Jungheinrich Aktiengesellschaft

Hamburg

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023

Über diesen Bericht

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Kennzahlen auf einen Blick

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Jungheinrich Konzern 2. Quartal 2023 2. Quartal 2022 Veränderung % 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
Auftragseingang Mio. € 1.334 1.128 18,3 2.684 2.461
Auftragsbestand 30.06. /​ 31.12. Mio. € 1.731 1.814
Umsatzerlöse Mio. € 1.367 1.140 19,9 2.658 2.202
davon Inland Mio. € k.A. k.A. - 600 514
davon Ausland Mio. € k.A. k.A. - 2.058 1.688
Auslandsquote % k.A. k.A. - 77 77
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) Mio. € 115,7 84,0 37,7 235,8 161,9
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) % 8,5 7,4 - 8,9 7,4
ROCE 1 % k.A. k.A. 18,2 14,4
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 102,4 71,2 43,8 221,9 138,1
EBT-Rendite (EBT-ROS) % 7,5 6,2 - 8,3 6,3
Ergebnis nach Steuern Mio. € 74,7 53,9 38,6 163,1 103,4
Free Cashflow Mio. € k.A. k.A. - - 182 - 270
Investitionen 2 Mio. € k.A. k.A. - 37 29
Ausgaben für Forschung und Entwicklung Mio. € k.A. k.A. - 72 61
Bilanzsumme 30.06. /​ 31.12. Mio. € 6.688 6.003
Eigenkapital 30.06. /​ 31.12. Mio. € 2.113 1.928
davon gezeichnetes Kapital Mio. € 102 102
Mitarbeitende 30.06. /​ 31.12. FTE 3 20.445 19.400
davon Inland FTE 3 8.329 8.040
davon Ausland FTE 3 12.116 11.360
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Jungheinrich Konzern Veränderung % Jahr 2022
Auftragseingang 9,1 4.791
Auftragsbestand 30.06. /​ 31.12. - 4,6 1.595
Umsatzerlöse 20,7 4.763
davon Inland 16,7 1.106
davon Ausland 21,9 3.657
Auslandsquote - 77
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) 45,6 386
EBIT-Rendite (EBIT-ROS) - 8,1
ROCE 1 - 16,3
Ergebnis vor Steuern (EBT) 60,7 347
EBT-Rendite (EBT-ROS) - 7,3
Ergebnis nach Steuern 57,7 270
Free Cashflow - 32,6 - 239
Investitionen 2 27,6 73
Ausgaben für Forschung und Entwicklung 18,0 128
Bilanzsumme 30.06. /​ 31.12. 11,4 6.164
Eigenkapital 30.06. /​ 31.12. 9,6 2.051
davon gezeichnetes Kapital - 102
Mitarbeitende 30.06. /​ 31.12. 5,4 19.807
davon Inland 3,6 8.251
davon Ausland 6,7 11.556
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Jungheinrich Aktie 30.06.2023 30.06.2022 31.12.2022
Ergebnis je Vorzugsaktie 4 1,61 1,02 2,65
Eigenkapital je Aktie 20,72 18,90 20,10
Börsenkurs 5 Hoch 36,76 46,18 46,18
Tief 27,04 20,80 20,20
Schluss 33,54 20,80 26,58
Marktkapitalisierung Mio. € 3.421 2.122 2.711
Börsenumsatz 6 Mio. € 445 600 1.025
KGV 7 Faktor 10,4 10,2 10,0
Anzahl Aktien 8 Mio. Stück 102 102 102

1 EBIT des Segmentes "Intralogistik" in % zum durchschnittlich gebundenen Kapital des Segmentes "Intralogistik"
2 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungsausgaben und Nutzungsrechte
3 FTE = Full Time Equivalents (Vollzeitäquivalente)
4 auf Basis des Ergebnisanteiles der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG
5 Xetra-Schlusskurse
6 Xetra und Frankfurt
7 KGV = Schlusskurs /​ Ergebnis je Vorzugsaktie annualisiert
8 eingeteilt in 54,0 Mio. Stück Stammaktien und 48,0 Mio. Stück Vorzugsaktien

Jungheinrich Aktie

Im 1. Halbjahr 2023 wurde das Geschehen an den internationalen Kapitalmärkten neben dem andauernden Russland-Ukraine-Krieg durch Inflation, Zinserhöhungen der Notenbanken sowie Rezessionsbefürchtungen bestimmt. Die maßgeblichen inländischen Aktienindizes verzeichneten dennoch spürbare Kursgewinne. So erreichte der DAX von Januar bis Juni 2023 einen Wertzuwachs von 16 Prozent, der MDAX wies ein Plus von 10 Prozent auf.

Die deutlich über den Vergleichsindizes liegende Kursentwicklung der Jungheinrich Aktie im 1. Quartal setzte sich im 2. Quartal 2023 weiter fort. So verbuchte die Aktie nach sechs Monaten im laufenden Jahr mit einem Schlusskurs von 33,54 € zum Halbjahresende sogar ein Plus von 26 Prozent. Die Marktkapitalisierung erhöhte sich damit um 710 Mio. € auf 3.421 Mio. € (31. Dezember 2022: 2.711 Mio. €). Ihren Tiefststand im 1. Halbjahr 2023 markierte die Aktie am 2. Januar 2023 mit 27,04 €, nur kurze Zeit später am 2. Februar 2023 erreichte sie mit 36,76 € ihren Höchststand.

Die Hauptversammlung der Jungheinrich AG am 11. Mai 2023 hat für das Geschäftsjahr 2022 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,68 € je nennbetragslose Vorzugsaktie beziehungsweise 0,66 € je nennbetragslose Stammaktie beschlossen. Somit erfolgte für das Jahr 2022 wie im Vorjahr eine Ausschüttung von insgesamt 68 Mio. €.

Kursentwicklung im 1. Halbjahr 2023

in %

Konzern-Zwischenlagebericht

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Erwartungsgemäß gute Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2023

US-Akquisition Storage Solutions erstmalig einbezogen

Prognose für 2023 bestätigt

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Wachstumsraten für ausgewählte Wirtschaftsregionen

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Bruttoinlandsprodukt in % Prognose 2023 2022
Welt 3,0 3,5
USA 1,8 2,1
China 5,2 3,0
Eurozone 0,9 3,5
Deutschland - 0,3 1,8

Quelle: Internationaler Währungsfonds (Stand: 25 Juli 2023) mit aktualisierten Vorjahresangaben im Vergleich zum zusammengefassten Lagebericht 2022

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen in seiner Veröffentlichung vom 25. Juli 2023 für das Jahr 2023 im Vergleich zum April 2023, mit Ausnahme für China, angepasst. Dabei zeigt sich der IWF für die Weltwirtschaft insgesamt etwas zuversichtlicher als noch im Frühjahr. Demzufolge rechnet er mit einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,0 Prozent (2022: 3,5 Prozent), da sich die Weltwirtschaft nach und nach von der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg erholt. Im April war der IWF noch von 2,8 Prozent ausgegangen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA soll um 1,8 Prozent steigen (2022: 2,1 Prozent). Für die chinesische Wirtschaft wird ein Wachstum von 5,2 Prozent angenommen (2022: 3,0 Prozent). Die aktuelle Erwartung für die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum liegt bei nur 0,9 Prozent (2022: 3,5 Prozent), für die deutsche Wirtschaft wird für 2023 mit einem Rückgang von 0,3 Prozent (2022: 1,8 Prozent Wachstum) sogar eine Rezession prognostiziert. Aus Sicht des IWF leidet der heimische Markt unter der gegenwärtigen Schwäche der Industrie infolge höherer Energiepreise und unter einem schwachen Welthandel. In Deutschland erzielt Jungheinrich in etwa ein Viertel seines Konzernumsatzes.

WESENTLICHE EREIGNISSE IM 1. HALBJAHR 2023

Jungheinrich hat am 25. Januar 2023 einen Vertrag zum Erwerb der in Westfield, Indiana (USA), ansässigen Storage-Solutions-Gruppe unterzeichnet. Storage Solutions zählt zu den führenden Anbietern von Lösungen aus den Bereichen Regalsysteme und Lagerautomatisierung in den USA und verfügt über 45 Jahre Erfahrung, einen attraktiven Kundenstamm sowie exzellentes Know-how für passgenaue Lagerplanung, -automatisierung und -integration. Damit erweitert Jungheinrich maßgeblich seinen Zugang zum US-Markt für Lagereinrichtungen und Automatisierung. Die Akquisition wurde am 15. März 2023 vollzogen. Der finale Kaufpreis betrug gemäß dem vertraglich vereinbarten Kaufpreisanpassungsmechanismus 325 Mio. € und wurde aus Fremdkapital und vorhandenen Barmitteln finanziert.

Die Storage-Solutions-Gruppe wurde erstmalig mit Wirkung zum 15. März 2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Im Berichtzeitraum sind Umsatzerlöse in Höhe von 69 Mio. € sowie ein EBIT-Effekt in Höhe von insgesamt - 7 Mio. € berücksichtigt. Dieser Effekt ergibt sich aus einem positiven operativen EBIT-Beitrag und Belastungen aus Berücksichtigung von transaktionsbezogenen Kosten, Effekten aus der Kaufpreisallokation sowie der variablen, erfolgsabhängigen Vergütungskomponente für das Management der Storage-Solutions-Gruppe. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 288 Mio. € zum Erwerbszeitpunkt resultierte hauptsächlich aus dem Zugang der gut ausgebildeten Belegschaft sowie aus der erwarteten Ausschöpfung von Synergien und Zukunftspotenzialen im Bereich der Lagerautomatisierung in den USA. Storage Solutions wird für Jungheinrich die strategische Plattform in den USA für dieses Geschäft bilden.

GESCHÄFTSVERLAUF UND ERTRAGSLAGE

Auftragseingang und Auftragsbestand

Der Auftragseingang, der alle Geschäftsfelder - Neugeschäft 1, Miete und Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst - umfasst, lag im Berichtszeitraum mit 2.684 Mio. € um 9 Prozent über dem Vorjahreswert von 2.461 Mio. €. Der auf die Storage-Solutions-Gruppe entfallende Auftragseingang betrug 89 Mio. €.

1 Das Neugeschäft umfasst neue Flurförderzeuge, Automatiksysteme und Lagereinrichtungen, Regalbediengeräte und Lastaufnahmemittel, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Energielösungen sowie digitale Produkte.

Der Auftragsbestand des Neugeschäftes erreichte zum Ende des 1. Halbjahres 2023 einen Wert von 1.731 Mio. € und berücksichtigt den Auftragsbestand der Storage-Solutions-Gruppe in Höhe von 145 Mio. €. Gegenüber dem Bestandswert von 1.595 Mio. € zum Jahresende 2022 ergab sich ein Aufbau um 136 Mio. € beziehungsweise 9 Prozent.

Umsatz

Der Konzernumsatz erreichte im 1. Halbjahr 2023 mit 2.658 Mio. € einen um 21 Prozent höheren Wert als im Vorjahreszeitraum (2.202 Mio. €). Die Erlöse im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland stiegen im Berichtszeitraum um 17 Prozent auf 600 Mio. € (Vorjahr: 514 Mio. €).

Im Ausland erhöhten sich die Umsätze noch deutlicher um 22 Prozent auf 2.058 Mio. € (Vorjahr: 1.688 Mio. €). Dort stiegen neben dem akquisitionsbedingten Umsatzzuwachs in den USA durch Storage Solutions vor allem die Umsätze in Großbritannien, Frankreich, Italien und der Schweiz. Die Auslandsquote lag wie im Vorjahr bei 77 Prozent.

Außerhalb Europas lag der Umsatzsprung bei 57 Prozent auf 498 Mio. € (Vorjahr: 317 Mio. €). Damit stieg der außereuropäische Anteil am Konzernumsatz auf 19 Prozent (Vorjahr: 14 Prozent). Wesentlicher Grund hierfür ist die erstmalige anteilige Einbeziehung der Storage-Solutions-Gruppe.

Umsatzerlöse 1. Halbjahr 2023 nach Regionen

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in Mio. € 1. Halbjahr
2023
1. Halbjahr
2022
Veränd. %
Deutschland 600 514 16,7
Westeuropa 1.157 991 16,8
Osteuropa 403 380 6,1
Übrige Länder 498 317 57,1
Gesamt 2.658 2.202 20,7

Umsatzaufteilung

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in Mio. € 1. Halbjahr
2023
1. Halbjahr
2022
Veränd. %
Neugeschäft 1.587 1.270 25,0
Miete und Gebrauchtgeräte 377 338 11,5
Kundendienst 711 627 13,4
Segment "Intralogistik" 2.675 2.235 19,7
Segment
"Finanzdienstleistungen"
640 531 20,5
Überleitung - 657 - 564 16,5
Jungheinrich Konzern 2.658 2.202 20,7

Wesentlicher Treiber für den gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Konzernumsatz war insbesondere das Neugeschäft. Neben den sehr guten Zuwächsen bei Neufahrzeugen trugen auch die im Neugeschäft berücksichtigten Umsatzerlöse von Storage Solutions (69 Mio. €) zu dieser Entwicklung bei. Durch das etablierte Krisenmanagement in Bezug auf die Beschaffungsprozesse und durch die Entwicklung von alternativen Lieferanten sowie Versorgungswegen wurden die Lieferketten gegen Unterbrechungen gesichert.

Im Finanzdienstleistungsgeschäft lag der Umsatz aufgrund der deutlichen Geschäftsausweitung mit 640 Mio. € im 1. Halbjahr 2023 über dem Wert des Vorjahreszeitraumes (531 Mio. €).

Ertragslage

Kostenstruktur (GuV)

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in Mio. € 1. Halbjahr
2023
1. Halbjahr
2022
Veränd. %
Umsatzkosten 1.812 1.520 19,2
Bruttoergebnis 846 682 24,0
Vertriebskosten 461 402 14,7
Forschungs- und
Entwicklungskosten
55 54 1,9
Allgemeine Verwaltungskosten 91 73 24,7

Das Bruttoergebnis vom Umsatz stieg um 164 Mio. € auf 846 Mio. € (Vorjahr: 682 Mio. €) und damit überproportional zum Konzernumsatz. Es profitierte im Berichtszeitraum von dem deutlich gestiegenen Umsatzvolumen und geeigneten Maßnahmen zur Margenabsicherung. Die Bruttomarge stieg von 31,0 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 31,8 Prozent im 1. Halbjahr 2023.

Die Vertriebskosten erhöhten sich vorwiegend aufgrund des Personalaufbaus im Vertrieb und dem damit verbundenen Anstieg der Personalaufwendungen. In der Vertriebskostenentwicklung schlagen sich ebenfalls Effekte aus der Akquisition - Zugänge von Mitarbeitenden, die variable Vergütungskomponente für das Management der Storage-Solutions-Gruppe (6 Mio. €) sowie die Kaufpreisallokation (5 Mio. €) - nieder. Vor dem Hintergrund der stärker gestiegenen Umsatzerlöse sank der Anteil der Vertriebskosten am Konzernumsatz auf 17,3 Prozent nach 18,3 Prozent im Vorjahr.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten verblieben im Berichtszeitraum mit 55 Mio. € in ähnlicher Größenordnung wie im Vorjahr (54 Mio. €).

In der Entwicklung der Verwaltungskosten spiegeln sich die mit der Fortführung der strategischen Projekte zur Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung und Digitalisierung verbundenen Aufwendungen - einschließlich der Aufwendungen für den Aufbau von Personalkapazitäten - wider, die gegenüber dem Vorjahr wie geplant deutlich weiter gesteigert wurden. Der Anteil der Verwaltungskosten am Konzernumsatz bewegte sich mit 3,4 Prozent dennoch in der Größenordnung des Vorjahres (3,3 Prozent).

Das sonstige betriebliche Ergebnis sank in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 um 14 Mio. € auf -4 Mio. € (Vorjahr: +10 Mio. €), vorrangig belastet durch die Transaktionskosten für die Akquisition der Storage-Solutions-Gruppe in Höhe von 8 Mio. €. Im Vorjahr war ein Nettoertrag aus der Übergangskonsolidierung der Anteile an der JT Energy Systems GmbH (5 Mio. €) enthalten.

Das EBIT stieg deutlich um 74 Mio. € beziehungsweise 46 Prozent auf 236 Mio. € (Vorjahr: 162 Mio. €). Der darin enthaltene operative Ergebnisbeitrag der Storage-Solutions-Gruppe belief sich auf 12 Mio. €. Unter Berücksichtigung der belastenden Effekte aus transaktionsbezogenen Kosten, der Kaufpreisallokation sowie der variablen Vergütungskomponente in Höhe von insgesamt 19 Mio. € im 1. Halbjahr 2023 ergab sich per Saldo ein negativer EBIT-Beitrag der Storage-Solutions-Gruppe in Höhe von insgesamt 7 Mio. €. Die EBIT-Rendite lag mit 8,9 Prozent deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraumes (7,4 Prozent).

Das Finanzergebnis im 1. Halbjahr 2023 betrug -14 Mio. € (Vorjahr: - 24 Mio. €) und war im Wesentlichen durch die Bewertung der im Spezialfonds gehaltenen Wertpapiere und Derivate beeinflusst. Im Berichtszeitraum waren hier Erträge zu verzeichnen, im Vorjahreszeitraum hingegen fielen spürbare Verluste an. Hinzu kamen positive Effekte aus der Währungssicherung der Kaufpreiszahlung für Storage Solutions bei Abschluss der Transaktion im 1. Quartal 2023. Mit 222 Mio. € stieg das EBT sehr deutlich um 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (138 Mio. €). Die EBT-Rendite erreichte 8,3 Prozent (Vorjahr: 6,3 Prozent).

Die Ertragsteuerbelastung erhöhte sich entsprechend der Ergebnisentwicklung auf 59 Mio. € (Vorjahr: 35 Mio. €). Somit wurde ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 163 Mio. € (Vorjahr: 103 Mio. €) erzielt. Das Ergebnis je Vorzugsaktie (auf Basis des Ergebnisanteiles der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG) erreichte 1,61 € (Vorjahr: 1,02 €).

Der ROCE stieg deutlich auf 18,2 Prozent (Vorjahr: 14,4 Prozent). Ursächlich hierfür war vor allem das gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich höhere EBIT des Segmentes "Intralogistik". Im Vergleich dazu entwickelte sich das durchschnittlich gebundene Kapital unterproportional im Anstieg. Dies war vor allem auf die Erhöhung des Working Capital im 3. und 4. Quartal 2022 im Segment zurückzuführen, während sich das Working Capital im 1. und 2. Quartal 2023 durch das gezielte Working Capital Management vergleichsweise stabil entwickelte.

KAPITALSTRUKTUR, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Der Kapitalbedarf der Jungheinrich AG wurde aus dem operativen Cashflow sowie durch kurz- und langfristige Finanzierungen gedeckt. Jungheinrich verfügte über eine solide Liquiditätsreserve. Zum 30. Juni 2023 betrug die Höhe der zugesagten mittelfristigen Kreditrahmen 305 Mio. €. Diese wurden durch kurzfristige bilaterale Kreditlinien in Höhe von 185 Mio. € sowie ein Commercial-Paper-Programm in Höhe von 300 Mio. € ergänzt. Die mittelfristigen Kreditrahmen, die kurzfristigen Kreditlinien sowie das Commercial-Paper-Programm wurden nur zu einem geringen Anteil ausgenutzt. Ergänzend standen separate Avalkreditlinien in Höhe von insgesamt 156 Mio. € zur Verfügung, die fast zur Hälfte genutzt wurden. Darüber hinaus bestanden Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 160 Mio. €. Kreditrahmen- und Schuldscheindarlehensverträge enthalten keine Financial Covenants.

Zur anteiligen Fremdfinanzierung der Akquisition von Storage Solutions wurde eine zweckbezogene Brückenfinanzierung in Höhe von 300 Mio. € aufgenommen. Für diese Finanzierung wurden ebenfalls keine Sicherheiten gestellt, noch wurden Financial Covenants vereinbart.

Kapitalstruktur

Übersicht zur Kapitalstruktur

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in Mio. € 30.06.2023 31.12.2022 Veränd. %
Eigenkapital 2.113 2.051 3,0
Langfristige Schulden 2.107 2.130 - 1,1
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen
160 159 0,6
Finanzverbindlichkeiten 371 420 - 11,7
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
1.430 1.416 1,0
Übrige Schulden 146 135 8,1
Kurzfristige Schulden 2.468 1.983 24,5
Übrige Rückstellungen 310 292 6,2
Finanzverbindlichkeiten 553 189 192,6
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
634 576 10,1
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
616 556 10,8
Übrige Schulden 355 370 - 4,1
Bilanzsumme 6.688 6.164 8,5

Wesentliche Einflussfaktoren für das um 62 Mio. € höhere Eigenkapital waren im Berichtszeitraum neben dem Ergebnis nach Steuern die ergebnisneutralen Entlastungen aus der Währungsumrechnung. Diesem Zuwachs des Eigenkapitals stand die Dividendenausschüttung in Höhe von 68 Mio. € (Vorjahr: 68 Mio. €) gegenüber. Aufgrund des stärkeren

Anstieges der Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote leicht auf 32 Prozent (31. Dezember 2022: 33 Prozent). Bereinigt um sämtliche Einflüsse des Segmentes "Finanzdienstleistungen" ergab sich eine auf das Segment "Intralogistik" bezogene Eigenkapitalquote in Höhe von 52 Prozent (31. Dezember 2022: 50 Prozent).

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen verblieben mit 160 Mio. € in der Größenordnung des Vorjahres (31. Dezember 2022: 159 Mio. €). Der Diskontierungssatz für die Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Deutschland verringerte sich nur leicht von 4,2 Prozent zum Jahresende 2022 auf 4,0 Prozent zum Bilanzstichtag. Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stiegen, im Wesentlichen aufgrund der Brückenfinanzierung für die Akquisition von Storage Solutions (300 Mio. €), um 315 Mio. € auf 924 Mio. € (31. Dezember 2022: 609 Mio. €). Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen lagen bedingt durch den höheren Vertragsbestand mit 2.064 Mio. € um 72 Mio. € über dem Wert zum 31. Dezember 2022 (1.992 Mio. €).

Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen lagen mit 310 Mio. € leicht über dem Wert zum 31. Dezember 2022 (292 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich unter anderem aufgrund der fortlaufenden Maßnahmen zur Risikovorsorge bei den Materialbestellungen auf 616 Mio. € (31. Dezember 2022: 556 Mio. €). Die übrigen kurzfristigen Schulden sanken im Wesentlichen aufgrund niedrigerer Ertragsteuerverbindlichkeiten auf 355 Mio. € (31. Dezember 2022: 370 Mio. €).

Finanzlage

Zum Berichtsstichtag ergab sich für den Konzern eine Nettoverschuldung von 419 Mio. € (31. Dezember 2022: 75 Mio. €). Die deutliche Erhöhung um 344 Mio. € gegenüber dem Jahresende 2022 resultierte vorrangig aus dem negativen Free Cashflow im 1. Halbjahr 2023. Dieser war nach der vertraglich vereinbarten finalen Kaufpreisanpassung im Nachgang zum Abschluss der Akquisition mit 307 Mio. € aus der Kaufpreiszahlung für Storage Solutions belastet.

Die für die Steuerung der Liquidität und Finanzierung des Konzerns verwendete Steuerungskennzahl Free Cashflow wird wie folgt aus den in der Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit übergeleitet:

Überleitung Free Cashflow

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in Mio. € 1. Halbjahr
2023
1. Halbjahr
2022
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 182 - 220
Cashflow aus der Investitionstätigkeit - 330 81
Bereinigung um die Auszahlungen für den Erwerb und die Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren sowie die Auszahlungen für Termingelder und Einzahlungen aus Termingeldern - 34 - 131
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (bereinigt) - 364 - 50
Free Cashflow - 182 - 270

Kapitalflussrechnung¹

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in Mio. € 1. Halbjahr
2023
1. Halbjahr
2022
Ergebnis nach Steuern 163 103
Abschreibungen und Wertminderungen 217 193
Veränderung der Miet- und Leasinggeräte (ohne Abschreibungen) sowie der Forderungen aus Finanzdienstleistungen - 261 - 201
Veränderung der Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten und Finanzdienstleistungen 63 - 43
Veränderung aus Working Capital - 2 - 237
Sonstige Veränderungen 2 - 36
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 182 - 220
Cashflow aus der Investitionstätigkeit - 364 - 50
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 157 49
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes - 25 - 221

1 In der Kapitalflussrechnung wurden Wechselkurseffekte eliminiert. Daher können die dort dargestellten Veränderungen von Bilanzpositionen in der Bilanz nicht nachvollzogen werden.

Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Zeitraum Januar bis Juni 2023 +182 Mio. € und erhöhte sich damit deutlich um 402 Mio. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum (-220 Mio. €). Der Anstieg wurde maßgeblich durch den im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Aufbau von Vorräten zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit und den niedrigeren Bestand an Fertigerzeugnissen des Vertriebes bestimmt. Diese beiden Effekte entlasteten den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 235 Mio. €. Aus dem Zugang von Miet- und

Leasinggeräten sowie der Entwicklung der Forderungen aus Finanzdienstleistungen in Verbindung mit den zugrunde liegenden Finanzierungen resultierte insgesamt eine Entlastung von 46 Mio. €. Weiterhin ergab sich aus den sonstigen Veränderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein positiver Cashflow-Einfluss in Höhe von 38 Mio. €, der vor allem aus der Währungsumrechnung und sonstigen Eigenkapitalveränderungen aus Bewertungseffekten resultierte.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag im Berichtszeitraum mit - 364 Mio. € deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraumes (-50 Mio. €). Aus der Kaufpreiszahlung für Storage Solutions ist im Berichtszeitraum ein Betrag von 307 Mio. € im Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthalten. Ein Teil des Kaufpreises wurde zur Ablösung von Bankverbindlichkeiten verwendet und wird daher im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Der Free Cashflow als Summe aus den Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit verbesserte sich deutlich auf - 182 Mio. € (Vorjahr: -270 Mio. €). Ohne die Akquisition hätte sich aus dem operativen Geschäft ein positiver Free Cashflow ergeben.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 157 Mio. € erhöhte sich im 1. Halbjahr 2023 um 108 Mio. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum (49 Mio. €). Ursächlich waren neben der Dividendenauszahlung in Höhe von 68 Mio. € (Vorjahr: 68 Mio. €) die Aufnahme der Brückenfinanzierung für die Akquisition von Storage Solutions in Höhe von 300 Mio. €. In der Ablösung von Bankverbindlichkeiten in Höhe von 83 Mio. € sind 31 Mio. € für die Ablösung von Bankverbindlichkeiten der Storage-Solutions-Gruppe enthalten.

Vermögenslage

Übersicht zur Vermögensstruktur

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in Mio. € 30.06.2023 31.12.2022 Veränd. %
Langfristige Vermögenswerte 3.701 3.251 13,8
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 1.303 918 41,9
Miet- und Leasinggeräte 1.052 1.026 2,5
Forderungen aus
Finanzdienstleistungen
1.129 1.057 6,8
Übrige Vermögenswerte (inklusive Finanzanlagen) 188 221 - 14,9
Wertpapiere 29 29 -
Kurzfristige Vermögenswerte 2.987 2.913 2,5
Vorräte 1.057 994 6,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 896 899 - 0,3
Forderungen aus
Finanzdienstleistungen
429 406 5,7
Übrige Vermögenswerte 129 108 19,4
Liquide Mittel und Wertpapiere 476 506 - 5,9
Bilanzsumme 6.688 6.164 8,5

Die Bilanzsumme stieg um 524 Mio. € und lag zum 30. Juni 2023 bei 6.688 Mio. € (31. Dezember 2022: 6.164 Mio. €).

Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen um 385 Mio. € auf 1.303 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus dem Erwerb der Storage-Solutions-Gruppe. Aus dieser Transaktion wurden in den immateriellen Vermögenswerten zum Bilanzstichtag insgesamt 59 Mio. € für Kundenbeziehungen, Marken, Auftragsbestand und Software/​Technologien sowie 279 Mio. € für den verbleibenden Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Aufgrund des nachfragebedingten Aufbaus der Fahrzeugbestände erhöhten sich die Buchwerte für Miet- und Leasinggeräte um 26 Mio. € auf 1.052 Mio. € (31. Dezember 2022: 1.026 Mio. €). Die Buchwerte der Mietgeräte erhöhten sich zum 30. Juni 2023 auf 480 Mio. € nach 459 Mio. € zum Geschäftsjahresende 2022. Die Buchwerte der Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen waren mit 575 Mio. € gegenüber dem 31. Dezember 2022 (567 Mio. €) kaum verändert. Die lang- und kurzfristigen Forderungen aus Finanzdienstleistungen lagen aufgrund der Geschäftsausweitung mit 1.558 Mio. € um 95 Mio. € über dem Jahresendwert 2022 (1.463 Mio. €).

Der Aufbau der Vorräte um 63 Mio. € auf 1.057 Mio. € (31. Dezember 2022: 994 Mio. €) resultierte im Wesentlichen aus dem Zuwachs der Fertigerzeugnisse des Vertriebes sowie aus den geleisteten Anzahlungen für Vorräte. Der Anstieg der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte um 21 Mio. € auf 129 Mio. € im Berichtszeitraum resultierte unter anderem aus Steuerforderungen. Die liquiden Mittel und kurzfristigen Wertpapiere reduzierten sich zum Bilanzstichtag aufgrund von Fälligkeiten um 30 Mio. € auf 476 Mio. € (31. Dezember 2022: 506 Mio. €).

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Kennzahlen Forschung und Entwicklung

scrollen
in Mio. € 1. Halbjahr
2023
1. Halbjahr
2022
Veränd. %
F&E-Ausgaben 1 gesamt 72 61 18,0
davon aktivierte
Entwicklungsausgaben
23 13 76,9
Aktivierungsquote in % 31 21 -
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsausgaben 5 6 - 16,7
F&E-Kosten 1 laut Gewinn- und-Verlust-Rechnung 55 54 1,9

1 F&E: Forschung und Entwicklung

Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.

Wesentliche Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) konzentrierten sich im Berichtszeitraum auf die Weiterentwicklung effizienter Energiespeichersysteme basierend auf der Lithium-Ionen-Technologie, die damit einhergehenden Verbesserungen im Hinblick auf die Konstruktion neuer Flurförderzeuge sowie auf digitale Produkte. Außerdem bildeten die Entwicklung von Mobile Robots sowie die Optimierung von automatisierten Systemen einen weiteren Entwicklungsschwerpunkt.

Die gesamten F&E-Ausgaben, die im Wesentlichen Eigenleistungen beinhalten, stiegen im 1. Halbjahr 2023 um 11 Mio. € auf 72 Mio. € (Vorjahr: 61 Mio. €). Die Aktivierungsquote lag aufgrund der Zunahme wesentlicher Produktentwicklungen mit 31 Prozent deutlich über dem Vorjahr (21 Prozent).

Die F&E-Kosten laut Gewinn- und-Verlust-Rechnung verblieben im Berichtszeitraum mit 55 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres: (54 Mio. €).

Die Zahl der Beschäftigten, die konzernweit in Entwicklungsprojekten tätig waren, lag im Berichtszeitraum bei durchschnittlich 980 (Vorjahr: 810) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Mitarbeitende

in Vollzeitäquivalenten

Zum 30. Juni 2023 beschäftigte Jungheinrich konzernweit auf Vollzeitbasis 20.445 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 41 Prozent im Inland und 59 Prozent im Ausland. Die Veränderung im Berichtszeitraum gegenüber dem Wert von Ende Dezember 2022 resultierte neben dem Ausbau der Personalkapazität im Vertrieb aus der getätigten Akquisition in den USA (Storage Solutions) mit 176 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zusätzlich beschäftigte Jungheinrich zum 30. Juni 2023 konzernweit 493 (31. Dezember 2022: 681) Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, davon fast alle in den inländischen Werken.

FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Hinsichtlich der allgemeinen Darstellung des Segmentes "Finanzdienstleistungen" wird auf die ausführlichen Erläuterungen innerhalb des zusammengefassten Lageberichtes im Geschäftsbericht 2022 verwiesen.

Kennzahlen Finanzdienstleistungen

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in Mio. € 30.06.2023 30.06.2022 Veränd. %
Vertragszugang zum Neuwert 1 473 383 23,5
Vertragsbestand zum Neuwert 3.956 3.707 6,7
Leasinggeräte aus
Finanzdienstleistungen
714 667 7,0
Forderungen aus
Finanzdienstleistungen
1.572 1.451 8,3
Eigenkapital 129 107 20,6
Schulden 2.472 2.330 6,1
Umsatz 1 640 531 20,5
EBIT 1 10,9 13,0 - 16,2

1 01.01.-30.06.

Das Zugangsvolumen aus langfristigen Finanzdienstleistungsverträgen belief sich im 1. Halbjahr 2023 auf 473 Mio. € (Vorjahr: 383 Mio. €). Vom wertmäßigen Zugangsvolumen entfielen wie im Vorjahr 61 Prozent auf die acht Länder mit Jungheinrich Finanzdienstleistungsgesellschaften.

Der Vertragsbestand zum Neuwert erreichte 3.956 Mio. € (Vorjahr: 3.707 Mio. €). Bezogen auf die Anzahl der verkauften Neufahrzeuge wurden 42 Prozent (Vorjahr: 40 Prozent) über Finanzdienstleistungsverträge abgesetzt. Der Umsatz nach sechs Monaten betrug 640 Mio. € (Vorjahr: 531 Mio. €). Das EBIT des Segmentes "Finanzdienstleistungen" lag bei 10,9 Mio. € (Vorjahr: 13,0 Mio. €).

RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Die Früherkennung von Risiken und Chancen sowie die daraus abzuleitenden Maßnahmen sind wichtige Bestandteile der Unternehmensführung. In seiner Risikoeinschätzung stützt sich der Vorstand der Jungheinrich AG auf das Risikomanagement-System. Entsprechende Grundsätze und Vorgehensweisen sind im Rahmen des Risikomanagement-Systems in einer entsprechenden Konzernrichtlinie sowie in einem Risikomanagement-Handbuch definiert und werden fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Die Funktionsfähigkeit und die Wirksamkeit des Risikofrüherkennungs-Systems sind fester Bestandteil regelmäßiger Prüfungen durch die Konzernrevision und der jährlichen Abschlussprüfung. Erkenntnisse aus diesen Prüfungen werden bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Jungheinrich spezifischen Risikomanagement-Systems berücksichtigt.

Die Gesamtrisiko- und Chancensituation des Jungheinrich Konzerns hat sich gegenüber der Darstellung im zusammengefassten Lagebericht 2022 nicht wesentlich verändert. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DES JUNGHEINRICH KONZERNS

Der Vorstand bestätigt seine Prognose vom 24. April 2023 für das laufende Geschäftsjahr. Die Prognose enthält die anteiligen Effekte aus dem am 15. März 2023 vollzogenen Erwerb der US-amerikanischen Storage-Solutions-Gruppe. Die berücksichtigten Werte unterliegen Kursschwankungen.

Wir rechnen für das Gesamtjahr 2023 mit einem Auftragseingang zwischen 5,0 Mrd. € und 5,4 Mrd. € (2022: 4,8 Mrd. €). Für den Konzernumsatz wird eine Bandbreite von 5,1 Mrd. € bis 5,5 Mrd. € (2022: 4,8 Mrd. €) prognostiziert. Diese Bandbreiten berücksichtigen einen Auftragseingang in Höhe von 0,3 Mrd. € und einen Umsatz in Höhe von 0,2 Mrd. € der Storage-Solutions-Gruppe.

Das EBIT wird 2023 zwischen 400 Mio. € und 450 Mio. € (2022: 386 Mio. €) liegen. Es enthält einmalige transaktionsbezogene Kosten in Höhe von rund 8 Mio. € aus dem Erwerb der Storage-Solutions-Gruppe und - nach der finalen Kaufpreisanpassung und der abgeschlossenen Kaufpreisallokation - belastende Effekte in Höhe von 13 Mio. €. Der EBIT-Korridor berücksichtigt außerdem rund die Hälfte der variablen, erfolgsabhängigen Vergütungskomponente für das Management der Storage-Solutions-Gruppe in Höhe von 15 Mio. €, die gemäß der im Rahmen der Transaktion festgelegten Bedingungen ermittelt wurde. Die belastenden Effekte werden teilweise durch das anteilige operative Ergebnis von Storage Solutions in Höhe von 25 Mio. € bis 30 Mio. € kompensiert. Die EBIT-Rendite soll in der Bandbreite von 7,8 Prozent bis 8,6 Prozent (2022: 8,1 Prozent) liegen. Das EBT dürfte 370 Mio. € bis 420 Mio. € (2022: 347 Mio. €) mit einer daraus folgenden EBT-Rendite zwischen 7,2 Prozent und 8,0 Prozent (2022: 7,3 Prozent) erreichen. Wir gehen von einem ROCE-Wert zwischen 15 Prozent und 18 Prozent (2022: 16,3 Prozent) aus.

Des Weiteren erwarten wir, dass der Free Cashflow im Vergleich zum Vorjahr (-239 Mio. €) einen deutlich besseren Wert erreicht, aber unter Berücksichtigung der Akquisition von Storage Solutions weiterhin negativ bleiben wird. Die Free-Cashflow-Prognose berücksichtigt 307 Mio. € gemäß der vertraglich vereinbarten finalen Kaufpreisanpassung im Nachgang zum Abschluss der Akquisition. Ein Teil des Kaufpreises wurde zur Ablösung von Bankverbindlichkeiten verwendet und ist damit nicht Bestandteil des Free Cashflow. Ohne Berücksichtigung der Akquisition erwarten wir aus dem operativen Geschäft einen positiven Free Cashflow.

Bei den vorstehenden Ausführungen handelt es sich teilweise um zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den aktuellen Erwartungen, Annahmen und Einschätzungen der Unternehmensleitung zu künftigen Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die größtenteils außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen. Dazu gehören unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, einschließlich geopolitischer Konflikte, der Verschuldungsproblematik, der Auswirkungen aufgrund der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie, innerhalb der Intralogistikbranche, bei der Materialversorgung, der Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Energie und Rohstoffen, der Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten, der wettbewerbs- und ordnungspolitischen Entwicklungen sowie der regulatorischen Vorgaben, der Devisenkurse und Zinsen sowie auch der Ausgang anhängiger oder künftiger rechtlicher Verfahren. Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr oder Haftung für zukunftsgerichtete Aussagen wird daher nicht übernommen. Ferner besteht - unbeschadet bestehender kapitalmarktrechtlicher Verpflichtungen - weder die Absicht noch wird eine Verpflichtung übernommen, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Konzern-Zwischenabschluss

KONZERN-GEWINN- UND-VERLUST-RECHNUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
Umsatzerlöse 2.658,0 2.201,9
Umsatzkosten 1.812,0 1.520,4
Bruttoergebnis vom Umsatz 846,0 681,5
Vertriebskosten 460,8 402,0
Forschungs- und Entwicklungskosten 55,1 54,4
Allgemeine Verwaltungskosten 90,7 72,7
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 3,6 9,5
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern 235,8 161,9
Finanzergebnis - 13,9 - 23,8
Ergebnis vor Steuern 221,9 138,1
Ertragsteuern 58,8 34,7
Ergebnis nach Steuern 163,1 103,4
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend - 0,4
davon auf die Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG entfallend 163,1 103,0
Ergebnis je Aktie in € (verwässert /​ unverwässert) auf Basis des Ergebnisanteiles der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG
Stammaktien 1,59 1,00
Vorzugsaktien 1,61 1,02

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
Ergebnis nach Steuern 163,1 103,4
Posten, die zukünftig möglicherweise in die KonzernGewinn- und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
Ergebnis aus der Bewertung von Finanzinstrumenten mit Sicherungsbeziehung - 2,7 5,8
Ergebnis aus der Währungsumrechnung - 23,5 33,4
Ergebnis aus at-equity-bewerteten Anteilen - 1,4 - 0,3
Posten, die nicht in die Konzern- Gewinn- und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
Ergebnis aus der Pensionsbewertung - 5,7 53,5
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 33,3 92,4
Gesamtergebnis 129,8 195,8
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend - 0,4
davon auf die Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG entfallend 129,8 195,4

KONZERNBILANZ

Aktiva

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in Mio. € 30.06.2023 31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 1.302,8 918,4
Mietgeräte 480,0 459,1
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen 572,4 567,4
Finanzanlagen 66,7 70,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9,6 9,7
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 1.129,3 1.056,5
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 24,8 33,4
Wertpapiere 29,0 28,9
Latente Steueransprüche 86,5 107,6
3.701,1 3.251,5
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 1.056,8 994,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 896,3 898,6
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 428,6 406,2
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 129,5 108,0
Wertpapiere 139,0 169,1
Liquide Mittel 336,7 336,7
2.986,9 2.912,6
6.688,0 6.164,1

Passiva

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in Mio. € 30.06.2023 31.12.2022
Eigenkapital
Anteile der Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG 2.113,0 2.051,5
2.113,0 2.051,5
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 159,9 158,9
Übrige Rückstellungen 65,1 66,6
Finanzverbindlichkeiten 371,0 420,4
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 1.429,7 1.416,5
Rechnungsabgrenzungsposten 21,3 23,1
Übrige Schulden 60,3 44,1
2.107,3 2.129,6
Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen
310,2 291,7
Finanzverbindlichkeiten 553,2 189,5
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 634,2 576,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 616,2 556,2
Vertragsverbindlichkeiten 208,5 209,5
Rechnungsabgrenzungsposten 21,7 23,0
Übrige Schulden 123,7 137,1
2.467,7 1.983,0
6.688,0 6.164,1

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

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in Mio. € 1. Halbjahr
2023
1. Halbjahr
2022
Ergebnis nach Steuern 163,1 103,4
Abschreibungen, Wertminderungen 216,6 193,2
Veränderung der Rückstellungen 14,0 - 53,1
Veränderung der Miet- und Leasinggeräte (ohne Abschreibungen) - 173,7 - 185,3
Veränderung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden 23,1 20,8
Veränderung
Vorräte - 56,0 - 260,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 17,0 - 30,8
Forderungen aus Finanzdienstleistungen - 86,9 - 15,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 48,9 16,4
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 62,1 29,3
Verbindlichkeiten aus der Finanzierung von Mietgeräten 1,2 - 72,3
Vertragsverbindlichkeiten - 12,4 38,4
Sonstige Veränderungen - 35,1 - 4,0
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 181,9 - 220,3
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte /​Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 58,2 - 40,1
Auszahlungen für Investitionen in at-equity-bilanzierte Unternehmen und übrige Finanzanlagen - 0,1 - 1,8
Auszahlungen für den Erwerb von Gesellschaften und Geschäftsbereichen, abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 307,1 - 5,2
Veränderung von Wertpapieren und Investitionen in Termingelder 33,5 130,6
Veränderung der gewährten Darlehen an nahestehende Unternehmen 1,6 - 2,6
Cashflow aus der Investitionstätigkeit - 330,3 80,9
Gezahlte Dividenden an Aktionärinnen und Aktionäre
der Jungheinrich AG - 68,3 - 68,3
Veränderung der Bankverbindlichkeiten und Finanzkredite 254,1 146,5
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten - 29,0 - 29,4
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 156,8 48,8
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 8,4 - 90,6
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes - 8,2 9,2
Veränderung des Finanzmittelbestandes 0,2 - 81,4
Finanzmittelbestand am 01.01. 327,4 350,3
Finanzmittelbestand am 30.06. 327,6 268,9

ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS

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Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Sonstige Eigenkapitalveränderungen
in Mio. € Währungsumrechnung Neubewertung Pensionen Marktbewertung derivativer
Finanzinstrumente
Stand am 01.01.2023 102,0 78,4 1.920,4 - 21,9 - 42,7 13,9
Ergebnis nach Steuern - - 163,1 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - - 23,5 - 5,7 - 2,7
Gesamtergebnis - - 163,1 - 23,5 - 5,7 - 2,7
Dividende für das Vorjahr - - - 68,3 - - -
Stand am 30.06.2023 102,0 78,4 2.015,2 - 45,4 - 48,4 11,2
Stand am 01.01.2022 102,0 78,4 1.719,5 - 23,1 - 75,2 - 1,0
Ergebnis nach Steuern - - 103,0 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - 33,4 53,5 5,8
Gesamtergebnis - - 103,0 33,4 53,5 5,8
Dividende für das Vorjahr - - - 68,3 - - -
Sonstiges - - - - - -
Stand am 30.06.2022 102,0 78,4 1.754,2 10,3 - 21,7 4,8
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Sonstige Eigenkapitalveränderungen
in Mio. € At-equity-bewertete Anteile Anteile der
Aktionärinnen und Aktionäre der Jungheinrich AG
Nicht beherrschende Anteile Gesamt
Stand am 01.01.2023 1,4 2.051,5 - 2.051,5
Ergebnis nach Steuern - 163,1 - 163,1
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 1,4 - 33,3 - - 33,3
Gesamtergebnis - 1,4 129,8 - 129,8
Dividende für das Vorjahr - - 68,3 - - 68,3
Stand am 30.06.2023 - 2.113,0 - 2.113,0
Stand am 01.01.2022 0,7 1.801,3 1,3 1.802,6
Ergebnis nach Steuern - 103,0 0,4 103,4
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 0,3 92,4 - 92,4
Gesamtergebnis - 0,3 195,4 0,4 195,8
Dividende für das Vorjahr - - 68,3 - - 68,3
Sonstiges - - - 1,7 - 1,7
Stand am 30.06.2022 0,4 1.928,4 - 1.928,4

KONZERNANHANG

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2022 wurde in Übereinstimmung mit den am Stichtag geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Es wurden alle zum 31. Dezember 2022 gültigen Standards und die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee berücksichtigt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Dementsprechend wurde auch dieser Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 in Übereinstimmung mit IAS 34 erstellt. Der vorliegende Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 wurde in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen Angaben in Mio. €. Die Gewinn- und-Verlust-Rechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

Die bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses zum 30. Juni 2023 und der Ermittlung der Vergleichszahlen für das Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022. Diese Grundsätze sind im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2022 detailliert beschrieben.

Die erstmals zum 1. Januar 2023 verpflichtend anzuwendenden IFRS-Änderungen und -Neuregelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Jungheinrich Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023. Sie sind im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2022 detailliert beschrieben.

Schätzungen

Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag sowie der Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode bestimmen. Schätzungen und Annahmen sind insbesondere erforderlich für die konzerneinheitliche Festlegung von wirtschaftlichen Nutzungsdauern für Sachanlagen, Miet- und Leasinggeräte, für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, unter anderem für Pensionen, Garantie- und Entsorgungsverpflichtungen oder Rechtsstreitigkeiten. Den Schätzungen und Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand basieren und sowohl historische Erfahrungen als auch weitere Faktoren wie künftige Erwartungen einschließen.

Die für den Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31. Dezember 2022 vorgenommenen Schätzungen und getroffenen Annahmen sind im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2022 detailliert beschrieben.

Für den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 wurde ein Abzinsungssatz zur Bewertung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen in Deutschland von 4,0 Prozent (31. Dezember 2022: 4,2 Prozent) und in Großbritannien von 5,3 Prozent (31. Dezember 2022: 5,0 Prozent) verwendet.

Konsolidierungskreis

Neben der Jungheinrich AG, Hamburg, als Muttergesellschaft wurden 89 ausländische und 28 inländische Unternehmen in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasste 100 vollkonsolidierte Unternehmen einschließlich eines strukturierten Unternehmens, die direkt oder indirekt von der Jungheinrich AG beherrscht wurden. Nach der Equity-Methode wurden 15 Gemeinschaftsunternehmen und zwei assoziierte Unternehmen bilanziert.

Für die Ausweitung des Direktvertriebes im Bereich der Regalsysteme und Lagerautomatisierung in der Nordamerika-Region erlangte Jungheinrich zum 15. März 2023 gegen Zahlung eines Kaufpreises von 325,4 Mio. € die Beherrschung über die Storage-Solutions-Gruppe (Storage Solutions) und hält seitdem 100 Prozent der Stimmrechts- und Kapitalanteile an der SSI Acquisition LLC, Westfield/​Indiana (USA), sowie deren Tochtergesellschaften. Damit vergrößerte sich der Konsolidierungskreis um die folgenden sieben, in den USA ansässigen, Gesellschaften:

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SSI Acquisition LLC, Westfield/​Indiana,

SSI Holdings Inc., Westfield/​Indiana,

Storage Solutions Inc., Westfield/​Indiana,

Warehouse Solutions Inc., Westfield/​Indiana,

Logistics Handling Solutions LLC, Westfield/​Indiana,

SSI-SNC Solutions, LLC, Rancho Cucamonga/​Kalifornien,

Electronic Mechanical Integration Technologies Inc., Nashville/​Tennessee.

Storage Solutions ist ein führender Anbieter von Regal- und Lagerautomatisierungslösungen in den USA. Der Kaufpreis wurde in Form von liquiden Mitteln erbracht. Jungheinrich löste gleichzeitig, mit einer Zahlung in Höhe von 30,8 Mio. €, die Bankverbindlichkeiten der Storage Solutions zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbes ab. Im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb wurde vereinbart, dass ehemalige Anteilseigner, die zum Erwerbszeitpunkt auch Mitarbeitende der Storage Solutions waren, in den Folgejahren weitere, variable Zahlungen erhalten. Die Höhe der Zahlungen hängt von der Erfüllung der im Kaufvertrag festgelegten erfolgsabhängigen Kennzahlen für die Geschäftsjahre 2023, 2024 und 2025 (sogenannte Earn-Out-Zahlungen) ab. Die grundsätzlich anspruchsberechtigten Mitarbeitenden haben nur dann einen Anspruch auf Auszahlung, wenn sie zum jeweiligen Geschäftsjahresende bei der Storage Solutions weiterhin beschäftigt sind. Jungheinrich erwartet bedingte Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 26 Mio. €, die anteilig in den Jahren 2024, 2025 und 2026 zur Auszahlung fällig wären.

In den Jahren 2022 und 2023 fielen mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten in Höhe von insgesamt rund 10 Mio. € an. Darin enthalten waren transaktionsbezogene Kosten in Höhe von rund 8 Mio. €, die im 1. Halbjahr 2023 anfielen und ergebniswirksam im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst wurden.

Die Erstkonsolidierung ist hinsichtlich der Bewertung des erworbenen Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert als vorläufig anzusehen. Die vorläufige Verteilung des Kaufpreises auf das erworbene Nettovermögen kann nachfolgender Tabelle entnommen werden.

Kaufpreisallokation zum Erwerbszeitpunkt: Storage-Solutions-Gruppe

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in Mio. € Beizulegende Zeitwerte
Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 64,8
Sachanlagen 10,0
Vorräte 18,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20,0
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 5,5
Liquide Mittel 17,9
Latente Steueransprüche 1,9
138,2
Schulden
Übrige Rückstellungen 7,2
Finanzverbindlichkeiten 38,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13,9
Vertragsverbindlichkeiten 15,8
Ertragsteuerschulden 2,9
Latente Steuerschulden 19,1
Übrige Schulden 3,2
100,6
Erworbenes Nettovermögen 37,6
Übertragene Gegenleistung 325,4
Geschäfts- oder Firmenwert 287,8

Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 64,8 Mio. € sowie ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 287,8 Mio. € identifiziert. Die identifizierten ansetzbaren immateriellen Vermögenswerte betrafen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 57,4 Mio. € im Wesentlichen erworbene Kundenbeziehungen, für die eine Nutzungsdauer von 8 Jahren angenommen wurde. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultierte hauptsächlich daraus, dass die übertragene Gegenleistung Beträge für die erworbene, gut ausgebildete Belegschaft sowie für die erwartete Ausschöpfung von Synergien und Zukunftspotenzialen im Bereich der Lagerautomatisierung in den USA enthielt.

Storage Solutions wird hierbei die strategische Basis im zukünftigen, schnell wachsenden Markt in den USA sein. Durch den Zugang zu wichtigen Logistik-Knotenpunkten besteht für Jungheinrich zudem die Möglichkeit, europäische Bestandskunden auch in den USA zu unterstützen.

Diese erwarteten Vorteile wurden nicht getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt, da sie den Vorschriften für den Ansatz immaterieller Vermögenswerte nicht entsprechen. Es wird nicht erwartet, dass ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes für einkommensteuerliche Zwecke abzugsfähig ist.

In den übernommenen Forderungen waren ausschließlich Forderungen enthalten, die voraussichtlich einbringlich sein werden. Die ermittelten beizulegenden Zeitwerte berücksichtigen ein Ausfallrisiko für erwartete Kreditverluste, welches als sehr gering eingestuft wurde.

Jungheinrich hat die erworbenen Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt des Erwerbes bewertet. Die Nutzungsrechte wurden mit demselben Betrag wie die Leasingverbindlichkeiten bewertet.

Storage Solutions hat seit dem Erwerbszeitpunkt Umsatzerlöse in Höhe von 69,3 Mio. € zu den in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Umsatzerlösen beigetragen. Der Anteil am Konzernergebnis nach Steuern für denselben Zeitraum betrug einschließlich der Effekte aus der Kaufpreisallokation 6,9 Mio. €.

Wenn der Erwerbszeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses am 1. Januar 2023 gewesen wäre, hätten die Konzernumsatzerlöse und das Konzernergebnis nach Steuern für das 1. Halbjahr 2023 bei rund 2.704 Mio. € beziehungsweise rund 160 Mio. € gelegen. Bei der Ermittlung dieser Kennzahlen hat Jungheinrich angenommen, dass die vorläufig ermittelten Anpassungen der beizulegenden Zeitwerte, die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommen wurden, auch im Falle eines Erwerbes am 1. Januar 2023 gültig gewesen wären.

Die übrigen Veränderungen des Konsolidierungskreises hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Jungheinrich Konzernabschluss zum 30. Juni 2023.

Die Kaufpreisallokation der im 1. Quartal 2022 erworbenen Industrial Truck Sales (NZ) Ltd., Auckland (Neuseeland), wurde im 4. Quartal 2022 endgültig abgeschlossen. Es ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2022. Die Vergleichszahlen für das 1. Halbjahr 2022 wurden somit nicht angepasst.

Umsatzerlöse

Jungheinrich realisiert Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden durch Übertragung von Gütern und Erbringung von Dienstleistungen sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen. Darüber hinaus erzielt der Konzern Erlöse aus Miet- und Leasingverträgen, bei denen Jungheinrich Leasinggeber ist.

Zusammensetzung der Umsatzerlöse

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1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern
Umsatzrealisierung zu einem bestimmten Zeitpunkt 1.421,3 - 1.421,3 1.194,2 - 1.194,2
Umsatzrealisierung über einen Zeitraum 462,3 94,2 556,5 358,4 89,8 448,2
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.883,6 94,2 1.977,8 1.552,6 89,8 1.642,4
Umsatzerlöse aus Miet- und Leasingverträgen 217,3 462,9 680,2 193,0 366,5 559,5
Umsatzerlöse gesamt 2.100,9 557,1 2.658,0 1.745,6 456,3 2.201,9

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gliedern sich nach Regionen und berichtspflichtigen Segmenten, wie in folgender Tabelle dargestellt.

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach Regionen und Segmenten

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1. Halbjahr 2023 1. Halbjahr 2022
in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern Intralogistik Finanzdienstleistungen Jungheinrich Konzern
Deutschland 460,8 23,3 484,1 401,4 22,6 424,0
Italien 123,6 25,1 148,7 113,0 24,2 137,2
Frankreich 116,7 14,1 130,8 97,4 12,8 110,2
Großbritannien 96,3 13,7 110,0 64,3 13,1 77,4
Übriges Europa 676,3 16,2 692,5 628,2 15,1 643,3
Übrige Länder 409,9 1,8 411,7 248,3 2,0 250,3
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.883,6 94,2 1.977,8 1.552,6 89,8 1.642,4

Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die grundsätzliche Darstellung der einzelnen Finanzinstrumente, deren Bewertung sowie die Bewertungsverfahren und Inputfaktoren für die Ermittlung ihrer beizulegenden Zeitwerte wurden im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2022 detailliert beschrieben.

Im Folgenden werden die im Zwischenabschluss verpflichtend aufzunehmenden zusätzlichen Angaben zu den Finanzinstrumenten dargestellt.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns zum Bilanzstichtag dar. Finanzielle Vermögenswerte und Schulden, die in der Konzernbilanz nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und bei denen der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, sind in der Tabelle nicht enthalten.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

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30.06.2023 31.12.2022
in Mio. € Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Forderungen aus
Finanzdienstleistungen
1.557,9 1.528,6 1.462,7 1.411,1
Wertpapiere 1 129,5 129,5 145,1 145,1
Finanzanlagen 2 0,9 0,9 0,8 0,8
Derivative finanzielle Vermögenswerte 20,4 20,4 23,0 23,0
Schulden
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
2.063,9 2.026,2 1.992,4 1.924,4
Finanzverbindlichkeiten 3 701,3 694,0 419,3 410,1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 5,2 5,2 4,4 4,4

1 zugeordnet der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
2 ohne at-equity-bewertete Anteile
3 ohne Leasingverbindlichkeiten IFRS 16

Die Buchwerte der im Konzernabschluss wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sind in folgender Tabelle in Abhängigkeit von ihren zur Ermittlung verwendeten Informations- und Inputfaktoren in die entsprechenden Stufen der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13 eingeordnet.

Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch nach ihren Inputfaktoren:

Stufe 1 - in aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,

Stufe 2 - andere Inputdaten als notierte Marktpreise, die sich für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preis) oder indirekt (abgeleitet aus Preisen) beobachten lassen,

Stufe 3 - herangezogene Inputfaktoren, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung des Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit basieren.

Bemessungshierarchie für Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden

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30.06.2023 31.12.2022
in Mio. € Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2
Vermögenswerte
Wertpapiere 1 129,5 - - 129,5 145,1 -
Finanzanlagen 2 - - 0,9 0,9 - -
Derivate finanzielle Vermögenswerte 0,3 20,1 - 20,4 0,9 22,1
Schulden
Derivate finanzielle Vermögenswerte 0,2 5,0 - 5,2 - 4,4
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31.12.2022
in Mio. € Stufe 3 Gesamt
Vermögenswerte
Wertpapiere 1 - 145,1
Finanzanlagen 2 0,8 0,8
Derivate finanzielle Vermögenswerte - 23,0
Schulden
Derivate finanzielle Vermögenswerte - 4,4

1 zugeordnet der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
2 ohne at-equity-bewertete Anteile

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 1 wurde auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 2 wurde in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Bewertungsmodellen basierend auf Discounted-Cashflow-Analysen und unter Verwendung von beobachtbaren aktuellen Marktpreisen für ähnliche Instrumente bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminaufschläge beziehungsweise -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wurde auf der Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven unter Berücksichtigung der jeweiligen Zahlungsfälligkeiten ermittelt. Kontrahentenrisiken wurden bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von Jungheinrich berücksichtigt.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der Stufe 3 ergab sich aus den fortgeführten Anschaffungskosten zum Bilanzstichtag. Die der Stufe 3 zugeordneten Finanzanlagen umfassten Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen. Die Anteile verfügten über keinen notierten Marktpreis.

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1 und 2 vorgenommen.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung umfasst die berichtspflichtigen Segmente "Intralogistik" und "Finanzdienstleistungen". Die grundsätzliche Darstellung der Segmentinformationen wurde im Konzernanhang im Geschäftsbericht 2022 detailliert beschrieben.

Das Segment "Intralogistik" erwirbt vom Segment "Finanzdienstleistungen" nach Beendigung der langfristigen Kundenleasingverhältnisse die diesen Verträgen zugrunde liegenden Produkte zu vertraglich vereinbarten Restwerten. Liegt der vertraglich vereinbarte Restwert zum Ende der Vertragslaufzeit eines Vertrages oberhalb des aktuellen Marktwertes, berücksichtigt das Segment "Intralogistik" dieses Restwertrisiko durch die Bildung angemessener Rückstellungen für belastende Verträge. Im Jungheinrich Konzern werden diese Restwertrisiken in Abhängigkeit von der Klassifizierung der langfristigen Kundenverträge als Minderung der Buchwerte der Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen, der Forderungen aus Finanzdienstleistungen sowie der betroffenen Vorräte dargestellt. Die Beträge aus dieser segmentübergreifenden Saldierung sind in den Überleitungspositionen der Jahre 2023 und 2022 enthalten.

Darüber hinaus enthielten die Überleitungspositionen des Berichtsjahres und des Jahres 2022 die im Rahmen der Konsolidierung zu eliminierenden konzerninternen Umsätze, Zinsen und Zwischenerfolge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten.

Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2023

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in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung Jungheinrich Konzern
Außenumsatzerlöse 2.100,9 557,1 2.658,0 - 2.658,0
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 574,2 83,3 657,5 - 657,5 -
Umsatzerlöse gesamt 2.675,1 640,4 3.315,5 - 657,5 2.658,0
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) 215,7 10,9 226,6 9,2 235,8
Finanzergebnis - 12,3 - 1,6 - 13,9 - - 13,9
Segmentergebnis (EBT) 203,4 9,3 212,7 9,2 221,9
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 1.302,2 0,6 1.302,8 - 1.302,8
Mietgeräte 480,0 - 480,0 - 480,0
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen - 714,3 714,3 - 141,9 572,4
Finanzanlagen 91,1 - 91,1 - 24,4 66,7
Vorräte 1.005,9 53,1 1.059,0 - 2,2 1.056,8
Forderungen aus Finanzdienstleistungen - 1.572,4 1.572,4 - 14,5 1.557,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 900,8 122,0 1.022,8 - 116,9 905,9
Liquide Mittel und Wertpapiere 486,1 18,6 504,7 - 504,7
Übrige Vermögenswerte 411,6 120,2 531,8 - 291,0 240,8
Vermögenswerte 30.06. 4.677,7 2.601,2 7.278,9 - 590,9 6.688,0
Eigenkapital 30.06. 2.163,3 129,2 2.292,5 - 179,5 2.113,0
Pensionsrückstellungen 159,7 0,2 159,9 - 159,9
Übrige Rückstellungen 401,1 0,4 401,5 - 26,2 375,3
Finanzverbindlichkeiten 922,9 1,3 924,2 - 924,2
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen - 2.063,9 2.063,9 - 2.063,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 620,8 112,3 733,1 - 116,9 616,2
Vertragsverbindlichkeiten 208,4 0,1 208,5 - 208,5
Übrige Schulden 201,5 293,8 495,3 - 268,3 227,0
Schulden 30.06. 2.514,4 2.472,0 4.986,4 - 411,4 4.575,0
Eigenkapital und Schulden 30.06. 4.677,7 2.601,2 7.278,9 - 590,9 6.688,0

Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2022

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in Mio. € Intralogistik Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung Jungheinrich Konzern
Außenumsatzerlöse 1.745,6 456,3 2.201,9 2.201,9
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 489,2 74,7 563,9 - 563,9 -
Umsatzerlöse gesamt 2.234,8 531,0 2.765,8 - 563,9 2.201,9
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) 133,1 13,0 146,1 15,8 161,9
Finanzergebnis - 23,6 - 0,2 - 23,8 - - 23,8
Segmentergebnis (EBT) 109,5 12,8 122,3 15,8 138,1
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 906,3 1,0 907,3 - 907,3
Mietgeräte 424,5 - 424,5 - 424,5
Leasinggeräte aus Finanzdienstleistungen - 667,3 667,3 - 135,8 531,5
Finanzanlagen 90,7 - 90,7 - 24,4 66,3
Vorräte 967,5 45,1 1.012,6 - 3,3 1.009,3
Forderungen aus Finanzdienstleistungen - 1.451,3 1.451,3 - 13,1 1.438,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 824,8 114,4 939,2 - 144,0 795,2
Liquide Mittel und Wertpapiere 508,2 22,2 530,4 - 530,4
Übrige Vermögenswerte 430,1 135,6 565,7 - 265,3 300,4
Vermögenswerte 30.06. 4.152,1 2.436,9 6.589,0 - 585,9 6.003,1
Eigenkapital 30.06. 2.011,7 106,5 2.118,2 - 189,8 1.928,4
Pensionsrückstellungen 177,0 0,2 177,2 - 177,2
Übrige Rückstellungen 378,6 0,7 379,3 - 26,1 353,2
Finanzverbindlichkeiten 602,2 3,7 605,9 - 605,9
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen - 1.940,3 1.940,3 - 1.940,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 545,8 139,3 685,1 - 144,0 541,1
Vertragsverbindlichkeiten 241,2 0,1 241,3 - 241,3
Übrige Schulden 195,6 246,1 441,7 - 226,0 215,7
Schulden 30.06. 2.140,4 2.330,4 4.470,8 - 396,1 4.074,7
Eigenkapital und Schulden 30.06. 4.152,1 2.436,9 6.589,0 - 585,9 6.003,1

Die Finanzkennzahl ROCE stellt die Rendite des Jungheinrich Konzerns auf Basis des im Segment "Intralogistik" erwirtschafteten EBIT (bei unterjähriger Berichterstattung annualisiert) im Verhältnis zu dem diesem Segment zugeordneten, gebundenen Kapital (Durchschnitt aus dem gebundenen Kapital zum aktuellen Stichtag und zu den Stichtagen der drei vorangegangenen Quartale) dar. Für den Berichtszeitraum ergab sich ein ROCE von 18,2 Prozent (Vorjahr: 14,4 Prozent).

Ereignisse nach Ablauf des 1. Halbjahres 2023

Es sind keine Vorgänge oder Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach Ablauf des 1. Halbjahres 2023 eingetreten.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die maßgeblichen Stammaktionäre der Jungheinrich AG sind die LJH-Holding GmbH, Wohltorf, und die WJH-Holding GmbH, Aumühle.

Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen unterhielt Jungheinrich Beziehungen zu Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und verbundenen, nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Alle Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen resultierten aus der normalen Geschäftstätigkeit und wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Die Transaktionen mit den nicht konsolidierten Tochterunternehmen waren von geringem Umfang.

Mitglieder des Vorstandes beziehungsweise des Aufsichtsrates der Jungheinrich AG sind Mitglieder in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien anderer Unternehmen, mit denen die Jungheinrich AG im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen werden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen abgewickelt.

Weitere Informationen

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Hamburg, den 10. August 2023

Jungheinrich Aktiengesellschaft

Der Vorstand

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Dr. Lars Brzoska Christian Erlach Dr. Volker Hues Sabine Neuß

FINANZKALENDER

10. August 2023

Zwischenbericht zum 30. Juni 2023

10. November 2023

Quartalsmitteilung zum 30. September 2023

IMPRESSUM

Jungheinrich

Aktiengesellschaft

Friedrich-Ebert-Damm 129

22047 Hamburg

Telefon: +49 40 6948-0

Telefax: +49 40 6948-1777

info@jungheinrich.de

www.jungheinrich.com

Wertpapierkennnummern

ISIN DE0006219934, WKN 621993