JENOPTIK AktiengesellschaftJenaHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022Jenoptik-Konzern auf einen Blickscrollen
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1 In dem Posten Sonstige sind Corporate Center
(Holding, Shared Services, Immobilien) und Konsolidierung
enthalten
Es wird darauf hingewiesen, dass Rundungsdifferenzen zu
den sich mathematisch genau ergebenden Werten
(Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.
Die Monate Januar bis Juni 2022 im Überblickscrollen
Advanced Photonic Solutions: Auftragseingang mit 457,9
Mio Euro signifikant über Vorjahresniveau von 294,2
Mio Euro. Deutlicher Umsatzanstieg um 53,9 Prozent auf
342,1 Mio Euro (i.Vj. 222,2 Mio Euro). Starke operative
Entwicklung führte zu EBITDA-Zuwachs von 13,2 Prozent.
Jenoptik Medical und die SwissOptic-Gruppe in Zahlen des 1.
Halbjahres 2022 enthalten.
Smart Mobility Soutions: Auftragseingang auf 75,4 Mio
Euro verbessert (i.Vj. 64,6 Mio Euro). Auftrags bestand
deutlich auf 86,5 Mio Euro gestiegen (31.12.2021: 54,3 Mio
Euro). Umsatz leicht verbessert, EBITDA unter
Vorjahresniveau.
Non-Photonic Portfolio Companies: Auftragsbestand mit
73,4 Mio Euro über Vorjahresniveau (31.12.2021: 58,9
Mio Euro). Auftragseingang erreichte mit 74,0 Mio Euro den
hohen Vorjahreswert von 85,0 Mio Euro nicht. Umsatz und
Ergebnis unter Vorjahr. Siehe Segmentbericht
scrollen
Geschäft und Rahmenbedingungen
Konzernstruktur und GeschäftstätigkeitJenoptik ist ein international agierender
Photonik-Konzern und Lieferant von hochwertigen und
innovativen Investitionsgütern. Das Angebot umfasst
OEM- bzw. Standardkomponenten, Module und Subsysteme bis
hin zu komplexen Systemen und Produktionsanlagen für
verschiedene Branchen, beispielsweise die
Halbleiterausrüstungsindustrie, die Medizintechnik
oder die Automobil- und Automobilzulieferindustrie und den
Maschinenbau. Auch umfassende Gesamtlösungen und
komplette Betreibermodelle gehören zum
Leistungsspektrum, zum Beispiel im Bereich Verkehr.
Im Rahmen seiner Neuaufstellung hat der Konzern das
photonische Kerngeschäft in den zwei neuen Divisionen
Advanced Photonic Solutions (Industriekundengeschäft)
und Smart Mobility Solutions (Geschäft mit
öffentlichen Auftraggebern) gebündelt. Dafür
wurden im Verlauf des 1. Quartals 2022 die bisherige
Division Light & Optics sowie Teile von Light &
Production in der neuen Division Advanced Photonic
Solutions zusammengelegt. Die nicht-photonischen,
insbesondere auf den Automobilmarkt ausgerichteten
Aktivitäten werden innerhalb des Jenoptik-Konzerns
jetzt unter den Non-Photonic Portfolio Companies als
eigenständige Marken (darunter HOMMEL ETAMIC, Prodomax
und INTEROB) geführt. Die bisherige Division Light
& Safety wurde zur Division Smart Mobility Solutions.
Weitere Informationen zur Konzernstruktur und zur
Geschäftstätigkeit finden Sie im
Geschäftsbericht 2021 ab Seite 86.
Unternehmenskäufe und -verkäufe.Jenoptik hat zum 30. Juni 2022 die
Veräußerung von VINCORION erfolgreich
abgeschlossen. Die Genehmigungen durch die zuständigen
Behörden wurden erteilt, die erforderlichen
Closing-Bedingungen erfüllt. Erwerber von VINCORION
ist ein von STAR Capital Partnership LLP ("STAR")
verwalteter Fonds. STAR ist eine führende, europaweit
in mittelständische Unternehmen investierende
Private-Equity-Gesellschaft. VINCORION entwickelt,
produziert und vertreibt mechatronische Produkte
insbesondere für den Sicherheits- und
Verteidigungsbereich, die Luftfahrt sowie die Bahn- und
Transportindustrie.
In den ersten sechs Monaten 2022 fanden keine weiteren
Unternehmenskäufe und -verkäufe statt.
Ziele und StrategienMit der im November 2021 verkündeten strategischen
Agenda 2025 "More Value" setzt Jenoptik auf nachhaltiges
profitables Wachstum in den photonischen Marktsegmenten.
Die Transformation zu einem global führenden, reinen
Photonik-Konzern soll fortgeführt und beschleunigt
werden. Dabei fokussiert sich Jenoptik auf drei attraktive
Kernmärkte: Halbleiter & Elektronik, Life Science
& Medizintechnik und Smart Mobility. Hieraus erwarten
wir substanzielles organisches Wachstum, das durch
Akquisitionen ergänzt werden soll.
Um mit der Agenda 2025 mehr Wert für alle unsere
Stakeholder zu schaffen, wollen wir:
scrollen
Jenoptik profitiert insbesondere von den globalen Trends
Digitalisierung, Gesundheit und Mobilität und
etabliert sich zunehmend als strategischer Systempartner
internationaler Kunden, mit denen gemeinsam
zukunftsweisende Lösungen gestaltet werden.
Das geplante profitable Wachstum wird darüber
hinaus durch Effizienzmaßnahmen, die Realisierung von
Skaleneffekten und zunehmend auch durch den weiteren Ausbau
des Service-Geschäfts unterstützt.
Für zusätzliche Informationen zur
strategischen Ausrichtung des Jenoptik-Konzerns verweisen
wir auf unseren Geschäftsbericht 2021 mit den
umfassenden Angaben im Kapitel "Ziele und Strategien" ab
Seite 93 und auf die Jenoptik-Website.
Die Jenoptik-AktieDie Aktienmärkte waren im 1. Halbjahr 2022 von
einem Abwärtstrend geprägt. Dazu beigetragen
haben die geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere der
Krieg in der Ukraine, eine hohe Inflation und steigende
Zinsen, Probleme in den Lieferketten, hohe Energiepreise
und ein drohender Gaslieferstopp. Der deutsche Leitindex
Dax verlor in den ersten sechs Monaten 20,2 Prozent auf
12.783,77 Punkte. Der deutsche Technologieindex (TecDax)
verzeichnete Ende Juni 2022 einen Stand von 2.885,62
Punkten und damit einen Rückgang von 26,5 Prozent seit
Jahresbeginn. Der SDax notierte am letzten Handelstag des
2. Quartals bei 11.881.19 Zählern, was einem Verlust
von 29,0 Prozent entsprach.
Auch die Jenoptik-Aktie verlor im Berichtszeitraum
deutlich an Wert. Gestartet am 1. Handelstag 2022 mit einem
Schlusskurs von 37,26 Euro gab der Aktienkurs auf 21,28
Euro am 30. Juni 2022 nach, trotz des angekündigten
Umsatz- und Ergebniswachstums im laufenden
Geschäftsjahr. Die Marktkapitalisierung von Jenoptik
betrug Ende Juni 2022 1.218,0 Mio Euro.
Im Juli profitierte die Aktie von der wieder etwas
positiveren Entwicklung des Kapitalmarkts und konnte an
Wert zulegen. Der Schlusskurs stand am 29. Juli 2022 bei
23,58 Euro, was einer Marktkapitalisierung von 1.349,7 Mio
Euro entspricht.
In den ersten sechs Monaten 2022 erhielt die
Gesellschaft mehrere Stimmrechtsmitteilungen. Eine
detaillierte Auflistung der Stimmrechtsmitteilungen ist auf
der Internetseite von Jenoptik unter der Rubrik
Investoren/Aktie abrufbar.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wechselten auf Xetra,
den Parkettbörsen sowie Tradegate insgesamt
durchschnittlich 171.195 Jenoptik-Aktien täglich ihren
Besitzer (i.Vj. 195.587), 12,5 Prozent weniger als im
Vorjahr. Im TecDax-Ranking lag Jenoptik im Juni 2022 bei
der Marktkapitalisierung auf Basis des Streubesitzes von
89,0 Prozent auf Platz 22 (i.Vj. 26). Unter den 70
SDax-Titeln rangierte die Aktie auf Platz 7 (i.Vj. 20) bei
der Marktkapitalisierung (Streubesitz).
Auf der ordentlichen virtuellen Hauptversammlung am 15.
Juni 2022 beschlossen die Aktionäre unter anderem die
Zahlung einer Dividende von 0,25 Euro je Aktie (i.Vj. 0,25
Euro). Damit blieb der Ausschüttungsbetrag
unverändert bei 14,3 Mio Euro. Darüber hinaus
wurden die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat
gewählt. Auch allen anderen Tagesordnungspunkten
stimmten die Aktionäre mit deutlicher Mehrheit zu.
Aktuell berichten dreizehn Research-Häuser bzw.
Banken regelmäßig über Jenoptik. Zum
Zeitpunkt der Berichtserstellung empfahlen neun Analysten,
die Aktie zu kaufen, vier rieten zum Halten der
Anteilsscheine. Das durchschnittliche Kursziel aller
Analysten belief sich Ende Juli auf 34,93 Euro.
Ergebnis je Aktiescrollen
Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Ergebnis der
Aktionäre dividiert durch den gewichteten Durchschnitt
ausstehender Aktien
Kennzahlen zur Jenoptik-Aktiescrollen
Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Jenoptik-BranchenAuf eine leichte Erholung im Vorjahr folgten zunehmend "
düstere Entwicklungen" im laufenden Jahr, so der
Internationale Währungsfonds (IWF) Ende Juli. Die
globale Wirtschaftsleistung ging im 2. Quartal 2022
zurück, vor allem wegen der Entwicklungen in China und
Russland und einem schwachen Konsum in den USA, der als
Haupttreiber der US-Wirtschaft gilt. Mehrere Schocks
hätten dem IWF-Bericht zufolge die Weltwirtschaft
getroffen, die bereits durch die Corona-Pandemie
geschwächt war: die unerwartet hohe Inflation, vor
allem in den USA und großen europäischen
Märkten, Corona-Lockdowns in China, die nicht nur die
chinesische Wirtschaft, sondern globale Lieferketten
gestört haben, sowie Auswirkungen des Kriegs in der
Ukraine, die negativer als erwartet waren, was sich auch in
hohen Energiepreisen widerspiegele.
Die US-Wirtschaft ist 2022 zum Teil stärker als
erwartet geschrumpft. Nachdem es im Schlussquartal 2021
noch ein Wachstum von 6,9 Prozent gegeben hatte, sank das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) erst um 1,6 Prozent auf das Jahr
hochgerechnet und von April bis Juni um 0,9 Prozent, wie
das US-Handelsministerium meldete. Die Exporte gingen im 1.
Quartal um knapp 5 Prozent zurück und sorgten für
einen Rekord beim Handelsdefizit. Die US-Notenbank hatte im
1. Halbjahr den Leitzins stark erhöht, um der hohen
Inflation zu begegnen. In China hat die
Null-COVID-Strategie der Regierung zum schlechtesten
Quartalsergebnis seit zwei Jahren geführt. Zwischen
April und Juni 2022 wuchs die Wirtschaft nur um 0,4 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zum 1. Quartal ging
die Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent zurück. Einen
entscheidenden Anteil daran hatte der zweimonatige Lockdown
in Shanghai, wo die Schließung des Hafens zu einer
deutlichen Beeinträchtigung der globalen Lieferketten
und Logistik geführt hatte.
In Deutschland hat sich die Wirtschaft im 1. Halbjahr
eingetrübt. Nachdem das BIP im 1. Quartal noch um 0,8
Prozent im Vergleich zum Vorquartal zugelegt hatte,
stagnierte es im 2. Quartal. Der Geschäftsklimaindex
fiel im Juni und Juli auf ein Zwei-Jahres-Tief, da vor
allem die hohen Roh stoff- und Energiepreise, erhöhte
Unsicherheit und drohende Gasknappheit die Unternehmen in
Industrie, Handel, Tourismus, bei Dienstleistern und im
Baugewerbe belasteten. Die geopolitische Entwicklung
beeinflusste auch die Auftragslage: Der hohe Auftrags
bestand aus dem Vorjahr konnte infolge von
Materialengpässen nicht so ab gearbeitet werden wie
geplant und die Auftragseingänge der Industrie stiegen
im Mai nur noch um 0,1 Prozent. Ökonomen berichteten
zudem von zunehmenden Produktionsproblemen: So habe laut
einer DIHK-Umfrage im Juli ein Viertel der von den hohen
Energiepreisen besonders betroffenen Unternehmen die
Produktion bereits zurückgefahren oder ins Ausland
verlagert. Die Hälfte der betroffenen Betriebe sei da
bei, eine Drosselung oder Verlagerung der Produktion zu
planen.
In den letzten Jahren hat die Photonik-Industrie
bewiesen, dass sie aufgrund ihrer vielfältigen
Anwendungsgebiete und ihrer Eigenschaft als
Schlüsseltechnologie deutlich krisenresistenter als
andere Industrien ist, wie der Industrieverband Spectaris
im April 2022 meldete. In Deutschland habe die Branche 2021
den Gesamtumsatz um rund 18 Prozent auf 47,3 Mrd Euro
gesteigert (i.Vj. 40,1 Mrd Euro). Dabei verzeichnete das
Inlandsgeschäft einen starken Anstieg von rund 15
Prozent, das Auslandsgeschäft von 19 Prozent.
Nachteilige Auswirkungen der Corona-Pandemie waren laut
Spectaris gravierende globale Lieferketten- und
Logistikprobleme.
Die deutsche Medizintechnik-Industrie wächst
weiter, wie Spectaris im Juni 2022 meldete. Demnach
erzielte die deutsche Branche 2021 einen Umsatz von 36,4
Mrd Euro und damit 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Ursache
war das insgesamt starke Auslandsgeschäft, obwohl das
Geschäft in Asien aufgrund von Lockdowns und
Reisebeschränkungen mit einer Steigerung von nur 2,8
Prozent relativ schwach ausfiel. Dahin gegen stiegen die
Exporte in die EU und nach Nordamerika mit einem Plus von
12 Prozent stark an. Im 1. Quartal 2022 konnte die deutsche
Medizintechnik-Industrie bereits ein Umsatzplus von 3,4
Prozent verzeichnen, wobei jedoch der Ukraine-Krieg,
Lieferkettenstörungen sowie steigende Material-,
Energie- und Logistik kosten zunehmend das Geschäft
beeinträchtigen.
Die Semiconductor Industry Association (SIA)
verzeichnete eine anhaltend hohe Nachfrage in der
Halbleiterindustrie und einen starken Umsatzanstieg in
allen wichtigen Märkten und Produktkategorien. So
stieg der weltweite Umsatz im 2. Quartal 2022 um 13,3
Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 152,5 Mrd
US-Dollar; das waren 0,5 Prozent mehr als im 1. Quartal
2022. Im Juni 2022 wurde erstmals seit Anfang 2021 eine
leichte Abschwächung der monatlichen Umsatzentwicklung
registriert: minus 1,9 Prozent gegenüber Mai, minus 15
Prozent im Jahresvergleich. Die weltweiten Umsätze der
Halbleiterausrüster erhöhten sich 2021 um 44
Prozent auf einen neuen Rekord wert von 102,6 Mrd US-Dollar
(i.Vj. 71,2 Mrd US-Dollar), wie der Verband Semiconductor
Equipment and Materials International (SEMI) im April 2022
final bestätigte. Auch im 1. Quartal 2022 setzte sich
die positive Entwicklung fort, die Umsätze stiegen
laut SEMI um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal
auf 24,7 Mrd US-Dollar. Vor allem in Nordamerika und Europa
gebe es Bestrebungen, die lokale Chipfertigung zu
intensivieren, unter anderem mit dem "CHIPS for America
Act" und dem "European Chips Act".
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie verzeichnete
2021 einen neuen Rekordgewinn mit einem Branchenumsatz von
200,4 Mrd Euro und damit 9,0 Prozent mehr als im
Corona-Jahr 2020, so der Branchenverband ZVEI. In den
ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurde ein
Branchenumsatz von 87,3 Mrd Euro und damit 10,1 Prozent
mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erzielt. Die
Auftragseingänge steigerten sich im gleichen Zeitraum
um 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Produktion
wurde um 2,6 Prozent erhöht.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau spürt
zunehmend die Schwäche der Weltwirtschaft und die
gestörten Liefer ketten, so der Branchenverband VDMA.
Die Aufträge erhöhten sich im 1. Halbjahr in
Summe um 2 Prozent, die Zurückhaltung bei
Investitionen steige jedoch. Allein im Juni 2022 ging die
Nachfrage um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat
zurück. Die deutsche Robotik- und Automationsbranche
profitierte dagegen von einem Nachfrageboom: In den ersten
vier Monaten 2022 stiegen die Auftragseingänge um rund
38 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so der Fachverband
VDMA R+A Ende Juni 2022.
Der hohe Bedarf an Chips in einer Vielzahl von
Industrien und Anwendungen führte bereits im
vergangenen Geschäftsjahr zu einem Chip-Mangel, vor
allem in der Automobilindustrie, der sich 2022 fortsetzte.
Der Engpass hat die Produktion verringert, Auslieferungen
verlangsamt und Preise für neue und gebrauchte
Fahrzeuge steigen lassen. Hinzu kamen die Auswirkungen des
Ukraine-Kriegs, konkret die Materialknappheit bei wichtigen
Bauteilen und Elektronik, die in der Ukraine hergestellt
werden. Das führte zu Einschränkungen bzw. Stopps
in der Produktion bei Autobauern und Zulieferern. Der
Verband der Automobilindustrie (VDA) berichtete über
ein durchwachsenes Bild für das 1. Halbjahr 2022:
Wertschöpfungs- und Liefer ketten belasteten die
Märkte und Produktion, vor allem durch den
Halbleitermangel sowie die Verunsicherung infolge des
Ukraine-Kriegs. Bis auf China und Indien gingen die
Neuzulassungen in allen großen Automärkten um
zweistellige Raten zurück.
Für die anderen Branchen, die für Jenoptik
relevant sind, wurden keine wesentlichen neuen Berichte
veröffentlicht. Wir verweisen deshalb auf die Seiten
110 ff. im Geschäftsbericht 2021.
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageIn den Tabellen des Zwischenberichts, die wichtige
Kennzahlen nach Segmenten aufgliedern, sind in dem Posten
"Sonstige" das Corporate Center (Holding, Shared Services,
Immobilien) sowie Konsolidierungseffekte enthalten.
Jenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die
Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility
Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies.
Im folgenden Text werden, soweit nicht anders vermerkt,
die Zahlen für die fortgeführten
Geschäftsbereiche (die Divisionen Advanced Photonic
Solutions und Smart Mobility Solutions sowie die
Non-Photonic Portfolio Companies) dargestellt. In den
Angaben für den gesamten Konzern ist zudem VINCORION
enthalten. Aufgrund der Unterzeichnung des Vertrags zur
Veräußerung von VINCORION im November 2021 wird
diese Division gemäß IFRS 5 als aufgegebener
Geschäftsbereich dar gestellt. Der Verkaufsprozess
wurde mit dem Closing am 30. Juni 2022 abgeschlossen.
Auch in den aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts, der
andauernden COVID-19-Pandemie, steigender Preise und
Lieferengpässen weiterhin anspruchsvollen Zeiten
verfügt Jenoptik nach eigener Einschätzung
über ein in weiten Teilen krisenresistentes
Geschäftsmodell und eine gute finanzielle und
bilanzielle Aufstellung.
ErtragslageJenoptik verzeichnete in den ersten sechs Monaten 2022
einen sehr guten Auftragseingang und Umsatz, insbesondere
in der Division Advanced Photonic Solutions.
Die fortgeführten Geschäftsbereiche steigerten
im 1. Halbjahr 2022 den Umsatz auf 447,2 Mio Euro (i.Vj.
329,2 Mio Euro), ein signifikantes Plus von 35,8 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr.
Umsatzscrollen
In der Division Advanced Photonic Solutions wurde der
deutliche Anstieg des Umsatzes insbesondere von einer
anhaltend hohen Nachfrage im Bereich
Halbleiterausrüstung sowie der guten Entwicklung in
den Bereichen Biophotonics sowie Industrial Solutions
gestützt. Auch die Ende 2021 erworbenen Unternehmen
Jenoptik Medical (vorher BG Medical Applications) und die
SwissOptic-Gruppe trugen zum Wachstum bei. Die Division
Smart Mobility Solutions konnte in den ersten sechs Monaten
2022 ebenfalls den Umsatz steigern. Die Erlöse der
Non-Photonic Portfolio Companies lagen unter dem
Vorjahresniveau. Auf Quartalsbasis betrachtet, verbesserte
sich der Umsatz von 208,5 Mio Euro im 1. Quartal 2022 auf
238,7 Mio Euro im 2. Quartal.
Im Zeitraum Januar bis Juni 2022 konnte Jenoptik den
Umsatz in allen Regionen steigern. Zum deutlichen
Umsatzzuwachs in Europa (inkl. Deutschland) von 168,5 Mio
Euro auf 238,8 Mio Euro sowie in Amerika von 82,5 Mio Euro
auf 110,7 Mio Euro trugen neben dem organischen Wachstum
auch die 2021 erworbenen Unternehmen bei. Die Erlöse
in der Region Asien/ Pazifik legten ebenfalls zu. Der
Umsatz in den beiden strategischen Schwerpunktregionen
Amerika sowie Asien/Pazifik belief sich zusammen auf 192,2
Mio Euro bzw. 43,0 Prozent des Gesamtumsatzes (i.Vj. 150,6
Mio Euro bzw. 45,8 Prozent). Der Anteil des
Auslandsumsatzes blieb mit 75,9 Prozent unter dem
Vorjahreswert von 80,3 Prozent.
Die Umsatzkosten erhöhten sich auf 301,1 Mio Euro
(i.Vj. 218,3 Mio Euro) und stiegen damit etwas stärker
als der Umsatz. Dies resultierte vor allem aus höheren
Material- und Personalkosten, u.a. infolge von
Preiserhöhungen, und durch die 2021 getätigten
Akquisitionen. Das Bruttoergebnis lag mit 146,1 Mio Euro
jedoch über dem Vorjahresniveau von 110,9 Mio Euro.
Die Bruttomarge erreichte 32,7 Prozent (i.Vj. 33,7
Prozent).
Entwicklungsleistungscrollen
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen in den
ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf 25,4 Mio Euro
(i.Vj. 19,3 Mio Euro). Auch hier zeigten sich Effekte aus
der Akquisition der o.g. Unternehmen. Die in den
Umsatzkosten verbuchten Entwicklungsaufwendungen im
Kundenauftrag erhöhten sich auf 14,3 Mio Euro (i.Vj.
9,6 Mio Euro), insbesondere durch Kundenprojekte in der
Division Advanced Photonic Solutions. Die F+E-Leistung der
fortgeführten Geschäftsbereiche lag mit 41,5 Mio
Euro über dem Vorjahresniveau von 31,1 Mio Euro. Das
entspricht einem Anteil am Umsatz der fortgeführten
Geschäftsbereiche von 9,3 Prozent (i.Vj. 9,5 Prozent).
Im Berichtszeitraum betrugen die Vertriebskosten 53,0
Mio Euro (i.Vj. 43,3 Mio Euro). Zurückzuführen
ist die Zunahme vor allem auf die Akquisition von Jenoptik
Medical und der SwissOptic-Gruppe sowie die mit den
PPA-Effekten verbundenen höheren Abschreibungen
insbesondere auf die Kundenbeziehungen. Die
Vertriebskostenquote lag mit 11,9 Prozent unter dem
Vorjahresniveau von 13,2 Prozent.
Die Verwaltungskosten erhöhten sich auf 32,3 Mio
Euro (i.Vj. 26,7 Mio Euro). Auch dieser Anstieg ist vor
allem auf die im Vorjahr akquirierten Unternehmen
zurückzuführen. Die Verwaltungskostenquote
reduzierte sich auf 7,2 Prozent (i.Vj. 8,1 Prozent).
Die Wertminderungserträge und -aufwendungen im
Zusammenhang mit der Bewertung von Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen sowie
Vertragsvermögenswerten beliefen sich auf 0,8 Mio Euro
(i.Vj. minus 1,3 Mio Euro).
Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich von 26,3 Mio Euro
auf 8,1 Mio Euro. Im Vorjahr war ein positiver Einmaleffekt
im Zusammenhang mit der Bewertung der bedingten
Kaufpreiskomponenten aus den Akquisitionen von TRIOPTICS
und INTEROB in Höhe von 18,4 Mio Euro enthalten.
Positiv wirkte hingegen ein Anstieg der
Währungsgewinne. Zum Anstieg der sonstigen
betrieblichen Aufwendungen trugen insbesondere höhere
Währungsverluste bei, im Vorjahreszeitraum waren unter
anderem Auflösungen von Rückstellungen für
Restrukturierungen enthalten. Die sonstigen betrieblichen
Erträge und Aufwendungen lagen im Saldo bei 0,8 Mio
Euro (i.Vj. 22,4 Mio Euro), die Währungsgewinne und
-verluste bei 0,8 Mio Euro (i.Vj. 0 Mio Euro).
EBITDAscrollen
Aufgrund der starken operativen Performance der Division
Advanced Photonic Solutions verbesserte sich das EBITDA in
den ersten sechs Monaten 2022 auf 69,6 Mio Euro (inkl.
PPA-Effekten von minus 1,3 Mio Euro) und lag damit 4,4
Prozent über dem Vorjahreswert von 66,6 Mio Euro
(inkl. PPA-Effekten von minus 1,8 Mio Euro). Im Vorjahr war
zudem der o.g. positive Einmaleffekt im Zusammenhang mit
den Akquisitionen von 2020 in Höhe von 18,4 Mio Euro
enthalten, ohne den das EBITDA 48,2 Mio Euro betragen
hätte. Die EBITDA-Marge im 1. Halbjahr 2022 ging auf
15,6 Prozent zurück (i.Vj. 20,2 Prozent, ohne o.g.
Einmaleffekt 14,6 Prozent). Im 2. Quartal 2022 erreichten
die fortgeführten Geschäftsbereiche eine
EBITDA-Marge von 20,4 Prozent nach 10,1 Prozent im 1.
Quartal 2022.
Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) lag
in den ersten sechs Monaten 2022 mit 36,9 Mio Euro (inkl.
PPA-Effekten von minus 14,4 Mio Euro) unter dem
Vorjahreswert von 42,7 Mio Euro (inkl. PPA-Effekten von
minus 8,9 Mio Euro). Im EBIT des Vorjahres enthalten ist
ebenfalls der o.g. positive Einmaleffekt. Die EBIT-Marge
der fortgeführten Geschäftsbereiche erreichte 8,3
Prozent (i.Vj. 13,0 Prozent).
scrollen
Finanzerträge und Finanzaufwendungen lagen im 1.
Halbjahr 2022 im Saldo über dem Vorjahreswert.
Zurückzuführen ist der Anstieg der
Finanzerträge insbesondere auf höhere
Währungsgewinne, die stärker als die
Währungsverluste zulegten. In der Folge verbesserte
sich das Finanzergebnis trotz höherer Zinsaufwendungen
im Berichtszeitraum auf minus 1,6 Mio Euro (i.Vj. minus 3,0
Mio Euro).
Die fortgeführten Geschäftsbereiche erzielten
mit 35,3 Mio Euro (i.Vj. 39,7 Mio Euro) ein geringeres
Ergebnis vor Steuern, auch hier wirkte im Vorjahr der o.g.
Einmaleffekt. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
lagen bei 9,7 Mio Euro (i.Vj. 4,1 Mio Euro). Die
Gesamtsteuerquote der fortgeführten
Geschäftsbereiche stieg auf 27,6 Prozent (i.Vj. 10,3
Prozent). Grund dafür waren zum einen die
veränderte regionale Gewinnverteilung zum Stichtag und
zum anderen insbesondere der latente Steueraufwand aus der
Inanspruchnahme des Verlustvortrags der JENOPTIK AG (i.Vj.
latenter Steuerertrag). Die liquiditätswirksame
Steuerquote betrug 16,2 Prozent (i.Vj. 12,7 Prozent). Das
Ergebnis nach Steuern der fortgeführten
Geschäftsbereiche belief sich auf 25,6 Mio Euro (i.Vj.
35,6 Mio Euro).
Aufgegebener GeschäftsbereichIm 1. Halbjahr 2022 erreichte der Umsatz des
aufgegebenen Geschäftsbereichs (VINCORION) 47,9 Mio
Euro (i.Vj. 60,0 Mio Euro). Das EBITDA betrug 0,5 Mio Euro
(i.Vj. 6,3 Mio Euro). Das Ergebnis nach Steuern belief sich
auf minus 2,3 Mio Euro (i.Vj. 2,1 Mio Euro) und
enthält auch das Ergebnis aus der
Veräußerung des aufgegebenen
Geschäftsbereichs.
Das Konzernergebnis nach Steuern (inkl. VINCORION)
reduzierte sich auf 23,3 Mio Euro (i.Vj. 37,7 Mio Euro).
Das Ergebnis je Aktie des Konzerns betrug 0,41 Euro (i.Vj.
0,65 Euro).
Auftragslagescrollen
scrollen
AuftragslageDas 1. Halbjahr 2022 war geprägt von einem starken
Auftragseingang. Dieser legte im Berichtszeitraum um
insgesamt 36,8 Prozent auf 608,6 Mio Euro zu (i.Vj. 444,9
Mio Euro) - sowohl organisch als auch anorganisch durch die
neuen Aufträge der 2021 akquirierten Unternehmen. In
der Division Advanced Photonic Solutions trugen vor allem
die Bereiche Halbleiterausrüstung, Biophotonics sowie
Industrial Solutions zum Anstieg bei. Auch die Division
Smart Mobility Solutions konnte den Auftragseingang im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessern. Der
Auftragseingang ist hier stark von Projekten geprägt
und unterliegt damit Schwankungen. Der Auftragseingang der
Non-Photonic Portfolio Companies erreichte den
Vorjahreswert nicht, in dem ein größerer Auftrag
im Bereich Automation verbucht worden war. Insgesamt
führte der deutlich gestiegene Auftragseingang der
fortgeführten Geschäftsbereiche zu einer
Book-to-Bill-Rate von 1,36 (i.Vj. 1,35).
Der Auftragsbestand erhöhte sich um 30,7 Prozent
auf 710,5 Mio Euro (31.12.2021: 543,5 Mio Euro). Vom
Auftrags bestand sollen 449,3 Mio Euro bzw. 63,2 Prozent
(i.Vj. 314,1 Mio Euro bzw. 75,8 Prozent) noch in diesem
Geschäftsjahr zu Umsatz führen.
Darüber hinaus bestanden zum 30. Juni 2022
Kontrakte in Höhe von 135,8 Mio Euro (31.12.2021:
135,1 Mio Euro). Bei Kontrakten handelt es sich um
Verträge bzw. Rahmenvereinbarungen, deren genaue
Höhe insbesondere mit Blick auf den Eintrittszeitpunkt
noch nicht exakt bekannt ist.
Mitarbeiter (in Köpfen und inkl. Auszubildende)scrollen
Die Zahl der Jenoptik-Mitarbeiter in den
fortgeführten Geschäftsbereichen erhöhte
sich zum 30. Juni 2022 um 2,3 Prozent bzw. 95 Personen auf
4.300 Mitarbeiter (31.12.2021: 4.205 Mitarbeiter). Die Zahl
der Mitarbeiter in der Division Advanced Photonic Solutions
stieg durch einen Personalaufbau in den Bereichen
Halbleiterausrüstung und Biophotonics. 1.570
Mitarbeiter arbeiteten Ende Juni 2022 an den
ausländischen Standorten (31.12.2021: 1.525
Mitarbeiter).
Zum 30. Juni 2022 hatten die fortgeführten
Geschäftsbereiche insgesamt 138 Auszubildende
(31.12.2021: 152 Auszubildende).
Ausführliche Informationen zur Entwicklung der
Divisionen finden Sie im Segmentbericht ab Seite 13.
Finanz- und VermögenslageDer Konzern stellt weiterhin gesunde Bilanzrelationen
und eine komfortable Liquiditätssituation sicher und
verfügt somit über eine gute finanzielle und
bilanzielle Aufstellung.
Zum Ende des 1. Halbjahres 2022 lag der
Verschuldungsgrad, das Verhältnis von Fremdkapital zu
Eigenkapital, mit 1,11 unter dem Wert vom Jahresende 2021
mit 1,25.
Die Nettoverschuldung reduzierte sich im Vergleich zu
Ende Dezember 2021 auf 511,0 Mio Euro (31.12.2021: 541,4
Mio Euro). Damit hat der Konzern auch weiterhin ausreichend
finanziellen Spielraum für die Sicherstellung des
geplanten strategischen Wachstums. Zum 30. Juni 2022
verfügte der Konzern zudem über ungenutzte
Kreditlinien von mehr als 260 Mio Euro.
Im Berichtszeitraum investierten die fortgeführten
Geschäftsbereiche 42,1 Mio Euro in Sachanlagen,
immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien (i.Vj. 16,8 Mio Euro). Mit 37,1 Mio
Euro erfolgte der größte Teil der Investitionen
in die Sachanlagen (i.Vj. 12,3 Mio Euro), unter anderem in
die technische Neuausstattung und
Kapazitätserweiterung im Fertigungsbereich,
insbesondere für die
Halbleiterausrüstungsindustrie, für den Erwerb
des Grundstücks in Dresden sowie in den neuen Standort
der Jenoptik Medical in Berlin. Die Investitionen in
immaterielle Vermögenswerte lagen mit 5,0 Mio Euro nur
leicht über dem Vorjahresniveau von 4,5 Mio Euro. Die
Investitionen entfielen im Wesentlichen auf Kosten im
Zusammenhang mit dem Aufbau und der Einführung eines
neuen IT-Systems (SAP S/4 HANA) sowie auf die zu
aktivierenden Entwicklungsleistungen aus internen
Projekten. Die planmäßigen Abschreibungen
stiegen auf 32,7 Mio Euro (i.Vj. 23,9 Mio Euro),
insbesondere in Folge der Akquisitionen im
Geschäftsjahr 2021, inkl. der Effekte aus der
Kaufpreisallokation (PPA-Effekte) für die 2021
erworbenen Unternehmen.
Geringeren negativen Effekten aus dem Aufbau von Working
Capital sowie ein deutlich besseres Ergebnis vor
zahlungsunwirksamen Effekten standen im Berichtszeitraum
negative Effekte aus der Veränderung sonstiger
Vermögenswerte und Schulden sowie höhere
Ertragsteuerzahlungen gegenüber. Der Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit des Konzerns (inkl.
VINCORION) verbesserte sich zum 30. Juni 2022 auf 41,3 Mio
Euro (i.Vj. 26,0 Mio Euro).
Ende Juni 2022 betrug der Cashflow aus
Investitionstätigkeit des Konzerns (inkl. VINCORION)
25,2 Mio Euro (i.Vj. minus 19,3 Mio Euro). Er wurde im
Berichtszeitraum insbesondere beeinflusst durch die
Einzahlungen aus dem vorläufigen Kaufpreis von
VINCORION sowie höhere Auszahlungen für
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte.
Trotz eines höheren Cashflows aus laufender
Geschäftstätigkeit vor Steuern reduzierte sich
der Free Cashflow des Konzerns aufgrund der in Summe
deutlich gestiegenen Auszahlungen aus operativer
Investitionstätigkeit im Berichtszeitraum auf 11,0 Mio
Euro (i.Vj. 11,6 Mio Euro). Der Free Cashflow der
fortgeführten Geschäftsbereiche verbesserte sich
auf 12,6 Mio Euro (i.Vj. 11,7 Mio Euro). Der Free Cashflow
ergibt sich aus dem Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit vor Steuern abzüglich der
Ein- und Auszahlungen für immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen. Die
Cash-Conversion-Rate lag in den ersten sechs Monaten 2022
bei 18,2 Prozent (i.Vj. 17,5 Prozent).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des
Konzerns (inkl. VINCORION) reduzierte sich im
Berichtszeitraum auf minus 23,5 Mio Euro (i.Vj. minus 21,5
Mio Euro). Beeinflusst wurde er insbesondere durch die
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten (im Vorjahr
insbesondere aus der Begebung der im März 2021
platzierten Schuldscheindarlehen), den Auszahlungen
für die Tilgung der noch bestehenden Tranche des 2015
platzierten Schuldscheindarlehens sowie die Zahlung der
Dividende an die Aktionäre der JENOPTIK AG.
Zum 30. Juni 2022 lag die Bilanzsumme des
Jenoptik-Konzerns mit 1.728,3 Mio Euro leicht unter dem
Wert vom Jahresende 2021 von 1.757,0 Mio Euro.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
gegenüber dem Jahresende 2021 insbesondere aufgrund
des Anstiegs bei den Sachanlagen und lagen bei 1.141,4 Mio
Euro (31.12.2021: 1.110,8 Mio Euro). Zugenommen haben zudem
die immateriellen Vermögenswerte und die sonstigen
langfristigen Vermögenswerte, während sich die
latenten Steuern verringerten.
Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich
von 646,3 Mio Euro Ende 2021 auf 587,0 Mio Euro Ende Juni
2022. Zurückzuführen war das auf den Abschluss
des Verkaufsprozesses von VINCORION und dem damit
verbundenen Abgang der zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerte (31.12.2021: 156,8 Mio
Euro). Dies wurde teilweise durch die Zunahme der
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im
Ergebnis des Verkaufsprozesses kompensiert. Die
Vorräte stiegen auf 241,4 Mio Euro (31.12.2021: 200,2
Mio Euro). Hier wurden Vorleistungen für künftige
Umsätze erbracht, kritische Bestände aufgebaut
und sichergestellt, dass Vorprodukte verfügbar sind.
Das Working Capital stieg zum 30. Juni 2022 im Vergleich
zum Jahresende 2021 auf 281,0 Mio Euro (31.12.2021: 260,6
Mio Euro / 30.6.2021: 200,9 Mio Euro ohne VINCORION). Die
Working-Capital-Quote, das Verhältnis von Working
Capital zu Umsatz auf Basis der letzten zwölf Monate,
blieb mit 32,3 Prozent unter dem Wert zum Jahresende 2021,
lag aber über dem Wert der Vorjahresperiode
(31.12.2021: 34,7 Prozent / 30.6.2021: 29,4 Prozent ohne
VINCORION). Ursache hierfür ist die
Erstkonsolidierung: Jenoptik Medical und die
SwissOptic-Gruppe sind beim Umsatz nur zeitanteilig seit
Dezember 2021 berücksichtigt, in den Bilanzpositionen
und damit beim Working Capital aber im vollen Umfang
enthalten.
Zum 30. Juni 2022 lag das Eigenkapital mit 818,2 Mio
Euro über dem Niveau vom Jahresende 2021 (31.12.2021:
780,7 Mio Euro). Hier wirkten vor allem
Währungseffekte und versicherungsmathematische Effekte
sowie das Periodenergebnis positiv. Die Eigenkapitalquote
stieg auf 47,3 Prozent im Vergleich zu 44,4 Prozent Ende
Dezember 2021.
Auch die langfristigen Schulden erhöhten sich auf
552,1 Mio Euro (31.12.2021: 503,1 Mio Euro). Ihre
Entwicklung in den ersten sechs Monaten 2022 wurde vor
allem durch den Anstieg der langfristigen
Finanzverbindlichkeiten auf 501,5 Mio Euro (31.12.2021:
448,7 Mio Euro) infolge von Kreditaufnahmen und einen
Rückgang der Pensionsverpflichtungen beeinflusst.
Aufgrund der gestiegenen Zinsen verringerten sich die
Pensionsverpflichtungen auf 5,1 Mio Euro (31.12.2021: 9,4
Mio Euro).
Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich auf 358,0
Mio Euro (31.12.2021: 473,3 Mio Euro). Ursache dafür
war insbesondere der Abgang der zur Veräußerung
gehaltenen Schulden nach dem Abschluss des Verkaufs von
VINCORION (31.12.2021: 93,6 Mio Euro). Darüber hinaus
erfolgte die Tilgung der letzten Tranche der 2015 begebenen
Schuldscheindarlehen, was zu einer Abnahme der
kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten führte.
Erhöht haben sich hingegen die
Vertragsverbindlichkeiten aufgrund der von Kunden
entrichteten oder fälligen Gegenleistungen aus dem
Projektgeschäft, insbesondere in der Division Advanced
Photonic Solutions. Die sonstigen kurzfristigen
nichtfinanziellen Verbindlichkeiten stiegen
hauptsächlich durch die unterjährige Abgrenzung
von Urlaubsansprüchen und Weihnachtsgeld.
Bei den nicht bilanzierten Werten und Verpflichtungen
gab es aufgrund der Entkonsolidierung von VINCORION
Änderungen in Bezug auf Eventualverbindlichkeiten.
Für Informationen dazu verweisen wir auf die Angaben
im Konzernanhang zum Zwischenbericht auf Seite 34 bzw. zu
sonstigen nicht bilanzierten Werten und Verpflichtungen auf
die Angaben im Geschäftsbericht 2021 auf Seite 128.
SegmentberichtDie zwei Divisionen Advanced Photonic Solutions und
Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio
Companies stellen die Segmente im Sinne von IFRS 8 dar.
Informationen zur neuen Segmentstruktur sind im Kapitel
Geschäfts- und Rahmenbedingungen auf Seite 4 zu
finden. Die Vorjahresangaben im Segmentbericht wurden an
die neue Struktur des Jenoptik-Konzerns angepasst.
Bei den im Segmentbericht aufgeführten Angaben zum
Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand handelt es sich
ausschließlich um Geschäfte mit konzernexternen
Dritten.
Advanced Photonic Solutions auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Summe aus externem und internem
Umsatz
Advanced Photonic SolutionsMit dem Closing am 30. November 2021 hat Jenoptik den
Erwerb von Jenoptik Medical (vormals BG Medical
Applications) und der SwissOptic-Gruppe erfolgreich
abgeschlossen und diese in die Division Advanced Photonic
Solutions integriert. Die Unternehmen wurden erst seit dem
Closing in den Abschluss einbezogen und sind somit in
Vorjahresangaben für die ersten sechs Monate, wie
Umsatz, Ergebnis und Auftragseingang, nicht enthalten.
Im 1. Halbjahr 2022 erzielte die Division Advanced
Photonic Solutions mit 342,1 Mio Euro einen Umsatz, der
53,9 Prozent und damit signifikant über dem
Vorjahresniveau von 222,2 Mio Euro lag. Zum Anstieg trugen
alle Bereiche bei. Das Geschäft mit der
Halbleiterausrüstungsindustrie legte in den ersten
sechs Monaten 2022 weiter zu. Auch die beiden Bereiche
Biophotonics und Industrial Solutions erwirtschafteten
einen deutlich höheren Umsatz als im
Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die 2021 erworbenen
Unternehmen trugen mit 73,3 Mio Euro zum Anstieg bei, damit
betrug das organische Umsatzwachstum der Division 21,1
Prozent. Im 2. Quartal erzielte die Division einen Umsatz
von 185,0 Mio Euro (i.Vj. 121,7 Mio Euro), ein Plus von
52,1 Prozent.
Die Erlöse stiegen in allen Regionen. Besonders
deutlich war der Anstieg in Europa (inkl. Deutschland),
hier legten die Umsätze, auch durch den Beitrag der
erworbenen Unternehmen, von 109,5 Mio Euro auf 189,2 Mio
Euro zu. Die Division Advanced Photonic Solutions steuerte
in den ersten sechs Monaten 2022 insgesamt 76,5 Prozent des
Umsatzes der fortgeführten Geschäftsbereiche bei
(i.Vj. 67,5 Prozent).
Das EBITDA zeigte mit 78,9 Mio Euro (inkl. PPA-Effekten
von minus 1,3 Mio Euro) einen spürbaren Zuwachs von
13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 69,7 Mio Euro
(inkl. PPA-Effekten von minus 1,8 Mio Euro). Dazu
beigetragen hat insbesondere die sehr gute operative
Performance, vor allem in den Bereichen
Halbleiterausrüstung, Biophotonics sowie Optical Test
& Measurement. Im Vorjahresergebnis war ein
Einmaleffekt von 18,4 Mio Euro im Zusammenhang mit den
bedingten Kaufpreiskomponenten aus dem Erwerb von TRIOPTICS
und INTEROB enthalten. Die EBITDA-Marge der Division
erreichte 23,0 Prozent und lag damit unter dem
Vorjahreswert von 31,3 Prozent (i.Vj. 23,1 Prozent ohne den
o.g. Einmaleffekt). Im 2. Quartal betrug das EBITDA 50,6
Mio Euro nach 28,3 Mio Euro im 1. Quartal und die
EBITDA-Marge damit 27,3 Prozent (Q1/2022: 18,0 Prozent).
Das EBIT ging auf 56,4 Mio Euro zurück (inkl.
PPA-Effekten von minus 11,8 Mio Euro) (i.Vj. 57,3 Mio Euro,
inkl. des zuvor genannten Einmaleffekts in Höhe von
18,4 Mio Euro und PPA-Effekten von minus 6,0 Mio Euro).
Die Nachfrage nach Produkten der Division Advanced
Photonic Solutions blieb auch im 1. Halbjahr 2022
unverändert hoch. Die Division verzeichnete beim
Auftragseingang mit einem Anstieg von 55,7 Prozent auf
457,9 Mio Euro (i.Vj. 294,2 Mio Euro) ein signifikantes
Wachstum. Zuwachs gab es in allen Bereichen - insbesondere
aus der Halbleiterausrüstungsindustrie und in den
Bereichen Biophotonics sowie Industrial Solutions. Im
Auftragseingang enthalten sind neue Aufträge von
Jenoptik Medical und der SwissOptic-Gruppe in Höhe von
92,2 Mio Euro. Im Verhältnis zum Umsatz ergab sich
für den Berichtszeitraum eine Verbesserung der
Book-to-Bill-Rate auf 1,34 nach 1,32 im Vorjahr.
Durch den hohen Auftragseingang übertraf der
Auftragsbestand Ende Juni 2022 mit 550,4 Mio Euro das
Niveau vom Jahres ende 2021 deutlich (31.12.2021: 430,2 Mio
Euro).
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhten sich
die Investitionen, unter anderem für Maschinen, in der
Division Advanced Photonic Solutions im 1. Halbjahr 2022
deutlich auf 32,2 Mio Euro (i.Vj. 10,0 Mio Euro). Infolge
der steigenden Nachfrage nach Optiken und Sensoren für
die Halbleiterindustrie erweitert Jenoptik die
Fertigungskapazitäten und plant, am Standort Dresden
in ein hochmodernes Fertigungsgebäude sowie einen
neuen Bürokomplex zu investieren. Dafür hat der
Konzern 2021 ein 24.000 Quadratmeter großes
Grundstück im Airportpark Dresden erworben. Der
Baubeginn ist in der 2. Jahreshälfte 2022 geplant,
Anfang 2025 soll die Produktion in der neuen Fabrik
starten.
Vor dem Hintergrund des sehr guten
Geschäftsverlaufs blieb der Free Cashflow (vor Zinsen
und Steuern) trotz der signifikant gestiegenen
Investitionen mit 34,5 Mio Euro fast auf dem
Vorjahresniveau von 34,9 Mio Euro. Das gestiegene EBITDA in
Verbindung mit dem durch die höheren Investitionen
leicht gesunkenen Free Cashflow führte auch zu einer
Reduzierung der Cash-Conversion-Rate auf 43,8 Prozent
(i.Vj. 50,1 Prozent).
Smart Mobility Solutions auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Summe aus externem und internem
Umsatz
Smart Mobility SolutionsIn den ersten sechs Monaten 2022 erzielte die Division
Smart Mobility Solutions einen Umsatz von 44,7 Mio Euro und
damit 4,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (i.Vj. 42,8
Mio Euro). In Europa (inkl. Deutschland) wurden mehr
Erlöse generiert.
Der Anteil der Division am Umsatz der fortgeführten
Geschäftsbereiche lag bei 10,0 Prozent (i.Vj. 13,0
Prozent).
Auch wenn die Division einen leichten Umsatzanstieg
verbuchen konnte, blieb das EBITDA im Berichtszeitraum mit
1,4 Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 3,3 Mio Euro.
Grund dafür sind unter anderem höhere
Aufwände für Forschung und Entwicklung. Die
EBITDA-Marge lag bei 3,0 Prozent, nach 7,8 Prozent in den
ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.
Der Auftragseingang der Division unterliegt den
typischen Schwankungen des Projektgeschäfts. Im 1.
Halbjahr 2022 lag er projektbedingt mit 75,4 Mio Euro noch
über dem hohen Vorjahreswert von 64,6 Mio Euro. Im 1.
Halbjahr 2022 konnte die Division unter anderem
größere Aufträge in Nordamerika, Europa
sowie in der Region Mittlerer Osten/Afrika verbuchen. Im
Frühjahr 2021 hatte die Division Smart Mobility
Solutions mehrere Aufträge für
Verkehrssicherheitstechnik in Nordamerika im Umfang von
insgesamt rund 20 Mio Euro erhalten. Die Book-to-Bill-Rate
verbesserte sich im Berichtszeitraum auf 1,69 (i.Vj. 1,51).
Der Auftragsbestand der Division erhöhte sich
deutlich um 59,3 Prozent auf 86,5 Mio Euro (31.12.2021:
54,3 Mio Euro).
Durch positive Effekte im Working Capital des laufenden
Jahres im Vergleich zu hohen Auszahlungen im Vorjahr konnte
die Division im 1. Halbjahr 2022 den Free Cashflow (vor
Zinsen und Steuern) von minus 8,3 Mio Euro im Vorjahr auf
minus 0,5 Mio Euro verbessern.
Non-Photonic Portfolio CompaniesIn der Automobilindustrie sind die Auswirkungen der
Corona-Pandemie, Lieferengpässe sowie strukturelle
Themen nach wie vor spürbar.
Die Non-Photonic Portfolio Companies erreichten im
Zeitraum von Januar bis Juni 2022 einen Umsatz von 59,3 Mio
Euro nach 63,1 Mio Euro im Vorjahr, in dem noch die Umsatz
bei träge des nicht-optischen
Prozess-Messtechnikgeschäfts für Schleifmaschinen
enthalten waren. Deutlich zulegen konnte der Bereich
Automation in Nordamerika, was auch zu einer spürbaren
Steigerung der Umsätze in dieser Region führte.
Der An teil der Division am Umsatz der fortgeführten
Geschäftsbereiche sank auf 13,3 Prozent (i.Vj. 19,2
Prozent).
Das EBITDA der Division lag im Berichtszeitraum bei
minus 1,8 Mio Euro (i.Vj. minus 0,5 Mio Euro). Die
EBITDA-Marge verringerte sich von minus 0,8 Prozent im
Vorjahreszeitraum auf minus 3,0 Prozent in den ersten sechs
Monaten 2022. Im 2. Quartal 2022 erzielten die Non-Photonic
Portfolio Companies mit 1,5 Mio Euro eine Verbesserung im
Vergleich zu minus 3,3 Mio Euro im 1. Quartal.
Das EBIT betrug minus 6,5 Mio Euro (inkl. PPA-Effekten
von minus 2,5 Mio Euro) (i.Vj. minus 5,6 Mio Euro (inkl.
PPA-Effekten von minus 2,7 Mio Euro)).
Non-Photonic Portfolio Companies auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Summe aus externem und internem
Umsatz
Trotz des verbesserten Auftragseingangs im Bereich
Messtechnik sank der Auftragseingang der Non-Photonic
Portfolio Companies im 1. Halbjahr 2022 gegenüber dem
hohen Vorjahreswert auf 74,0 Mio Euro (i.Vj. 85,0 Mio
Euro), ein Minus von 13,0 Prozent. Im Vorjahreszeitraum
hatte die Division mehrere Aufträge im Bereich
Automation in Nordamerika erhalten, die sich in Summe auf
über 40 Mio USD beliefen. Die Book-to-Bill-Rate lag im
Berichtszeitraum mit 1,25 unter dem Vorjahreswert von 1,35.
Die Division verfügt über einen hohen
Auftragsbestand, der zum Ende des Berichtszeitraums mit
73,4 Mio Euro spürbar über dem Niveau vom
Jahresende 2021 lag und in den kommenden Monaten
abgearbeitet wird (31.12.2021: 58,9 Mio Euro).
Vor allem positive Effekte aus der Veränderung des
Working Capitals in Verbindung mit der begonnenen Arbeit an
Projekten führte zu einem Anstieg des Free Cashflows
(vor Zinsen und Steuern) auf 6,9 Mio Euro (i.Vj. minus 1,3
Mio Euro).
Risiko- und ChancenberichtIm Rahmen der Berichterstattung zum Risiko- und
Chancenmanagement verweisen wir auf die im März 2022
veröffentlichten Angaben im Geschäftsbericht 2021
auf den Seiten 141 ff. sowie auf die Quartalsmitteilung zum
1. Quartal 2022.
Das weltweit anhaltende COVID-19-Infektionsgeschehen und
die daraus möglichen Maßnahmen zur
Eindämmung der Pandemie können auch weiterhin
Einfluss auf den Geschäftserfolg von Jenoptik haben.
Hierbei wird insbesondere auf die Null-COVID-Strategie der
chinesischen Regierung verwiesen, die erhebliche
Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten, aber
auch die Reisetätigkeit hat.
Der Ukraine-Krieg mit den verbundenen Sanktionen hat,
wie bereits im Bericht zum 1. Quartal dargelegt,
Auswirkungen auf die Entwicklung der Energiepreise, die
auch unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen. Die
Sicherstellung der Energieversorgung in Deutschland und
Teilen Europas stellt auch für Jenoptik ein Risiko
dar. Eine mögliche Gasmangellage betrifft zum einen
die Aufrechterhaltung der operativen Infrastruktur und zum
anderen die Verfügbarkeit von Vorprodukten, um eine
planbare Produktionstätigkeit aufrechtzuerhalten und
den Auftrags bestand abzuarbeiten. Jenoptik hat bereits im
April eine "Taskforce Gas" eingesetzt, in der die
Verantwortlichen aus Infrastruktur, Einkauf, Produktion und
Risikomanagement gemeinsam die Entwicklung beobachten und
Maßnahmen ableiten und umsetzen. Da aktuell die
Vorgehensweise der Bundesnetzagentur in der Notfallstufe
als "Bundeslastverteiler" nicht bekannt ist, ist es
weiterhin sehr schwer, die Auswirkungen in der Lieferkette
abzuschätzen. Das Maßnahmenpaket von Jenoptik
umfasst daher zum Beispiel die Prüfung und
Erhöhung kritischer Bestände, die Prüfung
und Realisierung von Energieeinsparungen, aber auch die
Aufrechterhaltung produktionskritischer Infrastruktur durch
Energiesubstitution. Nachgelagert steigen mit diesem Risiko
auch die Risiken der Effizienz oder des Nicht-Erreichens
von Emissionszielen.
Des Weiteren haben kriminelle Zugriffsversuche auf
unsere weltweite IT-Infrastruktur im Laufe des Jahres 2022
deutlich zugenommen, wodurch sich die Risiken
bezüglich eines fortlaufend sicheren Betriebs unserer
IT-Infrastruktur erhöht haben.
Für alle Geschäftsbereiche bestehen weiterhin
Risiken in der Lieferkette, insbesondere bei der
kontinuierlichen Versorgung sowie der Kostenentwicklung.
Die Risiken bezüglich der Verfügbarkeit haben
ihren Ursprung in der Pandemie, bleiben jedoch aufgrund von
sich fortschreibenden Stressfaktoren, unter anderem
Null-COVID oder Transportkapazitäten, weiter bestehen.
Seitens des Einkaufs wurden Maßnahmen ergriffen, um
die Verfügbarkeit von Vorprodukten zu
gewährleisten und Versorgungsrisiken zu minimieren.
Die Risiken aus der aktuellen Inflationsentwicklung
resultieren zum einen aus der Pandemie (Anstieg der
Logistikkosten) und zum anderen aus strukturellen
Problemen, wie Fachkräftemangel, geopolitischen
Spannungen und der damit verbundenen Entwicklung von
Energiekosten, die nicht kurzfristig beeinflussbar sind.
Den Inflationsrisiken wirkt Jenoptik aktiv sowohl durch
einkaufs- als auch vertriebsseitige Maßnahmen
entgegen. Ebenso begegnen wir den Auswirkungen der durch
die Europäische Zentralbank eingeleiteten
Maßnahmen, wie Zinsrisiken, durch eine aktive
Risikomitigation. Weitere wesentliche Änderungen der
im Geschäftsbericht und in der Quartalsmitteilung
beschriebenen Risiken und Chancen sind im Verlauf des 2.
Quartals 2022 nicht eingetreten.
Gegenwärtig wurden keine Risiken identifiziert, die
entweder einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken
den Fortbestand des Unternehmens gefährden
könnten.
PrognoseberichtAusblick auf Gesamtwirtschaft und Jenoptik-BranchenDie Aussichten für die Weltwirtschaft sind laut
Internationalem Währungsfonds (IWF) deutlich
schlechter als noch im April 2022 erwartet. Nicht zuletzt
wegen des Kriegs in der Ukraine und einer anhaltend hohen
Inflation werde die Weltwirtschaft langsamer wachsen, und
zwar um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit 0,4
Prozentpunkte weniger als im April angenommen. Die Risiken
überwiegen laut IWF: Der Ukraine-Krieg könne zu
einem plötzlichen Stopp des Gasimports aus Russland
führen, die Inflation sei möglicherweise schwerer
zu bekämpfen als antizipiert, die strengere
Geldpolitik als Reaktion auf die hohe Inflation könnte
zu Schuldenkrisen in Schwellen- und
Entwicklungsländern führen. In China würde
eine Eskalation der Immobilienkrise das Wachstum weiter
bremsen. Andere Risikofaktoren für die globale
Konjunktur seien erneute Corona-Ausbrüche, damit
verbundene Lockdowns und Engpässe in Lieferketten. Der
IWF rechnet damit, dass die Inflation bis Ende 2024 in die
Nähe des Niveaus vor der Corona-Pandemie
zurückkehren werde. 2022 bleibe sie hartnäckig
hoch: In den Industriestaaten werde die Inflationsrate bei
6,6 Prozent liegen, in Schwellen- und
Entwicklungsländern bei 9,5 Prozent.
Der Ukraine-Krieg und Sanktionen gegen Russland sorgen
für steigende Preise bei Energie, Rohstoffen und
Lebensmitteln, was letztlich Unternehmen und Verbraucher
belastet und die Konjunktur bremst - vor allem in der EU,
der Eurozone und Deutschland. Hier sehen Ökonomen ein
erhebliches Kosten- und Versorgungsrisiko in den kommenden
Monaten und rechnen bei ausbleibenden russischen
Gaslieferungen mit einer schweren Rezession in Deutschland
im Winter. Es würden dann eine Rationierung des
Gasbezugs und damit Produktionsstopps in der Industrie
drohen.
Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsproduktscrollen
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World
Economic Outlook, Juli und April 2022
Photonik spielt eine entscheidende Rolle als
Schlüsseltechnologie zur Kommerzialisierung von
Quantensystemen, berichtet der Industrieverband Spectaris
in einer Studie mit der Messe München. So sei allein
im Bereich der Quantentechnologie bis 2030 mit einem
Gesamtumsatz-Wachstum von 20 Prozent p.a. zu rechnen; der
Weltmarkt für Quantentsysteme soll sich bis zum Jahr
2030 versechsfachen und einen Wert von 2,33 Mrd Euro p.a.
erreichen. Laut der Studie könnten die Hersteller
photonischer Basistechnologien für Quantensysteme im
genannten Zeitraum zusätzlich einen Umsatz von dann
530 Mio Euro generieren. Besonders dynamisch sollen sich
die photonischen Anwendungssegmente in China entwickeln.
Wie Spectaris im April 2022 meldete, soll das Wachstum in
China hochgerechnet bei jährlich 6,5 Prozent liegen
und 2027 einen Wert von 150 Mrd Euro erreichen. Die Studie
ermittelte folgende Schlüsseltrends: eine rasante
Digitalisierung, die Ausdehnung der autonomen
Mobilität auf neue Anwendungen wie etwa Lieferroboter,
eine steigende Nachfrage nach dezentralen Lösungen
für die medizinische Diagnose und Umweltsensorik sowie
das Streben nach Autonomie in wichtigen Bereichen wie der
optischen Kommunikation oder der Halbleitertechnologie.
Nach einem moderaten Start ins Jahr 2022 in der
deutschen Medizintechnik rechnet Spectaris mit einem
deutlich niedrigeren Umsatzwachstum als die 6,3 Prozent im
Vorjahr. Die Branche stehe vor enormen Herausforderungen.
Neben den Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und einem
insgesamt schwierigen Umfeld sind das gravierende
Lieferengpässe bei wichtigen Bauteilen, die
Energieversorgung für die Produktion sowie der
steigende Zulassungs- und Bürokratieaufwand im
Zusammenhang mit der neuen EU-Medizinprodukteverordnung,
was zu einer Reduzierung des Sortiments an
Medizintechnikprodukten führen könne. Dem
gegenüber stehen positive Trends wie die weltweit
alternde Bevölkerung, die zunehmende Bedeutung von
Gesundheit, technologische Fort schritte und die
Digitalisierung sowie Investitionen in Gesundheitssysteme
in Schwellenländern. Das Beratungsunternehmen Frost
& Sullivan prognostiziert für den globalen
Medizintechnikmarkt bis 2025 ein durchschnittliches
jährliches Wachstum von 6,3 Prozent.
Die Halbleiterindustrie erlebt nach Angaben von
Branchenexperten eine anhaltend hohe und weiter steigende
Nachfrage: Trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen
Umfelds rechnet das Forschungsunternehmen IC Insights
für 2022 mit einem Wachstum des weltweiten
Halbleitermarktes von 11 Prozent auf einen Rekordumsatz von
680,7 Mrd Dollar. Nach Einschätzungen des
Chipherstellers Intel wird der weltweite Mangel an
Halbleitern bis 2024 nicht abebben. Zwar haben die
Chiphersteller Pläne für mehr als 29 Fabriken
weltweit angekündigt, trotzdem dauert es ein paar
Jahre, bis eine Fab in Betrieb genommen werden kann.
Investitionen in die Chipfertigung wurden zum Beispiel in
Magdeburg, Deutschland, sowie in Frankreich
angekündigt. Für die Halbleiterausrüster
prognostiziert der Verband Semiconductor Equipment and
Materials International (SEMI) in seinem Bericht "Mid-Year
Total Semiconductor Equipment Forecast" ein weiteres
Rekordjahr: So können die Umsätze von 102,5 Mrd
US-Dollar im Vorjahr 2022 um 14,7 Prozent auf 117,5 Mrd
US-Dollar steigen, 2023 sogar weiter auf 120,8 Mrd
US-Dollar. Dem niederländischen
Halbleiterausrüster ASML drohen nach Ansicht von
Branchenanalysten schwere Umsatzeinbußen, wenn der
von den USA geforderte Exportstopp von Lithografieanlagen
nach China durchgesetzt wird.
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie soll nach
Angaben des Branchenverbandes ZVEI 2022 ein
Produktionswachstum von 4 Prozent verzeichnen. Die
Kapazitätsauslastung in der Branche war zu Beginn des
1. Quartals 2022 mit 88,5 Prozent sehr hoch, auch die
Auftragsreichweite sei mit 4,8 Produktions -monaten
historisch hoch. Allerdings belasten Materialknappheiten
und der Fachkräftemangel viele Unternehmen der
Branche.
Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau rechnet
der VDMA weiterhin mit einer leichten Erholung, solange es
nicht zu einer abrupten Unterbrechung der Energieversorgung
kommt. Der Ukraine-Krieg und Lieferkettenprobleme,
insbesondere durch die Lockdowns in China, belasten die
Unternehmen der Branche, weshalb der VDMA seine
Produktionsprognose von zuvor 4 Prozent auf 1 Prozent
reduzierte. Auf Basis des hohen Auftragsbestands wird
weiterhin für 2022 mit einem realen
Produktionswachstum sowie mit einem Umsatzzuwachs von 8
Prozent auf einen Höchststand von 239 Mrd Euro
gerechnet.
Für die deutsche Robotik- und Automationsbranche
rechnet der Fachverband VDMA R+A für 2022 mit einem
Umsatzplus von 6 Prozent auf 14,4 Mrd Euro. Den Segmenten
Robotik und Industrielle Bildverarbeitung wird jeweils ein
Plus von 8 Prozent prognostiziert. Um Klima- und
Umweltschutzziele künftig zu erreichen und nachhaltig
zu wirtschaften, erwarten Branchenexperten den
verstärkten Einsatz von Robotik und Automation, zum
Beispiel mit Assistenzsystemen oder der
Mensch-Roboter-Kollaboration. Außerdem würden
die digitale Vernetzung, modernste Fahrerlose
Transportsysteme (FTS) und Autonome Mobile Roboter (AMR)
die Fabriken reformieren.
Infolge der deutlich eingetrübten Rahmenbedingungen
für die Automobilindustrie reduzierte der Verband VDA
seine Marktprognosen für 2022. Global rechnet der VDA
mit einem Absatzvolumen von 70,2 Mio Einheiten, das
wären 1 Prozent weniger als im Vorjahr und 13 Prozent
weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Die Branche wird
belastet von Lieferengpässen und Materialknappheit,
insbesondere bei Halbleitern, von steigenden Preisen oder
regional verschärften zusätzlichen Knappheiten in
der Wertschöpfungskette, zum Beispiel durch den
Ukraine-Krieg.
Für die anderen Branchen wurden keine wesentlichen
neuen Prognosen veröffentlicht. Wir verweisen deshalb
auf die Seiten 153 ff. im Geschäftsbericht 2021.
Künftige Entwicklung der GeschäftslageDer Jenoptik-Konzern verfolgt auch weiterhin sein Ziel,
mittel- und langfristig profitables Wachstum zu erzielen.
Dazu bei tragen sollen sowohl die Ausweitung des
internationalen Geschäfts und daraus resultierende
Skaleneffekte als auch höhere Margen aus einem
optimierten Produktmix und einem zunehmenden
Servicegeschäft sowie Kostendisziplin. Durch die gute
Vermögenslage und eine tragfähige
Finanzierungsstruktur verfügt Jenoptik nach wie vor
über ausreichend Handlungsspielraum, um das organische
und das anorganische Wachstum durch potenzielle
Akquisitionen zu finanzieren.
Jenoptik ist breit aufgestellt und verfügt
über ein gut ausbalanciertes Angebotsportfolio, das in
Krisen Stabilität verleiht und hilft, Schwankungen zu
kompensieren. In den vergangenen Monaten und auch derzeit
entwickeln sich sowohl das
Halbleiterausrüstungsgeschäft als auch das
Geschäft in den Bereichen Biophotonics sowie Optical
Test & Measurement sehr positiv, diese Entwicklung
sollte sich unter anderem durch den Digitalisierungstrend
weiter fortsetzen.
Mit dem Erwerb von Jenoptik Medical (vormals BG Medical
Applications) und der SwissOptic-Gruppe hat Jenoptik sein
globales und stark wachsendes Photonik-Geschäft
gestärkt. Mit der Akquisition wird das hoch attraktive
Medizintechnikgeschäft deutlich ausgebaut und das
Halbleiterausrüstungsgeschäft weiter
gestärkt. Das Wachstum und die weitere Fokussierung
von Jenoptik auf Photonik werden beschleunigt.
Auf Basis der guten Auftragslage, einer gut
gefüllten Projektpipeline sowie des anhaltend
vielversprechenden Verlaufs in den photonischen
Kerngeschäften, insbesondere im
Halbleiterausrüstungsbereich und bei Biophotonics,
geht der Vorstand für 2022 von einem weiteren
profitablen Wachstum aus. Neben dem organischen Wachstum in
den Divisionen werden auch insbesondere die erstmalig
für ein gesamtes Geschäftsjahr konsolidierten
Jenoptik Medical und die SwissOptic-Gruppe zur positiven
Entwicklung beitragen.
Nach der guten Entwicklung im 1. Halbjahr 2022 erwartet
der Vorstand 2022 für die fortgeführten
Geschäftsbereiche jetzt einen Umsatz zwischen 930 und
960 Mio Euro (bisher Umsatzplus von mindestens 20 Prozent /
2021: 750,7 Mio Euro).
Beim EBITDA wird ebenfalls mit einem deutlichen Zuwachs
im Vergleich zum Vorjahr ohne Einmaleffekte gerechnet
(2021: 125,2 Mio Euro). Die EBITDA-Marge soll sich auf 18,0
bis 18,5 Prozent verbessern (bisher rund 18 Prozent / 2021:
16,7 Prozent (ohne Einmaleffekte)). Damit entspricht die
Prognose den Markterwartungen. Voraussetzung für das
geplante Wachstum ist, dass sich die geopolitischen Risiken
nicht weiter verschärfen. Dazu gehört unter
anderem, dass sich der Ukraine-Konflikt mit den
eingeleiteten Sanktionen und möglichen Auswirkungen
auf Preisentwicklungen, Energieversorgung und Lieferketten
nicht weiter zuspitzt. Unsicherheiten ergeben sich auch aus
dem weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie und anhaltenden
Lieferengpässen, auch wenn Jenoptik zuversichtlich
ist, diese gut managen zu können.
Sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung
der Geschäftslage wurden auf Basis des
Informationsstands zum Zeitpunkt der Berichtserstellung
getroffen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte
Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, wie zum
Beispiel Portfolioänderungen, können dazu
führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die
Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der
Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen
Einschätzungen abweichen.
KonzerngesamtergebnisrechnungKonzerngewinn- und -verlustrechnungscrollen
1 Anpassung Vorperiode aufgrund des aufgegebenen
Geschäftsbereichs VINCORION
Konzerngesamtergebnisscrollen
KonzernbilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
Konzernkapitalflussrechnungscrollen
Informationen nach Segmenten1. Januar bis 30. Juni 2022scrollen
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr
1 Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2021
Angaben zur SegmentberichterstattungJenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die
Divisionen Advanced Photonics Solutions und Smart Mobility
Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies.
Im Jahr 2022 hat der Konzern das photonische
Kerngeschäft in den zwei neuen Divisionen Advanced
Photonic Solutions (Industriekundengeschäft) und Smart
Mobility Solutions (Geschäft mit öffentlichen
Auftraggebern) gebündelt. Dafür wurden im Verlauf
des 1. Quartals 2022 die bisherige Division Light &
Optics sowie Teile von Light & Production in der neuen
Division Advanced Photonic Solutions zusammengelegt. Die
nichtphotonischen, insbesondere auf den Automobilmarkt
ausgerichteten Aktivitäten, werden innerhalb des
Jenoptik-Konzerns jetzt unter den Non-Photonic Portfolio
Companies als eigenständige Marken (darunter HOMMEL
ETAMIC, Prodomax und INTEROB) geführt. Die bisherige
Division Light & Safety wurde zur Division Smart
Mobility Solutions.
Die Vorjahresangaben in den Informationen nach Segmenten
wurden an die neue Struktur des Jenoptik-Konzerns
angepasst.
Überleitung des SegmentergebnissesDas EBITDA ermittelt sich als Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen inkl. Wertminderungen und
Wertaufholungen. Die Überleitung des EBITDA zum in der
Konzerngewinn- und -verlustrechnung berichteten EBIT der
fortgeführten Geschäftsbereiche stellt sich wie
folgt dar:
scrollen
Konzernanhang über die ersten sechs Monate 2022MutterunternehmenDas Mutterunternehmen des Jenoptik-Konzerns ist die
JENOPTIK AG mit Sitz in Jena, eingetragen in das
Handelsregister beim Amtsgericht Jena unter der Nummer HRB
200146. Die JENOPTIK AG ist an der Deutschen Börse,
Frankfurt, notiert und wird unter anderem im TecDax und
SDax geführt.
Die Geschäftstätigkeit im Jenoptik-Konzern
unterliegt in gewissem Umfang dem Einfluss saisonaler
Schwankungen. In der Vergangenheit waren Umsatz- und
Ergebnisbeiträge vor allem im vierten Quartal
höher als in den einzelnen vorangehenden Quartalen,
geprägt durch ein stärkeres
Jahresendgeschäft. Daher können die
Zwischenergebnisse nur eingeschränkt als Indikator
für die Ergebnisse des gesamten Geschäftsjahres
herangezogen werden.
Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss
("Zwischenabschluss") zum 30. Juni 2022, der auf Basis des
International Accounting Standard (IAS) 34
"Zwischenberichterstattung" erstellt wurde, werden
grundsätzlich - mit Ausnahme der erstmalig im
Geschäftsjahr 2022 anzuwendenden Standards bzw.
Änderungen an den Standards - die gleichen
Bilanzierungsmethoden angewendet wie im Konzernabschluss
für das Geschäftsjahr 2021. Dieser wurde nach den
International Financial Reporting Standards (IFRS)
erstellt, wie sie in der EU verpflichtend anzuwenden sind.
Diese Methoden sind im Anhang des Geschäftsberichts
2021 im Einzelnen detailliert beschrieben. Der
Geschäftsbericht ist über die
Jenoptik-Internetseite unter www.jenoptik.de in der Rubrik
Investoren/Berichte und Präsentationen abrufbar.
Der Zwischenabschluss wurde in der Konzernwährung
Euro erstellt und wird, wenn nicht anders vermerkt, in TEUR
angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass
Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau
ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können.
Die folgenden IFRS bzw. Änderungen an den IFRS
werden im Geschäftsjahr 2022 erstmalig angewendet:
Änderungen an IAS 16: Erzielung von Erlösen,
bevor sich ein Vermögenswert in seinem
betriebsbereiten Zustand befindet. Im Mai 2020 hat das IASB
Änderungen an IAS 16 veröffentlicht. Danach ist
es Unternehmen nicht mehr gestattet, Erlöse aus dem
Verkauf von Gütern, die produziert werden,
während eine Sachanlage zu ihrem Standort und in den
vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand
gebracht wird, von den Anschaffungs- oder
Herstellungskosten dieser Sachanlage abzuziehen.
Stattdessen sind Erlöse zusammen mit den Kosten
für die Herstellung dieser Güter in der Gewinn-
und Verlustrechnung zu erfassen.
Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre,
die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, und sind
rückwirkend auf Sachanlagen anzuwenden, die in der
Berichtsperiode der erstmaligen Anwendung in einen
betriebsbereiten Zustand gebracht wurden. Die
Änderungen haben keine Auswirkungen auf den
Zwischenabschluss.
Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge -
Kosten für die Erfüllung eines Vertrags. Im Mai
2020 hat das IASB Änderungen an IAS 37
veröffentlicht, um zu konkretisieren, welche Kosten
ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag
belastend oder verlustbringend ist, zu berücksichtigen
hat. Die Änderung stellt auf Kosten ab, die sich
direkt auf den Vertrag beziehen (directly related cost
approach).
Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre,
die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Da die
bisherige Bilanzierungsmethode bereits den
Konkretisierungen an IAS 37 entspricht, haben die
Änderungen keine Auswirkungen auf den
Zwischenabschluss.
Änderungen an IFRS 3: Verweis auf das
Rahmenkonzept. Im Mai 2020 hat das IASB Änderungen an
IFRS 3 veröffentlicht. Mit den Änderungen wird
der Verweis auf das 1989 veröffentlichte Rahmenkonzept
für die Aufstellung und Darstellung von
Abschlüssen durch einen Verweis auf das im März
2018 veröffentlichte Rahmenkonzept für die
Finanzberichterstattung ersetzt, ohne die bestehenden
Regelungen des Standards signifikant zu ändern.
Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre,
die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, und sind
prospektiv anzuwenden. Die Änderungen haben keine
Auswirkungen auf den Zwischenabschluss.
Jährliches Verbesserungsverfahren (2018-2020) -
Änderungen an IAS 41: Besteuerung bei Bewertungen zum
beizulegenden Zeitwert. IAS 41 ist auf den Konzern nicht
anwendbar. Die Änderung hat daher keine Auswirkungen
auf den Zwischenabschluss.
Jährliches Verbesserungsverfahren (2018-2020) -
Änderungen an IFRS 1: Tochterunternehmen als
Erstanwender. Da der Jenoptik-Konzern bereits nach IFRS
bilanziert, ergeben sich aus den Änderungen an IFRS 1
keine Auswirkungen auf den Zwischenabschluss.
Jährliches Verbesserungsverfahren (2018-2020) -
Änderungen an IFRS 9: Gebühren beim
10%-Barwerttest in Bezug auf die Ausbuchung von
finanziellen Verbindlichkeiten. Durch die Änderung am
IFRS 9 wird klargestellt, welche Gebühren ein
Unternehmen berücksichtigen muss bei der Beurteilung,
ob die Bedingungen einer neuen oder modifizierten
finanziellen Verbindlichkeit wesentlich von denjenigen der
ursprünglichen Verbindlichkeit abweichen.
Die Änderung ist wirksam für
Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022
beginnen. Die Änderung hat keinen Einfluss auf den
Zwischenabschluss.
Jährliches Verbesserungsverfahren (2018-2020) -
Änderungen an IFRS 16: Leasinganreize. Mit der
Änderung wird die Darstellung der Erstattung von
Mietereinbauten durch den Leasinggeber aus dem
erläuternden Beispiel 13 zu IFRS 16 entfernt, um
Missverständnisse in Bezug auf die Behandlung von
Leasinganreizen zu beseitigen, die sich aus der
entsprechenden Darstellung ergeben könnten.
Die Änderung ist wirksam für
Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022
beginnen. Die Änderung am IFRS 16 hat keine
Auswirkungen auf den Zwischenabschluss.
SchätzungenDie Erstellung des Zwischenabschlusses unter Beachtung
der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erfordert bei
einigen Posten, Annahmen zu treffen, die sich auf den
Ansatz in der Bilanz bzw. in der Gesamtergebnisrechnung des
Konzerns sowie auf die Angabe von Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten auswirken. Alle Annahmen und
Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen
getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.
Die zugrundeliegenden Annahmen und Schätzungen
werden fortlaufend überprüft. Dabei ergeben sich
für den Ersteller des Zwischenabschlusses gewisse
Ermessensspielräume. Vor dem Hintergrund der
anhaltenden COVID-19-Pandemie sowie den Auswirkungen des
Ukraine-Kriegs und den damit verbundenen Sanktionen
bestehen, insbesondere im Bereich Energieversorgung und
Inflationsentwicklung, erhöhte Unsicherheiten in Bezug
auf Schätzungen und Risiken im Hinblick auf
wesentliche Buchwertanpassungen. Die zur Erstellung des
vorliegenden Zwischenabschlusses getroffenen wesentlichen
Annahmen und Schätzungen beziehen sich
unverändert auf die im Konzernanhang zum 31. Dezember
2021 ab Seite 171 dargestellten Angaben. Darüber
hinaus beziehen sich die zur Erstellung des vorliegenden
Zwischenabschlusses getroffenen wesentlichen Annahmen und
Schätzungen auf die Ermittlung des vorläufigen
Kaufpreises sowie der bedingten Kaufpreiskomponenten aus
der Veräußerung von VINCORION (vgl. Ab schnitt
"Aufgegebener Geschäftsbereich" ab Seite 30).
KonsolidierungskreisIm Konzernabschluss der JENOPTIK AG sind 41 (31.12.2021:
47) vollkonsolidierte Tochtergesellschaften einbezogen.
Davon haben 9 (31.12.2021: 12) ihren Sitz im Inland und 32
(31.12.2021: 35) im Ausland. Zum Konsolidierungskreis des
Jenoptik-Konzerns gehören zudem 3 Unternehmen
(31.12.2021: 3), die nach der At-Equity-Methode in den
Konzernabschluss einbezogen werden.
Am 25. November 2021 hat Jenoptik einen Vertrag
über den Verkauf von VINCORION, bestehend aus den
hundertprozentigen Tochtergesellschaften JENOPTIK Advanced
Systems GmbH (Deutschland; mittlerweile firmierend unter
VINCORION Advanced Systems GmbH), JENOPTIK Power Systems
GmbH (Deutschland; mittlerweile firmierend unter VINCORION
Power Systems GmbH) sowie JENOPTIK Advanced Systems, LLC
(USA; mittlerweile firmierend unter VINCORION LLC),
unterzeichnet. Mit dem Closing der Transaktion am 30. Juni
2022 hat Jenoptik die Kontrolle über diese
Tochtergesellschaften verloren und die Entkonsolidierung
vorgenommen (vgl. Abschnitt "Aufgegebener
Geschäftsbereich" ab Seite 30).
Weitere Unternehmenserwerbe oder
-veräußerungen fanden im 1. Halbjahr 2022 nicht
statt.
Die übrigen Veränderungen im
Konsolidierungskreis sind auf die Löschung von in
Liquidation befindlichen bzw. nicht mehr operativen
Gesellschaften zurückzuführen.
Mit dem Closing am 30. November 2021 hat Jenoptik
jeweils 100 Prozent der Anteile an den nachfolgenden
Gesellschaften erworben:
scrollen
Mit dem Erwerb der SwissOptic (Wuhan) Co., Ltd. hat
Jenoptik zudem die Beherrschung über deren
Tochtergesellschaft Berliner Glas Wuhan Trading Co., Ltd.,
Wuhan, China, erlangt.
Die Einbeziehung in den Konzernabschluss 2021
gemäß IFRS 3 beruhte auf vorläufigen
Beträgen. Die Vorläufigkeit betraf neben der
Feststellung des erworbenen Nettovermögens die
Bewertung der im Rahmen der Kaufpreisallokation
identifizierten Vermögenswerte sowie die Feststellung
des Kaufpreises im Hinblick auf die Finalisierung der
Closing Accounts zum Erwerbszeitpunkt.
Im 1. Halbjahr 2022 erfolgte auf Basis der Closing
Accounts die finale Einigung über den Kaufpreis in
Höhe von 324.454 TEUR, der ausschließlich aus
einer fixen Barkomponente besteht. Aufgrund des im November
bezahlten vorläufigen Kaufpreises resultiert zum 30.
Juni 2022 eine Forderung in Höhe von 2.000 TEUR
(31.12.2021: 3.818 TEUR), mit deren Begleichung im 2.
Halbjahr 2022 gerechnet wird. Die Feststellung des finalen
Kaufpreises führte zu einer Erhöhung des
Geschäfts- oder Firmenwerts um 1.818 TEUR.
Hinsichtlich der Feststellung des erworbenen
Nettovermögens und der Bewertung der im Rahmen der
Kaufpreisallokation identifizierten Vermögenswerte
beruht die Einbeziehung in den Zwischenabschluss zum 30.
Juni 2022 weiterhin auf vorläufigen Beträgen. Die
Finalisierung der Erstkonsolidierung wird voraussichtlich
im 3. Quartal 2022 erfolgen.
Wesentliche GeschäftsvorfälleDividende. Die virtuelle ordentliche Hauptversammlung
der JENOPTIK AG beschloss am 15. Juni 2022 die
Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,25
Euro pro Aktie. Die Auszahlung der Dividende führte zu
einer Minderung des Cashflows aus
Finanzierungstätigkeit in Höhe von 14.310 TEUR.
Fair-Value-Anpassung bedingter Kaufpreiskomponenten im
Vorjahr. Aus den Erwerben von INTEROB und TRIOPTICS
resultierten bedingte Kaufpreisbestandteile, die zum
beizulegenden Zeitwert bilanziert wurden und im
Konzernanhang zum 31. Dezember 2021 ab Seite 230
ausführlich dargestellt sind. Aufgrund der Entwicklung
im 1. Halbjahr 2021 erfolgten ergebniswirksame
Fair-Value-Anpassungen in Höhe von 18.438 TEUR in den
sonstigen betrieblichen Erträgen, die damit im Vorjahr
zu einer entsprechenden Verbesserung der Ertragslage
geführt haben.
Darüber hinaus gab es keine
Geschäftsvorfälle, die wesentlichen Einfluss auf
den Zwischenabschluss von Jenoptik im 2. Quartal oder
kumuliert bis 30. Juni 2022 hatten.
Aufgliederung wesentlicher AbschlusspostenUmsatzerlöse. Eine Aufgliederung der
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach
Divisionen und Regionen ist in der Tabelle zu den
Informationen nach Segmenten auf Seite 25 dargestellt. Die
Aufgliederung der Umsatzerlöse nach zeitraum- und
zeitpunktbezogener Erlöserfassung i.S.d. IFRS 15 ist
der untenstehenden Tabelle zu entnehmen. Die
zeitraumbezogen realisierten Umsätze enthalten
Erlöse aus kundenspezifischen Serienfertigungen in der
Division Advanced Photonic Solutions, kundenspezifischen
Einzelfertigungen sowie erbrachten Dienstleistungen, wie
zum Beispiel aus kundenspezifischen Entwicklungsprojekten
und aus Traffic-Service-Provisions-Verträgen.
scrollen
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr
Aufgegebener Geschäftsbereich. Mit der
Unterzeichnung des verbindlichen Vertrags über den
Verkauf der Division VINCORION am 25. November 2021 wurde
das Geschäftssegment als aufgegebener
Geschäftsbereich klassifiziert und die Vermögens
-werte sowie Schulden als zur Veräußerung
gehalten ausgewiesen. Der Verkauf der Geschäftsanteile
an den einhundertprozentigen Tochtergesellschaften JENOPTIK
Advanced Systems GmbH, JENOPTIK Power Systems GmbH sowie
JENOPTIK Advanced Systems, LLC wurde mit dem Closing am 30.
Juni 2022 abgeschlossen.
Das Ergebnis der VINCORION stellt sich bis zum
Veräußerungszeitpunkt wie folgt dar:
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereichscrollen
Das Ergebnis aus der Veräußerung des
aufgegebenen Geschäftsbereichs nach Steuern ermittelt
sich wie folgt:
Angaben zur Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichsscrollen
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis basiert auf der
Erstellung und Prüfung von Closing Accounts unter
Berücksichtigung der Nettofinanzverschuldung sowie
einem Working-Capital-Ausgleichsmechanismus zum 30. Juni
2022. Des Weiteren wurden bedingte Gegenleistungen
vereinbart, die vom Erreichen bestimmter
EBITDA-Erfolgskriterien der VINCORION in den Jahren 2022
und 2023 abhängen und zu einer zusätzlichen
Gegenleistung von bis zu 5.000 TEUR führen
können. Darüber hinaus bestehen bezüglich
einzelner Vermögenswerte und Verpflichtungen der
VINCORION betragsmäßig limitierte
Freistellungsvereinbarungen, sodass diese wirtschaftlich
bei Jenoptik verbleiben und als zusätzliche
Kaufpreisforderung bzw. -rückstellung bilanziert
werden. Die Verpflichtung zum Verlustausgleich aufgrund des
bis 30. Juni 2022 bestehenden
Ergebnisabführungvertrages mit der JENOPTIK Advanced
Systems GmbH ist darüber hinaus als weitere
Kaufpreisverpflichtung ausgewiesen. Zum 30. Juni 2022 wurde
unter Berücksichtigung der zum beizulegenden Zeitwert
erfassten bedingten Gegenleistung sowie der vorgenannten
zusätzlichen Forderungen und Schulden ein
vorläufiger Kaufpreis von 68.827 TEUR ermittelt. Die
Finalisierung der Closing Accounts und damit des genauen
vom Erwerber geschuldeten Kaufpreises wird im 2. Halbjahr
2022 erwartet. Zum Bilanzstichtag hat Jenoptik vom Erwerber
einen Betrag in Höhe von 65.000 TEUR erhalten.
Die Netto-Cashflows aus dem Verkauf von VINCORION
stellen sich wie folgt dar:
Netto-Zuflüsse an Zahlungsmittelnscrollen
Die von VINCORION generierten Netto-Cashflows bis zum
Zeitpunkt des Closings sind der nachfolgenden Tabelle zu
entnehmen:
Netto-Cashflows aus aufgegebenem Geschäftsbereichscrollen
Das Ergebnis je Aktie aus aufgegebenem
Geschäftsbereich (unverwässert = verwässert)
beträgt minus 0,04 Euro (i.Vj. 0,04 Euro).
Da VINCORION zum 30. Juni 2022 veräußert
wurde, sind die als zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerte und Schulden nicht mehr in der Bilanz
enthalten.
Aufgliederung wesentlicher BilanzpostenImmaterielle Vermögenswertescrollen
Sachanlagenscrollen
Vorrätescrollen
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswertescrollen
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswertescrollen
Langfristige Finanzverbindlichkeitenscrollen
Kurzfristige Finanzverbindlichkeitenscrollen
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeitenscrollen
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeitenscrollen
FinanzinstrumenteDie aufgeführten Buchwerte der Posten Anteile an
nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und
Beteiligungen, Zahlungsmittel, Forderungen sowie Derivate
mit und ohne Hedge-Beziehung entsprechen den beizulegenden
Zeitwerten. Die Buchwerte der übrigen Posten stellen
einen angemessenen Näherungswert für den
beizulegenden Zeitwert dar. Die lang- und kurzfristigen
Anteile der jeweiligen Bilanzposten wurden in der folgenden
Tabelle zusammengefasst:
Finanzielle Vermögenswertescrollen
1 AC = Amortized costs (fortgeführte
Anschaffungskosten)
Finanzielle Verbindlichkeitenscrollen
1 AC = Amortized costs (fortgeführte
Anschaffungskosten)
Die Einstufung in der Hierarchie der beizulegenden
Zeitwerte ergibt sich für die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden, aus der folgenden
Übersicht:
scrollen
Die Werte in Klammern betreffen das Vorjahr
Der Stufe 1 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet,
die als quotierte Marktpreise jederzeit verfügbar
sind. Der Stufe 2 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet,
die auf Basis von direkt oder indirekt beobachtbaren
Parametern ermittelt werden. Der Stufe 3 liegen
Bewertungsparameter zugrunde, die nicht auf beobachtbaren
Marktdaten beruhen.
Die beizulegenden Zeitwerte aller Derivate werden anhand
allgemein anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Dabei
werden die über den jeweils vereinbarten Terminkurs
bzw. Zinssatz determinierten zukünftigen
Zahlungsströme mit aktuellen Marktdaten diskontiert.
Die verwendeten Marktdaten sind führenden
Finanzinformationssystemen, wie beispielsweise Reuters,
entnommen. Kommt eine Interpolation von Marktdaten zur
Anwendung, erfolgt diese linear.
Die beizulegenden Zeitwerte von bedingten
Vermögenswerten werden unter Berücksichtigung der
erwarteten, zum Stichtag abgezinsten Zahlungsmittelzu- oder
-abflüsse bewertet.
Die zum 30. Juni 2022 bilanzierten Forderungen aus
bedingten Gegenleistungen resultieren aus dem Erwerb von
TRIOPTICS sowie der Veräußerung von VINCORION.
Im Rahmen des Erwerbs von TRIOPTICS wurde eine Bonus /
Malus-Regelung vereinbart, die an den handelsrechtlichen
Umsatz der TRIOPTICS-Gruppe anknüpft und bei
Abweichungen vom ursprünglichen Unternehmensplan von
bis zu 15 Prozent zu einem Bonus bzw. Malus von bis zu 15
Mio Euro führt. Die Malusforderung wurde zum 31.
Dezember 2021 auf Basis der erwarteten handelsrechtlichen
Umsatzerlöse bewertet und im Jahr 2022 auf Grundlage
des geprüften handelsrechtlichen Konzernabschlusses
aktualisiert. Im Jahr 2022 wurde die Forderung anteilig mit
der einbehaltenen Kaufpreisverbindlichkeit für die
2021 erworbenen restlichen 25 Prozent der Anteile
verrechnet. Die Einzahlung der restlichen bedingten
Forderung wird nach endgültiger Feststellung des
Malus-Anspruchs erfolgen.
Die Forderungen aus bedingten Gegenleistungen aus dem
Ver kauf der VINCORION basieren auf vereinbarten EBITDA
Zielwerten in den Jahren 2022 und 2023. Die Vereinbarung
sieht vor, dass bei Erreichen der jeweiligen Zielwerte ein
Anspruch auf einen Earn-Out in Höhe von jeweils 2,5
Mio Euro besteht. Bei Unterschreitung der EBITDA-Zielwerte
um bis zu 4,7 Mio Euro 2022 bzw. bis zu 4,5 Mio Euro 2023
reduziert sich der Earn-Out-Anspruch jeweils linear bis auf
0 Euro. Unterschreitungen im Jahr 2022 können 2023
aufgeholt werden. Die Ermittlung der bedingten
Kaufpreisforderung für 2022 und 2023 erfolgte jeweils
auf Basis der Unternehmensplanungen der VINCORION.
Beizulegende Zeitwerte bedingter Kaufpreiskomponenten
werden unter Berücksichtigung einer laufzeit- und
risikoadäquaten Abzinsung ermittelt. Ergebniswirksame
Fair-Value-Anpassungen sind im sonstigen betrieblichen
Ertrag oder Aufwand erfasst. Die Aufzinsung ist im
Finanzergebnis ausgewiesen.
Die Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte,
die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet und
der Stufe 3 zugeordnet sind, kann der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden:
scrollen
Angaben zu UnterstützungsleistungenIm ersten Halbjahr 2022 ergaben sich keine wesentlichen
Bilanzierungs- und Bewertungseffekte im Zusammenhang mit
COVID-19.
Im Vergleichszeitraum wurden
Unterstützungsleistungen in Anspruch genommen, um die
wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sowie die
gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen abzumildern. Diese
betrafen insbesondere Kurzarbeitergeld sowie im Ausland
teilweise gewährte sonstige staatliche
Unterstützungsleistungen im Wert von insgesamt 2.936
TEUR, die insbesondere zu geringeren Personalkosten und
damit einer entsprechenden Verbesserung der Ertragslage
geführt haben.
Angaben zu Eventualverbindlichkeiten2021 gehörte VINCORION zum Konsolidierungskreis des
Jenoptik-Konzerns. Insofern wurden konzerninterne
Bürgschaften, Patronatserklärungen und Garantien
(nachfolgend zusammengefasst Bürgschaften) der
JENOPTIK AG nicht als externe
Bürgschaftsverhältnisse dargestellt. Mit dem
abgeschlossenen Verkauf von VINCORION am 30. Juni 2022
werden die bestehenden Bürgschaften erstmalig als
konzernextern eingestuft.
Die bei der JENOPTIK AG für einen bestimmten
Zeitraum verbliebenen externen
Vertragserfüllungsbürgschaften gegenüber
Kunden der VINCORION betragen 17.221 TEUR. Des Weiteren
wurden im Juni bzw. Anfang Juli 2022 für weitere
bestehende Bürgschaften in Höhe von 13.362 TEUR
für den Zeitraum bis zu einer befreienden
Schuldübernahme durch VINCORION
Rückbürgschaften von Banken gestellt. Das Risiko
einer zukünftigen Inanspruchnahme aus Letzteren wird
daher als sehr gering eingeschätzt.
Angaben über Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenIm aktuellen Berichtszeitraum wurden keine wesentlichen
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
getätigt.
Deutscher Corporate Governance KodexDie aktuelle Erklärung von Vorstand und
Aufsichtsrat nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate
Governance Kodex wurde den Aktionären über die
Jenoptik-Internetseite unter www.jenoptik.de unter
Investoren/Corporate Governance dauerhaft zugänglich
gemacht. Des Weiteren ist die Erklärung am Sitz der
Gesellschaft einsehbar.
RechtsstreitigkeitenDie JENOPTIK AG und ihre Konzerngesellschaften sind an
mehreren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt.
Für mögliche finanzielle Belastungen aus
laufenden Gerichts- oder Schiedsverfahren wurden in
angemessener Höhe Rückstellungen für
Prozessrisiken bzw. Prozesskosten gebildet. Sofern diese
Verfahren erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage
des Konzerns haben könnten, sind sie im
Konzernabschluss 2021 beschrieben. Bis zum 30. Juni 2022
haben sich keine weiteren Rechtsstreitigkeiten ergeben, die
auf Basis der aktuellen Einschätzung wesentlichen
Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben
könnten.
Ereignisse nach dem BilanzstichtagEs gab keine Vorgänge nach dem Bilanzstichtag 30.
Juni 2022, die von wesentlicher Bedeutung für den
Konzern waren bzw. die einen nennenswerten Einfluss auf die
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von Jenoptik
hatten.
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben
sind.
Jena, 9. August 2022
scrollen
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