![]() JENOPTIK AGJenaZwischenbericht des Jenoptik-Konzerns Januar bis Juni 2019(ungeprüft)
Jenoptik-Konzern auf einen Blickscroll
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Es wird darauf hingewiesen, dass im vorliegenden Zwischenbericht Rundungsdifferenzen
zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können. ÜberblickGeschäftsentwicklung Januar bis Juni 2019 im Überblick
KonzernlageberichtGeschäft und RahmenbedingungenKonzernstruktur und GeschäftstätigkeitJenoptik ist ein international agierender Photonik-Konzern und Lieferant von hochwertigen
und innovativen Investitionsgütern. Damit ist der Konzern vorrangig Technologiepartner
von Industrieunternehmen. In den Divisionen Light & Safety und VINCORION liefern wir
zudem an öffentliche Auftraggeber, zum Teil indirekt über Systemintegratoren. Mit
dem überwiegenden Teil des Leistungsspektrums ist Jenoptik im Photonik-Markt tätig.
Zu den Schlüsselmärkten zählen vor allem Halbleiterausrüstung, Medizintechnik, Automotive
und Maschinenbau, Verkehr, Luftfahrt sowie Sicherheits- und Wehrtechnik. Der Jenoptik-Konzern ist seit 1. Januar 2019 in den folgenden Divisionen aktiv: Light
& Optics, Light & Production, Light & Safety und VINCORION. Mit der im Januar 2019 in Kraft getretenen neuen Organisationsstruktur haben wir unsere
Markt- und Kundenorientierung weiter verbessert. Die Geschäftsaktivitäten innerhalb
unserer bisherigen Segmente wurden neu geordnet und die betreffenden Teile des operativen
Geschäfts nach einem ähnlichen Markt und Kundenverständnis anhand gleicher Geschäftsmodelle
zusammengefasst. Dies hilft, unsere Produkte und Lösungen noch näher am Kunden zu
positionieren und eröffnet uns bessere Wachstumschancen. In der neuen Division Light & Optics wurden die beiden bisherigen Sparten Optical
Systems und Healthcare & Industry sowie die photonischen Aktivitäten der früheren
Sparte Defense & Civil Systems zusammengeführt. Die Division Light & Production entspricht
der früheren Sparte Automotive und die Division Light & Safety der Sparte Traffic
Solutions. Die Vorjahresangaben zu den Divisionen wurden im vorliegenden Zwischenbericht
entsprechend der neuen Struktur angepasst. Die rechtliche Verschmelzung der JENOPTIK
AG und der JENOPTIK SSC GmbH wurde im 1. Halbjahr 2019 abgeschlossen. Die drei entstandenen photonischen Divisionen Light & Optics, Light & Production sowie
Light & Safety bauen auf einem umfassenden Know-how rund um Optik, Sensorik, Imaging,
Robotik, Datenanalyse und Mensch-Maschine-Schnittstellen auf. Die mechatronischen
Aktivitäten aus dem ehemaligen Segment Defense & Civil Systems werden unter der Marke
VINCORION geführt. Damit sind wir in der Lage, auf Basis der mechatronischen Produkte
und Lösungen die Kunden aus der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie deutlich fokussierter
als bisher anzusprechen. Ziele und StrategienIm Mittelpunkt der Strategie 2022 und der künftigen Entwicklung steht die Konzentration
auf photonische Technologien für wachstumsstarke Märkte. So soll sich Jenoptik in
den kommenden Jahren zu einem globalen und fokussierten Photonik-Unternehmen entwickeln.
Die Strategie steht unter dem Motto "More Light" und beinhaltet die drei Bausteine
"More Focus", "More Innovation" und "More International". Die stärkere Konzentration
auf die Kernkompetenzen soll zu einem optimalen Einsatz der vorhandenen Kapazitäten
und damit einer effizienteren Ressourcenverteilung beitragen. Bis 2022 wollen wir
unsere Entwicklungsleistung, inklusive der Entwicklungen im Kundenauftrag, auf ca.
10 Prozent des Umsatzes steigern. Zudem soll internationale Vielfalt das Unternehmen
stärker als bisher prägen. Das bedeutet internationale Teams aus unterschiedlichen
Kulturkreisen und mehr lokale Entscheidungen vor Ort. Mindestens eine Division soll
bis 2022 ihren Hauptsitz im Ausland haben. Um die Strategie 2022 umzusetzen,
Im Zuge der neuen Strategie hat der Jenoptik-Vorstand für das laufende Geschäftsjahr
2019 folgende Prioritäten definiert:
Für zusätzliche Informationen zur strategischen Ausrichtung des Jenoptik-Konzerns
verweisen wir auf unseren Geschäftsbericht 2018 mit den umfassenden Angaben im Kapitel
"Ziele und Strategien" ab Seite 75 und auf die Jenoptik-Website. Die Jenoptik-AktieAuch im 2. Quartal 2019 setzte sich der globale Konjunkturabschwung durch die anhaltenden
Spannungen im Handel und in der Politik fort. Wirtschaftspolitische Risiken wie die
Ungewissheit um den Brexit, der andauernde Handelskonflikt und die damit einhergehenden
protektionistischen Maßnahmen zwischen den USA und China dämpften das globale Wirtschaftswachstum.
Diese Themen spiegelten sich auch in einer volatilen Entwicklung der Kapitalmärkte
wider. Dennoch konnten die deutschen Indizes in den ersten sechs Monaten des Jahres
eine solide Steigerung verzeichnen. Der deutsche Technologieindex (TecDax) erreichte
Ende Juni 2019 einen Stand von 2.876 Punkten und konnte damit seit Jahresbeginn um
16,7 Prozent zulegen. Der SDax notierte am letzten Handelstag des 2. Quartals bei
11.378 Zählern, was einer Zunahme von 18,9 Prozent entsprach. Die Jenoptik-Aktie zeigte bis Ende April 2019 eine sehr beeindruckende Entwicklung.
Am ersten Handelstag 2019 startete die Aktie mit einem Schlusskurs von 23,74 Euro.
Im weiteren Verlauf legte das Papier kontinuierlich zu und notierte am 24. April auf
einem Hoch von 36,45 Euro. Danach verlor das Papier deutlich an Wert. Am Ende des
Berichtszeitraums wurde die Aktie für 28,45 Euro gehandelt, ein Plus von 19,8 Prozent
seit Jahresbeginn. Die Marktkapitalisierung von Jenoptik betrug zu diesem Zeitpunkt
1.628,4 Mio Euro. Im Juli verstärkten sich die Unsicherheiten in der Wirtschaft und am Kapitalmarkt,
was sich auch im Kurs unserer Aktie spürbar niederschlug. Das Papier fiel bis Ende
Juli 2019 auf 25,50 Euro zurück. Die Gesamtrendite (Total Shareholder Return) betrug
im 6-Monats-Zeitraum 21,3 Prozent (i.Vj. 57,8 Prozent). Im Februar 2019 informierte uns der SMALLCAP World Fund, USA, dass sich sein Anteil
an Jenoptik von 3,34 Prozent auf 5,04 Prozent erhöht hat. Im Mai meldete Invesco Ltd.,
Bermuda, einen Anteil von 4,11 Prozent aufgrund der Fusion mit Oppenheimer Funds Inc.,
USA. Der Handel mit Jenoptik-Aktien fiel 2019 nicht so stark aus wie im vergleichbaren
Vorjahreszeitraum. Durchschnittlich wechselten an den deutschen Börsen (Xetra, Parkett
sowie Tradegate) im 1. Halbjahr 137.406 Aktien pro Tag ihren Besitzer (i.Vj. 185.909),
ein Minus von 26,1 Prozent. Im TecDax-Ranking lag Jenoptik im Juni 2019 bei der Marktkapitalisierung
auf Basis des Streubesitzes von 89,0 Prozent auf Platz 19 (i.Vj. 15), beim Börsenumsatz
auf Rang 25 (i.Vj. Rang 22). Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 12. Juni 2019 beschlossen die Aktionäre eine
Erhöhung der Dividende auf 0,35 Euro je Aktie (i.Vj. 0,30 Euro). Damit stieg die Dividendensumme
von 17,2 Mio Euro im Vorjahr auf einen aktuellen Ausschüttungsbetrag von 20,0 Mio
Euro. Die JENOPTIK AG schüttet bereits seit 2011 ununterbrochen eine Gewinnbeteiligung
an ihre Aktionäre aus. In den letzten fünf Jahren konnte die Dividende jährlich gesteigert
werden. ![]() Ergebnis je Aktiescroll
Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Ergebnis der Aktionäre dividiert durch den gewichteten
Durchschnitt ausstehender Aktien. Kennzahlen zur Jenoptik-Aktiescroll
Aktuell berichten elf Research-Häuser bzw. Banken regelmäßig über Jenoptik. Zum Zeitpunkt
der Berichterstellung empfahlen zwei Analysten, die Aktie zu kaufen, acht rieten zum
Halten und einer zum Verkaufen der Anteilsscheine. Das durchschnittliche Kursziel
aller Analysten belief sich Ende Juli auf 30,50 Euro. Das Jenoptik-Management präsentierte in den ersten sechs Monaten 2019 das Unternehmen
vor Investoren und Analysten auf Konferenzen in Baden-Baden, Berlin, Frankfurt/Main,
Hamburg, Lyon, Warschau und Zürich sowie auf Roadshows unter anderem in Genf, Helsinki,
London, Luxemburg, Mailand und Paris. Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Jenoptik-BranchenDie Weltwirtschaft hat im 1. Halbjahr 2019 an Schwung verloren. Diese Entwicklung
zeichnete sich bereits im 1. Quartal ab, so der Internationale Währungsfond (IWF).
Zunehmende internationale Spannungen, zum Beispiel der Handelskonflikt zwischen den
USA und China sowie der Brexit, bremsten das Wachstum der Weltwirtschaft und belasteten
das Investitionsklima spürbar. Die EU und der südamerikanische Staatenbund Mercosur
schlossen im Juni ein Abkommen über eine der weltweit größten Freihandelszonen. In den vergangenen Monaten blieb die Wirtschaft in den USA auf Wachstumskurs. Im 1.
Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 3,1 Prozent.
Aufgrund der ungelösten Handelskonflikte wuchs die Wirtschaft im 2. Quartal mit 2,1
Prozent deutlich weniger. Zwar waren Privatkonsum und staatliche Ausgaben erneut stark,
es fehlten aber Wachstumsbeiträge aus der Exportwirtschaft. Obwohl die chinesische Wirtschaft zu Beginn des Jahres unerwartet stabil gewachsen
war, erhöhte sich das BIP im 2. Quartal nur um 6,2 Prozent und damit so gering wie
seit 27 Jahren nicht mehr, so das Statistikamt in Peking. Unsicherheiten entstanden
in den vergangenen Monaten durch externe Faktoren, vor allem durch den Handelskrieg
mit den USA. In Deutschland verstärkten sich in den vergangenen Monaten die Anzeichen für eine
rückläufige Konjunktur. Folglich sank der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni auf den
niedrigsten Wert seit November 2014. Das 1. Halbjahr wurde durch den Handelsstreit
zwischen China und den USA, die Brexit-Verhandlungen und eine potenzielle Euro-Krise
in Italien geprägt. In der deutschen Industrie sanken die Aufträge im Juni den sechsten
Monat in Folge. Ebenso verlangsamte der Fachkräftemangel in Deutschland die wirtschaftliche
Dynamik. Die Bundesbank kommt zu dem Schluss, dass sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
im 2. Quartal leicht verringert. Photonik gilt heute als Schlüsseltechnologie für die Zukunft und entwickelt sich dank
guter Auftragslage mit starkem Wachstum weiter, wie die Zusammenfassung des Industrieverbands
Spectaris zeigte. Der Aufwärtstrend wird von Themen wie autonomes Fahren, digitale
Produktion und neuen Entwicklungen im medizinischen Bereich getrieben. Im 2. Quartal
veröffentlichte Spectaris einen neuen Trendreport Photonik: Die deutschen Hersteller
verzeichneten 2018 einen Umsatz von 37,1 Mrd Euro (i.Vj. 34,8 Mrd Euro) und eine Exportquote
von 72 Prozent. Der Weltmarktindex Photonik bestätigt den positiven Trend: Er zeigt
im Jahresvergleich 2018 zu 2011 ein internationales Umsatzwachstum von 50 Prozent. Die Medizintechnikbranche in Deutschland hat 2018 erstmals die 30-Milliarden-Euro-Umsatz-Marke
überstiegen und blieb damit weiterhin ein starker Antrieb für die deutsche Wirtschaft,
wie Spectaris Anfang Juni 2019 meldete. Davon wurden rund 65 Prozent im Ausland erwirtschaftet.
Das Exportwachstum fiel infolge der Handelshemmnisse mit 3,3 Prozent eher gering aus,
so Spectaris. Bereits im 1. Quartal verzeichnete die Halbleiterindustrie den größten Rückgang in
den letzten 35 Jahren. Der globale Umsatz lag im 1. Quartal 13 Prozent unter dem Vorjahr,
im April und Mai mit je 14,6 Prozent deutlich unter dem Wert des jeweiligen Vorjahresmonats.
Die konjunkturelle Situation und der Handelsstreit zwischen USA und China hat das
weltweite Wachstum der Branche verlangsamt. Diese Unsicherheiten aus geopolitischen
Spannungen bremsten auch die Entwicklung in der Halbleiterausrüstungsindustrie. Der
Fachverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) meldete für
April und Mai 2019 einen leichten Aufwärtstrend beim Umsatz der nordamerikanischen
Ausrüster, allerdings lagen die Werte mit zweistelligen Minusraten deutlich unter
dem Vorjahr. Die Marktvolatilität aufgrund des makroökonomischen Umfelds setzte sich
fort. Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau ging in jedem der vergangenen Monate
zurück. Auslöser dafür waren vor allem konjunkturelle Veränderungen und die bereits
genannten wirtschaftspolitischen Einflüsse. Die Inlandsnachfrage stagnierte im Mai
nahezu mit minus 1 Prozent. Die Auftragseingänge aus den EU-Ländern gingen um 6 Prozent
zurück, die aus dem restlichen Ausland sanken um 10 Prozent, so der VDMA. Entgegen den Prognosen aus dem 1. Quartal meldet der Weltverband International Federation
of Robotics (IFR) trotz schlechter konjunktureller Bedingungen neue Absatzrekorde
für die Robotik-Branche. Die Umsätze stammten im 1. Halbjahr vor allem aus großen
Märkten wie China, Japan, Südkorea, den USA und Deutschland. Die Automobilindustrie wurde im vergangenen Halbjahr verstärkt durch geopolitische
Risiken belastet, nicht zuletzt durch Handelskonflikte und Strafzölle für Autoimporte.
Als Folge schließen immer mehr Automobilhersteller Allianzen, wodurch die gesamte
Entwicklung der Branche beeinflusst wird. Weitere Treiber sind die Digitalisierung,
Elektromobilität und Nachhaltigkeitsaspekte wie eine verschärfte Abgas- bzw. Umweltnorm.
Anzeichen für ein Ende des Branchenwachstums der letzten Jahre waren diverse Gewinnwarnungen
von Autobauern und -zulieferern sowie Ankündigungen von Werkschließungen und Stellenabbau.
In allen großen Absatzregionen bis auf Brasilien wurden in den ersten sechs Monaten
2019 weniger Fahrzeuge abgesetzt als im Vorjahreszeitraum, so der deutsche Verband
der Automobilindustrie (VDA). Im Bereich der Verkehrssicherheit drehte sich in Deutschland im vergangenen 1. Halbjahr
vieles um die geplante Pkw-Maut. Nach langen Diskussionen wurde dieses Vorhaben im
Juni durch den Europäischen Gerichtshof als ein Verstoß gegen EU-Recht bewertet. In
den USA mehrten sich im 1. Halbjahr Anzeichen für eine zunehmende Opposition gegen
Maßnahmen zur Verkehrskontrolle. Das Statistische Bundesamt meldete Anfang Juli die
Verkehrsstatistik für 2018: Demnach sind im vergangenen Jahr in Deutschland 3.275
Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen, 3 Prozent mehr als im Vorjahr. In Niedersachsen wurde Anfang 2019 eine Jenoptik-Anlage zur Abschnittskontrolle in
Betrieb genommen. Nach einer gerichtlich verordneten Pause kann die Anlage im Sommer
2019 wieder in Betrieb genommen werden. Anfang Juli 2019 veröffentlichte der Saarländische Verfassungsgerichtshof ein Urteil
zu einer Verfassungsbeschwerde im Zusammenhang mit einem Geschwindigkeitsverstoß,
der mit dem Jenoptik-Messgerät TraffiStar S350 ermittelt wurde. Das Gericht war der
Auffassung, dass der Beschwerdeführer ein Recht auf Erhalt und Überprüfung der von
dem Gerät erzeugten, aber nicht gespeicherten Rohmessdaten hat. Die TraffiStar S350-Anlage
speichert diese Daten - ebenso wie Geräte anderer Hersteller - nicht. Daraufhin wurden
die betroffenen Messanlagen und auch Anlagen anderer Hersteller im Saarland abgeschaltet.
Jenoptik hält das Urteil für nicht richtig, wird jedoch die Zulassung eines Software-Updates
durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt beantragen, das eine Wiederinbetriebnahme
der Anlagen ermöglichen würde. In der Luftfahrtbranche offenbarten sich im 1. Quartal Unsicherheiten durch aktuelle
politische Entscheidungen und gesellschaftliche Diskussionen, zum Beispiel über besseren
Klimaschutz im Luftverkehr. Auf der Luftfahrtmesse Le Bourget im Juni meldeten die
beiden großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing negative Auftragsbilanzen: Bei beiden
überstiegen in den ersten fünf Monaten 2019 die Auftragsstornierungen die Auftragseingänge.
Boeing ist zudem nach zwei Flugzeugabstürzen weiterhin durch das anhaltende Flugverbot
für die Boeing 737 Max und damit verbundene Ausfälle und Sonderzahlungen auch kommerziell
in Bedrängnis. In der Sicherheits- und Wehrtechnik haben vor allem US-Rüstungsunternehmen eine steigende
Nachfrage aus Europa gemeldet: So würden laut Boeing oder Lockheed Martin vor allem
Kampfflugzeuge und Raketenabwehrsysteme nachgefragt, nicht zuletzt infolge der Spannungen
zwischen den USA und dem Iran. In Deutschland wurden trotz der Exportbeschränkung
für Rüstungsgüter gegen einige arabische Staaten im 1. Halbjahr 2019 mehr Rüstungsexporte
genehmigt als im gesamten Vorjahr. Laut Rüstungsexportbericht vom Juli 2019 betrugen
die Ausfuhren in den ersten sechs Monaten 5,3 Mrd Euro. Das entspricht im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum einem Anstieg von 107 Prozent. 2018 lag das Gesamtvolumen der
Einzelgenehmigungen bei 4,8 Mrd Euro, so das Wirtschaftsministerium. Für die anderen Branchen, die für Jenoptik relevant sind, wurden keine wesentlichen
neuen Berichte veröffentlicht. Wir verweisen deshalb auf die Seiten 88 ff. im Geschäftsbericht
2018 und auf den Bericht zum 1. Quartal 2019. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageIn den Tabellen des Lageberichts, die wichtige Kennzahlen nach Segmenten aufgliedern,
sind in dem Posten "Sonstige" das Corporate Center (Holding, Shared Services, Immobilien)
sowie Konsolidierungseffekte enthalten. Seit dem 1. Januar 2019 hat Jenoptik folgende
berichtspflichtige Segmente: die Divisionen Light & Optics, Light & Production, Light
& Safety sowie VINCORION. ErtragslageDer Konzern realisierte in den ersten sechs Monaten 2019 einen Umsatz in Höhe von
383,1 Mio Euro. Damit lagen die Erlöse auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums
(i.Vj. 384,7 Mio Euro). Im Quartalsvergleich stiegen die Umsätze um 8,2 Prozent von
184,0 Mio Euro im 1. Quartal auf 199,1 Mio Euro. Zugelegt hat die Division Light &
Production, auch aufgrund des Umsatzbeitrags der 2018 akquirierten Unternehmen von
rund 29 Mio Euro. Die Erlöse der Division Light & Optics blieben aufgrund des guten
Geschäfts mit der Halbleiterausrüstungsindustrie auf Vorjahresniveau. Im Umsatz der
Division Light & Safety war im 1. Halbjahr 2018 ein deutlicher Beitrag von rund 25
Mio Euro aus der Abrechnung des Mautprojektes enthalten, der nicht vollständig kompensiert
werden konnte. Bei VINCORION wirkte sich vor allem die Verlängerung der Rüstungsexportrestriktionen
durch die Bundesregierung negativ auf den Geschäftsverlauf aus. Jenoptik erzielte im 1. Halbjahr 2019 ausschließlich im außereuropäischen Ausland
Umsatzzuwächse. Infolgedessen stieg der Anteil des Auslandsumsatzes auf 72,7 Prozent
(i.Vj. 67,4 Prozent). Die Erlöse in den beiden Wachstumsregionen Amerika und Asien/Pazifik
lagen mit 153,6 Mio Euro spürbar über dem Vorjahr (i.Vj. 126,5 Mio Euro). Auch prozentual
fiel ihr Anteil am Konzernumsatz mit 40,1 Prozent deutlich höher aus (i.Vj. 32,9 Prozent).
In Amerika stieg der Umsatz insbesondere aufgrund des Beitrags von Prodomax Automation
Ltd. (Prodomax) um 27,0 Prozent, in der Region Asien/Pazifik um 10,9 Prozent. Dagegen
war der Umsatz in Europa mit minus 6,1 Prozent rückläufig. Im Inland sanken die Erlöse
deutlich um insgesamt 16,6 Prozent auf 104,7 Mio Euro (i.Vj. 125,5 Mio Euro). Im Vorjahr
waren hier die Beiträge aus der Abrechnung des Mautprojekts enthalten. Eine Übersicht
über die regionale Verteilung der Umsätze ist im Bericht auf Seite 27 zu finden. Umsatz
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Die Umsatzkosten reduzierten sich um 1,8 Prozent auf 245,0 Mio Euro (i.Vj. 249,4 Mio
Euro) und sanken damit stärker als der Umsatz. Dies führte zu einem Bruttoergebnis
von 138,1 Mio Euro (i.Vj. 135,3 Mio. Euro). Die Bruttomarge verbesserte sich entsprechend
auf 36,0 Prozent (i.Vj. 35,2 Prozent). Eine der strategischen Prioritäten, die sich der Konzern für das laufende Geschäftsjahr
gesetzt hat, ist die Förderung von Innovationen durch zunehmende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
(F+E). Im Konzern erhöhten sich in den ersten sechs Monaten die F+E-Kosten auf 24,6
Mio Euro (i.Vj. 22,9 Mio Euro). Die in den Umsatzkosten verbuchten Entwicklungsaufwendungen
im Kundenauftrag lagen mit 8,3 Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 9,6 Mio Euro.
Im 1. Halbjahr 2018 waren hier Kosten im Zusammenhang mit dem Mautprojekt enthalten.
Die F+E-Gesamtleistung stieg auf 34,1 Mio Euro (i.Vj. 33,4 Mio Euro), das entspricht
einem Anteil am Konzernumsatz von 8,9 Prozent (i.Vj. 8,7 Prozent). Bedingt durch den weiteren Ausbau der internationalen Aktivitäten und im Zusammenhang
mit der Akquisition von Prodomax stiegen die Vertriebskosten im 1. Halbjahr 2019 auf
47,4 Mio Euro (i.Vj. 42,4 Mio Euro). Die Vertriebskostenquote lag mit 12,4 Prozent
ebenfalls über dem Vorjahresniveau von 11,0 Prozent. Die Verwaltungskosten erhöhten
sich auf 31,0 Mio Euro (i.Vj. 27,3 Mio Euro), im Wesentlichen aufgrund gestiegener
Personalkosten sowie der Verwaltungskosten der 2018 akquirierten Unternehmen, die
im 1. Halbjahr 2018 noch nicht enthalten waren. Ergebniserhöhend wirkten dagegen Effekte
aus der Bewertung aktienbasierter Vergütungen für Vorstand und Teile des Top-Managements.
Die Verwaltungskostenquote stieg auf 8,1 Prozent (i.Vj. 7,1 Prozent). Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen lagen im Saldo bei minus 2,9
Mio Euro (i.Vj. 0,2 Mio Euro). Hervorzuheben sind unter anderem negative Währungseffekte
von insgesamt minus 1,0 Mio Euro (i.Vj. 0,4 Mio Euro) und höhere Aufwendungen für
interne Projekte zur Prozessoptimierung. Entwicklungsleistung
scroll
Die durch verstärkte Investitionen in künftiges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr
gestiegenen Funktionskosten sowie das negative sonstige betriebliche Ergebnis führten
zu einer leichten Verringerung des EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen) - trotz positiver Effekte aus der Einführung
von IFRS 16 in Höhe von 5,5 Mio Euro. Das EBITDA sank um 4,1 Prozent auf 54,0 Mio
Euro (i.Vj. 56,3 Mio Euro). Die EBITDA-Marge reduzierte sich folglich auf 14,1 Prozent
(i.Vj. 14,6 Prozent). Auf Quartalsbasis betrachtet, wurde das EBITDA mit 30,2 Mio
Euro jedoch sowohl gegenüber dem Vorquartal (23,8 Mio Euro) als auch im Vergleich
zum Vorjahresquartal (28,5 Mio Euro) verbessert. EBITDAscroll
Im 1. Halbjahr 2019 lag auch das EBIT mit 32,2 Mio Euro wie erwartet unter dem Vorjahreswert
von 42,8 Mio Euro, ein Rückgang von 24,8 Prozent. Dabei belief sich das EBIT der 2018
erworbenen Unternehmen auf insgesamt 1,5 Mio Euro inklusive der Effekte aus der Kaufpreisallokation
von minus 3,0 Mio Euro. Die EBIT-Marge des Konzerns fiel auf 8,4 Prozent (i.Vj. 11,1
Prozent). Auch hier ist im Jahresverlauf eine Steigerung zu verzeichnen, von 12,8
Mio Euro im 1. Quartal 2019 auf 19,4 Mio Euro im zweiten Quartal. EBITscroll
Das Finanzergebnis blieb mit minus 1,5 Mio Euro im Berichtszeitraum im Vergleich zum
Vorjahr nahezu stabil (i.Vj. minus 1,6 Mio Euro). Durch Erträge aus der Bewertung
von Cash-Positionen konnten die im Vergleich zum Vorjahr geringeren Währungsgewinne
im Finanzergebnis kompensiert werden. Der Konzern erzielte mit 30,7 Mio Euro (i.Vj.
41,2 Mio Euro) ein deutlich geringeres Ergebnis vor Steuern. Die Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag beliefen sich auf 6,5 Mio Euro (i.Vj. 7,9 Mio Euro). Die liquiditätswirksame
Steuerquote stieg aufgrund des höheren Gewinnanteils im Ausland auf 15,2 Prozent (i.Vj.
14,2 Prozent). Das Konzernergebnis nach Steuern reduzierte sich um 27,4 Prozent auf
24,2 Mio Euro (i.Vj. 33,4 Mio Euro). Das Ergebnis je Aktie des Konzerns (EPS) lag
dementsprechend bei 0,42 Euro (i.Vj. 0,59 Euro). Nur leicht unter dem Niveau der Vorjahresperiode lag mit 392,5 Mio Euro der Auftragseingang
(i.Vj. 397,2 Mio Euro), ein Minus von 1,2 Prozent. Die Divisionen Light & Production
sowie Light & Safety konnten mehr neue Aufträge verbuchen. Die Division Light & Optics,
die aufgrund von vorgezogenen Auftragseingängen einen sehr starken Zuwachs im 4. Quartal
2018 verzeichnete, lag im 1. Halbjahr erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert. Die
Book-to-Bill-Rate blieb mit 1,02 nahezu auf dem Vorjahresniveau von 1,03. Auf einem hohen Niveau blieb der Auftragsbestand mit 522,5 Mio Euro (31.12.2018: 521,5
Mio Euro). Vom Auftragsbestand sollen 338,0 Mio Euro bzw. 64,7 Prozent (i.Vj. 300,3
Mio Euro bzw. 57,6 Prozent) noch in diesem Geschäftsjahr zu Umsatz führen und das
geplante Wachstum unterstützen. Darüber hinaus bestanden zum 30. Juni 2019 Kontrakte in Höhe von 56,8 Mio Euro (31.12.2018:
62,5 Mio Euro). Bei Kontrakten handelt es sich um Verträge bzw. Rahmenvereinbarungen,
deren genaue Höhe und Eintrittszeitpunkt noch nicht exakt bekannt sind. Auftragslage
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Die Zahl der Jenoptik-Mitarbeiter stieg in den ersten sechs Monaten 2019 nur leicht
auf 4.074 (31.12.2018: 4.043 Mitarbeiter). Ende Juni 2019 waren 1.006 Mitarbeiter
an den ausländischen Standorten beschäftigt (31.12.2018: 981). Zum 30. Juni 2019 hatte Jenoptik insgesamt 100 Auszubildende (31.12.2018: 117 Auszubildende).
In Deutschland waren 111 Leiharbeiter beschäftigt (31.12.2018: 107 Leiharbeiter). Ausführliche Informationen zur Entwicklung der Divisionen siehe Segmentbericht ab
Seite 13. Mitarbeiter (inkl. Auszubildende)
scroll
Finanz- und VermögenslageZum Ende der ersten sechs Monate 2019 stieg der Verschuldungsgrad, das Verhältnis
von Fremdkapital zu Eigenkapital, von 0,65 Ende 2018 auf 0,71. Grund für den Anstieg
war ein stärkerer Zuwachs des Fremdkapitals bei leicht gesunkenem Eigenkapital, im
Wesentlichen durch die Erstanwendung von IFRS 16. Die Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten um 56,6 Mio Euro infolge der Einführung von
IFRS 16 sowie geringere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente führten zu einer
Nettoverschuldung von 79,0 Mio Euro zum 30. Juni 2019 (31.12.2018: minus 27,2 Mio
Euro). Bis Ende Juni 2019 investierte der Konzern 16,8 Mio Euro in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte, wie angekündigt mehr als im Vorjahreszeitraum (i.Vj. 14,2 Mio Euro).
Mit 14,6 Mio Euro floss der größte Teil der Investitionen in die Sachanlagen (i.Vj.
11,2 Mio Euro), vor allem in die technische Neuausstattung und Kapazitätserweiterung
im Fertigungsbereich. Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
reduzierten sich auf 2,1 Mio Euro (i.Vj. 2,9 Mio Euro). Die planmäßigen Abschreibungen
stiegen, insbesondere infolge der Anwendung von IFRS 16 und der Effekte aus der Kaufpreisallokation,
auf 21,8 Mio Euro (i.Vj. 13,5 Mio Euro). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sank zum 30. Juni 2019 trotz der Erstanwendung
von IFRS 16 auf minus 7,6 Mio Euro (i.Vj. 36,6 Mio Euro). Negativ beeinflusst wurde
der operative Cashflow vor allem von der Veränderung des Working Capitals. Im 1. Halbjahr
wurden mehr Vorleistungen für künftige Umsätze erbracht. Die Vorräte und Vertragsvermögenswerte
stiegen, auch aufgrund der verlängerten Rüstungsexportbeschränkungen und auf Kundenwunsch
verschobener Auslieferungen. Hinzu kam, dass ursprünglich für Anfang 2019 erwartete
Kundenzahlungen bereits Ende Dezember 2018 erfolgt waren. Darüber hinaus war eine
stärkere Veränderung der Rückstellungen zu verzeichnen, unter anderem durch den Abbau
von Personal- und Gewährleistungsrückstellungen. Ende Juni 2019 betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit minus 6,9 Mio Euro (i.Vj.
5,8 Mio Euro). Er wurde im Berichtszeitraum hauptsächlich durch die Auszahlungen für
Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte beeinflusst. Weitere wesentliche Posten
waren neben den Investitionen die Ein- bzw. Auszahlungen aufgrund von kurzfristigen
Geldanlagen, deren Nettozufluss unter dem Vorjahreswert lag. Bedingt durch den niedrigeren Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und die gestiegenen
Investitionen aus operativer Investitionstätigkeit fiel der Free Cashflow im Berichtszeitraum
auf minus 14,6 Mio Euro (i.Vj. 28,8 Mio Euro). Der Free Cashflow ergibt sich aus dem
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern abzüglich der Ein-
und Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Im Zuge der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 stiegen die ausgewiesenen Auszahlungen
für Leasing. Darüber hinaus erhöhte sich die Tilgung von Anleihen und Krediten, unter
anderem infolge der Rückzahlung einer Tranche der Schuldscheindarlehen. Im 2. Quartal
erfolgte auch die Ausschüttung der Dividende in Höhe von 20,0 Mio Euro. Dies führte
zu einer Reduzierung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit auf minus 44,9 Mio Euro
(i.Vj. minus 20,2 Mio Euro). Zum 30. Juni 2019 lag die Bilanzsumme des Jenoptik-Konzerns mit 1.021,7 Mio Euro insbesondere
aufgrund der Einführung von IFRS 16 über dem Wert zum Jahresende 2018 (31.12.2018:
985,9 Mio Euro). Auf der Aktivseite wirkte sich IFRS 16 vor allem in einem Anstieg der langfristigen
Vermögenswerte auf 548,9 Mio Euro aus (31.12.2018: 491,8 Mio Euro). Besonders stark
war dabei der Zuwachs bei den Sachanlagen, der sowohl auf die Effekte von IRFS 16
als auch auf die getätigten Investitionen zurückzuführen war. Zum Anstieg der latenten
Steuern trugen die erstmalige Anwendung von IFRS 16 sowie versicherungsmathematische
Effekte aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen bei. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken um 21,3 Mio Euro auf 472,8 Mio Euro (31.12.2018:
494,1 Mio Euro). Wesentliche Ursache dafür war der Rückgang der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente auf 30,9 Mio Euro (31.12.2018: 89,3 Mio Euro) infolge des
negativen Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit sowie der Finanzierungstätigkeit.
In Vorbereitung auf künftige Umsätze, aber auch durch die Verlängerung der Rüstungsexportbeschränkungen
der Bundesregierung, legten die Vorräte stichtagsbezogen auf 201,1 Mio Euro (31.12.2018:
175,6 Mio Euro) zu. Unter anderem auf Kundenwunsch verschobene Auslieferungen führten
zum Stichtag zu höheren Beständen an angearbeiteten kundenspezifischen Aufträgen.
Dadurch stiegen die Vertragsvermögenswerte auf 34,6 Mio Euro (31.12.2018: 23,4 Mio
Euro). Infolge höherer Vorräte und operativer Forderungen (Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte) erhöhte sich das Working Capital zum 30.
Juni 2019 auf 256,4 Mio Euro (31.12.2018: 216,8 Mio Euro / 30.6.2018: 227,1 Mio Euro).
Die Working-Capital-Quote, das Verhältnis von Working Capital zu Umsatz auf Basis
der letzten zwölf Monate, stieg dementsprechend im Vergleich zum Jahresende 2018 und
zur Vorjahresperiode auf 30,8 Prozent (31.12.2018: 26,0 Prozent / 30.6.2018: 29,0
Prozent). Zum 30. Juni 2019 lag das Eigenkapital mit 596,3 Mio Euro nahezu auf dem Niveau vom
Jahresende 2018 (31.12.2018: 598,0 Mio Euro). Eigenkapitalmindernd wirkten hier neben
der Dividendenzahlung versicherungsmathematische Effekte im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen
sowie Effekte aus der Erstanwendung des IFRS 16. Diese wurden durch das positive Periodenergebnis
und positive Währungseffekte weitgehend ausgeglichen. Die Eigenkapitalquote lag vor
dem Hintergrund der Bilanzverlängerung mit 58,4 Prozent unter dem Niveau vom Jahresende
2018 (31.12.2018: 60,6 Prozent). Vor allem bedingt durch eine Zunahme der langfristigen Finanzverbindlichkeiten (Effekte
aus IFRS 16) erhöhten sich die langfristigen Schulden auf 191,4 Mio Euro (31.12.2018:
170,3 Mio Euro). Auch der Anstieg der Pensionsverbindlichkeiten infolge der anzuwendenden
Diskontierungssätze trug dazu bei. Wesentlicher Bestandteil der langfristigen Schulden
sind die 2015 begebenen Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von derzeit noch 69
Mio Euro (31.12.2018: 103 Mio Euro) und einer ursprünglichen Laufzeit von fünf beziehungsweise
sieben Jahren. Eine Tranche der Schuldscheindarlehen im Umfang von 12,5 Mio Euro wurde
im April 2019 vorzeitig zurückgezahlt, eine weitere von rund 22 Mio Euro wurde aufgrund
der Fälligkeit im April 2020 in die kurzfristigen Schulden umgegliedert. Vor allem höhere kurzfristige Finanzverbindlichkeiten trugen zum Anstieg der kurzfristigen
Schulden auf 234,1 Mio Euro bei (31.12.2018: 217,7 Mio Euro). Hier wirkte sich neben
der Anwendung von IFRS 16 auch die zuvor genannte Umgliederung einer Tranche der Schuldscheindarlehen
aus. Anzahlungen von Kunden führten zu einem Zuwachs der Vertragsverbindlichkeiten.
Auch die sonstigen kurzfristigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten stiegen, hauptsächlich
infolge unterjähriger Verbindlichkeiten für Urlaubsansprüche der Mitarbeiter. Dagegen
reduzierten sich die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen durch den Abbau von Personal-
und Gewährleistungsrückstellungen sowie die Steuerrückstellungen aufgrund von Ertragsteuerzahlungen
für Vorjahre. Weitere Informationen zu den Effekten von IFRS 16 sind im Anhang ab Seite 28 zu finden. In den ersten sechs Monaten 2019 fanden keine Unternehmenskäufe und -verkäufe statt. Bei den nicht bilanzierten Werten und Verpflichtungen gab es keine Änderungen, für
Informationen dazu verweisen wir auf die Angaben im Geschäftsbericht 2018 auf Seite
101 und die Angaben zu Eventualverbindlichkeiten auf Seite 198. SegmentberichtSeit dem 1. Januar 2019 hat Jenoptik folgende berichtspflichtige Segmente: die Divisionen
Light & Optics, Light & Produc tion, Light & Safety sowie VINCORION. Die Vorjahresangaben
im Segmentbericht wurden an die neue Struktur des Jenoptik-Konzerns angepasst. Light & OpticsDer Umsatz der Division Light & Optics im 1. Halbjahr 2019 lag mit 162,7 Mio Euro
auf Vorjahresniveau (i.Vj. 163,3 Mio Euro). Das gute Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie
hielt auch im 2. Quartal weitgehend an, die Bereiche Biophotonics und Industrial Solutions
verzeichneten hingegen einen Rückgang. Die Division steuerte 42,5 Prozent des Konzernumsatzes
bei (i.Vj. 42,5 Prozent). Die Erlöse in Amerika stiegen auf 35,3 Mio Euro (i.Vj. 28,6
Mio Euro) und legten damit am stärksten zu. In der Region Asien/Pazifik konnten die
Umsätze leicht auf 24,8 Mio Euro gesteigert werden (i.Vj. 23,0 Mio Euro). Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibung (EBITDA) reduzierte sich
im Vergleich zum Vorjahr vorrangig aufgrund des umsatzbedingten Margenrückgangs in
den zuvor genannten Bereichen um 9,4 Prozent auf 32,0 Mio Euro (i.Vj. 35,4 Mio Euro).
Die EBITDA-Marge lag mit 19,5 Prozent auch weiterhin auf einem sehr guten Niveau (i.Vj.
21,5 Prozent). Bis zum 30. Juni 2019 verzeichnete die Division Auftragseingänge in Höhe von 153,0
Mio Euro, dies entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 14,7 Prozent
(i.Vj. 179,3 Mio Euro). Ursächlich dafür war unter anderem, dass eine großvolumige
Bestellung im Bereich Halbleiterausrüstung vorgezogen und bereits Ende 2018 ausgelöst
wurde. Im Verhältnis zum Umsatz ergab sich für den Berichtszeitraum eine Book-to-Bill-Rate
von 0,94 (i.Vj. 1,10). Im März gab die Division Light & Optics den Start einer langfristigen Kooperation
mit einem führenden internationalen Life-Science-Unternehmen bekannt. Nach dem erfolgreichen
Abschluss der Entwicklungsphase ist geplant, ab 2020 im nennenswerten Umfang Systeme
für die digitale Bildverarbeitung für diesen Kunden zu produzieren, die auf der Jenoptik-eigenen
Imaging-Plattform "SYIONS" basieren. Der Auftragsbestand lag Ende Juni 2019 bei 162,6 Mio Euro (31.12.2018: 180,6 Mio Euro). Vor allem aufgrund einer stichtagsbedingten Erhöhung des Working Capitals blieb der
Free Cashflow (vor Zinsen und Steuern) trotz eines stabilen Geschäftsverlaufs mit
minus 2,6 Mio Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (i.Vj. 9,5 Mio Euro). Investiert
wurde insbesondere in neue Fertigungsanlagen und somit in die Erweiterung der Produktionskapazität.
Jenoptik modernisiert und erweitert zum Beispiel die Produktionsanlagen zur Fertigung
von Hochleistungs-Laserdioden in Berlin und sichert sich damit langfristig Wettbewerbsvorteile
im photonischen Kerngeschäft. Im Rahmen der Jenoptik-Strategie 2022 konnte die Division Light & Optics unter dem
Motto "More Focus" eine wichtige Initiative zur Vereinfachung der Konzernstrukturen
erfolgreich abschließen. Dabei hat die Division ihr Geschäft rund um photonische Technologien
für OEM-Kunden samt aller deutschen Legaleinheiten in einer Gesellschaft gebündelt.
Das Know-how und die langjährigen Erfahrungen in Optik und Photonik werden in einem
weltweiten Produktions-, Service- und Vertriebsnetzwerk zusammengeführt, um so für
die Zukunft verstärkt Lösungen aus einer Hand anbieten zu können. Light & Optics auf einen Blickscroll
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Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2018 Light & ProductionDer Umsatz der Division Light & Production stieg im 1. Halbjahr 2019 gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 45,3 Prozent auf 111,3 Mio Euro (i.Vj. 76,6 Mio Euro). Der Bereich
Automation/Integration trug maßgeblich zum Umsatzwachstum bei. Regional betrachtet
stiegen die Umsätze vor allem in Amerika. Der Zuwachs in dieser Region resultierte
in erster Linie aus dem Unternehmenserwerb in Kanada. Aber auch in Deutschland sowie
im Raum Asien/Pazifik konnten die Umsätze ausgebaut werden. Der Anteil am Konzernumsatz
legte auf 29,1 Prozent zu (i.Vj. 19,9 Prozent). Aufgrund der guten Umsatzentwicklung wies Light & Production mit einem EBITDA von
11,9 Mio Euro in den ersten sechs Monaten 2019 im Vergleich zum Vorjahr planmäßig
wieder eine deutlich verbesserte Ertragsqualität auf (i.Vj. 6,7 Mio Euro). Die EBITDA-Marge
erhöhte sich auf 10,7 Prozent nach 8,8 Prozent im Vorjahr. Das EBIT konnte um 20,3 Prozent auf 5,9 Mio Euro gesteigert werden (i.Vj. 4,9 Mio
Euro). Dabei belief sich das EBIT der im Vorjahr erworbenen Unternehmen auf insgesamt
1,5 Mio Euro inklusive der Effekte aus der Kaufpreisallokation, die bei minus 3,0
Mio Euro lagen. Die EBIT-Marge fiel entsprechend auf 5,3 Prozent (i.Vj. 6,4 Prozent). Der Auftragseingang von Light & Production legte auf 113,0 Mio Euro zu (i.Vj. 92,0
Mio Euro). Die Book-to-Bill-Rate erreichte im 1. Halbjahr 2019 ein Niveau von 1,01
(i.Vj. 1,20). Insbesondere die Nachfrage nach Automatisierungslösungen konnte weiter erfreulich
zulegen, wie die gemeldeten Aufträge von nordamerikanischen OEMs und Automobilzulieferunternehmen
in den ersten Monaten des Jahres mit einem Gesamtwert von mehr als 30 Mio Euro belegten. Geliefert werden unter anderem mehrere Montagelinien sowie modernste Anlagen für die
Materialbearbeitung und das Materialhandling. Der Auftragsbestand der Division betrug Ende Juni 114,8 Mio Euro (31.12.2018: 112,5
Mio Euro). Der Umfang der geplanten Investitionen für 2019, unter anderem in die Modernisierung
unserer Standorte sowie den Ausbau unserer Produktionskapazitäten, schlug sich im
1. Halbjahr noch nicht vollumfänglich in den Büchern nieder. Zum 30. Juni 2019 betrugen
die Investitionen 4,0 Mio Euro (i.Vj. 1,5 Mio Euro). Jenoptik investiert weiterhin
auch in den Ausbau und die Modernisierung eigener Entwicklungs- und Produktionsstätten.
Für insgesamt rund 13 Mio Euro entstehen am Standort Villingen-Schwenningen modernste
Entwicklungs-, Produktions- und Büroflächen für die industrielle Messtechnik. Die
Bauarbeiten starteten im März 2019. Im Frühjahr 2020 soll der Geschäftsbetrieb am
neuen Standort anlaufen. Das 2018 gestartete Investitionsprojekt zum Neubau eines Produktionsgebäudes in Bayeux,
Frankreich, konnte nach rund einem Jahr Bauzeit erfolgreich abgeschlossen werden.
Im Frühjahr 2019 wurde das neue Gebäude für die rund 60 Jenoptik-Mitarbeiter planmäßig
eröffnet. Mit der Investition hat Jenoptik ein modernes Produktions- und Vertriebsumfeld
für die industrielle Messtechnik geschaffen. In Frankreich zählen namhafte Automobil-
und Zulieferunternehmen zu den Kunden von Jenoptik. Für das globale Industriegeschäft
ist Bayeux das Kompetenzzentrum für pneumatische Messtechnik. Das gestiegene Ergebnis im 1. Halbjahr war ausschlaggebend für die Verbesserung des
Free Cashflows (vor Zinsen und Steuern) auf 1,6 Mio Euro (i.Vj. minus 0,6 Mio Euro). Light & Production auf einen Blickscroll
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Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2018 Light & SafetyIn den ersten sechs Monaten 2019 realisierte die Division Light & Safety Umsätze in
Höhe von 48,4 Mio Euro (i.Vj. 61,8 Mio Euro). Im Vorjahr hatte die Auslieferung von
Mautkontrollsäulen mit rund 25 Mio Euro zu einem starken Wachstum beigetragen. Signifikante
Zuwächse waren im 1. Halbjahr 2019 in Amerika sowie im Mittleren Osten/Afrika zu verzeichnen.
In Deutschland konnte der hohe Umsatz aus dem Mautprojekt vom Vorjahr wie erwartet
nicht vollständig kompensiert werden und so fielen die Erlöse mit 12,9 Mio Euro im
aktuellen Berichtszeitraum deutlich niedriger aus (i.Vj. 36,2 Mio Euro). Der Anteil
der Division am Konzernumsatz reduzierte sich auf 12,6 Prozent (i.Vj. 16,1 Prozent). Der Umsatzrückgang sowie ein veränderter Produktmix schlugen sich wie erwartet auch
im EBITDA nieder. Nach 9,4 Mio Euro im Vorjahr betrug das EBITDA im Berichtszeitraum
6,6 Mio Euro. Die EBITDA-Marge reduzierte sich folglich auf 13,5 Prozent (i.Vj. 15,2
Prozent). Der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten 2019 zeigte hingegen eine positive
Entwicklung und stieg um 5,1 Prozent auf 50,6 Mio Euro (i.Vj. 48,1 Mio Euro). Die
Book-to-Bill-Rate verbesserte sich auf 1,04 nach 0,78 im Vorjahr. Infolge dessen erhöhte sich auch der Auftragsbestand der Division um 3,0 Prozent auf
71,6 Mio Euro (31.12.2018: 69,5 Mio Euro). Der Free Cashflow (vor Zinsen und Steuern) war mit 0 Euro im Vergleich zum Vorjahr
deutlich schwächer (i.Vj. 15,7 Mio Euro), was vor allem auf die aktuelle Ergebnisentwicklung
sowie den Anstieg des Working Capitals zurückzuführen war. Im März konnte Jenoptik nach umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in
Großbritannien die sogenannte HOTA-Zulassung (Home Office Type Approval) für ein neues
Kamerakonzept zur Geschwindigkeitskontrolle ohne Personaleinsatz entgegennehmen. Gegenstand
der Neuzulassung war die Kombination der in Großbritannien sehr erfolgreich eingesetzten
Kameras zur Messung von Durchschnittsgeschwindigkeiten mit Lösungen für die punktuelle
Geschwindigkeitsüberwachung. Um dem Trend nach mehr Verkehrssicherheit nachzukommen,
können mit der neuen Überwachungstechnologie Kollisions- und Unfallschwerpunkte landesweit
eingedämmt werden. Light & Safety auf einen Blickscroll
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Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2018 VINCORIONIm 1. Halbjahr 2019 erwirtschaftete VINCORION Umsätze in Höhe von 59,1 Mio Euro. Damit
lagen die Erlöse 27,6 Prozent unter dem Vorjahr (i.Vj. 81,6 Mio Euro). Zurückzuführen
war dieser Geschäftsverlauf insbesondere auf die verlängerten Rüstungsexportbeschränkungen
der deutschen Bundesregierung, unter anderem infolge der Sanktionen gegen einige arabische
Staaten. Die größten Umsatzrückgänge hatte die Division in Amerika sowie in Deutschland
zu verzeichnen. Der Anteil am Konzernumsatz reduzierte sich entsprechend von 21,2
Prozent auf 15,4 Prozent. Aufgrund des rückläufigen Umsatzes lag das EBITDA nach den ersten sechs Monaten 2019
bei 4,5 Mio Euro (i.Vj. 8,7 Mio Euro). Die EBITDA-Marge reduzierte sich von 10,6 Prozent
im Vorjahr auf aktuell 7,6 Prozent. Der Auftragseingang der aktuellen Berichtsperiode fiel mit 73,8 Mio Euro um 3,4 Prozent
niedriger aus als im Vorjahr (i.Vj. 76,4 Mio Euro). Zurückzuführen war diese Entwicklung
unter anderem auf die wachsenden Unsicherheiten hinsichtlich deutscher Beteiligungen
an internationalen Verteidigungsvorhaben. Die Book-to-Bill-Rate verbesserte sich aufgrund
der geringen Umsätze deutlich auf 1,25 nach 0,94 im Vorjahr. Infolge der verzögerten Umsatzrealisierung erhöhte sich auch der Auftragsbestand der
Division trotz niedrigerer Auftragseingänge um 14,1 Mio Euro auf 173,0 Mio Euro (31.12.2018:158,9
Mio Euro). Der Free Cashflow (vor Zinsen und Steuern) fiel aufgrund der gestiegenen Vorräte,
auch infolge der Exportrestriktionen, mit minus 7,4 Mio Euro im Vergleich zum Vorjahr
deutlich schwächer aus (i.Vj. 16,9 Mio Euro). VINCORION auf einen Blickscroll
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Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2018 NachtragsberichtIn seiner außerordentlichen Sitzung am 29. Juli 2019 bestätigte der Aufsichtsrat der
JENOPTIK AG den CEO, Dr. Stefan Traeger, in seinem Amt. Somit wird Dr. Traeger den
Jenoptik-Konzern im Anschluss an seine bis Juni 2020 laufende Bestellung für weitere
fünf Jahre als Vorstandsvorsitzender leiten. Gleichzeitig stimmte der Aufsichtsrat dem Start eines strukturierten Verkaufsprozesses
für die mechatronische Division VINCORION zu, um eine aktive Portfolio-Politik sowie
die Fokussierung der Geschäftsaktivitäten auf die Kompetenzfelder Optik und Photonik
weiter voranzutreiben. Das Management prüft einen möglichen Verkauf sämtlicher Geschäftsanteile
der Division VINCORION. Es gab zum Zeitpunkt der Berichterstellung keine weiteren Vorgänge nach dem Bilanzstichtag
30. Juni 2019, die von wesentlicher Bedeutung für den Konzern waren bzw. die einen
nennenswerten Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von Jenoptik hatten. Risiko- und ChancenberichtIm Rahmen der Berichterstattung zum Risiko und Chancenbericht verweisen wir auf die
Ende März 2019 veröffentlichten Angaben im Geschäftsbericht 2018 auf den Seiten 113
ff. Sowohl die Verlängerung des Exportverbots für Rüstungsgüter gegen einige arabische
Staaten durch die deutsche Bundesregierung Ende März 2019 für weitere sechs Monate
als auch die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes im Saarland bzgl. unseres Verkehrsüberwachungssystems
TraffiStar S350 (siehe Seite 7) könnten sowohl Umsatz als auch Ergebnis negativ beeinflussen. Wesentliche Änderungen der im Bericht beschriebenen Risiken und Chancen sind im Verlauf
der ersten sechs Monate 2019 nicht eingetreten. Gleichwohl analysieren wir kontinuierlich
mögliche Auswirkungen der handelspolitischen Maßnahmen der aktuellen US-Regierung
sowie Folgen eines möglichen Brexits. PrognoseberichtAusblick auf Gesamtwirtschaft und Jenoptik-BranchenDas für die Weltwirtschaft prognostizierte Wachstum schwächt sich aufgrund der politischen
Situation weiterhin leicht ab. Falls sich die wirtschaftspolitischen Konfrontationen
in den kommenden Monaten ausweiten, könne das den Welthandel und das verarbeitende
Gewerbe in Europa weiter abschwächen, so die EU-Kommission. Angesichts des Handelskonflikts
zwischen den USA und China, damit verbundenen Strafzöllen, dem möglichen Brexit und
geopolitischen Spannungen in der Golfregion hat der Internationale Währungsfonds (IWF)
seine Prognose im Juli bereits zum dritten Mal dieses Jahr gesenkt. Die Weltwirtschaft
werde 2019 um 3,2 Prozent wachsen (vorherige Prognose: 3,3 Prozent). Durch die US-Sanktionen
drohten zudem globale Lieferketten im Technologiesektor unterbrochen zu werden. Falls
diese Spannungen anhalten, wäre auch die Wachstumsprognose von 3,5 Prozent im kommenden
Jahr 2020 kaum haltbar. Das Wachstum könne auch gedämpft werden durch mögliche neue
US-Zölle im Automobilsektor oder einen ungeordneten Brexit. Die Federal Reserve (Fed) senkte aufgrund der langsamer wachsenden Wirtschaft in den
USA ebenfalls die Wachstumsprognose auf 2,0 bis 2,5 Prozent. Diese Entwicklung wird
durch den anhaltenden Handelskonflikt mit China und den Brexit-Verhandlungen begründet. Das Wirtschaftswachstum in China soll künftig wieder angekurbelt werden. Dafür wurden
verschiedene Maßnahmen durch die Regierung ergriffen. Durch Steuersenkungen und eine
lockere Geldpolitik soll dem Rückgang in den kommenden Monaten entgegengewirkt werden.
Experten prognostizieren daher für die zweite Jahreshälfte ein weiterhin vergleichsweise
langsames Wachstum von 6,0 oder 6,1 Prozent. Im Vorjahr wuchs die deutsche Wirtschaft noch um 1,5 Prozent. Seit Jahresanfang 2019
wurden die Prognosen diverser Institute nach unten korrigiert. So prognostiziert die
EU-Kommission für das laufende Jahr ein Wachstum des deutschen BIP von 0,5 Prozent,
die Bundesbank 0,6 Prozent (vorher 1,6 Prozent). Die Unsicherheiten werden auf internationale
Spannungen zurückgeführt. Deshalb rechnet der deutsche Außenhandelsverband BGA nur
noch mit einem halb so starken Exportwachstum wie im Vorjahr. Die Bundesregierung
erwartet für das Jahr 2020 eine Erholung der Konjunktur und ein Wachstum von 1,0 bis
1,5 Prozent. Für die Photonik-Branche wird weiteres Wachstum erwartet, wie der Industrieverband
in seinem aktuellen Trendreport Photonik berichtet. Die Branchenentwicklung wird durch
die gestiegene Nachfrage nach Anwendungen wie Informations- und Kommunikationstechnologie,
Medizintechnik, Diagnostik und Life Sciences sowie Automatisierungstechnik begründet,
so das Marktforschungsunternehmen MarketsandMarkets. Nach dessen Prognosen wird der
globale Photonik-Markt voraussichtlich mit jährlich durchschnittlich 7,0 Prozent von
556,4 Mrd USD im Jahr 2018 auf 780,4 Mrd USD im Jahr 2023 zulegen. Als größte Endverbraucherbranche
gilt im Prognosezeitraum die Informations- und Kommunikationstechnologie. Ebenso wird
erwartet, dass Unterhaltungselektronik in den kommenden Jahren das am schnellsten
wachsende Segment des Photonik-Marktes sein wird. Der voraussichtlich größte Markt
wird Asien/Pazifik sein. Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt
scroll
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Juli 2019 Die Technologieplattform Photonics21 veröffentlichte im Juni 2019 ein Positionspapier
zur Förderung der optischen Technologien. Darin sagt die europäische Photonik-Industrie
zu, während der nächsten Phase des Forschungsrahmenprogramms "Horizon Europe" (2021-2027)
bis zu 100 Mrd Euro in Forschung und Entwicklung zu investieren, wenn die Europäische
Kommission eine neue Photonik-PPP (Public-Private-Partnership) startet. Diese soll
dann die jährliche Fördersumme der Kommission auf 200 Mio Euro bzw. 1,4 Mrd Euro in
sieben Jahren verdoppeln. Diese Investitionen seien nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit
im Vergleich zu China, Südkorea und den USA zu gewährleisten. Europa sei in einer
guten Position, um Themen wie Künstliche Intelligenz, High-Performance Computing,
Smart Cities, Quantum Communication und Quantum Computing zu beschleunigen, die auf
die Photonik als Schlüsseltechnologie angewiesen sind. Die Hersteller der Medizintechnikbranche blicken zuversichtlich in die Zukunft. Für
das laufende Jahr rechnet Spectaris mit einem Umsatzplus von 2 bis 3 Prozent gegenüber
dem Vorjahr. Vor allem das Potenzial der Digitalisierung stärkt die Branche in der
Zukunft. Laut Spectaris soll allein durch den Einsatz von digitalen Komponenten im
Jahr 2028 ein Umsatz von 15 Mrd Euro erzielt werden, aktuell sind es 3,3 Mrd Euro.
Das entspräche einem jährlichen Plus von 16 Prozent in diesem Segment. Dennoch werden
die neue europäische Medizinprodukteverordnung und allgemeine konjunkturelle Eintrübungen
die Dynamik der Branche beeinflussen, wodurch Investitionen zurückhaltend getätigt
werden. Experten gehen weiterhin von einem Rückgang in der Halbleiterindustrie aus. Der weltweite
Umsatz wird dieses Jahr voraussichtlich um 12,1 Prozent auf 412,1 Mrd US-Dollar zurückgehen
und soll 2020 wieder etwas ansteigen, so die Zahlen des Fachverbandes Semiconductor
Industry Association (SIA). Die Aussichten sind aufgrund wachstumsstarker Felder wie autonomes und elektrisches
Fahren positiv. Der IT-Analyst Gartner hat im Juli seine Jahresprognose für die Halbleiterindustrie
gesenkt: Die Branche werde 2019 voraussichtlich 429 Mrd US-Dollar Umsatz erzielen,
also 9,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Handelskonflikt zwischen den USA und
China und die daraus verbundenen, auf Sicherheitsbedenken basierenden Einschränkungen
für chinesische Firmen werden laut Gartner längerfristige Auswirkungen auf Halbleiterangebot
und Nachfrage haben und dazu führen, dass China seine eigene Halbleiterfertigung beschleunigt. Während große Halbleiterausrüster eine starke zweite Jahreshälfte 2019 erwarten, senkte
der Fachverband SEMI im Juli 2019 seine Umsatzprognose: Ausgehend vom historischen
Rekordwert im Vorjahr werden die globalen Umsätze im laufenden Jahr um 18,4 Prozent
auf 52,7 Mrd USD zurückgehen. Im Dezember 2018 war SEMI noch von einem Rückgang von
4 Prozent ausgegangen. Im Jahr 2020 werde die Branche dann mit 58,8 Mrd US-Dollar
wieder 11,6 Prozent mehr Umsatz erzielen. Damit liegt die Prognose unter dem Wert
von Dezember 2018, als SEMI für 2020 ein Umsatzwachstum von 20,7 Prozent auf 71,9
Mrd US-Dollar prognostiziert hatte. Der Branchenverband VDMA prognostiziert aufgrund der anhaltend schwierigen Bedingungen
in der Weltwirtschaft weiterhin eine negative Entwicklung für den Maschinen- und Anlagenbau.
Dafür sind vor allem geopolitische Gründe der Auslöser. Hinzu kommt, dass die Investitionen
in der Industrie derzeit, bedingt durch den im Markt stattfindenden Strukturwandel,
zurückgefahren werden. Für 2019 wird laut VDMA ein reales Minus der Produktion von
2 Prozent erwartet. Diese Prognose wurde trotz hoher Auftragsbestände, welche im April
dieses Jahres noch für 8,5 Monate reichten, getroffen. In der Robotik-Branche blickt man optimistisch in die Zukunft und rechnet mit einem
langfristigen Aufwärtstrend in den Bereichen Automatisierung und Robotik. Für die
nächsten Jahre erwartet der Branchenverband International Federation of Robotics (IFR)
eine jährliche Wachstumsrate von rund 14 Prozent. Aufgrund der Ergebnisse des 1. Halbjahres 2019 sind die Prognosen vieler Verbände
für die Automobilindustrie eher pessimistisch. Das deutsche Forschungsinstitut CAR
prognostiziert eine weltweite Autokrise; der globale Absatz werde 2019 um gut 5 Prozent
auf 79,5 Mio Fahrzeuge zurückgehen. Auch auf dem großen chinesischen Automarkt wird
in der Automobilindustrie aufgrund des Handelskonflikts von einem Rückgang im Gesamtjahr
ausgegangen. Des Weiteren nimmt der europäische Autoverband ACEA an, dass der Pkw-Absatz
in der EU in diesem Jahr um 1 Prozent fallen wird. Trotz der schwachen Konjunktur
rechnen Branchenexperten damit, dass vor allem der Markt für Fahrzeuge mit alternativen
Antrieben weiterhin wachsen wird. In gleicher Weise werden sich Trends wie autonomes
Fahren, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeitsaspekte positiv
auf die Branche auswirken. Die künftige Entwicklung der Luftfahrtbranche ist derzeit von mehreren Faktoren abhängig,
denn der Markt wird unter anderem durch einen allgemeinen Rückgang in der Weltkonjunktur
und das politische Umfeld belastet. Die Airline-Dachorganisation IATA hat im Juni
die Gewinnprognosen für die globale Luftfahrtindustrie für 2019 von 35,5 Mrd USD auf
28 Mrd USD gesenkt. Gründe dafür sind steigende Kosten für Treibstoff, der Handelskonflikt
USA-China wie auch ein Rückgang von Neubestellungen, so die IATA. Die Planung langfristiger Projekte in der Sicherheits- und Wehrtechnik wird auch künftig
von derzeit geltenden Exportrestriktionen beeinträchtigt. Europäische Gemeinschaftsprojekte,
unter anderem die Entwicklung des deutsch-französischen Kampfjets, sind weiterhin
abhängig von der ausstehenden Einigung über gemeinsame Exportrichtlinien zwischen
Deutschland und Frankreich. In der Branche steht der Zusammenschluss der US-Konzerne
United Technologies Corporation und Raytheon bevor, wodurch Großanbieter für Rüstung,
Luft- und Raumfahrt entstehen würden. In Deutschland zeichnet sich ab, dass die Entwicklung
und Herstellung eines neuen Schützenpanzers vom Typ Puma deutlich teurer wird als
geplant, wie das Verteidigungsministerium im Juli meldete. Für die anderen Branchen wurden keine wesentlichen neuen Prognosen veröffentlicht.
Wir verweisen deshalb auf die Seiten 124 ff. im Geschäftsbericht 2018 und den Bericht
über das 1. Quartal 2019. Künftige Entwicklung der GeschäftslageDer Jenoptik-Konzern verfolgt konsequent sein Ziel, dauerhaft profitables Wachstum
sicherzustellen. Dazu beitragen sollen die Ausweitung des internationalen Geschäfts
und daraus resultierende Skaleneffekte, höhere Margen aus einem optimierten Produktmix
sowie einem zunehmenden Servicegeschäft, aber auch Kostendisziplin. Im vergangenen
Jahr hatte Jenoptik mit Prodomax und der OTTO-Gruppe zwei Akquisitionsvorhaben abgeschlossen,
die in diesem Jahr ebenfalls zu der nachhaltig erfolgreichen Entwicklung des Konzerns
beitragen. Weitere Akquisitionen werden intensiv geprüft. Ende Juli 2019 haben Vorstand
und Aufsichtsrat den Verkaufsprozess der mechatronischen Division VINCORION gestartet.
Damit sollen die Geschäftsaktivitäten des Jenoptik-Konzerns noch stärker auf die Kompetenzfelder
Optik und Photonik fokussiert werden. Durch die gute Vermögenslage und eine tragfähige
Finanzierungsstruktur verfügt Jenoptik über ausreichend Handlungsspielraum, um sowohl
das organische als auch das anorganische Wachstum zu finanzieren. Der Jenoptik-Konzern geht 2019 weiterhin von einem Wachstum aus. Aufgrund der anhaltenden
Investitionszurückhaltung insbesondere in der Automobilindustrie wird der Umsatz jetzt
ohne größere Portfolioänderungen im Bereich zwischen 850 Mio Euro und 860 Mio Euro
(bisher: Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich) erwartet (i.Vj. 834,6
Mio Euro). Das Wachstum soll aus den photonischen Bereichen kommen. Im Geschäftsjahr
2019 rechnet Jenoptik auch beim EBITDA mit einem Zuwachs (i.Vj. 127,5 Mio Euro), die
EBITDA-Marge soll bei rund 15,5 Prozent (bisher: 15,5 und 16,0 Prozent) liegen. Für den Ausblick auf weitere Kenngrößen der Geschäftsentwicklung sowie die Entwicklung
der Divisionen im Geschäftsjahr 2019 verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2018 ab
Seite 130. Sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung der Geschäftslage wurden auf Basis
des Informationsstands zum Zeitpunkt der Berichterstellung getroffen. Sie erfolgen
unter der Voraussetzung, dass sich die wirtschaftliche Lage im Rahmen der Konjunktur-
und Branchenprognosen entwickelt, die in diesem Bericht, im Bericht über das 1. Quartal
2019 sowie im Geschäftsbericht 2018 ab Seite 124 dargelegt wurden. Konzernabschluss
KonzerngesamtergebnisrechnungKonzerngewinn- und -verlustrechnungscroll
Konzerngesamtergebnisscroll
KonzernbilanzAktiva
scroll
Passivascroll
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnungscroll
scroll
1
geändert aufgrund Erstanwendung IFRS 9 und IFRS 15 Konzernkapitalflussrechnungscroll
Informationen nach Segmenten1. Januar bis 30. Juni 2019scroll
scroll
EBITDA = Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen, Zinsen EBIT = Betriebsergebnis Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr. 1
Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2018 Konzernanhang über die ersten sechs Monate 2019MutterunternehmenDas Mutterunternehmen des Jenoptik-Konzerns ist die JENOPTIK AG mit Sitz in Jena,
eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Jena in der Abteilung B unter
der Nummer HRB 200146. Die JENOPTIK AG ist an der Deutschen Börse, Frankfurt, notiert
und wird unter anderem im TecDax und SDax geführt. Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss ("Zwischenabschluss") zum 30. Juni 2019,
der auf Basis des International Accounting Standard (IAS) 34 "Zwischenberichterstattung"
erstellt wurde, werden grundsätzlich - mit Ausnahme der erstmalig im Geschäftsjahr
2019 anzuwendenden Standards - die gleichen Bilanzierungsmethoden angewendet wie im
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018. Dieser wurde nach den International Financial
Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der EU verpflichtend anzuwenden sind.
Diese Methoden sind im Anhang des Geschäftsberichts 2018 im Einzelnen veröffentlicht
und detailliert beschrieben. Der Geschäftsbericht ist über die Jenoptik-Internetseite
unter www.jenoptik.de unter der Rubrik Investoren/Berichte und Präsentationen abrufbar. Der Zwischenabschluss wurde in der Konzernwährung Euro erstellt und wird, wenn nicht
anders vermerkt, in TEUR angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass Rundungsdifferenzen
zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können. Aus Sicht der Unternehmensleitung enthält dieser Konzernzwischenabschluss alle üblichen,
laufend vorzunehmenden Anpassungen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild des Geschäftsverlaufs des Unternehmens im Berichtszeitraum darzustellen. Die folgenden IFRS werden im Geschäftsjahr 2019 erstmalig angewendet: IFRS 16 "Leasing". IFRS 16 beinhaltet umfangreiche Neuregelungen für die Bilanzierung
von Leasingverhältnissen und löst die bisherigen Regelungen des IAS 17 Leasingverhältnisse
sowie einiger Interpretationen ab. Ziel ist es, die mit den Leasingverhältnissen verbundenen Rechte und Verpflichtungen
in der Bilanz des Leasingnehmers auszuweisen. Für kurzfristige Leasingverhältnisse
und Leasinggegenstände von geringem Wert sind Erleichterungen vorgesehen. Die Bilanzierung
der Leasingverhältnisse beim Leasinggeber richtet sich unverändert nach der Klassifizierung
in Finanzierungs- oder Operating-Leasing, wobei die Kriterien des IAS 17 Anwendung
finden. Darüber hinaus enthält IFRS 16 weitere Regelungen zum Ausweis und zu Anhangangaben. Die erstmalige Anwendung des IFRS 16 zum 1. Januar 2019 führte zu wesentlichen Auswirkungen
auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, da der Konzern als Leasingnehmer überwiegend
Verträge über bewegliche Vermögenswerte sowie Immobilien abgeschlossen hat, die als
Operating-Leasingverhältnisse bilanziert wurden. Der Konzern wählte für die Erstanwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 den modifiziert
retrospektiven Ansatz und nahm die Bewertung der Nutzungsrechte in Höhe der fortgeführten
Buchwerte vom Beginn der Leasingverhältnisse unter Anwendung der Zinssätze vom Erstanwendungszeitpunkt
vor. Der Konzern nutzt die Erleichterung des IFRS 16 und erfasst bei kurzfristigen Leasingverhältnissen
sowie bei Leasinggegenständen von geringem Wert die Leasingzahlungen linear über die
Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand. Zudem wendet der Konzern IFRS 16 nicht
auf Leasingverhältnisse von immateriellen Vermögenswerten an. Der Ausweis der Nutzungsrechte
in der Bilanz erfolgt nicht gesondert, sondern in der gleichen Bilanzposition, in
dem der zugrunde liegende Vermögenswert dargestellt werden würde, wenn er Eigentum
des Konzerns wäre. Aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 resultierte zum 1. Januar 2019 eine Erhöhung
des Anlagevermögens um einen Betrag von 54.368 TEUR. Die Schulden erhöhten sich durch
die erstmalige Erfassung der Leasingverbindlichkeiten als Barwert der noch ausstehenden
Leasingzahlungen um 58.632 TEUR. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz betrug zum 1. Januar 2019
2,7 Prozent. Der Unterschiedsbetrag zwischen Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten
führte unter Berücksichtigung von latenten Steuern (1.230 TEUR) zu einer Minderung
des Eigenkapitals in Höhe von 3.034 TEUR. Aus der sich ergebenden Erhöhung der Bilanzsumme um 55.598 TEUR resultiert ein Rückgang
der Eigenkapitalquote. Auswirkungen IFRS 16 auf Eröffnungsbilanzscroll
Ausgehend von den Sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen
zum 31. Dezember 2018 ergab sich die in der nachfolgenden Tabelle dargestellte Überleitungsrechnung
auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019. Zum 30. Juni 2019 führte die Anwendung von IFRS 16 im Vergleich zu den Regelungen
des IAS 17 zu einer Erhöhung des Anlagevermögens um 51.802 TEUR. Die Schulden stiegen
insbesondere durch die Erfassung der Leasingverbindlichkeiten als abgezinster Wert
der noch ausstehenden Leasingzahlungen um 56.137 TEUR. Weiterhin führte die geänderte Erfassung der Leasingaufwendungen im 1. Halbjahr 2019
in der Gewinn- und Verlustrechnung zu einer Verbesserung des EBITDA um 5.543 TEUR
und des EBIT um 799 TEUR. Die Abschreibungen auf die Nutzungsrechte betrugen 4.743
TEUR. Der Zinsaufwand belief sich auf 762 TEUR. Überleitung zu den Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16scroll
Auswirkungen IFRS 16 auf laufende Bilanzscroll
In der Kapitalflussrechnung werden Zahlungen für Operating-Leasingverhältnisse nunmehr
im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen, was zu einer Verbesserung des
Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit um einen Betrag von 5.543 TEUR im Vergleich
zu den Regelungen des IAS 17 führte. Auswirkungen IFRS 16 auf laufende Gewinn- und Verlustrechnungscroll
1)
Wenn IFRS 16 keine Anwendung finden würde Die Vergleichszahlen der Vorjahresperiode waren nicht anzupassen. Für den Konzern
als Leasinggeber ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen. KonsolidierungskreisIm Konzernabschluss der JENOPTIK AG sind 36 (31.12.2018: 40) vollkonsolidierte Tochtergesellschaften
enthalten. Davon haben 12 (31.12.2018: 16) ihren Sitz im Inland und 24 (31.12.2018:
24) im Ausland. Zum Konsolidierungskreis gehört eine gemeinschaftliche Tätigkeit (31.12.2018:
1) sowie ein nach der At-Equity-Methode einbezogenes assoziiertes Unternehmen (31.12.2018:
1). Der Rückgang der Anzahl vollkonsolidierter Unternehmen resultiert aus Verschmelzungen
im 1. Halbjahr 2019. Mit Eintragung in das Handelsregister am 15. März 2019 sind sämtliche
Vermögen einschließlich aller bestehender Vertragsverhältnisse der JENOPTIK Laser
GmbH, Jena, der JENOPTIK Polymer Systems GmbH, Triptis, und der JENOPTIK Diode Lab
GmbH, Berlin, auf die JENOPTIK Optical Systems GmbH übergegangen. Ferner ist mit Eintragung
in das Handelsregister am 2. Mai 2019 das Vermögen der JENOPTIK SSC GmbH, Jena, auf
die JENOPTIK AG übergegangen. Unternehmenserwerbe oder Unternehmensveräußerungen fanden im 1. Halbjahr 2019 nicht
statt. Mit Unterzeichnung des Vertrags am 10. Juli 2018 und mit Closing am 23. Juli 2018
hat Jenoptik über die US-amerikanische Gesellschaft JENOPTIK North America Inc. 100
Prozent der Anteile an der Prodomax Automation Ltd. (Prodomax), Barrie (Ontario),
Kanada, erworben. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss 2018 gemäß IFRS 3 beruhte
auf vorläufigen Beträgen. Die Vorläufigkeit betraf die Bewertung der im Rahmen der
Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerte. Die Finalisierung
erfolgte im 1. Halbjahr 2019 und führte zu einer Anpassung der im Rahmen der Kaufpreisallokation
identifizierten immateriellen Vermögenswerte um minus 463 TEUR und in der Folge (unter
der Berücksichtigung der Bildung passiver latenter Steuern in Höhe von 116 TEUR) zu
einer Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwerts um 347 TEUR. Wesentliche GeschäftsvorfälleDie ordentliche Hauptversammlung der JENOPTIK AG beschloss am 12. Juni 2019 die Ausschüttung
einer Dividende in Höhe von 0,35 Euro pro Aktie. Die Auszahlung der Dividende führte
zu einer Minderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 20.033 TEUR. Darüber hinaus gab es keine Geschäftsvorfälle, die wesentlichen Einfluss auf den Zwischenabschluss
der Jenoptik im 2. Quartal oder kumuliert bis 30. Juni 2019 hatten. Aufgliederung wesentlicher AbschlusspostenUmsatzerlöse. Eine Aufgliederung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach Divisionen
und Regionen ist in der Segmentberichterstattung auf Seite 27 dargestellt. Die Aufgliederung
der Umsatzerlöse nach zeitraum- und zeitpunktbezogener Erlöserfassung ist der untenstehenden
Tabelle zu entnehmen. Die zeitraumbezogen realisierten Umsätze enthalten Dienstleistungen
wie zum Beispiel kundenspezifische Entwicklungsprojekte sowie insbesondere in den
Divisionen Light & Optics und VINCORION realisierte Umsätze aus kundenspezifischen
Serienfertigungen. Konzernexterne Umsätzescroll
Sachanlagen. Der Anstieg der Sachanlagen resultierte insbesondere aus der erstmaligen
Anwendung von IFRS 16 und der damit verbundenen Bilanzierung von Nutzungsrechten (vgl.
Ausführungen zu IFRS 16). Sachanlagenscroll
Vorrätescroll
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungenscroll
Langfristige Finanzverbindlichkeitenscroll
Kurzfristige Finanzverbindlichkeitenscroll
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungenscroll
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeitenscroll
FinanzinstrumenteDie aufgeführten Buchwerte der Posten Anteile an nicht konsolidierten verbundenen
Unternehmen und Beteiligungen, Zahlungsmittel, bedingte Verbindlichkeiten und Derivate
mit und ohne Hedge-Beziehung entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Die Buchwerte
der übrigen Posten stellen einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden
Zeitwert dar. Die lang- und kurzfristigen Anteile der jeweiligen Bilanzposten wurden
in der folgenden Darstellung zusammengefasst. Finanzielle Vermögenswertescroll
Im Rahmen des Kapitalmanagements werden regelmäßig neue Geldanlagen getätigt sowie
Rückzahlungen zum planmäßigen Fälligkeitstermin vereinnahmt. Im Berichtszeitraum haben
sich die kurzfristigen Geldanlagen um insgesamt 9.708 TEUR verringert. Finanzielle Verbindlichkeitenscroll
Die Einstufung in der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte ergibt sich für die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
aus folgender Übersicht: scroll
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr. Der Stufe 1 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet, die als quotierte Marktpreise
jederzeit verfügbar sind. Der Stufe 2 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet, die
auf Basis von direkt oder indirekt beobachtbaren Parametern ermittelt werden. Der
Stufe 3 liegen Bewertungsparameter zugrunde, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten
beruhen. Die beizulegenden Zeitwerte aller Derivate werden anhand allgemein anerkannter Bewertungsmethoden
ermittelt. Dabei werden die über den jeweils vereinbarten Terminkurs bzw. Zinssatz
determinierten zukünftigen Zahlungsströme mit aktuellen Marktdaten diskontiert. Die
verwendeten Marktdaten sind führenden Finanzinformationssystemen wie beispielsweise
Reuters entnommen. Kommt eine Interpolation von Marktdaten zur Anwendung, erfolgt
diese linear. Die beizulegenden Zeitwerte von bedingten Verbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung
der erwarteten, zum Stichtag abgezinsten Zahlungsabflüsse bewertet. Die zum 30. Juni 2019 passivierten bedingten Verbindlichkeiten resultierten im Wesentlichen
aus den im Rahmen des Erwerbs der OTTO-Gruppe vereinbarten variablen Kaufpreisbestandteilen,
die mit dem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 1.234 TEUR als Verbindlichkeit erfasst
wurden. Die Auszahlung dieser variablen Kaufpreisbestandteile wird erwartungsgemäß
2020 erfolgen. Aus Wesentlichkeitsgründen wurde auf eine Abzinsung verzichtet. Weiterhin
wurden variable Kaufpreisbestandteile in Höhe von 439 TEUR passiviert, die im Zusammenhang
mit der Akquisition der Five Lakes Automation LLC vereinbart worden waren. Die Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet und der Stufe 3 zugeordnet sind, kann der nachfolgenden
Tabelle entnommen werden: scroll
Angaben über Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenIm aktuellen Berichtszeitraum wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden
Unternehmen und Personen getätigt. Deutscher Corporate Governance KodexDie aktuelle Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG zum Deutschen
Corporate Governance Kodex wurde den Aktionären über die Jenoptik-Internetseite unter
www.jenoptik.de unter Investoren/Corporate Governance dauerhaft zugänglich gemacht.
Des Weiteren ist die Erklärung am Sitz der Gesellschaft einsehbar. RechtsstreitigkeitenDie JENOPTIK AG und ihre Konzerngesellschaften sind an mehreren Gerichts- oder Schiedsverfahren
beteiligt. Für mögliche finanzielle Belastungen aus laufenden Gerichts- oder Schiedsverfahren
wurden in angemessener Höhe Rückstellungen für Prozessrisiken bzw. Prozesskosten gebildet.
Sofern diese Verfahren erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns
haben könnten, sind sie im Konzernabschluss 2018 beschrieben. Bis zum 30. Juni 2019
haben sich keine weiteren Rechtsstreitigkeiten ergeben, die auf Basis der aktuellen
Einschätzung wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben
könnten. Ereignisse nach dem BilanzstichtagIn seiner außerordentlichen Sitzung am 29. Juli 2019 bestätigte der Aufsichtsrat der
JENOPTIK AG Dr. Stefan Traeger in seinem Amt, der somit im Anschluss an seine bis
Juni 2020 laufende Bestellung Jenoptik für weitere fünf Jahre als Vorstandsvorsitzender
leiten wird. Gleichzeitig stimmte der Aufsichtsrat dem Start eines strukturierten Verkaufsprozesses
für die mechatronische Division VINCORION zu, um eine aktive Portfolio-Politik sowie
die Fokussierung der Geschäftsaktivitäten auf die Kompetenzfelder Optik und Photonik
weiter voranzutreiben. Darüber hinaus gab es zum Zeitpunkt der Berichterstellung keine Vorgänge nach dem
Bilanzstichtag 30. Juni 2019, die von wesentlicher Bedeutung für den Konzern waren
bzw. die einen nennenswerten Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
von Jenoptik hatten. Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und
Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Jena, 7. August 2019 scroll
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