Jungheinrich AktiengesellschaftHamburgHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024Über diesen BerichtUnseren Zwischenbericht im PDF-Format haben wir für
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1 EBIT des Segmentes "Intralogistik" in % zum
durchschnittlich gebundenen Kapital des Segmentes
"Intralogistik"
Jungheinrich AktieDas internationale Börsengeschehen des 1.
Halbjahres 2024 wurde durch verschiedene Faktoren
geprägt. Zum einen wirkten sich geopolitische
Konflikte weiterhin belastend auf die Börsen aus.
Gleichzeitig zeigte sich die Inflation in Europa und den
USA in einem flachen Abwärtstrend, sodass die Aussicht
auf Entschärfung der Geldpolitik das
Börsengeschehen stützte. Vor diesem Hintergrund
entwickelten sich die maßgeblichen inländischen
Aktienindizes in unterschiedliche Richtungen. So stieg der
DAX um 9 Prozent, während der MDAX einen Wertverlust
von 7 Prozent verbuchte. Der SDAX verzeichnete im
Sechs-Monats-Zeitraum mit 3 Prozent einen leichten
Wertzuwachs.
Die Jungheinrich Aktie zeigte eine dem MDAX
entsprechende Kursentwicklung. Der Schlusskurs des 1.
Halbjahres lag mit einem Minus von 7 Prozent bei 30,76
€. Dabei markierte die Jungheinrich Aktie am 28.
Februar 2024 mit 28,76 € ihren Tiefststand im 1.
Halbjahr 2024 sowie am 9. April 2024 mit 38,92 € ihren
Höchststand. Die Marktkapitalisierung verringerte sich
um 250 Mio. € auf 3.138 Mio. € (31. Dezember
2023: 3.388 Mio. €).
Die Hauptversammlung der Jungheinrich AG hat am 15. Mai
2024 für das Geschäftsjahr 2023 die Zahlung einer
Dividende in Höhe von 0,75 € je nennbetragslose
Vorzugsaktie beziehungsweise 0,73 € je nennbetragslose
Stammaktie beschlossen. Somit erfolgte für das Jahr
2023 eine Ausschüttung von insgesamt 75 Mio. €
(Vorjahr: 68 Mio. €).
Kursentwicklung im 1. Halbjahr 2024 in %
Konzern-Zwischenlagebericht» Insgesamt robuste Geschäftsentwicklung in
weiterhin schwierigem Marktumfeld
» Robuste EBIT-Rendite und starker Free Cashflow
» Prognose für 2024 bestätigt
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENWachstumsraten für ausgewählte Wirtschaftsregionenscrollen
Quelle: Internationaler Währungsfonds (Stand:
Schätzungen 16. Juli 2024 mit aktualisierten
Vorjahresangaben im Vergleich zum zusammengefassten
Lagebericht 2023)
Für das laufende Jahr hat der Internationale
Währungsfonds (IWF) in seiner Veröffentlichung
vom Juli 2024 seine Konjunkturerwartung vom April 2024
für die Welt und Deutschland bestätigt. Basierend
auf einem langsam sinkenden Zinsniveau rechnet der IWF mit
einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,2
Prozent (2023: 3,3 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt der
USA soll um 2,6 Prozent steigen (2023: 2,5 Prozent). Die
Erwartung für die chinesische Wirtschaft hat sich im
Vergleich zum April 2024 (4,6 Prozent) erhöht. So wird
nun von einem Wachstum um 5,0 Prozent ausgegangen (2023:
5,2 Prozent). Die aktuelle Erwartung für die
konjunkturelle Entwicklung im Euroraum liegt bei nur 0,9
Prozent (2023: 0,5 Prozent). Für die deutsche
Wirtschaft wird für 2024 ein minimales Wachstum der
Leistung in Höhe von 0,2 Prozent prognostiziert (2023:
-0,2 Prozent). Aus Sicht des IWF erholt sich der heimische
Markt von der andauernden Schwäche der Industrie nur
langsam. In Deutschland erzielt Jungheinrich gut ein
Fünftel seines Konzernumsatzes.
VORBEMERKUNGJungheinrich hat mit Wirkung zum 15. März 2023 die
Storage-Solutions-Gruppe (Storage Solutions), einen
führenden Anbieter von Regalsystemen und
Lagerautomatisierung in den USA, erworben und damit seinen
Global Footprint in Nordamerika entscheidend erweitert.
Seit dem 2. Quartal 2023 wird Storage Solutions
vollständig in den Konzernabschluss einbezogen.
In den Geschäftszahlen des Jungheinrich Konzerns
für das 1. Halbjahr 2023 wurden daher für Storage
Solutions ein Auftragsbestand von 145 Mio. €, ein
Umsatzbeitrag von 69 Mio. €, ein operatives Ergebnis
von 12 Mio. € sowie belastende Effekte im Zusammenhang
mit dem Erwerb von insgesamt 19 Mio. €
berücksichtigt. Die aus der Kaufpreiszahlung
resultierende Free-Cashflow-Belastung lag bei rund 300 Mio.
€.
In der folgenden Kommentierung wird nur dann auf Storage
Solutions eingegangen, wenn dies für die
Vergleichsbetrachtung von maßgeblicher Bedeutung ist.
GESCHÄFTSVERLAUF UND ERTRAGSLAGEAuftragseingang und AuftragsbestandDer Auftragseingang, der alle Geschäftsfelder -
Neugeschäft
1, Miete und Gebrauchtgeräte sowie
Kundendienst - umfasst, entwickelte sich im
Berichtszeitraum mit 2.665 Mio. € im Vergleich zum
Vorjahr (2.684 Mio. €) stabil. Vor dem Hintergrund des
schwierigen Marktumfeldes konnte der Rückgang im
Neugeschäft durch Zuwächse im Kundendienst nahezu
kompensiert werden.
Der Auftragsbestand des Neugeschäftes erreichte zum
Ende des 1. Halbjahres 2024 einen Wert von 1.520 Mio.
€. Gegenüber dem Bestandswert von 1.441 Mio.
€ zum Jahresende 2023 ergab sich ein Aufbau um 79 Mio.
€ beziehungsweise 5,5 Prozent.
UmsatzDer Konzernumsatz betrug im 1. Halbjahr 2024 2.622 Mio.
€ (Vorjahr: 2.658 Mio. €). Die Erlöse in
Deutschland sanken im Berichtszeitraum um 3,5 Prozent auf
579 Mio. € (Vorjahr: 600 Mio. €).
Im Ausland lagen die Umsätze mit 2.043 Mio. €
in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2.058 Mio. €).
Die Auslandsquote betrug 78 Prozent (Vorjahr: 77 Prozent).
Innerhalb der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa)
konnte der Umsatzrückgang in Deutschland durch
Umsatzzuwächse in Italien und der Schweiz mehr als
kompensiert werden. Der Umsatzanteil außerhalb der
Region EMEA sank von 17,5 Prozent auf 15,6 Prozent.
Umsatzerlöse 1. Halbjahr 2024 nach Regionen
scrollen
Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.
Umsatzaufteilungscrollen
Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.
Die mit 1.505 Mio. € rückläufigen
Umsätze im Neugeschäft konnten durch
Zuwächse im Kundendienst sowie durch eine positive
Entwicklung im Finanzdienstleistungsgeschäft nahezu
kompensiert werden.
Im Finanzdienstleistungsgeschäft lag der Umsatz
aufgrund der Geschäftsausweitung mit 692 Mio. €
im 1. Halbjahr 2024 über dem Wert des
Vorjahreszeitraumes (640 Mio. €).
ErtragslageKostenstruktur (GuV)scrollen
Das Bruttoergebnis vom Umsatz erreichte wie im Vorjahr
846 Mio. €. Es profitierte im Berichtszeitraum von den
bereits im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zur
Ergebnissteigerung. Die Bruttomarge stieg entsprechend von
31,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 32,3 Prozent im 1.
Halbjahr 2024.
Die Vertriebskosten erhöhten sich vorwiegend
aufgrund von Tarifeffekten und des im Vorjahr erfolgten
Personalaufbaus im Vertrieb. Entsprechend stieg der Anteil
der Vertriebskosten am Konzernumsatz auf 18,1 Prozent nach
17,3 Prozent im Vorjahr.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im
Berichtszeitraum auf 65 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio.
€). Wesentlicher Grund hierfür waren
zusätzliche Entwicklungsleistungen von Magazino
für digitale Produkte. Der vollständige Erwerb
von Magazino erfolgte im August 2023.
In der Entwicklung der Verwaltungskosten spiegelten sich
ebenfalls Tarifeffekte wider. Der Anteil der
Verwaltungskosten am Konzernumsatz stieg auf 3,7 Prozent
(Vorjahr: 3,4 Prozent).
Das sonstige betriebliche Ergebnis stieg in den ersten
sechs Monaten des Jahres 2024 um 9 Mio. € auf +5 Mio.
€ (Vorjahr: - 4 Mio. €). Im Vorjahr hatte die
Belastung durch die Transaktionskosten für die
Akquisition von Storage Solutions (8 Mio. €) zu einem
negativen Betrag geführt.
Das EBIT lag mit 215 Mio. € um 21 Mio. € unter
dem Wert des Vorjahres (236 Mio. €). Die EBIT-Rendite
lag mit 8,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes
(8,9 Prozent).
Das Finanzergebnis im 1. Halbjahr 2024 betrug -13 Mio.
€ (Vorjahr: - 14 Mio. €) und war im Wesentlichen
durch ein besseres Zinsergebnis und durch das im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum bessere Ergebnis des Spezialfonds
beeinflusst. Mit 202 Mio. € sank das EBT um 9,0
Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (222 Mio.
€). Die EBT-Rendite erreichte 7,7 Prozent (Vorjahr:
8,3 Prozent).
Die Ertragsteuerbelastung lag bei 59 Mio. €
(Vorjahr: 59 Mio. €). Die Steuern vom Einkommen und
vom Ertrag für den laufenden Berichtszeitraum werden
unter Berücksichtigung der erwarteten
Ertragsteuerquote für das Gesamtjahr erfasst. Somit
wurde ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 143 Mio.
€ (Vorjahr: 163 Mio. €) und ein Ergebnis je
Vorzugsaktie von entsprechend 1,41 € (Vorjahr: 1,61
€) erzielt.
Der ROCE sank auf 16,4 Prozent (Vorjahr: 18,2 Prozent).
Neben einem gegenüber dem Vorjahreszeitraum
niedrigeren EBIT des Segmentes "Intralogistik" war das
gestiegene durchschnittlich gebundene Kapital
ursächlich für die Veränderung. Der Anstieg
war durch die ganzjährige Berücksichtigung der
Geschäfts- oder Firmenwerte von Storage Solutions und
Magazino bedingt.
KAPITALSTRUKTUR, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEDer Kapitalbedarf der Jungheinrich AG wird aus dem
operativen Cashflow sowie durch kurz- und langfristige
Finanzierungen gedeckt. Jungheinrich verfügt über
eine solide Liquiditätsreserve. Zum 30. Juni 2024
betrug die Höhe der zugesagten mittelfristigen
Kreditrahmen 305 Mio. €. Diese wurden durch
kurzfristige bilaterale Kreditlinien in Höhe von 213
Mio. € sowie ein Commercial-Paper-Programm in
Höhe von 300 Mio. € ergänzt. Die
mittelfristigen Kreditrahmen und die kurzfristigen
Kreditlinien waren nur zu einem geringen Anteil ausgenutzt.
Zum Bilanzstichtag wurde das Commercial-Paper-Programm
nicht in Anspruch genommen. Ergänzend standen separate
Avalkreditlinien in Höhe von insgesamt 158 Mio. €
zur Verfügung, die fast zur Hälfte genutzt waren.
Durch eine zusätzliche Schuldscheinemission in
Höhe von 150 Mio. € im Februar 2024 hat sich das
Gesamtvolumen der Schuldscheindarlehen auf 310 Mio. €
erhöht. Kreditrahmen- und
Schuldscheindarlehensverträge enthalten keine
Financial Covenants.
KapitalstrukturÜbersicht zur Kapitalstrukturscrollen
Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.
Das um 86 Mio. € höhere Eigenkapital im
Berichtszeitraum resultierte neben dem Ergebnis nach
Steuern insbesondere aus den ergebnisneutralen Entlastungen
aus der Währungsumrechnung. Diesem Zuwachs des
Eigenkapitals stand die Dividendenausschüttung in
Höhe von 75 Mio. € (Vorjahr: 68 Mio. €)
gegenüber. Aufgrund der gleichzeitig geringfügig
gesunkenen Bilanzsumme stieg die Eigenkapitalquote leicht
auf 34 Prozent (31. Dezember 2023: 32 Prozent). Bereinigt
um sämtliche Einflüsse des Segmentes
"Finanzdienstleistungen" ergab sich eine auf das Segment
"Intralogistik" bezogene Eigenkapitalquote in Höhe von
51 Prozent (31. Dezember 2023: 47 Prozent).
Die Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen sanken um 6 Mio. € auf
174 Mio. € (31. Dezember 2023: 180 Mio. €).
Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die
Erhöhung des Diskontierungssatzes für die
Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Deutschland von
3,5 Prozent zum Jahresende 2023 auf 3,8 Prozent zum
Bilanzstichtag. Die lang- und kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten des Konzerns verringerten sich
hauptsächlich durch die teilweise Tilgung der
Akquisitionsfinanzierung für Storage Solutions (150
Mio. €) um 216 Mio. € auf 708 Mio. € (31.
Dezember 2023: 924 Mio. €). Die lang- und
kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
lagen bedingt durch den höheren Vertragsbestand mit
2.220 Mio. € um 74 Mio. € über dem Wert zum
31. Dezember 2023 (2.146 Mio. €).
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen lagen
mit 307 Mio. € um 36 Mio. € unter dem Wert zum
31. Dezember 2023 (343 Mio. €). Dies war vor allem auf
die übliche Inanspruchnahme von Rückstellungen im
Personalbereich zurückzuführen. Die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
erhöhten sich leicht um 15 Mio. € auf 575 Mio.
€ (31. Dezember 2023: 560 Mio. €). Die
übrigen kurzfristigen Schulden sanken aufgrund
niedrigerer Steuerverbindlichkeiten geringfügig auf
358 Mio. € (31. Dezember 2023: 364 Mio. €).
FinanzlageZum Berichtsstichtag ergab sich für den Konzern
eine Nettoverschuldung von 200 Mio. € (31. Dezember
2023: 262 Mio. €). Die Verminderung um 62 Mio. €
gegenüber dem Jahresende 2023 resultierte vorrangig
aus dem positiven Free Cashflow im 1. Halbjahr 2024.
Die für die Steuerung der Liquidität und
Finanzierung des Konzerns verwendete Steuerungskennzahl
Free Cashflow wird wie folgt aus den in der
Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus der
laufenden Geschäftstätigkeit und der
Investitionstätigkeit übergeleitet:
Überleitung Free Cashflowscrollen
Kapitalflussrechnung¹
scrollen
Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.
Der Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit betrug im Zeitraum Januar bis
Juni 2024 227 Mio. € und erhöhte sich damit um 45
Mio. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum (182 Mio.
€). Der Anstieg resultierte maßgeblich aus dem
im Vergleich zum Vorjahr weiter verbesserten
Working-Capital-Management. Zwar erhöhten sich die
Vorräte leicht, allerdings konnten die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen deutlich reduziert werden und
auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
wirkten sich durch einen leichten Anstieg mindernd auf das
Working Capital aus. Darüber hinaus stand einer
Entlastung aus dem Zugang von Miet- und Leasinggeräten
sowie der Entwicklung der Forderungen aus
Finanzdienstleistungen in Verbindung mit den zugrunde
liegenden Finanzierungen eine Belastung aus den sonstigen
Veränderungen gegenüber.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag im
Berichtszeitraum mit - 55 Mio. € deutlich unter dem
Wert des Vorjahreszeitraumes (- 364 Mio. €).
Während der Vorjahreswert durch die Kaufpreiszahlung
der Akquisition von Storage Solutions in Höhe von 307
Mio. € geprägt war, fielen im Berichtszeitraum
ausschließlich Investitionen in Sachanlagen und in
immaterielle Vermögenswerte an.
Der Free Cashflow als Summe aus den Cashflows aus der
laufenden Geschäftstätigkeit und der
Investitionstätigkeit verbesserte sich deutlich auf
+172 Mio. € (Vorjahr: - 182 Mio. €). Im Vorjahr
war dieser mit 307 Mio. € aus der Kaufpreiszahlung
für Storage Solutions belastet.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im
Berichtszeitraum betrug -326 Mio. € (Vorjahr: +157
Mio. €). Die deutliche Veränderung in Höhe
von 483 Mio. € ergab sich größtenteils
durch den Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 300 Mio.
€ im Zusammenhang mit der Brückenfinanzierung
für die Akquisition von Storage Solutions im
Vorjahreszeitraum. Im Berichtszeitraum hingegen war ein
Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 150 Mio. € zur
teilweisen Tilgung der Akquisitionsfinanzierung zu
verzeichnen. Daneben waren im Cashflow aus der
Finanzierungstätigkeit die Dividendenzahlung von 75
Mio. € sowie weitere Tilgungen von Bankdarlehen und
Leasingverbindlichkeiten von rund 100 Mio. €
enthalten.
VermögenslageÜbersicht zur Vermögensstrukturscrollen
Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.
Die Bilanzsumme sank leicht um 93 Mio. € und lag
zum 30. Juni 2024 bei 6.817 Mio. € (31. Dezember 2023:
6.910 Mio. €).
Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte und
Sachanlagen um 18 Mio. € auf 1.373 Mio. €
resultierte im Wesentlichen aus zu aktivierenden
Entwicklungskosten.
Aufgrund des nachfragebedingten Aufbaus der
Fahrzeugbestände erhöhten sich die Buchwerte
für Miet- und Leasinggeräte zum 30. Juni 2024
leicht um 10 Mio. € auf 1.048 Mio. € (31.
Dezember 2023: 1.038 Mio. €). Dabei verblieben die
Buchwerte der Mietgeräte mit 471 Mio. € auf dem
Niveau des Geschäftsjahresendes 2023 (470 Mio.
€), während die Buchwerte der Leasinggeräte
aus Finanzdienstleistungen von 568 Mio. € auf 577 Mio.
€ stiegen. Die lang- und kurzfristigen Forderungen aus
Finanzdienstleistungen lagen aufgrund der
Geschäftsausweitung im Segment
"Finanzdienstleistungen" mit 1.731 Mio. € um 79 Mio.
€ über dem Jahresendwert 2023 (1.652 Mio.
€).
Die Vorräte betrugen zum Berichtsstichtag 933 Mio.
€ (31. Dezember 2023: 927 Mio. €). Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
Vertragsvermögenswerte konnten insbesondere durch
optimiertes Forderungsmanagement um 43 Mio. € auf 912
Mio. € vermindert werden (31. Dezember 2023: 955 Mio.
€). Der Anstieg der übrigen kurzfristigen
Vermögenswerte um 12 Mio. € auf 117 Mio. €
im Berichtszeitraum resultierte im Wesentlichen aus
Steuerforderungen. Die liquiden Mittel und kurzfristigen
Wertpapiere reduzierten sich zum Bilanzstichtag vor allem
aufgrund der teilweisen Tilgung (150 Mio. €) der im
Vorjahr aufgenommen Brückenfinanzierung für die
Akquisition von Storage Solutions (300 Mio. €) um 144
Mio. € auf 508 Mio. € (31. Dezember 2023: 652
Mio. €).
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGKennzahlen Forschung und Entwicklungscrollen
Tabelle enthält rundungsbedingte Differenzen.
Wesentliche Aktivitäten im Bereich Forschung und
Entwicklung (F&E) konzentrierten sich im
Berichtszeitraum auf die Konstruktion neuer
Flurförderzeuge mit Schwerpunkt auf der
Weiterentwicklung effizienter Energiespeichersysteme
basierend auf der Lithium-Ionen-Technologie. Darüber
hinaus stand die Entwicklung von Mobile Robots und die
Optimierung von automatisierten Systemen im Fokus. Ein
weiterer F&E-Schwerpunkt waren digitale Produkte.
Die gesamten F&E-Ausgaben, die im Wesentlichen
Eigenleistungen beinhalten, stiegen im 1. Halbjahr 2024 um
11 Mio. € auf 83 Mio. € (Vorjahr: 72 Mio.
€). Die Aktivierungsquote lag mit 30 Prozent in der
Größenordnung des Vorjahres (31 Prozent).
Die F&E-Kosten laut Gewinn- und-Verlust-Rechnung
beliefen sich im Berichtszeitraum auf 65 Mio. €
(Vorjahr: 55 Mio. €). Sie enthielten erstmals die
Entwicklungsaufwendungen von Magazino.
Die Zahl der Beschäftigten, die konzernweit in
Entwicklungsprojekten tätig waren, lag im
Berichtszeitraum bei durchschnittlich 1.005 (Vorjahr: 980)
Mitarbeitenden.
MITARBEITENDEMitarbeitendein Vollzeitäquivalenten
Zum 30. Juni 2024 beschäftigte Jungheinrich
konzernweit auf Vollzeitbasis 20.871 Mitarbeitende, davon
41 Prozent im Inland und 59 Prozent im Ausland. Der
Rückgang im Berichtszeitraum gegenüber dem Wert
von Ende Dezember 2023 (21.117) resultierte aus einer vor
dem Hintergrund des schwierigen Marktumfeldes
zurückhaltenden Personalpolitik. Zusätzlich
beschäftigte Jungheinrich zum 30. Juni 2024
konzernweit 357 (31. Dezember 2023: 438)
Leiharbeitnehmende, davon fast alle in den
inländischen Werken.
FINANZDIENSTLEISTUNGENHinsichtlich der allgemeinen Darstellung des Segmentes
"Finanzdienstleistungen" wird auf die ausführlichen
Erläuterungen innerhalb des zusammengefassten
Lageberichtes im Geschäftsbericht 2023 verwiesen.
Kennzahlen Finanzdienstleistungenscrollen
Das Zugangsvolumen aus langfristigen
Finanzdienstleistungsverträgen belief sich im 1.
Halbjahr 2024 auf 485 Mio. € (Vorjahr: 473 Mio.
€). Vom wertmäßigen Zugangsvolumen
entfielen 63 Prozent (Vorjahr: 61 Prozent) auf die acht
Länder mit Jungheinrich
Finanzdienstleistungsgesellschaften.
Der Vertragsbestand zum Neuwert erreichte 4.155 Mio.
€ (Vorjahr: 3.956 Mio. €). Bezogen auf die Anzahl
der verkauften Neufahrzeuge wurden 41 Prozent (Vorjahr: 42
Prozent) über Finanzdienstleistungsverträge
abgesetzt. Der Umsatz nach sechs Monaten betrug 692 Mio.
€ (Vorjahr: 640 Mio. €). Das EBIT des Segmentes
"Finanzdienstleistungen" lag bei 6 Mio. € (Vorjahr: 11
Mio. €).
RISIKO- UND CHANCENBERICHTDie Früherkennung von Risiken und Chancen sowie die
daraus abzuleitenden Maßnahmen sind wichtige
Bestandteile der Unternehmensführung. In seiner
Risikoeinschätzung stützt sich der Vorstand der
Jungheinrich AG auf das Risikomanagementsystem.
Entsprechende Grundsätze und Vorgehensweisen sind im
Rahmen des Risikomanagementsystems in einer entsprechenden
Konzernrichtlinie sowie in einem Risikomanagementhandbuch
definiert und werden fortlaufend überprüft und
weiterentwickelt. Die Funktionsfähigkeit und die
Wirksamkeit des Risikofrüherkennungssystems sind
fester Bestandteil regelmäßiger Prüfungen
durch die Konzernrevision und der jährlichen
Abschlussprüfung. Erkenntnisse aus diesen
Prüfungen werden bei der kontinuierlichen
Weiterentwicklung des Jungheinrich spezifischen
Risikomanagementsystems berücksichtigt.
Die Gesamtrisiko- und Chancensituation des Jungheinrich
Konzerns hat sich gegenüber der Darstellung im
zusammengefassten Lagebericht 2023 nicht wesentlich
verändert. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken
ersichtlich, die den Fortbestand des Unternehmens
gefährden.
KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DES JUNGHEINRICH KONZERNSDer Vorstand bestätigt seine Prognose vom 28.
März 2024 für das laufende Geschäftsjahr.
Wir rechnen weiterhin mit einem Auftragseingang in einem
Korridor von 5,2 Mrd. € bis 5,8 Mrd. € (2023: 5,2
Mrd. €). Für den Konzernumsatz erwarten wir bei
stabilen Lieferketten und vor dem Hintergrund des
derzeitigen Zins- und Inflationsumfeldes eine Bandbreite
zwischen 5,3 Mrd. € und 5,9 Mrd. € (2023: 5,5
Mrd.€). Dabei unterstellen wir, dass sich die
geopolitische Lage nicht verschärft.
Wir gehen im laufenden Geschäftsjahr von einem EBIT
zwischen 420 Mio. € und 470 Mio. € (2023: 430
Mio. €) aus. Dafür hat der Vorstand bereits im
Jahr 2023 geeignete Maßnahmen zur Ergebnissteigerung
eingeleitet, die im laufenden Jahr Wirkung zeigen und
insbesondere steigenden Personalkosten entgegenwirken.
Außerdem sind aus den im Jahr 2023 erfolgten
Akquisitionen belastende Effekte aus Kaufpreisallokationen
in Höhe von 13 Mio. € und aus variabler
Vergütung in Höhe von 11 Mio. €
berücksichtigt. Wir rechnen mit einer EBIT-Rendite von
7,6 Prozent bis 8,4 Prozent (2023: 7,8 Prozent). Das EBT
dürfte einen Wert zwischen 380 Mio. € und 430
Mio. € erreichen (2023: 399 Mio. €). Wir gehen
von einer EBT-Rendite zwischen 6,9 Prozent und 7,7 Prozent
(2023: 7,2 Prozent) aus. Der ROCE für das
Geschäftsjahr 2024 dürfte zwischen 14,5 Prozent
und 17,5 Prozent (2023: 15,9 Prozent) liegen. Für den
Free Cashflow rechnen wir mit einem Wert über 200 Mio.
€ (2023: 15 Mio. €).
Bei den vorstehenden Ausführungen handelt es sich
teilweise um zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den
aktuellen Erwartungen, Annahmen und Einschätzungen der
Unternehmensleitung zu künftigen Entwicklungen
beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und
Unsicherheiten, die größtenteils außerhalb
der Kontrolle des Unternehmens liegen. Dazu gehören
unter anderem Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen
Lage - etwa durch geopolitische Konflikte,
Naturkatastrophen, Pandemien und ähnliche Ereignisse
höherer Gewalt -, der Verschuldungsproblematik,
innerhalb der Intralogistikbranche, bei der
Materialversorgung, der Verfügbarkeit und
Preisentwicklung von Energie und Rohstoffen,
der Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten, der
wettbewerbs- und ordnungspolitischen Entwicklungen sowie
der regulatorischen Vorgaben, der Devisenkurse und Zinsen
sowie auch der Ausgang anhängiger oder künftiger
rechtlicher Verfahren. Sollten diese oder andere
Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten
oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als
unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen
Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten
oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen
abweichen. Eine Gewähr oder Haftung für
zukunftsgerichtete Aussagen wird daher nicht
übernommen. Ferner besteht - unbeschadet bestehender
kapitalmarktrechtlicher Verpflichtungen - weder die Absicht
noch wird eine Verpflichtung übernommen,
zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.
Konzern-ZwischenabschlussKONZERN-GEWINN- und-VERLUST-RECHNUNGscrollen
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGscrollen
KONZERNBILANZAktivascrollen
Passivascrollen
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscrollen
1 Cashflows aus Ertragsteuern, aus erhaltenen
und gezahlten Zinsen sowie aus erhaltenen Dividenden wurden
erstmalig im Konzernabschluss 2023 gesondert im Cashflow
aus der laufenden Tätigkeit angegeben (vorher: Tabelle
unterhalb). Für den Zwischenabschluss zum 30. Juni
2024 wurde die Darstellung entsprechend angewendet und die
Vorjahresdarstellung angepasst.
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALSscrollen
scrollen
KONZERNANHANGBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDer Konzernabschluss der Jungheinrich AG zum 31.
Dezember 2023 wurde in Übereinstimmung mit den am
Stichtag geltenden International Financial Reporting
Standards (IFRS) aufgestellt. Es wurden alle zum 31.
Dezember 2023 gültigen Standards und die
Interpretationen des IFRS Interpretations Committee
berücksichtigt, wie sie in der EU anzuwenden sind.
Dementsprechend wurde auch dieser Konzern-Zwischenabschluss
zum 30. Juni 2024 in Übereinstimmung mit IAS 34
erstellt. Der vorliegende Zwischenabschluss wurde weder
geprüft noch einer prüferischen Durchsicht
unterzogen.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte
grundsätzlich auf Grundlage der historischen
Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Hiervon ausgenommen
sind bestimmte Finanzinstrumente, die zum beizulegenden
Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Der
Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2024 wurde in Euro
(€) aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt,
erfolgen Angaben in Mio. €. Die Gewinn-
und-Verlust-Rechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren
erstellt.
Die bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses zum 30.
Juni 2024 und der Ermittlung der Vergleichszahlen für
das Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich
denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023. Diese
Grundsätze sind im Konzernanhang im
Geschäftsbericht 2023 detailliert beschrieben.
Neue RechnungslegungsvorschriftenDie erstmals zum 1. Januar 2024 verpflichtend
anzuwendenden IFRS-Änderungen und -Neuregelungen
hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Jungheinrich
Zwischenabschluss zum 30. Juni 2024. Sie sind im
Konzernanhang im Geschäftsbericht 2023 detailliert
beschrieben.
Erstanwendung von IFRS 9 für die Bilanzierung von SicherungsgeschäftenJungheinrich setzt derivative Finanzinstrumente
hauptsächlich zu Sicherungszwecken ein. Der
Jungheinrich Konzern sichert im Rahmen des Cashflow Hedging
unter anderem zukünftige variable Zahlungsströme,
die sich aus teils realisierten und teils prognostizierten
hochwahrscheinlichen Umsatzerlösen und
Materialeinkäufen ergeben. Eine eindeutige Zuordnung
von Sicherungs- und Grundgeschäften ist durch eine
umfassende Dokumentation gewährleistet. Die zu
sichernden Volumina werden jeweils zu höchstens 75
Prozent als Grundgeschäft designiert und können
bis zu dieser Höhe vollständig gesichert werden.
Zur Sicherung der Zinsrisiken werden Zahlungsströme
aus variabel verzinslichen Tranchen eines
Schuldscheindarlehens laufzeitkongruent und identisch mit
dem Zahlungsplan durch entsprechende Zinsswaps gesichert.
Des Weiteren werden die im Rahmen der Finanzierung des
Finanzdienstleistungsgeschäftes über die
konzerneigene Finanzierungsgesellschaft Elbe River Capital
S.A., Luxemburg, bestehenden variabel verzinslichen
Verbindlichkeiten durch Zinsswaps gegen
Zinsänderungsrisiken, als Cashflow Hedges gesichert.
Jungheinrich nahm das Wahlrecht im IFRS 9 in Anspruch
und bilanzierte Sicherungsgeschäfte unter Anwendung
der Regeln des IAS 39 bis zum 31. Dezember 2023. Mit
Wirkung zum 1. Januar 2024 hat Jungheinrich erstmalig die
Regeln des IFRS 9 für die Bilanzierung und Bewertung
von Sicherungsgeschäften angewendet.
Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung gemäß
IFRS 9 werden sowohl die Sicherungsbeziehung zwischen dem
eingesetzten Sicherungsinstrument und dem
Grundgeschäft als auch das Ziel sowie die zugrunde
liegende Strategie der Absicherung dokumentiert.
Darüber hinaus findet zu Beginn der
Sicherungsbeziehung und fortlaufend eine Dokumentation
statt, inwieweit die in der Sicherungsbeziehung
eingesetzten derivativen Finanzinstrumente die
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes oder der
Zahlungsströme der Grundgeschäfte kompensieren.
Bei derivativen Finanzinstrumenten, die in einer
Sicherungsbeziehung als Sicherungsgeschäft designiert
werden, können unter IFRS 9 bestimmte Komponenten von
der Designation ausgeschlossen und deren Änderung im
beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis
abgegrenzt oder ergebniswirksam erfasst werden.
Jungheinrich designiert bei Sicherungsbeziehungen die
Kassa- und die Terminkomponente des Sicherungsinstrumentes
als Sicherungsgeschäft. Der wirksame Teil der
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes wird
erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert
im Eigenkapital in den sonstigen
Eigenkapitalveränderungen (Marktbewertung derivativer
Finanzinstrumente mit Sicherungsbeziehung) ausgewiesen. Der
wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden
Zeitwerts, der im sonstigen Ergebnis erfasst wird, ist
begrenzt auf die kumulierte Änderung des beizulegenden
Zeitwertes des gesicherten Grundgeschäfts seit Beginn
der Sicherungsbeziehung. Ein unwirksamer Teil der
Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des
derivativen Finanzinstrumtes wird unmittelbar
ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst.
Jungheinrich trennt den Fremdwährungsbasis-Spread
vom derivativen Finanzinstrument ab und designiert diesen
nicht als Sicherungsgeschäft. Die Veränderung des
beizulegenden Zeitwertes vom Währungsbasis-Spread wird
erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert
als ein separater Bestandteil im Eigenkapital in den
sonstigen Eigenkapitalveränderungen (Kosten der
Absicherung) ausgewiesen.
Wenn ein Sicherungsgeschäft zur Absicherung von
Zahlungsströmen ausläuft, veräußert
wird oder nicht mehr die Kriterien des IFRS 9 zur
Bilanzierung als Sicherungsbeziehung erfüllt, wird die
Sicherungsbeziehung prospektiv beendet. Der bis zu diesem
Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasste kumulierte Gewinn
beziehungsweise Verlust verbleibt zunächst im
Eigenkapital und wird erst zu dem Zeitpunkt erfolgswirksam
erfasst, zu dem das abgesicherte Grundgeschäft
eintritt. Wird der Eintritt des abgesicherten
Grundgeschäftes nicht länger erwartet, sind die
im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne
beziehungsweise Verluste unmittelbar ergebniswirksam zu
erfassen.
Aus der Erstanwendung der IFRS 9-Regeln bezüglich
der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften ergaben sich
für den Jungheinrich Zwischenabschluss zum 30. Juni
2024 keine wesentlichen Effekte. Jungheinrich hatte die im
IFRS 9 enthaltenen Vorschriften zur Bilanzierung von
Sicherungsgeschäften prospektiv anzuwenden. Die
Vergleichszahlen der Vorjahresperioden wurden daher nicht
rückwirkend angepasst.
SchätzungenIm Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad
Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden,
die Höhe und Ausweis der bilanzierten
Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag sowie
der Erträge und Aufwendungen während der
Berichtsperiode bestimmen. Schätzungen und Annahmen
sind insbesondere erforderlich für die
konzerneinheitliche Festlegung von wirtschaftlichen
Nutzungsdauern für Sachanlagen, Miet- und
Leasinggeräte, für die Beurteilung der
Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie die
Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, unter
anderem für Pensionen, Garantie- und
Entsorgungsverpflichtungen oder Rechtsstreitigkeiten.
Schätzungen und Annahmen sind darüber hinaus
hinsichtlich der erwarteten Restwerte zum Ende der
Vertragslaufzeit bei langfristigen
Kundenleasingverträgen für die Bewertung der
zugrunde liegenden Vermögenswerte zu treffen.
Weiterhin sind Annahmen und Schätzungen bei der
Ermittlung der Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern,
insbesondere auf Verlustvorträge, und bei der
Erfassung von noch unsicheren Steuerpositionen notwendig.
Den Schätzungen und Annahmen liegen Prämissen
zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren
Kenntnisstand basieren und sowohl historische Erfahrungen
als auch weitere Faktoren wie künftige Erwartungen
einschließen.
Für den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2024 wurde
ein Abzinsungssatz zur Bewertung der leistungsorientierten
Pensionsverpflichtungen in Deutschland 3,8 Prozent (31.
Dezember 2023: 3,5 Prozent) und in Großbritannien von
5,3 Prozent (31. Dezember 2023: 4,8 Prozent) verwendet.
KonsolidierungskreisNeben der Jungheinrich AG, Hamburg, als
Muttergesellschaft wurden 88 ausländische und 28
inländische Unternehmen in den
Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2024 einbezogen. Der
Konsolidierungskreis umfasste 100 vollkonsolidierte
Unternehmen einschließlich eines strukturierten
Unternehmens, die direkt oder indirekt von der Jungheinrich
AG beherrscht wurden. Nach der Equity-Methode wurden 15
Gemeinschaftsunternehmen und ein assoziiertes Unternehmen
bilanziert.
Die Jungheinrich Financial Services SAS,
Vélizy-Villacoublay (Frankreich), hat im Wege einer
Verschmelzung durch Aufnahme mit Wirkung zum 1. Januar 2024
alle Vermögenswerte und Schulden der damit
untergehenden Jungheinrich Finance France SAS,
Vélizy-Villacoublay (Frankreich), übernommen.
UmsatzerlöseJungheinrich realisiert Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden durch Übertragung von
Gütern und Erbringung von Dienstleistungen sowohl
zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen. Darüber hinaus
erzielt der Konzern Erlöse aus Miet- und
Leasingverträgen, bei denen Jungheinrich Leasinggeber
ist.
Zusammensetzung der Umsatzerlösescrollen
Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
gliedern sich nach Regionen und berichtspflichtigen
Segmenten, wie in folgender Tabelle dargestellt.
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach Regionen und Segmentenscrollen
Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenDie grundsätzliche Darstellung der einzelnen
Finanzinstrumente, deren Bewertung sowie die
Bewertungsverfahren und Inputfaktoren für die
Ermittlung ihrer beizulegenden Zeitwerte wurden im
Konzernanhang im Geschäftsbericht 2023 detailliert
beschrieben.
Im Folgenden werden die im Zwischenabschluss
verpflichtend aufzunehmenden zusätzlichen Angaben zu
den Finanzinstrumenten dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und
beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns
zum Bilanzstichtag dar. Finanzielle Vermögenswerte und
Schulden, die in der Konzernbilanz nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden und bei denen der Buchwert einen
angemessenen Näherungswert für den beizulegenden
Zeitwert darstellt, sind in der Tabelle nicht enthalten.
Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumentenscrollen
1 zugeordnet der Bewertungskategorie
"erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
Die Buchwerte der im Konzernabschluss wiederkehrend zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sind in
folgender Tabelle in Abhängigkeit von ihren zur
Ermittlung verwendeten Informations- und Inputfaktoren in
die entsprechenden Stufen der Bemessungshierarchie
gemäß IFRS 13 eingeordnet.
Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch
nach ihren Inputfaktoren:
Stufe 1 - in aktiven Märkten notierte
(unverändert übernommene) Marktpreise für
identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten,
Stufe 2 - andere Inputdaten als notierte Marktpreise,
die sich für den Vermögenswert oder die
Verbindlichkeit entweder direkt (als Preis) oder indirekt
(abgeleitet aus Preisen) beobachten lassen,
Stufe 3 - herangezogene Inputfaktoren, die nicht auf
beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung des
Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit basieren.
Bemessungshierarchie für Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werdenscrollen
scrollen
1 zugeordnet der Bewertungskategorie
"erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert"
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der
Stufe 1 wurde auf Basis von Börsennotierungen zum
Bilanzstichtag ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der
Stufe 2 wurde in Übereinstimmung mit allgemein
anerkannten Bewertungsmodellen basierend auf
Discounted-Cashflow-Analysen und unter Verwendung von
beobachtbaren aktuellen Marktpreisen für ähnliche
Instrumente bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von
Devisentermingeschäften wurde auf Basis der zum
Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter
Berücksichtigung der Terminaufschläge
beziehungsweise -abschläge für die jeweilige
Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende
Zeitwert von Zinsderivaten wurde auf der Basis der am
Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven
unter Berücksichtigung der jeweiligen
Zahlungsfälligkeiten ermittelt. Kontrahentenrisiken
wurden bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von
Jungheinrich berücksichtigt.
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten der
Stufe 3 ergab sich aus den fortgeführten
Anschaffungskosten zum Bilanzstichtag. Die der Stufe 3
zugeordneten Finanzanlagen umfassten nicht konsolidierte
Anteile an verbundenen Unternehmen und an
Gemeinschaftsunternehmen sowie übrige Beteiligungen.
Die Anteile verfügten über keinen notierten
Marktpreis.
Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers
zwischen den Stufen 1 und 2 vorgenommen.
SegmentinformationenDie Segmentberichterstattung folgt der internen
Organisations- und Berichtsstruktur und umfasst somit die
berichtspflichtigen Segmente "Intralogistik" und
"Finanzdienstleistungen". Die grundsätzliche
Darstellung der Segmentinformationen wurde im Konzernanhang
im Geschäftsbericht 2023 detailliert beschrieben.
Das Segment "Intralogistik" erwirbt vom Segment
"Finanzdienstleistungen" nach Beendigung der langfristigen
Kundenleasingverhältnisse die diesen Verträgen
zugrunde liegenden Produkte zu vertraglich vereinbarten
Restwerten. Liegt der vertraglich vereinbarte Restwert zum
Ende der Vertragslaufzeit eines Vertrages oberhalb des
aktuellen Marktwertes, berücksichtigt das Segment
"Intralogistik" dieses Restwertrisiko durch die Bildung
angemessener Rückstellungen für belastende
Verträge. Im Jungheinrich Konzern werden diese
Restwertrisiken in Abhängigkeit von der
Klassifizierung der langfristigen Kundenverträge als
Minderung der Buchwerte der Leasinggeräte aus
Finanzdienstleistungen, der Forderungen aus
Finanzdienstleistungen sowie der betroffenen Vorräte
dargestellt. Die Beträge aus dieser
segmentübergreifenden Saldierung sind in den
Überleitungspositionen der Jahre 2024 und 2023
enthalten.
Darüber hinaus enthielten die
Überleitungspositionen des 1. Halbjahres 2024 und des
1. Halbjahres 2023 die im Rahmen der Konsolidierung zu
eliminierenden konzerninternen Umsätze und Kosten,
Zinsen und Zwischenerfolge sowie Forderungen und
Verbindlichkeiten.
Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2024scrollen
Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2023scrollen
Die Finanzkennzahl ROCE stellt die Rendite des
Jungheinrich Konzerns auf Basis des im Segment
Intralogistik erwirtschafteten EBIT (bei unterjähriger
Berichterstattung annualisiert) im Verhältnis zu dem
diesem Segment zugeordneten, gebundenen Kapital
(Durchschnitt aus dem gebundenen Kapital zum aktuellen
Stichtag und zu den Stichtagen der drei vorangegangenen
Quartale) dar. Für den Berichtszeitraum ergab sich ein
ROCE von 16,4 Prozent (Vorjahr: 18,2 Prozent).
Ereignisse nach Ablauf des 1. Halbjahres 2024Es sind keine Vorgänge oder Ereignisse von
wesentlicher Bedeutung nach Ablauf des 1. Halbjahres 2024
eingetreten.
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenDie maßgeblichen Stammaktionäre der
Jungheinrich AG sind die LJH-Holding GmbH, Wohltorf, und
die WJH-Holding GmbH, Aumühle.
Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen
Tochterunternehmen unterhielt Jungheinrich Beziehungen zu
Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und
verbundenen, nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Alle
Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen
resultierten aus der normalen Geschäftstätigkeit
und wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.
Die Transaktionen mit den nicht konsolidierten
Tochterunternehmen waren von geringem Umfang.
Mitglieder des Vorstandes beziehungsweise des
Aufsichtsrates der Jungheinrich AG sind Mitglieder in
Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien anderer
Unternehmen, mit denen die Jungheinrich AG im Rahmen der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen
unterhält. Alle Geschäfte mit diesen Unternehmen
werden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen
abgewickelt.
Weitere InformationenVERSICHERUNG DES VORSTANDESNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Hamburg, den 9. August 2024
Jungheinrich Aktiengesellschaft
Der Vorstand
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FINANZKALENDER9. August 2024Zwischenbericht zum 30. Juni 2024
12. November 2024Quartalsmitteilung zum 30. September 2024
IMPRESSUMJungheinrich
Aktiengesellschaft
Friedrich-Ebert-Damm 129
22047 Hamburg
Telefon: +49 40 6948-0
Telefax: +49 40 6948-1777
info@jungheinrich.de
www.jungheinrich.com
WertpapierkennnummernISIN DE0006219934, WKN 621993
Jungheinrich Aktiengesellschaft
Friedrich-Ebert-Damm 129 22047 Hamburg
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