Jungheinrich Aktiengesellschaft

Hamburg

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

Über diesen Bericht

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KENNZAHLEN AUF EINEN BLICK

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Jungheinrich Konzern 2. Quartal
2022
2. Quartal
2021
Veränderung
in %
1. Halbjahr
2022
1. Halbjahr
2021
Auftragseingang Mio. € 1.128 1.097 2,8 2.461 2.419
Auftragsbestand 30.06. /​ 31.12. Mio. € 1.814 1.292
Umsatzerlöse Mio. € 1.140 1.029 10,8 2.202 1.988
davon Inland Mio. € k.A. k.A. - 514 479
davon Ausland Mio. € k.A. k.A. - 1.688 1.509
Auslandsquote % k.A. k.A. - 77 76
Ergebnis vor Finanzergebnis
und Ertragsteuern (EBIT)
Mio. € 84,0 97,2 -13,6 161,9 169,3
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) % 7,4 9,4 - 7,4 8,5
EBIT-Kapitalrendite Intralogistik
(ROCE) 1)
% k.A. k.A. - 14,4 19,5
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 71,2 96,5 -26,2 138,1 164,7
EBT-Rendite (EBT-ROS) % 6,2 9,4 - 6,3 8,3
Ergebnis nach Steuern Mio. € 53,9 70,9 -24,0 103,4 121,0
Free Cashflow Mio. € k.A. k.A. - -270 84
Investitionen 2) Mio. € k.A. k.A. - 29 25
Ausgaben für Forschung und
Entwicklung
Mio. € k.A. k.A. - 61 48
Bilanzsumme 30.06. /​ 31.12. Mio. € 6.003 5.463
Eigenkapital 30.06. /​ 31.12. Mio. € 1.928 1.641
davon gezeichnetes Kapital Mio. € 102 102
Mitarbeitende 30.06. /​ 31.12. FTE 3) 19.400 18.323
davon Inland FTE 3) 8.040 7.573
davon Ausland FTE 3) 11.360 10.750
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Jungheinrich Konzern Veränderung in % Jahr 2021
Auftragseingang 1,7 4.868
Auftragsbestand 30.06. /​ 31.12. 40,4 1.519
Umsatzerlöse 10,8 4.240
davon Inland 7,3 1.014
davon Ausland 11,9 3.226
Auslandsquote - 76
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) -4,4 360
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) - 8,5
EBIT-Kapitalrendite Intralogistik (ROCE) 1) - 20,2
Ergebnis vor Steuern (EBT) -16,2 349
EBT-Rendite (EBT-ROS) - 8,2
Ergebnis nach Steuern -14,5 267
Free Cashflow < -100 89
Investitionen 2) 16,0 71
Ausgaben für Forschung und Entwicklung 27,1 102
Bilanzsumme 30.06. /​ 31.12. 9,9 5.769
Eigenkapital 30.06. /​ 31.12. 17,5 1.803
davon gezeichnetes Kapital - 102
Mitarbeitende 30.06. /​ 31.12. 5,9 19.103
davon Inland 6,2 7.995
davon Ausland 5,7 11.108
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Jungheinrich Aktie 30.06.2022 30.06.2021 31.12.2021
Ergebnis je Vorzugsaktie 4) 1,02 1,19 2,62
Eigenkapital je Aktie 18,90 16,09 17,68
Börsenkurs 5) Hoch 46,18 47,32 47,32
Tief 20,80 34,20 34,20
Schluss 20,80 41,22 44,88
Marktkapitalisierung Mio. € 2.122 4.204 4.578
Börsenumsatz 6) Mio. € 600 394 806
KGV 7) Faktor 10,2 17,3 17,1
Anzahl Aktien 8) Mio. Stück 102 102 102

1) EBIT des Segmentes "Intralogistik" in % zum durchschnittlich gebundenen Kapital des Segmentes "Intralogistik" 9), bei unterjähriger Berichterstattung wird das EBIT der jeweiligen Periode annualisiert
2) Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungsausgaben und Nutzungsrechte
3) FTE = Full Time Equivalents (Vollzeitäquivalente: bei der Ermittlung wurden Teilzeitkräfte entsprechend ihrer Arbeitszeit berücksichtigt)
4) Auf Basis des Ergebnisanteiles der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG
5) Xetra-Schlusskurse
6) Xetra und Frankfurt
7) KGV = Schlusskurs/​Ergebnis je Vorzugsaktie annualisiert
8) Eingeteilt in 54,0 Mio. Stück Stammaktien und 48,0 Mio. Stück Vorzugsaktien
9) Anlagevermögen (ohne Miet- und Leasinggeräte) + Mietgeräte + Working Capital - Übrige Rückstellungen. Durchschnittsbildung unter Einschluss der Werte zum Bilanzstichtag des Berichtsquartales und der drei diesem Stichtag vorangehenden Quartale.

JUNGHEINRICH AKTIE

Im 1. Halbjahr 2022 wurde das Geschehen an den internationalen Kapitalmärkten durch den Russland-Ukraine-Krieg und die andauernde Corona-Pandemie bestimmt. Die maßgeblichen inländischen Aktienindizes verzeichneten - getrieben von Inflationssorgen, steigenden Zinsen sowie dem rund zwei Monate andauernden Lockdown in Shanghai - spürbare Kursverluste. So erlitt der DAX von Januar bis Juni einen Wertverlust von rund 20 Prozent, der MDAX wies sogar ein Minus von rund 26 Prozent auf.

Auch die Jungheinrich Aktie konnte sich dem negativen Sentiment bei gleichzeitig sehr volatilem Marktumfeld nicht entziehen und verbuchte nach sechs Monaten im laufenden Jahr einen Kursverlust von 54 Prozent. Nach ihrem diesjährigen Höchststand bei 46,18 € am 5. Januar 2022 erreichte die Aktie zum Halbjahresende einen Schlusskurs von 20,80 €. Dieser markierte gleichzeitig den Tiefststand im 1. Halbjahr 2022. Die Marktkapitalisierung lag damit bei 2.122 Mio. € (31.12.2021: 4.578 Mio. €).

Die Hauptversammlung der Jungheinrich AG hat für das Geschäftsjahr 2021 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,68 € je Vorzugsaktie beziehungsweise 0,66 €je Stammaktie beschlossen. Somit erfolgte für das Jahr 2021 eine Ausschüttung von insgesamt 68 Mio. €.

KURSENTWICKLUNG IM 1. HALBJAHR 2022
in %

KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHT

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Rahmenbedingungen sehr herausfordernd

Geschäftsentwicklung verlief erwartungsgemäß

Prognose für 2022 bestätigt

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

WACHSTUMSRATEN FÜR AUSGEWÄHLTE WIRTSCHAFTSREGIONEN

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Bruttoinlandsprodukt in % Prognose 2022 2021
Welt 3,2 6,1
USA 2,3 5,7
China 3,3 8,1
Eurozone 2,6 5,4
Deutschland 1,2 2,9

Quelle: IWF (Stand: 26. Juli 2022)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen in seiner Veröffentlichung vom 26. Juli 2022 für das Jahr 2022 zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt. Hintergründe sind die hohe Inflation, insbesondere in Europa und in den USA, die Folgen des Russland-Ukraine-Krieges sowie die staatlich verordneten Einschränkungen in China. Demzufolge rechnet der IWF mit einem geringen Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,2 Prozent (2021: 6,1 Prozent). Das BIP der USA soll um 2,3 Prozent steigen (2021: 5,7 Prozent). Für die chinesische Wirtschaft wird ein Wachstum von 3,3 Prozent angenommen (2021: 8,1 Prozent). Die aktuelle Erwartung für die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum liegt bei 2,6 Prozent (2021: 5,4 Prozent). Die deutsche Wirtschaft soll 2022 um 1,2 Prozent (2021: 2,9 Prozent) wachsen; in Deutschland erzielt Jungheinrich fast ein Viertel seines Konzernumsatzes.

NEUE STEUERUNGSKENNZAHL

Die Nettoverschuldung beziehungsweise das Nettoguthaben wurde letztmalig im Konzernabschluss 2021 als Steuerungskennzahl berichtet. Sie wird im Rahmen der Strategie 2025+ durch die neue Steuerungskennzahl Free Cashflow abgelöst. Diese wird erstmalig zum 30. Juni 2022 zur Beurteilung der Erreichung der Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2022 sowie zur Beurteilung der Erreichung mittelfristiger Unternehmensziele verwendet und berichtet. Der Free Cashflow gewährleistet - aufgrund des gegenüber der ursprünglichen Kennzahl höheren Informationsgehaltes hinsichtlich der Finanzierungskraft - die bestmögliche Steuerung der Liquidität und Finanzierung des Jungheinrich Konzerns. Die neue Steuerungskennzahl ist die Messgröße für die Möglichkeit, strategische Investitionen zu tätigen und Liquidität für die Auszahlung der Dividende sowie die Tilgung von Fremdkapital zur Verfügung zu stellen.

Der Free Cashflow einer Berichtsperiode stellt die Summe der Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit dar. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit wird dabei um die Auszahlungen für den Erwerb und Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren sowie die Auszahlungen für Termingelder und Einzahlungen aus Termingeldern bereinigt. Die Wertpapiere und Termingelder werden grundsätzlich der Konzernliquidität (Bilanzausweis der liquiden Mittel und Wertpapiere) zugeordnet. Deren Veränderungen sind daher nicht Bestandteil des Free Cashflow des Jungheinrich Konzerns.

Über die Entwicklung der neuen Kennzahl wird im Abschnitt "Finanzlage" berichtet.

GESCHÄFTSVERLAUF UND ERTRAGSLAGE

Auftragseingang und Auftragsbestand

Der wertmäßige Auftragseingang, der alle Geschäftsfelder - Neugeschäft 1), Miete und Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst - umfasst, lag im Berichtszeitraum mit 2.461 Mio. € um 2 Prozent über dem Vorjahreswert von 2.419 Mio. €.

Der Auftragsbestand des Neugeschäftes erreichte zum Ende des 1. Halbjahres 2022 den Wert von 1.814 Mio. € und war somit um 522 Mio. € beziehungsweise 40 Prozent höher als der Vorjahreswert (1.292 Mio. €). Gegenüber dem Bestandswert von 1.519 Mio. € zum Jahresende 2021 ergab sich ein Aufbau um 295 Mio. € beziehungsweise 19 Prozent. Grund für den weiterhin sehr hohen Auftragsbestand war die nach wie vor eingeschränkte Verfügbarkeit von Produktionsmaterial für die Weiterverarbeitung.

1) Das Neugeschäft umfasst neue Flurförderzeuge, Automatiksysteme und Lagereinrichtungen, Regalbediengeräte und Lastaufnahmemittel, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Energielösungen sowie digitale Produkte.

Der Auftragseingang des 1. Halbjahres 2022 und der Auftragsbestand zum 30. Juni 2022 wurden um Bestellungen aus Russland bereinigt. Vor dem Hintergrund des Ende Februar 2022 von Russland begonnenen Krieges gegen die Ukraine hat der Vorstand mit Wirkung ab dem 2. März 2022 entschieden, bis auf Weiteres keine Fahrzeuge und Ersatzteile mehr nach Russland und Belarus zu liefern.

Umsatz

Der Konzernumsatz erreichte im 1. Halbjahr 2022 mit 2.202 Mio. € einen um 11 Prozent höheren Wert als im Vorjahreszeitraum (1.988 Mio. €). Die Erlöse im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland stiegen in der Berichtsperiode um 7 Prozent auf 514 Mio. € (Vorjahr: 479 Mio. €). Die Auslandsumsätze erhöhten sich deutlicher um 12 Prozent auf 1.688 Mio. € (Vorjahr: 1.509 Mio. €). Die Auslandsquote erhöhte sich damit leicht auf 77 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent). Außerhalb Europas erreichten die Umsatzerlöse 317 Mio. € (Vorjahr: 248 Mio. €). Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 14 Prozent (Vorjahr: 12 Prozent).

UMSATZERLÖSE 1. HALBJAHR 2022 NACH REGIONEN

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 Veränd. %
Deutschland 514 479 7,3
Westeuropa 991 944 5,0
Osteuropa 380 317 19,9
Übrige Länder 317 248 27,8
Gesamt 2.202 1.988 10,8

UMSATZAUFTEILUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 Veränd. %
Neugeschäft 1.270 1.098 15,7
Miete und Gebrauchtgeräte 338 311 8,7
Kundendienst 627 577 8,7
Segment "Intralogistik" 2.235 1.986 12,5
Segment "Finanzdienstleistungen" 531 549 -3,3
Überleitung -564 -546 3,3
Jungheinrich Konzern 2.202 1.988 10,8

Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.

Wesentlicher Treiber für den gegenüber dem Vorjahr höheren Konzernumsatz war insbesondere das Neugeschäft, unter anderem mit sehr guten Zuwächsen im Geschäft mit Automatiksystemen. Ebenso konnten das Kundendienstgeschäft und der Umsatz mit Miet- und Gebrauchtgeräten merklich zum Umsatzplus beitragen. Die Herausforderungen in den Lieferketten infolge des Russland-Ukraine-Krieges und der andauernden Corona-Pandemie waren weiterhin sehr hoch. Aufgrund der globalen Vernetzung erstreckten sich die Auswirkungen der Lieferkettenengpässe auf das gesamte Lieferanten- und Materialportfolio sowie die dazugehörenden Logistikkapazitäten. Der Umsatz im Finanzdienstleistungsgeschäft lag mit 531 Mio. € im 1. Halbjahr 2022 leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes (549 Mio. €).

Ertragslage

KOSTENSTRUKTUR (GUV)

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 Veränd. %
Umsatzkosten 1.520 1.355 12,2
Bruttoergebnis 682 632 7,9
Vertriebskosten 402 360 11,7
Forschungs- und Entwicklungskosten 54 45 20,0
Allgemeine Verwaltungskosten 73 63 15,9

Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg um 50 Mio. € auf 682 Mio. € (Vorjahr: 632 Mio. €) und damit unterproportional zum Konzernumsatz. Der wesentliche Grund hierfür waren die deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhten Material- und Logistikkosten, die das Bruttoergebnis stark belasteten.

Die Bruttomarge sank entsprechend von 31,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 31,0 Prozent im 1. Halbjahr 2022.

Die Erhöhung der Vertriebskosten resultierte vorwiegend aus dem moderaten Aufbau des Personals im Vertrieb und dem damit verbundenen Anstieg der Personalaufwendungen. Der Anteil der Vertriebskosten am Konzernumsatz betrug nunmehr 18,3 Prozent nach 18,1 Prozent im Vorjahr.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im Berichtszeitraum deutlich um 9 Mio. € auf 54 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €). Sie enthielten erstmals die Aufwendungen der arculus GmbH (arculus).

Der Anteil der Verwaltungskosten am Konzernumsatz lag mit 3,3 Prozent nur leicht über dem Niveau des Vorjahres (3,2 Prozent). Die Verwaltungskosten enthielten dabei die mit der Fortführung der strategischen Projekte zur Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung und Digitalisierung verbundenen Aufwendungen, die gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich gesteigert wurden.

Das sonstige betriebliche Ergebnis stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 um 6 Mio. € auf 10 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Es enthielt in Höhe von 5 Mio. € den Nettoertrag aus der Übergangskonsolidierung der Anteile an der JT Energy Systems GmbH (JTES). Mit Wirkung zum 27. April 2022 hat die Triathlon Holding GmbH, Partner von Jungheinrich bei JTES, ihre Beteiligung im Zuge einer Kapitalerhöhung von 30 Prozent auf 60 Prozent aufgestockt. Entsprechend beträgt der Anteil von Jungheinrich nunmehr 40 Prozent. Jungheinrich betreibt die JTES seit 2019 gemeinsam mit Triathlon, um die Produktions- und Aufarbeitungskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien zu erhöhen. Als Teil seiner regulären Sourcing-Strategie hat sich Jungheinrich in der Zwischenzeit auch mittels zusätzlicher Lieferverträge weitere Kapazitäten für den stetig steigenden Bedarf an Lithium-Ionen-Batterien in unterschiedlichen Leistungsklassen gesichert.

Das EBIT ging um 7 Mio. € beziehungsweise 4 Prozent auf 162 Mio. € (Vorjahr: 169 Mio. €) zurück. Die EBIT-Rendite lag mit 7,4 Prozent deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes (8,5 Prozent).

Das Finanzergebnis im 1. Halbjahr 2022 betrug minus 24 Mio. € (Vorjahr: minus 5 Mio. €) und war im Wesentlichen durch die Bewertung der im Spezialfonds gehaltenen Wertpapiere und Derivate beeinflusst. Im Berichtsjahr waren hier hohe Verluste zu verzeichnen, im Vorjahreszeitraum fielen hingegen Erträge an. Mit 138 Mio. € sank das EBT sehr deutlich um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (165 Mio. €). Die EBT-Rendite erreichte nur noch 6,3 Prozent (Vorjahr: 8,3 Prozent).

Die Ertragsteuerbelastung verminderte sich entsprechend der Ergebnisentwicklung auf 35 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €). Somit wurde ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 103 Mio. € (Vorjahr: 121 Mio. €) erzielt. Das Ergebnis je Vorzugsaktie (auf Basis des Ergebnisanteiles der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG) erreichte 1,02 € (Vorjahr: 1,19 €).

Der ROCE (EBIT-Kapitalrendite Intralogistik) sank deutlich auf 14,4 Prozent (Vorjahr: 19,5 Prozent). Ursächlich hierfür waren sowohl das gegenüber dem Vorjahreszeitraum niedrigere EBIT des Segmentes "Intralogistik" als auch das infolge einer deutlichen Erhöhung des Working Capital im Segment stark gestiegene durchschnittlich gebundene Kapital.

KAPITALSTRUKTUR, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Der Kapitalbedarf der Jungheinrich AG wird aus dem operativen Cashflow sowie durch kurz- und langfristige Finanzierungen gedeckt. Jungheinrich verfügt über eine solide Liquiditätsreserve. Zum 30. Juni 2022 betrug die Höhe der zugesagten mittelfristigen Kreditrahmen 300 Mio. €. Diese wurden durch kurzfristige Kreditlinien in Höhe von 197 Mio. € ergänzt. Sie bestehen im Wesentlichen als bilaterale Kreditlinien bei einzelnen ausländischen Tochtergesellschaften. Die mittelfristigen Kreditrahmen sowie die kurzfristigen Kreditlinien waren nur zu einem geringen Anteil ausgenutzt. Ergänzend standen separate Avalkreditlinien zur Verfügung. Darüber hinaus bestehen noch Schuldscheindarlehen in Höhe von 73 Mio. €. Kreditrahmen- und Schuldscheindarlehensverträge enthalten keine Financial Covenants.

Kapitalstruktur

ÜBERSICHT ZUR KAPITALSTRUKTUR

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in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021 Veränd. %
Eigenkapital 1.928 1.803 6,9
Langfristige Schulden 1.951 1.982 -1,6
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 177 228 -22,4
Finanzverbindlichkeiten 276 282 -2,1
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 1.371 1.344 2,0
Übrige Schulden 127 128 -0,8
Kurzfristige Schulden 2.123 1.985 7,0
Übrige Rückstellungen 286 287 -0,3
Finanzverbindlichkeiten 330 250 32,0
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 570 552 3,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 541 533 1,5
Übrige Schulden 396 363 9,1
Bilanzsumme 6.003 5.769 4,1

Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.

Wesentliche Einflussfaktoren für das um 125 Mio. € höhere Eigenkapital waren im Berichtszeitraum neben dem Ergebnis nach Steuern die ergebnisneutralen Entlastungen aus der Währungsumrechnung und der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zum Bilanzstichtag. Diesem Zuwachs des Eigenkapitals stand die Dividendenausschüttung in Höhe von 68 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €) gegenüber. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich damit leicht auf 32 Prozent (31.12.2021: 31 Prozent). Bereinigt um sämtliche Einflüsse des Segmentes "Finanzdienstleistungen" ergab sich eine auf das Segment "Intralogistik" bezogene Eigenkapitalquote in Höhe von 48 Prozent (31.12.2021: 48 Prozent).

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen verminderten sich sehr deutlich auf 177 Mio. € (31.12.2021: 228 Mio. €). Maßgeblich beeinflusst wurde der Rückgang durch die Effekte aus der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Deutschland, die sich aufgrund des von 1,3 Prozent zum Jahresende 2021 auf 3,3 Prozent zum Bilanzstichtag erhöhten Diskontierungszinssatzes ergaben. Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stiegen um 74 Mio. € auf 606 Mio. € (31.12.2021: 532 Mio. €). Dabei stand der Ablösung von Finanzierungen für die Mietgeräte in einzelnen europäischen Ländern ein deutlicher Aufbau der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten unter anderem zur Übernahme dieser Finanzierungen gegenüber. Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen lagen bedingt durch den Zugang neuer Verträge mit 1.941 Mio. € um 45 Mio. € über dem Wert zum 31. Dezember 2021 (1.896 Mio. €).

Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen waren mit 286 Mio. € nahezu unverändert gegenüber dem Wert zum 31. Dezember 2021 (287 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich unter anderem aufgrund der Ausweitung der Maßnahmen zur Risikovorsorge bei den Materialbestellungen auf 541 Mio. € (31.12.2021: 533 Mio. €). Die übrigen kurzfristigen Schulden stiegen aufgrund der deutlich erhöhten Vertragsverbindlichkeiten im Wesentlichen aus dem Geschäft mit Automatiksystemen um 33 Mio. € auf 396 Mio. € (31.12.2021: 363 Mio. €).

Finanzlage

Zum Berichtsstichtag war für den Konzern eine Nettoverschuldung von 76 Mio. € auszuweisen, während zum Jahresende 2021 noch ein Nettoguthaben von 222 Mio. € bestand. Diese deutliche Verminderung um 298 Mio. € gegenüber dem Jahresende 2021 resultierte vorrangig aus dem negativen Free Cashflow im 1. Halbjahr 2022.

Die für die Steuerung der Liquidität und Finanzierung des Konzerns verwendete Steuerungskennzahl Free Cashflow wird wie folgt aus den in der Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit übergeleitet:

ÜBERLEITUNG FREE CASHFLOW

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -220 115
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 81 -85
Bereinigung um die Auszahlungen für den Erwerb und die Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren sowie die Auszahlungen für Termingelder und Einzahlungen aus Termingeldern -131 54
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (bereinigt) -50 -31
Free Cashflow -270 84

KAPITALFLUSSRECHNUNG ¹⁾

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Ergebnis nach Steuern 103 121
Abschreibungen und Wertminderungen 193 177
Veränderung der Miet- und Leasinggeräte (ohne Abschreibungen) sowie der Forderungen aus Finanzdienstleistungen -201 -141
Veränderung der Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten und Finanzdienstleistungen -43 -30
Veränderung aus Working Capital -237 -18
Sonstige Veränderungen -36 6
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -220 115
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -50 -31
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 49 -201
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -221 -117

1) In der Kapitalflussrechnung wurden Wechselkurseffekte eliminiert. Daher können die dort dargestellten Veränderungen von Bilanzpositionen in der Bilanz nicht nachvollzogen werden.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Zeitraum Januar bis Juni 2022 minus 220 Mio. € und verminderte sich damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (plus 115 Mio. €) um 335 Mio. €. Der deutliche Rückgang wurde maßgeblich durch den starken Zuwachs im Working Capital, insbesondere in den Vorräten zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit und den Fertigerzeugnissen des Vertriebes, bestimmt. Dieser Zuwachs belastete den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum zusätzlich um 219 Mio. €. Darüber hinaus reduzierte sich der Cashflow durch den um 73 Mio. € höheren Mittelabfluss aus dem Zugang von Miet- und Leasinggeräten sowie der Entwicklung der Forderungen aus Finanzdienstleistungen und der Entwicklung der zugrunde liegenden Finanzierungen. Letztere waren insbesondere durch die Ablösung von Finanzierungen für die Mietgeräte in einzelnen europäischen Ländern geprägt. Weiterhin ergaben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42 Mio. € höhere Cashflow-Belastungen aus den sonstigen Veränderungen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag im Berichtszeitraum mit minus 50 Mio. € nur leicht über dem Wert des Vorjahreszeitraumes (minus 31 Mio. €) und enthielt neben den getätigten Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen die Auszahlungen für den Erwerb des bisherigen Vertriebspartners in Neuseeland.

Der Free Cashflow als Summe aus den Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit ging deutlich auf minus 270 Mio. € (Vorjahr: plus 84 Mio. €) zurück.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von plus 49 Mio. € erhöhte sich im 1. Halbjahr 2022 deutlich um 250 Mio. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum (minus 201 Mio. €). Maßgeblich hierfür war zum einen die verstärkte Aufnahme kurzfristiger Bankverbindlichkeiten unter anderem zur Finanzierung der Mietgeräte in einzelnen europäischen Ländern. Zum anderen war der Cashflow des 1. Halbjahres 2021 durch die Rückzahlung von Schuldscheindarlehenstranchen und den Abbau kurzfristiger Bankverbindlichkeiten geprägt.

Vermögenslage

ÜBERSICHT ZUR VERMÖGENSSTRUKTUR

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in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021 Veränd. %
Langfristige Vermögenswerte 3.202 3.079 4,0
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 907 922 -1,6
Miet- und Leasinggeräte 956 863 10,8
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 1.050 1.036 1,4
Übrige Vermögenswerte (inkl. Finanzanlagen) 250 224 11,6
Wertpapiere 39 34 14,7
Kurzfristige Vermögenswerte 2.801 2.690 4,1
Vorräte 1.009 764 32,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 786 755 4,1
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 388 371 4,6
Übrige Vermögenswerte 126 80 57,5
Liquide Mittel und Wertpapiere 492 720 -31,7
Bilanzsumme 6.003 5.769 4,1

Die Bilanzsumme stieg um 234 Mio. € und lag zum 30. Juni 2022 mit 6.003 Mio. € erstmals über 6 Mrd. € (31.12.2021: 5.769 Mio. €).

Im Wesentlichen bedingt durch den Abgang der Sachanlagen im Rahmen der Übergangskonsolidierung der Anteile an JTES gingen die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen von 922 Mio. € zum 31. Dezember 2021 um 15 Mio. € auf 907 Mio. € zum Bilanzstichtag zurück.

Aufgrund der Aufstockung der Fahrzeugbestände erhöhten sich die Buchwerte für Miet- und Leasinggeräte um 93 Mio. € auf 956 Mio. € (31.12.2021: 863 Mio. €). Die Buchwerte der Mietgeräte betrugen zum Bilanzstichtag nunmehr 424 Mio. € nach 363 Mio. € zum Geschäftsjahresende 2021. Die Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich von 500 Mio. € im Vorjahr auf 532 Mio. € im Berichtszeitraum. Die lang- und kurzfristigen Forderungen aus Finanzdienstleistungen lagen mit 1.438 Mio. € um 31 Mio. € leicht über dem Jahresendwert 2021 (1.407 Mio. €).

Die Vorräte wurden deutlich um 245 Mio. € auf 1.009 Mio. € (31.12.2021: 764 Mio. €) aufgebaut, bedingt durch die höheren Bestellungen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit und den Zuwachs der Fertigerzeugnisse des Vertriebes. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen zum Bilanzstichtag um 31 Mio. € auf 786 Mio. € (31.12.2021: 755 Mio. €) zu. Der Anstieg der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte von 80 Mio. € im Vorjahr um 46 Mio. € auf 126 Mio. € im Berichtszeitraum resultierte vor allem aus dem Anstieg der Umsatzsteuerguthaben und Ertragsteuerforderungen. Der Rückgang der liquiden Mittel und kurzfristigen Wertpapiere zum Bilanzstichtag um 228 Mio. € auf 492 Mio. € (31.12.2021: 720 Mio. €) stand vor allem im Zusammenhang mit dem negativen Free Cashflow im 1. Halbjahr 2022.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

KENNZAHLEN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021 Veränd. %
F&E-Ausgaben 1) gesamt 61 48 27,1
davon aktivierte Entwicklungsausgaben 13 9 44,4
Aktivierungsquote in % 21 19 -
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsausgaben 6 5 20,0
F&E-Kosten 1) laut Gewinn- und-Verlust-Rechnung 54 45 20,0

1) F&E: Forschung und Entwicklung

Wesentliche Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) konzentrierten sich im Berichtszeitraum auf die Weiterentwicklung effizienter Energiespeichersysteme basierend auf der Lithium-Ionen-Technologie, die damit einhergehenden Verbesserungen im Hinblick auf die Konstruktion neuer Flurförderzeuge sowie auf digitale Produkte. Außerdem bildeten die Automatisierung von Flurförderzeugen sowie die Optimierung von automatisierten Systemen einen weiteren Entwicklungsschwerpunkt.

Die gesamten F&E-Ausgaben, die im Wesentlichen Eigenleistungen beinhalten, stiegen im 1. Halbjahr 2022 deutlich um 13 Mio. € auf 61 Mio. € (Vorjahr: 48 Mio. €). Die Aktivierungsquote lag mit 21 Prozent in der Größenordnung des Vorjahres (19 Prozent).

Die F&E-Kosten laut Gewinn- und-Verlust-Rechnung beliefen sich im Berichtszeitraum auf 54 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. €). Sie enthielten erstmals die Aufwendungen der arculus.

Die Zahl der Beschäftigten, die konzernweit in Entwicklungsprojekten tätig waren, lag im Berichtszeitraum bei durchschnittlich 810 (Vorjahr: 640) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die starke Zunahme im Vergleich zum Vorjahr resultierte zum einen aus dem Zugang der arculus-Belegschaft. Zum anderen wurde vor dem Hintergrund der Strategie 2025+ die Kapazität in der Entwicklung weiter ausgebaut.

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

MITARBEITENDE

Im 1. Halbjahr 2022 wurde gegenüber Ende Dezember 2021 die Personalstärke im Jungheinrich Konzern um 297 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gemessen in

Vollzeitäquivalenten, erhöht. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf den Aufbau in der Vertriebsorganisation zurückzuführen. Das Ausscheiden der JTES aus dem Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen führte zu einer Reduzierung der Personalkapazität um 87 Vollzeitäquivalente. Zum 30. Juni 2022 waren 19.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Jungheinrich tätig, davon 41 Prozent im Inland und 59 Prozent im Ausland. Zusätzlich beschäftigte Jungheinrich zum 30. Juni 2022 konzernweit 659 (31.12.2021: 606) Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, davon fast alle in den inländischen Werken.

FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Hinsichtlich der allgemeinen Darstellung des Segmentes "Finanzdienstleistungen" wird auf die ausführlichen Erläuterungen innerhalb des zusammengefassten Lageberichtes im Geschäftsbericht 2021 verwiesen.

KENNZAHLEN FINANZDIENSTLEISTUNGEN

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in Mio. € 30.06.2022 30.06.2021 Veränd. %
Vertragszugang zum Neuwert 1) 383 368 4,1
Vertragsbestand zum Neuwert 3.707 3.450 7,4
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen 667 631 5,7
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 1.451 1.372 5,8
Eigenkapital 107 83 28,9
Schulden 2.330 2.233 4,3
Umsatz 1) 531 549 -3,3
EBIT 1) 13,0 8,1 60,5

1) 01.01.-30.06.

Das Zugangsvolumen aus langfristigen Finanzdienstleistungsverträgen belief sich im 1. Halbjahr 2022 auf 383 Mio. € (Vorjahr: 368 Mio. €). Vom wertmäßigen Zugangsvolumen entfielen 61 Prozent (Vorjahr: 67 Prozent) auf die acht Länder mit Jungheinrich Finanzdienstleistungsgesellschaften.

Der Vertragsbestand zum Neuwert erreichte 3.707 Mio. € (Vorjahr: 3.450 Mio. €). Bezogen auf die Anzahl der verkauften Neufahrzeuge wurden 40 Prozent über Finanzdienstleistungsverträge abgesetzt. Der Umsatz lag mit 531 Mio. € im 1. Halbjahr 2022 leicht unter dem Niveau des Vorjahres (549 Mio. €). Das EBIT des Segmentes "Finanzdienstleistungen" lag bei 13,0 Mio. € (Vorjahr: 8,1 Mio. €).

RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation

Die Früherkennung von Risiken und Chancen sowie die daraus abzuleitenden Maßnahmen sind wichtige Bestandteile der Unternehmensführung. In seiner Risikoeinschätzung stützt sich der Vorstand der Jungheinrich AG auf das Risikomanagement-System. Entsprechende Grundsätze und Vorgehensweisen sind im Rahmen des Risikomanagement-Systems in einer entsprechenden Konzernrichtlinie sowie in einem Risikomanagement-Handbuch definiert und werden fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Die Funktionsfähigkeit und die Wirksamkeit des Risikofrüherkennungs-Systems sind fester Bestandteil regelmäßiger Prüfungen durch die Konzernrevision und der jährlichen Abschlussprüfung. Erkenntnisse aus diesen Prüfungen werden bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Jungheinrich spezifischen Risikomanagement-Systems berücksichtigt.

Im Berichtszeitraum wurden keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des Jungheinrich Konzerns gefährden könnten.

Bis auf die im Folgenden aufgeführten Veränderungen im Risikofeld Extremereignisse und insbesondere das hierin enthaltene Risiko eines Ausfalls der Gaslieferungen aus Russland nach Deutschland haben sich seit der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2021 keine wesentlichen Veränderungen der Risiken und Chancen ergeben.

Extremereignisse

Bei Betrachtung der Risiko- und Chancensituation im Risikofeld Extremereignisse lassen sich im 1. Halbjahr 2022 deutliche Effekte durch den Krieg in der Ukraine beobachten.

Mit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 hat Jungheinrich einen zentralen Krisenstab etabliert, um die aufkommenden Risiken frühzeitig zu identifizieren und deren Auswirkungen auf das Unternehmen durch zeitnahe, geeignete und koordinierte Maßnahmen möglichst gering zu halten. Zusätzlich analysieren lokale sowie themenspezifische Krisenstäbe täglich verschiedene Szenarien, um bestmöglich auf die laufend veränderte Lage vorbereitet zu sein. Der Jungheinrich Konzern hat Tochtergesellschaften in Russland und der Ukraine. Der zentrale Krisenstab steht im engen Austausch mit den dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Die Sicherheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kunden und die Integrität von Geschäften sowie Lieferketten in der Ukraine sind durch den Krieg beeinträchtigt. Ein Fokus der Maßnahmen des Krisenstabes liegt auf dem Schutz der Belegschaft und deren Familien. Aus dem Krieg und seinen humanitären, politischen und ökonomischen Folgen wie Embargos, Sanktionen und Gegensanktionen ergeben sich diverse Risiken für den Jungheinrich Konzern.

Im Hinblick auf die Geschäftsaktivitäten in Russland sieht Jungheinrich ein ökonomisches Risiko. In Russland führen die von der EU und den USA verhängten Embargos und Sanktionen sowie die russischen Gegensanktionen zu einer möglichen Verkleinerung des russischen Marktes für europäische Unternehmen bis hin zu einer vollständigen Schließung des Marktes für Jungheinrich. Neben dem dadurch entstehenden Wertminderungsrisiko kann sich dies bis zu einem kompletten Enteignungsrisiko entwickeln. Das Wertminderungsrisiko zum 30. Juni 2022 besteht für bilanzierte Vermögenswerte in Höhe von 111 Mio. € (währungskursbereinigt mit 85 RUB/​EUR).

In der Ukraine besteht vor allem ein humanitäres Risiko. Im Fokus stehen der bestmögliche Schutz sowie die Unterstützung der Jungheinrich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit deren Familien sowie der Bevölkerung vor Ort. Des Weiteren sind durch den Russland-Ukraine-Krieg zum 30. Juni 2022 bilanzierte Vermögenswerte in Höhe von 5 Mio. € einem Wertminderungsrisiko ausgesetzt.

Neben den möglichen kriegsbedingten negativen Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten der lokalen Vertriebsgesellschaften in Russland und in der Ukraine entstehen durch die Unterbrechung der Material- beziehungsweise Energieversorgung auch erhöhte Risiken in den Produktions-, Einkaufs- und Logistikprozessen des Jungheinrich Konzerns. Darüber hinaus können Sanktionen und Gegensanktionen, wie zum Beispiel der potenzielle Ausfall der Gaslieferungen aus Russland nach Deutschland, Jungheinrich oder Zulieferer von Jungheinrich treffen. Dies stellt für die Lieferketten sowie die Produktion von Jungheinrich ein besonderes Risiko dar. Jungheinrich erarbeitet Maßnahmen zur Reduzierung der Erdgasabhängigkeit in den Werken und steht zur Situation in den Lieferketten im ständigen Kontakt mit den Produktionsmateriallieferanten.

Hinsichtlich der Corona-Pandemie haben sich die Risiken im Vergleich zum Beginn des Jahres trotz weiterhin hoher Infektionszahlen reduziert. Im Hinblick auf einzelne Märkte und das lokale Infektionsgeschehen stellt die Corona-Pandemie aber weiterhin ein Risiko dar, welches Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeiten von Jungheinrich und das weltweite Handels- und Liefergeschehen hat.

Informationssicherheit

Innerhalb des Risikofeldes Informationssicherheit sieht sich der Jungheinrich Konzern im Hinblick auf Cyberaktivitäten, trotz der weltweit erhöhten Risiken, aufgrund der umfangreichen und der stetig weiterentwickelten Maßnahmen weiterhin gut gegenüber Cyberangriffen aufgestellt. Die Risikoeinschätzung im Risikofeld Informationssicherheit verbleibt damit insgesamt unverändert.

KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DES JUNGHEINRICH KONZERNS

Trotz der hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges mit sich weiter verschärfenden Auswirkungen auf Lieferketten und Energie-, Rohstoff- und Materialpreise sowie dem gestiegenen Risiko einer möglichen Verknappung der Belieferung mit Gas aus Russland hat sich unsere Erwartung für das Gesamtjahr 2022 seit der Berichterstattung zum 1. Quartal 2022 im Mai 2022 nicht verändert. Alle Prognosewerte beziehen sich auf organisches Wachstum.

Aktuell gehen wir von einem leicht unter dem Vorjahr liegenden Auftragseingang aus (2021: 4,9 Mrd. €). Wir erwarten für den Konzernumsatz 2022 bei anhaltenden Engpässen in den Lieferketten einen leicht über dem Vorjahr liegenden Wert (2021: 4,2 Mrd. €). Das EBIT und das EBT dürften jeweils einen Wert erreichen, der deutlich unter dem Vorjahreswert liegt (2021: 360 Mio. € beziehungsweise 349 Mio. €). Wir rechnen mit ebenfalls deutlich niedrigeren Renditen für EBIT und EBT im Vergleich zum Vorjahr (2021: 8,5 Prozent beziehungsweise 8,2 Prozent).

Hinsichtlich der Materialkostenentwicklung erwarten wir, dass sich das aktuell bestehende sehr hohe Niveau fortsetzt. Für die Umsetzung unserer Strategie 2025+ planen wir auch für die verbleibenden Monate des Jahres 2022 einen Ausbau unserer personellen Kapazitäten, insbesondere in den strategischen Handlungsfeldern Automatisierung, Digitalisierung, Energiesysteme, Effizienz, Global Footprint und Nachhaltigkeit.

Der ROCE für das Geschäftsjahr 2022 dürfte deutlich unter dem Vorjahreswert (2021: 20,2 Prozent) liegen. Für die Ausrüstungsquote Lithium-Ionen werden aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Ist- und Prognosewerte berichtet.

Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung dürfte der Free Cashflow nach einem positiven Wert im Vorjahr (89 Mio. €) nunmehr einen deutlich negativen Wert im Berichtsjahr annehmen.

Auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie bestehen nach wie vor große Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklungen und der damit verbundenen Auswirkungen auf unser Geschäft. Die Prognose basiert deshalb auf der Annahme, dass es bis zum Jahresende nicht zu weitreichenden Produktionsstillständen kommt und Lieferketten weitgehend intakt bleiben. Unsere Maßnahmen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit setzen wir mit hoher Priorität fort.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Bei den vorstehenden Ausführungen handelt es sich um zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den aktuellen Erwartungen, Annahmen und Einschätzungen der Unternehmensleitung zu künftigen Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die größtenteils außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen. Insbesondere aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges ist der Ausblick auf das restliche Jahr 2022 mit einer besonders hohen Unsicherheit behaftet, da die eventuellen weiteren negativen, direkten und indirekten Auswirkungen auf das Unternehmen, insbesondere auf dessen globale Beschaffungs- und Absatzaktivitäten, derzeit nicht abgeschätzt werden können. Des Weiteren gehören zu den außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegenden Unsicherheitsfaktoren unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, einschließlich der Auswirkungen aufgrund der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie, innerhalb der Intralogistikbranche, der Materialversorgung, der Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Energie- und Rohstoffen, der Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten, der wettbewerbs- und ordnungspolitischen Entwicklungen sowie der regulatorischen Vorgaben, der Devisenkurse und Zinsen sowie auch der Ausgang anhängiger oder künftiger rechtlicher Verfahren. Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr oder Haftung für zukunftsgerichtete Aussagen wird daher nicht übernommen. Ferner besteht - unbeschadet bestehender kapitalmarktrechtlicher Verpflichtungen - weder die Absicht noch wird eine Verpflichtung übernommen, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS

KONZERN-GEWINN- UND -VERLUST-RECHNUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Umsatzerlöse 2.201,9 1.987,9
Umsatzkosten 1.520,4 1.355,5
Bruttoergebnis vom Umsatz 681,5 632,4
Vertriebskosten 402,0 359,6
Forschungs- und Entwicklungskosten 54,4 44,5
Allgemeine Verwaltungskosten 72,7 62,7
Sonstiges betriebliches Ergebnis 9,5 3,7
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern 161,9 169,3
Finanzergebnis -23,8 -4,6
Ergebnis vor Steuern 138,1 164,7
Ertragsteuern 34,7 43,7
Ergebnis nach Steuern 103,4 121,0
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend 0,4 0,3
davon auf die Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG entfallend 103,0 120,7
Ergebnis je Aktie in € (verwässert/​unverwässert) auf Basis des Ergebnisanteiles der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG
Stammaktien 1,00 1,17
Vorzugsaktien 1,02 1,19

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Ergebnis nach Steuern 103,4 121,0
Posten, die zukünftig möglicherweise in die Konzern-Gewinn- und -Verlust-Rechnung umgegliedert werden
Ergebnis aus der Bewertung von Finanzinstrumenten mit Sicherungsbeziehung 5,8 -1,0
Ergebnis aus der Währungsumrechnung 33,4 11,6
Ergebnis aus at-equity-bewerteten Anteilen -0,3 -0,5
Posten, die nicht in die Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
Ergebnis aus der Pensionsbewertung 53,5 6,7
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 92,4 16,8
Gesamtergebnis 195,8 137,8
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend 0,4 0,3
davon auf die Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG entfallend 195,4 137,5

KONZERNBILANZ

AKTIVA

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in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 907,3 921,7
Mietgeräte 424,5 362,9
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen 531,5 500,5
Finanzanlagen 66,3 56,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8,7 9,6
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 1.049,8 1.036,2
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 67,8 35,0
Wertpapiere 38,8 34,3
Latente Steueransprüche 106,9 121,9
3.201,6 3.078,7
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 1.009,3 763,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 786,5 755,0
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 388,4 371,3
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 125,7 80,1
Wertpapiere 192,7 245,6
Liquide Mittel 298,9 474,6
2.801,5 2.690,4
6.003,1 5.769,1

PASSIVA

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in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Eigenkapital
Anteile der Aktionärinnen und Aktionäre
der Jungheinrich AG 1.928,4 1.801,3
Nicht beherrschende Anteile - 1,3
1.928,4 1.802,6
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 177,2 227,8
Übrige Rückstellungen 66,9 65,3
Finanzverbindlichkeiten 276,3 282,4
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 1.370,5 1.344,4
Rechnungsabgrenzungsposten 25,5 32,1
Übrige Schulden 35,0 29,7
1.951,4 1.981,7
Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 286,3 286,9
Finanzverbindlichkeiten 329,6 250,5
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 569,8 552,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 541,1 533,0
Vertragsverbindlichkeiten 241,3 198,4
Rechnungsabgrenzungsposten 26,5 28,5
Übrige Schulden 128,7 135,5
2.123,3 1.984,8
6.003,1 5.769,1

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
Ergebnis nach Steuern 103,4 121,0
Abschreibungen und Wertminderungen 193,2 177,0
Veränderung der Rückstellungen -53,1 15,8
Veränderung der Miet- und Leasinggeräte (ohne Abschreibungen) -185,3 -109,0
Veränderung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden 20,8 17,6
Veränderung
Vorräte -260,9 -115,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte -30,8 -1,3
Forderungen aus Finanzdienstleistungen -15,4 -31,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16,4 57,8
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 29,3 16,8
Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten -72,3 -46,7
Vertragsverbindlichkeiten 38,4 40,8
Sonstige Veränderungen -4,0 -27,5
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -220,3 115,4
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte /​Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -40,1 -23,5
Auszahlungen für Investitionen in at-equity-bilanzierte Unternehmen und übrige Finanzanlagen -1,8 -2,5
Auszahlungen für den Erwerb von Gesellschaften und Geschäftsbereichen, abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -5,2 0,0
Veränderung von Wertpapieren und Investitionen in Termingelder 130,6 -53,6
Veränderung der gewährten Darlehen an nahestehende Unternehmen -2,6 -6,0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 80,9 -85,6
Gezahlte Dividenden an Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG -68,3 -42,8
Veränderung der Bankverbindlichkeiten und Finanzkredite 146,5 -133,8
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -29,4 -24,2
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 48,8 -200,8
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -90,6 -171,0
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelbestandes 9,2 4,5
Veränderung des Finanzmittelbestandes -81,4 -166,5
Finanzmittelbestand am 01.01. 350,3 527,0
Finanzmittelbestand am 30.06. 268,9 360,5

ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS

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Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Sonstige Eigenkapitalveränderungen
in Mio. € Währungsumrechnung Neubewertung Pensionen Marktbewertung derivativer Finanzinstrumente
Stand am 01.01.2022 102,0 78,4 1.719,5 -23,1 -75,2 -1,0
Ergebnis nach Steuern - - 103,0 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - 33,4 53,5 5,8
Gesamtergebnis - - 103,0 33,4 53,5 5,8
Dividende für das Vorjahr - - -68,3 - - -
Sonstiges - - - - - -
Stand am 30.06.2022 102,0 78,4 1.754,2 10,3 -21,7 4,8
Stand am 01.01.2021 102,0 78,4 1.496,1 -38,5 -90,1 -2,1
Ergebnis nach Steuern - - 120,7 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - 11,6 6,7 -1,0
Gesamtergebnis - - 120,7 11,6 6,7 -1,0
Dividende für das Vorjahr - - -42,8 - - -
Stand am 30.06.2021 102,0 78,4 1.574,0 -26,9 -83,4 -3,1
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Sonstige Eigenkapitalveränderungen
in Mio. € At-Equity bewertete Anteile Anteile der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG Nicht beherrschende Anteile Gesamt
Stand am 01.01.2022 0,7 1.801,3 1,3 1.802,6
Ergebnis nach Steuern - 103,0 0,4 103,4
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -0,3 92,4 - 92,4
Gesamtergebnis -0,3 195,4 0,4 195,8
Dividende für das Vorjahr - -68,3 - -68,3
Sonstiges - - -1,7 -1,7
Stand am 30.06.2022 0,4 1.928,4 - 1.928,4
Stand am 01.01.2021 0,6 1.546,4 0,1 1.546,5
Ergebnis nach Steuern - 120,7 0,3 121,0
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -0,5 16,8 - 16,8
Gesamtergebnis -0,5 137,5 0,3 137,8
Dividende für das Vorjahr - -42,8 - -42,8
Stand am 30.06.2021 0,1 1.641,1 0,4 1.641,5

KONZERNANHANG

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2021 wurde in Übereinstimmung mit den am Stichtag geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Es wurden alle zum 31. Dezember 2021 gültigen Standards und die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee berücksichtigt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Dementsprechend wurde auch dieser Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 in Übereinstimmung mit IAS 34 erstellt. Der vorliegende Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen Angaben in Mio. €. Die Gewinn- und-Verlust-Rechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

Die bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses zum 30. Juni 2022 und der Ermittlung der Vergleichszahlen für das Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021. Diese Grundsätze sind im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021 detailliert beschrieben.

Die erstmals zum 1. Januar 2022 verpflichtend anzuwendenden IFRS-Änderungen und -Neuregelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Jungheinrich Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022. Sie sind im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021 detailliert beschrieben.

Schätzungen

Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag sowie der Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode bestimmen. Schätzungen und Annahmen sind insbesondere erforderlich für die konzerneinheitliche Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern für Sachanlagen, Miet- und Leasinggeräte, für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, unter anderem für Pensionen, Garantie- und Entsorgungsverpflichtungen oder Rechtsstreitigkeiten. Den Schätzungen und Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand basieren und sowohl historische Erfahrungen als auch weitere Faktoren wie künftige Erwartungen einschließen.

Die für den Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2021 vorgenommenen Schätzungen und getroffenen Annahmen sind im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021 detailliert beschrieben.

Für den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde ein Abzinsungssatz zur Bewertung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen in Deutschland von 3,3 Prozent (31. Dezember 2021: 1,3 Prozent) und in Großbritannien von 3,8 Prozent (31. Dezember 2021: 1,8 Prozent) verwendet.

Im Rahmen der Aufstellung des Zwischenabschlusses zum 30. Juni 2022 beurteilte Jungheinrich, ob durch die aktuellen weltwirtschaftlichen sowie weltpolitischen Entwicklungen, insbesondere ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Krieg, Anhaltspunkte für Wertminderungen zum 30. Juni 2022 vorlagen.

Als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 wurden von der EU und den USA diverse Sanktionen gegen Russland verhängt. Jungheinrich hat bis auf Weiteres alle Exporte von Neu- und Gebrauchtgeräten und auch Ersatzteilen nach Russland und Belarus gestoppt. Bereits abgeschlossene russische Kundenaufträge im Neu- und Finanzdienstleistungsgeschäft, die infolgedessen nicht mehr erfüllt werden konnten, wurden storniert. Die lokale Geschäftstätigkeit wurde in Russland, beschränkt auf das Gebrauchtgeräte- und Kundendienstgeschäft, durch die russische Vertriebseinheit fortgesetzt sowie laufende Finanzdienstleistungsverträge wurden weiterhin erfüllt. Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses zum 30. Juni 2022 ging Jungheinrich von einer Fortführung des Geschäftsbetriebes in den Jungheinrich Gesellschaften in Russland und der Ukraine aus. Die Werthaltigkeit von einzelnen wesentlichen durch die Jungheinrich Gesellschaften in Russland und der Ukraine gehaltenen Vermögenswerten wurde zum 30. Juni 2022 überprüft und die Risiken von Strafzahlungen im Zusammenhang mit der Nichterfüllung von bereits abgeschlossenen Kundenaufträgen eingeschätzt. Als unmittelbare Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges erfasste Jungheinrich im 1. Halbjahr 2022 Aufwendungen für Wertberichtigungen und Risikovorsorgen in Höhe eines niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrages in den Umsatz- und Vertriebskosten.

Konsolidierungskreis

Neben der Jungheinrich AG, Hamburg, als Muttergesellschaft wurden 82 ausländische und 28 inländische Unternehmen in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasste 93 vollkonsolidierte Unternehmen einschließlich eines strukturierten Unternehmens, die direkt oder indirekt von der Jungheinrich AG beherrscht wurden. Nach der Equity-Methode wurden 15 Gemeinschaftsunternehmen und zwei assoziierte Unternehmen bilanziert.

Für die Ausweitung des Direktvertriebes in der Asien-Pazifik-Region erlangte Jungheinrich zum 29. April 2022 gegen Zahlung eines Kaufpreises von 5,4 Mio. € die Beherrschung über seinen bisherigen lokalen Vertriebspartner in Neuseeland, die Industrial Truck Sales New Zealand Forklifts (ITS Forklifts), Auckland (Neuseeland), und hält seitdem 100 Prozent der Stimmrechts- und Kapitalanteile an dieser Gesellschaft. Der Kaufpreis wurde in Form von liquiden Mitteln erbracht. Das übernommene Nettovermögen in Höhe von 4,6 Mio. € beinhaltete im Wesentlichen Vorräte, Leasinggeräte und Forderungen aus Finanzdienstleistungen sowie langfristige Kreditverbindlichkeiten. Aus zeitlichen Gründen konnten die Analyse und Bewertung der übernommenen Mietgeräte und Vorräte sowie der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten kundenbezogenen immateriellen Vermögenswerte bis zur Veröffentlichung des Zwischenabschlusses noch nicht abgeschlossen werden. In der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden die Mietgeräte und Vorräte mit ihren Buchwerten zum Erwerbszeitpunkt und die identifizierten kundenbezogenen immateriellen Vermögenswerte noch nicht angesetzt. Es ergab sich somit ein vorläufiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 0,8 Mio. €. Die transaktionsbezogenen Kosten in Höhe von 0,3 Mio. € wurden ergebniswirksam hauptsächlich in den Jahren 2021 und 2022 erfasst.

Als Folge einer nur einseitig vom bisherigen Minderheitsgesellschafter Triathlon Holding GmbH, Pyrbaum (Deutschland), durchgeführten Kapitalerhöhung reduzierte sich der von Jungheinrich gehaltene Anteil an der JT Energy Systems GmbH, Freiberg (Deutschland), von 70 Prozent auf 40 Prozent und Jungheinrich verlor mit Wirkung zum 27. April 2022 die Beherrschung an dieser Gesellschaft. Die Vermögenswerte und Schulden der JT Energy Systems einschließlich der nicht beherrschenden Anteile wurden mit ihren Buchwerten am Tag des Beherrschungsverlustes ausgebucht und die verbleibenden 40 Prozent Anteile mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Jungheinrich erfasste im Zusammenhang mit dem Verlust der Beherrschung einen Ertrag in Höhe von 4,6 Mio. € (vor Steuern) im sonstigen betrieblichen Ergebnis, davon entfielen plus 6,4 Mio. € auf die Bewertung des verbleibenden Jungheinrich Anteiles zum beizulegenden Zeitwert. Die JT Energy Systems wird seit dem Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung als Gemeinschaftsunternehmen einbezogen und nach der Equity-Methode bilanziert.

Jungheinrich erwarb zum 15. März 2022 gegen Zahlung eines Kaufpreises von 0,8 Mio. € weitere 3,5 Prozent Anteile an der Magazino GmbH, München (Deutschland). Damit erhöhte sich der von Jungheinrich gehaltene Anteil an dieser Gesellschaft auf insgesamt 21,7 Prozent und Jungheinrich erlangte einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik des Unternehmens. Die bisher gehaltenen Anteile an der Magazino GmbH wurden als übrige Finanzanlage erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Gesellschaft wird ab dem Zeitpunkt der Erlangung des maßgeblichen Einflusses als assoziiertes Unternehmen einbezogen und nach der Equity-Methode bilanziert.

Die übrigen Veränderungen des Konsolidierungskreises betrafen Unternehmensgründungen.

Umsatzerlöse

Jungheinrich realisiert Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden durch Übertragung von Gütern und Erbringung von Dienstleistungen sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen. Darüber hinaus erzielt der Konzern Erlöse aus Miet- und Leasingverträgen, bei denen Jungheinrich Leasinggeber ist.

ZUSAMMENSETZUNG DER UMSATZERLÖSE

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1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern
Umsatzrealisierung zu einem bestimmten Zeitpunkt 1.194,2 - 1.194,2 1.050,5 - 1.050,5
Umsatzrealisierung über einen Zeitraum 358,4 89,8 448,2 306,9 85,0 391,9
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.552,6 89,8 1.642,4 1.357,4 85,0 1.442,4
Umsatzerlöse aus Miet- und Leasingverträgen 193,0 366,5 559,5 162,7 382,8 545,5
Umsatzerlöse gesamt 1.745,6 456,3 2.201,9 1.520,1 467,8 1.987,9

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gliedern sich nach Regionen und berichtspflichtigen Segmenten, wie in folgender Tabelle dargestellt.

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN UND SEGMENTEN

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1. Halbjahr 2022 1. Halbjahr 2021
in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern
Deutschland 401,4 22,6 424,0 363,1 22,1 385,2
Italien 113,0 24,2 137,2 97,4 23,2 120,6
Frankreich 97,4 12,8 110,2 101,9 11,8 113,7
Großbritannien 64,3 13,1 77,4 52,7 11,8 64,5
Übriges Europa 628,2 15,1 643,3 545,0 14,2 559,2
Übrige Länder 248,3 2,0 250,3 197,3 1,9 199,2
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.552,6 89,8 1.642,4 1.357,4 85,0 1.442,4

Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die grundsätzliche Darstellung der einzelnen Finanzinstrumente, deren Bewertung sowie die Bewertungsverfahren und Inputfaktoren für die Ermittlung ihrer beizulegenden Zeitwerte wurden im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021 detailliert beschrieben.

Im Folgenden werden die im Zwischenabschluss verpflichtend aufzunehmenden zusätzlichen Angaben zu den Finanzinstrumenten dargestellt.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns zum Bilanzstichtag dar. Finanzielle Vermögenswerte und Schulden, die in der Konzernbilanz nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und bei denen der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, sind in der Tabelle nicht enthalten.

BUCHWERTE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE VON FINANZINSTRUMENTEN

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30.06.2022 31.12.2021
in Mio. € Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 1.438,2 1.413,4 1.407,5 1.424,3
Wertpapiere 1) 145,8 145,8 181,7 181,7
Finanzanlagen 2) 0,7 0,7 10,9 10,9
Derivative finanzielle Vermögenswerte 12,7 12,7 4,6 4,6
Schulden
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 1.940,3 1.898,6 1.896,4 1.902,7
Finanzverbindlichkeiten 3) 413,8 409,5 347,2 351,5
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 8,2 8,2 5,8 5,8

1) Zugeordnet der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
2) Ohne at-equity-bewertete Anteile
3) Ohne Leasingverbindlichkeiten IFRS 16

Die Buchwerte der im Konzernabschluss wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sind in folgender Tabelle in Abhängigkeit von ihren zur Ermittlung verwendeten Informations- und Inputfaktoren in die entsprechenden Stufen der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13 eingeordnet.

Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch nach ihren Inputfaktoren:

Stufe 1 - in aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,

Stufe 2 - andere Inputdaten als notierte Marktpreise, die sich für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preis) oder indirekt (abgeleitet aus Preisen) beobachten lassen,

Stufe 3 - herangezogene Inputfaktoren, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung des Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit basieren.

BEMESSUNGSHIERARCHIE FÜR FINANZINSTRUMENTE, DIE ZU BEIZULEGENDEN ZEITWERTEN BEWERTET WERDEN

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30.06.2022
in Mio. € Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Vermögenswerte
Wertpapiere 1) 145,8 - - 145,8
Finanzanlagen 2) - - 0,7 0,7
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0,2 12,5 - 12,7
Schulden
Derivate finanzielle Verbindlichkeiten 0,1 8,1 - 8,2
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31.12.2021
in Mio. € Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Vermögenswerte
Wertpapiere 1) 181,7 - - 181,7
Finanzanlagen 2) - - 10,9 10,9
Derivative finanzielle Vermögenswerte - 4,6 - 4,6
Schulden
Derivate finanzielle Verbindlichkeiten - 5,8 - 5,8

1) Zugeordnet der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
2) Ohne at-equity-bewertete Anteile

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 1 wurde auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 2 wurde in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Bewertungsmodellen basierend auf Discounted-Cashflow-Analysen und unter Verwendung von beobachtbaren aktuellen Marktpreisen für ähnliche Instrumente bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminaufschläge beziehungsweise -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wurde auf der Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven unter Berücksichtigung der jeweiligen Zahlungsfälligkeiten ermittelt. Kontrahentenrisiken wurden bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von Jungheinrich berücksichtigt.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 3 wurde mittels allgemein anerkannter Bewertungsmodelle durch die Diskontierung der zukünftig erwarteten Zahlungsströme (Discounted-Cashflow-Methode) ermittelt. Dabei wurde sowohl bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes als auch bei der Prognose der langfristigen Ergebnisentwicklung eine marktorientierte Sichtweise eingenommen. Es wurden ein unternehmensindividueller Diskontierungszinssatz und die geplanten Zahlungsströme aus der vom Beteiligungsunternehmen erstellten und durch das Management der Jungheinrich AG plausibilisierten Fünf-Jahres-Planung verwendet. Für die Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode wurden langfristige Umsatz- und Renditeerwartungen angesetzt. Hierbei wurden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt.

Die Finanzanlagen umfassten Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Beteiligungen und wurden im Konzernabschluss zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Anteile verfügten über keinen notierten Marktpreis. Für die Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ergab sich der beizulegende Zeitwert aus den fortgeführten Anschaffungskosten zum Bilanzstichtag. Für wesentliche sonstige Beteiligungen wurde der beizulegende Zeitwert unter Verwendung eines aktuellen Zinssatzes sowie der aktuell verfügbaren, zukünftig erwarteten Zahlungsströme des Unternehmens ermittelt. Für die übrigen sonstigen Beteiligungen ergab sich der beizulegende Zeitwert aus den fortgeführten Anschaffungskosten zum Bilanzstichtag. Zum 31. Dezember 2021 betraf der Buchwert der Finanzanlagen mit 9,5 Mio. € die Beteiligung an der Magazino GmbH, München (Deutschland). Jungheinrich erwarb im Jahr 2022 weitere Anteile an dieser Gesellschaft und erlangte dadurch einen maßgeblichen Einfluss. Zum 30. Juni 2022 wurde die Beteiligung an der Magazino GmbH, München (Deutschland), als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen und nach der Equity-Methode bilanziert.

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1 und 2 vorgenommen.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung umfasst die berichtspflichtigen Segmente "Intralogistik" und "Finanzdienstleistungen". Die grundsätzliche Darstellung der Segmentinformationen wurde im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021 detailliert beschrieben.

Im Jungheinrich Konzern wurden die zum 31. Dezember 2021 im Segment "Intralogistik" als Rückstellungen bilanzierten Vorsorgen für Restwertrisiken aufgelöst und gleichzeitig, in Abhängigkeit von der Klassifizierung der langfristigen Kundenverträge, die Buchwerte der Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen, der Forderungen aus Finanzdienstleistungen und der Vorräte aufwandswirksam reduziert. Details können dem Konzernanhang im Geschäftsbericht 2021 entnommen werden. In den Überleitungspositionen des Jahres 2022 wurden die Beträge aus dieser segmentübergreifenden Saldierung entsprechend dargestellt.

Darüber hinaus enthielten die Überleitungspositionen des Berichtsjahres und des Jahres 2021 die im Rahmen der Konsolidierung zu eliminierenden konzerninternen Umsätze, Zinsen und Zwischenerfolge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten.

SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DAS 1. HALBJAHR 2022

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in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung Jungheinrich Konzern
Außenumsatzerlöse 1.745,6 456,3 2.201,9 - 2.201,9
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 489,2 74,7 563,9 -563,9 -
Umsatzerlöse gesamt 2.234,8 531,0 2.765,8 -563,9 2.201,9
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) 133,1 13,0 146,1 15,8 161,9
Finanzergebnis -23,6 -0,2 -23,8 - -23,8
Segmentergebnis (EBT) 109,5 12,8 122,3 15,8 138,1
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 906,3 1,0 907,3 - 907,3
Mietgeräte 424,5 - 424,5 - 424,5
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen - 667,3 667,3 -135,8 531,5
Finanzanlagen 90,7 - 90,7 -24,4 66,3
Vorräte 967,5 45,1 1.012,6 -3,3 1.009,3
Forderungen aus Finanzdienstleistungen - 1.451,3 1.451,3 -13,1 1.438,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 824,8 114,4 939,2 -144,0 795,2
Liquide Mittel und Wertpapiere 508,2 22,2 530,4 - 530,4
Übrige Vermögenswerte 430,1 135,6 565,7 -265,3 300,4
Vermögenswerte 30.06. 4.152,1 2.436,9 6.589,0 -585,9 6.003,1
Eigenkapital 30.06. 2.011,7 106,5 2.118,2 -189,8 1.928,4
Pensionsrückstellungen 177,0 0,2 177,2 - 177,2
Übrige Rückstellungen 378,6 0,7 379,3 -26,1 353,2
Finanzverbindlichkeiten 602,2 3,7 605,9 - 605,9
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen - 1.940,3 1.940,3 - 1.940,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 545,8 139,3 685,1 -144,0 541,1
Vertragsverbindlichkeiten 241,2 0,1 241,3 - 241,3
Übrige Schulden 195,6 246,1 441,7 -226,0 215,7
Schulden 30.06. 2.140,4 2.330,4 4.470,8 -396,1 4.074,7
Eigenkapital und Schulden 30.06. 4.152,1 2.436,9 6.589,0 -585,9 6.003,1

SEGMENTINFORMATIONEN FÜR DAS 1. HALBJAHR 2021

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in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung Jungheinrich Konzern
Außenumsatzerlöse 1.520,1 467,8 1.987,9 - 1.987,9
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 465,6 80,8 546,4 -546,4 -
Umsatzerlöse gesamt 1.985,7 548,6 2.534,3 -546,4 1.987,9
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) 156,8 8,1 164,9 4,4 169,3
Finanzergebnis -4,0 -0,6 -4,6 - -4,6
Segmentergebnis (EBT) 152,8 7,5 160,3 4,4 164,7
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 824,7 1,1 825,8 - 825,8
Mietgeräte 308,0 - 308,0 - 308,0
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen - 631,4 631,4 -127,4 504,0
Finanzanlagen 77,8 - 77,8 -24,4 53,4
Vorräte 612,5 46,3 658,8 -2,3 656,5
Forderungen aus Finanzdienstleistungen - 1.371,6 1.371,6 - 1.371,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 728,7 107,5 836,2 -148,8 687,4
Liquide Mittel und Wertpapiere 841,9 25,3 867,2 - 867,2
Übrige Vermögenswerte 325,1 132,3 457,4 -268,6 188,8
Vermögenswerte 30.06. 3.718,7 2.315,5 6.034,2 -571,5 5.462,7
Eigenkapital 30.06. 1.764,6 82,8 1.847,4 -205,9 1.641,5
Pensionsrückstellungen 225,5 0,1 225,6 - 225,6
Übrige Rückstellungen 334,1 1,3 335,4 - 335,4
Finanzverbindlichkeiten 606,8 0,1 606,9 - 606,9
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen - 1.832,1 1.832,1 - 1.832,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 447,8 145,1 592,9 -148,9 444,0
Vertragsverbindlichkeiten 165,2 0,1 165,3 - 165,3
Übrige Schulden 174,7 253,9 428,6 -216,7 211,9
Schulden 30.06. 1.954,1 2.232,7 4.186,8 -365,6 3.821,2
Eigenkapital und Schulden 30.06. 3.718,7 2.315,5 6.034,2 -571,5 5.462,7

Die Finanzkennzahl ROCE stellt die operative Rendite des Jungheinrich Konzerns auf Basis des im Segment "Intralogistik" erwirtschafteten EBIT (bei unterjähriger Berichterstattung annualisiert) im Verhältnis zu dem diesem Segment zugeordneten, gebundenen Kapital (Durchschnitt aus dem gebundenen Kapital zum aktuellen Stichtag und zu den Stichtagen der drei vorangegangenen Quartale) dar. Für den Berichtszeitraum ergab sich ein ROCE von 14,4 Prozent (Vorjahr: 19,5 Prozent).

Ereignisse nach Ablauf des 1. Halbjahres 2022

Es sind keine Vorgänge oder Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach Ablauf des 1. Halbjahres 2022 eingetreten.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die maßgeblichen Stammaktionärinnen und -aktionäre der Jungheinrich AG sind die LJH-Holding GmbH, Wohltorf, und die WJH-Holding GmbH, Aumühle.

Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen unterhielt Jungheinrich Beziehungen zu Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und verbundenen, nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Alle Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen resultierten aus der normalen Geschäftstätigkeit und wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Die Transaktionen mit den nicht konsolidierten Tochterunternehmen waren von geringem Umfang.

Mitglieder des Vorstandes beziehungsweise des Aufsichtsrates der Jungheinrich AG sind Mitglieder in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien anderer Unternehmen, mit denen die Jungheinrich AG im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen werden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen abgewickelt.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Hamburg, den 12. August 2022

Jungheinrich Aktiengesellschaft

Der Vorstand

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Dr. Lars Brzoska Christian Erlach Dr. Volker Hues Sabine Neuß

FINANZKALENDER

12. August 2022

Zwischenbericht zum 30. Juni 2022

11. November 2022

Quartalsmitteilung zum 30. September 2022

IMPRESSUM

Jungheinrich Aktiengesellschaft

Friedrich-Ebert-Damm 129

22047 Hamburg

Telefon: +49 40 6948-0

Telefax: +49 40 6948-1777

info@jungheinrich.de

www.jungheinrich.com

Wertpapierkennnummern

ISIN DE0006219934, WKN 621993