Kapital auch auf der Tatsache, dass das eingesetzte Kapital nicht um Sondereffekte, die keinen revolvierenden Charakter haben, wie zum Beispiel einzelne Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten aus Put-Optionen auf eigene Aktien, bereinigt wurde. ERGÄNZENDE STEUERUNGSKENNZAHLENDie Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben. Wachstums- und RentabilitätskennzahlenZur Beurteilung des Wachstumspotenzials werden die Umsatzerlöse und die Wachstumsrate der Umsatzerlöse herangezogen. Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die Forschungs- und Entwicklungskosten, die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen. Ihre Entwicklung auf Konzernebene ist in der folgenden Tabelle für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt: scroll
LiquiditätskennzahlenEine rollierende Liquiditätsplanung sichert eine ausreichende Ausstattung mit liquiden Mitteln. Hierfür kommen die folgenden Kennzahlen auf Konzernebene, nicht aber auf Segmentebene zur Anwendung:
Die folgende Tabelle zeigt die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr: scroll
Des Weiteren werden zur Vermeidung von Leerstandskosten beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein. Operative FrühindikatorenUm das Bild bezüglich der aktuellen Unternehmenssituation und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung abzurunden, verwenden wir folgende operative Frühindikatoren:
Das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz (sog. Book-to-Bill-Ratio) ist ein Indiz für die Nachfrage. Wenn der Auftragseingang größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird das als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet. Bei einem Verhältnis über 1 für eine Periode, also der Auftragseingang betragsmäßig größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird dies als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet. Ist das Gegenteil der Fall, wird ein Umsatzrückgang erwartet. Aufgrund einiger Besonderheiten im Geschäft von Infineon wie zum Beispiel Konsignationslager für Großkunden wird die Kennzahl Auftragsbestand zur Steuerung nur im geringen Maße und zur Leistungsbeurteilung nicht herangezogen. Da bei Konsignationslagern mit Entnahme der Ware durch den Kunden gleichzeitig ein Auftragseingang und der entsprechende Umsatz verbucht werden, wird dieser Teil des Geschäftes im Auftragsbestand nicht widergespiegelt. In folgender Tabelle sind die operativen Frühindikatoren für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 und das Vorjahr dargestellt: scroll
Ein weiterer wichtiger Frühindikator für die Geschäftsentwicklung ist die quartalsweise Veränderung der Umsatzprognosen für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Werden im Zeitverlauf die Schätzungen für den Jahresumsatz von einem zum nächsten Quartal angehoben, wird dies als Zeichen für gute Wachstumsaussichten im Nahzeithorizont angesehen. Sinken die Schätzungen hingegen kontinuierlich, wird dies als erstes Warnsignal für einen einbrechenden Markt angesehen. Ist- und Zielwerte der SteuerungskennzahlenWir haben ein umfangreiches System zur Messung der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns aufgebaut, welches eine Vielzahl verschiedener Instrumente umfasst. Die wichtigsten Finanzkennzahlen des Konzerns werden kontinuierlich überwacht. Dabei liegt unser Augenmerk auf der Generierung von Free-Cash-Flow sowie der Entwicklung des Segmentergebnisses. Wir geben jährlich unsere Finanzziele für den Konzern bekannt und aktualisieren diese bei Bedarf im Laufe des Geschäftsjahrs, wobei bei vielen Kennzahlen verstärkt auf qualitative Ziele geachtet wird, um den Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen. In folgender Tabelle sind die von uns verwendeten Steuerungskennzahlen zusammen mit ihren Ist- und Prognosewerten dargestellt: scroll
Die guten Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2011 führten zu einem Umsatzwachstum deutlich über der anvisierten 10-Prozent-Marke. Infolgedessen lagen auch die Segmentergebnis-Marge und der RoCE deutlich über den Erwartungen. Trotz eines Investitionsvolumens, das aufgrund gestiegener Bedarfsprognosen erheblich über den Planungen lag, ist es gelungen, den Free-Cash-Flow in etwa auf Höhe der Dividendenzahlung zu halten. ENTWICKLUNG DER SEGMENTEGESAMTSEGMENTERGEBNIS-MARGE VON FAST 20 PROZENT IM ABGELAUFENEN GESCHÄFTSJAHR ERZIELTAll unsere operativen Segmente profitierten von der anhaltend hohen allgemeinen Nachfrage nach Halbleiterprodukten. Die Umsatzerlöse lagen bei allen operativen Segmenten über denen des Vorjahrs und erreichten den höchsten Stand seit Einführung der Segmentstruktur. Das Segmentergebnis in Summe verbesserte sich im Geschäftsjahr 2011 auf €786 Millionen (Vorjahr: €475 Millionen). Wesentlicher Grund war das mit dem Umsatzanstieg einhergehende höhere Bruttoergebnis vom Umsatz. Gegenläufig wirkten sich erhöhte Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten und Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten) aus. Die Gesamtsegmentergebnis-Marge lag im Geschäftsjahr 2011 bei 19,7 Prozent -gegenüber 14,4 Prozent im Vorjahr. Umsatzerlöse und Segmentergebnis![]() AUTOMOTIVEscroll
Das Segment Automotive erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.552 Millionen (Vorjahr: €1.268 Millionen). Die Automobilbranche entwickelte sich auch im Geschäftsjahr 2011 sehr gut. Die meisten Automobilhersteller weltweit meldeten Rekordumsätze. Die Umsatzsteigerung beruhte auch auf einer wieder erstarkten Nachfrage nach Flottenfahrzeugen. Regierungen, Firmen, Autoleihfirmen und Taxiunternehmen haben ihre Flotte erneuert. Neben dem allgemeinen Wachstum in der Automobilindustrie profitierten wir von dem steigenden Anteil der Elektronik im Auto -beide Effekte zusammen führten dazu, dass wir auch im zweiten Jahr des Aufschwungs eine Wachstumsrate von 22 Prozent verzeichnen konnten. Die Nachfrage nach Modellen der Mittel- und Oberklasse hielt an. Automobile in diesem Segment weisen eine deutlich höhere Ausstattung mit Halbleitern (mehr Sicherheit, mehr Komfort, mehr Extras, stärkere Motoren) auf als die durch die Abwrackprämien geförderten Kleinwagen des Vorjahrs. Auch die Forderungen der Kunden nach höherer Kraftstoffeffizienz -teils aufgrund gestiegener Benzinpreise, teils aufgrund erhöhten Umweltbewusstseins -ließen den Halbleiteranteil im Auto steigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden vom Kleinwagen bis zur Oberklasse generell über alle Marktsegmente hinweg mehr Autos gebaut. Regional betrachtet sahen wir vor allem eine starke Zunahme der Autoproduktion in Asien-Pazifik, insbesondere in China. Auch die USA kehren langsam zum Produktionsniveau von 2008 zurück. Da der Einbruch dort sehr groß war, spiegelt sich die Erholung in hohen Wachstumsraten wider. In Summe wirkt sich auch die positive Entwicklung in Russland, Lateinamerika und Indien aus, auch wenn jede einzelne Region für sich genommen noch keinen nennenswerten Beitrag zur weltweiten Autoproduktion liefert. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2011 €279 Millionen; eine Steigerung von 41 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs von €198 Millionen. Der Umsatzanstieg sowie eine über das gesamte Geschäftsjahr hinweg sehr hohe Fabrikauslastung waren die wesentlichen Gründe für die deutliche Ergebnisverbesserung. Schwerpunkte der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen in der Weiterentwicklung unserer strategisch wichtigen 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontroller-Familie sowie in der Entwicklung weiterer Produkte basierend auf unserer 130-Nanometer-Analog-Mixed-Signal-Fertigungstechnologie SPT9 in Dresden. ATV: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale![]() INDUSTRIAL & MULTIMARKETscroll
Im Segment Industrial & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.800 Millionen; ein Anstieg um 26 Prozent zum Geschäftsjahr 2010 mit €1.429 Millionen. Die Auf- und Nachholeffekte des Krisenjahrs 2009 liefen Mitte des Kalenderjahrs 2011 aus. Bis dahin sahen wir eine sehr robuste Auftragslage mit einem Verhältnis "Auftragseingang zu Umsatz" (sogenannte Book-to-Bill-Ratio) von durchweg über 1. Das Verhältnis "Auftragseingang zu Umsatz" ist ein Indiz für die Nachfrage. Bei einem Verhältnis über 1 bedeutet dies, dass unsere Kunden mehr Aufträge platzieren als wir Umsatz legen -wir also Auftragsbestand aufbauen. Seit Mitte des vierten Quartals des Geschäftsjahrs mehrten sich die Anzeichen, dass die Industrie -vor allem aber Produkte für die Konsumelektronik -wegen steigender konjunktureller Risiken an Fahrt verlieren könnte. Die Nachfrage nach Steuerungen für Elektromotoren, insbesondere aus dem Maschinenbau, war gegenüber dem Vorjahr hoch. Die VDMA-Prognose für das Kalenderjahr 2011 sieht ein Wachstum gegenüber 2010 von 14 Prozent in der Produktion vor. Der Markt für erneuerbare Energien hat sich im Geschäftsjahr 2011 uneinheitlich entwickelt. Die Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaik (PV) hat in Deutschland zur Dämpfung der Nachfrage geführt. Die Anzahl der Neuinstallationen in Deutschland, dem größten Photovoltaik-Markt der Welt, liegt weit unter dem Wert von 2010. Neuinstallationen von Photovoltaik-Anlagen in China und den USA haben demgegenüber zugenommen und die Schwäche in Europa kompensiert. Das Wachstum der weltweiten PV-Neuinstallationen in 2011 ging gegenüber dem Wachstum in 2010 deutlich zurück. Bei den weltweiten Neuinstallationen von Windkraftanlagen wurde 2011 ein Rückgang von etwa 3 Prozent gegenüber 2010 verzeichnet. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2011 €444 Millionen, eine Steigerung von 51 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Die Verbesserung des Segmentergebnisses ergibt sich aus einem höheren Umsatz, positiven Skaleneffekten sowie einer weiterhin hohen Auslastung unserer Fertigungsstandorte. Speziell solche Komponenten, die einen merklichen Einfluss auf das Einsparpotenzial elektrischer Energie haben -insbesondere IGBT-Module zur Drehzahlregelung in Industriemotoren und Hochvolt-Leistungstransistoren in Netzteilen -trugen überproportional zum Ergebnis bei. Die erfreuliche Nachfrage nach Smartphones und die weltweite Aufrüstung der Mobilfunkinfrastruktur trugen ebenso zu einer Ergebnisverbesserung bei. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind im Jahresvergleich weiter gestiegen und reflektieren vor allem Investitionen in innovative Produkte und zukunftsweisende Technologien. Analog erhöhten sich auch die Vertriebsaufwendungen einerseits vor dem Hintergrund der Stärkung unserer weltweiten Präsenz sowie andererseits im Rahmen der weiteren Verbreiterung unserer Kundenbasis. IMM: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale![]() CHIP CARD & SECURITYscroll
Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €428 Millionen, ein Anstieg um 5 Prozent zum Geschäftsjahr 2010 mit €407 Millionen. Im November 2010 war der Projektstart des neuen deutschen elektronischen Personalausweises, den wir mit unserem Sicherheits-Controller der SLE 78-Familie beliefern. Dies ist das größte europäische Projekt für behördliche Ausweisdokumente. Damit beliefert Infineon rund 80 Prozent aller in Europa ausgegebenen Ausweise mit Sicherheits-Controllern. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir von der Sonderkonjunktur bei Bezahlkarten profitiert. Viele Banken haben Karten mit Magnetstreifen durch deutlich sicherere Karten mit Sicherheitschip ersetzt. Dieser Trend dürfte sich noch einige Zeit fortsetzen, sind doch erst ein Viertel aller Bankkarten mit einem Sicherheitschip ausgestattet. Die erfolgreiche strategische Ausrichtung auf neue Geschäftsfelder, die nicht mit klassischen Chipkarten abgedeckt werden können, zeigt sich unter anderem an Komponenten für integrierte Near-Field-Communications(NFC)-Lösungen. Im März 2011 lieferten wir die ersten NFC-Komponenten, bereits im dritten Quartal steuerten diese rund 5 Prozent zum Quartalsumsatz von Chip Card & Security bei. Die im Geschäftsjahr 2010 begonnene Umstellung der Fertigungstechnologie von 130 Nanometer auf 90 Nanometer wurde auf weitere Fertigungslinien ausgeweitet. Die meisten unserer Produkte mit hohen Stückzahlen werden nun mit einer Strukturgröße von 90 Nanometer gefertigt. Dadurch konnten wir einerseits die Herstellkosten dieser Produkte senken und andererseits weiteres Wachstum ermöglichen. Die Umstellung auf eine Fertigungstechnologie mit einer Strukturgröße von 65 Nanometern wurde begonnen. Das Segmentergebnis betrug €54 Millionen im Geschäftsjahr 2011; eine Steigerung von €32 Millionen oder 145 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs (€22 Millionen). Bereits ab dem ersten Quartal - und damit deutlich früher als erwartet -konnte eine Segmentergebnis-Marge von über 10 Prozent erzielt werden. Für das Geschäftsjahr 2011 ergab sich eine Marge von 12,6 Prozent. Dazu haben der Umstieg auf die 90-Nanometer-Fertigungstechnologie sowie die Ausrichtung auf neue Sicherheitsanwendungen beigetragen. Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs wurden bereits 40 Prozent aller Chips dieses Segments in der 90-Nanometer-Technologie gefertigt. Im gesamten Geschäftsjahr 2010 lag der Anteil noch bei fast Null. Die Umstellung auf die 90-Nanometer-Fertigungstechnologie wirkte sich vor allem auf die beiden Produktkategorien mit extrem hohen Stückzahlen - SIM-Karten sowie kontaktbasierte und kontaktlose Bezahlkarten -positiv aus. Zur Verbesserung des Segmentergebnisses haben nicht zuletzt die Einführung des NFC-Chips im zweiten Quartal und des Ausweistitels für Deutschland im vierten Quartal beigetragen. Die gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sind im Vergleichszeitraum leicht gestiegen, was hauptsächlich durch konsequente F&E-Investitionen in die nächste Fertigungstechnologie auf Strukturen von 65 Nanometer sowie in unsere strategischen Anwendungsfelder -mobiles Bezahlen, Sicherheit in vernetzten Systeme und hoheitliche Anwendungen -bedingt ist. Im Bereich Vertrieb, Marketing und Verwaltung entwickelten sich die Funktionskosten proportional zum Umsatz. CCS: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale![]() SONSTIGE GESCHÄFTSBEREICHEscroll
Die Sonstigen Geschäftsbereiche umfassen im Wesentlichen Aktivitäten, die nach dem Verkauf oder der Aufgabe von Geschäftsbereichen bei Infineon verblieben sind -entweder als nachlaufende Aktivitäten, da veräußerte Bereiche weiter auf Produktlieferungen oder Services angewiesen sind, oder als bei Infineon verbleibende Aktivitäten, die keinem anderen Segment zugeordnet werden können und sukzessive auslaufen. So werden Produktlieferungen an Lantiq nach dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts hierunter ausgewiesen. Ebenso sind seit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts die für eine definierte Übergangsfrist verbleibenden Produktlieferungen und Serviceleistungen an IMC Teil dieses Geschäftsbereichs, ebenso wie das Geschäft mit analogen und digitalen TV-Tunern sowie mit Empfangskomponenten für Satellitenradios. Im Geschäftsjahr 2011 betrug der Umsatz €216 Millionen nach €194 Millionen im Geschäftsjahr 2010. Im Gegensatz zum Vorjahr umfassen die Umsatzerlöse im aktuellen Berichtszeitraum das Geschäft mit IMC. Das Segmentergebnis stieg im Geschäftsjahr 2011 um €18 Millionen auf €14 Millionen, bedingt durch das Geschäft mit IMC sowie durch Struktureffekte. KONZERNFUNKTIONEN UND ELIMINIERUNGENFür das Geschäftsjahr 2011 beläuft sich das Segmentergebnis auf minus €5 Millionen gegenüber minus €35 Millionen im Geschäftsjahr 2010. Auf das Mobilfunkgeschäft entfallende Aufwendungen für Zentralfunktionen sind, sofern sie nach Abschluss des Verkaufs weiterhin anfallen, unter den "Fortgeführten Aktivitäten" auszuweisen (sogenannte verbleibende Kosten). Diese wurden im Geschäftsjahr 2011 für den Zeitraum bis zum Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts am 31. Januar 2011 unter Konzernfunktionen und Eliminierungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Im Geschäftsjahr 2010 waren darüber hinaus noch Leerstandskosten aus der Fertigung bei ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich ("ALTIS") dem Bereich Konzernfunktionen und Eliminierung zugeordnet worden, da sie keinen Bezug zum operativen Geschäft hatten. ALTIS war ein Gemeinschaftsunternehmen von Infineon und International Business Machines Corporation, New York, USA ("IBM"), das zum 31. Dezember 2009 entkonsolidiert wurde. Sämtliche Anteile an ALTIS wurden im August 2010 veräußert. ENTWICKLUNG DER ERTRAGSLAGEERLÄUTERUNG DER WESENTLICHEN POSTEN DER KONZERN-GEWINN- UND-VERLUST-RECHNUNGscroll
KONZERNJAHRESÜBERSCHUSS VON DEUTLICH ÜBER €1 MILLIARDE ERZIELTIm Geschäftsjahr 2011 konnten wir unseren Konzernjahresüberschuss auf €1.119 Millionen steigern. Im Vorjahreszeitraum erzielten wir einen Überschuss von €660 Millionen. Dies entspricht einer Erhöhung um fast 70 Prozent. Fast 2/3 des Konzernjahresüberschusses entfiel im Berichtszeitraum mit €744 Millionen auf "Fortgeführte Aktivitäten"; eine Steigerung von €432 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die Verbesserung ist maßgeblich auf das in der Folge des deutlichen Umsatzwachstums um €417 Millionen gestiegene Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) zurückzuführen. Der Anstieg bei den Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten) wurde durch einen Rückgang des negativen Saldos aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sowie dem Rückgang des negativen Finanzergebnisses mehr als kompensiert. Nicht fortgeführte Aktivitäten haben mit €375 Millionen zum Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2011 beigetragen (Vorjahr: €348 Millionen). Davon entfielen €541 Millionen auf das Mobilfunkgeschäft, wovon wiederum der Großteil mit €352 Millionen auf den Gewinn aus der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts an Intel entfällt. Negativ wirkten Aufwendungen in Höhe von €176 Millionen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda aufgrund von Neueinschätzungen bestimmter Risiken. UMSATZERLÖSE DEUTLICH ERHÖHTIm Geschäftsjahr 2011 konnten wir im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010 die Umsatzerlöse um 21 Prozent steigern. Damit war der Umsatzzuwachs erheblich stärker als das Wachstum der Weltwirtschaft und des Halbleitermarktes in diesem Zeitraum. Wir haben nicht nur vorhandene, im Krisengeschäftsjahr 2009 stillgelegte Kapazitäten wieder reaktiviert, sondern durch massive Investitionen zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und diese zügig hochgefahren. Durch die dadurch erreichte Ausweitung der Produktionskapazitäten haben wir die gestiegene Nachfrage bedienen können und haben es unseren Kunden ermöglicht, ihrerseits entsprechendes Wachstum zu realisieren. scroll
Die Stärke des Euro beeinflusste im Geschäftsjahr 2011 die Umsatzerlöse negativKnapp 50 Prozent der Umsatzerlöse des Geschäftsjahrs 2011 sind in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den weitaus größten Anteil. Im Geschäftsjahr 2011 war die Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro volatil, hat sich aber über das gesamte Geschäftsjahr gesehen, im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010, nicht allzu stark verändert. Lag der Euro/US-Dollar-Wechselkurs zu Beginn des Geschäftsjahrs 2011 bei 1,37, erreichte er im Januar 2011 mit 1,29 sein Jahrestief. Das Jahreshoch im Geschäftsjahr 2011 erreichte der Euro/US-Dollar-Wechselkurs mit 1,49 im Mai 2011. Zum Geschäftsjahresende 2011 schloss der Euro/US-Dollar-Wechselkurs, wie auch zum Geschäftsjahresende 2010, bei 1,36. Demgegenüber lag das Jahreshoch im Geschäftsjahr 2010 bei 1,51 und der Jahrestiefststand bei 1,19. Die Stärke des Euro gegenüber Fremdwährungen (vorwiegend dem US-Dollar) und die unterjährige Volatilität beeinflusste auch im Geschäftsjahr 2011 die Umsatzerlöse. Über das gesamte Geschäftsjahr gesehen war der Fremdwährungseffekt rund minus €60 Millionen auf die Umsatzerlöse. Der genannte Fremdwährungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsätze des aktuellen Jahres der durchschnittliche Wechselkurs des vergangenen Jahres angewendet wird. Die Währungseffekte aus den veräußerten Aktivitäten haben keinen Einfluss auf die Umsatzerlöse, da diese Effekte in den "Nicht fortgeführten Aktivitäten" enthalten sind. Organisches Wachstum für Umsatzanstieg verantwortlichDie Umsatzerlöse der Geschäftsjahre 2011 und 2010 beinhalten keine Effekte aus Unternehmensakquisitionen, da wir in diesen Geschäftsjahren keine Akquisitionen getätigt haben. Der Umsatzanstieg resultiert ausschließlich aus organischem Wachstum. Anstieg der Umsatzerlöse in allen Regionenscroll
Die Umsatzerlöse sind in allen Regionen gestiegen. Europa bleibt trotz der wachsenden Bedeutung des asiatischen Raums der größte Absatzmarkt für Infineon. Die regionale Verteilung der Umsatzerlöse hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Umsatzerlöse nach Regionen![]() Die Naturkatastrophe und das Reaktorunglück in Japan haben unsere Umsätze nicht signifikant beeinflusst. Allerdings hatten wir infolge der Ereignisse in Japan einen nicht unerheblichen logistischen und einkaufsrelevanten Aufwand, der sich jedoch nicht vollends quantifizieren lässt. ![]() Stabile Kundenstruktur auch im Geschäftsjahr 2011Wie in den Vorjahren arbeiten wir mit einer Reihe von Großkunden zusammen. Im Geschäftsjahr 2011 entfielen auf unsere 25 größten Kunden 71 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent) unserer Umsatzerlöse. Hierbei waren keine wesentlichen Änderungen zu verzeichnen. Kein einzelner Kunde unserer fortgeführten Aktivitäten trug in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 mit mehr als 10 Prozent zu unseren Umsatzerlösen bei. BRUTTOERGEBNIS VOM UMSATZ PROFITIERT VOM UMSATZWACHSTUM UND SKALENEFFEKTENDas Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf €1.654 Millionen (Vorjahr: €1.237 Millionen). Der Umsatzanstieg zusammen mit Verbesserungen im Produktmix sowie einer nahezu vollständigen Auslastung unserer Fertigungsanlagen glichen Preisrückgänge bei unseren Produkten mehr als aus. Teile unserer Umsatzkosten fallen in fremder Währung an und gleichen Währungseffekte auf unsere Umsatzerlöse teilweise aus. Im Geschäftsjahr 2011 wirkten sich Währungseffekte mit rund minus €40 Millionen auf das Bruttoergebnis vom Umsatz aus. scroll
Umsatzkosten steigen nur unterproportional im Vergleich zu den UmsatzerlösenDie Umsatzkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 auf €2.343 Millionen, ein Anstieg von €285 Millionen oder 14 Prozent verglichen zu €2.058 Millionen im Geschäftsjahr 2010. Unsere Umsatzkosten enthalten vor allem:
Zusätzlich zu den umsatzbezogenen Faktoren ist die Bruttomarge beeinflusst durch:
Da wir einen Großteil unserer Produkte in eigenen Produktionsstätten fertigen und daher einen relativ hohen Fixkostenblock haben, reagieren unsere Umsatzkosten nicht proportional zu einem Anstieg beziehungsweise Rückgang der Umsatzerlöse. Fixkosten zeichnen sich -im Gegensatz zu sogenannten variablen Kosten -dadurch aus, dass sie in Zeiten rückläufiger Umsätze und damit einhergehend geringerer Fertigungsauslastung nicht automatisch zurückgehen. In der Folge entstehen sogenannte "Leerstandskosten", die den weiteren Anfall der Fixkosten infolge geringerer Fertigungsauslastung widerspiegeln. In Zeiten rückläufiger Umsatzerlöse und damit einhergehender geringerer Auslastung der Fertigungsanlagen sinkt durch diesen Effekt die Bruttomarge überproportional verglichen mit dem Rückgang der Umsatzerlöse. In Zeiten des Umsatzwachstums kehrt sich der Effekt um, das bedeutet, die Bruttomarge steigt überproportional zum Umsatzwachstum bis zum Erreichen der Vollauslastung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigt sich dieser Effekt daran, dass der Umsatz um 21 Prozent angestiegen ist, wohingegen das Bruttoergebnis vom Umsatz um 34 Prozent gestiegen ist. BRUTTOMARGE STEIGT WEITER ANIm Geschäftsjahr 2011 stieg unsere Bruttomarge auf 41,4 Prozent verglichen zu 37,5 Prozent im Vorjahr. Nachdem sich die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2010 bereits infolge des deutlich gestiegenen Umsatzvolumens und der damit einhergehenden Auslastungserhöhung unserer Produktion deutlich erhöht hatte, flachte der Anstieg im Geschäftsjahr 2011 ab. Seit Dezember 2009 sind unsere Fertigungskapazitäten mit einer Auslastungsrate von 90 bis 100 Prozent, einschließlich der in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 zusätzlich aufgebauten Kapazitäten, nahezu voll ausgelastet. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Leerstandskosten im Geschäftsjahr 2010 gegenüber 2009. Im Geschäftsjahr 2011 waren durch die hohe Auslastung nahezu keine Leerstandskosten zu verzeichnen. Entwicklung des Bruttoergebnisses vom Umsatz und der Bruttomarge![]() LEICHTER ANSTIEG DER FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN SOWIE DER VERTRIEBSKOSTEN UND ALLGEMEINEN VERWALTUNGSKOSTENForschungs- und Entwicklungskosten (F&E)Die Aufwendungen für F&E umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen, die wir für unsere F&E-Projekte benötigen. Zu den F&E-Projekten zählen Projekte zur Produkt- sowie zur Technologieentwicklung. In den Aufwendungen für F&E sind im Übrigen Kosten Dritter für Leistungen bei der Produkt- und Technologieentwicklung ebenso wie Kosten aus Vereinbarungen über die Entwicklungen von gemeinsamen Technologien und Produkten mit unseren Partnern enthalten. Zum 30. September 2011 besitzen wir mehr als 15.700 Patentanmeldungen und Patente (im Folgenden als "Patente" bezeichnet) in über 30 Ländern weltweit. Diese Patente gehören zu ungefähr 6.750 "Patentfamilien" (jede Patentfamilie umfasst alle Patente, die auf die gleiche Erfindung zurückzuführen sind). scroll
Im Geschäftsjahr 2011 sind die F&E-Kosten um €40 Millionen oder 10 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus Personalaufbau sowie höheren Sachkosten im F&E-Bereich in allen operativen Segmenten. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden vor allem in den Segmenten Automotive sowie Industrial & Multimarket ausgeweitet, um mit weiteren Produktinnovationen bestehende oder zukünftige Marktbedürfnisse zu adressieren. Trotz absolut gestiegener Kosten reduzierten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten in Prozent des Umsatzes von 12,1 Prozent im Vorjahr auf 11,0 Prozent im Geschäftsjahr 2011, da die Kosten, verglichen zu den Umsatzerlösen, unterproportional anstiegen. Die aktivierten Entwicklungskosten haben sich auf €39 Millionen erhöht, gegenüber €27 Millionen im Vorjahr. Ebenso stiegen die erhaltenen Zulagen und Zuschüsse für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. F&E-Kosten: absolut und im Verhältnis zum Umsatz![]() Vertriebskosten und allgemeine VerwaltungskostenDie Vertriebskosten umfassen Sachkosten und Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister. scroll
Auch bei den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ist gegenüber dem Vorjahr im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Anstieg von €386 Millionen auf €449 Millionen zu verzeichnen. Die Zunahme ist im Wesentlichen auf umsatzabhängige Vertriebskosten sowie Personalkosten zurückzuführen. Mit 11,2 Prozent des Umsatzes verringerten sie sich relativ zu den Umsatzerlösen geringfügig verglichen zum Vorjahr (11,7 Prozent). Marketingaufwendungen für Werbung und Messeauftritte haben aufgrund unserer Vertriebs- und Kundenstruktur lediglich einen unwesentlichen Umfang und betragen im Geschäftsjahr 2011 weniger als 1 Prozent der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten. Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten: absolut und im Verhältnis zum Umsatz![]() RÜCKGANG DES NEGATIVEN SALDOS DER SONSTIGEN BETRIEBLICHEN ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN AUF MINUS €30 MILLIONENDie sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen weisen im Geschäftsjahr 2011 einen Saldo von minus €30 Millionen auf. Im Vorjahr betrug dieser minus €104 Millionen und resultierte im Wesentlichen aus dem im Zuge der Entkonsolidierung von ALTIS realisierten Verlust von €69 Millionen. Weitere Details zu den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen finden sich im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 8. FINANZERGEBNIS VERBESSERT AUFGRUND RÜCKLÄUFIGER ZINSBELASTUNGEN UND HÖHERER ERTRÄGE AUS DER GELDANLAGEscroll
Das Finanzergebnis, also der Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen, verbesserte sich im Geschäftsjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um €40 Millionen auf minus €26 Millionen. Darin enthalten sind €18 Millionen Verluste, die aus den im Geschäftsjahr 2011 getätigten Rückkäufen von Anteilen unserer im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27) entstanden. Im Vorjahr belief sich das Finanzergebnis noch auf minus €66 Millionen. Die deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses ist auf die mit dem Rückgang der Finanzverbindlichkeiten gesunkenen Zinsaufwendungen sowie auf die mit der gestiegenen Brutto-Cash-Position verbundenen Zinserträge zurückzuführen. STEUERERTRAG DURCH NEUEINSCHÄTZUNG AKTIVER LATENTER STEUERNDie aktiven latenten Steuern, die im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen und ungenutzten Steuervergünstigungen resultieren, sind an jedem Bilanzstichtag dahingehend zu untersuchen, ob ihre Nutzung wahrscheinlich ist. Die Neueinschätzung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beziehungsweise die Nutzung von unberücksichtigten Steuervorteilen führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Auflösung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von €44 Millionen (Vorjahr: €73 Millionen). Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 wird unsere effektive Steuerquote insbesondere durch Auflösungen von Rückstellungen nach abgeschlossenen Betriebsprüfungen sowie durch nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge beeinflusst. In ausländischen Jurisdiktionen erhalten wir Steuervergünstigungen. Des Weiteren sind die Steuersätze in den ausländischen Jurisdiktionen, in denen wir unser Geschäft betreiben, im Durchschnitt niedriger als in Deutschland. scroll
ERGEBNIS AUS NICHT FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN, ABZÜGLICH STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAGDas Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 setzt sich wie folgt zusammen: Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf €375 Millionen. Davon stammen €541 Millionen aus dem Mobilfunkgeschäft, wovon auf den Gewinn nach Steuern aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts €352 Millionen entfallen. €189 Millionen resultierten aus dem operativen Ergebnis des Mobilfunkgeschäfts bis zum Abschluss des Verkaufs am 31. Januar 2011 sowie aus Aktivitäten nach Abschluss des Verkaufs. Die Gesellschaft hatte sich gegenüber dem Käufer Intel/IMC verpflichtet, für eine zeitlich begrenzte Dauer von einigen Monaten und zur Sicherstellung des Übergangs Leistungen, wie zum Beispiel Produktions- und Serviceleistungen, zu erbringen. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2011 ist durch einen Nachsteuer-Aufwand im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda in Höhe von €176 Millionen belastet, der im Wesentlichen aus der Erhöhung von Rückstellungen für mögliche Risiken aus der Insolvenz von Qimonda resultiert (siehe hierzu ausführlich Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38). scroll
Demgegenüber lag das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 bei €348 Millionen. Der überwiegende Teil stammt aus dem operativen Ergebnisbeitrag des Mobilfunkgeschäfts, der infolge des Verkaufs auch rückwirkend unter den nicht fortgeführten Aktivitäten zu zeigen ist. Darüber hinaus war der Gewinn nach Steuern von €93 Millionen aus dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts an Lantiq enthalten. ERGEBNIS JE AKTIE VERBESSERT SICH IM ZUGE DER ERGEBNISVERBESSERUNGWie beschrieben lag der Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2011 mit €1.119 Millionen (Vorjahr: €660 Millionen) signifikant über dem des Vorjahrs. Dies führt zu einer entsprechend deutlichen Verbesserung des Ergebnisses je Aktie. Belief sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2010 auf €0,61 beziehungsweise €0,58, betrug das unverwässerte Ergebnis je Aktie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 €1,03 und das verwässerte Ergebnis je Aktie €0,98. Das auf die fortgeführten Aktivitäten entfallende Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 beträgt unverwässert €0,68 und verwässert €0,66 gegenüber einem unverwässerten Ergebnis je Aktie von €0,29 und verwässertem Ergebnis je Aktie von €0,28 im Vorjahr. DARSTELLUNG DER VERMÖGENSLAGEscroll
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Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss
/ Gesamtvermögen GESAMTVERMÖGEN STEIGT UM 18 PROZENT; BRUTTO-CASH-POSITION BETRÄGT 46 PROZENT DES GESAMTVERMÖGENSGegenüber dem 30. September 2010 erhöhte sich die Bilanzsumme von €4.993 Millionen um €880 Millionen oder 18 Prozent auf €5.873 Millionen. Wesentliche Ursache hierfür ist bei den kurzfristigen Vermögenswerten der Anstieg der Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzinvestments) um €965 Millionen und bei den langfristigen Vermögenswerten vor allem der Anstieg des Sachanlagevermögens um €505 Millionen aufgrund unserer Investitionstätigkeit, wohingegen sich der Betrag der "zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte" um €490 Millionen reduzierte. Auf der Passivseite erhöhten sich die kurzfristigen Rückstellungen -hauptsächlich infolge der Erhöhung der Rückstellungen für Qimonda-Risiken -um €257 Millionen, wohingegen sich die "zur Veräußerung stehenden Verbindlichkeiten" infolge des Abschlusses des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts um €177 Millionen verringerten. Die Dividendenausschüttung, Anleiherückkäufe und die Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien wirkten sich mindernd auf das Eigenkapital aus, welches aufgrund des im Geschäftsjahr 2011 erzielten Konzernjahresüberschusses dennoch in Summe um €730 Millionen gegenüber dem 30. September 2010 zugenommen hat. Dem eigenkapitalreduzierenden Effekt aus der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien steht ein Anstieg in annähernd gleicher Höhe bei den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber. Der im Vergleich zum Eigenkapital beziehungsweise Gesamtvermögen stärker gestiegene Konzernjahresüberschuss führte zu einem Anstieg der Renditekennziffern. Unsere Eigenkapitalrendite erreichte im Geschäftsjahr 2011 33 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent) und die Gesamtkapitalrendite kletterte auf 19 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent). ANSTIEG DER KURZFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE INFOLGE DES VERKAUFS DES MOBILFUNKGESCHÄFTSInsgesamt erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte zum 30. September 2011 auf €3.971 Millionen, ein Anstieg um €381 Millionen gegenüber dem Vorjahr mit €3.590 Millionen. Wesentlicher Treiber war die Brutto-Cash-Position, welche sich um €965 Millionen verbesserte. Der größte Effekt war der Zufluss von €1.020 Millionen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts. Mindernd wirkten die Rückkäufe von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe, die Dividendenzahlung und die Ausübung von Put-Optionen auf eigene Aktien in Höhe von zusammen €308 Millionen. Ferner reduzierten die Investitionen in Sachanlagen die Brutto-Cash-Position. Der Abgang der an IMC übertragenen Vermögenswerte, die in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 als "zur Veräußerung stehend" ausgewiesen wurden, wirkte mit €490 Millionen mindernd auf die kurzfristigen Vermögenswerte. Um €70 Millionen verringert haben sich auch die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte, was im Wesentlichen mit der Inanspruchnahme der zur Absicherung des Veräußerungserlöses aus dem Mobilfunkgeschäft abgeschlossenen US-Dollar/Euro-Verkaufsoptionen und mit den geringen beizulegenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten zur Währungsabsicherung im Rahmen des operativen Geschäfts zusammenhängt. Trotz Umsatzanstieg sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um €94 Millionen zurückgegangen. Dies hängt damit zusammen, dass zum 30. September 2010 in dieser Position noch Forderungen des Mobilfunkgeschäfts enthalten waren, die im Zuge des Verkaufs nicht auf IMC übergegangen sind. Die Vorräte blieben zum 30. September 2011 mit €507 Millionen nahezu konstant im Vergleich zu €514 Millionen zum 30. September 2010. Bilanzstruktur Aktiva![]() ANHALTEND HOHE INVESTITIONEN FÜHREN ZU EINEM ANSTIEG DER LANGFRISTIGEN VERMÖGENSWERTEDie langfristigen Vermögenswerte stiegen zum 30. September 2011 um €499 Millionen im Vergleich zum 30. September 2010, hauptsächlich aufgrund gestiegener Investitionen in das Sachanlagevermögen. Gegenläufig wirkte die Verringerung der aktiven latenten Steuern um €46 Millionen. Diese resultiert aus einer Realisierung aktiver latenter Steuern in Höhe von €82 Millionen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, die teilweise durch die Erhöhung aktiver latenter Steuern durch eine Neueinschätzung in Bezug auf die fortgeführten Aktivitäten kompensiert wurde. ERHÖHUNG DER FÜR QIMONDA GEBILDETEN RÜCKSTELLUNGEN; VERBINDLICHKEITEN STEIGEN UM 6 PROZENTDie kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen zum 30. September 2011 €2.005 Millionen, ein Anstieg um €197 Millionen im Vergleich zum 30. September 2010 (€1.808 Millionen). Die Rückstellungen haben sich um €257 Millionen erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda um €203 Millionen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind hauptsächlich aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens um insgesamt €70 Millionen angestiegen. Die im Zusammenhang mit der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien zu erfassende Verbindlichkeit betrug zum 30. September 2011 einschließlich der erforderlichen Aufzinsung €143 Millionen und führte zu einer Erhöhung der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten auf €159 Millionen. Gegenläufig wirkt der Rückgang der zur Veräußerung stehenden Verbindlichkeiten um €177 Millionen infolge des Abgangs der an IMC übertragenen Verbindlichkeiten des Mobilfunkgeschäfts. Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich um €47 Millionen auf €513 Millionen zum 30. September 2011 im Vergleich zu €560 Millionen zum 30. September 2010. Durch den Rückgang der kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie der Erhöhung des Eigenkapitals hat sich der Verschuldungsgrad von 15 Prozent zum 30. September 2010 auf 9 Prozent zum 30. September 2011 reduziert. Bilanzstruktur Passiva![]() EIGENKAPITAL ERHÖHT SICH TROTZ DIVIDENDENZAHLUNG UND BEGEBENER PUT-OPTIONEN AUFGRUND DES KONZERNJAHRESÜBERSCHUSSES; EIGENKAPITALQUOTE STEIGT AUF 57 PROZENTDas Eigenkapital zum 30. September 2011 erhöhte sich um €730 Millionen oder 28 Prozent auf €3.355 Millionen (30. September 2010: €2.625 Millionen). Wesentlicher Grund für den Anstieg ist der im Geschäftsjahr 2011 erzielte Konzernjahresüberschuss von €1.119 Millionen. Eigenkapitalreduzierend wirkte die gezahlte Dividende von €109 Millionen. Darüber hinaus verringerte sich die Kapitalrücklage um €95 Millionen im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr 2011 getätigten Rückkäufen von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe. Mit den Anteilsrückkäufen wurden Wandlungsrechte für über 25,5 Millionen Aktien zurückerworben. Die im Geschäftsjahr 2011 im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr begebenen Put-Optionen haben das Eigenkapital um insgesamt €160 Millionen reduziert. Davon entfielen zum 30. September 2011 €142 Millionen auf die zu erfassende Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien für ausstehende Put-Optionen und €26 Millionen auf aus der Ausübung von Put-Optionen erhaltene eigene Aktien. Erhaltene Optionsprämien von €8 Millionen wirkten eigenkapitalerhöhend. DARSTELLUNG DER FINANZLAGECASH-FLOWDer Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit wird ausgehend vom Konzernjahresüberschuss indirekt abgeleitet. Die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit und die Mittelzu- und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit sind jeweils direkt ermittelt. Die Veränderungen von Bilanzpositionen sind um Effekte aus Währungsschwankungen und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Sie können deshalb nicht mit den entsprechenden Veränderungen in der Konzern-Bilanz abgestimmt werden. scroll
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten auf Vorjahresniveau gehaltenIm Geschäftsjahr 2011 lag der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten mit €983 Millionen um €25 Millionen über dem Niveau des Vorjahrs (€958 Millionen). Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.104 Millionen wirkten vor allem eine weitere Kapitalbindung in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Vorräten für die fortgeführten Aktivitäten von zusammen €122 Millionen sowie geleistete Ertragsteuerzahlungen von €60 Millionen reduzierend auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Demgegenüber hat die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einen positiven Effekt von €87 Millionen. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €958 Millionen im Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern in Höhe von €699 Millionen. Darin enthalten waren als Sondereffekt der nicht zahlungswirksame Teil des operativen Verlustes aus der Entkonsolidierung von ALTIS von €55 Millionen sowie nicht zahlungswirksame Veränderungen von Rückstellungen mit einem Betrag von €96 Millionen. Weiter wurde der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 durch eine geringere Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen, also dem Saldo aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von €79 Millionen positiv beeinflusst. Hoher Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten getrieben durch hohe Investitionen in Sachanlagevermögen und hohes Anlagevolumen in FinanzinvestmentsDer Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf €2.499 Millionen. Auf den Kauf von Finanzinvestments, welche im Wesentlichen Geldanlagen mit einer Laufzeit von sechs Monaten umfassen, entfielen im Saldo €1.622 Millionen. Da unsere Definition der Brutto-Cash-Position neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auch die Finanzinvestments beinhaltet, hatte dies keine Auswirkung auf unsere Brutto-Cash-Position. Wir haben im Geschäftsjahr 2011 in Summe €845 Millionen in Sachanlagen investiert. Schwerpunkt der getätigten Investitionen waren der Ausbau von Front-End-Power-Kapazitäten in Kulim, Malaysia, und in Villach, Österreich, für Leistungs-MOSFETs und IGBTs. Im Einklang mit den Front-End-Kapazitäten erfolgte der Ausbau der Back-End-Fertigungskapazitäten in Malacca, Malaysia, für diskrete IGBTs und in Cegléd, Ungarn, für IGBT-Module. Zudem haben wir im dritten Quartal Immobilien und Anlagen von Qimonda in Dresden, Deutschland, erworben, um die Herstellung von Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Dünnwafern für die Massenproduktion vorzubereiten. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2010 €355 Millionen. Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im Vorjahr auf €292 Millionen. Zusätzlich führte die Entkonsolidierung von ALTIS zu einem Rückgang der Zahlungsmittel um €88 Millionen. Nettozuflüsse aus dem Verkauf von Finanzinvestments betrugen €30 Millionen. Ausgaben für Investitionen1![]()
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ohne Finanzinvestments Rückkäufe von Anteilen der Wandelanleihe und von Aktien über Put-Optionen sowie die Dividendenzahlung führen zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten AktivitätenDer Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2011 bei €352 Millionen. Wesentliche Treiber für den Mittelabfluss waren die getätigten Rückkäufe der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe in Höhe von €173 Millionen (Nominalwert: €59 Millionen) sowie die an unsere Aktionäre ausgeschüttete Dividende in Höhe von €109 Millionen. Übrige langfristige Finanzverbindlichkeiten haben wir um €52 Millionen reduziert. €26 Millionen betrug die Auszahlung für ausgeübte Put-Optionen auf eigene Aktien. Für erhaltene Optionsprämien für ausgegebene Put-Optionen auf eigene Aktien haben wir €8 Millionen vereinnahmt. Im Vorjahr belief sich der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten auf €487 Millionen, welcher im Wesentlichen auf den Rückkauf von Anteilen und die vollständige Rückzahlung der im Juni 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe sowie weitere Darlehensrückzahlungen entfiel. Erlös aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts führt zu einem starken Anstieg des Mittelzuflusses aus nicht fortgeführten AktivitätenDer Mittelzufluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im laufenden Geschäftsjahr €1.206 Millionen und resultiert im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2011 €263 Millionen und resultierte überwiegend aus den operativen Aktivitäten des Mobilfunkgeschäfts vor Abschluss des Verkaufs sowie aus den im Zuge des Verkaufsprozesses mit Intel vereinbarten nachlaufenden Aktivitäten zur Sicherstellung der Belieferung der Kunden. Für Folgekosten aus der Qimonda-Insolvenz wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Mittel in Höhe von €32 Millionen aufgewendet. Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten belief sich auf €946 Millionen (Vorjahr: €147 Millionen). Der größte Effekt kam aus dem Nettozufluss aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, welcher €1.020 Millionen betrug. Gegenläufig wirkten unter anderem vor dem Verkauf getätigte Investitionen in das Mobilfunkgeschäft in Höhe von €71 Millionen. Im Vorjahreszeitraum betrug der Mittelzufluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten €136 Millionen, welcher hauptsächlich aus der im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 erhaltenen Kaufpreiszahlung von €243 Millionen aus dem Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts im November 2009 resultierte. Gegenläufig wirkten Zahlungen in Höhe von €108 Millionen, die zum einen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda standen, zum anderen die Zahlung der letzten Rate aus dem Vergleich mit dem US-Bundesjustizministerium (DOJ) umfassen. FREE-CASH-FLOWWir berichten die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Dadurch erhält die Unternehmensführung zusätzliche Informationen zur Beurteilung unserer Anforderungen hinsichtlich der Liquidität. Wir sind der Ansicht, dass die Darstellung des Free-Cash-Flow unseren Investoren hilfreiche Informationen bietet, da diese Kennziffer einen Hinweis auf unsere Fähigkeit gibt, Mittelzuflüsse aus unserer Geschäftstätigkeit zu erwirtschaften. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments halten und den operativen Mittelzufluss um deren Veränderung bereinigt darstellen wollen. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Ausgaben noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als Zusatz zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet: scroll
Laufende Geschäftstätigkeit hat Investitionen in Sachanlagen mehr als finanziertDer Free-Cash-Flow betrug im Geschäftsjahr 2011 €106 Millionen im Vergleich zu einem Free-Cash-Flow von €573 Millionen im vorangegangenen Geschäftsjahr. Neben gestiegenen Sachanlageninvestitionen war die primär wachstumsgetriebene, höhere Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen die Ursache für den verringerten Free-Cash-Flow. Der Free-Cash-Flow berücksichtigt nicht die Nettoabflüsse in Höhe von €1.622 Millionen (Vorjahr: Nettozufluss €30 Millionen) für Finanzinvestments. Diese sind jedoch im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten enthalten und müssen daher bei der Ermittlung des Free-Cash-Flow aus diesem heraus gerechnet werden. BRUTTO-CASH-POSITION UND NETTO-CASH-POSITIONDie folgende Tabelle stellt unsere Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments halten, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichten wir die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage der Gesellschaft besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet: scroll
Netto-Cash-Position auf über €2 Milliarden durch Zuflüsse aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts gestiegenUnsere Brutto-Cash-Position zum 30. September 2011, welche die Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments darstellt, betrug €2.692 Millionen, ein Anstieg von €965 Millionen im Vergleich zu €1.727 Millionen zum 30. September 2010. Unsere Netto-Cash-Position, definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten, erhöhte sich entsprechend um €1.056 Millionen zum 30. September 2011 auf €2.387 Millionen, im Vergleich zu €1.331 Millionen zum 30. September 2010. Nicht in die Netto-Cash-Position einbezogen ist der Barwert der als sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeit erfassten Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien in Höhe von €143 Millionen aus den begebenen Put-Optionen, da ein hoher Grad an Unsicherheit hinsichtlich des Umfangs der Ausübung dieser Optionen besteht. Finanzverbindlichkeiten![]() TREASURY UND KAPITALBEDARFINFINEONS TREASURY-STRUKTUR UND LEITLINIENUnser Hauptziel im Hinblick auf das Konzern-Treasury besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Andererseits soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon drei Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert:
Wir unterliegen keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung. Treasury-Grundsätze und VerantwortlichkeitenDie Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankpolitik, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlage-Management, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer sowie konzerninterner Zahlungsflüsse. Die Treasury-Grundsätze sind in einer entsprechenden "Treasury Policy" mit konzernweiter Gültigkeit hinterlegt, werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Wesentlicher Teil der Treasury-Grundsätze sind die Verantwortlichkeiten, die nach einem dreistufigen Ansatz strukturiert sind:
Zentralisierte Treasury-FunktionUnsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury. Ausgangspunkt ist ein mehrjähriger Finanz- und Liquiditätsplan einschließlich der Abbildung verschiedener Szenarien. Für die kurzfristig-operative Liquiditätssteuerung werden alle Konzerngesellschaften im Konsolidierungskreis auf rollierender monatlicher Basis in Prognoserechnungen einbezogen. Parallel dazu wird eine Cash-Flow Planung auf Basis einer bottom-up Planung über die Geschäftsplanung unserer operativen Segmente erstellt. In einem monatlichen "Working-Capital-Committee" werden beide Planungen gegenübergestellt, auf Plausibilität verprobt und mögliche Abweichungen analysiert. Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash Pool Strukturen betrieben. Soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, müssen die Tochtergesellschaften dabei überschüssige Liquidität an die Konzernzentrale weiterleiten, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und etwaigen Finanzierungsbedarf anderer Gesellschaften abzudecken. Dadurch reduzieren wir den externen Finanzierungsbedarf und optimieren unsere Kapitalstruktur mit den entsprechend positiven Effekten auf unsere Finanzierungskosten. Durch den Ausgleich konzerninterner Transaktionen über interne Finanzkonten im Rahmen eines Inhouse-Bank-Ansatzes können wir darüber hinaus externe Banktransaktionen und Bankgebühren reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Treasury-Abteilung zentral verwaltet und im Rahmen des Asset Managements veranlagt. Eine weitere Aufgabe unserer Konzern-Treasury-Abteilung ist das effektive Management unserer Währungs- und Zinsrisiken, für die wiederum die konsolidierte Liquiditätsplanung maßgeblich ist, da nur solche Zahlungsströme, die sich im Konzern nicht ausgleichen, extern gesichert werden (für weitere Informationen siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 37). Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von unserer Konzern-Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind in der Regel unbesichert und mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden. Von entscheidender Bedeutung für die verlässliche Umsetzung aller aufgeführten Treasury-Aufgaben sind leistungsfähige und solide Finanzinstitute. Die Auswahl der weltweiten Partnerbanken obliegt der zentralen Treasury-Abteilung im Rahmen der Bankenpolitik. Der Konzern unterhält gute Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen internationalen Geschäfts- und Investmentbanken und vermeidet eine Abhängigkeit von einzelnen Instituten. Partnerbanken müssen eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen, das heißt ein Langfristrating von mindestens A Flat (Standard & Poor's) oder ein vergleichbares Rating einer anderen führenden Ratingagentur haben. Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte sowie die Anlage flüssiger Mittel in Zahlungsmitteläquivalente und Finanzinvestments werden ausschließlich mit Kreditinstituten getätigt, die über das oben genannte Mindestrating verfügen. Zusätzlich werden die Credit Default Swap (CDS)-Prämien der Kreditinstitute wöchentlich überprüft. Hier werden verschiedene Schwellenwerte beachtet. Liegt der CDS des Kreditinstituts unterhalb der ersten Schwelle, werden im Rahmen des definierten Limits Geschäfte getätigt. Überschreitet der CDS die erste Schwelle, werden keine neuen Geschäfte mehr abgeschlossen. Bei Überschreiten eines weiteren Schwellenwertes werden bestehende Geschäfte mit dem Kreditinstitut überprüft und eventuell vorzeitig aufgelöst. Die Gesellschaft hat ihre Geldanlagen auf mehr als 10 Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2011 war kein Kreditinstitut für mehr als 15 Prozent unserer Geldanlagen verantwortlich. KAPITALBEDARF IM GESCHÄFTSJAHR 2012Im Geschäftsjahr 2012 benötigen wir Kapital unter anderem zur
Wir erwarten, diese Anforderungen zu erfüllen durch
FINANZIERUNG DER LAUFENDEN GESCHÄFTSTÄTIGKEITEntsprechend unserer Erwartungen der Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahr 2012 gehen wir davon aus, dass der Kapitalbedarf der laufenden Geschäftstätigkeit durch entsprechende Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden kann. Im Hinblick auf aus fest vereinbarten vertraglichen Verpflichtungen wie zum Beispiel Leasingvereinbarungen, fest eingegangenen Liefer- und Dienstleistungsverträgen für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und ähnliches bestehende Verpflichtungen zum 30. September 2011 siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 39. INVESTITIONENDie Halbleiterproduktion ist sehr kapitalintensiv. Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Jahr -nach Jahren der Investitionszurückhaltung -die Investitionen deutlich erhöht. Abhängig von der Marktentwicklung und unserer Geschäftssituation planen wir derzeit im Geschäftsjahr 2012 Investitionen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Geschäftsjahr 2011 (für Details siehe Abschnitt "Prognosebericht"). Davon war zum 30. September 2011 ein Betrag von €294 Millionen vertraglich fest vereinbart. RÜCKZAHLUNG FÄLLIGER DARLEHEN UND ZINSENVon unseren Finanzverbindlichkeiten zum 30. September 2011 in Höhe von €305 Millionen ist im Geschäftsjahr 2012 ein Betrag von €68 Millionen fällig. Für zu leistende Zinszahlungen ergibt sich ein zusätzlicher Geldmittelbedarf von €14 Millionen für das Geschäftsjahr 2012. PROGRAMM ZUR KAPITALRÜCKGEWÄHR UND GEPLANTE DIVIDENDEIm Mai 2011 haben wir angekündigt, zusätzlich zu den bis dahin bereits getätigten Rückkäufen von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe in Höhe von €107 Millionen ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch weitere Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückkaufen. Seit Beginn des Programms zur Kapitalrückgewähr im Mai 2011 bis zum 30. September 2011 haben wir Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten im Nominalwert von €182 Millionen begeben. Zum 30. September 2011 sind Put-Optionen im Nominalwert von €144 Millionen noch ausstehend. Den zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen unterliegen insgesamt 26 Millionen Aktien bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien. Im Geschäftsjahr 2011 wurden Optionen über 4 Millionen Aktien ausgeübt; dementsprechend belief sich der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2011 auf 4 Millionen Stück zu einem Rückkaufswert von €26 Millionen. Die im Geschäftsjahr 2011 für die begebenen Put-Optionen vereinnahmten Optionsprämien beliefen sich auf €8 Millionen. Über Rückkäufe von Anteilen unserer im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe seit Beginn des Programms zur Kapitalrückgewähr im Mai 2011 haben wir €66 Millionen zur Reduktion der verwässerten ausstehenden Aktien aufgewendet. Damit beläuft sich das zum 30. September 2011 noch nicht genutzte Volumen des Programms zur Kapitalrückgewähr auf €208 Millionen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 schlagen wir vor, eine Dividende von €0,12 je Aktie auszuschütten. Sollte die kommende Hauptversammlung dem zustimmen, so würde dies unter Berücksichtigung der fehlenden Dividendenberechtigung der sich derzeit im Bestand befindlichen eigenen Aktien zu einer Ausschüttung von voraussichtlich etwa €130 Millionen führen (Vorjahr: €109 Millionen). RÜCKSTELLUNGEN UND EVENTUALVERPFLICHTUNGENIm Rahmen der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit begeben wir Garantien vor allem für die Zahlung von Importzöllen, Gebäudemieten und möglichen Verpflichtungen in Bezug auf erhaltene staatliche Zuschüsse. Zum 30. September 2011 betrug die Höhe der undiskontierten, potenziellen zukünftigen Zahlungen für Garantien €107 Millionen, wovon maximal €13 Millionen im Geschäftsjahr 2012 zahlungswirksam werden können. Darüber hinaus bestehen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten für unterschiedliche Risiken -wozu insbesondere auch die Risiken aus der Insolvenz von Qimonda zählen, die im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 38 ausführlich dargestellt sind, und die, soweit die Risiken eintreten, zu weiteren Zahlungsmittelabflüssen führen können. DECKUNG DES KAPITALBEDARFSUnser Brutto-Zahlungsmittelbestand beläuft sich am 30. September 2011 auf €2.692 Millionen. Wir können €241 Millionen aus verschiedenen, voneinander unabhängigen kurz- und langfristigen Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten finanzieren. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten wird im Geschäftsjahr 2012 trotz erwarteter hoher Profitabilität voraussichtlich deutlich negativ sein. Dies liegt insbesondere an dem hohen Investitionsvolumen verbunden mit dem geplanten Anstieg des Nettoumlaufvermögens. Zusätzlich wird ein Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten erwartet. Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden. Zu näheren Details bezüglich gewährter Zuschüsse siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 6. Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen und künftig generierten Zahlungsmittel und der derzeitig verfügbaren Kreditlinien, gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2012 decken zu können. Die Gesellschaft plant derzeit keine wesentlichen Finanzierungsmaßnahmen für das kommende Geschäftsjahr 2012. Die Gesellschaft hat sich daher nicht um ein offizielles Rating einer führenden Ratingagentur bemüht. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTEWir schließen Geschäfte über derivative Finanzinstrumente einschließlich Zins-Swap-Vereinbarungen, Fremdwährungstermin- und -optionsgeschäften ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Zins- und Währungsschwankungen für die in Fremdwährung lautenden künftigen Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden von uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 36 und 37. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS ZUM ZEITPUNKT DER AUFSTELLUNG DIESES BERICHTSDas Geschäftsjahr 2011 war von folgenden Themen geprägt:
Im Geschäftsjahr 2011 konnten wir den Aufschwung, der im Geschäftsjahr 2009 seinen Anfang nahm, mit erheblich über dem gesamten Halbleitermarkt liegenden Wachstumsraten erfolgreich fortsetzen. Wir haben in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahrs deutliche, teilweise zweistellige Umsatzzuwächse gegenüber dem jeweiligen Vorquartal erzielen können. Im vierten Geschäftsquartal stagnierte der Umsatz auf dem Niveau leicht unter dem Vorquartal -im Einklang mit der allgemeinen Konjunktureintrübung. Nachdem wir im Geschäftsjahr 2010 bereits ein Umsatzwachstum von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielen konnten, erreichten wir im Geschäftsjahr 2011 durch weitere Marktanteilsgewinne sowie unterstützt durch die allgemeine Verbesserung des Wirtschaftsumfeldes ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Innovationen und Investitionen eröffnen uns die Chance, von der steigenden Nachfrage nach Halbleiterprodukten zu profitieren. Wir gehen davon aus, dass die von uns bedienten Märkte Automobil, Industrie und Sicherheits-Anwendungen eine höhere Nachfrage im Vergleich zum übrigen Halbleitermarkt beziehungsweise zum durchschnittlichen weltweiten Wirtschaftswachstum erfahren. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir ein ambitioniertes Investitionsprogramm gestartet, das im Geschäftsjahr 2012 fortgesetzt wird. Wir haben dabei nicht nur in die Erweiterung unserer Produktionsanlagen, sondern auch in Fertigungsinnovationen wie 300-Millimeter Dünnwafer investiert. Mit diesen Investitionen und Innovationen wollen wir nicht nur die weiter wachsende Nachfrage bedienen, sondern durch Effizienz- sowie Produktivitätssteigerung unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern. Das Unternehmen kann und wird das endgültige Investitionsvolumen jedoch innerhalb gewisser Grenzen dem Verlauf der Nachfrage anpassen. Die Investitionen in die 300-Millimeter-Fertigung werden jedoch auf jeden Fall planmäßig umgesetzt. Mit konsequentem Portfolio-Management haben wir in den letzten 18 Monaten Infineon noch weiter auf stabilere Wachstumsfelder und weniger volatile Branchen mit führender Marktposition fokussiert -der Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts an Intel und der damit zusammenhängende Mittelzufluss von über €1 Milliarde war der Abschluss der Neuausrichtung unseres Geschäfts auf die Zukunftsthemen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Infineon belegt heute in allen drei verbleibenden Bereichen, in Automotive, in der industriellen Leistungselektronik wie auch in Chip Card & Security, jeweils eine führende Position im Weltmarkt mit entsprechenden Wachstums- und Gewinnaussichten in diesen Märkten. Im Zentrum unserer Strategie steht die weitere Steigerung des Unternehmenswertes. Durch die weitere Umsatzsteigerung, konsequentes Kostenmanagement sowie durch zusätzliche Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung und Margenverbesserung erzielten wir im Geschäftsjahr 2011 eine Segmentergebnis-Marge von fast 20 Prozent. Wir haben durch konsequentes Working-Capital-Management trotz hoher Investitionen einen Free-Cash-Flow von über €100 Millionen erwirtschaftet. Das Geschäftsjahr 2011 war wieder ein sehr gutes Jahr für Infineon. Wir haben die uns gesetzten Ziele deutlich übertroffen. Die Profitabilität liegt auf einem Rekordniveau. Wir verfügen zum 30. September 2011 über eine Brutto-Cash-Position von fast €2,7 Milliarden, die Eigenkapitalquote liegt bei über 50 Prozent. In den von uns adressierten Märkten verfügen wir über eine ausgezeichnete Wettbewerbsposition. Auf diesem Fundament werden wir weiter aufbauen. Mit unseren Investitionen sowie unserer Innovationskraft sichern wir den langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg mit dem Ziel einer Wertsteigerung für unsere Aktionäre ab. AUSNUTZUNG VON WAHLRECHTEN UND SACHVERHALTSGESTALTUNGENDie im vorliegenden Konzernlagebericht dargestellte und kommentierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist von zugrunde liegenden Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig, die ausführlicher im Anhang zum Konzernabschluss unter den Nr. 2 und 3 beschrieben sind und die im Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahr sind. Außerbilanzielle Finanzierungsmaßnahmen wie Forderungsverkäufe, Sale-and-lease-back-Transaktionen oder nicht in den Konzernabschluss einbezogene Zweckgesellschaften wurden in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 nicht durchgeführt. INFINEON TECHNOLOGIES AGDie Infineon Technologies AG ist die Führungsgesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein. Da die Infineon Technologies AG den größten Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern abwickelt, gelten die Ausführungen zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken analog auch für die Infineon Technologies AG. Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der Infineon Technologies AG entsprechen im Wesentlichen den Chancen und Risiken sowie der zukünftigen Entwicklung des Infineon-Konzerns, wie im Risiko- und Prognosebericht dargelegt. Die Infineon Technologies AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht. Die Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wurden für die Infineon Technologies AG im Geschäftsjahr 2011 erstmals angewendet. Eine Anpassung der Vorjahreswerte erfolgte nicht. Durch die Erstanwendung der Vorschriften des BilMoG zum 1. Oktober 2010 wurden sowohl das außerordentliche Ergebnis als auch die Gewinnrücklagen beeinflusst. GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG1 (KURZFASSUNG)scroll
Der im Geschäftsjahr 2011 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €756 Millionen. Nach Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von €378 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €378 Millionen. Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2011 ist positiv beeinflusst durch den erzielten Gewinn in Höhe von €649 Millionen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts. Negativ wirkten sich die Belastungen aus der Insolvenz der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (€195 Millionen) aus. Im Geschäftsjahr 2011 verzeichnete die Infineon Technologies AG einen deutlichen Zuwachs bei den Umsatzerlösen (6,5 Prozent) und dem Bruttoergebnis vom Umsatz (22,5 Prozent). Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2010 war deutlich beeinflusst von den Auswirkungen des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs und dem damit einhergehenden Wachstum des weltweiten Halbleitermarktes. BILANZ1 (KURZFASSUNG)scroll
Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG ist bei den Aktiva im Wesentlichen durch die Zunahme der Zahlungsmittel und Wertpapiere (€668 Millionen), bedingt durch den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, und bei den Passiva durch den Rückgang der Verbindlichkeiten und Sonstiges (€602 Millionen) geprägt. Die Finanzanlagen haben sich im Geschäftsjahr 2011 um €138 Millionen verringert. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus einer Kapitalrückzahlung der Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande (€260 Millionen). Im Bereich der Rückstellungen sind vor allem die gebildeten Rückstellungen aufgrund der Insolvenz der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (€195 Millionen) angestiegen. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der Steuerrückstellungen um €53 Millionen, der Rückstellungen für Pensionen um €59 Millionen, der Personalrückstellungen um €30 Millionen sowie der Gewährleistungsrückstellungen um €30 Millionen aus. Der deutliche Rückgang der in den Rückstellungen enthaltenen Rückstellungen für Pensionen erklärt sich im Wesentlichen durch die Veränderung des Rechnungszinssatzes von 4,33 Prozent im Vorjahr auf 5,13 Prozent im Geschäftsjahr. Die Verbindlichkeiten und Sonstiges haben sich im Geschäftsjahr 2011 um €602 Millionen verringert. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €517 Millionen zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote beträgt 63 Prozent (Vorjahr: 53 Prozent). DIVIDENDENach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Für das Geschäftsjahr 2011 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €378 Millionen aus. Für das Geschäftsjahr 2011 wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung einer Bardividende von €0,12 je Aktie vorgeschlagen. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2010 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,10 je Aktie ausgeschüttet, was einem Ausschüttungsvolumen von €109 Millionen entsprach. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGAm 27. Oktober 2011 hat der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG Herrn Arunjai Mittal mit Wirkung zum 1. Januar 2012 als viertes Vorstandsmitglied berufen. Als Vorstandsmitglied wird er die Regionen, den Vertrieb, das Marketing, die Strategieentwicklung sowie Mergers & Acquisitions (M&A) verantworten. Damit ist er für die Ausarbeitung und Abstimmung möglicher Strategieoptionen verantwortlich. Peter Bauer bleibt als Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG verantwortlich für die Geschäftspolitik der Segmente sowie die Konzernstrategie. Ferner hat der Aufsichtsrat am 27. Oktober 2011 beschlossen, ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2012, das Segment Industrial & Multimarket in die zwei Bereiche Industrial Power Control und Power Management & Multimarket aufzuteilen. Industrial Power Control soll das Geschäft im Bereich Antriebselektronik und erneuerbare Energien umfassen, während Power Management & Multimarket das Geschäft mit Chips für energieeffiziente Stromversorgungen und Hochfrequenz-Anwendungen bündelt. Diese werden vor allem in Konsumgütern wie Fernsehern, Spielkonsolen, PCs, mobilen Endgeräten sowie in Computer-Servern eingesetzt. Mit diesem Schritt wollen wir die Marktpotenziale mit einer gezielteren Applikationsorientierung noch besser für Infineon nutzen. In 2009 hat der Insolvenzverwalter der Qimonda AG beim US Bankruptcy Court in Virginia beantragt festzustellen, dass Nutzungsrechte unter US Patenten von Qimonda nicht unter eine Schutzvorschrift des US Insolvenzrechts fallen, wonach solche Nutzungsrechte trotz Insolvenz des Lizenzgebers fortbestehen. Infineon und weitere Halbleiterhersteller haben Widerspruch gegen diesen Antrag eingelegt (siehe ausführlich Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38). Am 28. Oktober 2011 hat der US Bankruptcy Court in Virginia den Antrag des Insolvenzverwalters abgelehnt. Die Gerichtsentscheidung hat keine Auswirkungen auf die für im Zusammenhang mit der Qimonda-Insolvenz gebildeten Rückstellungen. Der Insolvenzverwalter hat gegen die Entscheidung des U.S. Bankruptcy Courts am 11. November 2011 Berufung eingelegt. Die CIF Licensing LLC ("CIF") -eine Konzerngesellschaft der General-Electric-Unternehmensgruppe -hatte seit Oktober 2007 in mehreren Verfahren neben anderen Parteien auch Klage gegen Infineon erhoben. In der Klage wurden Vorwürfe gegen das mittlerweile veräußerte Wireline-Communications-Geschäft von Infineon erhoben -heute Lantiq. Infineon und andere beklagten Parteien hatten vor dem Bundespatentgericht in München Nichtigkeitsklagen gegen die vier Klagepatente erhoben. Nachdem das Bundespatentgericht inzwischen zwei Nichtigkeitsklagen stattgab, haben sich die Parteien im Oktober 2011 auf einen Vergleich verständigt. Dieser Vergleich gestattet es allen Verfahrensbeteiligten nachträglich, die Patente zu nutzen, ohne finanziellen Ausgleich leisten zu müssen (siehe ausführlich Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38). Die Gerichtsentscheidung hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN RISIKEN UND CHANCENRISIKO- UND CHANCEN-BERICHTVORBEMERKUNGDas Halbleitergeschäft ist in sehr hohem Maße durch den regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden erheblicher Marktrückgänge gekennzeichnet. Marktrückgänge sind insbesondere geprägt durch Überkapazitäten, steigende Auftragsstornierungen sowie sinkende Preise und in der Konsequenz durch rückläufige Umsatzerlöse. Geprägt wird diese Risiko- und Chancenlage überdies von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktführerschaft sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. In diesem Umfeld wollen wir die in unserem Geschäft auftretenden Risiken reduzieren und die Chancen bestmöglich nutzen. Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist deshalb einer unserer wichtigen Erfolgsfaktoren. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt unser Ziel, nachhaltig und profitabel zu wachsen. ANALYSE DER RISIKO- UND CHANCEN-SITUATION: GESAMTWIRTSCHAFTLICHE SITUATIONNicht erst seit der Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Abhängigkeit des eigenen weltweiten Geschäfts von der globalen gesamtwirtschaftlichen und finanzpolitischen Situation deutlich geworden. So kann kurzfristig volatiles Verhalten der Märkte, ein konjunktureller Rückgang, eine weiter anhaltende oder sogar anwachsende Instabilität im Euro-Finanzmarkt und damit verbundene Euro/US-Dollar-Wechselkurs-Schwankungen, ein verzögerter Übergang von staatlicher zur privater Nachfrage in den USA, das heißt eine weiterhin schwache konjunkturelle Erholung in den USA oder ein gesellschaftlicher Faktor, wie zum Beispiel die Bürgerunruhen in den Öl exportierenden Ländern, drohende Verstaatlichung oder Enteignung zu einer Erhöhung unserer Geschäftsrisiken führen. Begleitet wird die globale wirtschaftliche Situation in unserer Branche von auffallend hohen Investitionen seit 2010. Diese Investitionen eröffnen uns die Chance, von der steigenden Nachfrage nach Halbleiterprodukten zu profitieren, bergen jedoch gleichzeitig das Risiko von Überkapazitäten im Halbleitersegment und damit einhergehend von Leerstandskosten. Wir gehen davon aus, dass die von uns bedienten Märkte Automobil, Industrie und Sicherheits-Anwendungen eine höhere Nachfrage im Vergleich zum übrigen Halbleitermarkt beziehungsweise zum durchschnittlichen weltweiten Wirtschaftswachstum erfahren werden. Dies wird zudem in unserem Unternehmen durch zahlreiche lang anhaltende Kundenbeziehungen und ein ausgewogenes Kundenportfolio gestützt. Die vorgesehenen Investitionen werden dabei durch eine flexible Investitionspolitik an die Erfordernisse und Marktgegebenheiten angepasst, um so die erwirtschafteten Renditen auf das eingegangene Risiko zu optimieren. ANALYSE UND AUSWIRKUNGEN AUF DAS RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENT-SYSTEM: RISIKOMANAGEMENT HAT AN BEDEUTUNG GEWONNENDurch die beschriebenen Unsicherheiten und Abhängigkeiten in den globalen Märkten sind die Erwartungen von Investoren und Finanzmärkten im Hinblick auf eine transparente und umfassende Risiko- und Chancenkommunikation deutlich gestiegen. Aus diesem Grund hat unser zentrales Risikomanagement das konzernweite System auch im abgelaufenen Geschäftsjahr im Hinblick auf Verbesserungspotenziale kontinuierlich analysiert und weiterentwickelt, um sicherzustellen, dass wir auch in Zukunft über ein effektives Risiko- und Chancenmanagement verfügen und einer möglichen Bestandsgefährdung des Unternehmens entgegenwirken. RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENTSYSTEM SOWIE INTERNES KONTROLLSYSTEM: ETABLIERTER PROZESS IM RAHMEN DES PLANUNGSZYKLUSRisiko- und ChancenmanagementsystemDas Risiko- und Chancenmanagementsystem (RMS) sowie das interne Kontrollsystem bei Infineon sind Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungs-Prozesses in allen relevanten rechtlichen Einheiten, Segmenten und Zentralfunktionen. Beide Systeme orientieren sich dabei am internationalen COSO II Standard (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Das unternehmensweite Risiko- und Chancenmanagementsystem (RMS) basiert auf einer Risikopolitik, die ein Risiko als negative Abweichung von der Geschäftsplanung definiert. Es geht dabei weit über das Erkennen von Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, hinaus, indem Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Risikopositionen ohne entsprechende Ertragschancen im Rahmen der verfügbaren Möglichkeiten minimiert werden. Somit wird durch die Transparenz der unternehmensweiten Risikosituation ein zusätzlicher Beitrag zur systematischen und kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswertes geleistet. Ein wesentliches Element des RMS ist der aus den Komponenten Risiko-Identifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung bestehende Prozess. Die systematische Umsetzung dieses Risikomanagementprozesses verbessert unsere Planungsgenauigkeit, erhöht die Transparenz von Entscheidungen unter unsicheren Rahmenbedingungen und fördert unser allgemeines Risikobewusstsein. Der alle Bereiche umfassende Ansatz zur Risikoberichterstattung nutzt zur Risiko-Identifikation einen Risiko- und Chancenkatalog, der einmal jährlich auf Vollständigkeit überprüft wird und dessen Inhalte ihrer Bedeutung nach bewertet werden. Zudem werden sowohl interne, als auch externe Indikatoren aktualisiert und berücksichtigt, um frühzeitige Anzeichen für Risiken beziehungsweise Chancen und schwache Signale aufzuspüren. Die quartalsweise Identifikation und Analyse von Risiken und Chancen wird auf Grundlage einer Einschätzung des Einflusses auf das Konzernjahresergebnis und der Eintrittswahrscheinlichkeit vorgenommen. Des Weiteren werden Maßnahmen zur Risikoreduktion und zur Berücksichtigung in der Rechnungslegung festgehalten und der aktuelle Umsetzungsgrad verfolgt und dokumentiert. Für die quartalsweise Berichterstattung wurden Schwellenwerte definiert, die eine Meldung von wesentlichen Risiken beziehungsweise Chancen obligatorisch vorschreiben. Daneben haben die verschiedenen Einheiten individuelle Schwellenwerte für ihren Verantwortungsbereich definiert, um wiederum eine frühzeitige, aber auch vollständige Identifikation und Aggregation auf zentraler Ebene zu ermöglichen. Ein effektives Risiko- und Chancenmanagementsystem zeichnet sich darüber hinaus ebenso durch eine standardisierte Bewertungsmethode aus. Wir haben hierzu eine Auswahl notwendiger und hinreichender Bewertungskriterien berücksichtig. Die finanzielle Auswirkung eines Risikos wird als Einfluss auf den Konzernüberschuss nach der Umsetzung von risikominimierenden Maßnahmen einschließlich der Risikoeintrittswahrscheinlichkeit und dem Produkt aus beiden -dem Schadenserwartungswert -dokumentiert. Um bei der Bewertung und Kontrolle ein vollständiges Bild der einzelnen Risikosituation zu erhalten, werden Rückstellungen und bereits berücksichtigte Planungszahlen ebenfalls aufgenommen und in der quartalsweisen Berichterstattung dargestellt. Um nicht in der Schadenshöhe abschätzbaren Risiken ebenfalls Rechnung zu tragen, werden auch qualitative Risiken an das zentrale Risikomanagement berichtet. Zudem besteht zusätzlich zur Regelberichterstattung für unerwartet auftretende wesentliche Risiken ebenfalls eine konzerninterne Berichterstattungspflicht. Die Berichterstattung wesentlicher und bestandsgefährdender Risiken erfolgt dabei über das zentrale Risikomanagement an Vorstand und Aufsichtsrat. Die Risikomanagementorganisation besteht aus dem zentralen Risikomanagement, das der zentralen Finanzabteilung und dem Finanzvorstand zugeordnet ist, und aus sogenannten Risikobeauftragten, die in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens für die Umsetzung des Risikomanagementprozesses verantwortlich sind. Eine wesentliche Aufgabe der Risikobeauftragten ist dabei die Erfassung, Bewertung und Dokumentation wesentlicher Risiken und Chancen. Die Risikobeauftragten bilden die Schnittstelle zum zentralen Risikomanagement, das hauptsächlich für den Prozess, seine Weiterentwicklung und die damit verbundenen Methoden bei dessen Umsetzung sowie für die Risiko- und Chancendarstellung auf Konzernebene verantwortlich ist. Wesentliche Informationen zum zentralen Risikomanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem die Richtlinien zum Risikomanagementsystem einschließlich der Aufgaben des zentralen Risikomanagements und der Risiko-Beauftragten und alle notwendigen Daten zur Berichterstattung. Das Risikomanagementsystem ermöglicht dem Vorstand sowie Verantwortlichen, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen und gegensteuernde Maßnahmen einzuleiten. Ferner werden Risiken aus dem operativen Geschäft durch die Verantwortlichen regelmäßig mit dem Vorstand diskutiert, wobei unternehmensübergreifende neue Risiken dem Vorstand durch das zentrale Risikomanagement vorgelegt werden. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats befasst sich mit der Überwachung der Effektivität des Risikomanagementsystems. Darüber hinaus kontrolliert die Konzernrevision durch zielgerichtete Prüfungen die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und initiiert bei Bedarf entsprechende Maßnahmen. Unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des §91 AktG wird vom Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung auf seine grundsätzliche Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Abschlussprüfer prüft dabei nicht die Effektivität unseres Risikofrüherkennungssystems. Internes KontrollsystemIm Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das Interne Kontrollsystem zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelungskonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das Interne Kontrollsystem basiert weiterhin weitestgehend auf den SEC ("Security Exchange Commission") Anforderungen der Section 404 des Sarbanes-Oxley-Acts zur Sicherstellung der nach BilMoG geforderten Effektivität des internen Kontrollsystems und ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob:
Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutende Zentralfunktionen durch die Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle erfasst wurden und sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz berücksichtigt sind. Beurteilung der WirksamkeitDie wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Effektivität des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den internen und externen Anforderungen -zum Beispiel den Vorgaben des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) -zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten. RISIKO-KATEGORIENVerschiedene -insbesondere finanzwirtschaftliche - Risiken, die wir im folgenden Abschnitt als Risiken beschreiben, stellen bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen dar: Branchen- und Marktrisiken: Risiko-Handhabung in volatilen Industrien und MärktenDer weltweite Halbleitermarkt ist starken Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. In unseren Segmenten bestehen Risiken bei der Absatzmenge, durch Preisdruck und daraus resultierende weitere Risiken. Der schnelle technologische Wandel kann zusätzlich zum Beispiel bei Verzögerungen in einzelnen Projekten zu einem erheblichen Rückgang des Geschäftsvolumens bis hin zum Verlust von Kundenbeziehungen führen. Einige unserer Produkte werden nur von bestimmten Kunden erworben. Damit erhöht sich die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg dieser Kunden in ihren Märkten. Wir versuchen in solchen Fällen, unsere Kundenbasis zu verbreitern, und haben mit dieser Strategie in der Vergangenheit bereits nachweisbare Erfolge erzielt. Umgekehrt sind wir bei zahlreichen Produkten exklusiver Lieferant für unsere Kunden. Die Fähigkeit unserer Kunden, im geplanten Umfang zu fertigen, hängt somit in vielen Fällen auch von unserer Lieferfähigkeit ab. Bei Nichterfüllung von durch uns zugesagten Lieferungen sind wir Haftungsrisiken ausgesetzt. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht nach den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Bei sich abschwächender Nachfrage besteht wiederum das Risiko signifikanter Leerstandskosten. Als weltweit agierendes Unternehmen sind wir darüber hinaus stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite wirtschaftliche konjunkturelle Abschwächung -insbesondere in den von uns bedienten Märkten -kann dazu führen, dass unsere geplanten Umsätze sich nicht wie erwartet entwickeln. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen in Ländern, in denen wir unsere Produkte vermarkten, Risiken entstehen. Unsere globale Aufstellung und die breite Diversifikation unseres Produktportfolios bieten uns einen gewissen Schutz gegen die Auswirkungen solcher regionaler Krisen. Qimonda: Risiken in Bezug auf die Qimonda-InsolvenzAufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda sind wir erheblichen potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die detailliert in dem Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38 beschrieben sind. Wir haben Verbindlichkeiten und Rückstellungen zum 30. September 2011 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen können. Management-Risiken: Risiken, insbesondere verbunden mit dem möglichen Verkauf von Unternehmensteilen, mit Akquisitionen und KooperationsvereinbarungenUm unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen beziehungsweise Verkäufe von Unternehmensteilen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind und im Fall von Verkäufen Remanenzkosten entstehen beziehungsweise Probleme bei der Anpassung der Konzernstruktur entstehen können. Operative Risiken: Fertigung hat entscheidenden Einfluss auf wirtschaftlichen ErfolgEin für Halbleiterunternehmen mit eigener Produktion geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise Technologien oder auch zu geringe Ausbeuten oder erhebliche Ausbeuteschwankungen. Diesem Risiko versuchen wir mit einem kontinuierlich verbesserten Projektmanagement und entsprechend enger Beobachtung der betroffenen Geschäftsprozesse zu begegnen. Kostenrisiken durch Auslastungsschwankungen oder potenzielle Fertigungsunterbrechungen, verbunden mit korrespondierenden Leerstandskosten in den Fertigungsstätten, minimieren wir durch gezielte Flexibilisierung der Fertigung hinsichtlich Technologien und Produkten. Bei unseren Produkten kann sich die Zeitspanne vom Test über die Evaluierung und Kundenakzeptanz bis hin zur Serienfertigung über mehrere Monate bis zu mehr als einem Jahr hinziehen. Wegen der Länge dieses Zyklus kann es zu signifikanten zeitlichen Verzögerungen zwischen den Aufwendungen für F&E sowie Marketingaktivitäten und dem Aufbau von Vorräten und der Realisierung der entsprechenden Erlöse kommen. Wir sind auf Grund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration benötigen. Wir versuchen, diese Risiken durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und Equipment. Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der rechtzeitigen und qualitativen Art dieser Zulieferungen abhängig. Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg unseres Unternehmens von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung können Einfluss auf Ausbeuteschwankungen, die Liefertreue bis hin zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und den damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen bewirken. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf das Image des Unternehmens können zudem die zukünftige Entwicklung unseres Geschäftes in hohem Maße beeinflussen. Zur Vermeidung von Qualitätsrisiken setzen wir spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO9001 beziehungsweise ISO/TS16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essentieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Falle von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, in diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das durch den Entfall der entsprechenden Deckungsbeiträge materielle negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten ist also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden. Finanz- und Währungsrisiken: Absicherung gegen MarktschwankungenVor dem Hintergrund der Zyklen unseres Geschäfts und der angestrebten operativen Flexibilität halten wir einen vergleichsweise hohen Kassenbestand, den wir hauptsächlich in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer anlegen. Das damit einhergehende Zinsrisiko wird in gewissem Umfang durch Finanzverbindlichkeiten kompensiert, die zu einem Teil variabel verzinslich sind. Zur Reduzierung des verbleibenden Netto-Zinsänderungsrisikos können Zinsderivate genutzt werden, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern. Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht eurobasierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse, Fertigungs-, Vertriebs-, Verwaltungs- sowie F&E-Kosten entfällt auf US-Dollar. Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro können einen negativen Effekt auf Umsatzerlöse, Kosten und Ergebnis haben. Unsere Geschäftspolitik zur Begrenzung von kurzfristigen Fremdwährungsrisiken ist es, mindestens 75 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows im dritten Monat und je nach Art des Grundgeschäfts einen Anteil auch darüber hinaus zu sichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt auf Grund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Wir berechnen dieses Nettorisiko auf Basis des Kapitalflusses unter Berücksichtigung von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen und von allen anderen geplanten Einnahmen und Ausgaben. Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Anhang zum Konzernabschluss Nr. 37 entnommen werden. Informationstechnische Risiken: Ansteigende Abhängigkeit von IT-Systemen in allen ProzessenWie für andere globale Unternehmen sind auch für uns die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie von großer Bedeutung. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung unserer Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu einem Datenverlust beziehungsweise zu einer Beeinträchtigung der Produktion oder Störung von Geschäftsprozessen führen. Deshalb sind alle kritischen IT-Systeme auf Servern hoher Verfügbarkeit untergebracht. Diese mit Redundanzen in verschiedenen Datenzentren ausgestatteten Systeme minimieren beziehungsweise eliminieren die Konsequenzen von Hardware-Störungen. Redundante Netzwerkverbindungen unterschiedlicher Lieferanten reduzieren beziehungsweise eliminieren des Weiteren das Risiko eines Verbindungsausfalls zwischen unseren Standorten. Eine ständige automatisierte Überwachung der IT-Infrastruktur ermöglicht uns ein rasches Eingreifen bei Störfällen. Besondere Vorkehrungen wurden zudem zur Abwehr von Virusangriffen getroffen, insbesondere in Bezug auf IT -Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden. Außerordentlich sensible Daten werden darüber hinaus nur in vollkommen isolierten Netzwerken gehalten. Personalrisiken: Nachfrage nach qualifizierten MitarbeiternEin wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist es, jederzeit über die benötigte Anzahl qualifizierter Mitarbeiter zu verfügen. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren. Es ist deshalb wichtig, Mitarbeiter durch attraktive Arbeitsbedingungen für unser Unternehmen zu gewinnen und durch motivierende Führung im Unternehmen zu halten. Unsere Instrumente zur Personalentwicklung und -qualifizierung unterstützen die Sicherung unseres aktuellen und zukünftigen Personalbedarfs. Durch spezifische und zeitnahe Trainingsprogramme werden die erforderlichen fachlichen und persönlichen Kompetenzen entwickelt. Diese Bemühungen werden durch attraktive Bonus- und Anreizprogramme sowie langfristige Karrieremöglichkeiten und -planungen ergänzt. Rechtliche Risiken: Hohe mögliche Kosten durch Abwehr von RechtsklagenWie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber behauptet, das Unternehmen habe gewerbliche Schutzrechte verletzt, fehlerhafte Produkte geliefert oder gesetzliche Pflichten verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche, können im Zusammenhang mit der Abwehr derartiger Ansprüche sowohl hohe Verteidigungskosten für Anwälte als auch außerordentlich hohe Schadensersatzansprüche entstehen. Wir wehren uns in solchen Angelegenheiten energisch mit Unterstützung interner und externer Experten. Weitere Informationen sind dem Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 38 zu entnehmen. Im Patentbereich profitieren wir vom Schutz durch mehrere Verträge mit wichtigen Wettbewerbern. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Risiken zu minimieren. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften. Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten. Unsere weltweite Strategie sieht vor, dass wir aus den unterschiedlichsten Gründen F&E- und Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt unterhalten. Dies können Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe sein. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen. Wir schützen uns darüber hinaus mit Versicherungen gegen bestimmte Auswirkungen von Haftungsrisiken oder Schadensfällen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS DURCH DIE UNTERNEHMENSLEITUNGDie Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt. CHANCEN: WETTBEWERBSVORTEILE DURCH INVESTITION IN AUSGESUCHTE UND ZUKUNFTSWEISENDE INNOVATIONENDas Chancenmanagementsystem - als Teil des Risiko- und Chancenmanagementsystems bei Infineon -ist Bestandteil des gesamten (rechnungslegungsbezogenen) Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und regelmäßige Identifizieren, Analysieren und Managen von Chancen obliegt dem operativen Management in den Geschäftsbereichen beziehungsweise den Leitern der zentralen Funktionen. Grundsätzlich stellen verschiedene Risiken, die wir im vorherigen Abschnitt beschrieben haben, bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen dar und werden daher nicht noch einmal aufgeführt. Zur Sicherstellung unserer Wettbewerbsvorteile erachten wir die Neu- und Weiterentwicklung unseres Produktportfolios und die Steigerung der Produktivität bei unseren Produkten und Produktionslinien mittels innovativer technologischer Lösungen als essenzielle Chance für eine nachhaltige Verbesserung unserer operativen Ergebnisse. So kann zum Beispiel im Segment Industrial & Multimarket vor allem unser Leistungshalbleitergeschäft ein zusätzliches Wachstum generieren. Dies kann durch die Nachfrage bei der Energieerzeugung insbesondere begünstigt durch den Trend zu alternativen Energien, bei der Energieübertragung (Smart Grid) und durch entsprechende Anforderungen an die Energieeffizienz einschließlich staatlicher Regulierungen in verschiedenen Marktsegmenten hervorgerufen werden. In dem von uns bedienten Automotive-Segment kann das Wachstum über unseren Erwartungen oder dem historischen Durchschnitt liegen. Diese Perspektive wird durch die weiterhin wachsende Fahrzeugproduktion, einen weiterhin wachsenden Halbleiteranteil je Fahrzeug -insbesondere im Premium-Bereich - und durch die verstärkt neu hinzutretende Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Hybrid- und Elektroautos gestützt. Der Wert der je Fahrzeug verbauten Halbleiter liegt im Hybrid- und Elektroauto-Bereich um 100 Prozent und mehr über dem Halbleitergehalt von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Für das Segment Chip Card & Security gilt: Die fortschreitende weltweite Einführung von elektronischen ID-Dokumenten sowie die Bewegung in Richtung elektronische Tickets in Transportsystemen könnten außerdem dem Chipkarten- & Sicherheitsmarkt Wachstumschancen eröffnen. Darüber hinaus könnten sich im Bereich "New Businesses" durch die erfolgreiche Markteinführung von NFC, TPM, eCall und M2M weiter zunehmende Wachstumsraten einstellen. Im Fall einer Akquisition kann es darüber hinaus zu einem deutlichen Umsatzwachstum und höherer Profitabilität durch zusätzliches Geschäft beziehungsweise bei einem Verkauf eines Unternehmensanteils zur Erhöhung des Cash-Bestands kommen. Für die detaillierte Beschreibung der Chancensituation empfehlen wir zudem, den Abschnitt "Wachstum und Profitabilität - Rückblick und Ausblick" beziehungsweise den Prognosebericht zu berücksichtigen. PROGNOSEBERICHTGRUNDLEGENDE PLANUNGSANNAHMENFür die Planung des Geschäftsjahrs 2012 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,40 unterstellt. Nach Abschluss der Verkäufe des Mobilfunkgeschäfts und des Wireline-Communications-Geschäfts haben sich die Umsatz- und Kostenanteile in US-Dollar und in mit dem US-Dollar korrelierten Währungen einander angenähert. Das Währungsrisiko des Konzerns hat sich somit deutlich verringert. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von einem Cent gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis in Summe um etwa €1 Million pro Quartal oder etwa €4 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Der Einfluss auf den Umsatz ist größer. Eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von einem Cent gegenüber dem Plankurs führt zu einer Umsatzveränderung von €3 bis €4 Millionen pro Quartal oder €12 bis €16 Millionen pro Geschäftsjahr. WACHSTUMSAUSSICHTEN FÜR WELTWIRTSCHAFT EINGETRÜBTSeit Sommer 2011 haben sich die wirtschaftlichen Erwartungen gegenüber dem ersten Halbjahr deutlich eingetrübt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2012 eine Zuwachsrate des globalen realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,2 Prozent, nach einem Wachstum von 3,0 Prozent im Jahr 2011. Damit hat der IWF seine Erwartungen gegenüber den noch im Frühjahr kommunizierten Werten um jeweils 0,5 Prozentpunkte reduziert. Für den Euro-Raum prognostizieren die Experten für das Jahr 2012 einen Anstieg des BIP von 1,1 Prozent, nach einem Zuwachs von 1,6 Prozent im Jahr 2011. Nach wie vor schwach ist auch die konjunkturelle Erholung in den USA. Die Wachstumsrate des BIP soll 2011 laut IWF 1,5 Prozent betragen. Für 2012 wird eine Erhöhung auf 1,8 Prozent prognostiziert. In Japan kam es in Folge des Erdbebens am 11. März 2011 zu einem Einbruch der Industrieproduktion, insbesondere aufgrund unterbrochener Lieferketten. Nach einem Rückgang des realen BIP um 0,5 Prozent im Jahr 2011 erwartet der IWF, dass sich die japanische Wirtschaft im Jahr 2012 wieder erholt und 2,3 Prozent wächst. Nach einem Anstieg von 8,2 Prozent im Jahr 2011 dürften die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften im Jahr 2012 mit der weiterhin hohen Rate von 8,0 Prozent wachsen. Für Lateinamerika erwartet der IWF im Jahr 2012 einen Anstieg von 4,0 Prozent, nach einem Plus von 4,5 Prozent im Jahr 2011. Die Risiken für die Weltwirtschaft haben sich im Laufe des Jahres 2011 deutlich erhöht. Im Herbst 2011 geht der IWF allerdings nach wie vor davon aus, dass es zu keinem Rückfall in eine Rezession kommt. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht noch weiter verstärken. Insbesondere die USA und Europa sind anfällig für negative Schocks. Risiken bestehen deshalb unter anderem in einer weiteren Zuspitzung der Staatsschuldenkrise und einer weiteren konjunkturellen Abschwächung in den USA. Sollten der Euroraum und/oder die USA in eine Rezession abgleiten, könnte dies nach Meinung der Experten die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Über 2012 hinaus erwartet der IWF eine Erhöhung der Wachstumsrate der Weltwirtschaft. Dabei dürfte die wirtschaftliche Erholung in den USA und Europa bereits im zweiten Halbjahr 2012 wieder einsetzen. Die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften sollten auch 2013 das höchste Wachstum aufweisen. Verantwortlich sind hierfür unter anderem China und Indien. Lateinamerika wird voraussichtlich etwas weniger, aber ebenfalls überdurchschnittlich wachsen. WACHSTUMSPOTENZIAL DER VON INFINEON ADRESSIERTEN MARKTSEGMENTE IN 2012 ÜBER DEM DES HALBLEITERMARKTSFür den gesamten Halbleitermarkt wird für das Jahr 2012 nur noch ein leichtes Wachstum bei niedrigen einstelligen Wachstumsraten prognostiziert: Die Marktforschungsfirma IHS iSuppli geht auf US-Dollar-Basis von einem Zuwachs von nur 3 Prozent aus. Diese Schätzung basiert auf einem erwarteten Wachstum von ebenfalls nur 3 Prozent im Jahre 2011. Die niedrige Wachstumsrate ist insbesondere auf die Eintrübung der Aussichten für die Weltkonjunktur zurückzuführen. Da der globale Halbleitermarkt auch Produkte beinhaltet, die Infineon nicht beziehungsweise seit mehreren Jahren nicht mehr anbietet, wird im Folgenden die Marktentwicklung ohne Mikroprozessoren und Speicherchips dargestellt. Durch den Ausschluss dieser Produkte kann ein für das Unternehmen zutreffenderes Marktbild aufgezeigt werden. Der von Infineon adressierbare Halbleitermarkt, also der Gesamtmarkt ohne Mikroprozessoren und Speicherchips, wächst laut IHS iSuppli im Jahr 2012 mit 5 Prozent und damit etwas stärker als der Gesamtmarkt. Er erreicht ein Marktvolumen von rund US$ 216 Milliarden. Über 2012 hinaus wird eine Beschleunigung dieses Wachstums erwartet, getrieben im Wesentlichen durch eine erwartete Steigerung des Weltwirtschaftswachstums. Die Zielsegmente des Konzerns werden auch in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter expandieren. Für den Automotive-Halbleitermarkt wird für 2012 laut IHS iSuppli ein Zuwachs von 9 Prozent erwartet. Wesentliche Wachstumstreiber für den Automobilabsatz sind weiterhin die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Auch für Japan wird für das Jahr 2012 eine deutliche Erholung des Automarkts nach dem Einbruch in Folge des Erdbebens erwartet. Für die Autoproduktion prognostizierte IHS im Oktober 2011 ein Wachstum von etwa 7 Prozent im Jahr 2012 auf insgesamt 80,3 Millionen Fahrzeuge. Der weiter steigende Halbleiteranteil im Auto trägt ebenfalls zum Umsatzwachstum bei. Über 2012 hinaus soll sich gemäß IHS iSuppli das Wachstum des Automotive-Halbleitermarktes fortsetzen, wenngleich die Wachstumsrate unter der für 2012 liegen dürfte. Das Wachstum im zweiten Marktsegment, dem Industrial und Multimarket Halbleitermarkt, wird wesentlich durch erneuerbare Energien und Bestrebungen zur Reduktion des Stromverbrauchs bestimmt. Knapp einhundert Länder hatten Anfang 2011 nationale Ziele für erneuerbare Energien formuliert. Diese Ziele geben unter anderem Anteile der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung vor. In der Regel sind dies 10 bis 30 Prozent, die Spanne reicht aber von 2 bis 100 Prozent. Zur Erreichung dieser Ziele verfügen mindestens 95 Länder über Instrumente, Regelungen und Maßnahmen zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Diese "grünen" Anreizprogramme sollten über Jahre hinweg die Nachfrage nach Halbleitern, insbesondere nach Leistungshalbleitern, treiben. Aus diesem Grund schätzt IMS Research, dass der Weltmarkt für Leistungshalbleiter im Jahr 2012 um etwa 7 Prozent wachsen wird. Für den Industrie-Halbleitermarkt insgesamt erwartet IHS iSuppli ein Wachstum von lediglich 3 Prozent im Jahr 2012. Über 2012 hinaus erwartet IMS Research weiter dynamisches Wachstum für Leistungshalbleiter mit einer Wachstumsrate leicht über dem Niveau des Jahres 2012. Im Chipkarten-Halbleitermarkt erwartet IHS iSuppli für 2012 ein Wachstum von etwa 2 Prozent. Zu den Wachstumstreibern im Markt zählen elektronische Ausweisdokumente und Gesundheitskarten. Großes Wachstumspotenzial wird auch neuen Applikationen, wie Near Field Communication (NFC), bescheinigt. NFC ermöglicht das Bezahlen mittels Mobiltelefon. Die Zahl der NFC-fähigen Mobiltelefone, die durch ein Embedded Secure Element abgesichert werden können, könnte sich im Jahr 2012 von 38 Millionen auf 116 Millionen Geräte etwa verdreifachen. INFINEON-KONZERN ERWARTET FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2012 EINEN RÜCKGANG DES UMSATZES UM EINEN MITTLEREN EINSTELLIGEN PROZENTSATZ GEGENÜBER DEM GESCHÄFTSJAHR 2011Der Ausblick für das Wachstum der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2012 hat sich gegenüber den Verhältnissen im abgelaufenen Geschäftsjahr eingetrübt. Aktuell wird bestenfalls mit einer Wachstumsrate von 3,2 Prozent gerechnet, aber auch eine Rezession der Weltwirtschaft kann nicht ausgeschlossen werden. Unter der Annahme, dass es zu keiner Verstärkung der Turbulenzen an den Finanzmärkten kommt oder Entwicklungen bei der Verschuldung der Staatshaushalte eintreten, die die Weltwirtschaft in eine Rezession führen, geht Infineon davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken wird. Die Gesellschaft schließt mit Blick auf die Diskrepanz zwischen dem eigenen Ausblick und den Prognosen der Marktforscher nicht aus, dass die aktuelle Eintrübung der Aussichten für die einzelnen Segmente der Halbleiterindustrie noch nicht vollständig in den Prognosen der Marktforscher nachvollzogen ist. Im Segment Automotive erwartet die Gesellschaft, dass sich die Erlöse besser als der Durchschnitt des Konzerns entwickeln werden. Für die Segmente Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security hingegen wird eine Erlösentwicklung leicht unterhalb des Konzerndurchschnitts vorhergesehen. Die Umsätze der Sonstigen Geschäftsbereiche werden im Geschäftsjahr 2012 um etwa 40 Prozent gegenüber dem Stand des Geschäftsjahrs 2011 von €216 Millionen zurückgehen. Hauptgrund hierfür sind planmäßig abnehmende Lieferungen an Lantiq. Unter der Voraussetzung einer stabilen wirtschaftlichen Gesamtsituation erwartet Infineon für das Geschäftsjahr 2013 eine Belebung der Nachfrage. Hierdurch sollte wieder ein Umsatzwachstum von 10 Prozent oder mehr zu erzielen sein. BRUTTOMARGE UNTER 40 PROZENT ERWARTETDie Höhe der Bruttomarge hängt unter anderem von der Auslastung der Produktionskapazitäten über das Jahr ab. Unter der Annahme eines durchschnittlichen Preisverfalls von um die 5 Prozent pro Jahr ergibt sich auch beim aktuellen Umsatzausblick der Gesellschaft die Notwendigkeit, die Produktionsniveaus gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 zumindest konstant zu halten. Hinzu kommt, dass die Gesellschaft plant, die per Ende des Geschäftsjahrs 2011 vorhandenen Vorratsbestände zu erhöhen. In Summe dürfte dies im Geschäftsjahr 2012 zu einer nach wie vor hohen, im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufigen durchschnittlichen Auslastung der Kapazitäten führen. Weiterhin dürften gewisse Kosten im Zusammenhang mit dem Hochlauf der Produktion auf 300-Millimeter-Wafern anfallen. Ebenso dürfte sich in Anbetracht der hohen Investitionen der Anteil der Abschreibungen am Umsatz erhöhen. Abschließend wirkt auch der für die Industrie typische Preisverfall negativ auf die Bruttomarge. Demgegenüber werden Produktivitätsverbesserungen und die Optimierung der Produktpalette hin zu Bereichen mit höherer Marge einen positiven Einfluss auf die Bruttomarge haben. Insgesamt rechnet Infineon damit, dass die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2012 vom Vorjahreswert von 41,4 Prozent auf unter 40 Prozent sinken wird. Im Geschäftsjahr 2013 erwartet das Unternehmen eine zumindest konstante oder wieder steigende Bruttomarge. Zwar werden die Investitionen ab dem Geschäftsjahr 2013 voraussichtlich unter dem Niveau der Vorjahre liegen, jedoch dürfte das insgesamt hohe Investitionsniveau weiter steigende Abschreibungen nach sich ziehen. Dennoch geht Infineon davon aus, bei einem Umsatzwachstum von 10 Prozent oder mehr durch positive Skaleneffekte den Anstieg der Abschreibungen ausgleichen zu können. BETRIEBSKOSTEN DÜRFTEN UM FÜNF BIS ZEHN PROZENT STEIGENIm Bereich der Betriebskosten werden die Forschungs- und Entwicklungskosten wie auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2012 voraussichtlich mit einer Rate von 5 bis 10 Prozent wachsen. Infineon hält auch in Zeiten schwächeren Wachstums an den begonnenen und geplanten Forschungs- und Entwicklungsprojekten fest. Dies betrifft langfristige Forschung für Fertigungstechnologie wie auch Produktentwicklung und Kundenprojekte. Ferner soll der Vertrieb strategisch in den einzelnen Regionen ausgebaut werden. Überdies wirkt in beiden Kostenarten der Verkauf des Mobilfunkgeschäfts negativ. Details zur Entwicklung dieser beiden Kostenarten finden sich weiter unten. Die Segmente Automotive sowie Industrial & Multimarket werden die Haupttreiber beim Wachstum der Forschungs- und Entwicklungskosten im Geschäftsjahr 2012 sein. Im Segment Automotive liegt der Schwerpunkt bei neuen Mehrkern-Mikrocontrollern in 65-Nanometer-Fertigungstechnologie, neuen Sensoren und bei der Integration von Leistungs- und Controller-Funktionalität auf einem Chip unter Verwendung des neuen 130-Nanometer-BCD-Prozesses der Gesellschaft. Daneben investiert das Segment in die Entwicklung von Produkten für die schnell wachsenden Bereiche der Hybrid- und Elektroautos. Der größte Betrag für zusätzliche Halbleiter-Produkte in Hybrid- und Elektroautos entfällt auf Leistungshalbleiter. Während die Gesellschaft Marktführer für solche Komponenten innerhalb des Segments Industrial & Multimarket ist, investiert das Segment Automotive dahingehend, das vorhandene Know-how bestmöglich auch in Hybrid- und Elektroautos zu nutzen. Im Segment Industrial & Multimarket liegt der Fokus der Forschungs- und Entwicklungskosten darin, im Vergleich zu den heutigen Standardkomponenten die Energiedichte weiter zu erhöhen und die Lebensdauer zu verlängern. Neue und weiter entwickelte Generationen von IGBTs, "CoolMOS™", "OptiMOS™" befinden sich in Entwicklung. Weiterhin investiert die Gesellschaft in die Verbindungshalbleiter Siliciumcarbid und Galliumnitrid für die nächste Generation von Leistungshalbleitern. Ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Bereich Fertigungstechnologie liegt im Geschäftsjahr 2012 auf der Herstellung von Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Dünnwafern, wo Infineon seine führende Position weiter ausbauen will. Die erstmalige Einführung dieses neuen Fertigungsprozesses wird nicht nur die absolute Fertigungskapazität erhöhen, sondern auch die Stückkosten der Scheibenfertigung um etwa 20 bis 30 Prozent reduzieren. Angesichts der zunehmenden Nachfrage nach Leistungshalbleitern in einem insgesamt wachsenden Markt forciert das Unternehmen die Entwicklung der 300-Millimeter-Technologie bis zur Volumenproduktion. Dabei sind besondere fertigungstechnische Herausforderungen wie die spezielle Dotierung von Standard-Wafern, das Dünnschleifen der Wafer und das sichere Handling der Dünnwafer in der Massenfertigung zu bewältigen. Im Bereich der Prozessentwicklung werden im Geschäftsjahr 2012 auch die Forschungsanstrengungen für die Entwicklung neuer Gehäuse fortgeführt. Dabei sollen Leistungsdichte und Robustheit der Bausteine weiter verbessert werden. Ein Beispiel ist die Entwicklung der "Blade"-Gehäusetechnologie. Die hierbei verwendete Verbindungstechnologie ersetzt die herkömmlichen Drahtverbindungen durch direkte Kontaktierungen und reduziert dadurch die Größe des Gehäuses. Gleichzeitig erlaubt diese Technologie höhere Flexibilität, da sie auch den Einbau mehrerer Chips in ein Gehäuse ermöglicht. Die Verwendung solcher "Multi-Chip-Gehäuse" reduziert den Platzbedarf und optimiert die elektrischen und thermischen Eigenschaften des jeweiligen Bauteils. Im Zuge der verstärkten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist im Geschäftsjahr 2012 geplant, die Mitarbeiterzahl in diesem Bereich von 3.900 zum 30. September 2011 um einen einstelligen Prozentsatz weiter zu erhöhen. Die Vertriebskosten steigen aufgrund der Erhöhung der Anzahl der Vertriebsmitarbeiter insbesondere in den Segmenten Automotive und Industrial & Multimarket. Innovative, neue Produkte und ein hoher Grad an Servicedienstleistungen erfordern die zeitintensive Etablierung und Pflege enger Kundenbeziehungen. Die zusätzlichen Mitarbeiter kommen hauptsächlich in der direkten Betreuung und Akquise von Kunden zum Einsatz. Hierdurch werden die Vertriebsteams weltweit gestärkt. Über das Geschäftsjahr 2012 hinaus kann davon ausgegangen werden, dass das Wachstum der Kosten für Forschung und Entwicklung im Rahmen des Umsatzwachstums oder leicht darüber liegen könnte, während die Vertriebskosten höchstens mit dem Umsatz und die Verwaltungskosten deutlich langsamer als der Umsatz wachsen sollten. In Summe dürften die Betriebskosten etwas langsamer als der Umsatz zulegen. GESAMTSEGMENTERGEBNIS-MARGE IN HÖHE EINES NIEDRIGEN BIS MITTLEREN ZEHNERPROZENTSATZES VOM UMSATZ ERWARTETFür das Geschäftsjahr 2012 erwartet Infineon eine Gesamtsegmentergebnis-Marge in Höhe eines niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatzes vom Umsatz. Diese Planung basiert auf der Annahme eines Umsatzrückgangs um einen mittleren einstelligen Prozentsatz, einer Bruttomarge von unter 40 Prozent sowie auf einem Wachstum der Betriebskosten von 5 bis 10 Prozent gegenüber den Niveaus des Geschäftsjahrs 2011. Über das Geschäftsjahr 2012 hinaus rechnet Infineon damit, unter der Voraussetzung einer stabilen Entwicklung der Weltkonjunktur, eine Gesamtsegmentergebnis-Marge oberhalb des Niveaus des Geschäftsjahrs 2012 erzielen zu können. ÜBRIGE AUFWENDUNGENInfineon erwartet, dass das nicht den operativen Segmenten zugeordnete Ergebnis im Geschäftsjahr 2012 etwa minus €30 bis €40 Millionen betragen wird. Gegenüber dem nicht den operativen Segmenten zugeordnete Ergebnis im Geschäftsjahr 2011 bedeutet dies eine Ergebnisverbesserung von etwa €10 Millionen. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen eine Verbesserung beim Nettofinanzergebnis. Gegenüber dem Finanzergebnis von minus €26 Millionen im Geschäftsjahr 2011 dürften zum einen rückläufige Zinsaufwendungen für einen Anstieg sorgen. Infineon hat im Verlauf des Geschäftsjahrs 2011 das Volumen der im Jahr 2014 fälligen Wandelschuldverschreibung durch Rückkäufe um nominal €59 Millionen oder 30 Prozent reduziert. Der damit im Geschäftsjahr 2012 niedrigere ausstehende Betrag an Anleiheschulden führt zu geringeren Zinsaufwendungen. Zum anderen erfolgten die im Geschäftsjahr 2011 getätigten Anleiherückkäufe zu Kursen deutlich oberhalb von 100 Prozent und führten somit zu Buchverlusten. Diese wurden innerhalb des Zinsergebnisses als Aufwendungen ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2012 hat Infineon geringere Aufwendungen für Anleiherückkäufe als im Geschäftsjahr 2011 unterstellt. Sollten im Geschäftsjahr 2012 über den Planansatz hinaus gehende Teile der Wandelanleihe erworben werden, würde sich daraus eine Verschlechterung des Nettofinanzergebnisses gegenüber dem Planansatz ergeben. Der Steuersatz des Infineon-Konzerns wird voraussichtlich zwischen 10 und 15 Prozent betragen. Er setzt sich zusammen aus den ausländischen Steuersätzen in vergleichbarer Höhe und dem zahlungswirksamen Steuersatz der Gesellschaft in Deutschland. Dieser beträgt in etwa 12 Prozent und ergibt sich durch die Nutzung von Verlustvorträgen. Hierdurch unterliegen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der Besteuerung. Das Unternehmen geht davon aus, dass der effektive zahlungswirksame Steuersatz so lange auf diesem Niveau bleiben wird, bis die steuerlichen Verlustvorträge aufgebraucht sind. Der Verlustvortrag bei der Körperschaftsteuer belief sich zum 30. September 2011 auf €3,1 Milliarden. Bei der Gewerbesteuer bestanden zum selben Stichtag Verlustvorträge in Höhe von €4,2 Milliarden. Änderungen in der Bewertung aktivischer Steuerlatenzen können zusätzliche Effekte auf die Steuerquote haben. ANSTIEG DES NETTOUMLAUFVERMÖGENS ERWARTETZum 30. September 2011 betrug das Nettoumlaufvermögen von Infineon minus €663 Millionen. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet das Unternehmen infolge des Rückgangs des Umsatzes um einen mittleren einstelligen Prozentsatz keinen signifikanten Anstieg der Position "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen". Die Position "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" hingegen wird voraussichtlich deutlicher sinken. Grund hierfür werden die niedrigeren Investitionen im vierten Quartal 2012 im Vergleich zum vierten Quartal 2011 sein. In Anbetracht des für das Geschäftsjahr 2012 geplanten weiteren Ausbaus der Produktionskapazitäten sollte es außerdem möglich sein, Vorratsbestände aufzubauen, mit denen die Gesellschaft zukünftig flexibler und auch kurzfristig auf Nachfrage von Kunden oder Änderungen innerhalb der Kundenbestellungen reagieren kann. Insgesamt erwartet Infineon daher für das Geschäftsjahr 2012 einen Anstieg des Nettoumlaufvermögens. INVESTITIONEN, PRODUKTIONSKAPAZITÄTEN UND ABSCHREIBUNGENIn den Geschäftsjahren 2009 bis 2011 stieg die Nachfrage rasant. Trotz fortlaufender Erweiterung der Fertigungskapazitäten war das Wachstum des Unternehmens im Wesentlichen kapazitätslimitiert. Gleichzeitig konnten die Vorratsbestände nicht mit der Erhöhung der Liefervolumina Schritt halten. Dies hatte negative Auswirkungen auf Liefertreue und Lieferflexibilität. Das Unternehmen hat daher im abgelaufenen Geschäftsjahr mehrere Projekte gestartet, um die Fertigungskapazitäten weiter auszubauen. Im Prognosebericht des Geschäftsjahrs 2010 wurde für das Geschäftsjahr 2011 die Errichtung einer 300-Millimeter-Dünnwafer-Pilotanlage für Leistungshalbleiter in Villach, Österreich, angekündigt. Diese Pilotanlage wurde mittlerweile erfolgreich verwirklicht und erste Wafer wurden dort prozessiert. Daneben wurden in Hinblick auf den zukünftigen Start der Volumenproduktion Immobilien, Reinraumtechnik, Fertigungsanlagen sowie Betriebsmittel in Dresden vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG erworben. Diese im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnenen Projekte werden im Geschäftsjahr 2012 fortgeführt. Infineon plant den Start der 300-Millimeter-Dünnwafer-Volumenproduktion von Leistungshalbleitern in Dresden in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2013. Um mittelfristig weiteres Wachstum auch in anfänglich nicht 300-Millimeter-fähigen Technologien zu sichern, hat der Vorstand beschlossen, in Kulim, Malaysia, mit dem Bau eines zweiten 200-Millimeter-Reinraums für die Front-End-Fertigung zu beginnen. Dieser zusätzliche Reinraum bietet Infineon die Möglichkeit, flexibel auf zusätzliche Kundennachfrage zu reagieren und die Fertigungskapazitäten in Kulim sukzessive zu erweitern. Der Reinraum und der hierfür notwendige Maschinenpark wird entsprechend der Entwicklung der Nachfrage gebaut beziehungsweise installiert werden. Der Ausbau der vorhandenen Kapazitäten bildet einen weiteren Schwerpunkt der laufenden Investitionen. An allen vier Front-End-Standorten werden Investitionen getätigt. Parallel dazu wird auch in die Ausweitung der Back-End-Kapazitäten investiert. Im laufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen davon aus, dass die Investitionen sich ungefähr auf dem Niveau des Geschäftsjahrs 2011 bewegen werden. Im Geschäftsjahr 2013 werden die beschriebenen Investitionsvorhaben weitergeführt beziehungsweise abgeschlossen. Das Investitionsvolumen wird in 2013 plangemäß unter dem Volumen des Geschäftsjahrs 2012 liegen. Verbunden mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten wächst auch die Anzahl der in der Fertigung beschäftigten Mitarbeiter. Sollten die Investitionen im Geschäftsjahr 2012 so wie oben beschrieben realisiert werden, würde sich die Zahl der in der Fertigung beschäftigten Mitarbeiter von 18.892 zum 30. September 2011 um einen einstelligen Prozentsatz erhöhen. Im Geschäftsjahr 2012 kalkuliert die Gesellschaft mit Abschreibungen in Höhe von etwa €430 Millionen gegenüber €364 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Die hohen Investitionen der Geschäftsjahre 2011 und 2012 treiben den Anstieg der Abschreibungen. Teilweise wird dieser durch das Auslaufen von Abschreibungen auf ältere Anlagen im Werk in Kulim, Malaysia, kompensiert. Im Geschäftsjahr 2013 werden die Abschreibungen weiter ansteigen. Die Gründe hierfür sind die hohen Investitionen ab dem Geschäftsjahr 2011. FREE-CASH-FLOWDer Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten wird im Geschäftsjahr 2012 trotz erwarteter deutlicher Profitabilität voraussichtlich deutlich negativ sein. Dies liegt insbesondere an dem hohen Investitionsvolumen verbunden mit dem geplanten Anstieg des Nettoumlaufvermögens. Zusätzlich wird ein Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten erwartet. Das Unternehmen rechnet hier zum einen mit Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen Euro Betrags. Darüber hinaus kann es auch zu Mittelabflüssen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda kommen. Per 30. September 2011 betrugen die hierfür zurückgestellten Beträge insgesamt €300 Millionen. Im Geschäftsjahr 2013 und den folgenden Jahren beabsichtigt Infineon, deutlich positive Free-Cash-Flows zu erzielen. Grundlage für diese Annahme sind rückläufige Investitionsausgaben, steigende Abschreibungen und erwartete fortgesetzte Gewinne aus dem operativen Geschäft. FINANZIERUNGS-CASH-FLOWFür das Geschäftsjahr 2010 hat Infineon die Dividendenzahlung wieder aufgenommen. Die Hauptversammlung am 17. Februar 2011 hatte beschlossen, €0,10 je Aktie auszuschütten. Dies führte zu einer Ausschüttungssumme von €109 Millionen. Die Gesellschaft beabsichtigt, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2011 auf €0,12 je Aktie zu erhöhen. Sollte die kommende Hauptversammlung dem Vorschlag zustimmen, so würde dies unter Berücksichtigung der fehlenden Dividendenberechtigung von eigenen Aktien zu einer Ausschüttung von voraussichtlich etwa €130 Millionen führen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2011 hat die Gesellschaft mit der Umsetzung eines Aktienrückkaufprogramms unter Einsatz von Derivaten begonnen. Hierfür hat die Gesellschaft eine Reihe von Put-Optionen verkauft. Eine Vielzahl von Fälligkeitsterminen dieser Optionen fällt in das Geschäftsjahr 2012. Sollte am jeweiligen Verfallstag der Put-Optionen der Kurs der Infineon-Aktie unter dem jeweiligen Ausübungspreis liegen, wird das Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen. Im Falle einer Nichtausübung wird die Gesellschaft neue Put-Optionen begeben, um Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben. Bis zum 30. September 2011 hat die Gesellschaft vier Millionen Aktien für €26 Millionen zurückgekauft. Zu diesem Stichtag bestanden Optionsrechte gegen die Gesellschaft auf Kauf weiterer 26 Millionen Aktien mit Ausübungskursen von €4,26 bis €7,43. Welche Mittel für Aktienrückkäufe im Geschäftsjahr 2012 aufgewendet werden, wird daher maßgeblich von der Entwicklung des Aktienkurses abhängen. Weitere detaillierte Informationen zu den Ausübungspreisen und den Fälligkeiten der Optionen veröffentlicht Infineon auf seiner Internetseite unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html. Auch die Rückkäufe der Wandelanleihe, wie sie im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgeführt wurden, könnten im Geschäftsjahr 2012 fortgesetzt werden. Das Unternehmen hat hierfür im letzten Geschäftsjahr €173 Millionen aufgewendet. Ob und in welchem Umfang auch im Geschäftsjahr 2012 Wandelanleihen zurückgekauft werden wird ebenfalls maßgeblich von der Entwicklung des zugrundeliegenden Aktienkurses sowie der Verfügbarkeit und den spezifischen Konditionen für deren Rückkauf abhängen. Abschließend plant Infineon, im Geschäftsjahr 2012 Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €68 Millionen zu tilgen. Das Unternehmen hatte diese für mehrere Projektfinanzierungen in Österreich aufgenommen. Bezüglich der Bilanzstruktur verfolgt Infineon das langfristige Ziel, etwa 30 bis 40 Prozent der Umsatzerlöse als Brutto-Cash-Position zu halten. Weiterhin plant das Unternehmen die Beibehaltung einer Netto-Cash-Position. Die Brutto-Finanzverbindlichkeiten sollen maximal das Zweifache des EBITDA betragen. Die Planungen der Gesellschaft sehen vor, dass diese Ziele im Geschäftsjahr 2012 komfortabel übertroffen werden. Daher plant das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 keine wesentlichen Finanzierungs-Transaktionen. Das Unternehmen beabsichtigt aus strategischen Gründen, für eine gewisse Zeit eine Brutto-Cash-Position oberhalb des langfristigen Ziels zu halten. Infineon geht davon aus, dass dieser strategische Zahlungsmittelbestand in wertschaffender Art und Weise für organisches oder anorganisches Wachstum verwendet werden kann. Sollte die Gesellschaft im Zeitablauf feststellen, dass der strategische Zahlungsmittelbestand nicht produktiv im Unternehmen eingesetzt werden kann, könnten die Bemühungen, Kapital an die Investoren zurückzuführen, intensiviert werden. LANGFRISTIGE WACHSTUMSTREIBER FÜR DAS GESCHÄFT VON INFINEONInfineon ist in Segmenten mit hohen Wachstumsraten tätig. Für die Jahre 2011 bis 2015 prognostiziert IHS iSuppli dem Automotive-Halbleitermarkt eine durchschnittliche Wachstumsrate von 6 Prozent. Der Industrial & Multimarket-Halbleitermarkt wird laut IHS iSuppli voraussichtlich mit 7 Prozent jährlich wachsen. Für den Teilmarkt der Leistungshalbleiter erwartet IMS Research ein durchschnittliches Wachstum von 9 Prozent. Das Wachstum des Chipkarten-Halbleitermarktes wird in diesem Zeitraum laut IHS iSuppli voraussichtlich durchschnittlich 6 Prozent betragen. Das hohe Wachstum in den Märkten von Infineon wird durch die drei zentralen Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit getrieben. Energieeffizienz: Die weltweite Elektrizitätserzeugung verschiebt sich in zunehmendem Maße in Richtung erneuerbare Energien. Diese Entwicklung hat sich in Folge des Erdbebens und des Reaktorunglücks in Japan nochmals verstärkt. Im Bereich des Transports und des Verbrauchs von Elektrizität wird es weltweit immer wichtiger, alle Schritte der Wandlung von Elektrizität effizienter zu gestalten. All diese Faktoren stärken die langfristige Nachfrage nach Leistungshalbleitern. Mobilität: Immer mehr Menschen müssen aus wirtschaftlichen oder wollen aus privaten Gründen mobil sein. Der Anteil der Menschen, die auch die finanziellen Mittel dazu haben, steigt weltweit permanent. Infineon ermöglicht Mobilität im Wesentlichen mit Produkten in den Segmenten Automotive und Industrial & Multimarket. Nicht nur die weltweite Anzahl von Autos, Zügen und Nahverkehrsmitteln nimmt laufend zu, sondern auch der darin zum Einsatz kommende Betrag für Leistungshalbleiter und anderer Produkte von Infineon. Sicherheit: Die Menge sensibler Daten, die gespeichert und abgerufen werden, erhöht sich täglich. Die Produkte des Segments Chip Card & Security helfen dabei, sicherzustellen, dass Nutzer und Geräte vor der Nutzung authentifiziert und Daten sicher gespeichert werden. Mit exzellenten Produkten, umfassendem Technologie- und Fertigungs-Know-How sowie tiefem Systemverständnis aus langjährigen Beziehungen zu Schlüsselkunden hat sich Infineon marktführende Positionen in allen drei Segmenten erarbeitet. Damit und mit einer intensiven Forschungs- und Entwicklungstätigkeit besteht eine ideale Ausgangsposition, um von diesen anhaltenden Trends zu profitieren. ZIELGESCHÄFTSMODELLIn den letzten Jahren hat Infineon sein Geschäft neu strukturiert und sein Produktportfolio erfolgreich fokussiert. Das Unternehmen verfügt in seinen drei verbleibenden Segmenten - Automotive, Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security - über führende Marktpositionen. Diese Marktpositionen sollen durch organisches Wachstum gehalten beziehungsweise ausgebaut werden. Mit den drei Segmenten wurde im Geschäftsjahr 2011 ein Umsatz von knapp €4 Milliarden erzielt. In Anbetracht der Marktposition sowie der oben beschriebenen Wachstumstreiber glaubt das Unternehmen, in einem normalen konjunkturellen Umfeld ein Wachstum von 10 Prozent pro Jahr oder mehr erzielen zu können. Gewinnseitig strebt das Unternehmen eine Bruttomarge im niedrigen 40-Prozent-Bereich an. Unter wirtschaftlich normalen Bedingungen sollte die Gesamtsegmentergebnis-Marge bei fast 20 Prozent liegen. Über einen gesamten Konjunkturzyklus hinweg rechnet die Gesellschaft damit, eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 15 Prozent zu erreichen. Im Rahmen dieser Ziele plant die Gesellschaft, für Forschung und Entwicklung einen niedrigen bis mittleren sowie für Vertrieb und Verwaltung einen niedrigen Zehnerprozentsatz vom Umsatz aufzuwenden. Wegen der bestehenden hohen Bruttoliquidität sowie nur sehr moderater Bruttoschulden ist mit einem nur leicht negativen Nettofinanzergebnis zu rechnen. Angesichts bestehender Verlustvorträge erwartet das Unternehmen bis zum Verbrauch dieser Verlustvorträge einen Steuersatz für den Konzern in Höhe von 10 bis 15 Prozent. Um das Umsatzwachstumspotenzial realisieren zu können, muss das Unternehmen seine Kapazitäten stetig erweitern. Hierzu wurden im letzten Geschäftsjahr zahlreiche Projekte initiiert, die in den nächsten 12 bis 24 Monaten abgeschlossen werden. Während dieser Zeit wird der Anteil der Investitionen am Umsatz zwischen 15 und 25 Prozent liegen. Nach dieser Phase verstärkter Investitionsstätigkeit beabsichtigt die Gesellschaft, die Investitionen wieder auf einen Anteil von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz zurückzuführen. Mit dem beschriebenen Geschäftsmodell und der aktuellen Unternehmensstruktur fühlt sich das Unternehmen gut positioniert. Daher sind in den nächsten zwei Jahren keine wesentlichen Änderungen der Geschäftspolitik geplant. Allerdings wird per 1. Januar 2012 das Segment Industrial & Multimarket in die Bereiche Industrial Power Control sowie Power Management & Multimarket aufgeteilt werden. Industrial Power Control wird sich dann auf industrielle Anwendungen mit hohen Leistungen fokussieren, während Power Management & Multimarket Anwendungen im Niederleistungsbereich im Blick haben wird. Damit wird die Ausrichtung der Organisationsstruktur des Unternehmens an den Zielmärkten weiter intensiviert. GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG DES INFINEON-KONZERNSDie makroökonomischen Risiken haben seit Mitte des Kalenderjahrs 2011 deutlich zugenommen; die Nachfragesituation hat sich merklich eingetrübt. Der Vorstand geht daher davon aus, nach den sehr hohen Wachstumsraten der Geschäftsjahre 2010 und 2011 im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatzrückgang um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr hinnehmen zu müssen. Dabei sollte eine Gesamtsegmentergebnis-Marge in Höhe eines niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatzes vom Umsatz generiert werden. In den letzten Jahren hat Infineon sein Geschäft neu strukturiert und sein Produktportfolio erfolgreich fokussiert. Das Unternehmen verfügt in seinen drei verbleibenden Segmenten - Automotive, Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security - über führende Marktpositionen. Die Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit sind entscheidende Treiber für das Wachstum der einzelnen Segmente des Konzerns. Angesichts dieser positiven Rahmenfaktoren, exzellenter Produkte und Technologien sowie langjähriger Kundenbeziehungen sollen die erreichten Marktpositionen gefestigt beziehungsweise weiter ausgebaut werden. Große Verkäufe von Unternehmensteilen sind zurzeit nicht geplant. Im Rahmen dieser Strategie sieht der Vorstand das Unternehmen gut positioniert für weiteres profitables Umsatzwachstum auch über das Geschäftsjahr 2012 hinaus. Tabellarische Übersicht der beschriebenen Umsatz- und Ergebnisprognosenscroll
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Bei einer stabilen wirtschaftlichen Gesamtsituation. Im Bereich der Betriebskosten werden die Forschungs- und Entwicklungskosten wie auch die Kosten für Vertrieb und Verwaltung voraussichtlich um 5 bis 10 Prozent wachsen. Darüber hinaus erwartet Infineon nicht den operativen Segmenten zugeordnete Aufwendungen von rund €30 bis €40 Millionen sowie eine Verbesserung beim Nettofinanzergebnis. Aufgrund von bestehenden Verlustvorträgen rechnet die Gesellschaft im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr mit einer niedrigen Steuerquote von 10 bis 15 Prozent. Für die Erweiterung der Fertigungskapazitäten sind im Geschäftsjahr 2012 Investitionen in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahrs 2011 vorgesehen. Die Abschreibungen werden etwa €430 Millionen betragen. Die hohen Investitionen sowie ein erwartetes Wachstum im Nettoumlaufvermögen führen im Geschäftsjahr 2012 trotz erwarteter deutlicher Profitabilität voraussichtlich zu einem deutlicheren negativen Free-Cash-Flow. Über das Geschäftsjahr 2012 hinaus beabsichtigt Infineon, deutlich positive Free-Cash-Flows zu erzielen. Das Unternehmen plant den bestehenden komfortablen Zahlungsmittelbestand für organisches oder anorganisches Wachstum zu verwenden beziehungsweise in Form von Dividenden sowie Aktien- und Wandelanleiherückkäufen an die Aktionäre zurückzuführen. ANGABEN NACH §289 ABSATZ 4 UND §315 ABSATZ 4 HGBZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALSDas Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2011 infolge der Ausübung von 3.750 Aktienoptionen um €7.500 erhöht und betrug zum 30. September 2011 €2.173.491.670. Es ist eingeteilt in 1.086.745.835 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Hierin enthalten sind 4 Millionen Stück von der Gesellschaft zum 30. September 2011 gehaltene eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €8 Millionen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Aktien der Infineon Technologies AG werden an der Frankfurter Wertpapierbörse (FSE) unter dem Symbol "IFX" notiert. Außerdem werden die Aktien der Infineon Technologies AG in Form von American Depositary Shares (ADS) unter dem Börsenkürzel "IFNNY" auch am OTCQX International Premier Markt im Freiverkehr (over-the-counter) gehandelt, wobei jeweils ein Infineon-ADS eine Infineon-Aktie repräsentiert. BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFENBeschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot und der Infineon Technologies AG steht gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise Firma, ihre Anschrift sowie ggf. ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von dem im Aktienregister Eingetragenen Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit ihm die Aktien, als deren Inhaber er im Aktienregister eingetragen ist, tatsächlich gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen demjenigen zu übermitteln, für den er die Aktien hält. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht. BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 PROZENT DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENNach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Infineon Technologies AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2011 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten Beteiligungen sind im Anhang zum Konzernabschluss unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHENAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBENArbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERNDer Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit besteht der Vorstand der Infineon Technologies AG aus drei Personen. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Aufsichtsratsvorsitzenden jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht München auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG). BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ÄNDERUNG DER SATZUNGFür Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen des Grundkapitals infolge einer Kapitalerhöhung aus Bedingtem oder Genehmigtem Kapital. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder der Satzung eine höhere Mehrheit erforderlich ist. BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE GENEHMIGTES KAPITALGenehmigtes Kapital 2010/IDer Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 324.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Bei Barkapitalerhöhungen steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände, (a) um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen, (b) soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Options- und Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen (c) wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gem. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen auszuschließen. Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar- als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beziehungsweise -falls dieser Wert geringer sein sollte -des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit derzeit auf maximal 108.674.208 Stückaktien beziehungsweise €217.348.417 (dies entspricht 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals) beschränkt. Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Genehmigtes Kapital 2010/IIGemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats. BEDINGTES KAPITALBedingtes Kapital I§ 4 Abs. 4 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €34.635.548,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital I, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 1999/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 17.317.774 neuen, auf Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plans" aufgrund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Im Geschäftsjahr 2011 wurden infolge der Ausübung von Aktienoptionen 3.750 neue Aktien aus dem Bedingten Kapital I ausgegeben, das sich dementsprechend um €7.500 auf bis zu €34.628.048 reduziert. Bedingtes Kapital III§ 4 Abs. 5 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €29.000.000,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital III, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2001/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 14.500.000 neuen, auf den Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" aufgrund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, oder wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" aufgrund der am 16. Februar 2006 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Bedingtes Kapital 2002Darüber hinaus ist das Grundkapital der Infineon Technologies AG gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €134.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 67.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2002, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2007/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande, begebenen und von der Infineon Technologies AG garantierten Wandelschuldverschreibung. Sie wird nur insoweit durchgeführt, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelschuldverschreibung Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Bedingtes Kapital 2009/IDas Grundkapital der Infineon Technologies AG ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €149.900.000,00 durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande, begebenen und von der Infineon Technologies AG garantierten Wandelschuldverschreibung. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelschuldverschreibung Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Bedingtes Kapital 2010/I§ 4 Abs. 10 der Satzung sieht ferner vor, dass das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu nominal €24.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 12.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital 2010/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010" bis zum 30. September 2013 begeben werden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft in Erfüllung dessen nicht einen Barausgleich gewährt oder eigene Aktien liefert. Die neuen Aktien sind mit Wirkung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gewinnberechtigt. Bedingtes Kapital 2010/IIDas Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung außerdem um bis zu €260.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die auf Grund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Barleistung begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten aus den Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Die näheren Einzelheiten der verschiedenen Aktienoptionspläne sind im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 32, die näheren Einzelheiten der von der Infineon Technologies AG bereits begebenen und garantierten Wandelschuldverschreibung sind im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27 dargestellt. ERMÄCHTIGUNG ZUR AUSGABE VON OPTIONS- UND/ODER WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGENDie Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 10. Februar 2015 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000,00 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebene Schuldverschreibungen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Schuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000,00 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen,
Der Options- oder Wandlungspreis muss -auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz -mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen und zwar während der zehn Börsentage vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Begebung der Schuldverschreibungen oder, sofern den Aktionären ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zusteht, während der Tage, an denen Bezugsrechte auf die Schuldverschreibungen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, mit Ausnahme der letzten beiden Börsentage des Bezugsrechtshandels. Der Options- beziehungsweise Wandlungspreis kann unbeschadet des § 9 Abs. 1 AktG auf Grund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen der Schuldverschreibungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft bis zum Ablauf der Options- oder Wandlungsfrist unter Einräumung eines Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder weitere Schuldverschreibungen begibt oder garantiert und den Inhabern von Optionsrechten oder den Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen hierbei kein Bezugsrecht eingeräumt wird. Die Bedingungen können auch für andere Maßnahmen, die zu einer wirtschaftlichen Verwässerung der Options- beziehungsweise Wandlungsrechte führen können, eine wertwahrende Anpassung des Options- beziehungsweise Wandlungspreises oder des Options- beziehungsweise Wandlungsverhältnisses vorsehen. In jedem Fall darf der anteilige Betrag am Grundkapital der je Schuldverschreibung zu beziehenden Aktien den Nennbetrag der Schuldverschreibung nicht übersteigen. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen und deren Bedingungen festzulegen. ERWERB EIGENER AKTIENDie Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 bis zum 16. Februar 2016 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals oder -falls dieser Betrag geringer ist -des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Sie darf auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ( "öffentliches Kaufangebot") oder über ein Kreditinstitut, das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms mit dem Erwerb beauftragt wird. (a) Erfolgt der Erwerb über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht um mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. (b) Erfolgt der Erwerb mittels eines öffentlichen Kaufangebots, kann ein bestimmter Kaufpreis oder eine Kaufpreisspanne festgelegt werden. Dabei darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots ("Stichtag") nicht um mehr als 10 Prozent über- und um nicht mehr als 20 Prozent unterschreiten. Ergibt sich nach dem Stichtag eine wesentliche Kursabweichung, so kann der Kaufpreis entsprechend angepasst werden; Referenzzeitraum sind in diesem Fall die drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung der Anpassung. Das Volumen des Kaufs kann begrenzt werden. Überschreitet die gesamte Zeichnung des öffentlichen Kaufangebots dieses Volumen, richtet sich die Annahme durch die Gesellschaft nach Quoten. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen (bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär) kann vorgesehen werden. Das öffentliche Kaufangebot kann weitere Bedingungen vorsehen. (c) Im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms kann ein Kreditinstitut beauftragt werden, an einer vorab festgelegten Mindestzahl von Börsentagen im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) und spätestens bis zum Ablauf einer zuvor vereinbarten Periode entweder eine vereinbarte Anzahl von Aktien oder Aktien für einen zuvor festgelegten Gesamtkaufpreis zu erwerben und an die Gesellschaft zu übertragen. Dabei (i) muss das Kreditinstitut die Aktien über die Börse erwerben und (ii) hat der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie einen Abschlag zum arithmetischen Mittel der volumengewichteten Durchschnittskurse (volume weighted average price, "VWAP") der Infineon-Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der tatsächlichen Periode des Rückerwerbs aufzuweisen. Ferner muss das Kreditinstitut (iii) die zu liefernden Aktien an der Börse zu Preisen kaufen, die innerhalb der unter a) für den unmittelbaren Erwerb durch die Gesellschaft definierten Bandbreite liegen. Die Gesellschaft ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden oder werden, außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den folgenden Zwecken zu verwenden: (a) Sie können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Dabei kann der Vorstand auch bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich dadurch der Anteil der nicht eingezogenen Aktien am Grundkapital entsprechend erhöht. Der Vorstand ist ermächtigt, in diesem Fall die Angabe der Aktienanzahl in der Satzung entsprechend zu ändern. (b) Sie können Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten und auf sie übertragen werden. (c) Sie können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien veräußert werden, den am Tag der Veräußerung durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht wesentlich unterschreitet (ohne Erwerbsnebenkosten). Darüber hinaus darf in diesen Fällen die Summe der veräußerten Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch bezogen auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Hierauf ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die unter Ausschluss des Bezugsrechts in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder verwendet werden. Ferner sind auf diese Zahl die Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandlungs- oder Optionsrechten ausgegeben wurden oder noch ausgegeben werden können, sofern die zugrunde liegenden Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden. (d) Sie können zur Erfüllung der Verpflichtungen der Gesellschaft aus von ihr in der Vergangenheit oder in Zukunft begebenen oder garantierten Options- und Wandelschuldverschreibungen genutzt werden. (e) Sie können zur unmittelbaren oder mittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" ("Aktienoptionsplan 2006") oder aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010" ("Aktienoptionsplan 2010") verwendet werden. (f) Sie können Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, zum Erwerb angeboten und auf sie übertragen werden. Die Gesellschaft kann diese Ermächtigungen zur Verwendung der eigenen Aktien selbst oder durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte nutzen. Die Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam, ganz oder in Teilen ausgenutzt werden. Ein Bezugsrecht der Aktionäre auf die hiervon betroffenen eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, als diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen Buchstaben b) bis f) verwendet werden. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, (1 ) Optionen zu veräußern, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft verpflichten ("Put-Optionen") und (2) Optionen zu erwerben, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft berechtigen ("Call-Optionen"). Der Erwerb kann ferner unter Einsatz einer Kombination von Put- und Call-Optionen (alles "Eigenkapitalderivate" oder "Derivate") erfolgen. Der Aktienerwerb kann unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten auch über ein Kreditinstitut durchgeführt werden, das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms mit dem Erwerb beauftragt wird. Alle nach dieser Ermächtigung eingesetzten Eigenkapitalderivate dürfen sich insgesamt höchstens auf eine Anzahl von Aktien beziehen, die einen anteiligen Betrag von 5 Prozent des derzeitigen Grundkapitals nicht übersteigt; die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung erworbenen Aktien anzurechnen. Die Laufzeit der einzelnen Derivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 16. Februar 2016 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der eigenen Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Derivate nicht nach dem 16. Februar 2016 erfolgen kann. Die Derivatgeschäfte müssen mit einem Kreditinstitut oder über die Börse abgeschlossen werden. Es muss sichergestellt sein, dass die Derivate nur mit Aktien bedient werden, die zuvor unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes über die Börse zu dem im Zeitpunkt des börslichen Erwerbs aktuellen Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) erworben wurden. Der in dem Derivat vereinbarte Preis (ohne Erwerbsnebenkosten, aber unter Berücksichtigung der erhaltenen beziehungsweise gezahlten Optionsprämie) für den Erwerb einer Aktie bei Ausübung von Optionen darf den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag des Abschlusses des Derivatgeschäfts um nicht mehr als 10 Prozent überschreiten und um nicht mehr als 30 Prozent unterschreiten. Der von der Gesellschaft für Derivate gezahlte Erwerbspreis darf nicht wesentlich über und der von der Gesellschaft vereinnahmte Veräußerungspreis für Derivate nicht wesentlich unter dem nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der jeweiligen Optionen liegen, bei dessen Ermittlung unter anderem der vereinbarte Ausübungspreis zu berücksichtigen ist. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der vorstehenden Regelungen erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht auch insoweit nicht, als beim Abschluss von Derivatgeschäften ein bevorrechtigtes Angebot für den Abschluss von Derivatgeschäften bezogen auf geringe Stückzahlen an Aktien vorgesehen wird. Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten erworben werden, gelten die oben dargestellten Regelungen entsprechend. Die Infineon Technologies AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen. Die Gesellschaft beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch weitere Teile der ausstehenden Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung und der Bedienung von Mitarbeiteroptionen und erfolgt nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22.12.2003 ("EG-VO"). Das geplante Programm kann -im Rahmen der durch die Hauptversammlung gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen -jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden. Details zum Aktienrückkaufprogramm sowie zu begebenen Put-Optionen und erworbenen Aktien werden von der Gesellschaft regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html veröffentlicht. Der Stand des Aktienrückkaufprogramms zum 30. September 2011 wird außerdem im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 42 dargestellt. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTSDie am 26. Mai 2009 von der Infineon Technologies AG als Garantin durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande begebene Wandelanleihe, die im Jahr 2014 fällig wird (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27), enthält eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die den Gläubigern für den Fall eines definierten Kontrollwechsels einen Rückzahlungsanspruch einräumt. Auch die Bedingungen der von der Infineon Technologies AG begebenen Put-Optionen, die die Optionsinhaber zum Verkauf von Infineon-Aktien zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis berechtigen, enthalten "Change of Control"-Klauseln, die in bestimmten Fällen zu einer Anpassung der Optionsbedingungen führen. Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen und Lizenzverträge "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über Infineon das Recht zur Kündigung einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTSSofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied maximal jedoch für 36 Monate beziehungsweise im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG mindestens für 24 Monate, maximal für 36 Monate. Diese Ansprüche der Vorstandsmitglieder für den Fall eines Kontrollwechsels bestehen jedoch nur, soweit die Gesellschaft nicht nach § 84 Abs. 3 AktG zum Widerruf der Bestellung berechtigt wäre. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nicht. ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS ZU DEN ANGABEN NACH § 315 ABSATZ 4 HGBDie vorstehend dargestellten Ermächtigungen des Vorstands zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital sollen den Vorstand in die Lage versetzen, zeitnah flexibel und kostengünstig einen auftretenden Kapitalbedarf zu decken und je nach Marktlage attraktive Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen. Die durch die verschiedenen bedingten Kapitalia abgesicherte Ausgabe von Aktienoptionen ist ein sinnvoller und in deutschen Unternehmen üblicher Bestandteil der Vergütung von Mitarbeitern und Organmitgliedern. Die in der im Jahr 2009 begebenen Wandelschuldverschreibung enthaltene "Change of Control"-Klausel entspricht der bei Finanzierungsvereinbarungen marktüblichen Praxis zum Schutz der Gläubiger. Dies gilt auch für die in den Bedingungen der begebenen Put-Optionen enthaltenen "Change of Control"-Klauseln. Die Regelungen, die die Infineon Technologies AG im Rahmen ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit mit ihren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels vereinbart hat, entsprechen ebenfalls marktüblichen Gepflogenheiten. Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex und sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder abzusichern und im Falle eines Kontrollwechsels ihre Unabhängigkeit zu erhalten. CORPORATE GOVERNANCE BERICHTERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG (Bestandteil des Lageberichts -ungeprüft)ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2011 VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT DER INFINEON TECHNOLOGIES AG GEMÄß § 161 AKTIENGESETZ ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEXDie Infineon Technologies AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2010 allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprochen und wird ihnen auch zukünftig entsprechen. Darüber hinaus hat Infineon alle Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 übernommen. RELEVANTE ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKENCorporate Governance - Standards guter und verantwortungsbewusster UnternehmensführungDer Vorstand und der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG verstehen unter Corporate Governance ein umfassendes Konzept für eine verantwortungsvolle, transparente und wertorientierte Unternehmensführung. Gute Corporate Governance fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in unser Unternehmen. Vorstand, Aufsichtsrat und Führungskräfte sorgen dafür, dass die Corporate Governance in allen Bereichen des Unternehmens aktiv gelebt und ständig weiterentwickelt wird. Neben dem Deutschen Corporate Governance Kodex umfasst Corporate Governance bei Infineon auch die Standards des internen Kontrollsystems, Compliance -dabei insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten im Wettbewerb ("Infineon Business Conduct Guidelines") - sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen, die im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern eingesehen werden können. "Business Conduct Guidelines"Wir führen unser Geschäft verantwortungsvoll in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Regelungen - und wir haben verschiedene Richtlinien aufgestellt, die dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird. Die "Business Conduct Guidelines" der Infineon Technologies AG als wichtigster Bestandteil sind im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance") veröffentlicht und für den Vorstand und alle Mitarbeiter weltweit verbindlich. Die "Business Conduct Guidelines" werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Sie enthalten insbesondere Regelungen zum gesetzeskonformen Verhalten, zum Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zum Umgang mit Firmeneinrichtungen, Daten und Informationen sowie zum Thema Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Daneben enthalten sie aber auch Regeln zum Umgang mit Beschwerden und Hinweisen auf Verstöße gegen diese Richtlinien. Corporate Compliance Officer und Compliance-PanelBei Infineon wurde die bestehende Compliance Organisation optimiert. Zum 1. Juni 2011 wurde ein nunmehr eigenständiges Compliance Office eingerichtet und mit umfangreicheren Ressourcen als bisher ausgestattet. Damit bekräftigt Infineon sein klares Bekenntnis zu uneingeschränkter Rechtstreue und der Einhaltung ethischer Standards, welche die legitimen Interessen von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Aktionären schützen, die Reputation Infineons bewahren und die Bedürfnisse der Gesellschaft berücksichtigen. Neben den klassischen Compliance-Zielen wie Risikominimierung, Effizienz- und Effektivitätssteigerung dient die Sicherstellung der Compliance dazu, die Reputation von Infineon als verlässlichem und fairem Geschäftspartner nachhaltig zu festigen und damit zum Gesamterfolg des Unternehmens beizutragen. Der Corporate Compliance Officer der Infineon Technologies AG berichtet direkt an den Vorstand. Er arbeitet an der Erstellung von Richtlinien mit, entwickelt das Infineon-Compliance-Programm, initiiert Compliance Audits oder wirkt dabei mit, berät die Mitarbeiter, nimmt Beschwerden und Hinweise -auch anonym -entgegen und koordiniert die Aufklärung von Compliance-Fällen. Darüber hinaus führt er turnusmäßig Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu Compliance-Themen, unter anderem Kartellrecht und Anti-Korruption, durch. Er wird unterstützt von regionalen Compliance Officers. Wir haben außerdem ein Compliance-Panel implementiert, das sich aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, interne Revision und Unternehmenssicherheit zusammensetzt. Die Mitglieder des Compliance-Panels treffen sich regelmäßig und beraten den Compliance Officer. RisikomanagementDer Vorstand betrachtet ein systematisches und effektives Risiko- und Chancenmanagement als wichtigen Teil guter Corporate Governance und wesentlichen Erfolgsfaktor. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und sorgt dafür, dass Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Durch diese Transparenz der unternehmensweiten Risikosituation wird ein zusätzlicher Beitrag zur systematischen und kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswerts geleistet. Unser unternehmensweites Risiko- und Chancenmanagementsystem besteht aus den Teilprozessen Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung und wird kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seine Wirksamkeit wird regelmäßig vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft. Einzelheiten zum Risikomanagement bei Infineon sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt, der sowohl das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem bei Infineon näher beschreibt. Transparente UnternehmensführungWir erstatten unseren Aktionären nach einem festen Finanzkalender viermal im Jahr Bericht über die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Mitglieder des Vorstands informieren Aktionäre, Analysten und die Öffentlichkeit regelmäßig über die Quartals- und Jahresergebnisse. Unsere umfangreiche Investor-Relations-Arbeit umfasst regelmäßige Treffen mit Analysten und institutionellen Anlegern sowie Telefonkonferenzen. Alle Mitteilungen und Informationen stehen in der Regel auf unserer Internet-Seite und dort auch in englischer Sprache zur Verfügung. Neben der regelmäßigen Berichterstattung informiert die Infineon Technologies AG in Ad-hoc-Mitteilungen über nicht öffentlich bekannte Umstände, die geeignet sind, im Falle ihres Bekanntwerdens den Börsenpreis der Infineon-Aktie erheblich zu beeinflussen. Eine detaillierte Auflistung aller im Geschäftsjahr 2011 veröffentlichten kapitalmarktbezogenen Informationen enthält das jährliche Dokument, das gemäß § 10 WpPG auf der Internet-Seite der Infineon Technologies AG veröffentlicht wird. Infineon hat einen Offenlegungsausschuss ("Disclosure Committee"), bestehend aus Mitarbeitern verschiedener Fachabteilungen, eingerichtet, der die Veröffentlichung bestimmter Finanzinformationen und anderer wesentlicher Informationen überprüft und freigibt. Der Vorstand muss nach deutschem Recht einen Bilanzeid leisten. Die hierzu erforderlichen Angaben werden in einem internen Verfahren von Führungskräften, die unternehmerische Verantwortung tragen, gegenüber dem Vorstand bestätigt. RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNGSeit dem Geschäftsjahr 2009 erstellt die Infineon Technologies AG den Konzernabschluss ausschließlich nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG wird weiterhin nach den Vorschriften des HGB erstellt. Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und der Konzernabschluss für den Infineon-Konzern sowie der zusammengefasste Lagebericht werden nach Billigung durch den Aufsichtsrat innerhalb von 90 Tagen nach dem Ende eines Geschäftsjahrs veröffentlicht. Die Rechnungslegung unseres Unternehmens für das Geschäftsjahr 2011 wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin (KPMG) geprüft. Außerdem wurde auch der Halbjahresfinanzbericht durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Prüfungen umfassen auch das Risikofrüherkennungssystem und die Abgabe der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Die Quartalsberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht werden vor der Veröffentlichung vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert. Mit der KPMG wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten. BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSEDas deutsche Aktienrecht, dem die Infineon Technologies AG unterliegt, sieht ein zweistufiges System der Verwaltung der Gesellschaft vor, nämlich die Unternehmensführung durch den Vorstand und die Unternehmenskontrolle durch den Aufsichtsrat. Wir sind davon überzeugt, dass diese Trennung der beiden Funktionen eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Corporate Governance ist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten aber im Interesse des Unternehmens eng zusammen. VorstandDer Vorstand der Infineon Technologies AG besteht derzeit aus drei Mitgliedern, wurde aber mit Wirkung zum 1. Januar 2012 auf vier Mitglieder erweitert. Für die Mitglieder des Vorstands hat der Aufsichtsrat entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Altersgrenze festgesetzt. Die Mitglieder des Vorstands sollten demgemäß in der Regel nicht älter als 67 Jahre sein. Bei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat nach seiner Geschäftsordnung neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Unternehmens; er ist allein an das Unternehmensinteresse gebunden und orientiert sich dabei am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts unter Berücksichtigung der Interessen aller "Stakeholder". Er bestimmt die unternehmerischen Ziele, die strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik und die Konzernorganisation. Nach deutschem Aktienrecht ist der Vorstand insgesamt für die Führung des Unternehmens verantwortlich. Der Infineon-Vorstand hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Geschäftsordnung gegeben. Danach leiten alle seine Mitglieder das Unternehmen gemeinschaftlich und arbeiten kollegial zusammen. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands mit dem Aufsichtsrat. Er hält mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig Kontakt und berät mit ihm die wesentlichen Aspekte der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Konzerns. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Über Angelegenheiten, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet der Vorsitzende des Vorstands den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich. AufsichtsratArbeit des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Belange der Geschäftsentwicklung, der Planung sowie der Risikolage informiert und stimmt mit dem Vorstand die Strategie und deren Umsetzung ab. Der Aufsichtsrat erörtert die Quartalsberichte und prüft und billigt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG. Wesentliche Vorstandsentscheidungen, wie die konzernweite Finanz- und Investitionsplanung sowie größere Akquisitionen und Beteiligungen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen, unterliegen seiner Zustimmung. Einzelheiten sind in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat geregelt. Bei Abstimmungen im Aufsichtsrat hat bei Stimmengleichheit der Vorsitzende des Aufsichtsrats in einer erneuten Abstimmung bei nochmaliger Stimmengleichheit zwei Stimmen. Die Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind im Gesetz, in der Satzung und in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats beziehungsweise seiner Ausschüsse geregelt. Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Die Ergebnisse dieser externen Effizienzprüfung wurden in der Aufsichtsratssitzung am 30. November 2010 präsentiert und diskutiert. Die letzte Effizienzprüfung fand im Herbst 2011 statt. Anhand eines Fragenkatalogs, der verschiedene Bereiche und Kriterien der Aufsichtsratsarbeit adressiert, wurde die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand ermittelt und anschließend im Aufsichtsrat erörtert. Zusammensetzung des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG besteht aus zwölf Mitgliedern und setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Mitarbeiter von Delegierten der Mitarbeiter der deutschen Infineon-Betriebsstätten nach Maßgabe des MitbestG gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder beträgt regelmäßig fünf Jahre. Sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2010 neu gewählt. Herr Prof. Dr. Klaus Wucherer, der vor seiner Wahl durch die Hauptversammlung am 11. Februar 2010 angekündigt hatte, ungeachtet seiner fünfjährigen Wahlperiode nur ein Jahr im Amt zu bleiben, hat sein Amt mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 niedergelegt. Als Nachfolger hat die Hauptversammlung am 17. Februar 2011 Herrn Wolfgang Mayrhuber in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Mayrhuber in seiner Sitzung am gleichen Tag zu seinem Vorsitzenden gewählt. Die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder dauert bis zum Ende der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2013/2014 beschließen wird. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt soll nach Auffassung des Aufsichtsrats den Grundsätzen der Vielfalt (Diversity) entsprechen. Das bedeutet zum einen, dass die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der in einem offenen, innovativen, weltweit tätigen Unternehmen wie Infineon vorzufindenden Vielfalt möglichst Rechnung tragen soll. Es bedeutet aber auch, dass niemand nur deshalb als Kandidat für den Aufsichtsrat ausscheidet oder für den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird, weil sie oder er über eine bestimmte Diversity-Eigenschaft verfügt beziehungsweise nicht verfügt. Dabei ist "Diversity" als internationale (nicht im Sinne einer bestimmten Staatsbürgerschaft, sondern einer prägenden Herkunft, Erziehung, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit), geschlechtliche und Altersvielfalt zu verstehen. Entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 DCGK hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen: Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden je zur Hälfte von der Hauptversammlung und den Arbeitnehmern gewählt. Auf die Auswahl der Aufsichtsratskandidaten der Arbeitnehmer kann der Aufsichtsrat keinen Einfluss nehmen. Ungeachtet dessen ist erklärtes Ziel des Aufsichtsrats, dass in ihm (i) mindestens zwei Frauen und (ii) mindestens ein Drittel -wie oben definiert - "internationale" Vertreter vorhanden sind. Diesen Mindestzielen entspricht die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bereits jetzt. Sie sollen auch in Zukunft jederzeit verwirklicht werden. Der Aufsichtsrat beachtet außerdem die in seiner Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze, wonach als Mitglied des Aufsichtsrats in der Regel nur eine Person vorgeschlagen werden soll, die nicht älter als 69 Jahre ist. Der Aufsichtsrat wird dieses Anforderungsprofil und diese Ziele bei seinen künftigen Personalvorschlägen berücksichtigen. Entsprechendes gilt für den Nominierungsausschuss, soweit er das Votum des Aufsichtsrats vorbereitet. Der Aufsichtsrat empfiehlt seinen von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften um eine Berücksichtigung des Anforderungsprofils und der Ziele im Hinblick auf die von den zuständigen Gremien der Arbeitnehmer gemachten Wahlvorschläge zu bemühen. Außerdem empfiehlt der Aufsichtsrat eine Berücksichtigung der Ziele auch denjenigen seiner Mitglieder, die einen Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds stellen. AufsichtsratsausschüsseDie Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht die Bildung von drei Ausschüssen vor. Dies sind der Vermittlungsausschuss, der Präsidialausschuss und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss. Daneben hat der Aufsichtsrat einen Strategie- und Technologieausschuss und den vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehenen Nominierungsausschuss eingerichtet. Alle Aufsichtsratsausschüsse -mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses -sind paritätisch besetzt. Der Präsidialausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Mitarbeiter angehören, bereitet unter anderem die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidung des Aufsichtsratsplenums über die Vorstandsvergütung vor und ist für den Abschluss, die Änderung und die Beendigung der Verträge mit Vorstandsmitgliedern zuständig, soweit nicht die Bezüge betroffen sind. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss ("Prüfungsausschuss") besteht aus dem Aufsichtsratsvorsitzende^ seinem Stellvertreter und je einem weiteren Vertreter der Anteilseigner und der Mitarbeiter. Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Dr. Eckart Sünner, verfügt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Prüfungsausschusses eines anderen DAX-Konzerns über besonderen Sachverstand und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Rechnungslegung. Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess, erörtert und prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers macht der Ausschuss Vorschläge zur Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat. Der Prüfungsausschuss erteilt den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, legt die Prüfungsschwerpunkte fest und ist für die Festsetzung der Vergütung des Abschlussprüfers zuständig. Darüber hinaus befasst sich der Prüfungsausschuss unter anderem mit der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems. Dazu kann er sich direkt an alle Mitarbeiter des Unternehmens wenden und auch externe Hilfe in Anspruch nehmen. Die interne Revision berichtet jährlich an den Prüfungsausschuss, der einen Prüfungsplan und Prüfungsschwerpunkte festlegen kann. Der Prüfungsausschuss ist ferner zuständig für die Erörterung von Compliance-Fragen. Der Vorstand beziehungsweise der Corporate Compliance Officer erstatten dem Prüfungsausschuss regelmäßig Bericht über die Compliance-Organisation und informieren auch über gegebenenfalls auftretende Compliance-Fälle. Der Vermittlungsausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter, ein Vertreter der Anteilseigner und ein Vertreter der Mitarbeiter angehören, unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang über die Bestellung die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Der Strategie- und Technologieausschuss, dem drei Vertreter der Anteilseigner und drei Vertreter der Arbeitnehmer angehören, beschäftigt sich mit Themen, die unsere Geschäftsstrategie und wichtige Technologiethemen betreffen. Der Nominierungsausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende und zwei weitere Vertreter der Anteilseigner angehören, schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor. Alle Ausschüsse berichten dem Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über ihre Arbeit. Weitere Angaben zur Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie zu ihrer personellen Zusammensetzung finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 42 Abschnitt "Vorstand und Aufsichtsrat" sowie im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Vermeidung von InteressenkonfliktenDie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2011 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahestehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dies gilt auch für Berater- und sonstige Dienstleistungs- oder Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft. Im November 2010 hat der Aufsichtsrat vorsorglich auch einem Vertrag zwischen der Gesellschaft und der TU München (Lehrstuhl für Technische Elektronik von Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel) über die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Thema "Sensing für Automotive" zugestimmt. Anteilsbesitz von Vorstand und AufsichtsratDer Anteilsbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2011 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE ("DIRECTORS' DEALINGS")Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie sonstige Führungskräfte, die regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen haben, sowie diesen nahestehende Personen sind gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eigene Geschäfte mit Aktien der Gesellschaft mitzuteilen. Dies gilt jedoch nur, solange die Gesamtsumme der von einer der oben genannten Führungskräfte und ihr nahestehenden Personen getätigten Wertpapiergeschäfte innerhalb eines Kalenderjahrs mindestens €5.000 erreicht. Mitteilungen über entsprechende Geschäfte werden von uns auf unserer Internet-Seite unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Directors' Dealings") veröffentlicht und dem Unternehmensregister übermittelt. Die Veröffentlichung wird außerdem der BaFin mitgeteilt. Für die Gesellschaft sind von dieser Regelung nur die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und die ihnen nahe stehenden Personen betroffen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist dem Unternehmen folgendes Wertpapiergeschäft gemeldet worden. scroll
VERGÜTUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATSZur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011 wird auf den ausführlichen Vergütungsbericht verwiesen, der ebenfalls Bestandteil des Konzernlageberichts ist. AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNGDie Aktionäre der Infineon Technologies AG treffen ihre Entscheidungen in der Hauptversammlung, die mindestens einmal im Jahr stattfindet. Jede Aktie hat eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind alle Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und sich rechtzeitig angemeldet haben. Die Hauptversammlung fasst Beschlüsse zu allen ihr gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten, insbesondere über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers und Satzungsänderungen. Aktionäre können Gegenanträge zu den Beschlussvorschlägen der Verwaltung stellen, in der Hauptversammlung reden und Fragen stellen und haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten, gerichtliche Sonderprüfungen zu verlangen und Schadenersatzansprüche der Gesellschaft gegen deren Organe geltend zu machen, wenn sie ein Fehlverhalten oder Missstände bei der Unternehmensführung und -kontrolle vermuten. Wir wollen die Aktionäre bei der Ausübung ihrer Rechte so weit wie möglich unterstützen. Die Aktionäre können sich zum Beispiel elektronisch zur Hauptversammlung anmelden, per Briefwahl oder über online erteilte Weisungen an den Stimmrechtsvertreter an den Abstimmungen teilnehmen oder die Generaldebatte im Internet verfolgen. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auf unserer Internet-Seite zur Verfügung. Außerdem ist unsere Investor-Relations-Abteilung das ganze Jahr über sowohl telefonisch als auch auf elektronischem Wege erreichbar, um den Informationsaustausch zwischen uns und unseren Aktionären sicherzustellen. INFINEON-AKTIENOPTIONSPLÄNEDer am 16. Februar 2006 von der Hauptversammlung beschlossene Infineon-Aktienoptionsplan 2006 ist am 30. September 2009 ausgelaufen. Am 11. Februar 2010 hat die Hauptversammlung daraufhin einen neuen Infineon-Aktienoptionsplan 2010 ("SOP 2010") beschlossen, der den Aktienoptionsplan 2006 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2010 kann die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 12 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX). Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen übertreffen. Nach der Regelung des SOP 2010 kann die Ausgabe von Aktienoptionen sowohl an die Mitarbeiter als auch an die Mitglieder des Vorstands innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste, zweite oder dritte Quartal erfolgen, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals. Eine Darstellung unserer übrigen Aktienoptionspläne findet sich im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 32; im Volltext sind die Pläne unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Aktienoptionsplan") einsehbar. Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance bei Infineon finden Sie im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance"). VERGÜTUNGSBERICHTDieser Vergütungsbericht ist integrierter Bestandteil des Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorschriften und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 (DCGK) die Grundlagen für die Festlegung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Höhe der Einkommen der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar. VERGÜTUNG DES VORSTANDSVergütungsstrukturDas Vergütungssystem für den Vorstand und die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich an der Größe und der globalen Ausrichtung des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten sowie an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Die Vergütung soll so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Im Geschäftsjahr 2010 wurde das Vergütungssystem durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten überprüft. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses dieser Überprüfung beauftragte der Aufsichtsrat einen weiteren unabhängigen Vergütungsexperten, einen Vorschlag für ein neues Vergütungssystem auszuarbeiten. In mehreren Sitzungen definierte der Präsidialausschuss mit dem Vergütungsexperten die Rahmenparameter und erörterte anschließend den konkreten Vorschlag des Vergütungsexperten für das neue Vergütungssystem. Schließlich beschloss der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 auf Vorschlag des Präsidialausschusses ein neues Vorstandsvergütungssystem, das für alle zukünftigen Vorstandsmitglieder gelten soll. Dementsprechend basiert der Dienstvertrag mit Herrn Asam bereits auf dem neuen Vergütungssystem und auch die Verträge mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss wurden mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 an das neue Vergütungssystem angepasst. Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand ab dem Geschäftsjahr 2011Die Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit (basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung) ein Zieljahreseinkommen, das sich aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt:
Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im zurückliegenden Geschäftsjahr belohnen. Der STI entspricht etwa 20 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt. Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahrs einheitlich für alle Vorstände zwei gleichwertige Zielfunktionen hinsichtlich der maßgeblichen Erfolgsgrößen Free-Cash-Flow und Return On Capital Employed (RoCE) definiert. Die gleichen Erfolgsgrößen sind auch für Bonuszahlungen an die Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich und werden im Abschnitt "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. Nach Ablauf des Geschäftsjahrs wird in Abhängigkeit von der Zielerreichung vom Aufsichtsrat der konkrete Bonusbetrag festgesetzt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn bei beiden Erfolgsgrößen ein Schwellenwert von mindestens 50 Prozent erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Ziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Jahr. Bei Überschreiten dieses Schwellenwertes wird für beide Ziele die konkrete Zielerreichung separat ermittelt und daraus das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Hieraus ergibt sich der konkrete Auszahlungsbetrag. Es gilt ein Cap von 250 Prozent, es werden also maximal 250 Prozent des Ziel-STI ausgezahlt. Außerdem kann der Aufsichtsrat den jeweiligen Auszahlungsbetrag abhängig von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag liegt. Als neue Vergütungskomponente wurde ein Mid Term Incentive (MTI) eingeführt, der in Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine nachhaltige Leistung des Vorstands belohnen soll. Dieser MTI stellt zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die variablen Vergütungsbestandteile den neuen aktienrechtlichen Anforderungen einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage genügen. Der MTI entspricht 20 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Jede Tranche des MTI hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird am Ende der Laufzeit in bar ausgezahlt. Die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow entsprechen den jährlich vorab für das nächste Jahr des Dreijahreszeitraums festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr des jeweiligen Dreijahreszeitraums muss für das RoCE-Ziel und das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils ein Schwellenwert von 50 Prozent erreicht werden, andernfalls liegt die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr bei null. Bei Überschreiten dieses Schwellenwerts gilt für den MTI des betreffenden Jahres der für den STI ermittelte konkrete Gesamt-Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es auch dann zu einer entsprechenden Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Schwellenwert von 50 Prozent liegt. Der Aufsichtsrat kann nach seinem billigen Ermessen abhängig von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen den Auszahlungsbetrag des MTI um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei anders als für den STI keine Untergrenze gilt. Außerdem gilt ein Cap von 200 Prozent, das heißt es werden maximal 200 Prozent des Ziel-MTI ausgezahlt. Für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 gilt für die bereits vor der Einführung des neuen Vergütungssystems amtierenden Vorstandsmitglieder Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss als Ausgleich für das Fehlen einer auslaufenden MTI-Tranche eine Übergangsregelung, wonach sie jeweils am Ende des Geschäftsjahrs eine Ausgleichszahlung erhalten, die auf der Basis des ersten beziehungsweise zweiten Jahres der MTI-Tranche für die Geschäftsjahre 2011 bis 2013 berechnet wird. Dabei wird (i) ein Zielerreichungsgrad von jeweils mindestens 50 Prozent garantiert und (ii) für die Berechnung des MTI am Ende des ersten Jahres die tatsächliche Zielerreichung dieses Jahres, am Ende des zweiten Jahres der Durchschnitt der Zielerreichungsgrade der beiden Jahre, mindestens jedoch jeweils 50 Prozent, zugrunde gelegt. Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige, nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und einen Einklang mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht etwa 15 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Solange die Gesellschaft einen Aktienoptionsplan unterhält, in dessen Rahmen ausreichende Möglichkeiten zur Setzung eines langfristigen Leistungsanreizes mittels Aktienoptionen bestehen, soll der Aufsichtsrat den Vorstandsmitgliedern als LTI jährlich eine Tranche von Aktienoptionen zuteilen, die dem auf den LTI entfallenden Anteil am Zieljahreseinkommen entspricht. Beläuft sich der Gewinn aus ausgeübten Aktienoptionen auf mehr als 250 Prozent des auf den LTI des betreffenden Jahres entfallenden Zieljahreseinkommens, so verfallen die Optionen in Höhe des übersteigenden Teils (Cap). Maßgeblich für die Berechnung der zuzuteilenden Zahl der Optionen nach dem neuen Vorstandsvergütungssystem ist grundsätzlich deren "Fair Market Value". Dabei wird für die Ermittlung der Anzahl der Aktienoptionen auf deren "Fair Market Value" ohne Berücksichtigung des für diese Optionen geltenden Cap abgestellt. Dieser Wert entspricht dem Fair Market Value der übrigen im Rahmen des Infineon-Aktienoptionsplans von der Gesellschaft an die Mitarbeiter gewährten Optionen. Im Ergebnis führt dieser für die Ermittlung der Anzahl der Aktienoptionen zugrunde gelegte höhere Fair Market Value (weil das Cap als wertmindernder Faktor nicht berücksichtigt wird) zur Ausgabe einer vergleichsweise geringeren Anzahl von Aktienoptionen an die Mitglieder des Vorstands. Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf der Basis der bestehenden Aktienoptionspläne nicht möglich, wird der Aufsichtsrat geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festsetzen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat, wie auch bisher, die Möglichkeit, bei besonderen Leistungen einen Zusatzbonus zu gewähren. VORSTANDSVERGÜTUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2011GesamtbarvergütungDie im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €2.800.527 (die im Vorjahr aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten €4.053.593). Die Vorstandsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Barvergütung in Höhe von insgesamt €4.012.643 (Vorjahr: €3.138.000). Diese setzt sich zusammen aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €2.382.586 und einer Ausgleichszahlung an die Herren Bauer und Dr. Ploss für das Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1.630.057. Sowohl das Short Term Incentive als auch das Mid Term Incentive basieren auf einer Zielerreichung von 250 Prozent für das RoCE-Ziel und von 170,67 Prozent für das Free-Cash-Flow-Ziel, die auch für die Bonuszahlungen an die Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich sind. Bei gleicher Wertigkeit beider Ziele errechnet sich daraus ein arithmetischer (Durchschnitts-) Zielerreichungsgrad für das Geschäftsjahr 2011 von 210,33 Prozent. Die Gesamtbarvergütung im Geschäftsjahr 2011 beträgt daher €6.813.170 (Vorjahr: €7.191.593). Ein Zusatzbonus wurde nicht gewährt. Aktienbasierte VergütungDa der Aktienoptionsplan 2006 am Ende des Geschäftsjahrs 2009 ausgelaufen ist, hat die Hauptversammlung am 11. Februar 2010 einen neuen Aktienoptionsplan 2010 beschlossen. Nach diesem Aktienoptionsplan 2010 entspricht der Ausübungspreis für eine neue Aktie 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der "Philadelphia Semiconductor Index" (SOX). Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinander folgenden Handelstagen übertreffen. Weitere Einzelheiten unseres Aktienoptionsplans 2010 sind im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr.32 Aktienoptionspläne aufgeführt. Auf der Grundlage des Aktienoptionsplans 2010 haben im Geschäftsjahr 2011 Herr Bauer als Vorstandsvorsitzender 200.000 und die Herren Prof. Dr. Eul und Dr. Ploss jeweils 120.000 Aktienoptionen erhalten. Für diese Aktienoptionen, die noch unter dem alten Vergütungssystem ausgegeben wurden, gilt ein Ausübungs-Cap von 250 Prozent ihres Fair Market Value zum Gewährungszeitpunkt. Bei der Berechnung des Ausübungs-Cap wird der Fair Market Value einer Option ohne wertmindernde Begrenzung zugrunde gelegt (€2,46). Im Geschäftsjahr 2011 wurden keine Aktienoptionen ausgeübt oder verwirkt. Es sind 100.000 Aktienoptionen von Herrn Bauer verfallen. Im Vorjahr wurden an die Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben. Im Einklang mit dem neuen Vergütungssystem hat Herr Asam nach seinem Dienstvertrag Anspruch auf ein jährliches Long Term Incentive in Form von Aktienoptionen in einem Wert von €220.000. Da Herr Asam mit Wirkung zum 1. Januar 2011 zum Mitglied des Vorstands bestellt wurde, konnte er bei der jährlichen Zuteilung der Aktienoptionen im Dezember 2010 nicht berücksichtigt werden und wird bei der nächsten Ausgabe von Aktienoptionen im Dezember 2011 daher (zusätzlich zu den Aktienoptionen für das Geschäftsjahr 2012) vertragsgemäß für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 (zeitanteilig ab 1. Januar 2011) Aktienoptionen erhalten. Die im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands haben während Ihrer Zugehörigkeit zum Vorstand folgende Aktienoptionen erhalten: scroll
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GesamtvergütungDie an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 gewährte Gesamtvergütung in Höhe von insgesamt €8.248.662 (Vorjahr: €7.191.593) setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen (brutto, ohne gesetzliche Abzüge): GESAMTVERGÜTUNGscroll
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In der Spalte "Sonstiges" aufgeführte Vergütungsbestandteile
umfassen insbesondere geldwerte Vorteile aus der Bereitstellung von
Dienstwagen und Zuschüsse zu Versicherungen sowie im Fall von Herrn
Asam Ersatz von Umzugskosten und Kosten für doppelte Haushaltsführung. ZUSAGEN AN DEN VORSTAND FÜR DEN FALL EINER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEITVersorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2011Den bereits vor der Einführung des neuen Vergütungssystems aktiven Mitgliedern des Vorstands ist vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden. Herr Bauer hat demnach Anspruch auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €450.000, Herr Dr. Ploss auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €180.000, das sich - bis zum Erreichen eines Maximalbetrags von €210.000 -für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand jährlich um €5.000 erhöht. Diese Ansprüche sind bereits vertraglich sowie auch im Rahmen der gesetzlichen Regelungen unverfallbar geworden und durch eine Rückdeckungsversicherung abgesichert. Ab dem Zeitpunkt des Rentenzahlungsbeginns sind diese Ruhegehaltsansprüche alle drei Jahre zu überprüfen und prozentual in dem Maße zu erhöhen, wie der vom Statistischen Bundesamt festgestellte Verbraucherpreisindex prozentual gestiegen ist. Endet ein Vorstandsmandat, beginnt der Ruhegehaltsanspruch im Regelfall frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres beziehungsweise im Fall von Herrn Bauer mit Vollendung des 60. Lebensjahres, das Ruhegehalt kann aber bei Ausscheiden aus medizinischen Gründen auch früher gezahlt werden. Entsprechend dem neuen Vorstandsvergütungssystem hat Herr Asam anstelle einer solchen dienstzeitabhängigen Festrentenzusage eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage erhalten, die sich im Wesentlichen nach dem für alle Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet: Demgemäß hat die Gesellschaft für Herrn Asam ein persönliches Versorgungskonto eingerichtet (Basiskonto) und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift auf dem Basiskonto bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalles; zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos -bei Invalidität oder Tod ergänzt um den Anhebungsbetrag -ist das Versorgungsguthaben, das in 12 Jahresraten, auf Antrag des Mitarbeiters auch in 8 Jahresraten, als Einmalkapital oder lebenslange Rente an den Mitarbeiter beziehungsweise die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Zusätzlich zu einem einmaligen und unverfallbaren Initialbaustein im Wert von €540.000 als Ausgleich für den Verzicht von unverfallbaren Altersversorgungsansprüchen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung beim Vorarbeitgeber stellt die Gesellschaft für Herrn Asam jährlich für jedes Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand einen im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden Versorgungsbeitrag von 25 bis 40 Prozent des zu diesem Zeitpunkt vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit. Für das Geschäftsjahr 2011 wurde der Versorgungsbeitrag für Herrn Asam auf 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts festgelegt. Dies entspricht €154.125. Die nicht aus dem Initialbaustein resultierenden Versorgungsansprüche von Herrn Asam werden nach Ablauf von drei Jahren nach Amtsantritt unverfallbar, es sei denn (i) das Vorstandsamt von Herrn Asam endet bereits vor Ablauf der 3-Jahresfrist oder (ii) der Aufsichtsrat lehnt die Wiederbestellung von Herrn Asam über die 3-Jahresfrist hinaus aus einem wichtigen Grund im Sinne des § 84 Abs. 3 AktG ab. Das Versorgungsguthaben wird, wie für alle Mitarbeiter, mit oder nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, wenn das Arbeitsverhältnis endet, oder auf Antrag vorzeitig, wenn das Arbeitsverhältnis mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Für die Versorgungszusagen der im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands wurden nach IFRS insgesamt €3.947.714 (Vorjahr: €815.735) den Pensionsrückstellungen erfolgswirksam zugeführt (ohne Zinsaufwand). Die Erhöhung dieses Betrages gegenüber dem Vorjahr beruht im Wesentlichen auf einer Erhöhung des bereits erdienten und unverfallbaren Ruhegehaltsanspruchs von Herrn Bauer auf €450.000 im Rahmen der Anpassung seines Dienstvertrages an das neue Vergütungssystem sowie auf dem im Zuge des Wechsels zu Intel auf €220.000 erhöhten und unverfallbar gewordenen Anspruchs von Herrn Prof. Dr. Eul. Die folgende Übersicht zeigt den jährlichen Ruhegehaltsanspruch der im Geschäftsjahr 2011 aktiven Vorstandsmitglieder bei Eintritt in den Ruhestand auf Basis der bisher erworbenen Ansprüche: RUHEGEHALTSANSPRUCH in €scroll
Vorzeitige Beendigung des DienstvertragesDie Vorstandsverträge enthalten eine sogenannte Change-of-Control-Klausel: Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihr Mandat niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Dabei ist vom Jahreseinkommen im Jahr des Ausscheidens auszugehen. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24 Monate, maximal für 36 Monate. Im Rahmen des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts der Infineon Technologies AG an die Intel Corporation ist Herr Prof. Dr. Eul mit dem Abschluss der Transaktion am 31. Januar 2011 aus dem Vorstand der Gesellschaft ausgeschieden und zu Intel gewechselt. Die Gesellschaft hat daher mit Herrn Prof. Dr. Eul einen Aufhebungsvertrag geschlossen. Demnach hat Herr Prof. Dr. Eul einen Zusatzbonus in Höhe von €2.533.333 erhalten, der bei einer unterstellten fiktiven Gesamtkapitalrendite von 10 Prozent seinem Jahreseinkommen bis zum Ende der ursprünglichen Laufzeit seines Dienstvertrages entspricht. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat Herrn Prof. Dr. Eul im Hinblick auf den für das Unternehmen besonders günstigen Abschluss der Transaktion einen weiteren Zusatzbonus in Höhe von €900.000 gewährt. Hinsichtlich seines Anspruchs auf Ruhegehalt wurde mit Herrn Prof. Dr. Eul vereinbart, dass er ab Vollendung des 65. Lebensjahres ein Ruhegehalt in Höhe von jährlich €220.000 erhält. Eine Anrechnung anderweitiger Bezüge findet nicht statt. Die Herrn Prof. Dr. Eul bis zu seinem Ausscheiden gewährten Aktienoptionen bestehen fort, als ob Herr Prof. Dr. Eul noch bis zu ihrem Verfall für das Unternehmen tätig wäre. Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage. Nebenleistungen und sonstige Zusagen im Geschäftsjahr 2011
GESAMTBEZÜGE DER FRÜHEREN MITGLIEDER DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR 2011An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2011 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €6.199.333 (Vorjahr: €3.373.352) ausbezahlt. Hierin enthalten ist die zweite Rate der an Herrn Dr. Schröter gezahlten Abfindung in Höhe von €1.750.000 und der an Herrn Prof. Dr. Eul gezahlte Zusatzbonus in Höhe von insgesamt €3.433.333. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstandes betragen zum 30. September 2011 insgesamt €29.749.461 (Vorjahr: €36.597.097). VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSVergütungsstrukturDas System der Aufsichtsratsvergütung wurde, wie auch das System der Vorstandsvergütung, im Geschäftsjahr 2010 grundlegend überprüft. Die bisherige Regelung der Vergütung für den Aufsichtsrat war seit Jahren unverändert. Sie war vor allem in ihrer Struktur nicht mehr zeitgemäß und wurde den hohen fachlichen und persönlichen Anforderungen, die an Mitglieder des Aufsichtsrats gestellt werden, nicht mehr gerecht. Auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat hat die Hauptversammlung am 17. Februar 2011 daher die Aufsichtsratsvergütung mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 neu geregelt. Sie orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg der Gesellschaft. Die Vergütung des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und enthält drei Komponenten:
Darüber hinaus gewährt die Gesellschaft jedem Mitglied des Aufsichtsrats für seine persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder eines seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld von €2.000. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an. Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung und auf das Sitzungsgeld etwa anfallende Umsatzsteuer. Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2011Die den einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats zeitanteilig für die Dauer ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2011 gewährte Gesamtvergütung (zuzüglich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent): AUFSICHTSRATSVERGÜTUNGEN IN €scroll
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Basierend auf einem Ergebnis je Aktie in Höhe
von €0,68. Sonstiges (Geschäftsjahr 2011)
ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGENDieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die sich auf das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns und seiner Gesellschaften beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine historischen Fakten und werden mitunter durch Verwendung der Begriffe "glauben", "erwarten", "vorhersagen", "beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "bestreben", "voraussehen", "annehmen", "wollen", "das Ziel verfolgen" und ähnlicher Formulierungen kenntlich gemacht. Zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Plänen, Schätzungen, Prognosen und Erwartungen und unterliegen daher Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlich erreichte Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Die Leser werden darauf hingewiesen, dass sie kein unangemessenes Vertrauen in diese zukunftsgerichteten Aussagen setzen sollten, die nur zum Zeitpunkt dieser Darstellung Gültigkeit haben. Wir beabsichtigen nicht und übernehmen keine Verpflichtung, außerhalb gesetzlich vorgesehener Veröffentlichungsvorschriften, eine Aktualisierung dieser zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen.
Neubiberg, im November 2011 Der Vorstand Peter Bauer Dominik Asam Dr. Reinhard Ploss VORSCHLAG ZUR GEWINNVERWENDUNGDie Infineon Technologies AG weist zum 30. September 2011 einen Jahresüberschuss von €756 Millionen aus. Unter Berücksichtigung der Einstellung von €378 Millionen in die anderen Gewinnrücklagen wird ein Bilanzgewinn in Höhe von €378 ausgewiesen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 8. März 2012 vor, den zum 30. September 2011 ausgewiesenen Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von €0,12 je dividendenberechtigter Stückaktie und zur Einstellung des restlichen Betrages in die anderen Gewinnrücklagen zu verwenden. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERSWir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang--unter Einbeziehung der Buchführung der Infineon Technologies AG, Neubiberg, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 18. November 2011 KPMG AG Kozikowski, Wirtschaftsprüfer Wolper, Wirtschaftsprüfer |
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