JENOPTIK AktiengesellschaftJenaHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023Jenoptik-Konzern auf einen Blickscrollen
scrollen
2 Basierend auf Summe aus externem und internem
Umsatz
Die Vorjahresangaben nach Segmenten wurden aufgrund von
geringfügigen Änderungen in der Struktur des
Jenoptik-Konzerns angepasst. Es wird darauf hingewiesen,
dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau
ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können.
Die Monate Januar bis Juni 2023 im Überblickscrollen
Geschäft und RahmenbedingungenKonzernstruktur und GeschäftstätigkeitInformationen zur Konzernstruktur und zur
Geschäftstätigkeit finden Sie im
Geschäftsbericht 2022 ab Seite 28.
Unternehmenskäufe und -verkäufe.
Im 1. Halbjahr 2023 wurden die bisher von Jenoptik
gehaltenen 50 Prozent der Geschäftsanteile an der
HILLOS GmbH veräußert. Die bisherige
Mitgesellschafterin, die Hilti Aktiengesellschaft,
Liechtenstein, ist nunmehr die alleinige Gesellschafterin
der HILLOS GmbH. Die in Jena ansässige Gesellschaft
produziert Laser-Distanz- und -Positioniergeräte
für Anwendungen in der Bauindustrie und in baunahen
Bereichen.
Im Zuge der weiteren Fokussierung hat Jenoptik am 13.
Juli 2023 einen Vertrag über den Erwerb der 33,34
Prozent der Anteile an der JENOPTIK Korea Corporation Ltd.
(Division Advanced Photonic Solutions) von der bisherigen
Mitgesellschafterin TELSTAR-HOMMEL CORPORATION, Ltd.
unterzeichnet. Gleichzeitig veräußert Jenoptik
ihre 33,33 Prozent der Anteile an der auf den
Automobilmarkt ausgerichteten TELSTAR-HOMMEL CORPORATION,
Ltd. an diese Gesellschaft. Das Closing der Transaktion
erfolgte am 6. August 2023.
In den ersten sechs Monaten 2023 fanden keine weiteren
Unternehmenskäufe und -verkäufe statt.
Ziele und StrategienMit der strategischen Agenda 2025 "More Value" setzt
Jenoptik auf nachhaltiges profitables Wachstum in den
photonischen Marktsegmenten. Die Transformation zu einem
global führenden, reinen Photonik-Konzern soll
fortgeführt werden. Dabei fokussiert sich Jenoptik auf
drei attraktive Kernmärkte: Halbleiter &
Elektronik, Life Science & Medizintechnik und Smart
Mobility. Hieraus erwarten wir substanzielles organisches
Wachstum, das durch Akquisitionen ergänzt werden soll.
Jenoptik profitiert insbesondere von den globalen Trends
Digitalisierung, Gesundheit, Mobilität sowie
Nachhaltigkeit und etabliert sich zunehmend als
strategischer Systempartner internationaler Kunden, mit
denen gemeinsam zukunftsweisende Lösungen gestaltet
werden.
Das geplante profitable Wachstum wird darüber
hinaus durch Effizienzmaßnahmen, die Realisierung von
Skaleneffekten und durch den weiteren Ausbau des
Service-Geschäfts insbesondere in der Division Smart
Mobility Solutions unterstützt.
Für zusätzliche Informationen zur
strategischen Ausrichtung des Jenoptik-Konzerns verweisen
wir auf unseren Geschäftsbericht 2022 mit den
umfassenden Angaben im Kapitel "Ziele und Strategien" ab
Seite 34 und auf die Jenoptik-Website.
Die Jenoptik-AktieGeopolitische Unsicherheiten, insbesondere der Krieg in
der Ukraine, eine weiterhin hohe Inflation und steigende
Zinsen, aber auch die Aufhebung der Corona-Restriktionen in
China sowie eine Verbesserung der Probleme in den
Lieferketten beeinflussten die Aktienmärkte im 1.
Halbjahr 2023. Der deutsche Leitindex Dax verbesserte sich
in den ersten sechs Monaten um rund 15 Prozent auf
16.147,90 Punkte. Der deutsche Technologieindex (TecDax)
verzeichnete Ende Juni 2023 einen Stand von 3.203,22
Punkten und damit einen Anstieg von ca. 10 Prozent seit
Jahresbeginn. Der MDax notierte am letzten Handelstag des
2. Quartals bei 27.610,50 Zählern, was einem Plus von
rund 8 Prozent entsprach.
Die Jenoptik-Aktie gewann im Berichtszeitraum deutlich
an Wert. Gestartet am 1. Handelstag 2023 mit einem
Schlusskurs von 26,20 Euro, verbesserte sich der Aktienkurs
auf 31,44 Euro am 30. Juni 2023, ein Plus von 20,0 Prozent.
Die Marktkapitalisierung von Jenoptik betrug Ende Juni 2023
1.799,6 Mio Euro.
Im Juli gab der Kurs der Jenoptik-Aktie leicht nach. Der
Schlusskurs stand am 31. Juli 2023 bei 29,40 Euro, was
einer Marktkapitalisierung von 1.682,8 Mio Euro entspricht.
In den ersten sechs Monaten 2023 erhielt die
Gesellschaft mehrere Stimmrechtsmitteilungen. Eine
detaillierte Auflistung der Stimmrechtsmitteilungen ist auf
der Internetseite von Jenoptik unter der Rubrik
Investoren/Aktie abrufbar.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wechselten auf Xetra,
den Parkettbörsen sowie Tradegate insgesamt
durchschnittlich 104.299 Jenoptik-Aktien täglich ihren
Besitzer, deutlich weniger als im durch generell
höhere Umsätze geprägten Vorjahreszeitraum
(i.Vj.171.195). Im TecDax-Ranking lag Jenoptik im Juni 2023
bei der Marktkapitalisierung auf Basis des Streubesitzes
von 89,0 Prozent auf Platz 16 (i.Vj. 22). Seit März
2023 wird die Jenoptik-Aktie im MDax geführt und
rangierte dort bei der Marktkapitalisierung auf Platz 36
(Streubesitz) des 50 Werte umfassenden Index.
Auf der in Präsenz durchgeführten ordentlichen
Hauptversammlung am 7. Juni 2023 beschlossen die
Aktionäre unter anderem die Zahlung einer
erhöhten Dividende von 0,30 Euro je Aktie (i.Vj. 0,25
Euro), 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit lag der
Ausschüttungsbetrag bei 17,2 Mio Euro. Auch allen
anderen Tagesordnungspunkten stimmten die Aktionäre
mit deutlicher Mehrheit zu.
Aktuell berichten vierzehn Research-Häuser bzw.
Banken regelmäßig über Jenoptik. Zum
Zeitpunkt der Berichtserstellung empfahlen elf Analysten,
die Aktie zu kaufen, drei rieten zum Halten der
Anteilsscheine. Das durchschnittliche Kursziel aller
Analysten belief sich Ende Juli auf 36,31 Euro.
Kennzahlen zur Jenoptik-Aktiescrollen
Ergebnis je Aktiescrollen
Das Ergebnis je Aktie entspricht dem Ergebnis der
Aktionäre dividiert durch den gewichteten Durchschnitt
ausstehender Aktien
Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Jenoptik-BranchenDie Branchen, in denen der Jenoptik-Konzern tätig
ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur
abhängig. So ist die Nachfrage in den Bereichen Life
Science & Medizintechnik und Smart Mobility
weitestgehend unabhängig von wirtschaftlichen
Schwankungen. Demgegenüber ist das Geschäft mit
der Halbleiterausrüstungs- und Elektronik-Industrie
teilweise von konjunkturellen Einflüssen geprägt.
Schwindende negative Einflüsse der Corona-Pandemie
sowie des Krieges von Russland gegen die Ukraine
begünstigten die Entwicklung der Weltwirtschaft zu
Jahresbeginn. Chinas Wirtschaft erholte sich nach der
Aufhebung seiner strikten Null-COVID-Politik. Die
Unterbrechungen der Versorgungsketten gingen sukzessive
zurück, und die kriegsbedingten Verwerfungen auf den
Energie- und Lebensmittelmärkten klangen langsam ab.
Demgegenüber dämpfte die massive Straffung der
Geldpolitik zur Eindämmung der hohen Inflation das
Expansionstempo der Weltwirtschaft.
Vor diesem Hintergrund stieg das Bruttoinlandsprodukt
der Europäischen Union im 1. Quartal 2023 laut Angaben
der OECD moderat um 1,0 Prozent (i.Vj. plus 5,7 Prozent).
In Deutschland schrumpfte die Wirtschaft aufgrund
geringerer Staatsausgaben und einer ebenfalls
rückläufigen Konsumnachfrage um 0,5 Prozent
(i.Vj. plus 3,8 Prozent). Die französische Wirtschaft
legte im 1. Quartal um 0,9 Prozent zu (i.Vj. plus 4,5
Prozent). Großbritannien als ein weiterer wichtiger
europäischer Markt wuchs im 1. Quartal moderat um 0,2
Prozent nach 10,6 Prozent im Vorjahr.
Auch das Expansionstempo der weltgrößten
Volkswirtschaft USA verlief im 1. Quartal mit einem Plus
von 1,6 Prozent moderat. Zwar zeigte sich der private
Konsum weiterhin sehr robust, demgegenüber belastete
jedoch ein deutlicher Vorratsabbau in Erwartung einer sich
abschwächenden Nachfrage.
Die chinesische Wirtschaft verzeichnete nach der
Aufhebung der umfangreichen Corona-Restriktionen sowie dem
Abbau von Lieferengpässen ein deutlich beschleunigtes
Wachstum von 4,5 Prozent im 1. Quartal 2023.
Die Photonik-Branche befindet sich laut dem deutschen
Industrieverband SPECTARIS vor dem Hintergrund der
voranschreitenden Digitalisierung weiterhin in einem
wachsenden Umfeld. Der Einsatz von Lichttechnologien bildet
ein Fundament für viele Innovationen, unter anderem
als Basistechnologie für das autonome Fahren, für
die Industrie 4.0 und Big-Data-Anwendungen, für das
sogenannte "Smarte Labor" in der Analyse- und
Biotechnologie sowie der Quantentechnologie. In Deutschland
hat die Industrie ihren Umsatz im vergangenen Jahr laut
aktuellsten Zahlen um mehr als 18 Prozent auf rund 56 Mrd
Euro gesteigert.
Die weltweite Halbleiterindustrie verzeichnete auf Basis
der Daten der Semiconductor Industry Association (SIA) im
1. Quartal 2023 einen Umsatzrückgang von mehr als 20
Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Ursächlich hierfür waren vor allem die hohe
Inflation und geopolitische Unsicherheiten, die sich
entsprechend belastend auf das Konsumverhalten für
Elektronikprodukte auswirkten. Demgegenüber
verzeichnete die weltweite
Halbleiterausrüstungsindustrie aufgrund weiterer
Investitionen in neue Technologien vor allem in Nordamerika
und Taiwan im 1. Quartal ein Wachstum von rund 9 Prozent
laut Angaben des Branchenverbandes Semiconductor Equipment
and Materials International (SEMI).
Die Nachfrage im weltweiten Medizintechnik-Markt wird
unter anderem durch eine alternde Gesellschaft, eine
steigende Penetration der Gesundheitsversorgung in den
Schwellenländern sowie neue Behandlungsmethoden
angetrieben. Laut Angaben des Marktbeobachters Frost &
Sullivan wird für diesen Markt bis 2025 mit einem
durchschnittlichen jährlichen Wachstum von mehr als 6
Prozent gerechnet. Nach Angaben des Industrieverbands
SPECTARIS erzielte die deutsche Medizintechnik-Industrie
2022 ein nominales Umsatzplus von 5,4 Prozent (letzte
verfügbare Daten).
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau entwickelte sich
trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und der
hohen Inflation im 1. Quartal 2023 mit einem Plus von 3,1
Prozent laut dem Verband Deutscher Maschinen- und
Anlagenbau (VDMA) gut. Demgegenüber zeigten jedoch die
Auftragseingänge einen gegenüber dem Vorjahr
deutlich rückläufigen Trend.
Laut Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)
konnte der deutsche Automobilmarkt im 1. Halbjahr 2023
deutlich zulegen. Grund hierfür war in erster Linie
die Entspannung in den Lieferketten. Trotz des Anstiegs
befindet sich der Markt weiterhin deutlich unter
Vor-Corona-Krisenniveau.
Für die anderen Branchen, die für Jenoptik
relevant sind, wurden keine wesentlichen neuen Berichte
veröffentlicht. Wir verweisen deshalb auf die Seiten
48 ff. im Geschäftsbericht 2022.
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageIn den Tabellen des Halbjahresberichts, die wichtige
Kennzahlen nach Segmenten aufgliedern, sind in dem Posten
"Sonstige" das Corporate Center (Holding, Shared Services,
Immobilien) sowie Konsolidierungseffekte enthalten.
Jenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die
Divisionen Advanced Photonic Solutions und Smart Mobility
Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies.
Jenoptik verfügt nach eigener Einschätzung
über ein in weiten Teilen krisenresistentes
Geschäftsmodell und eine gute finanzielle und
bilanzielle Aufstellung, auch in den angesichts einer
unverändert hohen Inflation mit steigenden Preisen und
den Auswirkungen des andauernden Russland-Ukraine-Krieges
weiterhin anspruchsvollen Zeiten.
ErtragslageJenoptik konnte in den ersten sechs Monaten 2023 Umsatz
und EBITDA deutlich steigern, verzeichnete einen
Auftragseingang auf weiterhin gutem Niveau und verfügt
über einen hohen Auftragsbestand.
Das Unternehmen verbesserte im 1. Halbjahr 2023 den
Umsatz auf 504,9 Mio Euro, ein deutliches Plus von 12,9
Prozent im Vergleich zum Vorjahr (i.Vj. 447,2 Mio Euro).
In der Division Advanced Photonic Solutions wurde der
deutliche Anstieg des Umsatzes insbesondere von einem
anhaltend guten Geschäft im Bereich
Halbleiterausrüstung gestützt. Die Division Smart
Mobility Solutions konnte in den ersten sechs Monaten 2023
den Umsatz ebenfalls spürbar verbessern. Die
Erlöse der Non-Photonic Portfolio Companies
übertrafen das Vorjahresniveau leicht.
Umsatzscrollen
Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 steigerte Jenoptik den
Umsatz in allen Regionen weiter, außer in der Region
Mittlerer Osten/ Afrika. Zum deutlichen Umsatzzuwachs in
Europa (inkl. Deutschland) von 238,8 Mio Euro auf 276,4 Mio
Euro sowie in der Region Asien/Pazifik von 81,5 Mio Euro
auf 100,9 Mio Euro trug vor allem die Division Advanced
Photonic Solutions bei. Der Anteil des Auslandsumsatzes
blieb mit 75,2 Prozent nur geringfügig unter dem
Vorjahreswert von 75,9 Prozent.
Die Umsatzkosten erhöhten sich auf 329,8 Mio Euro
(i.Vj. 301,1 Mio Euro) und legten damit prozentual weniger
zu als der Umsatz. Das Bruttoergebnis lag mit 175,1 Mio
Euro vor allem aufgrund des Beitrags der Division Advanced
Photonic Solutions und der Non-Photonic Portfolio Companies
über dem Vorjahresniveau von 146,1 Mio Euro. Die
Bruttomarge verbesserte sich dementsprechend deutlich auf
34,7 Prozent (i.Vj. 32,7 Prozent).
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im
Berichtszeitraum auf 29,8 Mio Euro (i.Vj. 25,4 Mio Euro).
Vor allem die Division Advanced Photonic Solutions
investierte mehr in Forschung und Entwicklung. Die in den
Umsatzkosten verbuchten Entwicklungsaufwendungen im
Kundenauftrag lagen mit 14,1 Mio Euro (i.Vj. 14,3 Mio Euro)
nahezu auf Vorjahresniveau. Sie wurden insbesondere durch
Kundenprojekte in der Division Advanced Photonic Solutions
beeinflusst. Die F+E-Leistung war mit 47,0 Mio Euro
dementsprechend höher als im Vorjahreszeitraum mit
41,5 Mio Euro. Der Anteil am Umsatz blieb damit
unverändert bei 9,3 Prozent.
Entwicklungsleistungscrollen
Im Berichtszeitraum blieben die Vertriebskosten mit 52,9
Mio Euro trotz der Umsatzsteigerung nahezu auf dem
Vorjahresniveau von 53,0 Mio Euro, die Vertriebskostenquote
lag daher mit 10,5 Prozent deutlich unter dem
Vorjahresniveau von 11,9 Prozent.
Die Verwaltungskosten betrugen 33,0 Mio Euro (i.Vj. 32,3
Mio Euro). Die Verwaltungskostenquote reduzierte sich damit
auf 6,5 Prozent (i.Vj. 7,2 Prozent).
Insbesondere aufgrund geringerer Währungsgewinne
lagen die sonstigen betrieblichen Erträge mit 9,1 Mio
Euro unter dem Vorjahresniveau von 11,0 Mio Euro. Zum
Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf minus
14,6 Mio Euro (i.Vj. minus 9,4 Mio Euro) trug unter anderem
eine Wertminderung im Zusammenhang mit dem Verkauf der
Anteile an der TELSTAR-HOMMEL bei. Die sonstigen
betrieblichen Erträge und Aufwendungen lagen im Saldo
bei minus 5,5 Mio Euro (i.Vj. 1,5 Mio Euro).
Durch die gute operative Entwicklung der Divisionen und
der Non-Photonic Portfolio Companies erhöhte sich das
EBITDA in den ersten sechs Monaten 2023 auf 91,6 Mio Euro
und lag damit 31,6 Prozent über dem Vorjahreswert von
69,6 Mio Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich im 1.
Halbjahr 2023 auf 18,1 Prozent (i.Vj. 15,6 Prozent).
Die positive Entwicklung spiegelte sich auch im Ergebnis
aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) wider, das im
Berichtszeitraum mit 53,9 Mio Euro ebenfalls deutlich
über dem Vorjahreswert von 36,9 Mio Euro lag. Im EBIT
enthalten sind Effekte aus Kaufpreisallokationen aus den in
den letzten Jahren getätigten Akquisitionen von minus
10,8 Mio Euro (i.Vj. minus 14,4 Mio Euro).
EBITDAscrollen
EBITscrollen
Höhere Zinsaufwendungen, verursacht durch die
gestiegenen Zinssätze, führten zu einem
Finanzergebnis von minus 7,8 Mio Euro (i.Vj. minus 1,6 Mio
Euro). Im Vorjahr waren zudem positive Währungseffekte
enthalten.
Jenoptik erzielte im Berichtszeitraum mit 46,1 Mio Euro
(i.Vj. 35,3 Mio Euro) ein deutlich verbessertes Ergebnis
vor Steuern. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
stiegen auf 13,4 Mio Euro (i.Vj. 9,7 Mio Euro). Grund
dafür waren höhere Einkommen der steuerzahlenden
Gesellschaften. Die Steuerquote erhöhte sich auf 29,2
Prozent (i.Vj. 27,6 Prozent), auch durch nicht
steuerwirksame Wertberichtigungen, die
liquiditätswirksame Steuerquote betrug 17,8 Prozent
(i.Vj. 16,2 Prozent).
Das Konzernergebnis nach Steuern (i.Vj. inkl. VINCORION)
stieg auf 32,7 Mio Euro (i.Vj. 23,3 Mio Euro). Das Ergebnis
je Aktie des Konzerns verbesserte sich auf 0,56 Euro (i.Vj.
0,41 Euro).
AuftragslageIm 1. Halbjahr 2023 blieb der Auftragseingang weiterhin
auf einem guten Niveau, erreichte jedoch wie erwartet nicht
den sehr hohen Vorjahreswert. Der Auftragseingang lag mit
546,9 Mio Euro um 10,1 Prozent unter dem Vorjahreswert von
608,6 Mio Euro. Die Book-to-Bill-Rate betrug 1,08 (i.Vj.
1,36).
Auf einem weiterhin hohen Niveau blieb der
Auftragsbestand. Er erhöhte sich um 4,5 Prozent auf
766,6 Mio Euro (31.12.2022: 733,7 Mio Euro / 30.06.2022:
710,5 Mio Euro). Vom Auftragsbestand sollen 460,1 Mio Euro
bzw. rund 60,0 Prozent (i.Vj. 449,3 Mio Euro bzw. 63,2
Prozent) noch in diesem Geschäftsjahr zu Umsatz
führen.
Auftragslagescrollen
scrollen
Die Zahl der Jenoptik-Mitarbeiter erhöhte sich zum
30. Juni 2023 um 1,5 Prozent bzw. 67 Personen auf 4.502
Mitarbeiter (31.12.2022: 4.435 Mitarbeiter). In der
Division Advanced Photonic Solutions stieg die Zahl der
Mitarbeiter leicht durch einen Personalaufbau im Bereich
Halbleiterausrüstung. Ende Juni 2023 arbeiteten 1.640
Mitarbeiter an den ausländischen Standorten
(31.12.2022: 1.595 Mitarbeiter).
Mitarbeiter (in Köpfen und inkl. Auszubildende)scrollen
Zum 30. Juni 2023 hatte Jenoptik insgesamt 122
Auszubildende (31.12.2022: 154 Auszubildende).
Ausführliche Informationen zur Entwicklung der
Divisionen finden Sie im Segmentbericht ab Seite 11.
Finanz- und VermögenslageDer Konzern stellt weiterhin gesunde Bilanzrelationen
und eine komfortable Liquiditätssituation sicher.
Die Nettoverschuldung erhöhte sich im Vergleich zu
Ende Dezember 2022 auf 500,6 Mio Euro (31.12.2022: 479,0
Mio Euro. Zum 30. Juni 2023 verfügte Jenoptik
über ungenutzte Kreditlinien von ca. 380 Mio Euro. Der
Leverage, das Verhältnis von Nettoverschuldung zum
EBITDA, verbesserte sich im Vergleich zum Jahresende 2022
von 2,6 auf 2,4. Damit hat der Konzern auch weiterhin
ausreichend finanziellen Spielraum für die
Sicherstellung des geplanten Wachstums.
Im Berichtszeitraum investierte Jenoptik 53,2 Mio Euro
in Sachanlagen inkl. Leasing in Höhe von 16,5 Mio
Euro, immaterielle Vermögenswerte und als
Finanzinvestition gehaltene Immobilien (i.Vj. 42,1 Mio
Euro, inkl. Leasing in Höhe von 9,9 Mio Euro). Mit
48,3 Mio Euro erfolgte der größte Teil der
Investitionen in die Sachanlagen (i.Vj. 37,1 Mio Euro),
unter anderem in die technische Neuausstattung und
Kapazitätserweiterung im Fertigungsbereich,
insbesondere für die
Halbleiterausrüstungsindustrie, für den Bau der
Fabrik in Dresden sowie in den neuen Standort für das
Medizintechnikgeschäft in Berlin. Die Investitionen in
immaterielle Vermögenswerte lagen mit 4,9 Mio Euro
nahezu auf dem Vorjahresniveau von 5,0 Mio Euro. Die
planmäßigen Abschreibungen stiegen auf 33,7 Mio
Euro (i.Vj. 32,7 Mio Euro). Sie enthalten auch die Effekte
aus der Kaufpreisallokation der in den letzten Jahren
getätigten Akquisitionen.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
verbesserte sich zum 30. Juni 2023 auf 50,6 Mio Euro (i.Vj.
41,3 Mio Euro). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf ein
deutlich besseres EBITDA zurückzuführen und wurde
trotz höherer negativer Effekte aus der
Veränderung des Working Capitals sowie höherer
Ertragsteuerzahlungen erzielt.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug Ende
Juni 2023 minus 30,2 Mio Euro (i.Vj. 25,2 Mio Euro). Er
wurde im Berichtszeitraum insbesondere durch höhere
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen
beeinflusst. Positiv haben sich dagegen Einzahlungen im
Zusammenhang mit der Veräußerung der Anteile an
der HILLOS GmbH ausgewirkt. Im Vorjahr enthielt der Posten
Liquiditätszuflüsse aus der
Veräußerung von VINCORION.
Aufgrund des deutlich höheren Cashflows aus
laufender Geschäftstätigkeit vor Steuern stieg
der Free Cashflow im 1. Halbjahr 2023 deutlich auf 26,1 Mio
Euro (i.Vj. fortgeführte Geschäftsbereiche 12,6
Mio Euro). Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Cashflow
aus laufender Geschäftstätigkeit vor Steuern
abzüglich der Ein- und Auszahlungen für
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die
Cash-Conversion-Rate lag in den ersten sechs Monaten 2023
mit 28,5 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von
18,2.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reduzierte
sich im Berichtszeitraum auf minus 25,2 Mio Euro (i.Vj.
minus 23,5 Mio Euro). Beeinflusst wurde er vor allem durch
die Veränderung von Kredit- und
Leasingverbindlichkeiten und die Zahlung der Dividende an
die Aktionäre der JENOPTIK AG.
Zum 30. Juni 2023 lag die Bilanzsumme des
Jenoptik-Konzerns mit 1.681,8 Mio Euro leicht über dem
Wert vom Jahresende 2022 von 1.671,8 Mio Euro.
Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich
gegenüber dem Jahresende 2022 auf 1.123,4 Mio Euro
(31.12.2022: 1.128,5 Mio Euro). Dies resultierte unter
anderem aus einer Abnahme der immateriellen
Vermögenswerte, zum Beispiel durch Abschreibungen, und
geringeren latenten Steuern infolge der Inanspruchnahme des
Verlustvortrags. Darüber hinaus reduzierte sich der
Posten nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen,
zum einen infolge des Verkaufs der Anteile an der HILLOS
GmbH und zum anderen durch den geänderten Ausweis der
Anteile an der TELSTAR-HOMMEL CORPORATION Ltd. als zur
Veräußerung gehaltene Vermögenswerte.
Gestiegen sind dagegen die Sachanlagen infolge der
getätigten Investitionen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
von 543,3 Mio Euro Ende 2022 auf 558,4 Mio Euro Ende Juni
2023. Zurückzuführen war das hauptsächlich
auf gestiegene Vorräte. Durch das Erbringen von
Vorleistungen für künftige Umsätze legten
diese auf 291,5 Mio Euro zu (31.12.2022: 256,0 Mio Euro).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten
sich gegenüber einem saisonal hohen Forderungsbestand
Ende 2022.
Vor allem aufgrund des Anstiegs der Vorräte
erhöhte sich das Working Capital zum 30. Juni 2023 im
Vergleich zum Jahresende 2022 auf 313,1 Mio Euro
(31.12.2022: 287,4 Mio Euro / 30.6.2022: 281,0 Mio Euro).
Die Working-Capital-Quote, das Verhältnis von Working
Capital zu Umsatz auf Basis der letzten zwölf Monate,
blieb mit 30,2 Prozent unter dem Wert des
Vorjahreszeitraums, lag jedoch leicht über dem Wert
zum Jahresende 2022 (31.12.2022: 29,3 Prozent / 30.6.2022:
32,3 Prozent).
Mit 855,5 Mio Euro war das Eigenkapital zum 30. Juni
2023 höher als am Jahresende 2022 (31.12.2022: 843,3
Mio Euro). Dazu trug vor allem das Periodenergebnis bei,
während die Dividende und Währungseffekte negativ
wirkten. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich leicht auf
50,9 Prozent im Vergleich zu 50,4 Prozent Ende Dezember
2022.
Die langfristigen Schulden erhöhten sich auf 535,8
Mio Euro (31.12.2022: 519,0 Mio Euro). Ihre Entwicklung im
1. Halbjahr 2023 wurde vor allem durch den Anstieg der
langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 498,0 Mio Euro
(31.12.2022: 477,7 Mio Euro) infolge von Kreditaufnahmen
und Leasingverträgen beeinflusst.
Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich auf 290,5
Mio Euro (31.12.2022: 309,5 Mio Euro). Deutlich
zurückgegangen sind hier die kurzfristigen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Auch die
Ertragsteuerrückstellungen, die sonstigen
kurzfristigen Rückstellungen sowie die
Finanzverbindlichkeiten haben sich vermindert. Zugelegt
haben dagegen die Vertragsverbindlichkeiten aufgrund der
von Kunden entrichteten oder fälligen Gegenleistungen
aus dem Projektgeschäft sowie Anzahlungen,
insbesondere in der Division Advanced Photonic Solutions.
Die sonstigen kurzfristigen nichtfinanziellen
Verbindlichkeiten stiegen hauptsächlich durch die
unterjährige Abgrenzung von Urlaubsansprüchen und
sonstigen Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern.
SegmentberichtDie zwei Divisionen Advanced Photonic Solutions und
Smart Mobility Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio
Companies stellen die Segmente im Sinne von IFRS 8 dar.
Aufgrund von geringfügigen Änderungen in der
Struktur des Jenoptik-Konzerns wurden die Vorjahresangaben
der Advanced Photonic Solutions und der Non-Photonic
Portfolio Companies angepasst.
Bei den im Segmentbericht aufgeführten Angaben zum
Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand handelt es sich
ausschließlich um Geschäfte mit konzernexternen
Dritten.
Advanced Photonic SolutionsIm 1. Halbjahr 2023 erzielte die Division Advanced
Photonic Solutions mit 390,0 Mio Euro einen Umsatz, der
13,3 Prozent und damit deutlich über dem
Vorjahresniveau von 344,3 Mio Euro lag. Vor allem im
Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie,
aber auch im Bereich Industrial Solutions legte der Umsatz
in den ersten sechs Monaten 2023 deutlich zu.
Die Erlöse stiegen in fast allen Regionen.
Besonders deutlich war der Zuwachs in der Region
Asien/Pazifik sowie in Europa (inkl. Deutschland), hier
stiegen die Umsätze um 18,1 Prozent bzw. 15,3 Prozent.
Die Division Advanced Photonic Solutions steuerte in den
ersten sechs Monaten 2023 insgesamt 77,2 Prozent des
Jenoptik-Umsatzes bei (i.Vj. 77,0 Prozent).
Advanced Photonic Solutions auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Summe aus externem und internem
Umsatz
2 Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2022
Aufgrund der guten Umsatzentwicklung zeigte auch das
EBITDA mit 85,9 Mio Euro einen spürbaren Zuwachs von
11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 77,2 Mio Euro.
Die EBITDA-Marge der Division erreichte 21,8 Prozent und
lag damit leicht unter dem Vorjahreswert von 22,4 Prozent.
Grund für den Rückgang war aufgrund von
Mixeffekten eine außerordentlich hohe Marge im 2.
Quartal 2022, die in diesem Jahr nicht wieder erreicht
wurde.
Im Vergleich zur Vorjahresperiode stieg auch das EBIT
deutlich auf 62,4 Mio Euro (inkl. PPA-Effekten von minus
9,0 Mio Euro) (i.Vj. 54,6 Mio Euro, inkl. PPA-Effekten von
minus 11,8 Mio Euro).
Die Nachfrage nach Produkten von Advanced Photonic
Solutions blieb im 1. Halbjahr 2023 auf einem guten Niveau.
Dennoch erreichte der Auftragseingang der Division mit
422,4 Mio Euro den sehr hohen Wert des Vorjahres
erwartungsgemäß nicht (i.Vj. 466,5 Mio Euro).
Weniger neue Aufträge erhielt die Division vor allem
in den Bereichen Industrial Solutions sowie Biophotonics.
Im Verhältnis zum Umsatz ergab sich für den
Berichtszeitraum eine Book-to-Bill-Rate von 1,08 nach 1,36
im Vorjahr.
Trotz des gestiegenen Umsatzes hat sich der
Auftragsbestand zum 30. Juni 2023 auf 610,1 Mio Euro
erhöht (31.12.2022: 586,9 Mio Euro). Vor allem im
Bereich Halbleiterausrüstung lag er deutlich über
dem Wert vom Jahresende 2022.
Von Januar bis Juni 2023 betrugen die Investitionen der
Division Advanced Photonic Solutions 38,9 Mio Euro (i.Vj.
32,2 Mio Euro). Investiert wurde unter anderem in Maschinen
und in das neu bezogene Gebäude in Berlin sowie in die
neue Fabrik in Dresden. Infolge der steigenden Nachfrage
nach Optiken und Sensoren für die Halbleiterindustrie
erweitert Jenoptik am Standort Dresden die
Fertigungskapazitäten und wird mehr als 70 Mio Euro in
ein hochmodernes Fertigungsgebäude für
Mikrooptiken und Sensoren sowie einen neuen
Bürokomplex investieren. Der Spatenstich erfolgte im
September 2022, Anfang 2025 soll die Produktion in der
neuen Fabrik starten.
Bedingt durch den Aufbau von Working Capital sowie
höhere Investitionen verringerte sich der Free
Cashflow auf 10,9 Mio Euro, nach 32,5 Mio Euro im Vorjahr.
Dies führte auch zu einem Rückgang der
Cash-Conversion-Rate auf 12,7 Prozent (i.Vj. 42,2 Prozent).
Smart Mobility SolutionsDie Division Smart Mobility Solutions erzielte im 1.
Halbjahr 2023 einen Umsatz von 54,7 Mio Euro und damit 22,4
Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (i.Vj. 44,7 Mio
Euro). Höherer Umsatz wurde insbesondere in Europa
(inkl. Deutschland) sowie in der Region Asien/Pazifik
generiert. Der Anteil der Division am Jenoptik-Umsatz lag
von Januar bis Juni 2023 bei 10,8 Prozent (i.Vj. 10,0
Prozent).
Vor allem der Umsatzanstieg führte zu einer
deutlichen Verbesserung des EBITDA im Berichtszeitraum auf
4,4 Mio Euro (i.Vj. 1,4 Mio Euro). Die EBITDA-Marge stieg
auf 8,1 Prozent, nach 3,0 Prozent in den ersten sechs
Monaten des vergangenen Jahres.
Der Auftragseingang der Division unterliegt den
typischen Schwankungen des Projektgeschäfts. Im 1.
Halbjahr 2023 lag er mit 62,5 Mio Euro unter dem
Vorjahresniveau. Im Vorjahr hatte Smart Mobility Solutions
unter anderem größere Aufträge in
Nordamerika und in der Region Mittlerer Osten/Afrika
erhalten. Die Book-to-Bill-Rate erreichte im
Berichtszeitraum einen Wert von 1,14 nach 1,69 im
Vorjahreszeitraum.
Trotz des geringeren Auftragseingangs erhöhte sich
der Auftragsbestand der Division im Vergleich zum
Jahresende 2022 deutlich um 12,2 Prozent auf 73,7 Mio Euro
(31.12.2022: 65,7 Mio Euro).
Das verbesserte Ergebnis vor Steuern sowie der Abbau des
Working Capitals führten trotz höherer
Investitionen zu einem Anstieg des Free Cashflows der
Division auf 1,5 Mio Euro (i.Vj. minus 0,5 Mio Euro).
Smart Mobility Solutions auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Summe aus externem und internem
Umsatz
2 Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2022
Non-Photonic Portfolio CompaniesDie Non-Photonic Portfolio Companies erreichten im 1.
Halbjahr 2023 einen Umsatz von 58,2 Mio Euro nach 57,1 Mio
Euro in der Vorjahresperiode. Umsatzzuwächse wurden in
den ersten sechs Monaten in Europa erzielt, während
die Erlöse in Amerika zurückgingen. Der Anteil
der Non-Photonic Portfolio Companies am Jenoptik-Umsatz
sank auf 11,5 Prozent (i.Vj. 12,8 Prozent).
Das EBITDA des Segments stieg im Berichtszeitraum auf
7,0 Mio Euro (i.Vj. minus 0,1 Mio Euro), unter anderem
durch einen höheren Ergebnisbeitrag von Prodomax und
HOMMEL ETAMIC. Im Vorjahr war das EBITDA durch Kosten
insbesondere im Zusammenhang mit Projekten im Bereich
Automation belastet worden. Die EBITDA-Marge verbesserte
sich von minus 0,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 11,7
Prozent in den ersten sechs Monaten 2023.
Das EBIT betrug minus 0,5 Mio Euro (inkl. PPA-Effekten
von minus 1,8 Mio Euro), im Vorjahr minus 4,7 Mio Euro
(inkl. PPA-Effekten von minus 2,5 Mio Euro). Das EBIT wurde
im 2. Quartal 2023 auch durch eine Wertminderung im
Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile an TELSTAR-HOMMEL
von 4,0 Mio Euro belastet.
Non-Photonic Portfolio Companies auf einen Blickscrollen
1 Basierend auf Summe aus externem und internem
Umsatz
2 Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2022
Der Auftragseingang blieb nach einem sehr starken
Jahresende 2022 in den ersten sechs Monaten 2023 mit 59,7
Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 65,3 Mio Euro. Die
Book-to-Bill-Rate lag im Berichtszeitraum mit 1,03 unter
dem Vorjahreswert von 1,14.
Die Non-Photonic Portfolio Companies verfügten Ende
Juni 2023 über einen weiterhin hohen Auftragsbestand,
der zum Ende des Berichtszeitraums mit 82,6 Mio Euro leicht
über dem Niveau vom Jahresende 2022 lag und in den
kommenden Monaten abgearbeitet wird (31.12.2022: 81,0 Mio
Euro).
Die Investitionen der Non-Photonic Portfolio Companies
stiegen im Wesentlichen aufgrund der Verlängerung von
Leasingverträgen.
Vor allem ein höherer Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit, unter anderem durch das
bessere EBITDA, führte zu einem Anstieg des Free
Cashflows auf 16,0 Mio Euro (i.Vj. 8,9 Mio Euro).
Risiko- und ChancenberichtIm Rahmen der Berichterstattung zum Risiko- und
Chancenmanagement verweisen wir auf die Angaben im
Geschäftsbericht 2022 auf den Seiten 73 ff.
Mit dem stufenweisen Auslaufen der weltweiten
Notstandsregelungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie und
insbesondere dem offiziellen Ende der Null-Covid-Strategie
Chinas sinken die Risiken, die sich aus möglichen
Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergeben
können und bisher Einfluss auf die
Geschäftstätigkeit von Jenoptik haben konnten.
Regionale Ausbrüche und neue Mutationen sind weiterhin
möglich und erfordern eine regelmäßige
Neubewertung.
Unsicherheiten aus handels- und geopolitischen
Konflikten bestehen fort bzw. nehmen in einigen Regionen
wieder zu. So kann im Eskalationsfall des
Taiwan-China-Konflikts trotz der internationalen
Ausrichtung der Halbleiterbranche aufgrund Taiwans starker
Position in einigen Fertigungsstufen von einer
signifikanten Auswirkung auf den globalen Halbleitermarkt
ausgegangen werden. Die ab 1. August 2023 geltenden
Exportbeschränkungen Chinas für die Rohstoffe
Gallium und Germanium führen zu keinen direkten und
akuten Risiken für Jenoptik. Mittelfristig können
jedoch Auswirkungen auf die Preise und Lieferzeiten
für bestimmte Hochleistungschips und
mikroelektronische Bauteile eintreten. Der Krieg Russlands
gegen die Ukraine mit den verbundenen Sanktionen birgt
aufgrund der kaum vorhandenen Geschäftstätigkeit
der Jenoptik in beiden Ländern keine direkten Risiken.
Indirekt kann er weiterhin Auswirkungen vor allem auf die
Versorgung mit Energie und deren Preisentwicklung haben
sowie die kurzfristige Verfügbarkeit von Rohstoffen
beeinflussen.
Die Inflationsrisiken sind aufgrund niedrigerer
Teuerungsraten gesunken. Aufgrund grundlegender
struktureller Faktoren wie den Daten zum US-Arbeitsmarkt,
den Kosten für die Transformation zu einer
klimaneutralen Wirtschaft und dem zunehmenden
internationalen Protektionismus können Inflationsdaten
jedoch weiterhin hoch bleiben. Von den anhaltenden
Materialkostensteigerungen sind auch große
Bauprojekte bei Jenoptik betroffen. Jenoptik wirkt diesen
Risiken weiterhin aktiv sowohl durch einkaufs- als auch
vertriebsseitige Maßnahmen entgegen. Ebenso begegnen
wir den Auswirkungen der durch die Europäische
Zentralbank eingeleiteten Maßnahmen wie Zinsrisiken
durch eine aktive Risikomitigation.
Aufgrund der durch diese Risiken zu erwartenden
wirtschaftlichen Folgen können sich negative
Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage des Jenoptik-Konzerns ergeben.
Weitere wesentliche Änderungen der im
Geschäftsbericht beschriebenen Risiken und Chancen
sind im Verlauf des 1. Halbjahres 2023 nicht eingetreten.
Gegenwärtig wurden keine Risiken identifiziert, die
entweder einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken
den Fortbestand des Unternehmens gefährden
könnten.
PrognoseberichtAusblick auf Gesamtwirtschaft und Jenoptik-BranchenDie Weltwirtschaft befindet sich laut dem Internationen
Währungsfonds (IWF) in einer Phase der Erholung von
der Pandemie sowie dem Einmarsch Russlands in die Ukraine.
Die Arbeitsmärkte seien laut IWF überraschend
stark, und der steile Abfall der Preise für Energie
und Lebensmittel habe den Inflationsdruck schneller
gemindert als erwartet. Zudem haben die entschlossenen
Maßnahmen im Zusammenhang mit den unerwarteten
Zusammenbrüchen von zwei US-Banken sowie der Credit
Suisse eine Krise des Finanzsektors kurzfristig verhindert.
Die restriktive Geldpolitik der Zentralbanken zur
Bekämpfung der Inflation stellt unverändert einen
Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung der
Weltwirtschaft dar.
Vor diesem Hintergrund geht der Internationale
Währungsfonds in seiner jüngsten Prognose
für das laufende Jahr von einem globalen Wachstum von
3,0 Prozent aus, gegenüber 2,8 Prozent in seiner
April-Prognose. Für das Jahr 2024 wird
unverändert mit einem Wachstum von 3,0 Prozent
gerechnet.
Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsproduktscrollen
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World
Economic Outlook, Juli und April 2023
Die weltweite Photonik-Industrie wird durch eine Reihe
langfristiger Trends beeinflusst. Die zunehmende
Digitalisierung und der daraus resultierende stetig
steigende Bedarf an Mikrochips, neue Anwendungen z.B. in
der Mobilität und Gesundheit sowie eine zunehmende
Orientierung auf mehr Nachhaltigkeit stellen wesentliche
Treiber dar. In Summe rechnen die Marktbeobachter Triton
und Verified Market Research für den weltweiten
Photonik-Markt mit einem durchschnittlichen Wachstum von 6
bis 8 Prozent pro Jahr bis 2028. Auch der Branchenverband
SPECTARIS rechnet für die deutsche Photonik-Industrie
mit einem Wachstum von jährlich 7 Prozent im
Durchschnitt.
Die globale Halbleiterindustrie sieht sich
gegenwärtig aufgrund einer spürbaren
Konsumzurückhaltung und hohen Vorratsbeständen
einer vergleichsweise schwachen Nachfrage ausgesetzt. Die
Semiconductor Industry Association (SIA) erwartet jedoch,
dass die Nachfrage nach Halbleitern langfristig steigen
wird, da die Chips die Welt intelligenter, effizienter und
besser vernetzt machen. Geopolitische Spannungen und damit
verbundene Sanktionen führen zu Unsicherheiten
für die globale Halbleiterindustrie und können
grundsätzlich die regionale Wettbewerbsfähigkeit
beeinflussen und Lieferketten stören.
Für den globalen Markt der
Halbleiterausrüstung erwartet der Verband SEMI einen
Rückgang von 107,4 Mrd US-Dollar im Vorjahr auf 87,4
Mrd US-Dollar im Jahr 2023 sowie, angetrieben durch den
Aufbau neuer Kapazitäten unter anderem durch
verschiedene Förderprogramme (z.B. in den USA und
Europa), ein erneutes Umsatzwachstum 2024 auf ein Niveau
von rund 100 Mrd US-Dollar.
Der Weltmarkt der Medizintechnik wird bis 2025 nach
Schätzung von Frost & Sullivan durchschnittlich
jährlich um mehr als 6 Prozent wachsen. Der
Marktforscher Fortune Business Insights prognostiziert dem
globalen Markt für Medizintechnikgeräte ein
durchschnittliches jährliches Wachstum von 5,5 Prozent
bis 2029. Diese Marktentwicklung wird unter anderem
angetrieben durch eine zunehmende Nachfrage nach tragbaren
Gesundheitsgeräten wie Fitnesstrackern, die
Ausbreitung von chronischen Erkrankungen und die
Verlagerung auf häusliche Pflege, die tragbare,
einfach nutzbare Ausrüstung erfordert.
Für 2023 rechnet der VDMA trotz der guten
Zwischenbilanz nach dem 1. Quartal für den deutschen
Maschinen- und Anlagenbau mit einem Produktionsminus von
real zwei Prozent. Im 2. Halbjahr werden sich die deutlich
rückläufigen Auftragseingänge bemerkbar
machen. Die noch vergleichsweise hohen
Auftragsbestände mit einer Reichweite von
durchschnittlich elf Monaten wirken sich auf Jahressicht
noch dämpfend aus.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet
für den deutschen Automobilmarkt nach einem
dynamischen Produktionsanstieg von rund 32 Prozent im 1.
Halbjahr für das Gesamtjahr mit einer
Abschwächung der Zuwachsraten, da der hohe
Auftragsbestand langsam abgebaut wird.
Für die anderen Branchen wurden keine wesentlichen
neuen Prognosen veröffentlicht. Wir verweisen deshalb
auf die Seiten 85 ff. im Geschäftsbericht 2022.
Künftige Entwicklung der GeschäftslageDer Jenoptik-Konzern verfolgt auch weiterhin sein Ziel,
profitables Wachstum zu erzielen. Dazu beitragen sollen die
Ausweitung des internationalen Geschäfts und daraus
resultierende Skaleneffekte, höhere Margen aus einem
optimierten Produktmix und einem zunehmenden
Servicegeschäft sowie Kostendisziplin.
Jenoptik ist breit aufgestellt und verfügt
über ein gut ausbalanciertes Angebotsportfolio, das in
Krisen Stabilität verleiht und hilft, Schwankungen zu
kompensieren.
Der Vorstand der JENOPTIK AG ist aufgrund des weiterhin
guten Auftragseingangs, des hohen Auftragsbestands und des
anhaltend positiven Verlaufs in den photonischen
Kerngeschäften, vor allem im
Halbleiterausrüstungsbereich, optimistisch, im
Geschäftsjahr 2023 weiteres profitables Wachstum zu
erzielen. Er bestätigt die im März 2023 gegebene
Prognose. Der Konzern erwartet für 2023 einen Umsatz
von 1.050 Mio Euro bis 1.100 Mio Euro und eine EBITDA-Marge
von 19,0 bis 19,5 Prozent. Jenoptik wird auch im
Geschäftsjahr 2023 weiter in den Ausbau ihrer
Produktionskapazitäten investieren und geht daher
davon aus, dass die Investitionen deutlich über dem
Vorjahresniveau von 106,0 Mio Euro liegen werden.
Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass sich die
geopolitischen Risiken nicht erhöhen. Hierzu
gehören unter anderem der Ukraine-Konflikt mit den
eingeleiteten Sanktionen und möglichen Auswirkungen
auf Preisentwicklungen, Energieversorgung und Lieferketten.
Mögliche Portfolioveränderungen sind in dieser
Prognose nicht berücksichtigt.
Sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung
der Geschäftslage wurden auf Basis des
Informationsstands zum Zeitpunkt der Berichterstellung
getroffen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte
Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, wie zum
Beispiel Portfolioänderungen, können dazu
führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die
Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der
Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen
Einschätzungen abweichen.
KonzerngesamtergebnisrechnungKonzerngewinn- und -verlustrechnungscrollen
Konzerngesamtergebnisscrollen
KonzernbilanzAktiva in TEURscrollen
Passiva in TEURscrollen
Konzernkapitalflussrechnungscrollen
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
Informationen nach Segmenten1. Januar bis 30. Juni 2023scrollen
2 Vorjahreswerte betreffen den 31. Dezember 2022
Angaben zur SegmentberichterstattungJenoptik hat folgende berichtspflichtige Segmente: die
Divisionen Advanced Photonics Solutions und Smart Mobility
Solutions sowie die Non-Photonic Portfolio Companies. Die
Vorjahresangaben der Advanced Photonics Solutions sowie der
Non-Photonic Portfolio Companies wurden aufgrund von
geringfügigen Änderungen in der Zusammensetzung
der Segmente angepasst.
Überleitung des SegmentergebnissesDas EBITDA ermittelt sich als Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen inkl. Wertminderungen und
Wertaufholungen. Die Überleitung des EBITDA zum in der
Konzerngewinn- und -verlustrechnung berichteten EBIT stellt
sich wie folgt dar:
scrollen
Konzernanhang über die ersten sechs Monate 2023MutterunternehmenDas Mutterunternehmen des Jenoptik-Konzerns ist die
JENOPTIK AG mit Sitz in Jena, eingetragen in das
Handelsregister beim Amtsgericht Jena unter der Nummer HRB
200146. Die JENOPTIK AG ist an der Deutschen Börse,
Frankfurt, notiert und wird unter anderem im TecDax und
seit 20. März 2023 im MDax (vorher: SDax)
geführt.
Die Geschäftstätigkeit im Jenoptik-Konzern
unterliegt in gewissem Umfang dem Einfluss saisonaler
Schwankungen. In der Vergangenheit waren Umsatz- und
Ergebnisbeiträge vor allem im 4. Quartal höher
als in den einzelnen vorangehenden Quartalen, geprägt
durch ein stärkeres Jahresendgeschäft. Daher
können die Zwischenergebnisse nur eingeschränkt
als Indikator für die Ergebnisse des gesamten
Geschäftsjahres herangezogen werden.
RechnungslegungsgrundsätzeIm vorliegenden Konzernzwischenabschluss
("Zwischenabschluss") zum 30. Juni 2023, der auf Basis des
International Accounting Standard (IAS) 34
"Zwischenberichterstattung" erstellt wurde, werden
grundsätzlich - mit Ausnahme der erstmalig im
Geschäftsjahr 2023 anzuwendenden Standards bzw.
Änderungen an den Standards - die gleichen
Bilanzierungsmethoden angewendet wie im Konzernabschluss
für das Geschäftsjahr 2022. Entsprechend ist der
vorliegende Zwischenabschluss in Verbindung mit dem
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 zu
lesen, der über die Jenoptik-Internetseite unter
www.jenoptik.de in der Rubrik Investoren/Berichte und
Präsentationen abrufbar ist. Dieser wurde nach den
International Financial Reporting Standards (IFRS)
erstellt, wie sie in der EU verpflichtend anzuwenden sind.
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2023 traten einige Änderungen an Standards in Kraft,
aus denen sich jedoch keine Auswirkungen auf die
Rechnungslegung des Jenoptik-Konzerns ergaben.
Der Zwischenabschluss wurde in der Konzernwährung
Euro erstellt und wird, wenn nicht anders vermerkt, in TEUR
angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass
Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau
ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten können.
SchätzungenDie Erstellung des Zwischenberichts unter Beachtung der
IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, erfordert bei
einigen Posten, Annahmen zu treffen, die sich auf den
Ansatz in der Bilanz bzw. in der Gesamtergebnisrechnung des
Konzerns sowie auf die Angabe von Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten auswirken. Alle Annahmen und
Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen
getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.
Die zugrundeliegenden Annahmen und Schätzungen
werden fortlaufend überprüft. Dabei ergeben sich
für den Ersteller des Konzernabschlusses gewisse
Ermessensspielräume. Die zur Erstellung des
vorliegenden Zwischenabschlusses getroffenen wesentlichen
Annahmen und Schätzungen beziehen sich
unverändert auf die im Konzernanhang zum 31. Dezember
2022 ab Seite 162 dargestellten Angaben.
KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss der JENOPTIK AG sind 38
(31.12.2022: 39) vollkonsolidierte Tochtergesellschaften
einbezogen. Davon haben 6 (31.12.2022: 7) ihren Sitz im
Inland und 32 (31.12.2022: 32) im Ausland. Der
Rückgang resultiert aus der Auflösung einer
Objektgesellschaft.
Zum Konsolidierungskreis des Jenoptik-Konzerns
gehören zudem 2 Unternehmen (31.12.2022: 3), die nach
der EquityMethode in den Konzernabschluss einbezogen
werden. Die bisher von Jenoptik gehaltenen 50 Prozent der
Geschäftsanteile an der HILLOS GmbH wurden im 1.
Halbjahr 2023 veräußert.
Wesentliche GeschäftsvorfälleDividende. Die ordentliche Hauptversammlung der JENOPTIK
AG beschloss am 7. Juni 2023 die Ausschüttung einer
Dividende in Höhe von 0,30 Euro pro Aktie. Die
Auszahlung der Dividende führte zu einer Minderung des
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von
17.171 TEUR.
Aufgliederung und Erläuterung wesentlicher Abschlusspostenscrollen
Umsatzerlöse. Eine Aufgliederung der
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach
Divisionen und Regionen ist in der Tabelle zu den
Informationen nach Segmenten auf Seite 22 dargestellt. Die
Aufgliederung der Umsatzerlöse nach zeitraum- und
zeitpunktbezogener Erlöserfassung i.S.d. IFRS 15 ist
der vorstehenden Tabelle zu entnehmen. Die zeitraumbezogen
realisierten Umsätze enthalten insbesondere
Erlöse aus kundenspezifischen Serienfertigungen in der
Division Advanced Photonic Solutions, kundenspezifischen
Einzelfertigungen sowie erbrachten Dienstleistungen, wie
zum Beispiel aus kundenspezifischen Entwicklungsprojekten,
und aus Traffic-Service-Provision-Verträgen.
Aufgegebener Geschäftsbereich. Mit der
Unterzeichnung des Vertrags über den Verkauf der
Division VINCORION am 25. November 2021 wurde das Segment
als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Der
Verkauf wurde mit Closing am 30. Juni 2022 abgeschlossen.
Das im Vorjahr berichtete Ergebnis nach Steuern des
aufgegebenen Geschäftsbereichs untergliedert sich wie
folgt:
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereichscrollen
Die in der Konzernkapitalflussrechnung enthaltenen
Netto-Cashflows der VINCORION stellen sich wie folgt dar:
Netto-Cashflows aus aufgegebenem Geschäftsbereichscrollen
1 einschließlich Einzahlungen aus dem
Verkauf des aufgegebenen Geschäftsbereichs
Aufgliederung wesentlicher BilanzpostenImmaterielle Vermögenswertescrollen
Sachanlagenscrollen
Sonstige langfristige Vermögenswertescrollen
Vorrätescrollen
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswertescrollen
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswertescrollen
Zur Veräußerung gehaltene
Vermögenswerte. Am 13. Juli 2023 hat Jenoptik einen
Vertrag über die Veräußerung der bisher
gehaltenen 33,33 % Anteile an der TELSTAR-HOMMEL
CORPORATION, Ltd. unterzeichnet. Die nach der EquityMethode
bilanzierte Beteiligung wurde zum 30. Juni 2023 als zur
Veräußerung gehaltener Vermögenswert
eingestuft. Infolge der Bewertung mit dem niedrigeren
beizulegenden Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten wurde eine Wertminderung in
Höhe von 3.994 TEUR im sonstigen betrieblichen Aufwand
erfasst.
Langfristige Finanzverbindlichkeitenscrollen
Kurzfristige Finanzverbindlichkeitenscrollen
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeitenscrollen
Sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeitenscrollen
FinanzinstrumenteIm Rahmen seiner operativen Tätigkeit ist der
Jenoptik-Konzern Kredit- und Ausfallrisiken,
Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken ausgesetzt.
Diese Risiken wirken sich in den nachfolgend dargestellten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
aus. Die lang- und kurzfristigen Anteile der jeweiligen
Bilanzposten wurden in den Tabellen zusammengefasst:
Finanzielle Vermögenswertescrollen
1 AC = Amortised costs (fortgeführte
Anschaffungskosten)
FVTPL = Fair value through Profit & Loss (Bewertung
zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam)
FVTOCI = Fair value through other comprehensive income
(Bewertung zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral)
Finanzielle Verbindlichkeitenscrollen
1 AC = Amortised costs (fortgeführten
Anschaffungskosten)
FVTPL = Fair value through Profit & Loss (Bewertung
zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam)
FVTOCI = Fair value through other comprehensive income
(Bewertung zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral)
Die Einstufung in der Hierarchie der beizulegenden
Zeitwerte ergibt sich für die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden, aus der folgenden
Übersicht:
scrollen
Der Stufe 1 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet,
die als quotierte Marktpreise jederzeit verfügbar
sind. Der Stufe 2 werden beizulegende Zeitwerte zugeordnet,
die auf Basis von direkt oder indirekt beobachtbaren
Parametern ermittelt werden. Der Stufe 3 liegen
Bewertungsparameter zugrunde, die nicht auf beobachtbaren
Marktdaten beruhen.
Die beizulegenden Zeitwerte aller Derivate werden anhand
allgemein anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Dabei
werden die über den jeweils vereinbarten Terminkurs
bzw. Zinssatz determinierten zukünftigen
Zahlungsströme mit aktuellen Marktdaten diskontiert.
Die verwendeten Marktdaten sind führenden
Finanzinformationssystemen, wie beispielsweise Refinitiv,
entnommen. Kommt eine Interpolation von Marktdaten zur
Anwendung, erfolgt diese linear.
Die beizulegenden Zeitwerte von bedingten
Gegenleistungen werden unter Berücksichtigung der
erwarteten, zum Stichtag abgezinsten Zahlungsmittelzu- oder
-abflüsse bewertet. Ergebniswirksame
Fair-Value-Anpassungen werden im sonstigen betrieblichen
Ertrag oder Aufwand erfasst; die Aufzinsung im
Finanzergebnis.
Bedingte Gegenleistungen. Die zum 30. Juni 2023
bilanzierten Forderungen und Verbindlichkeiten aus
bedingten Gegenleistungen resultieren aus einer
umsatzabhängigen Bonus-/Malus-Regelung im Zusammenhang
mit dem Unternehmenserwerb von TRIOPTICS (vgl. dazu Angaben
im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 ab Seite 207).
Hinsichtlich der Höhe des Malus befindet sich Jenoptik
weiterhin in einem Schiedsgutachterverfahren, mit dessen
Abschluss im 2. Halbjahr 2023 gerechnet wird.
Haftungsverhältnisse und EventualverbindlichkeitenBürgschaften, Patronatserklärungen und
Garantien zugunsten der im Geschäftsjahr 2022
veräußerten VINCORION haben sich im 1. Halbjahr
2023 auf 10.070 TEUR (31.12.2022: 19.519 TEUR) reduziert.
In Höhe von 70 TEUR (31.12.2022: 9.519 TEUR) wurden
für den Zeitraum bis zu einer befreienden
Schuldübernahme durch VINCORION
Rückbürgschaften von Banken gestellt. Das Risiko
einer zukünftigen Inanspruchnahme wird derzeit als
gering eingeschätzt.
Angaben über Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenIm aktuellen Berichtszeitraum wurden keine wesentlichen
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
getätigt.
Deutscher Corporate Governance KodexDie aktuelle Erklärung von Vorstand und
Aufsichtsrat nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate
Governance Kodex wurde den Aktionären über die
Jenoptik-Internetseite unter www.jenoptik.de unter
Investoren/Corporate Governance dauerhaft zugänglich
gemacht. Des Weiteren ist die Erklärung am Sitz der
Gesellschaft einsehbar.
RechtsstreitigkeitenDie JENOPTIK AG und ihre Konzerngesellschaften sind an
mehreren Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt.
Für mögliche finanzielle Belastungen aus
laufenden Gerichts- oder Schiedsverfahren wurden in
angemessener Höhe Rückstellungen für
Prozessrisiken bzw. Prozesskosten gebildet. Sofern diese
Verfahren erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage
des Konzerns haben könnten, sind sie im
Konzernabschluss 2022 beschrieben. Bis zum 30. Juni 2023
haben sich keine weiteren Rechtsstreitigkeiten ergeben, die
auf Basis der aktuellen Einschätzung wesentlichen
Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben
könnten.
Ereignisse nach dem BilanzstichtagIm Zuge der weiteren Fokussierung hat Jenoptik am 13.
Juli 2023 einen Vertrag über den Erwerb der 33,34
Prozent Anteile an der JENOPTIK Korea Corporation Ltd. von
der bisherigen Mitgesellschafterin TELSTAR-HOMMEL
CORPORATION, Ltd. unterzeichnet, sodass Jenoptik seit
Closing am 6. August 2023 100 Prozent der Anteile an der
Gesellschaft hält. Gleichzeitig veräußerte
Jenoptik ihre 33,33 Prozent der Anteile an der auf den
Automobilmarkt ausgerichteten TELSTAR-HOMMEL CORPORATION,
Ltd. (vgl. Abschnitt "Zur Veräußerung gehaltene
Vermögenswerte").
Darüber hinaus gab es keine weiteren Vorgänge
nach dem Bilanzstichtag 30. Juni 2023, die von wesentlicher
Bedeutung für den Konzern waren bzw. die einen
nennenswerten Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage von Jenoptik hatten.
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben
sind.
Jena, 8. August 2023
scrollen
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