Ad-hoc | 20 May 1998 09:07
Ad hoc-Service: C.H.A. Bauelemente AG
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Ad hoc-Service: C.H.A. Bauelemente AG
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Rede des Vorstands zur Bilanzpressekonferenz
am 20. Mai 1998 in Muenchen
A) Situation und Rueckblick
Die C.H.A. Bauelemente Aktiengesellschaft ging in den letzten zwei Jahren einen
krisenreichen und von Umwaelzungen gekennzeichneten Weg. Dem schlechten
konjunkturellen Umfeld begegnete C.H.A. 1995 anstatt mit konsequenter
Rationalisierung mit zusaetzlichen Investitionen und Erweiterungen der
Produktionskapazitaeten. Die sich schon im Abschluss 1995 abzeichnenden
Rueckgaenge im operativen Ergebnis einzelner Gesellschaften beschleunigte
sich und fuehrte zwangslaeufig zu massiven Verlusten in 1996. Diese
Verlustsituation verschaerfte sich durch notwendige bilanzielle Korrekturen
im Abschluss 1996. Tiefgreifende und rasche Veraenderungen waren sowohl
schmerzhaft als auch notwendig, um die C.H.A. Bauelemente AG wieder
auf gesuendere Beine zu stellen. Die Trennung von verlustbehafteten
Gesellschaften stand dabei im Vordergrund. Durch eine vollstaendige
Trennung vom Fassadenbereich, Restrukturierung des Fensterbereiches und
Neustrukturierung der Geschaeftseinheit Bauspezialwerte reduzierte sich
die Anzahl der Gesellschaften von 43 auf 21. Die Beschaeftigtenzahl sank
von 2.366 auf 1.482 Mitarbeiter.Die gesamte Restrukturierung kann, wie
angekuendigt, in 1997 bilanziell als abgeschlossen betrachtet werden.
Das Geschaeftsjahr 1997 stand damit im Zeichen der Bereinigung, die den
Abschluss wesentlich gepraegt hat und einen differenzierten Blick auf die
Zahlen notwendig macht. Der Konzern wird sich 1998 wieder in der Gewinnzone
befinden. Die Basis hierfuer stellen die im Konzern verbliebenen profitablen
Gesellschaften.
Konzernumsatz 1997
Die gesamte Restrukturierung fuehrte zu einem um DM 147,5 Mio geringerem Umsatz
und lag 1997 bei DM 362,9 Mio (VJ 504,6).
Umsatztabelle:
Fenster DM 177,4 Mio (VJ 250,7; VJ vergleichbar 173,8), +2 %.
Tueren DM 165,8 Mio (VJ 163,5), +1 %.
Bauspezialwerte DM 31,1 Mio (VJ 37,5; VJ vglb. 31,2) -0 %.
Konzern DM 362,9 Mio (VJ 504,6; VJ vglb. 357,1), +2 %.
Die Endkonsolidierung des Fassadenbereiches reduzierte den Konzernumsatz
1997 um DM 64 Mio im Vergleich zu Vorjahr. Die Sanierung des Bereiches
Fenster fuehrte zu einem um DM 76,9 Mio geringeren Umsatz. Bereinigt betrachtet
haben sich die Bereiche Fenster und Tueren – mit 90 % Umsatz Kerngeschaeft
der C.H.A. – mit +2 % erfolgreich entwickelt.
Konzernergebnis 1997
Die gedaempfte Gesamtkonjunktur bestaetigte die Ende 1996 begonnene
Neuorientierung der Geschaeftspolitik in Richtung Bauelemente
(Fenster und Tueren). Die nach dem Boom der Wiedervereinigung vorhandenen
Ueberkapazitaeten fuehrten auch in 1997 zu einem nachhaltigen Preisdruck.
Die in der C.H.A. verbliebenen Unternehmen konnten sich dieser Entwicklung
nicht vollstaendig entziehen, wurden aber nicht im gleichen Masse wie das
Bauhauptgewerbe getroffen und konnten sich gut behaupten. Dagegen hatte die
Neuausrichtung des Konzerns letztmalig in 1997 einen wesentlich negativen
Einfluss auf den Abschluss.
Trotz eines wieder positiven Ergebnisses der gewoehnlichen Geschaeftstaetigkeit
von DM 17,3 Mio (VJ -40,6, 1995 18,0) kam es zu einem Konzernverlust in Hoehe
von DM -23,9 Mio (VJ -57,5; 1995 11,1), der wie schon 1996 massgeblich durch
a.o. Restrukturierungseffekte in Hoehe von DM 41,2 Mio gepraegt war.
Das DVFA-Ergebnis 1997, dessen Wert wieder auf dem Niveau von 1995 (8,5) liegt,
zeigt die eigentliche Entwicklung des Konzerns und ist mit DM 7,7 Mio (VJ 1,5)
trotz erhoehter Zinsaufwendungen und Firmenwertabschreibungen deutlich positiv.
Die hohen Aufwendungen fuer die Restrukturierung und Sanierung aus 1996 und
1997 sind vorwiegend in der Abschreibung von Beteiligungsansaetzen,
Darlehensverzichten und Stillegungskosten begruendet.
Durch den Konzernverlust 1997 erhoeht sich das negative Eigenkapital auf
DM -39,7 Mio. Die Entscheidung, Firmenwerte in den Jahren 1991 bis 1994 mit
DM 60 Mio Kapitalruecklage zu verrechnen, zeigt sich heute als nachteilig.
Die Konzernverschuldung ist mit DM 208 Mio auf 70 % der Bilanzsumme gestiegen
und als Last fuer die Zukunft zu werten. An unterschiedlichen Alternativen zur
Entschuldung wird gearbeitet.
Entwicklung nach Geschaeftseinheiten
Das Ergebnis des Selektions- und Konzentrationsprozesses ist ein Konzern,
der sein Kerngeschaeft in der Produktion und im Vertrieb von Bauelementen
(Fenster und Tueren) hat und – wie mit den Bauspezialwerten –
ueberdurchschnittlich profitable Nischen besetzt.
Tabelle Geschaeftseinheiten (in Mio DM):
Ergebnis vor Steuern und a.o.: Fenster 3,4 (VJ -11,6);
Ergebnis vor Steuern: Fenster -17,3 (VJ -39,1); Tueren 16,8 (VJ 15,5);
Bauspezialwerte 4,4 (VJ 6,3);
Cash-flow Fenster -24,9 (VJ 0,6); Tueren 19,0 (VJ 19,3);
Bauspezialwerte 4,9 (VJ 6,1)
Mitarbeiter Fenster 678 (VJ 1154); Tueren 684 (VJ 700);
Bauspezialwerte 113 (VJ 166)
Die Geschaeftseinheit Fenster ist nach intensiven Restrukturierungsmassnahmen
und der konsequenten Ausgliederung nachhaltig verlustbehafteter Unternehmen
wieder profitabel. Die in der Fenstersparte verbliebenen Unternehmen konnten
das operative Ergebnis vor Steuern und a. o. Aufwendungen gegenueber dem Vorjahr
(DM -11,6 Mio) deutlich verbessern und wieder ein positives Ergebnis
(DM 3,4 Mio)erzielen. Der Umsatz im Teilkonzern betrug im abgelaufenen
Geschaeftsjahr DM 177,4 Mio (VJ 250,7).
Mit einem Umsatz von DM 165,8 Mio (VJ 163,5) und einem Ergebnis von DM 16,8 Mio
(VJ 15,5) hat der Teilkonzern Tueren seine Marktposition behauptet und ist
somit wiederum wesentlicher Ergebnisbringer.
Bei schwierigem konjunkturellen Umfeld konnten die Unternehmen der
Geschaeftseinheit Bauspezialwerte ihre Marktposition behaupten und ihren
Umsatz von DM 31,1 Mio gegenueberdem Vorjahr halten. Die Bauspezialwerte
erwirtschafteten ein Ergebnis von DM 4,4 Mio, was einer Umsatzrendite von
ueber 10 % entspricht.
Ergebnis der C.H.A. Bauelemente AG 1997
Die Beteiligungsertraege liegen mit DM 15,4 Mio ueber dem Ausweis von 1995,
dabei wurden die Jahresueberschuesse der Beteiligungen zum Teil nicht voll
ausgeschuettet, um das Eigenkapital der Gesellschaften zu staerken. Damit wird
offensichtlich, dass die AG weiter auf die ertragsstarken Gesellschaften in der
Zukunft bauen kann.
Die Trennung von den Fassadenaktivitaeten war mit einer Ergebnisbelastung von
DM 27,1 Mio durch Entschuldung und Abschreibung von Beteiligungsansaetzen
verbunden. Die Sanierung des Bereiches Fenster belastete die AG mit DM 27,9 Mio
durch Schliessungskosten und Anpassung der Beteiligungsansaetze. Die
Restrukturierungsmassnahmen, Trennung vom Geschaeftsbereich Fassade und
Sanierung des Bereiches Fenster, fuehrten in Verbindung mit einer erhoehten
Zinslast noch einmal zu einem AG-Verlust in Hoehe von DM – 49,5 Mio (VJ -46,9).
Die Uebernahme der Stillegungskosten im Fensterbereich sowie die Entschuldung
des Geschaeftsbereichs Fassade erhoehten in der AG die Bankverbindlichkeiten
entsprechend auf DM 114,6 Mio (VJ 86,9). Die Eigenkapitalquote liegt mit
DM 46,9 Mio bei 27 % (VJ 96,4 Mio, 50 %).
Ende des 1. Teils der Rede zur Pressekonferenz der C.H.A. Bauelemente AG
Ende der Mitteilung