KAP AGFuldaHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 30.06.2021KENNZAHLENAusgewählte Kennzahlenscrollen
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1 Fortgeführte Geschäftsbereiche
(exkl. it/services).
BRIEF AN DIE AKTIONÄRESEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN,
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| Ihr Eckehard Forberich | Ihr Marten Julius |
| Vorstandssprecher | Finanzvorstand |
Die Weltwirtschaft hat sich im zweiten Quartal 2021
trotz anhaltender pandemiebedingter Beeinträchtigungen
zunehmend erholt. Nach einem hohen
covid-19-Infektionsgeschehen in den ersten Monaten des
Jahres sanken die Neuinfektionen in der
Weltbevölkerung im Verlauf des zweiten Quartals
deutlich. Von Beschränkungen war im ersten Halbjahr im
Wesentlichen die Dienstleistungsbranche betroffen. Der
Welthandel sowie die Industrieproduktion wuchsen bis zum
Frühjahr 2021 weiter kräftig. Gedämpft wurde
dieser Aufschwung von Nachwirkungen der covid-19-Pandemie,
die zu weltweiten Angebotsengpässen und
Lieferkettenproblemen führten. Als Folge stiegen die
Preise für Rohmaterialien und Vorleistungsgüter
(z. B. für Halbleiter) sowie für
Transportleistungen und damit auch die Verbraucherpreise
stark an. Der Internationale Währungsfonds (iwf)
prognostiziert im jüngsten World Economic Outlook
(WEO) vom Juli für das Gesamtjahr 2021 ein globales
Wirtschaftswachstum von 6,0 % gegenüber dem Vorjahr.
Die Prognose für 2021 bleibt gegenüber der
Einschätzung im April 2021 unverändert,
allerdings mit gegenläufigen Korrekturen. Während
sich die Wachstumsaussichten der reicheren
Industrienationen mit hohen Impfquoten seit der letzten
WEO-Prognose im April verbessert haben, verschlechterten
sich die Aussichten für ärmere Entwicklungs- und
Schwellenländer. Die Konjunkturaussichten vieler
Staaten hängen laut dem iwf inzwischen direkt von
deren Zugang zu Corona-Impfstoffen ab. Neben hohen
Impfquoten wirken sich staatliche
Unterstützungsmaßnahmen positiv auf die
Wirtschaft aus.
In Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt
gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamts
im zweiten Quartal preis- und kalenderbereinigt um 9,2 % im
Vergleich zum Vorjahresquartal und um 1,5 % gegenüber
dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021 (preis-,
saison- und kalenderbereinigt). Die Erholung der deutschen
Wirtschaft ist im zweiten Quartal vor allem auf die
gelockerten Infektionsschutzmaßnahmen und die
gestiegenen privaten und staatlichen Konsumausgaben
zurückzuführen. Der ifo Geschäftsklimaindex
lag im Juni bei 101,7 Punkten und ist im Vergleich zum
April 2021 um 5,1 Punkte gestiegen. Auch in Deutschland
wirkten sich Engpässe bei Lieferungen von Vorprodukten
und die damit im Zusammenhang stehenden gestiegenen
Erzeugerpreise, welche die Nachfrage bremsten,
dämpfend auf die Erholung der deutschen Wirtschaft
aus. Daher verschiebt sich die Fortsetzung der
industriellen Erholung laut dem ifo Institut vor allem in
die zweite Jahreshälfte. Auch der Bundesverband der
Deutschen Industrie (BDI) erwartet ein deutliches Wachstum
der deutschen Wirtschaftsleistung für das zweite
Halbjahr. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet der iwf mit
einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in Deutschland von
insgesamt 3,6 %.
Regional betrachtet schreitet die weltwirtschaftliche
Erholung sehr heterogen voran. Im Vereinigten
Königreich und in Japan verringerte sich das
Bruttoinlandsprodukt laut dem Institut für
Weltwirtschaft (IfW) zuletzt deutlich. Im Vereinigten
Königreich wirkte sich neben der Pandemie der Brexit
negativ auf die Wirtschaft aus. China wuchs im zweiten
Quartal weiterhin stark, wobei der Zuwachs im Vergleich zum
ersten Quartal deutlich niedriger ausfiel. Die Vereinigten
Staaten legten konjunkturell kräftig zu und haben
schon einen Großteil des Einbruchs wieder aufgeholt.
In Europa erholt sich die Wirtschaft insgesamt schneller
als erwartet und wird in diesem Jahr laut dem iwf um 4,6 %
wachsen.
Die Segmentunternehmen der KAP-Gruppe sind in
verschiedenen Marktnischen aktiv und produzieren im
Wesentlichen Produkte und Lösungen für
Unternehmen aus dem industriellen Bereich. Die Daten zu
aktuellen Entwicklungen auf diesen Märkten sind
aufgrund des speziellen Zuschnitts nur eingeschränkt
öffentlich verfügbar. Wesentlich für die
Entwicklung der Segmente bzw. der Segmentunternehmen sind
die allgemeine konjunkturelle Lage sowie die wichtigsten
Kundenindustrien der Segmentunternehmen: der
Automobilsektor, die Industrieproduktion und das
Baugewerbe. Nach Berechnungen des BDI stieg die Erzeugung
im produzierenden Gewerbe im zweiten Quartal 2021
kalenderbereinigt um 15,8 % gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Im Baugewerbe wurde ebenfalls ein
Anstieg von 1,9 % verzeichnet und die Produktion von
Konsumgütern stieg um 8,8 %. Bei
Vorleistungsgütern fiel der Anstieg sogar noch
stärker aus (21,9 %). Den deutlichsten Zuwachs gab es
bei den Investitionsgütern mit einem Plus von 22,1 %.
Die Automobilbranche erholte sich im ersten Halbjahr
nach einem pandemiebedingt deutlichen
Nachfragerückgang im letzten Jahr. Insgesamt gibt es
im Vergleich zum Vorkrisenniveau laut dem Verband der
Automobilindustrie (VDA) jedoch teils noch erheblichen
Nachholbedarf. Aktuell verhindern insbesondere die
anhaltenden Engpässe bei Halbleitern und zum Teil auch
bei anderen Rohstoffen, welche voraussichtlich bis in das
Jahr 2022 andauern sollen, eine schnellere Markterholung.
So konnte sich der europäische Pkw-Markt bei den
Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem
historisch niedrigen Vorjahreswert zwar um 27 % auf 6,5
Mio. Einheiten verbessern, jedoch liegen die Neuzulassungen
damit noch rund ein Viertel unterhalb des
Vergleichszeitraums aus 2019. In Deutschland stiegen laut
dem VDA die Neuanmeldungen um 15 %, während in den USA
die Light-Vehicle-Verkäufe (Pkw und Light Trucks) um
29 % auf 8,3 Mio. Einheiten stiegen. In China lagen die
Verkäufe neuer Pkws mit 9,8 Mio. Einheiten im ersten
Halbjahr 2021 um 27 % über dem Vorjahreswert. Das
Wachstum bei elektrobetriebenen Neufahrzeugen hält
laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hingegen unvermindert
an. Insgesamt wurden laut KBA im ersten Halbjahr 2021 in
Deutschland rund 149.000 batteriebetriebene Fahrzeuge neu
zugelassen, was einer Verdreifachung des Vorjahreswertes
entspricht.
Die KAP-Gruppe blickt auf eine gute
Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2021
zurück. Insgesamt trug dazu vor allem die allgemeine
Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds im Vergleich zum
Vorjahr bei. Alle fortgeführten Segmente konnten ihr
operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
deutlich verbessern. Das Segment flexible films blieb auf
seinem starken Wachstumskurs und profitierte weiterhin von
der hohen Kundennachfrage z. B. in den Bereichen Bau und
Schwimmbadfolien. Im Segment engineered products wirkten
sich die bereits umgesetzten
Restrukturierungsmaßnahmen positiv auf die
Profitabilität aus. So konnte das Segment bei
geringeren Umsatzerlösen aufgrund der wie geplant
durchgeführten Schließung von zwei
Produktionsstandorten sein Ergebnis verbessern. Die stark
vom Automobilsektor abhängigen Segmente engineered
products, precision components und surface technologies
verzeichneten im ersten Halbjahr eine Erholung aufgrund der
gestiegenen Nachfrage im Automobilsektor, während
Lieferengpässe bei Halbleitern diese positive
Entwicklung aber noch belasten. Insgesamt wirken sich die
Folgen, die sich aus der covid-19-Pandemie im
Berichtszeitraum ergeben haben, dank des hohen
Diversifizierungsgrades der KAP-Gruppe unterschiedlich auf
die Segmente aus.
Erfreulich ist vor allem, dass die KAP-Gruppe ihre
strategischen und operativen Verbesserungsinitiativen im
Rahmen von Accelerate in den ersten sechs Monaten
konsequent und schneller als geplant fortführen
konnte. Unter anderem wurden die Tochtergesellschaften
MEHLER Engineering Service und it-novum
veräußert und damit der Verkauf des Segments
it/services erfolgreich abgeschlossen. Außerdem
investierte die KAP-Gruppe in größerem Umfang in
den Ausbau von bestehenden Produktionsstandorten, wie in
Hessisch Lichtenau und Döbeln, sowie in den komplett
neuen Produktionsstandort Alabama in den USA. Im Segment
flexible films akquirierte KAP die niederländische
Gesellschaft AerO Coated Fabrics B.V. und übernahm die
restlichen Anteile an der NOW Contec GmbH. Ihre
Gewerbeliegenschaft in Fulda hat die KAP AG im März
verkauft und somit die finanzielle Flexibilität des
Konzerns deutlich erhöht. Der Vollzug steht unter dem
Vorbehalt verschiedener marktüblicher Bedingungen und
ist bis spätestens Ende November 2021 geplant.
Gemäß IFRS 5 sind die veräußerten
Tochtergesellschaften MEHLER Engineering und Service GmbH
und it-novum GmbH des Segments it/services im
Konzernabschluss als aufgegebene Geschäftsbereiche zu
bilanzieren. Das veräußerte Segment it/services
erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2021 Umsatzerlöse
in Höhe von 7,3 Mio. EUR (i. Vj. 8,5 Mio. EUR). Der
Verkauf der Gesellschaften wurde im Verlauf des ersten
Halbjahres 2021 (Januar und Juni) wirksam. Daher ist zu
berücksichtigen, dass bei der folgenden Analyse der
Konzernergebnisse die Vorjahreswerte und die Werte des
aktuellen Geschäftsjahres zur besseren
Vergleichbarkeit um die Umsatz- und Ergebnisbeiträge
des veräußerten Segments bereinigt wurden.
| H1 | 2021 | H1 | 2020 | Veränderung in % | ||
| Umsatz | Mio. EUR | 181,7 | 161,8 | 12,3 |
| EBITDA | Mio. EUR | 19,8 | 18,3 | 8,2 |
| Normalisierungen | Mio. EUR | 1,9 | -0,7 | n. m. |
| Normalisiertes EBITDA | Mio. EUR | 21,7 | 17,6 | 23,3 |
| Normalisierte EBITDA-Marge | % | 11,9 | 10,9 | 1,0 PP |
| Investitionen | Mio. EUR | 15,5 | 9,9 | 56,6 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 2.374 | 2.619 | -9,4 |
1 Fortgeführte Geschäftsbereiche
(exkl. it/services).
Im ersten Halbjahr 2021 erzielte die KAP-Gruppe
Umsatzerlöse in Höhe von 181,7 Mio. EUR, was
einem Anstieg von 12,3 % gegenüber dem Vorjahr
entspricht (i. Vj. 161,8 Mio. EUR). Diese positive
Entwicklung reflektiert die allgemeine Verbesserung des
wirtschaftlichen industriellen Umfelds und insbesondere die
beginnende Erholung der Automobilbranche.
Die Materialkosten erhöhten sich vor allem aufgrund
gestiegener Rohstoffpreise und der im Vergleich zum Vorjahr
wieder gestiegenen Produktionsauslastung um rund 15 Mio.
EUR auf 95,2 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote
erhöhte sich entsprechend um 1,0 Prozentpunkte auf
52,4 %. Der Personalaufwand ist im ersten Halbjahr auf 44,9
Mio. EUR gesunken (i. Vj. 46,4 Mio. EUR), was neben den
Effizienzsteigerungen im Rahmen des Accelerate-Programms
auf den Abbau von Personal u. a. aufgrund der in 2020
beschlossenen Werksschließungen,
zurückzuführen ist.
Der Anteil des Personalaufwands an der Gesamtleistung
reduzierte sich aufgrund der oben genannten Effekte um 5,1
Prozentpunkte.
Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im
ersten Halbjahr 10,0 Mio. EUR und lagen damit um rund 32 %
unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang resultiert aus
den deutlich gesunkenen Versicherungsentschädigungen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf 31,8
Mio. EUR an (i. Vj. 25,7 Mio. EUR) und umfassen im
Wesentlichen infolge der gestiegenen Umsatzerlöse
erhöhte Fracht- und Verpackungskosten sowie Wartungs-
und Instandhaltungskosten.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) lag im ersten Halbjahr bei 19,8 Mio. EUR und wurde
um Einmal- und Sondereffekte in Summe von 1,9 Mio. EUR
normalisiert. Die Normalisierungen betrafen
hauptsächlich transaktionsbezogene
Beratungsgebühren. Das normalisierte EBITDA stieg um
23,3 % auf 21,7 Mio. EUR an (i. Vj. 17,6 Mio. EUR). Die
normalisierte EBITDA-Marge stieg um 1,0 Prozentpunkte auf
11,9 % (i. Vj. 10,9 %).
Die Abschreibungen sanken leicht auf 12,7 Mio. EUR (i.
Vj. 13,6 Mio. EUR).
Das normalisierte Betriebsergebnis (EBIT) stieg im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,0 Mio. EUR auf 9,0
Mio. EUR (i. Vj. 4,0 Mio. EUR). Das Ergebnis vor
Ertragsteuern erhöhte sich auf 6,5 Mio. EUR (i. Vj.
1,0 Mio. EUR). Der tatsächliche Steueraufwand lag mit
2,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert (i. Vj. 2,3 Mio.
EUR). Das Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
beträgt 19,6 Mio. EUR und beinhaltet
hauptsächlich die Veräußerungsgewinne
für die Anteile an den Gesellschaften aus dem
it/services-Segment. Das Konzern-Halbjahresergebnis
verbesserte sich dadurch deutlich von -1,8 Mio. EUR im
Vorjahreszeitraum auf 23,7 Mio. EUR im Berichtszeitraum.
| H1 | 2021 | H1 | 2020 | Veränderung in % | ||
| Umsatz | Mio. EUR | 60,0 | 67,0 | -10,4 |
| Normalisiertes EBITDA | Mio. EUR | 5,0 | 4,5 | 11,1 |
| Normalisierte EBITDA-Marge | % | 8,3 | 6,7 | 1,6 PP |
| Investitionen | Mio. EUR | 1,8 | 0,5 | 260 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 669 | 893 | -25,0 |
Das Segment engineered products war im ersten Halbjahr
von den Auswirkungen der covid-19-Pandemie in Form von
Angebotsengpässen und Lieferkettenproblemen bei
Halbleitern für die Automobilindustrie betroffen. Die
Umsatzerlöse verringerten sich in den ersten sechs
Monaten 2021 um 10,4 % auf 60,0 Mio. EUR (i. Vj. 67,0 Mio.
EUR). Der deutliche Umsatzrückgang ist aber vor allem
Ergebnis der geringeren Produktionskapazitäten im
Vergleich zum Vorjahr. Diese verringerten sich durch die
endgültige Schließung von zwei
Produktionsstandorten in Fulda und Jilemnice im zweiten
Halbjahr des Vorjahres im Rahmen der Refokussierung des
Segments auf höherwertige Produkte.
Die Wirksamkeit dieser Restrukturierungsmaßnahmen
zeigt sich in einem verbesserten normalisierten EBITDA von
5,0 Mio. EUR (i. Vj. 4,5 Mio. EUR). Die im Berichtszeitraum
normalisierten Sonder- und Einmaleffekte mit einem Volumen
von insgesamt -0,3 Mio. EUR umfassen Gewinne aus der
Veräußerung von Vermögenswerten. Die
normalisierte EBITDA-Marge stieg um 1,6 Prozentpunkte auf
8,3 %.
Im Berichtszeitraum führte die KAP AG im Rahmen von
Accelerate die eingeleiteten Vertriebsinitiativen
konsequent fort. Für das zweite Halbjahr plant die KAP
AG weitere Maßnahmen wie die Investition in neue
Produktionsanlagen und Maschinen am Standort Hessisch
Lichtenau.
Die Investitionen stiegen im ersten Halbjahr deutlich um
rund 260 % auf 1,8 Mio. EUR (i. Vj. 0,5 Mio. EUR) und
umfassen neben dem oben erwähnten Standort vor allem
operative Instandhaltungsmaßnahmen.
Zum 30. Juni 2021 waren im Segment 669 Mitarbeiter (i.
Vj. 893) beschäftigt, also 25,0 % weniger als zum
Vorjahresstichtag. Der Rückgang ist vor allem auf die
Werksschließungen in Fulda und Jilemnice
zurückzuführen.
| H1 | 2021 | H1 | 2020 | Veränderung in % | ||
| Umsatz | Mio. EUR | 67,3 | 50,9 | 32,2 |
| EBITDA | Mio. EUR | 10,0 | 8,1 | 23,5 |
| EBITDA-Marge | % | 14,9 | 15,9 | -1,0 PP |
| Investitionen | Mio. EUR | 1,7 | 1,0 | 70,0 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 334 | 320 | 4,4 |
Das Segment flexible films führte im ersten
Halbjahr 2021 seinen Wachstumskurs fort und profitierte vom
gestiegenen Absatz von Produkten in den Bereichen
Schwimmbadfolien und Bau, die besonders in der
Corona-Pandemie nachgefragt wurden. Das Segment
verzeichnete dank seiner starken Marktposition einen
Umsatzzuwachs von 32,2 % auf 67,3 Mio. EUR (i. Vj. 50,9
Mio. EUR). Der Umsatzanstieg ist auch auf die
Übernahme des Extrusionsspezialisten AerO Coated
Fabrics zurückzuführen. Das Segment war im
Berichtszeitraum von gestiegenen Rohstoffpreisen bei PVC
und Weichmachern betroffen, eine Entwicklung, die zum
Zeitpunkt der Berichtserstellung weiter anhielt und eine
Auswirkung der covid-19-Pandemie ist. Diese
Preissteigerungen können nur zeitverzögert an die
Kunden weitergegeben werden und belasten daher im laufenden
Jahr die Marge.
Das EBITDA stieg in den ersten sechs Monaten um 23,5 %
auf 10,0 Mio. EUR (i. Vj. 8,1 Mio. EUR), während die
EBITDA-Marge aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise um 1,0
Prozentpunkte auf 14,9 % sank.
Die KAP AG hat in den ersten sechs Monaten im Rahmen von
Accelerate Effizienzsteigerungsmaßnahmen gestartet
und wird diese im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres
fortsetzen. Dazu zählen die eingeleitete weitere
Professionalisierung des Einkaufs und Vertriebs, die
allgemeine Optimierung des Rohstoffeinsatzes sowie die
Verbesserung der Produktivität und
Produktqualität.
Zudem arbeitet das Segment am weiteren Ausbau seiner
internationalen Beschaffungs- und Vertriebsstrukturen.
Im Berichtszeitraum investierten die Segmentunternehmen
1,7 Mio. EUR, womit die Investitionsausgaben deutlich
über dem Vorjahresniveau lagen (i. Vj. 1,0 Mio. EUR).
Die Investitionen umfassten verschiedene Maßnahmen
zur Effizienzsteigerung.
Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum 30. Juni 2021 um 4,4
% auf 334 (i. Vj. 320).
| H1 | 2021 | H1 | 2020 | Veränderung in % | ||
| Umsatz | Mio. EUR | 30,7 | 25,2 | 21,8 |
| Normalisiertes EBITDA | Mio. EUR | 5,8 | 3,4 | 70,6 |
| Normalisierte EBITDA-Marge | % | 18,9 | 13,5 | 5,4 PP |
| Investitionen | Mio. EUR | 9,0 | 6,4 | 40,6 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 752 | 746 | 0,8 |
Im Segment surface technologies stiegen die
Umsatzerlöse nach einem durch die Corona-Pandemie
bedingten starken Nachfragerückgang im
Automotive-Sektor im Vorjahreszeitraum deutlich um rund 22
% auf 30,7 Mio. EUR (i. Vj. 25,2 Mio. EUR). Die allgemeine
Erholung der Automobilbranche im ersten Halbjahr 2021
wirkte sich positiv auf die Geschäftsentwicklung der
Segmentunternehmen aus. Abrufreduzierungen bei großen
Kunden aufgrund von Lieferengpässen verhinderten
jedoch eine noch weitergehende Erholung. Ein brandbedingter
Ausfall des Produktionsstandorts in den USA (Spartanburg)
seit dem vierten Quartal 2020 belastete zudem die
Geschäftsentwicklung des Segments, die Versorgung
unserer Kunden wurde aber von anderen Standorten aus
jederzeit sichergestellt.
Das normalisierte EBITDA stieg im ersten Halbjahr 2021
aufgrund des von der Corona-Pandemie stärker
betroffenen ersten Halbjahres 2020 signifikant um 70,6 %
auf 5,8 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (i. Vj. 3,4 Mio.
EUR). Die normalisierte EBITDA-Marge erhöhte sich
entsprechend um 5,4 Prozentpunkte auf 18,9 % (i. Vj. 13,5
%). Die Normalisierungen betragen -0,1 Mio. EUR. Der
deutliche Margenanstieg resultiert aus den gestiegenen
Umsatzerlösen und dem Wegfall einiger covid-19-Effekte
im Vorjahr.
Im Rahmen von Accelerate hatte im ersten Halbjahr der
Aufbau eines neuen Standorts in Alabama, USA, für den
Ankerkunden Daimler hohe Priorität für die KAP
AG. Für den Aufbau ist ein Investitionsvolumen im
hohen einstelligen Millionenbereich vorgesehen. Aus
heutiger Sicht geht KAP von einem Anlauf der Produktion ab
Ende 2021 aus, mit positiven Auswirkungen auf die Umsatz-
und Ertragsentwicklung des Segments ab 2022.
Das Investitionsvolumen, welches im Wesentlichen die
Aufwendungen für den neuen Standort in Alabama
umfasst, lag im Berichtszeitraum bei 9,0 Mio. EUR und ist
damit im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen (i. Vj. 6,4
Mio. EUR).
Zum 30. Juni 2021 waren 752 Mitarbeiter im Segment
beschäftigt, ein leichter Anstieg um 0,8 % im
Vergleich zum Ende des vergleichbaren Vorjahreszeitraums
(i. Vj. 746).
| H1 | 2021 | H1 | 2020 | Veränderung in % | ||
| Umsatz | Mio. EUR | 22,2 | 18,6 | 19,4 |
| Normalisiertes EBITDA | Mio. EUR | 1,8 | 0,1 | > 100 |
| Normalisierte EBITDA-Marge | % | 8,1 | 0,5 | 7,6 PP |
| Investitionen | Mio. EUR | 3,0 | 1,8 | 66,6 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 573 | 593 | -3,4 |
Das Segment precision components erzielte im ersten
Halbjahr einen Umsatzanstieg von 19,4 % auf 22,2 Mio. EUR
(i. Vj. 18,6 Mio. EUR). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf
die zunehmende Erholung des Automotive-Sektors in den
ersten sechs Monaten zurückzuführen. Auch in
diesem Segment waren die bereits beschriebenen
Angebotsengpässe und Lieferkettenprobleme
spürbar.
Das normalisierte EBITDA stieg im ersten Halbjahr 2021
auf 1,8 Mio. EUR an (i. Vj. 0,1 Mio. EUR). Die
normalisierte EBITDA-Marge verbesserte sich um 7,6
Prozentpunkte auf 8,1 % (i. Vj. 0,5 %). Die deutliche
Verbesserung belegt die Wirksamkeit der bereits umgesetzten
Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus dem
Accelerate-Programm. Die Normalisierungen betrugen -0,1
Mio. EUR.
Der Ausbau des Produktionsstandortes in Minavto,
Belarus, wird voraussichtlich im Jahr 2022 erfolgen,
wodurch sich sehr wettbewerbsfähige Angebotspreise
für westeuropäische und lokale Kunden erreichen
lassen. Zudem startete die KAP AG in diesem Segment
Vertriebsoffensiven in den Bereichen E-Bike und
elektromechanische Spezialantriebe, die bereits im ersten
Quartal nächsten Jahres zum Tragen kommen.
Die Investitionen betrugen im ersten Halbjahr 3,0 Mio.
EUR (i. Vj. 1,8 Mio. EUR) und setzen sich überwiegend
aus Investitionen für ein Kundenprojekt am Standort
Dresden zusammen.
Die Zahl der Mitarbeiter sank leicht nach einem aufgrund
der covid-19-Pandemie nötig gewordenen
Mitarbeiterabbau im Vorjahr zum 30. Juni 2021 auf 573 (i.
Vj. 593).
| in Mio. EUR | H1 | 2021 1 | H1 | 2020 | Veränderung in % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 0,6 | 22,1 | -97,3 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -28,2 | -9,8 | 187,8 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 18,5 | 39,2 | -52,8 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | -9,1 | 51,5 | -117,7 |
| Wechselkurs- und konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | 1,2 | -0,1 | > 100,0 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 8,1 | 56,4 | -85,6 |
1 Fortgeführte Geschäftsbereiche
(exkl. it/services).
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
ist in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2021 deutlich auf 0,6 Mio. EUR gesunken (i. Vj. 22,1 Mio.
EUR). Der Rückgang resultierte aus gestiegenen
Vorräten und Forderungen infolge des Umsatzanstiegs
sowie aus Kaufpreisforderungen im Zusammenhang mit dem
Verkauf des it/services-Segments.
Aus dem Cashflow aus Investitionstätigkeit ergab
sich ein Mittelabfluss von 28,2 Mio. EUR (i. Vj. 9,8 Mio.
EUR). Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die
Investitionen an unserem neuen Standort in Alabama, USA,
und auf den Erwerb der AerO-Gesellschaften in den
Niederlanden zurückzuführen.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
ersten Halbjahr 18,5 Mio. EUR (i. Vj. 39,2 Mio. EUR). Der
erneut hohe Zufluss in diesem Bereich resultiert aus der
Refinanzierung unserer Investitionen und dem erhöhten
Working Capital.
Die Bilanzsumme des KAP-Konzerns lag zum 30. Juni 2021
bei insgesamt 361,9 Mio. EUR und damit um 48,8 Mio. EUR
über dem Stand vom 31. Dezember 2020 in Höhe von
313,1 Mio. EUR.
Auf der Aktivseite erhöhten sich die langfristigen
Vermögenswerte um 15,6 Mio. EUR auf 200,8 Mio. EUR
(31.12.2020: 185,2 Mio. EUR). Die immateriellen
Vermögenswerte erhöhten sich um 9,1 Mio. EUR auf
36,9 Mio. EUR. Der Anstieg resultiert hauptsächlich
aus der Übernahme der AerO-Gesellschaften in den
Niederlanden. Bedingt durch unsere Investitionen stiegen
die Sachanlagen um 7,3 Mio. EUR auf 157,2 Mio. EUR
(31.12.2020: 149,9 Mio. EUR). Die Renditeimmobilien sanken
um 0,1 Mio. EUR auf 1,9 Mio. EUR (31.12.2020: 2,0 Mio.
EUR). Gegenüber dem 31. Dezember 2020 sanken die
aktiven latenten Steueransprüche um 0,8 Mio. EUR auf
4,5 Mio. EUR (31.12.2020: 5,3 Mio. EUR).
Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 39,8
Mio. EUR auf 152,5 Mio. EUR (31.12.2020: 112,7 Mio. EUR).
Diese Entwicklung ist vor allem auf den Anstieg der
sonstigen Forderungen und Vermögenswerte um 23,7 Mio.
EUR auf 33,5 Mio. EUR, welche den ausstehenden Kaufpreis
für die Anteile an den zum Stichtag
veräußerten it-novum-Gesellschaften beinhalten,
zurückzuführen (31.12.2020: 9,8 Mio. EUR). Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 19,6
Mio. EUR auf 62,9 Mio. EUR (31.12.2020: 43,3 Mio. EUR) und
die Vorräte um 4,5 Mio. EUR auf 47,3 Mio. EUR
(31.12.2020: 42,8 Mio. EUR). Die liquiden Mittel sanken um
7,6 Mio. EUR auf 8,1 Mio. EUR (31.12.2020: 15,7 Mio. EUR).
Das Working Capital erhöhte sich um 15,7 Mio. EUR
auf 83,0 Mio. EUR (i. Vj. 67,3 Mio. EUR). Die Ausweitung
des Working Capitals steht im Einklang mit dem starken
Anstieg der operativen Leistung der KAP-Gruppe im ersten
Halbjahr.
Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital um 26,5 Mio.
EUR auf 180,8 Mio. EUR (31.12.2020: 154,3 Mio. EUR). Der
Anstieg resultiert hauptsächlich aus dem laufenden
Jahresüberschuss. Die langfristigen Schulden sind um
3,4 Mio. EUR auf 87,4 Mio. EUR (31.12.2020: 84,0 Mio. EUR)
gestiegen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten
erhöhten sich um 3,9 Mio. EUR auf 62,9 Mio. EUR
(31.12.2020: 59,0 Mio. EUR).
Die kurzfristigen Schulden stiegen deutlich um 23,7 Mio.
EUR auf 93,6 Mio. EUR (31.12.2020: 69,9 Mio. EUR). Dies ist
im Wesentlichen auf die um 17,5 Mio. EUR auf 29,0 Mio. EUR
(31.12.2020: 11,5 Mio. EUR) gestiegenen kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten und die höheren
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in
Höhe von 27,1 Mio. EUR zurückzuführen
(31.12.2020: 18,9 Mio. EUR). Die kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten stiegen insbesondere bedingt durch
unser deutlich erhöhtes Working Capital. Die
übrigen Rückstellungen sanken um 1,7 Mio. EUR auf
25,4 Mio. EUR (27,1 Mio. EUR) und die übrigen
Verbindlichkeiten betrugen 8,5 Mio. EUR (31.12.2020: 7,4
Mio. EUR).
Eine Beschreibung der wesentlichen Chancen und Risiken
sowie der Grundsätze des Risikomanagementsystems der
KAP-Gruppe enthält der Konzernlagebericht im
veröffentlichten Geschäftsbericht 2020 auf den
Seiten 62 f. Die darin genannten Risiken bezüglich der
Entwicklung der Produktion und Warenwirtschaft sind
aufgrund der weltweiten Nachwirkungen aus der
covid-19-Pandemie teilweise eingetreten und haben zu
erhöhten Einkaufspreisen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe wie z. B. PVC geführt. Die gestiegenen
Rohstoffpreise geben wir im Rahmen der vertraglichen
Möglichkeiten an unsere Kunden weiter. Sie können
teilweise jedoch nur zeitverzögert weitergegeben
werden. Die im Geschäftsbericht 2020 getroffenen
Aussagen zur übrigen Chancen- und Risikolage sind im
Wesentlichen nach wie vor gültig.
Es bestehen weiterhin Risiken aus einem sich
möglicherweise verschlechternden Verlauf der
covid-19-Pandemie oder damit im Zusammenhang stehenden
weiteren Nachwirkungen auf den Welthandel und die
weltweiten Lieferketten, insbesondere im Falle einer
massiven weiteren weltweiten Infektionswelle, die erneut zu
weitreichenden Lockdown-Maßnahmen oder
Abrufreduzierungen seitens unserer Kunden führen
könnte. Solche Risiken könnten sich bei Eintritt
negativ auf die Geschäftsentwicklung der KAP-Gruppe
auswirken.
Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret
abschätzen, welchen weiteren Verlauf die
covid-19-Pandemie in den für KAP wichtigen Absatz- und
Beschaffungsmärkten nimmt. Auch die damit verbundene
Volatilität der Finanzmärkte kann derzeit nicht
verlässlich abgeschätzt werden, sodass KAP
gegenwärtig von höheren finanzwirtschaftlichen
Risiken ausgeht. Unter Berücksichtigung
sämtlicher bekannter Tatsachen sind momentan keine
Einzelrisiken erkennbar, die den Fortbestand der KAP-Gruppe
gefährden. Dies gilt auch für die
Gesamtbetrachtung aller Risiken.
Der Vorstand und Aufsichtsrat der KAP AG haben am 10.
August 2021 beschlossen, der für den 30. September
2021 einzuberufenden ordentlichen Hauptversammlung die
Zahlung einer erhöhten Dividende für das
Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 1,75 EUR je
dividendenberechtigter Stückaktie (bislang
vorgesehener Dividendenvorschlag: 0,75 EUR) vorzuschlagen.
Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre im Rahmen
der ordentlichen Hauptversammlung würde damit ein
Gesamtbetrag in Höhe von 13.593.235,25 EUR an die
Aktionäre ausgeschüttet werden. Mit dem neuen
Vorschlag für die Dividende sollen die Aktionäre
im Wesentlichen an der guten aktuellen Geschäfts- und
Ergebnisentwicklung sowie dem Erlös aus dem Verkauf
der it-novum GmbH partizipieren.
Neben diesem sind keine weiteren Vorgänge von
besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Berichtszeitraums
eingetreten, die Auswirkungen auf die Darstellung eines den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes
des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses,
der Lage und der voraussichtlichen Entwicklung der
Gesellschaft haben.
Die positive Geschäftsentwicklung im ersten
Halbjahr 2021 lag über den Erwartungen. Deshalb hat
die KAP AG Ende August ihre Prognose für das
Geschäftsjahr 2021 angehoben. Der Vorstand erwartet
für das laufende Geschäftsjahr
Konzernumsatzerlöse zwischen 320 Mio. EUR und 350 Mio.
EUR (zuvor: zwischen 300 und 330 Mio. EUR) sowie ein
normalisiertes EBITDA in einer Bandbreite von 32 Mio. EUR
bis 38 Mio. EUR (zuvor: 27 bis 33 Mio. EUR).
Insbesondere die schneller als erwartet ausfallende
Erholung in unseren Zielmärkten, deutlich über
den Erwartungen liegende Auftragseingänge im Segment
flexible films sowie eine schneller als geplante Umsetzung
und Wirksamkeit von Maßnahmen im Rahmen des
Accelerate-Programms haben zu dieser positiven Entwicklung
geführt.
Die Prognose berücksichtigt bereits den Verkauf des
it/services-Segments und basiert auf der Annahme, dass die
Erholung der Zielmärkte unverändert anhält,
keine zusätzlichen negativen Auswirkungen auf die
Rohstoffpreise und die Lieferketten, z. B. bei Halbleitern,
erfolgen und es im weiteren Verlauf des
Geschäftsjahres nicht zu stärkeren
Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kommt.
| in TEUR | 2021 | 2020 |
| Umsatzerlöse | 181.732 | 161.785 |
| Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen | -72 | -5.960 |
| Gesamtleistung | 181.660 | 155.825 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 10.037 | 14.722 |
| Materialaufwand | -95.189 | -80.113 |
| Personalaufwand | -44.872 | -46.447 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Renditeimmobilien | -12.726 | -13.611 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -31.785 | -25.730 |
| Betriebsergebnis | 7.125 | 4.646 |
| Zinsergebnis | -1.259 | -1.603 |
| Übriges Finanzergebnis | 629 | -2.017 |
| Finanzergebnis | -630 | -3.620 |
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern | 6.495 | 1.026 |
| Ertragsteuern | -2.446 | -2.275 |
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 4.049 | -1.249 |
| Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern | 19.631 | -509 |
| Ergebnis nach Steuern | 23.680 | -1.758 |
| Ergebnisanteile fremder Gesellschafter | 135 | -345 |
| Ergebnis der Aktionäre der KAP AG | 23.815 | -2.103 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 0,52 | -0,17 |
| Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 2,53 | -0,06 |
| 3,05 | -0,23 |
| in TEUR | 2021 | 2020 |
| Konzernergebnis nach Steuern | 23.680 | -1.759 |
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung | 2.504 | -2.747 |
| Unrealisierte Gewinne/Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | 0 | 0 |
| Posten, die zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | 2.504 | -2.747 |
| Versicherungsmathematische Gewinne aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 0 | 0 |
| Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 0 | 0 |
| Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 2.504 | -2.747 |
| davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 |
| davon Anteil der Aktionäre der KAP AG am sonstigen Ergebnis nach Steuern | 2.504 | -2.747 |
| Konzern-Gesamtergebnis | 26.184 | -4.506 |
| davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzern-Gesamtergebnis | -135 | 345 |
| davon Anteil der Aktionäre der KAP AG am Konzern-Gesamtergebnis | 26.319 | -4.851 |
| in TEUR | 30.06.2021 | 31.12.2020 |
| VERMÖGENSWERTE | ||
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 36.911 | 27.840 |
| Sachanlagen | 157.198 | 149.893 |
| Renditeimmobilien | 1.922 | 1.961 |
| Übrige Finanzanlagen | 211 | 231 |
| Latente Steueransprüche | 4.520 | 5.310 |
| 200.762 | 185.235 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 47.317 | 42.822 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 62.872 | 43.347 |
| Ertragsteuererstattungsansprüche | 1.171 | 1.051 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 33.055 | 9.768 |
| Flüssige Mittel | 8.084 | 15.694 |
| 152.499 | 112.682 | |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche | 8.650 | 15.153 |
| 361.911 | 313.070 |
| in TEUR | 30.06.2021 | 31.12.2020 |
| EIGENKAPITAL UND SCHULDEN | ||
| Eigenkapital und Rücklagen | ||
| Gezeichnetes Kapital | 20.196 | 20.177 |
| Kapitalrücklage | 86.921 | 86.840 |
| Rücklagen | -19.047 | -20.431 |
| Bilanzergebnis | 89.261 | 65.446 |
| Eigenkapital der Aktionäre der KAP AG | 177.331 | 152.032 |
| Anteile fremder Gesellschafter | 3.502 | 2.296 |
| 180.833 | 154.328 | |
| Langfristige Schulden | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 17.930 | 18.280 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 62.904 | 59.044 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 6.595 | 6.643 |
| 87.429 | 83.967 | |
| Kurzfristige Schulden | ||
| Übrige Rückstellungen | 25.378 | 27.100 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 28.998 | 11.504 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 27.147 | 18.858 |
| Ertragsteuerschulden | 3.604 | 4.961 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 8.522 | 7.456 |
| 93.649 | 69.879 | |
| Schulden in Verbindung mit aufgegebenen Geschäftsbereichen | 0 | 4.896 |
| 361.911 | 313.070 |
| Gewinnrücklagen | ||||||
| in TEUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Währungsdifferenzen | Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | Übrige | Summe |
| 01.01.2020 | 20.177 | 86.840 | -19.740 | -7.073 | 10.372 | -16.441 |
| Konzernergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | - | -2.746 | - | - | -2.746 |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Gesamtergebnis | - | - | -2.746 | - | - | -2.746 |
| Inflationsanpassung gemäß IAS 29 | - | - | - | - | - | - |
| Kapitalerhöhung | - | - | - | - | - | - |
| Kapitalherabsetzung | - | - | - | - | - | - |
| Dividendenausschüttungen | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Veränderungen | - | - | - | - | - | - |
| 30.06.2020 | 20.177 | 86.840 | -22.486 | -7.073 | 10.372 | -19.187 |
| 01.01.2021 | 20.177 | 86.840 | -23.821 | -6.982 | 10.372 | -20.431 |
| Konzernergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | - | 2.504 | - | - | 2.504 |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Gesamtergebnis | - | - | 2.504 | - | - | 2.504 |
| Inflationsanpassung gemäß IAS 29 | - | - | - | - | - | - |
| Kapitalerhöhung | 19 | 81 | - | - | - | - |
| Kapitalherabsetzung | - | - | - | - | - | - |
| Dividendenausschüttungen | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - | 251 | - | 251 |
| Entnahme | - | - | - | - | -1.278 | -1.278 |
| Sonstige Veränderungen | - | - | - | - | -93 | -93 |
| 30.06.2021 | 20.196 | 86.921 | -21.317 | -6.731 | 9.001 | -19.047 |
| in TEUR | Konzernbilanzergebnis | Eigenkapital Aktionäre KAP | Anteile fremder Gesellschafter | Eigenkapital gesamt |
| 01.01.2020 | 68.413 | 158.989 | 2.017 | 161.006 |
| Konzernergebnis | -2.103 | -2.103 | 345 | -1.758 |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | -2.746 | - | -2.746 |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - | - | - | - |
| Gesamtergebnis | -2.103 | -4.849 | 345 | -4.504 |
| Inflationsanpassung gemäß IAS 29 | - | - | - | - |
| Kapitalerhöhung | - | - | - | - |
| Kapitalherabsetzung | - | - | - | - |
| Dividendenausschüttungen | - | - | - | - |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - | - |
| Sonstige Veränderungen | - | - | - | - |
| 30.06.2020 | 66.310 | 154.140 | 2.362 | 156.502 |
| 01.01.2021 | 65.446 | 152.032 | 2.296 | 154.328 |
| Konzernergebnis | 23.815 | 23.815 | -135 | 23.680 |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | 2.504 | - | 2.504 |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - | - | - | - |
| Gesamtergebnis | 23.815 | 26.319 | -135 | 26.184 |
| Inflationsanpassung gemäß IAS 29 | - | - | - | - |
| Kapitalerhöhung | - | - | - | 100 |
| Kapitalherabsetzung | - | - | - | - |
| Dividendenausschüttungen | - | - | - | - |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | 251 | 2.364 | 2.615 |
| Entnahme | - | -1.278 | -1.022 | -2.300 |
| Sonstige Veränderungen | - | -93 | -1 | -94 |
| 30.06.2021 | 89.261 | 177.331 | 3.502 | 180.833 |
| in TEUR | 2021 | 2020 |
| Konzernergebnis nach Steuern | 23.680 | -1.758 |
| Zinsergebnis | 1.260 | 1.604 |
| Ertragssteuern | 2.539 | 2.293 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern | 27.479 | 2.139 |
| Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens (saldiert mit Zuschreibungen) | 12.832 | 14.122 |
| Veränderung der Rückstellungen | -2.072 | 6.216 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | -97 | 655 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens | -737 | -190 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Veränderungen der Aktiva und Passiva | 37.405 | 22.942 |
| Veränderung der Vorräte, Forderungen und sonstigen Vermögenswerte, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -40.548 | -1.750 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 9.113 | 4.059 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Ertragsteuern | 5.970 | 25.251 |
| Erhaltene und gezahlte Zinsen | -1.260 | -1.312 |
| Erhaltene und gezahlte Ertragsteuern | -4.085 | -1.846 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 625 | 22.093 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen (einschließlich Renditeimmobilien) | 737 | 491 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschließlich Renditeimmobilien) | -16.784 | -9.954 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | -3.780 | - |
| Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen | - | -335 |
| Investitionen in Finanzanlagen | - | 13 |
| Mittelabfluss aus dem Zugang von konsolidierten Unternehmen | -8.383 | - |
| Einzahlungen durch Tilgungen von Finanzforderungen | 20 | - |
| Auszahlungen durch Gewährung von Krediten | - | -1 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -28.190 | -9.786 |
| Einzahlungen aus Kapitalerhöhung | 100 | - |
| Erwerb Minderheitenanteil NOW | -2.300 | - |
| Einzahlungen durch Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | 26.124 | 42.988 |
| Auszahlungen zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | -5.440 | -3.780 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 18.484 | 39.208 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | -9.081 | 51.515 |
| Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | 1.201 | -143 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 15.964 | 5.077 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 8.084 | 56.449 |
Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021 der KAP AG wurde
in Übereinstimmung mit den in den EU-Mitgliedsstaaten
anzuwendenden International Financial Reporting Standards
(IFRS) aufgestellt. Der Zwischenbericht entspricht den
Vorschriften über die Zwischenberichterstattung des
IAS 34. Die Darstellung erfolgt in verkürzter Form.
Der Zwischenabschluss enthält Angaben und
Erläuterungen zu Posten der Konzernbilanz, der Konzern
Gewinn- und -Verlustrechnung, der
Konzern-Kapitalflussrechnung, zur Entwicklung des
Konzern-Eigenkapitals und zur Segmentberichterstattung,
sofern diese von Bedeutung sind.
Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Alle
Angaben werden, sofern nicht gesondert vermerkt, in tausend
Euro (TEUR) gemacht. Aufgrund der Darstellung in TEUR kann
es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.
Die KAP AG ist eine börsennotierte
Industrieholding, die sich an mittelständisch
geprägten Unternehmen beteiligt, mit Sitz in Fulda,
Deutschland.
In den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021 der KAP AG
wurden sämtliche wesentlichen in- und
ausländischen Tochterunternehmen, die unter der
rechtlichen/faktischen Kontrolle der KAP AG stehen,
einbezogen.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der KAP AG 26
inländische und 20 ausländische Unternehmen
(Vorjahr: 31 inländische und 19 ausländische
Unternehmen).
Am 17. Februar 2021 wurden mit Rückwirkung zum 1.
Januar 2021 78 % der Anteile an der AerO Holding B. V.,
Tilburg/Niederlande, übernommen. Die Gesellschaft
wiederum hält alle Anteile an der AerO Coated Fabrics
B. V., Tilburg/Niederlande. Diese Gesellschaft ist ein
hochspezialisierter Extrusionsbetrieb und Hersteller von
thermoplastischen Verbundmaterialien.
Die erworbenen Vermögenswerte und Schulden der
beiden Gesellschaften stellen sich zum Erwerbszeitpunkt am
1. Januar 2021 wie folgt dar:
| in TEUR | Buchwerte vor Kaufpreisallokation | Anpassung | Vorläufige Kaufpreisallokation |
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 0 | 3.247 | 3.247 |
| Sachanlagen | 1.599 | - | 1.599 |
| Latente Steueransprüche | 0 | - | 0 |
| 1.599 | 3.247 | 4.846 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorräte | 351 | - | 351 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 327 | - | 327 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 46 | - | 46 |
| Flüssige Mittel | 1.201 | - | 1.201 |
| 1.925 | - | 1.925 | |
| Vermögenswerte | 3.524 | 3.247 | 6.771 |
| Langfristige Schulden | |||
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 0 | 812 | 812 |
| Finanzverbindlichkeiten | 487 | - | 487 |
| Pensionsverpflichtungen | 0 | - | 0 |
| 487 | 812 | 1.299 | |
| Kurzfristige Schulden | |||
| Übrige Rückstellungen | 45 | - | 45 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 183 | - | 183 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 310 | - | 310 |
| Tatsächliche Ertragsteuern | 0 | - | 0 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 310 | - | 310 |
| 848 | - | 848 | |
| Schulden | 1.335 | 812 | 2.147 |
| Nettovermögenswerte | 2.189 | 2.435 | 4.624 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | - | - | 6.123 |
| Anteil Minderheiten | - | - | -2.364 |
| Kaufpreis der Anteile | - | - | 8.383 |
Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation der
Vermögenswerte und Schulden ergab sich im Rahmen der
Full-Goodwill-Methode ein Goodwill in Höhe von 6.123
TEUR, der steuerlich nicht abzugsfähig ist. Dieser
wurde dem Segment flexible films zugeordnet. Der Goodwill
repräsentiert nicht separierbare Werte wie das
Know-how der Mitarbeiter, positive Ertragserwartungen
für die Zukunft sowie Synergien aus Entwicklung,
Vertrieb und Marketing. Im ersten Halbjahr 2021 erzielte
die AerO-Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 2.641
TEUR und einen Jahresüberschuss in Höhe von 302
TEUR.
Der beizulegende Zeitwert der übertragenen
Gegenleistung beträgt 8.383 TEUR. Der Kaufpreis wurde
komplett in bar bezahlt. Der Wert des nicht beherrschenden
Anteils zum Erwerbszeitpunkt beträgt 2.364 TEUR.
Die Abgänge betreffen die Veräußerung
der Gesellschaften des Segments it/services sowie
konzerninterne Verschmelzungen.
Die Entkonsolidierungserfolge von Tochtergesellschaften
werden unter dem Ergebnis aus abgegebenen
Vermögenswerten und Schulden ausgewiesen. Bei
aufgegebenen Geschäftsbereichen erfolgt der Ausweis
gesondert als Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche.
Der Zeitpunkt für die Erst- und Entkonsolidierung ist
grundsätzlich der Übergang der Beherrschung. Die
sich aus der Veränderung des Konsolidierungskreises
ergebenden Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage werden, sofern von Bedeutung, entsprechend
erläutert.
Auf alle Unternehmenszusammenschlüsse ab dem 1.
Januar 2004 wird die Erwerbsmethode angewendet. Die
erworbenen Vermögenswerte und Schulden der voll
konsolidierten Unternehmen werden mit ihren beizulegenden
Zeitwerten angesetzt.
Ein nach der Kaufpreisallokation verbleibender aktiver
Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert
ausgewiesen. Für alle Geschäfts- oder Firmenwerte
erfolgt nach Zuordnung zu einer zahlungsmittelgenerierenden
Einheit regelmäßig eine Überprüfung
auf Wertminderung.
Vor dem 1. Januar 2004 mit den Rücklagen
verrechnete Geschäfts- oder Firmenwerte bleiben mit
den Gewinnrücklagen verrechnet. Bei vollständiger
oder teilweiser Veräußerung des
Geschäftsbereichs oder Wertminderung der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der
dazugehörige Geschäfts- oder Firmenwert
erfolgsneutral behandelt.
Ein verbleibender passiver Unterschiedsbetrag wird
sofort erfolgswirksam vereinnahmt. Vor dem 1. Januar 2004
nach deutschem Handelsrecht ausgewiesene passive
Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung
werden nach den Vorschriften der International Financial
Reporting Standards in den Rücklagen erfasst.
Nicht dem Mutterunternehmen zustehende Anteile an
Kapital und Ergebnis voll konsolidierter
Tochtergesellschaften werden als Anteile fremder
Gesellschafter innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen.
Änderungen der Beteiligungsquote des
Mutterunternehmens an Tochterunternehmen, die nicht zu
Verlust oder Erwerb der Beherrschung führen, werden
als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.
Beteiligungen an Joint Ventures und assoziierten
Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sich
hierbei ergebende aktive Unterschiedsbeträge werden in
einer Nebenrechnung als Geschäfts- oder Firmenwert
festgehalten und regelmäßig einer
Überprüfung auf Wertminderung unterzogen. Passive
Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam als
Ertrag vereinnahmt und erhöhen den Buchwert der
Beteiligung.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und
Erträge sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und
Rückstellungen zwischen Konzerngesellschaften werden
ebenso eliminiert wie Ergebnisse aus konzerninternen
Transaktionen, sofern sich diese auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage auswirken würden.
In den Einzelabschlüssen ausgewiesene
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden
bei Zugang mit dem Anschaffungskurs bilanziert. Zum
Bilanzstichtag entstandene Kursgewinne und -verluste aus
Veränderungen der Wechselkurse werden erfolgswirksam
im Periodenergebnis erfasst.
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten
Abschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen erfolgt
auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen
Währung anhand der modifizierten Stichtagskursmethode.
Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte
grundsätzlich in finanzieller, wirtschaftlicher und
organisatorischer Hinsicht eigenständig betreiben,
entspricht die funktionale Währung der
Landeswährung des Sitzes der Gesellschaft.
Sämtliche Vermögenswerte und Schulden werden
zum Mittelkurs am Bilanzstichtag, Aufwendungen und
Erträge zum Periodendurchschnittskurs umgerechnet.
Umrechnungsdifferenzen, die sich aus abweichenden
Umrechnungskursen in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Bei konsolidierten Gesellschaften, an denen die KAP AG
zu weniger als 100 % beteiligt ist, werden die durch die
Währungsumrechnung entstehenden
Umrechnungsdifferenzen, soweit sie auf die Anteile fremder
Gesellschafter entfallen, gesondert unter Anteile fremder
Gesellschafter ausgewiesen.
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der
Schuldenkonsolidierung werden grundsätzlich
erfolgswirksam behandelt.
Es wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
| Jahresdurchschnittskurs | Mittelkurs am Bilanzstichtag | ||||
| 1 EUR = | 2021 | 2020 | 30.06.2021 | 31.12.2020 | 30.06.2020 |
| Belarus-Rubel | 3,0927 | 2,5813 | 3,0102 | 2,3686 | 2,7140 |
| Chinesischer Yuan | 7,7874 | 7,7439 | 7,6808 | 7,8328 | 7,9357 |
| Indische Rupie | 88,2635 | 81,6964 | 88,3839 | 80,1500 | 84,7210 |
| Polnischer Zloty | 4,5385 | 4,4142 | 4,5185 | 4,2597 | 4,4620 |
| Schwedische Krone | 10,1346 | 10,6619 | 10,1165 | 10,4445 | 10,5018 |
| Schweizer Franken | 1,0858 | 1,0641 | 1,0972 | 1,0856 | 1,0656 |
| Südafrikanischer Rand | 17,4265 | 18,3436 | 17,0202 | 15,7645 | 19,4414 |
| Tschechische Krone | 25,8215 | 26,3483 | 25,4840 | 25,4070 | 26,7990 |
| Türkische Lira | 9,5760 | 7,1565 | 10,3192 | 6,6803 | 7,6827 |
| Ungarischer Forint | 357,6175 | 345,3710 | 351,6100 | 330,6100 | 356,2800 |
| US-Dollar | 1,2041 | 1,1020 | 1,1890 | 1,1228 | 1,1210 |
Für den Konzernabschluss der KAP AG werden die
Einzelabschlüsse sämtlicher in- und
ausländischer Tochtergesellschaften nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
In den International Financial Reporting Standards wird
mit dem IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts die
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert einschließlich
der erforderlichen Angaben weitgehend einheitlich geregelt.
Der beizulegende Zeitwert ist der Wert, der durch den
Verkauf eines Vermögenswerts erzielt werden
würde, beziehungsweise der Preis, der gezahlt w erden
müsste, um eine Schuld zu übertragen. Es wird die
dreistufige Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 angewendet.
Der Hierarchiestufe 1 werden finanzielle Vermögens
werte und Verbindlichkeiten zugeordnet, sofern ein
Börsenpreis für Vermögenswerte und Schulden
auf einem aktiven Markt vorliegt. Die Zuordnung zur
Hierarchiestufe 2 erfolgt, sofern ein Bewertungsmodell
angewendet wird oder der Preis aus vergleichbaren
Transaktionen abgeleitet wird. Finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der
Hierarchiestufe 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende
Zeitwert aus nicht beobachtbaren Parametern ermittelt wird.
Bei der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden
wird zudem das Ausfallrisiko berücksichtigt.
Immaterielle Vermögenswerte werden nur dann
bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der erwartete
künftige Nutzen zufließen wird und die
Anschaffungs- oder Herstellungskosten der
Vermögenswerte verlässlich bewertet werden
können.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei
Zugang mit ihren Anschaffungskosten erfasst. Diese
beinhalten neben dem Kaufpreis alle direkt zurechenbaren
Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in einen
betriebsbereiten Zustand zu versetzen.
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die
Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess
direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der
produktionsbezogenen Gemeinkosten.
Forschungs- und Entwicklungskosten werden
grundsätzlich als laufender Aufwand behandelt.
Entwicklungskosten werden dann aktiviert und linear
abgeschrieben, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder
Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch
realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die
Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung
voraus, dass die Kosten mit hinreichender
Wahrscheinlichkeit durch künftige
Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden.
Immaterielle Vermögenswerte werden entsprechend dem
Anschaffungskostenmodell nach erstmaligem Ansatz mit den
Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter
Berücksichtigung von planmäßigen
Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
fortgeführt.
Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear
über einen Zeitraum von drei bis neun Jahren.
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei
erstmaliger Erfassung mit ihren Anschaffungskosten
angesetzt und in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten
abzüglich aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen
bewertet.
Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder
Herstellungskosten als Vermögenswert angesetzt, wenn
es wahrscheinlich ist, dass ein damit verbundener
künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird
und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten
verlässlich bewertet werden können.
Die Anschaffungskosten umfassen alle direkt
zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den
Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu
versetzen. Die Herstellungskosten beinhalten neben den
Einzelkosten auch angemessene Teile der
produktionsbezogenen Gemeinkosten.
In den Folgeperioden werden Sachanlagen entsprechend dem
Anschaffungskostenmodell mit ihren Anschaffungs- oder
Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen,
angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen für
Vermögens werte, die ab dem 1. Januar 2004 zugegangen
sind, ausschließlich linear. Sofern Komponenten ein
signifikanter Anteil an den Anschaffungskosten eines
Vermögenswerts zugeordnet werden kann, werden diese
getrennt abgeschrieben. Bei im Mehrschichtbetrieb genutzten
Vermögenswerten erhöhen sich die Abschreibungen
entsprechend.
Den Vermögenswerten des Sachanlagevermögens
liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Jahre | |
| Betriebs- und Geschäftsgebäude | 7 bis 50 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 4 bis 25 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 15 |
Abschreibungen werden so lange erfasst, wie der Restwert
des Vermögenswerts nicht höher als der Buchwert
ist.
Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder
der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts
zugeordnet werden können, werden als Teil der
Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Als
qualifizierte Vermögenswerte werden Bauprojekte oder
andere Vermögenswerte definiert, für die
notwendigerweise mindestens zwölf Monate erforderlich
sind, um sie in den beabsichtigten gebrauchsfertigen oder
veräußerbaren Zustand zu versetzen.
Für jedes Leasingverhältnis bilanziert der
KAP-Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich ein
Nutzungsrecht und eine korrespondierende
Leasingverbindlichkeit. Hierbei wird von der Erleichterung
Gebrauch gemacht, das Nutzungsrecht am Betrag der
Leasingverbindlichkeit, angepasst um vorausbezahlte oder
mitabgegrenzte Mietaufwendungen, zu bemessen.
Von den Ausnahmeregelungen für kurzfristige
Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als
zwölf Monaten und Leasingverhältnisse über
geringwertige Vermögenswerte mit einem Neupreis unter
5.000 EUR wird Gebrauch gemacht. Die mit diesen
Leasingverhältnissen verbundenen Zahlungen werden als
Aufwand erfasst. Ebenso werden bei der Erfassung von
Leasingverhältnissen Leasing- und
Nicht-Leasing-Komponenten zusammengefasst.
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden bei
Zugang zu Anschaffungskosten bewertet. Die
Anschaffungskosten umfassen die folgenden Komponenten:
Zugangswert der Leasingverbindlichkeit; Leasingzahlungen,
die vor oder zu Beginn des Leasingverhältnisses
geleistet wurden; abzüglich Anreizzahlungen zugunsten
des Leasingnehmers sowie etwaiger anfänglicher
direkter Kosten des Leasingnehmers.
Da der KAP-Konzern das Anschaffungskostenmodell
anwendet, werden die Nutzungsrechte zu fortgeführten
Anschaffungskosten abzüglich kumulierter
planmäßiger Abschreibungen und kumulierter
Wertminderungsaufwendungen erfasst. Als Basis für die
Ermittlung der Höhe der Abschreibungen wird
grundsätzlich die Laufzeit des
Leasingverhältnisses heran gezogen. Dies gilt nicht,
sofern das Eigentum am Leasingobjekt durch
Kaufoptionsausübung oder aufgrund einer vertraglichen
Vereinbarung auf den KAP-Konzern als Leasingnehmer
übergeht. In diesem Fall wird für die Ermittlung
der Abschreibung die wirtschaftliche Nutzungsdauer des
Vermögenswerts herangezogen.
Für die Bestimmung, ob ein Nutzungsrecht im Wert
gemindert ist, wendet der KAP-Konzern IAS 36 an.
Die Fortschreibung der Leasingverbindlichkeit erfolgt
nach der Effektivzinsmethode. Die Leasingverbindlichkeit
wird um den Tilgungsanteil gekürzt und der auf die
Verbindlichkeit entfallende Zinsanteil aufwandswirksam im
Zinsergebnis realisiert.
Die Nutzungsrechte werden in den Bilanzposten
ausgewiesen, in denen die zugrunde liegenden
Vermögenswerte auszuweisen wären, wenn sich diese
im Besitz des Konzerns befinden würden.
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur
erfasst, wenn ausreichend sicher ist, dass das beantragende
Unternehmen die Bedingungen erfüllt und die
Zuwendungen auch gewährt werden. Die Zuwendungen
werden planmäßig als Ertrag über den
Zeitraum verteilt, in dem die entsprechenden Aufwendungen
kompensiert werden sollen.
Zuwendungen für Vermögenswerte werden vom
Buchwert des betroffenen Vermögenswerts abgezogen.
Nicht betriebsnotwendige Grundstücke und
Gebäude werden als Renditeimmobilien klassifiziert und
bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten
bilanziert. Dabei erfolgt ein Ansatz nur, wenn es
wahrscheinlich ist, dass der mit dem Vermögenswert
verbundene künftige wirtschaftliche Nutzen
zufließen wird und die Anschaffungs- oder
Herstellungskosten verlässlich bewertet werden
können.
Renditeimmobilien werden dem Anschaffungskostenmodell
entsprechend mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten,
vermindert um planmäßige Abschreibungen und
kumulierte Wertminderungsaufwendungen, fortgeführt.
Die Abschreibungen erfolgen linear über einen Zeitraum
von sieben bis 50 Jahren.
Für immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter
Nutzungsdauer, Sachanlagen und Renditeimmobilien erfolgt zu
jedem Bilanzstichtag eine Einschätzung, ob
Anhaltspunkte dafür vor liegen, dass
Vermögenswerte in ihrem Wert gemindert sein
könnten. Falls solche Anhaltspunkte vorliegen, wird
der erzielbare Betrag des jeweiligen einzelnen
Vermögenswerts geschätzt, es sei denn, ein
Vermögenswert erzeugt Zahlungsmittelzuflüsse, die
nicht weitestgehend unabhängig von anderen
Vermögenswerten oder anderen Gruppen von
Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten) sind.
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden der aus
dem Erwerb Nutzen ziehenden zahlungsmittelgenerierenden
Einheit zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende
Einheiten werden die wirtschaftlich voneinander
unabhängig operierenden Unternehmensgruppen innerhalb
der Segmente definiert. Die Zuordnung erfolgt
spätestens in der auf den Erwerbszeitpunkt folgenden
Periode.
Für Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige
immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter
Nutzungsdauer erfolgt jährlich zu jedem Bilanzstichtag
- und wann immer Anhaltspunkte für eine Wertminderung
vorliegen - die Überprüfung der Werthaltigkeit,
indem der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag auf Ebene der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen wird. Wenn
der Buchwert der Einheit höher ist als ihr erzielbarer
Betrag, verringert der in Höhe der Differenz zu
erfassende Wertminderungsaufwand zuerst den Buchwert des
Geschäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig die
Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Jeglicher
Wertminderungsaufwand wird sofort im Periodenergebnis
erfasst. Bei Vermögenswerten mit bestimmter
Nutzungsdauer werden die Abschreibungsbeträge
zukünftiger Perioden entsprechend angepasst. Falls ein
Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein in früheren
Berichtsperioden erfasster Wertminderungsaufwand für
einen Vermögenswert mit Ausnahme des Geschäfts-
oder Firmenwerts nicht mehr oder nicht mehr in voller
Höhe besteht, ist der erzielbare Betrag dieses
Vermögenswerts neu zu schätzen. Die sich aus der
Änderung der Schätzung ergebende Differenz wird
als Wertaufholung unmittelbar im Periodenergebnis erfasst.
Eine Wertaufholung auf den neu zu ermittelnden erzielbaren
Betrag ist begrenzt auf den Buchwert, der sich bei
Fortführung der Anschaffungskosten ergeben hätte.
Die Abschreibungsbeträge zukünftiger Perioden
werden entsprechend angepasst.
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen, nicht at
equity bilanzierte Beteiligungen sowie Wertpapiere des
Anlagevermögens werden erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bilanziert. Änderungen des
beizulegenden Zeitwerts werden als Gewinne oder Verluste im
sonstigen Ergebnis erfasst.
Ausleihungen werden entsprechend der Klassifizierung als
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige
finanzielle Vermögenswerte nach dem erstmaligen Ansatz
zu Anschaffungskosten an den folgenden Bilanzstichtagen zu
fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Am
Bilanzstichtag eingetretene Wertminderungen werden durch
angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.
Auf temporäre Bewertungsdifferenzen werden latente
Steuern gebildet. Die Ermittlung orientiert sich dabei am
Konzept der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode.
Sie umfasst alle erfolgswirksamen und neutralen
Bilanzierungs- oder Bewertungsdifferenzen, sofern diese
künftig zu einer steuerlichen Be- oder Entlastung
führen.
Latente Steuern auf Verlustvorträge werden
aktiviert, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass
künftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur
Verfügung stehen wird, um diese Verlustvorträge
nutzen zu können.
Die latenten Steuern werden auf Basis der
Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen
Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten
beziehungsweise erwartet werden. Aus früheren
Berichtsperioden resultierende temporäre
Bewertungsunterschiede werden bei Änderungen den
Steuersätzen entsprechend angepasst.
Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden
saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung
tatsächlicher Erstattungsansprüche gegen
tatsächliche Steuerschulden besteht und sie sich auf
Ertragsteuern beziehen, die von derselben
Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben
werden.
Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu dem
niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten
und Nettoveräußerungswert.
Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und der Handelswaren umfassen alle direkt
zurechenbaren Kosten.
In die Ermittlung der Herstellungskosten der unfertigen
und fertigen Erzeugnisse werden neben den Einzelkosten auch
die produktionsbezogenen Gemeinkosten auf Basis einer
normalen Kapazitätsauslastung mit einbezogen.
Bestandsrisiken hinsichtlich Lagerdauer und
Verwertbarkeit, die zu einem unter den Anschaffungs- oder
Herstellungskosten liegenden
Nettoveräußerungswert führen, werden durch
angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Sofern
die Gründe für eine bereits in vorangegangenen
Perioden eingetretene Wertminderung nicht länger
bestehen, erfolgt eine Wertaufholung bis zu dem
berichtigten Nettoveräußerungswert.
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte werden,
sofern es sich nicht um derivative Finanzinstrumente
handelt, als zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Vermögens werte klassifiziert.
Beim erstmaligen Ansatz am Erfüllungstag werden diese
mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung
direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Am
Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung zu fortgeführten
Anschaffungskosten. Anhand der über die Laufzeit
erwarteten Kreditverluste werden angemessene
Wertberichtigungen vorgenommen. Uneinbringliche Forderungen
werden als Forderungsverluste erfasst. Unverzinsliche und
niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von
mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Sofern sich eine bereits in früheren
Berichtsperioden vorgenommene Wertminderung aufgrund
zwischenzeitlich eingetretener Umstände im
abgelaufenen Geschäftsjahr verringert hat, wird die
ursprüngliche Wertberichtigung erfolgswirksam
angepasst, jedoch höchstens bis der Buchwert den
fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, die sich
ohne Wertminderung ergeben hätten.
Die tatsächlichen Ertragsteuern für laufende
und frühere Perioden werden mit dem noch zu zahlenden
Betrag als Verbindlichkeit passiviert. Falls die bereits
geleisteten Vorauszahlungen den geschuldeten Betrag
übersteigen, wird die Differenz als
Erstattungsanspruch aktiviert.
Langfristige Vermögenswerte und/oder
Veräußerungsgruppen sowie Schulden, die im
Zusammenhang mit Veräußerungsgruppen stehen,
werden als zur Veräußerung gehalten
klassifiziert, wenn die dazugehörigen Buchwerte
überwiegend durch
Veräußerungsgeschäfte und nicht durch
fortgesetzte Nutzung realisiert werden.
Diese langfristigen Vermögenswerte und/oder
Veräußerungsgruppen werden am Bilanzstichtag zum
niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. In
der Bilanz erfolgt der Ausweis getrennt von anderen
Vermögenswerten. Schulden von als zur
Veräußerung gehalten klassifizierten
langfristigen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen werden getrennt von anderen
Schulden dargestellt.
Den Rückstellungen für Pensionen liegen
jeweils zum Geschäftsjahresende
versicherungsmathematische Gutachten zugrunde. Die
Ermittlung der Verpflichtungen erfolgt nach dem
Anwartschaftsbarwertverfahren. Neben den bereits in
Vorperioden erdienten Altersversorgungsansprüchen
werden bei der Ermittlung bestimmte Trendannahmen
berücksichtigt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden
stets in voller Höhe als sonstiges Ergebnis im
Eigenkapital unter den Gewinnrücklagen erfasst. Der
Dienstaufwand wird im Personal aufwand erfasst.
Qualifizierte Versicherungspolicen werden als
Planvermögen behandelt und am Bilanzstichtag mit ihrem
beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Wert des
Planvermögens vermindert den Barwert der
leistungsorientierten Verpflichtungen. Der Ausweis in der
Bilanz erfolgt saldiert, maximal bis zur Höhe des
Barwerts der Verpflichtungen.
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der
Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem
Planvermögen werden saldiert im Finanzergebnis
erfasst.
Die übrigen Rückstellungen umfassen alle
gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten,
die auf Ereignissen der Vergangenheit beruhen, deren
Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und deren
voraussichtliche Höhe hinreichend sicher
geschätzt werden kann.
Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung
zukünftiger Kostensteigerungen zum
Erfüllungsbetrag mit der höchsten
Eintrittswahrscheinlichkeit.
Restrukturierungsmaßnahmen werden nur
zurückgestellt, wenn eine faktische Verpflichtung zur
Restrukturierung besteht. Diese setzt voraus, dass ein
formaler Restrukturierungsplan unter Angabe des betroffenen
Geschäftsbereichs, der wichtigsten Standorte, der
Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer, der Kosten und des
Umsetzungszeitpunkts vorliegt sowie bei den Betroffenen
eine gerechtfertigte Erwartung geweckt wurde, dass die
Maßnahme durch Beginn der Umsetzung oder die
Ankündigung gegenüber den Betroffenen
durchgeführt wird.
Mit dem Vorstand ist eine anteilsbasierte
Vergütungskomponente vereinbart worden. Die
anteilsbasierte Vergütung besteht in der Ausgabe von
Aktien als Teil des Jahresbonus sowie der Gewährung
von virtuellen Aktien. Die anteilsbasierte Vergütung
wird nach den Vorschriften von IFRS 2 bilanziert. Aus Sicht
der KAP AG besteht im Zusammenhang mit der anteilsbasierten
Vergütung lediglich eine Verpflichtung zum
Barausgleich, weshalb gemäß IFRS 2.42 nach den
Vorschriften für anteilsbasierte Vergütungen mit
Barausgleich bilanziert wird. Dabei wird zum jeweiligen
Stichtag eine Rückstellung anteilig in Höhe des
beizulegenden Zeitwerts der Zahlungsverpflichtung gebildet,
wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
erfolgswirksam erfasst werden. Der beizulegende Zeitwert
wird mittels eines anerkannten Bewertungsverfahrens
ermittelt.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
klassifiziert. Direkt zurechenbare Transaktionskosten
werden unmittelbar als Aufwand im Periodenergebnis erfasst.
Am Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung zu
fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der
Effektivzinsmethode.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit
dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Die
daraus resultierenden Finanzierungskosten werden im
Finanzergebnis als Zinsaufwand erfasst.
Die Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die
Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder
Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Das
bedeutet, dass der Kunde die Fähigkeit besitzt, die
Nutzung der übertragenen Güter oder
Dienstleistungen zu bestimmen, und im Wesentlichen den
verbleibenden Nutzen daraus zieht. Die Umsatzerlöse
werden realisiert, wenn ein durchsetzbarer Anspruch auf
Zahlung gegenüber dem Kunden besteht. Die Umsätze
entsprechen dem vertraglich festgelegten Transaktionspreis.
Wenn der vereinbarte Transaktionspreis variable
Komponenten enthält, wird der Betrag der Gegenleistung
entweder nach der Erwartungsmethode oder mit dem
wahrscheinlichsten Betrag ermittelt.
Der Zeitraum zwischen der Zahlung durch den Kunden und
der Übertragung von Waren oder Dienstleistungen an den
Kunden beträgt ein Jahr oder weniger. Im
Transaktionspreis wird aus diesem Grund keine
Finanzierungskomponente berücksichtigt. Wenn ein
Vertrag mehrere abgrenzbare Leistungsverpflichtungen
enthält, wird der Transaktionspreis auf Basis der
Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen
Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. In der Regel werden
Güter und Dienstleistungen zu den
Einzelveräußerungspreisen verkauft. Die
Realisierung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit
Kunden erfolgt sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen.
Sollten die Leistungserbringung und der Erhalt der Zahlung
eines Kunden zeitlich auseinanderfallen, können
vertragliche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
entstehen.
Bei dem Abschluss eines neuen Vertrages mit Kunden
können Auftragserlangungskosten entstehen. Da die
Laufzeit von Verträgen, bei denen die
Auftragserlangungskosten entstehen, und die entsprechende
Amortisationsdauer für diese Kosten ein Jahr oder
weniger betragen, werden Auftragserlangungskosten nicht
aktiviert, sondern als Aufwand erfasst.
Umsatzerlöse auf Verkauf von Waren: Bei dem Verkauf
von Waren werden die Umsätze zum Zeitpunkt der
Lieferung realisiert, da dann die Verfügungsgewalt auf
den Kunden übergeht. Zum Zeitpunkt der Lieferung
besteht der Zahlungsanspruch.
Bill-and-hold-Vereinbarungen werden in der Regel nicht
abgeschlossen. Soll es auf ausdrücklichen Kundenwunsch
zu einer Bill-and-hold-Vereinbarung kommen, werden die
Umsätze zum Zeitpunkt der Fertigstellung realisiert,
da die Kontrolle auch ohne physische Auslieferung der Ware
auf den Kunden übergeht. Im Falle einer
Bill-and-hold-Vereinbarung werden die Waren separat als die
des Kunden ausgewiesen und dürfen nicht anderweitig
verwendet werden.
Bei einem Konsignationsvertrag geht die Kontrolle
über die Ware bei der Entnahme aus dem
Konsignationslager auf den Kunden über, da der Kunde
vor diesem Zeitpunkt keinen Nutzen aus der Verwendung der
Waren ziehen kann. Zu diesem Zeitpunkt werden Umsätze
realisiert.
Umsatzerlöse aus der Erbringung von
Dienstleistungen: Umsatzerlöse aus der Erbringung von
Dienstleistungen werden über den Zeitraum der
Leistungserbringung realisiert (linear oder nach dem
Fertigstellungsgrad). In der Regel beträgt der
Zeitraum der Leistungserbringung eine Woche oder weniger.
Der Zahlungsanspruch entsteht nach der Erbringung einer
Dienstleistung, wenn eine Rechnung gestellt wird. Bei
langfristigen Aufträgen werden in der Regel monatlich
Rechnungen an den Kunden gestellt. Zur Umsatzrealisierung
verwendet das Unternehmen outputorientierte Verfahren. Im
Fall von Anzahlungen werden vertragliche Verbindlichkeiten
gebildet.
Gewährleistungen: Das Unternehmen ist im Rahmen des
Verkaufes seiner Waren/Dienstleistungen lediglich
gesetzlichen oder branchenüblichen
Gewährleistungsverpflichtungen ausgesetzt.
Das Ergebnis je Aktie ermittelt sich, indem das den
Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehende
Periodenergebnis (Konzernergebnis der Aktionäre der
KAP AG) durch die in der Berichtsperiode durchschnittlich
im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses
müssen für verschiedene Sachverhalte
Schätzungen vorgenommen werden, die sich auf Ansatz
und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden,
Aufwendungen und Erträge sowie
Eventualverbindlichkeiten auswirken können. Die sich
tatsächlich ergebenden Wertansätze können
von den geschätzten Beträgen abweichen. Die
Anpassung der Wertansätze erfolgt in der Periode, in
der die ursprüngliche Schätzung geändert
wird. Hieraus resultierende Aufwendungen und Erträge
werden in der jeweiligen Berichtsperiode erfolgswirksam
erfasst. Annahmen und Schätzungen müssen vor
allem bei der Festlegung von Nutzungsdauern bei
langfristigen Vermögenswerten, bei
Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen, bei der
Bildung von Rückstellungen für
Altersversorgungsleistungen, Steuern sowie Risiken aus dem
operativen Geschäft getroffen und vorgenommen werden.
Die neuen oder geänderten IFRS-Vorschriften haben
keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den
Konzernzwischenabschluss der KAP-Gruppe.
Nach der Entscheidung des Vorstands und Aufsichtsrats,
die Grundstücke und Gebäude am Standort Fulda zu
veräußern, wurden die dazugehörigen
Vermögenswerte im Vorjahr umgegliedert. Die
Verhandlungen über den Verkauf konnten im Februar 2021
mit der Veräußerung des größten Teils
dieser Grundstücke und Gebäude an einen Investor
abgeschlossen werden. Die von der KAP AG und ihren
Tochtergesellschaften genutzten Flächen wurden auf der
Basis langfristiger Mietverträge zurückgemietet.
Der Vollzug des Vertrags steht unter Vorbehalt
marktüblicher Bedingungen und ist bis spätestens
Ende November 2021 geplant. Der
Bruttoveräußerungserlös beträgt 37,4
Mio. EUR. Davon stehen 7,0 Mio. EUR unter der
aufschiebenden Bedingung, dass ein nicht zur KAP-Gruppe
gehörender Mieter seinen bisher mit der MEHLER ag
bestehenden Mietvertrag verlängert. Der Verkauf der
Grundstücks- und Gebäudeteile, die nicht mit
diesem Vertrag veräußert wurden, ist ebenfalls
bis Ende 2021 oder in 2022 geplant.
Zum 30. Juni 2021 wurden Grundstücke und
Gebäude in Höhe von 7.988 TEUR als zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte ausgewiesen. Diesen Grundstücken
und Gebäuden können keine Schulden direkt
zugeordnet werden.
In 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, das
Segment it/services zu veräußern. Der
Geschäftsbereich Energieversorgung der MEHLER
Engineering und Service GmbH wurde daraufhin aus dem
Segment it/services herausgelöst und an die MEHLER
Grundstücksverwaltungs GmbH außerhalb des
Segments veräußert. Mit notariellem Vertrag vom
17. Dezember 2020 hat die MEHLER ag daraufhin alle Anteile
an der MEHLER Engineering und Service GmbH verkauft. Der
Verkauf wurde am 1. Januar 2021 rechtswirksam. Mit
notariellem Vertrag vom 29. Juni 2021 hat die MEHLER ag
zudem alle Anteile an der it-novum-Gruppe verkauft. Der
Verkauf wurde am 30. Juni 2021 rechtswirksam. Das Segment
wird daher als zur Veräußerung gehalten
eingestuft. Die aktuellen Zahlen und die Vorjahreszahlen
der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurden entsprechend
angepasst, um den aufgegebenen Geschäftsbereich
gesondert von den fortzuführenden
Geschäftsbereichen darzustellen. Konzerninterne
Transaktionen wurden gemäß IFRS 10
vollständig aus den konsolidierten finanziellen
Ergebnissen eliminiert. Folglich werden lediglich externe
Erlöse und Aufwendungen unter dem Ergebnis aus
aufgegebenen Geschäftsbereichen gezeigt.
| in TEUR | 2021 | 2020 |
| Erlöse | 7.336 | 8.548 |
| Aufwendungen einschließlich Steuern | -5.877 | -9.051 |
| Laufendes Ergebnis nach Steuern | 991 | -503 |
| Ergebnis aus der Veräußerung des Segments it/services | 18.236 | 0 |
| Gesamtergebnis | 19.227 | -503 |
Neben dem Ergebnis aus dem Segment it/services
enthält das Ergebnis aus aufgegebenen
Geschäftsbereichen auch Erträge aus
aufgelösten Haftungsverpflichtungen in Höhe von
404 TEUR (i. Vj. -6 TEUR). Diese Erträge stehen im
Zusammenhang mit der 2014 veräußerten
MVS-Gruppe. Die KAP-Gruppe hat sich gegenüber dem
Erwerber verpflichtet, für eventuell auftretende
Risiken aus Gewährleistungen und Preisprüfungen
für Umsätze bis zum
Veräußerungszeitpunkt der Anteile einzustehen.
Die Verpflichtungen reduzieren sich im Zeitablauf.
Das gezeichnete Kapital beträgt 20.195.663,80 EUR
(i. Vj. 20.176.917,80 EUR) und ist eingeteilt in 7.767.563
(i. Vj. 7.760.353) auf den Inhaber lautende
Stückaktien.
Bis zum 17. September 2021 (Freigabe zur
Veröffentlichung durch den Vorstand) waren keine
wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag zu
verzeichnen.
In der Kapitalflussrechnung werden die
Zahlungsströme getrennt nach Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit, aus Investitions- und aus
Finanzierungstätigkeit dargestellt. Wechselkurs-,
konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte
Änderungen des Finanzmittelfonds werden
grundsätzlich eliminiert und gesondert ausgewiesen.
Der Finanzmittelfonds umfasst die am Bilanzstichtag
ausgewiesenen flüssigen Mittel. Der Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit wird anhand der
indirekten Methode ermittelt. Für die Darstellung der
Cashflows aus Investitions- und aus
Finanzierungstätigkeit wird die direkte Methode
verwendet.
Aufgrund der im KAP-Konzern bestehenden internen
Finanzberichterstattung ist das primäre Berichtsformat
nach Geschäftssegmenten gegliedert.
Aus Gründen der Transparenz wird im KAP-Konzern
zwischen den Segmenten engineered products, flexible films,
it/services, precision components und surface technologies
unterschieden. Im Geschäftsjahr 2020 haben Vorstand
und Aufsichtsrat der KAP AG beschlossen, das Segment
it/services zu veräußern. Seitdem wird das
Segment als aufgegebener Geschäftsbereich dargestellt.
Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
entsprechen denen des Konzernabschlusses. Konzerninterne
Umsätze werden zu marktüblichen Preisen
abgewickelt und entsprechen grundsätzlich denen im
Verhältnis zu fremden Dritten
("At-Arm's-Length"-Prinzip).
Das Segmentergebnis ist definiert als Segment-EBITDA
(Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und
Abschreibungen).
Das Segment-EBITDA entspricht auf Konzernebene dem
EBITDA des Konzerns.
Eine Eventualforderung ergibt sich aus möglichen
Erstattungszahlungen durch die Versicherung für
Schäden, die durch den Brand Ende Oktober 2020 am
Standort Spartanburg, South Carolina/ USA, verursacht
wurden. Die Höhe kann zu diesem Zeitpunkt nicht
verlässlich geschätzt werden.
Der verkürzte Konzernhalbjahresabschluss und der
Konzernzwischenlagebericht wurden weder durch einen
Wirtschaftsprüfer geprüft noch einer
prüferischen Durchsicht unterzogen (§ 115 Abs. 5
Wphg).
| engineered products | flexible films | surface technologies | ||||
| in TEUR | H1 | 2021 | H1 | 2020 | H1 | 2021 | H1 | 2020 | H1 | 2021 | H1 | 2020 |
| Umsatzerlöse | 60.000 | 66.981 | 67.344 | 50.938 | 30.653 | 25.229 |
| Segmentergebnis 1 | 5.262 | -6.638 | 9.945 | 8.101 | 5.901 | 10.796 |
| Planmäßige Abschreibungen | 2.698 | 3.598 | 2.011 | 1.653 | 5.787 | 5.858 |
| Betriebsergebnis | 2.564 | -10.236 | 7.934 | 6.448 | 114 | 4.938 |
| Investitionen 2 | 1.753 | 449 | 1.648 | 1.009 | 9.006 | 6.359 |
| Working Capital | 38.810 | 46.871 | 29.127 | 25.045 | 4.391 | 2.363 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 669 | 893 | 334 | 320 | 752 | 746 |
| precision components | Aufgegebener Geschäftsbereich: it/services | |||
| in TEUR | H1 | 2021 | H1 | 2020 | H1 | 2021 | H1 | 2020 |
| Umsatzerlöse | 22.235 | 18.647 | 7.831 | 10.581 |
| Segmentergebnis 1 | 1.890 | 86 | 1.560 | 1.824 |
| Planmäßige Abschreibungen | 1.882 | 1.976 | 106 | 513 |
| Betriebsergebnis | 8 | -1.890 | 1.454 | 1.311 |
| Investitionen 2 | 3.039 | 1.777 | 267 | 284 |
| Working Capital | 11.715 | 11.813 | 0 | 2.234 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 573 | 593 | 68 | 115 |
| Holding/Zentrale | Konsolidierungen | Konzernergebnis | ||||
| in TEUR | H1 | 2021 | H1 | 2020 | H1 | 2021 | H1 | 2020 | H1 | 2021 | H1 | 2020 |
| Umsatzerlöse | 2.145 | 0 | -1.140 | -2.043 | 189.068 | 170.333 |
| Segmentergebnis 1 | -4.200 | -2.723 | 683 | 6.840 | 21.041 | 18.286 |
| Planmäßige Abschreibungen | 308 | 403 | 40 | 123 | 12.832 | 0 |
| Betriebsergebnis | -4.508 | -3.126 | 643 | 6.717 | 8.209 | 4.162 |
| Investitionen 2 | 42 | 327 | 0 | 0 | 15.755 | 10.205 |
| Working Capital | -999 | -1.516 | -2 | -123 | 83.042 | 86.687 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 46 | 37 | 0 | 0 | 2.442 | 2.704 |
| Eliminierung it/services | Konzernergebnis fortgeführte Geschäftsbereiche | |||
| in TEUR | H1 | 2021 | H1 | 2020 | H1 | 2021 | H1 | 2020 |
| Umsatzerlöse | -7.336 | -8.548 | 181.732 | 161.785 |
| Segmentergebnis 1 | -1.191 | -30 | 19.850 | 18.256 |
| Planmäßige Abschreibungen | -106 | -513 | 12.726 | -513 |
| Betriebsergebnis | -1.085 | 483 | 7.124 | 4.645 |
| Investitionen 2 | -267 | -284 | 15.488 | 9.921 |
| Working Capital | 0 | 0 | 83.042 | 86.687 |
| Mitarbeiter (30.06.) | -68 | -85 | 2.374 | 2.619 |
Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der
Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.
1 Das Segmentergebnis ist definiert als
Segment-EBITDA.
2 Betrifft immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen.
"Nach bestem Wissen versichern wir, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsvorschriften für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so
dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns für das
verbleibende Geschäftsjahr beschrieben sind."
Fulda, 24. September 2021
KAP AG
Vorstand
| Eckehard Forberich | Marten Julius |
| Mitglied und Sprecher des Vorstands | Finanzvorstand |
| 30.09.2021 | Jahreshauptversammlung |
| 24.11.2021 | Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 3. Quartal 2021 |
| 24.11.2021 | Analysten-Investorenkonferenz im Rahmen des Deutschen Eigenkapitalforums, Frankfurt am Main (virtuell) |
Bei allen Terminen sind Änderungen vorbehalten. Wir
veröffentlichen sämtliche Termine und
Terminaktualisierungen unter
www.kap.de/investor-relations/finanzkalender.
Kai Knitter
Head of Investor Relations & Corporate
Communications
36043 Fulda
Telefon +49 661 103 327
E-Mail investorrelations@kap.de
Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen.
Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen
und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit
verfügbaren Informationen. Solche Aussagen unterliegen
Risiken und Unsicherheiten, von denen die meisten schwierig
einzuschätzen sind und die im Allgemeinen
außerhalb der Kontrolle der KAP AG und ihrer
Tochtergesellschaften liegen. Hierzu gehören unter
anderem auch das zukünftige Marktumfeld und die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der
übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration
von Neuerwerbungen und die Realisierung der erwarteten
Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen.
Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und
Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die
Annahmen, auf denen die getroffenen Aussagen basieren, als
unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen
Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit
genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen.
Die KAP AG übernimmt keine gesonderte Verpflichtung,
die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht,
die in diesem Bericht getroffenen vorausschauenden Aussagen
zu aktualisieren.
Die Zahlenangaben in diesem Bericht wurden
kaufmännisch gerundet. Entsprechend können
Rundungsdifferenzen auftreten, sodass das Ergebnis einer
Addition der einzelnen Werte möglicherweise nicht
exakt der angegebenen Summe entspricht.
KAP AG
Edelzeller Straße 44
36043 Fulda
Germany