JENOPTIK AGJenaZwischenbericht des Jenoptik-Konzerns Januar bis Juni 2021Jenoptik-Konzern auf einen Blickscrollen
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1 In den Angaben Sonstige sind Corporate Center
(Holding, Shared Services, Immobilien) und Konsolidierung
enthalten.
Es wird darauf hingewiesen, dass Rundungsdifferenzen zu
den sich mathematisch genau ergebenden Werten
(Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.
Seit 1. Januar 2021 gehört die OTTO Vision
Technology GmbH (OTTO) zur Division Light & Optics. Im
Vorjahr war die Gesellschaft Teil der Division Light &
Production. Aus diesem Grund weichen die berichteten Zahlen
für die Vergleichsperioden von den Zahlen aus den
jeweiligen Berichten des Vorjahres ab.
Die Monate Januar bis Juni 2021 im Überblickscrollen
KonzernlageberichtGeschäft und Rahmen bedingungenKonzernstruktur und GeschäftstätigkeitJenoptik ist ein international agierender
Photonik-Konzern und Lieferant von hochwertigen und
innovativen Investitionsgütern. Damit ist der Konzern
vorrangig Technologiepartner von Industrieunternehmen. In
den Divisionen Light & Safety und VINCORION liefert das
Unternehmen zudem an öffentliche Auftraggeber, zum
Teil indirekt über Systemintegratoren.
Mit dem überwiegenden Teil des Leistungsspektrums
ist Jenoptik im Photonik-Markt tätig. Zu den
Schlüsselmärkten zählen vor allem
Halbleiterausrüstungsindustrie, Medizintechnik,
Unterhaltungselektronik- und Elektronikfertigung,
Automotive und Maschinenbau, Verkehr, Luftfahrt sowie
Sicherheits- und Wehrtechnik.
Der Jenoptik-Konzern ist in den drei photonischen
Divisionen
scrollen
sowie mit den mechatronischen Aktivitäten unter der
Marke VINCORION aktiv.
Die drei photonischen Divisionen bauen auf einem
umfassenden Know-how rund um Optik, Sensorik, Imaging,
Robotik, Datenanalyse und Mensch-Maschine-Schnittstellen
auf.
Mit dieser Organisationsstruktur hat Jenoptik eine gute
Markt- und Kundenorientierung. Die
Geschäftsaktivitäten sind nach einem
ähnlichen Markt- und Kundenverständnis anhand
gleicher Geschäftsmodelle zusammengefasst. Dies hilft,
die Produkte und Lösungen nah am Kunden zu
positionieren und eröffnet bessere Wachstumschancen.
Weitere Informationen zur Konzernstruktur und zur
Geschäftstätigkeit finden Sie im
Geschäftsbericht 2020 ab Seite 78.
Unternehmenskäufe und -verkäufe.In den ersten sechs Monaten 2021 fanden keine
Unternehmenskäufe und -verkäufe statt.
Anfang Juli 2021 schloss Jenoptik eine Vereinbarung
über den Verkauf des Bereichs Kristallzüchtung an
Hellma Materials und setzt so die Fokussierung des
Geschäfts auf photonische Applikationen weiter fort.
Ebenfalls im Juli 2021 kündigte Jenoptik den
Verkauf des nicht-optischen
Prozess-Messtechnikgeschäfts für Schleifmaschinen
an Marposs an und fokussiert sich damit auf
Messtechnik-Bereiche, in denen der Konzern im globalen
Markt gut aufgestellt ist.
Ziele und StrategienIm Mittelpunkt der Strategie und der künftigen
Entwicklung steht die Konzentration auf photonische
Technologien für wachstumsstarke Märkte. Jenoptik
will in den kommenden Jahren die Entwicklung zu einem
globalen und fokussierten Photonik-Unternehmen
vorantreiben. Dabei wollen wir vor allem solche Märkte
adressieren, in denen technologische Kompetenz ein
Preispremium rechtfertigt. Mit unseren Lösungen tragen
wir zu einer höheren Effizienz und Präzision der
Produkte und Prozesse unserer Kunden sowie zu
Ressourcenschonung und mehr Nachhaltigkeit bei. Im
Mittelpunkt der Strategie 2022 steht die Fokussierung auf
Optik und Photonik, daneben setzen wir auf die Bausteine
Internationalisierung und Innovation. Bis 2022 wollen wir
unsere Entwicklungsleistung, inklusive der Entwicklungen im
Kundenauftrag, auf ca. 10 Prozent des Umsatzes steigern.
Zudem soll Diversität und internationale Vielfalt
Jenoptik stärker als bisher prägen.
Um die Wachstumsstrategie umzusetzen,
scrollen
Für zusätzliche Informationen zur
strategischen Ausrichtung des Jenoptik-Konzerns verweisen
wir auf unseren Geschäftsbericht 2020 mit den
umfassenden Angaben im Kapitel "Ziele und Strategien" ab
Seite 84 und auf die Jenoptik-Webseite.
Die Jenoptik-AktieIm 1. Halbjahr 2021 hat sich die positive Stimmung an
den Kapitalmärkten fortgesetzt. Dazu beigetragen haben
die Impfkampagnen und die damit verbundene Hoffnung, dass
so die Corona-Krise überwunden werden kann und sich
die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder normalisieren.
Aber auch die Erholung der Wirtschaft und höhrere
Unternehmensgewinne ließen die Aktienkurse steigen.
Der deutsche Leitindex Dax legte in den ersten sechs
Monaten 13,1 Prozent auf 15.531,04 Punkte zu. Der deutsche
Technologieindex (TecDax) verzeichnete Ende Juni 2021 einen
Stand von 3.564,07 Punkten und gewann damit seit
Jahresbeginn 9,8 Prozent an Wert.
Der SDax notierte am letzten Handelstag des 2. Quartals
bei 16.021,03 Zählern, was einem Gewinn von 7,9
Prozent entsprach.
Die Jenoptik-Aktie konnte im Berichtszeitraum der
positiven Entwicklung am deutschen Aktienmarkt nur
zeitweise folgen. Gestartet am 1. Handelstag 2021 bei einem
Schlusskurs von 25,00 Euro legte die Aktie in den ersten
beiden Monaten deutlich zu und erreichte am 3. Februar bei
29,96 Euro den Höchst stand. Seit Ende März
zeigte das Papier jedoch eine schwächere Performance
als die Indizes, trotz des angekündigten Umsatz- und
Ergebniswachstums im laufenden Geschäftsjahr. Am 30.
Juni ging die Aktie mit einem Kurs von 23,06 Euro aus dem
Handel, womit sich der Rückstand zum Jahresanfang auf
7,8 Prozent belief. Die Marktkapitalisierung von Jenoptik
betrug Ende Juni 2021 1.319,9 Mio Euro.
Im Juli profitierte die Aktie von der
Prognoseerhöhung für das Geschäftsjahr 2021
und konnte deutlich an Wert zulegen. Der Schlusskurs stand
am 30. Juli 2021 bei 28,94 Euro, was einer
Marktkapitalisierung von 1.656,5 Mio Euro entspricht.
In den ersten sechs Monaten 2021 erhielt die
Gesellschaft keine Stimmrechtsmitteilungen. Eine
detaillierte Auflistung der früheren
Stimmrechtsmitteilungen ist auf der Internetseite von
Jenoptik unter der Rubrik Investoren/Aktie abrufbar.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wechselten auf Xetra,
den Parkettbörsen sowie Tradegate insgesamt
durchschnittlich 195.587 Jenoptik-Aktien täglich ihren
Besitzer (i.Vj. 224.563), 12,9 Prozent weniger als im
Vorjahr. Im TecDax-Ranking lag Jenoptik im Juni 2021 bei
der Marktkapitalisierung auf Basis des Streubesitzes von
89,0 Prozent auf Platz 26 (i.Vj. 23), beim
Börsenumsatz auf Rang 29 (i.Vj. Rang 26). Unter den 70
SDax-Titeln rangierte die Aktie auf Platz 20 (i.Vj. 11) bei
der Marktkapitalisierung und auf Platz 25 (i.Vj. 22) beim
Börsenumsatz.
Auf der ordentlichen virtuellen Hauptversammlung am 9.
Juni 2021 beschlossen die Aktionäre unter anderem die
Zahlung einer Dividende von 0,25 Euro je Aktie (i.Vj. 0,13
Euro). Damit stieg die Dividendensumme von 7,4 Mio Euro im
Vorjahr auf einen aktuellen Ausschüttungsbetrag von
14,3 Mio Euro. Auch allen anderen Tagesordnungspunkten
stimmten die Aktionäre mit deutlicher Mehrheit zu.
Ergebnis je Aktiescrollen
Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Ergebnis der
Aktionäre dividiert durch den gewichteten Durchschnitt
ausstehender Aktien.
scrollen
Aktuell berichten zwölf Research-Häuser bzw.
Banken regelmäßig über Jenoptik. Zum
Zeitpunkt der Berichterstellung empfahlen acht Analysten,
die Aktie zu kaufen, vier rieten zum Halten der
Anteilsscheine. Das durchschnittliche Kursziel aller
Analysten belief sich Ende Juli auf 30,58 Euro.
Aufgrund der Corona-bedingten Reise- und sonstigen
Beschränkungen fanden im 1. Halbjahr 2021 alle
Roadshows und Investorenkonferenzen, auf denen sich das
Unternehmen präsentierte, in virtueller Form statt.
Der Vorstand sowie das Investor-Relations-Team berichteten
darüber hinaus in Telefonkonferenzen anlässlich
der Veröffentlichung von Jahres- und Quartalszahlen
sowie in zahlreichen Einzelgesprächen über
aktuelle Ergebnisse und Entwicklungen.
Entwicklung der Gesamt wirt schaft und der Jenoptik-BranchenNach Angaben des Internationalen Währungsfonds ist
es der Weltwirtschaft im 1. Halbjahr 2021 gelungen, sich
zunehmend von den starken Rückschlägen durch die
Corona-Pandemie im Vorjahr zu erholen, in einzelnen
Ländern zum Teil stärker als erwartet. Dabei
waren vor allem die Impfkampagnen bzw. der Zugang zu
Impfmitteln sowie Konjunkturpakete wie in den USA
ausschlaggebend für eine Rückkehr zur
Normalität, vor allem in Industriestaaten.
Unsicherheiten und Dämpfer gab es durch die
Verbreitung von Corona-Mutationen, globale
Lieferengpässe und Rohstoffmangel bzw. -verteuerung.
Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im 2. Quartal
2021 kaum beschleunigt. Nach 6,3 Prozent in den ersten drei
Monaten erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
zuletzt um 6,4 Prozent auf das Jahr hochgerechnet, wie das
US-Handelsministerium meldete. Volks wirte hatten mit
deutlich über 8 Prozent gerechnet. Auch wenn die
Konsumausgaben infolge der Impfkampagne und der Aufhebung
von Corona-Einschränkungen die Wirtschaft antrieben,
verhinderten rückläufige Bauinvestitionen ein
stärkeres Wachstum, was aber angesichts des
Rohstoffmangels nicht als Zeichen einer
Konjunkturschwäche gedeutet wurde.
Chinas Wirtschaft verzeichnete im Außenhandel
starke Zuwachs raten gegenüber dem Vorjahr. Nach einem
Rekordwachstum von 18,3 Prozent im 1. Quartal 2021 - bei
niedrigem Vorjahreswert - wuchs das BIP Chinas von April
bis Juni mit 7,9 Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Damit fiel das Wachstum zwar geringer
aus, lag aber im Rahmen der Erwartungen und im
langfristigen Trend aus der Zeit vor der Pandemie.
Die Eurozone verzeichnete in den letzten Monaten das
stärkste Wachstum seit 2006, wie das Institut IHS
Markit im Juni meldete. Der Aufschwung weitete sich
zunehmend von der Industrie auf Dienstleistungssektoren
aus, die vom Wegfall von Corona-Einschränkungen
profitierten. Die Daten signalisierten ein beeindruckendes
Wachstum im 2. Quartal, so IHS. Beeinträchtigt wurde
die wirtschaftliche Erholung durch fehlende Rohstoffe und
Verzögerungen in globalen Lieferketten, zum Beispiel
in der Automobilindustrie. Ursachen waren unter anderem
Transportengpässe im Schiffsverkehr oder der
gestiegene Bedarf an Vorprodukten wie Halbleitern oder
Baumaterialien, so das Kieler Institut für
Weltwirtschaft.
Nachdem die Wirtschaftsleistung in Deutschland im 1.
Quartal 2021 wegen der erneuten Corona-Welle um 2,1 Prozent
unter dem Vorquartal lag, gab es in den Monaten April, Mai
und Juni erste Zeichen der Erholung im Einzelhandel,
Tourismus sowie der Stabilisierung in der Produktion, wie
das Statistische Bundesamt berichtete. Dazu trugen vor
allem höhere private und staatliche Konsumausgaben
bei. Allerdings bremsten Lieferengpässe die
Industrieproduktion, die zuletzt leicht in den einzelnen
Monaten rückläufig war. Das BIP konnte im 2.
Quartal um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal
zulegen, so das Statistische Bundesamt in einer ersten
Schätzung Ende Juli. Gegenüber dem
Vorjahresquartal, das besonders vom ersten Corona-Lockdown
getroffen war, erhöhte sich das BIP preisbereinigt um
9,6 Prozent.
Die Photonik als Schlüsseltechnologie für
viele Zukunftsmärkte hat das Corona-Jahr besser als
andere Industrien überstanden, wie die gemeinsame
Analyse des Industrieverbands Spectaris mit OptecNet im Mai
2021 ergab. So ging der Umsatz der deutschen
Photonik-Hersteller 2020 nur um 1 Prozent auf insgesamt
39,8 Mrd Euro zurück. Viele Anwendungen der Photonik
haben maßgeblich zur Pandemiebekämpfung
beigetragen und begleiten die digitale Transformation.
Auch die Medizintechnik-Branche hat sich 2020 und in den
letzten Monaten resistenter gegen die Corona-Krise
behauptet als andere Industrien. Wie Spectaris Ende Mai
2021 meldete, konnten die deutschen Hersteller 2020
Umsätze in Höhe von 34,3 Mrd Euro erzielen, das
waren 2,9 Prozent mehr als 2019. Das insgesamt positive
Ergebnis lag vor allem an einem sehr starken Wachstum
einiger Corona-relevanter Produktgruppen, während
insbesondere kleinere Unternehmen von der Krise hart
getroffen wurden. Zudem beinhaltete der Umsatzzuwachs
zahlreiche vorgezogene Investitionen.
Die weltweite Halbleiterindustrie zeigte sich im
Corona-Jahr und im bisherigen Jahresverlauf 2021 weiterhin
robust im Gegensatz zu anderen Industrien. Nach Angaben der
Semiconductor Industry Association (SIA) erhöhten sich
die weltweiten Umsätze im 1. Quartal 2021 mit einer
Summe von 123,1 Mrd US-Dollar um 3,6 Prozent gegenüber
dem Vorquartal bzw. um 17,8 Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Auch im 2. Quartal setzte sich der
aufsteigende Trend fort: Global erzielte die Branche mit
133,6 Mrd US-Dollar knapp 30 Prozent mehr Umsatz als im
Vorjahresquartal bzw. 8,3 Prozent mehr als im Vorquartal.
Für 2020 meldete SIA final einen globalen Umsatz von
440,4 Mrd US-Dollar (i.Vj. 412,3 Mrd US-Dollar).
Die weltweiten Umsätze der Halbleiterausrüster
erhöhten sich 2020 auf 71,1 Mrd US-Dollar (i.Vj. 59,6
Mrd US-Dollar), wie der Verband Semiconductor Equipment and
Materials International (SEMI) kürzlich final
bestätigte. Der Technologiekonzern Bosch
eröffnete im Juni eine neue Halbleiterfabrik im
sächsischen Dresden, um dort auf 300mm-Wafern Chips
für die Automobilindustrie und das Internet der Dinge
zu fertigen.
Der hohe Bedarf an Chips in einer Vielzahl von
Industrien und Anwendungen führte im bisherigen
Jahresverlauf zu einem Chip-Mangel, vor allem in der
Automobilindustrie. Chipproduzenten fanden in der
Corona-Pandemie neue Abnehmer in IT,
Unterhaltungselektronik und Medizintechnik, nachdem
Autobauer ihre Bestellungen 2020 mangels Aufträgen
reduziert bzw. storniert hatten. Die dann wieder steigende
Nachfrage aus der Automobilindustrie konnte nicht schnell
genug bedient werden, sodass die Produktion vieler
Autobauer eingeschränkt, unterbrochen oder gestoppt
wurde. Nach Berechnungen des Verbands der
Automobilindustrie (VDA) ging die Produktion in deutschen
Werken im Juni 2021 zurück; im 1. Halbjahr lag sie 16
Prozent über dem schwachen Vorjahr. Global betrachtet
konnten alle großen Automärkte im 1. Halbjahr
zwar zweistellige Wachstumsraten bei den Neuzulassungen
verzeichnen, doch im Vergleich zum Vorkrisenniveau fehlten
insgesamt 8 Prozent bzw. 2,7 Mio Fahrzeuge.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist nach dem
Corona-bedingt schwachen Jahr wieder auf Wachstumskurs, so
der Branchenverband VDMA. Die Aufträge erhöhten
sich zuletzt im Mai 2021 um 47 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Die Nachfrage aus dem Inland legte um 33 Prozent
zu, aus dem Ausland wurden 55 Prozent mehr Bestellungen
verzeichnet.
Die Corona-Pandemie führte zu einer starken
Einschränkung der Mobilität im Bereich Transport
und Verkehrssicherheit. Das wirkte sich auch auf die
Unfallstatistik aus, die das Statistische Bundesamt Anfang
Juli 2021 veröffentlichte. Demnach ging die Zahl der
Verkehrstoten in Deutschland im Jahr 2020 auf den
niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren zurück bzw.
im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent. Der
rückläufige Trend hielt auch in den ersten
Monaten 2021 an. Auch der European Transport Safety Council
(ETSC) publizierte im Juni die Jahresstatistik für
2020: Infolge des geringeren Verkehrsaufkommens sank die
Zahl der Verkehrstoten im Straßenverkehr in der EU um
17 Prozent. Seit 2010 reduzierte sich die Zahl um 37
Prozent, was nach Experten-Schätzungen rund 156 Mrd
Euro an Folgekosten wie zur Behandlung und
Schadensabwicklung sparte.
Die Corona-Pandemie führte zu einer massiven Krise
in der Luftfahrtindustrie, bei den Flugzeugbauern und
Zulieferern. Viele Airlines konnten zwar durch Staatshilfen
gerettet werden, machen aber weiterhin hohe Verluste,
sodass die Branche mitten in einer Marktbereinigung sei, so
Branchenexperten. Zeichen der leichten Erholung gab es im
1. Halbjahr 2021 durch die wieder zunehmenden Privatreisen.
Vor allem in den USA reisten die Menschen im 2. Quartal
fast wieder so viel wie vor der Pandemie, während
Fluggesellschaften neue Maschinen bestellten. Mitte Juni
haben die USA und die EU ihren Handelsstreit um
Subventionen für Flugzeuge beigelegt. Bei Boeing
verbesserte sich die Auftragslage infolge der
Wiederzulassung des Flugzeugtyps 737 Max. Im 1. Halbjahr
2021 lieferte Boeing mit 156 Maschinen bereits eine mehr
als im gesamten Vorjahr aus. Airbus konnte mit 297
Auslieferungen den Wert aus dem Vorjahreszeitraum um 52
Prozent steigern.
Für die deutsche Sicherheits- und
Wehrtechnikbranche veröffentlichte das
Bundeswirtschaftsministerium im Juni 2021 den
Rüstungsexportbericht für 2020. Im Vergleich zum
Rekord-Jahr 2019 gingen die Ausfuhrerlaubnisse von knapp
über 8,0 Mrd Euro auf 5,8 Mrd Euro zurück. Mehr
als die Hälfte der Ausfuhrgenehmigungen entfiel auf
sogenannte Drittländer, darunter Ägypten, das mit
Großaufträgen im maritimen Bereich betroffen
war. Im Gegensatz zu den Exporten stiegen die Importe von
militärischer Ausrüstung durch Deutschland: Laut
dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI
investierte Deutschland 2020 mit etwa 44 Mrd Euro mehr als
fünf Prozent mehr in Rüstungsgüter als im
Vorjahr und lag damit weltweit auf dem siebten Platz. Im
Juni verabschiedete das Bundeskabinett einen
Evaluierungsbericht zur sog. Post-Shipment-Kontrolle. In
einem zweijährigen Pilotprojekt wurde die Einhaltung
der Endverbleibsklausel bei gelieferten kleinen und
leichten Waffen überprüft, also ob die
Lieferungen noch vollständig bei dem vereinbarten
Endverwender vorhanden sind. Der Haushaltsausschuss des
Bundestages hat Ende Juni den Weg frei gemacht für die
Entwicklung des neuen Luftkampfsystems Future Combat Air
System (FCAS), indem er rund 4,3 Mrd Euro zusätzlich
zum Verteidigungsetat für die Grundlagenforschung mit
Frankreich und Spanien bewilligte.
Für die anderen Branchen, die für Jenoptik
relevant sind, wurden keine wesentlichen neuen Berichte
veröffentlicht. Wir verweisen deshalb auf die Seiten
99 ff. im Geschäftsbericht 2020.
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageIn den Tabellen des Zwischenberichts, die wichtige
Kennzahlen nach Segmenten aufgliedern, sind in dem Posten
"Sonstige" das Corporate Center (Holding, Shared Services,
Immobilien) sowie Konsolidierungseffekte enthalten.
Jenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die
Divisionen Light & Optics, Light & Production,
Light & Safety sowie VINCORION.
ErtragslageIm Geschäftsjahr 2020 berichtete Jenoptik um
Anpassungen für Struktur- und Portfoliomaßnahmen
(Kosten für die Zusammenlegung, Konsolidierung oder
Schließung von Standorten, Restrukturierungen,
Kostensenkungsprogramme und im Zusammenhang mit
M&A-Aktivitäten) adjustierte Zahlen. Im laufenden
Geschäftsjahr werden diese Adjustierungen nicht mehr
vorgenommen. Auch die Vorjahresangaben sind nicht
adjustierte Werte. Bei der Darstellung der
Geschäftsentwicklung der Segmente ist zu
berücksichtigen, dass die OTTO Vision Technology GmbH
(OTTO) zum 1. Januar 2021 in die Division Light &
Optics (vorher Light & Production) umgegliedert wurde.
Diese Umgliederung wurde auch in den Vorjahres werten
entsprechend berücksichtigt.
Jenoptik verzeichnete im 2. Quartal 2021 Rekordwerte bei
Auftragseingang, Umsatz und EBITDA, auch im gesamten 1.
Halbjahr überstiegen diese Kennzahlen die
Vorjahreswerte. Der Konzern verfügt zudem über
eine gute finanzielle und bilanzielle Aufstellung. Das
Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie
blieb auf einem sehr guten Niveau. In der Biophotonik und
bei TRIOPTICS setzte sich die sehr gute Entwicklung fort.
Aber auch in der Automobilindustrie war eine Erholung zu
spüren. In der Luftfahrtindustrie blieb dagegen
aufgrund der Corona-Pandemie die Entwicklung schwach.
Der Konzern realisierte in den ersten sechs Monaten 2021
einen Umsatz von 389,3 Mio Euro (i.Vj. 329,0 Mio Euro), der
mit 18,3 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau
lag.
In der Division Light & Optics wurde der
Umsatzzuwachs gestützt von einer anhaltend hohen
Nachfrage im Bereich Halbleiterausrüstung sowie der
guten Entwicklung in den Bereichen Biophotonics und
Industrial Solutions. Darüber hinaus trug insbesondere
die Einbeziehung von TRIOPTICS zum Anstieg der Erlöse
der Division bei. Die leichte Belebung der Nachfrage aus
der Automobilindustrie spiegelte sich im Umsatz der
Division Light & Production wider. Hier lagen die
Erlöse über dem Vorjahresniveau. Der
Umsatzrückgang in der Division Light & Safety ist
vor allem auf den Projektcharakter des Geschäfts sowie
Pandemie-bedingte Lieferverzögerungen bei
elektronischen Komponenten zurückzuführen.
VINCORION lag unter anderem aufgrund eines schwächeren
Geschäfts bei Power Systems und mit der
Luftfahrtindustrie unter dem Vorjahresniveau.
Zum deutlichen Umsatzanstieg in der Region Asien/Pazifik
in den ersten sechs Monaten 2021 trug vor allem TRIOPTICS
bei. Die Konzernerlöse in Amerika legten leicht zu.
Der Umsatz in diesen beiden strategischen
Schwerpunktregionen belief sich zusammen auf 164,4 Mio Euro
bzw. 42,2 Prozent des Gesamt -umsatzes und lag damit
über dem Vorjahresniveau von 126,4 Mio Euro bzw. 38,4
Prozent. Auch Europa verzeichnete ein Umsatzplus. Dagegen
ging in der Region Mittlerer Osten/ Afrika im
Berichtszeitraum der Umsatz zurück. Der Anteil des
Auslandsumsatzes blieb mit 74,2 Prozent unverändert
(i.Vj. 74,2 Prozent).
Umsatzscrollen
Entwicklungsleistungscrollen
Die Umsatzkosten erhöhten sich auf 265,0 Mio Euro
(i.Vj. 219,3 Mio Euro) und stiegen damit etwas stärker
als der Umsatz. Dies resultierte unter anderem aus
höheren Materialkosten, einem durch die 2020 erfolgten
Akquisitionen und durch Lohnerhöhungen gestiegenen
Personalaufwand sowie PPA-Effekten in Höhe von minus
1,9 Mio Euro. Das Bruttoergebnis lag mit 124,3 Mio Euro
jedoch über dem Vorjahresniveau von 109,7 Mio Euro,
die Bruttomarge erreichte 31,9 Prozent (i.Vj. 33,3
Prozent).
Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im 1.
Halbjahr 2021 20,5 Mio Euro (i.Vj. 22,1 Mio Euro). Die in
den Umsatz kosten verbuchten Entwicklungsaufwendungen im
Kundenauftrag erhöhten sich auf 11,8 Mio Euro (i.Vj.
9,1 Mio Euro), insbesondere durch Entwicklungen in der
Division Light & Optics. Die zu aktivierenden
Entwicklungsleistungen stiegen leicht, vor allem im
Zusammenhang mit Entwicklungsprojekten in der Division
Light & Optics und bei VINCORION. Die F+E-Leistung des
Konzerns lag mit 37,6 Mio Euro über dem
Vorjahresniveau von 35,7 Mio Euro. Das entspricht einem
Anteil am Konzernumsatz von 9,7 Prozent (i.Vj. 10,9
Prozent).
In den ersten sechs Monaten 2021 betrugen die
Vertriebskosten 48,1 Mio Euro (i.Vj. 41,9 Mio Euro).
Zurückzuführen ist die Zunahme insbesondere auf
die Akquisition von TRIOPTICS sowie die mit den
PPA-Effekten verbundenen höheren Abschreibungen. Die
Vertriebskostenquote lag mit 12,4 Prozent leicht unter dem
Vorjahresniveau von 12,7 Prozent.
Die Verwaltungskosten blieben mit 30,6 Mio Euro nahezu
konstant (i.Vj. 29,6 Mio Euro), obwohl die
Verwaltungskosten von TRIOPTICS im Vorjahreswert nicht
enthalten sind. Diese konnten jedoch im Konzern unter
anderem durch einen gesunkenen Personalaufwand, auch
infolge der Restrukturierungsmaßnahmen, kompensiert
werden. Die Verwaltungskostenquote reduzierte sich auf 7,9
Prozent (i.Vj. 9,0 Prozent).
Die Wertminderungserträge und -aufwendungen im
Zusammenhang mit der Bewertung von Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen sowie
Vertragsvermögenswerten beliefen sich auf minus 1,1
Mio Euro (i.Vj. 1,7 Mio Euro).
Die sonstigen betrieblichen Erträge und
Aufwendungen lagen im Saldo bei 22,3 Mio Euro (i.Vj. minus
2,3 Mio Euro). In den sonstigen betrieblichen Erträgen
ist ein Einmaleffekt von rund 16 Mio Euro im Zusammenhang
mit der Bewertung der bedingten Kaufpreiskomponenten aus
dem Erwerb von TRIOPTICS enthalten. Im Vorjahr waren
Restrukturierungskosten in den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen erfasst.
Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen der
COVID-19-Pandemie, wie Kurzarbeit und staatliche
Unterstützungsleistungen vor allem im Ausland, wurden
in Höhe von insgesamt 2,9 Mio Euro (i.Vj. 4,7 Mio
Euro) in Anspruch genommen. Sie führten insbesondere
zu geringeren Personalkosten und hatten damit einen
positiven Einfluss auf die Entwicklung der
Profitabilität.
EBITDAscrollen
EBITscrollen
Im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2021 verbesserte
sich die Profitabilität signifikant. Dazu beigetragen
hat zum einen eine starke operative Performance vor allem
im 2. Quartal. Neben dem deutlichen Umsatzanstieg zeigten
sich hier auch positive Effekte, die im Zusammenhang mit
den 2020 ergriffenen Restrukturierungsmaßnahmen
standen. Zum anderen ist im EBITDA der o.g. Einmaleffekt in
Höhe von rund 16 Mio Euro im Zusammenhang mit dem
Erwerb von TRIOPTICS enthalten (detaillierte Information
dazu siehe Anhang Seite 31). Die EBITDA-Marge stieg auf
18,9 Prozent (i.Vj. 11,5 Prozent). Das EBITDA kletterte auf
73,7 Mio Euro (inklusive PPA-Effekten von minus 1,8 Mio
Euro) und lag damit 94,6 Prozent über dem
Vorjahreswert von 37,9 Mio Euro (i.Vj. adjustiert 42,2 Mio
Euro, Kosten für Struktur- und
Portfoliomaßnahmen in Höhe von 4,4 Mio Euro).
Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) lag
im 1. Halbjahr 2021 mit 46,2 Mio Euro ebenfalls deutlich
über dem Vorjahreswert von 15,6 Mio Euro. Die
EBIT-Marge des Konzerns erreichte 11,9 Prozent (i.Vj. 4,7
Prozent). Im EBIT enthalten sind Effekte aus den
Kaufpreisallokationen von minus 8,9 Mio Euro infolge der in
den Vorjahren getätigten Akquisitionen (i.Vj. minus
3,6 Mio Euro).
Finanzerträge und Finanzaufwendungen blieben im
Saldo trotz höherer Zinsen für Finanzierung und
Aufzinsung nahezu konstant, da im Vorjahr negative
Währungseffekte aus der Bewertung von Finanzanlagen
enthalten waren. Das Beteiligungsergebnis reduzierte sich
auf 0,3 Mio Euro (i.Vj. 1,4 Mio Euro). In der Folge
verringerte sich das Finanzergebnis im Berichtszeitraum auf
minus 3,4 Mio Euro (i.Vj. minus 2,2 Mio Euro).
Der Konzern erzielte mit 42,8 Mio Euro (i.Vj. 13,4 Mio
Euro) ein deutlich höheres Ergebnis vor Steuern. Die
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag lagen bei 5,1 Mio Euro
(i.Vj. 2,8 Mio Euro). Die Gesamtsteuerquote reduzierte sich
auf 11,8 Prozent (i.Vj. 20,8 Prozent). Grund dafür
waren zum einen die regionale Gewinnverteilung zum Stichtag
und zum anderen der steuerneutrale Ertrag aus der Bewertung
der bedingten Kaufpreiskomponenten im Zusammenhang mit dem
Erwerb von TRIOPTICS. Die liquiditätswirksame
Steuerquote betrug 12,3 Prozent (i.Vj. 22,7 Prozent). Das
Konzernergebnis nach Steuern legte signifikant auf 37,7 Mio
Euro (i.Vj. 10,6 Mio Euro) zu.
Das Ergebnis je Aktie des Konzerns betrug 0,65 Euro
(i.Vj. 0,18 Euro).
Nach einem starken Auftragseingang im 1. Quartal 2021
setzte sich die erfreuliche Entwicklung auch im 2. Quartal
2021 mit einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum
von 96,4 Prozent fort. Im Berichtszeitraum Januar bis Juni
2021 kletterte der Auftragseingang um 52,2 Prozent auf
508,4 Mio Euro (i.Vj. 333,9 Mio Euro). In der Division
Light & Optics trugen alle Bereiche inkl. TRIOPTICS zum
Anstieg bei. Der Auftragseingang in der Division Light
& Production konnte ebenfalls beträchtlich
zulegen. Einen deutlichen Zuwachs erzielte auch die
Division Light & Safety, insbesondere in Nordamerika.
In dieser Division ist der Auftragseingang stark von
Projekten geprägt und unterliegt damit Schwankungen.
VINCORION dagegen verzeichnete einen Auftragseingang, der
spürbar unter dem Vorjahresniveau lag. Insgesamt
führte der deutlich gestiegene Auftragseingang des
Konzerns zu einer signifikanten Verbesserung der
Book-to-Bill-Rate auf 1,31 (i.Vj. 1,02).
Der Auftragsbestand erhöhte sich auf 586,0 Mio Euro
(31.12.2020: 460,1 Mio Euro). Vom Auftragsbestand sollen
395,4 Mio Euro bzw. 67,5 Prozent (i.Vj. 286,3 Mio Euro bzw.
59,9 Prozent) noch in diesem Geschäftsjahr zu Umsatz
führen.
Auftragslagescrollen
scrollen
Darüber hinaus bestanden zum 30. Juni 2021
Kontrakte in Höhe von 58,0 Mio Euro (31.12.2020: 42,3
Mio Euro). Bei Kontrakten handelt es sich um Verträge
bzw. Rahmenvereinbarungen, deren genaue Höhe und
Eintrittszeitpunkt noch nicht exakt bekannt sind.
Die Zahl der Jenoptik-Mitarbeiter fiel im 1. Halbjahr
2021 um 2,5 Prozent bzw. 110 Personen auf 4.362 Mitarbeiter
(31.12.2020: 4.472 Mitarbeiter). Während die Zahl der
Mitarbeiter in der Division Light & Optics durch die
Umgliederung von OTTO leicht stieg, reduzierte sie sich in
den Divisionen Light & Production sowie VINCORION auch
infolge der ergriffenen Restrukturierungsmaßnahmen.
Im Bereich Sonstige wurden in den USA Mitarbeiter in die
Division Light & Optics übernommen. 1.087
Mitarbeiter arbeiteten Ende Juni 2021 an den
ausländischen Standorten (31.12.2020: 1.112
Mitarbeiter).
Zum 30. Juni 2021 hatte Jenoptik insgesamt 160
Auszubildende (31.12.2020: 189 Auszubildende).
Ausführliche Informationen zur Entwicklung der
Divisionen finden Sie im Segmentbericht ab Seite 15.
Mitarbeiter (in Köpfen und inkl. Auszubildende)scrollen
Finanz- und VermögenslageCOVID-19 wirkte sich auch in den ersten sechs Monaten
2021 auf die operative Tätigkeit der
Jenoptik-Gesellschaften und somit auf die Konzernbilanz und
die Konzernkapitalflussrechnung aus. Dennoch stellt der
Konzern weiterhin gesunde Bilanzrelationen und eine
komfortable Liquiditätssituation sicher.
Jenoptik hat im März Schuldscheindarlehen mit
Nachhaltigkeitskomponenten mit einem Volumen von 400 Mio
Euro zu attraktiven Konditionen am Kapitalmarkt platziert.
Davon wurden 130 Mio Euro im März ausgezahlt, die
restlichen 270 Mio Euro kommen im September 2021 zur
Auszahlung. Das Schuldscheindarlehen war deutlich
überzeichnet und umfasst mehrere Tranchen mit
Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, die neben
Euro in geringerem Umfang auch in US-Dollar begeben wurden.
Den Investoren aus dem In- und Ausland wurden sowohl feste
als auch variable Verzinsungsvarianten angeboten. Die
Mittel aus den Schuldscheindarlehen schaffen dem Konzern
Handlungsspielraum für Investitionen im photonischen
Kerngeschäft sowie für Akquisitionen. Auch die
Kaufpreiszahlung für den Erwerb der restlichen 25
Prozent an TRIOPTICS Ende 2021 soll damit finanziert
werden. Zudem wurden im April die Inanspruchnahme des
Konsortialkreditvertrags um 110 Mio Euro
zurückgeführt und bestehende Schuldscheindarlehen
in Höhe von 14 Mio Euro vorzeitig abgelöst.
Ende Juni 2021 lag der Verschuldungsgrad, das
Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital, bei 0,87
(31.12.2020: 0,94). Grund dafür war der im Vergleich
zum Fremdkapital stärkere Anstieg des Eigenkapitals.
Zum 30. Juni 2021 reduzierte sich der Bestand an
Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die
Finanzverbindlichkeiten blieben dagegen fast konstant,
sodass sich die Nettoverschuldung leicht auf 214,5 Mio Euro
erhöhte (31.12.2020: 201,0 Mio Euro). Auch damit hat
der Konzern ausreichend finanziellen Spielraum für die
Sicherstellung des geplanten strategischen Wachstums. Zum
30. Juni 2021 verfügte der Konzern zudem über
ungenutzte Kreditlinien von mehr als 200 Mio Euro.
Im Berichtszeitraum investierte Jenoptik 20,0 Mio Euro
liquiditätswirksam in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte (i.Vj. 21,2 Mio Euro). Mit 12,0 Mio
Euro floss der größte Teil der Investitionen in
die Sachanlagen (i.Vj. 14,4 Mio Euro), unter anderem in die
technische Neuausstattung und Kapazitätserweiterung im
Fertigungsbereich. Deutlich zurückgegangen sind die
Investitionen in der Division Light & Production, im
Vorjahr waren hier noch Investitionen in den Neubau am
Standort Villingen-Schwenningen enthalten. Die Auszahlungen
für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
stiegen auf 8,0 Mio Euro (i.Vj. 6,8 Mio Euro). Die
Investitionen entfielen im Wesentlichen auf Kosten im
Zusammenhang mit dem Aufbau und der Einführung eines
SAP S/4 HANA Systems sowie auf die zu aktivierenden
Entwicklungsleistungen aus internen Projekten. Die
planmäßigen Abschreibungen legten auf 27,4 Mio
Euro (i.Vj. 22,6 Mio Euro) zu, vor allem durch Effekte aus
der Kaufpreisallokation (PPA-Effekte) für die im
Geschäftsjahr 2020 erworbenen Unternehmen.
Der Aufbau von Working Capital trug dazu bei, dass sich
der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zum
30. Juni 2021 trotz eines höheren Ergebnisses vor
Steuern leicht auf 26,0 Mio Euro reduzierte (i.Vj. 26,7 Mio
Euro).
Ende Juni 2021 betrug der Cashflow aus
Investitionstätigkeit minus 19,3 Mio Euro (i.Vj. minus
40,6 Mio Euro). Er wurde im Berichtszeitraum beeinflusst
durch die operative Investitionstätigkeit
(Investitionen in und Auszahlungen aus Abgängen von
immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen). Im
Vorjahr waren zudem die Auszahlungen für den Erwerb
von INTEROB sowie die Nettoeinzahlung von kurzfristigen
Geldanlagen im Cashflow aus Investitionstätigkeit
enthalten.
Im Berichtszeitraum führten in Summe leicht
gestiegene Nettoauszahlungen aus operativer
Investitionstätigkeit bei einem reduzierten Cashflow
aus laufender Geschäftstätigkeit vor Zinsen und
Steuern zu einem geringeren Free Cashflow von 11,6 Mio Euro
(i.Vj. 16,0 Mio Euro). Der Free Cashflow ergibt sich aus
dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor
Zinsen und Steuern abzüglich der Ein- und Auszahlungen
für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Die Cash-Conversion-Rate betrug in den ersten sechs Monaten
2021 15,7 Prozent (i.Vj. 42,3 Prozent), hier spiegelt sich
das deutlich gestiegene und zum Teil durch
zahlungsunwirksame Erträge beeinflusste EBITDA wider.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verringerte
sich im ersten Halbjahr auf minus 21,5 Mio Euro (i.Vj.
minus 26,4 Mio Euro). Beeinflusst wurde er insbesondere
durch die Einzahlung aus der Begebung der im März
platzierten Schuldscheindarlehen (Tranche mit Valutierung
im März 2021). Darüber hinaus wurden die
Inanspruchnahme des Konsortialkreditvertrags
zurückgeführt und bestehende Schuldscheindarlehen
vorzeitig abgelöst. Im Cashflow aus
Investitionstätigkeit enthalten ist auch die im Juni
gezahlte Dividende an die Aktionäre der JENOPTIK AG
von 14,3 Mio Euro.
Zum 30. Juni 2021 lag die Bilanzsumme des
Jenoptik-Konzerns mit 1.353,7 Mio Euro über dem Wert
vom Jahresende 2020 (31.12.2020: 1.338,8 Mio Euro).
Die langfristigen Vermögenswerte veränderten
sich gegenüber dem Jahresende 2020 nur
geringfügig und lagen bei 849,8 Mio Euro (31.12.2020:
848,9 Mio Euro). Zwar legten die immateriellen
Vermögenswerte vor allem aufgrund von
Währungseffekten und den aktivierten
Entwicklungsprojekten im Konzern von 487,1 Mio Euro auf
493,4 Mio Euro zu. Dies wurde jedoch durch den
Rückgang bei den Sachanlagen und geringere latente
Steuern nahezu ausgeglichen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte legten auf 503,9
Mio Euro zu (31.12.2020: 489,9 Mio Euro). Ein wesentlicher
Grund war dabei die Zunahme der Vorräte auf 221,8 Mio
Euro (31.12.2020: 191,4 Mio Euro). Hier erfolgten
Vorleistungen für künftige Umsätze. Nur
einen leichten Zuwachs gab es bei den
Vertragsvermögenswerten, hier insbesondere in der
Division Light & Production. Die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen sanken dagegen um 15,5 Mio Euro.
Grund dafür war insbesondere ein hoher
Forderungsbestand zum Jahresende 2020 aufgrund des
umsatzstarken 4. Quartals. Die bei den Posten der
Kapitalflussrechnung beschriebenen Effekte führten zu
einer Reduzierung der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente von 63,4 Mio Euro am
Jahresende 2020 auf 49,8 Mio Euro. In Summe beliefen sich
die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie
die kurzfristigen Finanzanlagen zum 30. Juni 2021 auf 55,0
Mio Euro (31.12.2020: 68,3 Mio Euro). Im Posten Zur
Veräußerung gehaltene Vermögenswerte ist
der als Veräußerungsgruppe bilanzierte Bereich
Kristallzüchtung enthalten, der an Hellma Materials
verkauft wird.
Das Working Capital stieg zum 30. Juni 2021 im Vergleich
zum Jahresende 2020 auf 288,6 Mio Euro (31.12.2020: 268,1
Mio Euro / 30.6.2020: 215,6 Mio Euro). Auf der Aktivseite
wurde der starke Zuwachs der Vorräte nicht durch die
Abnahme der Forderungen ausgeglichen. Auf der Passivseite
wurde die Zunahme der Vertragsverbindlichkeiten
überwiegend durch den Rückgang der
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
kompensiert. Die Working-Capital-Quote, das Verhältnis
von Working Capital zu Umsatz auf Basis der letzten
zwölf Monate, blieb mit 34,9 Prozent im Vergleich zum
Jahresende 2020 konstant, stieg aber im Vergleich zur
Vorjahresperiode, da TRIOPTICS beim Umsatz nur zeitanteilig
seit Ende September 2020 berücksichtigt wurde, jedoch
in den Bilanzpositionen im vollen Umfang enthalten war
(31.12.2020: 34,9 Prozent / 30.6.2020: 26,9 Prozent).
Zum 30. Juni 2021 lag das Eigenkapital mit 723,9 Mio
Euro über dem Niveau vom Jahresende 2020 (31.12.2020:
689,4 Mio Euro). Neben dem gestiegenen Periodenergebnis
wirkten auch Währungsdifferenzen und
versicherungsmathematische Effekte hier positiv. Einen
eigenkapitalmindernden Effekt hatte dagegen die Dividende
für die Aktionäre der JENOPTIK AG sowie die
Minderheitsgesellschafter von TRIOPTICS von insgesamt 14,8
Mio Euro. Die Eigenkapitalquote stieg auf 53,5 Prozent
(31.12.2020: 51,5 Prozent).
Die langfristigen Schulden legten auf 254,7 Mio Euro zu
(31.12.2020: 233,0 Mio Euro). Ihre Entwicklung im 1.
Halbjahr 2021 wurde vor allem durch die Ausgabe der
Schuldscheindarlehen im März geprägt. Fünf
Schuldscheindarlehen in Höhe von etwa 130 Mio Euro
wurden zum 31. März 2021 valutiert und sind in den
langfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten. Die
langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen
von 138,4 Mio Euro Ende 2020 auf 193,4 Mio Euro. In
diesem Bilanzposten waren ebenfalls die 2015 begebenen
Schuldscheindarlehen enthalten (31.12.2020: 69,0 Mio Euro),
die in die kurzfristigen Schulden umgegliedert wurden.
Aufgrund der gestiegenen Zinsen sowie einer positiven
Entwicklung des Planvermögens verringerten sich die
Pensionsverpflichtungen auf 30,0 Mio Euro (31.12.2020: 35,2
Mio Euro). Geringere bedingte Kaufpreisbestandteile aus den
2020 getätigten Akquisitionen sowie die Umgliederung
von Kaufpreiskomponenten in die kurzfristigen Schulden
führten zu einer Reduzierung der sonstigen
langfristigen Verbindlichkeiten.
Die kurzfristigen Schulden verringerten sich auf 375,1
Mio Euro (31.12.2020: 416,4 Mio Euro). Insbesondere die
Rückzahlung des Konsortialkredits von 110 Mio Euro
sowie von 14 Mio Euro aus dem 2015 begebenen
Schuldscheindarlehen im April 2021 trugen zum Rückgang
bei. Abgenommen haben zudem die Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen. Die Rückstellungen sanken
infolge geringerer Personalrückstellungen sowie der
Reduzierung der Rückstellungen im Zusammenhang mit den
Restrukturierungen. Die sonstigen kurzfristigen
nichtfinanziellen Verbindlichkeiten stiegen
hauptsächlich durch die unterjährige Abgrenzung
von Urlaubsansprüchen und Weihnachtsgeld. Erhöht
haben sich auch die Vertragsverbindlichkeiten aufgrund der
Projektfortschritte sowie die sonstigen kurzfristigen
finanziellen Verbindlichkeiten nach Umgliederung von
Kaufpreisbestandteilen der im vergangenen Jahr
getätigten Unternehmenserwerbe aus den langfristigen
Schulden.
Bei den nicht bilanzierten Werten und Verpflichtungen
gab es keine Änderungen, für Informationen dazu
verweisen wir auf die Angaben im Geschäftsbericht 2020
auf Seite 117.
SegmentberichtBei den im Segmentbericht aufgeführten Angaben zum
Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand handelt es sich
ausschließlich um Geschäfte mit konzernexternen
Dritten (weitere Informationen zu den Segmenten siehe
Anhang Seite 29).
Light & OpticsBei der Darstellung der Geschäftsentwicklung der
Division Light & Optics ist zu berücksichtigen,
dass die OTTO Vision GmbH (OTTO) zum 1. Januar 2021 in die
Division umgegliedert wurde, um Synergien besser
erschließen zu können (vorher Division Light
& Production). Die Vorjahreswerte wurden entsprechend
angepasst.
Mit dem Closing am 24. September 2020 erwarb Jenoptik
den in Wedel ansässigen Optikspezialisten TRIOPTICS.
Das Unternehmen ist spezialisiert auf Mess- und
Fertigungssysteme für optische Komponenten. TRIOPTICS
wurde in die Division Light & Optics integriert. Das
Unternehmen wurde erst seit dem Closing in den Abschluss
einbezogen und ist somit in Vorjahres angaben der ersten
sechs Monate, wie Umsatz, Ergebnis, Auftragseingang und
-bestand, nicht enthalten.
Light & Optics auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Gesamtumsatz
Im 1. Halbjahr 2021 erzielte die Division Light &
Optics mit 207,3 Mio Euro einen Umsatz, der 48,6 Prozent
und damit signifikant über dem Vorjahresniveau von
139,5 Mio Euro lag. Auch im Vergleich zum 1. Quartal 2021
steigerte die Division die Umsätze spürbar um
20,1 Prozent, von 94,2 Mio Euro auf 113,1 Mio Euro. Das
Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie
blieb in den ersten sechs Monaten 2021 weiterhin auf einem
sehr hohen Niveau. Die beiden Bereiche Biophotonics und
Industrial Solutions erwirtschafteten ebenfalls einen
höheren Umsatz als im Vergleichszeitraum des
Vorjahres. Auch TRIOPTICS trug mit 41,0 Mio Euro deutlich
zum Anstieg bei.
Regional betrachtet legten die Erlöse in allen
Regionen zu. Mehr als verdoppelt, von 25,3 Mio Euro auf
56,2 Mio Euro, hat sich der Umsatz in der Region
Asien/Pazifik, vor allem durch den Beitrag von TRIOPTICS.
Die Division Light & Optics steuerte insgesamt 53,3
Prozent des Konzernumsatzes bei (i.Vj. 42,4 Prozent).
Das EBITDA erreichte mit 65,5 Mio Euro mehr als das
Doppelte (plus 118,5 Prozent) des Vorjahreswertes von 30,0
Mio Euro. Dazu beigetragen hat neben der sehr guten
operativen Performance auch ein Einmaleffekt von rund 16
Mio Euro im Zusammenhang mit den bedingten
Kaufpreiskomponenten aus dem Erwerb von TRIOPTICS
(detaillierte Information dazu siehe Anhang Seite 31).
TRIOPTICS trug zudem auch operativ trotz der PPA-Effekte in
Höhe von minus 1,8 Mio Euro zum Anstieg bei. Die
EBITDA-Marge der Division erreichte 31,5 Prozent und lag
damit signifikant über dem Vorjahreswert von 21,4
Prozent.
Das EBIT stieg auf 53,6 Mio Euro (i.Vj. 24,5 Mio Euro),
inklusive des zuvor genannten Einmaleffekts und der
PPA-Effekte von minus 6,0 Mio Euro (i.Vj. minus 0,1 Mio
Euro).
Von Januar bis Juni 2021 verzeichnete die Division beim
Auftragseingang einen signifikanten Anstieg von 90,9
Prozent auf 269,6 Mio Euro (i.Vj. 141,2 Mio Euro). Zuwachs
gab es in allen Bereichen - insbesondere aus der
Halbleiterausrüstungsindustrie und im Bereich
Biophotonics. Aber auch die neuen Aufträge von
TRIOPTICS in Höhe von 49,1 Mio Euro trugen zum
Wachstum bei. Im Verhältnis zum Umsatz ergab sich
für den Berichtszeitraum eine Verbesserung der
Book-to-Bill-Rate auf 1,30 nach 1,01 im Vorjahr.
Durch den hohen Auftragseingang übertraf der
Auftragsbestand Ende Juni 2021 mit 239,3 Mio Euro das
Niveau vom Jahresende 2020 deutlich (31.12.2020: 179,1 Mio
Euro).
Vor dem Hintergrund des sehr guten
Geschäftsverlaufs sowie des Beitrags von TRIOPTICS
erhöhte sich der Free Cashflow (vor Zinsen und
Steuern) auf 36,7 Mio Euro (i.Vj. 16,4 Mio Euro). Die
Cash-Conversion-Rate stieg von 54,7 Prozent im
Vorjahreszeitraum auf 56,1 Prozent im 1. Halbjahr 2021.
Hier spiegelt sich das deutlich gestiegene EBITDA wider,
das zum Teil durch zahlungsunwirksame Erträge
beeinflusste wurde.
Infolge der steigenden Nachfrage nach Optiken und
Sensoren für die Halbleiterindustrie plant Jenoptik,
die Fertigungskapazitäten zu erweitern und am Standort
Dresden in ein hochmodernes Fertigungsgebäude sowie
einen neuen Bürokomplex zu investieren. Dafür hat
der Konzern im Mai 2021 ein 24.000 Quadratmeter
großes Grundstück im Airportpark Dresden
erworben. Der Baubeginn ist in der 2. Jahreshälfte
2022 geplant, Anfang 2025 soll die Produktion in der neuen
Fabrik starten.
Anfang Juli 2021 gab Jenoptik bekannt, dass der Konzern
eine Vereinbarung für den Verkauf des Bereichs
Kristallzüchtung (Umsatz 2020 rund 6 Mio Euro) an
Hellma Materials geschlossen hat und so die Fokussierung
des Geschäfts auf photonische Applikationen weiter
fortsetzt.
Light & ProductionBei der Darstellung der Geschäftsentwicklung der
Division Light & Production ist zu
berücksichtigen, dass OTTO zum 1. Januar 2021 in die
Division Light & Optics umgegliedert wurde. Die
Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.
In der Division Light & Production war insbesondere
im 2. Quartal eine Erholung in der Automobilindustrie zu
spüren. Jedoch sind die Auswirkungen der
Corona-Pandemie aus dem Vorjahr, insbesondere durch den
niedrigeren Auftragsbestand zu Jahresbeginn, noch nicht
vollständig überwunden.
Der Umsatz der Division erreichte im 1. Halbjahr 2021
78,0 Mio Euro, 7,5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum
des Vorjahres (i.Vj. 72,6 Mio Euro). Während die
Bereiche Laser Processing und Industrial Metrology
Zuwächse verzeichneten, lag der Bereich Automation
& Integration noch in etwa auf Vorjahresniveau. Grund
dafür waren vor allem Projektverschiebungen.
Die Division Light & Production erzielte in allen
Regionen höhere Erlöse. Am stärksten war der
Zuwachs in Europa (inklusive Deutschland) - von 33,7 Mio
Euro auf 36,5 Mio Euro. Der Anteil der Division am
Konzernumsatz sank leicht auf 20,0 Prozent (i.Vj. 22,1
Prozent).
Das EBITDA der Division erhöhte sich im
Berichtszeitraum auf 3,7 Mio Euro (i.Vj. minus 4,4 Mio
Euro). Dabei haben unter anderem erste Effekte im
Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr 2020 ergriffenen
Restrukturierungs- und Kosten senkungsmaßnahmen
positiv beigetragen. Im Vorjahr waren im EBITDA
Restrukturierungskosten enthalten. Die EBITDA-Marge
verbesserte sich von minus 6,1 Prozent im Vorjahreszeitraum
auf 4,7 Prozent im 1. Halbjahr 2021.
Das EBIT lag bei minus 1,9 Mio Euro (i.Vj. minus 10,4
Mio Euro) und berücksichtigte PPA-Effekte in Höhe
von minus 2,7 Mio Euro aus den Akquisitionen von Prodomax,
INTEROB und Five Lakes Automation (i.Vj. minus 3,2 Mio
Euro).
Die Verbesserung der Stimmung in der Automobilindustrie,
der wichtigsten Branche für die Division Light &
Production, spiegelte sich im Auftragseingang wider. In den
ersten sechs Monaten 2021 stieg der Auftragseingang
gegenüber dem aufgrund von COVID-19 niedrigen
Vorjahreszeitraum auf 109,6 Mio Euro (i.Vj. 63,3 Mio Euro),
ein Plus von 73,0 Prozent. Im Berichtszeitraum erhielt die
Division mehrere Aufträge im Bereich Automation &
Integration in Nordamerika, die sich in Summe auf über
40 Mio USD beliefen. Die Aufträge von den
Automotive-Kunden im Tier-1-Bereich beinhalten
Automatisierungslinien, mit denen die Strukturbaugruppen
für mehrere große Automobilhersteller produziert
werden. Die Book-to-Bill-Rate überstieg im 1. Halbjahr
2021 mit 1,40 den Vorjahreswert von 0,87 deutlich.
Infolge des stark gestiegenen Auftragseingangs lag auch
der Auftragsbestand der Division zum Ende des
Berichtszeitraums mit 106,1 Mio Euro deutlich über dem
Niveau vom Jahresende 2020 (31.12.2020: 74,7 Mio Euro).
Der Aufbau von Working Capital in Verbindung mit der
begonnenen Arbeit an Projekten sowie der Abbau von
Rückstellungen führten trotz des verbesserten
Ergebnisses vor Steuern zu einer Reduzierung des Free
Cashflows (vor Zinsen und Steuern) auf minus 3,1 Mio Euro
(i.Vj. 1,0 Mio Euro).
Im Zuge der Fokussierung des Messtechnik-Geschäfts
meldete Jenoptik Anfang Juli 2021, dass mit Marposs eine
Vereinbarung über den Verkauf des nicht-optischen
Prozess-Messtechnikgeschäfts für Schleifmaschinen
getroffen wurde (Umsatz 2020 rund 7 Mio Euro).
Light & Production auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Gesamtumsatz
Light & SafetyDas Geschäft der Division Light & Safety ist
geprägt durch Projekte. Dies führte im 1.
Halbjahr 2021 zu einem Rückgang der Umsätze um
23,2 Prozent auf 42,8 Mio Euro (i.Vj. 55,7 Mio Euro).
Aufgrund von Pandemie-bedingten Verzögerungen bei der
Zulieferung von elektronischen Bauteilen konnte weniger als
geplant ausgeliefert werden. Auch kamen neue Aufträge
später als ursprünglich erwartet. Im
Vorjahreszeitraum trugen zudem größere Projekte
in den Regionen Amerika sowie Mittlerer Osten/Afrika zum
Umsatz bei. Im 2. Quartal überstieg der Umsatz mit
23,6 Mio Euro leicht den Wert des Vorquartals von 19,2 Mio
Euro. In den beiden o.g. Regionen verzeichnete die Division
im 1. Halbjahr 2021 Rückgänge. In Amerika sanken
die Erlöse um 40,2 Prozent auf 9,7 Mio Euro (i.Vj.
16,1 Mio Euro). Auch in den anderen Regionen gingen die
Umsätze zurück. Der Anteil der Division am
Konzernumsatz fiel auf 11,0 Prozent (i.Vj. 16,9 Prozent).
Der Umsatzrückgang zeigte sich auch in der
Profitabilität der Division. Das EBITDA sank im
Berichtszeitraum auf 3,3 Mio Euro (i.Vj. 10,6 Mio Euro).
Analog zur Umsatzentwicklung war auch hier im Verlauf des
1. Halbjahrs eine Verbesserung zu sehen, das EBITDA im 2.
Quartal übertraf mit 3,2 Mio Euro den Wert des 1.
Quartals von 0,2 Mio Euro. Die EBITDA-Marge reduzierte sich
im 1. Halbjahr spürbar von 19,0 Prozent auf 7,8
Prozent.
Der Auftragseingang der Division unterliegt den
typischen Schwankungen des Projektgeschäfts.
Projektbedingt stieg dieser im 1. Halbjahr 2021 deutlich
auf 64,6 Mio Euro (i.Vj. 41,9 Mio Euro). Die
Book-to-Bill-Rate kletterte auf 1,51 (i.Vj. 0,75), auch
bedingt durch den geringeren Umsatz.
Im 1. Halbjahr 2021 erhielt Light & Safety mehrere
Aufträge für Verkehrssicherheitstechnik in
Nordamerika im Umfang von insgesamt rund 20 Mio Euro. Die
Auftragsvergabe erfolgte im Rahmen von "Vision Zero", einem
multinationalen Verkehrssicherheitsprojekt mit dem Ziel,
die Anzahl von Unfällen und Toten oder
Schwerverletzten im Straßenverkehr deutlich zu
reduzieren. Diese Aufträge sollen bereits in diesem
Jahr zum Umsatz beitragen.
Der Auftragsbestand der Division stieg um 49,5 Prozent
auf 68,8 Mio Euro (31.12.2020: 46,0 Mio Euro).
Das deutlich niedrigere Ergebnis vor Steuern sowie der
Anstieg des Working Capitals mit Beginn der Umsetzung der
neuen Projekte führten zu einem deutlich geringeren
Free Cashflow (vor Zinsen und Steuern) von minus 8,3 Mio
Euro (i.Vj. 6,3 Mio Euro).
Light & Safety auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Gesamtumsatz
VINCORIONIm 1. Halbjahr 2021 erwirtschaftete VINCORION
Umsätze in Höhe von 60,0 Mio Euro. Damit lagen
die Erlöse leicht über dem Vorjahresniveau von
58,8 Mio Euro. Während die Nachfrage im Bereich Energy
& Drive stieg, verzeichneten der Bereich Power Systems
und Corona-bedingt das Geschäft mit der
Luftfahrtindustrie Umsatzrückgänge. Im
Quartalsvergleich legten die Umsätze von 25,4 Mio Euro
im 1. Quartal auf 34,6 Mio Euro im 2. Quartal zu.
VINCORION erzielte regional die größten
Zuwächse in Amerika sowie in Europa (inkl.
Deutschland), wo die Umsätze auf 13,5 Mio Euro bzw.
46,0 Mio Euro (i.Vj. 10,3 Mio Euro bzw. 43,9 Mio Euro)
stiegen. Die Erlöse gingen dagegen projektbedingt in
der Region Mittlerer Osten/Afrika zurück. Der Anteil
der Division am Konzernumsatz verringerte sich von 17,9
Prozent auf 15,4 Prozent.
Aufgrund der auch bei VINCORION ergriffenen
Maßnahmen zur Kostenreduzierung verbesserte sich das
operative Ergebnis. Das EBITDA stieg im Berichtszeitraum
auf 6,3 Mio Euro nach 4,1 Mio Euro im Vorjahr. Die
EBITDA-Marge legte von 7,0 Prozent im Vorjahr auf aktuell
10,6 Prozent zu.
Projektverschiebungen, vor allem im Bereich Power
Systems, sowie das Pandemie-bedingt schwächere
Geschäft im Bereich Aviation führten zu einem
signifikanten Rückgang des Auftragseingangs in der
Berichtsperiode auf 63,5 Mio Euro (i.Vj. 84,3 Mio Euro).
Die Book-to-Bill-Rate der Division verringerte sich auf
1,06 nach 1,43 im Vorjahr.
VINCORION erhielt im 2. Quartal einen Auftrag für
die Lieferung von 100 hydraulischen Rettungswindensystemen
für militärische Transporthubschrauber. Das
Auftragsvolumen umfasst gestaffelt bis 2028 rund 11,5
Millionen Euro. Der Beginn der Lieferungen ist für das
dritte Quartal 2021 vorgesehen.
Infolge des geringeren Umsatzes blieb der
Auftragsbestand von VINCORION mit 171,7 Mio Euro auf einem
hohen Niveau (31.12.2020: 160,3 Mio Euro).
Der Free Cashflow (vor Zinsen und Steuern) belief sich
auf minus 0,1 Mio Euro. (i.Vj. 0,1 Mio Euro).
VINCORION auf einen Blickscrollen
Risiko- und ChancenberichtIm Rahmen der Berichterstattung zum Risiko- und
Chancenmanagement verweisen wir auf die im März 2021
veröffentlichten Angaben im Geschäftsbericht 2020
auf den Seiten 133 ff. sowie bezüglich der weiterhin
bestehenden Pandemiebedingten Herausforderungen für
unsere Divisionen VINCORION und Light & Production auf
unsere Mitteilung zum 1. Quartal 2021.
Die immer noch dynamische Entwicklung des weltweiten
Infektionsgeschehens (zum Beispiel Mutationen) und die
daraus möglichen Maßnahmen zur Eindämmung
der Pandemie können auch weiterhin Einfluss auf die
Geschäftstätigkeit von Jenoptik haben.
Bezüglich der ergriffenen Maßnahmen zur
Mitigation der Risiken im Hinblick auf die
Mitarbeitergesundheit verweisen wir ebenfalls auf die
vorherige Berichterstattung.
Für alle Geschäftsbereiche bestehen weiterhin
Risiken in der Lieferkette, die aus verschiedene
Stressfaktoren resultieren, die aber aktuell eng
überwacht und gesteuert werden. Beispielsweise sind
diese in unserer Division Light & Optics auf das
beschleunigte Wachstum im Halbleitermarkt und der damit
einhergehenden starken Nachfrage von Rohstoffen und
Vorprodukten sowie den technologisch begründeten
steigenden Anforderungen an unsere Lieferanten
zurückzuführen. Für alle
Geschäftsbereiche ergeben sich Risiken bei der
kontinuierlichen Versorgung mit elektronischen sowie
partiell mit Kunststoffkomponenten, die zum heutigen
Zeitpunkt jedoch durch eine enge Abstimmung zwischen
Fertigung, Einkauf und Lieferanten gemanagt werden
können.
Da sich die weltweite Lage sehr dynamisch entwickelt,
können die Risiken der Viruspandemie für Jenoptik
weiterhin nicht abschließend eingeschätzt
werden.
Weitere wesentliche Änderungen der im Bericht
beschriebenen Risiken und Chancen sind im Verlauf der
ersten zwei Quartale 2021 nicht eingetreten.
Gegenwärtig wurden keine Risiken identifiziert, die
entweder einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken
den Fortbestand des Unternehmens gefährden
könnten.
PrognoseberichtAusblick auf Gesamtwirtschaft und Jenoptik-BranchenDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine
Wachstumsprognose im Juli 2021 aktualisiert: Demnach werden
die Industriestaaten in Summe eine weitere Normalisierung
bzw. Erholung ihrer Wirtschaft erleben, weshalb der IWF die
Prognose für sie im Vergleich zum letzten Ausblick vom
April 2021 erhöhte. Dagegen verschlechterten sich die
Konjunkturaussichten vor allem für ärmere
Schwellen- und Entwicklungsländer, insbesondere in
Asien. Der entscheidende Faktor für die
wirtschaftliche Entwicklung ist laut IWF der Zugang zu
Corona-Schutzimpfungen. Die globale Wirtschaftsleistung
werde sich laut IWF 2021 um 6,0 Prozent gegenüber dem
Vorjahr steigern, was zum Teil an Basiseffekten bzw.
niedrigen Vorjahreswerten liegt. Im Handelsstreit mit
Europa haben sich die USA ebenfalls im Juni auf eine
Entspannung geeinigt. Beide Seiten vereinbarten,
gegenseitige Strafzölle für die kommenden
fünf Jahre auszusetzen.
Der US-Wirtschaft prognostiziert der IWF das schnellste
Wachstum in einer Generation aufgrund der Konjunkturpakete
und Impfkampagne. Ein umfangreiches Investitionsprogramm,
das der Senat in den USA im Juni 2021 verabschiedete, soll
die US-Wirtschaft im Wettbewerb mit China stärken.
Vorgesehen sind Investitionen von etwa 190 Mrd US-Dollar in
Technologie und Forschung, zusätzliche 54 Mrd
US-Dollar sollen in die Forschung und Produktion von
Halbleitern und Telekommunikationsausrüstung
fließen.
Für die Eurozone rechnet die EU-Kommission mit
einem beträchtlichen Wachstum von 4,8 Prozent im
laufenden Jahr; im 4. Quartal könne das
Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. Die
Wirtschaftsleistung wird in den einzelnen Ländern
unterschiedlich stark zulegen, was aber vor allem an den
sog. Basiseffekten liegt, wonach das BIP in Ländern
wie Deutschland unterdurchschnittlich wächst, weil es
im Vorjahr weniger stark zurückgegangen war und so der
Anstieg 2021 geringer ausfällt. Materialmangel,
Lieferengpässe und -verzögerungen könnten
die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr rund 25 Mrd Euro
kosten, schätzt das Kieler Institut für
Weltwirtschaft. Die Industrieproduktion könne bis weit
ins 3. Quartal belastet werden. Risiken für die
wirtschaftliche Entwicklung sind weiterhin die
Corona-Mutationen und deren Verbreitung.
Nach dem Krisenjahr 2020 rechnen viele
Photonik-Unternehmen wieder mit einem Wachstumsschub, wie
eine Umfrage des deutschen Industrieverbands Spectaris in
Kooperation mit Optecnet Deutschland zeigt: 75 Prozent der
befragten Unternehmen erwarten 2021 ein Umsatzplus, das im
Durchschnitt bis zu 14 Prozent über dem schwachen
Vorjahr liegen könnte. Damit würde sich der
Gesamtumsatz der deutschen Hersteller der Marke von 46 Mrd
Euro nähern. Der Inlandsumsatz könne um 9 Prozent
zulegen, der Auslandsumsatz um fast 16 Prozent.
Wachstumstreiber sind zum Beispiel Produkte der Analysen-,
Bio- und Labortechnik sowie zur zunehmenden digitalen
Kommunikation. Bis 2028 könne der Umsatz der globalen
Photonik-Branche laut dem Marktforscher Triton um
jährlich durchschnittlich 8,1 Prozent auf 921,7 Mrd
US-Dollar zulegen, ausgehend vom Wert aus 2020 in Höhe
von 459,9 Mrd US-Dollar.
Gemeinsam wollen zehn größere Konzerne die
Grundlage für die Industrialisierung der
Quantentechnologie in Deutschland und Europa schaffen und
haben dazu im Sommer 2021 das "Quantum Technology and
Application Consortium" (Qutac) gegründet. Ziel sei
die Weiterentwicklung der bestehenden Grundlagen des
Quantencomputings in nutzbare industrierelevante
Anwendungen, vor allem für die Branchen Technologie,
Chemie, Pharma, Versicherung und die Automobilindustrie.
Der globale Halbleitermarkt soll laut SIA 2021 und 2022
deutlich wachsen, da Halbleiter zunehmend zum integralen
Bestandteil der bahnbrechenden Technologien von heute und
morgen werden. Konkret erwartet SIA ein Umsatzplus von 19,7
Prozent auf 527,2 Mrd US-Dollar in diesem Jahr sowie ein
weiteres Wachstum von 8,8 Prozent im Jahr 2022.
Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsproduktscrollen
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World
Economic Outlook, Juli und April 2021
Dem aktuellen "Mid-Year Total Semiconductor Equipment
Forecast" zufolge, den der Verband Semiconductor Equipment
and Materials International (SEMI) im Juli
veröffentlichte, werden die globalen Ausgaben für
die Halbleiterfertigung 2021 um 34 Prozent auf 95,3 Mrd
US-Dollar steigen und im Folgejahr auf über 100 Mrd
US-Dollar. Korea, Taiwan und China bleiben die Regionen mit
dem höchsten Volumen, aber auch in allen anderen
Regionen werde mit Wachstum gerechnet. Zudem berichtete
SEMI Ende Juni 2021, dass Halbleiterhersteller weltweit
massiv in neue Fabriken ("Fabs") investieren, um den
steigenden Bedarf nach Halbleitern in vielen Industrien und
Anwendungen zu bedienen, darunter für Kommunikation,
Computing, Gesundheit und Automotive. So sollen insgesamt
29 neue Fabs entstehen, die Mehrheit in China, Taiwan und
in Amerika. Nach dem Bau der Bosch-Fab in Dresden
könnte auch der US-Konzern Intel eine neue Fab in
Deutschland errichten.
Nach einer Studie der Unternehmensberatung AlixPartners
werden bis zum Jahresende 2021 wegen des Mangels an
Halbleitern bis zu 3,9 Mio Fahrzeuge weniger gebaut werden.
Das Duisburger Center Automotive Research von Ferdinand
Dudenhöffer beziffert den Ausfall sogar auf 5,2 Mio
weniger Fahrzeuge. Branchenexperten gehen davon aus, dass
die ChipEngpässe in der Automobilindustrie in der 2.
Jahreshälfte noch schärfer werden könnten.
Dudenhöffer sieht zwei einschränkende Faktoren
für die Automobilproduktion: Die Halbleiterknappheit
werde sich bis zum Beginn des Jahres 2023 auswirken,
anschließend würden Batteriezellen nur knapp
verfügbar sein. Der Wettbewerb der Industrien um
Halbleiter nimmt zu, da sie nicht nur für die
E-Mobilität, Infotainment und Assistenzsysteme,
sondern auch für die Fabrikautomation, Robotik und
andere Infrastrukturen auf Basis von Leistungshalbleitern
nötig sind. Im Rahmen des Klimapaketes "Fit for 55"
will die EU-Kommission den klassischen Verbrennermotor in
Pkw ab 2035 nicht mehr zulassen. Stattdessen sollen nur
noch Neuwagen mit emissionsfreiem Antrieb verkauft werden
und zugleich die Ladenetz-Infrastruktur ausgebaut werden.
Der VDA kritisiert diese Pläne und berechnete, dass
das Ende des Verbrenners in Deutschland bereits 2030 kommen
müsste, damit die gestaffelten Emissionsziele erreicht
werden könnten. Große Autobauer investieren
bereits massiv in die Elektromobilität, einige wollen
schon vor 2030 nur noch Elektrofahrzeuge anbieten.
Die wirtschaftliche Erholung im deutschen Maschinen- und
Anlagenbau führte dazu, dass der Branchenverband VDMA
im Juni seine Prognose für 2021 erhöhte. Die
Produktion der Branche werde in diesem Jahr um 10 Prozent
steigen. Risiken seien die weiterhin angespannte Situation
in den Lieferketten sowie mögliche erneute
Grenzschließungen.
Die Robotik und Automation (R+A) in Deutschland wird
2021 mit 13,4 Mrd Euro ein Umsatzplus von 11 Prozent
erwirtschaften, so die Prognose des VDMA-Fachverbands R+A.
Erwartet wird eine kräftige Erholung und positive
Trendwende; die Perspektive bis ins Jahr 2022 sei
ausgezeichnet, da einige jetzt anlaufende komplexe Projekte
erst zeitverzögert fakturiert werden. Der Fachverband
sieht gute Chancen darin, bereits 2022 das Rekordergebnis
aus dem Jahr 2018 zu erreichen oder zu übertreffen.
Wichtige Treiber sind sog. Green-Technology-Strategien auf
dem Weg zur Klimaneutralität und besseren
Ressourcennutzung, zum Beispiel die Fertigung von
Brennstoffzellen für den Wasserstoffantrieb oder von
leistungsfähigen Batterien.
Das Transport-Komitee des Europäischen Parlaments
hat im Juni 2021 ein Dokument verabschiedet, mit dem es die
Strategie der EU-Kommission für mehr
Verkehrssicherheit bestätigt: Demzufolge sollen bis
2030 Verletzungen und Todesfälle im
Straßenverkehr um 50 Prozent reduziert, Kennzahlen
(KPIs) für Verkehrssicherheit bis 2023 definiert und
unterschiedliche Tempolimits in den EU-Staaten empfohlen
werden. In Deutschland fordert ein Bündnis aus
Verbänden neben einem generellen Tempolimit auf
deutschen Autobahnen auch, dass nach der Bundestagswahl im
Herbst die Höchstgeschwindigkeit außerhalb von
Ortschaften auf 80km/h gesenkt und eine
Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerhalb von Städten
eingeführt wird. Damit könnten Verkehrslärm,
Unfälle und der CO2-Aus-stoß reduziert werden.
Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert ein
innerörtliches Tempolimit von 30km/h bzw. 20 Meilen
pro Stunde im angloamerikanischen System. Die
Bundesregierung hat im Sommer 2021 eine
Gesetzesänderung zur automatischen
Kennzeichenerfassung initiiert. So soll die bisher bereits
mögliche Erfassung für Fahndungen auf weitere
Ermittlungszwecke ausgeweitet werden. Zu klären ist
dabei zum Beispiel, ob der Kennzeichenscan
vorübergehend auch ungefiltert oder
flächendeckend erlaubt wird.
In der Luftfahrtindustrie musste der Flugzeugbauer
Boeing trotz der zuletzt leichten Erholung seine
Auslieferungsziele wegen neuer Produktionsmängel beim
Typ 787 Dreamliner stark reduzieren, betroffen sind
voraussichtlich ggf. rund 100 Maschinen. Airbus plant einen
Konzernumbau in den nächsten Jahren, mit dem die
Flugzeugproduktion in Deutschland und Frankreich neu
aufgestellt werden soll. Dazu sollen in beiden Ländern
jeweils neue Unternehmen gegründet werden, die
vollständig zu Airbus gehören.
In der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie soll im
September der Vertrag zwischen Deutschland, Frankreich und
Spanien für das neue Kampflugzeugssystem FCAS als
Nachfolger für den Eurofighter- und den
französischen Rafale-Jet unterzeichnet werden.
Gegenwärtig sind noch nicht alle Fragen zu
Entwicklung, geistigem Eigentum und langfristiger
Finanzierung geklärt. Alle drei Partnerländer
sollen die Kosten, Arbeit und Entwicklungspakete zu
gleichen Anteilen tragen. Bis 2027 werden von Deutschland
4,5 Mrd Euro erwartet, bis 2040 könnte das Projekt
insgesamt etwa 100 Mrd Euro kosten.
Für die anderen Branchen wurden keine wesentlichen
neuen Prognosen veröffentlicht. Wir verweisen deshalb
auf die Seiten 146 ff. im Geschäftsbericht 2020.
Künftige Entwicklung der GeschäftslageDer Jenoptik-Konzern verfolgt auch in der aktuell immer
noch von der COVID-19-Pandemie beeinflussten Situation sein
Ziel, mittel- und langfristig profitables Wachstum zu
erzielen. Dazu beitragen sollen die Ausweitung des
internationalen Geschäfts und daraus resultierende
Skaleneffekte, höhere Margen aus einem optimierten
Produktmix sowie einem zunehmenden Servicegeschäft,
aber auch Kostendisziplin. Durch die gute
Vermögenslage und eine tragfähige
Finanzierungsstruktur verfügt Jenoptik auch aufgrund
der im März 2021 platzierten Schuldscheindarlehen
über ausreichend Handlungsspielraum, um sowohl das
organische als auch das anorganische Wachstum durch
potenzielle Akquisitionen zu finanzieren.
Jenoptik ist mit den drei photonischen Divisionen und
dem mechatronischen Geschäft breit aufgestellt und
verfügt über ein gut ausbalanciertes
Angebotsportfolio, das in Krisen Stabilität verleiht
und hilft, Schwankungen zu kompensieren.
In den einzelnen Branchen und Divisionen zeigt sich nach
wie vor ein differenziertes Bild. In den vergangenen
Monaten und auch derzeit entwickelt sich das
Halbleiterausrüstungsgeschäft sehr positiv, diese
Entwicklung sollte sich durch den Digitalisierungstrend
auch fortsetzen. Eine deutliche Erholung ist nach dem
Pandemie-bedingten Rückgang im Vorjahr im Bereich
Biophotonics zu erkennen, leichte positive Tendenzen sind
auch im Automobilmarkt zu sehen. Dagegen wird in der
Luftfahrtindustrie nach wie vor keine schnelle Erholung
erwartet.
Die 2020 initiierten Projekte zu Strukturanpassung und
Portfoliomanagement zeigen bereits erste positive Effekte.
Dies soll sich in den kommenden Monaten verstärken und
im Geschäftsjahr 2022 dann die volle Wirkung zeigen
und zu einer Beschleunigung des Wachstums sowie einer
Verbesserung der Profitabilität des Konzerns
beitragen.
Der Jenoptik-Konzern verzeichnete im 2. Quartal 2021
Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatz und EBITDA. Zu
diesem Anstieg beigetragen hat vor allem die sehr gute
Entwicklung in der Division Light & Optics,
insbesondere in den o.g. Bereichen und bei der
erstkonsolidierten TRIOPTICS. TRIOPTICS wird im laufenden
Geschäftsjahr beim Umsatz mit mindestens 20 Prozent
wachsen und eine EBITDA-Marge erzielen, die deutlich
über dem Konzerndurchschnitt liegt. Aber auch in der
Automobilindustrie war die Erholung zu spüren. Auf
Basis der sehr guten operativen Entwicklung im 2. Quartal
2021 und in Erwartung eines starken 2. Halbjahres geht der
Vorstand jetzt davon aus, beim Umsatz und bei der
EBITDA-Marge die bisherige Prognose übertreffen zu
können. Das Management erwartet nunmehr für das
Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz zwischen 880 und 900
Mio Euro (bisher Umsatz plus im niedrigen zweistelligen
Prozentbereich / i.Vj. 767,2 Mio Euro) und eine
EBITDA-Marge (EBITDA - Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen inkl. Wertminderungen und Wert aufholungen)
zwischen 19,0 und 19,5 Prozent (bislang EBITDA-Marge von
16,0 - 17,0 Prozent / i.Vj. 14,6 Prozent).
Sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung
der Geschäftslage wurden auf Basis des
Informationsstands zum Zeitpunkt der Berichterstellung
getroffen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte
Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, wie zum
Beispiel Portfolioänderungen, können dazu
führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die
Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der
Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen
Einschätzungen abweichen.
KonzerngesamtergebnisrechnungKonzerngewinn- und -verlustrechnungscrollen
Konzerngesamtergebnisscrollen
KonzernbilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
Konzernkapitalflussrechnungscrollen
Informationen nach Segmenten1. Januar bis 30. Juni 2021scrollen
scrollen
EBITDA = Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen, Zinsen
EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr.
1 Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2020
Konzernanhang über die ersten sechs Monate 2021MutterunternehmenDas Mutterunternehmen des Jenoptik-Konzerns ist die
JENOPTIK AG mit Sitz in Jena, eingetragen in das
Handelsregister beim Amtsgericht Jena in der Abteilung B
unter der Nummer HRB 200146. Die JENOPTIK AG ist an der
Deutschen Börse, Frankfurt, notiert und wird unter
anderem im TecDax und SDax geführt.
Die Geschäftstätigkeit im Jenoptik-Konzern
unterliegt in gewissem Umfang dem Einfluss saisonaler
Schwankungen. In der Vergangenheit waren Umsatz- und
Ergebnisbeiträge vor allem im vierten Quartal
höher als in den einzelnen vorangehenden Quartalen,
geprägt durch ein stärkeres
Jahresendgeschäft. Daher können die
Zwischenergebnisse nur eingeschränkt als Indikator
für die Ergebnisse des gesamten Geschäftsjahres
herangezogen werden.
Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss
("Zwischenabschluss") zum 30. Juni 2021, der auf Basis des
International Accounting Standard (IAS) 34
"Zwischenberichterstattung" erstellt wurde, werden
grundsätzlich - mit Ausnahme der erstmalig im
Geschäftsjahr 2021 anzuwendenden Standards bzw.
Änderungen an den Standards sowie nachfolgender
Ergänzung - die gleichen Bilanzierungsmethoden
angewendet wie im Konzernabschluss für das
Geschäftsjahr 2020. Dieser wurde nach den
International Financial Reporting Standards (IFRS)
erstellt, wie sie in der EU verpflichtend anzuwenden sind.
Diese Methoden sind im Anhang des Geschäftsberichts
2020 im Einzelnen detailliert beschrieben. Der
Geschäftsbericht ist über die
Jenoptik-Internetseite unter www.jenoptik.de unter der
Rubrik Investoren/Berichte und Präsentationen
abrufbar.
Der Zwischenabschluss wurde in der Konzernwährung
Euro erstellt und wird, wenn nicht anders vermerkt, in TEUR
angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass
Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau
ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können.
Die folgenden IFRS bzw. Änderungen an den IFRS
werden im Geschäftsjahr 2021 erstmalig angewendet:
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und
IFRS 16: Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2. Im
August 2020 hat das IASB Änderungen an IFRS 9, IAS 39,
IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 im Hinblick auf die Reform der
Referenzzinssätze beschlossen. Die Änderungen
sehen vorübergehende Erleichterungen vor, wenn ein
Referenzzinssatz (IBOR) durch einen alternativen nahezu
risikofreien Zinssatz (RFR) ersetzt wird und dies
Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung hat.
Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre,
die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, und sind
rückwirkend anzuwenden. Eine Anpassung früherer
Perioden ist nicht erforderlich. Aktuell liegen keine
Finanzinstrumente vor, die an den IBOR als Referenzzins
gebunden sind. Deshalb haben die Änderungen an den
betroffenen IFRS keine Auswirkungen auf den
Zwischenabschluss.
Verlängerung des Anwendungszeitraums der
Änderungen an IFRS 16: Mietzugeständnisse im
Zusammenhang mit COVID-19. Im März 2021 hat das IASB
eine Verlängerung des Anwendungszeitraums für
Erleichterungen im Zusammenhang mit der Bilanzierung von
COVID-19-bezogenen Mietzugeständnissen bis zum 30.
Juni 2022 beschlossen. Da es bei Jenoptik keine
Mietzugeständnisse im Kontext von COVID-19 gab,
ergeben sich daraus keine Auswirkungen auf den
Zwischenabschluss.
Darüber hinaus sind folgende Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden für den Zwischenabschluss zum 30.
Juni 2021 relevant:
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen.
Langfristige Vermögenswerte oder
Veräußerungsgruppen werden als zur
Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der
zugehörige Buchwert überwiegend durch ein
Veräußerungsgeschäft und nicht durch
fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Kriterien, damit
ein Vermögenswert oder eine
Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 als zur
Veräußerung klassifiziert wird, gelten nur dann
als erfüllt, wenn die Veräußerung
höchstwahrscheinlich ist. Eine Transaktion wird als
höchstwahrscheinlich eingeschätzt, wenn am
Abschlussstichtag keine wesentlichen Risiken für den
Vollzug bestehen, was regelmäßig den Abschluss
verbindlicher Verträge bzw. zumindest eine Einigung
bezüglich aller wesentlichen Vertragsinhalte
erfordert.
Als zur Veräußerung gehaltene klassifizierte
Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz
separat als kurzfristige Posten ausgewiesen und mit dem
niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten bewertet.
Planmäßige Abschreibungen auf langfristige
Vermögenswerte unterbleiben.
SchätzungenDie Erstellung des Zwischenabschlusses unter Beachtung
der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erfordert bei
einigen Posten, Annahmen zu treffen, die sich auf den
Ansatz in der Bilanz bzw. in der Gesamtergebnisrechnung des
Konzerns sowie auf die Angabe von Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten auswirken. Alle Annahmen und
Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen
getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.
Die zugrundeliegenden Annahmen und Schätzungen
werden fortlaufend überprüft. Dabei ergeben sich
für den Ersteller des Zwischenabschlusses gewisse
Ermessensspielräume. Vor dem Hintergrund der
anhaltenden COVID-19-Pandemie bestehen weiterhin
erhöhte Unsicherheiten in Bezug auf Schätzungen
und Risiken im Hinblick auf wesentliche
Buchwertanpassungen. Die zur Erstellung des vorliegenden
Zwischenabschlusses getroffenen Annahmen und
Schätzungen entsprechen den Angaben im Konzernanhang
zum 31. Dezember 2020 ab Seite 163.
KonsolidierungskreisIm Konzernabschluss der JENOPTIK AG sind 44 (31.12.2020:
49) vollkonsolidierte Tochtergesellschaften einbezogen.
Davon haben 12 (31.12.2020: 14) ihren Sitz im Inland und 32
(31.12.2020: 35) im Ausland. Zum Konsolidierungskreis des
Jenoptik-Konzerns gehören zudem 3 Unternehmen
(31.12.2020: 3), die nach der At-Equity-Methode in den
Konzernabschluss einbezogen werden.
Der Rückgang der Anzahl vollkonsolidierter
Unternehmen resultiert insbesondere aus konzerninternen
Verschmelzungen. Zudem wurden zwei nicht operative
Gesellschaften aufgelöst. Auswirkungen auf den Konzern
haben sich hieraus nicht ergeben.
Unternehmenserwerbe oder
Unternehmensveräußerungen fanden im 1. Halbjahr
2021 nicht statt.
Mit dem Closing am 24. September 2020 hat Jenoptik
über die JENOPTIK Optical Systems GmbH den Erwerb der
Trioptics GmbH, Wedel, Deutschland, erfolgreich
abgeschlossen. Die Einbeziehung in den Zwischenabschluss
zum 30. Juni 2021 gemäß IFRS 3 beruht weiterhin
auf vorläufigen Beträgen. Die Vorläufigkeit
betrifft die Feststellung des erworbenen
Nettovermögens der TRIOPTICS-Gesellschaften. Die
Finalisierung der Erstkonsolidierung wird im dritten
Quartal 2021 erfolgen.
Wesentliche GeschäftsvorfälleJenoptik hat im März Schuldscheindarlehen mit
Nachhaltigkeitskomponenten mit einem Volumen von 400 Mio
Euro zu attraktiven Konditionen am Kapitalmarkt platziert.
Davon wurden 130 Mio Euro im März ausgezahlt, die
restlichen 270 Mio Euro kommen im September 2021 zur
Auszahlung. Die Schuldscheindarlehen waren deutlich
überzeichnet und umfassten mehrere Tranchen mit
Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, die neben
Euro in geringerem Umfang auch in US-Dollar begeben wurden.
Den Investoren aus dem In- und Ausland wurden sowohl feste
als auch variable Verzinsungsvarianten angeboten. Die
Mittel aus den Schuldscheindarlehen schaffen dem Konzern
Handlungsspielraum für Investitionen im photonischen
Kerngeschäft sowie für Akqusitionen. Auch die
noch offenen Kaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb von
TRIOPTICS sollen damit finanziert werden. Zudem wurden im
April der in Anspruch genommene Konsortialkreditvertrag um
110 Mio Euro zurückgeführt und bestehende
Schuldschein darlehen in Höhe von 14 Mio Euro
vorzeitig abgelöst.
Trotz des deutlichen, über dem Konzerndurchschnitt
liegenden Wachstums von TRIOPTICS im aktuellen Jahr (vgl.
Prognosebericht auf Seite 23) wird ein Teil der
ursprünglich für 2021 geplanten Umsätze und
Ergebnisbeiträge voraussichtlich erst im Jahr 2022
realisiert werden. Da für den Kaufpreismechanismus das
Jahr 2022 nicht mehr relevant ist sowie unter
Berücksichtigung einer wechselseitig zwischen den
Vertragsparteien bestehenden Bonus-/Malus-Regelung für
das Jahr 2021 konnten bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten
aus dem Erwerb der TRIOPTICS erfolgswirksam aufgelöst
und zudem Forderungen aus bedingten Gegenleistungen
aktiviert werden. Der Ertrag aus der Fair-Value-Anpassung
bedingter Kaufpreiskomponenten von TRIOPTICS in Höhe
von 15.739 TEUR ist im sonstigen betrieblichen Ertrag
enthalten. Die Entwicklung bedingter Kaufpreiskomponenten
insgesamt ist auf Seite 35 dargestellt.
Die virtuelle ordentliche Hauptversammlung der JENOPTIK
AG beschloss am 9. Juni 2021 die Ausschüttung einer
Dividende in Höhe von 0,25 Euro pro Aktie. Die
Auszahlung der Dividende führte zu einer Minderung des
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von
14.310 TEUR. Zudem wurden Dividenden an
Minderheitsgesellschafter von TRIOPTICS in Höhe von
508 TEUR beschlossen, von denen die bereits ausgezahlten
Beträge von 123 TEUR ebenfalls den Cashflow aus
Finanzierungstätigkeit reduziert haben.
Darüber hinaus gab es keine
Geschäftsvorfälle, die wesentlichen Einfluss auf
den Zwischenabschluss von Jenoptik im 2. Quartal oder
kumuliert bis 30. Juni 2021 hatten.
Vorrätescrollen
Immaterielle Vermögenswertescrollen
Aufgliederung wesentlicher AbschlusspostenUmsatzerlöse. Eine Aufgliederung der
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach
Divisionen und Regionen ist in der Tabelle zu den
Informationen nach Segmenten auf Seite 29 dargestellt. Die
Aufgliederung der Umsatzerlöse nach zeitraum und
zeitpunktbezogener Erlöserfassung i.S.d. IFRS 15 ist
der untenstehenden Tabelle zu entnehmen. Die
zeitraumbezogen realisierten Umsätze enthalten
Erlöse aus kundenspezifischen Serienfertigungen,
insbesondere in der Division Light & Optics,
kundenspezifischen Einzelfertigungen sowie erbrachten
Dienstleistungen, wie zum Beispiel aus kundenspezifischen
Entwicklungsprojekten, und aus Traffic Service Provision
Verträgen.
Sachanlagenscrollen
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungenscrollen
scrollen
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
und Schulden. Am 5. Juli 2021 wurde ein Vertrag über
den Verkauf des Bereichs Kristallzüchtung für
Germanium der Division Light & Optics geschlossen. Die
mit der Transaktion verbundenen Vermögenswerte und
Schulden werden gemäß IFRS 5 zum 30. Juni 2021
als zur Veräußerung gehalten aus gewiesen.
Wertminderungen auf die Veräußerungsgruppe
ergaben sich nicht. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt
einer behördlichen Zustimmung, die noch im zweiten
Halbjahr 2021 erwartet wird.
Langfristige Finanzverbindlichkeitenscrollen
Kurzfristige Finanzverbindlichkeitenscrollen
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeitenscrollen
FinanzinstrumenteDie aufgeführten Buchwerte der Posten kurzfristige
Finanzanlagen, Anteile an nicht konsolidierten verbundenen
Unternehmen und Beteiligungen, Zahlungsmittel, Forderungen
und Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen sowie
Derivate mit und ohne Hedge-Beziehung entsprechen den
beizulegenden Zeitwerten. Die Buchwerte der übrigen
Posten stellen einen angemessenen Näherungswert
für den beizulegenden Zeitwert dar. Die lang- und
kurzfristigen Anteile der jeweiligen Bilanzposten wurden in
der folgenden Darstellung zusammengefasst.
Finanzielle Vermögenswertescrollen
1 AC = Amortized costs (fortgeführte
Anschaffungskosten)
Finanzielle Verbindlichkeitenscrollen
1 AC = Amortized costs (fortgeführte
Anschaffungskosten)
Die Einstufung in der Hierarchie der beizulegenden
Zeitwerte ergibt sich für die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden, aus der folgenden
Übersicht:
scrollen
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr.
Der Stufe 1 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet,
die als quotierte Marktpreise jederzeit verfügbar
sind. Der Stufe 2 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet,
die auf Basis von direkt oder indirekt beobachtbaren
Parametern ermittelt werden. Der Stufe 3 liegen
Bewertungsparameter zugrunde, die nicht auf beobachtbaren
Marktdaten beruhen.
Die beizulegenden Zeitwerte aller Derivate werden anhand
allgemein anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Dabei
werden die über den jeweils vereinbarten Terminkurs
bzw. Zinssatz determinierten zukünftigen
Zahlungsströme mit aktuellen Marktdaten diskontiert.
Die verwendeten Marktdaten sind führenden
Finanzinformationssystemen, wie beispielsweise Reuters,
entnommen. Kommt eine Interpolation von Marktdaten zur
Anwendung, erfolgt diese linear.
Die beizulegenden Zeitwerte von bedingten
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden unter
Berücksichtigung der erwarteten, zum Stichtag
abgezinsten Zahlungsmittelzu- oder abflüsse bewertet.
Die zum 30. Juni 2021 bilanzierten Forderungen bzw.
Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen
resultierten aus den im Rahmen der Erwerbe von INTEROB und
TRIOPTICS vereinbarten bedingten Kaufpreiskomponenten. Die
Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen
gegenüber INTEROB sind mit dem beizulegenden Zeitwert
in Höhe von 2.168 TEUR angesetzt. Die
Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen
gegenüber TRIOPTICS wurden zum 30. Juni 2021
vollständig aufgelöst und eine Forderung aus
bedingten Gegenleistungen in Höhe von 3.135 TEUR
aufgrund der bestehenden Bonus-/Malus-Regelung aktiviert
(vgl. wesentliche Geschäftsvorfälle auf Seite
31). Die beizulegenden Zeitwerte der bedingten
Kaufpreiskomponenten wurden unter Berücksichtigung
einer laufzeit- und risikoadäquaten Abzinsung
ermittelt. Die Einzahlung der bedingten Komponente aus dem
Erwerb von TRIOPTICS wird voraussichtlich 2022 und die
Auszahlung der bedingten Kaufpreiskomponenten für
INTEROB wird voraussichtlich 2023 erfolgen.
Ergebniswirksame Fair-Value-Anpassungen der bedingten
Verbindlichkeiten sind im sonstigen betrieblichen Ertrag
oder Aufwand erfasst. Die Aufzinsung ist im Finanzergebnis
ausgewiesen.
Die Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet und der Stufe 3 zugeordnet sind, kann der
nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
scrollen
Angaben zu UnterstützungsleistungenWesentliche Bilanzierungs- und Bewertungseffekte im
Zusammenhang mit COVID-19 ergeben sich weiterhin aus
öffentlichen Unterstützungsleistungen, die der
Konzern in Anspruch genommen hat, um die wirtschaftlichen
Folgen der Pandemie sowie die gesamtwirtschaftlichen
Entwicklungen abzumildern. Diese betreffen insbesondere
Kurzarbeitergeld sowie im Ausland teilweise gewährte
sonstige staatliche Unterstützungsleistungen. Sofern
die landesspezifischen Voraussetzungen für die
jeweiligen Fördermaßnahmen so gut wie sicher
erfüllt sind, erfolgt eine bilanzielle Erfassung des
Anspruchs in den sonstigen nichtfinanziellen
Vermögenswerten. Bis zum 30. Juni 2021 wurden
Unterstützungsleistungen von insgesamt 2.936 TEUR
(i.Vj. 4.702 TEUR) ergebniswirksam erfasst, die
insbesondere zu geringeren Personalkosten und damit einer
entsprechenden Verbesserung der Ertragslage geführt
haben. Zum Bilanzstichtag bestanden offene Forderungen aus
Unterstützungsleistungen in Höhe von 255 TEUR
(31.12.2020: 2.462 TEUR).
Angaben über Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenIm aktuellen Berichtszeitraum wurden keine wesentlichen
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
getätigt.
Deutscher Corporate Governance KodexDie aktuelle Erklärung von Vorstand und
Aufsichtsrat nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate
Governance Kodex wurde den Aktionären über die
Jenoptik-Internetseite unter www.jenoptik.de unter
Investoren/Corporate Governance dauerhaft zugänglich
gemacht. Des Weiteren ist die Erklärung am Sitz der
Gesellschaft einsehbar.
RechtsstreitigkeitenDie JENOPTIK AG und ihre Konzerngesellschaften sind an
mehreren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt.
Für mögliche finanzielle Belastungen aus
laufenden Gerichts- oder Schiedsverfahren wurden in
angemessener Höhe Rückstellungen für
Prozessrisiken bzw. Prozesskosten gebildet. Sofern diese
Verfahren erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage
des Konzerns haben könnten, sind sie im
Konzernabschluss 2020 beschrieben. Bis zum 30. Juni 2021
haben sich keine weiteren Rechtsstreitigkeiten ergeben, die
auf Basis der aktuellen Einschätzung wesentlichen
Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben
könnten.
Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 13. Juli 2021 wurden Verträge über die
Veräußerung des nicht-optischen
Prozess-Messtechnikgeschäfts, eines Teilbereichs der
Business-Unit Metrology innerhalb der Division Light &
Production, geschlossen. Seit diesem Zeitpunkt werden die
Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden des Bereichs
als zur Veräußerung gehalten klassifiziert. Eine
Abwertung der Veräußerungsgruppe auf einen
niedrigeren beizulegenden Zeit wert abzüglich
Veräußerungskosten ist nicht erforderlich. Der
Vollzug der Transaktion wird im dritten Quartal 2021
erwartet.
Darüber hinaus gab es keine weiteren Vorgänge
nach dem Bilanzstichtag 30. Juni 2021, die von wesentlicher
Bedeutung für den Konzern waren bzw. die einen
nennenswerten Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage von Jenoptik hatten.
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben
sind.
Jena, 10. August 2021
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