Ad-hoc | 4 June 1997 14:59
Ad hoc-Service: C.H.A. Bauelemente AG
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Ad hoc-Service: C.H.A. Bauelemente AG
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Kurzfassung der Rede des Vorstands der C.H.A. Bauelemente
Aktiengesellschaft anläßlich der Bilanzpressekonferenzam 4. Juni
1997A. Situation im Rückblick Die Gesamtsituation 1996 war neben
der konjunkturellen Entwicklung im Fensterbereich durch die
Verlustgesellschaften Glück und Hagn sowie im Fassadenbereich
durch die Verlustgesellschaften Sassenscheidt und Rema geprägt.
Ohne diese Gesellschaften hätte der Konzern ein deutlich
positives Ergebnis geschrieben. Die schnellstmöglich
eingeleiteten Maßnahmen hatten zum Ziel, verlustbehaftete
Gesellschaften zu sanieren bzw. zu schließen. Dies führte 1996 zu
einer deutlichen bilanziellen Bereinigung, die das Ergebnis
maßgeblich beeinflußt hat. Die guten Ergebnisse der übrigen
Gesellschaften wurden durch diese Effekte aufgezehrt bzw.
überkompensiert.1. Konzernumsatz Der Konzernumsatz sank von DM
538 Mio auf DM 505 Mio. Wesentliche Ursache dafür ist der
Umsatzrückgang von DM 36 Mio aus dem Geschäftsfeld Fassade sowie
DM 30 Mio aus der Geschäftseinheit Fenster. Diese unerwarteten
Umsatzausfälle führten auch zu entsprechenden operativen
Ergebniseinbrüchen. Erstmalig konsolidiert wurden der
Innentürhersteller Becher sowie die Vertriebsgesellschaft BSV mit
zusammen DM 58 Mio Umsatz. Der Bereich Türen steigerte somit
seinen Umsatz akquisitionsbedingt um 25 %. Das aus den Fenstern
und Türen bestehende Geschäftsfeld Bauelemente verstärkte damit
sein Gewicht im Konzern auf über 80 % Anteil und stellt somit das
Kerngeschäft der C.H.A. Bauelemente AG dar.2. Ergebnis 1996 im
Konzern Neben dem durch Umsatzrückgang resultierenden operativen
Ergebnisrückgang haben insbesondere die Verluste der
Fensterfirmen Glück und Hagn sowie der Fassadengesellschaften die
guten Ergebnisse der übrigen Gesellschaften aufgezehrt. Die
zusätzlich daraus notwendigen Restrukturierungskosten und
erhöhten Firmenwertabschreibungen haben somit zu einem
Jahresfehlbetrag von DM 57,5 Mio geführt. Die enorme Dimension
der Sondereinflüsse nach DVFA (DM 59 Mio) und deren
außerordentlicher Charakter wird in dem positiven DVFA Ergebnis
(+ DM 1,5 Mio) deutlich. 3. Entwicklung nach Geschäftsfeldern
Geschäftsfeld Bauelemente Das aus den Fenster- und
Türengesellschaften bestehende Geschäftsfeld Bauelemente schloß
mit einem konsolidierten Umsatz von DM 403 Mio leicht über
Vorjahresniveau ab. Der Umsatz im Geschäftsbereich Fenster sank
durch einen rückläufigen Markt, Margenverfall sowie durch den
Ausfall eines Großkunden von DM 281 Mio auf DM 251 Mio. Die
Verluste der Gesellschaften Glück ( 17,8 Mio) und Hagn (-5,8
Mio) haben die zufriedenstellenden bis guten Ergebnisse der
Firmen Reckendrees, Dahm, Kühn und Bernsdorfer Bauelemente
vollends aufgezehrt. Für die schon im dritten Jahr
verlustbehaftete Gesellschaft Glück wurde eine einschneidende
Restrukturierung zur Vermeidung weiterer Verluste eingeleitet.
Hierfür wurden Rückstellungen über DM 19 Mio in 1996 für die
Schließung der Produktion gebildet. Die Firma Glück wird
zukünftig als Vertriebsgesellschaft mit einem großflächigen Netz
auf dem deutschen Markt Präsenz zeigen. Die Fenster werden
gruppenintern bezogen, wodurch eine bessere Auslastung der
übrigen Standorte erzielt wird. Eliminiert man die Auswirkungen
der Gesellschaften Glück und Hagn für den Fensterbereich, so
hätte diese Geschäftseinheit mit DM 3,5 Mio Ergebnis
abgeschlossen. Der Umsatz der Gesellschaften im Türen-Bereich
stieg akquisitionsbedingt von DM 130 Mio auf DM 164 Mio.
Bedeutsamer noch als der Umsatz stellt sich der Ergebnisbeitrag
der Türenunternehmen von DM 15,5 Mio (im Vorjahr DM 11,5 Mio)
dar. Zur weiteren Stärkung des Ergebnisses wird die erfolgreiche
Sanierung der Firma Repol führen. Nach noch einem Verlust in 1996
wird diese Gesellschaft in 1997 wieder ein positives Ergebnis
erwirtschaften. Geschäftsfeld Bauspezialwerte Trotz weiterhin
widriger Baukonjunktur und gesunkener Preisqualität haben sich
die Gesellschaften im Geschäftsfeld Bauspezialwerte behauptet und
das Jahr 1996 erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt hat der
Geschäftsbereich sein Umsatzvolumen bei DM 38 Mio
konjunkturbedingt annähernd gehalten. Ergebnisverbessernd wirkte
in 1996 ein Immobilienverkauf bei der Firma KellerHofmann. Das
Ergebnis hat sich von DM 5,6 Mio in 1995 auf DM 6,3 Mio in 1996
gesteigert. Geschäftsfeld Fassade Dieses Geschäftsfeld wurde
durch die Entwicklung der Baukonjunktur am stärksten getroffen.
Trotz guter Auftragseingänge im zweiten Halbjahr 1996 führte die
unerwartete Verschiebung von Projekten in das Jahr 1997 annähernd
zu einer Halbierung des Umsatzes von DM 100,4 Mio in 1995 auf DM
64,3 Mio in 1996, was den erheblichen Verlust von DM 18,8 Mio
nach sich zog. Bedingt durch die mittelfristig unbefriedigenden
Aussichten im Hochbau hat der Vorstand der C.H.A. Bauelemente AG
entschieden, das Fassadengeschäft auf die Sassenscheidt-Gruppe zu
konzentrieren. Im Herbst 1996 wurde daher die 60%-ige Beteiligung
der Schmidlin-Gruppe veräußert. Der Ausstieg aus diesem
Engagement führte zu einem außerordentlichen Verlust von DM 6,7
Mio. Die in Hannover ansässige REMA hat einen Verlust in Höhe von
DM 8,5 Mio verursacht. Aufgrund dieser nachhaltigen
Verlustsituation und der fehlenden Perspektive wurde die REMA
Anfang 1997 aufgegeben. 4. Ergebnis der C.H.A. AG 1996 Die
beschriebenen Restrukturierungsmaßnahmen und bilanziellen
Bereinigungen haben auch in der AG deutliche Auswirkungen
gezeigt. Die AG weist trotz gestiegener Beteiligungserträge von
DM 21,5 Mio im Geschäftsjahr 1996 einen Verlust von DM 46,9 Mio
aus. Ohne außerordentliche Effekte liegt das Ergebnis der AG bei
DM 14,4 Mio. Trotz dieses Verlustes verfügt die C.H.A.
Bauelemente AG immer noch über eine Eigenkapitalquote von 50 %.
B. Strategie und Ausblick Der Konzern wird sich zukünftig weiter
auf das Geschäftsfeld Bauelemente konzentrieren, welches das
Kerngeschäft des C.H.A. Konzerns darstellt. Hauptziel ist es, die
Weiterentwicklung dieses Geschäftsfeldes zum führenden Anbieter
aller “öffnenden und schließenden Teile und Systeme mit
angrenzenden Produkten im und um das Gebäude” voranzutreiben. Der
Konzern soll damit als Vollsortimenter auftreten. Die C.H.A.
Bauelemente AG präsentiert sich heute schon als einer der größten
Anbieter in diesem Marktsegment Das Geschäftsfeld Bauelemente
wird zukünftig seinen Vertrieb verstärkt regional ausbauen. Ziel
ist es, als Problemlöser für den Endkunden, den Händler sowie für
den weiterverarbeitenden Kunden mit hohem Dienstleistungs- und
Serviceanspruch bei gleichzeitig umfassender Produktpalette
aufzutreten. Die Bauspezialwerte werden auch zukünftig eine
attraktive Nische darstellen. Dieser Bereich wird verstärkt
Synergien aus einer engeren Zusammenarbeit ziehen. Die
Profitabilität wird über Produktinnovation und verstärkte
internationale Vertriebsaktivitäten gesichert. Das
Fassadengeschäft steht kurzfristig unter dem Ziel Sicherung der
Profitabilität. Die Sassenscheidt-Gruppe ist drittgrößter
Anbieter von Fassadensystemen in Deutschland. Der aktuelle
Auftragsbestand sichert bereits jetzt die Auslastung für das
Geschäftsjahr 1997. Die für das Geschäft notwendige
Internationalisierung kann nur über strategische Kooperationen
oder Allianzen dargestellt werden. Umsatzentwicklung Januar –
April 1997 Die ersten drei Monate sind traditionell die
schwächsten Monate im Geschäftsjahr. Der Umsatz Januar – April
liegt mit DM 107 Mio um 5 % über dem vergleichbaren Vorjahr.
Entsprechend besser stellt sich auch die Ergebnissituation dar.
Für das Gesamtjahr 1997 geht die C.H.A. Bauelemente AG nach
heutiger Einschätzung von einem Konzernumsatz von ca. DM 530 Mio
aus. Das entspricht dem Niveau von 1995. Im Bereich Bauelemente
rechnen wir mit einem leichten Umsatzrückgang bei einer
gleichzeitig wesentlich besseren Ertragslage. Dies sind erste
Auswirkungen aus der Restrukturierung Glück. Im Bereich
Bauspezialwerte erwarten wir bei leicht gesunkenem Umsatz eine
weiterhin gute Umsatzrendite. Die hohen Auftragsbestände im
Bereich Fassade sichern grundsätzlich den Umsatz von DM 96 Mio.
Aufgrund des extrem schwierigen Marktumfeldes mit einem
unbefriedigenden Preisniveau muß der Konzern hier noch einen
Verlust im einstelligen Millionenbereich einplanen. Die
eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich Fenster und
Fassaden werden 1997 abgeschlossen. Voraussetzung ist weiter die
konsequente Ausrichtung auf die gewinnbringenden Gesellschaften
und Restrukturierung der verlustbehafteten Gesellschaften. Die
positiven Effekte daraus werden sich auch in diesem Geschäftsjahr
schon ergebniswirksam bemerkbar machen. Damit hat der Vorstand
die Basis für eine wieder zu alter Stärke findenden C.H.A.
Bauelemente AG geschaffen. Insgesamt geht der Vorstand wieder von
einem positiven operativen Konzern-ergebnis vor Steuern in 1997
aus. München, 4. Juni 1997 C.H.A. Bauelemente Aktiengesellschaft,
der Vorstand
Ende der Mitteilung