Intershop Communications AGJenaZwischenbericht über die ersten sechs Monate 20221. Januar bis 30. Juni 2022Brief an die AktionäreSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
liebe Geschäftsfreunde,
unser Kerngeschäft hat sich im erster Halbjahr 2022
sehr gut entwickelt, denn wir liegen beim
Cloud-Geschäft mit unserer Zielsetzung über Plan
und verbuchen im ersten Halbjahr einen Anstieg beim
Cloud-Auftragseingang von 48 % auf 14,3 Mio. Euro. Die
jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) zum 30.
Juni 2022 stiegen auf 14,4 Mio. Euro verglichen mit 10,8
Mio. Euro ein Jahr zuvor. Auch der Net New ARR zeigt mit
einem Plus von 52 % auf 2,3 Mio. Euro klar in die richtige
Richtung. Im Servicegeschäft jedoch waren wir zu
optimistisch. Die Erwartungen für dieses Jahr haben
sich bisher nicht erfüllt und wir verzeichnen in den
ersten sechs Monaten Umsätze unterhalb unserer
Erwartungen. Die Ursache sind einige Projekte, die nicht
mit den kalkulierten Zeiten und Ressourcen umgesetzt werden
konnten. Hier haben wir bereits Maßnahmen
eingeleitet, um die Effizienz in der Projektabwicklung
wieder zu steigern. Dies wird in den nächsten Monaten
konsequent umgesetzt. Zudem hat sich der Ausbau unseres
Partnergeschäfts besser als geplant entwickelt. Ein
Großteil der neuen Serviceprojekte im ersten Halbjahr
wird von Partnern außerhalb der DACH-Region in Europa
durchgeführt. Das strategische Ziel, mit Partnern
skalierbar zusammenzuarbeiten, ist auf dem richtigen Weg.
Gleichzeitig werden wir in Zukunft weiter daran arbeiten,
eine stabile Auslastung unseres eigenen Serviceteams zu
garantierten, ohne das Wachstum und die Steigerung unserer
Sichtbarkeit im Markt mit Partnern zu bremsen. Unser
aktueller Vertriebs-Forecast zeigt uns, dass wir einen
höheren Anteil an Serviceumsätzen beim
Neugeschäft im zweiten Halbjahr erwarten.
Das bedeutet, operativ haben wir die Probleme erkannt
und Gegenmaßnahmen eingeleitet, soweit die negativen
Entwicklungen in unserer Einflusssphäre liegen. Die
Märkte haben insgesamt infolge des Krieges in der
Ukraine und den Folgen für die Lieferketten sowie
Kostenexplosionen bei Rohstoffen und Energie einen
erheblichen Dämpfer erhalten, der auch unsere Kunden
und damit indirekt auch uns betrifft. Andererseits ist eine
leistungsstarke B2B-Commerce-Lösung in diesen
herausfordernden Zeiten ein wichtiger Wettbewerbsvorteil,
um eine mögliche Krise zu meistern und das
Geschäft weiter auszubauen. Das zeigt sich auch an
unserer weiterhin gut gefüllten Neukundenpipeline, die
uns zuversichtlich stimmt, dass wir unsere Ziele für
das Gesamtjahr 2022 erreichen werden. Voraussetzung ist,
dass sich die Spuren der Wirtschaftskrise nicht tiefer in
den Bilanzen potenzieller Kunden verfestigen und dass
unsere Gegenmaßnahmen zur Eindämmung der
Umsatzschwäche des Servicegeschäfts im zweiten
Halbjahr Wirkung zeigen.
Wir gehen diese Herausforderung mit großer
Zuversicht an und ich bedanke mich für ihr Vertrauen,
uns auf diesem Weg weiter zu begleiten.
Herzliche Grüße
Markus Klahn
Konzernkennzahlenscrollen
KonzernlageberichtGesamtwirtschaft und BrancheDer Krieg in der Ukraine, strikte
Quarantänemaßnahmen in China,
Lieferkettenprobleme und die steigende Inflation haben dazu
geführt, dass das weltweite Wirtschaftswachstum 2022
deutlich niedriger ausfallen dürfte als zunächst
angenommen. So geht der Internationale Währungsfonds
(IWF) in seiner April-Prognose von einem Wachstum von 4,4 %
aus. Aktuellere Schätzungen sind allerdings deutlich
pessimistischer. Die Weltbank rechnet in ihrem Juni-Report
mit 2,9 % Wachstum, nachdem sie im Januar noch 4,1 %
prognostiziert hatte. In den Industriestaaten wird das
Bruttoinlandsprodukt laut OECD um 2,6 % zunehmen. Für
Deutschland schätzt die Bundesbank das
Wirtschaftswachstum auf etwa 2 % im aktuellen Jahr.
Die IT-Ausgaben weltweit sollen laut Gartner 2022 trotz
der gesamtwirtschaftlichen Krise auf 4,4 Billionen
US-Dollar ansteigen. Im Bereich Unternehmenssoftware
rechnet man für das laufende Jahr mit einem Umsatz von
insgesamt fast 675 Milliarden US-Dollar (2021: 615
Milliarden US-Dollar). Das entspräche einem Wachstum
von 9,8 %. Die Ausgaben für IT-Services werden sich
laut Gartner voraussichtlich um 6,8 Prozent auf 1,3
Billionen US-Dollar erhöhen. In Deutschland erwartet
der Branchenverband Bitkom im laufenden Jahr im Bereich
Software ein Wachstum von 9,0 %. Für den Markt
für IT-Services rechnet Bitkom im Jahr 2022 mit einem
Wachstum von 3,9 %.
Auch im E-Commerce Sektor fallen die Wachstumsprognosen
weiterhin positiv aus. Das Analysehaus eMarketer rechnet
mit einem weltweiten Anstieg der Umsätze im
Online-Einzelhandel von 12,7 %. Der Bereich
B2B-E-Commerce-Markt soll laut Angaben von Research and
Markets weiter ansteigen - von 2020 bis 2028 mit einer
durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 18,7
%.
Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten 2022Der Intershop-Konzern erwirtschaftete in den ersten
sechs Monaten 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 18,5
Mio. Euro (Vorjahr: 18,3 Mio. Euro). Das entspricht einem
leichten Zuwachs von 1 % gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Zinsen und
Steuern (EBIT) ging im zweiten Quartal deutlich zurück
und betrug -0,5 Mio. Euro für den Berichtszeitraum des
ersten Halbjahres 2022 (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro). Grund
für den Ergebnisrückgang waren insbesondere
rückläufige Umsätze im Servicegeschäft.
In der folgenden Übersicht sind die wichtigsten
Konzernkennzahlen (KPIs) dargestellt:
scrollen
Cloud-Geschäft wächst auch im ersten Halbjahr 2022 deutlichIntershop hat im zweiten Quartal 2022 die Zusammenarbeit
mit Bestandskunden ausgebaut und weitere Neukunden
akquiriert. So konnte das kräftige Wachstum im
gesamten Cloud-Geschäft fortgesetzt werden. Beim
Cloud-Auftragseingang (Neu- und Bestandskunden) verbuchte
Intershop in den ersten sechs Monaten 2022 einen Zuwachs in
Höhe von 48 % auf 14,3 Mio. Euro. Davon entfielen 7,1
Mio. Euro auf sieben Neukunden und 7,2 Mio. Euro auf
Bestandskunden. Die Cloud-Erlöse stiegen um 31 % im
Berichtszeitraum von 5,1 Mio. Euro auf 6,7 Mio. Euro. Der
Anteil der Cloud-Erlöse am Gesamtumsatz erhöhte
sich auf 36 % (Vorjahr 28 %). Der jährlich
wiederkehrende Umsatz (ARR) erhöhte sich zum 30. Juni
2022 auf 14,4 Mio. Euro, was einem Zuwachs um 34 %
gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt entspricht. Der New
ARR stieg um 41 % auf 2,1 Mio. Euro, davon entfielen 1,1
Mio. Euro auf Neukunden und 1,0 Mio. Euro auf
Bestandskunden. Im New ARR der Neukunden sind 0,3 Mio. Euro
ARR durch den Erwerb der Sparque B.V. enthalten. Der Net
New ARR (New ARR abzüglich ARR Kündigungen und
Währungsänderungen) konnte um 52 % auf 2,3 Mio.
Euro gesteigert werden (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro). Die
Cloud-Marge verbesserte sich von 48 % im ersten Halbjahr
des Vorjahres auf 55 % im Berichtszeitraum.
Entwicklung des Cloud-Geschäfts
scrollen
Entwicklung des ARR in den ersten sechs Monaten 2022scrollen
ErtragslageDie Entwicklung der wesentlichen
Konzernergebnis-Kennzahlen stellt die folgende
Übersicht dar:
scrollen
Der Intershop-Konzern erwirtschaftete in den ersten
sechs Monaten 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 18,5
Mio. Euro. Damit konnte gegenüber dem
Vorjahreszeitraum nur ein leichter Zuwachs von 1 %
verzeichnet werden. Die Erlöse von April bis Juni
gingen im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres
leicht um 2 % auf 9,3 Mio. Euro zurück. In der
Hauptgruppe Software und Cloud erzielte der
Intershop-Konzern eine Steigerung der Umsätze um 20 %
auf 12,0 Mio. Euro (Vorjahr: 10,0 Mio. Euro). Die
Erlöse aus dem Geschäft mit Lizenzen und Wartung
stiegen um 8 % auf 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 4,9 Mio. Euro).
Bei den Cloud und Subscription Umsätzen verzeichnete
Intershop erneut ein starkes Wachstum von 31 % auf 6,7 Mio.
Euro (Vorjahr: 5,1 Mio. Euro). Die Serviceumsätze
gingen im Berichtszeitraum deutlich um 21 % auf 6,5 Mio.
Euro zurück (Vorjahr: 8,2 Mio. Euro) und waren damit
ausschlaggebend für das gebremste Umsatzwachstum.
Einige Serviceprojekte haben sich aufwendiger als
kalkuliert dargestellt und somit einen höheren Zeit-
und Ressourceneinsatz erfordert. Hier wurden bereits
Maßnahmen zur Effizienzsteigerung eingeleitet. Die
hohen Auftragseingänge außerhalb der DACH-Region
in Europa führten weiterhin dazu, dass der strategisch
gewollte Ausbau des Partnergeschäftes zu einer
deutlichen Verlagerung von Serviceumsätzen zu Gunsten
unserer zertifizierten Partner stattgefunden hat. Der
Anteil der Serviceumsätze am Gesamtumsatz verringerte
sich von 45 % im Vorjahreszeitraum auf 35 % im ersten
Halbjahr 2022. Die folgende Übersicht zeigt die
Entwicklung der Umsatzerlöse:
scrollen
Europa ist weiterhin die dominierende Umsatzregion des
Konzerns. Dort erhöhten sich die Umsätze im
Berichtszeitraum gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 um
4 % auf 13,3 Mio. Euro. Der Anteil europäischer Kunden
am Gesamtumsatz beträgt damit 72 % (Vorjahr: 70 %). Im
US-Markt gingen die Umsätze um 1 % auf 3,3 Mio. Euro
zurück. Während hier die Cloud-Umsätze um 33
% gestiegen sind, waren vor allem die stark
rückläufigen Serviceumsätze ursächlich
für die Entwicklung. Die Region steuerte 18 % wie im
Vorjahr zum Gesamtumsatz bei. Die Region Asien-Pazifik
verzeichnete ebenfalls einen Umsatzrückgang auf 1,9
Mio. Euro. Dies entspricht einen Anteil am Gesamtumsatz von
10 % (Vorjahr: 12 %).
Das Bruttoergebnis vom Umsatz verringerte sich im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 1 % auf 8,6 Mio.
Euro. Die Bruttomarge sank um 1 Prozentpunkt auf 46 %. Die
betrieblichen Aufwendungen und Erträge erhöhten
sich um 19 % auf 9,1 Mio. Euro. Grund hierfür waren
neben akquisitionsbedingten Einmalkosten höhere
Personalkosten, die auf Neueinstellungen sowie
Gehaltserhöhungen zurückzuführen sind. Diese
Investitionen sind für Intershop wichtig, um im
Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte bestehen zu
können. Im Bereich Forschung und Entwicklung nahmen
die Kosten um 35 % auf 3,6 Mio. Euro zu durch den Anstieg
der Personalkosten sowie durch eine geringere Aktivierung
von Softwareentwicklungskosten aufgrund des Go-Lives der
Commerce-Plattform Ende letzten Jahres. Die Kosten für
Vertrieb und Marketing stiegen um 4 % auf 4,0 Mio. Euro.
Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen mit 1,7 Mio. Euro
ebenfalls 4 % höher als im Vorjahreszeitraum. Die
sonstigen betrieblichen Erträge, die im
Vorjahreszeitraum noch einen einmaligen Ertrag von 0,4 Mio.
Euro durch ein im Zuge der US-amerikanischer Corona-Hilfen
erlassenes Darlehen enthielten, gingen auf 0,3 Mio. Euro
zurück. Insgesamt lagen die Gesamtkosten (Umsatzkosten
und betriebliche Aufwendungen/Erträge) bei 19,0 Mio.
Euro und damit 10 % über dem Vorjahreswert.
Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich in den ersten
sechs Monaten auf -0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro).
Dabei betrug der Verlust vor Zinsen und Steuern im zweiten
Quartal 0,6 Mio. Euro, während im ersten Quartal ein
leichter Gewinn von 0,03 Mio. Euro erzielt werden konnte.
Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) lag in
der Berichtsperiode bei 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio.
Euro). Das Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) betrug
-0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro), was einem Ergebnis
je Aktie von -0,06 Euro (Vorjahr: 0,05 Euro) entspricht.
Vermögens- und FinanzlageZum Zwischenbilanzstichtag 30. Juni 2022 lag die
Bilanzsumme des Intershop-Konzerns mit 45,4 Mio. Euro 15 %
über dem Wert zum Jahresende 2021. Grund für den
Anstieg ist die im ersten Quartal 2022 getätigte
Akquisition der niederländischen Sparque B.V., ein
Lösungsanbieter für Such- und
Empfehlungsmarketing auf KI-Basis, und der damit verbundene
Erwerb von Nutzungsrechten. Die KI-basierte Technologie
soll in die E-Commerce-Plattform von Intershop integriert
und auch Unternehmen angeboten werden, die nicht auf die
Intershop-Lösung setzen.
Auf der Aktivseite stiegen die immateriellen
Vermögenswerte daher um 43 % auf 14,8 Mio. Euro. Darin
enthalten ist zum einen der Geschäfts- oder Firmenwert
für die Sparque B.V. sowie zum anderen die erworbenen
Nutzungsrechte. Die langfristigen Vermögenswerte
beliefen sich zum Stichtag auf 25,9 Mio. Euro
gegenüber 21,5 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021. Die
kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich auf
19,5 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 18,1 Mio. Euro),
insbesondere durch den Anstieg der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen (+0,4 Mio. Euro) und der
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (+0,7
Mio. Euro) auf 12,9 Mio. Euro.
Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital um
6 % auf 16,4 Mio. Euro. Die langfristigen Schulden
erhöhten sich zum Zwischenbilanzstichtag um 36 % auf
16,3 Mio. Euro durch den Anstieg der Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten (+1,9 Mio. Euro) und der
sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten (+2,7 Mio. Euro).
Intershop hat im zweiten Quartal einen Darlehensvertrag von
2,5 Mio. Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren
abgeschlossen. Die sonstigen langfristigen
Verbindlichkeiten beinhalten eine bedingte Kaufpreiszahlung
aus der Akquisition der Sparque B.V. Die kurzfristigen
Schulden lagen bei 12,7 Mio. Euro gegenüber 10,2 Mio.
Euro zum 31. Dezember 2021. Grund für den Anstieg war
der deutliche Zuwachs der Umsatzabgrenzungsposten. Diese
stiegen um 40 % auf 5,1 Mio. Euro.
Die Eigenkapitalquote verringerte sich aufgrund der
gestiegenen Bilanzsumme zum Zwischenbilanzstichtag
gegenüber dem 31. Dezember 2022 von 44 % auf 36 %.
Konzern-Bilanzkennzahlen 30.06.2022
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
betrug im ersten Halbjahr 1,9 Mio. Euro nach 2,3 Mio. Euro
im Vorjahreszeitraum. Der Mittelabfluss aus
Investitionstätigkeit belief sich akquisitionsbedingt
auf 2,9 Mio. Euro. Der Mittelzufluss aus
Finanzierungstätigkeit betrug auf 1,6 Mio. Euro im
Wesentlichen durch die Darlehensaufnahme. Im Vorjahr belief
sich der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit auf
1,8 Mio. Euro insbesondere durch die Tilgung von Krediten.
Insgesamt stiegen die liquiden Mittel zum Ende des ersten
Halbjahrs um 6 % auf 12,9 Mio. Euro (31. Dezember 2021:
12,2 Mio. Euro).
Forschung und EntwicklungIntershop verfügt über ein
leistungsfähiges und erfahrenes Entwicklerteam, dessen
Forschungs- und Entwicklungsarbeit sich auf die stetige
Weiterentwicklung der Intershop Commerce-Plattform
konzentriert. Ende des letzten Geschäftsjahres hat
Intershop eine neue Generation der Commerce-Plattform
gelauncht. Damit verfügt Intershop über ein
einzigartiges Asset in der Cloud. Im ersten Halbjahr 2022
hat das Unternehmen den Start einer umfassenden
Low-Code-Plattform zur Integration von Drittsystemen
bekanntgeben. Mit dem sogenannten Intershop Integration Hub
können nun beliebig viele Systeme an einer zentralen
Stelle mit der Intershop Commerce-Plattform verbunden
werden - ohne manuellen Entwicklungsaufwand betreiben zu
müssen.
AufsichtsratIm Mai 2022 stimmte die Hauptversammlung für eine
Erweiterung des Aufsichtsrats der INTERSHOP Communications
AG von drei auf vier Mitgliedern. Die Hauptversammlung
wählte Oliver Bendig zum neuen Aufsichtsratsmitglied.
Oliver Bendig besitzt mehr als 20 Jahre Erfahrung im
Bereich Business-to-Business SaaS Software und
verstärkt somit das Knowhow des Organs insbesondere um
langjähriges Branchen-Knowhow. Die übrigen
Mitglieder des Aufsichtsrats, Christian Oecking, Ulrich
Prädel und Uni.-Prof. Dr. Louis Velthuis, wurden von
der Hauptversammlung für weitere fünf Jahre in
ihrem Amt wiedergewählt.
PersonalZum 30. Juni 2022 beschäftigte Intershop weltweit
295 Vollzeitarbeitskräfte. Gegenüber dem
Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 bedeutet dies einen
Anstieg um sieben Mitarbeiter und gegenüber dem
Vorjahresstichtag um einen Mitarbeiter.
Die folgende Übersicht zeigt die Aufteilung der
Vollzeitkräfte nach Unternehmensbereichen:
scrollen
* auf Basis Vollzeitkräfte inklusive
Studenten und Auszubildende
In Europa waren zum Zwischenbilanzstichtag mit 252
Mitarbeitern 85 % der Belegschaft beschäftigt. In der
Region Asien-Pazifik waren 24 Mitarbeiter (8 %)
beschäftigt, in den USA lag der Anteil mit 19
Mitarbeitern bei 7 %.
AusblickGeopolitische Spannungen, Inflation,
Währungsschwankungen und gestörte Lieferketten
stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen
im Jahr 2022 und darüber hinaus. Nach
Einschätzung des US-amerikanischen Analysehauses
Gartner wird jedoch der anhaltende Krieg in der Ukraine
voraussichtlich keine direkten Auswirkungen auf die
weltweiten IT-Ausgaben haben. Die Preis- und Lohninflation
in Verbindung mit dem Mangel an Fachkräften sowie
Lieferunsicherheiten wird die Investitionsentscheidungen
zwar stärker beeinträchtigen, aber nach
Einschätzung dennoch nicht bremsen. So rechnet Gartner
für 2022 mit einem Wachstum der weltweiten IT-Ausgaben
von 4 % auf 4,4 Billionen US-Dollar und für 2023 von
weiteren 5,5 % auf 4,7 Billionen US-Dollar.
Der B2B E-Commerce-Markt soll nach Angaben von Research
and Markets bis 2028 jährlich um durchschnittlich 18,7
% zulegen. Großhändler und Fertigungsunternehmen
brauchen tragfähige Digitalisierungsstrategien und
Intershop bietet mit seiner skalierbaren Commerce-Plattform
eine maßgeschneiderte Lösung, um die digitale
Transformation seiner Kunden zu begleiten.
Intershop hat im ersten Halbjahr das Cloud-Geschäft
konsequent ausgebaut. Im Service verzeichnete die
Gesellschaft dagegen rückläufige Umsätze.
Hier hat das Management Maßnahmen zur Steigerung der
Effizienz in der Projektabwicklung eingeleitet und erwartet
einen höheren Anteil an Serviceumsätzen beim
Neugeschäft im zweiten Halbjahr. Mit der im ersten
Quartal erfolgten Übernahme der Sparque B.V. hat die
Gesellschaft ihr Angebotsportfolio in der Cloud erweitert
und mit der Einbindung KI-gestützter Technologien
einen wichtigen Baustein ihrer Innovationsstrategie
realisiert. Der Stand der Integration von Sparque in die
Intershop-Organisation liegt voll im Plan und die bisherige
Kundenresonanz erfüllt vollumfänglich die
Erwartungen des Managements.
Angesichts einer vielversprechenden Neukundenpipeline
bestätigt die Gesellschaft die Prognose für das
Gesamtjahr. Intershop erwartet für das
Geschäftsjahr 2022 eine Steigerung des
Cloud-Auftragseingangs um etwa 20 % sowie einen Anstieg des
Net New ARR um 10 %. Bei einem erwarteten Umsatzwachstum
von etwa 10 % wird ein positives operatives Ergebnis (EBIT)
in Höhe von mindestens 1,0 Mio. Euro prognostiziert.
KonzernbilanzAKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscrollen
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
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Konzernanhang zum 30. Juni 2022Allgemeine AngabenDer Konzernzwischenbericht zum 30. Juni 2022 ist
ungeprüft und ist im Zusammenhang mit dem
Konzernabschluss und dem dazugehörigen Konzernanhang
für das Geschäftsjahr 2021 zu lesen. Der
Konzernabschluss und der Konzernanhang sind im
Geschäftsbericht des Unternehmens für das
Geschäftsjahr 2021 enthalten. Der
Geschäftsbericht 2021 ist auf der Internetseite des
Unternehmens unter https://www.intershop.de/finanzberichte
verfügbar.
Rechnungslegungsgrundsätze (Compliance statement)Der Konzernzwischenabschluss der INTERSHOP
Communications AG wurde in Übereinstimmung mit den am
Abschlussstichtag gültigen International Financial
Reporting Standards (IFRS), die die vom IASB
verabschiedeten Standards (IFRS, IAS) und die
Interpretationen (IFRIC, SIC) des International Financial
Reporting Standard Interpretations Committee (IFRS IC)
umfassen, erstellt, wie sie in der Europäischen Union
verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzernzwischenabschluss
wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt,
werden alle Beträge in tausend Euro (TEUR) angegeben.
Es wird kaufmännisch gerundet. Hierdurch kann es zu
Rundungsdifferenzen kommen.
KonsolidierungskreisDer Konsolidierungskreis der in den Konzernabschluss
einbezogenen Unternehmen der INTERSHOP Communications AG
hat sich im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem 31.
Dezember 2021 verändert. Die Sparque B.V., Utrecht,
Niederlande, kam neu dazu. Somit umfasste der
Konsolidierungskreis zum 30. Juni 2022 neben der
Muttergesellschaft die Tochterunternehmen Intershop
Communications, Inc., Intershop Communications Australia
Pty Ltd., Sparque B.V., Intershop Communications SARL, The
Bakery GmbH sowie die Intershop Communications Ventures
GmbH.
Erwerb der Sparque B.V.Am 16. März 2022 erwarb Intershop 80 % der Anteile
an der Sparque B.V., ein niederländischer
Lösungsanbieter für Such- und
Empfehlungsmarketing auf Basis von künstlicher
Intelligenz (KI). Über die verbleibenden 20 % der
Anteile wurden Kaufoptionen vereinbart. Für Intershop
wird durch den Erwerb die eigene E-Commerce-Plattform mit
der modernen KI-Technologie ergänzt.
Details zur Kaufpreiszahlung, zum erworbenen
Nettovermögen sowie zum Geschäfts- oder
Firmenwert stellen sich wie folgt dar:
scrollen
Intershop hat eine Kaufoption, die übrigen Anteile
nach fünf Jahren zu erwerben. Der Ausübungspreis
ist abhängig von der Höhe des wiederkehrenden
Umsatzes für das Jahr 2026 unter Anwendung eines
Mindestausübungspreises. Der beizulegende Zeitwert der
bedingten Gegenleistung in Höhe von 2.313 TEUR wurde
anhand des Barwerts der erwarteten zukünftigen
Cashflows geschätzt.
Die erfassten Beträge der bilanzierten
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des
Erwerbs sind nachstehend zusammengefasst:
scrollen
Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus dem
Knowhow der Mitarbeiter sowie den erwarteten Synergien aus
der Integration in das bestehenden Cloud-Geschäft des
Konzerns. Er ist voraussichtlich steuerlich nicht
abzugsfähig.
Der Erwerb wurde wirksam zum 1. Januar 2022. Deshalb
sind im Konzernumsatz und Konzernergebnis die
Umsatzerlöse und das Ergebnis des erworbenen
Unternehmens ab 1. Januar 2022 enthalten.
Im Rahmen der Transaktion hat Intershop zudem 5 % der
Anteile zur Bindung eines externen Mitarbeiters an den
Konzern veräußert, die gemäß IFRS
10.23 als Eigenkapitaltransaktion anzusehen ist. Im
Eigenkapital wurde ein Betrag von 283 TEUR erfasst, der
sich aus dem erhaltenen Kaufpreis zuzüglich einer
bedingten Gegenleistung, die zum beizulegenden Zeitwert
bewertet wurde, zusammensetzt. Intershop hat eine
Kaufoption, die Anteile von 5 % nach fünf Jahren zu
erwerben. Der Ausübungspreis ist abhängig von der
Höhe des wiederkehrenden Umsatzes für das Jahr
2026. Der beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung
in Höhe von 382 TEUR wurde anhand des Barwerts des
erwarteten zukünftigen Cashflows geschätzt.
Die mit dem Erwerb verbundene Kosten betrugen 88 TEUR
und sind in der Gesamtergebnisrechnung in den Vertriebs-
und Marketingaufwendungen sowie in den allgemeinen
Verwaltungskosten erfasst.
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenBei der Aufstellung des Konzernzwischenberichts wurden
die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie beim
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021
verwendet. Die angewandten Methoden sind im
Geschäftsbericht 2021 auf den Seiten 33 bis 39
detailliert beschrieben.
Immaterielle Vermögenswertescrollen
In der entgeltlich erworbenen Software sind die von
Intershop erworbenen Nutzungsrechte der KI-basierten
Technologie für E-Commerce von der
niederländischen Spinque B.V. enthalten. Die
Anschaffungskosten in Höhe von 1.800 TEUR entsprechen
dem gezahlten Kaufpreis und werden über die geplante
Nutzungsdauer abgeschrieben.
EigenkapitalDie Entwicklung des Eigenkapitals der INTERSHOP
Communications AG ist in der
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert
14.194.164 Euro zum 30. Juni 2022 und ist eingeteilt in
14.194.164 auf den Inhaber lautende nennwertlose
Stückaktien.
Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenDie Gesellschaft hat im zweiten Quartal 2022 einen
unbesicherten Darlehensvertrag mit der UniCredit Bank AG in
Höhe von 2.487 TEUR über eine Laufzeit von
fünf Jahren mit einem Festzinssatz von 2,24 % p.a. und
einer konstanten vierteljährlichen
Rückzahlungsrate abgeschlossen.
Ergebnis je AktieDie Berechnung des unverwässerten und
verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf
folgenden Daten:
scrollen
scrollen
scrollen
Wenn das verwässerte Ergebnis den Verlust je Aktie
reduziert bzw. das Ergebnis je Aktie erhöht, erfolgt
eine Anpassung an den Betrag des unverwässerten
Ergebnisses pro Aktie (Verwässerungsschutz)
gemäß IAS 33.43.
SegmentberichterstattungSegmentbericht Quartal zum 30. Juni 2022
scrollen
Segmentbericht Quartal zum 30. Juni 2021
scrollen
Segmentbericht 6-Monatszeitraum zum 30. Juni 2022
scrollen
Segmentbericht 6-Monatszeitraum zum 30. Juni 2021
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Meldepflichtige Wertpapierbestände und WertpapiergeschäftePer 30. Juni 2022 hielten die Organmitglieder der
Gesellschaft folgende Anzahl an
Intershop-Inhaberstammaktien:
scrollen
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2022 wurden folgende meldepflichtigen
Wertpapiergeschäfte von Intershop-Inhaberstammaktien
durch Organmitglieder der Gesellschaft getätigt:
scrollen
NachtragsberichtWesentliche berichtspflichtige Ereignisse nach dem
Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.
Versicherung des gesetzlichen VertretersNach bestem Wissen versichere ich, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Jena, 26. Juli 2022
Der Vorstand der INTERSHOP Communications
Aktiengesellschaft
Markus Klahn
Intershop-Aktiescrollen
scrollen
1 Basis: Xetra
KontaktIntershop©
Investor Relations Kontakt
INTERSHOP Communications AG
Dieser Zwischenbericht enthält Aussagen über
zukünftige Ereignisse bzw. die zukünftige
finanzielle und operative Entwicklung von Intershop. Die
tatsächlichen Ereignisse und Ergebnisse können
von den in diesen zukunftsbezogenen Aussagen dargestellten
bzw. von den nach diesen Aussagen zu erwartenden
Ergebnissen signifikant abweichen. Risiken und
Unsicherheiten, die zu diesen Abweichungen führen
können, umfassen unter anderem die begrenzte Dauer der
bisherigen Geschäftstätigkeit von Intershop, die
geringe Vorhersehbarkeit von Umsätzen und Kosten sowie
die möglichen Schwankungen von Umsätzen und
Betriebsergebnissen, die erhebliche Abhängigkeit von
einzelnen großen Kundenaufträgen, Kundentrends,
den Grad des Wettbewerbs, saisonale Schwankungen, Risiken
aus elektronischer Sicherheit, mögliche staatliche
Regulierung und die allgemeine Wirtschaftslage.
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