Jungheinrich AGHamburgQuartalsmitteilung zum 30. September 2020Kennzahlen auf einen Blickscrollen
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1) EBIT/Umsatzerlöse x 100
Marktentwicklung FlurförderzeugeWeltmarkt Flurförderzeuge nach Regionenscrollen
Quelle: WITS (World Industrial Truck Statistics)
Das Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge stieg
von Januar bis September 2020 im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 3 Prozent. Das entspricht 33 Tsd.
Fahrzeugen. Treiber dieser positiven Entwicklung war der
sehr starke Nachfrageanstieg in China in allen
Produktsegmenten (plus 105 Tsd. Fahrzeuge). Die Entwicklung
im europäischen Markt war im 3. Quartal 2020 mit einem
leichten Plus (1 Prozent gegenüber dem 3. Quartal
2019) deutlich besser als noch im 2. Quartal 2020 (minus 28
Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2019). Dort hatte die
Ausbreitung des Coronavirus von April bis Juni ihren
vorläufigen Höhepunkt erreicht. Demzufolge
blieben die Bestellungen in Europa nach neun Monaten um 11
Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Dazu trugen alle
Produktsegmente bei. In Nordamerika waren die geringeren
Bestellungen für Stapler mit verbrennungsmotorischem
Antrieb ursächlich für den Marktrückgang.
Das globale Marktvolumen im Produktsegment Lagertechnik
stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent.
Treiber hierfür war das sehr starke Wachstum in China.
Der weltweite Anstieg der Nachfrage nach Staplern mit
verbrennungsmotorischem Antrieb um 6 Prozent war auf
gestiegene Bestellungen in China zurückzuführen.
Das um 5 Prozent gesunkene Weltmarktvolumen für
elektromotorische Gegengewichtsstapler wurde vorrangig
durch die sinkende Nachfrage in Europa verursacht.
Geschäftsverlauf, Ertrags- und FinanzlageAuftragseingang und AuftragsbestandDer stückzahlbezogene Auftragseingang im
Neugeschäft, der die Bestellungen für
Neufahrzeuge einschließlich der für
Mietgeräte enthält, lag mit 80,7 Tsd. Fahrzeugen
nach neun Monaten um 14 Prozent unter dem Wert des
Vorjahreszeitraumes (94,1 Tsd. Fahrzeuge). Ausschlaggebend
hierfür war neben der coronabedingt
rückläufigen Nachfrage in Europa, dem Kernmarkt
für Jungheinrich, auch die aktive Reduzierung der
Aufträge für die eigene Mietflotte.
Außerdem partizipierte Jungheinrich nicht an dem
starken Marktwachstum in China.
Der wertmäßige Auftragseingang, der alle
Geschäftsfelder -Neugeschäft, Miete und
Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst - umfasst, lag
demzufolge mit 2.732 Mio. € um 9 Prozent unter dem
Vorjahreswert (3.014 Mio. €).
Der Auftragsbestand des Neugeschäftes zum 30.
September 2020 sank auf 833 Mio. € und war somit um
124 Mio. € beziehungsweise 13 Prozent niedriger als
der Vorjahreswert (957 Mio. €). Gegenüber dem
Bestandswert von 787 Mio. € zum Jahresende 2019 ergab
sich dennoch ein Aufbau um 46 Mio. € beziehungsweise 6
Prozent.
UmsatzUmsatzaufteilungscrollen
Wesentliche Ursache für den niedrigeren
Konzernumsatz im Berichtszeitraum war der
Umsatzrückgang im Neugeschäft in Höhe von
301 Mio. € aufgrund eines im Vergleich zum Vorjahr
deutlich niedrigeren Auftragseinganges. Der Kundendienst
blieb trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aufgrund des
coronabedingt teilweise eingeschränkten Zuganges zu
Kundenstandorten nach stärkeren Rückgängen
im April und Mai mit einem Umsatz von 796 Mio. € nach
neun Monaten (Vorjahr: 795 Mio. €) insgesamt stabil.
Ertrags- und FinanzlageDer Jungheinrich-Konzern hat im Zeitraum Januar bis
September 2020 ein Ergebnis vor Finanzergebnis und
Ertragsteuern (EBIT) von 150,2 Mio. € erreicht
(Vorjahr: 197,3 Mio. €). Die EBIT-Rendite (EBIT-ROS)
belief sich auf 5,5 Prozent nach 6,6 Prozent im
Vorjahreszeitraum. Das EBIT war im Berichtszeitraum vor
allem durch den spürbaren Rückgang der
Werksauslastung belastet. Es enthielt darüber hinaus
Aufwendungen aus Wertminderungen auf aktivierte
Entwicklungsausgaben in Höhe von 18 Mio. €
(Vorjahr: 12 Mio. €), aus der Zuführung von
Rückstellungen für die Zahlung von
Corona-Prämien an die Mitarbeiter in Höhe von
13,5 Mio. € sowie aus Wertminderungen auf
Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 5 Mio.
€.
Das Finanzergebnis betrug im Berichtszeitraum minus 16,5
Mio. € (Vorjahr: minus 14,0 Mio. €) und war im
Wesentlichen aus der Bewertung der im Spezialfonds
gehaltenen Wertpapiere und Derivate beeinflusst. Im
Berichtszeitraum waren hier Verluste zu verzeichnen, im
Vorjahreszeitraum hingegen fielen Erträge an. Das
Ergebnis vor Steuern (EBT) sank nach neun Monaten auf 133,8
Mio. € (Vorjahr: 183,3 Mio. €). Die EBT-Rendite
(EBT-ROS) lag bei 4,9 Prozent (Vorjahr: 6,2 Prozent). Das
Ergebnis nach Steuern betrug im Zeitraum von Januar bis
September 2020 96,3 Mio. € (Vorjahr: 132,0 Mio.
€). Das Ergebnis je Vorzugsaktie erreichte 0,96 €
(Vorjahr: 1,31 €).
Zum 30. September 2020 wurde ein Nettoguthaben in
Höhe von 66 Mio. € erzielt (31. Dezember 2019:
Nettoverschuldung in Höhe von 172 Mio. €). Die
Verbesserung um 238 Mio. € resultierte aus den
geringeren Investitionen, der verminderten Zuführung
von Neufahrzeugen in die Mietflotte sowie der
geschäftsbedingten Reduktion des Working Capital. Die
Entwicklung des Working Capital spiegelte dabei ein
verstärktes Forderungsmanagement und die
coronabedingte Erhöhung der Sicherheitsbestände
in den Vorräten der Werke wider.
Für das Geschäftsjahr 2019 wurde
gemäß Beschluss der virtuellen Hauptversammlung
am 27. August 2020 im 3. Quartal 2020 eine Dividende in
Höhe von 0,46 € (Vorjahr: 0,48 €) je
Stammaktie und 0,48 € (Vorjahr: 0,50 €) je
Vorzugsaktie ausgeschüttet. Dies ergab eine
Ausschüttungssumme von 48 Mio. €.
MitarbeiterDie Anzahl der Mitarbeiter im Jungheinrich-Konzern ging
im Neun-Monats-Vergleich um 385 Mitarbeiter zurück.
Die Reduktion entfiel größtenteils auf die
Vertriebsorganisation. Vor dem Hintergrund der gesunkenen
Kapazitätsauslastung beschäftigte Jungheinrich
zum Ende des Berichtszeitraumes 215 Leiharbeitnehmer und
damit 307 Leiharbeitnehmer weniger als noch zum 30.
September 2019.
PrognoseveränderungsberichtDie globale Nachfrageerholung des
Flurförderzeugmarktes im laufenden Jahr ist
maßgeblich durch China getrieben. Die
Nachfrageerholung im 3. Quartal 2020 in Jungheinrichs
Kernmarkt Europa hingegen wird jetzt durch die zweite
Coronawelle beeinträchtigt. Das Ausmaß dieser
Beeinträchtigungen ist derzeit noch nicht absehbar.
Insgesamt erwartet der Vorstand der Jungheinrich AG daher
ein weltweites Marktvolumen in etwa auf dem Vorjahresniveau
bei stark unterschiedlicher Entwicklung der Regionen.
Vor dem Hintergrund einer besser als noch im Sommer
erwarteten Markt- und Geschäftsentwicklung hat
Jungheinrich die Prognose für das Geschäftsjahr
2020 angehoben und mit einer Ad-hoc-Meldung am 21. Oktober
2020 veröffentlicht.
Der Vorstand rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit
einem Auftragseingang zwischen 3,5 Mrd. € und 3,7 Mrd.
€ (bisherige Prognose: 3,4 Mrd. € bis 3,6 Mrd.
€). Der Konzernumsatz dürfte sich ebenfalls
innerhalb einer Bandbreite von 3,5 Mrd. € bis 3,7 Mrd.
€ bewegen (bisherige Prognose: 3,4 Mrd. € bis 3,6
Mrd. €). Das EBIT sollte 2020 nach aktueller
Einschätzung zwischen 180 Mio. € und 230 Mio.
€ liegen (bisherige Prognose: 130 Mio. € bis 180
Mio. €). Für die EBIT-Rendite wird eine
Bandbreite zwischen 5,1 Prozent und 6,2 Prozent erwartet
(bisherige Prognose: 3,8 Prozent bis 5,0 Prozent). Das EBT
dürfte 155 Mio. € bis 205 Mio. € erreichen
(bisherige Prognose: 105 Mio. € bis 155 Mio. €).
Die EBT- Rendite soll bei 4,4 Prozent bis 5,5 Prozent
liegen (bisherige Prognose: 3,1 Prozent bis 4,3 Prozent).
Des Weiteren wird erwartet, dass Jungheinrich zum
Geschäftsjahresende keine Nettoverschuldung ausweisen,
sondern ein Nettoguthaben von deutlich über 50 Mio.
€ erreichen wird (bisherige Prognose:
Nettoverschuldung von deutlich unter 50 Mio. €). Der
ROCE für das Geschäftsjahr 2020 dürfte
zwischen 10 Prozent und 14 Prozent (bisherige Prognose:
zwischen 8 Prozent und 12 Prozent) liegen.
Unverändert gegenüber den bisherigen
Erwartungen rechnet Jungheinrich im Vergleich zum
Geschäftsjahr 2019 mit einer leichten Verbesserung
seines Marktanteiles in Europa (2019: 20,2 Prozent).
Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass es bis zum
Jahresende nicht zu umfangreicheren weiteren Lockdowns bis
hin zu Werksschließungen aufgrund der
COVID-19-Pandemie kommt und die Lieferketten zur
Aufrechterhaltung der Produktion weitgehend intakt bleiben.
Die untere Prognosegrenze berücksichtigt bereits
gewisse corona-bedingte, aktuelle negative Entwicklungen
auf Kunden- und Lieferantenseite.
Aufgrund nicht vorhersehbarer Entwicklungen kann der
tatsächliche Geschäftsverlauf von den in dieser
Quartalsmitteilung wiedergegebenen Erwartungen, Annahmen
und Einschätzungen der Unternehmensleitung von
Jungheinrich abweichen. Zu den Faktoren, die zu
Abweichungen führen können, gehören unter
anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage,
einschließlich der Auswirkungen aufgrund der weiteren
Entwicklung der COVID-19-Pandemie, innerhalb der
Flurförderzeugbranche sowie der Devisenkurse und
Zinsen. Eine Gewähr für zukunftsgerichtete
Aussagen in dieser Quartalsmitteilung wird daher nicht
übernommen.
Hamburg, 10. November 2020
Jungheinrich Aktiengesellschaft
Finanzkalender10. November 2020Quartalsmitteilung zum 30. September 2020
26. März 2021Bilanzpressekonferenz
26. März 2021Analystenkonferenz
7. Mai 2021Quartalsmitteilung zum 31. März 2021
11. Mai 2021Hauptversammlung 2021
14. Mai 2021Dividendenzahlung
12. August 2021Zwischenbericht zum 30. Juni 2021
10. November 2021Quartalsmitteilung zum 30. September 2021
Jungheinrich AktiengesellschaftFriedrich-Ebert-Damm 129
Wertpapierkennnummern:
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