Jungheinrich AG

Hamburg

Quartalsmitteilung zum 30. September 2020

Kennzahlen auf einen Blick

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Jungheinrich-Konzern 3. Quartal 2020 3. Quartal 2019 Veränderung % 1.-3. Quartal 2020 1.-3. Quartal 2019
Auftragseingang Stück 26.800 27.100 -1,1 80.700 94.100
Mio. € 921 949 -3,0 2.732 3.014
Auftragsbestand 30.09./​31.12. Mio. € - - - 833 957
Umsatzerlöse Mio. € 922 1.016 -9,3 2.723 2.972
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) Mio. € 55,0 72,2 -23,8 150,2 197,3
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) 1) % 6,0 7,1 - 5,5 6,6
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 52,0 66,8 -22,2 133,8 183,3
EBT-Rendite (EBT-ROS) 2) % 5,6 6,6 - 4,9 6,2
Ergebnis nach Steuern Mio. € 36,6 48,0 -23,8 96,3 132,0
Ergebnis je Vorzugsaktie 0,36 0,48 -25,0 0,96 1,31
Mitarbeiter 30.09./​31.12. FTE 3) - - - 18.019 18.404
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Jungheinrich-Konzern Veränderung % Jahr 2019
Auftragseingang -14,2 121.900
-9,4 3.922
Auftragsbestand 30.09./​31.12. -13,0 787
Umsatzerlöse -8,4 4.073
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) -23,9 263
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) 1) - 6,4
Ergebnis vor Steuern (EBT) -27,0 242
EBT-Rendite (EBT-ROS) 2) - 5,9
Ergebnis nach Steuern -27,0 177
Ergebnis je Vorzugsaktie -26,7 1,75
Mitarbeiter 30.09./​31.12. -2,1 18.381

1) EBIT/​Umsatzerlöse x 100
2) EBT/​Umsatzerlöse x 100
3) FTE = Full Time Equivalents (Vollzeitäquivalente)

Marktentwicklung Flurförderzeuge

Weltmarkt Flurförderzeuge nach Regionen

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Auftragseingang in Tsd. Stück 1.-3. Quartal 2020 1.-3. Quartal 2019 Veränd. %
Welt 1.146 1.113 3,0
Europa 324 364 -11,0
davon Osteuropa 59 64 -7,8
Asien 586 498 17,7
davon China 456 351 29,9
Nordamerika 175 183 -4,4
Übrige Regionen 61 68 -10,3

Quelle: WITS (World Industrial Truck Statistics)

Das Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge stieg von Januar bis September 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent. Das entspricht 33 Tsd. Fahrzeugen. Treiber dieser positiven Entwicklung war der sehr starke Nachfrageanstieg in China in allen Produktsegmenten (plus 105 Tsd. Fahrzeuge). Die Entwicklung im europäischen Markt war im 3. Quartal 2020 mit einem leichten Plus (1 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2019) deutlich besser als noch im 2. Quartal 2020 (minus 28 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2019). Dort hatte die Ausbreitung des Coronavirus von April bis Juni ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Demzufolge blieben die Bestellungen in Europa nach neun Monaten um 11 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Dazu trugen alle Produktsegmente bei. In Nordamerika waren die geringeren Bestellungen für Stapler mit verbrennungsmotorischem Antrieb ursächlich für den Marktrückgang.

Das globale Marktvolumen im Produktsegment Lagertechnik stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent. Treiber hierfür war das sehr starke Wachstum in China. Der weltweite Anstieg der Nachfrage nach Staplern mit verbrennungsmotorischem Antrieb um 6 Prozent war auf gestiegene Bestellungen in China zurückzuführen. Das um 5 Prozent gesunkene Weltmarktvolumen für elektromotorische Gegengewichtsstapler wurde vorrangig durch die sinkende Nachfrage in Europa verursacht.

Geschäftsverlauf, Ertrags- und Finanzlage

Auftragseingang und Auftragsbestand

Der stückzahlbezogene Auftragseingang im Neugeschäft, der die Bestellungen für Neufahrzeuge einschließlich der für Mietgeräte enthält, lag mit 80,7 Tsd. Fahrzeugen nach neun Monaten um 14 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes (94,1 Tsd. Fahrzeuge). Ausschlaggebend hierfür war neben der coronabedingt rückläufigen Nachfrage in Europa, dem Kernmarkt für Jungheinrich, auch die aktive Reduzierung der Aufträge für die eigene Mietflotte. Außerdem partizipierte Jungheinrich nicht an dem starken Marktwachstum in China.

Der wertmäßige Auftragseingang, der alle Geschäftsfelder -Neugeschäft, Miete und Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst - umfasst, lag demzufolge mit 2.732 Mio. € um 9 Prozent unter dem Vorjahreswert (3.014 Mio. €).

Der Auftragsbestand des Neugeschäftes zum 30. September 2020 sank auf 833 Mio. € und war somit um 124 Mio. € beziehungsweise 13 Prozent niedriger als der Vorjahreswert (957 Mio. €). Gegenüber dem Bestandswert von 787 Mio. € zum Jahresende 2019 ergab sich dennoch ein Aufbau um 46 Mio. € beziehungsweise 6 Prozent.

Umsatz

Umsatzaufteilung

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in Mio. € 1.-3. Quartal 2020 1.-3. Quartal 2019 Veränd. %
Neugeschäft 1.481 1.782 -16,9
Miete und Gebrauchtgeräte 439 470 -6,6
Kundendienst 796 795 0,1
Segment "Intralogistik" 2.716 3.047 -10,9
Segment "Finanzdienstleistungen" 826 863 -4,3
Überleitung -819 -938 -12,7
Jungheinrich-Konzern 2.723 2.972 -8,4

Wesentliche Ursache für den niedrigeren Konzernumsatz im Berichtszeitraum war der Umsatzrückgang im Neugeschäft in Höhe von 301 Mio. € aufgrund eines im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Auftragseinganges. Der Kundendienst blieb trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aufgrund des coronabedingt teilweise eingeschränkten Zuganges zu Kundenstandorten nach stärkeren Rückgängen im April und Mai mit einem Umsatz von 796 Mio. € nach neun Monaten (Vorjahr: 795 Mio. €) insgesamt stabil.

Ertrags- und Finanzlage

Der Jungheinrich-Konzern hat im Zeitraum Januar bis September 2020 ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) von 150,2 Mio. € erreicht (Vorjahr: 197,3 Mio. €). Die EBIT-Rendite (EBIT-ROS) belief sich auf 5,5 Prozent nach 6,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das EBIT war im Berichtszeitraum vor allem durch den spürbaren Rückgang der Werksauslastung belastet. Es enthielt darüber hinaus Aufwendungen aus Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungsausgaben in Höhe von 18 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €), aus der Zuführung von Rückstellungen für die Zahlung von Corona-Prämien an die Mitarbeiter in Höhe von 13,5 Mio. € sowie aus Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 5 Mio. €.

Das Finanzergebnis betrug im Berichtszeitraum minus 16,5 Mio. € (Vorjahr: minus 14,0 Mio. €) und war im Wesentlichen aus der Bewertung der im Spezialfonds gehaltenen Wertpapiere und Derivate beeinflusst. Im Berichtszeitraum waren hier Verluste zu verzeichnen, im Vorjahreszeitraum hingegen fielen Erträge an. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank nach neun Monaten auf 133,8 Mio. € (Vorjahr: 183,3 Mio. €). Die EBT-Rendite (EBT-ROS) lag bei 4,9 Prozent (Vorjahr: 6,2 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern betrug im Zeitraum von Januar bis September 2020 96,3 Mio. € (Vorjahr: 132,0 Mio. €). Das Ergebnis je Vorzugsaktie erreichte 0,96 € (Vorjahr: 1,31 €).

Zum 30. September 2020 wurde ein Nettoguthaben in Höhe von 66 Mio. € erzielt (31. Dezember 2019: Nettoverschuldung in Höhe von 172 Mio. €). Die Verbesserung um 238 Mio. € resultierte aus den geringeren Investitionen, der verminderten Zuführung von Neufahrzeugen in die Mietflotte sowie der geschäftsbedingten Reduktion des Working Capital. Die Entwicklung des Working Capital spiegelte dabei ein verstärktes Forderungsmanagement und die coronabedingte Erhöhung der Sicherheitsbestände in den Vorräten der Werke wider.

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde gemäß Beschluss der virtuellen Hauptversammlung am 27. August 2020 im 3. Quartal 2020 eine Dividende in Höhe von 0,46 € (Vorjahr: 0,48 €) je Stammaktie und 0,48 € (Vorjahr: 0,50 €) je Vorzugsaktie ausgeschüttet. Dies ergab eine Ausschüttungssumme von 48 Mio. €.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter im Jungheinrich-Konzern ging im Neun-Monats-Vergleich um 385 Mitarbeiter zurück. Die Reduktion entfiel größtenteils auf die Vertriebsorganisation. Vor dem Hintergrund der gesunkenen Kapazitätsauslastung beschäftigte Jungheinrich zum Ende des Berichtszeitraumes 215 Leiharbeitnehmer und damit 307 Leiharbeitnehmer weniger als noch zum 30. September 2019.

Prognoseveränderungsbericht

Die globale Nachfrageerholung des Flurförderzeugmarktes im laufenden Jahr ist maßgeblich durch China getrieben. Die Nachfrageerholung im 3. Quartal 2020 in Jungheinrichs Kernmarkt Europa hingegen wird jetzt durch die zweite Coronawelle beeinträchtigt. Das Ausmaß dieser Beeinträchtigungen ist derzeit noch nicht absehbar. Insgesamt erwartet der Vorstand der Jungheinrich AG daher ein weltweites Marktvolumen in etwa auf dem Vorjahresniveau bei stark unterschiedlicher Entwicklung der Regionen.

Vor dem Hintergrund einer besser als noch im Sommer erwarteten Markt- und Geschäftsentwicklung hat Jungheinrich die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 angehoben und mit einer Ad-hoc-Meldung am 21. Oktober 2020 veröffentlicht.

Der Vorstand rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit einem Auftragseingang zwischen 3,5 Mrd. € und 3,7 Mrd. € (bisherige Prognose: 3,4 Mrd. € bis 3,6 Mrd. €). Der Konzernumsatz dürfte sich ebenfalls innerhalb einer Bandbreite von 3,5 Mrd. € bis 3,7 Mrd. € bewegen (bisherige Prognose: 3,4 Mrd. € bis 3,6 Mrd. €). Das EBIT sollte 2020 nach aktueller Einschätzung zwischen 180 Mio. € und 230 Mio. € liegen (bisherige Prognose: 130 Mio. € bis 180 Mio. €). Für die EBIT-Rendite wird eine Bandbreite zwischen 5,1 Prozent und 6,2 Prozent erwartet (bisherige Prognose: 3,8 Prozent bis 5,0 Prozent). Das EBT dürfte 155 Mio. € bis 205 Mio. € erreichen (bisherige Prognose: 105 Mio. € bis 155 Mio. €). Die EBT- Rendite soll bei 4,4 Prozent bis 5,5 Prozent liegen (bisherige Prognose: 3,1 Prozent bis 4,3 Prozent).

Des Weiteren wird erwartet, dass Jungheinrich zum Geschäftsjahresende keine Nettoverschuldung ausweisen, sondern ein Nettoguthaben von deutlich über 50 Mio. € erreichen wird (bisherige Prognose: Nettoverschuldung von deutlich unter 50 Mio. €). Der ROCE für das Geschäftsjahr 2020 dürfte zwischen 10 Prozent und 14 Prozent (bisherige Prognose: zwischen 8 Prozent und 12 Prozent) liegen.

Unverändert gegenüber den bisherigen Erwartungen rechnet Jungheinrich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 mit einer leichten Verbesserung seines Marktanteiles in Europa (2019: 20,2 Prozent).

Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass es bis zum Jahresende nicht zu umfangreicheren weiteren Lockdowns bis hin zu Werksschließungen aufgrund der COVID-19-Pandemie kommt und die Lieferketten zur Aufrechterhaltung der Produktion weitgehend intakt bleiben. Die untere Prognosegrenze berücksichtigt bereits gewisse corona-bedingte, aktuelle negative Entwicklungen auf Kunden- und Lieferantenseite.

Aufgrund nicht vorhersehbarer Entwicklungen kann der tatsächliche Geschäftsverlauf von den in dieser Quartalsmitteilung wiedergegebenen Erwartungen, Annahmen und Einschätzungen der Unternehmensleitung von Jungheinrich abweichen. Zu den Faktoren, die zu Abweichungen führen können, gehören unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, einschließlich der Auswirkungen aufgrund der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie, innerhalb der Flurförderzeugbranche sowie der Devisenkurse und Zinsen. Eine Gewähr für zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Quartalsmitteilung wird daher nicht übernommen.

Hamburg, 10. November 2020

Jungheinrich Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Finanzkalender

10. November 2020

Quartalsmitteilung zum 30. September 2020

26. März 2021

Bilanzpressekonferenz

26. März 2021

Analystenkonferenz

7. Mai 2021

Quartalsmitteilung zum 31. März 2021

11. Mai 2021

Hauptversammlung 2021

14. Mai 2021

Dividendenzahlung

12. August 2021

Zwischenbericht zum 30. Juni 2021

10. November 2021

Quartalsmitteilung zum 30. September 2021

Jungheinrich Aktiengesellschaft

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