Jungheinrich AGHamburgZwischenbericht zum 30. Juni 2021Kennzahlen auf einen Blickscrollen
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1) EBIT in % auf das eingesetzte zinspflichtige
Kapital
10) (Stichtag)
Hinweise: Die Tabellen in diesem Bericht können
rundungsbedingte Differenzen enthalten.
JUNGHEINRICH-AKTIEIm 1. Halbjahr 2021 wurden die Kurse an den
internationalen Kapitalmärkten weiterhin
hauptsächlich von Nachrichten im Zusammenhang mit der
COVID-19-Pandemie bestimmt. Die maßgeblichen
inländischen Aktienindizes zeigten sich -getrieben von
den Erfolgen bei den Eindämmungsmaßnahmen und
der fortschreitenden Impfkampagne - im Aufwärtstrend.
So verzeichnete der DAX von Januar bis Juni einen
Wertzuwachs von 13 Prozent, der SDAX ein Plus von knapp 9
Prozent.
Die Jungheinrich-Aktie verbuchte nach sechs Monaten im
laufenden Jahr ein Kursplus von 13 Prozent. Nach ihrem
diesjährigen Tiefststand bei 34,20 € am 23.
März 2021 erreichte die Aktie zum Halbjahresende einen
Kurs von 41,22 €. Die Marktkapitalisierung lag damit
bei 4.204 Mio. € (31.12.2020: 3.733 Mio. €). Den
Höchststand im 1. Halbjahr 2021 markierte die
Jungheinrich-Aktie am 27. April 2021 mit einem Allzeithoch
von 47,32 €.
Die Hauptversammlung der Jungheinrich AG hat für
das Geschäftsjahr 2020 die Zahlung einer Dividende in
Höhe von 0,43 € je Vorzugsaktie beziehungsweise
0,41 € je Stammaktie beschlossen. Somit erfolgte
für das Jahr 2020 eine Ausschüttung von insgesamt
43 Mio. €.
Kursentwicklung im 1. Halbjahr 2021in %
KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTscrollen
RahmenbedingungenWachstumsraten für ausgewählte Wirtschaftsregionenscrollen
Quelle: IWF (Stand: Juli 2021)
Gesamtwirtschaftliche LageDer Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet
für das Jahr 2021 vor allem vor dem Hintergrund der
weiter fortschreitenden Impfkampagnen mit einem
spürbaren Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um
6,0 Prozent (2020: minus 3,2 Prozent). Das BIP der USA
dürfte um 7,0 Prozent steigen (2020: minus 3,5
Prozent). Für die chinesische Wirtschaft wird ein
Wachstum von 8,1 Prozent angenommen (2020: 2,3 Prozent).
Die aktuelle Erwartung für die konjunkturelle
Entwicklung im Euroraum ist mit einem Plus von 4,6 Prozent
(2020: minus 6,5 Prozent) sehr positiv. Die deutsche
Wirtschaft soll 2021 um 3,6 Prozent (2020: minus 4,8
Prozent) wachsen; in Deutschland erzielt Jungheinrich fast
ein Viertel seines Konzernumsatzes.
Marktentwicklung FlurförderzeugeDas Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge ist
im 1. Halbjahr 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
besonders stark gewachsen, da alle Regionen einen sehr
deutlichen Nachfrageanstieg verzeichnen konnten. Die
weltweit am meisten nachgefragten Produkte waren in den
ersten sechs Monaten des Jahres die verbrennungsmotorischen
Gegengewichtsstapler sowie die lagertechnischen
Geräte. In Europa stiegen die Bestellungen im
Berichtszeitraum vorrangig getrieben durch die Nachfrage
nach lagertechnischen Geräten ebenfalls sehr deutlich
an.
Neue SteuerungskennzahlenIm 1. Halbjahr 2021 wurde das Steuerungs- und
Berichtssystem des Jungheinrich-Konzerns um eine neue
Finanzkennzahl für die EBIT-Kapitalrendite (Return On
Capital Employed, ROCE-neu) erweitert. Der Hauptgrund
für die Einführung ist, dass die neue Kennzahl im
Vergleich zur bisher berichteten EBIT-Kapitalrendite (ROCE)
durch Rückgriff auf das EBIT und das gebundene Kapital
des Segmentes "Intralogistik" neben der Messung der
operativen Rendite auf Konzernebene eine bestmögliche
Steuerung der operativen Einheiten im Jungheinrich-Konzern
erlaubt.
Die neue Kennzahl wird erstmalig zum 30. Juni 2021 zur
Beurteilung der Erreichung der Jahresplanung für das
Geschäftsjahr 2021 sowie zur Beurteilung der
Erreichung mittelfristiger Unternehmensziele verwendet und
berichtet. Sie dient ebenfalls als eine der
Bemessungsgrundlagen für die langfristige variable
Vorstandsvergütung.
Die Finanzkennzahl ROCE-neu stellt die Rendite auf Basis
des im Segment "Intralogistik" erwirtschafteten EBIT im
Verhältnis zu dem diesem Segment zugeordneten,
gebundenen Kapital dar. Damit erfolgt eine Messung der
Rendite unabhängig davon, ob Kunden eine Finanzierung
über das Segment "Finanzdienstleistungen" des
Jungheinrich-Konzerns in Anspruch nehmen. Die Kennzahl wird
zur Steuerung der Geschäftseinheiten, die dem Segment
"Intralogistik" zugeordnet sind, regelmäßig
berichtet und überwacht. Die Definition und Berechnung
der neuen Kennzahl ist im Abschnitt "Geschäftsverlauf
und Ertragslage" dargestellt.
Die bisherige konzernweite Kennzahl EBIT-Kapitalrendite
(ROCE) wird letztmalig für das am 31. Dezember 2021
endende Geschäftsjahr berichtet. Ein ROCE für das
Segment "Finanzdienstleistungen" wird nicht berichtet, da
eine EBIT-Kapitalrendite keine Steuerungsgröße
dieses Segmentes darstellt.
Neben der Finanzkennzahl ROCE-neu stellt die
Ausrüstungsquote von Fahrzeugen mit
Lithium-Ionen-Batterie als Bestandteil sowohl der
kurzfristigen als auch der langfristigen variablen
Vergütung des Vorstandes rückwirkend zum 1.
Januar 2021 eine neue wesentliche nichtfinanzielle
Steuerungsgröße für den
Jungheinrich-Konzern dar. Sie ist Ausdruck der
Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der
Konzernstrategie und daher eine der zentralen
Zielgrößen der Strategie 2025+. Die
Ausrüstungsquote Lithium-Ionen errechnet sich aus dem
Verhältnis des Auftragseinganges für Fahrzeuge
mit elektromotorischem Antrieb mit Lithium-Ionen-Batterie
(in Stück; ohne zugekaufte
Elektro-Flurförderzeuge mit fest verbauter Batterie)
zum Auftragseingang für Fahrzeuge mit
elektromotorischem Antrieb, unabhängig von der
Batterieart (in Stück; ohne zugekaufte
Elektro-Flurförderzeuge mit fest verbauter Batterie).
Geschäftsverlauf und ErtragslageKennzahlen zum Geschäftsverlaufscrollen
Auftragseingang und AuftragsbestandInsbesondere der starken Nachfrage in Europa folgend,
stieg der stückzahlbezogene Auftragseingang, der die
Bestellungen für Neufahrzeuge einschließlich der
für Mietgeräte enthält, im 1. Halbjahr 2021
um 51 Prozent auf 81,3 Tsd. Fahrzeuge (Vorjahreswert: 53,9
Tsd. Fahrzeuge).
Der wertmäßige Auftragseingang, der alle
Geschäftsfelder -Neugeschäft
1), Miete und Gebrauchtgeräte sowie
Kundendienst - umfasst, übertraf im Berichtszeitraum
mit 2.419 Mio. € den Vorjahreswert von 1.811 Mio.
€ um 34 Prozent sehr deutlich und reflektiert die sehr
gute Marktentwicklung, insbesondere in Europa.
Der Auftragsbestand des Neugeschäftes betrug zum
30. Juni 2021 1.292 Mio. € und war somit um jeweils 57
Prozent höher als der Vorjahreswert (824 Mio. €)
und der Bestandswert zum Jahresende 2020 (821 Mio. Euro).
Hieraus ergab sich ein Aufbau von 468 Mio. €
beziehungsweise 471 Mio. €. Gründe für den
starken Bestandsaufbau waren die starke Nachfrage nach
Flurförderzeugen, Projektaufträge für
Automatiksysteme sowie die teilweise eingeschränkte
Verfügbarkeit von Produktionsmaterial vor dem
Hintergrund der anhaltenden und global spürbar
steigenden Nachfrage in zahlreichen Branchen.
Umsatzerlöse 1. Halbjahr 2021 nach Regionen
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UmsatzDer Konzernumsatz erreichte im 1. Halbjahr 2021 mit
1.988 Mio. € einen um 10 Prozent höheren Wert als
im Vorjahreszeitraum (1.801 Mio. €). Die Erlöse
im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland stiegen in der
Berichtsperiode um 12 Prozent auf 479 Mio. € (Vorjahr:
429 Mio. €). Die Auslandsumsätze erhöhten
sich um 10 Prozent auf 1.509 Mio. € (Vorjahr: 1.372
Mio. €). Die Auslandsquote blieb mit 76 Prozent
gegenüber dem Vorjahr konstant. Außerhalb
Europas erreichten die Umsatzerlöse 248 Mio. €
(Vorjahr: 232 Mio. €). Das entspricht einem Anteil am
Konzernumsatz von 12 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent).
Umsatzaufteilungscrollen
Haupttreiber für den höheren Konzernumsatz im
1. Halbjahr 2021 war das Neugeschäft mit einem
Umsatzanstieg um 114 Mio. €. Die wesentlichen Ursachen
für den höheren Umsatz im Neugeschäft waren
im Vergleich zum Vorjahr das deutlich höhere
Produktionsvolumen bei Fahrzeugen und die guten
Zuwächse bei Automatiksystemen. Der Umsatz mit Miet-
und Gebrauchtgeräten erreichte 311 Mio. €
(Vorjahr: 294 Mio. €). Der Kundendienst legte mit
einem Umsatz von 577 Mio. € im 1. Halbjahr 2021
(Vorjahr: 523 Mio. €) sehr deutlich zu. Der Umsatz im
Finanzdienstleistungsgeschäft erreichte in den ersten
sechs Monaten des Berichtsjahres mit 549 Mio. € das
Vorjahresniveau (553 Mio. €).
ErtragslageKostenstruktur (GuV)scrollen
Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg um 87 Mio. €
auf 632 Mio. € (Vorjahr: 545 Mio. €). Es
profitierte im Berichtszeitraum vor allem von einer
gegenüber dem Vorjahr höheren Auslastung der
Werke. Die Bruttomarge stieg entsprechend von 30,3 Prozent
im Vorjahreszeitraum auf 31,8 Prozent.
Die Vertriebskosten erhöhten sich unterproportional
zum Umsatzwachstum. Dies resultierte aus dem nur moderaten
Aufbau von Personal und dem damit verbundenen
vergleichsweise geringen Anstieg der Personalaufwendungen.
Der Anteil der Vertriebskosten am Konzernumsatz betrug
nunmehr 18,1 Prozent nach 18,6 Prozent im Vorjahr.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten sanken im
Berichtszeitraum deutlich um 11 Mio. € auf 45 Mio.
€ (Vorjahr: 56 Mio. €). Sie enthielten keine
Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungsausgaben,
wohingegen im Vorjahr erhebliche Wertminderungen von 15
Mio. € zu erfassen waren.
Der Anteil der Verwaltungskosten am Konzernumsatz
verblieb mit 3,2 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres (3,0
Prozent). Die Verwaltungskosten enthielten dabei
wesentliche mit der Fortführung der strategischen
Projekte verbundene Aufwendungen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen in den
ersten sechs Monaten des Jahres 2021 um 7 Mio. € auf 1
Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) zurück. Im
Vorjahreszeitraum enthielten diese noch Wertminderungen auf
Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 5 Mio.
€.
Ertragsentwicklungscrollen
Das EBIT stieg um 74 Mio. € beziehungsweise 78
Prozent auf 169 Mio. € (Vorjahr: 95 Mio. €). Die
EBIT-Rendite lag mit 8,5 Prozent sehr deutlich über
dem Vorjahreswert (5,3 Prozent).
Das Finanzergebnis im 1. Halbjahr 2021 betrug minus 5
Mio. € (Vorjahr: minus 13 Mio. €) und war im
Wesentlichen durch die Bewertung der im Spezialfonds
gehaltenen Wertpapiere und Derivate beeinflusst. Im
Berichtsjahr waren hier Erträge zu verzeichnen, im
Vorjahreszeitraum fielen hingegen Verluste an. Mit 165 Mio.
€ verdoppelte sich nunmehr das EBT gegenüber dem
Vorjahreszeitraum (82 Mio. €). Die EBT-Rendite
erreichte 8,3 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent).
Die Ertragsteuerbelastung stieg dementsprechend auf 44
Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €). Somit wurde ein
Ergebnis nach Steuern in Höhe von 121 Mio. €
(Vorjahr: 60 Mio. €) erzielt. Das Ergebnis je
Vorzugsaktie (auf Basis des Ergebnisanteiles der
Aktionäre der Jungheinrich AG) erreichte 1,19 €
(Vorjahr: 0,60 €).
Aufgrund des deutlich höheren EBIT und eines um 10
Prozent niedrigeren zinspflichtigen Kapitals war der ROCE
mit 20,7 Prozent nahezu doppelt so hoch wie im
Vorjahreszeitraum (10,5 Prozent).
Der ROCE-neu leitet sich, wie bereits zuvor beschrieben,
aus dem EBIT sowie dem durchschnittlich gebundenen Kapital
des Segmentes "Intralogistik" ab. Die Berechnung des
gebundenen Kapitals ist der nachfolgenden Tabelle zu
entnehmen. Eine Durchschnittsbildung des gebundenen
Kapitals erfolgt dabei unter Einschluss der Werte zum
Bilanzstichtag des Berichtsquartals und der drei diesem
Stichtag vorangehenden Quartale, um stichtagsbedingte
Schwankungen im gebundenen Kapital zu vermeiden. Bei
unterjähriger Berichterstattung wird das EBIT der
jeweiligen Periode annualisiert und ins Verhältnis zum
durchschnittlich gebundenen Kapital gesetzt.
Berechnung gebundenes Kapital und ROCE-neuscrollen
1) Ermittlung durchschnittlich gebundenes
Kapital 1. Halbjahr 2021: Das gebundene Kapital betrug zum
31. März 2021 1.567,8 Mio. €, zum 31. Dezember
2020 1.611,0 Mio. € sowie zum 30. September 2020
1.664,1 Mio. €.
Der ROCE-neu betrug 19,5 Prozent und erhöhte sich
gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum (8,3
Prozent) im Wesentlichen aufgrund des stark gestiegenen
EBIT. Darüber hinaus ging das durchschnittlich
gebundene Kapital aufgrund eines geringeren Working Capital
zurück.
Kapitalstruktur, Finanz- und VermögenslageDer Kapitalbedarf der Jungheinrich AG wird aus dem
operativen Cashflow sowie durch kurz- und langfristige
Finanzierungen gedeckt. Zum 30. Juni 2021 betrug die
Höhe der zugesagten mittelfristigen Kreditrahmen 300
Mio. €. Diese wurden durch kurzfristige Kreditlinien
in Höhe von 183 Mio. € ergänzt. Sie bestehen
im Wesentlichen als bilaterale Kreditlinien bei einzelnen
ausländischen Tochtergesellschaften. Die
mittelfristigen Kreditrahmen sowie die kurzfristigen
Kreditlinien waren nicht vollständig ausgenutzt. Nach
vorzeitiger Rückzahlung der bisher mit variabler
Verzinsung ausgereichten Tranchen in Höhe von 77 Mio.
€ bestehen weiterhin Schuldscheindarlehen in Höhe
von insgesamt 123 Mio. €. Kreditrahmen- und
Schuldscheindarlehensverträge enthalten keine
Financial Covenants. Jungheinrich verfügt über
eine solide Liquiditätsreserve.
KapitalstrukturÜbersicht zur Kapitalstrukturscrollen
Zum 30. Juni 2021 erhöhte sich das Eigenkapital um
95 Mio. € auf 1.641 Mio. € (31.12.2020: 1.546
Mio. €). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus
dem Ergebnis nach Steuern im Berichtszeitraum, dem
hauptsächlich die Dividendenausschüttung in
Höhe von 43 Mio. € gegenüberstand. Für
das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 wurde im 2. Quartal
2021 eine Dividende in Höhe von 0,41 € (Vorjahr:
0,46 €) je Stammaktie und 0,43 € (Vorjahr: 0,48
€) je Vorzugsaktie ausgeschüttet. Die
Eigenkapitalquote erreichte 30 Prozent (31.12.2020: 29
Prozent).
Die Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich im
Wesentlichen aufgrund des zum Bilanzstichtag gegenüber
dem Geschäftsjahresende 2020 um 0,4 Prozentpunkte
gestiegenen Diskontierungszinssatzes in Deutschland um 14
Mio. € auf 226 Mio. € (31.12.2020: 240 Mio.
€).
Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten des
Konzerns sanken hauptsächlich durch die
Rückzahlung von Schuldscheindarlehen und die
Ablösung von Finanzierungen für die Mietflotten
in einzelnen europäischen Ländern um 180 Mio.
€ auf 607 Mio. € (31.12.2020: 787 Mio. €).
Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen lagen mit 1.832 Mio. € leicht
über dem Niveau zum Ende des Vorjahres (31.12.2020:
1.803 Mio. €). Der Anstieg der übrigen
kurzfristigen Rückstellungen um 11 Mio. € auf 255
Mio. € (Vorjahr: 244 Mio. €) spiegelt im
Wesentlichen die Zunahme der
Gewährleistungsverpflichtungen wider. Die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen
aufgrund der Ausweitung der Maßnahmen zur
Risikovorsorge bei den Materialbestellungen spürbar um
60 Mio. € auf 444 Mio. € (31.12.2020: 384 Mio.
€). Die übrigen kurz- und langfristigen Schulden
erhöhten sich deutlich um 50 Mio. € auf 457 Mio.
€ (31.12.2020: 407 Mio. €). Ursächlich
hierfür waren im Wesentlichen der Anstieg der
Vertragsverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag und die
Erhöhung langfristiger Verpflichtungen zur Entsorgung
von Batterien.
Das Nettoguthaben lag zum Berichtsstichtag bei 260 Mio.
€. Die Verbesserung um 66 Mio. € gegenüber
dem Jahresende 2020 (194 Mio. €) resultierte vorrangig
aus dem gestiegenen Cashflow aus dem Ergebnis nach Steuern
zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen bei
moderaten Zuwächsen im Working Capital und in der
Mietflotte.
FinanzlageKapitalflussrechnung 1)scrollen
1) In der Kapitalflussrechnung wurden
Wechselkurseffekte eliminiert. Daher können die dort
dargestellten Veränderungen von Bilanzpositionen in
der Bilanz nicht nachvollzogen werden.
Der Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit erreichte im Zeitraum Januar
bis Juni 2021 115 Mio. € und verminderte sich damit
gegenüber dem Vorjahreszeitraum (201 Mio. €) um
86 Mio. €. Der Rückgang wurde im Wesentlichen
durch den gegenüber dem Vorjahreszeitraum
erhöhten Mittelabfluss für Zugänge der Miet-
und Leasinggeräte sowie Forderungen aus
Finanzdienstleistungen und die hier ausgewiesene
Entwicklung der zugrunde liegenden Finanzierungen bestimmt
und führte zu einer zusätzlichen Belastung des
Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit in
Höhe von 84 Mio. €. Wesentlich geprägt war
der Gesamteffekt durch die Ablösung von Finanzierungen
für die Mietflotten in einzelnen europäischen
Ländern. Darüber hinaus ergaben sich
zusätzliche Mittelabflüsse aus dem gegenüber
dem Vorjahreszeitraum wieder höheren Zuwachs im
Working Capital.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit wurde in
der zuvor dargestellten Kapitalflussrechnung im Vergleich
zum Konzernabschluss um die in dieser Position enthaltenen
Auszahlungen für den Erwerb beziehungsweise
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren sowie die
Auszahlungen für Termingelder und Einzahlungen aus
Termingeldern in Höhe von insgesamt minus 54 Mio.
€ (Vorjahr: minus 28 Mio. €) bereinigt. Der sich
so ergebende Cashflow aus der Investitionstätigkeit
lag im Berichtszeitraum mit minus 31 Mio. € aufgrund
der unverändert zurückhaltend getätigten
Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen um 9 Mio. €
unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes (minus 40 Mio.
€).
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in
Höhe von minus 201 Mio. € im 1. Halbjahr 2021
verminderte sich deutlich um 236 Mio. € gegenüber
dem Berichtszeitraum des Vorjahres (plus 35 Mio. €).
Maßgeblich hierfür waren zum einen die
Rückzahlung von Schuldscheindarlehenstranchen und der
Abbau kurzfristiger Bankverbindlichkeiten in Höhe von
insgesamt 127 Mio. €. Zum anderen war der Cashflow des
Vorjahreszeitraumes durch die zusätzliche Aufnahme
eines langfristigen Darlehens in Höhe von 50 Mio.
€ und noch nicht durch die Auszahlung der Dividende
für das Vorjahr belastet.
VermögenslageÜbersicht zur Vermögensstrukturscrollen
Die Bilanzsumme stieg um 52 Mio. € und lag zum 30.
Juni 2021 bei 5.463 Mio. € (31.12.2020: 5.411 Mio.
€).
Bedingt durch ein gegenüber dem Vorjahr niedrigeres
Investitionsvolumen gingen die Buchwerte der immateriellen
Vermögenswerte und Sachanlagen von 844 Mio. € zum
Jahresende 2020 um 18 Mio. € auf 826 Mio. € zum
Bilanzstichtag zurück.
Der Wert der Miet- und Leasinggeräte blieb mit 812
Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (31.12.2020: 805
Mio. €). Die lang- und kurzfristigen Forderungen aus
Finanzdienstleistungen lagen mit 1.372 Mio. € leicht
über dem Vorjahreswert (31.12.2020: 1.327 Mio.
€).
Die Vorräte stiegen um 119 Mio. € auf 656 Mio.
€ (31.12.2020: 537 Mio. €). Der Anstieg wurde im
Wesentlichen durch den Aufbau der Bestände in den
Werken aufgrund der höheren Bestellungen zur
Sicherstellung der Lieferketten und den Zuwachs der
Vorräte für das Projektgeschäft bestimmt.
Darüber hinaus wurden wesentliche Bestände zu
aktuell bestehenden Konditionen aufgebaut, um
Materialpreissteigerungen im 2. Halbjahr 2021 vorzugreifen.
Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen blieben mit 678 Mio. € auf dem Niveau des
Vorjahres (31.12.2020: 672 Mio. €). Der Rückgang
der liquiden Mittel und kurzfristigen Wertpapiere zum
Bilanzstichtag um 150 Mio. € auf 800 Mio. €
(31.12.2020: 950 Mio. €) stand vornehmlich im
Zusammenhang mit der Rückzahlung von
Schuldscheindarlehen sowie der Ablösung von
Finanzierungen für die Mietflotten in einzelnen
europäischen Ländern.
Forschung und EntwicklungKennzahlen Forschung und Entwicklungscrollen
1) F&E = Forschung und Entwicklung
Wesentliche Aktivitäten im Bereich Forschung und
Entwicklung (F&E) bezogen sich auf die
Weiterentwicklung effizienter Energiespeichersysteme
basierend auf der Lithium-Ionen-Technologie, die damit
einhergehenden Verbesserungen im Hinblick auf die
Konstruktion neuer Flurförderzeuge sowie digitale
Produkte. Außerdem bildeten die Automatisierung von
Flurförderzeugen sowie die Optimierung von
automatisierten Systemen einen weiteren
Entwicklungsschwerpunkt.
Die gesamten F&E-Ausgaben, die im Wesentlichen
Eigenleistungen beinhalten, beliefen sich im 1. Halbjahr
2021 auf 48 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €). Die
Aktivierungsquote lag mit 19 Prozent in etwa auf dem Niveau
des Vorjahres (16 Prozent).
In den Abschreibungen auf aktivierte
Entwicklungsausgaben waren im Vorjahreszeitraum noch
Wertminderungen in Höhe von 15 Mio. € enthalten,
während im Berichtszeitraum keine Wertminderungen zu
erfassen waren.
Die Zahl der Beschäftigten, die konzernweit in
Entwicklungsprojekten tätig waren, lag im
Berichtszeitraum bei durchschnittlich 640 (Vorjahr: 634)
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
MitarbeiterMitarbeiter in Vollzeitäquivalenten
Im 1. Halbjahr 2021 wurde gegenüber Ende Dezember
2020 die Personalstärke im Jungheinrich-Konzern um 220
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (gemessen in
Vollzeitäquivalenten) erhöht. Der Aufbau entfiel
größtenteils auf die Vertriebsorganisation. Zum
30. Juni 2021 waren 18.323 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
für Jungheinrich tätig, davon 41 Prozent im
Inland und 59 Prozent im Ausland. Zusätzlich
beschäftigte Jungheinrich zum 30. Juni 2021
konzernweit 451 (31.12.2020: 324) Leiharbeitnehmerinnen und
Leiharbeitnehmer, davon fast alle in den inländischen
Werken.
FinanzdienstleistungenHinsichtlich der allgemeinen Darstellung des Segmentes
"Finanzdienstleistungen" wird auf die ausführlichen
Erläuterungen innerhalb des zusammengefassten
Lageberichtes im Geschäftsbericht 2020 verwiesen.
Kennzahlen Finanzdienstleistungenscrollen
Das Zugangsvolumen aus langfristigen
Finanzdienstleistungsverträgen belief sich im 1.
Halbjahr 2021 auf 368 Mio. € (Vorjahr: 372 Mio.
€). Vom wertmäßigen Zugangsvolumen
entfielen 67 Prozent (Vorjahr: 65 Prozent) auf die acht
Länder mit
Jungheinrich-Finanzdienstleistungsgesellschaften.
Der Vertragsbestand zum Neuwert erreichte 3.450 Mio.
€ (Vorjahr: 3.242 Mio. €). Bezogen auf die Anzahl
der verkauften Neufahrzeuge wurden 40 Prozent über
Finanzdienstleistungsverträge abgesetzt. Der Umsatz
erreichte mit 549 Mio. € im 1. Halbjahr 2021 das
Niveau des Vorjahres (553 Mio. €). Das EBIT des
Segmentes "Finanzdienstleistungen" lag bei 8,1 Mio. €
(Vorjahr: 4,5 Mio. €).
RisikoberichtDie Früherkennung von Risiken und Chancen sowie die
daraus abzuleitenden Maßnahmen sind wichtige
Bestandteile der Unternehmensführung. In seiner
Risikoeinschätzung stützt sich der Vorstand der
Jungheinrich AG auf das Risikomanagement-System. In einer
konzernweit gültigen Richtlinie sind dazu
entsprechende Grundsätze und Vorgehensweisen
definiert. Die Funktionsfähigkeit und die Wirksamkeit
des Risiko-Früherkennungssystems sind fester
Bestandteil regelmäßiger Prüfungen durch
die Konzernrevision und der jährlichen
Abschlussprüfung. Erkenntnisse aus diesen
Prüfungen werden bei der kontinuierlichen
Weiterentwicklung des Jungheinrich-spezifischen
Risikomanagement-Systems berücksichtigt.
Wesentliche Risiken, die über die im
Geschäftsbericht 2020 ausführlich dargestellten
Risiken hinausgehen, sind seit Veröffentlichung des
vorgenannten Berichtes nicht aufgetreten.
Künftige Entwicklung des Jungheinrich-KonzernsAufgrund des sehr starken Auftragseinganges im 1.
Quartal 2021 und einer auch für den weiteren
Jahresverlauf erwarteten hohen Nachfrage nach
Flurförderzeugen und Automatiksystemen hat der
Vorstand die am 26. März 2021 veröffentlichte
Prognose für das Jahr 2021 mit einer am 22. April 2021
veröffentlichten Ad-hoc-Meldung erhöht. Die
Erwartung hat sich seitdem nicht verändert. Die Zahlen
für das 2. Quartal 2021 reflektieren die erwartete,
weiterhin gute Nachfrage.
Der Vorstand bestätigt daher die im April
erhöhte Prognose, wobei für den Auftragseingang
nach aktueller Einschätzung das obere Ende der
Bandbreite von 4,2 Mrd. € bis 4,5 Mrd. € (2020:
3,8 Mrd. €) leicht überschritten werden
könnte. Der Konzernumsatz dürfte sich aufgrund
der großen Herausforderungen in der Lieferkette
innerhalb einer Bandbreite von 4,0 Mrd. € bis 4,2 Mrd.
€ (2020: 3,8 Mrd. €) bewegen. Das EBIT wird 2021
nach aktueller Einschätzung zwischen 300 Mio. €
und 350 Mio. € (2020: 218 Mio. €) liegen.
Demgemäß wird eine EBIT-Rendite in einer
Bandbreite von 7,5 Prozent bis 8,3 Prozent (2020: 5,7
Prozent) erwartet. Das EBT dürfte 280 Mio. € bis
330 Mio. € (2020: 200 Mio. €) erreichen. Die
EBT-Rendite soll zwischen 7,0 Prozent und 7,9 Prozent
(2020: 5,3 Prozent) liegen. Wir gehen von einem ROCE-Wert
zwischen 17 Prozent und 21 Prozent aus (2020: 13,5
Prozent). Die Steuerungskennzahl ROCE-neu wird ebenfalls in
einer Bandbreite zwischen 17 Prozent und 21 Prozent (2020:
11,3 Prozent) prognostiziert. Des Weiteren erwarten wir,
dass zum Geschäftsjahresende 2021 ein Nettoguthaben
von deutlich über 300 Mio. € (2020: Nettoguthaben
von 194 Mio. €) erreicht wird.
Zugrunde gelegt wird bei dieser Prognose insbesondere,
dass es im weiteren Jahresverlauf zu keinen
weitreichenderen Lockdown-Maßnahmen bis hin zu
Werksschließungen kommt und die Lieferketten des
Konzerns intakt bleiben. Die trotz des fortgeschrittenen
Jahres unveränderten Prognosebandbreiten sind Ausdruck
der sehr angespannten Beschaffungssituation, insbesondere
im Bereich der Elektronikkomponenten sowie für
zahlreiche weitere Teile beziehungsweise Komponenten, und
der sich zuspitzenden internationalen
Transportengpässe. Daher kann es zu
Produktionseinschränkungen kommen, deren Ausmaß
sich heute nicht abschätzen lässt.
Unsere Maßnahmen zur Sicherstellung der
Lieferfähigkeit von Jungheinrich setzen wir
uneingeschränkt fort.
Die im November 2020 veröffentlichten Ziele und
Maßnahmen der Strategie 2025+ werden
vollumfänglich weiterverfolgt und die
Zielgrößen für 2025 bis zum Jahresende
überprüft.
Aufgrund nicht vorhersehbarer Entwicklungen kann der
tatsächliche Geschäftsverlauf von den in diesem
Zwischenbericht wiedergegebenen Erwartungen, Annahmen und
Einschätzungen der Unternehmensleitung von
Jungheinrich abweichen. Zu den Faktoren, die zu
Abweichungen führen können, gehören unter
anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage,
einschließlich der Auswirkungen aufgrund der weiteren
Entwicklung der COVID-19-Pandemie, innerhalb der
Intralogistikbranche sowie der Devisenkurse und Zinsen.
Eine Gewähr für zukunftsgerichtete Aussagen in
diesem Zwischenbericht wird daher nicht übernommen.
KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSSKonzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnungscrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscrollen
KonzernbilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Konzern-Kapitalflussrechnungscrollen
scrollen
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitalsscrollen
scrollen
KonzernanhangBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDer Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31.
Dezember 2020 wurde in Übereinstimmung mit den am
Stichtag geltenden International Financial Reporting
Standards (IFRS) aufgestellt. Es wurden alle zum 31.
Dezember 2020 gültigen Standards und die
Interpretationen des IFRS Interpretations Committee
berücksichtigt, wie sie in der EU anzuwenden sind.
Dementsprechend wurde auch dieser Konzern-Zwischenabschluss
zum 30. Juni 2021 in Übereinstimmung mit IAS 34
erstellt. Der vorliegende Zwischenabschluss wurde weder
geprüft noch einer prüferischen Durchsicht
unterzogen.
Der Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021 wurde in
Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt,
erfolgen Angaben in Mio. €. Die
Gewinn-und-Verlust-Rechnung wurde nach dem
Umsatzkostenverfahren erstellt.
Die bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses zum 30.
Juni 2021 und der Ermittlung der Vergleichszahlen für
das Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich
denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020. Diese
Grundsätze sind im Konzernanhang im
Geschäftsbericht 2020 detailliert beschrieben.
Die erstmals zum 1. Januar 2021 verpflichtend
anzuwendenden IFRS-Änderungen und -Neuregelungen haben
keine wesentlichen Auswirkungen auf den
Jungheinrich-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021. Sie sind
im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2020 detailliert
beschrieben.
Ab dem Berichtsjahr 2020 werden die Ein- und
Auszahlungen von Termingeldern mit einer
ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten und
ohne kurzfristige, kostenfreie
Kündigungsmöglichkeit im Cashflow aus der
Investitionstätigkeit dargestellt. Die Anpassungen
wurden erstmalig im Konzernabschluss 2020 vorgenommen. Im
veröffentlichten Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020
erfolgte der Ausweis dieser Termingelder noch im
Finanzmittelbestand. Die Effekte aus Anpassungen
gemäß IAS 8.41 auf die einzelnen Posten der
Konzern-Kapitalflussrechnung für das 1. Halbjahr 2020
können der folgenden Tabelle entnommen werden.
Effekte aus Anpassungen gemäß IAS 8.41 auf die Konzern-Kapitalflussrechnung 1. Halbjahr 2020scrollen
SchätzungenIm Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad
Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden,
die Höhe und Ausweis der bilanzierten
Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag sowie
der Erträge und Aufwendungen während der
Berichtsperiode bestimmen. Schätzungen und Annahmen
sind insbesondere erforderlich für die
konzerneinheitliche Festlegung von wirtschaftlichen
Nutzungsdauern für Sachanlagen, Miet- und
Leasinggeräte, für die Beurteilung der
Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie die
Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, unter
anderem für Pensionen, Risiken aus vertraglich
vereinbarten Restwerten, Garantieverpflichtungen oder
Rechtsstreitigkeiten. Den Schätzungen und Annahmen
liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell
verfügbaren Kenntnisstand basieren und sowohl
historische Erfahrungen als auch weitere Faktoren wie
künftige Erwartungen einschließen.
Die für den Konzernabschluss der Jungheinrich AG
zum 31. Dezember 2020 vorgenommenen Schätzungen und
getroffenen Annahmen sind im Konzernanhang im
Geschäftsbericht 2020 detailliert beschrieben.
Im Rahmen des Finanzdienstleistungsgeschäftes
schließen Jungheinrich-Konzerngesellschaften direkt
oder unter Zwischenschaltung von Leasinggesellschaften oder
Banken Verträge mit Kunden ab. Die Klassifizierung und
damit die Bilanzierung der Leasingverträge richten
sich nach der Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums.
Ist das wirtschaftliche Eigentum Jungheinrich als
Leasinggeber zuzurechnen, liegt ein sogenannter "Operating
Lease"-Vertrag vor, und die Fahrzeuge werden als
"Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen" zu
Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und
anschließend planmäßig abgeschrieben.
Leasinggeräte, die vor dem 1. Januar 2021
zugegangen sind, wurden planmäßig über die
wirtschaftliche Nutzungsdauer von 6 beziehungsweise 9
Jahren, je nach Produktgruppe, abgeschrieben.
Abschreibungen wurden über die ersten beiden Jahre je
nach Produktgruppe mit jeweils 30 beziehungsweise 20
Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und
danach linear bis zum Ende der wirtschaftlichen
Nutzungsdauer erfasst.
Die Anwendung dieser Abschreibungsmethode sollte
sicherstellen, dass die Restbuchwerte der
Leasinggeräte bei Vertragsabbrüchen durch Kunden
in den ersten beiden Jahren die erwarteten Marktwerte zu
diesem Zeitpunkt nicht oder nicht wesentlich
überschreiten.
Im Konzern wurden die Vertragsabbrüche der
Vergangenheit analysiert und festgestellt, dass der
überwiegende Teil der Leasingverträge mit Kunden
das ursprünglich vereinbarte Vertragsende erreicht.
Jungheinrich ist zur Erkenntnis gekommen, dass für
"Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen" die
Anwendung einer linearen Abschreibungsmethode den
Nutzungsverlauf besser abbildet, und hat infolgedessen die
Schätzung des erwarteten Abschreibungsverlaufes zum 1.
Januar 2021 angepasst. Alle Leasinggeräte, die seit
dem 1. Januar 2021 zugehen, werden planmäßig
linear über die Kundenvertragslaufzeit auf den
garantierten Restwert abgeschrieben.
Diese Schätzungsänderung hatte im 1. Halbjahr
2021 keinen wesentlichen Effekt auf die Ertragslage des
Jungheinrich-Konzerns. Basierend auf den derzeit
verfügbaren Informationen, wird für das
Geschäftsjahr 2021 ein positiver Ergebniseffekt vor
Finanzergebnis und Ertragsteuern von rund 3 Mio. € und
für das Geschäftsjahr 2022 von rund 10 Mio.
€ erwartet. Ab dem Geschäftsjahr 2023 werden
keine wesentlichen Ergebniseffekte aus der Anpassung der
Abschreibungsmethode erwartet.
KonsolidierungskreisNeben der Jungheinrich AG, Hamburg, als
Muttergesellschaft wurden 78 ausländische und 26
inländische Unternehmen in den
Konzern-Zwischenabschluss einbezogen. Der
Konsolidierungskreis umfasste 91 vollkonsolidierte
Unternehmen einschließlich eines strukturierten
Unternehmens, die direkt oder indirekt von der Jungheinrich
AG beherrscht wurden. Nach der Equity-Methode wurden 12
Gemeinschaftsunternehmen und ein assoziiertes Unternehmen
bilanziert.
Die JT Energy Systems GmbH, Freiberg, hat im Wege der
Verschmelzung durch Aufnahme jeweils mit Wirkung zum 1.
Januar 2021 alle Vermögenswerte und Schulden der damit
untergehenden JT mopro GmbH, Glauchau, und JT lipro GmbH,
Freiberg, übernommen.
Mit Fusionskontrollfreigabe im 2. Quartal 2021 hat die
KION GROUP AG, Frankfurt am Main, 50 Prozent der Anteile an
der Jungheinrich Profile GmbH, Hamburg, erworben.
Anschließend wurde die Gesellschaft in Schwerter
Profile GmbH umfirmiert. Die Schwerter Profile GmbH,
Hamburg, ist seitdem ein Gemeinschaftsunternehmen und wird
nach der Equity-Methode bilanziert.
Geschäftsgegenstand des Gemeinschaftsunternehmens, das
zum 1. Juli 2021 seine operative Tätigkeit aufgenommen
hat, sind die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb
von Stahlprofilen und sonstigen Stahlerzeugnissen. Am 1.
Juli 2021 übernahm die Schwerter Profile GmbH
hierfür den auf den Walzwerksbetrieb entfallenden Teil
der Vermögenswerte der insolventen Hoesch Schwerter
Profile GmbH, Schwerte, und gleichzeitig trat ein
langfristiger Grundstücksnutzungsvertrag für das
Walzwerksgrundstück in Kraft.
UmsatzerlöseJungheinrich realisiert Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden durch Übertragung von
Gütern und Erbringung von Dienstleistungen sowohl
zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen. Darüber hinaus
erzielt der Konzern Erlöse aus Miet- und
Leasingverträgen, bei denen Jungheinrich Leasinggeber
ist.
Zusammensetzung der Umsatzerlösescrollen
Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
gliedern sich nach Regionen und berichtspflichtigen
Segmenten, wie in folgender Tabelle dargestellt.
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach Regionen und Segmentenscrollen
Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenDie grundsätzliche Darstellung der einzelnen
Finanzinstrumente, deren Bewertung sowie die
Bewertungsverfahren und Inputfaktoren für die
Ermittlung ihrer beizulegenden Zeitwerte wurden im
Konzernanhang im Geschäftsbericht 2020 detailliert
beschrieben.
Im Folgenden werden die im Zwischenabschluss
verpflichtend aufzunehmenden zusätzlichen Angaben zu
den Finanzinstrumenten dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und
beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns
zum Bilanzstichtag dar. Finanzielle Vermögenswerte und
Schulden, die in der Konzernbilanz nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden und bei denen der Buchwert einen
angemessenen Näherungswert für den beizulegenden
Zeitwert darstellt, sind in der Tabelle nicht enthalten.
Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumentenscrollen
1) zugeordnet der Bewertungskategorie
"erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
Die Buchwerte der im Konzernabschluss wiederkehrend zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sind in
folgender Tabelle in Abhängigkeit von ihren zur
Ermittlung verwendeten Informations- und Inputfaktoren in
die entsprechenden Stufen der Bemessungshierarchie
gemäß IFRS 13 eingeordnet.
Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch
nach ihren Inputfaktoren:
Stufe 1 - in aktiven Märkten notierte
(unverändert übernommene) Marktpreise für
identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,
Stufe 2 - andere Inputdaten als notierte Marktpreise,
die sich für den Vermögenswert oder die
Verbindlichkeit entweder direkt (als Preis) oder indirekt
(abgeleitet aus Preisen) beobachten lassen,
Stufe 3 - herangezogene Inputfaktoren, die nicht auf
beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung des
Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit basieren.
Bemessungshierarchie für Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werdenscrollen
scrollen
1) zugeordnet der Bewertungskategorie
"erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der
Stufe 1 wurde auf Basis von Börsennotierungen zum
Bilanzstichtag ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der
Stufe 2 wurde in Übereinstimmung mit allgemein
anerkannten Bewertungsmodellen basierend auf
Discounted-Cashflow-Analysen und unter Verwendung von
beobachtbaren aktuellen Marktpreisen für ähnliche
Instrumente bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von
Devisentermingeschäften wurde auf Basis der zum
Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter
Berücksichtigung der Terminaufschläge
beziehungsweise -abschläge für die jeweilige
Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende
Zeitwert von Zinsderivaten wurde auf der Basis der am
Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven
unter Berücksichtigung der jeweiligen
Zahlungsfälligkeiten ermittelt. Kontrahentenrisiken
wurden bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von
Jungheinrich berücksichtigt.
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der
Stufe 3 wurde mittels allgemein anerkannter
Bewertungsmodelle durch die Diskontierung der
zukünftig erwarteten Zahlungsströme
(Discounted-Cashflow-Methode) ermittelt. Dabei wurde sowohl
bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes als auch
bei der Prognose der langfristigen Ergebnisentwicklung eine
marktorientierte Sichtweise eingenommen. Es wurden ein
unternehmensindividueller Diskontierungszinssatz und die
geplanten Zahlungsströme aus der vom
Beteiligungsunternehmen erstellten und durch das Management
der Jungheinrich AG plausibilisierten
Fünf-Jahres-Planung verwendet. Für die
Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode wurden
langfristige Umsatz- und Renditeerwartungen angesetzt.
Hierbei wurden auch Erwartungen über die
zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die
Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren
berücksichtigt. Das Ergebnis aus der Bewertung zum
beizulegenden Zeitwert wurde im Finanzergebnis erfasst und
war in seiner Höhe unwesentlich für den Konzern.
Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers
zwischen den Stufen 1 und 2 vorgenommen.
SegmentberichterstattungDie Segmentberichterstattung umfasst die
berichtspflichtigen Segmente "Intralogistik" und
"Finanzdienstleistungen". Die grundsätzliche
Darstellung der Segmentinformationen wurde im Konzernanhang
im Geschäftsbericht 2020 detailliert beschrieben.
Die Überleitungspositionen enthalten
ausschließlich die im Rahmen der Konsolidierung zu
eliminierenden konzerninternen Umsätze,
Zwischenerfolge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten.
Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2021scrollen
Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2020scrollen
Im 1. Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres wurde
das bestehende Steuerungs- und Berichtssystem im
Jungheinrich-Konzern um die Finanzkennzahl
EBIT-Kapitalrendite (Return On Capital Employed, ROCE-neu)
erweitert. Dabei stellt die Finanzkennzahl ROCE-neu die
operative Rendite des Jungheinrich-Konzerns auf Basis des
im Segment "Intralogistik" erwirtschafteten EBIT (bei
unterjähriger Berichterstattung annualisiert) im
Verhältnis zu dem diesem Segment zugeordneten,
gebundenen Kapital (Durchschnitt aus dem gebundenen Kapital
zum aktuellen Stichtag und zu den Stichtagen der drei
vorangehenden Quartale) dar. Für den Berichtszeitraum
ergab sich ein ROCE-neu von 19,5 Prozent (Vorjahr: 8,3
Prozent).
Ereignisse nach Ablauf des 1. Halbjahres 2021Es sind keine Vorgänge oder Ereignisse von
wesentlicher Bedeutung nach Ablauf des 1. Halbjahres 2021
eingetreten.
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenDie maßgeblichen Stammaktionäre der
Jungheinrich AG sind die LJH-Holding GmbH, Wohltorf, und
die WJH-Holding GmbH, Aumühle.
Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen
Tochterunternehmen unterhielt Jungheinrich Beziehungen zu
Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und
verbundenen, nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Alle
Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen
resultierten aus der normalen Geschäftstätigkeit
und wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.
Die Transaktionen mit den nicht konsolidierten
Tochterunternehmen waren von geringem Umfang.
Mitglieder des Vorstandes beziehungsweise des
Aufsichtsrates der Jungheinrich AG sind Mitglieder in
Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien anderer
Unternehmen, mit denen die Jungheinrich AG im Rahmen der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen
unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen
werden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen
abgewickelt.
Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Hamburg, den 12. August 2021
Jungheinrich Aktiengesellschaft
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Finanzkalender12. August 2021
10. November 2021
Jungheinrich AktiengesellschaftFriedrich-Ebert-Damm 129
Wertpapierkennnummern:
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