![]() Jenoptik AGJenaZwischenbericht des Jenoptik-Konzerns (UNGEPRÜFT)JANUAR BIS JUNI 2016Auf einen Blick - Jenoptik-Konzernscroll
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Es wird darauf hingewiesen, dass im vorliegenden Zwischenbericht Rundungsdifferenzen
zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können. Die Monate Januar bis Juni 2016 im Überblick
KONZERNLAGEBERICHT1 Geschäft und Rahmenbedingungen1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit![]() Der Jenoptik-Konzern ist aktiv in den drei Segmenten
Jenoptik ist ein international agierender integrierter Photonik-Konzern und Lieferant
von hochwertigen und innovativen Investitionsgütern. Damit ist der Konzern vorrangig
Partner von Industrieunternehmen. In den Segmenten Mobility sowie Defense & Civil
Systems liefern wir zudem an öffentliche Auftraggeber, zum Teil indirekt über Systemintegratoren. Unser Angebot umfasst OEM- bzw. Standardkomponenten, Module und Subsysteme bis hin
zu komplexen Systemen und Produktionsanlagen. Das Leistungsspektrum schließt auch
umfassende Gesamtlösungen bzw. Betreibermodelle ein. Dazu gehören die Integration
von Systemen und Anlagen und deren entsprechende Vernetzung sowie Projektmanagement,
Datenverarbeitung und Service. Zu den Schlüsselmärkten zählen vor allem Halbleiterausrüstung, Medizintechnik, Automotive
und Maschinenbau, Verkehr, Luftfahrt sowie Sicherheits- und Wehrtechnik. Seit dem 1. Januar 2016 haben wir uns mit einer neuen Organisationsstruktur konsequenter
an den Markterfordernissen ausgerichtet und sind damit noch näher an unseren Kunden
positioniert. Die Geschäftsaktivitäten wurden neu geordnet und so stärker auf Wachstumsmärkte
wie zum Beispiel Medizintechnik, Automotive und Halbleiterausrüstung fokussiert. 1.2 Ziele und StrategienFür das nachhaltig profitable Wachstum haben wir den Jenoptik-Konzern in unseren strategischen
Kernfeldern Internationalisierung, Innovation und operative Exzellenz konsequent weiterentwickelt.
Wir etablieren uns zunehmend als strategischer Systempartner internationaler Kunden
und gestalten mit ihnen gemeinsam zukunftsweisende Lösungen. Um unsere Wachstumsstrategie umzusetzen,
Unser organisches Wachstum wollen wir durch Akquisitionen ergänzen. Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie investiert Jenoptik aktuell rund 15
Mio US-Dollar am US-Standort in Rochester Hills bei Detroit. Dort entsteht ein neuer
moderner Technologie-Campus für Messtechnik und Laseranlagen. Für zusätzliche Informationen zur strategischen Ausrichtung des Jenoptik-Konzerns
verweisen wir auf den im März 2016 veröffentlichten Geschäftsbericht 2015 mit den
umfassenden Angaben im Kapitel "Ziele und Strategien" ab Seite 65. 1.3 Entwicklung des Kapitalmarktes und der Jenoptik-AktieAm Kapitalmarkt herrschte im 1. Halbjahr 2016 viel Nervosität. Neben den andauernden
geopolitischen Konflikten, der europäischen Flüchtlingskrise, jüngsten terroristischen
Anschlägen, der aktuellen Situation in der Türkei und der Brexit-Debatte waren eine
schleppende Nachfrage aus der Euro-Zone und die schwächelnde Konjunktur in den Schwellenländern
Gründe für die Börsenturbulenzen. Um das Wachstum in der Euro-Zone anzukurbeln, senkte
die Europäische Zentralbank (EZB) im März den Leitzins erstmals auf null Prozent und
erhöhte zugleich das Volumen des Anleihekaufprogramms auf 80 Mrd Euro pro Monat. Den
gravierendsten Einschnitt in den ersten sechs Monaten 2016 stellte jedoch der Ende
Juni per Volksentscheid beschlossene Austritt des Vereinigten Königreichs aus der
EU dar. Der sogenannte Brexit führte zu tiefgreifenden Verwerfungen an den internationalen
Finanz- und Devisenmärkten. Ungeachtet der vorgenannten Ereignisse wies die deutsche Konjunktur im 1. Halbjahr
moderat stabile Wachstumsraten auf. Der Dax startete mit 10.283 Punkten am 4. Januar
2016 und rutschte, begleitet von hoher Volatilität, am 11. Februar auf ein Tief von
8.752 Punkten ab. Bis zum 21. April 2016 erholte sich der deutsche Leitindex und wies
mit 10.435 Punkten den Höchststand im 1. Halbjahr aus. Nach dem Brexit-Votum brach
der Dax jedoch erneut ein. Zum Handelsschluss am 30. Juni erholte sich der Dax wieder
bis auf 9.680 Punkte und beendete nach volatilem Verlauf das 1. Halbjahr mit einem
Verlust von 5,9 Prozent. Der TecDax entwickelte sich ähnlich volatil. Im Berichtszeitraum
verlor er 10,8 Prozent an Wert und schloss nach einem Start bei 1.794 Zählern am 30.
Juni 2016 mit 1.601 Punkten. Die Jenoptik-Aktie entwickelte sich im 1. Halbjahr im Einklang mit dem Gesamtmarkt
turbulent. Der Kurs der Aktie fiel von 14,59 Euro am 4. Januar auf seinen niedrigsten
Stand von 11,14 Euro am 11. Februar 2016. Danach kletterte er wieder auf 14,80 Euro
am 30. Juni und beendete das 1. Halbjahr mit einem leichten Plus von 1,4 Prozent.
Die Gesamtrendite (Total Shareholder Return) betrug im Berichtszeitraum 3,0 Prozent
(i.Vj. 4,0 Prozent). Den höchsten Xetra-Schlusskurs in den ersten sechs Monaten verzeichnete
das Papier mit 14,89 Euro am 7. Juni. Die Jenoptik-Aktie schloss am 29. Juli 2016
bei 15,32 Euro, was einem Plus von rund 5,0 Prozent im laufenden Jahr entspricht. Im Januar 2016 reduzierte Oddo Asset Management seine bestehende Beteiligung an Jenoptik
von 3,02 Prozent auf 2,97 Prozent. Templeton Investment hat seine Anteile im Februar
2016 von 5,09 Prozent auf 4,69 Prozent verringert. Die Liquidität der TecDax-Werte und damit auch der Jenoptik-Aktie hat in den letzten
zwölf Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum stark abgenommen. So wurden an den
deutschen Börsen bis Ende Juni 2016 mit durchschnittlich 157.969 Aktien pro Tag 31,9
Prozent weniger Papiere gehandelt (i.Vj. 231.865). Im TecDax nahm Jenoptik zum 30.
Juni 2016 bei der Marktkapitalisierung auf Basis des Freefloats von 89,0 Prozent Platz
19 (i.Vj. Platz 18) ein. Beim Börsenumsatz lag Jenoptik auf Rang 22 (i.Vj. Rang 20). Auf der 18. ordentlichen Hauptversammlung am 8. Juni 2016 in Weimar berichtete der
Vorstand über das Geschäftsjahr 2015, das 1. Quartal 2016 und die weitere strategische
Entwicklung des Konzerns. Die Anteilseigner beschlossen unter anderem die Zahlung
einer Dividende von 0,22 Euro je Aktie (i.Vj. 0,20 Euro). Auf Basis der Dividendensumme
von 12,6 Mio Euro beträgt die Ausschüttungsquote bezogen auf das 2015 erzielte Ergebnis
der Aktionäre 25,4 Prozent (i.Vj. 27,5 Prozent). ERGEBNIS JE AKTIEscroll
Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Ergebnis der Aktionäre dividiert durch den gewichteten
Durchschnitt ausstehender Aktien. KENNZAHLEN ZUR JENOPTIK-AKTIEscroll
Das Jenoptik-Management präsentierte im 1. Halbjahr 2016 das Unternehmen vor Investoren
und Analysten auf Konferenzen in Berlin, Frankfurt/Main, Lyon und Warschau sowie auf
acht Roadshows an wichtigen europäischen Finanzplätzen sowie in Boston und New York. Insgesamt 16 Research-Institute bzw. Banken berichteten regelmäßig über Jenoptik.
Ende Juli empfahlen zehn Analysten, die Aktie zu kaufen und sechs rieten zum Halten
der Anteilsscheine. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten belief sich auf
15,08 Euro. 1.4 Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Jenoptik-BranchenDie Weltwirtschaft hat sich nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im
1. Halbjahr 2016 besser entwickelt als erwartet. Die Erholung an Finanz- und Ölmärkten
habe sich vor dem Brexit-Referendum weitgehend fortgesetzt. Das Produktionswachstum
fiel im 1. Quartal in Schwellen- und Entwicklungsländern etwas höher aus als erwartet;
in den Industriestaaten entsprach es ungefähr der Prognose. Vor allem das Wachstum
in der Euro-Zone -stärker als vorhergesagt - konnte die schwächere Entwicklung in
den USA ausgleichen. Die globale Industriekonjunktur und der Handel entwickelten sich
nur mäßig angesichts der wirtschaftlichen Neuausrichtung in China und allgemein schwacher
Investitionen in den Wirtschaftsgüterexport. Bis zum Brexit-Referendum Ende Juni entsprach
die Entwicklung laut IWF in Summe aber den letzten Prognosen vom April 2016. Unsicherheiten
für Auslandsinvestitionen offenbarten sich im Juli in der Türkei infolge des Putschversuches
und der protektionistischen Maßnahmen der Regierung. Laut der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist die Türkei anfällig für volatile internationale
Kapitalflüsse und Wechselkursschwankungen. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA ist nach Angaben des Handelsministeriums im 2.
Quartal auf das Jahr hochgerechnet nur um 1,2 Prozent und damit schwächer als erwartet
gewachsen. Während die privaten Konsumausgaben und der Export die Entwicklung unterstützten,
gingen die Unternehmensinvestitionen zurück. China hat das 2. Quartal 2016 wie schon im Auftaktquartal mit einem Wirtschaftswachstum
von 6,7 Prozent abgeschlossen. Allerdings waren wichtige Kennzahlen deutlich schwächer
ausgefallen als im Vorquartal: Neben dem Einkaufsmanagerindex für das herstellende
Gewerbe gingen auch die Anlageinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze zurück. Zudem
blieb das Wachstum der Industrieproduktion gebremst. Experten zweifeln deshalb an
der Nachhaltigkeit des Wachstums. Die deutsche Wirtschaft ist im 1. Quartal 2016 stärker gewachsen als zunächst angenommen,
so das Statistische Bundesamt Ende Mai, hauptsächlich dank starkem Privat- und Staatskonsum
erhöhte sich das BIP um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. In den Folgemonaten
gab es jedoch Anzeichen für eine leichte Abschwächung: Entgegen den Erwartungen gingen
die Exporte und die Industrieproduktion jeweils im Vergleich zum Vormonat zurück,
die Industrieaufträge stagnierten. Experten rechnen deshalb mit einem Anstieg des
BIP von nur 0,3 Prozent im 2. Quartal. Der ifo-Geschäftsklimaindex hat sich zwar zuletzt
deutlich verbessert, sowohl für die Einschätzung der aktuellen als auch der künftigen
Lage, allerdings geben diese Daten die Stimmung vor dem Brexit-Votum wieder. Für die deutsche Photonik-Branche veröffentlichte der Industrieverband Spectaris die
Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr. 2015 stieg der Umsatz der deutschen Hersteller
um 7,1 Prozent auf 31,5 Mrd Euro (i.Vj. 29,4 Mrd Euro). Für die aktuelle Geschäftsentwicklung
ermittelt Spectaris anhand der Umsätze von 16 internationalen Unternehmen den Weltmarktindex
Photonik. Dieser Index fiel im 1. Quartal 2016 gegenüber dem Vorquartal um 6,5 Prozent
- eine Tendenz, die in jedem 1. Quartal der letzten Jahre zu verzeichnen war. Im Vorjahresvergleich
stieg der Index dagegen um 4 Prozent. Aktuellere Zahlen lagen zum Zeitpunkt der Berichterstellung
noch nicht vor. Auch für die Medizintechnik gab Spectaris die Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahres
bekannt. Die deutschen Medizintechnikhersteller erzielten 2015 einen Umsatz von 27,6
Mrd Euro, ein Plus von rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Weltmarktindex Medizintechnik,
der die aktuelle Umsatzentwicklung von 12 internationalen Unternehmen der Branche
widerspiegelt, fiel im 1. Quartal -ähnlich wie in den letzten Jahren - deutlich um
8,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Für die Halbleiterausrüstungsindustrie veröffentlichte der Verband Semiconductor Equipment
and Materials International (SEMI) im Juni die Zahlen für das 1. Quartal 2016. Mit
8,3 Mrd US-Dollar lagen die weltweiten Umsätze der Branche zwar 3,0 Prozent über denen
des Vorquartals, aber 13,0 Prozent unter den Werten des Vorjahresquartals. Auch die
Halbleiterbranche ist schwach ins Jahr gestartet, wie die Semiconductor Industry Association
(SIA) meldete: Bis einschließlich Juni blieben die weltweiten Halbleiterumsätze knapp
6 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Die Gründe liegen laut SIA in einer schwachen
Nachfrage und ungünstigen makroökonomischen Faktoren. Die Halbleiterausrüstungsindustrie
befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase, was sich in einer hohen Anzahl
von Übernahmen widerspiegelt. Eine Konsolidierung zeigte sich auch im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Laut
der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young kauften oder beteiligten sich chinesische
Investoren im 1. Halbjahr in Europa an 164 Unternehmen, in Deutschland waren es 37
Firmen, darunter große Robotik- und Spezialmaschinenbauer. Die Geschäftsentwicklung
in der Branche bewertete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf
Basis des monatlichen Auftragseingangs. Dieser erhöhte sich im 2. Quartal 2016 um
2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, im 1. Halbjahr um 3,0 Prozent. Einzig die
Nachfrage aus dem Euro-Raum ging in Summe in den ersten sechs Monaten zurück. Die VDMA-Arbeitsgemeinschaft Laser und Lasersysteme für die Materialbearbeitung veröffentlichte
Ende Mai die Jahresergebnisse für 2015: In Deutschland wurden demnach lasergestützte
Fertigungsanlagen im Wert von rund 962 Mio Euro produziert und damit 12,0 Prozent
mehr als im Vorjahr. Auch der Auftragseingang übertraf das hohe Vorjahresergebnis
um 8,0 Prozent und lag Ende 2015 bei 1,14 Mrd Euro. Die Werkzeugmaschinenindustrie hat eine solide und ausgeglichene Halbjahresbilanz
vorgelegt, so der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW). Demnach stieg
der Auftragseingang im 1. Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,0 Prozent
und damit deutlich besser als zu Jahresbeginn erwartet. Die höhere Nachfrage resultierte
vor allem aus dem guten Inlandsgeschäft und Automotive-Projekten in China und Mexiko. Dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge hat sich die Branche im 1. Halbjahr
2016 gut entwickelt. Die drei großen Automobilmärkte, die zusammen für zwei Drittel
des Weltmarktes stehen, blieben auf Wachstumskurs: In Westeuropa erhöhten sich die
PKW-Neuzulassungen um 9,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in den USA um
1,0 Prozent und in China - dank Steuererleichterungen - um 12,0 Prozent. Deutlich
unter den Vorjahreswerten lagen die Automobilabsätze in Russland und Brasilien. Für die deutsche Sicherheits- und Wehrtechnikbranche veröffentlichte das Bundeswirtschaftsministerium
im Juli den Rüstungsexportbericht für 2015. Demnach wurden Einzelgenehmigungen für
die Ausfuhr von Rüstungsgütern im Wert von 7,86 Mrd Euro erteilt. Das Volumen hat
sich damit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Ein Großteil entfiel auf die
Ausfuhrgenehmigung von Tankflugzeugen für Großbritannien sowie von militärischen Fahrzeugen
nach Katar. Für die anderen Branchen wurden bis zur Abschlusserstellung keine wesentlichen neuen
Berichte veröffentlicht. Wir verweisen deshalb auf die Angaben im Geschäftsbericht
2015 auf den Seiten 85 ff. 2 Ertrags-, Finanz- und VermögenslageIn den Tabellen des Lageberichts, die wichtige Kennzahlen nach Segmenten aufgliedern,
sind in der Position "Sonstige" das Corporate Center, das Shared Service Center, die
Immobilien sowie Konsolidierungseffekte enthalten. 2.1 ErtragslageUmsatzentwicklung. Jenoptik konnte im 1. Halbjahr 2016 den Umsatz wie geplant um 3,4 Prozent auf 326,8
Mio Euro steigern (i.Vj. 316,1 Mio Euro). Das waren zugleich die höchsten Erlöse,
die das Unternehmen in den letzten Jahren in einem 1. Halbjahr verbuchte. Zugelegt
haben die Segmente Optics & Life Science sowie Defense & Civil Systems. Im Gegensatz
zum Vorjahr wurde der Umsatz im Berichtszeitraum nicht von postiven Währungseffekten
beeinflusst (i.Vj. rund 11 Mio Euro). Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2015 stieg der Umsatz in Europa inkl. Deutschland um
9,8 Prozent auf 214,1 Mio Euro (i.Vj. 194,9 Mio Euro). Auch die Region Asien/Pazifik
erzielte ein signifikantes Umsatzwachstum von 21,1 Prozent. In Amerika hingegen lag
der Umsatz 15,3 Prozent unter dem hohen Vorjahreswert, der 2015 vor allem von Großaufträgen
im Segment Defense & Civil Systems geprägt war. Damit betrug der Umsatzanteil der
beiden Wachstumsregionen Amerika und Asien/Pazifik zusammen 31,5 Prozent des Konzernumsatzes
(i.Vj. 33,3 Prozent). Der Anteil des Auslandsumsatzes lag bedingt durch die überdurchschnittliche
Entwicklung in Deutschland mit 65,0 Prozent unter dem Vorjahreswert (i.Vj. 68,5 Prozent).
Eine Übersicht über die regionale Verteilung der Umsätze ist auf Seite 23 zu finden. Die Umsatzkosten stiegen leicht überproportional um 4,0 Prozent auf 215,1 Mio Euro
(i.Vj. 206,8 Mio Euro). Beeinflusst wurden sie insbesondere durch einen veränderten
Produktmix. Im Ergebnis verringerte sich die Bruttomarge geringfügig auf 34,2 Prozent
(i.Vj. 34,6 Prozent). Eine wesentliche Bedeutung für die künftige Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des
Konzerns haben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F+E), die auch im 1. Halbjahr
2016 ein vergleichsweise hohes Niveau erreichten. Die F+E-Gesamtleistung betrug 23,4
Mio Euro nach 25,8 Mio Euro im Vorjahreszeitraum, das entspricht 7,2 Prozent des Umsatzes
(i.Vj. 8,2 Prozent). Die Kennzahl enthält die F+E-Kosten, die Entwicklungskosten im
Kundenauftrag sowie die Amortisation aus den im Anlagevermögen aktivierten Entwicklungsleistungen.
Die in den Umsatzkosten enthaltenen Entwicklungskosten im Kundenauftrag reduzierten
sich im Berichtszeitraum auf 3,1 Mio Euro (i.Vj. 5,1 Mio Euro), die F+E-Kosten betrugen
20,5 Mio Euro (i.Vj. 21,2 Mio Euro). Die Vertriebskosten blieben im 1. Halbjahr 2016 mit 37,7 Mio Euro nahezu auf Vorjahresniveau
(i.Vj. 38,1 Mio Euro). Die Vertriebskostenquote lag mit 11,5 Prozent unter dem Vorjahreswert
von 12,1 Prozent. Die Verwaltungskosten konnten mit 27,2 Mio Euro im Vergleich zum
Vorjahr ebenfalls leicht gesenkt werden (i.Vj. 28,1 Mio Euro). Sowohl die sonstigen betrieblichen Erträge als auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Der Saldo aus beiden Positionen
lag bei 0,8 Mio Euro (i.Vj. 4,6 Mio Euro). Der Vorjahressaldo war vor allem von positiven
Währungseffekten und Wertaufholungen auf veräußerte Immobilien geprägt. UMSATZscroll
Ergebnisentwicklung. In den ersten sechs Monaten 2016 steigerte der Konzern das EBITDA überproportional
um 5,9 Prozent auf 41,0 Mio Euro (i.Vj. 38,7 Mio Euro). Im Vorjahr wurde das EBITDA
durch die oben genannten Wertaufholungen reduziert. Das EBIT stieg um 2,8 Prozent auf 27,3 Mio Euro (i.Vj. 26,6 Mio Euro). Neben den Einsparungen
in den Funktionskosten wurde das EBIT im Vorjahresvergleich vom Rückgang in der Bruttomarge
und insbesondere durch das niedrigere sonstige betriebliche Ergebnis infolge der genannten
Währungseffekte und Wertaufholungen beeinflusst. Die EBIT-Marge konnte mit 8,4 Prozent
auf Vorjahresniveau gehalten werden (i.Vj. 8,4 Prozent). Das Finanzergebnis lag mit minus 1,4 Mio Euro im 1. Halbjahr 2016 trotz geringer Währungsverluste
über dem Vorjahreswert (i.Vj. minus 1,9 Mio Euro). Infolge erhaltener Dividendenzahlungen
verbesserte sich das Beteiligungsergebnis signifikant auf 1,7 Mio Euro (i.Vj. 0,3
Mio Euro). Der Konzern erzielte mit 25,9 Mio Euro (i.Vj. 24,7 Mio Euro) somit ein
im Vergleich zum Vorjahr besseres Ergebnis vor Steuern. Die Steuern vom Einkommen
und Ertrag beliefen sich auf 3,7 Mio Euro (i.Vj. 4,0 Mio Euro), was einer liquiditätswirksamen
Steuerquote von 14,2 Prozent (i.Vj. 16,0 Prozent) entspricht. Das Ergebnis nach Steuern
betrug 22,1 Mio Euro nach 20,1 Mio Euro im Vorjahr, das Ergebnis je Aktie 0,39 Euro
(i.Vj. 0,35 Euro). EBITscroll
Auftragslage. Der Auftragseingang des Jenoptik-Konzerns lag mit 319,4 Mio Euro in den ersten sechs
Monaten 2016 um 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert (i.Vj. 333,7 Mio Euro). Auch die
Book-to-Bill-Rate, das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, blieb mit 0,98 unter
dem Vorjahreswert (i.Vj. 1,06). Derzeit befinden sich zahlreiche Aufträge noch in
der Ausschreibungsphase und der Konzern verfügt über eine gut gefüllte Projektpipeline.
Der Auftragseingang des Vorjahres war zudem von einem Großauftrag im Bereich der Energiesysteme
des Segments Defense & Civil Systems geprägt. Der geringere Auftragseingang führte insgesamt zu einer Abnahme des Konzern-Auftragsbestands.
Dieser lag mit 360,2 Mio Euro um 3,5 Prozent unter dem Vergleichswert (31.12.2015:
373,4 Mio Euro). Vom Auftragsbestand werden 65,5 Prozent noch in diesem Geschäftsjahr
zu Umsatz führen und das geplante Wachstum in den Folgequartalen unterstützen. Darüber
hinaus bestehen Kontrakte in Höhe von 25,9 Mio Euro, die nicht im Auftragsbestand
enthalten sind. Dabei handelt es sich um längerfristige Rahmenverträge mit flexiblen
Konditionen. AUFTRAGSEINGANGscroll
AUFTRAGSBESTANDscroll
ENTWICKLUNGSLEISTUNGscroll
Mitarbeiter & Management. Die Zahl der Mitarbeiter des Jenoptik-Konzerns blieb zum 30. Juni 2016 im Vergleich
zum Jahresende 2015 mit 3.512 konstant (31.12.2015: 3.512 Mitarbeiter). Die Zahl der
Mitarbeiter im Ausland erhöhte sich im Zuge des internationalen Geschäftsausbaus leicht.
Ende Juni 2016 waren 660 Mitarbeiter an den ausländischen Standorten beschäftigt (31.12.2015:
629 Mitarbeiter). Zum 30. Juni 2016 hatte Jenoptik insgesamt 100 Auszubildende (31.12.2015: 125 Auszubildende).
In Deutschland waren konzernweit 130 Leiharbeiter beschäftigt (31.12.2015: 101 Leiharbeiter). MITARBEITER (INKL. AUSZUBILDENDE)scroll
Ausführliche Informationen zur Entwicklung der Segmente finden Sie im Segmentbericht
ab Seite 12. 2.2 Finanz- und VermögenslageMit einer soliden Eigenkapitalquote, den Schuldscheindarlehen sowie dem Konsortialkredit
verfügt der Konzern über eine tragfähige Finanzierungsstruktur für das organische
Wachstum und potenzielle Akquisitionen. Vor allem aufgrund des gestiegenen Eigenkapitals verbesserte sich der Verschuldungsgrad,
das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital, von 0,77 zum Jahresende 2015 weiter
auf 0,74 zum 30. Juni 2016. Nach einer signifikanten Reduzierung der Nettoverschuldung auf 43,9 Mio Euro zum 31.
Dezember 2015 konnte diese aufgrund des guten Free Cashflows zum 30. Juni 2016 auf
39,1 Mio Euro gesenkt werden. Die Reduzierung gelang trotz Ausschüttung der Dividende
und Zahlung der variablen Gehaltsbestandteile der Mitarbeiter im 2. Quartal. Investitionen. In den ersten sechs Monaten wandte der Konzern 12,0 Mio Euro für Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte auf (i.Vj. 10,0 Mio Euro). Mit 11,0 Mio Euro floss der
größte Teil der Mittel in die Sachanlagen (i.Vj. 8,7 Mio Euro). Investitionen erfolgten
unter anderem in die technische Neuausstattung und Kapazitätserweiterung im Fertigungsbereich
sowie für die ersten Projektschritte im Zusammenhang mit dem Grundstückserwerb und
dem Neubau am US-Standort Rochester Hills. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
blieben im 1. Halbjahr mit 1,0 Mio Euro leicht unter dem Wert der Vorjahresperiode
(i.Vj. 1,2 Mio Euro). Die planmäßigen Abschreibungen betrugen 13,7 Mio Euro (i.Vj.
14,1 Mio Euro). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde vor allem durch geringere Auszahlungen
für das Working Capital positiv beeinflusst. Zum 30. Juni 2016 verbesserte er sich
mit 29,4 Mio Euro deutlich gegenüber dem Vorjahreswert von 12,3 Mio Euro. Insbesondere Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und aus nicht operativen
Beteiligungserträgen (Dividendenzahlung) beeinflussten den Cashflow aus Investitionstätigkeit
gegenüber dem Vorjahr positiv. Dem standen höhere Auszahlungen für Investitionen in
Sachanlagen gegenüber. Im 1. Halbjahr 2016 betrug der Mittelabfluss für Investitionstätigkeit
8,7 Mio Euro (i.Vj. 10,4 Mio Euro). Der Free Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Ertragsteuern
abzüglich der Zahlungen für operative Investitionstätigkeiten) wurde im Berichtszeitraum
vor allem durch den erläuterten geringeren Aufbau von Working Capital beeinflusst.
Er stieg um mehr als 150 Prozent auf 21,5 Mio Euro (i.Vj. 8,4 Mio Euro). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug minus 15,9 Mio Euro (i.Vj. minus 41,6
Mio Euro). Er wurde im Vorjahr maßgeblich geprägt durch die Begebung und Tilgung von
Anleihen und Krediten sowie die Veränderungen in der Konzernfinanzierung, vor allem
infolge der Auszahlung an den letzten stillen Immobilieninvestor. Mit 768,3 Mio Euro lag die Bilanzsumme des Jenoptik-Konzerns zum 30. Juni 2016 auf
dem Niveau vom Jahresende 2015 (31.12.2015: 769,2 Mio Euro). Der Rückgang der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen führte
zu einer Abnahme der langfristigen Vermögenswerte auf 371,0 Mio Euro (31.12.2015:
382,8 Mio Euro), hauptsächlich bedingt durch planmäßige Abschreibungen und Währungseffekte. Die Vorräte stiegen auf 176,9 Mio Euro (31.12.2015: 167,1 Mio Euro), da auftragsbedingt
wie in den Vorjahren Vorleistungen für künftige Umsätze erbracht wurden. Dies sowie
die Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf 88,5 Mio Euro (31.12.2015:
83,8 Mio Euro) infolge des sehr guten Free Cashflows führte im Vergleich zum Jahresende
2015 zu einer Erhöhung der kurzfristigen Vermögenswerte auf 397,3 Mio Euro (31.12.2015:
386,3 Mio Euro). Die Forderungen lagen stichtagsbedingt mit 131,0 Mio Euro unter dem
Wert vom Jahresende 2015 (31.12.2015: 135,0 Mio Euro). Das Working Capital erhöhte sich zum Ende des 1. Halbjahres 2016 leicht auf 220,6
Mio Euro (31.12.2015: 215,5 Mio Euro), lag aber unter dem Wert der Vorjahresperiode
(30.6.2015: 239,0 Mio Euro), unter anderem durch ein verbessertes Forderungsmanagement.
Die Working-Capital-Quote, das Verhältnis von Working Capital zu Umsatz auf Basis
der letzten zwölf Monate, blieb mit 32,5 Prozent auf dem Niveau vom Jahresende 2015
(31.12.2015: 32,2 Prozent), aber deutlich unter dem Wert der Vorjahresperiode (30.6.2015:
35,4 Prozent). Das Ende Juni ausgewiesene Ergebnis nach Steuern gemindert um die ausgezahlte Dividende
sowie um Währungseffekte aus der Umrechnung konsolidierter Abschlüsse führte zu einem
Anstieg des Eigenkapitals auf 441,1 Mio Euro (31.12.2015: 435,1 Mio Euro). Die Eigenkapitalquote
verbesserte sich damit auf 57,4 Prozent (31.12.2015: 56,6 Prozent). Im Vergleich zu Ende Dezember 2015 blieben die langfristigen Schulden mit 168,0 Mio
Euro nahezu unverändert (31.12.2015: 169,5 Mio Euro). Auch bei den darin enthaltenen
Positionen, wie beispielsweise langfristige Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen,
gab es keine größeren Veränderungen. Wesentlicher Bestandteil der langfristigen Schulden
sind die 2011 bzw. 2015 begebenen Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von
125 Mio Euro und einer ursprünglichen Laufzeit von fünf beziehungsweise sieben Jahren. Die kurzfristigen Schulden verminderten sich im Vergleich zum Jahresende 2015 auf
159,2 Mio Euro (31.12.2015: 164,5 Mio Euro). Der Rückgang ist vor allem auf niedrigere
kurzfristige Rückstellungen zurückzuführen, die infolge des periodischen Abbaus von
Personalrückstellungen aufgrund der Auszahlung der variablen Gehaltsbestandteile der
Mitarbeiter sanken. Bei den übrigen Positionen gab es insgesamt nur geringe Veränderungen. Unternehmenskäufe und -verkäufe. Im 1. Halbjahr 2016 gab es keine Unternehmenskäufe und -verkäufe. Bei den nicht bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten verweisen wir auf
die Angaben im Geschäftsbericht 2015 auf Seite 98 und die Angaben zu Eventualverbindlichkeiten
auf Seite 186. 3 Segmentbericht3.1 Segment Optics & Life ScienceUmsatz. Das Segment Optics & Life Science verzeichnete in den ersten sechs Monaten 2016 mit
108,1 Mio Euro ein leichtes Umsatzplus von 2,8 Prozent (i.Vj. 105,1 Mio Euro). Wesentlicher
Treiber dieser Entwicklung war vor allem das Geschäft mit Lösungen für die Informations-
und Kommunikationsbranche und zum Teil für die Halbleiterausrüstungsindustrie. Darüber
hinaus hat das Segment neue Produkte im Markt eingeführt. Der Absatz von Lasersystemen
für die Medizintechnik blieb auch nach sechs Monaten schwächer als im Vorjahr. Das
Segment steuerte insgesamt 33,1 Prozent zum Konzernumsatz bei (i.Vj. 33,2 Prozent).
Die Umsätze in Deutschland gingen von 24,7 Mio Euro auf 22,6 Mio Euro zurück. Die
Erlöse in Europa (ohne Deutschland) legten dagegen auf 37,7 Mio Euro deutlich zu (i.Vj.
29,7 Mio Euro). Auch die Umsätze in der Region Asien/Pazifik konnten gesteigert werden.
In Amerika hingegen verzeichnete das Segment einen Umsatzrückgang. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibung (EBITDA) lag mit 17,3 Mio
Euro um 20,5 Prozent über dem Vorjahresniveau (i.Vj. 14,4 Mio Euro). Das Ergebnis
der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) verbesserte sich mit 13,3 Mio Euro gegenüber dem
Vorjahr sogar um 29,2 Prozent (i.Vj. 10,3 Mio Euro), im Vergleich zum Vorjahresquartal
um 60,4 Prozent. Die EBIT-Marge belief sich auf 12,3 Prozent (i.Vj. 9,8 Prozent). Beim Auftragseingang erzielte das Segment einen Anstieg um 18,3 Prozent auf 113,6
Mio Euro (i.Vj. 96,0 Mio Euro). Im Verhältnis zum Umsatz ergibt sich daraus eine Book-to-Bill-Rate
von 1,05 (i.Vj. 0,91). Die Entwicklung im Auftragseingang ging zum überwiegenden Teil
von der Sparte Healthcare & Industry aus. Im Juni erhielt sie einen Auftrag für mehr
als 11 Millionen US-Dollar und liefert Laser für den medizinischen Einsatz an einen
US-amerikanischen Kunden. Der Auftrag ist im Auftragseingang des Segments sowie in
den Kontrakten enthalten. Der Auftragsbestand im Segment lag auf Vorjahresniveau und betrug Ende Juni 2016 74,2
Mio Euro (31.12.2015: 73,7 Mio Euro). Darüber hinaus bestehen Kontrakte in Höhe von
17,2 Mio Euro. Mit 7,9 Mio Euro verdoppelte das Segment im Vergleich zum Vorjahr den in der Berichtsperiode
erzielten Free Cashflow (i.Vj. 3,9 Mio Euro), vor allem infolge des verbesserten Ergebnisses
und geringerer Auszahlungen für das Working Capital. Die Mitarbeiterzahl lag im 1. Halbjahr 2016 mit 1.149 Mitarbeitern leicht über dem
Niveau von Ende 2015 (31.12.2015: 1.144 Mitarbeiter). DAS SEGMENT OPTICS & LIFE SCIENCE AUF EINEN BLICKscroll
1
Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 201 5 3.2 Segment MobilityDer Umsatz des Segments in den ersten sechs Monaten 2016 lag mit 109,0 Mio Euro unter
dem Vorjahresniveau (i.Vj. 113,0 Mio Euro). Positiv entwickelte sich die Sparte Automotive,
insbesondere der Bereich der Laseranlagen. Das Geschäft mit Verkehrssicherheitstechnik
blieb auch im 1. Halbjahr 2016 aufgrund der Investitionsschwäche der Erdöl-exportierenden
Länder und des erwartungsgemäß noch verhaltenen US-Geschäfts unter dem Niveau des
Vorjahres. Während die Umsätze des Segments in Deutschland zulegten, fielen sie in
Europa (ohne Deutschland) deutlich niedriger aus. In Amerika und im asiatisch-pazifischen
Raum zeigten beide Sparten eine unterschiedliche Entwicklung, konnten insgesamt aber
die Erlöse steigern. Der Anteil des Segments am Konzernumsatz reduzierte sich von
35,7 Prozent im Vorjahr auf 33,3 Prozent. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibung (EBITDA) ging im Berichtszeitraum
um 5,1 Prozent auf 11,1 Mio Euro zurück (i.Vj. 11,7 Mio Euro). Das Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit (EBIT) des Segments fiel um 4,7 Prozent auf 7,1 Mio Euro (i.Vj. 7,5 Mio
Euro). Diese Entwicklung ist vor allem auf den gesunkenen Umsatz zurückzuführen. Die
EBIT-Marge erreichte dementsprechend 6,5 Prozent (i.Vj. 6,6 Prozent). Da der Auftragseingang im Segment Mobility den Umsatz der Berichtsperiode überstieg,
erreichte die Book-to-Bill-Rate in den ersten sechs Monaten 2016 einen Wert von 1,17
(i.Vj. 1,26). Der Auftragseingang lag mit 128,0 Mio Euro unter dem Vorjahreswert (i.Vj.
142,5 Mio Euro). Rückläufig war das Volumen der neuen Aufträge im Bereich der Verkehrssicherheit. Im
Auftragseingang noch nicht enthalten sind die bereits gemeldeten mehrjährigen Großaufträge
im jeweils mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich in Kanada und Australien.
Weitere größere Projekte befinden sich derzeit noch in der Ausschreibungsphase. Hier
wird im Jahresverlauf mit einer Vergabe gerechnet. Der Auftragsbestand des Segments lag mit 111,1 Mio Euro 19,9 Prozent über dem Wert
vom Jahresende 2015 (31.12.2015: 92,7 Mio Euro). Darüber hinaus bestehen Kontrakte
in Höhe von 8,7 Mio Euro. Zum 30. Juni 2016 waren im Segment 1.214 Mitarbeiter beschäftigt (31.12.2015: 1.207
Mitarbeiter). Der Jenoptik-Konzern investiert insgesamt rund 15 Mio US-Dollar in seinen US-Standort
Rochester Hills, Michigan. Dort entsteht ein neuer moderner Technologie-Campus für
Messtechnik und Laseranlagen für die nordamerikanische Automobilindustrie. Das Projekt
ist aktuell die größte Einzelinvestition des Konzerns. DAS SEGMENT MOBILITY AUF EINEN BLICKscroll
1
Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2015 3.3 Segment Defense & Civil SystemsDer Umsatz des Segments Defense & Civil Systems konnte im 1. Halbjahr 2016 erwartungsgemäß
deutlich zulegen. Mit 111,6 Mio Euro und einem Plus von 11,9 Prozent erreichte der
Umsatz den höchsten Wert in einem ersten Halbjahr (i.Vj. 99,7 Mio Euro). Mit 57,2
Mio Euro wurde zugleich der höchste Umsatz in einem Soloquartal verbucht. Zurückzuführen
ist diese Entwicklung überwiegend auf die Bereiche Energie- und Luftfahrtsysteme sowie
auf das Servicegeschäft. Der Anteil des Segments am Konzernumsatz erhöhte sich auf
34,1 Prozent (i.Vj. 31,5 Prozent). In Deutschland - dem größten Absatzmarkt des Segments
- stieg der Umsatz infolge des guten Geschäfts mit inländischen Systemhäusern auf
65,0 Mio Euro (i.Vj. 52,7 Mio Euro). Zuwächse wurden auch in Europa und im asiatischpazifischen
Raum erzielt. In Amerika gingen die Erlöse dagegen zurück, hier war im Vorjahr ein
Teil eines Großauftrags (siehe Auftragseingang) abgerechnet worden. Das Segment erwirtschaftete im 1. Halbjahr 2016 ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
vor Abschreibung (EBITDA) von 11,5 Mio Euro (i.Vj. 8,5 Mio Euro). Das Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit (EBIT) verbesserte sich von 6,1 Mio Euro im Vorjahr um 52,1
Prozent auf 9,2 Mio Euro. Hauptursachen hierfür waren zum einen die gute Umsatzentwicklung
und zum anderen ein margenstarker Produktmix. Die EBIT-Marge erreichte in den ersten
sechs Monaten 8,3 Prozent, im Soloquartal sogar 10,6 Prozent (i.Vj. 6,1 Prozent bzw.
9,3 Prozent). Der Auftragseingang reduzierte sich im Berichtszeitraum um 17,7 Prozent auf 80,2 Mio
Euro (i.Vj. 97,4 Mio Euro). Im Vorjahr war hier ein Großauftrag über die Lieferung mobiler Stromerzeuger-Aggregate
für das Flugabwehrraketensystem Patriot an das US-amerikanische Unternehmen Raytheon
enthalten. Einige größere Projekte befinden sich derzeit noch in der Ausschreibungsphase.
Die Book-to-Bill-Rate des Segments betrug 0,72 nach 0,98 im Vorjahr. Der Auftragsbestand des Segments sank um insgesamt 31,6 Mio Euro auf 178,0 Mio Euro
(31.12.2015: 209,7 Mio Euro), was im Wesentlichen auf die Abarbeitung langfristiger
Großprojekte zurückzuführen ist. Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs, der guten Ergebnissituation sowie eines
optimierten Forderungs- bzw. Liquiditätsmanagements verbesserte sich der Free Cashflow
des Segments signifikant von 0,3 Mio Euro auf 15,2 Mio Euro. Zum 30. Juni 2016 waren im Segment 862 Mitarbeiter beschäftigt (31.12.2015: 881 Mitarbeiter). DAS SEGMENT DEFENSE & CIVIL SYSTEMS AUF EINEN BLICKscroll
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Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2015 4 NachtragsberichtEs gab keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag 30. Juni
2016. 5 Risiko- und ChancenberichtIm Rahmen der Berichterstattung zum Risiko- und Chancenbericht verweisen wir auf die
Ende März 2016 veröffentlichten Angaben im Geschäftsbericht 2015 auf den Seiten 110
bis 121. Wesentliche Änderungen dort beschriebener Risiken und Chancen sind im Verlauf der
ersten sechs Monate 2016 nicht eingetreten. Gleichwohl werden mögliche Auswirkungen
des Brexit auf die Gesellschaft kontinuierlich analysiert. 6 Prognosebericht6.1 Ausblick auf Gesamtwirtschaft und BranchenDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Juli wegen des Brexit-Votums seine Wachstumsprognosen
gesenkt, vor allem für europäische Industriestaaten. Für das laufende Jahr wird nur
noch ein globales Wachstum von 3,1 Prozent erwartet, das sind 0,1 Prozentpunkte weniger
als in der letzten Prognose im April 2016. Besonders deutlich reduziert wurden die
Prognosen für Großbritannien: Die britische Wirtschaft wird 2016 laut IWF nur noch
um 1,7 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte weniger wachsen. Für 2017 rechnet der IWF
mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Vor der Brexit-Entscheidung lag die Prognose bei
2,2 Prozent. Wegen geringer Handelsbeziehungen zu Großbritannien werde es in China
kaum Einbußen im Wirtschaftswachstum geben, so der IWF. Auch in den USA ist der Grund
für die Prognosesenkung nicht der Brexit, sondern das unerwartet schwache Wachstum
im 1. Quartal. Dem IWF zufolge hat der Brexit die wirtschaftlichen, politischen und institutionellen
Unsicherheiten erheblich erhöht. Die Auswirkungen auf die einzelnen Länder seien noch
schwer abzuschätzen. Negative Folgen erwarten vor allem exportorientierte Unternehmen
der Elektroindustrie, der Automotive-Branche, der Metallindustrie sowie im Maschinenbau,
so das Ergebnis einer Umfrage des Ifo-Institutes. Auch die politischen Verwerfungen und die Notstandsgesetzgebung in der Türkei sorgen
für Verunsicherung und könnten die Wirtschaftsbeziehungen belasten, so der deutsche
Sachverständigenrat für Wirtschaft. Exporte und ausländische Direktinvestitionen könnten
zurückgehen, Aufträge auf Eis gelegt werden. Als Folge drohen der Türkei eine starke
Abwertung der Landeswährung, Inflation und finanzielle Instabilität, urteilt auch
der Bundesverband für Groß- und Außenhandel (BGA). Weitere Risiken für die Weltwirtschaft sieht der IWF in den ungelösten Bankenproblemen
in Südeuropa, fehlenden Strukturreformen, zunehmendem Protektionismus sowie geopolitischen
Unruhen und Terrorismus. Infolge des Brexit-Referendums hat auch die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose gesenkt.
Erste Annahmen gehen von 0,2 bis 0,5 Prozent weniger Wachstum in der Euro-Zone im
Jahr 2017 aus. Die deutsche Bundesregierung hat ihre Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung, die
sie im April veröffentlicht hat, noch nicht geändert. Sie geht weiterhin von einem
Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent im laufenden Jahr aus sowie von 1,5 Prozent im
Jahr 2017. Die Erwartungen der deutschen Photonik-Unternehmen sind laut einer Umfrage des Industrieverbands
Spectaris positiv: Im laufenden Jahr könne ein Umsatzplus von 5,6 Prozent auf 33,3
Mrd Euro erzielt werden. Dabei soll das Inlandsgeschäft in erheblichem Maße zum Wachstum
beitragen. Trotz Unsicherheiten blicken die Medizintechnikhersteller in Deutschland laut Spectaris
grundsätzlich optimistisch auf das Jahr 2016: Es wird ein erneutes, aber voraussichtlich
schwächeres Umsatzwachstum als im Vorjahr erwartet. Zulegen werde vor allem das Auslandsgeschäft,
insbesondere in Nordamerika. Die Marktentwicklung in China werde sich möglicherweise
verlangsamen. Den Halbleiterausrüstern prognostiziert der Branchenverband SEMI nur eine minimale
Umsatzsteigerung von 1,1 Prozent auf 36,9 Mrd US-Dollar im laufenden Jahr. Nach einem
schwachen Start ins Jahr 2016 wird erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer Belebung
im Markt für Halbleiterausrüstung gerechnet. Dieses Wachstum soll über den Jahreswechsel
anhalten, sodass für 2017 ein Anstieg um 11,0 Prozent auf 41,1 Mrd US-Dollar möglich
ist. Der IT-Analyst Gartner hat seine Jahresprognose im Juli leicht angehoben, erwartet
aber immer noch einen leichten Rückgang der Ausgaben für Halbleiterausrüstung im Jahr
2016. Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer gehen in einer ersten Einschätzung zum Brexit-Votum
davon aus, dass die Ein- und Ausfuhren sich sowohl kurz- als auch mittelfristig im
Saldo schwächer entwickeln werden. Die Investitionsausgaben und die Beschäftigtenzahl
der deutschen Unternehmen in Großbritannien werden infolge der Brexit-Entscheidung
sinken, so der Branchenverband VDMA. Dagegen dürften die Auswirkungen hinsichtlich
Investitionen und Beschäftigte in Deutschland minimal sein. Die größten Risiken seien
eine Zunahme der Handelshemmnisse, die Pfundabwertung bzw. Wechselkursrisiken, die
politische und rechtliche Unsicherheit sowie eine Verlangsamung des britischen Wirtschaftswachstums
für mehrere Jahre. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie steht laut dem Branchenverein VDW vor mehreren
Aufgaben: Angesichts einer starken Verschiebung in der Exportstruktur müssen neue
Wachstumsmärkte erschlossen werden. Die Re-Industrialisierung der USA mit hohen Investitionen
in die Produktionstechnik sei bislang in der Breite unerfüllt geblieben. Dagegen seien
vor allem Südostasien und Indien vielversprechend. Darüber hinaus könne mit stärkerer
Vernetzung und Automatisierung neuer Kundennutzen geschaffen werden. Der Verband der Automobilindustrie rechnet für 2016 mit einem Wachstum des Weltmarktes
um 3,0 Prozent, sodass erstmals die 80-Millionen-Marke bei Neuzulassungen überschritten
werden könne. Der Verunsicherung im Markt durch den Abgasskandal will die Branche
mit verschiedenen Maßnahmen wie neuen Typgenehmigungsverfahren entgegentreten. Die
Branche befinde sich in einer Phase der "automobilen Disruption", eines Umbruchs,
getrieben von den Megatrends Alternative Antriebe und Digitalisierung, die mit massiven
Investitionen in Forschung und Entwicklung verbunden sei. Das Europäische Parlament will die Wettbewerbsfähigkeit von Europas Bahnindustrie
stärken und hat dazu Anfang Juni eine entsprechende Resolution verabschiedet, die
einen verbesserten ordnungspolitischen Rahmen und Forschungsförderung ermöglichen
soll. Bislang stehe Europa Anbietern aus Drittländern weitgehend offen, während es
in Drittländern zahlreiche Hindernisse für europäische Hersteller gebe. In der Luftfahrtindustrie hat der Flugzeugbauer Boeing seine Langzeitprognose erhöht
und rechnet damit, dass bis 2035 branchenweit 39.620 Passagier- und Transportflugzeuge
im Gesamtwert von 5,9 Billionen US-Dollar verkauft werden. Damit liegen Boeings Erwartungen
4,1 Prozent über der vorherigen Marktprognose. Airbus geht von 33.000 neuen Maschinen
im Wert von 5,2 Billionen US-Dollar aus. Branchenexperten sehen 2016 als ein Konsolidierungsjahr
im Flugzeugbau; die Zeiten der Rekordbestellungen seien vorbei. Infolge einer geringeren
Nachfrage nach seinem Großraumflugzeug will Airbus die Produktion um mehr als die
Hälfte verringern: Ab 2018 sollen jährlich nur noch zwölf Maschinen des Typs A380
die Werkshallen verlassen. Im Jahr 2015 waren es noch 27 Maschinen. Die Bundesregierung hat im Juni 2016 angekündigt, die Ausgaben für Verteidigung in
den nächsten Jahren stärker zu erhöhen als bislang geplant. Im Zusammenhang mit den
geopolitischen Konflikten und der Terrorismusgefahr in Europa steigen auch die Erwartungen
der Bündnispartner, sodass künftig mehr als 1,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes
für Verteidigung ausgegeben werden sollen. Für die anderen Branchen wurden keine wesentlichen neuen Prognosen veröffentlicht.
Wir verweisen deshalb auf die Angaben im Geschäftsbericht 2015 ab Seite 122. WACHSTUMSPROGNOSE FÜR DAS BRUTTOINLANDSPRODUKTscroll
Quelle: Internationaler Währungsfonds, Juli 2016 6.2 Langfristige Prognosen und ZieleFür den mittel- bis langfristigen Ausblick verweisen wir auf den im März 2016 veröffentlichten
Geschäftsbericht 2015, insbesondere auf die Angaben im Kapitel "Ziele und Strategien"
ab Seite 65 sowie im Prognosebericht ab Seite 122. Jenoptik plant, bis Ende 2018 inklusive kleinerer Akquisitionen unverändert einen
Jahresumsatz von rund 800 Mio Euro bei einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 9 bis
10 Prozent über die Zyklen hinweg zu erreichen. Um diese Ziele zu realisieren, strebt
das Unternehmen ein überproportionales Wachstum im Ausland an, insbesondere in Amerika
und Asien/Pazifik. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes (2015: 32,7 Prozent) sollen bis
2018 in den beiden Zielregionen erzielt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sich die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen
nicht verschlechtern. Dazu gehören die aktuell noch nicht abschätzbaren Auswirkungen
des Brexit sowie der Entwicklung in der Türkei, Regulierungen auf europäischer Ebene,
Exportrestriktionen, die weiteren Entwicklungen in China, im Nahen Osten und der Russland-Ukraine-Konflikt. 6.3 Künftige Entwicklung der GeschäftslageDer Jenoptik-Konzern verfolgt seine strategische Agenda konsequent weiter mit dem
Ziel, profitables Wachstum in allen Segmenten zu erreichen. Umsatzwachstum, daraus
resultierende Skaleneffekte, aber auch Kostendisziplin und höhere Margen aus dem zunehmenden
System- und Servicegeschäft sowie der Ausbau internationaler Vertriebsstrukturen sollen
zu einer Steigerung und Nachhaltigkeit der Ergebnisse führen. Maßnahmen zur Prozessoptimierung
und Projekte zur Konzernentwicklung werden im laufenden Geschäftsjahr fortgesetzt.
Wertsteigernde Akquisitionen prüft Jenoptik intensiv. Die gute Vermögenslage und eine tragfähige Finanzierungsstruktur bieten Jenoptik ausreichend
Handlungsspielraum für die Finanzierung des weiteren Wachstums und Akquisitionen. Nachdem die Entwicklung im 1. Halbjahr 2016 wie erwartet gut verlaufen ist, bestätigt
der Jenoptik-Vorstand die im März veröffentlichte Prognose. Er erwartet 2016 einen
Konzernumsatz zwischen 680 und 700 Mio Euro (i.Vj. 668,6 Mio Euro). Das Konzern-EBIT
soll ebenfalls moderat steigen, die EBIT-Marge zwischen 9,0 und 9,5 Prozent (i.Vj.
9,2 Prozent) liegen. Das Ergebnis vor Steuern soll 2016 eine ähnliche Entwicklung
wie das EBIT zeigen. In Abhängigkeit vom künftigen Steueraufwand wird sich dies auch
im Ergebnis nach Steuern widerspiegeln. Sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung der Geschäftslage wurden auf Basis
des aktuellen Informationsstands getroffen. Sie erfolgen unter der Voraussetzung,
dass sich die wirtschaftliche Lage im Rahmen der in diesem Bericht sowie im Geschäftsbericht
2015 ab Seite 122 gegebenen Konjunktur- und Branchenprognosen entwickelt und sich
kurzfristig keine deutlichen negativen Auswirkungen des Brexit oder aus der Entwicklung
in der Türkei ergeben. Für den Ausblick auf weitere Kenngrößen der Geschäftsentwicklung sowie die Entwicklung
der Segmente 2016 verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2015 ab Seite 125. KONZERNABSCHLUSS
KonzerngesamtergebnisrechnungKonzerngewinn- und -verlustrechnungscroll
Sonstiges Ergebnisscroll
KonzernbilanzAktiva
scroll
Passivascroll
Eigenkapitalveränderungsrechnungscroll
scroll
Konzernkapitalflussrechnungscroll
Informationen nach Segmenten1. Januar - 30. Juni 2016scroll
Vorjahreswerte in Klammern 1
Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2015 Konzernanhang über die ersten sechs Monate 2016MutterunternehmenDas Mutterunternehmen des Jenoptik-Konzerns ist die JENOPTIK AG mit Sitz in Jena,
eingetragen im Handelsregister Jena unter der Nummer HRB 200146. Die JENOPTIK AG ist
an der Deutschen Börse, Frankfurt, notiert und wird unter anderem im TecDax geführt. Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss ("Zwischenabschluss") zum 30. Juni 2016,
der auf Basis des International Accounting Standard (IAS) 34 "Zwischenberichterstattung"
erstellt wurde, werden grundsätzlich die gleichen Bilanzierungsmethoden angewendet
wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015. Dieser wurde nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der EU verpflichtend anzuwenden
sind. Diese Methoden sind im Anhang des Geschäftsberichts 2015 im Einzelnen veröffentlicht
und detailliert beschrieben. Der Geschäftsbericht ist auf unserer Internetseite www.jenoptik.de
unter Investoren/Berichte und Präsentationen abrufbar. Der Zwischenabschluss wurde in der Konzernwährung Euro erstellt und wird, wenn nicht
anders vermerkt, in TEUR angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass Rundungsdifferenzen
zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können. Aus Sicht der Unternehmensleitung enthält dieser Konzernzwischenabschluss alle üblichen,
laufend vorzunehmenden Anpassungen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild des Geschäftsverlaufs des Unternehmens im Berichtszeitraum darzustellen. Die folgenden IFRS wurden im Geschäftsjahr 2016 erstmalig angewendet: Verbesserungen IFRS (2012-2014). Das Annual Improvements Project hat Änderungen an vier Standards vorgenommen. Neben
der Klarstellung bestehender Regelungen wurden Änderungen mit Auswirkungen auf die
Bilanzierung und Anhangangaben aufgenommen. Betroffen sind die Standards IAS 19, IAS
34, IFRS 5 und IFRS 7. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens war der 1. Januar 2016. Diese
Neuerungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss. Änderungen IAS 1 "Darstellung des Abschlusses". Die Änderungen betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben
nur dann notwendig sind, wenn ihr Inhalt nicht unwesentlich ist. Dies gilt explizit
auch dann, wenn ein IFRS eine Liste von Mindestangaben fordert. Zudem werden Erläuterungen
zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung
aufgenommen. Des Weiteren wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis at-Equity
bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Schließlich
erfolgt die Streichung einer Musterstruktur des Anhangs hin zur Berücksichtigung von
Inhalten, die für das jeweilige Unternehmen relevant sind. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens
war der 1. Januar 2016. Diese Änderungen haben keine wesentliche Auswirkung auf den
Konzernabschluss. Änderung IAS 16 "Sachanlagen" und IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte". Mit der Änderung werden weitere Leitlinien zur Festlegung einer akzeptablen Abschreibungsmethode
zur Verfügung gestellt. Umsatzbasierte Abschreibungsmethoden sind demnach für Sachanlagen
nicht und für immaterielle Vermögenswerte lediglich in bestimmten Ausnahmefällen (widerlegbare
Vermutung der Unangemessenheit) zulässig. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens war der
1. Januar 2016. Diese Änderung hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss. Änderung IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen". Mit der Änderung regelt das IASB die Bilanzierung eines Erwerbs von Anteilen an einer
gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
darstellt. In solchen Fällen soll der Erwerber die Grundsätze für die Bilanzierung
von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 anwenden. Zudem greifen auch in diesen
Fällen die Angabepflichten des IFRS 3. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens war der 1.
Januar 2016. Diese Änderung hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss. KonsolidierungskreisIm Konzernabschluss der JENOPTIK AG sind 31 (31.12.2015: 33) vollkonsolidierte Tochtergesellschaften
enthalten. Davon haben 12 (31.12.2015: 14) ihren Sitz im Inland und 19 (31.12.2015:
19) im Ausland. Hintergrund der Verringerung der Anzahl der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften
ist eine Vereinfachung in der Beteiligungsstruktur des Konzerns. Zum Konsolidierungskreis
des Jenoptik-Konzerns gehört unverändert eine gemeinschaftliche Tätigkeit. Seit dem 1. Januar 2016 hat sich Jenoptik mit der neuen Organisationsstruktur konsequenter
an den Markterfordernissen ausgerichtet. Die Geschäftsaktivitäten wurden neu geordnet
und so stärker auf Wachstumsmärkte wie zum Beispiel Medizintechnik, Automotive und
Halbleiterausrüstung fokussiert. Die Segmentberichterstattung folgt dieser neuen Organisationsstruktur.
Die Vorjahresvergleichsinformationen wurden entsprechend angepasst. Wesentliche GeschäftsvorfälleAuf der ordentlichen Hauptversammlung der JENOPTIK AG am 8. Juni 2016 wurde die Ausschüttung
einer Dividende in Höhe von 0,22 Euro pro Aktie beschlossen. Die Auszahlung der Dividende
führte zu einer Minderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 12.592
TEUR. Im Geschäftsjahr wurde von einer Beteiligungsgesellschaft eine Dividende an Jenoptik
in Höhe von 1.693 TEUR ausgezahlt. Die Erträge werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen
und sind dem Segment Mobility zuzuordnen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wurde
in gleicher Höhe positiv beeinflusst. Für eine andere Beteiligung erfolgte im Geschäftsjahr eine Wertaufholung in Höhe von
175 TEUR auf den Beteiligungsbuchwert, da die Gründe für die Wertminderung entfallen
sind. Weitere Informationen sind dem Abschnitt "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte"
zu entnehmen. Darüber hinaus gab es keine weiteren Geschäftsvorfälle, die einen wesentlichen Einfluss
auf den Zwischenabschluss der Jenoptik im 2. Quartal oder kumuliert im 1. Halbjahr
2016 hatten. Zur Veräußerung gehaltene VermögenswerteAufgrund einer geplanten Veräußerung innerhalb eines Zwölfmonatszeitraums wurde eine
Beteiligung gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten eingestuft. Nach dem erstmaligen
Ansatz als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert wurden keine Wertminderungen oder
Wertaufholungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bewertung erfolgte
mit dem Buchwert. Die Veräußerung der Beteiligung erfolgte während des Aufstellungszeitraums des vorliegenden
Zwischenabschlusses. Der zur Veräußerung gehaltene Vermögenswert ist dem Segment Optics
& Life Science zugehörig. Im Vorjahr wurden unter diesem Bilanzposten zwei als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
sowie zugehörige Mobilien ausgewiesen. Die Veräußerung dieser Vermögenswerte erfolgte
planmäßig im Geschäftsjahr 2015. Aufgliederung wesentlicher AbschlusspostenSACHANLAGENscroll
VORRÄTEscroll
FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTEscroll
LANGFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITENscroll
KURZFRISTIGE FINANZVERBINDLICHKEITENscroll
ANDERE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITENscroll
FinanzinstrumenteDie im Folgenden aufgeführten Buchwerte der Posten Zahlungsmittel, zur Veräußerung
verfügbare finanzielle Vermögenswerte, bedingte Verbindlichkeiten und Derivate mit
Hedge-Beziehung entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Die Buchwerte der übrigen
Posten stellen einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. scroll
Die Einstufung in der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte ergibt sich für die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
aus folgender Übersicht: scroll
Vorjahreswerte in Klammern Der Stufe 1 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet, die als quotierte Marktpreise
jederzeit verfügbar sind. Der Stufe 2 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet, die
auf Basis von direkt oder indirekt beobachtbaren Parametern ermittelt werden. Der
Stufe 3 liegen Bewertungsparameter zugrunde, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten
beruhen. Die beizulegenden Zeitwerte der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte
werden auf Basis von Börsenkursen (Stufe 1) beziehungsweise abgezinsten Zahlungsflüssen
(Stufe 3) ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte der Derivate mit Hedge-Beziehung werden anhand anerkannter
Bewertungsmethoden ermittelt. Dabei werden aktuelle Marktdaten herangezogen und diese
den Parametern gegenübergestellt, die dem jeweiligen Derivat zugrunde liegen. Die
verwendeten Marktdaten werden führenden Informationssystemen wie beispielsweise Reuters
entnommen. Kommt eine Interpolation von Marktdaten zur Anwendung, erfolgt diese linear. Die beizulegenden Zeitwerte von bedingten Verbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung
der erwarteten, zum Stichtag abgezinsten Zahlungsabflüsse bewertet. Die im Rahmen
des Unternehmenserwerbs der britischen Vysionics-Gruppe vereinbarte Put-Option für
den Kauf der verbleibenden nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 1.802 TEUR wurde
mit dem Barwert des erwarteten Ausübungspreises erfasst. Im 1. Quartal wurden die
erwarteten Zahlungsabflüsse auf Basis aktueller Informationen neu bewertet und laufzeitadäquat
abgezinst mit Zinssätzen zwischen 0,62 und 0,71 Prozent. Die erfolgswirksame Verbuchung
hat das Finanzergebnis in Höhe von 553 TEUR negativ beeinflusst. Die im operativen
Ergebnis erfassten Gewinne von 174 TEUR resultieren aus der Bewertung dieser in Fremdwährung
bilanzierten Verbindlichkeit. Die Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet und der Stufe 3 zugeordnet sind, kann der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden: scroll
Angaben über Beziehungen mit nahe stehenden Unternehmen und PersonenIm aktuellen Berichtszeitraum wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden
Unternehmen und Personen getätigt. Deutscher Corporate Governance KodexDie aktuelle Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG zum Deutschen
Corporate Governance Kodex wurde den Aktionären über die Jenoptik-Internetseiten unter
www.jenoptik.de/Investoren/Corporate-Governance dauerhaft zugänglich gemacht. Des
Weiteren ist die Erklärung am Sitz der Gesellschaft einsehbar. RechtsstreitigkeitenDie JENOPTIK AG und ihre Konzerngesellschaften sind an mehreren Gerichts- oder Schiedsverfahren
beteiligt. Sofern diese erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns
haben könnten, sind die Verfahren im Konzernabschluss 2015 beschrieben. Bis zum 30.
Juni 2016 haben sich keine weiteren Rechtsstreitigkeiten ergeben, die wesentlichen
Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten. Ereignisse nach dem BilanzstichtagWesentliche Ereignisse nach dem Zwischenabschlussstichtag 30. Juni 2016 lagen nicht
vor. Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und
Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Jena, 4. August 2016 scroll
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