Infineon Technologies AGNeubibergJahresabschluss zum 30. September 2018JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2018Bilanz zum 30. September 2018Infineon Technologies AGAKTIVA scroll
Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. September endende Geschäftsjahrscroll
Anhang für das am 30. September 2018 endende GeschäftsjahrGrundlagen und MethodenDie Infineon Technologies AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 126492 eingetragen und hat ihren Firmensitz am Campeon 1-15, 85579 Neubiberg, Deutschland. Der Jahresabschluss zum 30. September 2018 der Infineon Technologies AG wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen Euro ("€") unter Gegenüberstellung der Werte zum 30. September 2017 ausgewiesen. Als börsennotiertes Mutterunternehmen der Infineon Gruppe (nachfolgend auch "Infineon" oder "Infineon-Konzern") erstellt die Infineon Technologies AG nach § 315e Abs. 1 HGB in der Fassung des CSR (Corporate Social Responsibility)-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 11. April 2017 einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind. Daher wird ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur besseren Darstellung der Finanzaktivitäten wurde das Gliederungsschema nach § 275 Abs. 3 HGB modifiziert. Die Finanzaktivitäten werden als Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und übriges Finanzergebnis dargestellt. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAnlagevermögenImmaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von einem Jahr bis maximal sieben Jahren bzw. entsprechend der Vertragslaufzeit. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden sofort im Aufwand erfasst. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Anschaffungskosten und dem Wert der einzelnen Vermögensgegenstände, abzüglich der Schulden zum Zeitpunkt der Übernahme, und wird grundsätzlich planmäßig abgeschrieben. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Bestehen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr, ist der niedrigere Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts beizubehalten. Die betriebliche Nutzungsdauer der derivativen Geschäfts- oder Firmenwerte von 12 beziehungsweise 15 Jahren basiert auf einer Einschätzung der zeitlichen Ertragsrückflüsse aus den im Rahmen des Erwerbs der Geschäftsbetriebe zusammen mit den Geschäfts- und Firmenwerten erworbenen Vermögensgegenständen, insbesondere Technologien, Kundenstämme sowie, als nicht bilanzierte Vermögensgegenstände, 'Know-How' (Mitarbeiter, Prozesse). Die Ertragspotentiale dieser Vermögensgegenstände und der daraus weiter entwickelten immateriellen Vermögensgegenstände und damit des erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts werden voraussichtlich über einen Zeitraum von 12 beziehungsweise 15 Jahren ausgeschöpft. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibung der Sachanlagen erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode. Folgende Nutzungsdauern werden angewandt: scroll
Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Geringwertige Anlagengegenstände bis €150 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort aufwandswirksam erfasst. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von €150 bis €1.000 wird ein Sammelposten gebildet, der jährlich mit 20 Prozent linear abgeschrieben wird. Geleistete Anzahlungen und angefallene Herstellungskosten auf noch nicht fertiggestellte Investitionen unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Ausleihungen an verbundene Unternehmen und die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten, oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. UmlaufvermögenIn den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind. Abwertungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Fremdkapitalzinsen sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen worden. Abwertungen für Bestandsrisiken werden berücksichtigt. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und - soweit unverzinslich - bei Restlaufzeiten von über einem Jahr auf den Bilanzstichtag abgezinst. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Der Satz für pauschale Wertberichtigungen auf Forderungen beträgt unverändert 0,25 Prozent. Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden keine pauschalen Wertberichtigungen vorgenommen. Wertpapiere werden mit Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten am Abschlussstichtag und Zahlungsmittel mit dem Nennwert angesetzt. Aktive RechnungsabgrenzungspostenUnter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. Ein Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten ("Disagio") wird aktiviert und über die Laufzeit der Verbindlichkeiten planmäßig aufgelöst. Latente SteuernLatente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt. Verlust- und Zinsvorträge sind berücksichtigungsfähig, wenn eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren erwartet wird. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Infineon Technologies AG von aktuell 28 Prozent. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird vom Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht. EigenkapitalDie Eigenkapitalpositionen sind mit dem Nennwert angesetzt. Rückstellungen und VerbindlichkeitenDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"). Die Bilanzierung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung am Bewertungsstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung von zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen. Für die Abzinsung wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Die Steuerrückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt. Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden angemessen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Bei der Ermittlung des Aufzinsungsaufwands wird unterstellt, dass Änderungen des Abzinsungssatzes, des Verpflichtungsumfangs und der Restlaufzeit zum Ende des Geschäftsjahres eintreten. Erfolge aus Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen für Anwärter. Diese Rückstellungen wurden entsprechend der IDW-Stellungnahme (IDW RS HFA 3) vom 19. Juni 2013 berechnet. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. In den Fällen, in denen der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt. Erlöse, Kosten und AufwendungenUmsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist. Forschungs- und Entwicklungskosten werden nach Abzug der erhaltenen Fördermittel als Aufwand erfasst. Aktienbasierte VergütungAufwendungen für Aktienoptionen und (virtuelle) Performance Shares werden ratierlich über den Erdienungszeitraum aufgebaut. Die Bewertung erfolgt zum Zusagezeitpunkt analog dem im IFRS-Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 "Share-based Payment". Um dem Vorsichtsgedanken mehr Rechnung zu tragen, wird seit dem Geschäftsjahr 2017 nicht mehr die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB ratierlich aufgebaut, sondern das Wahlrecht ausgeübt, eine Rückstellung zu bilanzieren und ratierlich bis zum Erreichen des Erfüllungsbetrages zu erhöhen. Bei späterer Erfüllung mit Eigenkapitalinstrumenten erfolgt eine Umwandlung gebildeter Rückstellungen in die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB. WährungsumrechnungFremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten- bzw. Realisations- und Imparitätsprinzips. Währungs- und RohstoffpreisrisikenZur Absicherung des Unternehmens gegen Währungs-, Zins- sowie Rohstoffpreisrisiken werden Devisentermingeschäfte, Zins- und Rohstoffswaps sowie Optionen eingesetzt, die ausschließlich zu Sicherungszwecken verwendet werden. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich imparitätisch bewertet, d. h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. BewertungseinheitenZur Absicherung finanzwirtschaftlicher Risiken werden Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet, indem die Wertänderungen oder Zahlungsströme aus den Grund- und Sicherungsgeschäften einander gegenübergestellt werden. Soweit sich daraus ein negativer Überhang ergibt, wird eine Drohverlustrückstellung passiviert. Die bilanzielle Behandlung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Erläuterungen zur Bilanz1 ANLAGEVERMÖGENAufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt. scroll
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Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2018 wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB. 2 IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDEscroll
Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände betrugen €13 Millionen (Vorjahr: €17 Millionen). Es erfolgten in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 keine außerplanmäßigen Abschreibungen. 3 SACHANLAGENscroll
Es erfolgten planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von €153 Millionen (Vorjahr: €116 Millionen). Es erfolgten im Geschäftsjahr 2018 wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen. 4 FINANZANLAGENscroll
Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtszeitraum von €6.254 Millionen um €127 Millionen auf €6.127 Millionen vermindert. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus: scroll
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen verzinsliche Darlehen. Aufgrund des langfristigen Charakters der Darlehen (Laufzeit bis 2023) erfolgt der Ausweis unter den Finanzanlagen. Die Darlehen wurden bisher unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen gezeigt. Am 9. Februar 2018 hat Infineon gemeinsam mit der SAIC Motor Corporation Ltd. das Gemeinschaftsunternehmen SAIC Infineon Automotive Power Modules (Shanghai) Co., Ltd. ("SIAPM") mit Sitz in Shanghai (Volksrepublik China) gegründet. Infineon hält 49 Prozent der Gesellschaftsanteile. SIAPM bietet Leistungshalbleiterlösungen für Elektrofahrzeuge in China. Seit August 2018 läuft die Serienfertigung am Standort von Infineon in Wuxi. Daraus resultiert die Erhöhung der Beteiligungen um €8 Millionen. Im Geschäftsjahr 2018 beziehungsweise 2017 erfolgten keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Finanzanlagen. Es ergaben sich in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 keine Zuschreibungen. 5 VORRÄTEscroll
In dem Ausweis der Vorräte wurden im Vorjahresvergleich Anpassungen in laufender Rechnung aufgrund einer Umstellung der bilanziellen Erfassung konzerninterner Liefer- und Leistungsbeziehungen vorgenommen, die zu einem Anstieg der Vorräte in Höhe von circa €290 Millionen zum 30. September 2018 führt. Die Anpassung reflektiert den Übergang des wirtschaftlichen Eigentums an Vorräten innerhalb des integrierten Produktionsprozesses im InfineonKonzern. In gleicher Höhe sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen angepasst worden. Die Anpassung der bilanziellen Erfassung konzerninterner Liefer- und Leistungsbeziehungen in laufender Rechnung führt im Geschäftsjahr 2018 korrespondierend zu einem Rückgang der Umsatzerlöse in Höhe von circa €746 Millionen beziehungsweise der Umsatzkosten von circa €746 Millionen. Aufgrund der gleichzeitigen Reduzierung der Umsatzerlöse und Umsatzkosten resultierten aus diesen Anpassungen keine Ergebnisauswirkungen. 6 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENscroll
7 FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMENscroll
Darlehen in Höhe von €150 Millionen werden im Geschäftsjahr 2018 unter den Ausleihungen ausgewiesen (siehe Anhang Nr. 4) . 8 FORDERUNGEN GEGEN UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHTscroll
9 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDEscroll
10 WERTPAPIEREscroll
11 ZAHLUNGSMITTELscroll
Zur Liquidität gehören neben den Zahlungsmitteln auch die Wertpapiere des Umlaufvermögens (€564 Millionen). 12 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTENscroll
Am 10. März 2015 begab die Gesellschaft zwei nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt €800 Millionen. Die Differenz zwischen Ausgabe- und Erfüllungsbetrag ("Disagio") von insgesamt €2 Millionen wurde im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die Anleihe über €300 Millionen wurde planmäßig im September 2018 zurückgezahlt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zudem zukünftige Aufwendungen für die Nutzung von Lizenzen und für die Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie eine Abgrenzung der bereits gezahlten Urlaubsvergütung für Mitarbeiter für das verbleibende Kalenderjahr 2018. 13 AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNGscroll
Die Vermögensgegenstände zur Sicherung von Pensionen und Altersteilzeitverhältnissen werden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Einzelnen Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung in Höhe von €11 Millionen (Vorjahr: €11 Millionen) stand ein zu verrechnendes Deckungsvermögen aus Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von €12 Millionen (Vorjahr: €13 Millionen) und Anschaffungskosten von €12 Millionen (Vorjahr: €13 Millionen) gegenüber. Im Geschäftsjahr wurden Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von €17 Millionen (Vorjahr: €14 Millionen) mit dem beizulegenden Wert der entsprechenden Ansprüche aus "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" von €19 Millionen (Vorjahr: €16 Millionen) und Anschaffungskosten von €19 Millionen (Vorjahr: €15 Millionen) verrechnet. Aus der Verrechnung dieser Verpflichtungen mit den dazugehörigen Deckungsvermögen resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von €3 Millionen (Vorjahr: €4 Millionen). 14 EIGENKAPITALscroll
15 AUSGEGEBENES KAPITALAUSGEGEBENES KAPITALscroll
ANZAHL AKTIENscroll
Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2018 um €1.589.810 erhöht. Es wurden 794.905 neue Aktien ausgegeben (Vorjahr: 3.527.820), die infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Arbeitnehmer sowie aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder entstanden sind. Zum 30. September 2018 betrug das Grundkapital damit €2.273.991.668 und ist voll eingezahlt. Es ist eingeteilt in 1.136.995.834 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Zum 30. September 2018 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien 6 Millionen eigene Aktien (Vorjahr: 6 Millionen). Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Für weitere Angaben zu eigenen Aktien verweisen wir auf die Ausführungen zu § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG. 16 GENEHMIGTES KAPITALZum 30. September 2018 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu € 706.000.000 vor:
17 BEDINGTES KAPITALZum 30. September 2018 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei bedingte Kapitalia über insgesamt bis zu € 267.855.198 vor:
18 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGDie Gesellschaft nutzt für die aktienbasierte Vergütung den Aktienoptionsplan 2010 und ab dem Geschäftsjahr 2014 den Performance Share-Plan. Performance Share-PlanAls Nachfolger für den Aktienoptionsplan 2010 wurde für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte ein neuer Long Term Incentive ("LTI")-Plan entwickelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Performance Share-Plan. Unter diesem Plan werden jeweils am 1. März (bis zum Geschäftsjahr 2017: am 1. Oktober) des laufenden Geschäftsjahres (virtuelle) Performance Shares entsprechend einem festgelegten LTI-Zuteilungsbetrag in Euro zunächst vorläufig zugeteilt. Mit der Zuteilung einer (virtuellen) Performance Share erwirbt der Planteilnehmer das Recht auf Übertragung einer (realen) Infineon-Aktie, wenn ein von Position und LTI-Zuteilungsbetrag abhängiges Eigeninvestment in InfineonAktien über eine vierjährige Haltefrist gehalten wird. Die Performance Shares teilen sich in jeweils 50 Prozent erfolgsabhängige und 50 Prozent erfolgsunabhängige Anteile auf. Die erfolgsabhängigen Performance Shares werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich die Infineon-Aktie vom Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares bis zum Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung der Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen - erfüllt, ist der Anspruch auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien erworben. Dabei darf bei Vorstandsmitgliedern der Wert der je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap). Der beizulegende Zeitwert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Zuteilung wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell zur Prognose von Aktienkurs/Index-Entwicklungen) ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Instrumente wurde unter Berücksichtigung zukünftiger Dividenden sowie der Auszahlungsbegrenzung (Cap) ermittelt. Die erfolgten Zuteilungen stellen sich im Überblick wie folgt dar: scroll
Durch den Vorstand (für Mitarbeiter) beziehungsweise den Aufsichtsrat (für den Vorstand) wurde beschlossen, die im Oktober 2018 fällige Tranche für das Geschäftsjahr 2015 in Barmitteln zu begleichen. Demzufolge haben der Vorstand und die Mitarbeiter keine Infineon-Aktien erhalten. Anlass für die Begleichung in bar der im Oktober 2018 fälligen Tranche für das Geschäftsjahr 2015 ist die noch offene Frage der Abzugsfähigkeit der Aufwendungen aus dem Performance Share Plan als Betriebsausgaben bei einer Begleichung in eigenen Aktien. Aktienoptionsplan 2010Zum 30. September 2018 beziehungsweise 2017 waren 1,2 Millionen und 2,5 Millionen Aktienoptionen mit einem durchschnittlichen Ausübungspreis von €7,00 beziehungsweise €7,08 je Aktienoption ausstehend. Davon sind zum 30. September 2018 beziehungsweise 2017 1,2 Millionen und 2,5 Millionen Aktienoptionen ausübbar. 19 KAPITALRÜCKLAGEscroll
20 GEWINNRÜCKLAGENscroll
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Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz. 21 BILANZGEWINNscroll
Vorschlag zur Gewinnverwendungscroll
22 SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGENANTEILscroll
In Anwendung der Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird der in der Bilanz zum 30. September 2010 enthaltene Sonderposten mit Rücklagenanteil fortgeführt. Der Sonderposten beinhaltet erfolgsneutral eingestellte Positionen gemäß § 4 Fördergebietsgesetz. Diese lösen sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über €0,08 Millionen sind in dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. 23 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGENscroll
Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung hat die Infineon Technologies AG ihre Verpflichtungen durch Vermögen in externen, zweckgebundenen Treuhandvermögen abgedeckt. Teilweise werden die Pensionsverpflichtungen durch verpfändete Rückdeckungsversicherungen abgedeckt. Diese dienen ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Der Erfüllungsbetrag in Höhe von €712 Millionen (Vorjahr: €627 Millionen) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Die Bewertung beruht auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches neben den Heubeck-Richttafeln (2018 G) (Vorjahr: Heubeck-Richttafeln (2005 G)) den Marktzinssatz von 3,34 Prozent p.a. (Vorjahr: 3,77 Prozent p.a.), eine Gehaltsdynamik von 2,00 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,00 Prozent), eine Rentendynamik von 1,80 Prozent p.a. (Vorjahr: 1,80 Prozent) sowie eine alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit ansetzte. Die Bandbreite der Fluktuationsraten variiert dabei von 0 Prozent bis 5 Prozent. Bei dem Zinssatz handelt es sich um den für den Bilanzstichtag prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Unter Anwendung des für den Bilanzstichtag prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre von 2,43 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,92 Prozent p.a.) würde sich im Geschäftsjahr 2018 der Erfüllungsbetrag in Höhe von €852 Millionen (Vorjahr: €720 Millionen) - inklusive des im aktiven Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung enthaltenen Erfüllungsbetrags - ergeben. Der Unterschiedsbetrag im Sinne des § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt im Geschäftsjahr €130 Millionen (Vorjahr: €83 Millionen) und unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre. Im Geschäftsjahr wurden Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung mit dem beizulegenden Wert der entsprechenden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sowie "Sondervermögen Pension Trust" von €443 Millionen (Vorjahr: €437 Millionen) und Anschaffungskosten von €373 Millionen (Vorjahr: €321 Millionen) verrechnet. Es wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen mit den entsprechenden Zinserträgen in Höhe von €6 Millionen (Vorjahr: €4 Millionen) verrechnet. Der Unterschiedsbetrag im Sinne des § 268 Abs. 8 Satz 3 HGB beträgt im Geschäftsjahr €70 Millionen (Vorjahr: €116 Millionen) und unterliegt gemäß § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB einer Ausschüttungssperre. Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern außerdem die Teilnahme an einem freiwilligen Entgeltumwandlungsplan. Die umgewandelten Gehaltsbestandteile werden in Fondsanteile angelegt. Diese Anteile dienen der Deckung der hieraus entstehenden Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von €55 Millionen (Vorjahr: €51 Millionen) und sind dem Zugriff anderer Gläubiger durch die Auslagerung in ein zweckgebundenes Treuhandvermögen entzogen. Dieses Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2018 von €53 Millionen (Vorjahr: €50 Millionen) und Anschaffungskosten von €55 Millionen (Vorjahr: €43 Millionen) wird daher mit den Altersvorsorgeverpflichtungen verrechnet. Aus den Entgeltumwandlungen erfolgte im Zinsergebnis keine Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen (Vorjahr: €1 Million). 24 STEUERRÜCKSTELLUNGENscroll
25 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENscroll
Für die Sachverhalte im Zusammenhang mit Qimonda verweisen wir auf die Ausführungen zu rechtlichen Risiken (siehe Kapitel "Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren"). Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten unter anderem Kosten für variable Vergütungen, Urlaubsgeld, Altersteilzeit, Jubiläumszahlungen, Übergangs- und Sterbegeld, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben. Rückstellungen für Gewährleistungen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider. Die Position "Übrige" beinhaltet Rückstellungen für unrealisierte Bewertungsverluste ausWährungssicherungskontrakten und Rohstoffswaps, Rückbauverpflichtungen, Rechtsstreitigkeiten sowie diverse andere Verpflichtungen. 26 VERBINDLICHKEITENscroll
27 ANLEIHENscroll
Am 10. März 2015 begab die Gesellschaft zwei nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt €800 Millionen im Rahmen eines Angebots an institutionelle und private Investoren in Europa. Die am 10. September 2018 fällige Anleihe über €300 Millionen wurde planmäßig zurückgezahlt. Die verbleibende Anleihe ist an der Luxemburger Wertpapierbörse gelistet. 28 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMENscroll
Zur Umstellung der bilanziellen Erfassung konzerninterner Liefer- und Leistungsbeziehungen siehe Anhang Nr. 5. 29 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHTscroll
30 SONSTIGE VERBINDLICHKEITENscroll
Infineon hat im April 2016 erfolgreich eine US-Privatplatzierung von Anleihen (sogenannte USPP) mit einem Nominalwert von US$935 Millionen abgeschlossen. Die nicht nachrangigen, unbesicherten USPP-Anleihen, welche im Durchschnitt mit 4,09 Prozent pro Jahr verzinst werden, teilen sich wie folgt auf:
31 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTENscroll
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Ausgleichszahlungen und Einzahlungen aus Lizenz- und Entwicklungsverträgen, die vereinbarte Leistungen der Infineon Technologies AG in zukünftigen Geschäftsjahren betreffen. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung32 UMSATZERLÖSEDie Umsätze gliedern sich nach Segmenten wie folgt: scroll
Die Umsatzaufgliederung nach Abnehmergruppen stellt sich wie folgt dar: scroll
Die Umsatzaufgliederung nach Regionen zeigt die folgende Tabelle: scroll
Zur Umstellung der bilanziellen Erfassung konzerninterner Liefer- und Leistungsbeziehungen siehe Anhang Nr. 5. 33 FUNKTIONSKOSTENDie Funktionskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unterteilt in Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten. 34 UMSATZKOSTENscroll
Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen. Im Wesentlichen sind dies Aufwendungen für Fertigungsmaterialien, bezogene Leistungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Mieten und Pachten der Fertigungsbereiche. Zur Umstellung der bilanziellen Erfassung konzerninterner Liefer- und Leistungsbeziehungen siehe Anhang Nr. 5. 35 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTENscroll
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung. Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. 36 VERTRIEBSKOSTENscroll
Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Aufwendungen im Zusammenhang mit Prototypen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. 37 ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTENscroll
Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen im Wesentlichen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister sowie Personalbeschaffungs- und Ausbildungskosten. Sonstige Steuern und Zöllescroll
Sonstige Steuern und Zölle sind in den Funktionskosten enthalten. 38 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEscroll
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Am 6. März 2018 wurde der größte Teil des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten für €345 Millionen an Cree, Inc., North Carolina (USA), verkauft. Aus dem Verkauf resultierten im Geschäftsjahr 2018 Erträge in Höhe von €317 Millionen, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurden. 39 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGENscroll
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Posten: scroll
Für die Sachverhalte im Zusammenhang mit Qimonda verweisen wir auf die Ausführungen zu rechtlichen Risiken (siehe Kapitel "Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren"). 40 BETEILIGUNGSERGEBNISscroll
Zum 30. September 2018 bestehen Ergebnisabführungsverträge mit nachfolgenden Gesellschaften:
41 ZINSERGEBNISscroll
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind im Vorjahr in Höhe von €1 Million Erträge aus der Abzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen enthalten. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Altersversorgungsrückstellungen und sonstigen langfristigen Rückstellungen belaufen sich auf €24 Millionen (Vorjahr: €19 Millionen). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten noch Aufwendungen aus der Änderung des Abzinsungszinssatzes in Höhe von €46 Millionen (Vorjahr: €30 Millionen). 42 ÜBRIGES FINANZERGEBNISscroll
43 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAGscroll
Neben dem von der Infineon Technologies AG selbst erwirtschafteten steuerlichen Ergebnis ist die Infineon Technologies AG Steuerschuldnerin hinsichtlich der ihr von den über Ergebnisabführungsverträgen verbundenen Organgesellschaften sowie hinsichtlich der Personengesellschaften zugerechneten steuerlichen Bemessungsgrundlagen. Als Ertragsteueraufwendungen werden Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und im Ausland entrichtete Ertragsteuern ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2018 beträgt der deutsche Gesamtsteuersatz für die Infineon Technologies AG 28 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent). Dieser setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und dem Gewerbesteuersatz von 12 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent) zusammen. Der Steueraufwand des Geschäftsjahres ist insbesondere durch Unterschiede in der steuerlichen Gewinnermittlung, sowie die Nutzung von Verlustvorträgen positiv beeinflusst. Latente Steuern sind im Ertragsteueraufwand nicht enthalten. Die Infineon Technologies AG verfügt über Verlustvorträge für Zwecke der Körperschaftsteuer in Höhe von circa €1,6 Milliarden und Verlustvorträge für Zwecke der Gewerbesteuer in Höhe von circa €2,6 Milliarden. Diese führen zu aktiven latenten Steuern. Zudem ergibt sich bei der Infineon Technologies AG ein Überhang aktiver latenter Steuern aus zeitlichen Unterschieden zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten. Diese aktiven latenten Steuern werden im Rahmen des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. Sonstige AngabenAufwendungen für aktienbasierte VergütungenDie Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen beliefen sich in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 auf €28 Millionen beziehungsweise €31 Millionen. Im Geschäftsjahr 2018 betreffen €17 Millionen die vorgenommene Barauszahlung der im Oktober 2018 fälligen Tranche für das Geschäftsjahr 2015 (Zuteilung am 1. Oktober 2014) und €11 Millionen die jährliche Zuführung. Honorare des AbschlussprüfersKPMG hat den Jahres- und Konzernabschluss der Infineon Technologies AG geprüft und verschiedene Jahresabschlussprüfungen bei Tochterunternehmen durchgeführt. Daneben wurden sonstige Bestätigungsleistungen vor allem im Rahmen der Prüfung von Angaben des Nachhaltigkeitsberichtes und eines Zwischenabschlusses sowie anderer gesetzlich oder vertraglich vorgeschriebener Prüfungen erbracht, wie zum Beispiel Prüfungen nach dem EEG, EMIR-Prüfung nach § 20 WpHG, Bestätigungen der Einhaltung vertraglicher Bedingungen. Im Zusammenhang mit der Beurteilung steuerlicher Einzelsachverhalte wurden wir von KPMG steuerlich beraten. Weiterhin hat KPMG sonstige Leistungen erbracht. Diese betrafen die Qualitätssicherung bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen und IT Systemänderungen sowie Leistungen zur Beurteilung von IT Security Management und Business Continuity Management Systemen. Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der Gesellschaft enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird daher aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet. Personalaufwandscroll
Die Löhne und Gehälter beinhalten unter anderem Fertigungslöhne, Gehälter, Abfindungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die nach den gesetzlichen Vorschriften in den Funktionskosten auszuweisenden Bestandteile enthalten. Der Anstieg der Aufwendungen aus Altersversorgung um € 21 Millionen resultiert aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. BeschäftigteDie durchschnittliche Anzahl und die Struktur der Mitarbeiter der Infineon Technologies AG zeigen die folgenden Übersichten: scroll
Materialaufwandscroll
Derivative Finanzinstrumente und BewertungseinheitenDie Infineon Technologies AG schließt Geschäfte über derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Rohstoff- sowie Zinswährungsswaps ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Auswirkungen von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen auf künftige Nettozahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Gesellschaft zu Sicherungszwecken und nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. In Einzelfällen erfolgt die Bildung von Bewertungseinheiten. Die entsprechenden Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von der Infineon Technologies AG zum 30. September 2018 und 2017 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt: scroll
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Die Nominalvolumen stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- beziehungsweise Terminabschlägen bestimmt. Die Marktwerte (Gewinne und Verluste) der Währungssicherungskontrakte werden in saldierter Form dargestellt. Die Marktwerte der Rohstoffswaps ergeben sich aus der Bewertung zu Marktpreisen, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Devisenoptionen werden nach der Barwertmethode bewertet. Die Warenterminkontrakte bestehen derzeit aus Rohstoffswaps (Goldswaps) zur Sicherung der Einkaufspreise von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Goldkäufen. Die Marktwerte der Warentermingeschäfte werden auf Basis von aktuellen Kassapreisnotierungen an den Warenterminbörsen unter Berücksichtigung der Terminauf- beziehungsweise Terminabschläge bestimmt. Infineon macht gemäß § 254 HGB Gebrauch von dem Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten. Sofern derivative Finanzinstrumente mit den zugehörigen Grundgeschäften in Bewertungseinheiten einbezogen werden, erfolgt sowohl zu Beginn der Sicherungsbeziehung als auch zu jedem darauffolgenden Bilanzstichtag, an dem diese Sicherungsbeziehung besteht, eine Messung ihrer Wirksamkeit. Im Zusammenhang mit der Absicherung des Zins- und Wechselkursrisikos von Vermögensgegenständen und Schulden werden die Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft miteinander verglichen. Bei der Absicherung zukünftiger Transaktionen kommt die Critical-Term-Match-Methode zum Einsatz. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird durch das Infineon-Risikomanagement überwacht. Aufgrund der Volumen- und Laufzeitkongruenz von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich die zukünftigen Wertschwankungen und Zahlungsstromänderungen bis zum Bilanzstichtag aus und werden sich auch künftig ausgleichen. Zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos im Zusammenhang mit einem Fremdwährungsdarlehen wurden in den Vorjahren Zinswährungsswaps in gleicher Höhe abgeschlossen. Die Absicherung des Währungsrisikos aus dem Nominalbetrag der Darlehensverbindlichkeit in Höhe von €792 Millionen erfolgt in der Bewertungseinheit. Aufgrund der unterschiedlichen Zinstermine wird das Zinsänderungsrisiko in der gebildeten Bewertungseinheit nicht berücksichtigt. Es handelt sich um eine Mikrobewertungseinheit. Der Sicherungszeitraum beträgt bis zu zwölf Jahren. Es wird ein zukünftiger Wertausgleich erwartet, da die wesentlichen bewertungsrelevanten Merkmale von Grund- und Sicherungsgeschäften übereinstimmen. Die Bildung einer Rückstellung für Drohverluste aus schwebenden Geschäften war nicht erforderlich. Die Nominalwerte der ausstehenden Finanzderivate in Fremdwährung werden zum Jahresstichtagskurs in Euro umgerechnet. Die nachstehenden Buchwerte sind den Posten der Bilanz entnommen. scroll
Haftungsverhältnissescroll
Zum Bilanzstichtag wurden die bestehenden Haftungsverhältnisse der Infineon Technologies AG unter Berücksichtigung vorhandener Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Geschäftspartner hinsichtlich der Risikosituation überprüft. Die Gesellschaft schätzt bei allen aufgeführten Verpflichtungen das Risiko einer möglichen Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein. Sonstige finanzielle Verpflichtungenscroll
Am Bilanzstichtag bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen für Anlagegegenstände gegenüber fremden Dritten. Nach den vertraglichen Bedingungen sind der Infineon Technologies AG die Leasingobjekte nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Zusätzlich bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von €264 Millionen, die im Wesentlichen aus Leasing- und Mietverträgen für Immobiliengeschäfte resultieren. Die möglichen finanziellen Verpflichtungen liegen nach Einschätzung der Gesellschaft im geschäftsüblichen Rahmen. Am Bilanzstichtag bestehen ferner zusätzlich nicht bilanzierte Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und begonnenen oder geplanten Investitionsvorhaben in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen gegenüber fremden Dritten. Die Infineon Technologies AG führt als Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns entsprechende Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Gesellschaft steuert die logistischen und produktionsbezogenen Prozesse innerhalb des Konzernverbunds. Neben eigenen Fertigungen in Regensburg und Warstein nutzt die Gesellschaft Fertigungskapazitäten bei Auftragsfertigern innerhalb des Konzernverbunds. Entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen hat die Gesellschaft potenzielle Kostenrisiken aufgrund nicht ausgelasteter Kapazitäten bei den beauftragten Konzernunternehmen zu tragen. Rechtsstreitigkeiten und staatliche UntersuchungsverfahrenWettbewerbsrechtliche Verfahren SmartcardsIm Oktober 2008 hat die EU-Kommission gegen die Gesellschaft und weitere Hersteller von Chips für Smartcards ein kartellrechtliches Untersuchungsverfahren eingeleitet. Im September 2014 hat die EU-Kommission eine Geldbuße in Höhe von €83 Millionen gegen Infineon verhängt. Im November 2014 hat Infineon Klage gegen die Bußgeldentscheidung beim Europäischen Gericht eingelegt. Das Gericht hat die Klage abgewiesen und Infineon hat Ende Februar 2017 beim Europäischen Gerichtshof ein Rechtsmittel gegen diese Entscheidung eingereicht. Der Europäische Gerichtshof hat den Fall am 26. September 2018 an die erste Instanz zurückverwiesen, um die Verhältnismäßigkeit der Geldbuße nochmals überprüfen zu lassen. Im Zusammenhang mit dem Verfahren der EU-Kommission wurden in Kanada zwei Sammelklagen auf Schadensersatz in unbezifferter Höhe eingereicht: die erste Klage in der Provinz British Columbia im Juli 2013 und eine weitere Klage in der Provinz Quebec im September 2014. Die Klagen folgten jeweils Presseberichten über die Untersuchung beziehungsweise Entscheidung der EU-Kommission. Es wurden von den Gerichten noch keine Verfahrenstermine angesetzt. Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesen Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. Vorgänge im Zusammenhang mit QimondaMit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft ("Memory Products") zuzuordnen waren, aus Infineon ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in Qimonda eingebracht. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus der Insolvenz von Qimonda haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt. Angebliche wirtschaftliche Neugründung und DifferenzhaftungDer Insolvenzverwalter hat im November 2010 beim Landgericht München I eine unbezifferte Feststellungsklage gegen die Infineon Technologies AG und - im Wege der Streitverkündung - gegen die Infineon Technologies Holding B.V. sowie die Infineon Technologies Investment B.V. eingereicht. Er hat beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand, das heißt, Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückblieb. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Am 6. März 2012 hat der Bundesgerichtshof in einem in anderer Sache ergangenen Grundsatzurteil entschieden, dass es für eine etwaige Haftung im Fall der wirtschaftlichen Neugründung allerdings nicht - wie vom Insolvenzverwalter behauptet - auf den Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung, sondern lediglich den Zeitpunkt der Neugründung ankommt. Am 14. Februar 2012 hat der Insolvenzverwalter zusätzlich zu seiner unbezifferten Feststellungsklage hilfsweise einen Zahlungsantrag gestellt und zudem weitere Ansprüche geltend gemacht. Wegen der angeblichen wirtschaftlichen Neugründung verlangte der Insolvenzverwalter mit seinem Hilfsantrag die Zahlung von mindestens €1,71 Milliarden zuzüglich Zinsen. Am 15. Juni 2012 hat der Insolvenzverwalter seinen Zahlungsantrag vom 14. Februar 2012 erhöht. Seinen angeblichen Anspruch aus wirtschaftlicher Neugründung beziffert der Insolvenzverwalter nunmehr mit mindestens rund €3,35 Milliarden zuzüglich Zinsen. Außerdem stützt er einen wesentlichen Teil seiner Ansprüche zusätzlich auf die - schon im August 2011 unbeziffert außergerichtlich geltend gemachte - sogenannte Differenzhaftung. Dem liegt die Behauptung zugrunde, das von Infineon ausgegliederte Speichergeschäft habe von Anfang an einen negativen Wert in Milliardenhöhe gehabt. Die Differenz zum geringsten Ausgabebetrag der an Infineon im Zuge der Ausgliederung von Qimonda ausgegebenen Aktien habe Infineon dem Insolvenzverwalter zu erstatten. Weiterhin macht der Insolvenzverwalter einen Zahlungsanspruch aus Qimonda angeblich zu Unrecht weiterbelasteten Beraterkosten im Zusammenhang mit dem Qimonda-Börsengang von €10 Millionen geltend. Die behauptete Differenzhaftung steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden, und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestelltem Sacheinlage- und Nachgründungsprüfer. In ihrem damaligen Wertgutachten kam die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien - wie vom Gesetz gefordert - durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Außerdem hat Infineon im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche mehrere gutachterliche Stellungnahmen in Auftrag gegeben, die ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Einwendungen gegen die Bewertung der Sacheinlage nicht bestehen. Der Rechtsstreit fokussiert sich mittlerweile auf die wegen angeblich fehlender Werthaltigkeit geltend gemachten Ansprüche. Am 29. August 2013 hat das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen zur Klärung der vom Insolvenzverwalter aufgeworfenen Bewertungsfragen bestellt, der sich auch mit technischen Fragestellungen beschäftigt. Der Rechtsstreit wird von beiden Parteien mit sehr hohem Aufwand geführt. Die Parteien haben bereits eine Vielzahl äußerst umfangreicher Schriftsätze ausgetauscht. Für beide Seiten sind zahlreiche Experten und Sachverständige tätig, die den jeweiligen Parteivortrag mit Gutachten und Stellungnahmen stützen. Am 21. September 2018 hat der gerichtlich bestellte Sachverständige in Abstimmung mit den Parteien einen Zwischenbericht über seine vorläufige Einschätzung zum Wert der Sacheinlagen vorgelegt. Die Gesellschaft ist grundsätzlich bereit, auf Basis dieses Zwischenberichts Gespräche über eine außergerichtliche Beilegung des Rechtsstreits zu führen. Es ist derzeit nicht absehbar, ob der Rechtsstreit tatsächlich durch eine außergerichtliche Einigung beendet werden kann und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, wann es zu einer erstinstanzlichen gerichtlichen Entscheidung kommt. Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHGInfineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Mit den meisten wesentlichen Nachhaftungsgläubigern konnten zwischenzeitlich Vergleiche erzielt werden. Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit QimondaInfineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken, von denen Infineon zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich zu einer Zahlung führen können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen -, und wenn die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann. Wie oben beschrieben, sieht sich Infineon im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Qimonda und deren Tochtergesellschaften bestimmten Risiken ausgesetzt. Zum 30. September 2018 hat Infineon daher unter Würdigung des Zwischenberichts des gerichtlich bestellten Sachverständigen Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda von insgesamt €201 Millionen bilanziert. Darin sind im Wesentlichen Rückstellungen für den weiterhin anhängigen Rechtsstreit um die angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung inklusive Verteidigungskosten enthalten. Zum 30. September 2017 beliefen sich die Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda auf €32 Millionen. Es gibt keine Sicherheit, dass die für Qimonda erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die sich im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, insbesondere mit den oben dargestellten Angelegenheiten, ergeben können. Außerdem könnten möglicherweise Verpflichtungen und Risiken eintreten, die momentan nicht als wahrscheinlich angesehen werden und daher nicht von den Rückstellungen erfasst sind und insoweit eine Eventualverbindlichkeit darstellen. Sollten die in dem Rechtsstreit aus wirtschaftlicher Neugründung und Differenzhaftung geltend gemachten Ansprüche Bestand haben, könnten - über die gebildeten Rückstellungen hinaus -erhebliche finanzielle Verpflichtungen für Infineon entstehen, welche einen negativen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. SonstigesGegen Infineon laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit der jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen. Infineon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren jeweils kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte. Darüber hinaus ist Infineon im Zusammenhang mit seiner jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit vielfältigen rechtlichen Risiken ausgesetzt, die bisher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führten. Dazu zählen unter anderem Risiken aus Produkthaftungs-, Umwelt-, Kapitalmarkt-, Antikorruptions-, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie sonstigen Compliance-Vorschriften. In diesem Zusammenhang könnte Infineon auch für Gesetzesverstöße einzelner Mitarbeiter oder Dritter in Anspruch genommen werden. Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen gemäß § 285 Nr. 21 HGBDie Infineon Technologies AG nimmt im normalen Geschäftsbetrieb Transaktionen mit verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, vor ("nahestehende Unternehmen"). Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens wie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen"). In den Geschäftsjahren 2018 und 2017 gab es keine Transaktionen zwischen der Gesellschaft und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise die vertragliche Vergütung hierfür hinausgehen. Die Gesellschaft bezieht bestimmte Vorprodukte und Leistungen von und verkauft bestimmte Produkte und Leistungen an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen erfolgen in der Regel zu Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2018 und 2017 werden zunächst in Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen die Infineon Technologies AG beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf beziehungsweise Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -verbindlichkeiten beinhalten die gewährten und geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt jeweils €1.052 Millionen beziehungsweise €496 Millionen zum 30. September 2018 und 2017. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt €1.575 Millionen und €1.302 Millionen zum 30. September 2018 und 2017. Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €3.389 Millionen und €3.924 Millionen in den Geschäftsjahren 2018 und 2017, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €1.595 Millionen und €1.967 Millionen in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 betrugen. Vorstand und AufsichtsratVergütungen im Geschäftsjahr 2018Die im Geschäftsjahr 2018 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von €3,7 Millionen (Vorjahr: €3,4 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von €3,6 Millionen (Vorjahr: €3,8 Millionen). Diese setzte sich aus einem Short Term Incentive in Höhe von €1,9 Millionen (Vorjahr: €2,0 Millionen) und einem Mid Term Incentive in Höhe von €1,7 Millionen (Vorjahr: €1,8 Millionen) zusammen. Darüber hinaus erhielt der Vorstand einen Long Term Incentive (LTI), welcher seit dem Geschäftsjahr 2014 in Form von Performance Shares gewährt wird. Der aus dem LTI resultierende Aufwand belief sich auf €0,8 Millionen (Vorjahr: €0,9 Millionen). Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018 gewährte Gesamtvergütung betrug €8,1 Millionen (Vorjahr: €8,1 Millionen). Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG einschließlich des an sie gezahlten Sitzungsgelds betrug im Geschäftsjahr 2018 €2,0 Millionen (Vorjahr: €2,0 Millionen). Die bei Infineon beschäftigten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bezogen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Gehalt. Den früheren Mitgliedern des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2018 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) in Höhe von €1,5 Millionen gewährt (Vorjahr: €1,3 Millionen). Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2018 insgesamt €54,3 Millionen (Vorjahr: €49,8 Millionen). Weder die Infineon Technologies AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt. In den Geschäftsjahren 2018 und 2017 gab es keine weiteren bedeutenden Transaktionen zwischen Infineon und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise die vertragliche Vergütung hierfür hinausgehen. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 285 Nr. 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und Konzernlageberichts ist. Der VorstandIm Geschäftsjahr 2018 setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen: scroll
Der AufsichtsratDie Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2018, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf und deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien sind nachfolgend dargestellt: scroll
Ausschüsse des AufsichtsratsVermittlungsausschussDr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Johann Dechant Hans-Ulrich Holdenried Jürgen Scholz PräsidialausschussDr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Johann Dechant Gerhard Hobbach Hans-Ulrich Holdenried Investitions-, Finanz- und PrüfungsausschussDr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Johann Dechant Dr. Wolfgang Eder Annette Engelfried Strategie- und TechnologieausschussPeter Bauer (Vorsitzender) Dr. Wolfgang Eder Peter Gruber Hans-Ulrich Holdenried Dr. Susanne Lachenmann Jürgen Scholz NominierungsausschussDr. Wolfgang Eder (Vorsitzender) Prof. Dr. Renate Köcher Dr. Manfred Puffer Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats an Aktien der Infineon Technologies AG einzeln oder gesamt betrug zum 30. September 2018 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist: Infineon Technologies AG, Am Campeon 1-15, D-85579 Neubiberg (Deutschland). Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktGDie Gesellschaft hatte am 9. Mai 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Aktienrückkauf, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilt wurde, Gebrauch zu machen. Der Aktienrückkauf diente ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung, der Bedienung von Wandelanleihen und der Zuteilung von Aktien an Mitarbeiter, Organmitglieder von verbundenen Unternehmen und Mitglieder des Vorstands und erfolgte im Übrigen nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der EG-VO, jeweils in der damals geltenden Fassung. Im Geschäftsjahr 2013 wurden bis zur Beendigung des Programms zum 31. März 2013 Put-Optionen über 6 Millionen Aktien ausgeübt, die zum 30. September 2018 weiterhin im Bestand der Gesellschaft sind. Diese Aktien entsprechen einem Betrag von nominal €12 Millionen beziehungsweise 0,53 Prozent des Grundkapitals zum 30. September 2018. Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktGFür Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktG verweisen wir auf die Ausführungen zum genehmigten Kapital. Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktGNach § 33 Abs. 1 des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. In die Berechnung des Stimmrechtsanteils sind neben den Stimmrechten aus Aktien, die dem Aktionär gehören, auch solche Stimmrechte einzubeziehen, die ihm nach § 34 WpHG zugerechnet werden. Der Gesellschaft wurden folgende zum 30. September 2018 bestehende Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an die Gesellschaft entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):
Alle der Gesellschaft nach §§ 31 ff. WpHG zugegangenen Mitteilungen sind über die Internet-Seite der Gesellschaft beziehungsweise die Internet-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität mbH einsehbar. Angabe gemäß § 161 AktGDie nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärungen") veröffentlicht. Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11a HGBscroll
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Bei einigen Tochtergesellschaften wurde auf
die Einbeziehung in den Konzernabschluss wegen untergeordneter Bedeutung
verzichtet. Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen und sind zum Teil vorläufig. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital und für das Ergebnis mit dem Stichtagskurs zum 30. September 2018. Ereignisse nach dem BilanzstichtagBis zur Aufstellung des Jahresabschlusses ereigneten sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Neubiberg, 20. November 2018 Infineon Technologies AG Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel Jochen Hanebeck Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Infineon Technologies AG, NeubibergVermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG, Neubiberg, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2018 und der Gewinn- und-Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Infineon Technologies AG und des Konzerns (im Folgenden "Lagebericht") für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für unsere PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Risiken im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda AGZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Anhang. Die der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen finden sich unter dem Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze unter dem Unterabschnitt Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Die Angaben zu den rechtlichen Risiken sind unter dem Abschnitt sonstige Angaben im Unterabschnitt Rechtsstreitigkeiten und staatliche Untersuchungsverfahren dargestellt. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSFür Risiken im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda AG wurden zum 30. September 2018 Rückstellungen in Höhe von EUR 201 Mio (zum 30. September 2017 EUR 32 Mio) gebildet. Außerdem wurden Erläuterungen zu den damit zusammenhängenden Risiken in den Anhang aufgenommen. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft zugeordnet waren, aus der Infineon Technologies AG ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in die Qimonda AG eingebracht. Am 23. Januar 2009 hat die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt, das am 1. April 2009 eröffnet wurde. Aus der Insolvenz der Qimonda AG haben sich verschiedene Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt. Die Rechtsstreitigkeiten fokussieren sich auf die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche im Zusammenhang mit der Bewertung der Sacheinlagen in die Qimonda AG. Die Bewertung der Sacheinlagen durch Infineon erfolgte unter Verwendung eines Gutachtens. Am 21. September 2018 hat der gerichtlich bestellte Sachverständige seine vorläufige Wertermittlung des Ertragswerts der Sacheinlagen (in einer Bandbreite) in Form eines Zwischenberichts vorgelegt. Der Ansatz einer Rückstellung oder weitere Angaben zu Risiken aus der Insolvenz der Qimonda AG sind in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands unter Würdigung des Zwischenberichts des gerichtlich bestellten Sachverständigen abhängig. Gleiches gilt für die Bewertung gebildeter Rückstellungen. Damit bestehen Risiken für die gesetzeskonforme Abbildung der betreffenden Risiken sowie deren Bewertung. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGIm Rahmen unserer Prüfung haben wir den von der Gesellschaft eingerichteten Prozess, der die Erfassung, die Einschätzung hinsichtlich des Verfahrensausgangs sowie die Darstellung des Rechtsstreits im Abschluss sicherstellt, beurteilt. Wir haben regelmäßig Gespräche mit dem Vorstand und der internen Rechtsabteilung der Gesellschaft geführt, um uns über die aktuellen Entwicklungen und Gründe, die zu den entsprechenden Einschätzungen geführt haben, ein Verständnis zu verschaffen. Hierzu holten wir eine schriftliche Stellungnahme der Gesellschaft ein. Durch Einsichtnahme in die der Einschätzung des Vorstands zugrunde liegenden Dokumente, insbesondere die schriftliche Stellungnahme des gerichtlich bestellten Sachverständigen, haben wir die Wahrscheinlichkeitsbeurteilung der Inanspruchnahme durch den Vorstand nachvollzogen. Für die Prüfung der von dem Vorstand getroffenen Risikoeinschätzung holten wir eine externe Rechtsanwaltsbestätigung ein. Zusätzlich haben wir den von der Gesellschaft beauftragten Bewertungsgutachter zu den für die Gesellschaft erstellten Stellungnahmen im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche befragt und die methodische Angemessenheit unter Hinzuziehung eines Bewertungsspezialisten gewürdigt. Schließlich haben wir uns von der Vollständigkeit der Angaben im Anhang überzeugt. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie Annahmen des Vorstands sind insgesamt ausgewogen und angemessen. Die Angaben im Anhang sind vollständig und angemessen. Die Werthaltigkeit der FinanzanlagenZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Anhang zum Jahresabschluss. Die der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen finden sich im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze unter dem Unterabschnitt Anlagevermögen. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSIm Jahresabschluss der Infineon Technologies AG zum 30. September 2018 werden unter den Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 6.127 Mio ausgewiesen. Der Anteil der Finanzanlagen an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 52% und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für die wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen mithilfe des Discounted-Cashflow-Verfahren. Zusätzlich werden teilweise vereinfachte Kennzahlen-Bewertungsmethoden verwendet. Die für das Discounted-Cashflow-Verfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, so wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist. Die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren ist komplex und hinsichtlich der getroffenen Annahmen in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten, die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze sowie die Einschätzung der Dauerhaftigkeit der Wertminderung. Die Geschäftsaussichten im Bereich Halbleiter sind trotz Wettbewerbsintensität weiter positiv. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2018 nicht vorgenommen. Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Finanzanlagen nicht werthaltig sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGUnsere Prüfung haben wir risikoorientiert durchgeführt. Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Anteilen Anhaltspunkte für einen Abschreibungsbedarf bestehen. Anschließend haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie des Bewertungsmodells der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit anderen intern verfügbaren Prognosen, z.B. für steuerliche Zwecke, und dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus mögliche Veränderungen des Kapitalisierungszinssatzes, der erwarteten Zahlungsströme bzw. der langfristigen Wachstumsrate auf den beizulegenden Wert untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Bewertungsergebnissen der Gesellschaft verglichen haben. Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDas der Werthaltigkeitsprüfung der Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind sachgerecht. Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDer Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 22. Februar 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. Mai 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 1999/2000 als Abschlussprüfer der Infineon Technologies AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Pritzer.
München, den 20. November 2018 KPMG AG Braun, Wirtschaftsprüfer Pritzer, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsrats an die HauptversammlungSehr geehrte Damen und Herren,Infineon bleibt auf Erfolgs- und Wachstumskurs. Davon zeugen vor allem zwei Meldungen, mit denen das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr an die Öffentlichkeit gegangen ist. Zum einen wird Infineon an seinem Standort im österreichischen Villach eine neue 300-Millimeter-Fabrik für Leistungshalbleiter errichten und dafür über einen Zeitraum von sechs Jahren insgesamt rund €1,6 Milliarden investieren. Zum anderen hat der Vorstand das Zielgeschäftsmodell, das vor allem die Planungen des Unternehmens in Bezug auf Umsatz, Segmentergebnis-Marge und Investitionsquote abbildet, angepasst und auf ein stärkeres Langfristwachstum ausgerichtet. Der Aufsichtsrat hat beide Vorstandsentscheidungen nach ausführlicher Erörterung mitgetragen. Denn globale Entwicklungen wie der Klimawandel, demografische Veränderungen und die zunehmende Digitalisierung werden das Wachstum von Infineon in den nächsten Jahren weiter antreiben. Elektrofahrzeuge, vernetzte batteriebetriebene Geräte, Rechenzentren und auch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen benötigen effiziente und zuverlässige Leistungshalbleiter. In seinen Märkten hat sich Infineon dank führender Technologien und intelligenter Fertigungsstrategien eine ausgezeichnetePosition erarbeitet. Die sich dadurch auch künftig bietenden Chancen für ein fortgesetztes, nachhaltiges Wachstum wird Infineon nutzen. Wie in den vergangenen Jahren ist es uns ein besonderes Anliegen, dass Sie als Aktionäre am Erfolg und Wachstum von Infineon teilhaben, nicht zuletzt auch durch eine angemessene Dividende. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen daher erneut eine Erhöhung, in diesem Jahr auf €0,27 je Aktie. Tätigkeitsschwerpunkte des AufsichtsratsAuch im Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit größter Sorgfalt wahrgenommen. Wir haben den Vorstand gleichermaßen konstruktiv beraten und überwacht. Grundlage dafür waren vor allem die ausführlichen Berichte des Vorstands in den Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen über die aktuelle Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle, die Quartalsabschlüsse sowie die Unternehmensplanung. Der Vorstand stimmte nicht nur die strategische Ausrichtung, sondern auch wesentliche operative Themen mit uns ab. Der Aufsichtsrat hatte immer ausreichend Gelegenheit, sich mit den Berichten und den Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen. Wir haben uns dabei von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsleitung überzeugt. In der quartalsweisen schriftlichen Berichterstattung wurde der Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf, die wesentlichen Finanzdaten, Risiken und Chancen, bedeutende Rechtsstreitigkeiten sowie andere wichtige Einzelthemen in Kenntnis gesetzt. Zwischen den Quartalsberichten informierte uns der Vorstand zusätzlich in Monatsberichten über die aktuelle Geschäftslage. Als Vorsitzende des Aufsichtsrats standen zunächst Herr Wolfgang Mayrhuber und - nach seinem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat am 22. Februar 2018 - sodann ich darüber hinaus in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorsitzenden des Vorstands und dem Finanzvorstand. Gleiches gilt für Herrn Peter Bauer und mich in unseren Funktionen als Vorsitzende des Strategie- und Technologieausschusses beziehungsweise des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses. Über für das Unternehmen wesentliche Ereignisse wurde ich durch den Vorsitzenden des Vorstands stets unverzüglich und unabhängig von den Sitzungen informiert. Im Geschäftsjahr 2018 fanden insgesamt sieben Sitzungen (davon fünf ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen) sowie eine schriftliche Beschlussfassung des Aufsichtsratsplenums statt. Darauf bezogen lag die Präsenz bei knapp 92 Prozent. Entschuldigt fehlten Herr Dr. Diess, Frau Engelfried und Herr Dr. Puffer bei jeweils zwei Sitzungen sowie Herr Holdenried, Frau Picaud und Frau Prof. Köcher bei jeweils einer Sitzung. Bei den Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse betrug die Präsenz gut 96 Prozent. Herr Dr. Eder ließ sich für eine Sitzung des Strategie- und Technologieausschusses entschuldigen, Herr Holdenried für eine Präsidialausschusssitzung. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben damit im abgelaufenen Geschäftsjahr an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen. Finanz- und InvestitionsplanungIn der Sitzung vom 21. November 2017 billigte der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses die vom Vorstand vorgelegte Finanz- und Investitionsplanung einschließlich des Investitionsgesamtbudgets für das Geschäftsjahr 2018. In der Sitzung vom 16. Mai 2018 stimmte der Aufsichtsrat - ebenfalls auf Empfehlung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses - einer Erhöhung des zuvor beschlossenen Investitionsgesamtbudgets zu. Strategische Ausrichtung des Unternehmens; WachstumsperspektivenWie schon in den vergangenen Jahren fand auch im Berichtsjahr wieder eine eigens für die Behandlung strategischer Themen reservierte Sitzung des Aufsichtsratsplenums statt. In dieser Strategiesitzung stellte der Vorstand die globalen Megatrends und spezifische Markt- und Produkttrends dar, erklärte die externen Einflüsse auf die Halbleiterindustrie, etwa die Risiken aus globalen Handelskonflikten, beschrieb die Positionierung Infineons im internationalen Wettbewerb und erläuterte die unter Berücksichtigung der vorgenannten Rahmenparameter entwickelte Unternehmensstrategie. Vor diesem Hintergrund wurde intensiv die strategische Ausrichtung des Unternehmens diskutiert - angefangen beim Ausbau der Kompetenzen in den Kernmärkten über die Verbreiterung des Produktportfolios bis hin zur Optimierung der Fertigungsstrategie. Des Weiteren ging es im Rahmen der Strategiesitzung auch um die Frage, inwieweit sich Infineon stärker im Bereich der Entwicklung von Software für den Einsatz in den vom Unternehmen produzierten Hardware-Komponenten engagieren sollte. Teil der Unternehmensstrategie ist nachhaltiges Wachstum. Die entsprechenden Wachstumsperspektiven wurden ebenfalls in der Strategiesitzung behandelt, waren in Bezug auf konkrete Entscheidungsvorlagen des Vorstands aber auch Gegenstand weiterer Aufsichtsratssitzungen. Wie eingangs erwähnt, befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit der geplanten Großinvestition in Villach (Österreich) zum Bau einer neuen Fabrik für Leistungshalbleiter und der Anpassung des Zielgeschäftsmodells von Infineon an die erwartete Wachstumsdynamik und stimmte beiden Vorstandsentscheidungen zu. Daneben beschäftigte sich der Aufsichtsrat auch weiterhin mit möglichen Opportunitäten im M&A-Bereich. Zur unmittelbaren Entscheidung stand eine Desinvestition, nämlich der Verkauf der RF-Power-Produktlinie an das amerikanische Halbleiterunternehmen Cree, Inc. für etwa €345 Millionen. Infineon und Cree arbeiten seit Langem als Technologieführer zusammen. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung des Vorstands, dass die Abgabe des verkauften Geschäfts an Cree unternehmerisch sinnvoll ist und auch für die betroffenen Mitarbeiter eine gute Perspektive darstellt. Der Aufsichtsrat hat der Transaktion daher seine Zustimmung erteilt. Vorstandsbezogene PersonalthemenVerlängerung von VorstandsmandatenAngesichts der erfolgreichen Arbeit des Vorstands hat der Aufsichtsrat zum einen entschieden, das zum 31. Dezember 2018 auslaufende Mandat von Herrn Asam um fünf weitere Jahre und damit bis zum 31. Dezember 2023 zu verlängern. Zum anderen wurden die zum 30. Juni 2019 auslaufenden Mandate von Herrn Dr. Gassel und Herrn Hanebeck ebenfalls um fünf weitere Jahre bis zum 30. Juni 2024 verlängert. Der Aufsichtsrat würdigt mit den Mandatsverlängerungen die ausgezeichneten Beiträge der Vorstandsmitglieder zum nachhaltigen, profitablen Wachstumskurs des Unternehmens und dankt ihnen für die geleistete, herausragende Arbeit. Diversitätskonzept zur Zusammensetzung des VorstandsDie europäische Corporate Social Responsibility (CSR)-Richtlinie beziehungsweise das deutsche CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz sieht für große börsennotierte Gesellschaften wie Infineon vor, dass diese über die für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats verfolgten Diversitätskonzepte berichten. Für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats gibt es bei Infineon bereits seit Längerem ein solches Diversitätskonzept. In dem vom Aufsichtsrat für die eigene Zusammensetzung beschlossenen (zuletzt im August 2017 aktualisierten) Kompetenzprofil und Zielekatalog geht es neben allgemeinen Besetzungskriterien nicht zuletzt auch um Diversitätsaspekte. Für die Zusammensetzung des Vorstands existierte hingegen bislang kein dezidiertes Diversitätskonzept. Der Aufsichtsrat hat sich daher eingehend mit dieser Thematik befasst und im Berichtsjahr ein umfängliches Diversitätskonzept beschlossen. Dabei ist dem Aufsichtsrat wichtig, dass für die Entscheidung über die Besetzung einer konkreten Vorstandsposition stets das Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls maßgeblich sein muss. Im Vordergrund soll dabei die fachliche und persönliche Eignung stehen. Es ist sicherzustellen, dass die Mitglieder des Vorstands insgesamt über die zur bestmöglichen Erfüllung der Vorstandsaufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, wie sie für ein Technologieunternehmen erforderlich sind. Im Rahmen dieser Anforderungen berücksichtigt der Aufsichtsrat auch Diversitätsaspekte, insbesondere Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund sowie Internationalität. Dabei ist das Ziel, neben der höchstmöglichen individuellen Eignung der einzelnen Mitglieder durch eine diverse Zusammensetzung des Vorstands unterschiedliche Perspektiven in die Unternehmensleitung einfließen zu lassen. Die jeweiligen Diversitätsaspekte sind somit integraler Bestandteil, aber nicht ausschließliches Kriterium bei Besetzungsentscheidungen. Die Zielquote für den Frauenanteil im Vorstand liegt unverändert bei 20 Prozent. Näheres zu den Diversitätskonzepten (sowohl für die Zusammensetzung des Vorstands als auch des Aufsichtsrats), deren Zielen, der Art und Weise ihrer Umsetzung und den im Berichtsjahr erreichten Ergebnissen finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung auf der Internet-Seite von Infineon. @ www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung VorstandsvergütungIn Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) lässt der Aufsichtsrat das Vorstandsvergütungssystem regelmäßig durch einen unabhängigen Vergütungsexperten sowohl auf seine rechtliche Konformität als auch auf seine Angemessenheit überprüfen. Eine solche Überprüfung hatte zuletzt im Jahr 2016 stattgefunden. Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr erneut einen unabhängigen externen Vergütungsexperten beauftragt, das Vergütungssystem bei Infineon sowie die Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder zu überprüfen. Der Vergütungsexperte ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vergütungssystem sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den Kodexempfehlungen entspricht. Insbesondere sei die Vorstandsvergütung im Vergleich zum Markt üblich und angemessen sowie die variable Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Zudem seien die Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder grundsätzlich angemessen. Ungeachtet dessen ergäben sich aber insbesondere beim Vorsitzenden des Vorstands Spielräume für eine Anhebung der Vergütung. Die Ergebnisse der Überprüfung durch den Vergütungsexperten wurden am 25. Oktober 2018 im Präsidialausschuss und am 20. November 2018 im Plenum eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung des Vergütungsexperten. Bereits im Geschäftsjahr 2017 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, den Zuteilungstag für die den Vorstandsmitgliedern als langfristige Vergütungskomponente (Long Term Incentive, LTI) zu gewährenden Performance Shares vom 1. Oktober auf den 1. März eines Geschäftsjahres zu verschieben. Diese Änderung ist erstmals für die Zuteilung im Geschäftsjahr 2018 zur Anwendung gekommen. Nach umfassenden, durch den Präsidialausschuss vorbereiteten Diskussionen im Aufsichtsrat wurde eine neue, vereinfachte Regelung für die Behandlung laufender LTI-Tranchen im Falle des Ausscheidens eines Vorstandsmitglieds beschlossen, die mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 in Kraft getreten ist. Einzelheiten dazu sind im Vergütungsbericht ausführlich dargestellt. Am Ende des Berichtsjahres ist das zweite Mal eine Tranche von Performance Shares fällig geworden. Da die vorgesehene Performance-Hürde übertroffen wurde, war die im Jahr 2014 zugeteilte Tranche nach Ablauf der vierjährigen Haltefrist nunmehr in vollem Umfang zu erfüllen. Wie im Vorjahr hat der Aufsichtsrat beschlossen, den aus dieser Tranche resultierenden Anspruch der Vorstandsmitglieder nicht in Aktien, sondern in bar zu erfüllen. Damit wird eine Gleichbehandlung zu den Infineon-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern erreicht, für die der Vorstand ebenfalls eine Barerfüllung der aktuellen Tranche beschlossen hat. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung - insbesondere zu den im Geschäftsjahr 2018 im Einzelnen gezahlten Bezügen -entnehmen Sie bitte dem ausführlichen Vergütungsbericht im Geschäftsbericht. RechtsstreitigkeitenDer Aufsichtsrat wurde auch im Geschäftsjahr 2018 regelmäßig und ausführlich über wichtige Rechtsstreitigkeiten informiert und hat sich über diese eingehend mit dem Vorstand beraten. Hierzu zählten insbesondere der vor den europäischen Gerichten geführte Rechtsstreit gegen die von der EU-Kommission 2014 verhängte kartellrechtliche Geldbuße sowie die Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter der Qimonda AG über einen angeblichen Differenzhaftungsanspruch. Corporate GovernanceEntsprechenserklärung 2018Die Entsprechenserklärung aus dem November 2017 wurde durch die Erklärung aus dem Februar 2018 insoweit aktualisiert, als ich in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 22. Februar 2018 parallel zu meiner bisherigen Funktion als Vorsitzender des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt wurde. Vorstand und Aufsichtsrat haben eine Abweichung von Ziffer 5.3.2 Abs. 3 Satz 3 DCGK erklärt, wonach der Vorsitzende des Aufsichtsrats nicht zugleich den Vorsitz im Prüfungsausschuss innehaben soll. Die Abweichung wurde damit begründet, dass es im Unternehmensinteresse liegt, dass ich meine Finanzexpertise und langjährige Erfahrung in Angelegenheiten des Prüfungsausschusses auch weiterhin als Vorsitzender des Prüfungsausschusses einbringe. In der aktuellen Entsprechenserklärung aus dem November 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat erklärt, dass mit der oben beschriebenen Ausnahme einer Abweichung von Ziffer 5.3.2 Abs. 3 Satz 3 DCGK ansonsten sämtlichen Empfehlungen entsprochen wurde und die Gesellschaft ihnen auch zukünftig entsprechen wird. Die Entsprechenserklärungen im Wortlaut finden Sie auf der Internet-Seite von Infineon. @ www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/corporate-governance/declaration-of-compliance/ Effizienzprüfung der Tätigkeit des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat überprüft jährlich die Effizienz seiner Tätigkeit. Nachdem die Prüfung im Geschäftsjahr 2017 mit der Unterstützung eines externen, unabhängigen Beraters durchgeführt wurde, hat der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit im Berichtsjahr wieder mittels eines strukturierten Fragebogens vorbereitet. Die Prüfung hat ein positives Bild der Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Zusammenarbeit mit dem Vorstand ergeben. Nennenswerte Defizite konnten nicht festgestellt werden. Prüfung möglicher InteressenkonflikteDie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen dem Aufsichtsrat etwaige Interessenkonflikte unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2018 sind von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte mitgeteilt worden. Der DCGK verlangt vor der Übernahme von Nebentätigkeiten, insbesondere externer Aufsichtsratsmandate, durch Mitglieder des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat beziehungsweise der Präsidialausschuss haben im Berichtsjahr Mandaten von Herrn Dr. Ploss und Herrn Dr. Gassel zugestimmt; diesbezügliche Interessenkonflikte waren nicht erkennbar. Weitere Ausführungen zur Corporate Governance finden sich im Corporate Governance Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat sowie in der Erklärung zur Unternehmensführung. Beide Dokumente sind über die Internet-Seite von Infineon öffentlich zugänglich. Dort stehen auch sämtliche Geschäftsordnungen der Organe der Gesellschaft beziehungsweise ihrer Ausschüsse zur Verfügung. @ www.infineon.com/corporate-governance-bericht @ www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung Zusammensetzung des Aufsichtsrats; AusschussarbeitZusammensetzung des AufsichtsratsMit Wirkung zur Beendigung der Hauptversammlung am 22. Februar 2018 hat Herr Mayrhuber sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied und -vorsitzender niedergelegt. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats, aber auch des Vorstands und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens danke ich Herrn Mayrhuber herzlich für sieben außerordentlich verdienstvolle und erfolgreiche Jahre an der Spitze unseres Aufsichtsrats. Herr Mayrhuber hat mit seiner Kompetenz und seinem Weitblick verbunden mit seiner konstruktiven und verbindlichen Art einen erheblichen Anteil am Erfolg von Infineon. Ich freue mich, dass Herr Mayrhuber dem Unternehmen als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats auch weiterhin verbunden bleiben wird. Zur Besetzung des frei werdenden Aufsichtsratsmandats war die Wahl eines neuen Aufsichtsratsmitglieds erforderlich. Auf Empfehlung des Nominierungsausschusses und Vorschlag des Aufsichtsrats hat die Hauptversammlung am 22. Februar 2018 Herrn Dr. Wolfgang Eder in den Aufsichtsrat gewählt. In der Aufsichtsratssitzung unmittelbar im Anschluss an die Hauptversammlung wurde ich als Nachfolger von Herrn Mayrhuber zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Damit verbunden ist der Vorsitz sowohl im Vermittlungs- als auch im Präsidialausschuss. Herr Dr. Eder wurde in den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss, den Strategie- und Technologieausschuss sowie den Nominierungsausschuss gewählt; den Nominierungsausschuss leitet Herr Dr. Eder als Vorsitzender. AusschussarbeitDie Ausschüsse bereiten Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie Themen für die Plenumssitzungen vor. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat im gesetzlich zulässigen Rahmen bestimmte Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Ausschussvorsitzenden berichten dem Aufsichtsrat aus den Sitzungen der Ausschüsse routinemäßig in der jeweils nachfolgenden Plenumssitzung. Nominierungs- und VermittlungsausschussDer Nominierungsausschuss trat im Berichtsjahr zu einer Sitzung zusammen und beschloss, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, der Hauptversammlung Herrn Dr. Wolfgang Eder zur Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Dieser Entscheidung waren mehrere Sitzungen des Nominierungsausschusses im Geschäftsjahr 2017 vorausgegangen, in denen auch die Nachfolge auf der Anteilseignerbank insgesamt erörtert wurde. Der Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden. PräsidialausschussIm Berichtsjahr fanden eine ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen statt. Der Schwerpunkt der ordentlichen Sitzung lag in der Vorbereitung der Beschlussfassungen des Aufsichtsrats zur Festlegung der variablen Vergütung des Vorstands. Hierzu gehörten insbesondere die Bestimmung der Zielerreichungsgrade für das Geschäftsjahr 2017 sowie die Festlegung neuer Zielwerte für das Geschäftsjahr 2018. Des Weiteren ging es um die Anpassung der LTI-Ausscheidensregelung sowie die anstehenden Mandatsverlängerungen. In den außerordentlichen Sitzungen wurde das LTI-Thema weiter vertieft und ein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands beraten. Des Weiteren hat der Präsidialausschuss einer neuen Dienstreiseregelung für den Vorstand zugestimmt. Investitions-, Finanz- und PrüfungsausschussIm Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses statt. Die Schwerpunkte der Ausschusstätigkeit waren die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Prüfung des Halbjahresabschlusses und der Quartalsabschlüsse, die Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern sowie die Erörterung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Zudem prüfte der Ausschuss die Finanz- und Investitionsplanung. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss mit der Wirksamkeit des internen Kontroll- und Revisionssystems, des Risikomanagementsystems und des Compliance-Management-Systems. Die Ausschussmitglieder ließen sich zudem regelmäßig vom Compliance-Officer berichten. Auch wurde der Ausschuss kontinuierlich über die wesentlichen Rechtsstreitigkeiten informiert. Bevor der Ausschuss dem Aufsichtsratsplenum empfahl, der Hauptversammlung 2018 die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München ("KPMG") als Abschlussprüfer vorzuschlagen, wurde eine Unabhängigkeitserklärung der KPMG eingeholt. Des Weiteren hat sich der Ausschuss eingehend mit den von KPMG erbrachten Nichtprüfungsleistungen befasst. Es wurden dabei keine Anhaltspunkte für Ausschluss- oder Befangenheitsgründe oder für eine Gefährdung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers festgestellt. Der Empfehlung lag zudem die Erklärung des Ausschusses zugrunde, dass seine Empfehlung frei von ungebührlicher Einflussnahme durch Dritte sei und ihm keine die Auswahlmöglichkeiten beschränkende Klausel im Sinne von Art. 16 Abs. 6 der EU-Abschlussprüferverordnung auferlegt worden sei. Der Ausschuss beschäftigte sich auch mit den Honorarvereinbarungen und erteilte die entsprechenden Prüfungsaufträge. Zudem wurden die ergänzenden Prüfungsschwerpunkte festgelegt. Der Ausschuss befasste sich des Weiteren eingehend mit der CSR-Richtlinie beziehungsweise dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz und den Auswirkungen für die nichtfinanzielle Berichterstattung. Er bereitete die Entscheidung des Aufsichtsratsplenums vor, KPMG mit der freiwilligen Prüfung der gesonderten nichtfinanziellen Berichterstattung mit dem insoweit üblichen Prüfungsmaßstab "limited assurance" zu beauftragen. Der Abschlussprüfer nahm an den Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses teil und berichtete dort ausführlich über die Prüfungstätigkeit. Strategie- und TechnologieausschussDer Strategie- und Technologieausschuss des Aufsichtsrats kam im Berichtsjahr zu drei Sitzungen zusammen. Er ließ sich ausführlich zu den Wachstumsperspektiven des Unternehmens, Elektromobilitätsszenarien und zur Positionierung von Infineon im Vergleich zu den wesentlichen Wettbewerbern berichten. Auch wurden Fertigungsstrategien diskutiert und einzelne Geschäftsbereiche von Infineon näher vorgestellt. Eingehend behandelt wurde im Ausschuss zudem das Thema Digitalisierung bei Infineon. Jahres- und KonzernabschlussKPMG hat den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss zum 30. September 2018 sowie den zusammengefassten Lagebericht für die Infineon Technologies AG und den Infineon-Konzern geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Zudem wurde der Halbjahresabschluss einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Es wurden keine Sachverhalte festgestellt, die zu der Annahme veranlasst hätten, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss oder der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Vorschriften aufgestellt wurden. KPMG ist seit dem Geschäftsjahr 1999 (Rumpfgeschäftsjahr 1. April 1999 bis 30. September 1999) Abschlussprüfer für die Infineon Technologies AG, Konzernabschlussprüfer für den Infineon-Konzern sowie Prüfer für die prüferische Durchsicht der Zwischenfinanzberichte. Herr Karl Braun hat erstmals für das Geschäftsjahr 2012 (1. Oktober 2011 bis 30. September 2012) den Bestätigungsvermerk unterzeichnet, Herr Michael Pritzer erstmals für das Geschäftsjahr 2017 (1. Oktober 2016 bis 30. September 2017). In der Sitzung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses vom 9. November 2018, fortgeführt im Rahmen einer Telefonkonferenz am 19. November 2018, wurde mit dem Abschlussprüfer intensiv über den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und die Gewinnverwendung sowie die Prüfungsergebnisse des Abschlussprüfers diskutiert. Hierbei hat sich der Ausschuss ausführlich mit den im Bestätigungsvermerk dargestellten besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) und den hierauf bezogenen Prüfungshandlungen des Abschlussprüfers befasst. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss hat beschlossen, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, die vorgelegten Abschlüsse nach deren Aufstellung durch den Vorstand zu billigen und die beabsichtigte Gewinnverwendung mitzutragen. In der Sitzung des Aufsichtsrats vom 20. November 2018 lagen dem Aufsichtsrat der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die schriftlichen Berichte der KPMG über die Prüfung vor. Der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses erläuterte in dieser Sitzung ausführlich die entsprechenden Empfehlungen des Ausschusses. Zudem wurden alle wesentlichen abschluss- und prüfungsrelevanten Themen, einschließlich der Key Audit Matters, mit dem Abschlussprüfer ausführlich erörtert und vom Aufsichtsrat geprüft. Die Prüfung des Aufsichtsrats umfasste auch die beabsichtigte Ausschüttung einer Dividende von €0,27 je dividendenberechtigte Aktie. Der Aufsichtsrat ist zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen gegen die Abschlüsse und die Prüfung durch den Abschlussprüfer zu erheben sind. Der zusammengefasste Lagebericht entspricht nach der Überzeugung des Aufsichtsrats den gesetzlichen Anforderungen. Der Aufsichtsrat stimmt den Aussagen im Lagebericht zur weiteren Unternehmensentwicklung zu. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung seine Zustimmung erteilt und den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss des Infineon-Konzerns gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Zudem hat sich der Aufsichtsrat dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands angeschlossen. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss sowie das Aufsichtsratsplenum haben sich ferner mit dem im Rahmen der Vorlage des Nachhaltigkeitsberichts vom Vorstand erstmalig erstellten gesonderten nichtfinanziellen Bericht und Konzernbericht für die Infineon Technologies AG zum 30. September 2018 befasst. Die beauftragte KPMG hat eine Prüfung mit dem Maßstab "limited assurance" durchgeführt und einen uneingeschränkten Vermerk erstellt. Die Unterlagen wurden vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss in seiner Sitzung vom 9. November 2018, fortgeführt in einer Telefonkonferenz am 19. November 2018, und vom Aufsichtsrat in der Sitzung vom 20. November 2018 umfassend geprüft. Der Aufsichtsrat hat den gesonderten nichtfinanziellen Bericht und Konzernbericht des Vorstands zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Infineon für ihren großartigen Einsatz und die erneut herausragenden Leistungen im Geschäftsjahr 2018.
Neubiberg, im November 2018 Für den Aufsichtsrat Dr. Eckart Sünner, Vorsitzender des Aufsichtsrats Zusammengefasster LageberichtDieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe ("Infineon" oder "Unternehmen"), bestehend aus der Infineon Technologies AG (nachstehend auch "die Gesellschaft") und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften, mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 hat sich der Name des Segments "Chip Card & Security" in "Digital Security Solutions" geändert. Die Namensänderung hat keine Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, die Strategie oder den Geschäftsumfang. Finanzen und StrategieDas Geschäftsjahr 2018
Umsatzerlöse um 8 Prozent gesteigert; Segmentergebnis-Marge von 17,8 Prozent erzieltIm Geschäftsjahr 2018 erzielte Infineon einen Umsatz von €7.599 Millionen, das entspricht einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €7.063 Millionen und liegt damit innerhalb des zu Beginn des Geschäftsjahres prognostizierten Anstiegs von 9 Prozent plus/minus 2 Prozentpunkte (siehe Kapitel "Prognosebericht"). Damit konnte Infineon zum fünften Mal in Folge die Umsatzerlöse deutlich steigern. Vor allem die starke Nachfrage nach Halbleitern in den Bereichen Automobil, Industrie, Stromversorgungen sowie Hochfrequenz und Sensorik führte zum Umsatzwachstum. Unser umsatzstärkstes Segment Automotive trug mit 55 Prozent mehr als die Hälfte zum Umsatzwachstum von €536 Millionen bei. Demgegenüber verzeichnete das Segment Digital Security Solutions einen Umsatzrückgang von 6 Prozent im Wesentlichen bedingt durch geringere Umsätze im Bereich SIM-Karten für Mobilkommunikation (siehe Kapitel "Die Segmente"). Die tatsächliche Dynamik unseres Geschäfts wurde dabei zum Teil von einer ungünstigen Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses überlagert. Dieser notierte im Jahresdurchschnitt bei 1,19. Wäre er bei dem Wert von 1,11 aus dem Vorjahr geblieben, hätte unser Umsatzwachstum im zurückliegenden Geschäftsjahr bei 12 Prozent gelegen. China ist für Infineon seit mehreren Jahren der wichtigste Absatzmarkt. Das Land steht mit €1.921 Millionen für einen Umsatzanteil von 25 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent). Darauf folgen als größte Einzelmärkte Deutschland mit €1.171 Millionen Umsatz und einem Anteil von 15 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent), die USA mit €719 Millionen und einem Anteil von 9 Prozent (Vorjahr: 10 Prozent) sowie Japan mit €534 Millionen und einem Anteil von 7 Prozent (Vorjahr: 7 Prozent). Infineon ist nicht nur stark gewachsen, sondern auch profitabler geworden. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2018 €1.353 Millionen, ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €1.208 Millionen. Die Segmentergebnis-Marge von 17,8 Prozent (Vorjahr: 17,1 Prozent) lag damit über dem zu Beginn des Geschäftsjahres prognostizierten Wert in Höhe von 17 Prozent im Mittelpunkt der Umsatzprognose und bestätigt unsere im Geschäftsjahr 2018 angepassten Geschäftsziele (siehe Kapitel "Konzernstrategie" beziehungsweise "Prognosebericht"). Verbesserung wesentlicher KonzernkennzahlenDer Konzernjahresüberschuss erhöhte sich bedingt durch den positiven Segmentergebnisbeitrag sowie den Gewinn aus dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc. in Höhe von €270 Millionen bei jedoch gegenläufig höheren Aufwendungen aus nicht fortgeführten Aktivitäten und Ertragsteuern auf €1.075 Millionen (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage"). Das entspricht einem Anstieg um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €790 Millionen. Das daraus resultierende Ergebnis je Aktie betrug im Geschäftsjahr 2018 €0,95 (verwässert und unverwässert) und lag damit um 36 Prozent über dem Vorjahreswert von €0,70 (verwässert und unverwässert). Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte im Berichtszeitraum von €0,85 auf €0,98 verbessert werden (hinsichtlich Details zur Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage"). Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf €618 Millionen, was einem Anstieg um €24 Millionen beziehungsweise 4 Prozent gegenüber €594 Millionen im Geschäftsjahr 2017 entspricht. Die im Berichtszeitraum getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von €1.254 Millionen (Vorjahr: €1.022 Millionen) waren geringer als der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von €1.571 Millionen (Vorjahr: €1.728 Millionen). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) lag im Geschäftsjahr 2018 bei 20,5 Prozent und verbesserte sich gegenüber 14,9 Prozent im Vorjahr. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Steigerung des Betriebsergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern von €847 Millionen auf €1.263 Millionen zurückzuführen (hinsichtlich Definition sowie Details zur Berechnung des RoCE siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" beziehungsweise Kapitel "Darstellung der Vermögenslage"). Die Brutto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") betrug am 30. September 2018 €2.543 Millionen, was einem Anstieg um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €2.452 Millionen entspricht. Der bereits erläuterte Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten von €618 Millionen überstieg die Dividendenzahlung von €283 Millionen für das Geschäftsjahr 2017 sowie die Rückzahlung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €321 Millionen (darin enthalten die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von €300 Millionen aus der Finanzierung des Erwerbs von International Rectifier). Die Netto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 64 Prozent und lag zum Ende des Geschäftsjahres 2018 bei €1.011 Millionen (30. September 2017: €618 Millionen). Erhöhung der Dividende um 8 Prozent geplantUnsere Dividendenpolitik setzt darauf, einerseits unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen und andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse zumindest eine konstante Dividende auszuschütten. Für das Geschäftsjahr 2018 soll der ordentlichen Hauptversammlung am 21. Februar 2019 aufgrund der guten Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr eine gegenüber dem Vorjahr um 2 Cent oder 8 Prozent höhere Dividende von €0,27 je Aktie vorgeschlagen werden. Entwicklung der HalbleiterindustrieBetrachtung des Geschäftsjahres 2018 (in Euro)Der weltweite Halbleiterumsatz betrug im Geschäftsjahr 2018 €392,020 Milliarden (Quelle: Halbleiterbranchenverband WSTS). Dies entspricht einem Anstieg um 10,8 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums von €353,966 Milliarden. Das Wachstum ist wie im Vorjahr auf den Preisanstieg der Produktkategorie Speicher zurückzuführen. Diese Produktkategorie - hierzu zählen im Wesentlichen DRAM- und Flash-Speicherprodukte - wuchs um 34 Prozent und repräsentierte mit €133 Milliarden rund 34 Prozent des gesamten Halbleitermarktes. Der Halbleitermarkt ohne Speicherprodukte wuchs um 1,7 Prozent. Infineon hat im gleichen Zeitraum seinen Umsatz um 7,6 Prozent gesteigert. Betrachtung des Kalenderjahres 2017 (in US-Dollar)Im Kalenderjahr 2017 erreichte der weltweite Halbleiterumsatz eine Größe von US$429,674 Milliarden; ein Anstieg um 21,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr von US$352,597 Milliarden (Quelle: Marktforschungsunternehmen IHS Markit). Nur die vier größten Wettbewerber hatten einen Marktanteil von mehr als 5 Prozent. Samsung kam mit einem Umsatz von US$62,031 Milliarden auf 14,4 Prozent, und Intel erreichte mit einem Umsatz von US$61,406 Milliarden einen Anteil von 14,3 Prozent. Mit großem Abstand folgen die beiden Speicherhersteller SK Hynix (Umsatz von US$26,638 Milliarden; Marktanteil von 6,2 Prozent) und Micron (Umsatz von US$22,843 Milliarden; Marktanteil von 5,3 Prozent). Infineon steht mit einem Umsatz von US$8,148 Milliarden und einem Marktanteil von 1,9 Prozent auf Position 13. Samsung, SK Hynix und Micron sind führend im Bereich Speicher. Die drei Firmen erzielten aufgrund des Speicherbooms die höchsten Umsatzwachstumsraten von 53,6 Prozent beziehungsweise 81,2 Prozent beziehungsweise 79,7 Prozent. Intel ist führend im Bereich Prozessoren. In den Produktkategorien Speicher und Prozessoren ist Infineon nicht tätig. Somit steht Infineon mit diesen vier Unternehmen bei diesen Produktkategorien nicht im direkten Wettbewerb. Von den 20 größten Halbleiterfirmen stehen folgende Firmen im Wettbewerb zu Infineon: Samsung (nur bei Sicherheits-ICs; dieser Umsatz beträgt unter 1 Prozent des Umsatzes von Samsung), Texas Instruments, Toshiba, NXP, STMicroelectronics, Renesas und ON Semiconductor. Die 20 größten Unternehmen repräsentierten 74,4 Prozent (Vorjahr: 70,5 Prozent) des globalen Umsatzes. Die verbleibenden 25,6 Prozent (Vorjahr: 29,5 Prozent) verteilten sich auf über 1.500 weitere Halbleiterunternehmen. Die Halbleiterbranche ist also sehr stark fragmentiert. Je nach Produktkategorie ist der Konsolidierungsprozess mehr oder weniger weit fortgeschritten. Im Juli 2018 wurde die im Oktober 2016 angekündigte Übernahme von NXP durch Qualcomm abgesagt. Die geplante Übernahme von Qualcomm durch Broadcom kam ebenfalls nicht zustande. Sie wurde im November 2017 angekündigt und im März 2018 abgesagt. Bezüglich des regionalen Absatzes von Halbleitern spielt China seit Jahren die dominierende Rolle. 47 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent) aller Halbleiter wurden im Kalenderjahr 2017 dort verbaut. In China spielen die Auftragsfertiger -in der Branche auch EMS (Electronic Manufacturing Services) genannt - eine besondere Rolle. Diese Firmen fertigen Elektronikprodukte für meist westliche Auftraggeber. Das Geschäftsmodell spielt vor allem bei Gebrauchsgütern sowie bei Produkten der Informations- und Telekommunikationsindustrie wie Servern, PCs, Notebooks und Mobiltelefonen eine bedeutende Rolle. Ein Großteil der in China verbauten Halbleiter wird als Teil des Endprodukts wieder exportiert. Bezüglich des Beschaffungsvolumens vereinnahmen die 20 größten Firmen mit US$191 Milliarden 44,3 Prozent des gesamten Marktes. Wie bei den Halbleiterherstellern führen wenige Firmen die Rangliste deutlich an. Hier sind Apple und Samsung die mit Abstand größten Halbleiterkäufer. Durch den großen Erfolg der chinesischen Hersteller in den letzten Jahren, insbesondere im Bereich Smartphones, stieg die Zahl der chinesischen Halbleiterkäufer von zwei im Jahr 2013 auf sieben im Jahr 2017: Lenovo, Huawei, Oppo, Xiaomi, Vivo, ZTE und TCL. Mit Bosch und Continental sind zwei europäische Unternehmen unter den Top 20 vertreten. Dass der Markt für Automobilhalbleiter ein überdurchschnittliches Wachstum aufweist, zeigt sich auch an der Entwicklung von Bosch. Nach US$2,7 Milliarden Einkaufsvolumen und Platz 19 im Jahr 2013 lag Bosch im Jahr 2017 mit einem Einkaufsvolumen von US$4,9 Milliarden auf Platz 14. GeschäftsausrichtungKonzernstrategieWir wollen weiter wachsen und Wert schaffen. Sowohl für unsere Kunden und unsere Aktionäre als auch für unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir uns auf globale Megatrends ausgerichtet, die die Welt von heute maßgeblich prägen: demografischer und sozialer Wandel, Klimawandel und Ressourcenknappheit, Urbanisierung und digitale Transformation. Die Fokussierung auf Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit, das Internet der Dinge (IoT) und Big Data eröffnet uns überdurchschnittliches Wachstumspotenzial, welches wir mit innovativen Ansätzen nutzen wollen. Wir leisten mit unseren Produkten und Lösungen einen unmittelbaren Beitrag zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit und sind deshalb auch als Arbeitgeber besonders attraktiv. Laut den Vereinten Nationen werden im Jahr 2030 rund 8,6 Milliarden Menschen auf der Erde leben, eine Milliarde mehr als heute. Dank besserer Versorgung und Fortschritten in der Medizin leben die Menschen immer länger. Gleichzeitig werden fossile Brennstoffe knapper und bisherige Konzepte - etwa für Verkehr, Industrie und Kommunikation - stoßen an ihre Grenzen. Mikroelektronik leistet einen entscheidenden Beitrag, um die immer zahlreicheren Menschen mit Energie zu versorgen, ihnen einen höheren Lebensstandard zu ermöglichen und dabei die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. "Mehr aus weniger" lautet das Ziel. Halbleiter machen erneuerbare Energiequellen überhaupt erst nutzbar. Ferner reduzieren sie den Strombedarf elektrisch betriebener Geräte, von denen es nicht zuletzt dank der oben beschriebenen Entwicklungen immer mehr gibt. Darüber hinaus ermöglichen Halbleiter Systeme, mit denen Verkehrsmittel sauberer, sicherer und intelligenter werden, und bilden das technologische Fundament der modernen Kommunikation und Datentechnik. Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit sind daher ohne Halbleiter nicht denkbar. Das gilt umso mehr, je stärker die reale und die digitale Welt miteinander verschmelzen. Mit der Digitalisierung und Vernetzung steigt die Produktivität industrieller Fertigungsprozesse. Diese Entwicklung, auch Industrie 4.0 genannt, geht weit über die Automatisierung hinaus. Die Landwirtschaft erzielt zum Beispiel dank Digitalisierung mit umweltschonenderen Verfahren höhere Erträge. Und auch dem Endverbraucher eröffnet der digitale Wandel neue Möglichkeiten. Grundvoraussetzung ist, dass der Austausch von Daten vor Missbrauch geschützt und damit die Akzeptanz der zunehmenden Vernetzung gewährleistet ist. Strategische Leitlinie:Stärkung des Kerngeschäfts und Erschließung neuer WachstumsmärkteMit der strategischen Ausrichtung auf die oben genannten Megatrends sichern wir das langfristige strukturelle Wachstum von Infineon. Wie wir in den einzelnen Märkten agieren, hängt von unserer Wettbewerbsposition ab, die wir im Hinblick auf Technologien, Produkte und Applikationsverständnis analysieren. Für unsere Ausgangssituation ergeben sich dadurch drei mögliche Kategorien: das Kerngeschäft (core), angrenzende Geschäfte (adjacent) und neue Anwendungen (new). Zum Kerngeschäft gehören all jene Bereiche, in denen wir die Applikationen vollumfänglich verstehen oder die zugrunde liegenden Technologien beherrschen und für die wir folglich ein differenzierendes Produktportfolio anbieten können. Hier wollen wir mindestens mit dem Markt wachsen und so unsere führenden Positionen sichern oder sogar ausbauen ("grow in scale"). Ein Beispiel: Leistungshalbleiter kommen bei der Erzeugung, Übertragung und Nutzung elektrischer Energie zum Einsatz. Wir verstehen, wie die dabei eingesetzten Systeme elektrische Energie wandeln, und liefern für diesen Zweck besonders kompakte und energieeffiziente MOSFETs und IGBTs. Als unangefochtener Weltmarktführer in diesem Bereich gestalten wir mit einem breiten Technologie- und Produktportfolio aktiv den Übergang bestimmter Applikationen zu neuen Halbleitermaterialien wie Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) und bieten unseren Kunden die optimale Lösung für ihren Bedarf. Mit unserer Hochvolumenfertigung erzielen wir Skaleneffekte, sind aber auch in der Lage, Kapazität bereitzustellen und gemeinsam mit den Kunden zu wachsen. Das größte Wachstumspotenzial bieten Märkte, die an unser Kerngeschäft angrenzen, die wir bisher aber noch nicht oder nur zum Teil adressieren. Bereits entwickelte Technologien und Produkte können wir zum Beispiel mit vertretbarem Aufwand für weitere Applikationen adaptieren und so das Absatzpotenzial steigern. Und in den von uns bereits adressierten Anwendungsfeldern können wir unser Systemverständnis nutzen, um mit einem breiteren Produkt- und Lösungsportfolio mehr Umsatz zu erzielen ("grow in scope"). Der eingangs erwähnte Kern ist also nicht als ein statisches Portfolio von Aktivitäten zu verstehen. Vielmehr gehen die angrenzenden Bereiche mittelfristig in unserem Kerngeschäft auf, der Kern wächst, die Grenzen verschieben sich. Denn wenn wir in bestimmten Märkten Fortschritte hinsichtlich Technologie, Produkten und Applikationsverständnis erzielen, ändert sich auch ihre Klassifikation entsprechend. Um beim Beispiel der Leistungshalbleiter zu bleiben: "Power" zählen wir mit Stolz zu unseren originären Kernkompetenzen. Aber auch hier entwickeln wir uns kontinuierlich weiter. Wir erweitern unser Portfolio, um unseren Kunden neben der "Power" zunehmend auch Intelligenz anbieten zu können. Konkret bedeutet das, dass wir unser Angebot an effizienten Leistungstransistoren seit einiger Zeit gezielt um Lösungen ergänzen, mit denen diese in eine digitale Regelschleife eingebunden werden können. Die Produkte, die für die intelligente Ansteuerung der Schalter benötigt werden, sind tendenziell komplexer und höherwertiger, weil sie mehr Funktionalität integrieren. Angesichts immer komplexerer Systeme und kürzerer Entwicklungszeiten schätzen viele Kunden Lösungen, in denen wir "Power" und Intelligenz kombinieren. Technologischer Fortschritt ermöglicht auch völlig neue Anwendungsfelder, deren breite Kommerzialisierung erst noch bevorsteht. Mal sind es Innovationen in der Halbleitertechnologie, die den Impuls für neue Applikationen geben (beispielsweise Time-of-Flight-Technologie für 3D-Sensorik), mal sind es bahnbrechende Konzepte auf Kundenseite, die die Entwicklung geeigneter Halbleiterlösungen erfordern (etwa bei der Kombination verschiedener Sensortechnologien für die leichtere Interaktion zwischen Mensch und Maschine (englisch: "Human Machine Interaction", kurz: HMI)). Durch unser Engagement in diesen neuen Geschäftsfeldern wollen wir uns rechtzeitig eine gute Ausgangsposition in vielversprechenden Zukunftsmärkten verschaffen. Unser organisches Wachstum ergänzen wir gezielt durch Akquisitionen. Diese müssen drei Kriterien erfüllen: strategisch sinnvoll im obigen Sinne, finanziell vernünftig und kulturell passend. Ein Zukauf muss also entsprechend der strategischen Ausrichtung die Marktposition von Infineon stärken und unser Kompetenzspektrum sinnvoll ergänzen. Das akquirierte Geschäft muss unser Ergebnis steigern, zu unserem Margenziel von durchschnittlich mindestens 17 Prozent über den Zyklus beitragen sowie mindestens die Kapitalkosten verdienen. Und schließlich soll auch die Unternehmenskultur eines möglichen Akquisitionsziels zu der von Infineon passen oder sie sogar um wertvolle Elemente ergänzen. Strategische Handlungsfelder:Faktoren für die erfolgreiche UmsetzungIn den letzten Jahren haben wir ein stabiles Fundament geschaffen, um in unseren Zielmärkten erfolgreich zu sein. Wir haben uns auf Kernkompetenzen fokussiert, die angesichts globaler Megatrends heute gefragter sind denn je. Die hierfür nötige technische Expertise haben wir über viele Jahre aufgebaut und systematisch erweitert. Und weil gute Ideen erst durch ihren Markterfolg zur Innovation werden, haben wir auch die passenden Konzepte entwickelt, um unsere Strategie wertschaffend umzusetzen. Im Zentrum steht unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System", durch den wir unsere gesamte Wertschöpfungskette auf den Erfolg des Kunden ausrichten. Dieser Ansatz wird durch weitere Elemente flankiert: durch eine fest verankerte Innovationskultur, das kontinuierliche Streben nach Technologieführerschaft, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, differenzierende Eigenfertigung und eine auf die verschiedenen Märkte zugeschnittene Vertriebsstrategie. Wir sind dadurch in der Lage, unseren Kunden führende Produkte, höchste Qualität und Liefersicherheit zu bieten und so das Ziel zu erreichen, profitabel und schneller als der Markt zu wachsen. Der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" prägt unser HandelnUnser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" geht deutlich über das Denken in Technologien und Produkten hinaus. Wir wollen verstehen, was die Märkte verlangen und wie sie sich verändern. Nur dann können wir auch verstehen, wie wir im Gegenzug die Märkte verändern können. Wir betrachten daher nicht nur die direkten Absatzmöglichkeiten für unsere Produkte, sondern ebenso die Erfolgsfaktoren unserer Kunden und die Entwicklung der Endmärkte. Wir wollen frühzeitig erkennen, wenn sich die Basis unseres Geschäfts verändert. Nur dann können wir rechtzeitig entsprechend handeln, nachhaltige Differenzierung in Wachstumsapplikationen sicherstellen und das Ergebnis steigern. Damit das gelingt, müssen wir verstehen, in welchem Umfeld die Produkte unserer Kunden eingesetzt werden, wie sie in größere Systeme eingebettet sind, mit welchen anderen Geräten sie interagieren, welche Anforderungen an sie gestellt werden und welche Funktion sie erbringen sollen. Und wir müssen berücksichtigen, welche aktiven und passiven Komponenten sie verwenden, welche Algorithmen zum Einsatz kommen und welche Fähigkeiten unsere Kunden im Wertschöpfungsprozess einbringen. Mit diesem Wissen können wir unsere Kompetenz noch besser ausspielen: Wir übersetzen das technologisch Mögliche in ein marktfähiges Produkt, das den größtmöglichen Nutzen für unseren Kunden stiftet. Sensorsysteme erfassen beispielsweise nicht nur Umgebungsinformationen, sondern interpretieren und verarbeiten die gewonnenen Daten, um eine bestimmte Aktion zu initiieren. Digitale Regelung ermöglicht bei Stromversorgungen einen hohen Wirkungsgrad sowohl bei niedriger als auch bei hoher Belastung. Sicherheitscontroller müssen erlaubte Zugriffe von unerlaubten unterscheiden können. In allen drei Fällen wird neben den Hardware-Komponenten auch mehr oder weniger umfangreiche Software benötigt. Systemverständnis bedeutet deshalb zu einem gewissen Teil auch: Software-Verständnis. Technologiekompetenz ist seit jeher die Grundlage unseres Geschäftsmodells, und zwar in Form von diskreten Bauelementen, integrierten Lösungen oder Produkten, die sowohl analoge als auch digitale Funktionalität bieten (sogenannte Mixed-Signal-Komponenten). Unser breites Portfolio reicht von Einzelkomponenten bis hin zu Lösungen mit hardwarenaher Software. Dadurch sind wir in der Lage, Kunden mit ganz unterschiedlichen Ansätzen zielgerichtet zu unterstützen. So gibt es Abnehmer, die sich durch ihre eigene Software vom Wettbewerb differenzieren und die von uns die erforderliche Hardware beziehen. Einen Schritt weiter gehen wir bei Automotive-Mikrocontrollern oder Sicherheitscontrollern, die wir mit spezieller Firmware liefern. Diese ermöglicht gewissermaßen die Grundfunktionalität der Hardware und ist nicht veränderbar. Weiter reichende Funktionen können schließlich durch zusätzlichen Programmcode realisiert werden. Die zweite Generation unserer digitalen Motorsteuerungsplattform iMOTION(tm) wurde zum Beispiel für den Einsatz in Haushaltsgroßgeräten entwickelt und umfasst standardmäßig ein Entwicklungskit, das den Prioritäten unserer Kunden in diesem Markt Rechnung trägt: niedrigere Systemkosten, kompakter Aufbau, geringer Entwicklungsaufwand, kurze Entwicklungszeiten und hohe Zuverlässigkeit. Der iMOTION(tm)-Baustein enthält bereits alle Algorithmen für die Ansteuerung eines Elektromotors, es müssen nur wenige anwendungsspezifische Parameter festgelegt werden, um die Programmierung abzuschließen. Weil wir in Systemen denken, können wir all diese unterschiedlichen Herangehensweisen unterstützen. Nicht immer ist es die vollumfängliche Lösung, die den größten Mehrwert für den Kunden schafft. Mitunter genügen Standardkomponenten. Dennoch entsteht aus dem Systemverständnis ein Wettbewerbsvorteil, weil wir es im Dialog mit unseren Kunden und zur Entwicklung besserer Produkte nutzen können. In den letzten Jahren haben wir unsere Aktivitäten im Bereich Software intensiviert, sowohl durch strategische Partnerschaften als auch durch eigene Entwicklung. Die Fortschritte werden zunehmend sichtbar und kommen unseren Kunden zugute. Die zweite Generation unserer erfolgreichen Automotive-Mikrocontroller-Familie AURIX(tm) kann beispielsweise die von unseren Radarchips erfassten Signale vorverarbeiten. Dieses sogenannte Pre-Processing haben wir zwar in Hardware realisiert, dazu waren wir jedoch erst deshalb in der Lage, weil wir die zugrunde liegenden Algorithmen verstanden haben. Technologieführerschaft erzeugt Mehrwert für KundenKunden entscheiden sich für Infineon, weil wir für höchste Qualität, Zuverlässigkeit und technologischen Vorsprung stehen. Unsere Ingenieure antizipieren bereits viele Herausforderungen, noch bevor unsere Kunden davon betroffen sind. Wir erfüllen die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie, erzielen die höchsten Wirkungsgrade beim Schalten von Strom und liefern Lösungen für die herausforderndsten Sicherheitsprojekte der Welt. Außerdem sind wir in der Lage, dieses spezifische Know-how im gesamten Konzernverbund zu nutzen. Ein Beispiel: Seit 31. März 2018 müssen alle neuen Pkw- und leichten Nutzfahrzeuge-Modelle in der EU über eine automatische Notruffunktion (kurz: eCall) verfügen. Das betrifft circa 20 Millionen Neuwagen jährlich. Bei einem Unfall dient eCall dazu, eigenständig einen Notruf über das Mobilfunknetz an die Notrufzentrale abzusetzen. Dabei werden zum Beispiel Standortdaten, die genaue Unfalluhrzeit, Zahl der Insassen und Art des Treibstoffs übermittelt. Für die Identifizierung des Fahrzeugs im Mobilfunknetzwerk wäre normalerweise eine SIM-Karte nötig. Nun erledigt das ein fest verbauter eSIM-Chip von Infineon. Neben dem eCall ermöglicht die eSIM noch viele weitere Funktionen, die die Fahrt in Zukunft sicherer und komfortabler machen - zum Beispiel die Aktualisierung von Software over-the-air (SOTA), Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation oder auch On-Board-Multimedia. Für die Entwicklung von eSIMs bündelt Infineon die Expertise aus den Bereichen Sicherheit, Telekommunikation und Automotive. Bereits vor zehn Jahren hat Infineon eSIM-Chips entwickelt und ist heute führend bei ihrer automobilen Implementierung. Darüber hinaus nutzen wir unsere technologische Führungsposition, um systematisch zusätzliche Kompetenzen aufzubauen und so unser Kerngeschäft zu stärken und zu verbreitern - zum Beispiel, wenn sich die Anforderungen unserer Märkte verändern, aber auch wenn wir in einem angrenzenden Geschäftsfeld langfristiges Wachstumspotenzial sehen. So haben wir als Marktführer frühzeitig an neuen Materialien für Leistungshalbleiter geforscht. Insbesondere Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) eignen sich gut für den Einsatz in der Leistungselektronik. Typischerweise sind diese Komponenten teurer als siliziumbasierte Produkte, eröffnen aber dank neuer Systemarchitekturen viele Dimensionen an zusätzlichem Kundennutzen wie zum Beispiel eine kleinere Baugröße, einen höheren Wirkungsgrad und auch geringere Systemkosten. Die Realisierung dieser Vorteile geht einher mit einem höheren Forschungs- und Entwicklungsaufwand für unsere Kunden. Um die Einführung solcher neuen Technologien zu unterstützen, arbeiten wir deshalb einerseits eng mit innovationsstarken Kunden zusammen und erleichtern andererseits weniger technologieorientierten Kunden den Umstieg durch passende Lösungen. Angesichts der zunehmenden Relevanz von SiC für bestimmte Leistungshalbleiter-Applikationen haben wir im Februar 2018 einen langfristigen, strategischen Liefervertrag mit Cree, Inc. (USA) geschlossen. Damit sichern wir unsere Versorgung mit fortschrittlichsten SiC-Wafern von 150 Millimeter Durchmesser und bereiten uns auf weiteres strukturelles Wachstum in der Automobil- und Industrieelektronik vor. Wir haben nun alle Voraussetzungen geschaffen, um auch künftig im wachsenden SiC-Markt erfolgreich zu sein: Zugang zu qualitativ hochwertigen Wafern, führende Technologie auf Produktebene (Trench-MOSFET) und Modul-Expertise. Ausgehend von unserer Technologieführerschaft bei Transistoren wollen wir auch unsere Position bei Lösungen für deren Ansteuerung stärken und unser Produktportfolio erweitern. Als Nummer eins bei MOSFETs und IGBTs sehen wir interessante Möglichkeiten, um in diesem Bereich stärker als bisher zu wachsen. Diese Vorgehensweise ist exemplarisch für die oben erläuterte Strategie, aus einem starken Kerngeschäft heraus in angrenzende Märkte vorzudringen. Auf dem Gebiet der Sensorik haben wir vor vielen Jahren bewusst neues Terrain betreten - im Wissen, dass die Erfassung von Umgebungsdaten in unseren Zielmärkten massiv an Bedeutung gewinnen wird. Heute haben wir ein umfassendes Portfolio an Sensoren für diverse Systeme im Auto, für mobile Endgeräte, Unterhaltungselektronik und das Internet der Dinge. Das Beispiel der Silizium-Mikrofone zeigt, dass wir flexibel agieren und uns auf Markterfordernisse einstellen: Inzwischen bieten wir unsere führende MEMS-Technologie (Mikroelektro-mechanische Systeme) auch im eigenen Gehäuse an und arbeiten zusammen mit unserem Partner XMOS, um Hard- und Software für zuverlässige Sprachsteuerung zu optimieren. Innovation ermöglicht DifferenzierungInnovation ist einer der grundlegenden Erfolgsfaktoren in der Halbleiterindustrie, so differenzieren wir uns vom Wettbewerb. In der Vergangenheit hat Infineon immer wieder gezeigt, dass wir durch Technologie- und Produktinnovation schneller als der Markt wachsen und die Profitabilität steigern können. Doch die Herausforderungen wachsen: Der Wettbewerb wird intensiver und es bedarf eines immer breiteren Technologieportfolios, um in unseren Märkten in allen Applikationen wettbewerbsfähig zu sein. Auch nimmt der Entwicklungsaufwand mit jedem weiteren Schritt überproportional zu, denn die Technologien nähern sich sukzessive physikalischen Grenzen. Dieser Umstand unterstreicht die Bedeutung von Skaleneffekten und den Zusammenhang zwischen Technologieführerschaft und Größe. Bisherige Erfolgskonzepte greifen unter diesen Bedingungen zu kurz und müssen entweder erweitert oder durch neue ersetzt werden. Innovation und Systemdenken ergänzen sich daher ideal. Wir überlegen uns, welches die Schlüsselfaktoren sind und wie wir mehrere innovative, manchmal auch scheinbar nur kleinere Schritte zu einem größeren Ganzen zusammenfügen, das dann wiederum einen spürbaren, zusätzlichen Kundennutzen liefert. Und so umfasst unser Innovationsanspruch heute alle Bereiche unseres Unternehmens: Logistik, Fertigungstechnik, Technologie, Produkte, Systemlösungen und Zusammenarbeit mit Kunden. Je nach Markterfordernis setzen wir unterschiedliche Schwerpunkte. Innerhalb des Konzerns agieren einige Einheiten wie Start-ups, andere verwenden einen umfassenden Ansatz, um neues Differenzierungspotenzial zu erschließen. Natürlich nutzen sie dabei das gesamte Spektrum der Möglichkeiten und Kompetenzen, die Infineon bietet. Möglich wird das durch eine ausgeprägte Kultur der Zusammenarbeit, die für uns ein nachhaltig differenzierendes Element darstellt. Eine besondere Rolle spielt dabei die digitale Transformation, von der wir als global tätiger Halbleiterhersteller in zweierlei Hinsicht profitieren: als Anwender sowie als Anbieter digitaler Lösungen. In unseren weit über 100 Digitalisierungsprojekten erzielen wir gute Fortschritte. So vernetzen wir zum Beispiel unsere Standorte und organisieren unsere globalen Lieferketten wie eine virtuelle Fabrik. Im Vertrieb verbessern wir mit neuen Methoden zur Analyse von Big Data unser Cross-Selling und können damit den Bedarf unserer Kunden noch zielgerichteter bedienen. Mit Initiativen wie diesen bauen wir digitale Kompetenz auf und werden noch wettbewerbsfähiger. Um das Potenzial des digitalen Wandels bestmöglich zu nutzen, verfolgen wir einen explorativen Ansatz. Auf diese Weise sammeln wir anhand konkreter Anwendungsfälle Erfahrungen und nähern uns der Lösung in einem iterativen Prozess. Die Digitalisierung bietet also einerseits die Chance, unsere Wertschöpfung zu optimieren. Andererseits sehen wir, dass durch sie in unseren Märkten ein signifikantes Umsatzwachstumspotenzial entsteht, beispielsweise im Bereich des automatisierten Fahrens oder bei der Steuerung von Geräten und Maschinen durch Stimme und Gesten. Die Hersteller wetteifern darum, im Entstehen begriffene Märkte möglichst früh und mit der innovativsten Lösung zu bedienen. Dadurch entsteht ein Bedarf für entsprechende Halbleiterlösungen, den wir mit unserem Portfolio an Sensoren, Mikrocontrollern, Leistungshalbleitern und Sicherheitscontrollern sowie mit spezifischer Software bedienen und uns somit von unseren Wettbewerbern differenzieren. Mit dem neuen Entwicklungszentrum in Dresden (Deutschland) werden wir die Attraktivität unseres Angebots künftig weiter steigern. Dessen Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Lösungen für Automobil- und Leistungselektronik sowie für Künstliche Intelligenz (KI). Angesichts der zunehmenden Vernetzung von Verkehrssystemen spielen Algorithmen, KI und das Internet der Dinge bereits heute eine zentrale Rolle. Langfristig werden wir das Know-how nutzen, um auch in anderen Zielmärkten KI-Lösungen anzubieten. In Dresden treffen Entwicklung, Design und Fertigung aufeinander. Hier heben wir Synergien und sind in der Lage, neue Produkte schneller zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Die Digitalisierung verändert auch die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten. Hier haben wir erfolgreich neue Konzepte etabliert, die keinem hierarchischen Ansatz folgen, sondern auf der Eigeninitiative der Mitarbeiter basieren. Langfristig erfordert dies neue Prozesse und Methoden, die den veränderten Arbeits- und Führungsweisen gerecht werden. Eigenfertigung bietet strategischen VorteilAll unsere Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Mehrwert für den Kunden und Differenzierungspotenzial für uns zu schaffen. Das gilt auch für die Fertigung. Wir fertigen Produkte selbst, wenn wir uns dadurch vom Wettbewerb durch niedrigere Kosten oder höhere Performance abheben können. Bei Standardtechnologien arbeiten wir hingegen vornehmlich mit Auftragsfertigern zusammen. In erster Linie sind das hochintegrierte Produkte wie Mikrocontroller und Chipkarten-ICs. So nutzen wir unser eingesetztes Kapital am effektivsten und optimieren unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung. In vielen Anwendungsfeldern, etwa bei Leistungselektronik und Sensorik, verschaffen uns unsere herausragende Fertigungstechnik und unser Prozess-Know-how einen strategischen Vorteil, weil wir dadurch differenzierende Komponenten anbieten können. So haben wir vor einigen Jahren als erstes Unternehmen weltweit hochintegrierte Radarsensor-ICs für den Frequenzbereich von 77 Gigahertz entwickelt, die auf der Siliziumgermanium-Technologie basieren. Das senkt die Kosten für Radarsysteme, die deshalb zunehmend auch in Fahrzeugen unterhalb der Premiumklasse eingesetzt werden und den Straßenverkehr sicherer machen. Im Frontend stellt unsere 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung für Leistungshalbleiter einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil dar. Die verfügbare Reinraumfläche in Dresden (Deutschland) statten wir sukzessive mit weiteren Anlagen aus und profitieren dadurch von der höheren Produktivität und dem geringeren Kapitaleinsatz im Vergleich zur Fertigung auf 200-Millimeter-Wafern. Am 18. Mai 2018 haben wir darüber hinaus den Bau einer zweiten, vollautomatisierten 300-Millimeter-Fabrik am Standort Villach (Österreich) angekündigt. Damit schaffen wir als Marktführer bei Leistungshalbleitern die Grundlage für langfristiges, profitables Wachstum. Über einen Zeitraum von sechs Jahren investieren wir insgesamt rund €1,6 Milliarden. Der Baubeginn ist geplant für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2019, die Fertigung soll Anfang 2021 starten. Wir erwarten, dass die Reinraumfläche der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden bis dahin ausgelastet ist. Das geschätzte zusätzliche Umsatzpotenzial durch die neue Fabrik liegt bei circa €1,8 Milliarden pro Jahr. In Villach werden wir auf den Automatisierungs- und Digitalisierungskonzepten aus Dresden aufsetzen und diese im Verbund weiterentwickeln, um die Produktivität zu erhöhen und um Synergien bei Systemen und Prozessen an beiden Standorten sicherzustellen. Durch die signifikante Erweiterung unserer Fertigungskapazitäten senden wir außerdem ein starkes Signal an unsere Kunden: Infineon ist der ideale Partner für künftiges Wachstum. Wesentliche Aspekte bei der Ausrichtung unserer Fertigungslandschaft sind neben Innovationskraft und Lieferfähigkeit auch Qualität und Kosten. Innovation von Fertigungsprozessen findet schwerpunktmäßig in Europa statt. Unsere asiatischen Standorte haben den Fokus auf Effizienz und sollen das weitere Wachstum abdecken. In Kulim (Malaysia) haben wir die Kapazität des zweiten Fertigungsmoduls wie geplant gesteigert. Damit stellen wir auch unsere Lieferfähigkeit sicher, die besonders für unsere Automobilkunden von großer Bedeutung ist. Der starke Ausbau der Elektromobilität in der Automobilindustrie führt zu einem wachsenden Bedarf an Leistungshalbleitern. Gemeinsam mit der SAIC Motor Corporation Ltd. haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Joint Venture zur Fertigung von Leistungshalbleiter-Modulen gegründet. Das Joint Venture SIAPM (SAIC Infineon Automotive Power Modules (Shanghai) Co., Ltd.) bietet Leistungshalbleiterlösungen für Elektrofahrzeuge in China, dem weltweit größten und am schnellsten wachsenden Markt für Elektromobilität. Seit August 2018 läuft die Serienfertigung am Standort von Infineon in Wuxi. SAIC Motor ist als größter Autoproduzent in China ein sehr guter Partner, um die Position von Infineon weiter zu stärken und auszubauen. Indem wir unsere Kräfte bündeln, können wir unsere Fertigungskapazitäten deutlich erweitern und die stetig wachsende Nachfrage im gesamten chinesischen Markt bedienen. Zusammen wollen wir unsere Geschäfte noch stärker ausbauen - mit Produkten, die genau auf die Bedürfnisse der chinesischen Elektrofahrzeugindustrie zugeschnitten sind. Flexible Vermarktungsansätze ermöglichen Anpassung an sich schnell verändernde MärkteUm mehr Kunden zu erreichen, werden wir in Zukunft noch flexibler vorgehen und neue Ansätze entwickeln. Infineon ist in der Vergangenheit durch eine enge Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden gewachsen. Mit diesen haben wir erfolgreich Produkte definiert und den Markt dafür dann in der Breite erschlossen. Eine Vielzahl kleinerer Kunden erreichen wir über Distributoren. Das große Potenzial des Distributionskanals werden wir noch stärker mit konfigurierbaren Standardprodukten für den breiten Markt ausschöpfen. Hier sind wir in den letzten Jahren bereits gut vorangekommen, weil wir auf kurzfristige Lieferfähigkeit, kontinuierliche, zielgerechte Anpassung des Produktportfolios und eine enge Zusammenarbeit mit den Distributoren gesetzt haben. Mit der Digitalisierung und dem Internet der Dinge entstehen neue Geschäftsmodelle. Vom Thermostat bis hin zum Auto sind heute immer mehr Geräte mit dem Internet verbunden und gewinnen dadurch neue Funktionen hinzu. Die Hersteller konzentrieren sich in der Regel darauf, die Geräte durch die bestmögliche Erfassung und Verarbeitung von Daten "smart" zu machen. Mit der zugrunde liegenden Halbleitertechnologie können und wollen sie sich nicht beschäftigen. Für diese Anbieter wollen wir unsere Produkte und Lösungen einfacher verfügbar machen, etwa durch optimierte Produktkombinationen und Hilfestellung in Form von Referenzdesigns. Gerade hier können wir mit Systemverständnis punkten. Gleichzeitig bringen wir uns in Netzwerken aus Distributoren, Entwicklungsdienstleistern und Fertigungsdienstleistern ein. Diese Netzwerke ermöglichen es kleineren Firmen und auch Start-ups, Elektronik für neue Funktionen oder neue Endgeräte im Verbund zu entwickeln und herzustellen und damit das Internet der Dinge Realität werden zu lassen. Mit diesem breiten Vertriebsansatz wollen wir den Umsatz mit vorhandenen Technologien maximieren und letztlich auch die Rendite unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung steigern. Strategische Ausrichtung der SegmenteInfineon gliedert sich heute in vier Segmente, deren strategische Ausrichtung sich aus der bereits beschriebenen Konzernstrategie ableitet. Diese Struktur hat sich über viele Jahre bewährt. Alle Aktivitäten werden damit primär einem von vier übergreifenden Themen zugeordnet. Das Geschäft mit Halbleitern für Automobilelektronik wird von Automotive verantwortet. Industrial Power Control konzentriert sich auf Leistungshalbleiter für industrielle Anwendungen, während Power Management & Multimarket die konsumentennäheren Applikationen und Stromversorgungen im Allgemeinen adressiert. Aktivitäten rund um klassische und neue Sicherheitsanwendungen sind im Segment Digital Security Solutions gebündelt. Diese Zuordnungen sind nicht im Sinne harter organisatorischer Trennungen zu verstehen. Da unsere Märkte immer mehr zusammenwachsen, passen auch wir unsere Vorgehensweise an und agieren zunehmend themenorientiert. Nicht zuletzt die digitale Transformation erfordert neue Ansätze. Teams aus unterschiedlichen Organisationseinheiten arbeiten losgelöst von gewohnten Zuständigkeiten zusammen, indem sie Verantwortung übernehmen oder abgeben. Das bedeutet auch, dass die Trends und Wachstumstreiber, die wir in diesem Geschäftsbericht beschreiben (siehe Kapitel "Wachstumstreiber"), oftmals mehrere Segmente betreffen. In solchen Fällen übernimmt ein Segment die Hoheit über das Gesamtsystem und entwickelt die Roadmap für die Applikation, während die Verantwortung für die benötigten Technologien und Produkte in den angestammten Organisationseinheiten verbleibt. Die Elektromobilität wirkt sich beispielsweise am stärksten auf Automotive aus, das folglich die Verantwortung für das System hat. Allerdings profitieren auch Industrial Power Control und Power Management & Multimarket vom Aufbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur. AutomotiveDas Segment Automotive verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung im Bereich der Automobilelektronik. Unser Fokus liegt auf den wesentlichen Applikationen innerhalb des Fahrzeugs: Antrieb, Sicherheit, Komfort. Wir profitieren in stärkerem Maße als andere Halbleiterhersteller sowohl vom Trend zur Elektromobilität als auch zum automatisierten Fahren. Beide Entwicklungen lassen den durchschnittlichen Halbleiterbedarf pro Fahrzeug besonders stark ansteigen und werden in den nächsten fünf Jahren für rund die Hälfte unseres Wachstums im Segment Automotive sorgen. Daneben profitieren wir weiterhin von neuen Funktionen in den Bereichen Lichttechnik, Komfort und Fahrsicherheit sowie von der weiteren Elektrifizierung der klassischen Fahrzeugfunktionen. Mit einem industrieweit führenden Portfolio an Leistungshalbleitern, Sensoren und Mikrocontrollern sind wir hervorragend positioniert, um einerseits die heutigen Systeme zu adressieren und andererseits den Wandel der Automobilbranche aktiv zu gestalten. Bei siliziumbasierten IGBTs und IGBT-Modulen sind wir unangefochtener Marktführer und treiben mit unserer Kompetenz die Entwicklung von Leistungshalbleitern auf Basis von Siliziumkarbid voran. Als Nummer zwei bei Sensoren profitieren wir schon heute stark von den immer zahlreicheren Fahrerassistenzsystemen. Mit zunehmendem Automatisierungsgrad steigt deren Stückzahl pro Fahrzeug. Langfristig werden Radarsysteme durch weitere Sensortechnologien ergänzt, worauf wir uns beispielsweise durch die Entwicklung einer Lidarlösung (Lidar: light detection and ranging) vorbereiten. Auch bei den Mikrocontrollern der AURIX(tm)-Familie profitieren wir vom Trend zur stärkeren Automatisierung. Sie steuern elektronische Systeme (zum Beispiel Lenkung und Bremse) und fungieren auch als Host-Controller, die die funktionale Sicherheit zentraler Rechenplattformen gewährleisten. Industrial Power ControlDas Segment Industrial Power Control ist spezialisiert auf die effiziente Wandlung elektrischer Energie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: Erzeugung, Übertragung und Nutzung - mit dem Schwerpunkt bei elektrischen Antrieben. Die Anwendungen reichen von der Windkraftanlage über Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, Systeme zur Energiespeicherung bis hin zum Kühlschrank. Strategisch betrachtet sind diskrete IGBTs, ungehäuste IGBT-Chips, die der Kunde selbst weiterverarbeitet, IGBT-Module und zugehörige Treiber das Kerngeschäft von Industrial Power Control. Bei IGBT-basierten Leistungshalbleitern (diskrete und Module) ist Infineon Weltmarktführer. Diese Position wollen wir weiter ausbauen und Skalenvorteile sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in der Fertigung nutzen. Diesen Kern stärken wir, indem wir auch bei Siliziumkarbid die Technologieführerschaft anstreben und in ein attraktives Produktportfolio für unsere Kunden übersetzen. Das Know-how bezüglich der Anwendung von IGBTs nutzt Industrial Power Control, um in angrenzenden Produktbereichen zusätzliches Wachstumspotenzial zu erschließen. Das gilt zum einen für Produkte zur digitalen Leistungssteuerung einschließlich der Entwicklung von Treiber-Algorithmen und zum anderen für die sogenannten Intelligent Power Modules (IPM), also die Kombination aus Controller, Treiber und Schalter. Auf Basis dieses Portfolios adressiert Industrial Power Control einerseits besonders wachstumsstarke Anwendungsfelder wie Industrieautomatisierung, erneuerbare Energien und Haushaltsgeräte und bedient andererseits aufkommende Applikationen für Leistungshalbleiter wie zum Beispiel die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge oder elektrifizierte Nutzfahrzeuge. Power Management & MultimarketDas Segment Power Management & Multimarket umfasst das Geschäft mit Leistungshalbleitern für Energiemanagement, Komponenten für Mobilfunk-Infrastruktur und mobile Endgeräte sowie mit hochzuverlässigen Komponenten für spezielle Anwendungsumgebungen. Bei Leistungshalbleitern verfügt Power Management & Multimarket über führende Technologie für niedrige (bis 40 Volt), mittlere (von 40 Volt bis 500 Volt) und höhere Spannungen (über 500 Volt). Gemeinsam mit entsprechenden Treibern bilden die MOSFETs der CoolMOS(tm)- und OptiMOS(tm)-Familie den Schwerpunkt des Power Management & Multimarket-Leistungshalbleitergeschäfts. Zu den wachstumsstärksten Applikationen für diese Produkte gehören batteriebetriebene Geräte (meist in Verbindung mit bürstenlosen Gleichstrommotoren). Im weltweiten MOSFET-Markt ist Infineon die klare Nummer eins und profitiert sowohl bei Forschung und Entwicklung als auch in der Fertigung von Skaleneffekten. Das Portfolio an siliziumbasierten Leistungshalbleitern wird durch Schalter auf Basis von Galliumnitrid ergänzt. Darüber hinaus erweitert Power Management & Multimarket kontinuierlich sein Produktportfolio zur (digitalen) Leistungssteuerung und nimmt technologisch benachbarte Märkte in den Fokus, beispielsweise Point-of-Load-Controller für Rechenzentren oder Class-D-Audioverstärker. Bei letzteren haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die Akquisition des dänischen Start-up-Unternehmens Merus Audio unser Portfolio erweitert. Im Hochfrequenz- und Sensorikgeschäft - dem zweiten Standbein von Power Management & Multimarket neben Leistungshalbleitern - verfügt Infineon über eine starke Technologiebasis bei MEMS (insbesondere SiliziumMikrofone), Time-of-Flight für 3D-Kamera-Anwendungen sowie Radar und ist in den jeweiligen Märkten schon heute sehr erfolgreich. Zugleich lässt sich diese Expertise in immer mehr Anwendungsfeldern nutzen, die in den nächsten Jahren Fahrt aufnehmen dürften, beispielsweise Mensch-Maschine-Interaktion und Gesichtserkennung. Darüber hinaus bietet Power Management & Multimarket Hochfrequenzbausteine an, die beispielsweise für die Signalverstärkung in Mobiltelefonen oder für die Kommunikation zwischen Mobilgerät und Basisstation eingesetzt werden. Digital Security SolutionsDas Segment Digital Security Solutions verfügt über 30 Jahre Erfahrung in den anspruchsvollsten und weltweit größten Projekten für digitale Sicherheit. Grundlage für unsere Tätigkeit ist die umfassende Expertise bei klassischen Smartcard-Anwendungen. Die Kernkompetenz bei Bezahlkarten und hoheitlichen Dokumenten übertragen wir auf den wachstumsstarken Bereich der Embedded-Security-Anwendungen. Denn die Digitalisierung durchdringt immer mehr Bereiche des täglichen Lebens - und Sicherheit wird zum zentralen Aspekt für viele Anwendungen, beispielsweise im Bereich Computing, Automotive Security, Industrie 4.0 oder Smart Home. Ein wichtiger Unterschied zum Geschäft mit kartenbasierten Sicherheitslösungen besteht in der weniger ausgeprägten Sicherheitsexpertise unserer Kunden. Deshalb ist es hier besonders wichtig, die Kundensysteme zu verstehen und einfach zu integrierende Sicherheitslösungen anzubieten. Neben seiner Rolle als eigenständige Geschäftseinheit erfüllt das Segment Digital Security Solutions eine zweite wichtige Funktion innerhalb des Infineon-Konzerns, nämlich die, die drei anderen Segmente - gewissermaßen als Kompetenzzentrum - dabei zu unterstützen, Sicherheit als Funktion in ihre Systemlösungen zu integrieren und sich so zusätzliches Differenzierungspotenzial zu schaffen. Finanzziele unterstreichen unseren WachstumsanspruchAuch in den nächsten Jahren werden mehrere strukturelle Trends unser Wachstum treiben, insbesondere Elektromobilität, erneuerbare Energien, Fertigungsautomatisierung, Rechenzentren und eine steigende Zahl batteriebetriebener, vernetzter Geräte (die Beschreibung der wichtigsten Wachstumstreiber folgt im nächsten Kapitel) -teilweise noch stärker als in der Vergangenheit angenommen. In diesen Märkten haben wir uns dank unserer führenden Technologien, unseres Applikations- und Systemverständnisses und unserer differenzierenden Fertigungsexpertise eine hervorragende Position erarbeitet. Die sich dadurch bietenden Chancen wollen wir nutzen und weiterhin schneller als der jeweilige Markt wachsen. Dazu investieren wir konsequent. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Geschäftsziele im abgelaufenen Geschäftsjahr angepasst. Ziel 1: Durchschnittlich 9 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr (bisher 8 Prozent)Wir nehmen führende Positionen in unseren Kernmärkten ein, haben über die Jahre hinweg systematisch angrenzende Märkte erschlossen und sind mit unseren vier Segmenten auf die eingangs erwähnten Megatrends ausgerichtet. Diese entfalten eine ungebrochene, teilweise sogar eine sich weiter beschleunigende Nachfragedynamik für unsere Produkte. Unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" hilft uns dabei, bessere Lösungen aus unserer breiten Technologie- und Produktkompetenz zu entwickeln und so einen signifikanten Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Für diese werthaltigeren Lösungen sind sie auch bereit, mehr zu bezahlen. Darüber hinaus verbreitern wir durch maßgeschneiderte Vermarktungsstrategien unsere Kundenbasis und generieren dadurch mehr Geschäft. Im Geschäftsjahr 2018 betrug das Umsatzwachstum 8 Prozent, bei einem im Vergleich zum Vorjahr konstanten US-Dollar-Wechselkurs wären es knapp 12 Prozent gewesen. Angesichts der hohen Kundennachfrage erwarten wir für das kommende Geschäftsjahr 2019 ein Umsatzwachstum von 11 Prozent, plus oder minus 2 Prozentpunkte. Für die Geschäftsjahre im Anschluss an diesen Zeitraum erhöhten Umsatzwachstums gehen wir von einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 9 Prozent aus. Damit setzt Infineon seinen langjährigen Wachstumspfad fort: Unser heutiges Geschäft ist seit Beginn der Eigenständigkeit im Jahr 1999 organisch, das heißt ohne Berücksichtigung des Umsatzhubs durch die Akquisition von International Rectifier, jährlich durchschnittlich um rund 9 Prozent gewachsen. Ziel 2: 17 Prozent Segmentergebnis-Marge mit sukzessiver Steigerung über den Zyklus (bisher 17 Prozent)Wachstum ist nur eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Eine weitere ist die Profitabilität. Wenn wir nachhaltig profitabel arbeiten, bedeutet das, dass wir unsere Entwicklungen gezielt dort hinlenken, wo sie unseren Kunden am meisten nützen und von ihnen entsprechend honoriert werden. Darüber hinaus wollen wir auch in schwierigen Marktphasen unsere Entwicklungsaufgaben mit unverminderter Geschwindigkeit fortführen können. Im Zyklusdurchschnitt streben wir eine Segmentergebnis-Marge in Höhe von 17 Prozent vom Umsatz an und planen, diese sukzessive zu erhöhen. Dabei setzen wir sowohl auf Skaleneffekte und Kostenvorteile durch den steigenden Anteil der 300-Millimeter-Fertigung am gesamten Fertigungsvolumen als auch auf einen unterproportionalen Aufbau von Funktionskosten. Forschungs- und Entwicklungskosten dürfen sich parallel zum Umsatz entwickeln. Vertriebskosten sollen sich um 90 Prozent des Umsatzwachstums und allgemeine Verwaltungskosten um 60 Prozent des Umsatzwachstums erhöhen. Und nicht zuletzt ermöglichen uns die Technologieführerschaft und der strategische Ansatz "Vom Produkt zum System" eine höhere Differenzierung. Im Geschäftsjahr 2018 erzielten wir eine Segmentergebnis-Marge von 17,8 Prozent. Ziel 3: Investitionen in Höhe von 15 Prozent vom Umsatz (bisher 13 Prozent)Unsere Planung ist darauf ausgerichtet, die erforderliche Fertigungskapazität für das erwartete Wachstum bereitzustellen. Da das beschleunigte Wachstum insbesondere von starker Nachfrage nach Leistungshalbleitern getrieben wird, bei denen Infineon über eine wettbewerbsdifferenzierende Eigenfertigung verfügt, haben wir das Ziel für die Investitionsquote angepasst. Im Mittel sollen die jährlichen Investitionen 15 Prozent (vorher 13 Prozent) vom Umsatz betragen. Darin enthalten sind unverändert rund 2 Prozentpunkte für die Aktivierung von Entwicklungskosten gemäß IFRS; der Rest entfällt weit überwiegend auf Investitionen in Produktionsanlagen und IT-Ausrüstung. Das Wachstums- und das Investitionsziel sind eng miteinander verknüpft. Eine Erhöhung/Verminderung der Umsatzwachstumsrate gegenüber 9 Prozent zieht eine leicht unterproportionale Änderung der Investitionsquote nach sich. In den kommenden Jahren planen wir außerdem Investitionen in Höhe eines in Summe niedrigen dreistelligen Millionenbetrags, um mögliche zusätzliche Umsatzchancen zu nutzen und strukturellen Veränderungen folgen zu können. Diese sind nicht in der oben beschriebenen Quote von 15 Prozent enthalten. Hinzu kommen bereits angekündigte Investitionen in Frontend-Reinräume und bestimmte größere Bürogebäude, darunter der 300-Millimeter-Reinraum und das Forschungs- und Entwicklungsgebäude am Standort Villach (Österreich). Im Geschäftsjahr 2019 fallen davon etwa €200 Millionen an. Bei einer Umsetzung dieser Maßnahmen wird es vorübergehend zu einer Investitionsquote deutlich oberhalb der im Zielgeschäftsmodell vorgesehenen Quote kommen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Investitionsquote bei 16,5 Prozent. Kapitalstrukturziele belegen unsere ZuverlässigkeitUnseren Kunden ist es wichtig, mit Infineon einen verlässlichen Partner zu haben, der auch noch in vielen Jahren sicher liefert und dadurch ihr Wachstum ermöglicht. Unsere Fremdkapitalgeber verlassen sich darauf, dass Zins- und Rückzahlungen über einen langen Horizont sicher erfolgen. Diese langfristige Verlässlichkeit wollen wir auch als Arbeitgeber unseren Mitarbeitern bieten, und dies weit über ihr aktives Arbeitsleben hinaus bei der Altersversorgung. Entsprechend legen wir großen Wert auf eine solide Bonität. Dies spiegelt sich in unseren konservativen Kapitalstrukturzielen wider. Für unsere Bruttoliquidität streben wir einen Zielwert von €1 Milliarde plus 10 bis 20 Prozent des Umsatzes an. Mit dem fixen Sockelbetrag von €1 Milliarde halten wir eine solide Liquiditätsreserve für Eventual- und Pensionsverbindlichkeiten vor, welche unabhängig vom Umsatz sind. Darüber hinaus stehen uns mit 10 bis 20 Prozent des Umsatzes jederzeit ausreichend Barmittel zur Verfügung, um das operative Geschäft und die Entwicklungen für die Zukunft in allen Zyklusphasen finanzieren zu können. Für unsere Bruttofinanzschulden gilt die Obergrenze von höchstens dem Zweifachen des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization - EBITDA). Durch das moderate Verschuldungsniveau und das ausgeglichene Fälligkeitsprofil bis 2028 sind wir in der Lage, unsere Verbindlichkeiten unabhängig vom jeweiligen Kapitalmarktumfeld zuverlässig zu bedienen. Die Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P) bewertet die Bonität von Infineon unverändert mit "BBB" (Ausblick "stabil"). Damit hält Infineon die derzeit beste S&P-Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers. Nachhaltige Wertsteigerung für unsere AktionäreUnsere Strategie hat sich bewährt. Infineon wächst nachhaltig profitabel. Aufgrund unserer operativen Rentabilität und unserer gesunden Kapitalstruktur sind wir finanziell handlungsfähig und können in künftiges Wachstum investieren. Die kontinuierliche Wertsteigerung hat sich in den letzten Jahren auch in einem stetig wachsenden Gewinn je Aktie und regelmäßigen Dividendenerhöhungen niedergeschlagen. Mit unserer Dividendenpolitik verfolgen wir das Ziel, die Anteilseigner angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung von Infineon zu beteiligen und auch in Zeiten langsameren Wachstums eine mindestens konstante Dividende ausschütten zu können. WachstumstreiberIn jedem der vier von Infineon adressierten Haupttrends - Energieeffizienz, Mobilität, Sicherheit sowie Internet der Dinge & Big Data - zeigen sich zahlreiche Anwendungsfelder mit hoher Entwicklungsdynamik. Diese Anwendungen bedienen wir mit unseren Lösungen und erzielen so nachhaltiges Wachstum. EnergieeffizienzErneuerbare EnergienDie Nutzung erneuerbarer Energiequellen ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Infineon profitiert davon, dass Wind- und Fotovoltaikkraftwerke je Gigawatt erzeugter Leistung ein Vielfaches an Leistungshalbleitern verglichen mit konventionellen Kraftwerken erfordern. Im Gegensatz zu Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken gibt es keine Turbine, die mit ihrem gleichmäßigen Lauf eine konstante 50-Hertz-Wechselspannung erzeugt, sodass der erzeugte Strom nicht direkt in das Netz eingespeist werden kann. Vielmehr bedarf es leistungselektronischer Systeme zur Konversion. Infineon beliefert alle großen Hersteller von Windkraftanlagen und Fotovoltaik-Wechselrichtern. WindBesonders zwei Trends sind es, die den Halbleiterbedarf treiben: Zum einen werden ältere, leistungsschwache Windkraftanlagen durch moderne, leistungsstarke Windturbinen ersetzt - "Repowering" genannt. Zum anderen kommen bei der Erstinstallation immer stärkere Generatoren zum Einsatz. Wurden bis vor einigen Jahren vor allem Turbinen mit einer Leistung von bis zu 1,5 Megawatt installiert, sind derzeit verstärkt Turbinen mit einer Generatorleistung von 2 bis 3 Megawatt im Einsatz. Zukünftig wird mit Turbinen mit einer Leistung von 5 Megawatt projektiert. FotovoltaikInfineon ist international sehr breit aufgestellt und kooperiert seit Jahren mit den weltweit führenden Herstellern von Fotovoltaik-Wechselrichtern. Wir profitieren unter anderem vom Wachstum der chinesischen Wechselrichterhersteller - und zwar sowohl im Hinblick auf den Fotovoltaikausbau in China selbst als auch beim Export der Wechselrichter in andere Regionen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit führenden europäischen Herstellern zusammen, die auch in den USA sehr erfolgreich sind. Effiziente Wandlung und niedrige Systemkosten tragen dazu bei, die Stromentstehungskosten in Fotovoltaikkraftwerken zu senken und Netzparität im Vergleich zu herkömmlich erzeugtem Strom herzustellen. Dadurch kann der weitere Ausbau ohne Fördermittel bewerkstelligt werden. EnergiespeicherungDie Nutzung von erneuerbaren Energien geht mit spezifischen Anforderungen an die gesamte Energieversorgungskette einher. Die Stromerzeugung mithilfe von Wind und Sonne erfolgt nicht mehr nur zentral in einigen wenigen Kraftwerken, sondern dezentral an vielen unterschiedlichen Orten. Hinzu kommt, dass die fluktuierende Stromerzeugung nicht immer dem aktuellen Bedarf angepasst werden kann. Deshalb muss die Energie vorübergehend gespeichert werden. Auf diese Weise lassen sich auch die Kosten für konventionelle Kraftwerke reduzieren, die bislang als Ersatz für oder Ergänzung zu erneuerbaren Energiequellen bereitgehalten werden. Marktforscher prognostizieren für den Zeitraum von 2017 bis 2025 ein durchschnittliches jährliches Wachstum der Umrichterleistung von 22 Prozent auf dann rund 9.200 Megawatt. StromversorgungenAC-DC-WandlungDas Wachstum im Bereich Stromversorgung hängt von der Leistung und noch mehr vom Stückzahlwachstum der Geräte ab. Das höchste Stückzahlwachstum sehen wir bei Servern. Aufgrund der hohen Leistung werden hier auch entsprechend viele Leistungshalbleiter für die Stromversorgung benötigt. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Speicherkapazität wird derzeit getrieben durch soziale Netzwerke und zunehmend durch maschinelles Lernen. Das Internet der Dinge und Industrie 4.0 werden diesen Trend in Zukunft noch beschleunigen. Darüber hinaus sehen wir auch im Geschäft mit kompakten Ladegeräten und Lösungen für kabelloses Laden für Smartphones, Tablets und leichte Notebooks (sogenannte Portables) Wachstumschancen. DC-DC-WandlungBei der DC-DC-Wandlung setzt sich zunehmend die intelligente Stromversorgung vor Ort, Point-of-Load genannt, durch. Server, PCs und Kommunikationsgeräte werden mit höheren Spannungen versorgt, die dann direkt beim Prozessor präzise auf die benötigte niedrige Spannung heruntergesetzt werden. Ein weiterer Wachstumsmotor ist die Digitalisierung der Regelschleife. Die Anforderungen an Dynamik, Wirkungsgrad und Stand-by-Verbrauch steigen kontinuierlich. Analoge Regelsysteme kommen hier zunehmend an ihre Grenzen und werden durch digitale ersetzt. (Smarte) Motorsteuerung und AntriebeAutomatisierungElektrische Antriebe bilden das Herzstück einer Vielzahl von Systemen, wie zum Beispiel Kränen, Förderbändern und Robotern. Wo immer etwas bewegt oder transportiert wird, kommen sie zum Einsatz. Elektromotoren sind für rund 28 Prozent des weltweiten Strombedarfs verantwortlich. Entsprechend groß ist der Hebel für Einsparungen bei einer Erhöhung des Wirkungsgrads. Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Elektromotors zu reduzieren, besteht in der Verwendung einer elektronischen Steuerung zur Drehzahlregelung, also der Anpassung der Leistung an den aktuellen Bedarf. Die Marktdurchdringung von drehzahlgeregelten Motorsteuerungen wird also zunehmen. Die Umsetzung einer drehzahlgeregelten Motorsteuerung erfordert eine Vielzahl der von uns angebotenen Leistungshalbleiter. Deren Anzahl und Wert hängen von der Leistungsklasse des Motors ab. Die nächste Stufe der Automatisierung durch verstärkte Vernetzung wird mit Industrie 4.0 erreicht werden. Diese wird einen neuen Investitionszyklus . auslösen. Hierunter fallen auch die kollaborativen Roboter, siehe weiter hinten im Abschnitt "Internet der Dinge & Big Data". HaushaltsgroßgeräteDie Hersteller von Haushaltsgeräten setzen ebenfalls zunehmend auf Motoren mit moderner Drehzahlregelung durch sogenannte Umrichter. Diese sind deutlich energieeffizienter, geräuschärmer und haben eine längere Lebensdauer als ungeregelte Motoren. Und: Der Wert der verbauten Halbleiter steigt auf mehr als das Zehnfache. Beispiele sind die Motoren in der Waschmaschine und im Geschirrspüler, der Kompressor im Kühlschrank oder der Ventilator in der Klimaanlage. Im Jahr 2017 verfügte erst rund ein Drittel aller verkauften Haushaltsgroßgeräte über einen geregelten Motor. Marktforscher gehen davon aus, dass sich dieses Verhältnis bis zum Jahr 2022 umkehrt. Dann werden rund 65 Prozent der Geräte über eine Drehzahlregelung verfügen. Batteriebetriebene GeräteEine wichtige Bauart elektrischer Motoren sind sogenannte bürstenlose Gleichstrommotoren. Bei diesen erfolgt die Kommutierung elektronisch, abhängig von der Rotorposition, der Rotordrehzahl und dem Drehmoment. Dafür werden entsprechende Leistungshalbleiter und - je nach Ausstattung - auch Komponenten für Diagnose- und Sicherheitsfunktionen benötigt. Aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und ihres geringen Leistungsgewichts eignen sich bürstenlose Gleichstrommotoren besonders gut für den Einsatz in batteriebetriebenen Systemen. Beispiele sind kabellose Haushaltsgeräte wie Saugroboter, Akkuschrauber oder elektrische Rasenmäher. Neben den Motoren werden auch die Akkus immer leichter und erlauben längere Betriebszeiten. Dadurch werden batteriebetriebene Geräte zunehmend auch für professionelle Handwerker interessant. Gleiches gilt für Drohnen. Diese ferngesteuerten Fluggeräte sind längst nicht mehr nur bei Freizeitpiloten beliebt, sondern werden immer häufiger auch für kommerzielle Zwecke genutzt. Sie erfordern eine Vielzahl von Halbleitern für die Steuerung der Gleichstrommotoren, angefangen bei Mikrocontrollern, über Sensoren, Treiber und MOSFET-Leistungstransistoren bis hin zu Hochfrequenzkomponenten für die Navigation, Kollisionsvermeidung und Kommunikation. Hinzu kommen in allen genannten Beispielen weitere Leistungshalbleiterkomponenten für die Ladestationen. MobilitätDurch das weltweite Bevölkerungswachstum und die zunehmende Industrialisierung steigt der Bedarf an Verkehrsmitteln aller Art. Angefangen bei Massentransportmitteln wie Flugzeugen und Zügen bis hin zu privat genutzten Fahrzeugen wie Autos und Pedelecs. Das Auto gilt als Ausdruck von Wohlstand und als Schlüssel zu individueller Mobilität. Für die weltweite Automobilproduktion wird für die Jahre 2017 bis 2022 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2 Prozent gerechnet. Infineon profitiert davon in zweierlei Hinsicht: durch die höheren Stückzahlen und viel mehr noch durch die ebenfalls wachsende Zahl elektronischer Systeme pro Fahrzeug. Rund 90 Prozent der Innovationen im Fahrzeug beruhen mittlerweile auf Elektronik. Dieser Anteil dürfte nach Einschätzung von Marktexperten auch in den kommenden Jahren auf diesem Niveau bleiben. ElektromobilitätDie Automobilindustrie arbeitet kontinuierlich daran, den Schadstoffausstoß zu senken. Eine Vorgabe der Europäischen Kommission verlangt beispielsweise die Reduzierung des durchschnittlichen Flottenausstoßes auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2021. Realitätsnähere Abgas-Testverfahren, wie der seit 2017 geltende WLTP-Zyklus (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure), bedeuten eine weitere, implizite Verschärfung der CO2-Reduktionsvorgaben. Deshalb werden vermehrt Halbleiter eingesetzt. Um die gesetzlichen Zielvorgaben zu erreichen und den Kundenwunsch nach nachhaltiger Mobilität zu erfüllen, reicht die Optimierung des Verbrennungsmotors alleine nicht mehr aus. Vielmehr müssen im Fahrzeug verstärkt elektrische Verbraucher effizienter gemacht und hydraulische oder mechanische Lösungen durch effizientere elektromechanische und damit halbleiterbasierte Systeme ersetzt werden. Um den Flottendurchschnitt auf den geforderten CO2-Zielwert zu senken, erweitern viele Fahrzeughersteller ihre Produktpalette um Modelle mit Hybrid- oder reinem Elektroantrieb. Diese weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil auf als herkömmliche Fahrzeuge. Infineon bietet dafür eine Vielzahl an Leistungshalbleiterkomponenten an. Werden in einem Auto mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im Schnitt derzeit Halbleiter im Wert von US$375 verbaut, so liegt dieser Betrag für Voll- oder Plug-in-Hybridfahrzeuge bei US$740, für reine Elektrofahrzeuge sogar bei US$750. Dabei entfallen etwa drei Viertel des zusätzlichen Halbleiterwerts auf Leistungshalbleiter. Daneben gibt es auch die sogenannten Mild-Hybridfahrzeuge basierend auf der 48-Volt-Technologie. Zum einen kann mit ihnen in gewissem Umfang Energie beim Bremsen zurückgewonnen werden, zum anderen lassen sich Schadstoffemissionen durch effizientere Systeme reduzieren. Mechanische Funktionen werden zunehmend elektrisch ausgeführt, das 48-Volt-Teilbordnetz übernimmt die Versorgung leistungsstarker Verbraucher, zum Beispiel elektrischer Turbolader, elektrisch unterstützter Lenkung und Wankstabilisierung, und ermöglicht eine bessere Energierekuperation beim Bremsen. Für die Ansteuerung dieser Verbraucher sowie die Kopplung beider Bordnetze rechnen Marktforscher mit rund US$75 zusätzlichem Leistungshalbleiterbedarf. Neben CO2 rücken auch gesundheitsschädliche Stickstoffoxide, kurz NOx , immer mehr in den Fokus. Sie entstehen bei der Verbrennung fossiler Energieträger und führen neben einer Reihe weiterer Faktoren zu erhöhter Feinstaubbelastung. In Städten verursachen Dieselmotoren den Großteil der NOx -Emissionen, weshalb bereits erste Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge verhängt wurden. Das Risiko, solche Fahrverbotszonen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ansteuern zu können, dürfte bei vielen Kunden die Kaufentscheidung beeinflussen und stellt dadurch mittel- bis langfristig einen Wettbewerbsnachteil für den Diesel gegenüber anderen Antriebsformen dar. Ladeinfrastruktur für ElektromobilitätDie immer stärkere Verbreitung von Elektrofahrzeugen erfordert auch eine entsprechende Ladeinfrastruktur. Ein gut ausgebautes Netz an Ladestationen erhöht den Anreiz zum Kauf eines Elektrofahrzeugs. Um die Akzeptanz der Elektromobilität zu fördern, hat China damit begonnen, Ladestationen entlang der acht wichtigsten Autobahnen des Landes in Betrieb zu nehmen. Dazu gehört auch die wichtige Verbindung zwischen Peking und Shanghai. Bis 2020 sollen 10.000 Ladestationen mit 120.000 Ladepunkten entstehen, das Investitionsvolumen beträgt rund US$770 Millionen. Auch in anderen Ländern dürfte das Netz an öffentlich zugänglichen Ladestationen in den nächsten Jahren stetig erweitert werden. Je nach Systemtopologie kommen in den Ladesäulen unterschiedliche Arten von Leistungshalbleitern zum Einsatz, wie sie von unseren Segmenten Industrial Power Control beziehungsweise Power Management & Multimarket angeboten werden. Automatisiertes Fahren"Vision Zero" beschreibt eines der großen Ziele der Automobilindustrie: Die Fahrzeuge sollen so sicher werden, dass keine schweren oder gar tödlichen Unfälle mehr auftreten, von denen heute rund 90 Prozent auf menschliche Versagen zurückzuführen sind. Aktive Sicherheitssysteme können einen Unfall durch direkten Eingriff in das Fahrgeschehen entweder komplett verhindern oder zumindest seine Auswirkungen deutlich reduzieren. Beispiele sind Fußgängererkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie Totwinkel-Erkennung. Diese Funktionen sind nicht mehr nur Oberklassefahrzeugen vorbehalten, sondern gehören inzwischen auch zur gängigen Ausstattung in der Mittelklasse. Die aktiven Sicherheitssysteme werden mehr und mehr zu Fahrerassistenzsystemen erweitert. Indem sie den Fahrer bei seinen Aufgaben unterstützen, steigern sie sowohl den Komfort als auch die Verkehrssicherheit. Sie assistieren beispielsweise in kritischen Situationen oder helfen gegebenenfalls dabei, einen Fahrfehler zu korrigieren - etwa durch das automatische Einleiten einer Notbremsung. Systeme für das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren bestehen im Wesentlichen erstens aus den Sensoren (zum Beispiel Radar, Innenraum- oder Außenkamera), zweitens aus einem zentralen Hochleistungsrechner für die Auswertung der Sensordaten sowie die Berechnung de Fahrstrategie (gewissermaßen die Intelligenz des Systems) und drittens aus den Aktuatoren (Lenkung, Bremse, Motorsteuerung und Getriebe). Als führender Anbieter von Systemlösungen verfügt Infineon über ein umfassendes Produktportfolio für Assistenzsysteme und das automatisierte Fahren. ZugsystemeNachhaltige und optimal vernetzte Mobilität innerhalb der Ballungsräume ebenso wie zwischen den Metropolen ist eines der Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts. Ein verlässlicher und schneller öffentlicher Personenverkehr entscheidet heute mehr denn je über Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in vielen Regionen und Städten weltweit. Unsere Komponenten kommen sowohl in Nahverkehrszügen, Metro- und Straßenbahnen als auch in Hochgeschwindigkeitszügen zum Einsatz. China ist einer der größten Schienenfahrzeugmärkte der Welt. Auch im restlichen Asien sehen wir eine Belebung des Marktes für Zugsysteme. Dort werden als Konsequenz der Industrialisierung und Urbanisierung vor allem Metrobahnen und Regionalzüge nachgefragt. SicherheitHoheitliche DokumenteUnter hoheitlichen Dokumenten versteht man Reisepässe, Personalausweise, Führerscheine und im weiteren Sinne auch Gesundheitskarten. Solche Dokumente werden zunehmend mit einem Sicherheitschip ausgestattet. Die Marktdurchdringung von chipbasierten behördlichen Dokumenten erhöht sich stetig. Immer mehr Länder stellen erstmalig um beziehungsweise führen weitere chipbasierte Dokumente ein. Infineon ist der führende Anbieter von Sicherheitslösungen für Ausweisprojekte in Europa. Darüber hinaus ist Infineon laut US-Bundesdruckerei einer der Hauptlieferanten für die Sicherheitstechnologie in den elektronischen Reisepässen der USA. Infineon beliefert die US-Bundesdruckerei seit Projektbeginn im Jahre 2005. Sicherheit für mobile GeräteMit der Entwicklung von Smartphones und Wearables, dem mobilen Internet und der Near Field Communication (NFC)-Technologie lassen sich Bezahldienste heute in Mobilgeräte integrieren. Bargeldloses Bezahlen ist jedoch nur eine von vielen Funktionen von mobilen Endgeräten, für die sensible Daten gespeichert und verarbeitet werden müssen. Menschen erleben zum Beispiel eine neue Form des Komforts durch das Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit mobilen Tickets anstelle von Münzen und physischen Fahrscheinen. Für alle diese Anwendungen liefert Infineon den Sicherheitschip, das sogenannte Secure Element (SE). Das SE kann entweder in das Smartphone eingebaut werden (als "embedded SE" (eSE) bezeichnet), in die SIM-Karte integriert werden oder in einer microSD-Karte untergebracht sein. Für alle drei Alternativen bietet Infineon eine entsprechende Lösung an. Sichere Authentifizierung für das Internet der DingeAls Internet der Dinge werden Geräte und Maschinen bezeichnet, die mit dem Internet verbunden sind und über dieses Daten austauschen beziehungsweise gesteuert werden (zum Beispiel Haushaltsgeräte, Stromzähler, Sensoren, Webcams). Der Trend der zunehmenden Vernetzung wirkt sich vor allem in den Bereichen Automobil, Industrie 4.0, Smart Home sowie der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur aus. Sicherheit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die steigende Anzahl an Hackerangriffen unterstreicht die Bedeutung entsprechender Vorkehrungen. Um elektronische Systeme abzusichern, ist es wichtig, nur autorisierte und authentifizierte Geräte miteinander zu verbinden und sie so gegen Manipulation der Daten oder Cyberattacken zu schützen. Sicherheit muss somit möglichst in jedem kritischen Endpunkt Einzug halten, daher wird in diesem Zusammenhang von Embedded Security (eingebettete Sicherheitscontroller) gesprochen. Infineon liefert mit der Produktreihe OPTIGA(tm) verschiedene Sicherheitschips und Sicherheitslösungen für die Authentifizierung elektronischer Systeme: von der komplexen IT-Infrastruktur mit zahlreichen Servern und Routern bis hin zu Computern und Tablets. Sicherheit für Industrieanwendungen (Smart Factories)Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange. Im Zeitalter von Industrie 4.0 nutzen Unternehmen modernste Technologie, um ihre Produktion schneller und kostengünstiger zu gestalten, Ausschuss zu reduzieren oder um durch vorausschauende Wartung Störungen und Ausfallzeiten zu minimieren. Durch die Vernetzung und Digitalisierung der Fabriken entstehen jedoch Angriffspunkte für Hacker. Um sich zu schützen, müssen Unternehmen bei Industrie-4.0-Projekten daher von Anfang an die Sicherheit berücksichtigen. Mit einer Kombination aus software- und hardwarebasierten Sicherheitslösungen können vernetzte Maschinen und Kommunikationsknoten geschützt werden. Beispiele sind die OPTIGA(tm) TPM-Chips von Infineon. Sie lassen sich in Router, Industrie-PCs oder komplexe Steuereinheiten einbauen und dienen den Kommunikationspartnern im Netz als Ausweis der Geräte. Damit authentifizieren sie sich im Netzwerk und sichern die Datenübertragung. Sicherheit für vernetzte FahrzeugeDie immer stärkere Vernetzung von Fahrzeugen bietet Möglichkeiten für viele neue Dienstleistungen, birgt aber auch die Gefahr unbefugter Zugriffe. Daher muss der sichere Austausch von Daten sowohl zwischen den verschiedenen Systemen an Bord als auch mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur gewährleistet sein. Die Fahrzeug- und Personensicherheit auf der einen Seite sowie Daten- und IT-Sicherheit auf der anderen Seite können nicht mehr unabhängig voneinander betrachtet werden. Das Fahrzeug wird zum vernetzten Computer auf vier Rädern und zu einem Teil des Internet der Dinge. Der Bedarf an Daten- und IT-Sicherheit im Fahrzeug steigt. Wir sehen unsere Chance in diesem Umfeld in der hardwarebasierten Sicherheit, wie wir sie mittels unserer Sicherheitscontroller anbieten - entweder als separater Baustein oder in unseren Automobil-Mikrocontrollern integriert. Seit März 2018 müssen alle neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in der Europäischen Union über eine Notruffunktion (kurz: eCall) verfügen. Dafür wird eine eingebettete SIM-Karte, kurz: eSIM, benötigt. Neben dem eCall ermöglicht sie noch viele weitere Funktionen, die die Fahrt sicherer und komfortabler machen - zum Beispiel die Aktualisierung von Software over-the-air (SOTA) und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation. Internet der Dinge & Big DataKollaborative RoboterDas Feld der Robotik erfährt seit einigen Jahren erhöhte Aufmerksamkeit. Neben der Weiterentwicklung der herkömmlichen Industrieroboter werden in immer mehr Bereichen der Industrie kollaborative Roboter, sogenannte Cobots, eingesetzt. Cobots kommen in Zusammenarbeit mit Menschen im Produktionsprozess zum Einsatz und sind dabei nicht mehr wie der typische industrielle Roboter durch Schutzeinrichtungen von ihren menschlichen Kollegen getrennt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an ihre Zuverlässigkeit und Sicherheit. Cobots werden den Menschen bei schweren und gefährlichen Aufgaben entlasten und ihn unterstützen. Mit ihrer Weiterentwicklung geht der Trend hin zu intuitiver Roboterprogrammierung und selbstlernenden Robotern. Infineon bietet nicht nur entsprechende Sensoren, Mikrocontroller und Leistungshalbleiter, sondern stellt in diesem Markt zahlreichen Start-ups Know-how im Bereich Motorsteuerung, Sensorsysteme, Kommunikationsanbindung und Sicherheit zur Verfügung. Mensch-Maschine-InteraktionBei der Mensch-Maschine-Interaktion geht es darum, wie Menschen und Systeme miteinander interagieren und kommunizieren. Es handelt sich dabei längst nicht mehr nur um klassische Maschinen in der Industrie, sondern um Computer, digitale Systeme oder Geräte für das Internet der Dinge (IoT) - also um die Verbindung der realen mit der digitalen Welt. Immer mehr Geräte sind vernetzt und führen Aufgaben automatisch aus. Die Bedienung all dieser Maschinen, Systeme und Geräte muss möglichst intuitiv erfolgen und darf den Nutzer nicht überfordern. Damit die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine reibungslos funktioniert, muss es Schnittstellen geben. Ein System kann beispielsweise über Texteingabe via Tastatur und Maus gesteuert werden, natürlicher sind aber Touchscreens, Sprache oder Gesten. StimmeSysteme wie zum Beispiel Amazon Alexa, Google Assistant, Apple Siri, Samsung Bixby oder Microsoft Cortana steuert der Nutzer mit seiner Stimme. Das ist für den Nutzer weniger aufwendig - und intuitiver. Um den Anwendern einen noch größeren Komfort zu ermöglichen, muss die Fehlerquote bei der Verarbeitung von Sprachbefehlen reduziert werden. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unserem Partner XMOS Ltd. in England. Infineon liefert hochentwickelte Silizium-Mikrofone, XMOS Sprachverarbeitungsmodule für Geräte im Internet der Dinge. Mit zunehmender technologischer Reife dürfte Sprachsteuerung für immer mehr Geräteklassen relevant werden und zu einer der wichtigsten Steuerungsarten werden. GestenDie Gestensteuerung hat gegenüber Touchscreens einige Vorteile: Der Nutzer muss das Gerät beispielsweise nicht berühren und kann somit aus der Distanz Befehle erteilen. Gestensteuerung eröffnet zugleich die dritte Dimension, weg von zweidimensionalen Benutzeroberflächen. Google und Infineon haben eine neue Art der Gestensteuerung unter dem Namen "Soli" entwickelt. Sie setzen dazu auf Radartechnik: Der Radarchip von Infineon kann Wellen erzeugen, senden und empfangen, wenn sie vom Finger des Nutzers reflektiert werden. Bewegt also jemand die Hand, entsteht ein anderes Reflexionsmuster. Google-Algorithmen erkennen aus dem zeitlichen Verlauf dieser Reflexionsmuster die Bewegung der Hand beziehungsweise einzelner Finger und damit die Geste. Das klappt sogar im Dunkeln und mit schmutzigen Fingern in Küche, Werkstatt oder im Labor. Virtual Reality/Augmented RealityVirtual und Augmented Reality werden nicht nur spielerisch eingesetzt, sondern auch in der Industrie 4.0. Apps für Microsofts Hololens ermöglichen zum Beispiel virtuelle Trainings von Technikern. Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) vermietet sein Mixed-Reality-Labor Elbedome an Unternehmen. Auf einer 360-Grad-Projektionsfläche können diese mithilfe von sechs Laserprojektoren Maschinen, Fabriken oder komplette Städte darstellen. Entwickler oder Kunden haben so den Eindruck, inmitten der geplanten Fabrik zu stehen. Ein dreidimensionales Abbild der Umwelt in einer guten Bildqualität liefert unser 3D-Bildsensorchip REAL3(tm). Er kommt sowohl in Smartphones als auch in Fahrerassistenzsystemen zum Einsatz. Smart HomeDie "Smartifizierung" macht auch vor den eigenen vier Wänden nicht halt. Während es im industriellen Kontext in erster Linie um die Steigerung der Produktivität geht, steht bei Anwendungen im privaten Umfeld meistens der Komfort im Mittelpunkt. Ein smartes Zuhause ist in der Lage, sämtliche Impulse für die Maschinen zu setzen und jedes Gerät zum passenden Zeitpunkt zu aktivieren. Neben dem erhöhten Komfort sind eine bessere Energieeffizienz und eine höhere Sicherheit weitere wichtige Aspekte. Mit seinem Portfolio an Sensoren, Leistungshalbleitern und Sicherheitscontrollern bietet Infineon passende Lösungen für ein vernetztes Zuhause. MobilkommunikationDer mobile Datenverkehr nimmt kontinuierlich zu: Wurden im Jahr 2017 noch 15 Exabyte (das sind 15 Milliarden Gigabyte) pro Monat über Mobilfunk transferiert, rechnen Experten für das Jahr 2023 mit 107 Exabyte pro Monat. Um sich für das exponentiell steigende Datenaufkommen zu wappnen, höhere Datenraten zu erzielen und die Netzabdeckung zu verbessern, setzen Netzbetreiber auf eine leistungsfähige Infrastruktur. Die Umstellung der Netzwerkarchitektur auf kleinere Funkzellen ermöglicht unter anderem die Nutzung höherer Frequenzbereiche und eine bessere Ausnutzung des verfügbaren Frequenzspektrums. Hochfrequenz (HF)-Komponenten werden sowohl für die Kommunikation zwischen Mobilgerät und Basisstation als auch für die drahtlose Breitbandanbindung (Wireless Backhaul) von lokalen Netzwerken an das Hauptnetz benötigt. Hochfrequenztechnik kommt ebenso in mobilen Endgeräten zum Einsatz. Mit jeder neuen Smartphone-Generation müssen mehr Frequenzbänder unterstützt werden. Beim Übergang von einem Mobilfunkstandard zum nächsten steigen die Anforderungen an die Signalqualität. Mit unseren Bauelementen helfen wir, enger beieinanderliegende Frequenzbänder sauber zu trennen und schwache Signale rauscharm zu verstärken. Mit dem Übergang auf den 5G-Standard wird die Komplexität weiter zunehmen, was zusätzliches Potenzial für unsere leistungsstarken Bauelemente bietet. PersonalstrategieUnsere Personalstrategie leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Infineon die Wachstums- und Profitabilitätsziele erreichen kann. Dazu zählen ein wettbewerbsfähiges Talentmanagement, attraktive Arbeitswelten sowie leistungsfähige Personalprozesse. Um auch in Zukunft innovativ, wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein, ist Infineon stets auf der Suche nach den besten Talenten. Keine einfache Aufgabe - denn die Zahl der Experten wächst längst nicht so schnell wie die der neu zu besetzenden Stellen. Das betrifft besonders den MINT-Bereich, also genau jene Felder, die für Infineon besonders wichtig sind: Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik. Daher überprüfen und verbessern wir regelmäßig unsere Recruiting-Maßnahmen und arbeiten an einem integrierten System für das Talentmanagement. Ein großer Vorteil ist das positive Arbeitgeber-Image von Infineon, das uns dabei hilft, Talente zu gewinnen und zu halten. Dass wir an zukunftsträchtigen Produkten arbeiten und einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen, macht unser Unternehmen für viele potenzielle Mitarbeiter sehr interessant. Zudem definieren wir uns auch über unsere Art der Zusammenarbeit: mit einer ausgeprägten Feedback-Kultur, gelebter "Leadership Excellence" und einem internationalen Arbeitsumfeld mit Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 100 Nationen. Auf diese Vielfalt sind wir stolz. Die jüngste Great Place to Work(r)-Befragung bestätigt die Zufriedenheit der Belegschaft - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Mehr als 80 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Infineon haben ihrem Arbeitgeber ein großartiges Zeugnis ausgestellt: "Alles in allem ist das ein sehr guter Arbeitsplatz." Gleichzeitig bereiten wir das Unternehmen auf die Arbeitswelten der Zukunft vor - nicht zuletzt, um attraktiv zu sein für neue Generationen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Das betrifft die flexible Gestaltung von Arbeitsbedingungen (zum Beispiel Arbeitszeit, mobiles Arbeiten, Sabbatical) ebenso wie die Weiterentwicklung der Arbeitsplätze im Produktionsbereich ("Industrie 4.0"). Dabei legen wir großen Wert auf den konstruktiven Dialog und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen. Auch unsere Lernformate richten wir auf die Arbeitswelten der Zukunft aus. So bieten wir zum Beispiel mobiles Lernen per App sowie virtuelle Lerngruppen an. Damit wollen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich fördern und sie ermutigen, neue Methoden auszuprobieren, wofür wir die Chancen der Digitalisierung gezielt nutzen. Darüber hinaus arbeiten wir an einer hocheffizienten HR-Infrastruktur, die es der Organisation erlaubt, flexibel auf Wachstum und veränderte Anforderungen zu reagieren - ohne dass die Kosten im selben Maße ansteigen wie der Umsatz. Deshalb verbessern wir konsequent die Kernprozesse im Personalwesen, zum Beispiel das Performancemanagement, den Prozess der Nachfolgeplanung und die Organisationsentwicklung. Durch die neuen Prozesse und Tools stärken wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin, ihre Rollen und Verantwortlichkeiten für ihre persönliche Entwicklung selbstbestimmt wahrzunehmen. Der Mensch steht im Fokus unseres Handelns. Denn nur zufriedene, gesunde und erfolgreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen langfristig unternehmerische Höchstleistungen möglich. Weitere Informationen inklusive detaillierter Statistiken finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2018 und im Personalbericht 2018. @ www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting @ www.infineon.com/personalbericht AutomotiveUMSATZ€3.284 Millionen SEGMENTERGEBNIS€466 Millionen Das Segment Automotive im Geschäftsjahr 2018UmsatzentwicklungIm Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz in Höhe von €3.284 Millionen; ein Wachstum von 10 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €2.989 Millionen. Das Segment steuerte 43 Prozent des Konzernumsatzes bei. Die bestimmenden Wachstumstreiber waren wie schon in den Jahren zuvor die Megatrends Elektromobilität und automatisiertes Fahren. Beide Entwicklungen lassen den durchschnittlichen Halbleiterbedarf pro Fahrzeug besonders stark ansteigen und werden voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren für über die Hälfte unseres Wachstums im Segment Automotive sorgen. Sie gehören zu den strukturellen Wachstumsfaktoren, die wesentlich das überdurchschnittliche Wachstum von Infineon unterstützen. Daneben profitieren wir weiterhin von neuen Funktionen in den Bereichen Beleuchtung, Komfort und Fahrsicherheit sowie von der weiteren Elektrifizierung der bislang hydraulischen beziehungsweise elektromechanischen Aggregate. Wir bieten Antriebslösungen für alle Arten von Elektrofahrzeugen: reine Elektrofahrzeuge sowie Hybrid- und Plug-in Hybridfahrzeuge einschließlich 48-Volt-Technologie. In China, dem weltweit größten Markt für Elektromobilität, nahm die Zahl der produzierten und zugelassenen Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid- oder reinem Elektroantrieb weiterhin stark zu. Hier stieg die Zahl der produzierten Einheiten von 517.000 im Kalenderjahr 2016 um 53,6 Prozent auf 794.000 Stück im Kalenderjahr 2017. Auch in den anderen Regionen stieg der Absatz von Elektrofahrzeugen, vor allem durch eine größere Modellvielfalt, wodurch neue Käuferschichten adressiert werden konnten. Neben dem Stückzahlwachstum sahen wir in diesem Jahr innovative Antriebskonfigurationen, die die Nachfrage nach Leistungsmodulen weiter erhöhen werden. Um die Leistung zu steigern, kommt dabei zum Beispiel ein Elektromotor auf jeder Achse zum Einsatz. Darüber hinaus werden die Motoren leistungsstärker ausgelegt, wodurch oftmals zwei IGBT-Module pro Motor erforderlich sind. Aus beiden Trends resultieren vier IGBT-Module statt einem IGBT-Modul pro Fahrzeug. Die mit dem automatisierten Fahren in Verbindung stehende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen führte zu einer steigenden Nachfrage nach unseren Radarsensor-ICs sowie nach unseren 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontrollern der AURIX(tm)-Familie. Speziell die AURIX(tm)-Mikrocontroller profitierten von den in den Vorjahren gewonnenen Kundenaufträgen im Bereich Sicherheitssysteme, zum Beispiel in der elektrischen Servolenkung. Infineon nimmt bei 32-Bit-Mikrocontrollern traditionell eine starke Position im Bereich Antriebsstrang ein. Durch die Entwicklung entsprechender 32-Bit-Mikrocontroller-Derivate, insbesondere in der neuen, zweiten Generation der AURIX(tm)-Familie, adressiert Infineon nun speziell die Bereiche Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme. Zum Beispiel ergänzen wir mit neuen Funktionen für die Radarsignal-Vorverarbeitung unsere Radarsensor-ICs. Unsere Kunden profitieren dabei von aufeinander abgestimmten Komponenten. Wir erweitern unseren Anwendungsbereich also vom Antriebsstrang in den Bereich Sicherheit und erschließen uns damit neue Wachstumsmärkte. Die steigende Nachfrage nach Radarsensor-ICs kam einerseits von der zunehmenden Marktdurchdringung von radarbasierten Fahrerassistenzsystemen und andererseits von der höheren Anzahl an Radarsensoren pro Fahrzeug. Insbesondere unsere 77-Gigahertz-Radarlösungen für Fahrerassistenzsysteme waren weiterhin sehr gefragt. Infineon ist einer der führenden Zulieferer der wichtigsten Hersteller von Radarsystemen in allen Regionen. Die hohe Nachfrage nach Fahrzeugen der Oberklasse und der oberen Mittelklasse - insbesondere nach sportlichen Geländefahrzeugen, sogenannte SUVs (Sport Utility Vehicles) - hielt global an. Dieser Fahrzeugtyp ist üblicherweise mit deutlich mehr Sicherheits- und Komfortfunktionen ausgestattet. Entwicklung des SegmentergebnissesDas Segmentergebnis betrug €466 Millionen und war damit leicht rückläufig verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €474 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 14,2 Prozent (Vorjahr: 15,9 Prozent). Das Segmentergebnis wurde durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz sowie durch Produktivitätsfortschritte positiv beeinflusst. Der Rückgang der Segmentergebnis-Marge erklärt sich im Wesentlichen durch das sehr starke Umsatzwachstum der Produkte für Elektromobilität. Ihr Anteil am Segmentumsatz liegt nach rund 7 Prozent im Vorjahr inzwischen bei rund 10 Prozent; die Profitabilität dieser Produkte liegt aufgrund hoher Investitionen in Entwicklung und Fertigung jedoch noch nicht auf dem durchschnittlichen Margenniveau des Segments Automotive. Um das weitere Wachstum darstellen zu können, haben wir bereits im letzten Geschäftsjahr mit der Errichtung weiterer Backend-Fertigungslinien für Produkte im Bereich Elektromobilität begonnen, wodurch weiterhin temporäre Anlaufkosten entstanden sind: einerseits in Warstein (Deutschland) und andererseits in die erste Fertigungshalle in Wuxi (China). Ferner wurden die positiven Effekte durch höhere Forschungs- und Entwicklungskosten - hauptsächlich im Bereich Fahrerassistenzsysteme - kompensiert. Anwendungsfelderscroll
MarktpositionDer Weltmarkt für Automobilhalbleiter wuchs von US$30,214 Milliarden im Kalenderjahr 2016 um 14,1 Prozent auf US$34,469 Milliarden im Kalenderjahr 2017 (Quelle: Strategy Analytics). Alle Regionen trugen zum Wachstum bei. Europa blieb mit großem Abstand die größte Region. China hat erstmals Nordamerika als zweitgrößte Region abgelöst. Infineon konnte in China im Kalenderjahr 2017 seinen Umsatz mit Automobilhalbleitern um 23,6 Prozent steigern und den Marktanteil um 1,1 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent erhöhen. Erfreulich ist ebenfalls unser starker Umsatzanstieg von 18,5 Prozent in Japan. In dieser Region wird Infineon zunehmend als kompetenter Systempartner, der die gewünschte Qualität liefern kann, wahrgenommen und mit immer größeren Aufträgen betraut. Infolgedessen hat sich unser Marktanteil in Japan von 3,1 Prozent im Jahr 2010 auf 6,1 Prozent im Jahr 2017 nahezu verdoppelt. Während es auf den Positionen zwei bis fünf nur zu Änderungen im Promillebereich bei den Marktanteilen kam, verlor der Marktführer 1,5 Prozentpunkte, hauptsächlich durch den Verkauf wesentlicher Teile seines Leistungshalbleiter-Portfolios. Infineon legte im Umsatz um 15,8 Prozent zu und steigerte damit seinen Marktanteil um 0,1 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent. Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 48,4 Prozent. Industrial Power ControlUMSATZ€1.323 Millionen SEGMENTERGEBNIS€256 Millionen Das Segment Industrial Power Control im Geschäftsjahr 2018UmsatzentwicklungIm Segment Industrial Power Control erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz in Höhe von €1.323 Millionen; ein Wachstum von 10 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €1.206 Millionen. Das Segment steuerte 17 Prozent des Konzernumsatzes bei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr trugen nahezu alle Bereiche zum Umsatzanstieg bei. Die Wachstumsraten der Bereiche elektrische Antriebe, Zugsysteme, industrielle Stromversorgungen und Haushaltsgeräte lagen dabei deutlich über dem Segmentdurchschnitt. Den höchsten absoluten Umsatzanstieg steuerte der Bereich elektrische Antriebe bei. Elektrische Antriebe sind der größte Bereich und stehen für rund ein Drittel des Segmentumsatzes. Hier stieg der Umsatz in jedem einzelnen Quartal und erreichte ein neues Allzeithoch. Der Grund hierfür war im Wesentlichen ein anziehendes Geschäft im Bereich Fabrikautomatisierung. Die Nachfrage erstreckte sich dabei auf alle Leistungsklassen. Der Bereich Haushaltsgeräte, mit rund 20 Prozent Umsatzbeitrag der inzwischen zweitgrößte Bereich des Segments, erzielte ebenfalls ein Umsatzwachstum deutlich über dem Segmentdurchschnitt. In den letzten drei Jahren hat sich der Umsatz dieses Bereichs mehr als verdoppelt. Ausschlaggebend für diesen Erfolg sind sowohl unsere IPMs (Intelligent Power Modules) der CIPOS(tm)-Familie als auch Motion-Control-Bausteine unserer iMOTION(tm)-Familie. Für diese kompakten Module bieten wir Referenzdesigns und schlüsselfertige Lösungen an. Sie finden Verwendung in Haushaltsgeräten aller Art, vom Haarfön über die Waschmaschine bis zur Klimaanlage. Die Marktakzeptanz unserer Produkte zeigt sich auch an der Steigerung unseres Marktanteils für IPMs. Mit knapp 40 Prozent Wachstum gegenüber 2016 wuchs diese Produktkategorie im Kalenderjahr 2017 doppelt so schnell wie der Vergleichsmarkt (siehe Abschnitt "Marktposition"). Der Bereich erneuerbare Energien war leicht rückläufig. Durch die Ankündigung der chinesischen Regierung Anfang Juni, den Zubau der Stromerzeugung durch Fotovoltaik im Jahr 2018 auf rund 50 Gigawatt zu begrenzen und die Einspeisevergütungen abzusenken, kam es in China, dem mit Abstand größten Markt für Fotovoltaik und für rund die Hälfte des weltweiten Zubaus verantwortlich, zu einer Stagnation. Die Auswirkung dieses Effekts wurde dadurch gemildert, dass andere Regionen ihre Ausbauziele anhoben. Hierzu zählen Europa, der Nahe Osten, Afrika sowie Südostasien. Im Bereich Windturbinen kam es trotz einer stabilen Entwicklung bei uns zu einem merklichen Umsatzrückgang. Die geringere Nachfrage nach kompletten Leistungsstufen in Umrichtersystemen konnte durch die deutlich höhere Nachfrage nach Leistungsmodulen nicht ganz kompensiert werden. Im Bereich Energieverteilung profitieren wir nun von der Erweiterung unseres Produktportfolios in den letzten Jahren, speziell in der Spannungsklasse 4.500 Volt. Die Akzeptanz unserer IGBT-Module bei HochspannungsGleichstrom-Übertragung, insbesondere bei der Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz an Land, bescherte uns ein sehr hohes Wachstum in diesem Bereich. Der Bereich Zugsysteme zeigte wie im Vorjahr wieder rund 20 Prozent Wachstum. Die Nachfrage war in allen Quartalen auf hohem Niveau. Schwerpunktregion war weiterhin China. Dort bestand Bedarf bei allen Zugvarianten: Hochgeschwindigkeitszüge, Metrobahnen sowie elektrische beziehungsweise teilelektrische Lokomotiven für Güterzüge. Die anderen Bereiche - unter anderem Industriefahrzeuge - trugen nur unwesentlich zur Umsatzsteigerung bei. Entwicklung des SegmentergebnissesDas Segmentergebnis betrug €256 Millionen, ein Anstieg um 40 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €183 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 19,3 Prozent (Vorjahr: 15,2 Prozent). Das Segmentergebnis wurde im Wesentlichen positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz. Darüber hinaus wirkten sich eine Produktivitätssteigerung - unter anderem eine höhere Auslastung der 300-Millimeter-Fertigungslinie in Dresden - sowie strukturelle Verbesserungen in den einzelnen Produktkategorien positiv auf die Profitabilität aus. Anwendungsfelderscroll
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Hierzu zählen Motoren, Kompressoren, Pumpen
und Ventilatoren. MarktpositionDer Weltmarkt für IGBT-basierte Leistungshalbleiter - diskrete IGBT-Leistungstransistoren und IGBT-Module -erreichte im Kalenderjahr 2017 eine Größe von US$5,255 Milliarden. Das entspricht einem Anstieg um 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$4,510 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Infineon konnte mit einem Marktanteil von 27,1 Prozent seine Führungsposition weiter ausbauen (plus 1,2 Prozentpunkte). Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 67,5 Prozent. Ein wichtiger Teilmarkt der IGBT-basierten Leistungshalbleiter umfasst die IPMs (Intelligent Power Modules). Im Kalenderjahr 2017 konnten wir unseren Umsatz in diesem Bereich mit 39,2 Prozent rund doppelt so stark steigern wie das Marktwachstum mit 19,9 Prozent. Dadurch gewannen wir 1,4 Prozentpunkte Marktanteil auf 10,3 Prozent. Wir erreichten erstmals einen zweistelligen Marktanteil und stiegen damit in die Top 3 in diesem Bereich auf. In der Kategorie diskrete IGBTs konnten wir unseren Marktanteil um 2,0 Prozentpunkte auf 38,5 Prozent steigern. Power Management & MultimarketUMSATZ€2.318 Millionen SEGMENTERGEBNIS€532 Millionen Das Segment Power Management & Multimarket im Geschäftsjahr 2018UmsatzentwicklungIm Segment Power Management & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz in Höhe von €2.318 Millionen. Das bedeutet ein Wachstum von 8 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €2.148 Millionen. Das Segment steuerte 31 Prozent des Konzernumsatzes bei. Der Umsatzanstieg war im Wesentlichen durch unser Geschäft mit Leistungshalbleitern getrieben. Hierzu zählen unsere Geschäftsfelder AC-DC-Stromversorgung und DC-DC-Stromversorgung. Beide Geschäftsfelder wuchsen kräftig und stellen zusammen rund zwei Drittel des Segmentumsatzes dar. Einen umsatzmindernden Effekt hatte der zum 6. März 2018 getätigte Verkauf des größten Teils unseres Geschäfts mit Hochfrequenz-Leistungskomponenten an das US-amerikanische Unternehmen Cree, Inc. Das zu Beginn des Geschäftsjahres ausgegebene Umsatzziel für das Segment wurde dennoch aufrechterhalten und erreicht. Die Nachfrage im Geschäftsfeld DC-DC-Stromversorgung kam hauptsächlich aus zwei Anwendungsfeldern: batteriebetriebene Geräte und Rechenzentren. Von der steigenden Anzahl an Anwendungen mit Gleichstrommotor, insbesondere mit bürstenlosen Gleichstrommotoren, profitierten unsere OptiMOS(tm)-Leistungstransistoren der unteren und mittleren Spannungsklassen. Beispiele für solche Anwendungen sind Bohrmaschinen, Akkuschrauber, Rasenmäher, Heckenscheren, Motorsägen sowie Multikopter für Transport, Landwirtschaft und Freizeit. Darüber hinaus sahen wir steigende Nachfrage nach elektrischen Zweirädern wie eBikes, Pedelecs und eScootern. In Rechenzentren sind wir in der DC-DC-Stromversorgung wie auch in der AC-DC-Stromversorgung vertreten. In der DC-DC-Stromversorgung tragen neben unseren OptiMOS(tm)-Niedervolt-Leistungstransistoren auch unsere Ansteuer- sowie Treiber-ICs und somit komplette Lösungen für die digitale Regelung zum Umsatz bei. Die AC-DC-Stromversorgung in Rechenzentren sorgte im abgelaufenen Geschäftsjahr für den größten Bedarf an Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS(tm)-Familie. Einerseits werden klassische Rechenzentren weiter ausgebaut. Andererseits entstand eine starke Nachfrage nach Servern, die für maschinelles Lernen optimiert sind. Diese speziellen Server haben oftmals eine höhere Rechenleistung und erfordern dadurch eine stärkere Stromversorgung. Der Umsatzschub bei AC-DC-Stromversorgungen kam darüber hinaus aus einem guten konjunkturellen Umfeld über alle Anwendungsbereiche hinweg sowie aus einer Erweiterung der Modellpalette der CoolMOS(tm)-Familie. Der technologische Vorsprung dieser Produkte zeigte sich unter anderem am großen Markterfolg bei der Ausstattung von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in China sowie am weltweiten Einsatz in On-Board-Ladeeinheiten in Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen. Die Bereiche Hochfrequenz und Sensorik zeigten ebenfalls hohes Wachstum. Während im ersten Halbjahr des vorangegangenen Geschäftsjahres noch eine Schwäche im Bereich Smartphones zu erkennen war, zog die Nachfrage im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder an. Davon profitierten insbesondere unsere Silizium-Mikrofone sowie verschiedene Hochfrequenzkomponenten wie zum Beispiel rauscharme Verstärker, Antennenschalter und Antennen-Tuner. Entwicklung des SegmentergebnissesDas Segmentergebnis betrug €532 Millionen; ein Anstieg um 25 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €427 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 23,0 Prozent (Vorjahr: 19,9 Prozent). Das Segmentergebnis wurde positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz. Darüber hinaus wirkten sich eine Produktivitätssteigerung - unter anderem durch eine höhere Auslastung der 300-Millimeter-Fertigungslinie in Dresden (Deutschland) - sowie strukturelle Verbesserungen in den einzelnen Produktkategorien positiv auf die Profitabilität aus. Anwendungsfelderscroll
MarktpositionDer Weltmarkt für Standard-MOSFET-Leistungstransistoren erreichte im Kalenderjahr 2017 eine Größe von US$6,650 Milliarden. Dies entspricht einem Anstieg um 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$5,851 Milliarden (Quelle: IHS Markit). Der Umsatz von Infineon wuchs um 15,1 Prozent. Durch unseren Kapazitätsaufbau - insbesondere der Ausbau der 300-Millimeter-Fertigungskapazität in Dresden (Deutschland) sowie der Ausbau der 200-Millimeter-Fertigungskapazität in Kulim (Malaysia) - konnten wir die hohe Marktnachfrage besser als alle Wettbewerber bedienen und mit 0,3 Prozentpunkten den höchsten Marktanteilsgewinn erzielen. Infineon ist mit einem Marktanteil von 26,3 Prozent weiterhin klarer Marktführer (Vorjahr: 26,0 Prozent). Die Distanz zur Nummer zwei betrug 13,5 Prozentpunkte (Vorjahr: 13,0 Prozentpunkte). Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 62,5 Prozent. Digital Security Solutions(vormals Chip Card & Security)UMSATZ€664 Millionen SEGMENTERGEBNIS€105 Millionen Das Segment Digital Security Solutions im Geschäftsjahr 2018Mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 haben wir den Namen des Segments "Chip Card & Security" in "Digital Security Solutions" geändert. Der bisherige Name wird zu sehr mit dem Formfaktor Chipkarte und Hardware in Verbindung gebracht. Wir sprechen jedoch seit einigen Jahren mit unseren Embedded-Security-Lösungen auch ganz neue Kunden mit einer insgesamt deutlich größeren Zahl an Anwendungen an. Der neue Name spiegelt die wachsende Bedeutung von Sicherheitslösungen in einer zunehmend vernetzten Welt wider, mit einem Chip als hochzuverlässigem Anker für Sicherheit. Die Namensänderung hat keine Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, die Strategie oder den Geschäftsumfang. UmsatzentwicklungIm Segment Digital Security Solutions erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz in Höhe von €664 Millionen; ein Rückgang um 6 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €708 Millionen. Das Segment steuerte 9 Prozent des Konzernumsatzes bei. Der Umsatzrückgang ist im Wesentlichen auf den Bereich SIM-Karten für Mobilkommunikation zurückzuführen. Aus strategischen Gründen nehmen wir seit einigen Jahren nur noch selektiv an Projektausschreibungen teil. Infolgedessen verringerte sich der Umsatz in diesem Bereich kontinuierlich und repräsentiert inzwischen nur noch einen niedrigen einstelligen Prozentsatz am Umsatz. Die beiden größten Bereiche - behördliche Dokumente und Bezahlkarten; sie tragen zusammen rund zwei Drittel zum Umsatz bei - konnten in Summe diese Entwicklung nicht kompensieren. Im Bereich behördliche Dokumente kam es projektbedingt zu einem Umsatzrückgang. Ein großes Projekt zum Ersatz konventioneller durch digitale Pässe erreichte im letzten Geschäftsjahr seinen Höhepunkt und läuft seither auf niedrigerem Niveau weiter. Der Bereich Bezahlkarten hingegen erwirtschaftete einen Umsatzzuwachs. Hierzu trug vor allem der Übergang von reinen kontaktbasierten zu sogenannten Dual-Interface-Karten bei, die sowohl kontaktbasiert als auch kontaktlos genutzt werden können. Durch unsere Kernkompetenz im Bereich Kontaktlos-Technologie profitieren wir von diesem Trend besonders. Der Bereich embedded SIM (eSIM), dessen Umsatz sich im Vorjahr nahezu verdoppelt hatte, legte nochmals leicht zu. eSIMs werden als Ersatz für klassische SIM-Karten fest in das Kundengerät eingebaut und stellen die Identifikation gegenüber dem Netzbetreiber sicher. Auch im Auto kommen eSIMs zum Einsatz: Unsere zertifizierten eSIM-Sicherheitscontroller werden für die Notruffunktion (Emergency Call, kurz eCall) verwendet, die seit dem 31. März 2018 in der EU für alle rund 17 Millionen Neuwagen verpflichtend ist. Neben vielen anderen Automobilherstellern setzt Daimler auch auf unsere eSIMs. Das System von Mercedes-Benz "MercedesMe connect" bietet zusätzlich zur gesetzlich geforderten Notruffunktionalität auch wesentlich weitergehende Dienste wie zum Beispiel Unfallmanagement, Pannen- und Wartungsmanagement sowie Fahrzeugferndiagnose. Im Bereich Transport und Ticketing sahen wir zunehmende Akzeptanz des Ticketing-Standards CIPURSE(tm) bei Betreibern von Nahverkehrsnetzen, zum Beispiel in Barcelona. CIPURSE(tm) ist ein offener Standard der OSPT (Open Standard for Public Transportation). Infineon hat die Entwicklung und Einführung von CIPURSE(tm) maßgeblich unterstützt. Bei einigen in den Vorjahren gewonnenen Projekten wurden nun im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals Umsätze erzielt. Einen weiteren Erfolg konnten wir mit unserer Trusted Platform Module (TPM)-Familie erzielen. Juniper, der führende Anbieter im Bereich automatisierter, skalierbarer und sicherer Netzwerke, integriert nun in seinen Routern, Firewalls und anderen Geräten unsere OPTIGA(tm) TPM-Sicherheitslösungen. Ferner stieg der Umsatz im Bereich Authentifizierung. Unsere Kunden setzen auf unsere Sicherheitskompetenz, um ihre Produkte, ihr Geschäftsmodell und nicht zuletzt ihre Kunden zu schützen. In den Bereichen Internet der Dinge, Industrie 4.0, Smart Home, Smart City sowie vernetzte Fahrzeuge haben wir Designs gewonnen und weitere strategische Kooperationen etabliert. Einige dieser Projekte sind Teil von Testfeldern beziehungsweise haben Prototypencharakter. Entsprechend gering ist in diesem Stadium noch der Umsatz. Das Umsatzwachstumspotenzial ist jedoch enorm, wenn diese Anwendungen den entsprechenden Reifegrad erreichen. Es ist Teil unserer strategischen Ausrichtung, der führende Anbieter für Sicherheitslösungen, bestehend aus Sicherheitschip und Software, zu sein. Solche Sicherheitslösungen sind insbesondere in den oben genannten Anwendungen der entscheidende Erfolgsfaktor. Sehr erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass wir inzwischen rund ein Viertel unseres Umsatzes mit Lösungen erzielen, bei denen unsere Sicherheitscontroller in einem engen Zusammenhang mit Software (zum Beispiel Firmware, Treibersoftware, hardwarenahe Anwendungssoftware) stehen. Aufgrund unserer Software- und Systemkompetenz sind wir in der Lage, Referenzdesigns und einfach integrierbare Sicherheitsmodule zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus bieten wir Unterstützung bei der Zertifizierung von Sicherheitslösungen. Mit diesen Serviceleistungen reduzieren wir die Entwicklungsaufwendungen unserer Kunden und beschleunigen die Markteinführung ihrer Produkte. Die in den Vorjahren gestarteten Investitionen in diesen Bereichen beginnen sich nun auszuzahlen. Ein Beispiel hierfür sind unsere SECORA(tm) Pay-Sicherheitslösungen, mit denen Kartenhersteller besonders einfach die Dual-Interface-Chip-Technologie in ihr Produktportfolio integrieren und dabei flexibel auf regionale Marktanforderungen eingehen können. Die hohe Akzeptanz der Marke SECORA(tm) Pay zeigt sich an den vielen Projektgewinnen bereits im Geschäftsjahr 2018, wobei die Markteinführung erst im November 2017 stattfand. Entwicklung des SegmentergebnissesDas Segmentergebnis betrug €105 Millionen; ein Rückgang um 15 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €124 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 15,8 Prozent (Vorjahr: 17,5 Prozent). Das Segmentergebnis wurde im Wesentlichen negativ beeinflusst durch einen geringeren Ergebnisbeitrag aus dem rückläufigen Umsatz. Ferner waren gestiegene Betriebskosten zu verzeichnen, einerseits bedingt durch den strategisch langfristig geplanten Aufbau von Mitarbeitern in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb und andererseits durch höhere Entwicklungskosten aufgrund einer höheren Anzahl an Kundenprojekten und der Erweiterung des Produktportfolios. Wir wollen hierdurch insbesondere unsere Software- und Systemkompetenz weiter ausbauen. Anwendungsfelderscroll
MarktpositionDer Weltmarkt für Sicherheits-ICs erreichte im Kalenderjahr 2017 eine Größe von US$3,260 Milliarden. Dies entspricht einem Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$3,266 Milliarden (Quelle: ABI Research). Der Umsatz von Infineon wuchs um 0,6 Prozent. Infineon gewann 0,2 Prozentpunkte Marktanteil und ist nun mit knappem Vorsprung neuer Marktführer. Unser Marktanteilsgewinn ist im Wesentlichen auf Veränderungen in den beiden großen Bereichen hoheitliche Dokumente sowie Bezahlkarten zurückzuführen. In beiden Bereichen konnte Infineon seinen Absatz deutlich über dem Marktwachstum steigern, während der bisherige Marktführer teilweise signifikant an Marktanteil verlor. Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf einen Marktanteil von 73,1 Prozent. Bis letztes Jahr diente als Quelle IHS Markit. Da IHS Markit den Markt für Sicherheits-ICs nicht mehr analysiert, beziehen wir uns nun auf die Marktstudie von ABI Research. Im Unterschied zu unserer Marktbetrachtung in den letzten Jahren sind nun auch speicherbasierte Sicherheits-ICs sowie verschiedene embedded Sicherheits-ICs enthalten. Forschung und EntwicklungDie Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) betrugen im Geschäftsjahr 2018 €836 Millionen nach €776 Millionen im Vorjahr; ein Anstieg um €60 Millionen beziehungsweise 8 Prozent. Sie sind damit proportional zum Umsatz angestiegen, der ebenfalls 8 Prozent zulegte. In Relation zum Umsatz haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr 11 Prozent für F&E aufgewendet. Mit dieser Quote liegen wir weiterhin in unserem angestrebten Zielkorridor, nämlich bei einem Prozentsatz vom Umsatz im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich. Um unsere Innovationskraft zu erhalten, sollen die F&E-Kosten auch in Zukunft proportional mit dem Umsatz wachsen. An unseren Forschungs- und Entwicklungsstandorten beschäftigten wir zum Ende des Geschäftsjahres 2018 weltweit 7.161 Mitarbeiter (18 Prozent der Belegschaft), zum Ende des Geschäftsjahres 2017 waren es 6.362 Mitarbeiter (17 Prozent der Belegschaft). Infineon unterhält F&E-Abteilungen an 35 Standorten in 15 Ländern: Peking und Xi'an (beide China); Herlev (Dänemark); Augsburg, Dresden, Duisburg, Erlangen, Karlsruhe, Neubiberg bei München, Regensburg und Warstein (alle Deutschland); Le Puy-Sainte-Réparade (Frankreich); Bristol und Reigate (beide Großbritannien); Bangalore (Indien); Padua und Pavia (beide Italien); Seoul (Korea); Ipoh und Melaka (beide Malaysia); Nimwegen (Niederlande); Graz, Linz und Villach (alle Österreich); Muntinlupa (Philippinen); Bukarest (Rumänien); Singapur; Chandler, El Segundo, Leominster, Mesa, Milpitas, San Jose, Tewksbury und Warwick (alle USA). Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2018 auf €143 Millionen (Vorjahr: €129 Millionen). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2018 €50 Millionen (Vorjahr: €39 Millionen). Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für F&E stiegen von €68 Millionen im Geschäftsjahr 2017 auf €86 Millionen im Geschäftsjahr 2018. Wesentliche Forschungs- und EntwicklungsaktivitätenF&E-Kosten entstehen nicht nur für Produktentwicklungen, sondern zunehmend auch für Plattformentwicklungen, neue Technologien, Produktfamilien sowie für neue Fertigungstechnologien. Hierzu zählen zum Beispiel die digitale Steuerung der Stromversorgung, Technologieplattformen für Nieder- und Hochvolt-Leistungsschalter, Leistungshalbleiter basierend auf den neuen Materialien Siliziumkarbid und Galliumnitrid sowie neue Sensortypen, insbesondere solche basierend auf unseren Magnetfeld-, Radar-, Lidar-, Infrarot- und MEMS-Technologien. Während in der Vergangenheit sowohl Forschung als auch Entwicklung meist technologie- beziehungsweise komponentenorientiert waren, spielen zunehmend die Systeme, in denen die Bauelemente zur Anwendung kommen, eine maßgebliche Rolle. Innovative Systemlösungen gehen von einer Optimierung der Systemfunktionalität aus. Wenn durch Einsparungen und Verbesserungen - zum Beispiel bei passiven Komponenten, Kühlung, Gehäuse, Gewicht, Zuverlässigkeit - ein Mehrwert für den Kunden entsteht, ist dieser bereit, für die dafür ursächlichen Halbleiterkomponenten einen höheren Preis zu bezahlen. Oft wird dabei die digitale Mikroelektronik mit Komponenten aus den Bereichen Hochfrequenz, Ansteuerung von Leistungsbauelementen, Sensorik oder Aktuatorik kombiniert, was zu einem deutlichen Leistungssprung führt. Zunehmend wird die Hardware auch durch Software ergänzt. Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt im Bereich Sensorik. Mit Sensoren wird die reale, analoge Welt erfasst. Die gemessenen Signale werden zunächst digitalisiert und entsprechend den Anforderungen der Anwendung als digitale Werte verarbeitet, übertragen und gespeichert. Sensoren spielen auch bei der Bedienung von Maschinen und Geräten, der sogenannten Mensch-Maschine-Interaktion, eine immer bedeutendere Rolle. In diesem Bereich entwickeln wir unser Portfolio an MEMS-basierten Silizium-Mikrofonen und Drucksensoren sowie an 3D-ToF-Sensoren und Radarsensoren weiter. Darüber hinaus arbeiten wir an neuen Sensortypen zur Erfassung weiterer physikalischer Messgrößen. Infineon verfügt über rund 40 Jahre Erfahrung in Sensordesign und Sensorfertigung und bietet das umfassendste Portfolio an Druck- und Magnetfeldsensoren für Automobilanwendungen an. Im Bereich Hochfrequenz-Anwendungen ist unser Ziel, zukünftig Hochfrequenzlösungen für Smartphones und Mobilfunk-Infrastruktur anbieten zu können. Hierzu werden wir zu den heutigen Komponenten - im Wesentlichen rauscharme Signalverstärker, Antennenschalter und Antennen-Tuner - weitere Produkte hinzufügen, unter anderem Frequenzfilter und 5G-Antennenmodule. Weiterhin bilden Fertigungstechnologien und Transistorarchitekturen für Leistungshalbleiterkomponenten auf Basis neuer Materialien einen Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten. Auf der Suche nach immer effizienteren Leistungshalbleitern für immer kompaktere Netzteile und Steuerungen haben sich vor allem Siliziumkarbid (SiC; eine Verbindung aus Silizium und Kohlenstoff) und Galliumnitrid (GaN; eine Verbindung aus Gallium und Stickstoff) als die bevorzugten Materialien erwiesen. Diese neuen Halbleitermaterialien können, verglichen mit siliziumbasierten Komponenten, hohe Spannungen beziehungsweise hohe Ströme bei kleineren Abmessungen und geringeren Verlusten schalten. SiC- und GaN-Komponenten adressieren aufgrund ihrer Materialeigenschaften unterschiedliche Spannungsklassen. Während die SiC-Technologie bei Spannungen über 1.000 Volt ihre Vorteile ausspielt, kommt die GaN-Technologie bei 600 Volt und darunter zum Einsatz. Als Marktteilnehmer mit dem wohl umfassendsten Portfolio an Leistungshalbleitern steht für Infineon das Verständnis der Kundenanwendung im Mittelpunkt. Das Ziel ist, unseren Kunden die Lösung mit dem besten Preis-LeistungsVerhältnis anzubieten. Eine solche Lösung kann auch auf einer abgestimmten Kombination aus Silizium- und Siliziumkarbid (SiC)-Komponenten basieren. Erst die Balance aus Kosten- und Performancevorteilen der einzelnen Komponenten führt zu einer nachhaltigen Verbesserung des Kundensystems. Dies kann die Effizienz, die Kosten, die Baugröße, das Gewicht oder die Zeit bis zur Markteinführung betreffen. Die heutigen Hauptanwendungen für SiC sind Fotovoltaik-Wechselrichter, Industrie-Stromversorgungen sowie die Infrastruktur für Elektromobilität, insbesondere Ultraschnellladestationen. Als zukünftige Anwendungen sehen wir Hilfsaggregate in Zügen. Mittelfristig kommen Steuerungen für geregelte Motorantriebe für die unterschiedlichsten Motorarten und Betriebsmodi (Schrittmotoren, Robotik, hohe Drehzahl, hohes Drehmoment) als interessantes Anwendungsfeld infrage. Darüber hinaus bietet der Einsatz im Bereich Elektrofahrzeuge enormes Potenzial. Anwendungen hierbei sind zunächst die On-Board-Batterieladeeinheit sowie in der Folge der Hauptumrichter für den Antriebsstrang. Der Schwerpunkt unserer künftigen Entwicklungsaktivitäten im Bereich SiC liegt in der Erweiterung des Produktportfolios, und zwar sowohl bezüglich weiterer Bauformen (dies betrifft die Gehäuse und die Topologien in den Modulen) als auch bezüglich höherer Spannungsklassen (ausgehend von 1.200 Volt hin zu 1.700 Volt und 3.300 Volt). Auch Galliumnitrid (GaN)-Transistoren bieten gegenüber Silizium-Transistoren ganz neue, interessante Eigenschaften, die zum Beispiel in Netzteilen genutzt werden können. Die Vorteile werden erst mit ganz neuen Netzteiltopologien erreicht. Dann lässt sich der maximale Effizienzgewinn bei besonders kompaktem Aufbau des Gesamtsystems realisieren. Die Hauptanwendungen dieser GaN-Produkte sind auf höchste Effizienz optimierte Netzteile für leistungsstarke Server in Rechenzentren und Telekommunikationseinrichtungen. Die bis zu 3.000 Watt starken Netzteile, die GaN nutzen, können anders gestaltet werden als siliziumbasierte Netzteile. Je nach Konfiguration sind dadurch Systemkostenvorteile realisierbar. Die höhere Effizienz verringert den Kühlaufwand, und die Kosten für Kühlkörper und Klimatisierung sinken. Höchste Effizienz und damit eine Minimierung der laufenden Betriebskosten werden von den Betreibern der Rechenzentren - wie zum Beispiel Google, Facebook, Amazon Web Services oder Microsoft -gefordert, liegt doch die Leistungsaufnahme solcher Rechenzentren mit bis zu 40.000 Servern im zweistelligen Megawattbereich. Eine Verbesserung des Wirkungsgrads um 1 Prozentpunkt bedeutet dann eine Einsparung von mehreren Hundert Kilowatt. Ebenso kann die Kompaktheit - also Leistungsdichte, gemessen in Watt pro Kubikzentimeter - erhöht werden. Das ist wichtig, weil jeder Quadratmeter Stellfläche in den klimatisierten Räumen teuer ist. Neben Servern spielt die Leistungsdichte auch bei extrem dünnen Flachbildschirmen sowie bei kompakten Ladegeräten und Adaptern von mobilen Endgeräten eine Rolle. Bei diesen preissensitiven Märkten wird es allerdings noch länger dauern, bis eine breite Akzeptanz von GaN-Transistoren erreicht wird. Im Bereich GaN haben wir bedeutende Fortschritte erzielt. Die ersten Produkte unserer CoolGaN(tm)-Familie, verschiedene 600-Volt-GaN-Leistungstransistoren basierend auf einem sogenannten Enhancement-Mode (e-Mode)-GaN-Transistor, haben Serienreife erreicht. Die Entwicklung der nächsten Generation unserer GaN-Transistoren hat bereits begonnen. Mit dieser neuen Architektur lassen sich kleinere und somit günstigere Transistoren realisieren. Dies wird die Einführung der GaN-Technologie auch in preissensitiven Märkten begünstigen. Ferner arbeiten wir an integrierten GaN-Lösungen, in denen entweder mehrere Transistoren oder Transistor und Ansteuerung monolithisch verbunden oder gemeinsam verpackt werden. Diese kompakten Lösungen können zum Beispiel für Motorsteuerungen in Waschmaschinen oder Klimaanlagen zum Einsatz kommen. In den kommenden Monaten werden wir auf verschiedenen Messen mehrere dieser neuen Produkte vorstellen. Die Serienfertigung unserer GaN-Produkte erfolgt in Villach (Österreich) auf einer 150-Millimeter-Wafer-Fertigungslinie. Der Übergang der Serienfertigung auf 200-Millimeter-Wafern ist in Planung. Neben den neuen Materialien für Leistungshalbleiter liegt ein weiterer Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung der Ansteuerung von Leistungshalbleitern. Wir befinden uns im Übergang von der analogen Ansteuerung zur digitalen Ansteuerung von Leistungsschaltern. Digitale Ansteuerungen ermöglichen eine wesentlich bessere Anpassung an die verschiedenen Betriebszustände (zum Beispiel Stand-by, Teillast, Volllast), aber auch eine bessere Nutzung der immer komplexeren Leistungsbauelemente. Durch die Programmierfähigkeit der Ansteuer-ICs ist es für den Kunden bei kürzeren Lernzyklen einfacher, die Funktion der Steuerung ihren Bedürfnissen anzupassen. Bei MOSFET-basierten Steuerungen hat der Übergang bereits vor einigen Jahren begonnen; bei IGBT-basierten Steuerungen hat dieser Trend nun eingesetzt. Infineon ist bei der Digitalisierung der gesamten Kette, bestehend aus Ansteuer-IC, Treiber-ICs und Leistungsschalter, vertreten. Insbesondere die Controller der iMOTION(tm)-Familie finden großes Interesse im Markt. Wir werden diese erfolgreiche Familie erweitern und Produkte mit integriertem Treiber und integriertem Leistungsschalter entwickeln. Infineon nimmt eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Verschlüsselungsmechanismen ein. Ein überragender Erfolg gelang uns bei Chiffrierverfahren, die der Rechenkraft künftiger Quantencomputer standhalten. So demonstrierten wir letztes Jahr als weltweit erstes Unternehmen die Implementierung eines Algorithmus für die sogenannte Post-Quantum-Kryptografie in kontaktlosen Sicherheitschips. Die kleine Chipgröße und der begrenzte Speicherplatz zum Ablegen und Ausführen eines so komplexen Algorithmus wie auch die Übertragungsgeschwindigkeit waren herausfordernd. Infineon hat im November 2017 für diese Leistung den renommierten Branchenpreis Sesames Award gewonnen, und zwar gleich in zwei von sechs Kategorien: "Cyber Security" und "eGovernment". Der Sesames Award wird jährlich an die besten Innovationen im Bereich der digitalen Sicherheit verliehen und zählt zu den höchsten Auszeichnungen der Branche. Gründung eines neuen Entwicklungszentrums in DresdenIm Mai 2018 gab Infineon die Gründung eines neuen Entwicklungszentrums in Dresden bekannt. Das Entwicklungszentrum soll die Entwicklung neuer Produkte für Automobil- und Leistungselektronik sowie Lösungen für Künstliche Intelligenz (KI) vorantreiben. Für das komplexe Zusammenspiel von Halbleitern in technisch immer anspruchsvolleren Fahrzeugen gewinnt die Systemintegration an Bedeutung. Die Modellierung komplexer Systeme und die Entwicklung hochintegrierter Produkte werden neben dem Chipdesign zu den Kernaufgaben des Entwicklungszentrums gehören. Bei der zunehmenden Vernetzung von Verkehrssystemen spielen Algorithmen, KI und das Internet der Dinge eine zentrale Rolle. Hier erwarten wir in den kommenden Jahren deutliche Wachstumsimpulse. Auch mit diesen Themen wird sich das Entwicklungszentrum intensiv beschäftigen. Was gegebenenfalls zunächst im Automobilumfeld entwickelt wird, kann auch in anderen Geschäftsfeldern, etwa der Robotik, übernommen werden. Es soll ausgelotet werden, wie wir universelle KI-Funktionen entwickeln können, die wir in eine Vielzahl von Chips für unterschiedliche Zielsysteme integrieren können. Eine große Herausforderung ist dabei die stetig wachsende Komplexität der Chips. Erkenntnisse über Kosten und Herstellbarkeit solcher komplexen Chips beziehungsweise die Verteilung der Funktionen auf mehrere Chips sind von besonderer Bedeutung. Deshalb ist das Entwicklungszentrum am Schnittpunkt zwischen Entwicklung, Design und Fertigung angesiedelt. Durch die Rückkopplung aus der Fertigungslinie werden Synergien geschaffen. Dadurch können neue Produkte schneller entwickelt und früher auf den Markt gebracht werden. Der Start ist für Ende des Kalenderjahres 2018 geplant. Zunächst sollen 100, mittelfristig rund 250 Arbeitsplätze entstehen. PatenteDie Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Infineon zeigt sich auch in der Anzahl und Qualität unserer Patente. Weltweit haben wir im Geschäftsjahr 2018 rund 1.550 Patente angemeldet gegenüber rund 1.800 Patentanmeldungen im Vorjahr. Das Patentportfolio bestand zum Ende des Geschäftsjahres 2018 weltweit aus rund 26.850 Patenten und Patentanmeldungen (Vorjahr: rund 27.300). OperationsUnsere Investitionen im Geschäftsjahr 2018 betrugen €1.254 Millionen. Dies ist ein Anstieg um €232 Millionen beziehungsweise 23 Prozent im Vergleich zu den Investitionen des Vorjahres in Höhe von €1.022 Millionen. Die Investitionen bezogen auf den Umsatz erhöhten sich von 14,5 Prozent im Vorjahr auf 16,5 Prozent im Geschäftsjahr 2018. Von den gesamten Investitionen entfielen €1.090 Millionen auf Sachanlagen (Vorjahr: €874 Millionen) und €164 Millionen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive aktivierter F&E-Kosten (Vorjahr: €148 Millionen). Von den Investitionen in Sachanlagen entfiel der weitaus größte Anteil auf Investitionen in Fertigungsanlagen. Davon wiederum entfielen rund zwei Drittel auf Frontend-Fertigungsanlagen, der Rest im Wesentlichen auf Backend-Fertigungsanlagen. Infineon unterhält insgesamt 17 Fertigungsstandorte in zehn Ländern: Peking und Wuxi (beide China); Dresden, Regensburg und Warstein (alle Deutschland); Batam (Indonesien); Cheonan (Korea); Melaka und Kulim (beide Malaysia); Tijuana (Mexiko); Villach (Österreich); Singapur; Cegled (Ungarn) sowie Leominster, Mesa, San Jose und Temecula (alle USA). Zum 30. September 2018 waren an diesen Fertigungsstandorten 28.532 Mitarbeiter in der Fertigung beschäftigt (Vorjahr: 27.105 Mitarbeiter). Meilensteine und wesentliche Investitionsschwerpunkte in der Fertigung im Geschäftsjahr 2018Im Geschäftsjahr 2018 ergaben sich folgende Investitionsschwerpunkte: 1. Ausbau der 300-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität in Dresden in differenzierenden Fertigungstechnologien für Leistungshalbleiter wie zum Beispiel Hochvolt-MOSFETs unserer CoolMOS(tm)-Familie und IGBT-Leistungsschalter. 2. Ausbau der 200-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität in Kulim in differenzierenden Fertigungstechnologien für Sensoren sowie diskrete und integrierte Leistungshalbleiter. 3. Weiterer Hochlauf der Serienfertigung unserer Siliziumkarbid (SiC)-MOSFETs und SiC-Dioden auf 150-Millimeter-Wafern. Damit fertigt Infineon als eines der ersten Unternehmen weltweit das gesamte SiC-Portfolio auf Wafern mit 150 Millimeter Durchmesser. 4. Ausbau der Backend-Fertigungskapazität für IGBT-Module für Industrie- und Automobilanwendungen. Aufgrund der starken Nachfrage nach IGBT-Modulen für den Antriebsstrang von Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen wurden die entsprechenden Backend-Fertigungskapazitäten erweitert. Der Ausbau erfolgte für die IGBT-Module der HybridPACK(tm)-Familie einerseits in Warstein und andererseits in dem neu gegründeten Joint Venture mit dem chinesischen Automobilhersteller SAIC Motor Corporation Ltd. in Wuxi. Das Joint Venture mit dem Namen SIAPM (SAIC Infineon Automotive Power Modules (Shanghai) Co., Ltd.) wurde am 7. Februar 2018 gegründet und fertigt seit August 2018. 5. Aufgrund der Kostenposition ist geplant, den Standort Temecula (USA) nur bis 2021 zu betreiben und dann zu schließen oder bis dahin zu verkaufen. Die dort gefertigten Produkte werden an andere Infineon-Standorte transferiert beziehungsweise zur Fertigung an externe Partner vergeben. Darüber hinaus wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr an den Frontend- und Backend-Standorten hauptsächlich in folgende Bereiche investiert:
Infineon schreibt nächstes Kapitel seiner Wachstumsstrategie: Entscheidung für zweite 300-Millimeter-Fabrik getroffenWir sehen seit einiger Zeit eine rasant steigende Nachfrage nach Leistungselektronik. Um den zunehmenden Bedarf unserer Kunden in den kommenden Jahren bedienen zu können, haben wir uns im Mai 2018 für den Bau einer zweiten 300-Millimeter-Fabrik entschieden. Am Standort Villach (Österreich), unserem langjährigen Kompetenzzentrum für Leistungselektronik, werden wir eine vollautomatisierte 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung errichten. Die Bauarbeiten haben im November 2018 begonnen. Die Serienfertigung soll Anfang 2021 starten; die maximale Fertigungskapazität soll bereits 2026 erreicht werden. Die Investitionen betragen insgesamt rund €1,6 Milliarden. Bei voller Auslastung liegt das geschätzte zusätzliche Umsatzpotenzial durch diese Fabrik bei rund €1,8 Milliarden pro Jahr. Mit dem deutlichen Ausbau unserer Fertigungskapazität erhöhen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit. Unsere Strategie ist dabei langfristig und unabhängig von möglichen kurzzeitigen zyklischen Abschwüngen ausgelegt. Wir wollen die Chancen, die sich durch das starke prognostizierte Marktwachstum ergeben, konsequent nutzen. Die neue Fabrik kann am Standort Villach deutlich rascher realisiert werden als eine Fabrik an einem neuen Standort, denn Villach besitzt einerseits bereits eine 300-Millimeter-Dünnwafer-Pilotlinie und andererseits das Know-how der verschiedenen Fertigungstechnologien. Mit dem Ausbau erreichen wir deutliche Skaleneffekte und steigern somit unsere Effizienz. Nicht zuletzt ermöglicht der Ausbau der Fertigungskapazität für Silizium auch den Ausbau der Fertigungskapazität für die Fertigungstechnologien Siliziumkarbid und Galliumnitrid. Bestehende Gebäude und Fertigungslinien können für diese Verbindungshalbleiter nachgenutzt werden. Damit wird eine kapitaleffiziente Kapazitätserweiterung erreicht. Unternehmensinternes SteuerungssystemDas unternehmensinterne Steuerungssystem von Infineon ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen, die im Kapitel "Konzernstrategie" dargestellt ist. Dementsprechend werden Steuerungskennzahlen verwendet, die profitables Wachstum und effizienten Kapitaleinsatz messbar machen. Über den Konjunkturzyklus hinweg hat Infineon sich vorgenommen,
In den kommenden Jahren planen wir außerdem Investitionen in Höhe eines in Summe niedrigen dreistelligen Millionenbetrags, um mögliche zusätzliche Umsatzchancen zu nutzen und strukturellen Veränderungen folgen zu können. Diese sind nicht in der oben genannten Quote von 15 Prozent enthalten. Hinzu kommen bereits angekündigte Investitionen in Frontend-Reinräume und bestimmte größere Bürogebäude, darunter der 300-Millimeter-Reinraum und das Forschungs- und Entwicklungsgebäude am Standort Villach (Österreich). Im Geschäftsjahr 2019 fallen davon etwa €200 Millionen an. Bei einer Umsetzung dieser Maßnahmen wird es vorübergehend zu einer Investitionsquote deutlich oberhalb der im Zielgeschäftsmodell vorgesehenen Quote kommen. Aufgrund der starken Kundennachfrage im Geschäftsjahr 2019 rechnet Infineon mit einem Umsatzwachstum von 11 Prozent, plus oder minus 2 Prozentpunkte. Die Segmentergebnis-Marge soll im Mittelpunkt der Umsatzwachstumsspanne bei 18 Prozent liegen (siehe Kapitel "Prognosebericht"). Die Erreichung dieser finanziellen Ziele führt in Summe durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Dabei bedingen Wachstum, Profitabilität und Investitionen einander: Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren, also Wachstumspotenziale erschließen zu können. Wachstum wiederum erfordert einerseits kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Fertigungskapazitäten. Durch entsprechendes Wachstum wird Infineon in die Lage versetzt, führende Marktpositionen zu erreichen und Größenvorteile zu realisieren, um so die Profitabilität zu erhöhen. Entscheidend hierfür ist die effiziente Nutzung finanzieller Ressourcen. Infineon setzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang der strategischen Ziele ein. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, den quartalsweisen Prognosen, dem wöchentlichen Auftragseingang sowie aus den monatlichen Ist-Daten. Dies erlaubt es dem Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten wirtschaftlichen und operativen Entwicklung beruhen. Für den langfristigen Erfolg von Infineon sind nachhaltiges Wirtschaften sowie die Einbeziehung von zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren wichtig. Als ein Unternehmen, das sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist, berücksichtigt Infineon auch nichtfinanzielle Faktoren, hauptsächlich aus den Bereichen Nachhaltigkeit (siehe hierzu den Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" im Internet @ www.infineon.com/nachhaltigkeit_ reporting) und Mitarbeiter (siehe Kapitel "Personalstrategie"). Diese Faktoren werden nicht zur Unternehmenssteuerung genutzt, sie tragen aber zur Erreichung der finanziellen Ziele von Infineon bei. Im Rahmen der Unternehmenssteuerung legt die Unternehmensleitung zudem größten Wert darauf, dass das Handeln von Infineon streng an den rechtlichen Rahmenbedingungen ausgerichtet ist und die internen Corporate Governance Standards eingehalten werden (siehe Kapitel "Corporate Governance"). SteuerungskennzahienHauptsteuerungskennzahlenUm den Erfolg der Umsetzung seiner Strategie zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen:
Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In Prozent vom Umsatz (Segmentergebnis-Marge) ausgedrückt wird die Profitabilität des Umsatzes dargestellt und gezeigt, wie erfolgreich das operative Geschäft gesteuert wird. Die Steuerung der Aktivitäten der Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Die Optimierung des Segmentergebnisses im Rahmen der vom Vorstand verabschiedeten Konzernstrategie liegt dabei in der Verantwortung des Managements der jeweiligen Segmente, erfolgt jedoch in enger Abstimmung mit dem Vorstand. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen von liquiden Mitteln niederschlägt. Gleichzeitig liefert diese Kennzahl auch eine Aussage über die Effizienz des Einsatzes von Betriebskapital und Sachanlagen. Überdies vergleicht Infineon die tatsächlich erzielte und die geplante Kapitalverzinsung (RoCE) mit den Kapitalkosten, um sicherzustellen, dass ein Mehrwert geschaffen wird. Die drei dargestellten Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt. Alle drei Kennzahlen, insbesondere das Segmentergebnis, korrelieren stark mit dem Umsatzwachstum. Insofern ist das Umsatzwachstum keine eigene Hauptsteuerungskennzahl, wird aber indirekt über die drei Kennzahlen mit abgedeckt. SegmentergebnisDas Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von: Saldo aus Wertminderungen und Wertaufholungen von Vermögenswerten (ausgenommen aktivierte Entwicklungskosten); Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen; Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen; akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen; Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren (zur betragsmäßigen Ermittlung siehe im Konzernanhang unter Nr. 24). Gerichts- und Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit der aktiven Lizenzierung von Infineon-Patenten werden im Segmentergebnis erfasst, genauso wie die zugehörigen Erträge. Das Segmentergebnis ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses von Infineon und der einzelnen Segmente im Geschäftsjahr 2018 siehe Kapitel "Die Segmente" sowie "Das Geschäftsjahr 2018"). Free-Cash-FlowInfineon verwendet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist das Ziel von Infineon, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2018 siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen. Infineon steuert sein operatives Nettoumlaufvermögen, indem fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geachtet wird. Das effektive Management der Investitionen nimmt eine zentrale Rolle im Hinblick auf den Free-Cash-Flow ein. Hierzu passt unser Ziel, die Höhe der Investitionen systematisch zu steuern. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet. Return on Capital Employed (RoCE)Die Kennzahl RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und ist definiert als Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Langfristige Vermögenswerte und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. RoCE = Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern / Eingesetztes Kapital Die Kennzahl verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene berichtet. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Erfüllung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung. Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen Vermögenswerte sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren (zur rechnerischen Ableitung und Entwicklung des RoCE im Geschäftsjahr 2018 siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage"). Ergänzende SteuerungskennzahlenDie Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben. Wachstums- und RentabilitätskennzahlenDas Umsatzwachstum wird laufend dem Wachstum der jeweiligen Zielmärkte gegenübergestellt. Dies knüpft unmittelbar an dem strategischen Ziel an, kontinuierlich vom Wachstum unserer Zielmärkte zu profitieren. Als Indikator für eine zukünftige Umsatzentwicklung werden auch die sogenannten Design-Wins herangezogen, deren Zielwert laufend gegen die tatsächliche Entwicklung abgeglichen wird. Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die F&E-Kosten, die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen (zur Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage"). LiquiditätskennzahlenEine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln und der Optimierung der Kapitalstruktur. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Unternehmensebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen:
Zur Entwicklung der Kennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage". Des Weiteren werden zur Vermeidung von Kapazitätsleerstand beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein. Ist- und Zielwerte der SteuerungskennzahlenIm Kapitel "Prognosebericht" findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung der im Geschäftsjahr 2018 erzielten Werte für die Steuerungskennzahlen mit den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2018 und das Geschäftsjahr 2019. Nachhaltigkeit bei InfineonDie Nachhaltigkeitsaktivitäten werden im separaten Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" beschrieben. Aus den Anforderungen des deutschen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes leitet sich für die Infineon Technologies AG für das Berichtsjahr 2018 erstmals die Pflicht zur Veröffentlichung eines nichtfinanziellen Berichts auf Gesellschaft^ und Konzernebene ab. Dieser wird gemeinsam für die Infineon Technologies AG und die Infineon-Gruppe als zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht innerhalb des Nachhaltigkeitsberichts veröffentlicht. Die gesetzlich erforderlichen Informationen sind entsprechend gekennzeichnet, um sie von der freiwilligen Berichterstattung nach den GRI-Standards abzugrenzen. Der gesamte Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" inklusive der Kapitel, die zum nichtfinanziellen Bericht gehören, wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München (Deutschland), einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Der separate Bericht "Nachhaltigkeit bei Infineon" einschließlich des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts findet sich im Internet unter @ www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting. Die Infineon-AktieBasisinformationen zur Aktie@ Die Teilnahme an den Telefonkonferenzen ist im Internet als Webcast auf unseren Investor-Relations-Seiten (www.infineon.com/boerse) möglich. Unseren Privataktionären stehen wir für Fragen per E-Mail (investor.relations@infineon.com) und per Telefon (+49 89 234-26655) zur Verfügung. scroll
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Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beinhaltet
die Aktien in Eigenbesitz. @ Eine ausführliche Übersicht über weitere wichtige Indizes, in denen die Infineon-Aktie vertreten ist, finden Sie im Internet unter www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/infineon-share/index-membership/ Basisinformationen zu den Anleihenscroll
AktienkursentwicklungDie Infineon-Aktie beendete das Geschäftsjahr 2018 mit einem Schlusskurs von €19,57. Gegenüber dem Schlusskurs zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres in Höhe von €21,27 beträgt der Kursrückgang 8 Prozent. In den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres war die Aktienkursentwicklung insgesamt positiv. Der Aktienkurs schwankte zwischen Kursen von um die €21 und um die €25 und erreichte Mitte Juni mit €25,49 den Jahreshöchstkurs. Danach setzte ein stärkerer Kursrückgang ein. Mitte September wurde mit €18,71 der Tiefstkurs im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Die Wertentwicklung der Vergleichsindizes war recht unterschiedlich. Während der DAX im gleichen Zeitraum mit minus 5 Prozent ebenfalls eine negative Kursentwicklung aufwies, stiegen die entsprechenden Branchenindizes im gleichen Zeitraum deutlich an. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) erzielte ein Plus von 17 Prozent und der Dow Jones US Semiconductor Index von 19 Prozent. Hierbei profitierten diese von der Euro-Stärke. Auf die in US-Dollar gemessene Wertentwicklung der Infineon-Aktie hatte die Abwertung des US-Dollars hingegen einen negativen Einfluss. Handelsvolumen und AktienindizesDas durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie auf Xetra gemessen in Stück stieg im Geschäftsjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent. Nach einem Tagesumsatz von durchschnittlich 4,1 Millionen Aktien im Vorjahr wurden im Geschäftsjahr 2018 täglich 5,4 Millionen Aktien umgesetzt. Gemessen in Euro stieg das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen sogar um 65 Prozent. Im Geschäftsjahr 2017 hatte es pro Tag €74,3 Millionen betragen. Im Geschäftsjahr 2018 wurden täglich Infineon-Aktien im Wert von €122,6 Millionen gehandelt. In den USA wird die Infineon-Aktie als ADS (American Depositary Share) außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Auch das durchschnittliche Volumen der pro Tag gehandelten ADS stieg im Geschäftsjahr 2018. Nachdem im vorangegangenen Geschäftsjahr 98 Tausend ADS pro Tag gehandelt wurden, erhöhte sich diese Zahl im Geschäftsjahr 2018 auf 165 Tausend. Die Anzahl der ausstehenden ADS wuchs von 21,8 Millionen ADS zum 30. September 2017 auf 31,7 Millionen Stück zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres. In der DAX-Rangliste verbesserte sich Infineon beim Kriterium der Marktkapitalisierung um eine Position von Platz 16 zum Ende des Geschäftsjahres 2017 auf Rang 15 am Ende des Geschäftsjahres 2018. Beim gehandelten Volumen in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und dem Frankfurter Parkett ging es sieben Plätze nach oben. Nach Platz 19 im Vorjahr erreichte Infineon zum Ende des Geschäftsjahres 2018 Platz 12. Seit dem 25. September 2018 ist die Infineon-Aktie auch Teil des TecDAX und belegte zum 30. September 2018 bei der Marktkapitalisierung und beim Handelsvolumen jeweils Rang 3. AktionärsstrukturZum 30. September 2018 hielten drei Aktionäre jeweils 3 Prozent beziehungsweise mehr als 3 Prozent der ausgegebenen Aktien von Infineon. Am Ende des Geschäftsjahres 2017 waren die gleichen drei Aktionäre mit jeweils mehr als 3 Prozent der Aktien am Unternehmen beteiligt. Das von Privataktionären gehaltene Aktienkapital stieg leicht von 9,52 Prozent zum Ende des Geschäftsjahres 2017 auf 9,81 Prozent am Ende des Geschäftsjahres 2018. DividendeIn den letzten Jahren hat Infineon seine Dividendenzahlung kontinuierlich erhöht. Für das Geschäftsjahr 2017 betrug die Dividende €0,25 je Aktie. Insgesamt wurde am 27. Februar 2018, dem dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung, ein Betrag von €283 Millionen ausbezahlt. Die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 1.130.200.929 Stück. Zum 30. September 2018 waren 1.136.995.834 Aktien ausgegeben. Hierin enthalten sind unverändert 6 Millionen Aktien in Eigenbesitz, die nicht dividendenberechtigt sind. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung soll den Aktionären auf der Hauptversammlung 2019 für das Geschäftsjahr 2018 eine Erhöhung der Dividende um 2 Cent von €0,25 auf €0,27 je Aktie vorgeschlagen werden. Zur Dividendenpolitik siehe "Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre" im Kapitel "Konzernstrategie". Geschäftsentwicklung des KonzernsDarstellung der ErtragslagePosten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnungscroll
Konzernjahresüberschuss deutlich verbessertIm Geschäftsjahr 2018 hat sich der Konzernjahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um €285 Millionen auf €1.075 Millionen verbessert. Die positive Geschäftsentwicklung ließ die Umsatzerlöse trotz der ungünstigen Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses um 8 Prozent auf €7.599 Millionen steigen. Im Wesentlichen bedingt durch den Umsatzanstieg sowie den Gewinn aus dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts für HochfrequenzLeistungskomponenten an Cree, Inc. erhöhte sich das Betriebsergebnis um 49 Prozent oder €486 Millionen auf €1.469 Millionen. Mindernd auf das Betriebsergebnis wirkten gestiegene Forschungs- und Entwicklungskosten, gestiegene Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten. Im Betriebsergebnis sind akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen in Höhe von €118 Millionen (Vorjahr: €153 Millionen) hauptsächlich für International Rectifier (insbesondere Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation) enthalten. Darüber hinaus wirkten sich höhere Steuern vom Einkommen und Ertrag (siehe Konzernanhang Nr. 5) sowie höhere Aufwendungen aus nicht fortgeführten Aktivitäten (siehe Konzernanhang Nr. 6) reduzierend auf den Konzernjahresüberschuss aus. Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) liegt mit €0,95 je Aktie entsprechend über dem Ergebnis je Aktie des Vorjahres in Höhe von €0,70. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte von €0,85 auf €0,98 je Aktie weiter verbessert werden (zur Ermittlung siehe "Bereinigtes Ergebnis je Aktie weiter verbessert" in diesem Kapitel). Positive Geschäftsentwicklung führt zu UmsatzanstiegDie Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018 um €536 Millionen auf €7.599 Millionen (Vorjahr: €7.063 Millionen). Das umsatzstärkste Segment Automotive trug mit 55 Prozent mehr als die Hälfte zum Umsatzwachstum bei. Vor allem die starke Nachfrage nach Halbleitern in den Bereichen Automobil, Industrie, Stromversorgungen sowie Hochfrequenz und Sensorik führte zum Umsatzwachstum. Demgegenüber verzeichnete das Segment Digital Security Solutions einen Umsatzrückgang von 6 Prozent im Wesentlichen bedingt durch geringere Umsätze im Bereich SIM-Karten für Mobilkommunikation. Hinsichtlich Details siehe Kapitel "Die Segmente". Negativer Einfluss der Währungseffekte auf UmsatzwachstumEin Großteil der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2018 ist in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den größten Anteil. Im Jahresdurchschnitt veränderte sich der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von rund 1,11 im Vorjahr auf 1,19 im Geschäftsjahr 2018. Insbesondere bedingt durch die ungünstige Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses verminderten die Währungseffekte über alle Währungen und das gesamte Geschäftsjahr hinweg gesehen den Umsatzanstieg um circa 4 Prozentpunkte. Der Währungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsatzerlöse des aktuellen Geschäftsjahres die jeweiligen durchschnittlichen Wechselkurse des vorherigen Geschäftsjahres angewendet werden. Die Bedeutung von Greater China unverändert stark; China vor Deutschland wichtigster Absatzmarktscroll
Der mit Abstand größte Teil des Umsatzanstiegs entfällt mit €223 Millionen (42 Prozent) auf die Region Greater China, gefolgt von der Region Europa, Naher Osten und Afrika mit einem Anstieg von €171 Millionen (entspricht 32 Prozent des Umsatzanstiegs), Japan mit einem Anstieg von €71 Millionen (entspricht 13 Prozent des Umsatzanstiegs) und der Region Asien-Pazifik (ohne Japan, Greater China) mit einem Anstieg von €58 Millionen (entspricht 11 Prozent des Umsatzanstiegs). Prozentual wurde mit 15 Prozent das höchste Umsatzwachstum in Japan erzielt. Die Umsatzverteilung nach den Regionen ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Wie im Vorjahr ist die Region Greater China die nach Umsatz größte Region und repräsentiert weiterhin 34 Prozent vom Umsatz gefolgt von der Region Europa, Naher Osten und Afrika mit 32 Prozent. China wies mit einem Anteil von €1.921 Millionen oder 25 Prozent am weltweiten Infineon-Umsatz den höchsten Umsatz auf Länderebene auf, gefolgt von Deutschland mit €1.171 Millionen oder 15 Prozent. Anstieg der BruttomargeDie Bruttomarge verbesserte sich im Geschäftsjahr 2018 mit 38,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 37,1 Prozent. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Umsatzsteigerung sowie geringere Ramp-Up-Kosten zurückzuführen. Gegenläufig wirkten steigende Preise für Rohscheiben sowie für weitere Materialien wie Kupfer. Weiterhin werden in den Umsatzkosten Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen für International Rectifier (insbesondere höhere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die im Rahmen der Kaufpreisallokation zu beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden) in Höhe von €67 Millionen (Vorjahr: €89 Millionen) erfasst. scroll
Betriebskosten im Verhältnis zum Umsatz weiter rückläufigBei den Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten) war im Geschäftsjahr 2018 ein Anstieg um €91 Millionen auf €1.686 Millionen zu verzeichnen (Vorjahr: €1.595 Millionen). Damit betrugen die Betriebskosten 22,2 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 22,6 Prozent). Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten)Die ausgewiesenen F&E-Kosten sind gemindert um vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse zu F&E-Projekten sowie aktivierte Entwicklungskosten: scroll
Die F&E-Kosten sind mit €836 Millionen im Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zu €776 Millionen im Geschäftsjahr 2017 um €60 Millionen beziehungsweise 8 Prozent angestiegen. Der prozentuale Anstieg der F&E-Kosten im Geschäftsjahr 2018 korrespondiert mit dem Umsatzwachstum. Der prozentuale Anteil der F&E-Kosten am Umsatz liegt unverändert zum Vorjahr bei 11,0 Prozent. Um die Grundlage für künftiges Wachstum zu schaffen, wurden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten intensiviert und unter anderem weitere Mitarbeiter eingestellt. Zum 30. September 2018 waren im Bereich Forschung und Entwicklung 7.161 Mitarbeiter beschäftigt (30. September 2017: 6.362). Die wesentlichen F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2018 werden im Kapitel "Forschung und Entwicklung" näher erläutert. Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskostenscroll
Mit 11,2 Prozent vom Umsatz verringerten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten gegenüber dem Vorjahr (11,6 Prozent). Absolut erhöhten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten um €31 Millionen beziehungsweise um 4 Prozent auf €850 Millionen und damit unterproportional zum Anstieg der Umsatzerlöse. Sonstige betriebliche Erträge gestiegenDer Saldo aus Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen hat sich gegenüber dem Vorjahr positiv entwickelt und ist von minus €43 Millionen auf €270 Millionen angestiegen. Im Saldo enthalten ist insbesondere der mit dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts mit Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc. erzielte Gewinn in Höhe von €270 Millionen (siehe Konzernanhang Nr. 6). Effektive Steuerquote von 13,7 ProzentBei Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €193 Millionen im Geschäftsjahr 2018 beläuft sich die Steuerquote, bezogen auf ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von €1.411 Millionen, auf 13,7 Prozent. Im Vorjahr lag der Steueraufwand bei €142 Millionen und damit bei 15,2 Prozent bezogen auf ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von €933 Millionen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Geschäftsjahr 2018, wie im Vorjahreszeitraum, durch ausländische Steuersätze, nicht abzugsfähige Aufwendungen, Steuervergünstigungen und Änderungen der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beeinflusst. Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe Konzernanhang Nr. 5. Negatives Ergebnis aus nicht fortgeführten AktivitätenDas Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf minus €143 Millionen (Vorjahr: minus €1 Million). Dies resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung von Rückstellungen für Qimonda im Zusammenhang mit dem anhängigen Gerichtsverfahren. Bezüglich der Risiken aus der Qimonda-Insolvenz wird auf den Konzernanhang Nr. 19 verwiesen. Ergebnis je Aktie deutlich verbessertDer verbesserte Konzernjahresüberschuss führte zu einem entsprechenden Anstieg des Ergebnisses je Aktie. Beliefen sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2017 auf jeweils €0,70, lagen die entsprechenden Werte im Geschäftsjahr 2018 bei €0,95. Bereinigtes Ergebnis je Aktie weiter verbessertDas Ergebnis je Aktie gemäß IFRS wird sowohl durch Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen (insbesondere International Rectifier) als auch durch weitere Sondersachverhalte beeinflusst. Um die Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitablauf zu erhöhen, ermittelt Infineon das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) wie folgt: scroll
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Ab dem 1. Oktober 2017 ohne Wertaufholungen/Wertminderungen
auf aktivierte Entwicklungskosten. Wertminderungen auf aktivierte
Entwicklungskosten im Zusammenhang mit dem Verkauf des größten Teils
des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc.
sind jedoch enthalten. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Der bereinigte Konzernjahresüberschuss und das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) sind kein Ersatz oder keine höherwertigen Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zu dem nach IFRS ermittelten Konzernjahresüberschuss beziehungsweise Ergebnis je Aktie (verwässert) aufzufassen. Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie nach IFRS ist im Konzernanhang unter Nr. 7 dargestellt. Darstellung der Vermögenslagescroll
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Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Summe
Vermögenswerte Kurzfristige Vermögenswerte vor allem geprägt durch Anstieg der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich zum 30. September 2018 um 11 Prozent auf €5.423 Millionen, verglichen mit €4.871 Millionen zum 30. September 2017. Darin erhöhten sich die Vorräte und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um in Summe €360 Millionen infolge des Umsatzwachstums der Segmente. Darüber hinaus stieg Infineons Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments) um €91 Millionen (siehe ausführlich "Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Anstieg der langfristigen Vermögenswerte durch gesteigerte InvestitionstätigkeitDie langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von €5.074 Millionen zum 30. September 2017 um €382 Millionen auf €5.456 Millionen zum 30. September 2018. Die Investitionen ins Sachanlagevermögen lagen mit €1.090 Millionen über den Abschreibungen von €702 Millionen im selben Zeitraum. Investiert wurde unter anderem in die Fertigungsstätten in Dresden, Regensburg (beide Deutschland), Kulim, Melaka (beide Malaysia) sowie Villach (Österreich). Bei den immateriellen Vermögenswerten lagen die Investitionen mit €164 Millionen knapp über den Abschreibungen von €159 Millionen. Bilanzstruktur Aktivascroll
Bilanzstruktur Passivscroll
Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Rückstellungen überkompensiert Rückgang der FinanzverbindlichkeitenZum 30. September 2018 lagen die Verbindlichkeiten bei €4.433 Millionen und damit um €124 Millionen (3 Prozent) über denen zum 30. September 2017 (€4.309 Millionen). Hierbei erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um €161 Millionen unter anderem im Zuge des Umsatzwachstums der Segmente und aufgrund des hohen Investitionsvolumens. Die kurz- und langfristigen Rückstellungen stiegen in Summe um €147 Millionen (siehe ausführlich Konzernanhang unter Nr. 13), die Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen um €49 Millionen (siehe ausführlich Konzernanhang unter Nr. 14). Gegenläufig verringerten sich die Finanzverbindlichkeiten um insgesamt €302 Millionen. Darin enthalten ist die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von €300 Millionen aus der Refinanzierung des Erwerbs von International Rectifier. Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter Nr. 12 erläutert. Eigenkapital im Wesentlichen bedingt durch Konzernjahresüberschuss gestiegenDas Eigenkapital ist zum 30. September 2018 um €810 Millionen (14 Prozent) auf €6.446 Millionen gestiegen (30. September 2017: €5.636 Millionen). Ursächlich hierfür war vor allem der im Geschäftsjahr 2018 erzielte Konzernjahresüberschuss von €1.075 Millionen. Gegenläufig wirkte im Wesentlichen die für das Geschäftsjahr 2017 gezahlte Dividende von €283 Millionen. Die Eigenkapitalquote stieg zum 30. September 2018 auf 59,3 Prozent (30. September 2017: 56,7 Prozent). RoCE von 20,5 Prozent erzieltIm Geschäftsjahr 2018 erhöhte sich das Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern signifikant um 49 Prozent von €847 Millionen im Vorjahr auf €1.263 Millionen. Das eingesetzte Kapital stieg hingegen lediglich um 8 Prozent von €5.695 Millionen zum 30. September 2017 auf €6.168 Millionen zum 30. September 2018. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) stieg entsprechend deutlich von 14,9 Prozent auf 20,5 Prozent. Damit hat Infineon auch im Geschäftsjahr 2018 erneut mehr als seine Kapitalkosten erwirtschaftet. Der RoCE für die Geschäftsjahre 2018 und 2017 ermittelt sich wie folgt: scroll
Der angegebene RoCE wurde mit einem nicht um Sondereffekte bereinigten eingesetzten Kapital berechnet. Etwaige Beispiele für solche das eingesetzte Kapital beeinflussende Sondereffekte sind die sich aus der Qimonda-Insolvenz ergebenden Rückstellungen, Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen sowie Änderungen der aktiven und passiven latenten Steuern. Darstellung der FinanzlageCash-Flowscroll
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten rückläufigIm Geschäftsjahr 2018 ergab sich ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.571 Millionen, eine Verringerung um €157 Millionen im Vergleich zu €1.728 Millionen im Vorjahr. Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Wertminderungen, Zinsen, Ertragsteuern und dem Gewinn aus dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc. von €2.054 Millionen (Vorjahr: €1.806 Millionen) wirkten insbesondere Veränderungen der Vorräte sowie der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von in Summe €209 Millionen mindernd auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten (im Vorjahr erhöhend um €13 Millionen). Der Mittelabfluss für Ertragsteuern und Zinsen belief sich auf zusammen €262 Millionen (Vorjahr: €191 Millionen). Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten geprägt durch Investitionen in das SachanlagevermögenDer Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf €1.163 Millionen. Davon entfielen auf Investitionen in Sachanlagen €1.090 Millionen, €164 Millionen auf immaterielle und sonstige Vermögenswerte sowie im Saldo €210 Millionen auf Auszahlungen aus dem Kauf von Finanzinvestments. Gegenläufig wirkte der Mittelzufluss für den Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc. von €323 Millionen (siehe hierzu Konzernanhang Nr. 6). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Geschäftsjahr 2017 €1.131 Millionen betragen. Investitionen in Sachanlagen sowie in immaterielle Vermögenswerte betrugen in Summe €1.022 Millionen. Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten und Auszahlung der Dividende führen zu Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten AktivitätenDer Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf €542 Millionen und war im Wesentlichen durch die Rückzahlung langfristiger Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €321 Millionen geprägt (siehe hierzu Konzernanhang Nr. 12). Darüber hinaus wurde die Dividende für das Geschäftsjahr 2017 von €283 Millionen ausgezahlt. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Geschäftsjahr 2017 €340 Millionen betragen. Darin enthalten war im Wesentlichen die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von €248 Millionen. Free-Cash-FlowInfineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Auszahlungen noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet: scroll
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit übersteigt InvestitionenDer Free-Cash-Flow betrug €618 Millionen im Geschäftsjahr 2018. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.571 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle und sonstige Vermögenswerte von gesamt €1.254 Millionen. Der Free-Cash-Flow enthält den Mittelzufluss für den Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc. (siehe Konzernanhang Nr. 6). Der Free-Cash-Flow des Vorjahres lag bei €594 Millionen. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €1.728 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle und sonstige Vermögenswerte sowie die Auszahlung für den Erwerb der Anteile an der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG von insgesamt €1.134 Millionen deutlich. Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-PositionDie folgende Tabelle stellt die Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet: scroll
Die Brutto-Cash-Position zum 30. September 2018 erhöhte sich demgemäß um €91 Millionen. Der Free-Cash-Flow von €618 Millionen überstieg die Dividendenzahlung von €283 Millionen sowie die Rückzahlung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten von €321 Millionen. Ebenfalls erhöhend wirkte die Freigabe von €75 Millionen als Sicherheitsleistung hinterlegter liquider Mittel. Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen sowie künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien (€72 Millionen; Vorjahr: €72 Millionen; hierzu siehe ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 12), gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2019 decken zu können. Darin eingeschlossen sind fest vereinbarte vertragliche Verpflichtungen, wie zum Beispiel für Investitionen, Leasingvereinbarungen, fest eingegangene Liefer- und Dienstleistungsverträge für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und Ähnliches (hierzu siehe ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 18). Zu den geplanten Investitionen siehe ausführlich im Kapitel "Prognosebericht". Infineons Treasury-Leitlinien und -StrukturFinanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen, ist die Maxime des Konzern-Treasury von Infineon. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Die Verschuldung soll dabei nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen, sodass jederzeit Handlungsspielraum gewahrt ist. Die Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln konzernweit die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer und konzerninterner Zahlungsflüsse. Unsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury. Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben, soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und den externen Finanzierungsbedarf zu reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung zentral veranlagt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Eine weitere Aufgabe der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung ist das Management unserer Währungs- und Zinsrisiken. Zu Hedgingzwecken setzen wir folgende derivative Finanzinstrumente ein: Fremdwährungstermingeschäfte zur Reduktion von Währungsschwankungen (soweit sich Fremdwährungszahlungsströme im Konzern nicht ausgleichen) sowie Rohstoffswaps zur Verringerung der Preisrisiken bei erwarteten Goldeinkäufen. Derivative Finanzinstrumente werden nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe im Konzernanhang unter Nr. 22 und 23. Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen, soweit gesetzlich zulässig, alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von der zentralen Finance & Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und ChancenPrognoseberichtIst- und Zielwerte der SteuerungskennzahlenDie folgende Tabelle sowie die anschließenden Erläuterungen vergleichen für das abgelaufene Geschäftsjahr (GJ) die Ist-Werte der von Infineon verwendeten Steuerungskennzahlen mit den prognostizierten Werten und zeigen den Ausblick für das Geschäftsjahr 2019. scroll
Vergleich ursprünglicher Prognose mit Ist-Werten für das Geschäftsjahr 2018Für das Geschäftsjahr 2018 war ein Umsatzwachstum von 9 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte erwartet worden. Mit einem Zuwachs von 8 Prozent lag das Wachstum des Umsatzes innerhalb der erwarteten Spanne. Negativ beeinflusst wurde das Umsatzwachstum durch den im Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 niedrigeren US-Dollar. Für die Segmentergebnis-Marge war im Mittelpunkt der Spanne des Umsatzwachstums ein Wert von 17 Prozent erwartet worden. Obwohl der Umsatzzuwachs leicht unterhalb des Mittelpunkts der prognostizierten Spanne lag, betrug die Segmentergebnis-Marge 17,8 Prozent. Der Free-Cash-Flow betrug im Geschäftsjahr 2018 €618 Millionen und lag damit leicht über der erwarteten Spanne von €500 Millionen bis €600 Millionen. In dieser Zahl enthalten sind die Erlöse aus dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc. Gegenläufig wirkten dabei höher als erwartete Investitionen sowie Zahlungsabflüsse im Zusammenhang mit der Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures mit der SAIC Motor Corporation Limited (China) und dem Erwerb des Start-up-Unternehmens Merus Audio (Dänemark). Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) war gegenüber dem Vorjahreswert von 14,9 Prozent eine leichte Steigerung erwartet worden. Aufgrund des guten operativen Geschäfts und des Gewinns aus dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten erreichte der RoCE 20,5 Prozent und war damit besser als erwartet. Wie geplant hat sich die Bruttomarge verbessert und erreichte im Geschäftsjahr 2018 38,0 Prozent nach 37,1 Prozent im Vorjahr. Die Betriebskosten entwickelten sich wie erwartet beziehungsweise leicht besser. Bei den Forschungs- und Entwicklungskosten war ein Anstieg etwas stärker als das Umsatzwachstum erwartet worden. Mit 8 Prozent konnte der Kostenanstieg auf die Höhe des Umsatzwachstums begrenzt werden. Bei den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten war erwartet worden, dass der Anstieg geringer als beim Umsatzwachstum sein würde. Mit einem Anstieg von 4 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr war dies der Fall. Erläuterung der Prognose für das Geschäftsjahr 2019Unterstellter Euro/US-Dollar-WechselkursAls weltweit tätiges Unternehmen erzielt Infineon Umsatzerlöse nicht nur in Euro, sondern auch in Fremdwährungen, vornehmlich in US-Dollar. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und teilweise mit dem US-Dollar korrelierten anderen Währungen wie beispielsweise dem Singapur-Dollar, dem malaysischen Ringgit oder dem chinesischen Renminbi. Das Verhältnis der Umsatzerlöse zu Kosten in Fremdwährungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Daher haben Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ein steigender US-Dollar führt zu positiven Effekten, während sich ein fallender US-Dollar umsatz- und ergebnismindernd auswirkt. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von 1 Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis um etwa €3 Millionen pro Quartal oder etwa €12 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Wechselkurse der mit dem US-Dollar korrelierten Währungen, in denen für Infineon Kosten anfallen, parallel zum Wechselkurs des US-Dollars zum Euro entwickeln. Beim Umsatz beschränken sich die Wechselkurseffekte im Wesentlichen auf die Relation US-Dollar zu Euro. Hier führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1 Cent gegenüber dem Plankurs weiterhin zu einer Umsatzveränderung von etwa €9 Millionen pro Quartal oder etwa €36 Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahres 2019 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,15 unterstellt. Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und den HalbleitermarktDas Wachstum der Weltwirtschaft betrug im Kalenderjahr 2017 3,2 Prozent. Im Frühjahr 2018 hatten die Experten des Internationalen Währungsfonds mit einem Wachstum von 3,4 Prozent für das Kalenderjahr 2018 zunächst einen leichten Anstieg erwartet. Über den Sommer und Herbst 2018 wurden diese Erwartungen schrittweise leicht korrigiert und der Internationale Währungsfonds erwartet nun auch für das Kalenderjahr 2018 ein Wachstum von 3,2 Prozent. Für das Kalenderjahr 2019 gehen die Experten aktuell von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1 Prozent aus. Der schwelende Handelskonflikt mit den USA, zunehmende protektionistische Tendenzen sowie steigende Zinsen und Ölpreise werden jedoch als mögliches Risiko für die weitere Entwicklung gesehen. Die Märkte, die Infineon mit seinen Produkten beliefert, profitieren von dem weiterhin erwarteten soliden Wachstum der Weltwirtschaft. Der für Infineon relevante Welt-Halbleitermarkt ohne Speicher-ICs und Mikroprozessoren war im Kalenderjahr 2017 auf US-Dollar-Basis um 9,7 Prozent gestiegen. Das Marktforschungsunternehmen IHS Markit erwartet, dass im Kalenderjahr 2018 ein Zuwachs von 8,6 Prozent erreicht wird. Für das Kalenderjahr 2019 wird ein Wachstum von 6,1 Prozent prognostiziert. Das heißt, für den für Infineon relevanten Welt-Halbleitermarkt wird ein Rückgang der Wachstumsrate prognostiziert, diese liegt jedoch über der erwarteten Wachstumsrate für den gesamten Welt-Halbleitermarkt inklusive Speicher-ICs und Mikroprozessoren. Im Kalenderjahr 2017 wuchs dieser Markt mit 21,9 Prozent. Für das Kalenderjahr 2018 wird ein Zuwachs von 15,8 Prozent und für das Kalenderjahr 2019 ein Rückgang der Wachstumsrate auf 4,3 Prozent erwartet. Hier spiegelt sich vor allem die Entwicklung bei Speicher-ICs wider. Diese waren im Kalenderjahr 2017 mit 60,7 Prozent gewachsen. Für das Kalenderjahr 2018 wird ein Anstieg von 31,8 Prozent prognostiziert und für das Kalenderjahr 2019 nur noch ein Zuwachs von 2,4 Prozent. Alle Wachstumsangaben beziehen sich auf die in US-Dollar betrachteten Marktgrößen. Anstieg des Umsatzes gegenüber Vorjahr um 11 Prozent plus oder minus 2 ProzentpunkteIn Anbetracht der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft und der für Infineon relevanten Teilbereiche des Halbleitermarktes sowie eines bei der Prognose unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1,15 rechnet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2019 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes um 11 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Für das Segment Automotive wird erwartet, dass das Umsatzwachstum deutlich über dem Konzerndurchschnitt liegen wird. Beim Segment Power Management & Multimarket sollte das Umsatzwachstum in etwa auf der Höhe des Konzerndurchschnitts liegen, während beim Segment Industrial Power Control ein etwas geringeres Wachstum als der Konzerndurchschnitt erwartet wird. Aufgrund der schwierigen Marktlage wird der Umsatz im Segment Digital Security Solutions voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Bruttomarge voraussichtlich leicht steigendFür das Geschäftsjahr 2019 wird erwartet, dass im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum die Bruttomarge gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Die Bruttomarge wird dabei weiterhin durch akquisitionsbedingte Kosten negativ beeinflusst. Steigende Betriebskosten erwartetAufgrund des prognostizierten Umsatzwachstums geht Infineon davon aus, dass die Betriebskosten in absoluten Werten ansteigen. Dabei werden die Forschungs- und Entwicklungskosten in etwa wie der Umsatz steigen. Die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sollten hingegen prozentual weniger als der Umsatz ansteigen. Die in den Betriebskosten enthaltenen akquisitionsbedingten Kosten werden im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen. Segmentergebnis-Marge bei etwa 18 Prozent vom Umsatz erwartetAufgrund der oben beschriebenen Prognosen für die Umsatz- und Kostenentwicklung wird erwartet, dass die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2019 bei Erreichen des Mittelpunkts der Spanne für das Umsatzwachstum bei etwa 18 Prozent liegen wird. Das nicht den Segmenten zugeordnete ErgebnisInfineon erwartet, dass das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis, vor allem aufgrund von akquisitionsbedingten Aufwendungen, im Geschäftsjahr 2019 zwischen minus €100 Millionen und minus €150 Millionen liegen wird (Geschäftsjahr 2018: minus €116 Millionen). Rund €90 Millionen des prognostizierten Betrags entfallen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation. FinanzergebnisIm Geschäftsjahr 2018 belief sich das Finanzergebnis, der Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen, auf minus €53 Millionen. Mitte September hat Infineon die mit 1,0 Prozent verzinste Anleihe mit einem Volumen von €300 Millionen planmäßig zurückbezahlt. Für das Geschäftsjahr 2019 wird erwartet, dass sich das negative Finanzergebnis leicht verbessert. Steuern vom Einkommen und vom ErtragIm Geschäftsjahr 2019 wird der Steuersatz des Infineon-Konzerns beim laufenden Steueraufwand voraussichtlich bei etwa 15 Prozent liegen. Dieser Steuersatz ist insbesondere beeinflusst durch steuerliche Verlustvorträge in Deutschland. In Deutschland wirkt sich beim laufenden Steueraufwand im Wesentlichen die sogenannte Mindestbesteuerung aus, da durch die Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der laufenden Besteuerung unterliegen. Dies führt zu einem laufenden inländischen Steuersatz von etwa 12 Prozent. Zum 30. September 2018 belief sich der Verlustvortrag für Körperschaftsteuerzwecke auf €1,6 Milliarden und der Verlustvortrag für Gewerbesteuerzwecke auf €2,6 Milliarden. NettoumlaufvermögenFür das Geschäftsjahr 2019 wird erwartet, dass das Nettoumlaufvermögen zum 30. September 2019 zwischen €1,0 Milliarden und €1,2 Milliarden liegen wird. Investitionen und AbschreibungenFür das Geschäftsjahr 2019 wird ein Anstieg der Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, auf eine Spanne zwischen €1,6 Milliarden und €1,7 Milliarden erwartet. Im Geschäftsjahr 2018 wurden €1.254 Millionen investiert. Diese teilten sich auf in €1.090 Millionen für Sachanlagen und €164 Millionen für aktivierte Entwicklungskosten und immaterielle Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr 2019 sollten die Investitionen in aktivierte Entwicklungskosten und immaterielle Vermögenswerte einen leicht geringeren Wert als im Geschäftsjahr 2018 erreichen. Die im Geschäftsjahr 2019 geplanten Investitionen in die Fertigung dienen schwerpunktmäßig der Kapazitätserweiterung im Frontend-Bereich. So ist geplant, die Produktionskapazitäten sowohl bei der 300-Millimeter- als auch bei der 200-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland) beziehungsweise Kulim (Malaysia) weiter auszubauen. Für die Anpassung der bestehenden Frontend-Produktion werden ebenfalls erhebliche Investitionsmittel zur Verfügung gestellt. Diese dienen dazu, die bestehenden Produktionskapazitäten im Hinblick auf Automatisierung, Qualität, Innovation und Infrastruktur auf dem erforderlichen Stand der Technik zu halten. Ein bedeutender Betrag ist auch für Anpassungen und Kapazitätserweiterungen im Backend-Bereich vorgesehen. Wie bereits angekündigt, wird weiterhin ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag in neue Gebäude, hauptsächlich in die neue 300-Millimeter-Fabrik in Villach (Österreich), investiert. Die Abschreibungen werden voraussichtlich etwa €1.000 Millionen betragen. Rund €90 Millionen des prognostizierten Betrags entfallen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen hauptsächlich in Zusammenhang mit dem Erwerb von International Rectifier. Free-Cash-Flow aus fortgeführten AktivitätenFür das Geschäftsjahr 2019 wird erwartet, dass der Free-Cash-Flow leicht positiv sein wird und bis zu €200 Millionen betragen kann. Brutto-Cash-PositionDie Brutto-Cash-Position wird zum Ende des Geschäftsjahres 2019 voraussichtlich in einer Spanne zwischen €1,9 Milliarden und €2,7 Milliarden liegen. Damit erwartet Infineon, auch im Geschäftsjahr 2019 seine Kapitalstrukturziele in Bezug auf die Liquidität einzuhalten. Zu den Kapitalstrukturzielen siehe "Kapitalstrukturziele belegen unsere Zuverlässigkeit" im Kapitel "Konzernstrategie". RoCEDie Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird im Geschäftsjahr 2019 voraussichtlich moderat rückläufig sein. Der RoCE für das Geschäftsjahr 2018 von 20,5 Prozent enthielt unter anderem den Gewinn aus dem Verkauf des größten Teils des Geschäfts für Hochfrequenz-Leistungskomponenten an Cree, Inc. Für das Geschäftsjahr 2019 wird erwartet, dass der Konzernjahresüberschuss zurückgeht, während das eingesetzte Kapital ansteigt. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Infineon-KonzernsAufgrund der Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Halbleitermarktes im Kalenderjahr 2019 erwartet das Unternehmen ein Wachstum des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr von 11 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Die Bruttomarge sollte dabei leicht steigen. Bei Erreichen des Mittelpunkts der Umsatzprognose wird die Segmentergebnis-Marge in etwa bei 18 Prozent vom Umsatz liegen. Die Investitionen werden auf eine Spanne zwischen €1,6 Milliarden und €1,7 Milliarden steigen. Die Abschreibungen werden voraussichtlich etwa €1.000 Millionen betragen. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten sollte leicht positiv sein und kann einen Wert bis zu €200 Millionen erreichen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird voraussichtlich moderat zurückgehen. Risiko- und ChancenberichtRisikopolitik: Grundlage unseres Risiko- und ChancenmanagementsEffektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt die Umsetzung unserer im Kapitel "Konzernstrategie" erläuterten strategischen Ziele, nachhaltig profitabel zu wachsen und durch effizienten Kapitaleinsatz finanzielle Mittel zu schonen. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage von Infineon vom regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden des Marktrückgangs, von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren, andererseits Risiken aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren, um insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung des Vorstands. Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und KontrollsystemElemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen "Risiko- und Chancenmanagement" und "Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess" insbesondere die damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Management-System. Risiko- und ChancenmanagementsystemDas zentrale Risikomanagementsystem basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und managementorientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz mit dem Ziel, alle relevanten Risiken und Chancen zu erfassen. Diesem Ansatz liegt das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelte Rahmenkonzept "Enterprise Risk Management (ERM) - Integrated Framework" zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen, rechtlichen und Compliance-Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maß beeinflussen können. Wir definieren daher Risiko/Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Wir beziehen alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen und Regionen ab. Die Prozess- und Systemverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagement obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und internes Kontrollsystem (IKS) sowie den auf Ebene der Segmente, der Zentralfunktionen und der Regionen etablierten Risikobeauftragten. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten. Organisatorisch wird das Risiko- und Chancenmanagementsystem durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment-, Regionen- und Konzernebene, die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungsmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Berichterstattung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt. Die Bewertung von Risiken und Chancen erfolgt nach dem Nettoprinzip unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen, jedoch ohne Saldierung mit eventuell gebildeten Rückstellungen. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft. Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus quantitativer beziehungsweise qualitativer Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungsgrößen (Grad der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit) sowie die daraus resultierende Risikoklassifizierungsmatrix sind in der folgenden Grafik dargestellt. Eintrittswahrscheinlichkeitscroll
Entsprechend dem potenziellen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird das Risiko als "Hoch", "Mittel" oder "Gering" klassifiziert. Die Gesamtheit der gemeldeten Risiken und Chancen wird für den Infineon-Konzern hinsichtlich möglicher Korrelations- sowie Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineon-spezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur werden durch interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten, Zentralfunktionen und Regionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum Risiko- und Chancenmanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem unsere ERM-Werkzeuge, unsere ERM-Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung. Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko-/Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko-/Chancensteuerung formal fest (Vermeidung, Verminderung, Übertragung, Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definiert und überwacht der Risiko-/Chancenverantwortliche zudem die Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungsstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System. Die Einhaltung des ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und bei Bedarf die Vorgaben zum Risiko- und Chancenmanagement und initiiert korrigierende Maßnahmen. Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Effektivität des Risikomanagementsystems. Durch unseren Wirtschaftsprüfer wird zudem unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG im Rahmen der Abschlussprüfung auf seine Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den RechnungslegungsprozessIm Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das IKS zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das IKS ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob
Beurteilung der WirksamkeitDie Wirksamkeit des IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen bei Bedarf. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Einschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch eine Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle, sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge erfasst sind. Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. Das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem werden kontinuierlich weiterentwickelt und erweitert, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten. Wesentliche RisikenNachfolgend beschreiben wir Risiken, die wesentliche beziehungsweise erheblich nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation haben können und damit den Risikoklassen Hoch oder Mittel angehören. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jedes dieser Risiken in Klammern die Risikoklasse (zum Beispiel "RK: Hoch") angegeben. Strategische RisikenUnsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (RK: Hoch)Als global agierendes Unternehmen ist unser Geschäft stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten - kann dazu führen, dass wir unsere geplanten Umsätze nicht erreichen. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen vor allem in Ländern, in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen. Handels- und Zollstreitigkeiten können den globalen Handel und damit das Weltwirtschaftswachstum beeinträchtigen. Ursache hierfür können politische Spannungen beziehungsweise Handelskonflikte zwischen einzelnen Ländern oder Regionen sein, die durch deren kurzfristige und auch unvorhersehbare Entscheidungen erheblichen Einfluss auf unsere Umsatz- und Ertragslage haben können. Zehn Jahre nach Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers Holding Inc. ist die Schuldensituation in manchen europäischen Ländern weiterhin stark angespannt. Auch die Bedingungen des Brexits sind weiterhin ungeklärt. Ein erneut überdurchschnittliches Umsatzwachstum konnten wir in China erreichen, wo der Umsatzanteil im Geschäftsjahr 2018 wie im Vorjahr bei 25 Prozent lag. Unsere Abhängigkeit vom chinesischen Markt bleibt damit unverändert bestehen. Dieses Risiko beinhaltet eine aus chinesischer Sicht zurückgehende Auslandsnachfrage und einen damit einhergehenden Rückgang der chinesischen Fertigungsauslastung. Zudem besteht das Risiko einer künftig verstärkten Eigenfertigung von bisher zugelieferten Halbleitern in China und eines zunehmenden Exports der in China produzierten Halbleiter. Ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld können diese Entwicklungen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Zyklische Markt- und Branchenentwicklungen (RK: Hoch)Der weltweite Halbleitermarkt ist vom globalen Wirtschaftswachstum abhängig und somit Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch weiterhin in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt unterliegen unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung starker Unsicherheit. So ist es zum Beispiel möglich, dass künftige Marktrückgänge sich strukturell anders zeigen, etwa eine L-Form annehmen. Ein Ausbleiben oder ein Rückgang des Marktwachstums würde die Realisierung unseres eigenen Wachstumsziels erheblich erschweren. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Reaktionsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben. Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte (RK: Hoch)Die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen im Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen sowie strategischen Ziele hinsichtlich der Erhöhung beziehungsweise Aufrechterhaltung von Marktanteilen und der Preissetzung nicht erreichen. Darüber hinaus können verstärkte M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions) in der Halbleiterbranche möglicherweise zu einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation führen. Daraus zu erwartende Vorteile des Wettbewerbers sind zum Beispiel in der Verbesserung der Kostenstruktur beziehungsweise in der Verstärkung von Vertriebswegen zu sehen. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage ergeben. Operative RisikenDatensicherheit und Sicherheit unserer IT-Systeme (RK: Hoch)Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein allgemein bekannter weltweiter Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu Risiken in Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten und Systemen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder Administration führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Wettbewerbsfähigkeit sowie Geschäftslage auswirken kann. Mögliche Virusangriffe, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen darüber hinaus Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können. Zunehmende Dynamik der Märkte (RK: Hoch)Die zunehmend dynamischen Märkte und Kundenanforderungen an Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten führen. Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen oder eingegangene Abnahmeverpflichtungen, einhergehend mit Leerstandskosten in den Fertigungsstätten. Dies kann unsere auf Zyklusdurchschnitte angelegten Wachstums- und Profitabilitätsziele gefährden. Hinzu kommt, dass unsere Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten haben. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Dies könnte negative Auswirkungen auf unsere geplante Investitionsquote und somit auch auf die Ertragslage zur Folge haben. Die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden kann zudem wachsen, indem einzelne Kunden einen überdurchschnittlich hohen Umsatz- und Ergebnisanteil in unserem Geschäft erreichen. Dies kann getrieben sein durch einen außerordentlichen Geschäftserfolg des jeweiligen Kunden zum Beispiel durch überdurchschnittliche Nachfrage bei seinen Produkten oder auch durch Konsolidierungstendenzen insbesondere bei einem unserer Tier1- oder Tier2-Kunden. Entwicklung der Produktqualität (RK: Mittel)Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken, zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung, können Einfluss auf die Ausbeute und somit die Liefertreue haben. Mangelnde Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf die Reputation von Infineon können zusätzlich die zukünftige Ertragslage unseres Geschäfts in hohem Maße beeinflussen. Verzögerungen bei der Produktentwicklung (RK: Mittel)Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie dynamisierte Kundennachfragen führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, dennoch unsere festgelegte Entwicklungsplanung in der erwarteten Qualität umzusetzen, würde das in Zeitverzug sowie erhöhten Entwicklungskosten resultieren und unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Entwicklung der Herstellungskosten - Rohstoffpreise, Materialeinsatz und Prozesskosten (RK: Mittel)Unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung liegt eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können. Zudem sind wir erheblichen Preisrisiken aufgrund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien (zum Beispiel Rohscheiben), Rohstoffen (unter anderem Gold und Kupfer) sowie im Bereich Energie ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration in der Fertigung benötigen. Aktuell haben wir daher das Preisrisiko bezüglich der geplanten Bedarfsmenge an Golddraht für das Geschäftsjahr 2019 mit Finanzinstrumenten abgesichert. In letzter Zeit unterlagen Rohstoffe sowie Energie erheblichen Marktpreisschwankungen, die voraussichtlich andauern werden. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder mittels Preisanpassungen an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Abstimmung und flexible Anpassung der Fertigung (RK: Mittel)Frontend- und Backend-Fertigung sollten optimal synchronisiert sein, um die Entwicklung wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Produkte für neue technologische Lösungen zu ermöglichen. Beeinflusst durch den schnellen technologischen Wandel sowie die bereits angesprochene Dynamik der Kundenanforderungen erachten wir diese Abstimmung als zunehmend anspruchsvoller. Sofern uns dies nicht gelingt, kann das Qualitätsprobleme, Verzögerungen in der Produktentwicklung/Marktreife sowie erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten zur Folge haben und somit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Fertigung geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise bei Technologietransfers. Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen unsere globale Fertigungsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Fertigungskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Veränderungen im Fertigungsprozess kann zu fehlenden Kapazitäten und somit Umsatzrückgängen einerseits sowie Kosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten und somit negativen Ergebniseffekten andererseits führen. Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten (RK: Mittel) Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essenzieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind größtenteils nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden. Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten (RK: Mittel)Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihre Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht erfüllen würden, könnte das negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern (RK: Mittel)Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können. Dies würde unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. FinanzrisikenWährungsrisiken (RK: Mittel)Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Euro-basierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfallen auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt. Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Diesen Sicherungen liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ergebnisse trotz Sicherungen negativ beeinflussen. Ausfallrisiken von Bankpartnern (RK: Mittel)Bedingt durch unseren vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Mitteln (Brutto-Cash-Position) sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls eines oder mehrerer unserer ausgewählten Bankpartner ausgesetzt. Diesen Risiken, die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können, begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage haben. Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Konzernanhang unter Nr. 23 entnommen werden. Rechtliche und Compliance-RisikenQimonda-Insolvenz (RK: Hoch)Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der damit in Verbindung stehenden Klage des Insolvenzverwalters sind wir erheblichen potenziellen Risiken ausgesetzt, die detailliert im Konzernanhang unter Nr. 19 beschrieben sind. Wir haben Rückstellungen zum 30. September 2018 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren von Qimonda entstehen können. Urheberrechte und Patente (RK: Mittel)Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für Anwälte entstehen. Während wir im Patentbereich von Lizenzaustauschverträgen mit wichtigen Wettbewerbern profitieren, besteht gegenüber reinen Patentverwertungsgesellschaften keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung. Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, woraus signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unsere Ertragslage hätte. Weitere Informationen zu Rechtsstreitigkeiten und staatlichen Untersuchungsverfahren sind dem Konzernanhang unter Nr. 19 zu entnehmen. Auswirkungen unserer globalen Aktivitäten (RK: Mittel)Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein. Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch Umsätze und Profitabilität beeinträchtigt werden könnten. Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen (RK: Mittel)Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration von Mitarbeitern und Produkten in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen. Gleichzeitig besteht auch im Fall von kleineren Akquisitionen oder Portfolio-Entscheidungen immer die Möglichkeit, dass mangels Wissen oder Sensibilisierung der handelnden Personen gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen wird. Dies kann zu hohen Kosten (signifikante zeitliche Einbringung des Managements, Beauftragung von Anwälten), zu Geldstrafen sowie Reputationsschäden führen. Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten und schulen dazu unsere Mitarbeiter laufend. Maßnahmen zur Umsetzung der RisikosteuerungsstrategieIm Bereich der strategischen Risiken begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen und den damit zusammenhängenden Risiken für unsere Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter anderem dadurch, dass wir die Entwicklung von aus unserer Sicht wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und in Teilen mit spezifisch festgelegten Reaktionsstrategien der aktuellen Position im Konjunkturzyklus begegnen. Dies erfolgt zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung von Kapazitäten und Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten sowohl im Frontend als auch im Backend. Im Bereich der operativen Risiken setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung haben unter anderem zum Ziel, im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah zu ermitteln und zu beheben. Für unsere oftmals kundenspezifischen Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement etabliert. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während des Projektfortgangs sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Risiken im Beschaffungsbereich versuchen wir durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen. Vor dem Hintergrund der allgemein gestiegenen Bedrohungen für die Informationssicherheit und des höheren Maßes an Professionalität in der Computerkriminalität haben wir unter anderem ein Programm für Informationssicherheit initiiert mit dem Ziel, die Absicherung gegenüber möglichen Hacking-Angriffen und damit verbundenen Risiken für unsere Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen weiter zu verbessern. Diese Absicherung erreichen wir im Wesentlichen durch den Betrieb unseres globalen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS). Mit dem systematischen Ansatz des Managementsystems versuchen wir, alle möglichen IT-Risiken zu identifizieren, zu bewerten und sicherzustellen, dass wir wirksame Prozesse und Tools zur Risikominimierung und -vermeidung anwenden. Unser ISMS deckt alle Unternehmensbereiche ab und ist gemäß der weltweit anerkannten Norm ISO/IEC 27001 zertifiziert. Im Rahmen regelmäßiger interner und externer Audits werden alle relevanten Risikobereiche kontinuierlich überprüft und optimiert. Im Bereich der rechtlichen Risiken begegnen wir Risiken im Zusammenhang mit Schutzrechten und Patenten unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die eine umfangreiche Patentrecherche, die gezielte Entwicklung und Anmeldung eigener Patente und den Schutz durch Verträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften. Zur systematischen, umfassenden und nachhaltigen Steuerung von Compliance-Risiken haben wir ein konzernweites Compliance-Management-System etabliert, das wichtige präventive Bestandteile kontinuierlich weiterentwickelt, Elemente neu gestaltet beziehungsweise verstärkt und angemessene Reaktionen auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen interne oder externe Regeln gewährleistet. Der Compliance-Officer berichtet quartalsweise an den Finanzvorstand und halbjährlich an den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Des Weiteren haben wir für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken teilweise Versicherungen abgeschlossen, um negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns durch die UnternehmensleitungDie Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt. ChancenIm Folgenden beschreiben wir unsere bedeutendsten Chancen. Diese stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jede dieser Chancen in Klammern die Chancenklasse (CK) analog zur Risikoklasse (zum Beispiel "CK: Mittel") angegeben. Neue Technologien/Materialien (CK: Mittel)Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie zum Beispiel Silizium in absehbarer Zeit in manchen Anwendungen seine physikalischen Grenzen erreicht. Wir sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz neuer Materialien, wie beispielsweise Siliziumkarbid oder Galliumnitrid, leistungsfähigere und/oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Diese könnten die Erreichung unserer strategischen Wachstums- und Profitabilitätsziele positiv beeinflussen. Strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" (CK: Mittel)Mit dem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio identifizieren. Das ermöglicht uns, weiteres Umsatzwachstumspotenzial auszuschöpfen und damit unsere Wachstums- und Margenziele zu realisieren. Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Entwicklungsaufwand beim Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte. Unterstützung der Energiewende und der Adressierung des Klimawandels (CK: Mittel)Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Industrialisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Erneuerbare Energien spielen dabei eine entscheidende Rolle, um die CO2-Emissionen zu begrenzen. Das Fernziel ist die auf dem Klimagipfel von Paris (Frankreich) im Dezember 2015 beschlossene Dekarbonisierung der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Halbleiter von Infineon ermöglichen die effizientere Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Zudem bieten sie Effizienzgewinne in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung von elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von elektrischer Energie zum Beispiel in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Fahrzeugen. Digitalisierung (CK: Mittel)Der Trend zur Digitalisierung birgt für Infineon ein hohes Geschäftspotenzial. Es spiegelt sich zum einen in der Optimierung interner Prozessabläufe wider, wie zum Beispiel in unseren weltweiten Fertigungslinien und deren Zusammenspiel. Zum anderen besitzen wir mit unserem Portfolio an Sensoren, Mikrocontrollern, Leistungshalbleitern und Sicherheitscontrollern sowie spezifischer Software eine ausgezeichnete Ausgangsposition, um das entstehende Marktpotenzial erfolgreich zu bedienen. Hierbei sind wir mit unserem bereits implementierten strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" bestens für die Marktdurchdringung und -entwicklung vorbereitet. Zu den Beispielen, die heute bereits sichtbar sind, zählen automatisiertes Fahren, Steuerung von Geräten und Maschinen durch Stimme und Gesten und die voranschreitende Entwicklung des Internet der Dinge und von Big Data. Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität (CK: Mittel)Unsere eigenen Fertigungskapazitäten sowie die Fertigungskapazitäten unserer externen Fertigungspartner bieten uns genügend Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Nachfrage. Insbesondere wird mit dem sukzessiven Ausbau der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland), des zweiten Fertigungsmoduls in Kulim (Malaysia) und dem geplanten Bau einer zweiten, vollautomatisierten 300-Millimeter-Fabrik am Standort Villach (Österreich) dem zunehmenden Bedarf nach Leistungshalbleitern Rechnung getragen. Die verfügbaren Kapazitäten in Verbindung mit aktiver strategischer und operativer Planung der internen und externen Ressourcen ermöglichen es uns, im Fall einer Marktbelebung auch kurzfristig steigende Nachfragen unserer bestehenden und neuen Kunden zu decken. Von dieser Entwicklung haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr profitiert. Marktzugang und Aktivitäten in China (CK: Mittel)China ist für Infineon das umsatzstärkste Land. Dementsprechend sind die dortigen Entwicklungen und Wachstumschancen für uns von höchster Bedeutung und betreffen folgende von uns bediente Märkte: Die Autoproduktion in China wächst weiterhin, wenngleich auch mit einer geringeren Wachstumsrate. Das hohe Wachstum bei der Produktion von Plug-in-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen macht China seit einigen Jahren zum weltgrößten Markt für Elektromobilität. Aus diesem Grund hat Infineon im Geschäftsjahr 2018 das Joint Venture SIAPM für Leistungshalbleiterlösungen für Elektrofahrzeuge mit dem größten Autoproduzenten in China SAIC Motor gegründet, das bereits mit der Serienfertigung begonnen hat. Dies stärkt unsere Position in China und bietet weiteres Geschäftspotenzial für unser zukünftiges globales Geschäft. China repräsentiert den größten Schienenfahrzeugmarkt der Welt und verfügt mit CRRC über den mit Abstand größten Zughersteller der Welt, der ein Kunde von Infineon ist. Neben dem weiteren Ausbau des inländischen Schienennetzes spielen internationale Infrastrukturprojekte eine zunehmende Rolle, von denen Infineon zunehmend profitiert. China hat auf dem G20-Gipfel in Hangzhou (China) im September 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert und damit einer Reduzierung seiner CO2-Emissionen formal zugestimmt. Dadurch gewinnt der Ausbau der erneuerbaren Energien in China enorm an Bedeutung. Unsere dortige Präsenz und unsere Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Wind- und Solarbranche bieten uns weitere langfristige Wachstumschancen. Wenn es gelingt, uns in China als Teil der chinesischen Industrie und somit als Element der chinesischen Gesellschaft zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität unseres Geschäfts auswirken. Weiteres Wachstum des Halbleiteranteils im Automobil (CK: Mittel)Wir erwarten eine weitere Zunahme des Halbleiterwerts pro Fahrzeug. Treibende Kraft hierfür ist vor allem eine steigende Nachfrage nach Elektromobilität, aktiven Sicherheitsfunktionen und Fahrerassistenzsystemen. Wir glauben auch, dass die weltweit gültigen CO2-Ziele ohne weitere Elektrifizierung nicht zu erreichen sind. Dies umfasst nicht nur die Elektromobilität, also Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge, sondern vor allem auch die Elektrifizierung von Aggregaten in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zudem gewinnt auch das Thema IT-Sicherheit im Fahrzeug an Bedeutung. Mit unserer Kompetenz auf dem Gebiet der Sicherheitscontroller sind wir hier sehr gut positioniert. Wachstum bei mobilen Anwendungen (CK: Mittel)Der weiter voranschreitende Trend zur Mobilität drückt sich auch in der weiterhin hohen Nachfrage nach Smartphones und Tablets aus. Wir profitieren hiervon in zweifacher Weise: erstens durch die Komponenten, die wir für die mobilen Endgeräte liefern (Silizium-MEMS-Mikrofone, TVS-Dioden, GPS-Empfangssignalverstärker, Hochfrequenz-Antennenschalter), und zweitens durch Leistungshalbleiter, die die Schlüsselkomponente für energieeffiziente Ladegeräte darstellen (Hochvolt- und Niedervolt-Leistungstransistoren, Treiber-ICs und Ansteuer-ICs). Sicherheitsanwendungen (CK: Mittel)Der Trend zu elektronischen Identitätsausweisen stärkt den Umsatz des Segments Digital Security Solutions. Aufgrund der höheren Sicherheit von chipbasierten Ausweisen werden die papierbasierten Ausweise immer stärker verdrängt. Ferner eröffnen sich durch das Internet der Dinge beziehungsweise Industrie 4.0 neue Märkte. Hier spielt die Authentifizierung von Geräten eine zunehmende Rolle, wofür wir entsprechende Sicherheitschips anbieten. Finanzielle Position (CK: Mittel)Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Kapitel "Darstellung der Finanzlage" erläutern, ermöglicht es uns, gute Refinanzierungskonditionen angeboten zu bekommen und, sofern erforderlich, zu nutzen. Hieraus ergibt sich für Infineon ein finanzieller Spielraum, der uns unternehmerische Flexibilität bei der Umsetzung unserer Strategien und Initiativen gewährleistet. Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses BerichtsBereits zum fünften Mal hintereinander konnten wir Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf €7.599 Millionen gegenüber €7.063 Millionen im Vorjahr, trotz einer für uns ungünstigen Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses. Das Segmentergebnis verbesserte sich bei einer Marge von 17,8 Prozent auf €1.353 Millionen um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €1.208 Millionen. Unser im Geschäftsjahr 2018 angehobenes Margenziel von mindestens 17 Prozent über den Zyklus haben wir trotz der bereits erwähnten US-Dollar-Schwäche und weiterhin stark steigender Preise für Rohscheiben sowie für weitere Materialien wie Kupfer erreicht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) erhöhte sich auf €0,98 Cent. Trotz höherer Investitionen verbesserte sich der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten auf €618 Millionen gegenüber €594 Millionen im Vorjahr. Weiterhin bewertet die internationale Ratingagentur S&P Global Ratings (S&P) die Bonität von Infineon mit "BBB" (Ausblick "stabil") im Investment-Grade-Bereich. Damit hält Infineon die derzeit beste S&P-Bewertung eines europäischen Halbleiterherstellers. An unserer positiven Entwicklung wollen wir unsere Anteilseigner angemessen beteiligen. Der Hauptversammlung am 21. Februar 2019 soll daher eine um 2 Cent höhere Dividende von €0,27 je Aktie vorgeschlagen werden. Das Geschäftsjahr 2018 war nicht nur wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich, sondern auch richtungsweisend für Infineons Weg in die Zukunft. Durch unsere Ausrichtung auf Themen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und unsere technologische Stärke erwarten wir für die nächsten Jahre hervorragende Wachstumschancen. Deshalb haben wir unsere langfristigen Finanzziele durch den Zyklus angepasst und streben künftig ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 9 Prozent, eine Segmentergebnis-Marge von 17 Prozent mit sukzessiver Steigerung sowie eine Investitionsquote von 15 Prozent an. Um dieses Wachstum zu ermöglichen, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr wichtige Weichen gestellt. So haben wir beispielsweise den Bau einer zweiten 300-Millimeter-Fabrik in Villach (Österreich) angekündigt und ein Fertigungs-Joint-Venture mit dem größten Automobilhersteller Chinas, SAIC Motors, gegründet, durch das wir einen noch besseren Zugang zum größten und am schnellsten wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge schaffen. Unsere Wachstumsstrategie basiert auf drei Säulen: Realisierung von Größenvorteilen im Kerngeschäft, Ausweitung des Aktionsradius auf angrenzende Märkte und Erschließung neuer, langfristiger Wachstumsfelder. Bei der konsequenten Weiterentwicklung unseres Kerngeschäfts hilft uns unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System". Ausgehend von einem umfassenden Verständnis von Kundenanforderungen entwickeln wir Lösungen, die das Gesamtsystem des Kunden im Blick haben und ihm so einen Wettbewerbsvorteil bieten. Nach währungsbeeinträchtigt 8 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr erwarten wir angesichts der hohen Kundennachfrage ein Umsatzwachstum von 11 Prozent, plus oder minus 2 Prozentpunkte, wobei wir einen Euro/ US-Dollar-Wechselkurs von 1,15 unterstellen. Für die Geschäftsjahre im Anschluss an diesen Zeitraum erhöhten Umsatzwachstums gehen wir von einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 9 Prozent aus. Für den Mittelpunkt der Umsatzspanne erwarten wir für das Geschäftsjahr 2019 eine Segmentergebnis-Marge von etwa 18 Prozent. Die für das Geschäftsjahr 2019 geplanten Investitionen belaufen sich auf eine Spanne zwischen €1,6 Milliarden und €1,7 Milliarden. Infineon Technologies AGErgänzend zur Berichterstattung über den Infineon-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Infineon Technologies AG. Die Infineon Technologies AG ist die Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, Corporate Compliance, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (beides Deutschland). Die Infineon Technologies AG stellt ihren Jahresabschluss im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs ("HGB") auf. Der vollständige Jahresabschluss wird separat veröffentlicht. ErtragslageGewinn-und-Verlust-Rechnung nach HGB (Kurzfassung)der Infineon Technologies AGscroll
Das Bruttoergebnis vom Umsatz verminderte sich im Geschäftsjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 27 Prozent des Umsatzes. Der im Geschäftsjahr 2018 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €982 Millionen. Darin enthalten ist eine Gewinnausschüttung der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam (Niederlande), in Höhe von €744 Millionen (Vorjahr: €337 Millionen). Nach Einstellungen in die Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt €491 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €491 Millionen. Vermögens- und FinanzlageBilanz nach HGB (Kurzfassung)der Infineon Technologies AGscroll
Die Aktiva erhöhten sich zum 30. September 2018 um 9 Prozent auf €11.789 Millionen verglichen mit €10.792 Millionen zum 30.September 2017. Dabei erhöhte sich das Umlaufvermögen um €926 Millionen. Zum 30. September 2018 belaufen sich die Zahlungsmittel und Wertpapiere auf €2.318 Millionen (Vorjahr: €2.216 Millionen) und machen 50 Prozent des Umlaufvermögens aus. Die Erhöhung des Eigenkapitals (€705 Millionen) ist im Wesentlichen durch den im Geschäftsjahr 2018 erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von €982 Millionen bedingt. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2017 von €283 Millionen aus. Im Bereich der Rückstellungen erhöhten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um €76 Millionen bedingt durch den rückläufigen zur Bewertung heranzuziehenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Bei den übrigen Rückstellungen war ein Anstieg von insgesamt €174 Millionen zu verzeichnen, im Wesentlichen aufgrund höherer Rückstellungen für Qimonda im Zusammenhang mit dem anhängigen Gerichtsverfahren (siehe Konzernanhang Nr. 19). Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018 um 1 Prozent auf €3.329 Millionen verglichen mit €3.296 Millionen zum 30. September 2017. Die Eigenkapitalquote beträgt 65,3 Prozent nach 64,8 Prozent im Vorjahr. Für Angaben zu eigenen Aktien wird auf die Ausführungen zu § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG im Jahresabschluss der Infineon Technologies AG verwiesen. @ www.infineon.com/boerse DividendeNach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Für das Geschäftsjahr 2018 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €491 Millionen aus. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung soll den Aktionären auf der Hauptversammlung 2019 für das Geschäftsjahr 2018 eine Erhöhung der Dividende um 2 Cent von €0,25 auf €0,27 vorgeschlagen werden. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2017 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,25 je Aktie beziehungsweise von €283 Millionen ausgeschüttet. Zur langfristigen Dividendenpolitik von Infineon siehe "Nachhaltige Wertsteigerung für unsere Aktionäre" im Kapitel "Konzernstrategie". Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und ChancenDie voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen der Infineon Technologies AG ist im Wesentlichen identisch mit der des Infineon-Konzerns. Ferner gehen wir davon aus, dass das Beteiligungsergebnis wesentlich zum Ergebnis der Infineon Technologies AG beitragen wird. An den Risiken der Tochtergesellschaften und Beteiligungen partizipiert die Infineon Technologies AG grundsätzlich entsprechend ihrer Beteiligungsquote. Die Infineon Technologies AG als Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns ist in das konzernweite Risikomanagement- und interne Kontrollsystem eingebunden. Hierzu und zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen verweisen wir auf das Kapitel "Risiko- und Chancenbericht". Der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern wird von der Infineon Technologies AG abgewickelt. Es gelten die Ausführungen unter "Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage" zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken auch für die Infineon Technologies AG. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang der Infineon Technologies AG. @ www.infineon.com/boerse Corporate GovernanceAngaben nach § 289a Abs. 1 und § 315a Abs. 1 HGBZusammensetzung des gezeichneten KapitalsZum 30. September 2018 betrug das Grundkapital der Gesellschaft €2.273.991.668. Es ist eingeteilt in 1.136.995.834 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung. Zum 30. September 2018 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien selbst 6 Millionen (Vorjahr: 6 Millionen) eigene Aktien. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenBeschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten nach § 33 Abs. 1 oder 2 sowie § 38 Abs. 1 oder § 39 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG nur als Aktionär, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Anschrift, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreitenNach § 33 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2018 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2018 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang des Jahresabschlusses der Infineon Technologies AG unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausübenArbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der SatzungDer Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit gehören dem Vorstand vier Mitglieder an. Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht (München) auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG). Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist. Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenDie Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung der Gesellschaft in Verbindung mit den gesetzlichen Bestimmungen. Nähere Angaben zu den bestehenden genehmigten und bedingten Kapitalia der Gesellschaft finden sich im Konzernanhang unter Nr. 15. Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder OptionsschuldverschreibungenDie Hauptversammlung vom 22. Februar 2018 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 21. Februar 2023 einmalig oder mehrmals Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (gemeinsam "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu €4.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebenen Schuldverschreibungen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen,
Der Wandlungs- oder Optionspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz - mindestens 80 Prozent des arithmetischen Mittelwerts der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen; weitere Einzelheiten dazu - auch zu den Voraussetzungen, unter denen der Wandlungs- beziehungsweise Optionspreis ermäßigt werden kann - sind der Ermächtigung zu entnehmen. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen und deren Bedingungen festzulegen. Ermächtigung zum Erwerb eigener AktienDie Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22. Februar 2018 bis zum 21. Februar 2023 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder über ein Kreditinstitut beziehungsweise ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen. Zu den einzelnen Erwerbsarten enthält die Ermächtigung differenzierende Anforderungen, vor allem hinsichtlich des zulässigen Kaufpreises. Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden oder werden, dürfen außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Insbesondere können sie eingezogen oder Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten werden, unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, zur Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Wandel- und Optionsschuldverschreibungen sowie Aktienoptionsplänen genutzt oder Organmitgliedern und Arbeitnehmern im Konzern zum Erwerb angeboten beziehungsweise als Vergütungsbestandteil zugewendet und schließlich zur Rückführung von Wertpapierdarlehen verwendet werden. In den genannten Fällen, mit Ausnahme der Einziehung, ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 22. Februar 2018 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von insgesamt höchstens 5 Prozent des Grundkapitals beschränkt, und zwar bezogen sowohl auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch ihrer Ausübung durch den Einsatz des Derivats. Die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind darüber hinaus auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Ermächtigung enthält weitere Beschränkungen für den Einsatz von Derivaten, unter anderem zur Durchführung, zur Laufzeit, zur Bedienung der Derivate und zum Erwerbspreis. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der in der Ermächtigung aufgeführten Vorgaben erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht nicht. Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die Regelungen zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien entsprechend. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern getroffen sindDiverse Finanzierungsverträge mit kreditgebenden Banken und Kapitalmarktgläubigern (siehe hierzu im Konzernanhang unter Nr. 12) sehen im Fall eines definierten Kontrollwechsels Klauseln vor, die für den Gläubiger das Recht zur vorzeitigen Fälligstellung enthalten; diese Klauseln entsprechen der marktüblichen Praxis. Darüber hinaus ist in einem Finanzierungsvertrag vorgesehen, dass im Falle eines Kontrollwechsels von der Infineon Technologies AG anstelle einer gewährten Garantie eine Barsicherheit verlangt werden kann. Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Lieferverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge marktübliche "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG das Recht zur Kündigung oder andere für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen. Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines definierten Kontrollwechsels (Halten von mindestens 50 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG) ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung seines Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied aufgrund des ihm eingeräumten Sonderkündigungsrechts jedoch für maximal 36 Monate, im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG für mindestens 24 und maximal 36 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Sie sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels wirtschaftlich abzusichern, um auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Die Bedingungen sowohl für den Performance Share-Plan, an dem neben den Vorstandsmitgliedern auch die Führungskräfte und weitere ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit teilnehmen, als auch für den Restricted Stock Unit-Plan, der ergänzend für bestimmte Mitarbeiter von Infineon in den USA zum Tragen kommt, enthalten Regelungen für den Fall eines definierten Kontrollwechsels (Halten von mindestens 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG). Diese Regelungen haben im Wesentlichen zum Gegenstand, dass die in den Planbedingungen vorgesehenen Wartefristen im Falle des Kontrollwechsels vorzeitig enden; die entsprechende Regelung im Performance Share-Plan gilt wegen der insoweit vorrangigen Dienstverträge jedoch nicht für die Vorstandsmitglieder. Corporate Governance BerichtDer Corporate Governance Bericht ist öffentlich zugänglich. @ www.infineon.com/corporate-governance-bericht Erklärung zur UnternehmensführungDie Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB ist öffentlich zugänglich. @ www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung VergütungsberichtDer Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung hierüber stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar. Vergütung des VorstandsVergütungssystemDas Vergütungssystem für den Vorstand wird - ebenso wie die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder - vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des DCGK an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen sowie an der wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Hierfür ist das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft des Unternehmens insgesamt, auch in der zeitlichen Entwicklung, zu beachten. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten; für außerordentliche Entwicklungen soll eine Begrenzungsmöglichkeit bestehen. Die Vergütung soll schließlich so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018 einen unabhängigen externen Vergütungsexperten mit der turnusmäßigen Überprüfung des Vergütungssystems für den Vorstand beauftragt. Die Überprüfung kommt zu dem Ergebnis, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft konform mit den Vorgaben des Aktiengesetzes und des DCGK ist und den marktüblichen Bedingungen entspricht (zu Einzelheiten siehe "Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems, der Vergütungsbestandteile und der individuellen Vorstandsvergütungen" in diesem Kapitel). Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand Im Geschäftsjahr 2018 haben sich am Vergütungssystem für den Vorstand gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen ergeben. Sämtliche Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Jahreseinkommen, das sich - basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung - zu circa 45 Prozent aus einer fixen Vergütung und zu circa 55 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen zusammensetzt:
Der Short Term Incentive ("STI") soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr honorieren. Der STI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütungsbestandteile von jeweils 100 Prozent) circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt: (i) Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres einheitlich für alle Vorstandsmitglieder Zielfunktionen hinsichtlich der beiden für die Gesellschaft maßgeblichen Erfolgsgrößen "Free-Cash-Flow" und "Return on Capital Employed" (RoCE) definiert. Im Sinne einer einheitlichen Unternehmenssteuerung sind die gleichen Erfolgsgrößen - ergänzt um das Segmentergebnis - auch für die variablen Vergütungsbestandteile (Bonuszahlungen) der Führungskräfte und Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich. Für die Bemessung des STI sind beide genannten Erfolgsgrößen gleichwertig; sie werden im Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. (ii) Nach Ablauf des Geschäftsjahres werden vom Aufsichtsrat, in Abhängigkeit von der auf Basis des testierten Jahresabschlusses ermittelten Zielerreichung für Free-Cash-Flow und RoCE, der konkrete Zielerreichungsgrad und die STI-Auszahlungsbeträge festgestellt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn bei beiden Erfolgsgrößen (Free-Cash-Flow, RoCE) ein Schwellenwert von jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Mindestziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Geschäftsjahr insgesamt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte wird das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Aus der so errechneten Prozentzahl ergibt sich der konkrete STI-Auszahlungsbetrag. Dabei gilt jedoch eine Obergrenze (Cap) von 250 Prozent, das heißt, es wird unabhängig von einem tatsächlich höheren Zielerreichungsgrad maximal das Zweieinhalbfache des Ziel-STI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den jeweiligen Auszahlungsbetrag in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit für eine Anpassung nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag, für eine Anpassung nach oben beim Cap (250 Prozent) liegt. Beginnt oder endet das Amt als Vorstand während des Geschäftsjahres, wird der STI-Anspruch auf Monatsbasis zeitanteilig gekürzt (um ein Zwölftel für jeden an der vollständigen STI-Tranche fehlenden ganzen Monat). Der Anspruch auf einen STI-Bonus für das Geschäftsjahr des Ausscheidens entfällt bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Mid Term Incentive ("MTI") soll im Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine über einen längeren Zeitraum wirksame Leistung des Vorstands belohnen. Der MTI stellt auf diese Weise zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die Vergütungsstruktur für den Vorstand - wie das Aktiengesetz dies fordert - auf eine "nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet" ist. Bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütungsbestandteile von jeweils 100 Prozent entspricht der MTI circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Jedes Geschäftsjahr beginnt eine neue, jeweils dreijährige MTI-Tranche zu laufen. Am Ende der drei Jahre erfolgt eine Auszahlung in bar. Die Höhe der Auszahlung hängt wiederum von den während des Dreijahreszeitraums jeweils erzielten Ergebnissen für RoCE und Free-Cash-Flow ab. Dabei entsprechen die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow für die einzelnen Jahre einer MTI-Tranche den jährlich vorab festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr eines jeden Dreijahreszeitraums müssen sowohl für das RoCE- als auch das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht werden; andernfalls wird die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr mit null angesetzt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte gilt für die betreffende Jahresscheibe des MTI der für den STI ermittelte Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es - anders als beim STI - auch dann zu einer Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Wert von 50 Prozent liegt. Nach oben gilt eine Begrenzung (Cap) von 200 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom tatsächlichen Zielerreichungsgrad maximal das Zweifache des Ziel-MTI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den MTI-Auszahlungsbetrag nach seinem billigen Ermessen in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren. Als Orientierungspunkt für eine solche Ermessensausübung zieht der Aufsichtsrat unter anderem heran, inwieweit die von ihm jährlich, ausschließlich für diesen Zweck festgelegten Dreijahresziele für Umsatzwachstum und Segmentergebnis erreicht wurden und welcher Erfolg bei der Komplementierung des organischen Wachstums durch M&A-Aktivitäten zu verzeichnen ist. Anders als für den STI gilt für die Ermessensanpassung durch den Aufsichtsrat keine Untergrenze; die Obergrenze bildet jedoch in jedem Fall das Cap (200 Prozent). Im Fall des unterjährigen Amtsantritts wird die MTI-Tranche auf Monatsbasis zeitanteilig gekürzt (um 1/36 für jeden an der vollständigen MTI-Tranche fehlenden ganzen Monat). Für den Fall des Ausscheidens ist grundsätzlich sichergestellt, dass das Vorstandsmitglied höchstens die seiner Amtszeit entsprechende Anzahl an - gegebenenfalls zeitanteilig gekürzten - MTI-Tranchen verdienen kann. Bereits begonnene MTI-Tranchen verfallen ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Dienstverhältnis außerplanmäßig beendet werden, etwa bei einer vom Vorstandsmitglied erklärten Amtsniederlegung (es sei denn, diese erfolgt aus einem wichtigen, von dem Vorstandsmitglied nicht zu vertretenden Grund) sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied seitens der Gesellschaft aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Long Term Incentive ("LTI") soll eine langfristige und - wie der MTI - nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und zusätzlich einen Gleichlauf mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütungsbestandteile von jeweils 100 Prozent) circa 15 Prozent des Zieljahreseinkommens. Seit dem Geschäftsjahr 2014 wird der LTI in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der neue LTI kommt nicht nur für die Vorstandsmitglieder, sondern - mit geringfügigen, sachlich bedingten Abweichungen, allerdings als freiwillige Unternehmensleistung - auch für die Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit zum Einsatz. Die - zunächst noch vorläufige - Zuteilung der (virtuellen) Performance Shares erfolgte im Geschäftsjahr 2018 erstmals zum 1. März für das am vorhergehenden 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr; der vierjährigen Laufzeit der jeweiligen Tranche entsprechend erfolgt damit auch die endgültige Zuteilung der (echten) Infineon-Aktien mit Ablauf des Monats Februar vier Jahre später (siehe hierzu "Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems, der Vergütungsbestandteile und der individuellen Vorstandsvergütungen" in diesem Kapitel). Vorläufig zugeteilt werden Performance Shares im Umfang des mit jedem Vorstandsmitglied vertraglich vereinbarten LTI-Zuteilungsbetrags in Euro; bei unterjährigem Amtsantritt erfolgt eine entsprechende Kürzung (um ein Zwölftel für jeden an dem jeweiligen Geschäftsjahr fehlenden ganzen Monat). Die Anzahl der Performance Shares ergibt sich aus der Division des LTI-Zuteilungsbetrags durch den Durchschnittskurs der Infineon-Aktie (Xetra-Schlusskurs) in den letzten neun Monaten vor dem Zuteilungstag. Voraussetzungen für die endgültige Zuteilung der - auch dann noch virtuellen - Performance Shares sind (i) ein im Zusammenhang mit der vorläufigen Zuteilung zu tätigendes Eigeninvestment des Vorstandsmitglieds in Infineon-Aktien in Höhe von 25 Prozent seines individuellen LTI-Zuteilungsbetrags und (ii) der Ablauf einer vierjährigen, sowohl für das Eigeninvestment als auch die Performance Shares geltenden Haltefrist. 50 Prozent der Performance Shares sind zudem erfolgsabhängig; sie werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich (iii) die Infineon-Aktie zwischen dem Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares und dem Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung von Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen Shares - erfüllt, erwirbt das Vorstandsmitglied einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien; Performance Shares, die das Erfolgsziel nicht erreicht haben, verfallen ersatzlos. Der Wert der dem Vorstandsmitglied nach Ablauf der Haltefrist je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares darf 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze liegende Performance Shares erlöschen (Cap). Die Übertragung der Infineon-Aktien erfolgt in ein Depot des Vorstandsmitglieds. Über die übertragenen Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Das Gleiche gilt für die als Eigeninvestment erworbenen Infineon-Aktien nach dem Ablauf der Haltefrist. Der Aufsichtsrat hat das Recht, dem Vorstandsmitglied nach der Haltefrist statt der Übertragung von InfineonAktien einen wertentsprechenden Ausgleich in Geld zu leisten. Wie im Vorjahr hat der Aufsichtsrat am 3. August 2018 beschlossen, die mit Ablauf des 30. September 2018 fällig werdenden Performance Shares der am 1. Oktober 2014 ausgegebenen Tranche nicht in Form von Infineon-Aktien zuzuteilen, sondern in Übereinstimmung mit dem im Performance Share-Plan vorgesehenen Wahlrecht in bar auszugleichen. Die Regelungen zum Ein- und Austritt von Vorstandsmitgliedern während laufender LTI-Tranchen sind im Geschäftsjahr 2018 überarbeitet worden (siehe "Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems, der Vergütungsbestandteile und der individuellen Vorstandsvergütungen" in diesem Kapitel). Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf Basis des Performance Share-Plans nicht möglich oder vom Aufsichtsrat nicht gewünscht, ist der Aufsichtsrat verpflichtet, geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festzusetzen. Vor der Einführung des Performance Share-Plans hat die Gesellschaft als LTI einen von der Hauptversammlung 2010 beschlossenen Aktienoptionsplan unterhalten. Die den Mitgliedern des Vorstands auf der Basis dieses sogenannten "Aktienoptionsplans 2010" zugeteilten Aktienoptionen wurden bereits im Geschäftsjahr 2017 vollständig ausgeübt. Schließlich hat der Aufsichtsrat die - allerdings stets an sein pflichtgemäßes Ermessen gebundene - Möglichkeit, unter anderem bei besonderen Leistungen des Vorstands oder einzelner seiner Mitglieder eine Sonderleistung zu gewähren. Sie ist jedoch in jedem Fall wertmäßig auf maximal 30 Prozent der fixen Vergütung des betreffenden Vorstandsmitglieds beschränkt. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2018 nach DRS 17GesamtvergütungDie den Mitgliedern des Vorstands gewährte Gesamtvergütung nach DRS 17 sowie die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder - ebenfalls dargestellt nach DRS 17 - sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll
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1
Die Werte enthalten die im jeweiligen Geschäftsjahr
gewährte Jahresscheibe der MTI-Tranche auf Basis der Erfüllung der
planmäßigen Bedingungen. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2018 noch im Geschäftsjahr 2017 vom Unternehmen Kredite erhalten. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2018 noch im Geschäftsjahr 2017 Leistungen von Dritten erhalten, die ihnen im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind. NebenleistungenGemäß ihren Dienstverträgen haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf einen Dienstwagen (mit Fahrer), der auch zu Privatfahrten genutzt werden kann. Die Betriebs- und Unterhaltungskosten des Dienstwagens sowie die Kosten für den Fahrer trägt die Gesellschaft. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung geht zulasten der Vorstandsmitglieder. Weiterhin unterhält die Gesellschaft zugunsten ihrer Vorstandsmitglieder eine Unfallversicherung für den Todesfall (€3 Millionen) und den Fall der Invalidität (€5 Millionen). Die übrigen Nebenleistungen beruhen im Wesentlichen auf gesetzlichen Verpflichtungen wie die Zahlung von Erfindervergütungen oder gehen zurück auf allgemeine, sämtlichen Mitarbeitern von Infineon zugängliche Vergünstigungen. Aktienbasierte VergütungWie unter "Vergütung des Vorstands" beschrieben, wird der den Vorstandsmitgliedern vertraglich zustehende LTI vom Unternehmen in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der für die Anzahl der für das Geschäftsjahr 2018 gewährten Performance Shares maßgebliche Durchschnittskurs der Infineon-Aktie betrug €21,48 (Vorjahr: €13,01). Pro für das Geschäftsjahr 2018 gewährter Performance Share wurde ein beizulegender Zeitwert von €15,25 (Vorjahr: €11,25) zugrunde gelegt. Darin sind das für den LTI geltende Cap von 250 Prozent des LTI-Zuteilungsbetrags sowie die Performance-Hürde berücksichtigt. Der nachfolgenden Tabelle sind die den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2018 gewährten Performance Shares zu entnehmen. scroll
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1
Der Aktienkurs der im Geschäftsjahr 2018 fällig
gewordenen virtuellen Performance Shares beträgt €21,90. scroll
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Bezüglich der mit Ablauf des 30. September 2017 fällig gewordenen Performance Shares sowie der am 1. März 2018 für das Geschäftsjahr 2018 an die Mitglieder des Vorstands gewährten Performance Shares verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 17. SonderleistungenSonderleistungen wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2018 vom Aufsichtsrat nicht gewährt. Sonstige ZusagenBereits im Geschäftsjahr 2009 hat die Gesellschaft mit den damals amtierenden Vorstandsmitgliedern (von den derzeit aktiven Vorstandsmitgliedern ist nur Herr Dr. Ploss betroffen) eine sogenannte Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Danach erstattet die Gesellschaft Kosten und Auslagen im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit beteiligt ist. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere dann ausgeschlossen, wenn es sich um ein Verfahren der Gesellschaft gegen das Vorstandsmitglied wegen einer Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG handelt. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2018 nach dem Deutschen Corporate Governance KodexDer DCGK empfiehlt, einzelne Vergütungskomponenten für jedes Vorstandsmitglied nach bestimmten Kriterien individuell offenzulegen. Er empfiehlt weiter, für deren - teils vom DRS 17 abweichende - Darstellung die dem DCGK beigefügten Mustertabellen zu verwenden. Gewährte Zuwendungen gemäß DCGKIn der nachfolgenden Tabelle werden die für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie die im Geschäftsjahr 2018 erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen dargestellt. Abweichend zur Darstellung nach DRS 17 ist der STI den Anforderungen des DCGK entsprechend mit dem Zielwert, das heißt dem Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, anzugeben. Der MTI ist, anders als nach DRS 17, bereits im Zeitpunkt der Zusage mit dem Zielwert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" anzugeben. Infineon geht dabei bei einer von 0 bis 200 Prozent reichenden Skala von einer Zielerreichung von 100 Prozent aus. Des Weiteren ist der Versorgungsaufwand, das heißt der Dienstzeitaufwand nach IAS 19 (siehe hierzu "Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit" in diesem Kapitel), in die Gesamtvergütung nach DCGK einzurechnen. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands nach DCGK gewährten Zuwendungen (Gesamtvergütung und Vergütungsbestandteile) sowie die erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll
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1
Die Werte für die im Geschäftsjahr 2018 aktiven
Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance
Share in Höhe von €15,25 (Vorjahr: €11,25), der unter Berücksichtigung
des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells
ermittelt wurde. Zufluss gemäß DCGKDa die den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018 gewährte Vergütung teilweise nicht mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einhergeht, wird - in Übereinstimmung mit der entsprechenden Empfehlung des DCGK - in einer gesonderten Tabelle dargestellt, in welcher Höhe ihnen für das Geschäftsjahr 2018 Mittel zugeflossen sind. Entsprechend den Empfehlungen des DCGK sind die fixe Vergütung sowie der STI als Zufluss für das jeweils zugehörige Geschäftsjahr anzugeben. Der MTI ist gemäß den Empfehlungen des DCGK in dem Geschäftsjahr als Zufluss zu zeigen, in dem die Planlaufzeit der jeweiligen MTI-Tranche endet. Neben der für 2018 gewährten fixen Vergütung und dem STI ist den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018 damit die MTI-Tranche 2016 - 2018 zugeflossen. Aktienbasierte Vergütungen gelten gemäß DCGK zu dem nach deutschem Steuerrecht maßgeblichen Zeitpunkt und Wert als zugeflossen. Die am 1. Oktober 2014 ausgegebenen Performance Shares, welche den Mitgliedern des Vorstands nach Ende des Geschäftsjahres 2018 in bar ausgezahlt werden (siehe "Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand" in diesem Kapitel), werden erst im Geschäftsjahr 2019 als Zufluss ausgewiesen. Den Empfehlungen des DCGK folgend, entspricht der Versorgungsaufwand im Sinne des Dienstzeitaufwands nach IAS 19 bei den Angaben zum Zufluss den gewährten Beträgen (siehe vorhergehende Tabelle), obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018 nach dem DCGK zugeflossene Gesamtvergütung ist - aufgegliedert in ihre jeweiligen Bestandteile - der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll
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Entspricht 250 Prozent des LTI-Zuteilungsbetrags
(Cap) zum Zeitpunkt der Gewährung der virtuellen Performance Shares
im Geschäftsjahr 2013. Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer TätigkeitVersorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2018In Übereinstimmung mit dem seit 2010 geltenden Vorstandsvergütungssystem haben alle Mitglieder des Vorstands mittlerweile eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet. Danach hat die Gesellschaft für die Begünstigten ein persönliches Versorgungskonto (Basiskonto) eingerichtet und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift hierauf bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalls mit dem jeweils gültigen Höchstrechnungszins der Lebensversicherungswirtschaft (Garantiezins); zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Mögliche Erträge über die Garantieverzinsung hinaus werden zu 95 Prozent dem Versorgungskonto - entweder im Leistungsfall, spätestens jedoch mit Vollendung des 60. Lebensjahres - gutgeschrieben. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um einen Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in zwölf, auf Antrag des Vorstandsmitglied: auch in acht Jahresraten, als Einmalkapital oder als lebenslange Rente an das Vorstandsmitglied beziehungsweise dessen Hinterbliebene ausgezahlt wird. Für Herrn Dr. Ploss besteht neben der seit dem 1. Januar 2016 laufenden beitragsorientierten Zusage eine bereits vollständig erdiente, sich nicht weiter erhöhende Festbetragszusage für die Vorstandstätigkeit bis zum 31. Dezember 2015 über ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €210.000. Soweit die Versorgungsansprüche der Vorstandsmitglieder (i) noch nicht gesetzlich unverfallbar geworden oder (ii) zwar gesetzlich unverfallbar geworden, aber nicht durch den Pensionssicherungsverein abgesichert sind, unterhält die Gesellschaft Rückdeckungsversicherungen zugunsten der betreffenden Vorstandsmitglieder, die zu ihrem Schutz an sie verpfändet sind. Unterschiede zwischen den Versorgungsregelungen der Mitglieder des Vorstands bestehen beim Initialbaustein, bei der jährlichen Dotierung des Versorgungskontos und bei der Unverfallbarkeit:
Die für die Mitglieder des Vorstands jeweils bereitgestellten Versorgungsguthaben werden - entsprechend der Regelung für die Infineon-Mitarbeiter - nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, sofern das Dienstverhältnis dann bereits beendet ist. Auf Antrag kann auch eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, soweit das Dienstverhältnis nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Wählen die Begünstigten im Leistungsfall die Verrentung, findet eine automatische jährliche Anpassung des Rentenbetrags nach Maßgabe des Infineon-Pensionsplans statt. Der nachfolgenden Tabelle sind neben den jährlichen Ruhegehaltsansprüchen beziehungsweise den jeweiligen Versorgungsbeiträgen die Barwerte der bisher bei Eintritt in den Ruhestand erworbenen Ansprüche und der Dienstzeitaufwand nach IFRS zu entnehmen. Der in der Tabelle ausgewiesene Dienstzeitaufwand für die Herren Dr. Gassel und Hanebeck bezieht sich alleine auf die Zeiten aktiver Vorstandstätigkeit. Der Barwert der Ruhegehalts- beziehungsweise der Versorgungsansprüche hängt insbesondere von der Entwicklung des anzuwendenden Rechnungszinssatzes (30. September 2018: 1,7 Prozent, 30. September 2017: 1,8 Prozent) ab. Ruhegehaltsansprüchescroll
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In der ersten Zeile betreffend das Geschäftsjahr
2018 beziehungsweise 2017 werden für Herrn Dr. Ploss der Versorgungsbeitrag,
der Barwert und der Dienstzeitaufwand aus seiner zum 1. Januar 2016
zusätzlich gewährten beitragsorientierten Ruhegehaltszusage gezeigt.
Die zweite Zeile des Geschäftsjahres 2018 beziehungsweise 2017 zeigt
die Ruhegehaltsansprüche und den Barwert seiner Festbetragszusage.
Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Ertrag aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand
in Höhe von €1.114.773 berücksichtigt. Vorzeitige Beendigung des DienstvertragsDie Dienstverträge der Mitglieder des Vorstands enthalten eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die die Bedingungen einer Beendigung der Vorstandstätigkeit im Fall einer wesentlichen Änderung der Eigentümerstruktur von Infineon regelt. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) mindestens 50 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihre Mandate niederzulegen und ihre Dienstverträge zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung ihres Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24, maximal für 36 Monate. Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage. Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2018Den früheren Mitgliedern des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2018 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1.527.437,89 (Vorjahr: €1.324.427,14) gewährt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2018 insgesamt €68.838.837 (Vorjahr: €67.862.601). Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems, der Vergütungsbestandteile und der individuellen VorstandsvergütungenÜberprüfung des VorstandsvergütungssystemsIn Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.2 DCGK hat der Aufsichtsrat das seit dem 1. Oktober 2010 bestehende Vorstandsvergütungssystem durch einen unabhängigen Vergütungsexperten sowohl auf seine rechtliche Konformität als auch auf seine sachliche Angemessenheit überprüfen lassen. Bei dieser Gelegenheit sind auch die individuellen Zieljahreseinkommen der einzelnen Vorstandsmitglieder einer genauen Prüfung unterzogen worden. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den Empfehlungen des DCGK entspricht. Insbesondere sei die Vorstandsvergütung im Vergleich zum Markt üblich und angemessen sowie die variable Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Die individuellen Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder seien sowohl im horizontalen (also anderen vergleichbaren Unternehmen gegenüber) als auch im vertikalen Vergleich (den Mitarbeitergruppen von Infineon gegenüber) angemessen. Ungeachtet dessen ergäben sich aber insbesondere beim Vorsitzenden des Vorstands Spielräume für eine Anhebung der Vergütung. Die vorgelegten Ergebnisse der Überprüfung durch den Vergütungsexperten wurden am 25. Oktober 2018 im Präsidialausschuss sowie am 20. November 2018 im Aufsichtsratsplenum eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat schloss sich der Einschätzung des externen Gutachters an. Anhebung der VorstandsvergütungDie vom Aufsichtsrat bereits im Geschäftsjahr 2017 beschlossenen Erhöhungen der Bezüge der Vorstandsmitglieder - im Fall von Herrn Dr. Ploss um circa 15 Prozent und im Fall der Herren Asam, Dr. Gassel und Hanebeck um jeweils circa 10 Prozent - sind mit dem Beginn des Geschäftsjahres 2018 wirksam geworden. Das Verhältnis der einzelnen Vergütungskomponenten untereinander und damit die Vergütungsstruktur insgesamt sind dabei jedoch unverändert geblieben. Sonstige AnpassungenBereits am 3. August 2017 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, den Zuteilungstag für die den Vorstandsmitgliedern unter dem LTI zu gewährenden Performance Shares - im Gleichlauf mit der Regelung für die Führungskräfte und Mitarbeiter des Unternehmens - vom 1. Oktober auf den 1. März eines Geschäftsjahres zu verschieben. Diese Änderung ist erstmals für die LTI-Zuteilung im Geschäftsjahr 2018 zur Anwendung gekommen. Nach ausführlichen, durch den Präsidialausschuss vorbereiteten Diskussionen in den Aufsichtsratssitzungen vom 21. November 2017, 16. Mai 2018 und 3. August 2018 ist mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 ferner die neue, vereinfachte Ausscheidensregelung für den LTI in Kraft getreten:
Vergütung des AufsichtsratsVergütungsstrukturDie Vergütung des Aufsichtsrats (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und setzt sich wie folgt zusammen:
Bei einem unterjährigen Eintritt in den (oder Ausscheiden aus dem) Aufsichtsrat, einen seiner Ausschüsse oder eine mit einem Zuschlag vergütete Funktion erfolgt eine anteilige Kürzung der betreffenden Vergütungskomponente (Zahlung von einem Zwölftel des betreffenden jährlichen Vergütungsteils für jeden angefangenen Monat der Mitgliedschaft beziehungsweise Funktionsausübung). Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die ihnen im Zusammenhang mit der Ausübung des Aufsichtsratsmandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung (einschließlich des Sitzungsgelds) etwa anfallende Umsatzsteuer. Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2018Die den Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2018 jeweils gewährte Gesamtvergütung (einschließlich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent): Aufsichtsratsvergütungscroll
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Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 22. Februar
2018. Die Vergütung für 2018 wurde daher zeitanteilig gewährt. Mitglieder des Aufsichtsrats haben weder im Geschäftsjahr 2018 noch im Geschäftsjahr 2017 vom Unternehmen Kredite erhalten.
Neubiberg, den 20. November 2018 Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel Jochen Hanebeck Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Infineon Technologies AG beschrieben sind.
Neubiberg, 20. November 2018 Infineon Technologies AG Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Dr. Helmut Gassel Jochen Hanebeck Anlage zum Lagebericht Geschäftsjahr 2018der Infineon Technologies AGBericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit gemäß § 21 Absatz 1 Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG)1. Angaben zu Maßnahmen zur Förderung der GleichstellungWir fördern aktiv die Gleichstellung im Unternehmen durch unterschiedlichste Programme. Dazu gehören flexible Arbeitszeit- und Teilzeitmodelle, Telearbeit- und Homeoffice-Angebote sowie umfangreiche Kinderbetreuungsangebote mit Kooperationspartnern oder firmeneigenen Kindertagesstätten. Seit 2007 hat Infineon die "Charta der Vielfalt" zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen unterschrieben. 2. Angaben zu Maßnahmen zur Herstellung von EntgeltgleichheitWir vergüten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel anhand des Tarifvertrages. Leitende und nichtleitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden unabhängig vom Geschlecht vergütet. Die Höhe der Vergütung orientiert sich am Markt und basiert auf der Wertigkeit der ausgeübten Stelle. Die Wertigkeit der Stelle ist dabei unabhängig vom Stelleninhaber/in und somit auch vom Geschlecht. Durch diese Vergütungssystematik stellen wir sicher, dass Frauen und Männer gleich vergütet werden. Aufgrund dieser Systematik besteht zwischen der Vergütung von Männern und Frauen nur ein unwesentlicher Unterschied bezogen auf alle Beschäftigten in Deutschland. Angaben zu Beschäftigten 2016: scroll
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