KAP AG

Fulda

Jahres- und Konzernjahresfinanzbericht zum 31.12.2019

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN, SEHR GEEHRTE AKTIONÄRE,

2019 war ein Geschäftsjahr mit besonderen Herausforderungen. Das wirtschaftliche Umfeld wurde zunehmend schwieriger, zusätzlich beeinflussten der Brandschaden im Segment surface technologies und Wertberichtigungen im Segment engineered products die Entwicklung unserer Unternehmensgruppe. Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir vor diesem Hintergrund umfassende Maßnahmen eingeleitet, um damit die Basis für eine nachhaltige und erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu schaffen.

Für das Jahr 2020 erwarten wir für die KAP-Gruppe ein anhaltend schwieriges Umfeld. Insbesondere die potenziellen, noch nicht konkret abschätzbaren Auswirkungen aufgrund der Ausbreitung der Corona-Pandemie werden die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen. Erste Maßnahmen zur Gegensteuerung und Eindämmung wurden bereits eingeleitet.

ZUSAMMENARBEIT MIT DEM VORSTAND

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft regelmäßig beraten und seine Tätigkeit überwacht. Die Basis hierfür bildeten ausführliche schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands, die innerhalb und außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats erfolgten. Zwischen den Sitzungen fand zusätzlich ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand sowie zwischen den Mitgliedern des Prüfungsausschusses und dem Vorstand statt. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Wir waren stets umfassend über die Geschäftsentwicklung, die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Lage des Konzerns, die Risikolage und das Risikomanagement, die Compliance, die Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions-, Absatz- und Personalplanung sowie jeweils aktuelle Themen informiert. Soweit für Entscheidungen oder Maßnahmen des Vorstands aufgrund von Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, haben wir die Beschlussvorlagen umfassend geprüft, ausführlich diskutiert und Beschluss gefasst.

AUFSICHTSRATSSITZUNGEN UND AUSSCHUSSSITZUNGEN

Im Berichtsjahr fanden insgesamt fünf reguläre Sitzungen des Aufsichtsrats und zwei Sitzungen des im Juli 2019 neu geschaffenen Prüfungsausschusses statt. Die Mitglieder des Vorstands haben, soweit nicht zu einzelnen Themen wie Personalangelegenheiten des Vorstands eine Beratung ohne Beteiligung des Vorstands als zweckmäßig angesehen wurde, an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen und ausführlich über den Gang der Geschäfte, die aktuelle Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung, die wesentlichen geplanten oder laufenden Investitionen bzw. Desinvestitionen und die Lage des Unternehmens insgesamt berichtet. An den regulären Aufsichtsratssitzungen im Geschäftsjahr 2019 haben alle Mitglieder teilgenommen mit Ausnahme der am 19. Februar 2019 durchgeführten Sitzung, in der Pavlin Kumchev fehlte, der zum 29. Februar 2019 ausschied. Kein Aufsichtsratsmitglied hat an weniger als 50 Prozent aller Sitzungen teilgenommen. Die Sitzungsschwerpunkte waren die folgenden:

In der Sitzung am 6. Februar 2019 haben wir uns intensiv mit den vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres 2018 beschäftigt. Zudem wurde die Möglichkeit einer Sale-and-Leaseback-Transaktion für eine Industrieimmobilie der KAP-Gruppe diskutiert.

Unter Anwesenheit des Abschlussprüfers befassten wir uns in der Sitzung am 25. März 2019 umfassend mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss 2018, dem Lagebericht und Konzernlagebericht, dem gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht und dem Vorschlag zur Gewinnverwendung. Der Wirtschaftsprüfer erläuterte die Prüfberichte einschließlich der Prüfungsschwerpunkte. Darüber hinaus verabschiedeten wir die Entsprechenserklärung und stimmten über die Auswahl des neuen Wirtschaftsprüfers ab. Ferner berichtete der Vorstand zu aktuellen M&A-Möglichkeiten und Finanzierungsthemen.

In der Sitzung am 25. Juni 2019 lag der Fokus auf der Präsentation der Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte sowie der Unternehmensplanung 2019. Der Vorstand berichtete ausführlich über aktuelle Themen und Projekte aus den einzelnen Segmenten. Ferner präsentierte er konkrete Ansätze für eine mögliche Stärkung des bestehenden Compliance-Systems und für eine Optimierung der konzernweiten IT-Landschaft. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Vorbereitung der Hauptversammlung, der Ausbau der Investor-Relations-Aktivitäten im Zusammenhang mit den höheren Anforderungen des Prime-Standard-Börsensegments sowie Vergütungsthemen.

Bei der Sitzung am 26. September 2019 stand eine ausführliche Berichterstattung zur Geschäftsentwicklung und zu aktuellen Projekten in jedem Segment der KAP-Gruppe sowie dessen strategische Ausrichtung im Fokus. Dazu zählten auch Möglichkeiten zur Verbesserung der operativen Performance in einzelnen Segmenten. Zudem berichtete der Vorstand über die aktuelle Unternehmensplanung für das Gesamtjahr.

Am 5. Dezember 2019 kamen wir erneut zu einer Aufsichtsratssitzung zusammen. Schwerpunkt in dieser Sitzung war neben der aktuellen Geschäftsentwicklung und der Planung für das Geschäftsjahr 2020 der Status quo möglicher Umstrukturierungsmaßnahmen in den Segmenten engineered products und precision components vor dem Hintergrund der deutlich eingetrübten Marktbedingungen im Automotive-Sektor. Zudem haben wir aktuelle Investitionsvorhaben im Segment surface technologies beschlossen.

Darüber hinaus gab es zehn außerordentliche Aufsichtsratssitzungen, davon fünf im schriftlichen Umlaufverfahren. In diesen Sitzungen wurden unter anderem Investitions- bzw. Desinvestitionsvorhaben, Personal- und Vergütungsangelegenheiten, der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht, der Bericht des Aufsichtsrats sowie die Geschäftsordnung für den Prüfungsausschuss diskutiert oder verabschiedet.

Der Aufsichtsrat verfügt seit Juli 2019 mit dem Prüfungsausschuss über einen Ausschuss. Ihm sind sämtliche Aufgaben, die in § 107 Absatz 3 Satz 2 AktG und in Ziffer 5.3.2 des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 genannt sind, zugewiesen. Der Prüfungsausschuss befasste sich im Geschäftsjahr 2019 insbesondere mit dem Konzernhalbjahresfinanzbericht sowie der Zwischenmitteilung zum dritten Quartal 2019. Er hatte damit begonnen, die bestehenden Risikomanagement- und internen Kontrollsysteme der Gesellschaft zu prüfen. Weitere Themen waren die Unternehmensplanung für das Jahr 2020 und Compliance. Der Abschlussprüfer berichtete in einer von zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses über seine Prüfungsergebnisse. Der Ausschussvorsitzende hat in den Aufsichtsratssitzungen jeweils über die Sitzungen und die Arbeit des Prüfungsausschusses berichtet.

CORPORATE GOVERNANCE

Die Prinzipien einer guten Corporate Governance haben für die KAP AG und für den Aufsichtsrat einen hohen Stellenwert. Die Weiterentwicklung der Corporate Governance in unserer Industriegruppe, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des grundlegend überarbeiteten DCGK-Entwurfs durch die Regierungskommission, sowie die Einhaltung der Empfehlungen des DCGK bildeten wesentliche Schwerpunkte unserer Prüfungs- und Beratungstätigkeit im Geschäftsjahr 2019. Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht bekannt geworden. Weitere Informationen zur Corporate Governance enthält der Corporate-Governance-Bericht auf Seite 20.

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSSPRÜFUNG

Die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte Mazars GmbH & Co. kg Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernjahresabschluss einschließlich der Lageberichte für das Geschäftsjahr 2019 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Gesellschaft die Regeln des HGB und AktG bzw. die International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, eingehalten hat. Der Abschlussprüfer hat keine Einwendungen erhoben und für beide Abschlüsse uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der für den Abschlussprüfer handelnden Personen überzeugt.

Der Jahres- und Konzernjahresabschluss einschließlich des Lage- und Konzernlageberichts, der Gewinnverwendungsvorschlag, der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht und die Prüfberichte des Abschlussprüfers wurden in den Sitzungen des Aufsichtsrats am 2. und am 22. April 2020 geprüft bzw. eingehend mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert. Die Abschlussunterlagen und die Prüfberichte lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden am 2. April 2020 in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer berichtete bei seinen Beratungen über die Ergebnisse der Prüfung und stand uns für zusätzliche Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Einen Schwerpunkt bildeten die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters). Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfungen haben wir dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und keine Einwendungen erhoben.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der KAP AG und den Konzernabschluss der KAP-Gruppe in der bilanzfeststellenden Sitzung am 2. April 2020 gebilligt. Der Jahresabschluss 2019 der KAP AG ist damit festgestellt. Wir stimmen dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns, der eine Aussetzung der Ausschüttung einer Dividende und den Vortrag auf neue Rechnung vorsieht, zu.

VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Pavlin Kumchev hat sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 29. Februar 2019 aus Gründen einer beruflichen Veränderung niedergelegt. Sein Mandat übernimmt Joachim Coers, der von den Aktionären im Rahmen der Hauptversammlung am 3. Juli 2019 neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Joachim Coers ist ein ausgewiesener Industrieexperte mit Erfahrung unter anderem als Vorstandsvorsitzender der Tognum AG sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der mtu Friedrichshafen GmbH. Seine Amtszeit geht bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022 beschließt.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 hat der Aufsichtsrat aus seinen Reihen Uwe Stahmer interimistisch zum Vorstandsmitglied bestellt. Nach dem Ausscheiden des Vorstandssprechers Guido Decker mit Wirkung zum 30. September 2019 besteht der Vorstand damit - wie von der Satzung vorgesehen - aus mindestens zwei Personen.

Der Aufsichtsrat der KAP AG hat Eckehard Forberich mit Wirkung zum 1. März 2020 zum Mitglied des Vorstands und neuen Vorstandssprecher bestellt. Uwe Stahmer legte mit der Berufung des neuen Vorstandsmitglieds seine interimistische Vorstandstätigkeit nieder und nahm sein für die Vorstandstätigkeit ruhendes Aufsichtsratsmandat wieder auf. Für seine interimistische Tätigkeit als Vorstand bedanken die Aufsichtsratsmitglieder sich bei ihm.

DANK

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, den Segmentleitern, den Geschäftsführern der Segmentunternehmen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Leistungen im herausfordernden Geschäftsjahr 2019.

 

Fulda, 10. März 2020

Für den Aufsichtsrat

Christian Schmitz, Aufsichtsratsvorsitzender

CORPORATE GOVERNANCE

Der Corporate-Governance-Bericht des KAP-Konzerns berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance des Kodex (DCGK) und enthält insbesondere die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB sowie den Vergütungsbericht. Die Inhalte des Corporate-Governance-Berichts sind zugleich Bestandteile des Konzernlageberichts.

1. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289F HGB

Die Unternehmensführung der KAP AG als börsennotierter deutscher Aktiengesellschaft wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodexes in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt.

1. ERKLÄRUNG GEMÄSS § 161 AKTG

Zuletzt im März 2019 haben die Mitglieder des Aufsichtsrats gemeinsam mit dem Vorstand nachfolgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen und danach den Aktionärinnen und Aktionären auf der Website der KAP AG unter https://www.kap.de/investor-relations/ corporate-governance/entsprechenserklaerung dauerhaft zugänglich gemacht:

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der KAP AG gemäß § 161 Aktiengesetz zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017, bekannt gemacht im Bundesanzeiger am 24. April 2017 (im Folgenden "DCGK" genannt)

I. Vorstand und Aufsichtsrat der KAP AG (die "Gesellschaft") haben im Dezember 2018 eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG für den Zeitraum seit Abgabe der Entsprechenserklärung im Dezember 2017 abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht. Diese Entsprechenserklärung ist zu korrigieren und wird vollständig durch folgende Entsprechenserklärung ersetzt.

II. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodexes der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 24. April 2017, entsprach die KAP AG (vormals KAP Beteiligungs-AG) im Zeitraum seit Abgabe der vorletzten Entsprechenserklärung im Dezember 2017 sowie seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2018 mit den nachfolgend unter Ziffern III.1 bis III.7 genannten und begründeten Ausnahmen.

III. Die KAP AG wird in der Zukunft sämtlichen Empfehlungen des DCGK der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017, bekanntgegeben im Bundesanzeiger am 24. April 2017, mit folgenden Ausnahmen entsprechen. Soweit zukunftsbezogene Aussagen getroffen werden, berücksichtigt diese Entsprechenserklärung teilweise den am 6. November 2018 veröffentlichten Entwurf eines grundlegend überarbeiteten Deutschen Corporate Governance Kodexes (im Folgenden "DCGK-e" genannt).

1. Ziffer 4.2.1 Satz 2 1 empfiehlt, dass die Geschäftsordnung des Vorstands insbesondere die Ressortzuständigkeiten einzelner Vorstandsmitglieder regelt.

Die Geschäftsordnung des Vorstands vom 9. Februar 2018 regelt nicht die Ressortzuständigkeit einzelner Vorstandsmitglieder, weil die Gesellschaft seit Abgabe der Entsprechenserklärung im Dezember 2017 bis Mai 2018 nur ein Vorstandsmitglied hatte und die Ressortzuständigkeiten in den Anstellungsverträgen der beiden Vorstandsmitglieder geregelt sind.

Da der DCGK-e die Streichung dieser Empfehlung vorsieht, beabsichtigt die Gesellschaft nicht, die Geschäftsordnung des Vorstands diesbezüglich noch anzupassen.

2. Ziffer 5.1.2 Absatz 1 Satz 2 empfiehlt, dass der Aufsichtsrat bei der Zusammensetzung des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) achten soll. Der Aufsichtsrat legt für den Anteil der Frauen im Vorstand Zielgrößen fest.

Aufgrund der gegenwärtigen Größe des Vorstands, der aus zwei Mitgliedern besteht, wird die Besetzung von Führungsfunktionen unter Beachtung von Diversity im Unternehmen derzeit nicht umgesetzt. Aus demselben Grund hatte der Aufsichtsrat bislang keine Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand festgelegt.

3. Ziffern 5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3 empfehlen, dass der Aufsichtsrat abhängig von den spezifischen Gegebenheiten des Unternehmens und der Anzahl der Mitglieder fachlich qualifizierte Ausschüsse, insbesondere einen Prüfungsausschuss und einen Nominierungsausschuss, bildet.

Es wurde bislang kein Prüfungsausschuss und kein Nominierungsausschuss gebildet, weil aus Sicht der Gesellschaft der fünfköpfige Aufsichtsrat die Bildung von Ausschüssen erübrigt, da Entscheidungen schnell und effizient getroffen werden können.

Der Aufsichtsrat beabsichtigt, spätestens in der ersten Sitzung des Aufsichtsrats nach der Hauptversammlung im Juli 2019 einen Prüfungsausschuss einzurichten. Auf die Bildung eines Nominierungsausschusses wird aufgrund der Größe des Aufsichtsrats verzichtet.

4. Ziffer 5.4.1 Absatz 2 empfiehlt, dass der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennt, dafür im Rahmen der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinn der Nummer 5.4.2, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Bei börsennotierten Gesellschaften, für die das Mitbestimmungsgesetz, das Montan-Mitbestimmungsgesetz oder das Mitbestimmungsergänzungsgesetz gilt, setzt sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammen. Für die anderen vom Gleichstellungsgesetz erfassten Gesellschaften legt der Aufsichtsrat für den Anteil von Frauen Zielgrößen fest.

Von diesen Empfehlungen wurde bislang abgewichen, weil die Festlegung auf konkrete Ziele bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats bei der Suche und Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation eine zu starke Einschränkung für unsere Gesellschaft darstellte und potenzielle Kandidaten automatisch hätte ausschließen können. Bei der Besetzung von Positionen im Aufsichtsrat der KAP AG kam es für den Aufsichtsrat, den aktienrechtlichen Anforderungen entsprechend, darauf an, dass die Kandidatin oder der Kandidat die für die Arbeit des Organs erforderlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen mitbringt. Aufgrund der geringen Zahl der Aufsichtsratsmitglieder war die KAP AG bislang der Auffassung, dass bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats unabhängig vom Geschlecht vorrangig die fachliche Eignung maßgebliche Berücksichtigung finden soll. Die Festlegung einer absoluten Zahl weiblicher Aufsichtsratsmitglieder erfolgte daher bei der KAP AG nicht. Ferner war die Gesellschaft der Ansicht, dass eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat kein sachgerechtes Kriterium für die Suche bzw. den Ausschluss von Mitgliedern dieser Organe darstellt. Auswahlkriterien sind vielmehr - wie vorstehend erwähnt - die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen.

Der Aufsichtsrat hat im März 2019 ein Kompetenzprofil, Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung und ein Diversitätskonzept beschlossen, die allesamt auf der Investor-RelationsWebseite der Gesellschaft einsehbar sind.

1 Ziffern ohne Quellenangabe sind solche des Corporate Governance des Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017.

5. Ziffer 5.4.1 Absatz 4 Satz 1 und Satz 2 empfiehlt, dass Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung die konkreten Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben und dass der Stand der Umsetzung im Corporate-Governance-Bericht veröffentlicht wird.

Da entsprechende Ziele bislang nicht festgelegt wurden, entfielen die Berücksichtigung bei dem Wahlvorschlag an die Hauptversammlung im Jahr 2018 sowie eine eigene Darstellung in einem Corporate-Governance-Bericht .

Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung im Jahr 2019 werden die konkreten Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Der Stand der Umsetzung wird dann im Corporate-Governance-Bericht in 2020 veröffentlicht.

6. Ziffer 5.4.1 Absatz 4 Satz 3 empfiehlt, dass der Corporate-Governance-Bericht auch über die nach Einschätzung des Aufsichtsrats angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder der Anteilseigner und die Namen dieser Mitglieder informiert.

Die unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats werden im Corporate-Governance-Bericht wegen der Unschärfe des Begriffs "Unabhängigkeit" und des damit verbundenen potenziellen Konfliktpotenzials nicht benannt. Ungeachtet dessen ist der Aufsichtsrat der Ansicht, dass ihm eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehört.

7. Ziffer 7.1.2 Satz 3 empfiehlt, dass der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende und die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sind.

Die Vorlagen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr 2017 und der unterjährigen Finanzinformationen im Geschäftsjahr 2018 erfolgten nicht innerhalb der empfohlenen Fristen, sondern innerhalb der gesetzlichen Fristen, die auch für das Geschäftsjahr 2019 für ausreichend erachtet werden.

 

Frankfurt, 25. März 2019

KAP AG

Der Vorstand

Der Aufsichtsrat

2. COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM & CODE OF CONDUCT

Wirtschaftlicher Erfolg, Integrität und gesellschaftliche Verantwortung sind Ziele unseres Unternehmens, die sich nicht voneinander trennen lassen - unabhängig davon, ob wir oder von uns kontrollierte Unternehmen in Deutschland, Europa oder in anderen Teilen der Welt tätig sind. Getragen vom Bewusstsein für die soziale, ökologische und ökonomische Gestaltung der gesamten Wertschöpfungskette, stellen wir uns den Herausforderungen einer vernetzten und globalen Wirtschaft. Verantwortungsvolles und ethisches Verhalten gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Geschäftspartnern sowie unseren Aktionären und der Umwelt ist ein fester Bestandteil des Wertesystems der KAP AG. Dazu hat die KAP AG ein Compliance Management System implementiert, dessen integraler Bestandteil der Verhaltenskodex "Code of Conduct" ist. Der Fokus unseres dezentralen und formalisierten Compliance Management Systems liegt auf den Bereichen Korruptionsprävention, Kartellrecht, Sanktions- und Exportkontrolle sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.

Compliance bedeutet die Einhaltung von nationalen und internationalen gesetzlichen Anforderungen sowie internen Regelwerken. Dabei verstehen wir Compliance als eine konzernweite Maßnahme zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien, die ein wesentliches Element der Unternehmensführung und der Unternehmenskultur ist und in jedem Bereich des täglichen Handelns im Konzern beachtet werden muss. Die Basis dafür haben wir in unserem Verhaltenskodex, der unter https://www.kap.de/investor-relations/corporate-governance/verhaltenskodex zur Einsicht zur Verfügung steht, definiert. Die Einhaltung dieser Richtlinien schafft die Grundvoraussetzung für das Vertrauen unserer Geschäftspartner, Aktionäre und der gesamten Öffentlichkeit in die Leistung, das Wertesystem und die Integrität der KAP-Gruppe. Der Verhaltenskodex fasst die wichtigsten Verhaltensgrundsätze für alle Mitarbeiter inklusive des Vorstands zusammen und setzt Mindeststandards für eine von Respekt geprägte Zusammenarbeit innerhalb unseres Unternehmens und mit unseren Geschäftspartnern.

Im Berichtsjahr 2019 haben wir unser Compliance Management System auf die neu hinzuerworbenen Gesellschaften ausgerollt und unsere Werte und Richtlinien implementiert. Wir haben zudem die bestehenden Richtlinien im Hinblick auf die Bildung unserer Segmente aktualisiert. Auch unsere Schulungen in Form von E-Learning wurden auf die neuen Beteiligungen ausgeweitet.

3. ANGABEN ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG SOWIE BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

a) Vorstand

Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt die KAP AG dem sogenannten "dualen Führungssystem". Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen.

Die KAP AG wird von zwei Personen geleitet. Nachdem Guido Decker unser Unternehmen zum 30. September 2019 verlassen hat, wurde das bisherige Mitglied des Aufsichtsrats, Uwe Stahmer, vorübergehend bis zum 30. September 2020 als zweites Mitglied des Vorstands bestellt. Sein Amt als Aufsichtsratsmitglied ruht in diesem Zeitraum. Er verantwortet die Ressorts Strategie, Business Development, m&a und Controlling. Dr. Alexander Riedel verantwortet die Ressorts Finanzen, IT, Compliance, Investor Relations und Personal.

Zu den Aufgaben des Vorstands gehören die regelmäßige Abstimmung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat und deren Umsetzung sowie in regelmäßigen Abständen der Informationsaustausch mit dem Aufsichtsrat über den Stand der Umsetzung. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, der Finanz- und Ertragslage, der Planung und Zielerreichung, der Risikolage sowie des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen werden dabei ausführlich erläutert und begründet. Die Berichterstattung des Vorstands umfasst auch Compliance-Themen, also die Maßnahmen zur Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien. Neben den gesetzlichen Vorgaben ist der Vorstand an die Regelungen, die in der Geschäftsordnung für den Vorstand niedergelegt sind, gebunden.

Die zur Unternehmensführung und Entscheidungsfindung benötigten Informationen erhält der Vorstand durch monatliche Finanzberichte aus den Einheiten und regelmäßige Gespräche mit den Segmentmanagern und den Geschäftsführern der operativen Einheiten sowie bei Besuchen der in- und ausländischen Standorte. Wichtige Informationsquellen sind auch Gespräche mit Banken, Wettbewerbern und Branchenvertretern. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von zuvor aufgestellten Planungen und Zielen werden dem Aufsichtsrat ausführlich erläutert und begründet sowie gemeinsam mit ihm diskutiert. Das Handeln des Vorstands und seine Entscheidungen richten sich dabei am Unternehmensinteresse aus. Er ist dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet.

b) Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat seine Arbeitsweise in einer Geschäftsordnung geregelt, die unter anderem die Durchführung der Sitzungen sowie die Beschlussfassung von zustimmungspflichtigen Geschäftsvorgängen regelt. Der Aufsichtsrat besteht aus aktuell fünf Mitgliedern. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft und überwacht seine Tätigkeit. Die Aufgaben des Aufsichtsrats sind, neben den gesetzlichen Vorgaben, in der Satzung und in der Geschäftsordnung geregelt.

Im Berichtsjahr wurde im Rahmen der Hauptversammlung am 3. Juli 2019 Joachim Coers neu in den Aufsichtsrat gewählt. Sein Mandat endet mit dem Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022 beschließt. Im Anschluss an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat beschlossen, einen Prüfungsausschuss zu bilden und Joachim Coers zu dessen Vorsitzenden zu berufen. GrundIage hierfür bildet § 11 Absatz 2 der Satzung (veröffentlicht unter https://www.kap.de/unternehmen/corporate-governance/satzung), nach dem die Bildung von Ausschüssen, auf die Entscheidungsbefugnisse übertragen werden können, möglich ist. Der Prüfungsausschuss besteht angesichts der Größe des Gesamtaufsichtsrats derzeit aus zwei Mitgliedern, dem Ausschussvorsitzenden und Christian Schmitz. Der Aufsichtsrat verabschiedete zudem eine Geschäftsordnung für den Prüfungsausschuss, in der die Zusammenarbeit innerhalb des Ausschusses sowie mit dem Gesamtaufsichtsrat geregelt ist. Die Geschäftsordnung ist unter https://www.kap.de/unternehmen/aufsichtsrat einsehbar.

Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand ist vertrauensvoll und basiert auf regelmäßigem Informationsaustausch. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Aufsichtsratssitzungen werden regelmäßig Zahlen bereitgestellt und wichtige Entwicklungen und Vorfälle zwischen den Sitzungen telefonisch besprochen. Weitere Informationen zur Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat enthält der Bericht des Aufsichtsrats auf Seite 16 f. des Geschäftsberichts 2019.

4. ANGABEN ZUR FESTLEGUNG VON ZIELGRÖSSEN NACH § 289F ABSATZ 2 ZIFF. 5 HGB I. V. M. §§ 76 ABSATZ 4 UND 111 ABSATZ. 5 AKTG

Aufsichtsrat und Vorstand haben gemäß §§ 76 Absatz 4 und 111 Absatz 5 AktG für ihre Besetzung mit Frauen und Männern keine Mindestanteile festgelegt. Der Aufsichtsrat stellt seine Gründe hierfür in der vorstehenden Entsprechenserklärung zur Ziffer 5.4.2. Absatz 1 des DCGK dar.

Eine Angabe zu den Gründen über die Einhaltung der Mindestanteile erfolgt nicht, da die KAP AG keine Arbeitnehmer hat und daher nach § 96 Absatz 2 und 3 des AktG keine Mindestanteile einzuhalten sind.

2. CORPORATE GOVERNANCE

Der Begriff Corporate Governance beschreibt eine verantwortungsbewusste und wertschöpfende Unternehmensführung und -kontrolle. Die wesentlichen Elemente umfassen die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die Beachtung der Aktionärsinteressen sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation. Dies schafft nicht nur Transparenz für die rechtlichen Rahmenbedingungen von Unternehmensleitung und -kontrolle, sondern es werden darin auch allgemein anerkannte Standards für gute und verantwortungsbewusste Unternehmensführung etabliert. Das Vertrauen von Aktionärinnen und Aktionären, Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Öffentlichkeit in die Leitung des Unternehmens wird dadurch gestärkt.

Auch im Berichtsjahr haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der KAP AG intensiv mit der Erfüllung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodexes in dessen zuletzt im Februar 2017 aktualisierter und im Bundesanzeiger veröffentlichter Fassung sowie der im Entwurf am 6. November 2018 veröffentlichten neuen Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodexes beschäftigt. Vorstand und Aufsichtsrat haben alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um den Empfehlungen des bis zum 31. Dezember 2019 gültigen Kodexes weitestgehend zu entsprechen.

1. FÜHRUNGS- UND KONTROLLSTRUKTUR

Als international tätige, börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Fulda, Deutschland, unterliegt die KAP AG den Vorschriften des deutschen Aktien-, Kapitalmarkt- und Mitbestimmungsrechts sowie den Bestimmungen der eigenen Satzung und der unternehmensinternen Richtlinien. Mit den beiden Organen Vorstand und Aufsichtsrat hat die KAP AG - wie alle deutschen Aktiengesellschaften - eine dualistische Leitungs- und Überwachungsstruktur. Darüber steht die Hauptversammlung als maßgebliches Organ der Aktionärinnen und Aktionäre. Durch sie werden unsere Anteilseigner an grundlegenden Entscheidungen des Unternehmens beteiligt. Gemeinsam sind diese drei Organe gleichermaßen den Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre und dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.

2. VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT (VERGÜTUNGSBERICHT)

Der Vergütungsbericht, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist, beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder und erläutert die Struktur und Höhe der individuellen Vorstandsvergütung. Der Bericht enthält ferner Angaben zu Leistungen, die den Vorstandsmitgliedern für den Fall der Beendigung ihrer Tätigkeit zugesagt worden sind, sowie Angaben zur Vergütung des Aufsichtsrats.

a) Vergütung des Vorstands

(i) Zuständigkeit

Die Struktur und die Festlegung der Vorstandsvergütung sind Aufgabe des Aufsichtsrats.

(ii) Zielsetzungen

Das Vergütungsmodell für den Vorstand soll im Wettbewerb um hoch qualifizierte Führungspersönlichkeiten attraktiv sein. Als Anreiz für erfolgreiche Arbeit soll der variable Teil der Vergütung eine starke Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Erfolg des KAP-Konzerns haben. Die Vergütungsstruktur für den Vorstand weist außerdem Parallelen zum Vergütungssystem der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Führungskräfte auf.

(iii) Vergütungselemente

Die Vergütung des Vorstands enthält feste und variable Einkommenselemente. Die Faktoren, aus denen sich die variable Vergütung zusammensetzt, ermöglichen in erfolgreichen Geschäftsjahren des KAP-Konzerns ein wettbewerbsfähiges Einkommen des Vorstands mit einem sehr hohen Tantiemeanteil. Als Messgröße des variablen Vergütungsanteils dient unter anderem das jeweilige EBITDA. In regelmäßigen Abständen überprüft der Aufsichtsrat das Vergütungssystem hinsichtlich Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung.

Die KAP AG unterhält seit 2017 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. Das Programm sieht vor, dass die Berechtigten bei Ausübung der Optionen einen Barauszahlungsanspruch gegenüber der Gesellschaft erhalten. Der Barauszahlungsanspruch entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kurswert (Xetra-Handel, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main) der letzten 20 Börsenhandelstage vor Ausübung der Option und dem Basiswert von 30 EUR bzw. 33 EUR. Der Anspruch ist der Höhe nach auf 40 EUR je Option begrenzt, wobei eine Bereinigung um zwischenzeitlich erfolgte Dividendenausschüttungen und etwaige Verwässerungseffekte bei Kapitalerhöhungen erfolgt. Zum Dienstbeginn am 1. August 2017 wurden Guido Decker einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren erdient werden. Der Ausübungszeitpunkt ist der 31. Juli 2021. Da zwischen der Zuteilung der virtuellen Aktienoptionen und dem Abschlussstichtag Kapitalerhöhungen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 117.147 Stück (i. Vj. 1 1 9.652 Stück) erhöht. Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der virtuellen Aktienoptionen 19 Monate bis zum Ausübungsdatum. Die Verpflichtung beträgt 157 TEUR (i. Vj. 249 TEUR). Der Ertrag aus der Auflösung der Rückstellungen belief sich im Geschäftsjahr auf 92 TEUR (i. Vj. Aufwand von 150 TEUR).

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Name Decker, Guido
Funktion CEO
Eintritt 01.08.2017
Austritt 30.09.2019
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Gewährte Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 255 255 255 296 296 296
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 12 12 12 16 16 16
Summe fixe Vergütung 267 267 267 312 312 312
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 617 617 617 100 100 100
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 617 617 617 100 100 100
Aktienoptionsplan - - - - - -
Gesamtvergütung 884 884 884 412 412 412
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Zugeflossene Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 255 255 255 296 296 296
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 12 12 12 16 16 16
Summe fixe Vergütung 267 267 267 312 312 312
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 717 717 717 100 100 100
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 717 717 717 100 100 100
Aktienoptionsplan - - - 0 0 0
Gesamtvergütung 984 984 984 412 412 412

1 Eine weitere gewährte Nebenleistung stellt die D&O-Versicherung dar.

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Name Riedel, Alexander, Dr.
Funktion CFO
Eintritt 01.05.2018
Austritt n. a.
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Gewährte Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 312 312 312 208 208 208
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 11 11 11 7 7 7
Summe fixe Vergütung 323 323 323 215 215 215
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 125 0 125 67 67 67
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 125 0 125 67 67 67
Aktienoptionsplan - - - 924 0 4.000
Gesamtvergütung 448 323 448 1.206 282 4.282
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Zugeflossene Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 312 312 312 208 208 208
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 11 11 11 7 7 7
Summe fixe Vergütung 323 323 323 215 215 215
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 60 60 60 0 0 0
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 60 60 60 0 0 0
Aktienoptionsplan - - - 0 0 0
Gesamtvergütung 383 383 383 215 215 215
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Name Stahmer, Uwe
Funktion CEO
Eintritt 01.10.2019
Austritt n. a.
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Gewährte Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 105 105 105 n. a. n. a. n. a.
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 1 1 1 n. a. n. a. n. a.
Summe fixe Vergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Aktienoptionsplan - - - n. a. n. a. n. a.
Gesamtvergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
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Zugeflossene Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 105 105 105 n. a. n. a. n. a.
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 1 1 1 n. a. n. a. n. a.
Summe fixe Vergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Aktienoptionsplan - - - n. a. n. a. n. a.
Gesamtvergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.

1 Eine weitere gewährte Nebenleistung stellt die D&O-Versicherung dar.

Dr. Alexander Riedel wurden per 1. November 2018 ebenfalls einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren erdient werden, wobei der Erdienungszeitraum mit Diensteintritt am 1. Mai 2018 beginnt. Der Ausübungszeitpunkt ist der 30. April 2022. Da zwischen der Zusage der virtuellen Aktienoptionen und dem Abschlussstichtag Kapitalerhöhungen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 1 10.423 Stück (i. Vj. 112.700 Stück) erhöht. Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der virtuellen Aktienoptionen 28 Monate bis zum Ausübungsdatum. Die Verpflichtung beträgt 64 TEUR (i. Vj. 99 EUR). Der Ertrag aus der Auflösung der Rückstellungen belief sich im Geschäftsjahr auf 35 TEUR (i. Vj. Aufwand von 99 EUR).

Zu Beginn der Periode waren insgesamt 232.262 virtuelle Aktienoptionen ausstehend. In der Berichtsperiode wurden keine weiteren Optionen gewährt. Zum Abschlussstichtag waren 227.500 virtuelle Aktienoptionen ausstehend, von denen keine ausübbar waren.

Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit

Aufgrund der vorzeitigen einvernehmlichen Beendigung des ursprünglich bis zum 31. Dezember 2023 laufenden Vertrags von Guido Decker zum 30. September 2019 wurden mit ihm Abfindungsleistungen in Höhe von 600 TEUR vereinbart. Die Auszahlung der Abfindung erfolgte im Oktober 2019 in vereinbarter Höhe.

b) Vergütung des Aufsichtsrats

(i) Vergütungsregelung für den Aufsichtsrat

Die Vergütungsregelung für den Aufsichtsrat wurde von den Aktionären im Rahmen der Hauptversammlung am 3. Juli 2019 geändert und der § 13 der Satzung entsprechend angepasst. Danach erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats außer dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung. Die Grundvergütung beträgt 25.000 EUR je Mitglied. Der Vorsitzende erhält das 2-Fache dieses Grundbetrages. Der Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden oder der Vorsitzende eines Ausschusses erhält das 1,5-Fache. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört haben, erhalten eine im Verhältnis der Zeit geringere Vergütung.

(ii) Aufsichtsrats- und Prüfungsausschussvergütung im Geschäftsjahr 2019

Das Aufsichtsratsmitglied Roy Bachmann ist für die Gesellschaft rb Capital Ltd., Guernsey, tätig. Die rb Capital Ltd., Guernsey, hat für Vermittlungs- und Beratungsleistungen im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 24 TEUR (i. Vj. 813 TEUR) in Rechnung gestellt.

3. BEZIEHUNG ZU AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄREN UND TRANSPARENZ

Die KAP AG veröffentlicht auf ihrer Internetseite www.kap.de unter Investor Relations einen Finanzkalender, in den rechtzeitig relevante Termine eingestellt werden. Ferner sind über das Internet sämtliche ir-, Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen unter https://www.kap.de/investor-relations abrufbar.

Die jährliche Hauptversammlung bietet den Aktionärinnen und Aktionären die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder einen Dritten zu bevollmächtigen. Im Rahmen der Hauptversammlung wird erläutert, wie Weisungen zur Stimmrechtsausübung erteilt werden können.

Die KAP AG veröffentlicht unverzüglich unter Beachtung der gesetzlichen Fristen alle nach der Marktmissbrauchsverordnung (eu) Nr. 596/2014 (im Folgenden "mar" genannt) erforderlichen Meldungen über Erwerb und Veräußerung von Wertpapieren des Unternehmens durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (Directors' Dealings) nach Zugang auf ihrer Internetseite und übermittelt sie an das Unternehmensregister.

4. RISIKOMANAGEMENT, COMPLIANCE, RECHNUNGSLEGUNG, ABSCHLUSSPRÜFUNG

Wir betrachten den verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken als ein wesentliches Element guter Corporate Governance. Die KAP AG verfügt über ein systematisches Risikomanagement, das den Vorstand in die Lage versetzt, auf relevante Veränderungen des Risikoprofils unverzüglich zu reagieren und Markttendenzen frühzeitig zu erkennen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems ist Gegenstand der jährlichen Abschlussprüfung. Eine detaillierte Darstellung findet sich im Konzernlagebericht auf Seite 72 ff. des Geschäftsberichts 2019.

Integraler Bestandteil der Unternehmenskultur der KAP AG ist die Beachtung der nationalen und internationalen rechtlichen sowie ethischen Grundsätze im Geschäftsverkehr. Dazu gehören Grundsätze wie Professionalität, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit gegenüber unseren Kunden, Lieferanten, Regierungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Aktionärinnen und Aktionären und der Öffentlichkeit.

Als Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2019 die Mazars GmbH & Co. kg, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, mit Sitz in Frankfurt am Main beauftragt. Er hat sich zuvor vergewissert, dass die bestehenden Beziehungen zwischen dem Abschlussprüfer und der KAP AG beziehungsweise ihren Organen keinen Zweifel an der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers begründen. Weiterhin ist vereinbart, dass der Aufsichtsrat über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe umgehend unterrichtet wird.

5. INSIDERINFORMATIONEN (AD-HOC-MITTEILUNGEN), INSIDERVERZEICHNIS, AKTIENGESCHÄFTE (DIRECTORS' DEALINGS) DES GESCHÄFTSJAHRES

Die KAP AG informiert offen, transparent, umfassend und zeitnah. Ihre Disclosure-Policy sichert einen weltweit einheitlichen Umgang mit kapitalmarktrelevanten Informationen. Sie regelt die Veröffentlichung von Geschäftsergebnissen und wesentlichen Ereignissen sowie interne Prozesse, in denen die Relevanz von Informationen geprüft wird.

(i) Ad-hoc-Mitteilungen

Die KAP AG ist nach Art. 17 mar verpflichtet, Insiderinformationen, die sie unmittelbar betreffen, unverzüglich zu veröffentlichen.

Die Veröffentlichungen bei Vorliegen einer Ad-hoc-Publizitätspflicht wurden gemäß den gesetzlichen Vorschriften und unter Heranziehung eines spezialisierten Dienstleistungsunternehmens sichergestellt. Im Geschäftsjahr 2019 wurden drei Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlicht. Die Meldungen betrafen im Einzelnen die Mitteilung über die Absicht der zwei Großaktionäre, ihre Aktien zu platzieren, die Revidierung der Prognose für das Geschäftsjahr 2019 sowie personelle Veränderungen im Vorstand der KAP AG.

(ii) Insiderverzeichnis

Nach Art. 18 mar besteht für die KAP AG und in ihrem Auftrag oder für ihre Rechnung handelnde Personen die Verpflichtung, ein Verzeichnis über Personen zu führen, die für sie tätig sind und Zugang zu Insiderinformationen haben. Die Betroffenen wurden über die sich daraus ergebenden rechtlichen Pflichten und die Rechtsfolgen ihrer Verletzung informiert.

(iii) Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Personen, die Führungsaufgaben bei der KAP AG (Emittent) wahrnehmen, sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende Personen sind nach Art. 19 Absatz 1 mar verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und dem Emittenten sogenannte Eigengeschäfte, das heißt Geschäfte mit Finanzinstrumenten des Emittenten (zum Beispiel Aktien, Anleihen, Optionen, Terminkontrakten, Swaps) mitzuteilen, sofern die Wertgrenze von 5.000 EUR innerhalb des Kalenderjahres überschritten wird. Die Meldefrist beträgt drei Geschäftstage nach dem Datum des Eigengeschäfts.

Im Geschäftsjahr 2019 sind uns sechs Transaktionen mitgeteilt worden. Sie betrafen den Aktienerwerb durch die Vorstandsmitglieder, Uwe Stahmer und Dr. Alexander Riedel. Ferner wurden zwei Meldungen korrigiert.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat werden unter https://www.kap.de/investor-relations/directors-dealings zugänglich gemacht und darüber hinaus gemäß den gesetzlichen Vorschriften und unter Heranziehung eines spezialisierten Dienstleistungsunternehmens veröffentlicht.

6. WECHSEL EINES VORSTANDSMITGLIEDS IN EINE SPITZENPOSITION DES ÜBERWACHUNGSGREMIUMS

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist kein Mitglied des Vorstands zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt worden.

7. KÜNFTIGE ENTWICKLUNGEN DER CORPORATE GOVERNANCE DES UNTERNEHMENS

Wir verstehen Corporate Governance als einen fortlaufenden Prozess, dessen Entwicklung wir auch zukünftig aufmerksam begleiten werden.

 

Fulda, 10. März 2020

KAP AG

Der Vorstand

Der Aufsichtsrat

KAP AM KAPITALMARKT

BÖRSENJAHR 2019: GESAMTMARKT TROTZ ANHALTENDER UNSICHERHEITEN POSITIV

Die Handelskonflikte der USA mit China und Europa, die Diskussionen um die Umsetzung des Brexits und die zur Jahresmitte sichtbar werdende konjunkturelle Abschwächung in wichtigen Wirtschaftsräumen beeinflussten die globalen Kapitalmärkte nur kurzfristig.

Die deutschen Aktienmärkte legten im Jahr 2019 deutlich zu. Dabei lässt sich die Entwicklung in drei Phasen unterteilen. Einer ersten Aufschwungphase von Januar bis Anfang Mai folgte eine volatile Konsolidierungsphase. Ende August setzte ein zweiter Aufwärtstrend ein, der sich bis zum Jahresende ohne größere Korrekturen fortsetzte. Die unterjährige Entwicklung der drei wichtigsten deutschen Aktienindizes DAX, MDAX und SDAX verlief entsprechend. Ihre Jahreshöchststände erreichten die Indizes in der zweiten Dezemberhälfte: der DAX am 16. Dezember mit 13.407,66 Punkten, der MDAX am 23. Dezember mit 28.545,29 Punkten und der sdax am 16. Dezember mit 12.594,93 Punkten. Zum Jahresende verzeichneten somit alle Indizes eine sehr positive Entwicklung. Der DAX legte um 25,5 % auf 13.249,01 Punkte zu, der MDAX stieg um 31,2 % auf 28.31 2,80 Punkte und der sdax sogar um 31,6 % auf 12.511,89 Punkte (Stichtag 30.12.2019).

KURSENTWICKLUNG DER KAP-AKTIE

Die KAP-Aktie schloss das Börsenjahr 2019 mit einem Kurs von 20,20 EUR ab. Dies entspricht einem Rückgang um 36,9 % gegenüber dem Schlusskurs des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der Anfang Juli gezahlten Dividende von 2,00 EUR je Aktie betrug das Minus 30,6 %. Dieser deutliche Rückgang ist insbesondere auf die im Jahresverlauf zunehmend schwächere operative Entwicklung sowie einmalige Sondereffekte zurückzuführen. Entsprechend verlief der Kurs der KAP-Aktie. Sie erreichte am 18. April mit 38,20 EUR ihren höchsten Stand und am 25. November mit 19,00 EUR ihr Jahrestief. Auf Basis des Jahresschlusskurses lag die Marktkapitalisierung der KAP-Gruppe bei 156,8 Mio. EUR.

Kenndaten der KAP-Aktie

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2019 2018 2017 2016
Jahresschlusskurs EUR 20,20 32,00 36,00 21,10
Jahreshöchstkurs EUR 38,20 42,80 37,39 23,20
Jahrestiefstkurs EUR 19,00 31,60 20,70 18,00
Anzahl der Aktien (31.12.) Mio. Stück 7,8 7,8 6,6 6,6
Marktkapitalisierung (31.12.) Mio. EUR 156,8 248,3 238,5 139,8
Ergebnis je Aktie EUR -1,82 1,98 4,68 1,82
Kurs-Gewinn-Verhältnis 1 - 16,16 7,69 11,59
Dividende je Aktie EUR 0,00 2 2,00 2,00 2,00
Dividendenrendite % 0,0 6,3 5,6 9,5
Ausschüttungssumme 3 Mio. EUR 15,5 14,1 13,2 6,6
Ausschüttungsquote % 0,00 101 43 110

1 Jahresschlusskurs / Ergebnis je Aktie.
2 Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung.
3 Im Geschäftsjahr gezahlte Ausschüttungssume für vorheriges Geschäftsjahr.

AKTIONÄRSSTRUKTUR UNVERÄNDERT

Die Aktionärsstruktur blieb im Geschäftsjahr 2019 unverändert. Zum 31. Dezember 2019 hielt die Carlyle Group als größter Aktionär weiterhin 45,5 % der Anteile und die fm Verwaltungsgesellschaft mbH als zweitgrößter Aktionär 25,5 % der Anteile 1. Gemäß Definition der Deutschen Börse sind die restlichen Aktien dem Streubesitz zuzurechnen. Er lag bei 29,0 %.

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien blieb mit 7.760.353 Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 2,60 EUR konstant.

DIVIDENDENAUSSETZUNG VORGESCHLAGEN

Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus und auf Basis der aktuellen Informationslage erwartet der KAP-Konzern im Geschäftsjahr 2020 Belastungen für Umsatz, Ergebnis und Liquidität. Vor diesem Hintergrund werden Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären im Rahmen der am 22. September 2020 stattfindenden Hauptversammlung eine Dividendenaussetzung vorschlagen. Generell ist die KAP AG bestrebt an ihrer ertragsorientierten Dividendenpolitik festzuhalten und ihren Aktionären in der Zukunft wieder eine Dividende auszuzahlen.

1 Die Abweichung zu den Angaben auf der Seite 156 resultiert aus der Verwässerung durch die erfolgten Kapitalerhöhungen.

MEHR TRANSPARENZ: AUFNAHME IN DEN PRIME STANDARD UND IR-AKTIVITÄTEN INTENSIVIERT

Im vergangenen Jahr haben wir mit dem Wechsel vom General Standard in den Prime Standard die Basis für mehr Transparenz und Akzeptanz am Kapitalmarkt gelegt. Der Prime Standard ist das Segment der Deutschen Börse mit dem höchsten Qualitätsstandard und den schärfsten Publizitätsfolgepflichten.

In diesem Zuge haben wir auch unsere Investor-Relations-Aktivitäten ausgebaut. Wir haben institutionelle Investoren und Analysten im Rahmen von Roadshows und Konferenzen umfassend informiert und standen auch Privataktionären direkt zur Verfügung. Im März und April 2019 waren wir auf Roadshow in Deutschland, England und Österreich. Im November 2019 haben wir darüber hinaus erstmalig am Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt teilgenommen. Zusätzlich haben wir institutionelle Investoren und Analysten im Dezember 2019 im Rahmen der MKK - Münchner Kapitalmarkt Konferenz informiert.

Stammdaten der KAP-Aktie

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Börsenplatz Frankfurt
Markt Regulierter Markt
Transparenzlevel (bis 11.03.2019) General Standard
Transparenzlevel (ab 12.03.2019) Prime Standard
ISIN DE0006208408
Wertpapierkennnummer 620840
Reuters Instrument Code IURG

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS

KONZERNSTRUKTUR

Die KAP AG ist eine börsennotierte Industriegruppe mit Sitz in Fulda. Als Muttergesellschaft übernimmt die KAP AG insbesondere die übergeordneten Funktionen der strategischen Unternehmensentwicklung sowie die Weiterentwicklung und Etablierung der Segmentstrategie auf Basis eines fokussierten Buy-and-build-Ansatzes. Darüber hinaus erfüllt sie zentrale Aufgaben in den Bereichen Controlling, Corporate Governance, Investor Relations, Finanzen, Treasury, Recht und Verwaltung. Das operative Geschäft des Konzerns ist in fünf Segmenten gegliedert: engineered products, flexible films, surface technologies, precision components und it/services. Auf Basis einer langfristigen Segmentstrategie werden margenstarke Industriesektoren aufgebaut und zu Marktführern in attraktiven Nischenmärkten entwickelt.

Die Steuerung der Segmente obliegt den verantwortlichen Segmentmanagern. Sie setzen die Segmentstrategie auf Basis umfassender individueller Roadmaps eigenständig um. Der Einkauf von Rohstoffen und Dienstleistungen, die Produktion und die Logistik erfolgen dezentral durch die operativen Tochtergesellschaften unserer fünf Segmente.

Struktur der KAP-Gruppe 2019

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KAP AG
engineered products flexible films surface technologies precision components it/services
40,4 % 23,9 % 17,2 % 13,3 % 5,2 %
(i. Vj. 43,4%) (i.Vj. 22,7 %) (i.Vj. 11,1 %) (i.Vj. 17,4 %) (i.Vj. 4,8 %)
Umsatzanteil 1 Umsatzanteil 1 Umsatzanteil 1 Umsatzanteil 1 Umsatzanteil 1

1 Anteil am Gesamtumsatz des Geschäftsjahres 2019.

SEGMENTE

Das Segment engineered products entwickelt, produziert und vertreibt technische Textilien. Einsatzbereiche unserer Fäden und Gewebe sind u. a. Verstärkungen von flexiblen Förderrohren für die Öl-&-Gas-Industrie, Verschlüsse von Insulinverpackungen für die Pharmaindustrie, Verstärkungen in Premiumreifen für die Automotive-Industrie sowie Verstärkungen von Förderbändern und Luftfedern im Bereich des Straßen- und Schienenverkehrs. Unsere Lösungen sind ein wesentliches Element für die geforderte charakteristische Performance in den spezifischen Anwendungsbereichen unserer Kunden.

Das Segment flexible films ist spezialisiert auf Extrusionsbeschichtungen. Wir entwickeln, produzieren und vertreiben flexible Folien für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Unser Produktportfolio umfasst u. a. flexibles Verpackungsmaterial für die Konsumgüterindustrie, energieeffiziente Unterdeck- und Unterspannbahnen sowie Fassaden- und Estrichbahnen für den Dach-, Hoch- und Tiefbau, einfache Abdeckschutzlösungen für den Agrarbereich, Hightech-Lösungen für Beschattungstechnik im Gewächshausbau, hochwertige gewebeverstärkte Schwimmbadbahnen und Schwimmbadfolien sowie High-End-Projektionsleinwände.

Das Segment surface technologies führt vielfältige Oberflächenverfahren für unsere Kunden durch. Dabei setzen wir auf innovative technische und chemische Verfahren zur Veredelung metalIischer Materialien - Aluminium, Magnesium, Zinkdruckguss oder Stahl. Wir tragen entscheidend zu einem langanhaltenden Korrosions- und Verschleißschutz der Produkte unserer Kunden bei. Dabei adressieren wir vielfältige Endmärkte, zu denen u. a. die Möbelindustrie, die Nahrungsmittelindustrie, der Maschinenbau, die Elektroindustrie sowie der Automotive-Bereich zählen.

Das Segment precision components entwickelt, produziert und vertreibt hochkomplexe Kunststoff- und Kunststoff-Metall-Verbundteile. Zu unserem Portfolio zählen Zahnräder aus Kunststoff mit umspritzten Metallwellen sowie angrenzende Metallprodukte, die insbesondere in elektro- und elektromechanischen Spezialantrieben verwendet werden. Ausgewählte Anwendungsbereiche für unsere hochpräzisen Zahnräder sind dabei E-Bike-Anwendungen, Servolenkungswellen und Zahnradspitzen.

Das Segment it/services verknüpft das Know-how von Information Technology (it) und Operational Technology (OT) zu individuellen Lösungen für seine Kunden. Wir implementieren innovative Softwarelösungen und bewährte Technologien in verschiedenen Branchen. Dabei reicht das Lösungsspektrum von Big Data Analytics über Enterprise Information Management bis zu IT-Service Management. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Technologiespezialisten und Maschinenbauingenieuren verfügen wir über einmalige Kompetenz in der Digitalisierung und für Industrie-4.0-Lösungen.

ORGANISATORISCHE VERÄNDERUNGEN

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 hat der Aufsichtsrat aus seinen Reihen Uwe Stahmer interimistisch zum Vorstandsmitglied bestellt. Nach dem Ausscheiden des Vorstandssprechers Guido Decker mit Wirkung zum 30. September 2019 besteht der Vorstand damit - wie von der Satzung vorgesehen - aus mindestens zwei Personen.

STANDORTE

Der KAP-Konzern ist mit seinen operativen Tochtergesellschaften weltweit an insgesamt 29 Standorten in zwölf Ländern vertreten. Unser Produktionsschwerpunkt liegt unverändert in Deutschland. Wir verfügen aber zusätzlich über Produktionsstandorte in China, Indien, Polen, Portugal, Schweden, Südafrika, Tschechien, Ungarn, den USA und Weißrussland. Darüber hinaus sind wir in der Schweiz mit einer Tochtergesellschaft vertreten.

ZIELE UND STRATEGIEN

Der KAP-Konzern ist eine Industriegruppe mit strategischem Fokus auf attraktive Nischenmärkte in ausgewählten Industriesektoren. Zur Weiterentwicklung unserer Gruppe setzen wir auf eine dezidierte Segmentstrategie, die die Basis für unseren nachhaltigen Erfolg bildet. Wir haben dabei fünf strategische Schwerpunkte definiert, mit denen wir zukünftiges Wachstum generieren wollen:

Operative Exzellenz: Wir wollen durch geeignete Maßnahmen die Produktivität und Effizienz in den einzelnen Segmenten kontinuierlich erhöhen. Dabei setzen wir insbesondere auf einen segmentweiten Austausch von etablierten Best-Practice-Lösungen sowie den Aufbau und die Nutzung von gemeinsamen Funktionen innerhalb unserer Gruppe. Gleichzeitig wollen wir unser Produktangebot mit Blick auf die Kundenbedürfnisse und den erzielten Deckungsbeitrag optimieren.

Forschung und Entwicklung (f&e): Wir wollen gemeinsame F&E-Zentren innerhalb unserer Segmente etablieren und damit eine ausgeprägte Innovationskultur in unserer Gruppe verankern. Dies versetzt uns in die Lage, die Streuverluste zu minimieren, die Entwicklungszeit zu verkürzen und Produkte und Lösungen schneller zur Marktreife voranzutreiben. Insbesondere in wichtigen Wachstumsbereichen wie Industrie 4.0, Internet der Dinge (IoT) oder Big Data wollen wir unsere Expertise erweitern.

Kundenerweiterung: Wir wollen den Einsatzbereich für unsere Produkte kontinuierlich erweitern und neue Anwendungsbereiche erschließen. Mit der Implementierung von technischen Verkaufsteams erweitern wir unser Vertriebskonzept und betonen unsere Entwicklungskompetenz. Gleichzeitig werden wir mit einem zentralen Key-Account-Management auf Segmentebene effizienter in der Kundenansprache und können zusätzliches Potenzial heben.

Geografische Erweiterung: Wir wollen unsere Produktion vor dem Hintergrund der zunehmend globalen Vermarktung kontinuierlich optimieren. Gleichzeitig wollen wir lokal verankerte Segmente und Segmentunternehmen zu echten Global Playern entwickeln. Dabei setzen wir sowohl auf die Stärke innerhalb der einzelnen Segmente als auch auf die geografische Expansion mit lokalen Partnern, die über ein exzellentes Vertriebsnetzwerk verfügen.

Fusionen und Übernahmen (m&a): Wir wollen neben der Weiterentwicklung unserer bestehenden Segmente zusätzlich durch zielgerichtete Akquisitionen wachsen. Für jedes Segment verfügen wir über eine klar definierte Roadmap und konzentrieren uns auf wertsteigernde Akquisitionen, die sofort einen spürbaren Beitrag zur Ertragskraft unserer Gruppe leisten. Dabei verfügen wir aufgrund unseres erfolgreichen M&A-Track-Record über einen ausgezeichneten Zugang zu mittelständischen Familienunternehmen.

STEUERUNGSSYSTEM

Die Unternehmenssteuerung der KAP-Gruppe ist an der langfristigen Unternehmensstrategie ausgerichtet und orientiert sich zusätzlich an kurz- und mittelfristigen Zielen. Mit diesem Ansatz können wir Abweichungen von der übergeordneten Strategie und den daraus abgeleiteten Detailzielen für Wachstum, Rentabilität und Liquidität erfassen, analysieren und - sofern erforderlich - ihnen mit geeigneten Maßnahmen begegnen.

Der Vorstand der KAP AG ist im Rahmen der strategischen Unternehmensentwicklung für die Gesamtplanung und für die Realisierung der festgelegten Ziele verantwortlich. Mit unseren Segmentmanagern und den Geschäftsführern unserer Tochtergesellschaften stehen wir in einem permanenten Austausch über die erzielten Ergebnisse, mögliche Abweichungen und zukünftige Entwicklungen. Das Management-Reporting-System zur monatlichen Steuerung der Segmente enthält neben einer Erläuterung der aktuellen Geschäftslage vielfältige finanzielle und nichtfinanzielle Steuerungsgrößen u. a. aus der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz, der Liquiditätsvorschau sowie der Cashflow-Rechnung. Zusätzlich erfolgt eine monatliche Analyse des Working Capitals. Zu den wichtigsten profitabilitäts- und liquiditätsorientierten Steuerungsgrößen zählen insbesondere der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das um Sondereffekte korrigierte "normalisierte EBITDA" (Herleitung siehe Seite 50) und die Sachinvestitionen sowie eine regelmäßig aktualisierte Liquiditätsplanung. Zum langfristigen Vergleich und für ein besseres Verständnis der Geschäftsentwicklung normalisiert die KAP AG bestimmte Erträge und Aufwendungen, die aus Sicht des Managements Sondereffekte darstellen und nicht im Zusammenhang mit der laufenden operativen Tätigkeit stehen. Die Zusammensetzung und Entwicklung dieser Kennzahlen im Berichtsjahr wird im Wirtschaftsbericht ab Seite 44 erläutert.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die KAP AG betreibt keine Forschung und Entwicklung im engeren Sinne. Innerhalb der Gruppe sind die Aktivitäten direkt in unseren Segmenten bzw. Segmentunternehmen angesiedelt. Damit gewährleisten wir eine direkte Kundennähe und können frühzeitig und oft gemeinsam mit unseren Kunden innovative Lösungen bis zur Marktreife vorantreiben. Gleichzeitig optimieren wir innerhalb der Segmente mit einer übergeordneten Steuerung durch die Segmentmanager die Koordination der einzelnen F&E-Aktivitäten. Grundsätzlich verfolgen wir mit unseren Aktivitäten drei strategische Stoßrichtungen: die kontinuierliche Entwicklung neuer Produkte und Produktgruppen, die Optimierung unseres bestehenden Produktportfolios sowie die Weiterentwicklung der angewendeten Produktionsprozesse und technischen Verfahren. Im Geschäftsjahr 2019 lagen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung innerhalb der KAP-Gruppe bei insgesamt 1,7 Mio. EUR (i. Vj. 0,3 Mio. EUR), die mit 636 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) insbesondere Kosten für Softwareentwicklung und mit 407 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) Kosten für Muster betreffen.

WIRTSCHAFTSBERICHT

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

ENTWICKLUNG DER WELTWIRTSCHAFT

Die Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2019 deutlich schwächer als noch zu Jahresbeginn erwartet. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte verlangsamte sich die Wachstumsdynamik deutlich. Zunehmende handelspolitische Unsicherheiten, ausgelöst durch Konflikte der USA mit China und der Europäischen Union und die bestehende Unklarheit über die Ausgestaltung der zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU, sowie geopolitische Spannungen führten zu einem verlangsamten Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (bip). Insgesamt stieg das globale BIP um 2,9 % und damit deutlich langsamer als 2018.

Wirtschaftliches Umfeld

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in % Wachstum12019 Wachstum1 2018
Welt 2,9 3,6
Euroraum 1,2 1,9
Deutschland 0,6 1,5
USA 2,3 2,9
Schwellenländer 3,7 4,5

1 Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (bip).

Quellen: Internationaler Währungsfonds (IWF) - World Economic Outlook Update January 20, 2020; Statistisches Bundesamt - Deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2019 um 0,6 % gewachsen (15.01.2020); ifo Institut - Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2019: "Industrie in der Rezession - Wachstumskräfte schwinden" (02.10.2019); BDI - Research QIV-2019 (12.12.2019)

ENTWICKLUNG DER WIRTSCHAFT NACH REGIONEN

Im Euroraum verlangsamte sich das Wachstum des BIP im Jahr 2019 weiter und erreichte lediglich 1,2 %. Positive Impulse kamen weiterhin von der inländischen Verwendung. Vor allem die Bruttoanlageinvestitionen legten kräftig um 2,5 % zu. Der Zuwachs des privaten Konsums ließ leicht um 0,3 Prozentpunkte nach, erreichte aber ein stabiles Niveau. Der Staatskonsum weitete sich aus und stieg um 0,2 Prozentpunkte. Hingegen dämpfte der Außenbeitrag infolge einer geringen weltweiten Nachfrage nach industriellen Gütern und unternehmensnahen Dienstleistungen mit einer negativen Wachstumsrate von -0,1 % die konjunkturelle Entwicklung spürbar. Die Verbraucherpreise lagen um 1,3 % über Vorjahresniveau und damit deutlich unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von hinreichend nahe, aber noch unter 2 %. Entsprechend war die Geldpolitik der EZB ebenso expansiv wie die Finanzpolitik der Mitgliedsländer des Euroraums. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote ging binnen Jahresfrist um 0,6 Prozentpunkte auf 7,6 % zurück.

Die deutsche Konjunktur verlor im Jahr 2019 insbesondere im Sommerhalbjahr zunehmend an Kraft, sodass das BIP im Vorjahresvergleich nur um 0,6 % zulegte. Damit wuchs die deutsche Wirtschaft, wenngleich mit deutlich nachlassender Dynamik, bereits im zehnten Jahr in Folge. Gestützt wurde das Wachstum insbesondere vom Konsum. Sowohl die privaten Konsumausgaben als auch die Konsumausgaben des Staates wuchsen mit 1,6 % bzw. 2,5 % stärker als im Vorjahr. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen getrieben von einem deutlichen Anstieg der Bautätigkeiten im Tiefbau und im Wohnungsbau kräftig um 2,5 %. Eine schwache Industrieproduktion führte hingegen zu einem spürbaren Vorratsabbau. Entsprechend gingen die Bruttoinvestitionen in Summe um 1,7 % zurück. Das Wachstum der Exporte verlangsamte sich aufgrund der globalen Schwäche der Industrieproduktion und Investitionstätigkeit sowie der Abschwächung im Automobilzyklus merklich um 1,2 Prozentpunkte auf lediglich 0,9 %. Die Anzahl der Erwerbstätigen erhöhte sich um rund 400.000 Personen auf 45,3 Millionen im Jahresdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote sank damit weiter auf 4,9 %.

Die Konjunktur in den USA wurde 2019 von der Expansion der privaten und öffentlichen Konsumausgaben getragen, während Lager- und Unternehmensinvestitionen zurückgingen. Der Handelskonflikt mit China und die konjunkturelle Verlangsamung in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wirkten sich negativ auf die Exporte aus. Insgesamt verlangsamte sich das Wachstum des BIP auf 2,3 %.

In den Schwellen- und Entwicklungsländern ließ die Wachstumsdynamik im Jahr 2019 weiter nach und erreichte 3,7 %. Die asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländer wiesen mit einer Wachstumsrate von 5,6 % unverändert die höchste wirtschaftliche Dynamik aus. Die Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA sowie die Konjunkturschwäche in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften führten aber auch in dieser Region zu einer spürbaren Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung.

ENTWICKLUNG WICHTIGER ABNEHMERBRANCHEN

Die Segmente und Segmentunternehmen der KAP-Gruppe sind in einer Vielzahl von attraktiven Marktnischen aktiv und produzieren Produkte, Lösungen und Dienstleistungen im Wesentlichen für Unternehmen aus dem industriellen Bereich. Daten zu aktuellen Entwicklungen auf diesen Märkten sind aufgrund des speziellen Zuschnitts nur eingeschränkt öffentlich verfügbar.

Wesentlich für die Entwicklung der Segmente bzw. der Segmentunternehmen ist die allgemeine konjunkturelle Lage sowie die Entwicklung der Industrieproduktion. Nach Berechnungen des BDI - Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. sank die Erzeugung im produzierenden Gewerbe im dritten Quartal 2019 kalenderbereinigt um 4,2 % gegenüber dem Vorjahr. Während im Baugewerbe (+1,8 %) und Bauhauptgewerbe (+4,5 %) spürbare Zuwächse erzielt wurden, mussten in der Produktion von Konsumgütern (-8,1 %), von Vorleistungsgütern (-5,2 %) und von Investitionsgütern (-3,3 %) zum Teil deutliche Einbußen hingenommen werden.

Wesentliche Schlüsselanwendungen

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engineered products flexible films surface technologies precision components it/services
Kraftbänder, Schläuche und Luftfedern für den Automotive-Bereich TPU-Dachbahnen Kathodische Tauchlackierung (KTL) Elektrische Feststellbremse Enterprise Content Management
Premiumreifen Verstärkte PVC-Poolauskleidungen Passivierung Wischersystem Big Data Analytics
Schwere Förderbänder Beschichtete Dampfbarrieren Zink-Nickel E-Bikes
Industrieklebstoffe und Dichtstoffe Membranen für den Autotransport Kinoleinwände KupferNickel-Chrom (Chrom III) Elektrische Lenkeinstellung

GESCHÄFTSVERLAUF

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Die abflauende konjunkturelle Dynamik und der drastische Nachfragerückgang von Kunden aus dem Automotive-Bereich blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Entwicklung des KAP-Konzerns im Geschäftsjahr 2019. Nachdem wir im Juni unsere Prognose revidiert und im November unsere Erwartungen für den Konzern angepasst hatten, lagen die Umsatzerlöse mit 372,8 Mio. EUR (i. Vj. 389,8 Mio. EUR) im Rahmen unserer Prognose und das bereinigte ebitda mit 31,9 Mio. EUR (i. Vj. 38,9 Mio. EUR) leicht über unserer revidierten Prognose. Mit einer um 1,4 Prozentpunkte auf 8,6 % (i.Vj. 10,0 %) gesunkenen EBITDA-Marge wurde die Mindestzielrendite trotz frühzeitig eingeleiteter umfassender Optimierungs- und Effizienzprogramme in den von der konjunkturellen Abschwächung betroffenen Segmenten verfehlt, sodass wir insgesamt mit dem Geschäftsjahr 2019 nicht zufrieden sein können. Unsere Investitionen in das Sachanlagevermögen liegen im veränderten Konsolidierungskreis mit 16,7 Mio. EUR (i.Vj. 18,0 Mio. EUR) unter dem Vorjahr. Das Konzern-Jahresergebnis beträgt -14,1 Mio. EUR nach 14,2 Mio. EUR im Vorjahr.

In unseren fünf Segmenten verlief die operative Entwicklung wie erwartet äußerst heterogen. Geringere Abrufzahlen unserer Kunden aus dem Automotive-Bereich beeinflussten insbesondere die Segmente engineered products und precision components. Hier lagen die Umsatzerlöse und das bereinigte ebitda deutlich unter Vorjahresniveau. Während wir diese Entwicklung im Segment precision components, wenn auch nicht ganz in dieser Größenordnung, vorhergesehen hatten, verlief die Entwicklung im Segment engineered products deutlich unter unseren Erwartungen. Auf Basis einer umfassenden Analyse haben wir uns im Januar 2020 daher entschlossen, das Segment umfassend umzubauen. Weitere Informationen zu den beschlossenen Maßnahmen enthält der Nachtragsbericht auf Seite 67.

Positiv entwickelten sich unsere Segmente flexible films, surface technologies und it/services. Das Segment surface technologies ist sowohl operativ als auch konsolidierungsbedingt stark gewachsen. Uber unseren Erwartungen lag die Geschäftsentwicklung im Segment it/services. Eine schwächere Entwicklung im Bereich der Transporthüllen für Neuwagen beeinflusste das Segment flexible films. Trotz unter unseren Erwartungen liegender Umsatzerlöse stieg das bereinigte ebitda in diesem Segment aber leicht und übertraf damit unsere Prognose.

Prognose-Ist-Vergleich 1

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in Mio. EUR 20183 Prognose 2019 Ergebnis 2019
Konzern Umsatz 2 422,3 365-375 372,8
Normalisiertes EBITDA 2 43,5 4 29-33 31,9
Sachinvestitionen 21,2 Deutlicher Anstieg 16,7
engineered products
Umsatz 169,2 Leichter Anstieg 150,7
Normalisiertes EBITDA 12,8 4 Leichter Anstieg 2,4
Investitionen 4,2 Deutlicher Anstieg 2,9
flexible films
Umsatz 88,4 Leichter Anstieg 89,2
Normalisiertes EBITDA 9,1 Stabil 10,1
Investitionen 2,1 Deutlicher Anstieg 2,4
surface technologies
Umsatz 43,2 Deutlicher Anstieg 64,1
Normalisiertes EBITDA 7,5 Deutlicher Anstieg 13,7
Investitionen 2,7 Deutlicher Anstieg 7,3
precision components
Umsatz 67,6 Deutlicher Rückgang 49,5
Normalisiertes EBITDA 10,8 Deutlicher Rückgang 3,4
Investitionen 4,7 Leichter Anstieg 2,5
it/services
Umsatz 22,6 Stabil 23,3
Normalisiertes EBITDA 2,6 Stabil 3,0
Investitionen 0,8 Deutlicher Anstieg 1,5

1 Erläuterung zur erwarteten Entwicklung: Die Angabe "leichter Anstieg" entspricht einer Veränderung zwischen 1 und 10 %, während "deutlicher Anstieg" eine Veränderung ab 10 % und "stabil" eine Veränderung von +/-1 % bezeichnet. Die Angabe "deutlicher Rückgang" entspricht einer Veränderung ab -10 %.
2 Am 21. November 2019 wurde die Prognose korrigiert. Die am 26. März 2019 abgegebene ursprüngliche Prognose sah Umsatzerlöse innerhalb einer Bandbreite von 400-430 Mio. EUR und ein normalisiertes EBITDA innerhalb einer Bandbreite von 45-53 Mio. EUR vor.
3 Inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche.
4 Durch Fehlerkorrektur geändert.

WESENTLICHE EREIGNISSE

Nach einer umfassenden Analyse von im Juni bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten bei der Vorratsbewertung im Segment engineered products sind zusätzliche Aufwendungen in Höhe von insgesamt 7,2 Mio. EUR angefallen. Davon sind 3,9 Mio. EUR dem Geschäftsjahr 2019 und 3,3 Mio. EUR den betroffenen Vorperioden zuzurechnen. Die 2019 verbuchten zusätzlichen, nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen setzen sich aus Abwertungen auf Vorräte in Höhe von 1,9 Mio. EUR sowie aus Forderungsabwertungen und Rückstellungszuführungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR zusammen. Die vollständige Überprüfung der Vorratsbewertung ist abgeschlossen, sodass neben der zum Halbjahr 2019 vorgenommenen Fehlerkorrektur keine weiteren Belastungen aus diesem Vorfall zu erwarten sind.

Am 26. Juni zerstörte ein Brand eine von zwei Produktionshallen des Segments surface technologies am Standort Heinsdorfergrund. Mitarbeiter kamen dabei nicht zu Schaden. Die Produktion wurde trotz der Verlagerung auf andere Standorte und Fremdfirmen beeinträchtigt. Der bestehende Versicherungsschutz wird die Einbußen aus dem Brand voraussichtlich ausgleichen. Gleichwohl fielen im Berichtsjahr außerplanmäßige, nicht liquiditätswirksame Abschreibungen auf Produktionsanlagen von 4,9 Mio. EUR an. Darüber hinaus kam es zu weiteren damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen von 5,4 Mio. EUR, insbesondere durch die Betriebsunterbrechung.

LAGE

ERTRAGSLAGE

Ausgewählte Kennzahlen zur Ertragslage

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20193 20183,4 Veränderung
(in %)
Umsatz Mio. EUR 372,8 389,8 -4,3
EBITDA Mio. EUR 36,2 37,9 -4,4
Normalisiertes EBITDA 1 Mio. EUR 31,9 38,9 -18,0
Normalisierte EBITDA-Marge 2 % 8,6 10,0 -14,0
Abschreibungen Mio. EUR 46,7 25,0 86,8
Betriebsergebnis (ebit) Mio. EUR -10,6 13,0 > 100
Finanzergebnis Mio. EUR -5,9 -5,2 -13,5
Ergebnis vor Steuern (ebt) Mio. EUR -16,5 7,8 > 100
Konzern-Jahresergebnis nach Steuern Mio. EUR -14,1 14,2 > 100
Ergebnis je Aktie EUR -1,82 1,98 > 100
Dividende je Aktie EUR 0,00 2,00 -50,0

1 Siehe Übersicht Sonder- und Einmaleffekte.
2 Normalisiertes EBITDA / Umsatz.
3 Fortgeführte Geschäftsbereiche.
4 Durch Fehlerkorrektur geändert.

Umsatz mit 372,8 Mio. EUR um 4,3 % unter Vorjahr

Im Geschäftsjahr 2019 lag der Umsatz der KAP-Gruppe mit 372,8 Mio. EUR um 4,3 % unter dem Vorjahresniveau (i.Vj. 389,8 Mio. EUR). Dabei ist zu berücksichtigen, dass vorgenommene Portfoliooptimierungen - Veräußerung der Geiger Fertigungstechnologie GmbH ("Geiger") im Juli 2018 sowie Erwerb der Heiche-Gruppe ebenfalls im Juli 2018 - einen Vergleich mit dem Vorjahr erschweren. 2018 trug Geiger noch rund 32,5 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen bei, sodass der Umsatz 2018 inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche 422,3 Mio. EUR betrug. Der positive Effekt der erstmaligen ganzjährigen Konsolidierung der Heiche-Gruppe lag 2019 bei rund 41,7 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung dieser Transaktionseffekte betrugen die Umsatzerlöse 372,8 Mio. EUR, gleichbedeutend mit einem Rückgang von 4,3 %.

Währungseffekte wirkten sich im Berichtsjahr mit 1,1 Mio. EUR (i.Vj. 3,1 Mio. EUR) positiv (i. Vj. negativ) aus. Regional betrachtet kamen positive Impulse aus Nord-/Südamerika, während sich Deutschland und das übrige Europa eher schwach entwickelten. Mit einem Umsatzanteil von 40,6 % (i. Vj. 41,5 %) ist Deutschland unverändert der wichtigste Markt, gefolgt vom übrigen Europa mit 38,8 % (i. Vj. 3 8,4 %), Nord-/Südamerika mit 12,4 % (i. Vj. 11,1 %), Asien mit 7,8 % (i. Vj. 8,0 %) und den sonstigen Regionen mit 0,6 % (i. Vj. 1,1 %). Insgesamt stieg der Auslandsanteil am Gesamtumsatz damit leicht um 0,9 Prozentpunkte auf 59,4 % (i.Vj. 58,5 %).

Die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen verringerten sich um 2,3 Mio. EUR (i.Vj. Erhöhung um 5,2 Mio. EUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die vorgenommenen Wertberichtigungen zurückzuführen. Die anderen aktivierten Eigenleistungen sanken auf 0,5 Mio. EUR (i. Vj. 0,9 Mio. EUR). Damit lag die Gesamtleistung bei 370,9 Mio. EUR (i. Vj. 393,5 Mio. EUR).

Umsätze nach Regionen

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
(in %)
Deutschland 151,3 161,6 -6,3
Übriges Europa 144,5 149,7 -3,4
Nord-/Südamerika 46,0 43,2 6,5
Asien 29,0 31,1 -6,7
Sonstige Regionen 2,0 4,2 -52,3

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 104,9 % auf 29,7 Mio. EUR (i. Vj. 14,5 Mio. EUR), insbesondere aufgrund der erhaltenen Versicherungsentschädigungen im Zusammenhang mit dem Brandschaden am Standort Heinsdorfergrund. Diese Position erhöhte sich im Berichtsjahr auf 15,7 Mio. EUR (i. Vj. 0,2 Mio. EUR). Mit 2,6 Mio. EUR (i. Vj. 2,4 Mio. EUR) lagen die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen ebenso über dem Niveau des Vorjahres wie die erhaltenen Kostenerstattungen, die mit 1,3 Mio. EUR (i. Vj. 0,4 Mio. EUR) den Vorjahreswert übertrafen. Hingegen sanken die Gewinne aus Anlageabgängen auf 0,5 Mio. EUR (i. Vj. 1,2 Mio. EUR) und die Währungskursgewinne auf 1,2 Mio. EUR (i. Vj. 1,7 Mio. EUR).

Der Materialaufwand verringerte sich überproportional um 7,2 % auf 203,8 Mio. EUR (i. Vj. 219,7 Mio. EUR). Bezogen auf die Gesamtleistung konnte die Materialaufwandsquote um weitere 0,7 Prozentpunkte auf 55,0 % (i. Vj. 55,7 %) gesenkt werden. In dieser Entwicklung spiegeln sich die verschiedenen Programme zur Steigerung der Ressourceneffizienz wider, die innerhalb der einzelnen Segmente realisiert wurden. Der Personalaufwand stieg um 8,1 % auf 100,4 Mio. EUR (i. Vj. 92,9 Mio. EUR). Die Personalaufwandsquote lag damit bezogen auf die Gesamtleistung bei 27,1 % (i. Vj. 23,6 %), gleichbedeutend mit einem Anstieg um 3,5 Prozentpunkte. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 4,7 % auf 60,2 Mio. EUR (i. Vj. 57,5 Mio. EUR). Rückläufig waren insbesondere die Miet- und Leasingkosten um 68,0 % auf 0,8 Mio. EUR (i. Vj. 2,5 Mio. EUR) aufgrund der nach IFRS 16 geänderten Bilanzierung von Miet-und Leasingverhältnissen. Die Vergleichbarkeit zum ebitda des Vorjahres ist eingeschränkt, da in 2018 Mietaufwendungen im ebitda enthalten waren.

Das normalisierte EBITDA ging im Berichtsjahr um 18,0 % auf 31,9 Mio. EUR (i. Vj. 38,9 Mio. EUR) zurück. Vor allem das Segment engineered products verzeichnete ein deutlich geringeres Ergebnis, aber auch das Segment precision components lag merklich unter dem Vorjahresniveau. Die Segmente flexible films, surface technologies und it/services konnten hingegen ihr Ergebnis steigern. Mit dem normalisierten EBITDA werden Sonder- und Einmaleffekte eliminiert um die Transparenz über die operative Entwicklung des Konzerns und die Vergleichbarkeit der einzelnen Kennzahlen im Zeitablauf zu erhöhen. Im Berichtsjahr umfassten die Bereinigungen ein Volumen von insgesamt 4,3 Mio. EUR (i. Vj. 1,4 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung aller Sonderund Einmaleffekte verringerte sich das EBITDA um 4,4 % auf 36,2 Mio. EUR (i. Vj. 37,9 Mio. EUR).

Das Management bereinigt zur operativen Steuerung der Gesellschaft bestimmte Aufwendungen und Erträge, die als Sonder- bzw. Einmaleffekt anzusehen sind. Das im Folgenden dargestellte normalisierte EBITDA entspricht der Managementsicht. Im Geschäftsjahr wurden Aufwendungen und Erträge mit einem Effekt von insgesamt -4,3 Mio. EUR innerhalb des EBITDA normalisiert. Die Normalisierungen beziehen sich in Höhe von -7,9 Mio. EUR auf den Saldobetrag aus Versicherungsentschädigungen und Aufwendungen im Zusammenhang mit den Brandschäden am Standort Heinsdorfergrund sowie am Standort Sátoraljaújhely, Ungarn, im Segment surface technologies. Weiterhin wurde eine nachträgliche Kaufpreisanpassung resultierend aus der Veräußerung von Geiger aus dem Vorjahr in Höhe von -0,5 Mio. EUR normalisiert. Aus einem Hagelschaden am Standort Fulda ergibt sich eine Normalisierung in Höhe von -0,2 Mio. EUR. Dieser Saldobetrag resultiert aus erhaltenen Versicherungsleistungen sowie entsprechenden Aufwendungen. Zahlungen an ehemalige Vorstände wurden in Höhe von 0,6 Mio. EUR normalisiert. Zur transparenten Darstellung der operativen Ergebnisse wurden transaktionsnahe Aufwendungen in Höhe von 0,6 Mio. EUR normalisiert. Im Zusammenhang mit identifizierten Unregelmäßigkeiten im Segment engineered products wurden 0,9 Mio. EUR normalisiert, die auf Abwertungen der Vorräte sowie Abfindungszahlungen zurückzuführen sind. Sonderuntersuchungen bei einem Standort in Ungarn im Segment precision components führten zu Sonderbelastungen von insgesamt 2,2 Mio. EUR, die sich auf die Folgen von Compliance-Verstößen, Abfindungen und Beratungskosten beziehen. Diese wurden als Sondereffekte ebenfalls normalisiert.

Übersicht der Sonder- und Einmaleffekte

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
(in %)
EBITDA 36,2 37,9 -4,4
Abfindungen 0,6 1,4 -57,1
Kaufpreisallokation Heiche 0,0 -0,5 -100
Nettosaldo Brandschäden Surface -7,9 0,0 > 100
Kaufpreisanpassung GM Tec -0,5 0,0 > 100
Hagelschaden Standort Fulda -0,2 0,0 > 100
Transaktionsnahe Beratungsaufwendungen 0,6 0,0 > 100
Ergebnisse Fraud Segment engineered products 0,9 0,0 > 100
Ergebnisse Fraud Segment precision components 2,2 0,0 > 100
Normalisiertes EBITDA 31,9 38,9 -18,0

Die Abschreibungen stiegen um 86,8 % auf 46,7 Mio. EUR (i.Vj. 25,0 Mio. EUR). Im Zusammenhang mit dem Brand an unserem Standort Heinsdorfergrund fielen 4,9 Mio. EUR und aufgrund von Impairments in Höhe von 9,5 Mio. EUR in unseren Segmenten engineered products und surface technologies fielen außerplanmäßige Abschreibungen in einem Gesamtvolumen von 17,0 Mio. EUR (i.Vj. 0,8 Mio. EUR) an.

Die Abschreibungen auf Vermögenswerte, die im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen gehalten werden, betragen 1,9 Mio. EUR (i.Vj. 0,3 Mio. EUR).

Das Betriebsergebnis lag im Berichtsjahr bei -10,6 Mio. EUR (i. Vj. 13,0 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Ertragsteuern ging entsprechend auf -16,5 Mio. EUR (i. Vj. 7,8 Mio. EUR) zurück. Der tatsächliche Steueraufwand verringerte sich um 45,0 % auf 3,3 Mio. EUR (i. Vj. 6,0 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung der latenten Steuern aus temporären Bewertungsdifferenzen und steuerlichen Verlustvorträgen von insgesamt 2,4 Mio. EUR (i. Vj. 1,0 Mio. EUR) betrugen die Ertragsteuern -1,0 Mio. EUR (i. Vj. -5,0 Mio. EUR). Das Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen beträgt 3,3 Mio. EUR (i. Vj. 11,1 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2019 wurde eine Neueinschätzung der gegenüber dem Erwerber der MVS-Gruppe übernommenen Haftungsverpflichtungen (i. Vj. 1,1 Mio. EUR) erforderlich. Im Vorjahr waren hierin das anteilige Jahresergebnis des Geschäftsjahres sowie der Entkonsolidierungserfolg aus der Veräußerung der Anteile an der Geiger Fertigungstechnologie GmbH von insgesamt 10,0 Mio. EUR enthalten.

Das Konzern-Jahresergebnis sank von 14,2 Mio. EUR auf -14,1 Mio. EUR, welches wie im Vorjahr nahezu ausschließlich auf die Aktionäre der KAP AG entfällt. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich von 1,98 EUR auf -1,82 EUR. Unsere Dividendenpolitik beruht auf dem Postulat der Kontinuität und Ertragsorientierung. Auf dieser Basis werden Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären im Rahmen der Hauptversammlung am 22. September 2020 eine Dividende von 0,00 EUR (i. Vj. 2,00 EUR) je Aktie vorschlagen.

Entwicklung in den Segmenten

Segment engineered products

Ausgewählte Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung des Segments engineered products

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2019 2018 Veränderung
(in %)
engineered products
Umsatz Mio. EUR 150,7 169,1 -10,8
EBITDA Mio. EUR 1,5 11,7 -87,1
Normalisiertes EBITDA 1 Mio. EUR 2,4 12,8 -81,2
EBITDA-Marge 2 % 1,6 7,6 -78,9
Investitionen Mio. EUR 2,9 4,2 -30,9
Mitarbeiter 948 1.046 -9,3

1 EBITDA vor Wertberichtigungen Vorräte und Abfindungen (i. Vj. bereinigt um Abfindungen).
2 Normalisiertes EBITDA / Umsatz.

Im Berichtsjahr verringerten sich die Umsatzerlöse im Segment engineered products um 10,8 % auf 150,7 Mio. EUR (i. Vj. 169,1 Mio. EUR). Insbesondere die Nachfrage von Kunden aus dem Automotive-Bereich, die unter dem verminderten Ordervolumen der großen Automobilhersteller und Automobilzulieferer litten, war rückläufig. Schwächer entwickelte sich auch der Bereich der Gewebe für Förderbänder. Das bereinigte ebitda sank um 81,2 % auf 2,4 Mio. EUR (i. Vj. 12,8 Mio. EUR). Die bereinigten Sonder- und Einmaleffekte in einem Volumen von 0,9 Mio. EUR umfassen insbesondere vorgenommene nicht liquiditätswirksame Abwertungen auf Vorräte und sowie Abfindungen. Die EBITDA-Marge lag mit 1,6 % (i. Vj. 7,6 %) um 6,0 Prozentpunkte unter Vorjahresniveau.

Das Investitionsvolumen verminderte sich 2019 um insgesamt 30,9 % auf 2,9 Mio. EUR (i. Vj. 4,2 Mio. EUR). Regionale Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bildeten insbesondere die Standorte in Deutschland und Portugal. Die Anzahl der Mitarbeiter verringerte sich zum 31. Dezember 2019 um 9,3 % auf 948 (i. Vj. 1.046).

Segment flexible films

Ausgewählte Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung des Segments flexible films

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2019 2018 Veränderung
(in %)
flexible films
Umsatz Mio. EUR 89,2 88,4 0,9
EBITDA Mio. EUR 10,1 9,1 11,0
EBITDA-Marge % 11,4 10,3 6,6
Investitionen Mio. EUR 2,4 2,1 14,3
Mitarbeiter 326 326 0,0

Der Umsatz im Segment flexible films erhöhte sich im Berichtsjahr um 0,9 % auf 89,2 Mio. EUR (i. Vj. 88,4 Mio. EUR). Zu dieser positiven Entwicklung trugen insbesondere die Premiumprodukte aus dem Bereich Bau, wie Dichtbahnen und Schwimmbadfolien, sowie Produkte für Agraranwendungen bei. Im Bereich des Transportschutzes für Automobile mussten hingegen aufgrund der allgemein schwachen Entwicklung im Automotive-Bereich Einbußen hingenommen werden. Der steigende Anteil von Premiumprodukten führte zu einem überproportionalen Anstieg des EBITDA um 11,0 % auf 10,1 Mio. EUR (i. Vj. 9,1 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 11,4 % (i. Vj. 10,3 %).

Das Investitionsvolumen ist mit 2,4 Mio. EUR (i.Vj. 2,1 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag insbesondere auf unserem Produktionsstandort in Nordkirchen-Capelle. Die Anzahl der Mitarbeiter blieb zum 31. Dezember 2019 mit 326 (i.Vj. 326) unverändert.

Segment surface technologies

Ausgewählte Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung des Segments surface technologies

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2019 2018 Veränderung
(in %)
surface technologies
Umsatz Mio. EUR 64,1 43,2 48,4
EBITDA Mio. EUR 21,6 7,9 > 100
Normalisiertes EBITDA 1 Mio. EUR 13,7 7,5 82,7
EBITDA-Marge 2 % 21,4 17,4 23,0
Investitionen Mio. EUR 7,3 2,7 > 100
Mitarbeiter 761 810 -6,0

1 EBITDA vor Aufwendungen und Versicherungserstattungen aus Brandschäden (i. Vj. Unterschiedsbetrag aus dem Erwerb der Heiche-Gruppe).
2 Normalisiertes EBITDA / Umsatz.

Im Segment surface technologies stiegen die Umsatzerlöse um 48,4 % auf 64,1 Mio. EUR (i. Vj. 43,2 Mio. EUR). Die erstmalig ganzjährig vorgenommene Konsolidierung der Heiche-Gruppe wirkte sich positiv aus. Die Beeinträchtigungen aus dem durch den Brand am Standort Heinsdorfergrund erlittenen Kapazitätsausfall konnten minimiert werden, gleichwohl dämpften die Nachwirkungen die operative Entwicklung im zweiten Halbjahr. Das bereinigte EBITDA wuchs um 82,7 % auf 13,7 Mio. EUR (i.Vj. 7,5 Mio. EUR). Die vorgenommenen Bereinigungen umfassen insbesondere die Aufwendungen und Versicherungserstattungen aus den Brandschäden an unseren Standorten Heinsdorfergrund und Ungarn. Das Gesamtvolumen lag bei 7,9 Mio. EUR (i. Vj. 0,0 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 4,0 Prozentpunkte auf 21,4 % (i. Vj. 17,4 %).

Das Investitionsvolumen lag mit 4,9 Mio. EUR (i. Vj. 2,7 Mio. EUR) um 81,5 % über dem Niveau des Vorjahres. Schwerpunkte unserer Aktivitäten lagen insbesondere im Kapazitätsausbau an unseren Standorten in Polen und Ungarn. Zum 31. Dezember 2019 verringerte sich die Anzahl der Mitarbeiter um 6,0 % auf 761 (i.Vj. 810).

Segment precision components

Ausgewählte Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung des Segments precision components

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2019 2018 Veränderung
(in %)
precision components
Umsatz Mio. EUR 49,5 67,6 -26,7
EBITDA Mio. EUR 2,2 10,8 -79,6
Normalisiertes EBITDA 1 Mio. EUR 3,4 10,8 -68,5
EBITDA-Marge 2 % 6,9 16,0 -56,8
Investitionen Mio. EUR 2,5 4,7 -46,8
Mitarbeiter 619 630 -1,7

1 EBITDA vor Kaufpreisanpassung Geiger und Beratungskosten (i. Vj. keine Bereinigungen).
2 Normalisiertes EBITDA / Umsatz.

Der Umsatz im Segment precision components verringerte sich um 26,7 % auf 49,5 Mio. EUR (i. Vj. 67,6 Mio. EUR). Insbesondere am Standort Dresden waren erhebliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Des Weiteren hatte die Schließung des Standortes Haslach in 2018 Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung des Segments in 2019. Eine schwächere Nachfrage von Kunden aus dem Automotive-Bereich beeinflusste die operative Entwicklung im Segment spürbar. Das bereinigte EBITDA sank entsprechend um 68,5 % auf 3,4 Mio. EUR (i. Vj. 10,8 Mio. EUR). Die Bereinigungen in einem Volumen von 1,2 Mio. EUR (i.Vj. 0,0 Mio. EUR) umfassen insbesondere die Kaufpreisanpassung Geiger und Beratungskosten. Die EBITDA-Marge fiel um 9,1 Prozentpunkte auf 6,9 % (i. Vj. 16,0 %).

Das Investitionsvolumen lag bei 2,5 Mio. EUR (i. Vj. 4,7 Mio. EUR) und damit um 46,8 % unter dem Vorjahresniveau. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bildeten insbesondere unsere Standorte in Dresden und Ungarn. Die Anzahl der Mitarbeiter sank zum 31. Dezember 2019 um 1,7 % auf 619 (i. Vj. 630).

Segment it/services

Ausgewählte Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung des Segments it/services

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2019 2018 Veränderung
(in %)
it/services
Umsatz Mio. EUR 23,3 22,6 3,1
EBITDA Mio. EUR 3,0 2,3 30,5
Normalisiertes EBITDA 1 Mio. EUR 3,0 2,6 15,4
EBITDA-Marge 2 % 12,9 11,5 12,2
Investitionen Mio. EUR 1,5 0,8 87,5
Mitarbeiter 120 124 -3,2

1 EBITDA im Vorjahr bereinigt um Abfindungen.
2 Normalisiertes EBITDA / Umsatz.

Im Segment it/services erhöhten sich die Umsatzerlöse um 3,1% auf 23,3 Mio. EUR (i. Vj. 22,6 Mio. EUR). Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 15,4 % auf 3,0 Mio. EUR (i.Vj. 2,6 Mio. EUR). Die vorgenommenen Bereinigungen im Vorjahr umfassen Abfindungen in einem Gesamtvolumen von 0,3 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 12,9 % (i. Vj. 11,5 %).

Das Investitionsvolumen stieg um 87,5 % auf 1,5 Mio. EUR (i.Vj. 0,8 Mio. EUR). Deutlicher Schwerpunkt war die Modernisierung des Datenzentrums in Deutschland. Zum 31. Dezember 2019 verringerte sich die Anzahl der Mitarbeiter um 3,2 % auf 120 (i. Vj. 124).

FINANZLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das Finanzmanagement des KAP-Konzerns umfasst die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital, die Steuerung der Liquidität sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Die Abteilung Treasury übernimmt dafür konzernweit für alle Segmente die Verantwortung. Ein zentrales Cash-Pool-System bildet dabei die Basis für die Steuerung der Liquidität. Dabei ist es das übergeordnete Ziel, die Versorgung des Konzerns und der einzelnen Segmente mit ausreichender und permanenter Liquidität zu möglichst geringen Kosten sicherzustellen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Finanzmanagements ist die Optimierung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital). Mit einer aktiven Steuerung wollen wir auf diesem Weg einen zusätzlichen positiven Beitrag zur Schaffung zusätzlicher liquider Mittel, zur Reduzierung des Verschuldungsgrades sowie zur Optimierung der Kapitalstruktur leisten. Um Marktpreisrisiken zu begrenzen, kann grundsätzlich der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten ein geeignetes Mittel darstellen. Die für den Einsatz dieser Instrumente nötigen Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen sind in internen Richtlinien festgelegt. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine Derivate eingesetzt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Im Geschäftsjahr 2019 lagen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bei 4,4 Mio. EUR (i. Vj. 25,9 Mio. EUR), 0,5 Mio. EUR (i.Vj. 24,4 Mio. EUR) entfielen dabei auf Verpflichtungen aus Miet-und Leasingverträgen und 3,9 Mio. EUR (i. Vj. 1,5 Mio. EUR) auf das Bestellobligo für Sachanlagen.

Kapitalstruktur und Liquidität

Entwicklung der Nettoverschuldung

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
(in %)
Langfristige Finanzschulden 78,1 59,4 31,5
+ Kurzfristige Finanzschulden 15,9 28,1 -43,4
Finanzschulden 94,0 87,5 7,5
- Liquide Mittel 5,1 11,7 -56,4
Nettoverschuldung 88,9 75,8 17,3

Die Finanzschulden stiegen im Berichtsjahr um 7,5 % auf 94,0 Mio. EUR (i. Vj. 87,5 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2019 verringerten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 6,0 % auf 78,1 Mio. EUR (i. Vj. 83,1 Mio. EUR). Davon entfielen 64,6 Mio. EUR (i. Vj. 59,0 Mio. EUR) auf Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr und 13,5 Mio. EUR (i. Vj. 24,1 Mio. EUR) auf Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr. Den überwiegenden Teil der Kreditvereinbarungen haben wir auf Eurobasis abgeschlossen. In einem Volumen von 6,9 Mio. EUR (i. Vj. 17,5 Mio. EUR) bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf Basis der indischen Rupie und des chinesischen Renminbi. Der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten an der Bilanzsumme erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 22,4 % (i. Vj. 22,1 %). Im Vergleich dazu lag die Eigenkapitalquote im Konzern bei 46,9 % (i. Vj. 51,6 %).

Die Finanzierung basiert im Wesentlichen auf dem 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag in einem Maximalvolumen von 124,7 Mio. EUR. Die Inanspruchnahme lag zum 31. Dezember 2019 bei 62,5 Mio. EUR (i. Vj. 69,3 Mio. EUR). Die Verzinsung ist abhängig vom Euribor und vom Nettoverschuldungsgrad und beträgt mindestens 1,5 %. Die getroffene Vereinbarung sieht dabei Margen zwischen 1,5 % und 2,7 % über dem Euribor (Floor) vor. 2019 lagen die Zinssätze, die wir für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten insgesamt zahlen mussten, zwischen 1,25 % und 9,2 5 % (i. Vj. 1,25 % und 12,45 %).

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing stiegen bedingt durch die geänderte Bilanzierung nach IFRS auf 15,3 Mio. EUR (i. Vj. 0,5 Mio. EUR).

Nach Abzug der um 5 6,4 % auf 5,1 Mio. EUR (i. Vj. 11,7 Mio. EUR) gefallenen liquiden Mittel erhöhte sich die Nettoverschuldung zum Geschäftsjahresende 2019 um 17,3 % auf 88,9 Mio. EUR (i.Vj. 75,8 Mio. EUR).

Cashflow und Investitionen

Ausgewählte Kennzahlen zur Finanzlage

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
(in %)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 35,5 20,7 71,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit -16,1 -2,3 > 100
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -26,0 -16,6 -56,7
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -6,6 1,7 -100,0
Wechselkurs- und konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0,0 -0,1 n. a.
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5,1 11,7 -56,4

Aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2019 ein Anstieg des Mittelzuflusses von 14,8 Mio. EUR auf 35,5 Mio. EUR (i. Vj. 20,7 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern von -8,5 Mio. EUR (i. Vj. 23,1 Mio. EUR) war im Geschäftsjahr 2019 beeinflusst von Aufwendungen, die nicht zu einem Zahlungsmittelabfluss führten. Des Weiteren wirkten sich deutlich geringere Mittelabflüsse bei den Rückstellungen sowie niedrigere Ertragsteuerzahlungen positiv auf den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit aus.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich deutlich um 13,8 Mio. EUR auf 16,1 Mio. EUR (i. Vj. 2,3 Mio. EUR). Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr Veränderungen im Konsolidierungskreis zu Mittelzuflüssen aus dem Abgang von konsolidierten Unternehmen von 37,3 Mio. EUR und zu einem Mittelabfluss aus dem Zugang von konsolidierten Unternehmen von 19,4 Mio. EUR geführt haben. Im Berichtsjahr blieb der Konsolidierungskreis hingegen stabil, sodass es weder zu Mittelzuflüssen noch zu Mittelabflüssen kam. Die Investitionen in Sachanlagen einschließlich Renditeimmobilien verringerten sich von 21,2 Mio. EUR auf 16,7 Mio. EUR. Insbesondere in den Segmenten engineered products und precision components war die Investitionstätigkeit rückläufig. Die Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen einschließlich Renditeimmobilien lagen bei 1,3 Mio. EUR (i.Vj. 1,7 Mio. EUR).

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2019 um 9,4 Mio. EUR auf 26,0 Mio. EUR (i.Vj. 16,6 Mio. EUR). Maßgeblich hierfür waren die per saldo vorgenommenen höheren Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten von 10,5 Mio. EUR (i.Vj. 2,8 Mio. EUR). Die Dividendenausschüttungen an die Aktionäre erhöhten sich aufgrund der gestiegenen Aktienanzahl von 14,1 Mio. EUR auf 15,5 Mio. EUR.

Der Finanzmittelfonds lag am 31. Dezember 2019 bei 5,1 Mio. EUR (i. Vj. 11,7 Mio. EUR). Der Free Cashflow als Differenz zwischen dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und dem Mittelzu/-abfluss für Ein-/Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen einschließlich Renditeimmobilien sowie Finanzanlagen erhöhte sich um 19,0 Mio. EUR auf 19,4 Mio. EUR (i.Vj. 0,4 Mio. EUR).

Ermittlung des Free Cashflows

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
(in %)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 35,5 20,7 71,5
- Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 0,8 1,0 -20,0
+ Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen einschließlich Renditeimmobilien 1,3 1,7 -23,5
- Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen einschließlich Renditeimmobilien 16,7 21,2 -21,2
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 0,1 0,2 -50,0
Free Cashflow 19,4 0,4 > 100

Working Capital

Das Working Capital verringerte sich zum 31. Dezember 2019 um 12,5 % auf 95,1 Mio. EUR (i.Vj. 108,7 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf ein verbessertes aktives Working-Capital-Management zurückzuführen.

Working Capital

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
(in %)
Vorräte 59,9 70,1 -14,5
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 59,0 62,9 -6,2
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23,8 24,3 -2,0
Gesamt 95,1 108,7 -12,5

VERMÖGENSLAGE

Die Bilanzsumme des KAP-Konzerns lag zum 31. Dezember 2019 mit 349,2 Mio. EUR um 24,1 Mio. EUR unter dem Stand zum 31. Dezember 2018 in Höhe von 373,3 Mio. EUR.

Bilanzstruktur - Aktiva

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
Langfristige Vermögenswerte 208,4 222,5 -14,1
Immaterielle Vermögenswerte 35,4 41,6 -6,2
Sachanlagen 161,9 169,0 -7,1
Renditeimmobilien 4,4 4,7 -0,3
Übrige Finanzanlagen 1,3 1,4 -0,1
Latente Steueransprüche 5,4 5,8 -0,4
Kurzfristige Vermögenswerte 138,3 150,7 -12,4
Vorräte 59,9 67,0 -7,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 59,0 62,9 -3,9
Ertragsteuererstattungsansprüche 2,3 2,6 -0,3
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 12,1 6,4 5,7
Flüssige Mittel 5,1 11,7 -6,6

Auf der Aktivseite gingen die langfristigen Vermögenswerte um 14,1 Mio. EUR auf 208,4 Mio. EUR (i. Vj. 222,5 Mio. EUR) zurück. Die immateriellen Vermögenswerte sanken um 6,2 Mio. EUR auf 35,4 Mio. EUR (i. Vj. 41,6 Mio. EUR). Der Rückgang ist insbesondere auf Abschreibungen auf den Goodwill in Höhe von 2,6 Mio. EUR im Segment surface technologies und auf die Kundenbeziehungen in Höhe von 3,5 Mio. EUR (i. Vj. 2,5 Mio. EUR) zurückzuführen. Die Sachanlagen nahmen um 7,1 Mio. EUR auf 161,9 Mio. EUR (i. Vj. 169,0 Mio. EUR) ab. Die Zugänge von Vermögenswerten, die im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen nach ifrs 16 erstmalig aktiviert wurden, betrugen im Geschäftsjahr 2019 17,1 Mio. EUR. Hiervon entfallen 15,5 Mio. EUR auf Grundstücke und Gebäude, 0,2 Mio. EUR auf technische Anlagen und Maschinen sowie 1,5 Mio. EUR auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 16,4 Mio. EUR. Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 39,5 Mio. EUR führten per saldo zu einem Rückgang des Buchwertes der Sachanlagen. Hierin enthalten sind Abschreibungen auf Vermögenswerte im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen in Höhe von 1,9 Mio. EUR sowie außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Impairments in Höhe von 9,5 Mio. EUR und 4,9 Mio. EUR aufgrund des Brandschadens an unserem Standort Heinsdorfergrund.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 12,4 Mio. EUR auf 138,3 Mio. EUR (i. Vj. 150,7 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf einen Rückgang der Vorräte um 7,1 Mio. EUR auf 59,9 Mio. EUR (i. Vj. 67,0 Mio. EUR), der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 3,9 Mio. EUR auf 5 9,0 Mio. EUR (i.Vj. 62,9 Mio. EUR) sowie der flüssigen Mittel um 6,6 Mio. EUR auf 5,1 Mio. EUR (i. Vj. 11,7 Mio. EUR) zurückzuführen.

Bilanzstruktur - Passiva

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
Eigenkapital 161,0 192,0 -31,0
Gezeichnetes Kapital 20,2 20,2 0,0
Kapitalrücklage 86,8 86,8 0,0
Rücklagen -16,4 -15,4 -1,0
Bilanzergebnis 68,4 98,0 -29,6
Anteile fremder Gesellschafter 2,0 2,4 -0,4
Langfristige Schulden 106,8 90,1 16,7
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19,9 18,1 1,8
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 78,1 59,4 18,7
Latente Steuerverbindlichkeiten 8,6 12,2 -3,6
Kurzfristige Schulden 78,8 91,2 -12,4
Übrige Rückstellungen 22,8 25,4 -2,6
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 15,9 28,1 -12,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23,8 24,3 -0,5
Ertragsteuerschulden 6,6 4,9 1,7
Übrige Verbindlichkeiten 9,7 8,4 1,3

Auf der Passivseite sank das Eigenkapital um 31,0 Mio. EUR auf 161,0 Mio. EUR (i. Vj. 192,0 Mio. EUR). Der Rückgang ist insbesondere auf das negative Konzern-Jahresergebnis von 14,1 Mio. EUR sowie die vorgenommene Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr von 15,5 Mio. EUR zurückzuführen.

Die langfristigen Schulden sind um 16,7 Mio. EUR auf 106,8 Mio. EUR (i. Vj. 90,1 Mio. EUR) gestiegen. Der weiter gesunkene Rechnungszins führte zu einer Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 1,8 Mio. EUR auf 19,9 Mio. EUR (i.Vj. 18,1 Mio. EUR). Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen aufgrund der um 13,5 Mio. EUR (i. Vj. 0,0 Mio. EUR) deutlich gestiegenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing um 18,7 Mio. EUR auf 78,1 Mio. EUR (i.Vj. 59,4 Mio. EUR). Die latenten Steuerverbindlichkeiten betrugen 8,6 Mio. EUR (i. Vj. 12,2 Mio. EUR).

Die kurzfristigen Schulden verringerten sich um 12,4 Mio. EUR auf 78,8 Mio. EUR(i. Vj. 91,2 Mio. EUR). Die übrigen Rückstellungen sanken insbesondere bedingt durch niedrigere Rückstellungen für Reklamationen, Garantien und Gewährleistungen leicht um 2,6 Mio. EUR auf 22,8 Mio. EUR (i. Vj. 25,4 Mio. EUR). Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gingen im Wesentlichen aufgrund der Rückführung der Kontokorrentverbindlichkeiten um 12,2 Mio. EUR auf 15,9 Mio. EUR (i. Vj. 28,1 Mio. EUR) zurück. Die hierin enthaltenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen betrugen am Bilanzstichtag 1,8 Mio. EUR (i.Vj. 0,5 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um 0,5 Mio. EUR auf 23,8 Mio. EUR (i. Vj. 24,3 Mio. EUR). Die übrigen Verbindlichkeiten stiegen um 1,3 Mio. EUR auf 9,7 Mio. EUR (i.Vj. 8,4 Mio. EUR).

NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

MITARBEITER

Im KAP-Konzern waren zum 31. Dezember 2019 insgesamt 2.809 Mitarbeiter (i. Vj. 2.974 Mitarbeiter) beschäftigt. Der Rückgang um 165 Mitarbeiter ist insbesondere auf den Abbau von Mitarbeitern in den Segmenten engineered products und surface technologies zurückzuführen.

In Deutschland sank die Zahl der Beschäftigten zum 31. Dezember 2019 um 112 Mitarbeiter auf 1.334 Mitarbeiter (i. Vj. 1.446 Mitarbeiter). In der Region Übriges Europa beschäftigte der KAP-Konzern 1.197 Mitarbeiter nach 1.230 Mitarbeitern im Vorjahr. In der Region Nord-/Südamerika belief sich die Mitarbeiterzahl auf 114 Mitarbeiter (i. Vj. 111 Mitarbeiter) und in der Region Asien auf 129 Mitarbeiter (i. Vj. 148 Mitarbeiter). Unverändert ist der größte Teil unserer Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Die fortgesetzte Internationalisierung des operativen Geschäfts führte jedoch zu einem Rückgang der im Inland Beschäftigten um 1,8 Prozentpunkte auf 48,1 % (i. Vj. 49,9 %).

Ausgewählte Kennzahlen zu den Mitarbeitern 1

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2019 2018 Veränderung
(in %)
Nach Regionen
Deutschland 1.334 1.446 -7,7
Übriges Europa 1.197 1.230 -2,7
Nord-/Südamerika 114 111 2,7
Asien 129 148 -12,8
Sonstige Regionen 0 1 -100,0
Gesamt 2.774 2.936 -5,5
Nach Segmenten
engineered products 948 1.046 -9,4
flexible films 326 326 0,0
surface technologies 761 810 -6,0
precision components 120 124 -3,2
it/services 619 630 -1,7
Gesamt 2.774 2.936 -5,5

1 Auf Vollzeitkräfte umgerechnet; Stand jeweils zum Geschäftsjahresende am 31.12.

Aus- und Weiterbildung

Ziel unserer übergeordneten Personalstrategie ist es, den KAP-Konzern und seine einzelnen Tochtergesellschaften als attraktive Arbeitgeber im zunehmend globalen Wettbewerb um die besten Fach- und Führungskräfte zu positionieren. Wir legen großen Wert auf eine innovative Unternehmenskultur sowie auf ein Arbeitsumfeld, das auf Transparenz, Offenheit und Vertrauen aufgebaut ist. Ein wichtiger Maßstab für die Attraktivität als Arbeitgeber ist die hohe Treue und Loyalität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber unserer Industriegruppe.

Für unsere nachhaltige und erfolgreiche Entwicklung sind die Fähigkeiten und Kompetenzen unserer Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund messen wir dem kontinuierlichen Lernen und der individuellen Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter eine hohe Bedeutung bei. Dabei setzen wir auf umfassende Fort- und Weiterbildungsprogramme und bieten unseren Mitarbeitern nach ihren Fähigkeiten und ihrem Potenzial maßgeschneiderte interne Entwicklungsmöglichkeiten.

Bei der Gewinnung von motivierten und leistungsstarken Mitarbeitern setzen wir auf ein Bündel von Personalgewinnungsmaßnahmen. An unseren deutschen Standorten bieten wir Ausbildungen in insgesamt 17 verschiedenen Berufsbildern an. Dabei decken wir eine große Bandbreite von kaufmännischen, technischen und verfahrenstechnischen Berufen sowie von Berufen in ausgewählten IT- und Elektrobereichen ab. Zum 31. Dezember 2019 beschäftigten wir im Konzern insgesamt 61 Auszubildende (i. Vj. 58). Aufbauend auf den Ausbildungsprogrammen unserer Tochtergesellschaften bieten wir persönliche Anreize wie die Finanzierung von Meister- und Technikerausbildungen. Unseren Führungsnachwuchs gewinnen wir zu einem großen Teil von Berufsakademien, aber auch von Hochschulen. Dabei setzen wir auf unsere langjährige enge Kooperation mit Schulen, Berufsakademien und Hochschulen. So vergeben unsere Tochtergesellschaften Studien- und Entwicklungsprojekte und unterstützen Masterarbeiten in ausgewählten Themenbereichen.

Vielfalt

Wir fördern die Vielfalt unserer Mitarbeiterstruktur. Mit der Kombination von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen mit verschiedenen Fähigkeiten, Erfahrungen und Sichtweisen gewinnen wir ein besseres Verständnis von Märkten und Kundengruppen. Dies stellt eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens dar. Wir legen in unserer Industriegruppe Wert auf ein Klima, in dem Vielfalt gelebt wird und der Respekt vor dem Individuum fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist. Wir beschäftigen Mitarbeiter aus den verschiedensten Kulturkreisen und Herkunftsländern und mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit. So beschäftigen wir allein in Deutschland Mitarbeiter aus 30 Nationen.

Auch wenn der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft im Konzern teilweise, insbesondere an unseren osteuropäischen Standorten, bei über 50 % liegt, ist der Anteil von Frauen in den für uns wichtigen technischen und naturwissenschaftlichen Positionen zu niedrig. Der Anteil weiblicher Führungskräfte ist allerdings erfreulich. In fast allen Firmen und Standorten weltweit sind in der Ebene unterhalb der Geschäftsleitung Frauen vertreten. Dabei lag der Schwerpunkt vor allem in den kaufmännischen Positionen sowie in Positionen aus den Bereichen Vertrieb und Qualitätsmanagement.

Gesundheit und Arbeitsschutz

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter fördern wir durch ein umfassendes Gesundheitsmanagement sowie die Einhaltung der Arbeitsschutzrichtlinien, die wir auf Basis der gesetzlichen Vorgaben und der spezifischen Anforderungen unserer einzelnen Tochtergesellschaften aufgestellt haben. Grundlage unseres Gesundheitsmanagements sind gezielte Analysen von Krankheitsbildern in Bezug auf die Anforderungen der unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche in unseren Tochtergesellschaften. Diese Analysen führen wir in Kooperation mit Arbeitsmedizinern durch. Unser Ziel ist es dabei, die Belastungen für unsere Mitarbeiter zu reduzieren und Gefährdungen, die aus der täglichen Arbeit und dem Arbeitsumfeld entstehen können, zu vermindern. Auf diesem Weg können wir Fehlzeiten präventiv reduzieren. Fester Bestandteil unseres Gesundheitsmanagements sind individuelle Angebote in den Bereichen Prävention, Therapie und Rehabilitation. Unsere Tochtergesellschaften sind dazu verpflichtet, die etablierten Arbeitsschutzrichtlinien stets einzuhalten und Arbeitsunfälle umgehend zu berichten. Auf diesem Weg stellen wir sicher, dass wir auf Basis umfassender Analysen jedes einzelnen Unfalls geeignete Maßnahmen ergreifen und bestehende und mögliche Gefahrensituationen präventiv entschärfen können.

VERGÜTUNGSBERICHT

Vergütung des Vorstands

Zuständigkeit

Die Struktur und die Festlegung der Vorstandsvergütung sind Aufgabe des Aufsichtsrats.

Zielsetzungen

Das Vergütungsmodell für den Vorstand soll im Wettbewerb um hoch qualifizierte Führungspersönlichkeiten attraktiv sein. Als Anreiz für erfolgreiche Arbeit soll der variable Teil der Vergütung eine starke Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Erfolg des KAP-Konzerns haben. Die Vergütungsstruktur für den Vorstand steht im Einklang mit dem Vergütungssystem der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Führungskräfte.

Vergütungselemente

Die Vergütung des Vorstands enthält feste und variable Einkommenselemente sowie Vergütungen mit langfristiger Anreizwirkung. Die Faktoren, aus denen sich die variable Vergütung zusammensetzt, ermöglichen in erfolgreichen Geschäftsjahren des KAP-Konzerns ein wettbewerbsfähiges Einkommen des Vorstands mit einem sehr hohen Tantiemeanteil. Als Messgröße des variablen Vergütungsanteils dient ab 2019 das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (ebitda). Für 2018 war die Tantieme fix.

Die KAP AG unterhält seit 2017 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. An dem Programm nehmen Herr Decker und Herr Dr. Riedel teil. Herrn Decker wurden mit Dienstbeginn 1. August 2017 einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren verdient werden. Herrn Dr. Riedel wurden mit Dienstbeginn 1. Mai 2018 einmalig 100.000 virtuelle Aktienoptionen per 1. November 2018 zugesagt, die über einen Zeitraum von vier Jahren ab Dienstbeginn verdient werden. Das Programm sieht vor, dass der Berechtigte bei der Ausübung der Option einen Barauszahlungsanspruch gegenüber der Gesellschaft erhält. Ausübungszeitpunkt ist der 31. Juli 2021 (Herr Decker) bzw. der 30. April 2022 (Herr Dr. Riedel). Der Barauszahlungsanspruch entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kurswert (Xetra-Handel, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main) der letzten 20 Börsenhandelstage vor Ausübung der Option und dem Basiswert von 30 EUR (Herr Decker) bzw. 33 EUR (Herr Dr. Riedel). Der Anspruch ist der Höhe nach auf 40 EUR je Option begrenzt, wobei eine Bereinigung um zwischenzeitlich erfolgte Dividendenausschüttungen und etwaige Verwässerungseffekte bei Kapitalerhöhungen erfolgt. Da zwischen der Gewährung der virtuellen Aktienoptionen und dem Abschlussstichtag Kapitalmaßnahmen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 227.570 Stück erhöht, wobei davon 117.147 Stück auf Herrn Decker und 110.423 Stück auf Herrn Dr. Riedel entfallen.

Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der Optionen 19 Monate (Herr Decker) bzw. 28 Monate (Herr Dr. Riedel). Der auf das Geschäftsjahr entfallende Ertrag aus dem Aktienoptionsprogramm beträgt 1 27.398 EUR, wovon 92.000 EUR auf Herrn Decker und 35.398 EUR auf Herrn Dr. Riedel entfallen.

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Name Decker, Guido
Funktion CEO
Eintritt 01.08.2017
Austritt 30.09.2019
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Gewährte Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 255 255 255 296 296 296
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 12 12 12 16 16 16
Summe fixe Vergütung 267 267 267 312 312 312
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 617 617 617 100 100 100
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 617 617 617 100 100 100
Aktienoptionsplan - - - - - -
Gesamtvergütung 884 884 884 412 412 412
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Zugeflossene Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 255 255 255 296 296 296
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 12 12 12 16 16 16
Summe fixe Vergütung 267 267 267 312 312 312
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 717 717 717 100 100 100
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 717 717 717 100 100 100
Aktienoptionsplan - - - 0 0 0
Gesamtvergütung 984 984 984 412 412 412

1 Eine weitere gewährte Nebenleistung stellt die D&O-Versicherung dar.

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Name Riedel, Alexander, Dr.
Funktion CFO
Eintritt 01.05.2018
Austritt n. a.
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Gewährte Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 312 312 312 208 208 208
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 11 11 11 7 7 7
Summe fixe Vergütung 323 323 323 215 215 215
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 125 0 125 67 67 67
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 125 0 125 67 67 67
Aktienoptionsplan - - - 924 0 4.000
Gesamtvergütung 448 323 448 1.206 282 4.282
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Zugeflossene Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 312 312 312 208 208 208
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 11 11 11 7 7 7
Summe fixe Vergütung 323 323 323 215 215 215
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 60 60 60 0 0 0
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 60 60 60 0 0 0
Aktienoptionsplan - - - 0 0 0
Gesamtvergütung 383 383 383 215 215 215
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Name Stahmer, Uwe
Funktion CEO
Eintritt 01.10.2019
Austritt n.a.
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Gewährte Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 105 105 105 n. a. n. a. n. a.
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 1 1 1 n. a. n. a. n. a.
Summe fixe Vergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Aktienoptionsplan - - - n. a. n. a. n. a.
Gesamtvergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
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Zugeflossene Zuwendungen
in TEUR
2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 105 105 105 n. a. n. a. n. a.
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 1 1 1 n. a. n. a. n. a.
Summe fixe Vergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Aktienoptionsplan - - - n. a. n. a. n. a.
Gesamtvergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.

1 Eine weitere gewährte Nebenleistung stellt die D&O-Versicherung dar.

Vergütung des Aufsichtsrats

Vergütungsregelung

Die derzeitige Vergütungsregelung ist in § 13 der Satzung niedergelegt. Neben dem Ersatz der Auslagen erhält der Aufsichtsrat eine Festvergütung.

Der Aufsichtsrat besteht aus fünf (i. Vj. sechs) Mitgliedern. Mit der Satzungsänderung vom 3. Juli 2019 (mit Eintragung ins Handelsregister am 19. Juli 2019) beträgt die Grundvergütung 25 TEUR je Mitglied. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält das 2-Fache dieser Grundvergütung. Sein Stellvertreter und der Vorsitzende eines Ausschusses erhalten das 1,5-Fache dieser Grundvergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört haben, erhalten eine im Verhältnis der Zeit geringere Vergütung. Die Vergütung erfolgte zeitanteilig. Für die Mitglieder des Aufsichtsrates fielen Gesamtbezüge in Höhe von 87 TEUR (i.Vj. 28 TEUR) an.

NACHTRAGSBERICHT

Am 22. Januar 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat einen umfassenden Umbau des Segments engineered products beschlossen. Operative Aktivitäten mit negativen Deckungsbeiträgen sollen aufgegeben und eine nachhaltige Verbesserung der Rentabilität in diesem Segment erreicht werden. Die beschlossenen Maßnahmen beinhalten die vollständige Schließung des Standorts Fulda, dessen Schwerpunkt die Produktion von Cordgewebe ist, sowie eines Standorts in Tschechien, an dem insbesondere Softcords und Rohzwirne produziert werden. Darüber hinaus soll ein weiterer Standort in Tschechien, der sich mit der Konfektion von Zelten und technischen Geweben beschäftigt, veräußert werden. Im Geschäftsjahr 2019 entfielen auf diese Aktivitäten Umsatzerlöse von insgesamt rund 40 Mio. EUR und ein normalisiertes ebitda von 0,0 Mio. EUR. Mit den Umbaumaßnahmen sind voraussichtliche EBITDA-Belastungen i.H.v. ca. 14 Mio. EUR verbunden, die ausschließlich die Entwicklung im Geschäftsjahr 2020 beeinflussen werden. Dies führt voraussichtlich zu einem Umsatzrückgang von 12,5 Mio. EUR gegenüber der ursprünglichen Planung 2020 ohne Restrukturierung und zu einem Rückgang gegenüber dem Umsatz 2019 von 4,8 Mio. EUR und zu einer Verbesserung des normalisierten EBITDAs im Vergleich zu 2019 von 10,0 Mio. EUR. Es ist geplant, die Maßnahmen vollumfänglich im Geschäftsjahr 2020 umzusetzen. Der Volljahres-Effekt auf Umsatz und ebitda wird erst im Geschäftsjahr 2021 sichtbar. Die Konzernleitung geht für 2021 von einem Umsatz von ca. 122 Mio. EUR bei einem ebitda von 12,4 Mio. EUR aus. Zudem geht sie sowohl von einer Reduzierung der Kundenkonzentration als auch von einer erhöhten Diversifikation der Industriebranchen aus, in denen die Produkte des Segments eingesetzt werden. Die dargestellten Effekte berücksichtigen noch nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

Aus der Coronavirus-Pandemie erwarten wir negative Auswirkungen auf unser Geschäft im In-und Ausland. Der weitere Verlauf der Epidemie stellt einen Unsicherheitsfaktor dar, der bis zum Aufstellungszeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden konnte. Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (who) den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Seit dem 11. März 2020 stuft die who die Verbreitung des Coronavirus nunmehr als Pandemie ein. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und Folgen auf den Geschäftsverlauf der KAP AG werden laufend überwacht. Die KAP AG geht auf Grundlage der jüngsten Entwicklungen davon aus, dass sich die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus und die notwendigen Eindämmungsmaßnahmen in allen wesentlichen Absatzmärkten negativ auswirken werden. Weiterhin bestehen Risiken bei vor- und nachgelagerten Prozessen. Die der KAP AG bekannten Abschätzungen und Annahmen sind im Prognosebericht berücksichtigt und beschrieben. Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2019 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KAP-Gruppe oder der KAP AG zu erwarten ist.

PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

PROGNOSEBERICHT

EINFÜHRUNG

Sämtliche im Prognosebericht getroffene Angaben beziehen sich, sofern nichts anderes angegeben ist, grundsätzlich auf das Geschäftsjahr 2020 und stellen unsere eigenen Einschätzungen und Erwartungen dar.

Die im folgenden dargestellte Prognose berücksichtigt nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, die zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht konkret abzuschätzen sind.

KONJUNKTURERWARTUNGEN

Es ist davon auszugehen, dass sich die Konjunkturerwartungen durch den Ausbruch der Corona-Pandemie weltweit sehr stark eintrüben werden. Es liegen zum Zeitpunkt des Berichts noch keine belastbaren Daten vor, um daraus einen belastbaren Ausblick zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft zu formulieren.

ZUSAMMENFASSUNG DER KONJUNKTURPROGNOSEN VOR DEM AUSBRUCH DER CORONA-PANDEMIE

Wirtschaftliches Umfeld

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in % Wachstum12019 Wachstum1 2020
Welt 2,9 3,3
Euroraum 1,2 1,3
Deutschland 0,6 1,1
USA 2,3 2,0
Schwellenländer 3,7 4,4

1 Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (bip). Quellen: Internationaler Währungsfonds (IWF) - World Economic Outlook Update January 20, 2020; ifo Institut - Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2019: "Industrie in der Rezession - Wachstumskräfte schwinden"

WESENTLICHE MARKTTRENDS

Unsere Segmente sind in einer Vielzahl von attraktiven Marktnischen aktiv und verfügen dort über eine starke Marktposition. Obwohl die Entwicklung innerhalb dieser Marktnischen im Allgemeinen relativ stabil und unabhängig von der allgemeinen konjunkturellen Lage verläuft, beeinflussen besondere dynamische Abwärtstrends, wie zum Beispiel im Automotive-Bereich und in der Automobilindustrie oder die Investitionszurückhaltung in wichtigen Industriebereichen, die operative Entwicklung unserer Segmente. Vor dem Hintergrund der neu zu bewertenden Situation aufgrund der Corona-Pandemie erwarten wir für 2020, dass das wirtschaftliche Umfeld sehr herausfordernd sein wird, besonders für unsere zyklischen oder automobilbezogenen Geschäftsbereiche. Eine konkrete Einschätzung der Markttrends ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich.

KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DES KAP-KONZERNS (AUFGRUND DER VOR DER CORONA-PANDEMIE GÜLTIGEN UNTERNEHMENSPLANUNG)

Für das Geschäftsjahr 2020 planen wir, unsere Segmentstrategie konsequent weiter umzusetzen. Auch wollen wir weiterhin durch gezielte Investitionen und Optimierungen unsere Segmente kontinuierlich entwickeln. Dabei steht die Profitabilitätssteigerung klar im strategischen Fokus. Gleichzeitig wollen wir durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten die Basis für zukünftiges Wachstum in attraktiven Marktnischen legen.

Im Segment engineered products trennen wir uns konsequent von operativen Aktivitäten mit negativen Deckungsbeiträgen und schließen Produktionsstandorte, an denen insbesondere Cordgewebe, Softcords und Rohzwirne hergestellt wurden. Insgesamt verzichten wir mit diesen Maßnahmen auf Umsatzerlöse von rund 40 Mio. EUR. Die voraussichtlichen Aufwendungen im einstelligen Millionenbereich werden die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2020 entsprechend negativ beeinflussen. Das Segment engineered products wird sich neu ausrichten und auf margenstarke Produkte fokussieren und auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil innerhalb der KAP-Gruppe bleiben.

Für das Segment flexible films erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 eine Fortsetzung des nachhaltigen Wachstumstrends in den wesentlichen Untergesellschaften dieses Bereichs.

Im Segment surface technologies wollen wir die Produktionskapazitäten, die durch den Brandschaden am Standort Heinsdorfergrund ab dem zweiten Halbjahr 2019 vermindert waren, deutlich erweitern. Hierfür sehen wir ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 21 Mio. EUR vor. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die neuen Produktionskapazitäten bereits ab 2020 zur Verfügung stehen und positive Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung haben werden.

Im Segment precision components wollen wir den eingeschlagenen strategischen Weg fortsetzen und den Umsatzanteil, der vom Verbrennungsmotor abhängt, weiter reduzieren und die Ausrichtung auf E-Drive-Systeme vorantreiben. Damit einhergehend verringert sich die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung im Automotive-Bereich und steigt der Umsatzanteil von zukunftsorientierten Produkten mit einer tendenziell höheren Marge.

Unser Segment it/services sollte 2020 unverändert von dem Digitalisierungsprozess im Industrie-und Dienstleistungsbereich profitieren, jedoch erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 leicht rückläufige Umsatzerlöse, aber einen leichten Anstieg des bereinigten EBITDA.

Ziele 2020 1

in Mio. EUR

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Konzern Ist 2019 Prognose 2020
Umsatz 372,8 Stabil
Normalisiertes EBITDA 31,9 Leichter Anstieg
Investitionen 2 17,4 Deutlicher Anstieg
engineered products
Umsatz 150,7 Deutlicher Rückgang
Normalisiertes EBITDA 2,4 Leichter Anstieg
Investitionen 2 2,9 Deutlicher Anstieg
flexible films
Umsatz 89,2 Leichter Anstieg
Normalisiertes EBITDA 10,1 Leichter Anstieg
Investitionen 2 2,4 Deutlicher Anstieg
surface technologies
Umsatz 64,1 Leichter Anstieg
Normalisiertes EBITDA 13,7 Deutlicher Anstieg
Investitionen 2 7,3 Deutlicher Anstieg
precision components
Umsatz 49,5 Leichter Rückgang
Normalisiertes EBITDA 3,4 Stabil
Investitionen 2 2,5 Deutlicher Anstieg
it/services
Umsatz 22,3 Leichter Rückgang
Normalisiertes EBITDA 3,0 Leichter Anstieg
Investitionen 2 1,5 Deutlicher Rückgang

1 Die im Folgenden dargestellte Prognose berücksichtigt nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, die zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht konkret abzuschätzen sind.
2 Erläuterung der zu erwarteten Entwicklung: Die Angabe "leichter Anstieg" entspricht einer Veränderung zwischen 1 und 10 %, während "deutlicher Anstieg" eine Veränderung ab 10 % und "stabil" eine Veränderung von +/- 1 % bezeichnet. Die Angabe "leichter Rückgang" entspricht einer Veränderung zwischen -1 und -10 %, "deutlicher Rückgang" entspricht einer Veränderung ab -10 %.
3 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS UND PROGNOSE DER ERTRAGSLAGE 2020

Das wirtschaftliche und soziale Umfeld, in dem sich unsere Gesellschaft aktuell bewegt, ist unverändert dynamisch und ohne jegliches historisches Vorbild. Ein wirtschaftlicher Rückgang aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 lag bislang noch außerhalb unserer Planungsszenarien. Darüber hinaus ist der weitere Fortgang der Pandemie derzeit nicht seriös vorhersehbar. Auf Basis der aktuellen Nachrichtenlage ist jedoch davon auszugehen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzern deutlich rückläufig sein wird. Hintergrund sind insbesondere die zahlreichen Produktionsstilllegungen im Automobilsektor. Hiervon sind die Segmente engineered products, surface technologies und precision components betroffen. Darüber hinaus könnte eine geringere Nachfrage im Bereich Bau- und Renovierung die Geschäftsentwicklung des Segments flexible films negativ beeinflussen. Die Entwicklung im Segment it/services wird im weiteren Verlauf des Jahres 2020 von der Bereitschaft der Kunden abhängen, in Abhängigkeit steigenden oder nachlassenden Auswirkungen der Corona-Krise laufende Projekte abzuschließen und neue Kundenprojekte zu gewinnen. Erste Maßnahmen zur Gegensteuerung und Eindämmung wurden bereits eingeleitet bzw. sind in Vorbereitung.

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Absatz und die resultierenden Ertragskennzahlen sind derzeit nicht abschließend bEURteilbar. Derzeit gehen wir von einer zunehmenden Normalisierung der Absatzsituation in einigen Wochen aus. Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise gehen wir im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 im Konzern von folgenden Entwicklungen der wesentlichen finanziellen Größen aus:

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Prognose 2020 (inkl. Corona)
Umsatz Deutlicher Rückgang
EBITDA Deutlicher Rückgang
Investitionen Stabil

Wesentlichen Einfluss haben hier die gegenüber der ursprünglichen Planung geringen Umsatzerwartungen mit der Automobilindustrie, was vor allem die Segmente engineered products, surface technologies und precision components betrifft. Der Bereich flexible films könnte insbesondere von einer geringeren Nachfrage im Bereich Bau- und Renovierung betroffen sein. Die Entwicklung im Segment it/services wird im weiteren Verlauf des Jahres 2020 von der Bereitschaft der Kunden abhängen, in Abhängigkeit steigenden oder nachlassenden Auswirkungen der Corona-Krise laufende Projekte abzuschließen und neue Kundenprojekte zu gewinnen.

Darüber hinaus kann der tatsächliche Geschäftsverlauf des KAP-Konzerns von den aktuellen Erwartungen auch durch die nachfolgend im Risiko- und Chancenbericht aufgeführten Risiken und Chancen abweichen.

Anhand verschiedener Chancen- und Risikoszenarien, insbesondere für die Absatz- und Versorgungslage in den Lieferketten sowie in Bezug auf die Verfügbarkeit der Mitarbeiter, werden die möglichen negativen Auswirkungen und Gegenmaßnahmen auf die Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens neu bewertet.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Als international agierende Industriegruppe ist der KAP-Konzern einer Vielzahl von internen und externen Entwicklungen und Ereignissen ausgesetzt. Wir wollen die sich daraus ergebenden Risiken frühzeitig erkennen sowie in den betroffenen Bereichen erforderliche Maßnahmen rechtzeitig ergreifen, um so den Unternehmenswert nachhaltig steigern zu können. Dieses übergeordnete Ziel unterstützen wir mit unserem konzernweiten Risikomanagementsystem als zentralem Instrument unserer Unternehmensführung. Risiken werden dabei definiert als Ereignisse und mögliche Entwicklungen, die zu potenziellen Planabweichungen führen und negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage oder Unternehmensreputation haben können.

Mit unserem konzernweiten Risikomanagementsystem, welches wir kontinuierlich optimieren und weiterentwickeln, erfassen wir alle strategischen, operativen und finanziellen Risiken sowie Compliance-Risiken. Erklärtes Ziel ist es dabei, Risiken frühzeitig und vollständig zu erkennen, zu bewerten, zu überwachen und adäquat zu steuern. In unserem Konzern und in unseren Segmentunternehmen überprüfen die risikoverantwortlichen Mitarbeiter regelmäßig relevante Prozesse, Vorgänge und Entwicklungen auf bestehende Risiken und erfassen diese anhand eines festgelegten Risikokatalogs frühzeitig und umfassend. Grundsätzlich erfolgt dabei eine Gliederung nach folgenden zentralen Risikobereichen: strategische Risiken, unternehmensspezifische Risiken, finanzielle Risiken und Compliance-Risiken.

Die Bewertung der relevanten Risiken erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung des Risikopotenzials und der Eintrittswahrscheinlichkeit:

Einstufung der Risiken - Risikopotenzial

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in Mio. EUR Ergebnisauswirkung (EBIT) pro Geschäftsjahr Minderung der liquiden Mittel pro Geschäftsjahr
Niedrig < 0,4 < 0,4
Mittel 0,4-1,0 0,4-1,0
Hoch > 1,0 > 1,0

Einstufung der Risiken - Eintrittswahrscheinlichkeit

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Eintrittshäufigkeit
Niedrig weniger als einmal pro 5 Jahre
Mittel meistens alle 1-5 Jahre
Hoch meistens einmal pro Jahr

Zur Bewertung der Risiken erfassen wir die sogenannten Bruttorisiken und multiplizieren sie mit der für dieses spezifische Risiko analysierten Eintrittswahrscheinlichkeit. Auf dieser Basis ermitteln wir den Nettoerwartungswert des potenziellen Risikos. Die Berechnung erfolgt in einem zentralen System, aus dem wir umfassende Risikoreports generieren können. Damit verfügen wir stets über einen detaillierten Überblick über sämtliche Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des KAP-Konzerns wesentlich beeinträchtigen können. Die verantwortlichen Risikomanager der einzelnen Berichtseinheiten übernehmen die formale Dokumentation der Berichterstattung zum Jahresende anhand einheitlich definierter Standards. Neben der Risikoidentifizierung, der Risikoerfassung und der Risikoberichterstattung zählen das frühzeitige Einleiten und Umsetzen von einzelnen Maßnahmen, die der Vermeidung oder Begrenzung der Risiken dienen, zu den Kernaufgaben der Risikomanager. Eine Auswertung der erfassten Informationen und die Klassifizierung der Risiken erfolgen zentral im Konzern.

Das Risikomanagement ist grundsätzlich dem Vorstand unterstellt. Zur Information über die aktuelle Risikolage dient unter anderem das Management Reporting. Dieses besteht aus einem umfassenden Berichtswesen, Hochrechnungen und der aktualisierten Planung einschließlich der Investitionsplanung. Darüber hinaus werden Informationen und Kennzahlen herangezogen, die jedes Segment oder Segmentunternehmen individuell zur operativen Steuerung verwendet. Entsprechend erfolgen die Prüfung und Zusammenfassung von Risiken auf zwei Ebenen. Außerhalb fest definierter Berichtsroutinen besteht für die Risikomanager eine sofortige Berichtspflicht an den Vorstand, sobald ein identifiziertes Risiko das ebit um mehr als 1,0 Mio. EUR beeinflussen könnte.

RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM (ANGABEN NACH § 315 ABS. 4 HGB) UND ERLÄUTERNDER BERICHT

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess im Konzern (IKS) ist gemeinsam mit dem Risikomanagementsystem und dem Compliance-System ein wesentlicher Bestandteil der Corporate Governance. Ziel des IKS ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit der stets regelkonformen internen und externen Rechnungslegung im KAP-Konzern und der validen numerischen Abbildung der Geschäftsprozesse zu gewährleisten.

Unsere Bilanzierungsrichtlinie enthält umfassende organisatorische Maßnahmen und fest definierte technische Prozesse, in die alle Gesellschaften des Konzerns einbezogen sin d. Sie ist die Basis für die konzernweit einheitliche Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS). Mit einem internetbasierten Finanzportal gewährleisten wir den konzernweiten Zugriff auf alle für den Rechnungslegungsprozess relevanten Dokumente und Hilfsmittel. Wir prüfen aktuelle IFRS-Neuerungen zentral auf Relevanz und bilden diese bei Handlungsbedarf zeitnah in unserer internen Bilanzierungsrichtlinie ab. Aktivitäten des Gesetzgebers und anderer Organisationen analysieren wir fortlaufend im Hinblick auf mögliche kommende Änderungen der internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Dies versetzt uns in die Lage, bereits vor Inkrafttreten der Regelungen gezielte Maßnahmen zur reibungslosen Umsetzung einleiten zu können. Eine wesentliche Maßnahme stellen dabei intensive und frühzeitige Schulungen der mit der internen und externen Rechnungslegung betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Diese fallweisen Schulungen ergänzen unser laufendes Schulungsangebot und die zusätzliche individuelle Unterstützung unserer Tochtergesellschaften durch einen fachlich qualifizierten Ansprechpartner auf Konzernebene.

Die vollständige und nahezu zeitgleiche Erfassung der Abschlüsse unserer Segmentunternehmen erreichen wir durch den konzernweiten Einsatz einer einheitlichen Konsolidierungssoftware. Verbindliche Pflichtangaben gewährleisten, dass innerhalb der einzelnen Tochterunternehmen sämtliche vorgeschriebenen Informationen erfasst werden. Inkonsistenzen des Zahlenmaterials schließen wir durch intelligente Plausibilitätskontrollen weitgehend aus. Die Konformität der Angaben stellen wir durch einen Abgleich der Meldedaten der Abschlüsse mit dem Risikomanagementsystem sicher. Eine umsichtige und vorausschauende Terminplanung in Bezug auf Berichts- und Veröffentlichungspflichten trägt verbunden mit einer frühzeitigen Kommunikation organisatorisch zum geordneten Ablauf des Prozesses bei.

RISIKOBERICHTERSTATTUNG IN BEZUG AUF DIE VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

Wir verfolgen eine aktive Steuerung der mit unserer operativen Geschäftstätigkeit verbundenen Zins- und Währungsrisiken. Unser Ziel ist es dabei, negative Effekte aus Schwankungen der Wechselkurse, insbesondere des us-Dollars, und des Zinsniveaus zu reduzieren. Dabei greifen wir im Wesentlichen auf Akkreditive zurück, um die Risiken aus geplanten Lieferungs- und Leistungsgeschäften zu minimieren.

Derivate setzen wir nur in einem sehr geringen Umfang ein. Gleiches gilt auch für Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken. Lediglich im Rahmen der Sicherungsbeziehungen nutzen wir bei Bedarf Devisentermingeschäfte zur Absicherung eines bereits bilanzierten Grundgeschäfts (Fair-Value-Hedge). Dabei erfolgt eine ständige Risikokontrolle. Kontrahenten sind stets in- und ausländische Banken mit einwandfreier Bonität.

RISIKEN UND CHANCEN

Die folgende Darstellung enthält alle wesentlichen Chancen und Risiken, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation des KAP-Konzerns beeinflussen könnten. Dabei werden die wesentlichen Risikobereiche nach Risikopotenzial und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Zusätzlich zu den dargestellten Chancen und Risiken können weitere Einflüsse, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir noch nicht als wesentlich einschätzen, unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen. Die dargestellten Chancen und Risiken gelten, sofern nicht explizit angegeben, grundsätzlich für alle Unternehmensbereiche.

Wesentliche Risikobereiche im Überblick

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Risikokategorien Risikopotenzial Eintrittswahrscheinlichkeit Veränderung gegenüber Vorjahr
Strategische Risiken
Politische, regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen Niedrig Niedrig, mittel
Unternehmensführung Mittel Niedrig, mittel
Niedrig Niedrig
Umweltrisiken Mittel Niedrig
Unternehmensspezifische Risiken
Vertrieb und Marketing Niedrig Mittel
Produktion und Warenwirtschaft Mittel Mittel
Personal Mittel Niedrig, mittel
EDV/Organisation Mittel Mittel
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiko Hoch Mittel
Zinsänderungsrisiko Niedrig Niedrig
Währungs- und Inflationsrisiko Mittel Mittel
Compliance-Risiken
Rechtliche Risiken Mittel Mittel

↑ verbessert → unverändert ↓ verschlechtert

Strategische Risiken

Politische, regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen

Die operative Entwicklung unserer Segmentunternehmen ist abhängig von der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken, beispielsweise durch einen unerwarteten Konjunkturabschwung, können Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die operative Entwicklung darstellen. Mit einer Diversifikation über fünf Segmente und einem breiten Produktportfolio innerhalb der Segmente, mit dem wir unterschiedliche Anwendungsbereiche adressieren, verringern wir die Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Branchen. Dynamische Nachfragerückgänge aus einzelnen Industriebereichen können die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aber negativ beeinflussen. Die hohe Spezialisierung und die starke Marktposition innerhalb von attraktiven Nischen mindern das allgemeine konjunkturelle Risiko für unsere Segmente, ohne es vollständig eliminieren zu können. Aus dem Brexit erwarten wir neben den allgemeinen Auswirkungen auf die Konjunktur keine besonderen Einflüsse auf unsere Segmente und Segmentunternehmen.

Unternehmensführung

Risiken aus der Führung unserer Konzerngesellschaften ergeben sich insbesondere aus unserer dezentralen Organisationsstruktur. Der Vorstand vereinbart mit den Segmentmanagern periodisch die Ziele und Rahmenbedingungen ihres unternehmerischen Handelns. Bei der detaillierten Umsetzung dieser Vorgaben handeln die Segmentmanager eigenständig. Das Risiko von Planabweichungen und Fehlentwicklungen in einzelnen Segmenten und Segmentunternehmen minimieren wir durch umfassende Controlling-, Compliance- und Risikomanagementsysteme. Diese sind konzernweit in die Unternehmensprozesse implementiert und werden kontinuierlich und einzelfallbezogen weiterentwickelt.

Portfoliorisiken

Fehleinschätzungen der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente und Segmentunternehmen können zu Portfoliorisiken führen. Wir begegnen diesen möglichen Risiken mit umfangreichen internen und externen Analysen der Märkte, in denen wir operativ tätig sind. Weitere Risiken können aus Fehleinschätzungen bezüglich der strategischen Positionierung unserer Segmente und Segmentunternehmen bestehen. Diesen Risiken begegnen wir durch regelmäßige Strategiegespräche mit unseren Segmentmanagern und Geschäftsführern unserer Segmentunternehmen und führen auf allen Managementebenen intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen durch. Wir unterziehen alle strategischen Investitionen in neue Produkt- oder Marktbereiche einer kritischen Analyse bezüglich des zu erwarteten Umsatz-und Ertragspotenzials, welches aus der Realisierung der Investitionen entstehen könnte. Dabei greifen die geschilderten Maßnahmen ineinander, sodass wir stets über einen umfassenden Uberblick über die aus der Risikolage der einzelnen Segmentunternehmen entstehenden aggregierten Portfoliorisiken verfügen.

Portfoliorisiken können darüber hinaus bei der Entwicklung unserer bestehenden Segmente durch Akquisitionen entstehen. Bei der Akquisition von Unternehmen besteht die Möglichkeit, dass versteckte Risiken oder Fehleinschätzungen verschiedener Aspekte den wirtschaftlichen Erfolg eines neu erworbenen Segmentunternehmens beeinträchtigen können. Um diese Möglichkeit zu minimieren, führen wir eine umfangreiche Prüfung der rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie des Marktumfelds von möglichen Ubernahmekandidaten durch. Zusätzlich beinhalten unsere Verträge bei einer Unternehmensübernahme stets möglichst weitgehende Garantien und Haftungsfreistellungen. Ein Restrisiko können wir jedoch nicht vollständig ausschließen.

Umweltrisiken

Das Umweltmanagement der KAP AG umfasst eine Reihe relevanter Regelungen, um Umweltrisiken zu minimieren. An einigen Produktionsstandorten ist eine Zertifizierung nach ISO 14001 erfolgt.

Insbesondere die operativen Prozesse der Tochtergesellschaften des KAP-Konzerns sind mit Risiken verbunden, die zu einer Belastung der Umwelt führen können. Zudem besteht das Risiko, dass wesentliche Kunden die Geschäftsbeziehungen nicht fortsetzen, wenn die Unternehmen nicht die Einhaltung der Umweltgesetze und die kontinuierliche Verbesserung der Maßnahmen zum Schutz der Umwelt nachweisen können. Entsprechende Organisationseinheiten sorgen an den jeweiligen Standorten dafür, die geltenden Regelungen und Gesetze einzuhalten und kontinuierlich weitere technische Möglichkeiten zur Begrenzung von Umweltrisiken zu identifizieren. Handlungsfelder sind beispielweise die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen. Dennoch lässt sich nicht völlig ausschließen, dass die Tätigkeiten des Konzerns zu Umweltschädigungen führen oder Sanierungsprojekte mit höheren Kosten, als ursprünglich geplant, verbunden sind.

Die zunehmende Relevanz von Nachhaltigkeitsüberlegungen in vielen Industrien stellt eine Chance dar. Bei der Auswahl unserer Lieferanten stellt dieser Aspekt daher einen wichtigen Baustein bei der Beurteilung der Eignung eines Unternehmens als Geschäftspartner dar.

Unternehmensspezifische Risiken

Vertrieb und Marketing

Risiken aus Vertrieb und Marketing können insbesondere durch eine Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Regionen und Großkunden entstehen. Mit dem strategischen Ausbau des internationalen Geschäfts unserer Segmentunternehmen vermindern wir die regionale Abhängigkeit sukzessive. Im Berichtjahr haben wir bereits 59,4 % unserer Umsatzerlöse im Ausland erwirtschaftet, sodass die Abhängigkeit vom deutschen Markt in den vergangenen Jahren spürbar gesunken ist. Die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden minimieren wir durch verstärkte Vertriebs- und Entwicklungsaktivitäten, mit denen wir sowohl neue Produktgruppen und Anwendungsbereiche als auch neue Märkte und Kundengruppen erschließen. Zum 31. Dezember 2019 haben wir in keiner Produkt- oder Dienstleistungsgruppe und mit lediglich einem Kunden mehr als 10 % unserer Konzernumsatzerlöse erzielt.

Produktion und Warenwirtschaft

Abhängig von dem aktuellen Konjunkturumfeld können die Einkaufspreise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stark schwanken. Mit Blick auf die jeweilige Marktsituation versuchen wir, die aus erhöhten Einkaufspreisen entstehenden Belastungen an unsere Kunden weiterzugeben. Darüber hinaus geben wir Warenwirtschaftsrisiken durch unterschiedliche Vertragslaufzeiten und entsprechende Vertragsklauseln soweit möglich an unsere Kunden weiter.

Wir fordern von unseren Zulieferern die Einhaltung von klar definierten Qualitäts- und Herstellungsstandards. Zu diesem Zweck führen unsere Tochtergesellschaften strikte Qualitätseingangskontrollen für alle Rohstoffe durch, sodass wir bei Verstößen gegen die vereinbarten Qualitäts- und Herstellungsstandards rechtzeitig vor Produktionsstart reagieren können. Bei Beanstandungen fordern wir umgehend eine Nachbesserung oder wir weichen bei grundlegenden aufgetretenen Mängeln oder Lieferschwierigkeiten sofort auf andere Lieferanten in unserem vorhandenen Netzwerk aus.

Personal

Personalrisiken können bei der Rekrutierung und Bindung sowie in der Weiterentwicklung von Fach- und Führungskräften bestehen. Bei hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften stehen wir verstärkt im Wettbewerb mit anderen mittelständischen und international tätigen Unternehmen. Darüber hinaus führt der demografische Wandel dazu, dass die Zahl verfügbarer Arbeitskräfte abnimmt. Wir begegnen diesem Risiko mit einem umfassenden Maßnahmenbündel, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern und in unseren Segmentunternehmen zu motivieren, zu entwickeln und zu fördern. Um den Bedarf an geeigneten Fach- und Führungskräften zu decken, bieten wir ein breites Angebot von Ausbildungsplätzen sowie Studienplätzen im Rahmen eines dualen Studiengangs an. Ein weiterer wesentlicher Faktor, um Personalrisiken zu begrenzen, ist die Etablierung und Entwicklung einer modernen Unternehmenskultur innerhalb der Gruppe und der einzelnen Segmentunternehmen. In Abhängigkeit von kurz- oder mittelfristigen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen können wir in erster Linie mit Instrumenten wie z.B. Auflösung von Gleitzeitkonten, Kurzarbeit, Auslauf von befristeten Verträgen oder im Extremfall mit Personalabbau entgegenwirken.

EDV/Organisation

Die Sicherheit unserer IT-Systeme hat für uns einen hohen Stellenwert. Insbesondere aus der zunehmenden Vernetzung entstehen Missbrauchsmöglichkeiten, die zu einem Ausfall zentraler IT-Systeme, einem Verlust der Datenintegrität von vertraulichen Daten, einer Manipulation von IT-Systemen oder einem Schaden durch Virusattacken führen können. Um dieses Risiko zu minimieren, investieren wir regelmäßig in unsere IT-Systeme und setzen Virenscanner sowie Firewallsysteme ein. Darüber hinaus haben wir zielgerichtete Zugangs- und Zugriffskontrollen implementiert.

Finanzielle Risiken

Ausfallrisiko

In unserem operativen Geschäft und bei bestimmten Finanzierungsaktivitäten sind wir dem Risiko ausgesetzt, dass die Gegenpartei ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Um das Ausfallrisiko aus Finanzierungsaktivitäten zu minimieren, schließen wir wesentliche Finanztransaktionen mit Kreditrisiko ausschließlich mit Banken mit guter Bonität ab. Darüber hinaus nutzen wir zur Finanzierung einen festen Kreis bestehend aus fünf Banken (Stand: 31. Dezember 2019) und minimieren durch diese breite Streuung mögliche Verluste, die aus einem Ausfall entstehen könnten. Das operative Ausfallrisiko besteht insbesondere in der Nichterfüllung bestehender Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch Kunden unserer Segmentunternehmen. Diesem Risiko begegnen wir durch ein dezentral organisiertes straffes und effektives Debitorenmanagement. Zusätzlich führen wir bei Bedarf weitere risikoreduzierende Maßnahmen, wie zum Beispiel einen Abschluss von Kreditversicherungen, durch.

Liquiditäts- und Kreditrisiko

Im Rahmen unseres umfassenden Liquiditätsmanagements erkennen wir frühzeitig mögliche Risiken aus Schwankungen der Zahlungsströme. Eine Liquiditätsreserve, die wir in Form von Bankguthaben und vereinbarten Kreditlinien vorhalten, stellt dabei die Basis dar. Zum 31. Dezember 2019 verfügten wir im KAP-Konzern über liquide Mittel von 5,1 Mio. EUR und Kreditlinien von insgesamt 153,9 Mio. EUR, von denen wir 78,0 Mio. EUR in Anspruch genommen hatten. Unsere Tochtergesellschaften sind mit Ausnahme unserer Standorte in China, Indien, der Schweiz und Südafrika an ein Cash-Pool-System angebunden.

Die Kreditaufnahme erfolgt zentral durch die KAP AG. Grundlage bildet eine sorgfältige und vorausschauende Planung des notwendigen Finanzmittelbedarfs, der aus dem operativen Geschäft und den zu tätigenden Investitionen abgeleitet wird. Eine wesentliche interne Finanzierungsquelle stellt die Optimierung des Working Capitals dar. Entsprechend steuern wir das Working Capital aktiv und überwachen die relevanten Einflussfaktoren kontinuierlich. Bei den externen Finanzierungsquellen achten wir auf eine erstklassige Bonität unserer Finanzierungspartner. Zur Absicherung der Geschäfte an unseren Standorten in China und Indien ziehen wir Iokale Finanzinstitute oder Tochter- bzw. Schwestergesellschaften von Finanzinstituten, mit denen wir bereits in Deutschland zusammenarbeiten, hinzu. Wir senken durch die Aufnahme von Krediten in entsprechender Landeswährung die laufenden Währungsrisiken. Für bestehende Finanzverbindlichkeiten sind teilweise verschiedene Covenants vereinbart, deren Einhaltung zentral kontinuierlich geprüft wird. Ein etwaiger Verstoß gegen die getroffenen Vereinbarungen könnte zu einer Kündigung der Finanzierung seitens der Banken führen. Es ist jedoch regelmäßig der Fall, dass gegebenenfalls ein solcher Verstoß auf dem Verhandlungswege mit den Banken gelöst wird. Im Geschäftsjahr 2019 wurden die Covenants Kriterien eingehalten.

Zinsänderungsrisiko

Unsere Finanzierung besteht insgesamt aus einer ausgewogenen Mischung von kurz- und langfristigen Finanzierungsinstrumenten. Im langfristigen Bereich setzen wir Tilgungsdarlehen und im kurzfristigen Bereich klassische Kontokorrentkredite ein, die überwiegend in die Konsortialfinanzierung eingebunden sind. Dabei liegt im Wesentlichen stets der Euribor als Basiszins zugrunde, wobei ein sogenannter Floor bei negativem Euribor vorliegt. Änderungen des Marktzinses führen damit zu höheren zu zahlenden Zinssätzen und bedeuten somit ein entsprechendes Zinsänderungsrisiko. Die Steuerung dieses Risikos erfolgt aktiv durch unsere Treasury-Abteilung. Auf eine Absicherung durch den Einsatz von derivativen Instrumenten verzichten wir in der Regel.

Währungs- und Inflationsrisiko

Aus der internationalen Geschäftstätigkeit unserer Segmentunternehmen sind wir Risiken aus Schwankungen von Währungskursen unterworfen. Im Geschäftsjahr 2019 haben wir im KAPKonzern mit einem Umsatzanteil von 12,4 % einen nicht unerheblichen Teil unseres Geschäfts mit Kunden im us-Dollar-Raum getätigt. Wir federn mit der Umsetzung eines us-Dollar-Cash-Poolings die Währungskursrisiken des us-Dollars gegenüber dem Euro durch ein natürliches Hedging ab, sodass wir die Risiken kalkulierbar machen. Zudem gelingt es uns, gegenüber unseren Kunden überwiegend eine Fakturierung in Euro durchzusetzen und somit entsprechende Risiken aus der Änderung des Wechselkursverhältnisses des us-Dollars zum Euro zu minimieren. Eine Steuerung und Reduzierung durch Derivate oder sonstige Währungssicherungsgeschäfte war somit im Geschäftsjahr 2019 wie in den Vorjahren nur in einem sehr geringen Umfang notwendig.

Compliance-Risiken

Die Schwerpunkte des Compliance-Management-Systems des KAP-Konzerns liegen insbesondere in den Bereichen Korruptionsprävention, Kartellrecht, Sanktions- und Exportkontrolle sowie IT-Sicherheit, Datenschutz und Steuern. Ergänzend zu unserem konzernweit eingeführten Compliance-System haben wir einen dezidierten Verhaltenskodex für unsere Mitarbeiter etabliert. Auf diesem Weg stellen wir die Einhaltung von Gesetzen und Regeln sicher. Beide Instrumente überprüfen wir kontinuierlich auf Wirksamkeit und entwickeln sie kontinuierlich weiter. Dabei berücksichtigen wir sowohl gesetzliche oder weitergehende regulatorische Änderungen als auch identifizierte Schwachstellen aus dem aktiven Handeln unserer Mitarbeiter. Wir steigern die Sensibilität unserer Mitarbeiter für rechts- und gesetzeskonformes Handeln durch Schulungen. Mit diesen Maßnahmen tragen wir aktiv dazu bei, das Auftreten möglicher Reputationsrisiken weitestgehend zu vermeiden.

Rechtliche Risiken

Zu den möglichen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder Rechtsverfahren zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Gewährleistung und Produkthaftung, Wettbewerbsrecht, Patentrecht und Vertragsrecht. Sie können sich negativ auf unser operatives Geschäft und auf die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen. Wir reduzieren Risiken, die aus Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen entstehen könnten, durch ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement sowie die Bildung von Rückstellungen in einem ausreichenden Volumen. Zum 31. Dezember 2019 haben wir entsprechende Rückstellungen von insgesamt 10,0 Mio. EUR gebildet. Laufende und drohende Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, bestanden zum Berichtsstichtag im KAP-Konzern nicht.

Markenschutz

Wir schützen unser geistiges Eigentum und damit die Investitionen in unsere Produkt- und Verfahrensneuheiten soweit möglich durch Gebrauchsmuster- oder Patentanmeldungen. Die Notwendigkeit, Maßnahmen zum Markenschutz zu beantragen, entfällt bei einer gemeinsamen Entwicklung von Produkten oder Anwendungen mit unseren Kunden oder in unserer Funktion als Tier-II-Anbieter, die wir insbesondere im Segment precision components übernehmen.

Besondere segmentspezifische Risiken

Für die Restrukturierung im Segment engineered products besteht das Risiko, dass die getroffenen Maßnahmen zeitlich länger dauern und mit höheren Kosten verbunden sind, sodass ihr tatsächlicher Nutzen geringer ist als geschätzt, diese später wirken als angenommen oder ihre Wirkung ganz ausbleibt. Die Profitabilität vom Segment wird durch die tatsächlich erzielten Einsparungen und die Fähigkeit des Segments beeinflusst, diese fortlaufenden Projekte nachhaltig umzusetzen.

Übergreifende Risiken

Aus dem Ausbruch des Coronovirus können sich gesamtwirtschaftliche Risiken ergeben, die zu signifikanten Rückgängen des weltweiten Wirtschaftswachstums führen können. Risiken für den KAP-Konzern können Umsatz- und Ergebnisentwicklung beeinflussen aber auch zu erheblichen Beeinträchtigungen der Produktion und des Beschaffungsmarktes führen.

CHANCENMANAGEMENT

Unser unternehmerischer Erfolg wird wesentlich davon beeinflusst, dass wir Chancen frühzeitig erkennen und zielgerichtete Maßnahmen zur Wahrnehmung dieser Chancen entwickeln. Unsere Segmentstrategie bietet dem KAP-Konzern in einem dynamischen Marktumfeld eine Vielzahl von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Chancen werden dabei als Ereignisse und mögliche Entwicklungen definiert, die zu zusätzlichem Potenzial und zu einer positiven Abweichung von einem vorab definierten Zielwert führen und sich damit positiv auf die Finanz- und Ertragslage oder Unternehmensreputation auswirken können.

Um Chancen frühzeitig zu erkennen, setzen wir verschiedene Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein. Dazu zählen insbesondere umfassende Marktstudien über Bereiche, in denen wir mit unseren Segmentunternehmen bereits aktiv sind oder die für uns aufgrund vorhandener Wettbewerbsstrukturen und Wachstumsperspektiven attraktiv sein könnten. Vorstand, Segmentmanager und die einzelnen Geschäftsführer unserer Segmentunternehmen arbeiten im Rahmen unseres Chancenmanagements eng zusammen. Im Rahmen der jährlichen Geschäftsplanung und der Zielvereinbarungen konkretisiert der Vorstand die Chancen und stimmt sie mit den verantwortlichen Managern ab. Mit einem ausgewogenen Verhältnis von Chancen und Risiken wollen wir dabei einen Mehrwert für unsere Stakeholder generieren. Chancen, die auf operativer Ebene bestehen, werden dezentral durch unsere Segmentmanager und Geschäftsführer unserer Segmentunternehmen gesteuert. Auf diesem Weg können wir flexibel agieren und Chancen entsprechend frühzeitig identifizieren, bewerten und gegebenenfalls konsequent nutzen.

Strategische Chancen bestehen für die KAP-Gruppe insbesondere in der konsequenten Umsetzung der Segmentstrategie und der weiteren zielgerichteten Entwicklung unserer Unternehmensgruppe durch entsprechende M&A-Aktivitäten. Unseren Segmenten bieten sich durch die Erschließung neuer regionaler Märkte neue Chancen. Unsere Innovationskraft und die weitere Forcierung von Produktentwicklungen bieten die Chance, unsere Produkte in zusätzlichen Anwendungsumgebungen zu platzieren. Dabei stehen insbesondere Zukunftsthemen wie Umweltschutz, Energieeffizienz oder E-Mobilität, die für alle wesentlichen industriellen Branchen relevant sind, im Mittelpunkt unserer Strategie. Unsere Segmentstrategie bietet darüber hinaus die Chance, durch die Optimierung der Auslastung an einzelnen Standorten, die Bündelung von Produktionskapazitäten, die Optimierung unseres Produktportfolios und einen intensiveren Kompetenzaustausch in unseren Segmenten deutliche Effizienz- und Ertragspotenziale zu realisieren. Ein weiterer wesentlicher Eckpfeiler unserer Segmentstrategie sind verstärkte Investitionen in die Forschung und Entwicklung innovativer Produkte, Produktgruppen und Verfahren. Hieraus entstehen zusätzliche Wachstumschancen. Die Weiterentwicklung unserer Segmente wollen wir sowohl durch geeignete interne Maßnahmen als auch durch einen zielgerichteten Ausbau mit M&A-Aktivitäten erreichen. Mit unserer komfortablen Finanzierungs- und Liquiditätssituation sind wir dabei jederzeit in der Lage, am M&A-Markt zu agieren und entsprechende Chancen zur externen Stärkung unserer Unternehmensgruppe zu nutzen.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR CHANCEN- UND RISIKOSITUATION

Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken bzw. übergeordneten Risikokategorien. Aus Sicht des Vorstands sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die den Bestand des KAP-Konzerns gefährden könnten.

Aus dem Ausbruch des Coronavirus können sich gesamtwirtschaftliche Risiken ergeben, die zu einem signifikanten Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums führen können. Daraus resultierende Risiken für den KAP-Konzern können die Umsatz-, Ergebnis- und insbesondere die Liquiditätsentwicklung negativ beeinflussen und unter anderem zu signifikanten Beeinträchtigungen der Produktion und des Beschaffungsmarktes führen. Sollte sich die Absatzsituation in allen Märkten jeweils nach einigen Wochen nicht wieder normalisieren, können sich weitere Auswirkungen auf den Umsatz, das Ergebnis, vor- und nachgelagerte Prozesse sowie insbesondere eine Verschiebung oder die Einbringlichkeit von Forderungen ergeben, die zum jetzigen Zeitpunkt weder in der Dauer noch in der Belastung abgeschätzt werden können. Die KAP AG beobachtet die Situation aufmerksam und ergreift entsprechende Maßnahmen.

Wir sind davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft aus unserem unternehmerischen Handeln entstehende Chancen konsequent nutzen und die Herausforderungen, die sich aus den dargestellten Risiken ergeben, weiterhin erfolgreich bewältigen können.

SONSTIGE PFLICHTANGABEN

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB finden Sie auf unserer Website unter www.kap.de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.

NICHTFINANZIELLER BERICHT

Den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht zur Erfüllung der Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes auf Gesellschafts- und Konzernebene gemäß §§ 315b, c HGB i. V. m. §§ 289b bis e HGB finden Sie unter www.kap.de/unternehmen/vision-werte/nfe.

ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN GEMÄSS § 289A ABSATZ 1 HGB, § 315A ABSATZ 1 HGB UND ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS GEMÄSS § 176 ABSATZ 1 SATZ 1 AKTG

ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS

Zum 31. Dezember 2019 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 20.1 76.917,80 EUR, eingeteilt in 7.760.353 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 2,60 EUR. Jede Aktie gewährt die gleichen gesetzlichen Rechte und in der Hauptversammlung eine Stimme. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht.

BESCHRÄNKUNGEN, DIE DIE STIMMRECHTE UND DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN

Die Ausübung der Stimmrechte und die Übertragung der Aktien richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Diese betreffen vor allem gemäß § 136 Absatz 1 AktG die Abstimmung über die jährliche Entlastung in Bezug auf Aktien, die von Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitgliedern direkt oder indirekt gehalten werden, sowie das zumindest vorübergehende Nichtbestehen von Stimmrechten bei Verstößen gegen die Mitteilungspflichten gemäß § 33 Absatz 1 oder 2, § 38 Absatz 1 oder § 39 Absatz 1 WpHG. Die Satzung der KAP AG sieht keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen vor. Besondere vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN

Die Project Diamant Bidco AG, Frankfurt am Main, Deutschland, und die FM Verwaltungsgesellschaft mbH, Stadtallendorf, Deutschland, haben zum 31. Dezember 2019 eine Beteiligung am Kapital der KAP AG, die 10 % der Stimmrechte überschreitet, gehalten. Nähere Informationen enthält der Anhang unter Ziffer 49 - Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen auf Seite 156.

AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN

Keinem Aktionär stehen Sonderrechte zu, die Kontrollbefugnisse verleihen.

ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE FÜR DEN FALL, DASS ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN

Arbeitnehmer üben, sofern sie am Kapital der KAP AG beteiligt sind, ihre Stimmrechte und die aus ihrer Beteiligung entstehenden Kontrollrechte gemäß den gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus.

ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND SATZUNGSÄNDERUNGEN

Die Mitglieder des Vorstands der KAP AG werden ausschließlich nach den gesetzlichen Vorschriften gemäß §§ 84, 85 AktG ernannt und abberufen. Gemäß § 5 der Satzung besteht der Vorstand der Gesellschaft aus zwei oder mehreren Mitgliedern. Die Anzahl wird vom Aufsichtsrat bestimmt.

Die Satzung kann gemäß §§ 119 Absatz 1 Ziff. 5, 179 Absatz 1 Satz 1 durch Beschluss der Hauptversammlung geändert werden. Dabei erfolgt gemäß § 17 der Satzung in Verbindung mit §§ 179 Absatz 2, 133 Absatz 1 AktG der Beschluss der Aktionäre im Rahmen der Hauptversammlung über Satzungsänderungen - soweit keine anderen zwingenden gesetzlichen Vorschriften bestehen -grundsätzlich mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, können gemäß § 12 der Satzung vom Aufsichtsrat vorgenommen werden.

BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AUSGABE ODER ZUM RÜCKKAUF EIGENER AKTIEN

Der Vorstand der KAP AG ist gemäß § 4 Absatz 4 der Satzung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. Juli 2022 durch Ausgabe von bis zu 1 88.982 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von jeweils 2,60 EUR gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2017). Den Aktionären ist dabei grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats ist der Vorstand jedoch ermächtigt, dieses Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen. Die weiteren Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Absatz 4 der Satzung der KAP AG, die auf der Internetseite der Gesellschaft und im elektronischen Unternehmensregister jederzeit abrufbar ist.

Die Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 hat die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 7. Juli 2022 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung am 7. Juli 2017 gefassten Ermächtigungsbeschluss (Tagesordnungspunkt 14). Bis zum 31. Dezember 2019 hat die KAP AG von dem gefassten Beschluss keinen Gebrauch gemacht.

WESENTLICHE VEREINBARUNGEN, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS IM FALLE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS BESTEHEN

Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels im Falle eines Ubernahmeangebots bestehen.

ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS

Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands oder einzelnen Arbeitnehmern, die im Fall eines Ubernahmeangebots wirksam werden, bestehen nicht.

KONZERNGEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019

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in TEUR Anhang 2019 20181
Umsatzerlöse (28) 372.803 389.829 2
Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen -1.863 3.676
Gesamtleistung 370.941 393.505
Sonstige betriebliche Erträge (29) 29.672 14.504
Materialaufwand (30) -203.808 -219.671
Personalaufwand (31) -100.409 -92.928
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Renditeimmobilien (32) -46.749 -24.974
Sonstige betriebliche Aufwendungen (33) -60.226 -57.484
Ergebnis aus abgegebenen Vermögenswerten und Schulden (34) - 18
Betriebsergebnis -10.580 12.969
Zinsergebnis (35) -4.657 -4.219
Übriges Finanzergebnis (36) -1.253 -996
Finanzergebnis -5.910 -5.214
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern -16.490 7.754
Ertragsteuern (37) -966 -4.686
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen -17.456 3.068
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern (38) 3.337 11.154
Konzern-Jahresergebnis nach Steuern -14.119 14.222
Ergebnisanteile fremder Gesellschafter (39) 74 25
Konzern-Jahresergebnis der Aktionäre der KAP AG -14.044 14.247
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen -2,25 0,43
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0,43 1,55
-1,82 1,98
Ergebnis je Aktie verwässert (in EUR)
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen -2,25 0,43
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0,43 1,55
-1,82 1,98

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1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG ZUM 31. DEZEMBER 2019

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in TEUR Anhang 2019 20181
Konzernergebnis nach Steuern -14.119 14.222
Unrealisierte Gewinne aus der Währungsumrechnung 821 -13
Unrealisierte Gewinne aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten - -
Posten, die zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 821 -13
Versicherungsmathematische Gewinne aus leistungsorientierten Pensionsplänen -2.608 -356
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 782 107
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden -1.826 -249
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -1.005 -262
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes sonstiges Ergebnis nach Steuern -7 33
davon Anteil der Aktionäre der KAP AG am sonstigen Ergebnis nach Steuern -998 -295
Konzern-Gesamtergebnis -15.124 13.960
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzern-Gesamtergebnis -81 8
davon Anteil der Aktionäre der KAP AG am Konzern-Gesamtergebnis -15.043 13.952

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1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

KONZERNBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2019

Aktiva

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in TEUR Anhang 31.12.2019 31.12.20181 01.01.20181
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (8) 35.417 41.641 23.015
Sachanlagen (9) 161.904 169.026 152.789
Renditeimmobilien (10) 4.368 4.678 4.881
At equity bilanzierte Finanzanlagen (11) 0 0 0
Übrige Finanzanlagen (12) 1.296 1.374 1.260
Latente Steueransprüche (13) 5.388 5.802 6.692
208.374 222.521 188.636
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (14) 59.902 67.047 72.058
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (15) 58.950 62.935 64.300
Ertragsteuererstattungsansprüche (16) 2.270 2.631 2.329
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte (17) 12.063 6.400 10.294
Flüssige Mittel (18) 5.077 11.727 10.079
138.262 150.740 159.061
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche (19) - - -
346.636 373.261 347.697

PASSIVA

In TEUR Anhang 31.12.2019 31.12.2018 1 01.01.2018 1
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN
Eigenkapital und Rücklagen
Gezeichnetes Kapital 20.177 20.177 17.224
Kapitalrücklage 86.840 86.840 48.811
Rücklagen -16.442 -15.358 -15.088
Bilanzergebnis 68.413 97.992 97.486
Eigenkapital der Aktionäre der KAP AG 158.988 189.649 148.433
Anteile fremder Gesellschafter (19) 2.017 2.400 5.365
161.005 192.049 153.799
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (21) 19.900 18.080 18.480
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (22) 78.143 59.399 45.733
Latente Steuerverbindlichkeiten (13) 8.550 12.229 6.603
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (23) 221 349 -
106.815 90.057 70.815
Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen (24) 22.799 25.433 31.150
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (22) 15.930 28.115 36.939
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (25) 23.774 24.292 27.850
Ertragsteuerschulden (26) 6.600 4.895 1.984
Übrige Verbindlichkeiten (27) 9.712 8.419 25.159
78.816 91.155 123.083
Schulden in Verbindung mit aufgegebenen Geschäftsbereichen - - -
346.636 373.261 347.697

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1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

ZUM 31. DEZEMBER 2019

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Gewinnrücklagen
in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Währungsdifferenzen Cashflow-Hedges
01.01.2018 17.224 48.811 -20.521 -
Fehlerkorrektur - - - -
31.12.2018 17.224 48.811 -20.521 -
Konzern-Jahresergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis vor Steuern - - -63 -
Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - - - -
Gesamtergebnis - - -63 -
Kapitalerhöhung 2.953 38.069 - -
Dividendenausschüttungen - - - -
Veränderung Konsolidierungskreis - - 18 -
Sonstige Veränderungen - -40 - -
31.12.2018/01.01.2019 20.177 86.840 -20.566 -
Fehlerkorrektur - - - -
01.01.2019 20.177 86.840 -20.566 -
Konzern-Jahresergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis vor Steuern - - 827 -
Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - - - -
Gesamtergebnis - - 827 -
Kapitalerhöhung - - - -
Kapitalherabsetzung - - - -
Dividendenausschüttungen - - - -
Veränderung Konsolidierungskreis - - - -
Entnahme - - - -
Sonstige Veränderungen - - 0 -
31.12.2019 20.177 86.840 -19.739 -
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Gewinnrücklagen
in TEUR Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
01.01.2018 - -4.998
Fehlerkorrektur - -
31.12.2018 - -4.998
Konzern-Jahresergebnis - -
Sonstiges Ergebnis vor Steuern - -356
Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - 107
Gesamtergebnis - -249
Kapitalerhöhung - -
Dividendenausschüttungen - -
Veränderung Konsolidierungskreis - -
Sonstige Veränderungen - -
31.12.2018/01.01.2019 - -5.247
Fehlerkorrektur - -
01.01.2019 - -5.247
Konzern-Jahresergebnis - -
Sonstiges Ergebnis vor Steuern - -2.608
Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - 782
Gesamtergebnis - -1.826
Kapitalerhöhung - -
Kapitalherabsetzung - -
Dividendenausschüttungen - -
Veränderung Konsolidierungskreis - -
Entnahme - -
Sonstige Veränderungen - -
31.12.2019 - -7.073
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Gewinnrücklagen
in TEUR Übrige Summe Konzernbilanzergebnis Eigenkapital Aktionäre KAP Anteile fremder Gesellschafter Eigenkapital gesamt
01.01.2018 10.432 -15.086 98.874 149.822 5.365 155.187
Fehlerkorrektur - - -1.388 -1.388 - -1.388
31.12.2018 10.432 -15.086 97.486 148.433 5.365 153.799
Konzern-Jahresergebnis - - 13.854 13.854 -25 13.829
Sonstiges Ergebnis vor Steuern - -420 - -420 33 -387
Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - 107 - 107 - 107
Gesamtergebnis - -313 13.854 13.541 8 13.549
Kapitalerhöhung - - - 41.022 - 41.022
Dividendenausschüttungen - - -14.056 -14.056 - -14.056
Veränderung Konsolidierungskreis - 18 - 18 -590 -572
Sonstige Veränderungen 23 23 314 297 -2.383 -2.086
31.12.2018/01.01.2019 10.455 -15.358 97.598 189.256 2.400 191.656
Fehlerkorrektur - - 394 394 - 394
01.01.2019 10.455 -15.358 97.992 189.649 2.400 192.049
Konzern-Jahresergebnis - - -14.044 -14.044 -74 -14.119
Sonstiges Ergebnis vor Steuern - -1.781 - -1.781 -7 -1.787
Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - 782 - 782 - 782
Gesamtergebnis - -998 -14.044 -15.043 -81 -15.124
Kapitalerhöhung - - - - - -
Kapitalherabsetzung - - - - - -
Dividendenausschüttungen - - -15.521 -15.521 - -15.521
Veränderung Konsolidierungskreis - - - - - -
Entnahme 84 - - - - -
Sonstige Veränderungen - -84 -14 -97 -303 -400
31.12.2019 10.371 -16.442 68.413 158.989 2.017 161.005

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

Erläuterungen zum Eigenkapital siehe Ziffer 19 des Konzernanhangs.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

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in TEUR 2019 20181
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern -8.495 23.145
Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens (saldiert mit Zuschreibungen) 46.749 26.824
Veränderung der Rückstellungen -3.391 -8.466
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 3.676 -1.957
Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens und aufgegebenen Geschäftsbereichen 165 -8.238
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit vor Veränderung der Aktiva und Passiva 38.704 31.309
Veränderung der Vorräte, Forderungen und sonstigen Vermögenswerte, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.123 3.216
Veränderung der Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 647 -6.432
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Ertragsteuern 40.474 28.094
Erhaltene und gezahlte Zinsen -3.771 -3.895
Erhaltene und gezahlte Ertragsteuern -1.196 -3.521
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 35.507 20.678
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen (einschließlich Renditeimmobilien) 1.251 1.673
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich Renditeimmobilien) -16.677 -21.230
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -759 -919
Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 75 205
Investitionen in Finanzanlagen -2 -
Mittelzufluss aus dem Abgang von konsolidierten Unternehmen - 37.311
Mittelabfluss aus dem Zugang von konsolidierten Unternehmen - -19.360
Einzahlungen durch Tilgungen von Finanzforderungen - 2
Auszahlungen durch Gewährung von Krediten -20 -18
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -16.132 -2.336
Einzahlungen aus Kapitalerhöhung - 600
Dividendenausschüttungen an Aktionäre -15.521 -14.056
Erwerb Minderheitenanteil - -372
Einzahlungen durch die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 11.771 70.706
Auszahlungen zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten -22.282 -73.511
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -26.031 -16.632
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -6.657 1.710
Wechselkurs-, konsolidierungs- und bewertungsbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds 7 -63
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 11.727 10.079
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5.077 11.727

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung siehe Ziffer 47 des Konzernanhangs und zu aufgegebenen Geschäftsbereichen siehe Ziffer 38.

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019

1. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

Die KAP AG oder der KAP-Konzern hat den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 nach den in den EU-Mitgliedsstaaten anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den nach § 315e HGB ergänzend anzuwendenden Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss der KAP AG berücksichtigt alle zum 31. Dezember 2019 verpflichtend anzuwendenden Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (ifrs) sowie die dazugehörigen Interpretationen (IFRIC) und wurde in Ubereinstimmung mit diesen aufgestellt. Es werden neben der Bilanz auch die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Gesamtergebnisrechnung, die Kapitalflussrechnung und die Veränderung des Eigenkapitals angezeigt. Der Anhang enthält eine Segmentberichterstattung.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind verschiedene Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang entsprechend aufgegliedert und erläutert.

Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Alle Angaben werden, sofern nicht gesondert vermerkt, in tausend Euro (TEUR) gemacht. Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

Die KAP AG ist eine börsennotierte Industrieholding, die sich an mittelständisch geprägten Unternehmen beteiligt. Die Konzernunternehmen sind in fünf unterschiedlichen Segmenten tätig. Sie hat ihren Sitz in der Edelzeller Straße 44, 36043 Fulda und ist beim Amtsgericht Fulda unter HRB 5859 im Handelsregister B eingetragen.

2. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden neben der KAP AG sämtliche wesentlichen in - und ausländischen Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen und/oder faktischen Kontrolle der KAP AG stehen, einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst neben dem Mutterunternehmen 34 inländische und 19 ausländische Gesellschaften.

Auf Beteiligungen an Joint Ventures und assoziierten Unternehmen wird die Equity-Methode angewendet.

Anteile an Tochterunternehmen sowie Beteiligungen an Joint Ventures und assoziierten Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Auf die Einbeziehung von fünf Tochterunternehmen und einer Beteiligung wurde verzichtet. Die Kennzahlen der nicht einbezogenen Gesellschaften betragen in der Summe jeweils weniger als 1 % des Konzernumsatzes, des Konzerneigenkapitals sowie der Konzernbilanzsumme.

Insgesamt hat sich der Konsolidierungskreis im Berichtsjahr wie folgt verändert:

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31.12.2018 Zugänge Abgänge 31.12.2019
Inland 35 - 4 31
Ausland 19 - - 19
Gesamt 54 - - 50

Die Abgänge betreffen die Verschmelzung der Schäfflerbachstraße Grundbesitz GmbH, Fulda, auf die Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH, Fulda, mit Wirkung zum 1. Januar 2019. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 erfolgte die Verschmelzung der Heiche us Surface Technologies LP, Spartanburg/USA, auf die Heiche US Inc., Atlanta/USA (vorher: KAP US Surface Inc., Atlanta/USA). Mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 erfolgte die Anwachsung der G. u. R. Heiche GmbH & Co. kg, Schwaigern, und der Heiche Bayern GmbH & Co. KG, Hunderdorf, an die Heiche Bayern GmbH, Hunderdorf (vorher: Heiche Bayern Verwaltungs GmbH, Hunderdorf).

Für die im Rahmen einer vorläufigen Kaufpreisallokation im Vorjahr angesetzten Vermögenswerte und Schulden der Heiche-Gruppe waren folgende Anpassungen erforderlich:

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in TEUR Vorläufige Kaufpreisallokation Anpassung Endgültige Kaufpreisallokation1
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 20.778 - 20.778
Sachanlagen 40.806 - 40.806
Latente Steueransprüche 132 - 132
61.716 - 61.716
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 637 - 637
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.336 - 6.336
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 2.122 - 2.122
Flüssige Mittel 2.703 - 2.703
11.798 - 11.798
Vermögenswerte 73.514 - 73.514
Langfristige Schulden
Latente Steuerverbindlichkeiten 8.388 - 8.388
Finanzverbindlichkeiten 500 - 500
Pensionsverpflichtungen 50 - 50
8.938 - 8.938
Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 3.384 - 3.384
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 11.419 - 11.419
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.520 - 2.520
Tatsächliche Ertragsteuern - - -
Übrige Verbindlichkeiten 2.861 - 2.861
20.198 - 20.198
Schulden 29.136 - 29.136
Nettovermögenswerte 44.378 - 44.378
Geschäfts- oder Firmenwert 686 - 686
45.064 - 45.064

1 Vor Fehlerkorrektur, siehe Ziffer 6 Änderungen des Konzernabschlusses.

Aus der endgültigen Kaufpreisallokation der Vermögenswerte und Schulden ergab sich ein Goodwill in Höhe von 686 TEUR, der steuerlich nicht abzugsfähig ist. Dieser wurde dem Segment surface technologies zugeordnet. Der Goodwill repräsentiert nicht separierbare Werte wie das Know-how der Mitarbeiter, positive Ertragserwartungen für die Zukunft sowie Synergien aus Entwicklung, Vertrieb und Marketing.

Entkonsolidierungserfolge von Tochtergesellschaften werden unter dem Ergebnis aus abgegebenen Vermögenswerten und Schulden ausgewiesen. Bei aufgegebenen Geschäftsbereichen erfolgt der Ausweis gesondert als Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche. Der Zeitpunkt für die Erst- und Entkonsolidierung ist grundsätzlich der Übergang der Beherrschung. Die sich aufgrund der Veränderung des Konsolidierungskreises ergebenden Auswirkungen werden bei Bedarf, sofern sie wesentlich sind, im Anhang bei den entsprechenden Posten der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung erläutert.

Folgende Unternehmen haben aufgrund bestehender Ergebnisabführungsverträge mit der KAP AG von § 264 Absatz 3 HGB Gebrauch gemacht:

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Name Sitz
MEHLER Aktiengesellschaft Fulda
KAP Precision Components GmbH (vormals GM Tec Industries Holding GmbH) Fulda
KAP Surface Holding GmbH Fulda

Die weiteren Unternehmen, die ebenfalls von § 2 64 Absatz 3 HGB sowie von § 264 b HGB Gebrauch gemacht haben, sind in der Anteilsbesitzliste gemäß § 313 Absatz 2 HGB angegeben, die unter Ziffer 51 dargestellt ist.

Die offenlegungspflichtigen Unterlagen der KAP AG werden beim Bundesanzeiger eingereicht und anschließend bekannt gemacht.

3. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

Auf alle Unternehmenszusammenschlüsse ab dem 1. Januar 2004 wird die Erwerbsmethode angewendet. Die erworbenen Vermögenswerte und Schulden der voll konsolidierten Unternehmen werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Bilanzstichtag der KAP AG erstellt und basieren auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Ein nach der Kaufpreisallokation verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäftsoder Firmenwert ausgewiesen. Für alle Geschäfts- und Firmenwerte erfolgt nach Zuordnung zu einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit regelmäßig eine Überprüfung auf Wertminderung.

Vor dem 1. Januar 2004 mit den Rücklagen verrechnete Geschäfts- oder Firmenwerte bleiben mit den Rücklagen verrechnet. Bei vollständiger oder teilweiser Veräußerung des Geschäftsbereichs oder Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der dazugehörige Geschäfts- oder Firmenwert erfolgsneutral behandelt.

Ein verbleibender passiver Unterschiedsbetrag wird sofort erfolgswirksam vereinnahmt. Vor dem 1. Januar 2004 nach deutschem Handelsrecht ausgewiesene passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards in den Rücklagen erfasst.

Nicht dem Mutterunternehmen zustehende Anteile an Kapital und Jahresergebnis voll konsolidierter Tochtergesellschaften werden als Anteile fremder Gesellschafter innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen.

Änderungen der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens an Tochterunternehmen, die nicht zu Verlust oder Erwerb der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.

Beteiligungen an Joint Ventures und assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sich hierbei ergebende aktive Unterschiedsbeträge werden in einer Nebenrechnung als Geschäfts- oder Firmenwert festgehalten und regelmäßig einer Überprüfung auf Wertminderung unterzogen. Passive Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam als Ertrag vereinnahmt und erhöhen den Buchwert der Beteiligung.

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen Konzerngesellschaften werden ebenso eliminiert wie Ergebnisse aus konzerninternen Transaktionen, sofern sich diese auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken würden.

4. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

In den Einzelabschlüssen ausgewiesene Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden bei Zugang mit dem Anschaffungskurs bilanziert. Zum Bilanzstichtag entstandene Kursgewinne und -verluste aus Veränderungen der Wechselkurse werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst.

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung anhand der modifizierten Stichtagskursmethode. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte grundsätzlich in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht eigenständig betreiben, entspricht die funktionale Währung der Landeswährung des Sitzes der Gesellschaft.

Grundsätzlich werden sämtliche Vermögenswerte und Schulden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag, Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Bei der Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften aufgrund von Hochinflation erfolgt die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge zum Stichtagskurs.

Umrechnungsdifferenzen, die sich aus abweichenden Umrechnungskursen in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Bei konsolidierten Gesellschaften, an denen die KAP AG zu weniger als 100 % beteiligt ist, werden die durch die Währungsumrechnung entstehenden Umrechnungsdifferenzen, soweit sie auf Anteile fremder Gesellschafter entfallen, gesondert unter Anteile fremder Gesellschafter ausgewiesen.

Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Schuldenkonsolidierung werden grundsätzlich erfolgswirksam behandelt.

Es wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:

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Jahresdurchschnittskurs Mittelkurs am Bilanzstichtag
2019 20181 EUR = 31.12.2019 31.12.20181 EUR =
Belarus-Rubel 2,3397 2,4063 2,3686 2,4806
Chinesischer Yuan 7,7197 7,8045 7,8328 7,8600
Indische Rupie 78,7864 80,7158 80,1500 79,9088
Polnischer Zloty 4,2980 4,2616 4,2597 4,2981
Schwedische Krone 10,5935 10,2572 10,4445 10,2513
Schweizer Franken 1,1125 1,1550 1,0856 1,1266
Südafrikanischer Rand 16,1782 15,6211 15,7645 16,4699
Tschechische Krone 25,6702 25,6458 25,4070 25,7240
Türkische Lira 6,3614 5,7064 6,6803 6,0557
Ungarischer Forint 325,3602 318,8641 330,6100 321,0600
US-Dollar 1,1194 1,1811 1,1228 1,1453

5. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Beizulegender Zeitwert

In den International Financial Reporting Standards wird über den ifrs 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert einschließlich der erforderlichen Angaben weitgehend einheitlich geregelt. Der beizulegende Zeitwert ist der Wert, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts erzielt werden würde, beziehungsweise der Preis, der gezahlt werden müsste, um eine Schuld zu übertragen. Es wird die dreistufige Fair-Value-Hierarchie nach ifrs 13 angewendet. Der Hierarchiestufe 1 werden finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet, sofern ein Börsenpreis für Vermögenswerte und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die Zuordnung zur Hierarchiestufe 2 erfolgt, sofern ein Bewertungsmodell angewendet oder der Preis aus vergleichbaren Transaktionen abgeleitet wird. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Hierarchiestufe 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende Zeitwert aus nicht beobachtbaren Parametern ermittelt wird. Bei der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden wird zudem das Ausfallrisiko berücksichtigt.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden nur dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der erwartete künftige Nutzen zufließen wird und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswerts verlässlich bewertet werden können.

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei Zugang mit ihren Anschaffungskosten erfasst. Diese beinhalten neben dem Kaufpreis alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in seinen betriebsbereiten Zustand zu versetzen.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

Forschungs- und Entwicklungskosten werden grundsätzlich als laufender Aufwand behandelt. Entwicklungskosten werden dann aktiviert und linear abgeschrieben, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung voraus, dass die Kosten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden.

Immaterielle Vermögenswerte werden entsprechend dem Anschaffungskostenmodell nach erstmaligem Ansatz mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen fortgeführt.

Die Abschreibungen erfolgen linear über einen Zeitraum von drei bis neun Jahren.

Geschäfts- oder Firmenwert

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaliger Erfassung mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Vermögenswert angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass ein damit verbundener künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten verlässlich bewertet werden können.

Die Anschaffungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand entsprechend seiner vorgesehenen Verwendung zu versetzen. Die Herstellungskosten beinhalten neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

In den Folgeperioden werden Sachanlagen entsprechend dem Anschaffungskostenmodell mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen für Vermögenswerte, die ab dem 1. Januar 2004 zugegangen sind, ausschließlich linear. Sofern Komponenten ein signifikanter Teil der Anschaffungskosten eines Vermögenswerts zugeordnet werden kann, werden diese getrennt abgeschrieben. Bei im Mehrschichtbetrieb genutzten Vermögenswerten erhöhen sich die Abschreibungen entsprechend.

Den Vermögenswerten des Sachanlagevermögens liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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Jahre
Betriebs- und Geschäftsgebäude 7 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 25
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15

Abschreibungen werden so lange erfasst, wie der Restwert des Vermögenswerts nicht höher ist als der Buchwert.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Als qualifizierte Vermögenswerte werden Bauprojekte oder andere Vermögenswerte definiert, für die notwendigerweise mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in den beabsichtigten gebrauchsfertigen oder veräußerbaren Zustand zu versetzen.

Leasing

Bei Vertragsbeginn wird beurteilt, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Leasingnehmer

Der Konzern erfasst und bewertet alle Leasingverhältnisse (mit Ausnahme von kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen, bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist) nach einem einzigen Modell.

Die Leasingverhältnisse werden innerhalb des Sachanlagevermögens als Nutzungsrecht aktiviert und die zukünftigen Leasingzahlungen als Verbindlichkeit passiviert.

(1) Nutzungsrechte

Nutzungsrechte werden zum Bereitstellungsdatum erfasst, d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrundeliegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize.

Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer der Leasingverhältnisse wie folgt abgeschrieben:

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Bauten 2 bis 18 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 1 bis 5 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 5 Jahre

Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ermittelt. Verschiedene Immobilien- und Anlagenverträge des Konzerns enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen werden dazu verwendet, eine betriebliche Flexibilität in Bezug auf die vom Konzern genutzten Vermögenswerte zu erhalten.

Die Nutzungsrechte werden ebenfalls auf Wertminderung geprüft.

(2) Leasingverbindlichkeiten

Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen.

Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzinsen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird.

Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, werden in der Periode, in der das Ereignis oder die Bedingung, die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist, aufwandswirksam erfasst.

Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum, da der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Der gewichtete Durchschnittswert des Grenzfremdkapitalzinssatzes betrug rund 2,0 %. Nach dem Bereitstellungsdatum wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten erhöht, um dem höheren Zinsaufwand Rechnung zu tragen, und verringert, um den geleisteten Leasingzahlungen Rechnung zu tragen. Zudem wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten bei Änderung des Leasingverhältnisses, Änderung der Leasingzahlungen (z. B. Änderung künftiger Leasingzahlungen infolge einer Veränderung des zur Bestimmung dieser Zahlungen verwendeten Index oder Zinssatzes) oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrundeliegenden Vermögenswert neu bewertet.

Die Leasingverbindlichkeiten sind in den finanziellen Verbindlichkeiten enthalten.

(3) Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt

Der Konzern wendet auf seine kurzfristigen Leasingverträge die Ausnahmeregelung für kurzfristige Leasingverhältnisse (d. h. Leasingverhältnisse, deren Laufzeit ab dem Bereitstellungsdatum maximal zwölf Monate beträgt und die keine Kaufoption enthalten) an. Er wendet außerdem auf Leasingverhältnisse, die als geringwertig eingestuft werden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, an. Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn ausreichend sicher ist, dass das beantragende Unternehmen die Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen auch gewährt werden. Grundsätzlich werden Zuwendungen planmäßig als Ertrag über den Zeitraum verteilt, in dem die entsprechenden Aufwendungen kompensiert werden sollen.

Zuwendungen für Vermögenswerte werden vom Buchwert des betroffenen Vermögenswerts abgezogen.

Renditeimmobilien

Nicht betriebsnotwendige Grundstücke und Gebäude werden als Renditeimmobilien klassifiziert und bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert. Dabei erfolgt ein Ansatz nur, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit dem Vermögenswert verbundene künftige wirtschaftliche Nutzen zufließen wird und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten verlässlich bewertet werden können.

Renditeimmobilien werden dem Anschaffungskostenmodell entsprechend mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen, fortgeführt. Die Abschreibungen erfolgen analog zu vergleichbaren Vermögenswerten im Sachanlagevermögen (Betriebs- und Geschäftsausstattung).

Wertminderung langfristiger nichtfinanzieller Vermögenswerte

Für immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer, Sachanlagen und Renditeimmobilien erfolgt zu jedem Bilanzstichtag eine Einschätzung, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass Vermögenswerte in ihrem Wert gemindert sein könnten. Falls solche Anhaltspunkte vorliegen, wird der erzielbare Betrag des jeweiligen einzelnen Vermögenswerts geschätzt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt Zahlungsmittelzuflüsse, die nicht weitestgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder anderen Gruppen von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) sind.

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden der aus dem Erwerb Nutzen ziehenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten werden die wirtschaftlich voneinander unabhängig operierenden Unternehmensgruppen innerhalb der Segmente definiert. Die Zuordnung erfolgt spätestens in der auf den Erwerbszeitpunkt folgenden Periode.

Für Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt jährlich zu jedem Bilanzstichtag - und wann immer Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen - die Überprüfung der Werthaltigkeit, indem der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen wird. Wenn der Buchwert der Einheit höher ist als ihr erzielbarer Betrag, verringert der in Höhe der Differenz zu erfassende Wertminderungsaufwand zuerst den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig die Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Jeglicher Wertminderungsaufwand wird sofort im Periodenergebnis erfasst. Bei Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer werden die Abschreibungsbeträge zukünftiger Perioden entsprechend angepasst. Falls ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein in früheren Berichtsperioden erfasster Wertminderungsaufwand für einen Vermögenswert mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts nicht mehr oder nicht mehr in voller Höhe besteht, ist der erzielbare Betrag dieses Vermögenswerts neu zu schätzen. Die sich aus der Änderung der Schätzung ergebende Differenz wird als Wertaufholung unmittelbar im Periodenergebnis erfasst. Eine Wertaufholung auf den neu zu ermittelnden erzielbaren Betrag ist begrenzt auf den Buchwert, der sich bei Fortführung der Anschaffungskosten ergeben hätte. Die Abschreibungsbeträge zukünftiger Perioden werden entsprechend angepasst.

Die Ermittlung eines Wertminderungsaufwands bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit erfolgt anhand des Nutzungswerts. Es wird der Barwert der künftigen Nettozahlungsmittelzuflüsse zugrunde gelegt, da auf einen aktiven Markt nicht Bezug genommen werden kann. Die Prognose der Nettozahlungsmittelzuflüsse stützt sich auf eine vom Management verabschiedete einwertige Planungsrechnung des KAP-Konzerns für die folgenden drei Jahre. Die Planung basiert auf der allgemeinen Entwicklung der jeweiligen Märkte sowie der Profitabilität des Geschäfts. Der Nutzungswert wird anhand der Risikozuschlagsmethode ermittelt, die das erwartete Risiko über einen Zuschlag im Kapitalisierungszinssatz berücksichtigt.

Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet (wacc - Weighted Average Cost of Capital). Deren Ermittlung erfolgt auf Basis des Capital Asset Pricing Model (capm) auf Basis der aktuellen Markterwartungen. Zur Ermittlung des risikoangepassten Zinssatzes für Zwecke der Werthaltigkeitstests werden spezifische Peer-Group-Informationen für Betafaktoren, Kapitalstrukturdaten sowie den Fremdkapitalkostensatz verwendet. Nicht in den Planungsrechnungen enthaltene Perioden werden durch den Ansatz eines Restwerts (Terminal Value) abgebildet. Bezüglich der Kapitalkostensätze wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt.

Die Kapitalkostensätze betrugen für engineered products 5,06 % (i. Vj. 5,51 %), flexible films 5,13 % (i. Vj. 5,23 %), it/services 6,31 % (i. Vj. 6,52 %), precision components 5,03 % (i. Vj. 5,77 %) und surface technologies 6,69 % (i. Vj. 7,33 %). Als typisierter Steuersatz wurden 30 % zugrunde gelegt. Daraus ergeben sich bei einer Wachstumsrate von 0 % (i. Vj. 0 %) Vorsteuerzinssätze von 6,78 % (i.Vj. 7,37 %) bei engineered products, 6,88 % (i. Vj. 7,00 %) bei flexible films, 8,40 % (i.Vj. 8,66 %) bei it/services, 6,75 % (i.Vj. 7,70 %) bei precision components sowie 8,88 % (i.Vj. 9,70 %) bei surface technologies. Eine Erhöhung des Kapitalkostensatzes um 1,0 % (i. Vj. 1,0 %) für das jeweilige Segment führt zu keiner außerplanmäßigen Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert.

Einzelheiten zu den Wertminderungsmethoden des KAP-Konzerns für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nach ifrs 9 zu bilanzieren sind, und die Berechnung der Wertberichtigungen sind unter Ziffer 45 Kredit- und Ausfallrisiko dargestellt.

At equity bilanzierte Finanzanlagen

Bei Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures, die nach der Equity-Methode bewertet werden, erfolgt der erstmalige Ansatz zu Anschaffungskosten zuzüglich eines sich eventuell ergebenden passiven Unterschiedsbetrags. In den Folgeperioden verändert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem anteiligen Periodenergebnis. Erhaltene Ausschüttungen werden vom Buchwert abgesetzt. Sofern erforderlich, werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Übrige Finanzanlagen

Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen, nicht at equity bilanzierte Beteiligungen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens werden als erfolgsneutral zum Zeitwert klassifiziert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden als Gewinne oder Verluste im sonstigen Ergebnis erfasst.

Ausleihungen werden entsprechend der Klassifizierung zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige finanzielle Vermögenswerte (2017: Kredite und Forderungen) nach dem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten an den folgenden Bilanzstichtagen zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Am Bilanzstichtag eingetretene Wertminderungen werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Latente Steuern

Auf temporäre Bewertungsdifferenzen werden latente Steuern gebildet. Die Ermittlung orientiert sich dabei am Konzept der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode. Sie umfasst alle erfolgswirksamen und -neutralen Bilanzierungs- und Bewertungsdifferenzen, sofern diese künftig zu einer steuerlichen Be- oder Entlastung führen.

Latente Steuern auf Verlustvorträge werden aktiviert, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass künftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um diese Verlustvorträge nutzen zu können.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten beziehungsweise erwartet werden. Aus früheren Berichtsperioden resultierende temporäre Bewertungsunterschiede werden bei Änderungen der Steuersätze entsprechend angepasst.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein Rechtsanspruch zur Aufrechnung tatsächlicher Erstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von derselben Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.

Vorräte

Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert.

Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der Handelswaren umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten.

In die Ermittlung der Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden neben den Einzelkosten auch die produktionsbezogenen Gemeinkosten auf Basis einer normalen Kapazitätsauslastung einbezogen.

Bestandsrisiken hinsichtlich Lagerdauer und Verwertbarkeit, die zu einem unter den Anschaffungs- oder Herstellungskosten liegenden Nettoveräußerungswert führen, werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Sofern die Gründe für eine bereits in vorangegangenen Perioden eingetretene Wertminderung nicht länger bestehen, erfolgt eine Wertaufholung bis zu dem berichtigten Nettoveräußerungswert.

Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte werden, sofern es sich nicht um derivative Finanzinstrumente handelt, als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Beim erstmaligen Ansatz am Erfüllungstag werden diese mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Am Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Anhand der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste werden angemessene Wertberichtigungen vorgenommen. Uneinbringliche Forderungen werden als Forderungsverluste erfasst. Unverzinsliche und niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Sofern sich eine bereits in früheren Berichtsperioden vorgenommene Wertminderung aufgrund zwischenzeitlich eingetretener Umstände im abgelaufenen Geschäftsjahr verringert hat, wird die ursprüngliche Wertberichtigung erfolgswirksam angepasst, jedoch höchstens bis der Buchwert den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, die sich ohne Wertminderung ergeben hätten.

Ertragsteuererstattungsansprüche und Ertragsteuerschulden

Die Ertragsteuerschulden für laufende und frühere Perioden werden mit dem noch zu zahlenden Betrag als Verbindlichkeit passiviert. Falls die bereits geleisteten Vorauszahlungen den geschuldeten Betrag übersteigen, wird die Differenz als Ertragsteuererstattungsanspruch aktiviert.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Langfristige Vermögenswerte und/oder Veräußerungsgruppen sowie Schulden, die im Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen stehen, werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn die dazugehörigen Buchwerte überwiegend durch Veräußerungsgeschäfte und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden.

Diese langfristigen Vermögenswerte und/oder Veräußerungsgruppen werden am Bilanzstichtag zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. In der Bilanz erfolgt der Ausweis getrennt von anderen Vermögenswerten. Schulden von als zur Veräußerung gehalten klassifizierten langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen werden getrennt von anderen Schulden dargestellt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Den Rückstellungen für Pensionen liegen jeweils zum Geschäftsjahresende versicherungsmathematische Gutachten unter Verwendung der Heubeck-Richttafeln 2015 für die Vorjahreswerte und Oktober 2018 zugrunde. Die Ermittlung der Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Neben den bereits in Vorperioden erdienten Altersversorgungsansprüchen werden bei der Ermittlung bestimmte Trendannahmen berücksichtigt.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden stets in voller Höhe als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital unter den Rücklagen erfasst. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst.

Qualifizierte Versicherungspolicen werden als Planvermögen behandelt und am Bilanzstichtag mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Wert des Planvermögens vermindert den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen. Der Ausweis in der Bilanz erfolgt saldiert, maximal bis zur Höhe des Barwerts der Verpflichtung.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden saldiert im Finanzergebnis erfasst.

Übrige Rückstellungen

Übrige Rückstellungen umfassen alle gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten, die auf Ereignissen der Vergangenheit beruhen, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und deren voraussichtliche Höhe hinreichend sicher geschätzt werden kann.

Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung zukünftiger Kostensteigerungen zum Erfüllungsbetrag mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit.

Restrukturierungsmaßnahmen werden nur zurückgestellt, wenn eine faktische Verpflichtung zur Restrukturierung besteht. Diese setzt voraus, dass ein formaler Restrukturierungsplan unter Angabe des betroffenen Geschäftsbereichs, der wichtigsten Standorte, der Anzahl der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Kosten und des Umsetzungszeitpunkts vorliegt sowie bei den Betroffenen eine gerechtfertigte Erwartung geweckt wurde, dass die Maßnahme durch Beginn der Umsetzung oder die Ankündigung gegenüber den Betroffenen durchgeführt wird.

Aktienorientierte Vergütung

Bei dem im Geschäftsjahr 2017 bei der KAP AG eingeführten Aktienoptionsprogramm handelt es sich um ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. Dabei wird zum jeweiligen Stichtag eine Rückstellung anteilig in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Zahlungsverpflichtung gebildet, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst werden.

Der beizulegende Zeitwert der virtuellen Aktienoptionen wird auf Grundlage des Black-Scholes-Merton-Modells ermittelt. Dabei wurden folgende Parameter in die Berechnung einbezogen, die jeweils in Abhängigkeit von der Restlaufzeit der virtuellen Aktienoptionen abgeleitet wurden:

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in % 31.12.2019 31.12.2018
Risikoloser Zinssatz -0,65 % bzw. -0,61% -0,61% bzw. 0,53 %
Erwartete Volatilität 30,2 % bzw. 34,0 % 27,7 % bzw. 28,3 %

Die erwartete Volatilität wurde anhand der historischen Volatilität des Aktienkurses der KAP AG abgeleitet.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet klassifiziert. Direkt zurechenbare Transaktionskosten werden unmittelbar als Aufwand im Periodenergebnis erfasst. Am Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Die daraus resultierenden Finanzierungskosten werden im Finanzergebnis als Zinsaufwand erfasst.

Umsatzrealisierung

Die Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Das bedeutet, dass der Kunde die Fähigkeit besitzt, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen, und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus zieht. Die Umsatzerlöse werden realisiert, wenn ein durchsetzbarer Anspruch auf Zahlung gegenüber dem Kunden besteht. Die Umsätze entsprechen dem vertraglich festgelegten Transaktionspreis.

Wenn der vereinbarte Transaktionspreis variable Komponenten enthält, wird der Betrag der Gegenleistung entweder nach der Erwartungsmethode oder mit dem wahrscheinlichsten Betrag ermittelt.

Der Zeitraum zwischen der Zahlung durch den Kunden und der Übertragung von Waren oder Dienstleistungen an den Kunden beträgt ein Jahr oder weniger. Im Transaktionspreis wird aus diesem Grund keine Finanzierungskomponente berücksichtigt. Wenn ein Vertrag mehrere abgrenzbare Leistungsverpflichtungen enthält, wird der Transaktionspreis auf Basis der Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. In der Regel werden Güter und Dienstleistungen zu den Einzelveräußerungspreisen verkauft. Die Realisierung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden erfolgt sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen. Sollten die Leistungserbringung und der Erhalt der Zahlung eines Kunden zeitlich auseinanderfallen, können vertragliche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten entstehen.

Bei dem Abschluss eines neuen Vertrages mit Kunden können Auftragserlangungskosten entstehen. Da die Laufzeit von Verträgen, bei denen die Auftragserlangungskosten entstehen, und die entsprechende Amortisationsdauer für Auftragserlangungskosten ein Jahr oder weniger betragen, werden Auftragserlangungskosten nicht aktiviert, sondern als Aufwand erfasst.

Umsatzerlöse auf Verkauf von Waren: Bei dem Verkauf von Waren werden die Umsätze zum Zeitpunkt der Lieferung realisiert, da dann die Verfügungsgewalt auf den Kunden übergeht. Zum Zeitpunkt der Lieferung besteht der Zahlungsanspruch.

Bill-and-hold-Vereinbarungen werden in der Regel nicht abgeschlossen. Soll es auf ausdrücklichen Kundenwunsch zu einer Bill-and-hold-Vereinbarung kommen, werden die Umsätze zum Zeitpunkt der Fertigstellung realisiert, da die Kontrolle auch ohne physische Auslieferung der Ware auf den Kunden übergeht. Im Falle einer Bill-and-hold-Vereinbarung werden die Waren separat als die des Kunden ausgewiesen und dürfen nicht anderweitig verwendet werden.

Bei einem Konsignationsvertrag geht die Kontrolle über die Ware bei der Entnahme aus dem Konsignationslager auf den Kunden über, da der Kunde vor diesem Zeitpunkt keinen Nutzen aus der Verwendung der Waren ziehen kann. Zu diesem Zeitpunkt werden Umsätze realisiert.

Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen: Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen werden über den Zeitraum der Leistungserbringung realisiert (linear oder nach dem Fertigstellungsgrad). In der Regel beträgt der Zeitraum der Leistungserbringung eine Woche oder weniger. Der Zahlungsanspruch entsteht nach der Erbringung einer Dienstleistung, wenn eine Rechnung gestellt wird. Standardmäßig werden keine variablen Zahlungen vereinbart. Bei langfristigen Aufträgen werden in der Regel monatlich Rechnungen an den Kunden gestellt. Zur Umsatzrealisierung verwendet das Unternehmen outputorientierte Verfahren, da dies erlaubt den Übergang der Kontrolle über den Vermögenswert auf den Kunden sachgerechter im Konzernabschluss abzubilden. Im Fall von Anzahlungen werden vertragliche Verbindlichkeiten gebildet.

Gewährleistungen: Das Unternehmen ist im Rahmen des Verkaufes seiner Waren/Dienstleistungen lediglich gesetzlichen oder branchenüblichen Gewährleistungsverpflichtungen ausgesetzt.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ermittelt sich, indem das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehende Periodenergebnis (Konzern-Jahresergebnis der Aktionäre der KAP ag) durch die in der Berichtsperiode durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Aus dem bestehenden Aktienoptionsprogramm können sich Verwässerungseffekte auf das Ergebnis je Aktie ergeben.

Schätzungen

Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses müssen für verschiedene Sachverhalte Schätzungen vorgenommen werden, die sich auf Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten, Schulden sowie Finanzinstrumenten und auf Aufwendungen und Erträge sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken können. Die sich tatsächlich ergebenden Wertansätze können von den geschätzten Beträgen abweichen. Die Anpassung der Wertansätze erfolgt in der Periode, in der die ursprüngliche Schätzung geändert wird. Hieraus resultierende Aufwendungen und Erträge werden in der jeweiligen Berichtsperiode erfolgswirksam erfasst. Annahmen und Schätzungen müssen vor allem bei der Festlegung von Nutzungsdauern bei langfristigen Vermögenswerten, bei der Bestimmung der Laufzeiten von Leasingverhältnissen, des Grenzfremdkapitalzinssatzes bei Leasingverhältnissen, bei Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen, bei der Bildung von Rückstellungen für Altersversorgungsleistungen, Steuern sowie Risiken aus dem operativen Geschäft getroffen und vorgenommen werden. Die Buchwerte der wesentlichen zuvor genannten Positionen mit Schätzunsicherheiten sind den Einzeldarstellungen der zugehörigen Positionen im Konzernanhang zu entnehmen.

6. ÄNDERUNGEN DES KONZERNABSCHLUSSES

Es wurde festgestellt, dass die Bewertung der Vorräte sowie die Bilanzierung einer Rückstellung für erfolgsabhängige Vergütung im Segment engineered products im Konzernabschluss der KAP AG hätte anders vorgenommen werden müssen. Dies führt zu einem Fehler nach IAS 8. Deshalb ist der Konzernabschluss rückwirkend auf den 1. Januar 2018 anzupassen.

Wertberichtigungen auf Vorräte wurden nicht in dem Maße vorgenommen, wie es hinsichtlich der Lagerdauer und Verwertbarkeit erforderlich gewesen wäre. Infolgedessen wurden Bestandsrisiken, die zu einem unter den Anschaffungs- oder Herstellungskosten liegenden Nettoveräußerungswert führen, nicht durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Des Weiteren wurde eine Rückstellung für erfolgsabhängige Vergütung nicht in der Periode gebildet, für die sie gewährt wurde.

Die Fehlerkorrektur erfolgte im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2019. Die Vorjahresvergleichszahlen für den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus der Konzern-Gewinn-und -Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Konzernanhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der KAP AG wurden angepasst.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass die Kaufpreisallokation aus dem Erwerb der Heiche-Gruppe im Segment surface technologies nicht korrekt abgebildet wurde. Dies führt zu einer Fehlerkorrektur nach IAS 8. Deshalb ist der Konzernabschluss rückwirkend auf den 31. Dezember 2018 anzupassen.

Die Ergänzungsbilanz einer erworbenen Gesellschaft lag zum Zeitpunkt des Erwerbs noch nicht vor und wurde innerhalb des Bewertungszeitraums gemäß ifrs 3 nicht berücksichtigt. Daraus resultierend wurden der Goodwill sowie passive latente Steuern zu hoch ausgewiesen.

Die Fehlerkorrektur erfolgte zum 31. Dezember 2019. Die Vorjahresvergleichszahlen für den Konzernzwischenabschluss - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung sowie Konzernanhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der KAP AG wurden angepasst.

Die Fehlerkorrektur führte zu folgenden Auswirkungen:

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

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01.01.-31.12.2018 01.01.-30.06.2018
in TEUR wie veröffentlicht und testiert Anpassung nach Fehlerkorrektur wie veröffentlicht und testiert Anpassung nach Fehlerkorrektur
Bestandsveränderungen 4.459 -783 3.676 1.449 -475 974
Sonstige betriebliche Erträge 14.059 445 14.504 - - -
Materialaufwand -219.422 -249 -219.671 -115.119 -108 -115.227
Personalaufwand -92.649 -279 -92.928 - - -
Ertragsteuern -5.029 343 -4.686 -2.799 175 -2.624
Konzernergebnis nach Steuern der KAP-Aktionäre 14.771 -523 14.247 8.603 -408 8.195

Konzernbilanz

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31.12.2018 30.06.2018
in TEUR wie veröffentlicht und testiert Anpassung nach Fehlerkorrektur wie veröffentlicht und testiert Anpassung nach Fehlerkorrektur
Immaterielle Vermögenswerte 42.327 -686 41.641 - - -
Latente Steueransprüche 4.813 989 5.802 5.589 771 6.360
Vorräte 70.062 -3.015 67.047 73.074 -2.566 70.508
Bilanzsumme 375.973 -2.712 373.261 371.951 -1.796 370.155
Bilanzergebnis 99.903 -1.911 97.992 107.612 -1.796 105.816
Latente Steuerverbindlichkeiten 13.309 -1.080 12.229 - - -
Übrige Rückstellungen 25.154 279 25.433 - - -
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01.01.2018
in TEUR wie veröffentlicht und testiert Anpassung nach Fehlerkorrektur
Immaterielle Vermögenswerte - - -
Latente Steueransprüche 6.097 595 6.692
Vorräte 74.041 -1.983 72.058
Bilanzsumme 349.085 -1.388 347.697
Bilanzergebnis 98.874 -1.388 97.486
Latente Steuerverbindlichkeiten - - -
Übrige Rückstellungen - - -

7. NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN

a) Im Geschäftsjahr 2019 erstmals anzuwendende Standards/Interpretationen:

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Standard/Interpretation Erstmals verpflichtend anzuwenden ab1 Übernahme durch EU-Kommission2 Voraussichtliche Auswirkungen
Änderungen an IFRS 9 Änderungen an IFRS 9 Finanzinstrumente; finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden 01.01.2019 Ja Keine
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019 Ja Siehe Anmerkung unten
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 01.01.2019 Ja Keine
Änderungen an IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer; nach einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Plans sind für den verbleibenden Berichtszeitraum die aktualisierten Annahmen aus der Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (Vermögenswert) zugrunde zu legen 01.01.2019 Ja Keine
Änderungen an IAS 28 Änderungen an IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen; Klarstellung, dass die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 für langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten 01.01.2019 Ja Keine
Verbesserungen an den IFRS 2015-2017 (Annual Improvements) 3 01.01.2019 Ja Keine

1 Für Geschäftsjahre, die zu diesem Zeitpunkt oder später beginnen. Bei dem Zeitpunkt der Übernahme wurde auf den von der EU angegebenen Zeitpunkt Bezug genommen.
2 Bis 31. Dezember 2019.
3 Änderungen zu IAS 12, IAS 23, IFRS 3, IFRS 11.

Nachfolgend ist die Überleitung der zum 31. Dezember 2018 gemäß IAS 17 ausgewiesenen zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen zu den zum 1. Januar 2019 bilanzierten Leasingverhältnissen gemäß ifrs 16 dargestellt:

Überleitung

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Zukünftige Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen zum 31. Dezember 2018 24.393
Im Geschäftsjahr 2018 geschlossene Leasingverhältnisse mit Leasingbeginn im Geschäftsjahr 2019 -23
Kurzfristige Leasingverhältnisse -63
Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit geringem Wert, die linear als Aufwand erfasst werden -86
Bereinigungen um nicht nach IFRS 16 ansetzbare Kostenkomponenten -4.092
Zusätzliche Bruttoleasingverbindlichkeiten 20.129
Abzinsung -4.227
Zusätzliche Nettoleasingverbindlichkeiten 15.902
Leasingverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen zum 31. Dezember 2018 481
Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 16.383

b) In künftigen Geschäftsjahren erstmals anzuwendende Standards/Interpretationen:

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Standard/Interpretation Erstmals verpflichtend anzuwenden ab1 Übernahme durch EU-Kommission2 Voraussichtliche Auswirkungen
Änderungen an IAS 1 und IAS 8 Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IAS 8 Rechnungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler; Schaffung eines einheitlichen und genauer umrissenen Definitionsbegriffs der Wesentlichkeit von Abschlussinformationen und Ergänzung durch begleitende Beispiele 01.01.2020 Ja Keine

1 Für Geschäftsjahre, die zu diesem Zeitpunkt oder später beginnen. Bei dem Zeitpunkt der Übernahme wurde auf den von der EU angegebenen Zeitpunkt Bezug genommen.
2 Bis 31. Dezember 2019.

c) Noch nicht von der EU-Kommission verabschiedete Standards/Interpretationen:

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Standard/Interpretation Voraussichtliche Auswirkungen
Ergänzungen zu IFRS 9 Finanzinstrumente: neue Regelungen zum Hedge-Accounting in Form eines neuen allgemeinen Modells für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen Keine
IFRS 17 Versicherungsgeschäfte Keine
Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse; Klarstellungen zur Definition und Identifikation eines Geschäftsbetriebs Keine
Änderungen an IAS 28 und IFRS 10 Änderungen an IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und IFRS 10 Konzernabschlüsse; Erfassung des gesamten Gewinns/Verlusts, wenn veräußerte/eingebrachte Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb i. S. des IFRS 3 darstellen Keine
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Änderungen an IFRS 9 Finanzinstrumente, IAS 39 und IFRS 7; Erleichterungen bzgl. Hedge-Accounting, verpflichtend anzuwenden für alle Sicherungsbeziehungen Keine
Überarbeitetes Rahmenkonzept; Änderung von Inhalten sowie Änderungen/Ergänzungen von Abschnitten Keine

ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERNABSCHLUSS

KONZERNBILANZ

ANLAGEVERMÖGEN

Die Anteilsbesitzliste ist unter Ziffer 51 im Konzernanhang ersichtlich.

Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ist im Konzernanlagespiegel gesondert unter Ziffer 12 dargestellt.

8. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Der Buchwert zum Jahresende betrifft Software und Lizenzen, Geschäfts- oder Firmenwerte sowie geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie die sich aus den Kaufpreisallokationen ergebenden Vermögenswerte für Marken, Technologien und Kundenbeziehungen.

Bei den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer handelt es sich im Wesentlichen um langjährig im Markt etablierte Markennamen, deren Ende der Nutzbarkeit nicht absehbar ist. Im Geschäftsjahr 2018 wurde die Marke Heiche im Rahmen des Erwerbs der Heiche-Gruppe erworben.

Die Kundenbeziehungen zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 19.972 TEUR (i. Vj. 23.678 TEUR) entfallen mit 1.993 TEUR (i.Vj. 2.396 TEUR) auf das Segment flexible films, mit 550 TEUR (i. Vj. 750 TEUR) auf das Segment it/services und mit 17.429 TEUR (i.Vj. 20.455 TEUR) auf das Segment surface technologies. Die Nutzungsdauern betragen drei bis neun Jahre.

Im Rahmen der im Vorjahr durchgeführten Kaufpreisallokationen wurden Kundenbeziehungen in Höhe von 16.294 TEUR identifiziert und bewertet. Diese werden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst und in der Folge linear auf Grundlage der prognostizierten Cashflows aus den Verträgen über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Amortisationsdauern liegen zwischen drei und neun Jahren.

Von dem zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1 1.845 TEUR (i. Vj. 12.534 TEUR) entfallen 3.479 TEUR (i.Vj. 3.479 TEUR) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit now Contec, 1.976 TEUR (i. Vj. 1.976 TEUR) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit it/services, 3.850 TEUR (i. Vj. 6.409 TEUR) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit GtO/MVD und 0 TEUR (i. Vj. 686 TEUR) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Heiche.

Aufgrund des Impairment-Tests wurden auf den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit GtO/MVD aus dem Segment surface technologies außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.559 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) erforderlich.

9. SACHANLAGEN

Aufgrund des Impairment-Tests wurden auf die Sachanlagen der MEP-Gruppe außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 9.493 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) erforderlich.

Leasingverhältnisse

Der KAP-Konzern hat Leasingverträge für verschiedene Büro- und Produktionsflächen sowie Anlagen und Fahrzeuge abgeschlossen. Die Laufzeiten betragen in der Regel zwischen 1 und 18 Jahre. Außerdem werden Leasingverträge für Vermögenswerte abgeschlossen, die eine Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger aufweisen, sowie für Vermögenswerte mit geringem Wert. Auf diese Leasingverträge wendet der Konzern die praktischen Behelfe an die für kurzfristige und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, gelten.

Es besteht eine Differenz zwischen dem im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 kommunizierten Erwartungswert für den erstmaligen Ansatz des Nutzungsrechts nach ifrs 16 und dem final ermittelten Wert. Diese Differenz ist im Wesentlichen auf eine Neubewertung der Entgeltbestandteile zurückzuführen, die in die Ermittlung der Leasingzahlungen fließen. Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 waren für wesentliche Immobilienvereinbarungen noch nicht zu berücksichtigende Entgeltkomponenten für die vorläufige Schätzung berücksichtigt worden.

In der Bilanz werden nachfolgende Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:

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Nutzungsrechte 2019 20181
Grundstücke und Bauten 14.013 -
Technische Anlagen und Maschinen 150 138
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.083 -
Summe 15.246 138
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Leasingverbindlichkeiten 2019 20181
Kurzfristig 1.780 467
Langfristig 13.566 15
Summe 15.346 482

1 Im Vorjahr wurden nur Leasingvermögenswerte und Leasingverbindlichkeiten erfasst, die gemäß IAS 17 als Finanzierungsleasingverhältnisse einzustufen waren.

Die Zuführungen zu den Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres 2019 betrugen 17.119 TEUR.

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Abschreibungen auf Nutzungsrechte 2019 2018
Grundstücke und Bauten 15.467 -
Technische Anlagen und Maschinen 168 -
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.484 -
Summe 17.119 -
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Aufwendungen für Leasingverhältnisse 2019 2018
Zinsaufwendungen (in den Finanzierungsaufwendungen erfasst) 437 16
Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Leasingverhältnissen (in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst) 357 -
Aufwand für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit geringem Wert, die nicht in den o. g. kurzfristigen Leasingverhältnissen enthalten sind (in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst) 101 -
Summe 895 16

Die gesamten Auszahlungen für Leasing betrugen 2.607 TEUR.

Im Geschäftsjahr 2019 sind in Höhe von 4.578 TEUR (i.Vj. 196 TEUR) Zuwendungen der öffentlichen Hand erfasst. Die Zuwendungen der öffentlichen Hand wurden im Wesentlichen für den Erwerb bestimmter Gebäude und Maschinen an den Standorten Heinsdorfergrund und Döbeln gewährt. Die an diese Zuwendungen geknüpften Bedingungen wurden vollständig erfüllt.

10. RENDITEIMMOBILIEN

Der Ausweis betrifft Gewerbegrundstücke und -gebäude der mehler Aktiengesellschaft in Fulda, Flieden und Gewerbegrundstücke der GbR mehler AG/Daun & Cie. AG in Stadtallendorf.

Der KAP-Konzern bestimmt den beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Renditeimmobilien anhand der Ertragswertmethode unter Berücksichtigung der ImmoWertV (Bemessungshierarchie Stufe 2). Die erwarteten künftigen Einnahmen und Ausgaben einer Immobilie werden über einen Zeitraum von durchschnittlich zehn Jahren auf den Bewertungsstichtag als Barwert diskontiert. Vertragsbedingungen aktueller Mietverhältnisse bilden die Grundlage der erwarteten Mieteinnahmen, Mietsteigerungssätze fanden keine Berücksichtigung. Auf der Kostenseite werden Instandhaltungsaufwendungen, Mietausfallwagnisse sowie Kostensteigerungen von 2 % pro Jahr, aus dem mittelfristig erwarteten Anstieg des Verbraucherpreisindex abgeleitet, veranschlagt.

Zwecks Festlegung der wesentlichen Bewertungsparameter wie Bodenrichtwert, Liegenschaftszins und Restnutzungsdauer wurden folgende Annahmen getroffen: Als Basis dienten die von Gutachterausschüssen festgelegten Bodenrichtwerte. Die Höhe des Liegenschaftszinses ist objektartspezifisch festgelegt, je nach Lage, Objekttyp, Objektzustand, Alter, potenziellem Mietwachstum und der Standortprognose. Als Nutzungsdauern werden die Zeiträume berücksichtigt, für die das Mietverhältnis fest abgeschlossen wurde. Auf die Bestellung von sachverständigen Dritten für Bewertungszwecke wurde verzichtet.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die wesentlichen Annahmen, die bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Renditeimmobilien im Rahmen der Bewertung nach dem Ertragswertverfahren verwendet wurden:

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2019 2018
Bewertungsparameter Spanne Gewerbeobjekte Spanne Gewerbeobjekte
Marktmiete (EUR pro m 2 /Jahr) 6,94 32,76 18,60 31,88
Liegenschaftszins (%) 6,70 8,00 6,70 8,00
Restnutzungsdauer (Jahre) 1,00 16,00 1,00 17,00
Vervielfältiger 0,93 9,64 0,93 9,97

Als wesentlicher vom Markt beeinflusster Werttreiber wurde der Liegenschaftszinssatz identifiziert. Nach Berücksichtigung einer marktüblichen Bandbreite von 6,50-8,50 % wurden folgende Ertragswerte ermittelt:

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2019 2018
Spanne Spanne
6,50
%
8,50
%
6,50
%
8,50
%
Ertragswert (in TEUR) 19.787 18.013 15.654 14.741

11. AT EQUITY BILANZIERTE FINANZANLAGEN

Der Ausweis betrifft die Safe-Box Self Storage Mönchengladbach GmbH, Mönchengladbach. Aufgrund des Anteilsbesitzes von 33,33 % wurde die Gesellschaft at equity in den Konzernabschluss einbezogen.

12. ÜBRIGE FINANZANLAGEN

Der Posten beinhaltet neben Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 28 TEUR (i. Vj. 28 TEUR) und Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen in Höhe von 50 TEUR (i. Vj. 50 TEUR) im Wesentlichen Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis in Höhe von 1.029 TEUR (i.Vj. 1.084 TEUR). Den Ausleihungen liegen langfristige Darlehensverträge zugrunde.

Einzelheiten zu der Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte von Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis sind unter Ziffer 45 Finanzinstrumente dargestellt.

ENTWICKLUNG DES KONZERNANLAGEVERMÖGENS

VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019

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Anschaffungs-/Herstellungskosten
in TEUR 01.01.2019 Anpassung aufgrund von Korrekturen1 Währungsanpassung Anpassung IAS 29 Hochinflation Änderung Konsolidierungskreis Zugänge
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen 7.643 - -6 - - 719
Entwicklungskosten 206 - -4 - - -
Marke und Markenname 3.433 - -2 - - -
Technologie 1.054 - -11 - - -
Kundenbeziehungen 26.604 - -273 - - -
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 37 - - - - 40
Geschäfts- oder Firmenwert 16.548 -686 -2 - - -
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 12 - 1 - - -
55.537 -686 -297 - - 759
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 115.891 - 248 - - 16.417
Technische Anlagen und Maschinen 287.019 - 590 - - 3.630
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 51.696 - -3 - - 5.672
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.243 - 24 - - 8.077
461.850 - 859 - - 33.795
Renditeimmobilien 19.333 - - - - 1
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - - - - -
Übrige Finanzanlagen -
Anteile an verbundenen Unternehmen 99 - - - - -
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen 200 - - - - -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 1.304 - - - - -
Sonstige Ausleihungen 213 - -6 - - 2
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - -
1.816 - -6 - - 2
538.536 -686 557 - - 34.558
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Anschaffungs-/Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen
in TEUR Umbuchungen Abgänge 31.12.2019 01.01.2019 Anpassung aufgrund von Korrekturen Währungsanpassung
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen 171 -854 7.674 5.916 - -7
Entwicklungskosten - - 202 206 - -4
Marke und Markenname - - 3.431 89 - -1
Technologie - - 1.044 59 0 -1
Kundenbeziehungen - - 26.331 2.926 - -31
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - - 77 - - -
Geschäfts- oder Firmenwert - - 15.859 4.014 - -
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 29 - 41 - - -
200 -854 54.659 13.210 0 -44
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 2.849 -221 135.184 55.966 - 114
Technische Anlagen und Maschinen 5.602 -10.271 286.568 201.493 - 517
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 848 -4.565 53.649 35.348 - 16
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -9.499 -450 5.398 17 - 6
-200 -15.507 480.799 292.824 - 653
Renditeimmobilien - -1 19.334 14.655 - -
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - - - - -
Übrige Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen - 0 99 72 - -
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen - - 200 150 - -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - -55 1.249 220 - -
Sonstige Ausleihungen - -20 189 - - -
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - -
- -75 1.737 442 - -
0 -16.437 556.529 321.131 0 610
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Kumulierte Abschreibungen
in TEUR Anpassung IAS 29 Hochinflation Änderung Konsolidierungskreis Zugänge Zuschreibung Umbuchungen Abgänge
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen - - 798 - - -854
Entwicklungskosten - - - - - -
Marke und Markenname - - 24 - - -
Technologie - - 84 - - -
Kundenbeziehungen - - 3.465 - - -
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - - - - - -
Geschäfts- oder Firmenwert - - 2.559 - - -
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - - - - - -
- - 6.930 - - -854
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten - - 9.019 - - -110
Technische Anlagen und Maschinen - - 24.763 - 0 -9.984
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - - 5.637 - 0 -3.944
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - 90 - - -55
- - 39.509 - - -14.092
Renditeimmobilien - - 310 - - -
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - - - - -
Übrige Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - - 0
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - - - - - -
Sonstige Ausleihungen - - - - - -
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - -
- - - - - 0
- - 46.749 - - -14.946
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Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
in TEUR 31.12.2019 31.12.2019 01.01.2019
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen 5.853 1.820 1.726
Entwicklungskosten 202 0 0
Marke und Markenname 111 3.320 3.345
Technologie 143 901 995
Kundenbeziehungen 6.359 19.972 23.678
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - 77 37
Geschäfts- oder Firmenwert 6.573 9.286 12.534
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 41 12
19.241 35.417 42.327
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 64.990 70.194 59.925
Technische Anlagen und Maschinen 216.790 69.778 85.526
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 37.056 16.593 16.349
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 58 5.340 7.226
318.894 161.904 169.026
Renditeimmobilien 14.966 4.368 4.678
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - -
Übrige Finanzanlagen -
Anteile an verbundenen Unternehmen 71 28 28
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen 150 50 50
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 220 1.029 1.084
Sonstige Ausleihungen - 189 213
Wertpapiere des Anlagevermögens - - -
441 1.296 1.374
353.543 202.986 217.405

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

ENTWICKLUNG DES KONZERNANLAGEVERMÖGENS

VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2018

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Anschaffungs-/Herstellungskosten
in TEUR 01.01.2018 Währungsanpassung Anpassung IAS 29 Hochinflation Änderung Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen 10.568 -27 - -3.999 846 45
Entwicklungskosten 215 -9 - - - -
Marke und Markenname 113 -5 - 3.315 9 -
Technologie 28 -1 - 1.027 - -
Kundenbeziehungen 2 10.325 -15 - 16.294 - -
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - - - - 37 -
Geschäfts- oder Firmenwert 2 16.509 -156 - 686 - 0
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 30 -1 - - 27 -45
37.790 -213 - 17.323 919 0
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 120.119 -280 - -11.672 4.028 3.895
Technische Anlagen und Maschinen 284.542 -21 - 732 5.120 8.746
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 49.570 -90 - 2.469 3.636 561
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.109 -30 - 4.030 8.371 -13.236
462.340 -420 - -4.440 21.155 -34
Renditeimmobilien 19.224 - - - 75 34
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - - - - -
Übrige Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 99 - - - - -
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen 200 - - - - -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 1.402 - - - - -
Sonstige Ausleihungen - -1 - 321 - -
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - -
1.701 -1 - 321 - -
521.056 -635 - 13.204 22.150 0
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Anschaffungs-/Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen
in TEUR Abgänge Umgliederungen1 31.12.2018 01.01.2018 Währungsanpassung Anpassung IAS 29 Hochinflation
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen 210 - 7.643 9.220 -20 -
Entwicklungskosten - - 206 215 -9 -
Marke und Markenname - - 3.433 68 -3 -
Technologie - - 1.054 17 -1 -
Kundenbeziehungen 2 - - 26.604 359 -9 -
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - - 37 - - -
Geschäfts- oder Firmenwert 2 -492 - 16.548 4.506 - -
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - - 12 - - -
-282 - 55.537 14.385 -42 -
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten -199 - 115.891 61.521 -13 -
Technische Anlagen und Maschinen -12.101 - 287.019 211.101 338 -
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -4.449 - 51.696 36.929 -55 -
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -2 - 7.243 - 0 -
-16.751 - 461.850 309.551 270 -
Renditeimmobilien - - 19.333 14.343 - -
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - - - - -
Übrige Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen - - 99 72 - -
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen - - 200 150 - -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis -98 - 1.304 220 - -
Sonstige Ausleihungen -107 - 213 - - -
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - -
-205 - 1.816 442 - -
-17.238 538.536 338.721 228 -
scroll
Kumulierte Abschreibungen
in TEUR Änderung Konsolidierungskreis Zugänge Umbuchungen Abgänge Umgliederungen1 Abgänge
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen -4.125 631 - - 210 -
Entwicklungskosten - - - - - -
Marke und Markenname 0 23 - - - -
Technologie - 43 - - - -
Kundenbeziehungen 2 52 2.524 - - - -
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - - - - - -
Geschäfts- oder Firmenwert 2 - - - - -492 -
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - - - - - -
-4.072 3.221 - - -282 -
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten -8.582 3.140 - - -99 -
Technische Anlagen und Maschinen -13.730 15.894 - - -12.111 -
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -1.917 4.240 - - -3.849 -
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 17 - - - -
-24.229 23.292 - - -16.059 -
Renditeimmobilien - 312 - - - -
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - - - - -
Übrige Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - - -
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - - - - - -
Sonstige Ausleihungen - - - - - -
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - -
- - - - - -
-28.301 26.824 - - -16.341 -
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Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
in TEUR 31.12.2018 31.12.2018 01.01.2018
Immaterielle Vermögenswerte
Software und Lizenzen 5.916 1.726 1.348
Entwicklungskosten 206 - -
Marke und Markenname 89 3.345 45
Technologie 59 995 11
Kundenbeziehungen 2 2.926 23.678 8.710
Sonstige selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - 37 -
Geschäfts- oder Firmenwert 2 4.014 12.534 12.870
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 12 30
13.210 42.327 23.015
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 55.966 59.925 58.598
Technische Anlagen und Maschinen 201.493 85.526 73.441
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 35.348 16.349 12.641
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17 7.226 8.109
292.824 169.026 152.789
Renditeimmobilien 14.655 4.678 4.881
At equity bilanzierte Finanzanlagen - - 0
Übrige Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 72 28 28
Beteiligungen an at cost bilanzierten Unternehmen 150 50 50
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 220 1.084 1.182
Sonstige Ausleihungen - 213 -
Wertpapiere des Anlagevermögens - - -
442 1.374 1.260
321.131 217.405 181.945

1 Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte.
2 Aufgrund endgültiger Kaufpreisallokation angepasst.

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

13. LATENTE STEUERANSPRÜCHE

Die latenten Steuern sind den nachfolgenden Positionen zuzuordnen:

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31.12.2019 31.12.2018
in TEUR Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 502 3.491 198 6.947
Sachanlagen 3.834 9.407 970 7.371
Renditeimmobilien - - - -
Finanzanlagen 483 0 - 969
Vorräte 1.672 70 359 39
Forderungen und Vermögenswerte 1.078 751 2.158 624
Pensionsrückstellungen 3.140 - 2.501 -
Übrige Rückstellungen 910 300 557 45
Verbindlichkeiten 4.617 941 859 1.219
Sonstige 162 1.058 221 387
Bruttowert latente Steuern auf temporäre Bewertungsdifferenzen 16.400 16.018 7.823 17.601
Wertberichtigungen auf temporäre Bewertungsdifferenzen -4.639 - -99 -
Steuerliche Verlustvorträge 7.061 - 7.558 -
Wertberichtigungen auf steuerliche Verlustvorträge -5.967 - -6.177 -
Saldierung -7.467 -7.467 -4.292 -4.292
5.388 8.550 4.813 13.309

Latente Steuern werden außerhalb des Gewinns oder Verlusts erfasst, wenn sie sich auf Posten beziehen, die in der gleichen oder einer anderen Periode außerhalb des Gewinns oder Verlusts erfasst werden. Dies trifft im Wesentlichen auf die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu, die im sonstigen Ergebnis erfasst werden.

Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern wurden vorgenommen, wenn hinsichtlich der Verwertbarkeit Unsicherheiten bestehen. Maßgebend für die Verwertbarkeit bei aktiven latenten Steuern auf temporäre Bewertungsdifferenzen sind positive Ergebnisprognosen für die Folgeperioden. Für die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge muss zusätzlich noch die Dauer der Vortragsfähigkeit berücksichtigt werden.

Der Bestand an noch nicht genutzten körperschaftsteuerlichen und vergleichbaren ausländischen Verlustvorträgen setzt sich wie folgt zusammen:

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in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Bis zu 5 Jahre vortragsfähig 15.013 15.706
Bis zu 10 Jahre vortragsfähig 268 785
Länger als 10 Jahre vortragsfähig 1.571 57
Unbegrenzt vortragsfähig 5.679 9.028
22.530 25.576

Der Bestand in Höhe von 4.589 TEUR (i. Vj. 3.345 TEUR) an noch nicht genutzten gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen ist zeitlich unbegrenzt vortragsfähig.

Für aktive temporäre Bewertungsdifferenzen in Höhe von 17.796 TEUR (i.Vj. 5.348 TEUR) wurden keine latenten Steueransprüche bilanziert.

Latente Steuern in Höhe von 985 TEUR (i. Vj. 1.670 TEUR) wurden aktiviert, ohne dass ihnen positive Ergebniseffekte aus der Auflösung von passiven latenten Steuern in entsprechender Höhe gegenüberstehen. Die Gesellschaften erwarten nach steuerlichen Verlusten im Geschäftsjahr 2019 oder im Vorjahr in Zukunft positive steuerliche Einkünfte.

14. VORRÄTE

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in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 22.806 22.018
Wertberichtigung -2.857 -1.097
Buchwert 19.949 20.921
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 18.857 17.671
Wertberichtigung -1.272 -392
Buchwert 17.586 17.279
Fertige Erzeugnisse 23.449 27.114
Wertberichtigung -2.683 -1.439
Buchwert 20.766 25.674
Handelswaren 1.363 2.128
Wertberichtigung -601 -153
Buchwert 762 1.975
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 840 1.199
59.902 67.047

Von dem Gesamtbetrag wurden Vorräte mit einem Buchwert von 22.888 TEUR (i.Vj. 7.485 TEUR) zum Nettoveräußerungswert bilanziert. Die im Geschäftsjahr 2019 erfassten Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert betragen 6.321 TEUR (i.Vj. 1.099 TEUR).

15. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

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in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Forderungen gegen
- Dritte 58.939 62.831
- Verbundene Unternehmen 11 104
- Beteiligungsunternehmen - -
58.950 62.935

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverlauf verkaufte Güter bzw. erbrachte Dienstleistungen. Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig und daher als kurzfristig eingestuft. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind beim erstmaligen Ansatz zum Betrag der unbedingten Gegenleistung zu erfassen. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen, und bewertet sie in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Auf Forderungen gegen Dritte waren Wertberichtigungen in Höhe von 2.639 TEUR (i. Vj. 2.392 TEUR) gebildet.

Einzelheiten zu den Wertminderungsmethoden des KAP-Konzerns für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Berechnung der Wertberichtigung sind unter Ziffer 45 Kredit- und Ausfallrisiko dargestellt.

16. ERTRAGSTEUERERSTATTUNGSANSPRÜCHE

Der Ausweis zum Bilanzstichtag betrifft Erstattungsansprüche aus zu viel geleisteten Vorauszahlungen.

17. SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE

Der KAP-Konzern klassifiziert seine sonstigen Forderungen und Vermögenswerte als finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn der finanzielle Vermögenswert in einem Geschäftsmodell gehalten wird, dessen Zielsetzung es ist, vertragliche Cashflows zu vereinnahmen, und diese Cashflows ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

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in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Finanzforderungen gegen
- Dritte 33 18
- Verbundene Unternehmen 0 0
- Beteiligungsunternehmen 65 61
Sonstige Vermögenswerte 11.965 6.322
12.063 6.400

Die sonstigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche und Rechnungsabgrenzungsposten aus geleisteten Vorauszahlungen für Verträge mit Laufzeit über den Bilanzstichtag hinaus. Bis auf den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 1.307 TEUR (i. Vj. 856 TEUR) sind die sonstigen Vermögenswerte finanzieller Art.

Sämtliche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige finanzielle Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig und somit kurzfristig. Aufgrund der kurzfristigen Art der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

Auf Finanzforderungen gegen Dritte sind Wertberichtigungen in Höhe von 901 TEUR (i. Vj. 194 TEUR) vorgenommen worden.

Einzelheiten zu den Wertminderungsmethoden des KAP-Konzerns für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige finanzielle Vermögenswerte und der Berechnung der Wertberichtigung sind unter Ziffer 45 Kredit- und Ausfallrisiko dargestellt.

18. FLÜSSIGE MITTEL

Als flüssige Mittel werden Schecks, Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten in unterschiedlichen Währungen mit einer Fälligkeit innerhalb von drei Monaten erfasst.

Flüssige Mittel in Höhe von 16 TEUR (i. Vj. 12 TEUR) werden durch mehler engineered products (Suzhou) Co. Ltd., China, gehalten und unterliegen den dortigen Devisenverkehrsbeschränkungen. Sie sind daher nicht für alle Transaktionen verfügbar.

19. EIGENKAPITAL UND RÜCKLAGEN

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung gesondert dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt 20.176.917,80 EUR (i. Vj. 20.176.917,80 EUR) und ist eingeteilt in 7.760.353 (i. Vj. 7.760.353) auf den Inhaber lautende Stückaktien, die jeweils die gleichen Rechte, insbesondere Stimmrechte, gewähren. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht.

Genehmigtes Kapital

Die Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 hat den Vorstand ferner ermächtigt das Grundkapital der Gesellschaft bis 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 1.324.88 9 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 2,60 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 3.444.711,92 EUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2017). Den Aktionären ist grundsätzlich, auch im Wege des mittelbaren Bezugs gemäß § 186 Absatz 5 Satz 1 AktG, ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Im Vorjahr haben Vorstand und Aufsichtsrat die Ausgabe von neuen Aktien in Höhe von insgesamt 10,42 % des Grundkapitals bzw. 714.462 Stückaktien beschlossen.

Im Einzelnen wurde die Ausgabe der neuen Aktien in Höhe von 10,17 % im Rahmen von Sachkapitalerhöhungen ausschließlich zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder von Beteiligungen an der Heiche Logistics GmbH, Schwaigern (270.524 Stückaktien), an der Heiche Oberflächentechnik GmbH, Schwaigern (343.938 Stückaktien), sowie an der NOW-Gruppe (100.000 Stückaktien) verwendet. Des Weiteren wurden 0,26 % der Aktien (18.045 Stückaktien) gegen Bareinlage ausgegeben.

Die in 2017 beschlossenen Kapitalerhöhungen (403.400 Stückaktien) wurden im Geschäftsjahr 2018 in das Handelsregister der Gesellschaft rechtswirksam eingetragen. Von den in 2018 beschlossenen Kapitalerhöhungen (732.507 Stückaktien) waren alle bis zum 31. Dezember 2018 im Handelsregister eingetragen.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beinhaltet das bei Ausgabe der Aktien über den Nennbetrag hinaus gezahlte Aufgeld.

Rücklagen

Die Rücklagen im Konzern beinhalten die erfolgsneutralen Differenzen aus der Währungsumrechnung ausländischer Einzelabschlüsse, Änderungen der beizulegenden Zeitwerte von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste. Unter den übrigen Rücklagen werden neben der Einstellung in die Rücklagen der KAP AG auch die nach deutschem Handelsrecht vor dem 1. Januar 2004 vorgenommenen und für die Rechnungslegung nach ifrs beibehaltenen Verrechnungen aktiver und passiver Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung voll konsolidierter Tochtergesellschaften sowie die Effekte der erfolgsneutralen Bewertung aus der erstmaligen Anwendung der ias/ifrs erfasst.

Konzernbilanzergebnis

Das Konzernbilanzergebnis enthält die in abgelaufenen Perioden erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, vermindert um Ausschüttungen an die Aktionärinnen und Aktionäre der KAP AG.

Anteile fremder Gesellschafter

Die Anteile fremder Gesellschafter umfassen die anderen Gesellschaftern zustehenden Anteile an Vermögenswerten, Schulden und Jahresergebnissen, die anteiligen Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung der Jahresabschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften sowie weitere Posten des unter den Rücklagen erfassten sonstigen Ergebnisses.

Kapitalmanagement

Unser Ziel ist es, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Renditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Hierzu gehört auch die Sicherstellung, dass jederzeit ausreichend Liquidität zur Verfügung steht und Zugang zum Kapitalmarkt besteht. Die Steuerung der Kapitalstruktur berücksichtigt die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Risiken aus den zugrundeliegenden Vermögenswerten.

Wir wollen diese Ziele durch die Optimierung der Kapitalstruktur mittels Eigenkapitalmaßnahmen, Akquisitionen und Desinvestitionen, Restrukturierungsmaßnahmen sowie durch die Reduzierung von Finanzschulden erreichen.

Das Kapitalmanagement umfasst dabei im engeren Sinn Eigenkapital und Rücklagen sowie lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten. Die für das Kapitalmanagement verwendeten Kennziffern sind deckungsgleich mit den derart bezeichneten Posten in der Bilanz.

20. AKTIENORIENTIERTE VERGÜTUNG

Die KAP AG unterhält seit 2017 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. Das Programm sieht vor, dass die Berechtigten bei Ausübung der Optionen einen Barauszahlungsanspruch gegenüber der Gesellschaft erhalten. Der Barauszahlungsanspruch entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kurswert (Xetra-Handel, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main) der letzten 20 Börsenhandelstage vor Ausübung der Option und dem Basiswert von 30 EUR bzw. 33 EUR. Der Anspruch ist der Höhe nach auf 40 EUR je Option begrenzt, wobei eine Bereinigung um zwischenzeitlich erfolgte Dividendenausschüttungen und etwaige Verwässerungseffekte bei Kapitalerhöhungen erfolgt.

Zum Dienstbeginn am 1. August 2017 wurden einem Vorstandsmitglied einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren erdient werden. Der Ausübungszeitpunkt ist der 31. Juli 2021. Da zwischen der Zuteilung der virtuellen Aktienoptionen und dem Abschlussstichtag Kapitalerhöhungen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 117.147 Stück (i. Vj. 1 1 9.562 Stück) erhöht. Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der virtuellen Aktienoptionen 19 Monate bis zum Ausübungsdatum. Die Verpflichtung beträgt 157 TEUR (i. Vj. 249 TEUR). Der Aufwand aus der Zuführung zu den Rückstellungen belief sich im Geschäftsjahr auf 92 TEUR (i.Vj. 150 TEUR).

Einem weiteren Vorstandsmitglied wurden per 1. November 2018 ebenfalls einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren erdient werden, wobei der Erdienungszeitraum mit Diensteintritt am 1. Mai 2018 beginnt. Der Ausübungszeitpunkt ist der 30. April 2022. Da zwischen der Zusage der virtuellen Aktienoptionen und dem Abschlussstichtag Kapitalerhöhungen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 110.423 Stück (i. Vj. 112.700 Stück) erhöht. Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der virtuellen Aktienoptionen 28 Monate bis zum Ausübungsdatum. Die Verpflichtung beträgt 64 TEUR (i. Vj. 99 TEUR). Der Aufwand aus der Zuführung zu den Rückstellungen belief sich im Geschäftsjahr auf 35 TEUR (i. Vj. 99 TEUR).

Zu Beginn der Periode waren insgesamt 232.262 virtuelle Aktienoptionen ausstehend. In der Berichtsperiode wurden keine weiteren Optionen gewährt. Zum Abschlussstichtag waren 227.570 virtuelle Aktienoptionen ausstehend, von denen keine ausübbar war.

21. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Der Bilanzausweis setzt sich wie folgt zusammen:

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in TEUR 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015
Pensionsverpflichtungen 19.682 17.829 18.199 20.667 19.332
Ähnliche Verpflichtungen 218 251 281 292 205
19.900 18.080 18.480 20.958 19.537

Pensionsverpflichtungen

Die betriebliche Altersversorgung besteht aus beitrags- und leistungsorientierten Versorgungsplänen. Bei den leistungsorientierten Versorgungsplänen besteht die Verpflichtung, die zugesagten Leistungen zu erfüllen. Das versicherungsmathematische Risiko sowie das Anlagerisiko verbleiben beim Unternehmen. Für die Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte und aktive sowie ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Hinterbliebenen werden Rückstellungen gebildet. Die Leistungen basieren auf individuellen Zusagen, die landes- und unternehmensspezifisch unterschiedlich ausgestaltet sind; sie bemessen sich in der Regel nach der Dauer der Zugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen bestehen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an externe Versorgungsträger hinaus keine weiteren Verpflichtungen. Die Höhe der Verpflichtungen wird nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet. Die laufenden Beitragszahlungen werden als Pensionsaufwand des jeweiligen Jahres erfasst.

Wesentliche Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen bestehen bei der mehler Aktiengesellschaft in Höhe von 10.712 TEUR (i.Vj. 10.086 TEUR), der mehler engineered products gmbh in Höhe von 2.515 TEUR (i.Vj. 2.200 TEUR) und der Gear Motion GmbH in Höhe von 4.846 TEUR (i.Vj. 4.047 TEUR). Die Zusagen sehen in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit und vom Bruttogrundgehalt bei Eintritt des Versorgungsfalles lebenslange Rentenzahlungen vor und umfassen im Regelfall auch Leistungen bei Invalidität und Todesfall. Der Versorgungsfall tritt spätestens mit der Vollendung des 65. Lebensjahres ein. Eine unverfallbare Anwartschaft liegt in der Regel vor, wenn der/die Anspruchsberechtigte im Zeitpunkt des Ausscheidens das 35. Lebensjahr vollendet hat oder der Beginn der ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit mindestens zwölf Jahre zurückliegt und die Versorgungszusage mindestens drei Jahre bestanden hat. Sämtliche Versorgungsordnungen sind für neu eintretende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits geschlossen.

Risiken aus den Versorgungszusagen ergeben sich für den KAP-Konzern im Wesentlichen aus der Änderung des Rechnungszinses, der Anpassung der laufenden Leistungen sowie einer längeren Lebenserwartung. Zur Erfüllung der bestehenden Verpflichtungen wurden außer der jährlichen Dotierung der Pensionsrückstellung keine weiteren Maßnahmen getroffen.

Im Rahmen von Deferred-Compensation-Vereinbarungen gewährte Pensionszusagen sind durch den Abschluss von Lebensversicherungen als Planvermögen rückgedeckt. Der Zeitwert des Planvermögens wird maßgeblich beeinflusst durch das Zinsumfeld an den Kapitalmärkten und den jeweils zugrundeliegenden Garantiezins.

Zusammensetzung der Pensionsverpflichtungen

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in TEUR 2019 2018 2017 2016 2015
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 21.479 19.588 19.943 22.375 21.004
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -1.797 -1.759 -1.744 -1.708 -1.672
Pensionsverpflichtungen per 31. Dezember 19.682 17.829 18.199 20.667 19.332

Entwicklung der Pensionsrückstellungen

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in TEUR 2019 2018 2017 2016 2015
Stand 1. Januar 17.829 18.199 20.667 19.332 20.218
Gezahlte Renten -1.079 -1.091 -1.078 -1.036 -1.064
Zuführung 2.951 694 -951 2.467 178
Zugang - 27 745 - -
Abgang - - -634 -96 -
Auflösung - - -550 - -
Währungsdifferenzen -19 - - - -
Stand 31. Dezember 19.682 17.829 18.199 20.667 19.332
- davon Pensionsrückstellungen 21.479 19.588 19.943 22.375 21.004
- davon Vermögenswerte -1.797 -1.759 -1.744 -1.708 -1.672

Die Pensionsverpflichtungen sind in Höhe von 1.078 TEUR (i.Vj. 1.106 TEUR) innerhalb von einem Jahr fällig. In mehr als einem Jahr, aber innerhalb von fünf Jahren werden 2.616 TEUR (i. Vj. 4.281 TEUR) fällig. Nach mehr als fünf Jahren werden 16.206 TEUR (i.Vj. 12.443 TEUR) fällig.

Pensionsaufwand

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in TEUR 2019 2018 2017 2016 2015
Laufender Dienstzeitaufwand 24 24 23 43 48
Zinsaufwand 319 327 251 374 394
Entgeltumwandlung - - - - -
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - - - - -
Ergebniswirksame Bestandteile 343 350 274 417 442
Erfolgsneutrale Zuführung versicherungsmathematischer Gewinne (-)/Verluste (+)
- aus der Änderung finanzieller Annahmen 2.442 - -1.596 2.102 -
- aus der Änderung demografischer Annahmen - 254 - - -
- aus erfahrungsbedingten Anpassungen 189 115 -151 -26 -230
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) aus dem Planvermögen -23 -22 -31 -20 -34
Auswirkungen der Vermögensbegrenzung - -4 4 -7 1
Erfolgsneutrale Bestandteile 2.608 343 -1.775 2.050 -263
2.951 694 -1.501 2.467 178
- davon Zuführung 2.951 694 -951 2.467 178
- davon Auflösung - - -550 - -

Der Zinsaufwand sowie der Ertrag aus Planvermögen werden saldiert im Zinsergebnis, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital unter den Rücklagen und der Dienstzeitaufwand im Personalaufwand erfasst.

Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 55 TEUR (i.Vj. 53 TEUR).

Wesentliche Rechnungsgrundlagen und Annahmen für die Bewertung

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in % 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015
Rechnungszins 0,90 1,85 1,85 1,25 2,00
Erwartete Rendite aus Planvermögen 3,00 3,00 3,00 3,00 3,00
Künftige Gehaltssteigerungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Künftige Rentensteigerungen 1,75 1,75 1,75 1,75 1,75
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2019 2018
in TEUR Zunahme um 0,5 %-Punkte Abnahme um 0,5 %-Punkte Zunahme um 0,5 %-Punkte Abnahme um 0,5 %-Punkte
Barwert der Verpflichtung 18.633 21.302 17.016 19.307
Zinsaufwand 274 90 419 274
Dienstzeitaufwand 22 27 21 26

Ähnliche Verpflichtungen

Als ähnliche Verpflichtungen werden die Kosten für die medizinische Versorgung von Arbeitnehmern in Südafrika nach dem Eintritt in den Ruhestand ausgewiesen. Verpflichtungen hieraus bestanden am Bilanzstichtag bei KAP Textile Holdings SA Limited.

Für die Ermittlung wurden die folgenden Annahmen zugrunde gelegt:

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in % 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015
Rechnungszins 9,00 9,00 8,76 8,76 7,37
Anstieg der Gesundheitskosten 6,73 6,73 7,56 7,56 6,18

22. FINANZVERBINDLICHKEITEN

Unter den Finanzverbindlichkeiten werden alle verzinslichen Verbindlichkeiten des KAP-Konzerns gegliedert nach ihrer Fälligkeit ausgewiesen.

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in TEUR 31.12.2019 Davon Restlaufzeit >1 Jahr 31.12.2018 Davon Restlaufzeit >1 Jahr
Kreditinstitute 78.060 64.570 83.118 59.005
Finanzierungsleasing 15.346 13.566 481 15
Verbundene Unternehmen - - - -
Beteiligungsunternehmen - - - -
Dritte 667 8 3.915 379
94.073 78.143 87.514 59.399

Die effektiven Zinssätze der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bewegen sich in einer Bandbreite zwischen 1,2 5 % und 9,75 % (i. Vj. 1,25 % und 12,45 %).

Die Finanzierung durch einige Banken ist an eine Eigenkapitalquote von 30 % gekoppelt. Der Quotient aus Nettofinanzschulden und EBITDA darf 3,0 nicht übersteigen. Die im Darlehensvertrag vereinbarten Finanzkennzahlen wurden zum Geschäftsjahresende eingehalten.

Bei den Finanzverbindlichkeiten unterscheiden sich die Zeitwerte nicht wesentlich von den Buchwerten, da die Zinszahlungen auf diese Kreditaufnahmen entweder nahezu den aktuellen Marktzinssätzen entsprechen oder die Kreditaufnahmen kurzfristig sind.

23. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN

Der Posten beinhaltet neben den Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr Verpflichtungen, die hinsichtlich Eintritt und Höhe konkret sind, deren Fälligkeit jedoch mehr als zwölf Monate in der Zukunft liegt. Eine Abzinsung erfolgt, sofern die Verpflichtungen unverzinslich sind.

24. ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN

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in TEUR 01.01. 2019 Währungsdifferenz Zugänge1 Abgänge1 Zuführung Verbrauch
Personalbereich 7.973 3 - - 7.743 -7.073
Reklamationen und Garantien 13.329 2 - - 1.325 -736
Restrukturierungsmaßnahmen 442 - - - 574 -665
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 859 - - - 335 -377
Sonstige Rückstellungen 2.551 11 - - 3.322 -848
25.154 17 - - 13.299 -9.700
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in TEUR Auflösung 31.12.2019
Personalbereich -400 8.247
Reklamationen und Garantien -3.923 9.997
Restrukturierungsmaßnahmen - 351
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften -368 449
Sonstige Rückstellungen -1.281 3.756
-5.972 22.799

1 Aus Veränderungen des Konsolidierungskreises.

Die Rückstellungen des Personalbereichs beinhalten im Wesentlichen Tantiemen, Abfindungen, Gleitzeitguthaben sowie Urlaubsansprüche. Es bestehen Unsicherheiten bezüglich der Höhe und des Zeitpunkts der Abflüsse. Es wird erwartet, dass diese innerhalb von einem Jahr zu Auszahlungen führen.

Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften wurden gebildet, sofern keine der Vertragsparteien ihre Verpflichtungen vollständig erfüllt hat. Es bestehen Unsicherheiten bezüglich der Höhe und des Zeitpunkts der Abflüsse. Es wird erwartet, dass diese innerhalb von einem Jahr zu Auszahlungen führen.

Die verbleibende Rückstellung für Restrukturierungsmaßnahmen von 442 TEUR aus dem Vorjahr wurde auf Basis des Beschlusses zur Schließung des Standortes Haslach des Segments precision components gebildet. Die Umsetzung wurde im Geschäftsjahr 2019 abgeschlossen.

Eine Vielzahl von Risiken und Verpflichtungen aus dem operativen Geschäft werden unter sonstige Rückstellungen ausgewiesen. Es bestehen Unsicherheiten bezüglich der Höhe und des Zeitpunkts der Abflüsse. Es wird erwartet, dass die übrigen Rückstellungen in Höhe von 4.247 TEUR (i.Vj. 5.477 TEUR) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr haben. Der Zinsaufwand beträgt 17 TEUR (i.Vj. 7 TEUR).

25. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen offene Verpflichtungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr, die alle innerhalb eines Jahres fällig sind. Die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen aufgrund deren kurzfristiger Art den beizulegenden Zeitwerten.

26. TATSÄCHLICHE ERTRAGSTEUERN

Der Posten betrifft die noch ausstehenden Zahlungsverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern.

27. ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN

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in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Vertragsverbindlichkeiten 2.391 1.436
Sonstige Verbindlichkeiten 7.321 6.983
9.712 8.419

Die im Zusammenhang mit den Vertragsverbindlichkeiten in der Berichtsperiode erfassten Erlöse, die zu Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren, betrugen 1.436 TEUR (i.Vj. 1.003 TEUR).

Der Ausweis beinhaltet im Wesentlichen abgegrenzte Löhne und Gehälter sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 722 TEUR (i. Vj. 798 TEUR) und Rechnungsabgrenzungsposten aus erhaltenen Vorauszahlungen für Verträge mit Laufzeit über den Bilanzstichtag hinaus. Bis auf den passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 735 TEUR (i. Vj. 181 TEUR) sind die sonstigen Verbindlichkeiten finanzieller Art.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG

28. UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN

Das Unternehmen erzielt Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen durch den Verkauf seiner Produkte/Dienstleistungen.

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in TEUR 2019 2018
Fortgeführte Geschäftsbereiche 372.803 389.829
Aufgegebene Geschäftsbereiche - 32.510
372.803 422.339

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen und geografischen Bereichen wird in der Segmentberichterstattung unter Ziffer 48 dargestellt.

29. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

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in TEUR 2019 20181
Abgang von Anlagevermögen 451 1.249
Währungskursgewinne 1.179 1.673
Auflösung von Rückstellungen 2.593 2.368
Auflösung von Wertberichtigungen für erwartete Verluste 312 214
Mieterträge Renditeimmobilien 3.885 3.880
Mieterträge 750 744
Versicherungsentschädigungen 15.669 188
Übrige Erträge 4.833 4.188
29.672 14.504

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

Die übrigen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Kostenerstattungen in Höhe von 1.274 TEUR (i.Vj. 396 TEUR) und periodenfremde Erträge in Höhe von 533 TEUR (i. Vj. 857 TEUR) sowie Erträge aus dem Unterschiedsbetrag aus der angepassten Kaufpreisallokation der Heiche-Gruppe in Höhe von 445 TEUR.

30. MATERIALAUFWAND

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in TEUR 2019 20181
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 170.281 184.865
Bezogene Leistungen 33.527 34.806
203.808 219.671

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst. Der Ausweis im Vorjahr hat sich geändert. Es wurden 924 TEUR von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in bezogene Leistungen umgegliedert.

31. PERSONALAUFWAND

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in TEUR 2019 20181
Löhne und Gehälter 82.982 77.080
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 17.427 15.848
100.409 92.928

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

In den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung sind Aufwendungen zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 4.044 TEUR (i.Vj. 3.532 TEUR) sowie für beitragsorientierte Pläne in Höhe von 486 TEUR (i.Vj. 461 TEUR) enthalten.

Durchschnittlich waren im Konzern beschäftigt:

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2019 2018
Arbeiter 2.009 1.979
Angestellte 840 813
2.849 2.792
Auszubildende 64 62
2.913 2.854

32. ABSCHREIBUNGEN

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in TEUR 2019 2018
Immaterielle Vermögenswerte 6.919 3.184
Sachanlagen 39.520 21.479
Renditeimmobilien 310 312
46.749 24.974

In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.559 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) auf den Goodwill das Segment surface technologies betreffend enthalten.

Des Weiteren sind in den Abschreibungen auf Sachanlagen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 14.390 TEUR (i.Vj. 805 TEUR) enthalten. Hiervon entfallen 9.493 TEUR (i.Vj. 0 TEUR) auf das Segment engineered products und 4.897 TEUR (i.Vj. 805 TEUR) auf das Segment surface technologies.

33. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

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in TEUR 2019 2018
Instandhaltung 12.504 11.439
Ausgangsfrachten 6.478 7.411
Zuführung zu Wertberichtigungen für erwartete Verluste 782 381
Provisionen 1.084 1.053
Versicherungen 1.623 1.441
Forderungsverluste 190 46
Rechts- und Beratungskosten 9.759 10.406
Verpackungsmaterial 3.107 3.397
Mieten und Leasing 834 2.479
Währungskursverluste 1.186 1.679
Zuführung zu Rückstellungen 13 11
Abgang von Anlagevermögen 616 379
Sonstige Steuern 1.021 954
Aufwendungen Renditeimmobilien 1.159 612
Reklamationen und Garantien 1.590 1.470
Übrige Aufwendungen 18.277 14.326
60.226 57.484

Die übrigen Aufwendungen beinhalten eine Vielzahl von Beträgen, die in Zusammenhang mit Aktivitäten des operativen Geschäfts, der Verwaltung und des Vertriebs anfallen.

34. ERGEBNIS AUS ABGEGEBENEN VERMÖGENSWERTEN UND SCHULDEN

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in TEUR 2019 2018
- 18

Der Betrag im Vorjahr entfällt auf die Entkonsolidierung der elbtal of AMERICA inc.

35. ZINSERGEBNIS

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in TEUR 2019 2018
Zinserträge
Dritte 34 91
Beteiligungen 83 68
Sonstige 479 17
Zinsaufwand
Dritte -3.720 -4.045
Verbundene Unternehmen - -
Beteiligungen - -
Aufzinsung Pensionsverpflichtung -319 -327
Finanzierungsleasing -437 -16
Sonstige -778 -7
-4.657 -4.219

36. ÜBRIGES FINANZERGEBNIS

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in TEUR 2019 2018
-1.253 -996

Im übrigen Finanzergebnis werden Aufwendungen und Erträge aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht aus dem operativen Geschäft resultieren und weder Beteiligungs- noch Zinsergebnis darstellen, ausgewiesen.

Der Betrag des Geschäftsjahres betrifft insbesondere Währungskursverluste aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 1.196 TEUR (i.Vj. 297 TEUR).

37. ERTRAGSTEUERN

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in TEUR 2019 20181
Tatsächliche Ertragsteuern -3.320 -6.001
Latente Steuern - temporäre Bewertungsdifferenzen 2.562 1.446
Latente Steuern - steuerliche Verlustvorträge -209 -131
-966 -4.686

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

Für die Ermittlung der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten wird bei den inländischen Gesellschaften ein Steuersatz von 30 % zugrunde gelegt. Dieser beinhaltet neben dem Körperschaftsteuersatz auch den Solidaritätszuschlag zur Körperschaftsteuer von 5,5 % sowie den gewichteten Steuersatz für den Gewerbeertrag.

Die Berechnung der tatsächlichen Steuern für das jeweilige Geschäftsjahr wurde auf Basis der für den Veranlagungszeitraum gültigen Steuersätze vorgenommen.

Bei ausländischen Tochtergesellschaften werden die jeweils dort gültigen beziehungsweise erwarteten Ertragsteuersätze angewendet. Sie liegen zwischen 9 % und 38 % (i. Vj. 19 % und 38 %).

Der Steueraufwand für das Geschäftsjahr kann mit dem Konzernergebnis wie folgt abgestimmt werden:

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in TEUR 2019 20181
Konzern-Jahresergebnis vor Ertragsteuern inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche -13.152 19.269
Ertragsteuersatz KAP-Konzern 30 % 30 %
Erwartete Ertragsteuern 3.946 -5.781
Steuersatzbedingte Abweichung -1.993 415
Steuerminderungen (+)/-mehrungen (-) aufgrund steuerfreier Erträge/steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen -1.568 -611
Steuern auf Vorjahre 904 341
Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern -4.463 -356
Sonstige Effekte 2.208 1.306
Ertragsteuern laut Gewinn- und Verlustrechnung -966 -4.686
Effektiver Steuersatz -7 % 25 %

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

Die sonstigen Steuereffekte beinhalten im Wesentlichen Abschreibungen, die aufgrund der lokalen Steuergesetze nicht abzugsfähig sind. Latente Steuern in Höhe von 372 TEUR (i. Vj. -232 TEUR) wurden aufgrund der erfolgsneutralen Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste ebenfalls erfolgsneutral unter dem sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.

38. ERGEBNIS AUS AUFGEGEBENEN GESCHÄFTSBEREICHEN

Die auf die Geiger Fertigungstechnologie GmbH entfallenden Aufwendungen und Erträge stellen sich wie folgt dar:

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in TEUR 2018
Umsatzerlöse 32.510
Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen 1.745
Gesamtleistung 34.255
Sonstige betriebliche Erträge 266
Materialaufwand -17.081
Personalaufwand -9.680
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Renditeimmobilien -1.850
Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.122
Ergebnis abgegebene Vermögenswerte und Schulden 7.239
Betriebsergebnis 10.028
Ertragsteuern -18
Ergebnis nach Steuern 10.010
Ergebnisanteile fremder Gesellschafter -
Ergebnis der Aktionäre der KAP AG 10.010

Das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftsbereiche in Höhe von 3.337 TEUR (i. Vj. 1.079 TEUR) betritt die Haftungsverpflichtungen. Wir haben uns gegenüber dem Erwerber der im Geschäftsjahr 2014 veräußerten MVS-Gruppe verpflichtet, für eventuell auftretende Risiken aus Gewährleistungen und Preisprüfungen für Umsätze bis zum Veräußerungszeitpunkt der Anteile einzustehen. Der Betrag entfällt auf die Aktionärinnen und Aktionäre der KAP AG. Im Geschäftsjahr 2019 war eine Neueinschätzung der Verpflichtung erforderlich.

39. ERGEBNISANTEILE FREMDER GESELLSCHAFTER

Der Ausweis betrifft die neben der KAP AG an verschiedenen Tochterunternehmen beteiligten Gesellschafter. Der Ergebnisanteil enthält die Ausgleichsverpflichtung aus einem Ergebnisabführungsvertrag.

40. ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient aus dem Konzern-Jahresergebnis der Aktionärinnen und Aktionäre der KAP AG und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien ermittelt.

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2019 20181
Konzern-Jahresergebnis der Aktionäre der KAP AG (in TEUR) -14.044 14.247
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in 1.000) 7.760 7.195
Ergebnis je Aktie (in EUR)
- davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen -2,25 0,43
- davon aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 0,43 1,55
-1,82 1,98

1 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr haben sich Effekte ergeben, die zur Verwässerung des Ergebnisses je Aktie geführt haben.

SONSTIGE ANGABEN

41. AUSGABEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr betragen 1.721 TEUR (i.Vj. 342 TEUR).

42. EVENTUALFORDERUNGEN UND -SCHULDEN

Eine Eventualforderung ergibt sich aus möglichen Erstattungszahlungen durch die Versicherung für Schäden, die durch den Brand am 26. Juni 2019 am Standort Heinsdorfergrund verursacht wurden.

43. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Nachfolgende Eventualverbindlichkeiten könnten zukünftig zum Abfluss von Ressourcen, mit denen ein wirtschaftlicher Nutzen verbunden ist, führen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert.

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in TEUR 2019 2018
Bürgschaften - -
- davon verbundene Unternehmen - -
Gewährleistungen 73 99
- davon verbundene Unternehmen - -
Sicherheit - -
- davon verbundene Unternehmen - -
Gesamt 73 99
- davon verbundene Unternehmen - -

44. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

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in TEUR 2019 2018
Immaterielle Vermögenswerte 14 -
- davon verbundene Unternehmen - -
Sachanlagen 3.854 1.474
- davon verbundene Unternehmen - -
Renditeimmobilien - 6
- davon verbundene Unternehmen - -
Verpflichtung aus unkündbaren Miet- und Leasingverträgen 522 24.393
- davon verbundene Unternehmen - -
Verpflichtung aus Liquiditätszusagen 10 -
- davon verbundene Unternehmen - -
Gesamt 4.400 25.873
- davon verbundene Unternehmen - -

45. FINANZINSTRUMENTE

Die Buch- und Marktwerte von Finanzinstrumenten sind in der nachfolgenden Darstellung den Bewertungskategorien wie folgt zugeordnet:

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Bilanzposten
in TEUR
Bewertungskategorie nach IFRS9 Bewertungskategorie nach IAS 39 Buchwert 31.12.2019 Bemessungshierarchie Stufe 1
AKTIVA
Anteile an verbundenen Unternehmen Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 28 -
Anteile an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 50 -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 1.029 -
Sonstige Ausleihungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 189 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 58.950 -
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 12.063 -
Flüssige Mittel 5.077 -
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten 94.073 -
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten 221 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten 23.774 -
Übrige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten 6.586 -
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Bilanzposten
in TEUR
Bemessungshierarchie Stufe 2 Bemessungshierarchie Stufe 3
AKTIVA
Anteile an verbundenen Unternehmen - -
Anteile an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - -
Sonstige Ausleihungen - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - -
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - -
Flüssige Mittel - -
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten - -
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Übrige Verbindlichkeiten - -
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Bilanzposten
in TEUR
Marktwert 31.12.2019 Buchwert 31.12.2018 Bemessungshierarchie Stufe 1 Bemessungshierarchie Stufe 2
AKTIVA
Anteile an verbundenen Unternehmen 28 28 - -
Anteile an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 50 50 - -
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 1.029 1.084 - -
Sonstige Ausleihungen 189 213 - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 58.950 62.935 - -
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 12.063 6.400 - -
Flüssige Mittel 5.077 11.727 - -
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten 94.073 87.514 - -
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 221 349 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23.774 24.292 - -
Übrige Verbindlichkeiten 6.586 6.802 - -
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Bilanzposten
in TEUR
Bemessungshierarchie Stufe 3 Marktwert 31.12.2018
AKTIVA
Anteile an verbundenen Unternehmen - 28
Anteile an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - 50
Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - 1.084
Sonstige Ausleihungen - 213
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 62.935
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte - 6.400
Flüssige Mittel - 11.727
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten - 87.514
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten - 349
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 24.292
Übrige Verbindlichkeiten - 6.802

Bemessungshierarchie 1: Die Marktwertermittlung erfolgte auf Basis notierter, unangepasster Preise auf aktiven Märkten für diese oder identische Vermögenswerte und Schulden.

Bemessungshierarchie 2: Die Marktwertermittlung erfolgte auf Basis von Parametern, für die entweder direkt oder indirekt abgeleitete notierte Preise auf einem aktiven Markt zur Verfügung stehen.

Bemessungshierarchie 3: Die Marktwertermittlung erfolgte auf Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen.

Die Buchwerte stellen angemessene Näherungswerte der beizulegenden Zeitwerte dar.

Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten

Die Nettogewinne oder -verluste sowie die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, lassen sich den verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten wie folgt zuordnen:

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in TEUR 2019 2018
Kredite und Forderungen
Zinserträge 117 160
Wertminderungen (-)/Wertaufholungen -663 -400
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen 4.175 4.062
Kursgewinne und -verluste (-) aus Finanzierungstätigkeit -1.251 -297

Zinserträge aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung des Effektivzinssatzes auf den Bruttobuchwert des finanziellen Vermögenswertes berechnet. Bei Vermögenswerten, die in ihrer Bonität beeinträchtigt sind, wird der Effektivzinssatz in der Folge auf die fortgeführten Anschaffungskosten des finanziellen Vermögenswerts (nach Abzug der Wertberichtigung) angewendet.

Kredit- und Ausfallrisiko

Die Höhe der maximalen Risikoexposition für finanzielle Vermögenswerte am Bilanzstichtag entspricht den in der Bilanz angesetzten Beträgen, falls die Kontrahenten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9, es wurde jedoch kein Wertminderungsbedarf identifiziert.

Zur Minimierung des Ausfallrisikos werden Kreditauskünfte und Referenzen eingeholt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht teilweise eine Warenkreditversicherung. Der KAP-Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach ifrs 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen. Demzufolge werden für alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten sonstigen finanziellen Vermögenswerte die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen.

Die erwarteten Verlustquoten bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruhen auf den Zahlungsprofilen der Umsätze über einen Zeitraum von 36 Monaten vor dem 31. Dezember 2019 und den entsprechenden historischen Ausfällen in dieser Periode. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu externen Marktparametern und internen Faktoren sowie spezifische Informationen abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken.

Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2019 (bei Übernahme von IFRS 9) wie folgt ermittelt:

31.12.2019

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in TEUR Weniger als 3 Monate 3 bis 6 Monate 6 bis 9 Monate Über 9 Monate Summe
Erwartete Verlustquote 0-25 % 0-40 % 0-65 % 0-100 %
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 60.070 663 163 682 61.578
Wertberichtigungen 2.014 49 22 546 2.632

01.01.2019

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in TEUR Weniger als 3 Monate 3 bis 6 Monate 6 bis 9 Monate Über 9 Monate Summe
Erwartete Verlustquote 0-25 % 0-32 % 0-50 % 0-100 %
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 63.291 995 304 633 65.223
Wertberichtigungen 1.827 60 57 448 2.392

Liquiditätsrisiko

Die Zahlungsfähigkeit wird durch eine Liquiditätsplanung, eine Barreserve sowie bestätigte KreditIinien jederzeit sichergestellt. Die jederzeitige ausreichende Versorgung der operativen Einheiten mit Liquidität ist durch das Cash-Pool-System gewährleistet. Die Steuerung erfolgt zentral direkt über die KAP AG. Eine Diversifizierung hinsichtlich der Fremdkapitalgeber vermindert die Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern.

Die Fälligkeitsstruktur der vertraglichen, undiskontierten und erwarteten Zahlungsströme der finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

31.12.2019

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in TEUR Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten - 221 - 221
Kreditinstitute 13.490 52.110 12.460 78.060
Finanzierungsleasing 1.780 4.419 9.147 15.346
Verbundene Unternehmen - - - -
Beteiligungsunternehmen - - - -
Dritte 659 - 8 667
Lieferungen und Leistungen 23.774 - - 23.774
Übrige Verbindlichkeiten 6.586 - - 6.586
46.291 56.750 21.615 124.655

31.12.2018

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in TEUR Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten - 349 - 349
Kreditinstitute 24.113 49.005 10.000 83.118
Finanzierungsleasing 467 15 - 481
Verbundene Unternehmen - - - -
Beteiligungsunternehmen - - - -
Dritte 3.536 371 8 3.915
Lieferungen und Leistungen 24.292 - - 24.292
Übrige Verbindlichkeiten 6.802 - - 6.802
59.210 49.739 10.008 118.957

Marktrisiken

Die wesentlichen Marktrisiken, denen der KAP-Konzern ausgesetzt ist, ergeben sich aus Veränderungen von Wechselkursen, Zinsen und Rohstoffpreisen.

Eine Absicherung gegen diese Risiken wird grundsätzlich durch geschlossene Positionen erreicht, bei denen sich Werte oder Zahlungsströme aus originären Finanzinstrumenten ausgleichen. Zur weiteren Senkung des Risikos werden bei Bedarf bedingte Termingeschäfte in Form von Swaps abgeschlossen.

Währungsrisiko

Für die KAP AG als weltweit tätigen Konzern ergeben sich aus Sicht der jeweiligen Landesgesellschaften Fremdwährungsrisiken auf verschiedenen Absatz- und Beschaffungsmärkten. Hinzu kommen vereinzelt Risiken aus der Finanzierungstätigkeit der Auslandsgesellschaften mit der KAP AG. Wir erachten diese Risiken im Vergleich zu den Kosten, die bei dem Abschluss von Sicherungsgeschäften entstehen, für überschaubar und verzichten daher weitestgehend auf Absicherungen gegen Wechselkursschwankungen.

Wesentliche Fremdwährungspositionen per 31. Dezember 2019:

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US-Dollar Britisches Pfund Russischer Rubel
in TWE USD EUR GBP EUR RUB EUR
AKTIVA
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.230 1.096 226 264 - -
Sonstige Vermögenswerte 39 35 - - - -
Flüssige Mittel 290 259 34 40 2.329 33
Summe 1.559 1.390 260 304 2.329 33
PASSIVA
Finanzverbindlichkeiten - - - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 260 234 - - - -
Summe 260 234 - - - -
Umsatzerlöse 11.258 10.026 1.902 2.156 - -

Wesentliche Fremdwährungspositionen per 31. Dezember 2018:

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US-Dollar Britisches Pfund Russischer Rubel
in TWE USD EUR GBP EUR RUB EUR
AKTIVA
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.557 2.223 324 359 - -
Sonstige Vermögenswerte 23 20 - - - -
Flüssige Mittel 978 863 37 41 - -
Summe 3.558 3.106 361 400 - -
PASSIVA
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 233 203 - - - -
Sonstige Verbindlichkeiten 855 746 - - - -
Summe 1.088 949 - - - -
Umsatzerlöse 14.060 11.867 2.802 3.163 435 6

Unsere ausländischen Tochtergesellschaften führen auch Transaktionen in Euro durch. Diese können in den jeweiligen lokalen Abschlüssen zu entsprechenden Währungskursgewinnen beziehungsweise -Verlusten führen.

Risikokonzentrationen

Die Konzentration von Risiken kann sich durch die Abhängigkeit von wenigen großen Kunden ergeben. Eine Risikokonzentration ergibt sich, wenn mit einem Kunden 10 % oder mehr der Konzernumsätze getätigt werden.

Im Geschäftsjahr 2019 entfielen auf einen Kunden (i. Vj. einen) des Segments engineered products mehr als 10 % der Umsatzerlöse.

Zinsrisiko

Zinsänderungsrisiken entstehen dann, wenn variabel verzinsliche Darlehen aufgenommen werden. Gegen das Risiko steigender Zinsen sichern wir uns bei Bedarf durch den Erwerb von Payer-Swaps ab.

Die Finanzierung erfolgt im Inland überwiegend über einen Konsortialkredit, der eine Laufzeit von fünf Jahren hat. Der Zinssatz ist abhängig von dem Euribor, dem Nettoverschuldungsgrad sowie Art und Höhe der Inanspruchnahme der Kreditlinie. Bei diversen ausländischen Standorten bestehen Betriebsmittellinien mit variabler Verzinsung. Unten stehende Tabelle zeigt, um welchen Betrag sich der Zinsaufwand bei einer Veränderung des Zinsniveaus erhöhen bzw. vermindern (-) würde:

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2019 2018
in TEUR Zunahme um 0,5 %-Punkte Abnahme um 1,0 %-Punkte Zunahme um 0,5 %-Punkte Abnahme um 1,0 %-Punkte
Zinsaufwand 328 -656 369 -738

46. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Am 22. Januar 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat einen umfassenden Umbau des Segments engineered products beschlossen. Operative Aktivitäten mit negativen Deckungsbeiträgen sollen aufgegeben und eine nachhaltige Verbesserung der Rentabilität in diesem Segment erreicht werden. Die beschlossenen Maßnahmen beinhalten die vollständige Schließung des Standorts Fulda, dessen Schwerpunkt die Produktion von Cordgewebe ist, sowie eines Standorts in Tschechien, an dem insbesondere Softcords und Rohzwirne produziert werden. Darüber hinaus soll ein weiterer Standort in Tschechien, der sich mit der Konfektion von Zelten und technischen Geweben beschäftigt, veräußert werden. Im Geschäftsjahr 2019 entfielen auf diese Aktivitäten Umsatzerlöse von insgesamt rund 40 Mio. EUR und ein normalisiertes EBITDA von 0,0 Mio. EUR. Mit den Umbaumaßnahmen sind voraussichtliche EBITDA-Belastungen i.H.v. ca. 14 Mio. EUR verbunden, die ausschließlich die Entwicklung im Geschäftsjahr 2020 beeinflussen werden. Dies führt voraussichtlich zu einem Umsatzrückgang von 12,5 Mio. EUR gegenüber der ursprünglichen Planung 2020 ohne Restrukturierung und zu einem Rückgang gegenüber dem Umsatz 2019 von 4,8 Mio. EUR und zu einer Verbesserung des normalisierten EBITDAs im Vergleich zu 2019 von 10,0 Mio. EUR. Es ist geplant, die Maßnahmen vollumfänglich im Geschäftsjahr 2020 umzusetzen. Der Volljahres-Effekt auf Umsatz und EBITDA wird erst im Geschäftsjahr 2021 sichtbar. Die Konzernleitung geht für 2021 von einem Umsatz von ca. 122 Mio. EUR bei einem EBITDA von 12,4 Mio. EUR aus. Zudem geht sie sowohl von einer Reduzierung der Kundenkonzentration als auch von einer erhöhten Diversifikation der Industriebranchen aus, in denen die Produkte des Segments eingesetzt werden. Die dargestellten Effekte berücksichtigen noch nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

Aus der Coronavirus-Pandemie erwarten wir negative Auswirkungen auf unser Geschäft im In-und Ausland. Der weitere Verlauf der Epidemie stellt einen Unsicherheitsfaktor dar, der bis zum Aufstellungszeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden konnte. Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (who) den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Seit dem 11. März 2020 stuft die who die Verbreitung des Coronavirus nunmehr als Pandemie ein. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und Folgen auf den Geschäftsverlauf der KAP AG werden laufend überwacht. Die KAP AG geht auf Grundlage der jüngsten Entwicklungen davon aus, dass sich die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus und die notwendigen Eindämmungsmaßnahmen in allen wesentlichen Absatzmärkten negativ auswirken werden. Weiterhin bestehen Risiken bei vor- und nachgelagerten Prozessen. Die der KAP AG bekannten Abschätzungen und Annahmen sind im Prognosebericht berücksichtigt und beschrieben. Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2019 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KAP-Gruppe oder der KAP AG zu erwarten ist.

47. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme getrennt nach Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit dargestellt. Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds werden grundsätzlich eliminiert und gesondert ausgewiesen.

Der Finanzmittelfonds umfasst die am Bilanzstichtag ausgewiesenen flüssigen Mittel. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird anhand der indirekten Methode ermittelt. Für die Darstellung der Cashflows aus Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit wird die direkte Methode verwendet.

Die flüssigen Mittel haben sich wechselkursbedingt um 7 TEUR erhöht (i. Vj. um 62 TEUR vermindert). Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind enthalten:

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in TEUR 2019 2018
Zinsen
Gezahlte Zinsen (-) -3.870 -4.106
Erhaltene Zinsen 99 211
-3.771 -3.895
Ertragsteuern
Gezahlte Ertragsteuern (-) -3.464 -4.156
Erstattete Ertragsteuern 2.268 635
-1.196 -3.521

Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit stellen sich wie folgt dar:

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Zahlungsunwirksame Veränderungen
in TEUR 01.01.2019 Zahlungswirksame Veränderungen Währungskursänderungen Änderungen Konsolidierungskreis
Kreditinstitute 83.118 -5.075 -13 -
Finanzierungsleasing 481 -2.188 - -
Verbundene Unternehmen - - - -
Beteiligungsunternehmen - - - -
Dritte 3.915 -3.248 - -
87.514 -10.511 -13 -
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Zahlungsunwirksame Veränderungen
in TEUR Sonstige Änderungen 31.12.2019
Kreditinstitute - 78.060
Finanzierungsleasing 17.053 15.346
Verbundene Unternehmen - -
Beteiligungsunternehmen - -
Dritte - 667
17.053 94.073
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Zahlungsunwirksame Veränderungen
in TEUR 01.01.2018 Zahlungswirksame Veränderungen Währungskursänderungen Änderungen Konsolidierungskreis
Kreditinstitute 78.447 13.923 361 -9.613
Finanzierungsleasing - - - 478
Verbundene Unternehmen 17 -17 - -
Beteiligungsunternehmen 3 -3 - -
Dritte 4.204 -289 - -
82.672 13.614 361 -9.135
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Zahlungsunwirksame Veränderungen
in TEUR Sonstige Änderungen 31.12.2018
Kreditinstitute - 83.118
Finanzierungsleasing 3 481
Verbundene Unternehmen - -
Beteiligungsunternehmen - -
Dritte - 3.915
3 87.514

Durch die Veräußerung der Geiger Fertigungstechnologie GmbH sind im Vorjahr flüssige Mittel in Höhe von 397 TEUR abgegeben worden. Der Erlös aus dem Verkauf der Geiger Fertigungstechnologie GmbH betrug 37.708 TEUR.

Der Anteil der Geiger Fertigungstechnologie GmbH am Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit des Vorjahres betrug 523 TEUR und am Cashflow aus der Investitionstätigkeit -3.171 TEUR.

Es wurden folgende Vermögenswerte und Schulden abgegeben:

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in TEUR 2018
Langfristige Vermögenswerte 21.451
Kurzfristige Vermögenswerte 16.785
38.236
Langfristige Schulden -
Kurzfristige Schulden 28.680
28.680

Der Erwerb der Anteile an der Heiche-Gruppe im Vorjahr führte zu einem Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 19.360 TEUR. Flüssige Mittel in Höhe von 2.703 TEUR wurden erworben.

Folgende Vermögenswerte und Schulden wurden erworben:

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in TEUR 2018
Langfristige Vermögenswerte (einschließlich Goodwill) 62.388
Kurzfristige Vermögenswerte 11.798
74.186
Langfristige Schulden 8.937
Kurzfristige Schulden 20.184
29.121

48. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung orientiert sich an den Informationen, der an den Vorstand als verantwortliche Unternehmensinstanz kommuniziert wird.

Aufgrund der im KAP-Konzern bestehenden internen Finanzberichterstattung ist das Berichtsformat nach Geschäftssegmenten gegliedert.

Das Portfolio wird zur besseren Abgrenzung der Geschäftstätigkeiten in folgende detailliertere Segmente aufgeteilt:

engineered products

flexible films

it/services

precision components

surface technologies

Engineered products, flexible films, it/services, precision components und surface technologies repräsentieren jeweils spezifische Produktgruppen.

Das Segment engineered products entwickelt, produziert und vermarktet ein breites Angebot an Spezialprodukten aus technischen Fäden und Geweben, die zum Beispiel in der Automobilzulieferindustrie, als Festigkeitsträger für die Reifenindustrie, für Dachunterspannbahnen oder Putzarmierungen oder im Straßenbau Verwendung finden.

Das Segment flexible films ist spezialisiert auf die Beschichtung und Konfektionierung von Vliesen, Geweben, Folien und Papier, die als Dachunterspannbahnen und in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Das Segment it/services entwickelt innovative Lösungen und erbringt IT- und EngineeringDienstleistungen.

Das Segment precision components konzentriert sich auf die Herstellung von komplexen Metall-, Fräs- und Kunststoffteilen.

Das Segment surface technologies ist auf die Oberflächenbeschichtung und -veredelung spezialisiert.

Neben der KAP AG werden die Holdinggesellschaften KAP Textile Holdings SA Limited, mehler Aktiengesellschaft, KAP Beteiligungs Inc., KAP Precision Components GmbH (vormals gm Tec Industries Holding GmbH), KAP Surface Holding GmbH, Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH und GbR mehler ag/daun & Cie. AG der Uberleitungsspalte zugeordnet.

Die Überleitungen bezüglich der Aufwendungen und Erträge auf die entsprechenden Konzernwerte sind in der Tabelle "Weitere Informationen zur Segmentberichterstattung" im Konzernanhang ersichtlich.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Konzernabschlusses.

Konzerninterne Umsätze werden zu marktüblichen Preisen abgewickelt und entsprechen grundsätzlich denen im Verhältnis zu fremden Dritten ("At-Arm's-Length-Prinzip").

Im Segment engineered products betrugen die Umsatzerlöse mit einem Kunden 35.678 TEUR (i. Vj. 49.595 TEUR). Im Segment engineered products sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 9.493 TEUR (i.Vj. 0 TEUR) auf Sachanlagen aufgrund eines Impairments enthalten.

Im Segment precision components wurden mit einem Kunden Umsätze in Höhe von 6.269 TEUR (i. Vj. 12.162 TEUR) erzielt.

Das Segmentergebnis ist definiert als Segment-EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen, Steuern und Ergebnis aus abgegebenen Vermögenswerten und Schulden). Das Segment-EBITDA entspricht auf Konzernebene dem ebitda des Konzerns.

Das Working Capital ist definiert als Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vermindert um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

In der Überleitung auf das ebitda werden die Eliminierung von konzerninternen Zwischenergebnissen, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie nicht den Geschäftssegmenten zuordenbare Aufwendungen und Erträge erfasst.

Im Segment surface technologies sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.559 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) auf den Goodwill aufgrund eines Impairments sowie in Höhe von 4.897 TEUR (i. Vj. 805 TEUR) aufgrund des Brandes am Standort Heinsdorfergrund enthalten.

Umsatzerlöse, langfristige Vermögenswerte und Investitionen

Die Segmenterlöse mit externen Kunden wurden auf Basis der geografischen Standorte der Kunden zugeordnet. Der Gesamtbuchwert der langfristigen Vermögenswerte und die Investitionen wurden nach dem geografischen Standort der jeweiligen Einheit ermittelt. Die Investitionen umfassen die Anschaffungskosten für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019

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engineered products flexible films it/services
in TEUR 2019 20184 2019 2018 2019 2018
Umsatzerlöse mit Dritten 150.676 169.147 89.238 88.447 19.257 18.668
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 12 1 0 - 4.019 3.910
Umsatzerlöse 150.688 169.148 89.238 88.447 23.276 22.578
Segmentergebnis 1 1.482 11.742 10.121 9.143 3.030 2.299
Planmäßige Abschreibungen 7.553 7.443 3.675 3.604 996 869
Betriebsergebnis 2 -15.564 4.299 6.445 5.538 2.034 1.430
Zinserträge 411 322 38 80 18 22
Zinsaufwendungen 3.527 3.734 839 964 90 69
Ertragsteuern 1.076 1.656 320 -781 6 152
Investitionen 3 2.924 4.167 2.365 2.061 1.537 814
Working Capital 52.866 63.100 21.100 22.761 2.168 1.646
Mitarbeiter 31.12. 948 1.046 326 326 120 124
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precision components
in TEUR 2019 2018
Umsatzerlöse mit Dritten 49.525 67.636
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 8 -
Umsatzerlöse 49.533 67.636
Segmentergebnis 1 2.165 10.826
Planmäßige Abschreibungen 4.330 4.378
Betriebsergebnis 2 -2.170 6.447
Zinserträge 277 120
Zinsaufwendungen 1.201 881
Ertragsteuern 167 145
Investitionen 3 2.488 4.713
Working Capital 15.380 17.510
Mitarbeiter 31.12. 619 630
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surface technologies Überleitung Konsolidierungen
in TEUR 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Umsatzerlöse mit Dritten 64.105 43.205 3 2.725 - 1
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 20 39 - - -4.059 -3.950
Umsatzerlöse 64.125 43.244 3 2.725 -4.059 -3.949
Segmentergebnis 1 21.585 7.940 -4.855 -6.649 2.641 2.625
Planmäßige Abschreibungen 12.157 6.549 829 1.145 256 985
Betriebsergebnis 2 1.972 585 -5.684 -7.794 2.387 2.445
Zinserträge 238 45 5.209 4.915 -6.073 -5.342
Zinsaufwendungen 1.235 659 2.935 2.665 -6.071 -4.920
Ertragsteuern -831 349 228 3.828 0 24
Investitionen 3 7.295 2.746 824 6.515 2 -2.112
Working Capital 4.912 5.112 -1.328 -1.382 -20 -42
Mitarbeiter 31.12. 761 810 35 38 - -
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Fortgeführte Geschäftsbereiche
in TEUR 2019 20184
Umsatzerlöse mit Dritten 372.803 389.829
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten - -
Umsatzerlöse 372.803 389.829
Segmentergebnis 1 36.169 37.925
Planmäßige Abschreibungen 29.796 24.169
Betriebsergebnis 2 -10.580 12.951
Zinserträge 118 161
Zinsaufwendungen 3.756 4.052
Ertragsteuern 966 5.372
Investitionen 3 17.435 18.904
Working Capital 95.078 108.705
Mitarbeiter 31.12. 2.809 2.974

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

1 Das Segmentergebnis ist definiert als Segment-EBITDA.
2 Im Betriebsergebnis des Segments surface technologies sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.559 TEUR (i.Vj. 0 TEUR) auf den Goodwill und in Höhe von 4.897 TEUR (i. Vj. 805 TEUR) auf Sachanlagen enthalten und im Betriebsergebnis des Segments engineered products sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 9.493 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) enthalten.
3 Betrifft immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
4 Aufgrund von Fehlerkorrektur angepasst.

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG NACH GEOGRAFISCHEN BEREICHEN

VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019

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Umsatzerlöse mit Dritten1 Segmentvermögen2 Investitionen3
in TEUR 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Deutschland 151.312 161.593 210.364 219.767 10.305 13.465
Übriges Europa 144.533 149.712 93.791 106.681 6.166 8.070
Nord-/Südamerika 45.985 43.170 20.928 23.714 552 565
Asien 29.011 31.124 19.326 23.995 457 822
Weitere Länder 1.962 4.225 212 249 - 0
Konsolidierungen 0 5 -11.405 -12.009 -45 -4.018
Fortgeführte Geschäftsbereiche 372.803 389.829 333.216 362.398 17.435 18.904

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

1 Segmenterlöse mit externen Kunden nach geografischen Bereichen.
2 Gesamtbuchwert der Produktionsstätten.
3 Anschaffungs-/Herstellungskosten der Produktionsstandorte.

WEITERE INFORMATIONEN ZUR SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

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in TEUR 2019 2018
Segmentergebnis 36.169 37.925
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Renditeimmobilien -46.749 -24.974
Ergebnis aus abgegebenen Vermögenswerten und Schulden - 18
Betriebsergebnis -10.580 12.969
Zinsergebnis -4.657 -4.219
Übriges Finanzergebnis -1.253 -996
Finanzergebnis -5.910 -5.214
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern -16.490 7.754
Ertragsteuern -966 -4.686
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach Ertragsteuern -17.456 3.068
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern 3.337 11.154
Konzern-Jahresergebnis nach Steuern -14.119 14.222
Ergebnisanteile fremder Gesellschafter 74 25
Konzern-Jahresergebnis der Aktionäre der KAP AG -14.044 14.247

49. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Als nahestehend werden Unternehmen betrachtet, die unmittelbar oder mittelbar die KAP AG beherrschen oder von dieser beherrscht werden, es sei denn, diese Unternehmen werden am Bilanzstichtag in den Konzernabschluss der KAP AG einbezogen.

Des Weiteren werden unter diesem Begriff assoziierte Unternehmen und Joint Ventures gefasst, auf die maßgeblichen Einfluss genommen werden kann beziehungsweise die gemeinschaftlich geführt werden.

Die Beziehungen zu diesen Gesellschaften sind in der Aufstellung des Anteilsbesitzes, die unter Ziffer 51 beigefügt ist, angegeben.

Die FM Verwaltungsgesellschaft mbH, Stadtallendorf, hat uns mit Schreiben vom 1. September 2014 gemäß § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 1. September 2014 die Schwelle von 25 % überschritten hat und seit diesem Zeitpunkt 29,889 % (1.980.000 Stimmrechte) beträgt.

Herr Rüdiger Heiche, Schwaigern, hat uns mit Schreiben vom 12. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 die Schwelle von 3 % überschritten hat und 4,01 % beträgt.

Herr Gunter Heiche, Schwaigern, hat uns mit Schreiben vom 12. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 die Schwelle von 3 % überschritten hat und 4,01 % beträgt.

Herr William Elias Conway jr. hat uns mit Schreiben vom 3. Januar 2020 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 1. Januar 2020 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG nun 45,51 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,51% der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 45,51 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Project Diamant Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

Herr Daniel Anthony D'Aniello hat uns mit Schreiben vom 7. Januar 2020 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 1. Januar 2020 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG nun 45,51 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,51 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 45,51% (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Project Diamant Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

Herr David Mark Rubenstein hat uns mit Schreiben vom 3. Januar 2020 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 1. Januar 2020 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 50 % unterschritten hat und nun 45,51 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,51 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 45,51 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Project Diamant Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

Mutterunternehmen der KAP AG ist die Project Diamant Bidco AG mit Sitz in Frankfurt am Main.

Die Project Diamant Bidco AG wird in den Konzernabschluss der csp Diamant Luxco 1 Sàrl einbezogen, die im Handelsregister von Luxemburg unter der Nummer B 210.172 eingetragen ist. Dies stellt den größten Kreis von Unternehmen dar. Der Konzernabschluss wird unter der csp Diamant Luxco 1 Sàrl, Luxemburg, veröffentlicht. Die KAP AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf.

Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses der KAP AG erfolgt beim Bundesanzeiger unter der Nr. HRB 5859 des Amtsgerichts Fulda.

Natürliche Personen gelten als nahestehend, sofern sie dem Vorstand oder dem Aufsichtsrat der KAP AG angehören oder nahe Familienangehörige solcher Personen sind. Hierunter fallen auch Personen, die über andere Unternehmen den KAP-Konzern beherrschen, ihn gemeinschaftlich führen oder einen maßgeblichen Einfluss ausüben oder die einen wesentlichen Stimmrechtsanteil, direkt oder indirekt, an solchen Unternehmen besitzen. Die Angaben über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat können der Anhangangabe 50 Vorstand und Aufsichtsrat entnommen werden.

Die Mandate der Vorstandsmitglieder sowie der übrigen Aufsichtsratsmitglieder der KAP AG sind unter Ziffer 50 aufgeführt.

Die Volumina der im Geschäftsjahr vorgenommenen Transaktionen sowie der am Bilanzstichtag noch ausstehenden Salden mit nahestehenden Unternehmen unterteilen sich wie folgt:

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in TEUR 2019 2018
MUTTERUNTERNEHMEN
Erbrachte Lieferungen und Leistungen an das Mutterunternehmen
Sonstige Erträge 16 87
Forderungen gegen Mutterunternehmen
Lieferungen und Leistungen 11 104
VERBUNDENE UNTERNEHMEN
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
Finanzforderungen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Finanzverbindlichkeiten - 0
BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Erbrachte Lieferungen und Leistungen an Beteiligungsunternehmen
Zinserträge aus gewährten Krediten 83 68
Sonstige Erträge - 0
Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen
Ausleihungen 1.029 1.084
Finanzforderungen 65 61
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in TEUR 2019 2018
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen
Finanzverbindlichkeiten 0 -
SONSTIGE NAHESTEHENDE UNTERNEHMEN
Erbrachte Lieferungen und Leistungen an sonstige nahestehende Unternehmen
Umsatzgeschäfte - -
Sonstige Erträge - -
Empfangene Lieferungen und Leistungen von sonstigen nahestehenden Unternehmen
Bezogene Rohstoffe, Lohnfertigung - -
Zinsaufwendungen aus erhaltenen Krediten - -
Sonstige Aufwendungen - 813
Forderungen gegen sonstige nahestehende Unternehmen
Lieferungen und Leistungen - -
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen
Finanzverbindlichkeiten - -
Lieferungen und Leistungen - -

Herr Bachmann als Mitglied des Aufsichtsrats ist für die Gesellschaft rb Capital Ltd., Guernsey, tätig. Die rb Capital Ltd., Guernsey, hat für Vermittlungs- und Beratungsleistungen im Vorjahr insgesamt 813 TEUR in Rechnung gestellt.

50. VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Als Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode waren berufen:

Uwe Stahmer, Vorstand

(ab 1. Oktober 2019)

Kaufmann, Bad Zwischenahn, Deutschland

Keine weiteren Mandate

Guido Decker, Sprecher des Vorstands

(bis 30. September 2019)

Diplom-Kaufmann, Fulda, Deutschland

Keine weiteren Mandate

Dr. Alexander Riedel, Finanzvorstand

Diplom-WirtschaftsingeniEUR, München, Deutschland

Keine weiteren Mandate

Als Aufsichtsratsmitglieder in der Berichtsperiode waren berufen:

Christian Schmitz, Vorsitzender

Managing Director bei The Carlyle Group, London, Großbritannien

Weitere Mandate:

CANAVERAL HOLDCO limited, London, Großbritannien 2

Mehler AG, Fulda, Deutschland 1

Fried Möller, stellvertretender Vorsitzender

Diplom-Kaufmann, Stadtallendorf, Deutschland

Weitere Mandate:

Mehler AG, Fulda, Deutschland 1

KAP Textile Holdings SA Ltd., Paarl, Südafrika 2

Joachim Coers

(ab 3. Juli 2019)

Nonnenhorn, Deutschland

Keine weiteren Mandate

Pavlin Kumchev

(bis 28. Februar 2019)

Associate Director bei The Carlyle Group, London, Großbritannien

Weitere Mandate:

Project Light Topco Ltd., London, Großbritannien 2

Uwe Stahmer

(bis 30. September 2019)

Kaufmann, Bad Zwischenahn, Deutschland

Unternehmensberater

Keine weiteren Mandate

Roy Bachmann

Diplom-Kaufmann,

Managing Director bei rb Capital Partners LLP,

London, Großbritannien

Keine weiteren Mandate

1 Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden inländischen Aufsichtsräten.
2 Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien.

Gewährte Zuwendungen

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Name Decker, Guido
Funktion CEO
Eintritt 01.08.2017
Austritt 30.09.2019
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in TEUR 2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 255 255 255 296 296 296
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 12 12 12 16 16 16
Summe fixe Vergütung 267 267 267 312 312 312
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 617 617 617 100 100 100
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 617 617 617 100 100 100
Aktienoptionsplan - - - - - -
Gesamtvergütung 884 884 884 412 412 412
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Name Riedel, Alexander, Dr.
Funktion CFO
Eintritt 01.05.2018
Austritt n. a.
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in TEUR 2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 312 312 312 208 208 208
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 11 11 11 7 7 7
Summe fixe Vergütung 323 323 323 215 215 215
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 125 0 125 67 67 67
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 125 0 125 67 67 67
Aktienoptionsplan - - - 924 - 4.000
Gesamtvergütung 448 323 448 1.206 282 4.282
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Name Stahmer, Uwe
Funktion CEO
Eintritt 01.10.2019
Austritt n. a.
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in TEUR 2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 105 105 105 n. a. n. a. n. a.
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 1 1 1 n. a. n. a. n. a.
Summe fixe Vergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Aktienoptionsplan - - - n. a. n. a. n. a.
Gesamtvergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.

1 Eine weitere gewährte Nebenleistung stellt die D&O-Versicherung dar.

Zugeflossene Zuwendungen

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Name Decker, Guido
Funktion CEO
Eintritt 01.08.2017
Austritt 30.09.2019
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in TEUR 2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 255 255 255 296 296 296
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 12 12 12 16 16 16
Summe fixe Vergütung 267 267 267 312 312 312
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 717 717 717 100 100 100
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 717 717 717 100 100 100
Aktienoptionsplan - - - - - -
Gesamtvergütung 984 984 984 412 412 412
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Name Riedel, Alexander, Dr.
Funktion CFO
Eintritt 01.05.2018
Austritt n.a.
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in TEUR 2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 312 312 312 208 208 208
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 11 11 11 7 7 7
Summe fixe Vergütung 323 323 323 215 215 215
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) 60 60 60 0 0 0
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) 60 60 60 0 0 0
Aktienoptionsplan - - - 0 0 0
Gesamtvergütung 383 383 383 215 215 215
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Name Stahmer, Uwe
Funktion CEO
Eintritt 01.10.2019
Austritt n. a.
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in TEUR 2019 2019 (Min.) 2019 (Max.) 2018 2018 (Min.) 2018 (Max.)
Festvergütung 105 105 105 n. a. n. a. n. a.
Nebenleistungen 1 (Firmenwagen) 1 1 1 n. a. n. a. n. a.
Summe fixe Vergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.
Einjährige variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n.a. n. a.
Summe variable Vergütung (inkl. Abfindung) - - - n. a. n. a. n. a.
Aktienoptionsplan - - - n. a. n. a. n. a.
Gesamtvergütung 106 106 106 n. a. n. a. n. a.

1 Eine weitere gewährte Nebenleistung stellt die D&O-Versicherung dar.

Die KAP AG selbst hat keine Mitarbeiter. Von der KAP AG selbst wurden im Berichtsjahr keine Vorstandsbezüge gezahlt. Die Vergütung für Herrn Decker sowie Herrn Dr. Riedel wird der KAP AG von der Project Diamant Administration GmbH, Frankfurt am Main, in Rechnung gestellt.

Herr Decker hat als Vorstand der KAP AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats und auf Basis des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 20.000 Aktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017 gegen Bareinlagen gezeichnet. Die neuen Aktien wurden an Herrn Decker ausgegeben. Die Kapitalerhöhung dient dem von der Hauptversammlung gebilligten Zweck der Bindung des Vorstands an die Gesellschaft. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 29. Januar 2018. Der Ausgabebetrag beläuft sich auf 33,92 EUR je neue Aktie und entspricht dem letzten amtlichen Schlusskurs der Aktien der Gesellschaft am 29. November 2017 abzüglich eines 5 %igen Abschlags. Herr Dr. Riedel hat als Finanzvorstand der KAP AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats und auf Basis des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. April 2018 1 8.045 Aktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017 gegen Bareinlagen gezeichnet. Die neuen Aktien wurden an Herrn Dr. Riedel ausgegeben. Die Kapitalerhöhung dient dem von der Hauptversammlung gebilligten Zweck der Bindung des Vorstands an die Gesellschaft. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 27. Juni 2018. Der Ausgabebetrag beläuft sich auf 33,25 EUR.

Die KAP AG unterhält seit 2017 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. An dem Programm nehmen Herr Decker und Herr Dr. Riedel teil. Herrn Decker wurden mit Dienstbeginn 1. August 2017 einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren erdient werden. Der Zeitwert der virtuellen Aktienoptionen betrug zum Zeitpunkt der Gewährung 924.331 EUR. Herrn Riedel wurden mit Dienstbeginn 1. Mai 2018 einmalig 100.000 virtuelle Aktienoptionen per 1. November 2018 zugesagt, die über einen Zeitraum von vier Jahren ab Dienstbeginn erdient werden. Der Zeitwert der virtuellen Aktienoptionen betrug zum Zeitpunkt der Gewährung 994.306 EUR. Das Programm sieht vor, dass der Berechtigte bei der Ausübung der Option einen Barauszahlungsanspruch gegenüber der Gesellschaft erhält. Ausübungszeitpunkt ist der 31. Juli 2021 (Herr Decker) bzw. der 30. April 2022 (Herr Dr. Riedel). Der Barauszahlungsanspruch entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kurswert (Xetra-Handel, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main) der letzten 20 Börsenhandelstage vor Ausübung der Option und dem Basiswert von 30 EUR (Herr Decker) bzw. 33 EUR (Herr Dr. Riedel). Der Anspruch ist der Höhe nach auf 40 EUR je Option begrenzt, wobei eine Bereinigung um zwischenzeitlich erfolgte Dividendenausschüttungen und etwaige Verwässerungseffekte bei Kapitalerhöhungen erfolgt. Da zwischen der Gewährung der virtuellen Aktienoptionen und dem Abschlussstichtag Kapitalmaßnahmen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 227.570 (i. Vj. 232.262) Stück erhöht, wobei davon 117.147 (i.Vj. 1 1 9.562) Stück auf Herrn Decker und 1 10.423 (i. Vj. 112.700) Stück auf Herrn Dr. Riedel entfallen. Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der Optionen 19 Monate (Herr Decker) bzw. 28 Monate (Herr Dr. Riedel). Der im Geschäftsjahr ergebniswirksame Ertrag aus dem Aktienoptionsprogramm beträgt 1 27.398 EUR, wovon 92.000 EUR auf Herrn Decker und 35.398 EUR auf Herrn Dr. Riedel entfallen.

In den Pensionsverpflichtungen sind Pensionsverpflichtungen für ehemalige Mitglieder des Vorstands in Höhe von 1.336 TEUR (i. Vj. 1.356 TEUR) enthalten.

Für die Mitglieder des Aufsichtsrates fielen Gesamtbezüge in Höhe von 8 7 TEUR (i.Vj. 28 TEUR) an.

51. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES DER KAP AG GEMÄSS § 313 ABSATZ 2 HGB

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In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen Sitz Anteil am Kapital
in %
KAP Precision Components GmbH (vormals GM Tec Industries Holding GmbH) Fulda 100,00 1
BEBUSCH Hungaria Müanyagfeldolgozó Kft. Oroszlány/Ungarn 100,00
Gear Motion GmbH Ehingen 100,00 1
Gear Motion Grundstücksverpachtungs GmbH & Co. KG Ehingen 100,00 1
Gear Motion Grundstücksverwaltungs GmbH Ehingen 100,00
Minavto OOO Logoisk/Weißrussland 100,00
Präzisionsteile Dresden GmbH & Co. KG Dresden 100,00 1
Präzisionsteile Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH Dresden 100,00
Heiche Logistic GmbH Schwaigern 100,00 1
Heiche Oberflächentechnik GmbH Schwaigern 100,00 1
Heiche Polska sp. z o.o. Stanowice/Polen 100,00
KAP Surface Holding GmbH Fulda 100,00 1
Gt Oberflächen GmbH Heinsdorfergrund 100,00
Heiche Bayern GmbH (vorher: Heiche Bayern Verwaltungs GmbH) Hunderdorf 100,00
Heiche Hungary Real Estate Kft. Sátoraljaújhely/Ungarn 100,00
Heiche Hungary Surface Technologies Kft. Sátoraljaújhely/Ungarn 100,00
Heiche Oberflächentechnik Beteiligungs GmbH Leisnig 100,00
Heiche Sachsen GmbH & Co. KG Leisnig 100,00 1
Heiche US Inc. (vorher: KAP US Surface Inc.) Atlanta/USA 100,00
Metallveredlung Döbeln GmbH Döbeln 100,00
KAP Textile Holdings SA Limited Paarl, Südafrika 100,00
UKW Properties (Pty.) Ltd. Paarl, Südafrika 100,00
MEHLER Aktiengesellschaft Fulda 100,00 1
CaPlast Kunststoffverarbeitungs GmbH Nordkirchen-Capelle 100,00 1
Convert Vliesveredlung GmbH Detmold 74,00
Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG Waldfischbach-Burgalben 74,00
Elbtal Verwaltungs GmbH Coswig 100,00
Elbtal Plastics GmbH & Co. KG Coswig 100,00 1
GbR MEHLER AG/DAUN & Cie. AG Stadtallendorf 94,00
it-novum GmbH Fulda 100,00 1
it-novum Schweiz GmbH Zürich, Schweiz 100,00
KAP Beteiligungs Inc. Martinsville/USA 100,00
MEHLER ENGINEERED PRODUCTS GMBH Fulda 100,00 1
MEHLER ENGINEERED PRODUCTS INDIA PRIVATE LIMITED Bangalore/Indien 100,00
MEHLER ENGINEERED PRODUCTS, INC. Martinsville/USA 100,00
MEHLER ENGINEERED PRODUCTS s.r.o. Jilemnice/Tschechien 100,00
MEHLER ENGINEERED PRODUCTS (Suzhou) Co. Ltd. Suzhou/China 100,00
MEHLER Engineering und Service GmbH Fulda 100,00 1
Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH Fulda 100,00
NOW Contec GmbH Detmold 74,00
NOW Contec GmbH & Co. KG Waldfischbach-Burgalben 74,00
OLBO & MEHLER Tex GmbH & Co. KG Fulda 100,00 1
OLBO & MEHLER TEX PORTUGAL LDA. Famalicao/Portugal 100,00
Olbo & Mehler Tex North America, Inc. Charlotte/USA 100,00
OLBO & MEHLER Verwaltungs-GmbH Fulda 100,00
Riflex Film AB Ronneby/Schweden 100,00
Safe-Box Self Storage Mönchengladbach GmbH Mönchengladbach 33,33 2
Steinweg Kunststoffolien GmbH Castrop-Rauxel 75,00 1
Technolen technicky textil s.r.o. Hlinsko/Tschechien 100,00

1 Inländische Gesellschaften, die von der Vorschrift des § 264 Absatz 3 HGB und des § 264 b HGB über die Befreiung von der Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses Gebrauch gemacht haben.
2 Einbeziehung at equity.

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In den Konzernabschluss nicht einbezogene Unternehmen Sitz Anteil am Kapital
in %
über KAP Textile Holdings SA Limited Paarl, Südafrika 100,00
Rags and Fabrics (Lesotho) (Pty.) Ltd. Lesotho 100,00
über MEHLER Aktiengesellschaft Fulda 100,00
Kammgarnbüro GmbH Frankfurt am Main 32,81
Platin 1535. GmbH Frankfurt am Main 100,00
Ude technical products GmbH in Insolvenz Kalefeld 100,00

52. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Gesellschaft hat die Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben und auf ihrer Homepage unter www.kap.de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung veröffentlicht. Diese Erklärung beinhaltet die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG.

53. HONORAR DES KONZERNABSCHLUSSPRÜFERS

Für das Jahr berechnetes Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers:

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in TEUR 2019 2018
Abschlussprüfungen 568 229
Sonstige Bestätigungsleistungen - 94
Sonstige Beratungsleistungen 18 124
586 447

Die sonstigen Bestätigungsleistungen betreffen im Wesentlichen prüferische Tätigkeiten in Bezug auf Zwischenabschlüsse. Die sonstigen Leistungen betreffen im Wesentlichen Sonderuntersuchungen.

54. VORSCHLAG FÜR DIE FESTSTELLUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DIE VERWENDUNG DES BILANZGEWINNS

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresabschluss der KAP AG mit einem nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches ermittelten Bilanzgewinn von 16.037.452,86 EUR festzustellen.

Des Weiteren wird der Hauptversammlung am 22. September 2020 voraussichtlich vorgeschlagen, die Ausschüttung einer Dividende aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 0,00 EUR (i. Vj. 15.520.706,00 EUR) zu beschließen und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 16.037.452,86 EUR auf neue Rechnung vorzutragen. Dies entspricht einer Dividende von 0,00 EUR (i. Vj. 2,00 EUR) pro Stückaktie.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung wurden im Geschäftsjahr 2019 15.520.706,00 EUR (i. Vj. 14.055.692,00 EUR) als Dividende ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividende von 2,00 EUR (i. Vj. 2,00 EUR) pro Stückaktie.

55. ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 der KAP AG wurden am 26. März 2020 durch Beschluss des Vorstands zur Veröffentlichung freigegeben.

 

Fulda, den 26. März 2020

KAP AG

Vorstand

Eckehard Forberich, Vorstandssprecher

Dr. Alexander Riedel, Finanzvorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

AN DIE KAP AG, FULDA

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Konzernabschluss der KAP AG, Fulda, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern)

bestehend aus der Konzernbilanz vom 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der KAP AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns Bezug genommen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den ifrs, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Ubereinstimmung mit § 317 HGB und der Eu-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APRVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrvo, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrvo erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

WERTHALTIGKEIT DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE

Zugehörige Informationen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Hinsichtlich den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Abschnitt 5. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" sowie auf den Abschnitt 7. "Immaterielle Vermögenswerte" im Konzernanhang. Angaben zum Geschäftsverlauf und zu der wirtschaftlichen Entwicklung in den Segmenten finden sich im Konzernlagebericht im Abschnitt "Wirtschaftsbericht".

Sachverhalt und Risiko für die Prüfung

Im Konzernabschluss werden unter den Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte", insgesamt 35,4 Mio. EUR ausgewiesen. Diese stellen mit 17,0 % der langfristigen Vermögenswerte und 10,2 % der Bilanzsumme des Konzerns einen wesentlichen Posten in der Bilanz dar. Auf den "Geschäfts- oder Firmenwert" entfallen hiervon 9,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2019.

Beim Aufkommen von Anhaltspunkten für einen möglichen Wertminderungsbedarf bei Vermögenswerten, wird durch die Gesellschaft anlassbezogen eine zentrale Wertminderungsprüfung vorgenommen. Gemäß IAS 36.90 erfolgt die Prüfung der Werthaltigkeit des "Geschäfts- oder Firmenwertes" jährlich. Hierbei wird auf Ebene der Cash Generating Unit (CGU) der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag der jeweiligen CGU verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf, der zunächst einem "Geschäfts- oder Firmenwert" und in der darüberhinausgehenden Höhe den anderen Vermögenswerten der CGU zuzurechnen ist.

Die Werthaltigkeitsprüfung im Rahmen des IAS 36 ist durch seine Komplexität und einer Reihe ermessenbehafteter Annahmen auf Ebene der CGU gekennzeichnet. Dies beinhaltet die erwarteten Geschäfts- und Ergebnisentwicklungen der jeweiligen CGU für die dem Detailplanungszeitraum zugrundeliegenden Jahre, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten und den verwendeten Abzinsungssatz.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass eine zum Abschlussstichtag bestehende Wertminderung nicht erkannt wurde und dies in einer Überbewertung von Aktivposten resultiert.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. In diesem Rahmen haben wir mit den Planungsverantwortlichen der Gesellschaft die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten erörtert. Ergänzend haben wir eine Abstimmung mit der vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Als Quellen dienten uns im Wesentlichen Konjunkturberichte von anerkannten Brancheninstituten.

Zur Validierung der Prognosegüte der Gesellschaft haben wir die Planungen aus vergangenen Jahren mit tatsächlich eingetretenen Zahlen abgestimmt. Abweichungen zwischen Plan- und Ist-Werten wurden durch uns analysiert und mit den Planungsverantwortlichen besprochen. Die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, die Marktrisikoprämie und der Betafaktor haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Die rechnerische Richtigkeit in dem von der Gesellschaft verwendeten Bewertungsmodell haben wir nachvollzogen.

Abschließend haben wir die Anhangangaben zur Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts beurteilt, ob diese sachgerecht sind.

Die der Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- und Firmenwerte zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen nach ias 36. Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind insgesamt vertretbar und die Anhangangaben sind vollständig.

BEWERTUNG DES VORRATSVERMÖGENS

Zugehörige Informationen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Hinsichtlich den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf den Abschnitt 5. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" sowie auf den Abschnitt 13. "Vorräte" im Konzernanhang.

Sachverhalt und Risiko für die Prüfung

Im Konzernabschluss werden unter den Bilanzposten "Vorräte" insgesamt 59,9 Mio. EUR ausgewiesen. Diese stellen einen erheblichen Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte und 17,3 % der Bilanzsumme des Konzerns dar.

Aufgrund der Serienfertigung in hohen Stückzahlen sind der mengenmäßige Bestand und die korrekte Bewertung der Vorräte für die Geschäftsentwicklung von Bedeutung. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und unterliegen einer regelmäßigen Werthaltigkeitsprüfung. Es besteht das Risiko, dass die in der periodischen Werthaltigkeitsprüfung ermittelten Abwertungen nicht berücksichtigt wurden und somit die Vorräte überbewertet sind. Zusätzlich besteht bei den Vorräten das Risiko, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über dem Verkaufspreis abzüglich der noch zu leistenden Vertriebs- und Verwaltungskosten liegen und eine Wertberichtigung auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert nicht erfolgt ist.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir uns vom mengenmäßigen Bestand in den bedeutsamen Warenlägern überzeugt. In diesem Rahmen haben wir die Anweisungen und Verfahren zur Aufzeichnung und zur Kontrolle der durchgeführten Inventuren beurteilt sowie selbst an ausgewählten Inventuren teilgenommen. Dabei haben wir auf Basis von Stichproben Testzählungen durchgeführt und die Resultate mit den Zählungen der Gesellschaft verglichen.

Wir haben die Angemessenheit der Prozesse im Bereich des Wareneingangs und des Warenausgangs sowie die Identifikation von obsoleten Vorräten beurteilt.

Die periodisch durchgeführte Werthaltigkeitsprüfung haben wir zum Stichtag der Gesellschaft hinsichtlich der rechnerischen Richtigkeit nachvollzogen und stichprobenweise mit den zugrundeliegenden Unterlagen abgestimmt. Ergänzend haben wir die Bewertungsgrundlage und Methode beurteilt und im Rahmen der Überprüfung der Kalkulation der Herstellungskosten bei Halb- und Fertigerzeugnissen einzelne Kostenkomponenten analysiert und mit entsprechenden Grundlagen abgestimmt sowie Veränderungen der Stückkosten kritisch hinterfragt.

Die der Ermittlung der Herstellungskosten zugrunde liegende Berechnungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die Vorräte sind am Stichtag mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet worden.

UMSATZERFASSUNG

Zugehörige Informationen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Hinsichtlich den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf den Abschnitt 5. "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" sowie auf den Abschnitt 27. "Umsatzerlöse" im Konzernanhang und auf den Abschnitt 46 in der Segmentberichterstattung.

Sachverhalt und Risiko für die Prüfung

Der konsolidierte Umsatz betrug im Geschäftsjahr 201 9 372,8 Mio. EUR Dabei wurden in den Segmenten engineered products rund 40,4 %, flexible films rund 23,9 %, it/services rund 5,2 %, precision components rund 13,3 % und surface technologies rund 17,2 % erwirtschaftet.

Die Umsatzerlöse bilden eine wichtige Grundlage zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung und stehen dadurch im Fokus von internen und externen Stakeholdern. Dabei beinhalten die Umsätze die Serienfertigung in den Segmenten engineered products, flexible films, precision components und surface technologies und die Erbringung von Dienstleistungen im Segment it/services.

Es besteht das Risiko, dass die sachliche und zeitliche Abgrenzung der Umsätze nicht periodengerecht erfolgt im Hinblick auf die jeweils gültigen Lieferbedingungen bzw. den Leistungsfortschritt.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir den Prozess der Umsatzerfassung für die verschiedenen Segmente im Hinblick auf die vollständige und korrekte Abbildung des Werteflusses untersucht. Ferner haben wir die im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben für die Realisierung von Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen sowie Dienstleistungen anhand der in ifrs 15 definierten Kriterien gewürdigt.

Dabei haben wir mittels Stichproben anhand einzelner Geschäftsvorfälle nachvollzogen, ob die vertraglich vereinbarten Handelsklauseln bei der Umsatzerfassung berücksichtigt wurden und im korrekten Geschäftsjahr erfasst wurden. Weiterhin wurden basierend auf Kundenverträgen und externer Nachweise stichprobenhaft die korrekte Erfassung der Übertragung von Produkten und Dienstleistungen nach Leistungsfortschritt geprüft.

Ergänzend haben wir auf Stichprobenbasis Drittbestätigungen von Kunden eingeholt, um den Bestand der Forderungen zum Stichtag und die zugehörigen Umsatzerlöse nachzuvollziehen.

Abschließend haben wir anhand von Analysen die Umsatzentwicklung von Kunden und Märkten sowie die Umsatzverteilung innerhalb des Jahres untersucht, um Auffälligkeiten innerhalb der Umsatzerlöse zu identifizieren.

Die Umsatzerlöse wurden unter Beachtung der Anforderungen des ifrs 15 erfasst und es ergaben sich hinsichtlich der Periodenabgrenzung keine Einwendungen.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB, auf die im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns Bezug genommen wird

Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b ff. HGB und § 315b ff. HGB

die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach § 297 Abs. 2 S. 4 und § 315 Abs. 1 S. 5 HGB

den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex

die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns sowie unseres Bestätigungsvermerks

Der Aufsichtsrat ist für die folgenden sonstigen Informationen verantwortlich:

den Bericht des Aufsichtsrats im Geschäftsberichts 2019

Von den sonstigen Informationen werden uns der Bericht des Aufsichtsrats, voraussichtlich nach dem Datum dieses Vermerks zur Verfügung gestellt.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir hierzu weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den ifrs, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrvo unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der ifrs, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 3. Juli 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 31. Oktober 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 als Konzernabschlussprüfer der KAP AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrvo (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die im Konzernabschluss unter sonstigen Bestätigungsleistungen angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen durchgeführt:

Untersuchungshandlungen nach lSRS 4400 im Zusammenhang mit dem "Compliance Certificate" zum Berechnungsstichtag 30. Juni 2019

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Schaub.

 

Frankfurt, 26. März 2020

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Jörg Maas, Wirtschaftsprüfer

Michael Schaub, Wirtschaftsprüfer

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

"Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften für den Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt wird und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns für das verbleibende Geschäftsjahr beschrieben sind."

 

Fulda, den 26. März 2020

KAP AG

Vorstand

Eckehard Forberich, Mitglied und Sprecher des Vorstands

Dr. Alexander, Riedel Finanzvorstand

KONTAKT/IMPRESSUM

KONTAKT

Dr. Alexander Riedel

CFO

36043 Fulda

Tel. +49 661 103-590

E-Mail investorrelations@kap.de

HERAUSGEBER

KAP AG

Edelzeller Straße 44

36043 Fulda

Tel. +49 661 103-100

Fax +49 661 103-830

www.kap.de

KONZEPT/GESTALTUNG

Kirchhoff Consult AG, Hamburg

Hinweis

Dieser Geschäftsbericht wurde am 28. April 2020 veröffentlicht und liegt auch in englischer Sprache sowie elektronisch als PDF-Dokument (in deutscher und englischer Sprache) vor. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen. Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, von denen die meisten schwierig einzuschätzen sind und die im Allgemeinen außerhalb der Kontrolle der KAP AG und ihrer Tochtergesellschaften liegen. Hierzu gehören unter anderem auch das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerbungen und die Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen die getroffenen Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Die KAP AG übernimmt keine gesonderte Verpflichtung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht, die in diesem Bericht getroffenen vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren.

Rundungen

Die Zahlenangaben in diesem Bericht wurden kaufmännisch gerundet. Entsprechend können Rundungsdifferenzen auftreten, sodass das Ergebnis einer Addition der einzelnen Werte nicht exakt der angegebenen Summe entspricht.

Jahresabschluss 2019

der KAP AG

HGB

Lagebericht 2019

GESCHÄFTSMODELL

Struktur

Die KAP AG ist eine börsennotierte Industriegruppe mit Sitz in Fulda. Als Muttergesellschaft übernimmt die KAP AG insbesondere die übergeordneten Funktionen der strategischen Unternehmensentwicklung sowie die Weiterentwicklung und Etablierung der Segmentstrategie auf Basis eines fokussierten Buy-and-Build-Ansatzes. Darüber hinaus erfüllt sie zentrale Aufgaben in den Bereichen Controlling, Corporate Governance, Investor Relations, Finanzen, Treasury, Recht, Steuern und Compliance und Verwaltung.

Das operative Geschäft des Konzerns ist in fünf Segmenten zusammengefasst: engineered products, flexible films, surface technologies, precision components und it/services. Auf Basis einer langfristigen Segmentstrategie werden margenstarke Industriesektoren aufgebaut und zu Marktführern in attraktiven Nischenmärkten entwickelt.

Die Steuerung der Segmente obliegt den verantwortlichen Segmentmanagern. Sie setzen die Segmentstrategie auf Basis umfassender individueller Roadmaps eigenständig um. Der Einkauf von Rohstoffen und Dienstleistungen, die Produktion und die Logistik erfolgen dezentral durch die operativen Tochtergesellschaften unserer fünf Segmente.

Ziele und Strategien

Der KAP-Konzern ist eine Industriegruppe mit strategischem Fokus auf attraktive Nischenmärkte in ausgewählten Industriesektoren. Zur Weiterentwicklung unserer Gruppe setzen wir auf eine dezidierte Segmentstrategie, die die Basis für unseren nachhaltigen Erfolg bildet. Wir haben dabei fünf strategische Schwerpunkte definiert, mit denen wir zukünftiges Wachstum generieren wollen:

Operative Exzellenz: Wir wollen durch geeignete Maßnahmen die Produktivität und Effizienz in den einzelnen Segmenten kontinuierlich erhöhen. Dabei setzen wir insbesondere auf einen segmentweiten Austausch von etablierten Best Practice-Lösungen sowie den Aufbau und die Nutzung von gemeinsamen Funktionen innerhalb unserer Gruppe. Gleichzeitig wollen wir unser Produktangebot mit Blick auf die Kundenbedürfnisse und den erzielten Deckungsbeitrag optimieren.

Forschung und Entwicklung (F&F): Wir wollen gemeinsame F&E-Zentren innerhalb unserer Segmente etablieren und damit eine ausgeprägte Innovationskultur in unserer Gruppe verankern. Dies versetzt uns in die Lage, die Streuverluste zu minimieren, die Entwicklungszeit zu verkürzen und Produkte und Lösungen schneller zur Marktreife voranzutreiben. Insbesondere in wichtigen Wachstumsbereichen wie Industrie 4.0, dem Internet der Dinge (IoT) oder Big Data wollen wir unsere Expertise erweitern.

Kundenerweiterung: Wir wollen den Einsatzbereich für unsere Produkte kontinuierlich erweitern und neue Anwendungsbereiche erschließen. Mit der Implementierung von technischen Verkaufsteams erweitern wir unser Vertriebskonzept und betonen unsere Entwicklungskompetenz. Gleichzeitig werden wir mit einem zentralen Key Account-Management auf Segmentebene effizienter in der Kundenansprache und können zusätzliches Potenzial heben.

Geografische Erweiterung: Wir wollen unsere Produktion vor dem Hintergrund der zunehmend globalen Vermarktung kontinuierlich optimieren. Gleichzeitig wollen wir lokal verankerte Segmente und Segmentunternehmen zu echten Global Playern entwickeln. Dabei setzen wir sowohl auf die Stärke innerhalb der einzelnen Segmente als auch auf die geografische Expansion mit lokalen Partnern, die über ein exzellentes Vertriebsnetzwerk verfügen.

Fusionen und Übernahmen (M&A): Wir wollen neben der Weiterentwicklung unserer bestehenden Segmente zusätzlich durch zielgerichtete Akquisitionen wachsen. Für jedes Segment verfügen wir über eine klar definierte Roadmap und konzentrieren uns auf wertsteigernde Akquisitionen, die sofort einen spürbaren Beitrag zur Ertragskraft unserer Gruppe leisten. Dabei verfügen wir aufgrund unseres erfolgreichen M&A-Track Record über einen ausgezeichneten Zugang zu mittelständischen Familienunternehmen.

Steuerungssystem

Die Unternehmenssteuerung der KAP-Gruppe ist an der langfristigen Unternehmensstrategie ausgerichtet und orientiert sich zusätzlich an kurz- und mittelfristigen Zielen. Mit diesem Ansatz können wir Abweichungen von der übergeordneten Strategie und den daraus abgeleiteten Detailzielen für Wachstum, Rentabilität und Liquidität erfassen, analysieren und - sofern erforderlich - ihnen mit geeigneten Maßnahmen begegnen.

Der Vorstand der KAP AG ist im Rahmen der strategischen Unternehmensentwicklung für die Gesamtplanung und für die Realisierung der festgelegten Ziele verantwortlich. Mit unseren Segmentmanagern und unseren Geschäftsführern unserer Tochtergesellschaften stehen wir in einem permanenten Austausch über die erzielten Ergebnisse, mögliche Abweichungen und zukünftige Entwicklungen. Das Management-Reporting-System zur monatlichen Steuerung der Segmente enthält neben einer Erläuterung der aktuellen Geschäftslage vielfältige finanzielle und nichtfinanzielle Steuerungsgrößen u.a. aus der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz, der Liquiditätsvorschau sowie der Cashflow-Rechnung. Zusätzlich erfolgt eine monatliche Analyse des Working Capitals. Zu den wichtigsten profitabilitäts- und liquiditätsorientierten Steuerungsgrößen zählen insbesondere der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das um Sondereffekte korrigierte "normalisiertes EBITDA" (Herleitung siehe Seite 6) und die Sachinvestitionen sowie eine regelmäßig aktualisierte Liquiditätsplanung. Zum langfristigen Vergleich und für ein besseres Verständnis der Geschäftsentwicklung normalisiert die KAP AG bestimmte Erträge und Aufwendungen, die aus Sicht des Managements Sondereffekte darstellen und nicht im Zusammenhang mit der laufenden operativen Tätigkeit stehen. Die Zusammensetzung und Entwicklung dieser Kennzahlen im Berichtsjahr wird im Wirtschaftsbericht ab Seite 4 erläutert.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD, KONJUNKTURENTWICKLUNG 2019

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Entwicklung der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2019 deutlich schwächer als noch zu Jahresbeginn erwartet. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte verlangsamte sich die Wachstumsdynamik deutlich. Zunehmende handelspolitische Unsicherheiten, ausgelöst durch Konflikte der USA mit China und der Europäischen Union und die bestehende Unklarheit über die Ausgestaltung der zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU, sowie geopolitische Spannungen führten zu einem verlangsamten Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Insgesamt stieg das globale BIP um 2,9 % und damit deutlich langsamer als 2018.

Wirtschaftliches Umfeld

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Wachstum1 2019 Wachstum12018
Welt % 2,9 3,6
Euroraum % 1,2 1,9
Deutschland % 0,6 1,5
USA % 2,3 2,9
Schwellenländer % 3,7 4,5

1 Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Quellen: Internationaler Währungsfonds (IWF) - World Economic Outlook Update January 20, 2020; Statistisches Bundesamt -Deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2019 um 0,6 % gewachsen (15.01.2020); ifo institut - Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2019: "Industrie in der Rezession - Wachstumskräfte schwinden" (02.10.2019); BDI - Research QIV-2019 (12.12.2019)

Entwicklung der Wirtschaft nach Regionen

Im Euroraum verlangsamte sich das Wachstum des BIP im Jahr 2019 weiter und erreichte lediglich 1,2 %. Positive Impulse kamen weiterhin von der inländischen Verwendung. Vor allem die Bruttoanlageinvestitionen legten kräftig um 2,5 % zu. Der Zuwachs des privaten Konsums ließ leicht um 0,3 Prozentpunkte nach, erreichte aber ein stabiles Niveau. Der Staatskonsum weitete sich aus und stieg um 0,2 Prozentpunkte. Hingegen dämpfte der Außenbeitrag infolge einer geringen weltweiten Nachfrage nach industriellen Gütern und unternehmensnahen Dienstleistungen mit einer negativen Wachstumsrate von -0,1 % die konjunkturelle Entwicklung spürbar. Die Verbraucherpreise lagen um 1,3 % über Vorjahresniveau und damit deutlich unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von hinreichend nahe, aber noch unter 2 %. Entsprechend war die Geldpolitik der EZB ebenso expansiv wie die Finanzpolitik der Mitgliedsländer des Euroraums. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote ging binnen Jahresfrist um 0,6 Prozentpunkte auf 7,6 % zurück.

Die deutsche Konjunktur verlor im Jahr 2019 insbesondere im Sommerhalbjahr zunehmend an Kraft, sodass das BIP im Vorjahresvergleich nur um 0,6 % zulegte. Damit wuchs die deutsche Wirtschaft, wenngleich mit deutlich nachlassender Dynamik, bereits im zehnten Jahr in Folge. Gestützt wurde das Wachstum insbesondere vom Konsum. Sowohl die privaten Konsumausgaben als auch die Konsumausgaben des Staates wuchsen mit 1,6 % bzw. 2,5 % stärker als im Vorjahr. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen getrieben von einem deutlichen Anstieg der Bautätigkeiten im Tiefbau und im Wohnungsbau kräftig um 2,5 %. Eine schwache Industrieproduktion führte hingegen zu einem spürbaren Vorratsabbau. Entsprechend gingen die Bruttoinvestitionen in Summe um 1,7 % zurück. Das Wachstum der Exporte verlangsamte sich aufgrund der globalen Schwäche der Industrieproduktion und Investitionstätigkeit sowie der Abschwächung im Automobilzyklus merklich um 1,2 Prozentpunkte auf lediglich 0,9 %. Die Anzahl der Erwerbstätigen erhöhte sich um rund 400.000 Personen auf 45,3 Millionen im Jahresdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote sank damit weiter auf 4,9 %.

Die Konjunktur in den USA wurde 2019 von der Expansion der privaten und öffentlichen Konsumausgaben getragen, während Lager- und Unternehmensinvestitionen zurückgingen. Der Handelskonflikt mit China und die konjunkturelle Verlangsamung in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wirkten sich negativ auf die Exporte aus. Insgesamt verlangsamte sich das Wachstum des BIP auf 2,3 %.

In den Schwellen- und Entwicklungsländern ließ die Wachstumsdynamik im Jahr 2019 weiter nach und erreichte 3,7 %. Die asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländer wiesen mit einer Wachstumsrate von 5,6 % unverändert die höchste wirtschaftliche Dynamik aus. Die Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA sowie die Konjunkturschwäche in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften führten aber auch in dieser Region zu einer spürbaren Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen

Die Segmente und Segmentunternehmen der KAP-Gruppe sind in einer Vielzahl von attraktiven Marktnischen aktiv und produzieren Produkte, Lösungen und Dienstleistungen im Wesentlichen für Unternehmen aus dem industriellen Bereich. Daten zu aktuellen Entwicklungen auf diesen Märkten sind aufgrund des speziellen Zuschnitts nur eingeschränkt öffentlich verfügbar.

Wesentlich für die Entwicklung der Segmente bzw. der Segmentunternehmen ist die allgemeine konjunkturelle Lage sowie die Entwicklung der Industrieproduktion. Nach Berechnungen des BDI -Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. - sank die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im dritten Quartal 2019 kalenderbereinigt um 4,2 % gegenüber dem Vorjahr. Während im Baugewerbe (+1,8 %) und Bauhauptgewerbe (+4,5 %) spürbare Zuwächse erzielt wurden, mussten in der Produktion von Konsumgütern (-8,1 %), von Vorleistungsgütern (-5,2 %) und von Investitionsgütern (-3,3 %) zum Teil scharfe Einbußen hingenommen werden.

Wesentliche Schlüsselanwendungen

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engineered products flexible films surface technologies precision components it/services
Kraftbänder, Schläuche und Luftfedern für den Automotive-Bereich TPU-Dachbahnen Kathodische Tauchlackierung (KTL) Elektrische Feststellbremse Enterprise Content Management
Premium-Reifen Verstärkte PVC-Poolauskleidungen Passivierung Wischersystem Big Data Analytics
Schwere Förderbänder Beschichtete Dampfbarrieren Zink-Nickel E-Bikes
Industrieklebstoffe und Dichtstoffe Membranen für den Autotransport Kupfer-Nickel-Chrom (Chrom III) Elektrische Lenkeinstellung
Kinoleinwände

DAS GESCHÄFTSJAHR IM ÜBERBLICK
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Aufgrund der Organschaftsverträge zwischen der Gesellschaft und unseren Tochterunternehmen erfolgt die Berichterstattung zum Geschäftsverlauf zunächst über die Segmente.

Die abflauende konjunkturelle Dynamik und der drastische Nachfragerückgang von Kunden aus dem Automotive-Bereich blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Entwicklung des KAP-Konzerns im Geschäftsjahr 2019. Nachdem wir im Juni unsere Prognose revidiert und im November unsere Erwartungen für den Konzern angepasst hatten, lagen die Umsatzerlöse mit 372,8 Mio. EUR (i. Vj. 389,8 Mio. EUR) im Rahmen unserer Prognose und das bereinigte EBITDA mit 31,9 Mio. EUR (i. Vj. 38,9 Mio. EUR) leicht über unserer revidierten Prognose. Mit einer um 1,4 Prozentpunkten auf 8,6 % (i. Vj. 10,0 %) gesunkenen EBITDA-Marge wurde die Mindestzielrendite trotz frühzeitig eingeleiteter umfassender Optimierungs- und Effizienzprogramme in den von der konjunkturellen Abschwächung betroffenen Segmenten verfehlt, so dass wir insgesamt mit dem Geschäftsjahr 2019 nicht zufrieden sein können. Unsere Investitionen in das Sachanlagevermögen liegen im veränderten Konsolidierungskreis mit 16,7 Mio. EUR (i. Vj. 18,0 Mio. EUR) unter dem Vorjahr. Das KonzernJahresergebnis beträgt -14,1 Mio. EUR nach 14,2 Mio. EUR im Vorjahr.

In unseren fünf Segmenten verlief die operative Entwicklung wie erwartet äußerst heterogen. Geringere Abrufzahlen unserer Kunden aus dem Automotive-Bereich beeinflussten insbesondere die Segmente engineered products und precision components. Hier lagen die Umsatzerlöse und das bereinigte EBITDA deutlich unter Vorjahresniveau. Während wir diese Entwicklung im Segment precision components, wenn auch nicht ganz in dieser Größenordnung, vorhergesehen hatten, verlief die Entwicklung im Segment engineered products deutlich unter unseren Erwartungen. Auf Basis einer umfassenden Analyse haben wir uns im Januar 2020 daher entschlossen, das Segment umfassend umzubauen. Weitere Informationen zu den beschlossenen Maßnahmen enthält der Nachtragsbericht auf Seite 26.

Positiv entwickelten sich unsere Segmente flexible films, surface technologies und it/services. Das Segment surface technologies ist sowohl operativ als auch konsolidierungsbedingt stark gewachsen. Über unseren Erwartungen lag die Geschäftsentwicklung im Segment it/services. Eine schwächere Entwicklung im Bereich der Transporthüllen für Neuwagen beeinflusste das Segment flexible films. Trotz unter unseren Erwartungen liegender Umsatzerlöse stieg das bereinigte EBITDA in diesem Segment aber leicht und übertraf damit unsere Prognose.

Prognose-Ist-Vergleich 1

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in Mio. EUR 20183 Prognose 2019 Ergebnis 2019
Konzern Umsatz 2 422,3 365-375 372,8
Normalisiertes EBITDA 2 43,5 4 29-33 31,9
Sachinvestitionen 21,2 Deutlicher Anstieg 16,7
engineered products
Umsatz 169,2 Leichter Anstieg 150,7
Normalisiertes EBITDA 12,8 4 Leichter Anstieg 2,4
Investitionen 4,2 Deutlicher Anstieg 2,9
flexible films
Umsatz 88,4 Leichter Anstieg 89,2
Normalisiertes EBITDA 9,1 Stabil 10,1
Investitionen 2,1 Deutlicher Anstieg 2,4
surface technologies
Umsatz 43,2 Deutlicher Anstieg 64,1
Normalisiertes EBITDA 7,5 Deutlicher Anstieg 13,7
Investitionen 2,7 Deutlicher Anstieg 7,3
precision components
Umsatz 67,6 Deutlicher Rückgang 49,5
Normalisiertes EBITDA 10,8 Deutlicher Rückgang 3,4
Investitionen 4,7 Leichter Anstieg 2,5
it/services
Umsatz 22,6 Stabil 23,3
Normalisiertes EBITDA 2,6 Stabil 3,0
Investitionen 0,8 Deutlicher Anstieg 1,5

1 Erläuterung zur erwarteten Entwicklung: Die Angabe "leichter Anstieg" entspricht einer Veränderung zwischen 1 und 10 %, während "deutlicher Anstieg" eine Veränderung ab 10 % und "stabil" eine Veränderung von +/- 1 % bezeichnet. Die Angabe "Deutlicher Rückgang" entspricht einer Veränderung ab -10 %.
2 Am 21. November 2019 wurde die Prognose korrigiert. Die am 26. März 2019 abgegebene ursprüngliche Prognose sah Umsatzerlöse innerhalb einer Bandbreite von 400-430 Mio. EUR und ein adjustiertes EBITDA innerhalb einer Bandbreite von 45-53 Mio. EUR vor.
3 Inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche.
4 Durch Fehlerkorrektur geändert.

ÜBERSICHT DER SONDER- UND EINMALEFFEKTE DES KAP-KONZERNS

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in Mio. EUR 2019 2018 Veränderung
(in %)
EBITDA 36,2 37,9 -4,4
Abfindungen 0,6 1,4 -57,1
Kaufpreisallokation Heiche 0,0 -0,5 -100
Nettosaldo Brandschäden Surface -7,9 0,0 >100
Kaufpreisanpassung GM Tec -0,5 0,0 >100
Hagelschaden Standort Fulda -0,2 0,0 >100
Transaktionsnahe Beratungsaufwendungen 0,6 0,0 >100
Ergebnisse Fraud Segment engineered products 0,9 0,0 >100
Ergebnisse Fraud Segment precision components 2,2 0,0 >100
Normalisiertes EBITDA 31,9 38,9 -18,0

Das auf Ebene der KAP AG prognostizierte positive Ergebnis vor Ergebnisabführung der Tochtergesellschaften konnte im Berichtsjahr aufgrund weggefallener Sondereffekte aus dem Vorjahr sowie nicht geplanter außerplanmäßiger Abschreibungen sowie gestiegenen operativen Aufwendungen nicht bestätigt werden. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Wesentliche Ereignisse

Nach einer umfassenden Analyse von im Juni bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten bei der Vorratsbewertung im Segment engineered products sind zusätzliche Aufwendungen in Höhe von insgesamt 7,2 Mio. EUR angefallen. Davon sind 3,9 Mio. EUR dem Geschäftsjahr 2019 und 3,3 Mio. EUR den betroffenen Vorperioden zuzurechnen. Die 2019 verbuchten zusätzlichen, nicht liquiditätswirksamen Aufwendungen setzen sich aus Abwertungen auf Vorräte in Höhe von 1,9 Mio. EUR sowie aus Forderungsabwertungen und Rückstellungszuführungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR zusammen. Die vollständige Überprüfung der Vorratsbewertung ist abgeschlossen, sodass neben der zum Halbjahr 2019 vorgenommenen Fehlerkorrektur keine weiteren Belastungen aus diesem Vorfall zu erwarten sind.

Am 26. Juni zerstörte ein Brand eine von zwei Produktionshallen des Segments surface technologies am Standort Heinsdorfergrund. Mitarbeiter kamen dabei nicht zu Schaden. Die Produktion wurde trotz der Verlagerung auf andere Standorte und Fremdfirmen beeinträchtigt. Der bestehende Versicherungsschutz wird die Einbußen aus dem Brand voraussichtlich ausgleichen. Gleichwohl fielen im Berichtsjahr außerplanmäßige, nicht liquiditätswirksame Abschreibungen auf Produktionsanlagen von 4,9 Mio. EUR an. Darüber hinaus kam es zu weiteren im Zusammenhang stehenden Aufwendungen von 5,4 Mio. EUR, insbesondere durch die Betriebsunterbrechung.

DARSTELLUNG DER VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich im Berichtsjahr um 9,2 Mio. EUR auf 261,5 Mio. EUR (i. Vj. 252,3 Mio. EUR) erhöht.

Die Erhöhung der Bilanzsumme resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Diese erhöhten sich zum Stichtag von 60,8 Mio. EUR auf 75,0 Mio. EUR. Insbesondere hat sich die Forderung gegen Mehler AG (7,8 Mio. EUR; i. Vj. 7,2 Mio. EUR Verbindlichkeit) erhöht.

Die Flüssigen Mittel verringerten sich um 1,9 Mio. EUR von 4,1 Mio. EUR auf 2,2 Mio. EUR.

Das gezeichnete Kapital (20,2 Mio. EUR), die Kapitalrücklage (92,8 Mio. EUR) sowie die Gewinnrücklage (3,5 Mio. EUR) blieben unverändert zum Vorjahr. Die Veränderung des Bilanzgewinns um 20,8 Mio. EUR (von im Vorjahr 36,8 Mio. EUR auf 16,0 Mio. EUR) führten per Saldo zu einem Rückgang des Eigenkapitals von im Vorjahr 153,3 Mio. auf 132,6 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote verringerte sich stark von 60,8 % auf 50,7 %. Die Eigenkapitalrentabilität sank ebenfalls stark von 5,8 % auf -4,0 % im Wesentlichen bedingt durch außerplanmäßige Abschreibungen und negative Ergebnisabführungsverträge.

Die Rückstellungen stiegen um 0,7 Mio. EUR auf 6,6 Mio. EUR. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf Rückstellungen im Zusammenhang mit Aktienoptionsprogramm (Anstieg um 479,7 TEUR auf 972,8 TEUR) zurückzuführen. Die Entwicklung der Rückstellungen für sonstige Beratungsleistungen (Rückgang um 639,6 TEUR auf 281,0 TEUR) sowie der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (Anstieg um 606,5 TEUR auf 911,9 TEUR) gleicht sich im Wesentlichen aus.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen um 5,5 Mio. EUR von 65,7 Mio. EUR auf 71,2 Mio. EUR. Die Zinssätze der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bewegen sich innerhalb üblicher Bandbreiten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen stark von 27,0 Mio. EUR auf 50,8 Mio. EUR.

Finanzlage

Ziel des Finanzmanagements ist es unter anderem jederzeit für jede Gesellschaft im Konzern die Liquidität bei möglichst geringer Kostenbelastung sicherzustellen. Das Finanzmanagement ist aber auch für die Steuerung der Finanzierung von größeren Investitionen und Akquisitionen verantwortlich. Um die Liquiditätsflüsse optimal steuern zu können, werden möglichst viele Unternehmen in das zentrale Cash-Poolsystem eingebunden, was aber nicht für jede Auslandsgesellschaft möglich ist. Um die Finanzierung langfristig zu optimieren, hat die KAP AG im Geschäftsjahr 2017 einen Konsortialkreditvertrag mit der UniCredit Bank und der IKB Deutsche Industriebank AG als Konsortialführer mit einem Kreditvolumen von insgesamt ursprünglich 115 Mio. EUR abgeschlossen. Der Vertrag läuft über eine Laufzeit von 5 Jahren und gibt der KAP AG genügend finanzielle Mittel und Flexibilität, um die Liquidität im KAP Konzern jederzeit sicherstellen zu können. Die Zinssätze sind abhängig vom Netto-Verschuldungsgrad und liegen zwischen 1,5 % und 2,7 % zzgl. EURIBOR, sofern dieser nicht negativ ist. Durch die Konsortialfinanzierung stehen der Gesellschaft finanzielle Mittel für weitere Akquisitionen zur Verfügung. In 2018 hat die KAP AG Nachtrag zum dem im Geschäftsjahr 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen, der ein weiteres Kreditvolumen in Höhe von ursprünglich 21,7 Mio. EUR zusichert. Für den Nachtrag gelten die selben Konditionen wie für den in 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag.

In 2019 hat die KAP AG einen Nachtrag zu dem im Geschäftsjahr 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen, der jedoch keine weitere Anpassung des Kreditvolumens vorsieht.

Die gute Finanzlage der Gesellschaft konnte somit weiter gestärkt werden. Die Guthaben bei Kreditinstituten fielen zwar um 1,9 Mio. EUR, jedoch stiegen die Bankverbindlichkeiten um 5,5 Mio. EUR. Die finanziellen Mittel werden im Rahmen der Konzernfinanzierung weitgehend dem laufenden Geschäft der Tochtergesellschaften zugeführt.

Es haben sich keine Vorfälle ereignet, die die Finanzlage der Gesellschaft nachhaltig beeinflussen. Die Kreditlinien unserer Banken sind ausreichend. Wir sind weiter bestrebt, durch eine hohe Eigenkapitalquote die Abhängigkeit von Fremdmitteln möglichst gering zu halten. Aufgrund ausreichender Kreditlinien sehen wir die Finanzierung als langfristig gesichert an. Das Zinsänderungsrisiko ist nicht als wesentlich anzusehen. Von den Kreditlinien waren zum Stichtag 62,0 Mio. EUR (i. Vj. 61,6 Mio. EUR) nicht in Anspruch genommen.

Ertragslage

Die Entwicklung des negativen Betriebsergebnisses um -0,3 Mio. EUR auf - 5,3. Mio. EUR resultiert insgesamt im Wesentlichen aus niedrigeren Kostenerstattungen (Rückgang um -0,2 Mio. EUR), gestiegener sonstiger betrieblicher Erträge um +84,7 TEUR aufgrund Verkauf von Geschäftsanteilen innerhalb des Konzerns sowie Erträgen aus früheren Jahren aufgrund eingetretener Verjährungsfristen. Darüber hinaus hatten folgende weitere Positionen einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Betriebsergebnisses: gesunkene EDV-Kosten um -119 TEUR, gestiegene Rechts- und Beratungsaufwendungen inklusive Steuerberatung (Anstieg um +493 TEUR), gesunkene Kosten des Geldverkehrs um -427 TEUR, gestiegene Personalnebenkosten um +178 TEUR.

Das Finanzergebnis fiel insgesamt um 18,4 Mio. EUR auf -0,4 Mio. EUR. Dabei konnte der Anstieg der Aufwendungen aus Verlustübernahme durch gestiegene Erträge aus Beteiligungen (Anstieg um 27,8 Mio. EUR) teilweise kompensiert werden. Der Anstieg resultiert aus der Ausschüttung einer Sonderdividende bei der Mehler AG aus vororganschaftlichen Gewinnvorträgen sowie freien Gewinnrücklagen in Höhe von zusammen 28,0 Mio. EUR. Diese wurde bei der KAP AG phasengleich vereinnahmt.

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen fielen auf 2,7 Mio. EUR (i. Vj. 15,9 Mio. EUR), Aufwendungen aus Verlustübernahmen wurden im Berichtsjahr in Höhe von 32,1 Mio. EUR ausgewiesen (i. Vj. 0 TEUR). Im Berichtsjahr resultiert davon ein wesentlicher Teil aus den vorgenommenen außerplanmäßigen Beteiligungsabschreibungen. Die reduzierten Ertragserwartungen und die geplanten Restrukturierungsmassnahmen im Segment engineered products führten im Ergebnis zu geminderten Cash-Flow-Erwartungen. In durchgeführten Werthaltigkeitstests sind insgesamt Abschreibungen auf Beteiligungen in Höhe von 31.789 TEUR im Segment engineered products sowie 13.029 TEUR im Segment precision components vorgenommen worden. Das hohe Vorjahresergebnis aus der Gewinnabführung resultierte im Wesentlichen aus dem erzielten Veräußerungsgewinn durch den Verkauf der Geiger Fertigungstechnologie GmbH. Am 26. Juni zerstörte ein Brand eine Produktionshalle des Segments surface technologies am Standort Heinsdorfergrund. Der bestehende Versicherungsschutz wird die Einbußen aus dem Brand voraussichtlich ausgleichen.

Das Jahresergebnis hat sich um 14,2 Mio. EUR verringert und das Berichtsjahr endet mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 5,3 Mio. EUR (i. Vj. Jahresüberschuss in Höhe von 8,9 Mio. EUR).

Durch die Entwicklungen bei unseren Tochtergesellschaften gehen wir davon aus, dass sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zukünftig wieder positiv zeigen wird. Dieses Ergebnis ist aber stark von der Intensität der M&A Aktivitäten und den daraus resultierenden Beratungskosten sowie den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abhängig.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Auf Ebene der Konzernholding werden keine Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt. Diese Funktionen sind ausschließlich bei den Tochterunternehmen angesiedelt.

MITARBEITER

Die Gesellschaft beschäftigte im Berichtsjahr keine Mitarbeiter.

PRINZIPIEN DER VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Vergütung des Vorstands

Zuständigkeit

Die Struktur und die Festlegung der Vorstandsvergütung sind Aufgabe des Aufsichtsrats.

Zielsetzungen

Das Vergütungsmodell für den Vorstand soll im Wettbewerb um hoch qualifizierte Führungspersönlichkeiten attraktiv sein. Als Anreiz für erfolgreiche Arbeit soll der variable Teil der Vergütung eine starke Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Erfolg des KAP-Konzerns haben. Die Vergütungsstruktur für den Vorstand ist im Einklang mit dem Vergütungssystem der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Führungskräfte.

Vergütungselemente

Die Vergütung des Vorstands enthält feste und variable Einkommenselemente sowie Vergütungen mit langfristiger Anreizwirkung. Die Faktoren, aus denen sich die variable Vergütung zusammensetzt, ermöglichen in erfolgreichen Geschäftsjahren des KAP-Konzerns ein wettbewerbsfähiges Einkommen des Vorstands mit einem sehr hohen Tantiemeanteil. Als Messgröße des variablen Vergütungsanteils dient ab 2019 das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA). Für 2018 war die Tantieme fix.

Die KAP AG unterhält seit 2017 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. An dem Programm nehmen Herr Decker und Herr Riedel teil.

Herrn Decker wurden mit Dienstbeginn 01.08.2017 einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren erdient werden. Herrn Riedel wurden mit Dienstbeginn 01.05.2018 einmalig 100.000 virtuelle Aktienoptionen per 01.11.2018 zugesagt, die über einen Zeitraum von vier Jahren ab Dienstbeginn erdient werden. Das Programm sieht vor, dass der Berechtigte bei der Ausübung der Option einen Barauszahlungsanspruch gegenüber der Gesellschaft erhält. Der Ausübungszeitpunkt ist der 31.07.2021 (Hr. Decker) bzw. der 30.04.2022 (Hr. Riedel). Der Barauszahlungsanspruch entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kurswert (Xetra-Handel, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main) der letzten 20 Börsenhandelstage vor Ausübung der Option und dem Basiswert von 30 EUR (Hr. Decker) bzw. 33 EUR (Hr. Riedel). Der Anspruch ist der Höhe nach auf 40 EUR je Option begrenzt, wobei eine Bereinigung um zwischenzeitlich erfolgte Dividendenausschüttungen und etwaige Verwässerungseffekte bei Kapitalerhöhungen erfolgt. Da zwischen der Gewährung der virtuellen Aktienoptionen und dem Abschlussstichtag Kapitalmaßnahmen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 227.570 Stück erhöht, wobei davon 117.147 Stück auf Hr. Decker und 110.423 Stück auf Hr. Dr. Riedel entfallen. Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der Optionen 19 Monate (Hr. Decker) bzw. 28 Monate (Hr. Dr. Riedel).

Herr Decker als Vorstand (bis einschließlich 30.09.2019) der KAP AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats und auf Basis des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 20.000 Aktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017 gegen Bareinlagen gezeichnet. Die neuen Aktien wurden an Herrn Decker ausgegeben. Die Kapitalerhöhung dient dem von der Hauptversammlung gebilligten Zweck der Bindung des Vorstands an die Gesellschaft. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 29.01.2018. Der Ausgabebetrag beträgt EUR 33,92 je neue Aktie und entspricht dem letzten amtlichen Schlusskurs der Aktien der Gesellschaft am 29.11.2017 abzüglich eines 5 %-igen Abschlags.

Herr Dr. Riedel als Finanzvorstand der KAP AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats und auf Basis des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 18.045 Aktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017 gegen Bareinlagen gezeichnet. Die neuen Aktien wurden an Herrn Dr. Riedel ausgegeben. Die Kapitalerhöhung dient dem von der Hauptversammlung gebilligten Zweck der Bindung des Vorstands an die Gesellschaft. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 27.06.2018. Der Ausgabebetrag beträgt EUR 33,25 je neue Aktie.

Vergütung des Aufsichtsrats

Vergütungsregelung

Die derzeitige Vergütungsregelung ist in § 13 der Satzung niedergelegt. Neben dem Ersatz der Auslagen erhält der Aufsichtsrat eine Festvergütung.

Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2019

Der Aufsichtsrat besteht aus fünf (i. Vj. sechs) Mitgliedern. Mit der Satzungsänderung vom 3. Juli 2019 (mit Eintragung ins Handelsregister am 19. Juli 2019) beträgt die Grundvergütung 25 TEUR je Mitglied. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält das 2-fache dieser Grundvergütung. Sein Stellvertreter und der Vorsitzende eines Ausschusses erhalten das 1,5-fache dieser Grundvergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört haben, erhalten eine im Verhältnis der Zeit geringere Vergütung. Für die Mitglieder des Aufsichtsrates fielen Gesamtbezüge in Höhe von 87 TEUR (i. Vj. 28 TEUR) an.

RISIKOMANAGEMENT

Risikomanagementsystem

Als international agierende Industriegruppe ist der KAP-Konzern einer Vielzahl von internen und externen Entwicklungen und Ereignissen ausgesetzt. Wir wollen die sich daraus ergebenden Risiken frühzeitig erkennen sowie in den betroffenen Bereichen erforderliche Maßnahmen rechtzeitig ergreifen, um so den Unternehmenswert nachhaltig steigern zu können. Dieses übergeordnete Ziel unterstützen wir mit unserem konzernweiten Risikomanagementsystem als zentrales Instrument unserer Unternehmensführung. Risiken werden dabei definiert als Ereignisse und mögliche Entwicklungen, die zu potenziellen Planabweichungen führen und negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage oder Unternehmensreputation haben können.

Mit unserem konzernweiten Risikomanagementsystem, welches wir kontinuierlich optimieren und weiterentwickeln, erfassen wir alle strategischen, operativen und finanziellen Risiken sowie Compliance-Risiken. Erklärtes Ziel ist es dabei, Risiken frühzeitig und vollständig zu erkennen, zu bewerten, zu überwachen und adäquat zu steuern. In unserem Konzern und in unseren Segmentunternehmen überprüfen die risikoverantwortlichen Mitarbeiter regelmäßig relevante Prozesse, Vorgänge und Entwicklung auf bestehende Risiken und erfassen diese anhand eines festgelegten Risikokatalogs frühzeitig und umfassend. Grundsätzlich erfolgt dabei eine Gliederung nach folgenden zentralen Risikobereichen: Strategische Risiken, unternehmensspezifische Risiken, finanzielle Risiken und Compliance-Risiken.

Die Bewertung der relevanten Risiken erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung des Risikopotenzials und der Eintrittswahrscheinlichkeit:

Einstufung der Risiken - Risikopotential

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in Mio. EUR Ergebniswirkung (EBIT) pro Geschäftsjahr Minderung der liquiden Mittel pro Geschäftsjahr
niedrig < 0,4 < 0,4
mittel 0,4 - 1,0 0,4 - 1,0
hoch > 1,0 > 1,0

Einstufung der Risiken - Eintrittswahrscheinlichkeit

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Eintrittshäufigkeit
niedrig weniger als einmal pro 5 Jahre
mittel meistens alle 1 - 5 Jahre
hoch meistens einmal pro Jahr

Zur Bewertung der Risiken erfassen wir die sogenannten Bruttorisiken und multiplizieren sie mit der für dieses spezifische Risiko analysierten Eintrittswahrscheinlichkeit. Auf dieser Basis ermitteln wir den Nettoerwartungswert des potenziellen Risikos. Die Berechnung erfolgt in einem zentralen System, aus dem wir umfassende Risikoreports generieren können. Damit verfügen wir stets über einen detaillierten Überblick sämtlicher Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des KAP-Konzerns wesentlich beeinträchtigen können. Die verantwortlichen Risikomanager der einzelnen Berichtseinheiten übernehmen die formale Dokumentation der Berichterstattung zum Jahresende anhand einheitlich definierter Standards. Neben der Risikoidentifizierung, der Risikoerfassung und der Risikoberichterstattung zählen das frühzeitige Einleiten und Umsetzen von einzelnen Maßnahmen, die der Vermeidung oder Begrenzung der Risiken dienen, zu den Kernaufgaben der Risikomanager. Eine Auswertung der erfassten Informationen und Klassifizierung der Risiken erfolgt zentral im Konzern.

Das Risikomanagement ist grundsätzlich dem Vorstand unterstellt. Zur Information über die aktuelle Risikolage dient unter anderem das Management Reporting. Dieses besteht aus einem umfassenden Berichtswesen, Hochrechnungen und der aktualisierten Planung einschließlich der Investitionsplanung. Darüber hinaus werden Informationen und Kennzahlen herangezogen, die jedes Segment oder Segmentunternehmen individuell zur operativen Steuerung verwendet. Entsprechend erfolgen die Prüfung und Zusammenfassung von Risiken auf zwei Ebenen. Außerhalb fest definierter Berichtsroutinen besteht für die Risikomanager eine sofortige Berichtspflicht an den Vorstand, sobald ein identifiziertes Risiko das EBIT um mehr als 1,0 Mio. EUR beeinflussen könnte.

Risiken und Chancen

Die folgende Darstellung enthält alle wesentlichen Chancen und Risiken, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation des KAP-Konzerns beeinflussen könnten. Dabei werden die wesentlichen Risikobereiche nach Risikopotenzial und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Zusätzlich zu den dargestellten Chancen und Risiken können weitere Einflüsse, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir noch nicht als wesentlich einschätzen, unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen. Die dargestellten Chancen und Risiken gelten, sofern nicht explizit angegeben, grundsätzlich für alle Unternehmensbereiche.

Wesentliche Risikobereiche im Überblick

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Risikokategorien Risikopotential Eintrittswahrscheinlichkeit Veränderung gegenüber Vorjahr
Strategische Risiken
Politische, regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen Niedrig Niedrig,-mittel
Unternehmensführung Mittel Niedrig,-mittel
Portfoliorisiken Niedrig Niedrig
Umweltrisiken Mittel Niedrig
Unternehmensspezifische Risiken
Vertrieb und Marketing Niedrig Mittel
Produktion und Warenwirtschaft Mittel Mittel
Personal Mittel Niedrig,-mittel
EDV/Organisation Mittel Mittel
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiko Hoch Mittel
Zinsänderungsrisiko Niedrig Niedrig
Währungs- und Inflationsrisiko Mittel Mittel
Compliance Risiken
Rechtliche Risiken Mittel Mittel

↑ verbessert → unverändert ↓ verschlechtert

STRATEGISCHE RISIKEN

Politische, regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen

Die operative Entwicklung unserer Segmentunternehmen ist abhängig von der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken, beispielsweise durch einen unerwarteten Konjunkturabschwung, können Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die operative Entwicklung darstellen. Mit einer Diversifikation über fünf Segmente und einem breiten Produktportfolio innerhalb der Segmente, mit dem wir unterschiedliche Anwendungsbereiche adressieren, verringern wir die Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Branchen. Dynamische Nachfragerückgänge aus einzelnen Industriebereichen können die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aber negativ beeinflussen. Die hohe Spezialisierung und die starke Marktposition innerhalb von attraktiven Nischen mindern das allgemeine konjunkturelle Risiko für unsere Segmente, ohne es vollständig eliminieren zu können. Aus dem Brexit erwarten wir neben den allgemeinen Auswirkungen auf die Konjunktur keine besonderen Einflüsse auf unsere Segmente und Segmentunternehmen.

Unternehmensführung

Risiken aus der Führung unserer Konzerngesellschaften ergeben sich insbesondere aus unserer dezentralen Organisationsstruktur. Der Vorstand vereinbart mit den Segmentmanagern periodisch die Ziele und Rahmenbedingungen ihres unternehmerischen Handelns. Bei der detaillierten Umsetzung dieser Vorgaben handeln die Segmentmanager eigenständig. Das Risiko von Planabweichungen und Fehlentwicklung in einzelnen Segmenten und Segmentunternehmen minimieren wir durch umfassende Controlling-, Compliance- und Risikomanagementsysteme. Diese sind konzernweit in die Unternehmensprozesse implementiert und werden kontinuierlich und einzelfallbezogen weiterentwickelt.

Portfoliorisiken

Fehleinschätzungen der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente und Segmentunternehmen können zu Portfoliorisiken führen. Wir begegnen diesen möglichen Risiken mit umfangreichen internen und externen Analysen der Märkte, in denen wir operativ tätig sind. Weitere Risiken können aus Fehleinschätzungen bezüglich der strategischen Positionierung unserer Segmente und Segmentunternehmen bestehen. Diesen Risiken begegnen wir durch regelmäßige Strategiegespräche mit unseren Segmentmanagern und Geschäftsführern unserer Segmentunternehmen und führen auf allen Managementebenen intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen durch. Wir unterziehen alle strategischen Investitionen in neue Produkt- oder Marktbereiche einer kritischen Analyse bezüglich des zu erwarteten Umsatz- und Ertragspotenzials, welches aus der Realisierung der Investitionen entstehen könnte. Dabei greifen die geschilderten Maßnahmen ineinander, sodass wir stets über einen umfassenden Überblick über die aus der Risikolage der einzelnen Segmentunternehmen entstehenden aggregierten Portfoliorisiken verfügen.

Portfoliorisiken können darüber hinaus bei der Entwicklung unserer bestehenden Segmente durch Akquisitionen entstehen. Bei der Akquisition von Unternehmen besteht die Möglichkeit, dass versteckte Risiken oder Fehleinschätzungen verschiedener Aspekte den wirtschaftlichen Erfolg eines neu erworbenen Segmentunternehmens beeinträchtigen können. Um diese Möglichkeit zu minimieren, führen wir eine umfangreiche Prüfung der rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie des Marktumfelds von möglichen Übernahmekandidaten durch. Zusätzlich beinhalten unsere Verträge bei einer Unternehmensübernahme stets möglichst weitgehende Garantien und Haftungsfreistellungen. Ein Restrisiko können wir jedoch nicht vollständig ausschließen.

Umweltrisiken

Das Umweltmanagement der KAP AG umfasst eine Rehe relevanter Regelungen, um Umweltrisiken zu minimieren. An einigen Produktionsstandorten ist eine Zertifizierung nach ISO 14001 erfolgt.

Insbesondere die operativen Prozesse der Tochtergesellschaften des KAP-Konzerns sind mit Risiken verbunden, die zu einer Belastung der Umwelt führen können. Zudem besteht das Risiko, dass wesentliche Kunden die Geschäftsbeziehungen nicht fortsetzen, wenn die Unternehmen nicht die Einhaltung der Umweltgesetze und die kontinuierliche Verbesserung der Maßnahmen zum Schutz der Umwelt nachweisen können. Entsprechende Organisationseinheiten sorgen an den jeweiligen Standorten dafür, die geltenden Regelungen und Gesetze einzuhalten und kontinuierlich weitere technische Möglichkeiten zur Begrenzung von Umweltrisiken zu identifizieren. Handlungsfelder sind beispielweise die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen. Dennoch lässt sich nicht völlig ausschließen, dass die Tätigkeiten des Konzerns zu Umweltschädigungen führen oder Sanierungsprojekte mit höheren Kosten, als ursprünglich geplant, verbunden sind.

Die zunehmende Relevanz von Nachhaltigkeitsüberlegungen in vielen Industrien stellt eine Chance dar. Bei der Auswahl unserer Lieferanten stellt dieser Aspekt daher einen wichtigen Baustein bei der Beurteilung der Eignung eines Unternehmens als Geschäftspartner dar.

UNTERNEHMENSSPEZIFISCHE RISIKEN

Vertrieb und Marketing

Risiken aus Vertrieb und Marketing können insbesondere durch eine Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Regionen und Großkunden entstehen. Mit dem strategischen Ausbau des internationalen Geschäfts unserer Segmentunternehmen vermindern wir die regionale Abhängigkeit sukzessive. Im Berichtjahr haben wir bereits 59,4 % unserer Umsatzerlöse im Ausland erwirtschaftet, sodass die Abhängigkeit vom deutschen Markt in den vergangenen Jahren spürbar gesunken ist. Die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden minimieren wir durch verstärkte Vertriebs- und Entwicklungsaktivitäten, mit denen wir sowohl neue Produktgruppen und Anwendungsbereiche als auch neue Märkte und Kundengruppen erschließen. Zum 31. Dezember 2019 haben wir in keiner Produkt- oder Dienstleistungsgruppe und mit lediglich einem Kunden mehr als 10 % unserer Konzernumsatzerlöse erzielt.

Produktion und Warenwirtschaft

Abhängig von dem aktuellen Konjunkturumfeld können die Einkaufspreise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stark schwanken. Mit Blick auf die jeweilige Marktsituation versuchen wir, die aus erhöhten Einkaufspreisen entstehenden Belastungen an unsere Kunden weiterzugeben. Darüber hinaus geben wir Warenwirtschaftsrisiken durch unterschiedliche Vertragslaufzeiten und entsprechende Vertragsklauseln soweit möglich an unsere Kunden weiter.

Wir fordern von unseren Zulieferern die Einhaltung von klar definierten Qualitäts- und Herstellungsstandards. Zu diesem Zweck führen unsere Tochtergesellschaften strikte Qualitätseingangskontrollen für alle Rohstoffe durch, sodass wir bei Verstößen gegen die vereinbarten Qualitäts- und Herstellungsstandards rechtzeitig vor Produktionsstart reagieren können. Bei Beanstandungen fordern wir umgehend eine Nachbesserung oder wir weichen bei grundlegenden aufgetretenen Mängeln sofort auf andere Lieferanten in unserem vorhandenen Netzwerk aus.

Personal

Personalrisiken können bei der Rekrutierung und Bindung sowie in der Weiterentwicklung von Fach-und Führungskräften bestehen. Bei hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften stehen wir verstärkt im Wettbewerb mit anderen mittelständischen und international tätigen Unternehmen. Darüber hinaus führt der demografische Wandel dazu, dass die Zahl verfügbarer Arbeitskräfte abnimmt. Wir begegnen diesem Risiko mit einem umfassenden Maßnahmenbündel, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern und in unseren Segmentunternehmen zu motivieren, zu entwickeln und zu fördern. Um den Bedarf an geeigneten Fach- und Führungskräften zu decken, bieten wir ein breites Angebot von Ausbildungsplätzen sowie Studienplätzen im Rahmen eines dualen Studiengangs an. Ein weiterer wesentlicher Faktor, um Personalrisiken zu begrenzen, ist die Etablierung und Entwicklung einer modernen Unternehmenskultur innerhalb der Gruppe und der einzelnen Segmentunternehmen. In Abhängigkeit von kurz- oder mittelfristigen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen können wir in erster Linie mit Instrumenten wie z.B. Auflösung von Gleitzeitkonten, Kurzarbeit, Auslauf von befristeten Verträgen oder im Extremfall mit Personalabbau entgegenwirken.

EDV/Organisation

Die Sicherheit unserer IT-Systeme hat für uns einen hohen Stellenwert. Insbesondere aus der zunehmenden Vernetzung entstehen Missbrauchsmöglichkeiten, die zu einem Ausfall zentraler IT-Systeme, einem Verlust der Datenintegrität von vertraulichen Daten, einer Manipulation von IT-Systemen oder einem Schaden durch Virusattacken führen können. Um dieses Risiko zu minimieren investieren wir regelmäßig in unsere IT-Systeme und setzen Virenscanner sowie Firewallsysteme ein. Darüber hinaus haben wir zielgerichtete Zugangs- und Zugriffskontrollen implementiert.

FINANZIELLE RISIKEN

Ausfallrisiko

In unserem operativen Geschäft und bei bestimmten Finanzierungsaktivitäten sind wir dem Risiko ausgesetzt, dass die Gegenpartei ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Um das Ausfallrisiko aus Finanzierungsaktivitäten zu minimieren, schließen wir wesentliche Finanztransaktionen mit Kreditrisiko ausschließlich mit Banken mit guter Bonität ab. Darüber hinaus nutzen wir zur Finanzierung einen festen Kreis bestehend aus fünf Banken (Stand: 31. Dezember 2019) und minimieren durch diese breite Streuung mögliche Verluste, die aus einem Ausfall entstehen könnten. Das operative Ausfallrisiko besteht insbesondere in der Nichterfüllung bestehender Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch Kunden unserer Segmentunternehmen. Diesem Risiko begegnen wir durch ein dezentral organisiertes straffes und effektives Debitorenmanagement. Zusätzlich führen wir bei Bedarf weitere risikoreduzierende Maßnahmen, wie zum Beispiel einen Abschluss von Kreditversicherungen, durch.

Liquiditäts- und Kreditrisiko

Im Rahmen unseres umfassenden Liquiditätsmanagements erkennen wir frühzeitig mögliche Risiken aus Schwankungen der Zahlungsströme. Eine Liquiditätsreserve, die wir in Form von Bankguthaben und vereinbarten Kreditlinien vorhalten, stellt dabei die Basis dar. Zum 31. Dezember 2019 verfügten wir im KAP-Konzern über liquide Mittel von 5,1 Mio. EUR und Kreditlinien von insgesamt 153,9 Mio. EUR, von denen wir 78,0 Mio. EUR in Anspruch genommen hatten. Unsere Tochtergesellschaften sind mit Ausnahme unserer Standorte China, Indien, der Schweiz und Südafrika an ein Cash-Pool-System angebunden.

Die Kreditaufnahme erfolgt zentral durch die KAP AG. Grundlage bildet eine sorgfältige und vorausschauende Planung des notwendigen Finanzmittelbedarfs, der aus dem operativen Geschäft und den zu tätigenden Investitionen abgeleitet wird. Eine wesentliche interne Finanzierungsquelle stellt die Optimierung des Working Capitals dar. Entsprechend steuern wir den Working Capital aktiv und überwachen die relevanten Einflussfaktoren kontinuierlich. Bei den externen Finanzierungsquellen achten wir auf eine erstklassige Bonität unserer Finanzierungspartner. Zur Absicherung der Geschäfte an unseren Standorten in China und Indien ziehen wir lokale Finanzinstitute oder Tochter- bzw. Schwestergesellschaften von Finanzinstituten, mit denen wir bereits in Deutschland zusammenarbeiten, hinzu. Wir senken durch die Aufnahme von Krediten in entsprechender Landeswährung die laufenden Währungsrisiken. Für bestehende Finanzverbindlichkeiten sind teilweise verschiedene Covenants vereinbart, deren Einhaltung zentral kontinuierlich geprüft wird. Ein etwaiger Verstoß gegen die getroffenen Vereinbarungen könnte zu einer Kündigung der Finanzierung seitens der Banken führen. Es ist jedoch regelmäßig der Fall, dass gegebenenfalls ein solcher Verstoß auf dem Verhandlungswege mit den Banken gelöst wird. Im Geschäftsjahr 2019 wurden die Covenants Kriterien eingehalten.

Zinsänderungsrisiko

Unsere Finanzierung besteht insgesamt aus einer ausgewogenen Mischung von kurz- und langfristigen Finanzierungsinstrumenten. Im langfristigen Bereich setzen wir Tilgungsdarlehen und im kurzfristigen Bereich klassische Kontokorrentkredite ein, die überwiegend in die Konsortialfinanzierung eingebunden sind. Dabei liegt im Wesentlichen stets der Euribor als Basiszins zugrunde, wobei ein sogenannter Floor bei negativem Euribor vorliegt. Änderungen des Marktzinses führen damit zu höheren zu zahlenden Zinssätzen und bedeuten somit ein entsprechendes Zinsänderungsrisiko. Die Steuerung dieses Risikos erfolgt aktiv durch unsere Treasury-Abteilung. Auf eine Absicherung durch den Einsatz von derivativen Instrumenten verzichten wir in der Regel.

Währungs- und Inflationsrisiko

Aus der internationalen Geschäftstätigkeit unserer Segmentunternehmen sind wir Risiken aus Schwankungen von Währungskursen unterworfen. Im Geschäftsjahr 2019 haben wir im KAPKonzern mit einem Umsatzanteil von 12,4 % einen nicht unerheblichen Teil unseres Geschäfts mit Kunden im US-Dollar-Raum getätigt. Wir federn mit der Umsetzung eines US-Dollar-Cash-Poolings die Währungskursrisiken des US-Dollar gegenüber dem Euro durch ein natürliches Hedging ab, sodass wir die Risiken kalkulierbar machen. Zudem gelingt es uns, gegenüber unseren Kunden überwiegend eine Fakturierung in Euro durchzusetzen und somit entsprechende Risiken aus der Änderung des Wechselkursverhältnisses des US-Dollars zum Euro zu minimieren. Eine Steuerung und Reduzierung durch Derivate oder sonstige Währungssicherungsgeschäfte war somit im Geschäftsjahr 2019 wie in den Vorjahren nur in einem sehr geringen Umfang notwendig.

Compliance Risiken

Die Schwerpunkte des Compliance-Management-Systems des KAP-Konzerns liegen insbesondere in den Bereichen Korruptionsprävention, Kartellrecht, Sanktions- und Exportkontrolle sowie IT-Sicherheit, Datenschutz und Steuern. Ergänzend zu unserem konzernweit eingeführten Compliance-System haben wir einen dezidierten Verhaltenskodex für unsere Mitarbeiter etabliert. Auf diesem Weg stellen wir die Einhaltung von Gesetzen und Regeln sicher. Beide Instrumente überprüfen wir kontinuierlich auf Wirksamkeit und entwickeln sie kontinuierlich weiter. Dabei berücksichtigen wir sowohl gesetzliche oder weitergehende regulatorische Änderungen als auch identifizierte Schwachstellen aus dem aktiven Handeln unserer Mitarbeiter. Wir steigern die Sensibilität unserer Mitarbeiter für rechts- und gesetzeskonformes Handeln durch Schulungen. Mit diesen Maßnahmen tragen wir aktiv dazu bei, das Auftreten möglicher Reputationsrisiken zu weitestgehend vermeiden.

Rechtliche Risiken

Zu den möglichen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder Rechtsverfahren zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Gewährleistung und Produkthaftung, Wettbewerbsrecht, Patentrecht und Vertragsrecht. Sie können sich negativ auf unser operatives Geschäft und auf die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen. Wir reduzieren Risiken, die aus Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen entstehen könnten, durch ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement sowie die Bildung von Rückstellungen in einem ausreichenden Volumen. Zum 31. Dezember 2019 haben wir entsprechende Rückstellungen von insgesamt 10,0 Mio. Euro gebildet. Laufende und drohende Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, bestanden zum Berichtsstichtag im KAPKonzern nicht.

Markenschutz

Wir schützen unser geistiges Eigentum und damit die Investitionen in unsere Produkt- und Verfahrensneuheiten soweit möglich durch Gebrauchsmuster- oder Patentanmeldungen. Die Notwendigkeit, Maßnahmen zum Markenschutz zu beantragen, entfällt bei einer gemeinsamen Entwicklung von Produkten oder Anwendungen mit unseren Kunden oder in unserer Funktion als Tier-II-Anbieter, die wir insbesondere im Segment precision components übernehmen.

Besondere segmentspezifische Risiken

Für die Restrukturierung im Segment engineered products besteht das Risiko, dass die getroffenen Maßnahmen zeitlich länger dauern und mit höheren Kosten verbunden sind, sodass ihr tatsächlicher Nutzen geringer ist als geschätzt, diese später wirken als angenommen oder ihre Wirkung ganz ausbleibt. Die Profitabilität vom Segment wird durch die tatsächlich erzielten Einsparungen und die Fähigkeit des Segments beeinflusst, diese fortlaufenden Projekte nachhaltig umzusetzen.

Übergreifende Risiken

Aus dem Ausbruch des Coronavirus können sich gesamtwirtschaftliche Risiken ergeben, die zu signifikanten Rückgängen des weltweiten Wirtschaftswachstums führen können. Risiken für den KAP-Konzern können Umsatz- und Ergebnisentwicklung beeinflussen aber auch zu erheblichen Beeinträchtigungen der Produktion und des Beschaffungsmarktes führen.

Chancenmanagement

Unser unternehmerischer Erfolg wird wesentlich davon beeinflusst, dass wir Chancen frühzeitig erkennen und zielgerichtete Maßnahmen für die Wahrnehmung dieser Chancen entwickeln. Unsere Segmentstrategie bietet dem KAP-Konzern in einem dynamischen Marktumfeld eine Vielzahl von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Chancen werden dabei als Ereignisse und mögliche Entwicklungen definiert, die zu zusätzlichem Potenzial und zu einer positiven Abweichung von einem vorab definierten Zielwert führen und sich damit positiv auf die Finanz- und Ertragslage oder Unternehmensreputation auswirken können.

Um Chancen frühzeitig zu erkennen, setzen wir verschiedene Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein. Dazu zählen insbesondere umfassende Marktstudien von Bereichen, in denen wir mit unseren Segmentunternehmen bereits aktiv sind oder die für uns aufgrund vorhandener Wettbewerbsstrukturen und Wachstumsperspektiven attraktiv sein könnten. Vorstand, Segmentmanager und die einzelnen Geschäftsführer unserer Segmentunternehmen arbeiten im Rahmen unseres Chancenmanagements eng zusammen. Im Rahmen der jährlichen Geschäftsplanung und der Zielvereinbarungen konkretisiert der Vorstand die Chancen und stimmt sie mit den verantwortlichen Managern ab. Mit einem ausgewogenen Verhältnis von Chancen und Risiken wollen wir dabei einen Mehrwert für unsere Stakeholder generieren. Chancen, die auf operativer Ebene bestehen, werden dezentral durch unsere Segmentmanager und Geschäftsführer unserer Segmentunternehmen gesteuert. Auf diesem Weg können wir flexibel agieren und Chancen entsprechend frühzeitig identifizieren, bewerten und gegebenenfalls konsequent nutzen.

Strategische Chancen bestehen für die KAP-Gruppe insbesondere in der konsequenten Umsetzung der Segmentstrategie und der weiteren zielgerichteten Entwicklung unserer Unternehmensgruppe durch zielgerichtete M&A-Aktivitäten. Unseren Segmenten bieten sich durch die Erschließung neuer regionaler Märkte neue Chancen. Unsere Innovationskraft und die weitere Forcierung von Produktentwicklungen bieten die Chance unsere Produkte in zusätzlichen Anwendungsumgebungen zu platzieren. Dabei stehen insbesondere Zukunftsthemen wie Umweltschutz, Energieeffizienz oder E-Mobilität, die für alle wesentlichen industriellen Branchen relevant sind in unserem strategischen Mittelpunkt. Unsere Segmentstrategie bietet darüber hinaus die Chance, durch die Optimierung der Auslastung an einzelnen Standorten, die Bündelung von Produktionskapazitäten, die Optimierung unseres Produktportfolios und einen intensiveren Kompetenzaustausch in unseren Segmenten deutliche Effizienz- und Ertragspotenziale zu realisieren. Ein weiterer wesentlicher Eckpfeiler unserer Segmentstrategie sind verstärkte Investitionen in die Forschung und Entwicklung innovativer Produkte, Produktgruppen und Verfahren. Hieraus entstehen zusätzliche Wachstumschancen. Die Weiterentwicklung unserer Segmente wollen wir sowohl durch geeignete interne Maßnahmen als auch durch einen zielgerichteten Ausbau mit M&A-Aktivitäten erreichen. Mit unserer komfortablen Finanzierungs- und Liquiditätssituation sind wir dabei jederzeit in der Lage, am M&A-Markt agieren zu können und entsprechende Chancen zur externen Stärkung unserer Unternehmensgruppe nutzen zu können.

Gesamtaussage des Vorstands zur Chancen- und Risikosituation

Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken bzw. übergeordneten Risikokategorien. Aus Sicht des Vorstands sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die den Bestand des KAP-Konzerns gefährden könnten.

Aus dem Ausbruch des Coronovirus können sich gesamtwirtschaftliche Risiken ergeben, die zu signifikanten Rückgängen des weltweiten Wirtschaftswachstums führen können. Daraus resultierende Risiken für den KAP-Konzern können die Umsatz- und Ergebnisentwicklung negativ beeinflussen und zu signifikanten Beeinträchtigungen der Produktion und des Beschaffungsmarktes führen. Sollte sich die Absatzsituation in allen Märkten jeweils nach einigen Wochen nicht wieder normalisieren, können sich weitere Auswirkungen den Umsatz, das Ergebnis sowie vor- und nachgelagerte Prozesse ergeben, die zum jetzigen Zeitpunkt weder in der Dauer noch in der Belastung abgeschätzt werden können. Die KAP AG beobachtet die Situation aufmerksam und ergreift entsprechende Maßnahmen.

Wir sind davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft aus unserem unternehmerischen Handeln entstehende Chancen konsequent nutzen und die Herausforderungen, die sich aus den dargestellten Risiken ergeben, weiterhin erfolgreich bewältigen können.

SONSTIGE PFLICHTANGABEN

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB finden Sie auf unserer Website unterwww.kap.de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.html.

NICHTFINANZIELLER BERICHT

Der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht für die KAP AG und den KAP-Konzern gemäß § 289b ff. HGB und § 315b ff. HGB finden Sie unter www.kap.de/unternehmen/vision-werte/nfe.

ANGABEN NACH § 289 A HGB

ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETES KAPITALS

Zum 31. Dezember 2019 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 20.176.917,80 Euro, eingeteilt in 7.760.353 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils 2,60 Euro. Jede Aktie gewährt die gleichen gesetzlichen Rechte und in der Hauptversammlung eine Stimme. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Beschränkungen, die die Stimmrechte und die Übertragung von Aktien betreffen Die Ausübung der Stimmrechte und die Übertragung der Aktien richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Diese betreffen vor allem gemäß § 136 Abs. 1 AktG die Abstimmung über die jährliche Entlastung in Bezug auf Aktien, die von Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitgliedern direkt oder indirekt gehalten werden, sowie das zumindest vorübergehende Nichtbestehen von Stimmrechten bei Verstößen gegen die Mitteilungspflichten gemäß § 33 Abs. 1 oder 2, § 38 Abs. 1 oder § 39 Abs. 1 WpHG. Die Satzung der KAP AG sieht keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen vor. Besondere vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

BESCHRÄNKUNGEN HINSICHTLICH DER STIMMRECHTE ODER ÜBERTRAGUNGEN VON AKTIEN

Die Ausübung der Stimmrechte und die Übertragung der Aktien richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Diese betreffen vor allem gemäß § 136 Abs. 1 AktG die Abstimmung über die jährliche Entlastung in Bezug auf Aktien, die von Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitgliedern direkt oder indirekt gehalten werden, sowie das zumindest vorübergehende Nichtbestehen von Stimmrechten bei Verstößen gegen die Mitteilungspflichten gemäß § 33 Abs. 1 oder 2, § 38 Abs. 1 oder § 39 Abs. 1 WpHG. Die Satzung der KAP AG sieht keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen vor. Besondere vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

BETEILIGUNGEN AM KAPITAL DER GESELLSCHAFT VON MEHR ALS 10 PROZENT DER STIMMRECHTE

Die FM-Verwaltungsgesellschaft mbH, Stadtallendorf, hat uns mit Schreiben vom 1. September 2014 gemäß § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 1. September 2014 die Schwelle von 25 % überschritten hat und seit diesem Zeitpunkt 29,889 % (1.980.000 Stimmrechte) beträgt.

Daniel Anthony D'Aniello hat uns mit Schreiben vom 14. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 50 % unterschritten hat und nun 46,10 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,85 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 46,10 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Projekt Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

William Elias Conway. Jr. hat uns mit Schreiben vom 14. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 50 % unterschritten hat und nun 46,10 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,85 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 46,10 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Projekt Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

David Mark Rubenstein hat uns mit Schreiben vom 14. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 50 % unterschritten hat und nun 46,10 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,85 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 46,10 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Projekt Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

Rüdiger Heiche, Schwaigern, hat uns mit Schreiben vom 12. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 3 % überschritten hat und nun 4,01 % der Stimmrechtsanteile (307.231 Stimmrechte) beträgt.

Gunter Heiche, Schwaigern, hat uns mit Schreiben vom 12. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 3 % überschritten hat und nun 4,01 % der Stimmrechtsanteile (307.231 Stimmrechte) beträgt.

Mutterunternehmen der KAP AG ist die Project Diamant Bidco AG mit Sitz in Frankfurt am Main.

INHABER VON AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN

Keinem Aktionär stehen Sonderrechte zu, die Kontrollbefugnisse verleihen.

STIMMRECHTSKONTROLLBEFUGNISSE DURCH AM KAPITAL BETEILIGTE ARBEITNEHMER

Ebenso liegen keine Stimmrechtskontrollbefugnisse von am Kapital beteiligten Arbeitnehmern vor.

BESTELLUNG UND ABBERUFUNG VON MITGLIEDERN DES VORSTANDES / SATZUNGSÄNDERUNGEN

Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes richtet sich nach den §§ 84 und 85 AktG. Gemäß § 5 der Satzung in der Fassung vom 3. Juli 2019 besteht der Vorstand aus zwei oder mehreren Mitgliedern. Die Anzahl wird vom Aufsichtsrat bestimmt. Für die Bestellung und Abberufung einzelner oder sämtlicher Mitglieder des Vorstandes sieht die Satzung keine Sonderregelung vor. Die Bestellung und Abberufung liegt in der Zuständigkeit des Aufsichtsrats (§ 84 AktG).

Satzungsänderungen erfolgen nach den §§ 179, 133 AktG. In der Satzung wurde nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, weitere Erfordernisse für Satzungsänderungen aufzustellen. Über Satzungsänderungen beschließt die Hauptversammlung (§ 119 Abs. 1, § 179 Abs. 1 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit aller vorhandenen Stimmen gefasst. Der Aufsichtsrat ist gemäß § 12 Abs. 4 der Satzung in der Fassung vom 3. Juli 2019 zu Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung betreffen.

Die letzte Änderung der Satzung fand am 3. Juli 2019 statt und betraf im Einzelnen die Änderung der Fassung folgender Bestimmungen: § 7 (Zusammensetzung, Amtsdauer, Amtsniederlegung), § 13 (Vergütung), § 18 (Jahresabschluss und ordentliche Hauptversammlung). Die Satzung in ihrer jeweils geltenden Fassung wird auch auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht.

Herr Decker legte sein Amt als Mitglied des Vorstands der KAP AG mit Wirkung zum 30.09.2019 nieder. Herr Stahmer wurde als Mitglied des Aufsichtsrats gemäß § 105 Abs. 2 AktG als Stellvertreter eines fehlenden Vorstandsmitglieds ab dem 1.10.2019 in den Vorstand der Gesellschaft entsendet. Sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats ruhte in dieser Zeit.

BEFUGNISSE DES VORSTANDES ZUR AUSGABE UND ZUM RÜCKKAUF VON AKTIEN

Die Befugnisse des Vorstandes der Gesellschaft, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, beruhen sämtlich auf entsprechenden Ermächtigungsbeschlüssen der Hauptversammlung:

• ERWERB UND EINZIEHUNG EIGENER AKTIEN

Die Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 hat den Vorstand bis zum 07. Juli 2022 ermächtigt:

a) gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG, eigene Aktien bis zu 10 vom Hundert des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals oder - falls dieser Wert geringer ist -des zum Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71d oder 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals übersteigen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden.

b) Der Erwerb der Aktien der KAP AG (KAP-Aktien) darf nach der Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) darf bei Erwerb über die Börse den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten drei Handelstagen vor der Verpflichtung zum Erwerb nicht um mehr als 10 % über- und nicht um mehr als 20 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot darf er den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten drei Handelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots nicht um mehr als 15 % über- und nicht um mehr als 10 % unterschreiten. Sollte bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorgesehene Rückkaufvolumen überschreiten, muss die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien erfolgen. Ebenso kann eine bevorrechtigte Berücksichtigung geringer Stückzahlen bis zu 50 Stück der angedienten KAP-Aktien je Aktionär vorgesehen werden. Das öffentliche Kaufangebot kann weitere Bedingungen vorsehen.

c) Die Ermächtigung wird mit Ablauf der Hauptversammlung, auf der darüber beschlossen wird, wirksam und gilt bis zum 07. Juli 2022.

d) Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund dieser oder einer vorangegangenen Ermächtigung nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG oder gemäß § 71d Satz 5 AktG erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG) über die Börse beziehungsweise durch Angebot an alle Aktionäre außer zu Handelszwecken wieder zu veräußern. Der Vorstand wird auch ermächtigt, erworbene Aktien zur Erfüllung von durch die Gesellschaft oder durch eine ihrer unmittelbaren oder mittelbaren Tochtergesellschaften eingeräumten Wandlungs- oder Optionsrechten sowie gegen Sachleistung zu dem Zweck zu veräußern, Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, andere dem Geschäftsbetrieb der Gesellschaft dienliche Vermögenswerte oder gewerbliche Schutzrechte zu erwerben. Für diese Fälle und in diesem Umfang wird das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Ferner wird der Vorstand unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ermächtigt, erworbene Aktien an Dritte gegen Barzahlung zu veräußern, sofern maximal Aktien, die 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar sowohl berechnet auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch auf den Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung, veräußert werden und die erworbenen eigenen Aktien zu einem Preis veräußert werden, der den maßgeblichen Wert von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht um mehr als 5 % (ohne Nebenkosten) unterschreitet. Auf den Betrag von 10 % des Grundkapitals gemäß dem vorherigen Satz ist der Betrag anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die aufgrund einer anderen entsprechenden Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bis zu der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung ausgegeben bzw. veräußert werden, soweit eine derartige Anrechnung gesetzlich geboten ist. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Options- oder Wandlungsrechten aus Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen oder -genussrechten auszugeben sind, sofern diese Schuldverschreibungen oder Genussrechte während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Als maßgeblicher Wert gilt dabei der Durchschnitt der Aktienkurse (Schlussauktionspreise für die Aktien der Gesellschaft im General Standard Segments) an der Frankfurt Wertpapierbörse an den letzten zehn (10) Börsenhandelstagen vor der Veräußerung der Aktien.

e) Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich stattdessen durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht (vereinfachtes Einziehungsverfahren gem. § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG). Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Angabe der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.

f) Die Ermächtigungen unter lit. a) bis e) können ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam durch die Gesellschaft, aber auch durch ihre unmittelbaren oder mittelbaren Tochtergesellschaften oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte ausgenutzt werden.

Ausnutzung des Beschlusses Rückkauf eigener Aktien

Von diesem Beschluss wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

• GENEHMIGTES KAPITAL

Die Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 hat den Vorstand ferner ermächtigt das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. Juli 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 1.324.889 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je Euro 2,60 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu Euro 3.444.711,40 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017). Den Aktionärinnen und Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Dabei können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 KWG tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionärinnen und Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand wird jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionärinnen und Aktionäre auszuschließen:

(i) für Spitzenbeträge, die sich bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;

(ii) soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft oder ihren unmittelbaren oder mittelbaren Tochtergesellschaften ausgegebenen oder künftig auszugebenden Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung ihres Options- oder Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung einer Options- bzw. Wandlungspflicht zustünde;

(iii) sofern die neuen Aktien bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder von Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen Vermögensgegenständen ausgegeben werden;

(iv) sofern bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen der auf die neuen Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung übersteigt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft derselben Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet. Sofern während der Laufzeit dieses Genehmigten Kapitals 2017 bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht gemäß oder entsprechend §186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 10 %-Grenze anzurechnen; oder

(v) sofern die neuen Aktien an Personen ausgegeben werden, die in einem Arbeitsverhältnis mit der Gesellschaft oder einem mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen stehen oder die Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder Organmitglieder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens sind; soweit neue Aktien an Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft ausgegeben werden, wird der Aufsichtsrat der Gesellschaft ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionärinnen und Aktionäre auszuschließen.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2017 und, falls das Genehmigte Kapital 2017 bis zum 7. Juli 2022 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, nach Fristablauf der Ermächtigung anzupassen.

AUSNUTZUNG DES BESCHLUSSES "GENEHMIGTES KAPITAL 2017" IM GESCHÄFTSJAHR 2018

In dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 wurden keine Aktienausgaben beschlossen. Im Vorjahr haben Vorstand und Aufsichtsrat die Ausgabe von neuen Aktien als Sachkapitalerhöhung von insgesamt 10,17 % des Grundkapitals bzw. 714.462 Stückaktien sowie neuen Aktien gegen Bareinlage von insgesamt 0,26 % bzw. 18.045 Stückaktien beschlossen.

Im Vorjahr wurden im Einzelnen 10,17 % des Grundkapitals der Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder von Beteiligungen an der Heiche Logistics GmbH, Schwaigern (270.524 Stückaktien), an der Heiche Oberflächentechnik GmbH, Schwaigern, (343.938 Stückaktien) sowie an der NOW Contec GmbH & Co. KG, Waldfischbach, (78.524 Stückaktien) und an der Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG, Waldfischbach, (21.476 Stückaktien) sowie 0,26 % der Aktien an den Vorstand ausgegeben (18.045 Stückaktien).

Von den im Vorjahr beschlossenen Kapitalerhöhungen (732.507 Aktien) wurden 732.507 bis zum 31.12.2018 im Handelsregister eingetragen.

VEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTES

Vereinbarungen der Gesellschaft mit den Mitgliedern des Vorstandes oder Arbeitnehmern über Entschädigungen im Falle eines Übernahmeangebotes existieren nicht. Gleiches gilt für wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.

ABHÄNGIGKEITSBERICHT

In dem Bericht gemäß § 312 AktG über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat der Vorstand folgende Erklärung abgegeben:

"Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten."

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄß § 289F HGB UND § 315D HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB finden Sie auf unserer Website unterwww.kap.de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.

NACHTRAGSBERICHT

Am 22. Januar 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat einen umfassenden Umbau des Segments engineered products beschlossen. Operative Aktivitäten mit negativen Deckungsbeiträgen sollen aufgegeben und eine nachhaltige Verbesserung der Rentabilität in diesem Segment erreicht werden. Die beschlossenen Maßnahmen beinhalten die vollständige Schließung des Standorts Fulda, dessen Schwerpunkt die Produktion von Cordgewebe ist, sowie eines Standorts in Tschechien, an dem insbesondere Softcords und Rohzwirne produziert werden. Darüber hinaus soll ein weiterer Standort in Tschechien, der sich mit der Konfektion von Zelten und technischen Geweben beschäftigt, veräußert werden. Im Geschäftsjahr 2019 entfielen auf diese Aktivitäten Umsatzerlöse von insgesamt rund 40 Mio. EUR und ein normalisiertes EBITDA von 0 Mio. EUR. Mit den Umbaumaßnahmen sind voraussichtliche Aufwendungen im einstelligen Millionenbereich verbunden, die ausschließlich die Entwicklung im Geschäftsjahr 2020 beeinflussen werden. Die Konzernleitung rechnet in den Jahren 2020ff. mit einem nachhaltig geringeren Umsatzniveau bei einem gleichzeitig erhöhten EBITDA durch Kosteneinsparungen. Die derzeitige Planung weist eine nachhaltige EBITDA-Marge von rund 10 % nach Umsetzung der Maßnahmen bezogen auf die Umsatzerlöse aus. Es ist geplant die Maßnahmen vollumfänglich im Geschäftsjahr 2020 umzusetzen. Die Konzernleitung rechnet des Weiteren mit einem positiven Effekt auf das Working Capital des Segments im einstelligen Millionenbereich. Zudem geht sie sowohl von einer Reduzierung der Kundenkonzentration als auch von einer erhöhten Diversifikation der Industriebranchen aus, in denen die Produkte des Segments eingesetzt werden. Die dargestellten Effekte berücksichtigen noch nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

Aus der Coronavirus-Pandemie erwarten wir negative Auswirkungen auf unser Geschäft im In- und Ausland. Der weitere Verlauf der Epidemie stellt einen Unsicherheitsfaktor dar, der bis zum Aufstellungszeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden konnte. Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Seit dem 11. März 2020 stuft die WHO die Verbreitung des Coronavirus nunmehr als Pandemie ein. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und Folgen auf den Geschäftsverlauf der KAP AG werden laufend überwacht. Die KAP AG geht auf Grundlage der jüngsten Entwicklungen davon aus, dass sich die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus und die notwendigen Eindämmungsmaßnahmen in allen wesentlichen Absatzmärkten negativ auswirken werden. Weiterhin bestehen Risiken bei vor- und nachgelagerten Prozessen. Die der KAP AG bekannten Abschätzungen und Annahmen sind im Prognosebericht berücksichtigt und beschrieben. Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2019 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KAP-Gruppe oder der KAP AG zu erwarten ist.

Künftige Entwicklung des KAP-Konzerns

Für das Geschäftsjahr 2020 planen wir, unsere Segmentstrategie konsequent weiter umzusetzen. Auch wollen wir weiterhin durch gezielte Investitionen und Optimierungen unsere Segmente kontinuierlich entwickeln. Dabei steht die Profitabilitätssteigerung klar im strategischen Fokus. Gleichzeitig wollen wir durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten die Basis für zukünftiges Wachstum in attraktiven Marktnischen legen.

Im Segment engineered products trennen wir uns konsequent von operativen Aktivitäten mit negativen Deckungsbeiträgen und schließen Produktionsstandorte an denen insbesondere Cordgewebe, Softcords und Rohzwirne hergestellt wurden. Insgesamt verzichten wir mit diesen Maßnahmen auf Umsatzerlöse von rund 40 Mio. EUR. Die voraussichtlichen Aufwendungen im einstelligen Millionenbereich werden die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2020 entsprechend negativ beeinflussen. Das Segment engineered products wird sich neu ausrichten und auf margenstarke Produkte fokussieren und auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil innerhalb der KAP-Gruppe bleiben.

Für das Segment flexible films erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 eine Fortsetzung des nachhaltigen Wachstumstrends, sodass sowohl die Umsatzerlöse als auch das bereinigte EBITDA leicht steigen sollten.

Im Segment surface technologies wollen wir die Produktionskapazitäten, die durch den Brandschaden am Standort Heinsdorfergrund ab dem zweiten Halbjahr 2019 vermindert waren, deutlich erweitern. Hierfür sehen wir ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 21 Mio. EUR vor. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die neuen Produktionskapazitäten bereits ab 2020 zur Verfügung stehen und positive Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung haben werden.

Im Segment precision components wollen wir den eingeschlagenen strategischen Weg fortsetzen und den Umsatzanteil, der vom Verbrennungsmotor abhängt, weiter eliminieren und die Ausrichtung auf E-Drive-Systemen vorantreiben. Damit einher verringert sich die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung im Automotive-Bereich und steigt der Umsatzanteil von zukunftsorientierten Produkten mit einer tendenziell höheren Marge.

Unser Segment it/services sollte 2020 unverändert von dem Digitalisierungsprozess im Industrie- und Dienstleistungsbereich profitieren, jedoch erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 leicht rückläufige Umsatzerlöse aber einen Anstieg des bereinigten EBITDA.

Prognose

Einführung

Sämtliche im Prognosebericht getroffene Angaben beziehen sich, sofern nichts anderes angegeben ist, grundsätzlich auf das Geschäftsjahr 2020 und stellen unsere eigenen Einschätzungen und Erwartungen dar.

Die im Folgenden dargestellte Prognose berücksichtigt nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, die zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht konkret abzuschätzen sind.

Konjunkturerwartungen

Es ist davon auszugehen, dass sich die Konjunkturerwartungen durch den Ausbruch der Corona-Pandemie weltweit sehr stark eintrüben werden. Es liegen zum Zeitpunkt des Berichts noch keine belastbaren Daten vor, um daraus einen belastbaren Ausblick zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft zu formulieren.

Zusammenfassung der Konjunkturprognosen vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie

Wirtschaftliches Umfeld

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Wachstum1 2019 Wachstum12020
Welt % 2,9 3,3
Euroraum % 1,2 1,3
Deutschland % 0,6 1,1
USA % 2,3 2,0
Schwellenländer % 3,7 4,4

1 Reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

Quellen: Internationaler Währungsfonds (IWF) - World Economic Outlook Update January 20, 2020; ifo institut - Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2019: "Industrie in der Rezession - Wachstumskräfte schwinden"

Wesentliche Markttrends

Unsere Segmente sind in einer Vielzahl von attraktiven Marktnischen aktiv und verfügen dort über eine starke Marktposition. Obwohl die Entwicklung innerhalb dieser Marktnischen im Allgemeinen relativ stabil und unabhängig von der allgemeinen konjunkturellen Lage verläuft, beeinflussen besondere, dynamische Abwärtstrends, wie zum Beispiel im Automotive-Bereich und in der Automobilindustrie oder die Investitionszurückhaltung in wichtigen Industriebereiche, die operative Entwicklung unserer Segmente. Vor dem Hintergrund der neu zu bewertenden Situation aufgrund der Corona-Pandemie erwarten wir für 2020, dass das wirtschaftliche Umfeld sehr herausfordernd sein wird, besonders für unsere zyklischen oder automobilbezogenen Geschäftsbereiche. Eine konkrete Einschätzung der Markttrends ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich.

Künftige Entwicklung des KAP-Konzerns (Aufgrund der vor der Corona-Pandemie gültigen Unternehmensplanung)

Für das Geschäftsjahr 2020 planen wir, unsere Segmentstrategie konsequent weiter umzusetzen. Auch wollen wir weiterhin durch gezielte Investitionen und Optimierungen unsere Segmente kontinuierlich entwickeln. Dabei steht die Profitabilitätssteigerung klar im strategischen Fokus. Gleichzeitig wollen wir durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten die Basis für zukünftiges Wachstum in attraktiven Marktnischen legen.

Im Segment engineered products trennen wir uns konsequent von operativen Aktivitäten mit negativen Deckungsbeiträgen und schließen Produktionsstandorte an denen insbesondere Cordgewebe, Softcords und Rohzwirne hergestellt wurden. Insgesamt verzichten wir mit diesen Maßnahmen auf Umsatzerlöse von rund 40 Mio. EUR. Die voraussichtlichen Aufwendungen im einstelligen Millionenbereich werden die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2020 entsprechend negativ beeinflussen. Das Segment engineered products wird sich neu ausrichten und auf margenstarke Produkte fokussieren und auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil innerhalb der KAP-Gruppe bleiben.

Für das Segment flexible films erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 eine Fortsetzung des nachhaltigen Wachstumstrends in den wesentlichen Untergesellschaften dieses Bereichs.

Im Segment surface technologies wollen wir die Produktionskapazitäten, die durch den Brandschaden am Standort Heinsdorfergrund ab dem zweiten Halbjahr 2019 vermindert waren, deutlich erweitern Hierfür sehen wir ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 21 Mio. EUR vor. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die neuen Produktionskapazitäten bereits ab 2020 zur Verfügung stehen und positive Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung haben werden.

Im Segment precision components wollen wir den eingeschlagenen strategischen Weg fortsetzen und den Umsatzanteil, der vom Verbrennungsmotor abhängt, weiter eliminieren und die Ausrichtung auf E-Drive-Systemen vorantreiben. Damit einher verringert sich die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung im Automotive-Bereich und steigt der Umsatzanteil von zukunftsorientierten Produkten mit einer tendenziell höheren Marge.

Unser Segment it/services sollte 2020 unverändert von dem Digitalisierungsprozess im Industrie- und Dienstleistungsbereich profitieren, jedoch erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 leicht rückläufige Umsatzerlöse aber einen leichten Anstieg des bereinigten EBITDA.

Auf Ebene der KAP AG planen wir derzeit für 2020 ein Ergebnis vor Ergebnisabführung der Tochtergesellschaften, das in den nächsten Jahren leicht positiv sein soll (Szenario vor der Corona-Pandemie). Dieses Ergebnis ist aber stark von der Intensität der M&A Aktivitäten und den daraus resultierenden Beratungskosten sowie den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie abhängig.

Ziele 2020 1

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Konzern Ist 2019 Prognose 2020 (vor Corona)
Umsatz 372,8 Stabil
Bereinigtes EBITDA 31,9 Leichter Anstieg
Investitionen 2 17,4 Deutlicher Anstieg
engineered products
Umsatz 150,7 Deutlicher Rückgang
Bereinigtes EBITDA 2,4 Leichter Anstieg
Investitionen 2 2,9 Deutlicher Anstieg
flexible films
Umsatz 89,2 Leichter Anstieg
Bereinigtes EBITDA 10,1 Leichter Anstieg
Investitionen 2 2,4 Deutlicher Rückgang
surface technologies
Umsatz 64,1 Leichter Anstieg
Bereinigtes EBITDA 13,7 Deutlicher Anstieg
Investitionen 2 7,3 Deutlicher Anstieg
precision components
Umsatz 49,5 Leichter Rückgang
Bereinigtes EBITDA 3,4 Stabil
Investitionen 2 2,5 Deutlicher Anstieg
it/services
Umsatz 22,3 Leichter Rückgang
Bereinigtes EBITDA 3,0 Leichter Anstieg
Investitionen 2 1,5 Deutlicher Rückgang

1 Die im Folgenden dargestellte Prognose berücksichtigt nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, die zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht konkret abzuschätzen sind.
2 Erläuterung der zu erwarteten Entwicklung: Die Angabe "leichter Anstieg" entspricht einer Veränderung zwischen 1 und 10 %, während "deutlicher Anstieg" eine Veränderung ab 10 % und "stabil" eine Veränderung von +/- 1 % bezeichnet. Die Angabe "Deutlicher Rückgang" entspricht einer Veränderung ab -10%.
3 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Gesamtaussage des Vorstands und Prognose der Ertragslage 2020

Das wirtschaftliche und soziale Umfeld, in dem sich unsere Gesellschaft aktuell bewegt, ist unverändert dynamisch und ohne jegliches historisches Vorbild. Ein wirtschaftlicher Rückgang aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 lag bislang noch außerhalb unserer Planungsszenarien. Darüber hinaus ist der weitere Fortgang der Pandemie derzeit nicht seriös vorhersehbar. Auf Basis der aktuellen Nachrichtenlage ist jedoch davon auszugehen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzern deutlich rückläufig sein wird. Hintergrund sind insbesondere die zahlreichen Produktionsstilllegungen im Automobilsektor. Hiervon sind die Segmente engineered products, surface technologies und precision components betroffen. Darüber hinaus könnte eine geringere Nachfrage im Bereich Bau-und Renovierung die Geschäftsentwicklung des Segments flexible films negativ beeinflussen. Die Entwicklung im Segment it/services wird im weiteren Verlauf des Jahres 2020 von der Bereitschaft der Kunden abhängen, in Abhängigkeit steigenden oder nachlassenden Auswirkungen der Corona-Krise laufende Projekte abzuschließen und neue Kundenprojekte zu gewinnen. Erste Maßnahmen zur Gegensteuerung und Eindämmung wurden bereits eingeleitet bzw. sind in Vorbereitung. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Absatz und die resultierenden Ertragskennzahlen sind derzeit nicht abschließend bEURteilbar. Derzeit gehen wir von einer zunehmenden Normalisierung der Absatzsituation in einigen Wochen aus. Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise gehen wir im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 im Konzern von folgenden Entwicklungen der wesentlichen finanziellen Größen aus:

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Prognose 2020 (inkl. Corona)
Umsatz Deutlicher Rückgang
EBITDA Deutlicher Rückgang
Investitionen Stabil

Wesentlichen Einfluss haben hier die gegenüber der ursprünglichen Planung geringen Umsatzerwartungen mit der Automobilindustrie, was vor allem die Segmente engineered products, surface technologies und precision components betrifft. Der Bereich flexible films könnte insbesondere von einer geringeren Nachfrage im Bereich Bau- und Renovierung betroffen sein. Die Entwicklung im Segment it/services wird im weiteren Verlauf des Jahres 2020 von der Bereitschaft der Kunden abhängen, in Abhängigkeit steigenden oder nachlassenden Auswirkungen der Corona-Krise laufende Projekte abzuschließen und neue Kundenprojekte zu gewinnen.

Darüber hinaus kann der tatsächliche Geschäftsverlauf des KAP-Konzerns von den aktuellen Erwartungen auch durch die nachfolgend im Risiko- und Chancenbericht aufgeführten Risiken und Chancen abweichen.

Anhand verschiedener Chancen- und Risikoszenarien, insbesondere für die Absatz- und Versorgungslage in den Lieferketten sowie in Bezug auf die Verfügbarkeit der Mitarbeiter, werden die möglichen negativen Auswirkungen und Gegenmaßnahmen auf die Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens neu bewertet.

 

Fulda, den 26. März 2020

KAP AG

Eckehard Forberich, Vorstandssprecher

Dr. Alexander Riedel, Finanzvorstand

Bilanz ZUM 31. DEZEMBER 2019

Aktiva

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in TEUR Anhang 31.12.2019 31.12.2018
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände (1) 76 37
II. Sachanlagen (1) 115 220
III. Finanzanlagen (1) 182.307 181.869
182.498 182.126
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (2) 76.722 65.965
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.182 4.149
III. Rechnungsabgrenzungsposten (3) 62 39
78.965 70.152
261.463 252278

PASSIVA

In TEUR Anhang 31.12.2019 31.12.2018
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital (4) 20.177 20.177
N.Kapitalrücklage (4) 92.790 92.790
III.Gewinnrücklagen (5) 3.540 3.540
IV. Bilanzgewinn (6) 16.037 36.832
132.545 153.339
B. Rückstellungen (7) 6.569 5.896
C. Verbindlichkeiten
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 57.171 TEUR; i. Vj. 33.326 TEUR),
(davon mit einer Restlaufzeit über ein Jahr: 65.178 TEUR; i. Vj. 59.717 TEUR) (8) 122.349 93.043
261.463 252278

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

Gewinn- und -Verlustrechnung VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019

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in TEUR Anhang 2019 2018
1. Umsatzerlöse (10) 2.964 3.219
2. Sonstige betriebliche Erträge (11) 111 24
3. Aufwendungen für bezogene Leistungen (12) 1.238 1.215
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (13) 142 180
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) 7.004 6.881
6. Finanzergebnis (15) -399 17.999
7 . Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (16) -434 4.022
8 . Ergebnis nach Steuern -5.274 8.944
9 . Sonstige Steuern 0 0
10. Jahresfehlbetrag (i. Vj. Jahresüberschuss) -5.274 8.944
11. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 36.832 41.943
12. Gewinnausschüttung -15.521 -14.056
13. Entnahmen aus Gewinnrücklagen 0 0
14. Bilanzgewinn 16.037 36.832

Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG

ALLGEMEINE ANGABEN

Die KAP AG (nachfolgend auch "Gesellschaft") mit Sitz in der Edelzeller Straße 44, 36043 Fulda, ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264d HGB und ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Fulda unter der Nummer HRB 5859 eingetragen. Die Hauptversammlung vom 20.7.2018 beschloss die Änderung des Firmennamens von KAP Beteiligungs-AG in KAP AG. Die Änderung wurde am 8.8.2018 im Handelsregister B des Amtsgerichts Fulda unter HRB 5859 eingetragen.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften in den §§ 264 ff. HGB und für Aktiengesellschaften in den §§ 150 ff. AktG erstellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Zur besseren Darstellung werden die in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst ausgewiesenen Posten gesondert dargestellt. Insbesondere werden Erträge aus Beteiligungen, Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, die Zinsen und ähnliche Erträge, die Abschreibungen auf Finanzanlagen und die Zinsen und ähnliche Aufwendungen als Finanzergebnis dargestellt.

In der Zeit bis zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses sind keine Ereignisse bekannt geworden, die sich wesentlich auf den Fortbestand der Gesellschaft auswirken.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Bilanz der KAP AG zum 31. Dezember 2019 sowie die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2019 wurden entsprechend den für Kapitalgesellschaften geltenden Bilanzierungsvorschriften aufgestellt.

Die Immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung wurde nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von fünf Jahren berechnet.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten vermindert um plan - und außerplanmäßige Abschreibungen bewertet und werden zeitanteilig im Jahr des Zugangs abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über 4 bis 25 Jahre für Technische Anlagen und Maschinen sowie 3 bis 15 Jahre für Betriebs- und Geschäftsausstattung berechnet. Dabei wird die lineare, für vor dem 1. Januar 2010 angeschaffte Vermögensgegenstände - soweit steuerlich zulässig - auch die degressive Methode angewandt. Geringwertige Vermögensgegenstände im Sinne von § 6 Abs. 2 EStG werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unternehmen und sonstige Ausleihungen werden mit Anschaffungskosten beziehungsweise bei dauerhafter Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Das Wertaufholungsgebot wird beachtet.

Die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und liquiden Mittel sowie Rechnungsabgrenzungsposten sind jeweils mit dem Nennwert angesetzt. Sofern zulässig, werden Forderungen und Verbindlichkeiten mit verbundenen Unternehmen saldiert. Erkennbare Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sind mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls gebucht und zum Jahresende mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. Bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wird dabei das Niederst- beziehungsweise Höchstwertprinzip beachtet.

Das Gezeichnete Kapital wurde gemäß § 272 Abs. 1 HGB zum Nennbetrag angesetzt.

Bei dem im Jahr 2017 bei der KAP AG eingeführten Aktienoptionsprogramm handelt es sich um ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. Dabei wird zum jeweiligen Stichtag eine Rückstellung zeitanteilig in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Zahlungsverpflichtung gebildet, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst werden. Der beizulegende Zeitwert der virtuellen Aktienoptionen wird auf der Grundlage des Black-Scholes-Merton-Modells ermittelt. Dabei wurden die folgenden Parameter in die Berechnung einbezogen: Risikoloser Zinssatz von -0,65 % (Vorjahr -0,61 %) für Herrn Decker und -0,61 % (Vorjahr -0,53 %) für Herrn Dr. Riedel und erwartete Volatilität von 30,2 % (Vorjahr 27,7 %) für Herrn Decker und 34,0 % (Vorjahr 28,3 %) für Herrn Dr. Riedel. Die erwartete Volatilität wurde anhand von historischen Volatilitäten des Aktienkurses der KAP AG abgeleitet. Sofern der beizulegende Zeitwert der Optionen an einem folgenden Bilanzstichtag über dem Gesamtwert der Optionen im Zeitpunkt der Gewährung liegt, wird der übersteigende Betrag vollständig erfolgswirksam erfasst. Sinkt der beizulegende Zeitwert der Optionen an einem folgenden Bilanzstichtag unter den Gesamtwert am Zeitpunkt der Gewährung, werden Erfolgsauswirkungen hieraus nur bis zum ratierlich angesammelten Gesamtwert der Optionen im Zeitpunkt der Gewährung des Aktienoptionsprogramms erfasst.

Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet. Die bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags berücksichtigten zukünftigen Preis- und Kostensteigerungen orientieren sich an der Teuerungsrate und werden über die jeweilige Laufzeit der Rückstellungen mit 1 % und 2 % berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Verwendung der von der Bundesbank veröffentlichten Rechnungszinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Sofern sich aus der Abgrenzung latenter Steuern ein Überhang aktiver latenter Steuern, der insbesondere aus höheren Wertansätzen in der Handelsbilanz im Rahmen der Bilanzierung von Rückstellungen resultieren kann, wird auf eine Aktivierung des Aktivüberhangs in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet. Bei der Bewertung der latenten Steuern wird ein durchschnittlicher Steuersatz von 30 % resultierend aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde gelegt.

Die Werte der Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen entsprechen den am Bilanzstichtag tatsächlich in Anspruch genommenen Kreditbeträgen oder den Beträgen laut Bürgschaftsurkunden.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

DER KAP AG

1. ANLAGEVERMÖGEN

Das Anlagevermögen der Aktiengesellschaft ist im folgenden Anlagengitter dargestellt:

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Anschaffungskosten
in TEUR Stand 31.12.2018 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2019
Immaterielle I. Vermögensgegenstände
1. Software und Lizenzen 107 73 - - 180
107 73 - - 180
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 3.376 0 - 121 3.255
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 575 3 - 20 558
3.951 3 - 141 3.831
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 229.026 4.104 - 1.568 231.562
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 16.465 150 - 3.788 12.827
245.491 4.254 - 5.356 244.389
249.549 4.330 - 5.497 248.382
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Kumulierte Abschreibungen
in TEUR Stand 31.12.2018 Zugänge Umbuchungen Abgänge Zuschreibungen Stand 31.12.2019
Immaterielle I. Vermögensgegenstände
1. Software und Lizenzen 70 34 - - 104
70 34 - - 104
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 3.156 108 - 121 - 3.143
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 575 - - 20 - 555
3.731 108 - 141 - 3.698
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 63.622 28 - 1.568 - 62.082
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - 0 - - - -
63.622 28 - 1.568 - 62.082
67.423 170 - 1.709 - 65.884
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Restbuchwerte
in TEUR Stand 31.12.2019 Stand 31.12.2018
Immaterielle I. Vermögensgegenstände
1. Software und Lizenzen 76 37
76 37
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 112 220
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 0
115 220
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 169.480 165.404
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 12.827 16.465
182.307 181.869
182.498 182.126

AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES

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Name Sitz Eigenkapital
in TWE
% Beteiligung bei lfd. Nr. Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
in TWE
Holdinggesellschaft
1 KAP AG Fulda
Anteilsbesitz
2 KAP Precision Components GmbH (vormals: GM Tec Industries Holding GmbH Fulda EUR 25.024 100,00 1 EUR
3 BEBUSCH Hungaria Müanyagfeldogozó Kft. Oroszlány/Ungarn HUF 602.680 100,00 4 HUF
4 Gear Motion GmbH Ehingen EUR 12.679 100,00 2 EUR
5 Gear Motion Grundstücksverpachtungs GmbH & Co. KG Ehingen EUR 28 100,00 2 EUR
6 Gear Motion Grundstücksverwaltungs GmbH Ehingen EUR 50 100,00 2 EUR
7 Minavto OOO Logojsk/Weissrussland BYN 6.692 100,00 2 (99,99 %); 4 (0,01 %) BYN
8 Präzisionsteile Dresden GmbH & Co. KG Dresden EUR 1.775 100,00 2 EUR
9 Präzisionsteile Dresden Verwaltungs GmbH Dresden EUR 49 100,00 2 EUR
10 KAP Textile Holdings SA Limited Paarl/Südafrika ZAR -25.931 ** 100,00 1 ZAR
11 UKW Properties (Pty.) Ltd. Paarl/Südafrika ZAR 126.110 ** 100,00 10 ZAR
12 Mehler Aktiengesellschaft Fulda EUR 92.285 100,00 1 EUR
13 CaPlast Kunststoffverarbeitungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung Nordkirchen EUR 7.180 100,00 12 EUR
14 Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG Waldfischbach-Burgalben EUR 340 74,00 1 (48,00 %) 12 (26,00 %) EUR
15 Convert Vliesveredlung GmbH Detmold EUR 68 74,00 12 EUR
16 Elbtal Verwaltungs GmbH Coswig EUR 24 100,00 12 EUR
17 Elbtal Plastics GmbH & Co. KG Coswig EUR 1.500 100,00 12 EUR
18 GbR MEHLER AG/DAUN & Cie. AG Stadtallendorf EUR 6 94,00 12 EUR
19 it-novum GmbH Fulda EUR 250 100,00 12 EUR
20 it-novum Schweiz GmbH Zürich CHF 373 100,00 19 CHF
21 KAP Beteiligungs Inc. Martinsville /USA USD 7.243 100,00 12 USD
22 Kammgarnbüro GmbH Frankfurt EUR 151 ** 32,81 12 EUR
23 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS GMBH Fulda EUR 37.146 100,00 12 EUR
MEHLER ENGINEERED PRODUCTS INDIA 24 PRIVATE LIMITED Bangalore/ Indien INR 195.898 100,00 12 (0,0 %)3 23 (100,0 %)3 INR
25 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS, INC. Martinsville /USA USD 14.891 100,00 23 USD
26 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS s.r.o. Jelimnice/Tschechien CZK 683.271 100,00 12 (31,0 %) 23 (69,0 %) CZK
27 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS (Suzhou) Co., Ltd Suzhou/China CNY 21.660 100,00 23 CNY
28 MEHLER Engineering und Service GmbH Fulda EUR 300 100,00 12 EUR
29 Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH Fulda EUR -684 100,00 12 EUR
30 NOW Contec GmbH & Co. KG Waldfischbach-Burgalben EUR 255 74,00 1 (48,00 %) 12 (26,00 %) EUR
31 NOW Contec GmbH Detmold EUR 39 74,00 12 EUR
32 OLBO & MEHLER Tex GmbH & Co. KG Fulda EUR 1.571 100,00 23 EUR
33 OLBO & Mehler Tex North America, Inc. Martinsville /USA USD -1.112 100,00 21 USD
34 OLBO & MEHLER TEX PORTUGAL, LDA Famalicao/ Portugal EUR 4.757 100,00 12 (25,5 %) 32 (74,5 %) EUR
35 OLBO & MEHLER Verwaltungs-GmbH Fulda EUR 2 100,00 12 EUR
36 Platin 1535. GmbH Frankfurt EUR 23 100,00 12 EUR
37 Riflex Film AB Ronneby/ Schweden SEK 25.713 100,00 12 SEK
38 Safe-Box Self Storage Mönchengladbach GmbH Mönchengladbach EUR -35 33,33 29 EUR
39 Steinweg Kunststoffolien GmbH Castrop-Rauxel EUR 2.185 75,00 12 EUR
40 Technolen technicky textil s.r.o. Hlinsko/Tschechien CZK 448.759 100,00 12 CZK
41 Ude technical products GmbH Kalefeld EUR 512 * 100,00 23 EUR
42 KAP Surface Holding GmbH Fulda EUR 45.428 100,00 1 EUR
43 G. und R. Heiche Beteiligungs GmbH Schwaigern EUR 53 100,00 42 EUR
44 G. und R. Heiche GmbH & Co. KG Schwaigern EUR 0 100,00 42 EUR
45 Heiche Bayern GmbH & Co. KG Hunderdorf EUR 0 100,00 42 EUR
46 Heiche Bayern GmbH Hunderdorf EUR 758 100,00 42 EUR
47 Heiche Hungary Real Estate Kft. Sátoraljaújhely/ Ungarn HUF 12.061 100,00 42 HUF
48 Heiche Hungary Surface Technology Kft. Sátoraljaújhely/ Ungarn HUF 517.016 100,00 42 HUF
49 Heiche Logistics GmbH Schwaigern EUR 4.864 100,00 1 EUR
50 Heiche Oberflächentechnik Beteiligungs GmbH Leisnig EUR 59 100,00 42 EUR
51 Heiche Oberflächentechnik GmbH Schwaigern EUR 4.029 100,00 1 EUR
52 Heiche Polska Sp. Z o.o. Stanowice/Polen PLN 21.538 100,00 1 PLN
53 Heiche Sachsen GmbH & Co. KG Leisnig EUR 1.514 100,00 42 EUR
Heiche US Surface Technology Inc. (vormals: 54 KAP US Surface Inc.) Spartanburg/ USA USD 0 100,00 42 USD
55 Metallveredlung Döbeln GmbH Döbeln EUR 8.522 100,00 42 EUR
56 GT Oberflächen GmbH Heinsdorfergrund EUR 6.937 100,00 42 EUR
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Name Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
in TWE
Holdinggesellschaft
1 KAP AG
Anteilsbesitz
2 KAP Precision Components GmbH (vormals: GM Tec Industries Holding GmbH 0 1,2
3 BEBUSCH Hungaria Müanyagfeldogozó Kft. -811.030
4 Gear Motion GmbH 0 1,2
5 Gear Motion Grundstücksverpachtungs GmbH & Co. KG 0 2
6 Gear Motion Grundstücksverwaltungs GmbH 0 2,6
7 Minavto OOO 952
8 Präzisionsteile Dresden GmbH & Co. KG -2.277 2
9 Präzisionsteile Dresden Verwaltungs GmbH 1 6
10 KAP Textile Holdings SA Limited -813 **
11 UKW Properties (Pty.) Ltd. 0 **
12 Mehler Aktiengesellschaft 0 1,2,3
13 CaPlast Kunststoffverarbeitungs-Gesellschaft mit beschränkter Haftung 0 1,2
14 Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG 0
15 Convert Vliesveredlung GmbH -1 6
16 Elbtal Verwaltungs GmbH 0,5 6
17 Elbtal Plastics GmbH & Co. KG 0 2
18 GbR MEHLER AG/DAUN & Cie. AG 0
19 it-novum GmbH 0 1,2
20 it-novum Schweiz GmbH -510
21 KAP Beteiligungs Inc. 127
22 Kammgarnbüro GmbH -8 **
23 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS GMBH 0 1,2
MEHLER ENGINEERED PRODUCTS INDIA 24 PRIVATE LIMITED 38.677
25 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS, INC. -294
26 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS s.r.o. 55.261
27 MEHLER ENGINEERED PRODUCTS (Suzhou) Co., Ltd -4.496
28 MEHLER Engineering und Service GmbH 0 1,2
29 Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH -120
30 NOW Contec GmbH & Co. KG 0
31 NOW Contec GmbH -10 6
32 OLBO & MEHLER Tex GmbH & Co. KG -2.761 2
33 OLBO & Mehler Tex North America, Inc. -483
34 OLBO & MEHLER TEX PORTUGAL, LDA -2.519
35 OLBO & MEHLER Verwaltungs-GmbH 0 6
36 Platin 1535. GmbH -1
37 Riflex Film AB 2.392
38 Safe-Box Self Storage Mönchengladbach GmbH 55 **
39 Steinweg Kunststoffolien GmbH 0 1,2
40 Technolen technicky textil s.r.o. -20.578
41 Ude technical products GmbH 1.167 *
42 KAP Surface Holding GmbH 0 1,2
43 G. und R. Heiche Beteiligungs GmbH 0
44 G. und R. Heiche GmbH & Co. KG -11 5
45 Heiche Bayern GmbH & Co. KG -242 5
46 Heiche Bayern GmbH -2 5
47 Heiche Hungary Real Estate Kft. -5.865
48 Heiche Hungary Surface Technology Kft. -370.043
49 Heiche Logistics GmbH 0 1,2
50 Heiche Oberflächentechnik Beteiligungs GmbH 0 6
51 Heiche Oberflächentechnik GmbH 0 1,2
52 Heiche Polska Sp. Z o.o. 3.062
53 Heiche Sachsen GmbH & Co. KG 0 2
Heiche US Surface Technology Inc. (vormals: 54 KAP US Surface Inc.) -768 4
55 Metallveredlung Döbeln GmbH 992
56 GT Oberflächen GmbH 1.298

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Unternehmen, die von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch machen.
3 Die Mehler AG, Fulda hält eine von 46.446.525 Aktien.
4 Die Heiche US Surface Technology LP verschmilzt mit Wirkung zum 31.12.2019 auf die KAP US Surface Inc., welche in Heiche US Surface Technology Inc. umbenannt wurde.
5 Die G. und R. Heiche GmbH & Co. KG sowie die Heiche Bayern GmbH & Co. KG wachsen mit Wirkung zum 31.12.2019 auf die Heiche Bayern Verwaltungs GmbH an, welche in Heiche Bayern GmbH umfirmiert wurde.
6 Vollhafter Die Präzisionsteile Dresden Verwaltungs GmbH ist Komplementärin der Präzisionsteile Dresden GmbH & Co. KG. Die Gear Motion Grundstücksverwaltungs GmbH ist Komplementären der Gear Motion Grundstücksverpachtungs GmbH & Co. KG. Die Convert Vliesveredlung GmbH ist Komplementärin der Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG. Die Elbtal Verwaltungs GmbH ist Komplementärin der Elbtal Plastics GmbH & Co. KG. Die NOW Contec GmbH ist Komplementärin der NOW Contec GmbH & Co. KG. Die OLBO & MEHLER Verwaltungs-GmbH ist Komplementärin der OLBO & MEHLER Tex GmbH & Co. KG. Die Heiche Oberflächentechnik Beteiligungs GmbH ist Komplementärin der Heiche Sachsen GmbH & Co. KG.
* | Letzter vorliegender Abschluss aus 2011
** | Letzter vorliegender Abschluss aus 2018

Kurse für die Umrechnung der Fremdwährungsangaben:

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Währung Mittelkurs am Bilanzstichtag Jahresdurchschnittskurs
Belarus-Rubel BYN 2,3686 2,3397
Chinesischer Yuan CNY 7,8328 7,7197
Indische Rupie INR 80,15 78,7864
Schwedische Krone SEK 10,4445 10,5935
Serbischer Dinar RSD 117,53 117,82
Südafrikanischer Rand ZAR 15,7645 16,1782
Tschechische Krone CZK 25,407 25,6702
Türkischer Lira TRY 6,6803 6,3614
Ungarischer Forint HUF 330,61 325,3602
US-Dollar USD 1,1228 1,1194

2. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

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in TEUR 31.12.2019 Davon Restlaufzeit über 1 Jahr 31.12.2018 Davon Restlaufzeit über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 214- - - -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 74.941 - 60.800 -
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - - - -
Sonstige Vermögensgegenstände 1.567 - 5.165 -
76.722 - 65.965 -

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 74.446 TEUR (i. Vj. 60.248 TEUR) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 495 TEUR (i. Vj. 551 TEUR) enthalten.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Forderungen aus Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von 164 TEUR (i. Vj. 675 TEUR) sowie aus Gewerbesteuer in Höhe von 968 TEUR (i. Vj. 388 TEUR) enthalten. Darüber hinaus sind in den sonstigen Vermögensgegenständen die Zinsforderungen im Zusammenhang mit der letzten Betriebsprüfung in Höhe von 397 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) enthalten.

Die im Vorjahr ausgewiesenen Kommanditanteile zur Einbringung in die Mehler AG in Höhe von 4.075 TEUR wurden im aktuellen Geschäftsjahr im Anlagevermögen ausgewiesen.

3. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Lizenzkosten aktiviert.

4. GEZEICHNETES KAPITAL, KAPITALRÜCKLAGE

Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 20.176.917,80 EUR ist eingeteilt in 7.760.353 Stückaktien, wodurch sich rechnerisch ein Betrag in Höhe von 2,60 EUR Grundkapital pro Aktie ergibt.

Die Kapitalrücklage beinhaltet das bei Ausgabe der Aktien über den Nennbetrag hinaus gezahlte Aufgeld.

GENEHMIGTES KAPITAL

Die Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 hat den Vorstand ferner ermächtigt das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. Juli 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 1.324.889 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 2,60 Euro gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 3.444.711,40 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017). Das genehmigte Kapital gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 (Genehmigtes Kapital 2017) beträgt zum Abschlussstichtag 31.12.2019 nach teilweiser Ausschöpfung noch 491.353,20 Euro. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Dabei können die neuen Aktien auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 KWG tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand wird jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:

(i) für Spitzenbeträge, die sich bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;

(ii) soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft oder ihren unmittelbaren oder mittelbaren Tochtergesellschaften ausgegebenen oder künftig auszugebenden Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung ihres Options- oder Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung einer Options- bzw. Wandlungspflicht zustünde;

(iii) sofern die neuen Aktien bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder von Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen Vermögensgegenständen ausgegeben werden;

(iv) sofern bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen der auf die neuen Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung übersteigt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft derselben Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet. Sofern während der Laufzeit dieses Genehmigten Kapitals 2017 bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 10 %-Grenze anzurechnen; oder

(v) sofern die neuen Aktien an Personen ausgegeben werden, die in einem Arbeitsverhältnis mit der Gesellschaft oder einem mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen stehen oder die Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder Organmitglieder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens sind; soweit neue Aktien an Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft ausgegeben werden, wird der Aufsichtsrat der Gesellschaft ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2017 und, falls das Genehmigte Kapital 2017 bis zum 7. Juli 2022 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, nach Fristablauf der Ermächtigung anzupassen.

KAPITALERHÖHUNGEN 2019

In 2019 erfolgten keine Kapitalerhöhungen.

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Anzahl Aktien
(Stück)
Grundkapital
in EUR
31.12.2018 7.760.353 20.176.917,80
31.12.2019 7.760.353 20.176.917,80

Das Grundkapital pro Aktie wird unverändert 2,60 EUR betragen. Die Kapitalrücklage beinhaltet das bei Ausgabe der Aktien über den Nennbetrag hinaus gezahlte Aufgeld. Die Kapitalrücklage beträgt im aktuellen Geschäftsjahr unverändert 92.790 TEUR (i. Vj. 92.790 TEUR).

AUSNUTZUNG DES BESCHLUSSES "GENEHMIGTES KAPITAL 2017" im Geschäftsjahr 2019

In dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 wurden keine Aktienausgaben beschlossen. Im Vorjahr haben Vorstand und Aufsichtsrat die Ausgabe von neuen Aktien als Sachkapitalerhöhung von insgesamt 10,17 % des Grundkapitals bzw. 714.462 Stückaktien sowie neuen Aktien gegen Bareinlage von insgesamt 0,26 % bzw. 18.045 Stückaktien beschlossen.

Im Vorjahr wurden im Einzelnen 10,17 % des Grundkapitals der Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder von Beteiligungen an der Heiche Logistics GmbH, Schwaigern (270.524 Stückaktien), an der Heiche Oberflächentechnik GmbH, Schwaigern, (343.938 Stückaktien) sowie an der NOW Contec GmbH & Co. KG, Waldfischbach, (78.524 Stückaktien) und an der Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG, Waldfischbach, (21.476 Stückaktien) sowie 0,26 % der Aktien an den Vorstand ausgegeben (18.045 Stückaktien).

Von den im Vorjahr beschlossenen Kapitalerhöhungen (732.507 Aktien) wurden 732.507 bis zum 31.12.2018 im Handelsregister eingetragen.

5. GEWINNRÜCKLAGEN

Die anderen Gewinnrücklagen resultieren aus Einstellungen aus den Jahresüberschüssen 1998 und 1999 sowie aus der Einziehung von eigenen Anteilen.

6. BILANZGEWINN

Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:

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in EUR
Stand 1. Januar 2019 36.831.775,71
- Gewinnausschüttung -15.520.706,00
+ Jahresfehlbetrag 2019 -5.273.616,85
Stand 31. Dezember 2019 16.037.452,86

7. RÜCKSTELLUNGEN

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in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Steuerrückstellungen 4.244 4.082
Sonstige Rückstellungen 2.325 1.814
6.569 5.896

Die Steuerrückstellungen enthalten Rückstellungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 797 TEUR sowie Gewerbesteuer 2017 in Höhe von 199 TEUR (i. Vj. 797 TEUR Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für das Geschäftsjahr 2017 sowie Gewerbesteuerrückstellung in Höhe von 199 TEUR für das Geschäftsjahr 2017). Darüber hinaus enthalten die Steuerrückstellungen Rückstellungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 1.693 TEUR sowie Gewerbesteuer für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 174 TEUR (i. Vj. Steuerrückstellungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 1.777 TEUR sowie Rückstellung für Gewerbesteuer für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 1.309 TEUR). Die Rückstellungen für Körperschaftsteuer für 2019 und Solidaritätszuschlag belaufen sich auf 89 TEUR (i. Vj. 0 TEUR). Die sich aus der Betriebsprüfung der Jahre 2008 bis 2011 ergebenen zu bilanzierenden Steuerschulden wurden in Höhe von 475 TEUR für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie in Höhe von 817 TEUR für Gewerbesteuer angesetzt.

Die Sonstigen Rückstellungen enthalten Abschluss- und Beratungskosten in Höhe von 441 TEUR (i. Vj. 1.016 TEUR) sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 912 TEUR (i. Vj. 305 TEUR) und sonstige Rückstellungen in Höhe von 972 TEUR (i. Vj. 493 TEUR).

8. VERBINDLICHKEITEN

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Davon Restlaufzeit Davon Restlaufzeit
in TEUR 31.12.2019 bis 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre 31.12.2018 bis 1 Jahr
- gegenüber Kreditinstituten 71.177 6.000 65.177 12.460 65.717 6.000
- aus Lieferungen und Leistungen 340 340 274 274
- gegenüber verbundenen Unternehmen 50.831 50.831 26.988 26.988
- sonstige Verbindlichkeiten
Davon aus Steuern: 0 TEUR (i. Vj. 38 TEUR) 0 0 64 64
122.349 57.171 65.177 12.460 93.043 33.262
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Davon Restlaufzeit
in TEUR über 1 Jahr davon über 5 Jahre
- gegenüber Kreditinstituten 59.717 10.000
- aus Lieferungen und Leistungen - -
- gegenüber verbundenen Unternehmen - -
- sonstige Verbindlichkeiten
Davon aus Steuern: 0 TEUR (i. Vj. 38 TEUR) - -
59.717 10.000

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 50.683 TEUR (i. Vj. 26.982 TEUR) enthalten. Bei den übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um solche aus Lieferungen und Leistungen.

Im Geschäftsjahr 2017 hat die KAP AG einen Konsortialkreditvertrag mit der UniCredit Bank AG und der IKB Deutsche Industriebank AG als Konsortialführer mit einem Kreditvolumen von ursprünglich 115 Mio. EUR abgeschlossen. Der Vertrag geht über eine Laufzeit von 5 Jahren und gibt der KAP AG genügend finanzielle Mittel und Flexibilität, um die Liquidität im KAP Konzern jederzeit sicherstellen zu können. Die Zinssätze sind abhängig vom Netto-Verschuldungsgrad und liegen zwischen 1,5 % und 2,7 % zzgl. EURIBOR, sofern dieser nicht negativ ist. Durch die Konsortialfinanzierung stehen der Gesellschaft finanzielle Mittel für weitere Akquisitionen zur Verfügung. Darüber hinaus besteht ein Kreditvertrag mit der IKB Deutsche Industriebank AG über 10,0 Mio. EUR zu einem Zinssatz von 3,5 %.

In 2018 hat die KAP AG einen Nachtrag zu dem im Geschäftsjahr 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen, der ein weiteres Kreditvolumen in Höhe von ursprünglich 21,7 Mio. EUR zusichert. Für den Nachtrag gelten die selben Konditionen wie für den in 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag. Die zusätzlich aufgenommenen Darlehen sollen zur Finanzierung zukünftiger Akquisitionen dienen.

In 2019 hat die KAP AG einen Nachtrag zu dem im Geschäftsjahr 2017 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen, der jedoch keine weitere Anpassung des Kreditvolumens vorsieht.

9. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

In der KAP AG bestehen zum 31. Dezember 2019 Haftungsverhältnisse aus der gesamtschuldnerischen Haftung mit Tochterunternehmen für die Inanspruchnahme der Betriebsmittelkreditlinien durch Avale in Höhe von 174 TEUR (i. Vj. 9.317 TEUR). Des Weiteren bestehen Haftungsverhältnisse aus der gesamtschuldnerischen Haftung für Darlehensinanspruchnahmen verbundener Unternehmen in Höhe von 2.537 TEUR (i. Vj. 8.444 TEUR), aus Wechselobligo verbundener Unternehmen in Höhe von 0 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) und aus Bürgschaftsversprechen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 0 TEUR (i. Vj. 0 TEUR).

Aus weiteren Bürgschaften gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen Haftungen in Höhe von 0 TEUR (i. Vj. 0 TEUR). Aus Gewährleistungsverpflichtungen gegenüber Dritten ergibt sich eine Haftung in Höhe von 148 TEUR (i. Vj. 831 TEUR).

Auf Basis der aktuellen Finanzlage der Unternehmen wird das Risiko der Inanspruchnahme als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Tochterunternehmen und deren regelmäßigen Bedienung der Kapitaldienste, wird das Risiko der Inanspruchnahme als gering eingeschätzt.

10. UMSATZERLÖSE

Bei den Umsatzerlösen handelt sich im Wesentlichen um Pacht- und Mieterlöse in Höhe 150 TEUR (i. Vj. 180 TEUR) sowie um Erlöse aus weiterbelasteten Dienstleistungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 2.814 TEUR (i. Vj. 3.038 TEUR).

11. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die Position enthält im Wesentlichen Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 55 TEUR (i. Vj. 0 TEUR), Erträge aus der Auflösung von Rückstellung sowie Erträge aus der Herabsetzung von EWB in Höhe von 30 TEUR (i. Vj 14 TEUR). Darüber hinaus sind periodenfremde Erträge in Höhe von 26 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) enthalten.

12. AUFWENDUNGEN FÜR BEZOGENE LEISTUNGEN

Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich um von der Mehler AG in Rechnung gestellte Dienstleistungen in Höhe von 1.238 TEUR (i. Vj. 1.215 TEUR).

13. ABSCHREIBUNGEN

Ausgewiesen sind wie im Vorjahr ausschließlich Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen.

14. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 7.006 TEUR (i. Vj. 6.881 TEUR) sind Beratungsleistungen in Höhe von 5.835 TEUR (i. Vj. 5.523 TEUR) enthalten. Davon entfallen u.a. 2.903 TEUR (i. Vj. 4.903 TEUR) auf M&A- und sonstige Beratungsaktivitäten, 58 TEUR (i. Vj. 125 TEUR) auf Beratungskosten im Zusammenhang mit der Konsortialfinanzierung, 437 TEUR (i. Vj. 70 TEUR) Beratungsaufwendungen in Compliance-Angelegenheiten sowie 799 TEUR auf Beratungskosten im Zusammenhang mit rechtlicher Beratung (i.Vj. 0 TEUR). Die Aufwendungen für M&A Aktivitäten sind projektabhängig.

Des Weiteren sind Aufwendungen für Versicherungen in Höhe von 128 TEUR (i. Vj. 145 TEUR), Beiträge und Gebühren in Höhe von 33 TEUR (i. Vj. 29 TEUR) sowie EDV Kosten in Höhe von 114 TEUR (i. Vj. 232 TEUR) erfasst. Im Berichtsjahr sind keine (i. Vj. 8 TEUR) Verluste aus Anlageverkäufen entstanden. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind keine periodenfremden Aufwendungen (i. Vj. 0 TEUR) enthalten.

15. FINANZERGEBNIS

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in TEUR 2019 2018
Erträge aus Beteiligungen 28.545 791
- davon aus verbundenen Unternehmen 28.545 TEUR (i. Vj. 791 TEUR)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 2.663 15.886
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 323 545
- davon aus verbundenen Unternehmen 323 TEUR (i. Vj. 545 TEUR)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.319 4.885
- davon aus verbundenen Unternehmen 3.844 TEUR (i. Vj. 4.885 TEUR)
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 29 374
Aufwendungen aus Verlustübernahme 32.058 0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.162 3.734
- davon an verbundene Unternehmen 1.366 TEUR (i. Vj. 1.608 TEUR)
- davon periodenfremder Aufwand 0 TEUR (i.Vj. 154 TEUR)
-399 17.999

Die Erträge aus Beteiligungen betreffen die Gewinnanteile der NOW Contec GmbH & Co. KG in Höhe von 483 TEUR (i. Vj. 728 TEUR) sowie der Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG in Höhe von 62 TEUR (i. Vj. 63 TEUR). Darüber hinaus wurde bei der Mehler AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2019 ein Betrag in Höhe von 25 MEUR aus dem vororganschaftlichen Gewinnvortrag sowie 3 MEUR aus den freien Rücklagen als Sonderdividende, welcher in Höhe von 28 MEUR (i. Vj. 0 TEUR) bei der KAP AG phasengleich vereinnahmt wurde.

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betreffen die Gewinnabführung der KAP Surface Holding GmbH in Höhe von 1.511 TEUR (i. Vj. 0 TEUR), der Heiche Oberflächentechnik GmbH in Höhe von 1.007 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) sowie der Heiche Logistics GmbH in Höhe von 145 TEUR (i. Vj. 0 TEUR). Die Aufwendungen aus Verlustübernahme betreffen die Ergebnisabführungsverträge mit KAP Precision Components GmbH (vormals: GM Tec Industries Holding GmbH) in Höhe von 12.526 TEUR (i. Vj. Ertrag aus Gewinnabführung in Höhe von 13.551 TEUR) sowie Mehler AG in Höhe von 19.532 TEUR (in Vj. Ertrag aus Gewinnabführung in Höhe von 2.335 TEUR).

Es wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Beteiligungsbuchwert an der Schäfflerbachstraße Grundbesitz GmbH, Fulda in Höhe 29 TEUR (i. Vj. 374 TEUR) vorgenommen.

16. STEUERN

Der Aufwand für Gewerbesteuer für die laufende Periode beträgt 422 TEUR (i. Vj. 2.236 TEUR). Der Aufwand für Körperschaftsteuer für die laufende Periode beträgt 84 TEUR (i. Vj. 1.641 TEUR), der Aufwand für Solidaritätszuschlag für die laufende Periode beträgt 5 TEUR (i. Vj. 136 EUR). Für Vorjahre ergaben sich Erstattungen für Körperschaftsteuer in Höhe von 710 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) Erstattungen für Solidaritätszuschlag in Höhe von 5 TEUR (i. Vj. 0 TEUR). Darüber hinaus ergaben sich für Vorjahre Erstattungen für Gewerbesteuer in Höhe von 1.892 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) sowie Erstattungen für Körperschaftsteuer aus Nachzahlungen von Vorperioden in Höhe von 475 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) sowie Erstattungen für Gewerbesteuer aus Nachzahlungen von Vorperioden in Höhe von 1.179 TEUR (i. Vj. 0 TEUR). Der Posten enthält des Weiteren Aufwendungen für ausländische Quellensteuer in Höhe von 8 TEUR (i. Vj. 9 TEUR).

Aus abweichenden Bewertungen zwischen Handels- und Steuerbilanz ergeben sich niedrigere Wertansätze in der Handelsbilanz im Wesentlichen im Bereich des Sachanlagevermögens sowie höhere Wertansätze in der Handelsbilanz im Wesentlichen im Bereich der Rückstellungen. In Anwendung des für die Gesellschaft gültigen Ertragsteuersatzes von ca. 30 % ergibt sich ein Überhang aktiver latenter Steuern. Auf die Aktivierung wird in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet.

VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

17. VORSTAND

Zu Vorstandsmitgliedern sind berufen:

Eckehard Forberich, Vorstandssprecher

Diplom-Kaufmann; Diplom-Physiker, Frankfurt am Main, Deutschland

ab 01.03.2020

Keine weiteren Mandate

Uwe Stahmer, Vorstand

Kaufmann, Bad Zwischenahn, Deutschland

ab 01.10.2019 bis 01.03.2020

Keine weiteren Mandate

Guido Decker, Vorstandssprecher

Diplom-Kaufmann, Fulda, Deutschland

ab 01.08.2017 bis 30.09.2019

Keine weiteren Mandate

Dr. Alexander Riedel, Finanzvorstand

Diplom-Wirtschaftsingenieur, München, Deutschland

ab 01.05.2018

Keine weiteren Mandate

18. AUFSICHTSRAT

Zu Aufsichtsratsmitgliedern sind bestellt:

Christian Schmitz, Vorsitzender ab 8.05.2018

Aufsichtsratmitglied seit 17.12.2016

Managing Director bei The Carlyle Group, London, Großbritannien

Weitere Mandate:

CANAVERAL HOLDCO LIMITED, London, Großbritannien 1

Mehler AG, Fulda Deutschland 1

Fried Möller, Stellvertreter

Diplom-Kaufmann, Stadtallendorf, Deutschland

ab 07.12.2017

Weitere Mandate:

Mehler AG, Fulda Deutschland 1

KAP Textile Holdings SA Ltd., Pearl, Südafrika 2

Joachim Coers, Prüfungsausschussvorsitzender

Nonnenhorn, Deutschland

ab 03.07.2019

Keine weiteren Mandate

Pavlin Kumchev

Associate Director bei The Carlyle Group, London, Großbritannien

ab 07.07.2017 bis 28.02.2019

Weitere Mandate:

Projekt Light Topco Ltd., London, Großbritannien 1

Kfm. Uwe Stahmer

Kaufmann, Bad Zwischenahn, Deutschland

ab 08.05.2017 bis 30.09.2019

Keine weiteren Mandate

Roy Bachmann

Consultant, London, Großbritannien

ab 07.07.2017

Keine weiteren Mandate

1 Mitgliedschaft in anderen gesetzlichen Aufsichtsräten.
2 Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien.

19. GESAMTBEZÜGE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

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Name Decker, Guido Riedel, Alexander
Funktion CEO CFO
Eintritt 01.08.2017 01.05.2018
Austritt 30.09.2019 n/a
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Gewährte Zuwendungen 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 2019 2019 (Max) 2019 (Min)
Festvergütung 296 296 296 255 255 255
Nebenleistungen * (Firmenwagen) 16 16 16 12 12 12
Summe fixe Vergütung 312 312 312 267 267 267
Einjährige variable Vergütung 100 100 100 617 617 617
Summe variable Vergütung 100 100 100 617 617 617
- - - - - -
Aktienoptionsplan - - - - - -
- - - - - -
Gesamtvergütung 412 412 412 884 884 884
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Gewährte Zuwendungen 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 2019 2019 (Max) 2019 (Min)
Festvergütung 208 208 208 312 312 312
Nebenleistungen * (Firmenwagen) 7 7 7 11 11 11
Summe fixe Vergütung 215 215 215 323 323 323
Einjährige variable Vergütung 67 67 67 125 125 0
Summe variable Vergütung 67 67 67 125 125 0
- - - - - -
Aktienoptionsplan 924 0 4.000 - - -
- - - - - -
Gesamtvergütung 1.206 282 4.282 448 448 323
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Zugeflossene Zuwendungen 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 2019 2019 (Max) 2019 (Min)
Festvergütung 296 296 296 255 255 255
Nebenleistungen * (Firmenwagen) 16 16 16 12 12 12
Summe fixe Vergütung 312 312 312 267 267 267
Einjährige variable Vergütung 100 100 100 717 717 717
Summe variable Vergütung 100 100 100 717 717 717
- - - - - -
Aktienoptionsplan 0 0 0 - - -
- - - - - -
Gesamtvergütung 412 412 412 984 984 984
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Zugeflossene Zuwendungen 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 2019 2019 (Max) 2019 (Min)
Festvergütung 208 208 208 312 312 312
Nebenleistungen * (Firmenwagen) 7 7 7 11 11 11
Summe fixe Vergütung 215 215 215 323 323 323
Einjährige variable Vergütung 0 0 0 60 60 60
Summe variable Vergütung 0 0 0 60 60 60
- - - - - -
Aktienoptionsplan 0 0 0 - - -
- - - - - -
Gesamtvergütung 215 215 215 383 383 383
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Name Stahmer, Uwe
Funktion CEO
Eintritt 01.10.2019
Austritt n/a
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Gewährte Zuwendungen 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 2019 2019 (Max) 2019 (Min)
Festvergütung n.a. n.a. n.a. 105 105 105
Nebenleistungen * (Firmenwagen) n.a. n.a. n.a. 1 1 1
Summe fixe Vergütung n.a. n.a. n.a. 106 106 106
Einjährige variable Vergütung n.a. n.a. n.a.
Summe variable Vergütung n.a. n.a. n.a.
Aktienoptionsplan n.a. n.a. n.a.
Gesamtvergütung n.a. n.a. n.a. 106 106 106
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Zugeflossene Zuwendungen 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 2019 2019 (Max) 2019 (Min)
Festvergütung n.a. n.a. n.a. 105 105 105
Nebenleistungen * (Firmenwagen) n.a. n.a. n.a. 1 1 1
Summe fixe Vergütung n.a. n.a. n.a. 106 106 106
Einjährige variable Vergütung n.a. n.a. n.a.
Summe variable Vergütung n.a. n.a. n.a.
Aktienoptionsplan n.a. n.a. n.a.
Gesamtvergütung n.a. n.a. n.a. 106 106 106

* Weitere gewährte Nebenleistungen stellt die D&O-Versicherung dar.

Die KAP AG selbst hat keine Mitarbeiter. Von der KAP AG selbst wurden im Berichtsjahr keine Vorstandsbezüge gezahlt. Die Vergütung für Herrn Decker (Vorstandssprecher bis einschließlich 30.09.2019) sowie Herrn Dr. Alexander Riedel werden der KAP AG von der Projekt Diamant Administration GmbH, Frankfurt in Rechnung gestellt. Herr Stahmer erhält für seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied eine mit dem Aufsichtsrat der KAP AG vereinbarte Vergütung, die er auch von der Projekt Administration GmbH, Frankfurt bezog. Zu den Vorstandsbezügen verweisen wir zudem auf den Corporate Governance Bericht.

Herr Decker als Vorstand der KAP AG (bis einschließlich 30.09.2019) hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats und auf Basis des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 20.000 Aktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017 gegen Bareinlagen gezeichnet. Die neuen Aktien wurden an Herrn Decker ausgegeben. Die Kapitalerhöhung dient dem von der Hauptversammlung gebilligten Zweck der Bindung des Vorstands an die Gesellschaft. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 29.01.2018. Der Ausgabebetrag beträgt EUR 33,92 je neue Aktie und entspricht dem letzten amtlichen Schlusskurs der Aktien der Gesellschaft am 29.11.2017 abzüglich eines 5% igen Abschlags.

Herr Dr. Riedel als Finanzvorstand der KAP AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats und auf Basis des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 16. April 2018 18.045 Aktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017 gegen Bareinlagen gezeichnet. Die neuen Aktien wurden an Herrn Dr. Riedel ausgegeben. Die Kapitalerhöhung dient dem von der Hauptversammlung gebilligten Zweck der Bindung des Vorstands an die Gesellschaft. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 27.06.2018. Der Ausgabebetrag beträgt EUR 33,25 je neue Aktie.

Die KAP AG unterhält seit 2017 ein virtuelles Aktienoptionsprogramm mit Barausgleich. An dem Programm nehmen Herr Decker und Herr Riedel teil. Herrn Decker wurden mit Dienstbeginn 01.08.2017 einmalig 100.000 Stück virtuelle Aktienoptionen gewährt, die über einen Zeitraum von vier Jahren erdient werden. Der Zeitwert der virtuellen Aktienoptionen betrug zum Zeitpunkt der Gewährung EUR 924.331. Herrn Riedel wurden mit Dienstbeginn 01.05.2018 einmalig 100.000 virtuelle Aktienoptionen per 01.11.2018 zugesagt, die über einen Zeitraum von vier Jahren ab Dienstbeginn erdient werden. Der Zeitwert der virtuellen Aktienoptionen betrug zum Zeitpunkt der Gewährung EUR 994.306. Das Programm sieht vor, dass der Berechtigte bei der Ausübung der Option einen Barauszahlungsanspruch gegenüber der Gesellschaft erhält. Der Ausübungszeitpunkt ist der 31.07.2021 (Hr. Decker) bzw. der 30.04.2022 (Hr. Riedel). Der Barauszahlungsanspruch entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kurswert (Xetra-Handel, Deutsche Börse AG, Frankfurt am Main) der letzten 20 Börsenhandelstage vor Ausübung der Option und dem Basiswert von 30 EUR (Hr. Decker) bzw. 33 EUR (Hr. Riedel). Der Anspruch ist der Höhe nach auf EUR 40 je Option begrenzt, wobei eine Bereinigung um zwischenzeitlich erfolgte Dividendenausschüttungen und etwaige Verwässerungseffekte bei Kapitalerhöhungen erfolgt. Da in 2018 Kapitalmaßnahmen stattgefunden haben, hat sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen auf 227.570 Stück erhöht, wobei davon 117.147 Stück auf Hr. Decker und 110.423 Stück auf Hr. Riedel entfallen. Zum Abschlussstichtag betrug die Restlaufzeit der Optionen 19 Monate (Hr. Decker) bzw. 28 Monate (Hr. Riedel). Der im Geschäftsjahr ergebniswirksame Anteil aus dem Aktienoptionsprogramm beträgt EUR 479.659, wovon EUR 248.577 auf Hr. Decker und EUR 248.577 auf Hr. Riedel entfallen.

Für die Mitglieder des Aufsichtsrates fielen Gesamtbezüge in Höhe von 87 TEUR (i. Vj. 28 TEUR) an. Mit der Satzungsänderung vom 3. Juli 2019 (mit Eintragung ins Handelsregister am 19. Juli 2019) beträgt die Grundvergütung 25 TEUR je Mitglied. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält das 2-fache dieser Grundvergütung. Sein Stellvertreter und der Vorsitzende eines Ausschusses erhalten das 1,5-fache dieser Grundvergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört haben, erhalten eine im Verhältnis der Zeit geringere Vergütung.

SONSTIGE ANGABEN

20. MITARBEITER

Die KAP AG beschäftigte im Berichtsjahr keine Mitarbeiter.

21. BETEILIGUNG NACH §§ 33 FF. WPHG (§§ 21 FF. WPHG A. F.)

Folgende Aktionärsstruktur besteht derzeit:

Die FM-Verwaltungsgesellschaft mbH, Stadtallendorf, hat uns mit Schreiben vom 1. September 2014 gemäß § 21 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 1. September 2014 die Schwelle von 25 % überschritten hat und seit diesem Zeitpunkt 29,889 % (1.980.000 Stimmrechte) beträgt.

Daniel Anthony D'Aniello hat uns mit Schreiben vom 14. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 50 % unterschritten hat und nun 46,10 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,85 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 46,10 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Projekt Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

William Elias Conway. Jr. hat uns mit Schreiben vom 14. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 50 % unterschritten hat und nun 46,10 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,85 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 46,10 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Projekt Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

David Mark Rubenstein hat uns mit Schreiben vom 14. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 50 % unterschritten hat und nun 46,10 % der Stimmrechtsanteile sowie 25,85 % der Anteile der Instrumente gemäß § 38 Absatz 1 Nr. 2 WpHG (Vorkaufsrecht in Aktionärsvereinbarung (unter aufschiebender Bedingung)) beträgt. Von den Stimmrechtsanteilen sind ihm 46,10 % (3.531.719 Stimmrechte) nach § 33 Absatz 1 i. V. m. § 34 Absatz 1 Nr. 1 WpHG über die Gesellschaft Projekt Bidco AG, Frankfurt am Main, zuzurechnen.

Rüdiger Heiche, Schwaigern, hat uns mit Schreiben vom 12. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 3 % überschritten hat und nun 4,01 % der Stimmrechtsanteile (307.231 Stimmrechte) beträgt.

Gunter Heiche, Schwaigern, hat uns mit Schreiben vom 12. September 2018 mitgeteilt, dass sein Gesamtstimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 10. September 2018 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG die Schwelle von 3 % überschritten hat und nun 4,01 % der Stimmrechtsanteile (307.231 Stimmrechte) beträgt.

22. ANGABEN ZUM MUTTERUNTERNEHMEN

Mutterunternehmen der KAP AG ist die Project Diamant Bidco AG mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Project Diamant Bidco AG ist in den Konzernabschluss der CSP Diamant Luxco 1 Sàrl, Luxemburg eingebunden, die im Handelsregister von Luxemburg unter der Nummer B 210.172 eingetragen ist. Der Konzernabschluss stellt den größten Konsolidierungskreis dar und wird unter der CSP Diamant Luxco 1 Sàrl, Luxemburg veröffentlicht. Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis auf.

23. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Gesellschaft hat die Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben und auf ihrer Homepage unter https://www.kap.de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung veröffentlicht. Diese Erklärung beinhaltet die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG.

24. NACHTRAGSBERICHT GEM. § 285 NR. 33 HGB

Am 22. Januar 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat einen umfassenden Umbau des Segments engineered products beschlossen. Operative Aktivitäten mit negativen Deckungsbeiträgen sollen aufgegeben und eine nachhaltige Verbesserung der Rentabilität in diesem Segment erreicht werden. Die beschlossenen Maßnahmen beinhalten die vollständige Schließung des Standorts Fulda, dessen Schwerpunkt die Produktion von Cordgewebe ist, sowie eines Standorts in Tschechien, an dem insbesondere Softcords und Rohzwirne produziert werden. Darüber hinaus soll ein weiterer Standort in Tschechien, der sich mit der Konfektion von Zelten und technischen Geweben beschäftigt, veräußert werden. Im Geschäftsjahr 2019 entfielen auf diese Aktivitäten Umsatzerlöse von insgesamt rund 40 Mio. EUR und ein normalisiertes EBITDA von 0,0 Mio. EUR. Mit den Umbaumaßnahmen sind voraussichtliche EBITDA-Belastungen i.H.v. ca. 14 Mio. EUR verbunden, die ausschließlich die Entwicklung im Geschäftsjahr 2020 beeinflussen werden. Dies führt voraussichtlich zu einem Umsatzrückgang von 12,5 Mio. EUR gegenüber der ursprünglichen Planung 2020 ohne Restrukturierung und zu einem Rückgang gegenüber dem Umsatz 2019 von 4,8 Mio. EUR und zu einer Verbesserung des normalisierten EBITDAs im Vergleich zu 2019 von 10,0 Mio. EUR. Es ist geplant die Maßnahmen vollumfänglich im Geschäftsjahr 2020 umzusetzen.

Der Volljahres-Effekt auf Umsatz und EBITDA wird erst im Geschäftsjahr 2021 sichtbar. Die Konzernleitung geht für 2021 von einem Umsatz von ca. 122 Mio. EUR bei einem EBITDA von 12,4 Mio. EUR aus. Zudem geht sie sowohl von einer Reduzierung der Kundenkonzentration als auch von einer erhöhten Diversifikation der Industriebranchen aus, in denen die Produkte des Segments eingesetzt werden. Die dargestellten Effekte berücksichtigen noch nicht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

Aus der Coronavirus-Pandemie erwarten wir negative Auswirkungen auf unser Geschäft im In- und Ausland. Der weitere Verlauf der Epidemie stellt einen Unsicherheitsfaktor dar, der bis zum Aufstellungszeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden konnte. Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Seit dem 11. März 2020 stuft die WHO die Verbreitung des Coronavirus nunmehr als Pandemie ein. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und Folgen auf den Geschäftsverlauf der KAP AG werden laufend überwacht. Die KAP AG geht auf Grundlage der jüngsten Entwicklungen davon aus, dass sich die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus und die notwendigen Eindämmungsmaßnahmen in allen wesentlichen Absatzmärkten negativ auswirken werden. Weiterhin bestehen Risiken bei vor- und nachgelagerten Prozessen. Die der KAP AG bekannten Abschätzungen und Annahmen sind im Prognosebericht berücksichtigt und beschrieben. Darüber hinaus sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2019 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KAP-Gruppe oder der KAP AG zu erwarten ist.

Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2019 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KAPGruppe oder der KAP AG zu erwarten ist.

25. OFFENLEGUNG

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 der KAP AG werden im Bundesanzeiger unter Nr. 5859 in Abt. B des Amtsgerichts Fulda veröffentlicht.

26. VERWENDUNG DES BILANZERGEBNISSES

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in EUR
Aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 16.037.452,86
werden der Hauptversammlung voraussichtlich die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,00 EUR je Stückaktie 0,00
und Vortrag auf neue Rechnung vorgeschlagen 16.037.452,86

 

Fulda, den 26. März 2020

KAP AG

Eckehard Forberich, Vorstandssprecher

Dr. Alexander Riedel, Finanzvorstand

Versicherung gesetzliche Vertreter

"Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden. Rechnungslegungsvorschriften für den Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt wird und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind."

 

Fulda, den 26. März 2020

KAP AG

Eckehard Forberich, Vorstandssprecher

Dr. Alexander Riedel, Finanzvorstand

Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 der KAP AG, Fulda

Die Project Diamant Bidco AG, Frankfurt am Main, besitzt 45,51 % der Anteile an der KAP AG. Alleineigentümer der Project Diamant Bidco AG ist die Project Diamant GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, die von der Project Diamant Administration GmbH, Frankfurt am Main, geführt wird. Der einzige Anteilseigner der Project Diamant GmbH ist die CSP Diamant LuxCo II S.a.r.l., Luxembourg, dessen einziger Anteilseigner wiederum die CSP Diamant LuxCo I S.a.r.l., Luxembourg, ist.

Es gibt keine natürliche Person oder Gesellschaft innerhalb der Diamant Akquisition, L.P., George Town/ Cayman Islands, über CSP IV (Cayman 3), L.P., George Town/ Cayman Islands, und CSP IV Coinvestment (Cayman), L.P., George Town/ Cayman Islands, die mehr als 50 % der KAP AG kontrolliert. Alle Transaktionen innerhalb der Struktur wurden zu Fremdvergleichspreisen abgeschlossen.

Bei den im Jahre 2019 zwischen der KAP AG (nachfolgend auch Gesellschaft genannt), der Diamant Bidco AG und den Konzerngesellschaften vorgenommenen Rechtsgeschäften handelt es sich im Einzelnen um:

1.) Darlehensbeziehungen

Die zwischen der Gesellschaft und den nachfolgend genannten verbundenen Unternehmen

BEBUSCH Hungaria Müanyagfeldolgozó Kft., Oroszlány/Ungarn

CaPlast Kunststoffverarbeitungs GmbH, Nordkirchen-Capelle

Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG, Waldfischbach-Burgalben

Elbtal Plastics GmbH & Co. KG, Coswig

GbR MEHLER AG/DAUN & Cie. AG, Stadtallendorf

Gear Motion GmbH, Ehingen

Gear Motion Grundstücksverpachtungs GmbH & Co. KG, Ehingen

KAP Precision Components GmbH (vormals: GM Tec Industries Holding GmbH), Fulda

GT Oberflächen GmbH, Heinsdorfergrund

G. und R. Heiche Beteiligungs GmbH, Schwaigern

Heiche Bayern GmbH, Hunterdorf

Heiche Hungary Surface Technology Kft, Sátoraljaújhely/Ungarn

Heiche Logistics GmbH, Schwaigern

Heiche Oberflächentechnik GmbH, Schwaigern

Heiche Polska Sp. z o.o., Stanowice/Polen

Heiche Sachsen GmbH & Co. KG, Leisnig

it-novum GmbH, Fulda

it-novum Schweiz GmbH, Kloten/Schweiz

KAP Surface Holding GmbH, Fulda

Heiche US Surface Technology Inc., Atlanta/Vereinigte Staaten von Amerika

Mehler Aktiengesellschaft, Fulda

Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH, Fulda

MEHLER Engineering und Service GmbH, Fulda

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS GMBH, Fulda

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS s.r.o., Jilemnice/Tschechische Republik

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS (Suzhou) Co., Ltd, Suzhou/China

Metallveredelung Döbeln GmbH, Döbeln

Minavto OOO, Logoisk/Weißrussland

NOW Contec GmbH & Co. KG, Waldfischbach-Burgalben

OLBO & MEHLER Tex GmbH & Co. KG, Fulda

OLBO & MEHLER TEX PORTUGAL, LDA, Famalicao/Portugal

Platin 1535. GmbH, Frankfurt

Präzisionsteile Dresden GmbH & Co. KG, Dresden

Riflex Film AB, Ronneby/Schweden

Steinweg Kunststofffolien GmbH, Castrop-Rauxel

Technolen technicky textil s.r.o., Hlinsko/Tschechische Republik

bestehenden kurz- und langfristigen Darlehen wurden innerhalb der Nettozahlungsziele reguliert und zu marktüblichen Konditionen verzinst. Die Marktüblichkeit wird anhand einer regelmäßigen Verprobung validiert, bei der der Konzernrefinanzierungssatz, ein angemessener Gemeinkostenaufschlag sowie die Verzinsung plausibilisiert werden. Im Berichtsjahr wurden insgesamt TEUR 4.166 (i. Vj. TEUR 5.431) Zinserträge aus verbundenen Unternehmen erzielt. Die im Berichtsjahr ausgewiesenen Finanzanlagen belaufen sich auf TEUR 182.307 (i. Vj. TEUR 181.870).

2.) Liefer- und Leistungsaustausch

a) Material- und Serviceleistungen

Die Gesellschaft hat EDV-Materialien und Serviceleistungen von den verbundenen Unternehmen it-novum GmbH, Fulda und MEHLER Engineering und Service GmbH, Fulda in Höhe von insgesamt TEUR 1.345 (i. Vj.TEUR 1.621) zu marktüblichen Preisen bezogen. Die Preise entsprechen den gleichen Preisen wie bei fremden Dritten.

b) Kostenerstattungen

Die Gesellschaft hat zu üblichen Konditionen Kosten für allgemeine Verwaltungsleistungen in Höhe von TEUR 1.236 (i. Vj. TEUR 1.212) an die Mehler AG entrichtet.

c) Dienstleistungsumlagen

Die Gesellschaft hat Dienstleistungen für zentral erbrachte Leistungen an nachfolgend genannte verbundene Unternehmen erbracht:

CaPlast Kunststoffverarbeitungs GmbH, Nordkirchen-Capelle

Convert Vliesveredlung GmbH, Detmold

Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG, Waldfischbach-Burgalben

GbR MEHLER AG/DAUN & Cie. AG, Stadtallendorf

Elbtal Verwaltungs GmbH, Coswig

Elbtal Plastics GmbH & Co. KG, Coswig

Gear Motion GmbH, Ehingen

Gear Motion Grundstücksverpachtungs GmbH & Co. KG, Ehingen

Gear Motion Grundstücksverwaltungs GmbH, Ehingen

KAP Precision Components GmbH (vormals: GM Tec Industries Holding GmbH), Fulda

GT Oberflächen GmbH, Heinsdorfergrund

G. und R. Heiche Beteiligungs GmbH, Schwaigern

Heiche Bayern GmbH, Hunterdorf

Heiche Oberflächentechnik Beteiligungs GmH, Schwaigern

Heiche Oberflächentechnik GmbH, Schwaigern

Heiche Sachsen GmbH & Co. KG, Leisnig

it-novum GmbH, Fulda

KAP Surface Holding GmbH, Fulda

MEHLER Engineering und Service GmbH, Fulda

Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH, Fulda

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS GmbH, Fulda

Metallveredelung Döbeln GmbH, Döbeln

NOW Contec GmbH, Waldfischbach-Burgalben

NOW Contec GmbH & Co. KG, Waldfischbach-Burgalben

OLBO & MEHLER Tex GmbH & Co. KG, Fulda

OLBO & MEHLER Verwaltungs-GmbH, Fulda

Präzisionsteile Dresden GmbH & Co. KG, Dresden

Präzisionsteile Dresden Verwaltungs GmbH, Dresden

Steinweg Kunststoffolien GmbH, Castrop-Rauxel

Rechtsgeschäfte mit herrschenden Unternehmen oder einem mit ihm verbundenen Unternehmen sowie Rechtsgeschäfte auf Veranlassung dieser

Die KAP AG hat von der Projekt Diamant Administration GmbH, Frankfurt am Main, Management Leistungen auf Basis eines Services Agreements für einen Gesamtbetrag in Höhe von TEUR 1.982 (i. Vj. TEUR 937) bezogen. Der Betrag bemisst sich nach den entstandenen Kosten, die mit einem marktüblichen Aufschlag versehen wurden.

Aufwendungen für sonstige Beratungskosten im Rahmen einer geplanten Kapitalmarkttransaktion sind auf Veranlassung des herrschenden Unternehmens in Höhe von TEUR 1.103 entstanden. Die KAP AG hat auf Basis eines Cost Sharing Agreements im Geschäftsjahr TEUR 1.103 (i. Vj. TEUR 0) an Diamant Acquisition L.P. für die oben genannten sonstigen Beratungsleistungen weiterbelastet. Das Unternehmen stellt ein verbundenes Unternehmen der oben genannten Anteilseigner dar.

Darüber hinaus hat die Gesellschaft im vergangenen Jahr keine weiteren Rechtsgeschäfte mit dem herrschenden Unternehmen oder einem mit ihm verbundenen Unternehmen oder auf Veranlassung oder im Interesse dieser Unternehmen vorgenommen und keine anderen Maßnahmen im vergangenen Geschäftsjahr getroffen oder unterlassen.

Gemäß § 312 AktG erklären wir:

"Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten."

 

Fulda, den 26. März 2020

KAP AG

Eckehard Forberich, Vorstandssprecher

Dr. Alexander Riedel, Finanzvorstand

Anlage zum Abhängigkeitsbericht

der KAP AG, Fulda

Verbundene Unternehmen gemäß § 15 AktG:

Gesellschaft

I. CSP IV (Cayman 3), L.P., Cayman Islands

Diamant Acquisition, L.P., Cayman Islands

CSP Diamant LuxCo I S.a.r.l., Luxemburg

CSP Diamant LuxCo II S.a.r.l., Luxemburg

Project Diamant Administration GmbH, Frankfurt am Main

Project Diamant GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main

Project Diamant Bidco AG, Frankfurt am Main

II. Teilkonzern KAP

1. KAP AG, Fulda

KAP Precision Components GmbH (vormals: GM Tec Industries Holding GmbH)

BEBUSCH Hungaria Müanyagfeldogozó Kft., Oroszlány/Ungarn

Gear Motion GmbH, Ehingen

Gear Motion Grundstücksverpachtungs GmbH & Co. KG, Ehingen

Gear Motion Grundstücksverwaltungs GmbH, Ehingen

Minavto OOO, Logoisk/Weißrussland

Präzisionsteile Dresden GmbH & Co. KG, Dresden

Präzisionsteile Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH, Dresden

KAP Surface Holding GmbH, Fulda

GT Oberflächen GmbH, Heinsdorfergrund

Metallveredlung Döbeln GmbH, Döbeln

Heiche Oberflächentechnik GmbH, Leisnig

Heiche Sachsen GmbH & Co. KG, Leisnig

Heiche Bayern GmbH, Hunterdorf

G. und R. Heiche Beteiligungs GmbH, Schwaigern

Heiche Hungary Surface Technology Kft, Sátoraljaújhely/Ungarn

Heiche Hungary Real Estate Kft, Sátoraljaújhely/Ungarn

Heiche US Surface Inc., Spartanburg/Vereinigte Staaten von Amerika

KAP Textile Holdings SA Limited

UKW Properties (Pty.) Ltd.

Mehler Aktiengesellschaft

CaPlast Kunststoffverarbeitungs GmbH, Nordkirchen-Capelle

Convert Vliesveredlung GmbH & Co. KG, Waldfischbach-Burgalben

Convert Vliesveredlung GmbH, Detmold

Elbtal Verwaltungs GmbH, GmbH

Elbtal Plastics GmbH & Co. KG, Coswig

GbR MEHLER AG/DAUN & Cie. AG, Stadtallendorf

it-novum GmbH, Fulda

it-novum Schweiz GmbH, Kloten/Schweiz

KAP Beteiligungs Inc., Martinsville/ Vereinigte Staaten von Amerika

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS GMBH, Fulda

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS INDIA PRIVATE LIMITED, Bangalore/ Indien

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS, INC., Martinsville/ Vereinigte Staaten von Amerika

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS s.r.o., Jilemnice/ Tschechische Republik

MEHLER ENGINEERED PRODUCTS (Suzhou) Co., Ltd, Suzhou/ China

MEHLER Engineering und Service GmbH, Fulda

Mehler Grundstücksverwaltungs GmbH, Fulda

NOW Contec GmbH, Detmold

NOW Contec GmbH & Co. KG, Waldfischbach-Burgalben

OLBO & MEHLER Tex GmbH & Co. KG, Fulda

OLBO & Mehler Tex North America, Inc., Martinsville/ Vereinigte Staaten von Amerika

OLBO & MEHLER TEX PORTUGAL, LDA, Famalicao/ Portugal

OLBO & MEHLER Verwaltungs-GmbH, Fulda

Platin 1535. GmbH, Frankfurt am Main

Riflex Film AB, Ronneby/ Schweden

Safe-Box Self Storage Mönchengladbach GmbH, Mönchengladbach

Steinweg Kunststoffolien GmbH, Castrop-Rauxel

Technolen technicky textil s.r.o., Hlinsko/Tschechische Republik

Heiche Logistics GmbH, Schwaigern

Heiche Oberflächentechnik GmbH, Schwaigern

Heiche Polska Sp. z o.o., Stanowice/Polen

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die KAP AG, Fulda

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der KAP AG, Fulda, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der KAP AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns Bezug genommen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit von Finanzanlagen

Zugehörige Informationen im Jahresabschluss und Lagebericht

Hinsichtlich den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie auf den Abschnitt "Anlagevermögen" im Anhang. Angaben zum Geschäftsverlauf und zu der wirtschaftlichen Entwicklung in den Segmenten finden sich im Lagebericht im Abschnitt "Wirtschaftsbericht".

Sachverhalt und Risiko für die Prüfung

Im Jahresabschluss werden unter den Bilanzposten "Finanzanlagen", insgesamt 182,3 Mio. EUR ausgewiesen. Diese stellen mit 69,7% der Bilanzsumme der Gesellschaft einen wesentlichen Posten in der Bilanz dar.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Grundlage der Beurteilung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung dieser Posten bestehen, sowie auch für die Ermittlung der beizulegenden Werte sind die künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern der jeweiligen Tochterunternehmen erstellten Planungsrechnungen für die jeweiligen Unternehmen ergeben. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist.

Die Werthaltigkeitsbeurteilung einschließlich der Berechnung des beizulegenden Werts über den Ertragswert ist komplex und hinsichtlich der getroffenen Annahmen in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt unter anderem für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten sowie die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze. Es besteht im Wesentlichen das Risiko, dass aufgrund der Komplexität und des Ermessens im Zusammenhang mit der Ermittlung des beizulegenden Werts Wertminderungen nicht rechtzeitig erkannt werden bzw. die Höhe der außerplanmäßigen Abschreibungen nicht angemessen ist.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Zunächst haben wir den Prozess zur Bestimmung des Wertminderungsbedarfs geprüft und anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf bestehen.

Wir haben unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. In diesem Rahmen haben wir mit den Planungsverantwortlichen der Gesellschaft die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten erörtert. Ergänzend haben wir eine Abstimmung mit der vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Als Quellen dienten uns im Wesentlichen Konjunkturberichte von anerkannten Brancheninstituten. Zur Validierung der Prognosegüte der Gesellschaft haben wir die Planungen aus vergangenen Jahren mit tatsächlich eingetretenen Zahlen abgestimmt. Abweichungen zwischen Plan- und Ist-Werten wurden durch uns analysiert und mit den Planungsverantwortlichen besprochen. Die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.

Die rechnerische Richtigkeit in dem von der Gesellschaft verwendeten Bewertungsmodell haben wir nachvollzogen.

Das der Werthaltigkeitsprüfung der Finanzanlagen zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht in Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Die Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind sachgerecht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB, auf die im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns Bezug genommen wird

die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach § 264 Abs. 2 S. 3 und § 289 Abs. 1 S. 5 HGB

Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b ff. HGB und § 315b ff. HGB

den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex

die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns sowie unseres Bestätigungsvermerks

Der Aufsichtsrat ist für die folgenden sonstigen Informationen verantwortlich:

den Bericht des Aufsichtsrats im Geschäftsberichts 2019

Von den sonstigen Informationen werden uns die übrigen Teile des Geschäftsberichts und der Bericht des Aufsichtsrats voraussichtlich nach dem Datum dieses Vermerks zur Verfügung gestellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir hierzu weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 3. Juli 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 31. Oktober 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 als Abschlussprüfer der KAP AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht des geprüften Unternehmens angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen erbracht:

Untersuchungshandlungen nach ISRS 4400 im Zusammenhang mit dem "Compliance Certificate" zum Berechnungsstichtag 30.06.2019

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Schaub.

 

Frankfurt, 26. März 2020

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Jörg Maas, Wirtschaftsprüfer

Michael Schaub, Wirtschaftsprüfer