Ad-hoc | 9 December 1998 12:02
Ad hoc-Service: Jenoptik AG
zum Geschäftsjahr 1998
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Ad hoc-Service: Jenoptik AG
zum Geschäftsjahr 1998
Mitteilung gemäß Paragraph 15 WpHG übermittelt von der DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.
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Trotz Problemen im Unternehmensbereich Telecommunications
bleibt das betriebliche Ergebnis für 1998 im Rahmen der Erwartungen.
Für das Geschäftsjahr 1998 zahlt die Jenoptik AG
erstmals eine Dividende an ihre Aktionäre.
Die Jenoptik AG, Jena, rechnet für das laufende Geschäftsjahr 1998
mit einem Betriebsergebnis, das im Rahmen der Erwartungen liegt.
Wie das Unternehmen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Jena mitteilte,
erwartet es ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das den Planungen
beim Börsengang entspricht. Darin enthalten sind bereits die Kosten
des Börsengangs in Höhe von 18 Millionen Mark. Am Umsatzziel von rund
drei Milliarden DM wird ebenfalls wie bisher festgehalten. Eine detaillierte
Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr gab Jenoptik-Chef Lothar
Späth mit dem Hinweis, daß Großaufträge im Unternehmensbereich
Clean Systems Technologies erst im Dezember abgerechnet werden, nicht ab.
‘Wir haben Probleme, wo wir sie nicht erwartet haben und fast keine
Probleme dort, wo wir sie erwartet hatten’, sagte Späth. Im Unternehmensbereich
Clean Systems, wo jeder aufgrund der Asien- und Halbleiterkrise mit einem
Einbruch gerechnet hätte, sei die Entwicklung stabil geblieben. ‘Im Anlagenbau
sind wir von den Krisen verschont geblieben, das Ergebnis im Unternehmensbereich
Clean Systems kommt so wie vorgesehen’. Lediglich das kleinste Geschäftsfeld
Cleanroom Automation sei von der Halbleiterkrise betroffen.
Der Unternehmensbereich Photonics Technologies wird voraussichtlich
ein etwas besseres Ergebnis erreichen als bisher erwartet. Gegenüber dem
Geschäftsjahr 1997 wird sich das Betriebsergebnis deutlich verbessern.
Dafür gebe es aber Schwierigkeiten im Unternehmensbereich Telecommunications
Technologies, da ‘wo wir sie in dem Maße nicht erwartet hatten’. Zurückzuführen
sei dies vor allem auf drei Gründe: Die hohen Vorleistungen im Geschäftsfeld
Wireless Local Loop (WLL), Währungsverluste aufgrund der Asien- und Rußlandkrise
sowie die rückläufige Inlandsnachfrage. Deshalb werde das Ergebnis in diesem
Unternehmensbereich negativ ausfallen. ‘Wir rechnen mit einem zweistelligen
Jahresfehlbetrag’, sagte Späth. Besonders hart getroffen wurde dabei das
Geschäftsfeld WLL. Auf die Risikofaktoren in diesem Geschäftsfeld sei allerdings
schon im Börsenprospekt hingewiesen worden. Die in den vergangenen Wochen und
Monaten eingegangenen Großaufträge aus Argentinien und den Philippinen werden
zu 90 Prozent erst im nächsten Jahr abgerufen und abgerechnet. ‘Wir haben einige
Meilensteine erreicht, die für dieses Jahr allerdings um zwei Monate zu spät
kamen’, sagte Späth.
Weiter belastet wird das Ergebnis des Unternehmensbereiches Telecommunications
außerdem durch die Krisen in Asien und Rußland, die aufgrund des hohen
Exportanteils von über 80 Prozent am Gesamtumsatz im Unternehmensbereich
Telecommunications Auswirkungen zeigen. Infolge der Abwertung der indonesischen
Rupiah ist ein Währungsverlust in Höhe von fünf Millionen Mark angefallen.
Die Wirtschaftskrise in Rußland hat dazu geführt, daß hier voraussichtlich
ein Währungsverlust von drei Millionen Mark entstehen wird. Späth wies
daraufhin, daß es sich hierbei um Translationsverluste handele, die durch die
Umrechnung von Vermögenswerten aus einheimischen Währungen in DM entstanden
seien, die aber keine operativen Verluste im eigentlichen Sinne darstellen.
Durch die zurückhaltende Investitionstätigkeit im Inland ist außerdem
das Ergebnis im Geschäftsfeld Öffentliche Netze beeinträchtigt worden.
Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den harten Preiskampf auf
dem Telekommunikationsmarkt.
Späth sagte, das im Juli beschlossene und eingeleitete Produktivitäts-
steigerungs- und Kostensenkungsprogramm bei der Krone AG werde zügig umgesetzt
und sei schon weit vorangeschritten. Der damit verbundene Einmalaufwand
wird in der Gewinn- und Verlustrechnung 1998 voll berücksichtigt. Die
Verluste im Unternehmensbereich Telecommunications werden im wesentlichen
durch sonstige betriebliche Erträge aus dem Asset Management ausgeglichen.
Die Ergebnisverbesserung werde aber erst im nächsten Jahr zu Buche schlagen.
Von dem Programm, das 30 Millionen Mark kostet, erwartet Späth Einspareffekte
von deutlich mehr als zehn Millionen Mark pro Jahr.
In den nächsten Wochen und Monaten werden weitere Maßnahmen umgesetzt.
Dazu gehört die Straffung des weltweiten Produktionsverbundes sowie
die verstärkte Marktbearbeitung im Geschäftsfeld Private Netze, der deutlich
bessere Wachstumsraten aufweist als der Markt für öffentliche Netze.
Das Jahr 1999 werde kein einfaches Jahr, weil die weitere Marktentwicklung
im Halbleiter- und Telekommunikationssektor noch nicht endgültig einzuschätzen
sei, sagte Späth abschließend. Er sei zuversichtlich, daß der
Unternehmensbereich Clean Systems 1999 den endgültigen Durchbruch im Pharmazie-
und Biotechnologiebereich schaffe. Außerdem werden die jungen und innovativen
Unternehmen, wie zum Beispiel die Jenoptik Bioinstruments GmbH, im nächsten Jahr
überdurchschnittliche Wachstums- und Ergebnissteigerungen bringen. Mit der
Neuausrichtung der Deutschen Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG
(DEWB) als Risikokapitalpartner für junge innovative Unternehmen würden
weitere Ertragspotentiale aufgebaut. Er kündigte an, daß die Jenoptik AG
wie beim Börsengang angekündigt für das Geschäftsjahr 1998 erstmalig
eine Dividende an ihre Aktionäre ausschüttet.
Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:
Sabine Ahlers Jörg Hettmann
Leiterin Investor Relations Pressesprecher
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