KAP AGFuldaHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022KENNZAHLENAusgewählte Kennzahlen¹scrollen
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1 Fortgeführte Geschäftsbereiche
(exkl. IT/Services).
BRIEF AN DIE AKTIONÄRESEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN, SEHR GEEHRTE AKTIONÄRE,wir blicken auf ein sehr herausforderndes erstes
Halbjahr zurück, das durch hohe Marktunsicherheiten
geprägt war. Der KAP-Konzern konnte dank bereits
umgesetzter Verbesserungsmaßnahmen und
diversifizierter Aufstellung der Segmente seine
Krisenresistenz erneut unterstreichen und trotz volatiler
Marktbedingungen einen Umsatzanstieg von knapp 28,4 % auf
233,4 Mio. EUR realisieren. Die Lieferkettenprobleme,
Engpässe und Preisentwicklungen auf den
Beschaffungsmärkten, wirkten sich allerdings
nachteilig auf die Ergebnisentwicklung aus. Die
normalisierte EBITDA-Marge fiel um 2,0 Prozentpunkte auf
9,9 % (i. Vj. 11,9 %). Der Rückgang der
Profitabilität ist im Wesentlichen auf sehr dynamische
Preissteigerungen zurückzuführen, die zwar an die
Kunden weitergegeben werden können, jedoch mit
Verzögerung.
Das deutliche Umsatzplus des Konzerns im
Vorjahresvergleich ist wesentlich das Ergebnis einer
starken Entwicklung im Segment flexible films. Durch die im
ersten Quartal erfolgreich abgeschlossene Akquisition des
israelischen Kunststoffspezialisten Haogenplast Ltd.
("Haogenplast") konnten wir unseren Wachstumskurs in dem
Segment fortsetzen. Den definierten Zielen des
Accelerate-Programms folgend, generieren wir mit diesem
Zukauf profitable Ergebnisbeiträge. Das Segment
engineered products trug ebenfalls zum Umsatzplus bei. Der
positive Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit in Höhe von 8,6 Mio. EUR
bietet uns eine hohe Flexibilität bei der weiteren
Umsetzung unserer Strategie zur nachhaltigen Wertsteigerung
und unterstreicht gleichzeitig die solide Finanzlage des
KAP-Konzerns. Im April 2022 konnten wir mit einem
Bankenkonsortium einen neuen Kreditvertrag mit einem
Volumen von 175 Mio. EUR abschließen. Davon sind 50
Mio. EUR für Akquisitionen vorgesehen, die unter dem
Zustimmungsvorbehalt der finanzierenden Kreditinstitute
stehen.
Für 2022 gehen wir davon aus, dass die
Geschäftsentwicklung des KAP-Konzern spürbar von
dem weiterhin unsicheren Marktumfeld beeinflusst wird. Der
Russland-Ukraine-Krieg und seine erheblichen Effekte auf
die Weltwirtschaft werden sich belastend auswirken und die
Energiekrise wird sich verschärfen. Dennoch bleibt
unsere Prognose unverändert, wir rechnen mit deutlich
steigenden Umsatzerlösen im Vergleich zum Vorjahr.
Beim operativen Ergebnis erwarten wir, dass es leicht
über dem Vorjahr liegen wird.
Unser Accelerate-Programm werden wir bis Ende 2023
vollständig umsetzen und die Segmente entsprechend
durch gezielte Investitionen und Optimierungen
weiterentwickeln. Dabei steht die
Profitabilitätssteigerung klar im Fokus. Wir streben
gemessen am normalisierten EBITDA mittelfristig eine
operative Zielmarge von über 10 % in allen Segmenten
an. Gleichzeitig wollen wir durch verstärkte
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den
Segmenten die Basis für zukünftiges Wachstum in
attraktiven Marktnischen legen.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit sind wir einen
entscheidenden Schritt vorangekommen und haben in diesem
Monat unsere neue ESG-Strategie veröffentlicht. Wir
haben uns intensiv mit den vielfältigen Auswirkungen
unseres Handelns beschäftigt und das Thema
Nachhaltigkeit fest in unserem Geschäftsmodell
verankert. Um unseren Fortschritt transparent messen zu
können, haben wir im Rahmen der ESG-Strategie
Nachhaltigkeitskennzahlen definiert. Zudem verpflichten wir
uns zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact. Mit der
Umsetzung verschiedener Effizienzmaßnahmen
beabsichtigen wir beispielsweise den Energieverbrauch bis
2025 um 10% zu reduzieren. Zudem wollen wir die Emissionen
durch Umstellung auf Grünstrom an allen relevanten
Standorten deutlich senken. Damit leisten wir unseren
Beitrag für den breiten und multidimensionalen
gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen
Wirtschaftsweise.
Wir freuen uns, unsere Strategie der nachhaltigen
Wertsteigerung gemeinsam mit einem hochqualifizierten und
sehr engagierten Team fortzusetzen. Wir bedanken uns bei
allen Mitarbeitern des KAP-Konzerns ganz besonders für
den gezeigten großartigen Einsatz, die hohe
Flexibilität und die Achtsamkeit in diesen
herausfordernden Zeiten. Auch für das Vertrauen, das
Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, dem
KAP-Konzern entgegenbringen, bedanken wir uns herzlich.
Mit den besten Grüßen
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KONZERNZWISCHENLAGEBERICHTGESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENDie Weltwirtschaft war im zweiten Quartal 2022 von
erhöhten Unsicherheiten geprägt, die die
wirtschaftliche Erholung deutlich verlangsamten. Der
ausgebrochene Krieg zwischen Russland und der Ukraine hatte
umfangreiche Sanktionen der westlichen Staatengemeinschaft
gegenüber Russland zur Folge. Ein weitreichendes
Handelsembargo und der Ausschluss Russlands vom globalen
Finanzmarkt sorgten an den Rohstoffmärkten für
starke Preisanstiege. Zentralbanken reagierten mit ersten
Zinserhöhungen und zurückgefahrenen
Anleihekäufen auf die anhaltend hohe Inflation und
verstärkten den Druck auf die Finanzmärkte. Die
steigenden Verbraucherpreise wirkten sich außerdem
negativ auf die Konsumentenstimmung und die Kaufkraft der
Verbraucher aus. Einen positiven Einfluss hatte die
Aufhebung der covid-19-Schutzmaßnahmen in den meisten
Ländern infolge von Impferfolgen sowie
überwiegend milderen Krankheitsverläufen bei der
Virusvariante Omikron aus. China verhängte aufgrund
der strikt verfolgten Null-Covid-Strategie allerdings
temporäre Ausgangssperren, welche die Dynamik des
chinesischen Wirtschaftswachstums dämpften und die
globalen Lieferkettenprobleme verstärkten.
Die Erwartungen in Hinblick auf die
Konjunkturentwicklung wurden deutlich nach unten
korrigiert. Der Internationale Währungsfonds (IWF)
prognostiziert für das Gesamtjahr 2022 nur noch ein
globales Wirtschaftswachstum von 3,2 %. Damit wurde die
Prognose gegenüber der Einschätzung im April noch
einmal um 0,4 Prozentpunkte gesenkt. Dabei rechnen die
Experten mit einem höheren Wachstum in den
Schwellenländern gegenüber den Industrienationen.
In Europa soll die Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt um 2,6
% wachsen. Für die Vereinigten Staaten wird ein
moderates Wachstum von 2,3 % prognostiziert.
In Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt
gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamts
im zweiten Quartal preis- und kalenderbereinigt um 1,4 % im
Vergleich zum Vorjahresquartal und um 0,0 % gegenüber
dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022. Die
Wirtschaft wurde vor allem von den privaten und staatlichen
Konsumausgaben gestützt, während der
Außenbeitrag das Wirtschaftswachstum dämpfte.
Die anhaltende Corona-Pandemie, gestörte Lieferketten,
steigende Preise und der Krieg in der Ukraine schlagen sich
deutlich in der konjunkturellen Entwicklung nieder. Der ifo
Geschäftsklimaindex ist im Juli auf 88,6 Punkte
gefallen und liegt damit 3,2 Punkte unter dem Indexstand im
April 2022 sowie auf dem tiefsten Stand seit Juni 2020. Die
Unternehmen würden somit in den kommenden Monaten
erheblich schlechtere Geschäfte erwarten. Besonders
die hohen Energiepreise und die drohende Gasknappheit
belasten laut dem ifo Institut die Konjunktur, sodass sich
Deutschland an der Schwelle zur Rezession befindet. Der
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet
für 2022 einen Anstieg der realen Wirtschaftsleistung
Deutschlands um rund 1,5 %. Der IWF rechnet für 2022
nur noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in
Deutschland von insgesamt 1,2 %.
ENTWICKLUNG WICHTIGER ABNEHMERBRANCHENDie Segmentunternehmen des KAP-Konzerns sind in
verschiedenen Marktnischen aktiv und produzieren im
Wesentlichen Produkte und Lösungen für
Unternehmen aus dem industriellen Bereich. Die Daten zu
aktuellen Entwicklungen auf diesen Märkten sind
aufgrund des speziellen Zuschnitts nur eingeschränkt
öffentlich verfügbar. Wesentlich für die
Entwicklung der Segmente bzw. der Segmentunternehmen sind
die allgemeine konjunkturelle Lage sowie die wichtigsten
Kundenindustrien der Segmentunternehmen: der
Automobilsektor, die Industrieproduktion und das
Baugewerbe. Nach Berechnungen des BDI stieg die Erzeugung
im produzierenden Gewerbe im ersten Quartal 2022
kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Im Baugewerbe wurde ein Anstieg von 5,4
% verzeichnet, während die Produktion von
Konsumgütern um 7,6 % stieg. Bei
Vorleistungsgütern wurde ein Rückgang der
Produktionsentwicklung von 0,8 % verzeichnet, ebenso bei
den Investitionsgütern mit einer Abnahme von 4,4 %.
Die Automobilbranche belasteten laut dem Verband der
Automobilindustrie (VDA) im ersten Halbjahr noch immer
gestörte Wertschöpfungs- und Logistikketten, die
insbesondere durch den Halbleitermangel und Störungen
der Transportketten, insbesondere infolge der Chinesischen
Null-Covidstrategiemaßnahmen, hervorgerufen wurden
und die Produktionskapazitäten begrenzten. Die durch
den Russland-Ukraine-Krieg und die Inflation verursachten
erheblichen Unsicherheiten sorgten für einen
Nachfragerückgang in den Märkten USA, Europa und
Japan. So lagen die Neuzulassungen in Europa im ersten
Halbjahr mit 5,6 Mio. Pkw 14 % unter dem Vorjahr. In
Deutschland gingen die Neuzulassungen dem VDA zufolge um 11
% zurück. Die Verkäufe auf dem
US-Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Trucks) gingen um 18%
auf 6,8 Mio. Einheiten zurück. China konnte im Juni im
Gegensatz dazu einen neuen Rekordwert bei den Neufahrzeugen
verzeichnen und erreichte einen Absatz von 10,2 Mio.
Einheiten im ersten Halbjahr, was einem Plus von knapp 4 %
entspricht. Hintergrund war laut dem VDA unter anderem ein
durch Lockdowns verursachter Aufschub der Nachfrage.
Deutliche Zuwächse konnte außerdem der indische
Markt mit einem um 16 % gewachsenen Absatz auf 1,8 Mio. Pkw
verzeichnen. Das Wachstum bei elektrobetriebenen
Neufahrzeugen setzt sich laut dem Kraftfahrt-Bundesamt
(KBA) außerdem stetig fort, auch wenn es sich im
ersten Halbjahr etwas abgeflacht hat. In den ersten sechs
Monaten 2022 wurden laut KBA etwa 167.000 vollelektrische
Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Wachstum von 12,5 %
gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 entspricht.
GESCHÄFTSVERLAUF DER KAP-GRUPPEDer KAP-Konzern verzeichnete im ersten Halbjahr 2022
einen Umsatzanstieg von 28,4 %, der angesichts des
herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds auf die
erfolgreiche Portfoliooptimierung im vergangenen Jahr
zurückzuführen ist, bei der die Erlöse aus
dem Verkauf der Nichtkernaktivitäten (IT- und
Gewerbeimmobilien) in wachstumsstarke Beteiligungen
investiert wurden. Damit setzte der KAP-Konzern die solide
Geschäftsentwicklung, mit der sie in das neue
Geschäftsjahr gestartet war, im zweiten Quartal fort.
Das Marktumfeld war im ersten Halbjahr durch eine weitere
Verschärfung der Lieferkettenkrise und die
wirtschaftlichen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges
geprägt. Die Engpässe auf den
Beschaffungsmärkten sowie die Störungen in den
globalen Lieferketten haben sich in den ersten beiden
Quartalen 2022 nachteilig auf die Ergebnisentwicklung des
KAP-Konzerns ausgewirkt. So können wir die
signifikanten Anstiege der Rohstoffpreise und der
Energiekosten nach wie vor lediglich mit einer zeitlichen
Verzögerung an unsere Kunden weitergeben und nicht
vollumfänglich. Dieser Umstand resultierte in einer
Verschlechterung der normalisierten EBITDA-Marge auf 9,9 %
(i. Vj. 11,9 %).
Das Umsatzplus des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr
resultierte im Wesentlichen aus der positiven Entwicklung
des Segments flexible films, dessen Wachstumskurs durch die
abgeschlossene Akquisition des israelischen
Kunststoffspezialisten Haogenplast Ltd. ("Haogenplast")
weiter beschleunigt wurde. Der Segmentumsatz stieg um 52,4%
auf 102,6 Mio. EUR (i. Vj. 67,3 Mio. EUR). Gemäß
dem klar definierten Ziel des Accelerate-Programms, das
KAP-Beteiligungsportfolio mit attraktiven zusätzlichen
Akquisitionen zu stärken, generiert die
Industrieholding mit diesem Zukauf zudem profitable
Ergebnisbeiträge. Auch das Segment engineered products
leistete einen wesentlichen Beitrag zur Umsatzsteigerung
des KAP-Konzerns. So stieg der Umsatz in diesem Segment auf
76,4 Mio. EUR (i. Vj. 60,0 Mio. EUR), was einem Anstieg von
27,3 % entspricht. Diese positive Entwicklung resultierte
insbesondere aus einer gestiegenen Kundennachfrage auf
Basis unseres globalen Produktionsnetzwerks.
Die Geschäftsentwicklung der weiteren Segmente,
insbesondere der stärker auf den Automobilsektor
fokussierten Segmente surface technologies und precision
components, war ebenfalls solide. So verzeichnete das
Segment surface technologies - trotz anhaltender
Lieferketten- und Halbleiterprobleme unserer Kunden in der
gesamten ersten Jahreshälfte - einen Umsatzanstieg um
6 % auf 32,5 Mio. EUR (i. Vj. 30,7 Mio. EUR). Der Umsatz
des Segments precision components entwickelte sich in dem
herausfordernden Marktumfeld stabil.
KONZERNERTRAGSLAGEKAP-Konzern¹scrollen
1 Fortgeführte Geschäftsbereiche
(exkl. IT/Services).
Im ersten Halbjahr 2022 erzielte der KAP-Konzern
Umsatzerlöse in Höhe von 233,4 Mio. EUR, was
einem Anstieg von 28,4 % gegenüber dem Vorjahr
entspricht (i. Vj. 181,7 Mio. EUR). Das Wachstum
reflektiert sowohl anorganisches Wachstum durch den
Umsatzbeitrag aus der Haogenplast-Übernahme als auch
organisches Wachstum durch die deutlich gestiegene
Nachfrageentwicklung in unseren Segmenten flexible films
und engineered products.
Die Materialkosten erhöhten sich vor allem aufgrund
stark gestiegener Rohstoffpreise und der im Vergleich zum
Vorjahr gestiegenen Produktionskapazität deutlich um
44,6 Mio. EUR auf 139,8 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote
erhöhte sich entsprechend um 7,1 Prozentpunkte auf
58,5 %. Der Personalaufwand ist im ersten Halbjahr auf 52,2
Mio. EUR gestiegen (i. Vj. 45,0 Mio. EUR), was im
Wesentlichen auf das Mitarbeiterwachstum durch die
Haogenplast-Übernahme zurückzuführen ist.
Aufgrund unseres ebenfalls überproportional
gestiegenen Outputs reduzierte sich der Anteil des
Personalaufwands an der Gesamtleistung um 3,0 Prozentpunkte
auf 21,8 % (i. Vj. 24,7 %).
Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im
ersten Halbjahr 17,6 Mio. EUR und lagen damit um rund 75 %
über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg resultiert im
Wesentlichen aus der Realisierung der bedingten
Kaufpreiskomponente im Zusammenhang mit der
Veräußerung der Gewerbeimmobilie in Fulda sowie
aus Gewinnen im Rahmen der Veräußerung weiterer
Immobilien. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
stiegen auf 32,4 Mio. EUR an (i. Vj. 31,8 Mio. EUR). Der
Antieg resultieren im Wesentlichen aus aufgrund des
Umsatzanstiegs erhöhten Fracht- und Verpackungskosten.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) lag im ersten Halbjahr bei 32,2 Mio. EUR und wurde
um Einmal- und Sondereffekte in Summe von -9,1 Mio. EUR
normalisiert. Die Normalisierungen betrafen
hauptsächlich Gewinne aus der Veräußerung
von Immobilien und sonstigem Anlagevermögen sowie
transaktionsbezogene Beratungsgebühren und
Restrukturierungskosten. Das normalisierte EBITDA stieg um
7,2 % auf 23,1 Mio. EUR an (i. Vj. 21,6 Mio. EUR). Die
normalisierte EBITDA-Marge sank um 2,0 Prozentpunkte auf
9,9 % (i. Vj. 11,9 %).
Die Abschreibungen stiegen auf 15,0 Mio. EUR (i. Vj.
12,7 Mio. EUR).
Das normalisierte Betriebsergebnis (EBIT) ging im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,4 % auf 8,1 Mio. EUR
zurück (i. Vj. 8,8 Mio. EUR). Das Ergebnis vor
Ertragsteuern erhöhte sich auf 15,7 Mio. EUR (i. Vj.
6,3 Mio. EUR). Der Steueraufwand lag mit 4,7 Mio. EUR
über dem Vorjahreswert (i. Vj. 2,2 Mio. EUR). Das
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen betrug
0,5 Mio. EUR im Vergleich zu 19,6 Mio. EUR im
Vorjahreszeitraum. Der hohe Betrag im Vorjahr beinhaltete
hauptsächlich die Veräußerungsgewinne
für die Anteile an den Gesellschaften aus dem
IT/Services-Segment. Das Konzern-Halbjahresergebnis
schrumpfte dadurch von 23,7 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum
auf 11,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2022.
SEGMENTBERICHTSEGMENTENTWICKLUNG FLEXIBLE FILMSflexible filmsscrollen
Das Segment flexible films führte im ersten
Halbjahr 2022 seinen Wachstumskurs fort und erwirtschaftete
den bis dato höchsten Halbjahresumsatz sowie den
höchsten Quartalsumsatz im zweiten Jahresviertel. Das
Segment verzeichnete dank seiner starken Marktposition und
inklusive des neu hinzugekommenen Umsatzes in Höhe von
29,9 Mio. EUR aus der Haogenplast-Übernahme einen
Umsatzzuwachs von 52,4 % auf 102,6 Mio. EUR (i. Vj. 67,3
Mio. EUR). Konfrontiert ist das Segment derzeit weiterhin
mit steigenden Rohstoffpreisen bei PVC und Weichmachern. In
der EBITDA-Marge spiegelt sich dies in einem leichten
Rückgang der Marge wider. Das normalisierte EBITDA
stieg in den ersten sechs Monaten um 45 % auf 14,4 Mio. EUR
(i. Vj. 10 Mio. EUR), während die normalisierte
EBITDA-Marge um 0,7 Prozentpunkte auf 14,1 % sank.
Im ersten Quartal 2022 hat die KAP AG im Segment
flexible films mit der Übernahme von Haogenplast eine
attraktive Transaktion abgeschlossen. Haogenplast ist ein
führender Anbieter von hochwertigen
Kunststoffprodukten mit Sitz in Israel. Das Unternehmen
stellt im Wesentlichen Folien für Anwendungen im
Baubereich her, wie z. B. für Schwimmbecken,
Fensterlaminate und technisch hochwertige wetterfeste
Dachabdeckungen.
Im Berichtszeitraum investierte das Segment 2,9 Mio.
EUR, womit die Investitionsausgaben deutlich über dem
Vorjahresniveau lagen (i. Vj. 1,6 Mio. EUR). Die
Investitionen umfassten im Wesentlichen Maßnahmen zur
Effizienzsteigerung. Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum 30.
Juni 2022 durch die Haogenplast-Übernahme um 49,3% auf
545 (i. Vj. 365).
SEGMENTENTWICKLUNG ENGINEERED PRODUCTSengineered productsscrollen
Im Segment engineered products stiegen die
Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2022 um 27,3 % auf
76,4 Mio. EUR (i. Vj. 60,0 Mio. EUR), maßgeblich
getrieben durch die Weitergabe der gestiegenen
Rohstoffkosten sowie eine generell gestiegene
Kundennachfrage nach unseren Produkten dieses Segments. Das
normalisierte EBITDA erhöhte sich im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 67,7 % auf 5,3 Mio. EUR (i. Vj. 5,0
Mio. EUR). Die normalisierte EBITDA-Marge verringerte sich
um 1,3 Prozentpunkte auf 7,0 % (i. Vj. 8,3 %). Die
geringere Profitabilität im Vergleich zum ersten
Halbjahr 2021 ist weiterhin auf gestiegene Kosten für
Rohmaterial, Frachtkosten und Energie
zurückzuführen, die nur zeitverzögert an die
Kunden weitergereicht werden können. Außerdem
belasten anhaltende Lieferkettenprobleme, speziell in der
Automobilindustrie, das Segment.
Im Berichtszeitraum führte die KAP AG im Rahmen von
Accelerate die eingeleiteten Vertriebsinitiativen
konsequent fort. Mit der in Bau befindlichen neuen
Produktionshalle und einem neuen Textillabor am Standort
Hessisch Lichtenau werden die Produktionskapazitäten
deutlich erhöht. Dieses Projekt trug maßgeblich
dazu bei, dass das Investitionsvolumen des Segments im
Berichtszeitraum mit 4,1 Mio. EUR deutlich über dem
Vorjahr (i. Vj. 1,8 Mio. EUR) lag.
Zum 30. Juni 2022 waren im Segment 887 Mitarbeiter (i.
Vj. 933) beschäftigt, somit 4,9 % weniger als zum
Vorjahresstichtag. Der Mitarbeiterrückgang ist auf den
Verkauf des Standortes in Lomnice zurückzuführen.
SEGMENTENTWICKLUNG SURFACE TECHNOLOGIESsurface technologiesscrollen
Im Segment surface technologies stiegen die
Umsatzerlöse nach einer stabilen Entwicklung im ersten
Quartal trotz anhaltender Lieferketten- und
Halbleiterprobleme unserer Kunden über die gesamte
erste Jahreshälfte hinweg um 6,0 % gegenüber dem
Vorjahreszeitraum auf 32,5 Mio. EUR an (i. Vj. 30,7 Mio.
EUR). Das normalisierte EBITDA verringerte sich um 32,6 %
deutlich auf 3,9 Mio. EUR im Vergleich zur ersten
Jahreshälfte 2021 (5,8 Mio. EUR). Die normalisierte
EBITDA-Marge verringerte sich entsprechend um 6,9
Prozentpunkte auf 12,0 % (i. Vj. 18,9 %). Grund dafür
waren wiederum vor allem stark steigende Materialkosten
sowie Kostensteigerungen speziell für Strom und Gas,
die wie branchenüblich nur zeitverzögert und
teilweise nicht vollständig weiter gegeben werden
können.
Das Investitionsvolumen, welches im Vorjahr im
Wesentlichen die Aufwendungen für den neuen Standort
in Alabama umfasste, fiel im diesjährigen
Berichtszeitraum mit 2,7 Mio. EUR deutlich geringer aus (i.
Vj. 9,0 Mio. EUR).
Zum 30. Juni 2022 waren 765 Mitarbeiter im Segment
beschäftigt, ein Anstieg um 5,5 % im Vergleich zum
Ende des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (i. Vj. 725).
Der Grund für den Anstieg ist im Wesentlichen der
Aufbau von Mitarbeitern an dem neuen Standort in Jasper,
Alabama.
SEGMENTENTWICKLUNG PRECISION COMPONENTSprecision componentsscrollen
Das Segment precision components erzielte im ersten
Halbjahr trotz eines ebenfalls hohen Anteils im
Automobilsektor einen unveränderten Umsatz von 22,2
Mio. EUR (i. Vj. 22,2 Mio. EUR). Die weiterhin bestehenden
Lieferkettenprobleme und starken Rohstoffpreissteigerungen
belasten nach wie vor die Profitabilität des Segments,
da die Preissteigerungen branchenüblich nur
zeitverzögert an Kunden weitergegeben werden
können und die Teuerung derzeit anhält.
Gemäß den aktuellen EU-Sanktionen darf der
KAP-Konzern aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges seit Juni
außerdem nur noch Rohmaterial und keine halbfertigen
Fabrikate an unseren Lohnveredelungsstandort in Belarus
liefern. Durch alternative Bezugsquellen sind die
Transportkosten des Segments stark gestiegen. Das
normalisierte EBITDA sank entsprechend im ersten Halbjahr
2022 deutlich auf 0,7 Mio. EUR (i. Vj. 1,8 Mio. EUR). Die
normalisierte EBITDA-Marge ging um 4,8 Prozentpunkte auf
3,3 % zurück (i. Vj. 8,1 %).
Die Investitionen betrugen im ersten Halbjahr 3,6 Mio.
EUR (i. Vj. 3,0 Mio. EUR) und setzen sich überwiegend
aus Investitionen für neue Kundenaufträge, unter
anderem im Bereich e-Bike Komponenten, am Standort Dresden
zusammen. Die Zahl der Mitarbeiter im Segment precision
components lag zum 30. Juni 2022 bei 646 (i. Vj. 658), ein
Rückgang um 1,8%.
FINANZLAGEAusgewählte Kennzahlen zur Finanzlagescrollen
1 Fortgeführte Geschäftsbereiche
(exkl. IT/Services).
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
ist in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2022 deutlich auf 8,6 Mio. EUR gestiegen (i. Vj. 0,6 Mio.
EUR). Der niedrige operative Cashflow des Vorjahres
resultierte aus Einmaleffekten zum Vorjahresstichtag im
Zusammenhang mit dem Verkauf des IT/Services-Segments.
Aus dem Cashflow aus Investitionstätigkeit ergab
sich ein Mittelabfluss von 39,8 Mio. EUR (i. Vj. 28,2 Mio.
EUR). Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Erwerb
von Haogenplast in Israel zurückzuführen.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
ersten Halbjahr 28,5 Mio. EUR (i. Vj. 18,5 Mio. EUR). Der
erneut hohe Zufluss in diesem Bereich resultiert aus der
Refinanzierung unserer Akquisition in Israel und der
Refinanzierung des erhöhten Working Capital.
Der KAP-Konzern konnte im April 2022 mit einem neuen
Bankenkonsortium einen Kreditvertrag mit einem
Kreditvolumen von 175 Mio. EUR abschließen. Davon
sind 50 Mio. EUR für Akquisitionen vorgesehen, die
unter dem Zustimmungsvorbehalt der finanzierenden
Kreditinstitute stehen. Der alte Kreditvertrag wurde
vorzeitig abgelöst.
VERMÖGENSLAGEDie Bilanzsumme des KAP-Konzerns lag zum 30. Juni 2022
bei insgesamt 432,2 Mio. EUR und damit um 90,1 Mio. EUR
über dem Stand vom 31. Dezember 2021 in Höhe von
342,1 Mio. EUR.
Auf der Aktivseite erhöhten sich die langfristigen
Vermögenswerte um 31,0 Mio. EUR auf 245,7 Mio. EUR
(31.12.2021: 214,7 Mio. EUR). Die immateriellen
Vermögenswerte erhöhten sich um 13,4 Mio. EUR auf
49,3 Mio. EUR. Der Anstieg resultiert hauptsächlich
aus der Übernahme von Haogenplast in Israel. Bedingt
durch unsere Investitionen stiegen die Sachanlagen um 17,5
Mio. EUR auf 189,9 Mio. EUR (31.12.2021: 172,3 Mio. EUR).
Die Renditeimmobilien sanken um 0,7 Mio. EUR auf 1,1 Mio.
EUR (31.12.2021: 1,9 Mio. EUR). Gegenüber dem 31.
Dezember 2021 stiegen die aktiven latenten
Steueransprüche um 0,8 Mio. EUR auf 5,2 Mio. EUR
(31.12.2021: 4,4 Mio. EUR).
Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 59,6
Mio. EUR auf 186,5 Mio. EUR (31.12.2021: 126,9 Mio. EUR).
Diese Entwicklung ist vor allem auf den deutlichen Anstieg
der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 30,9 Mio.
EUR auf 69,3 Mio. EUR (31.12.2021: 38,4 Mio. EUR) und den
Anstieg der Vorräte um 28,1 Mio. EUR auf 87,7 Mio. EUR
(31.12.2021: 59,6 Mio. EUR) zurückzuführen. Grund
dafür sind höhere Lagerbestände zur Vorsorge
für den Fall zunehmender Lieferengpässe,
steigender Rohstoffpreise und die bereits erwähnte
Übernahme von Haogenplast. Die sonstigen Forderungen
und Vermögenswerte stiegen um 1,3 Mio. EUR auf 11,6
Mio. EUR (31.12.2021: 10,3 Mio. EUR). Die liquiden Mittel
sanken um 0,8 Mio. EUR auf 16,6 Mio. EUR (31.12.2021: 17,4
Mio. EUR).
Das Working Capital erhöhte sich um 36,3 Mio. EUR
auf 109,8 Mio. EUR (31.12.2021: 73,5 Mio. EUR). Die
Ausweitung des Working Capital steht im Einklang mit dem
Anstieg der operativen Leistung des KAP-Konzerns im ersten
Halbjahr sowie den stark gestiegenen Rohstoffpreisen und
den höheren Vorratsbeständen.
Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital um 11,1 Mio.
EUR auf 193,8 Mio. EUR (31.12.2021: 182,7 Mio. EUR). Der
Anstieg resultiert hauptsächlich aus dem laufenden
Jahresüberschuss. Die langfristigen Schulden sind um
60,6 Mio. EUR auf 110,5 Mio. EUR (31.12.2021: 49,9 Mio.
EUR) gestiegen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten
erhöhten sich um 58,6 Mio. EUR auf 85,3 Mio. EUR
(31.12.2021: 26,7 Mio. EUR). Hintergrund für den
Anstieg ist die neue Konsortialkreditfinanzierung, welche
der Konzern im April 2022 abschließen konnte. Anders
als zum Stichtag 31.12.2021 führte die neue
Finanzierung wieder zum Ausweis unter den langfristigen
Schulden.
Die kurzfristigen Schulden stiegen um 18,4 Mio. EUR auf
127,9 Mio. EUR (31.12.2021: 109,5 Mio. EUR). Dies ist im
Wesentlichen auf die um 22,7 Mio. EUR auf 47,2 Mio. EUR
(31.12.2021: 24,5 Mio. EUR) gestiegenen Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen und die höheren
übrigen Verbindlichkeiten in Höhe von 21,7 Mio.
EUR zurückzuführen (31.12.2021: 11,3 Mio. EUR).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
stiegen insbesondere bedingt durch unsere erhöhten
Vorräte und die gestiegenen Rohstoffpreise. Die
übrigen Rückstellungen sanken dagegen um 6,0 Mio.
EUR auf 16,9 Mio. EUR (31.12.2021: 22,9 Mio. EUR). Die
kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten betrugen 30,3 Mio.
EUR und sanken um 12,8 Mio. EUR (31.12.2021: 43,1 Mio.
EUR). Diese Veränderung hängt ebenfalls mit der
oben erwähnten Refinanzierung zusammen.
CHANCEN UND RISIKENEine Beschreibung der wesentlichen Chancen und Risiken
sowie der Grundsätze des Risikomanagementsystems des
KAP-Konzerns enthält der Konzernlagebericht im
veröffentlichten Geschäftsbericht 2021 auf den
Seiten 63 ff. Die genannten Risiken bezüglich der
konjunkturellen Entwicklung sowie Risiken in Bezug auf
Energie- und Rohstoffpreise sind zu einem großen Teil
eingetreten. Unsicherheiten durch den
Russland-Ukraine-Krieg und die anhaltende
covid-19-Pandemie, Lieferengpässe sowie eine
restriktivere Geldpolitik als Reaktion der Zentralbanken
auf die hohe Inflation haben zu einer deutlichen
Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums
geführt. Mit unserer Diversifikation über mehrere
Segmente und einem breiten Produktportfolio verringern wir
die Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner
Branchen. Erhöhte Einkaufspreise z. B. für PVC
oder Strom und Gas geben wir im Rahmen der vertraglichen
Möglichkeiten an unsere Kunden weiter. Teilweise
können sie jedoch nur zeitverzögert und in
Einzelfällen nicht vollständig weitergegeben
werden. Die im Geschäftsbericht 2021 getroffenen
Aussagen zur übrigen Chancen- und Risikolage sind im
Wesentlichen nach wie vor gültig.
Es bestehen weiterhin Risiken aus einem sich
möglicherweise verschlechternden Verlauf der
covid-19-Pandemie oder damit im Zusammenhang stehenden
weiteren Nachwirkungen auf den Welthandel und die
weltweiten Lieferketten, insbesondere durch erneute
weitreichende Lockdown-Maßnahmen in China. Des
Weiteren können ein Konjunkturabschwung und weiter
steigende Energie- und Rohstoffpreise die
Geschäftsentwicklung des KAP-Konzerns negativ
beeinflussen. Ein besonderes Risikoszenario würde
außerdem ein plötzlicher europäischer
Importstopp für Gas aus Russland darstellen.
Darüber hinaus können sich weitere oder
härtere Sanktionen der Europäischen Union
gegenüber Russland negativ auf das Geschäft des
KAP-Konzerns auswirken.
Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret
abschätzen, welchen weiteren Verlauf der
Russland-Ukraine-Konflikt nimmt und welchen konkreten
Einfluss die damit zusammenhängenden Auswirkungen auf
die KAP-Gruppe ausüben werden. Auch die
Volatilität der Finanzmärkte kann derzeit nicht
verlässlich abgeschätzt werden, sodass KAP
gegenwärtig von höheren finanzwirtschaftlichen
Risiken ausgeht.
Unter Berücksichtigung sämtlicher bekannter
Tatsachen sind momentan keine Einzelrisiken erkennbar, die
den Fortbestand der KAP-Gruppe gefährden. Dies gilt
auch für die Gesamtbetrachtung aller Risiken.
NACHTRAGSBERICHTEs sind keine weiteren Vorgänge von besonderer
Bedeutung nach dem Schluss des Berichtszeitraums
eingetreten, die Auswirkungen auf die Darstellung eines den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes
des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses,
der Lage und der voraussichtlichen Entwicklung der
Gesellschaft haben.
AUSBLICKFür das Geschäftsjahr 2022 gehen wir weiterhin
davon aus, dass die Geschäftsentwicklung des
KAP-Konzerns spürbar von dem unsicheren Marktumfeld
und erheblichen Störungen in den Lieferketten
beeinflusst wird. Hinzu kommt die erwartete
Verschärfung der globalen Energiekrise. Aufgrund
unseres diversifizierten Beteiligungsmodells und der
starken Marktpositionierung unserer Segmente in den
jeweiligen Nischenmärkten rechnen wir trotz der
volatilen und unsicheren Marktbedingungen auf Basis der
aktuellem Risikoeinschätzung unverändert mit
deutlich steigenden Umsätzen gegenüber dem
Vorjahr und einem operativen Ergebnis, das leicht über
dem Vorjahr liegen wird.
Die Gesamteinschätzung berücksichtigt bereits
absehbare Risiken, die sich aus dem Russland-Ukraine-Krieg
und der anhaltenden Coronavirus-Pandemie ergeben.
Darüberhinausgehende Auswirkungen, die zum Zeitpunkt
der Fertigstellung des Berichts noch nicht konkret
einschätzbar waren, können die Prognose
nachträglich verändern. Der Vorstand prüft
intensiv verschiedene Maßnahmen, um diese
Auswirkungen bestmöglich zu kompensieren.
Entwicklung des KAP-Konzerns im 1. Halbjahr 2022KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNGVOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022scrollen
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGVOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022scrollen
KONZERNBILANZZUM 30. JUNI 2022Aktivascrollen
PASSIVAscrollen
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGZUM 30. JUNI 2022scrollen
scrollen
KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNGVOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2022scrollen
KONZERN ANHANG1. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGENDer Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 der KAP AG wurde
in Übereinstimmung mit den in den EU-Mitgliedsstaaten
anzuwendenden International Financial Reporting Standards
(IFRS) aufgestellt. Der Zwischenbericht entspricht den
Vorschriften über die Zwischenberichterstattung des
IAS 34. Die Darstellung erfolgt in verkürzter Form.
Der Zwischenabschluss enthält Angaben und
Erläuterungen zu Posten der Konzernbilanz, der
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, der
Konzern-Kapitalflussrechnung, zur Entwicklung des
Konzern-Eigenkapitals und zur Segmentberichterstattung,
sofern diese von Bedeutung sind.
Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Alle
Angaben werden, sofern nicht gesondert vermerkt, in tausend
Euro (TEUR) gemacht. Aufgrund der Darstellung in TEUR kann
es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.
Die KAP AG ist eine börsennotierte
Industrieholding, die sich an mittelständisch
geprägten Unternehmen beteiligt, mit Sitz in Fulda,
Deutschland.
2. KONSOLIDIERUNGSKREISIn den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 der KAP AG
wurden sämtliche wesentlichen in- und
ausländischen Tochterunternehmen, die unter der
rechtlichen/faktischen Kontrolle der KAP AG stehen,
einbezogen.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der KAP AG 28
inländische und 21 ausländische Unternehmen
(i.Vj.: 28 inländische und 19 ausländische
Unternehmen).
Am 29. Dezember 2021 wurde der Vertrag zum Kauf von 100
% der Anteile an der Haogenplast Ltd., Haogen, Israel,
unterzeichnet. Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurden die
Anteile übernommen. Haogenplast ist ein führender
Anbieter von hochwertigen Kunststoffprodukten mit Sitz in
Israel. Das Unternehmen stellt im Wesentlichen Folien
für Anwendungen im Baubereich her, wie z. B. für
Schwimmbecken, Fensterlaminate und technisch hochwertige
wetterfeste Dachabdeckungen. Die Anteile wurden von der neu
gegründeten KAP Holdco Ltd., Haogen, Israel, erworben.
Die erworbenen Vermögenswerte und Schulden der
Gesellschaft stellen sich zum Erwerbszeitpunkt am 1. Januar
2022 wie folgt dar:
scrollen
Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation der
Vermögenswerte und Schulden ergab sich im Rahmen der
Full-Goodwill-Methode ein Goodwill in Höhe von 6.418
TEUR, der steuerlich nicht abzugsfähig ist. Dieser
wurde dem Segment flexible films zugeordnet. Der Goodwill
repräsentiert nicht separierbare Werte wie das
Know-how der Mitarbeiter, positive Ertragserwartungen
für die Zukunft sowie Synergien aus Entwicklung,
Vertrieb und Marketing. Im ersten Halbjahr 2022 erzielte
die Haogenplast Ltd. Umsatzerlöse in Höhe von
29.866 TEUR und einen Jahresüberschuss in Höhe
von 2.360 TEUR.
Der beizulegende Zeitwert der übertragenen
Gegenleistung beträgt 28.851 TEUR. Der Kaufpreis wurde
komplett in bar bezahlt.
Mit Vertrag vom 5. November 2021 und Wirkung ab dem 1.
Februar 2022 hat die Präzisionsteile Dresden GmbH
& Co. KG, Dresden, von der PENTACON GmbH, Foto und
Feinwerktechnik, Dresden, Teile des Kundenstamms und
sämtliche für die Fertigung und die Belieferung
von bestimmten Produkten für diese Kunden
erforderlichen materiellen und immateriellen
Vermögenswerte im Wege eines Asset Deal erworben.
Neben materiellen und immateriellen Vermögenswerten
gingen auch die im Rahmen der Fertigung tätigen
Mitarbeiter über (insgesamt 17 Mitarbeiter).
Vertragsverhältnisse gingen dagegen nicht über.
Nach der Definition in IFRS 3 handelt es sich bei den im
Rahmen des Asset Deal erworbenen Vermögenswerten um
einen Geschäfts betrieb. Die vorläufige
Kaufpreisallokation ergab, dass dem Kundenstamm ein Wert in
Höhe von 1.200 TEUR und den übernommenen
Sachanlagen ein Wert in Höhe von 1.100 TEUR
zuzurechnen ist. Der beizulegende Zeitwert der
übertragenen Gegenleistung beträgt 2.300 TEUR und
wurde in bar bezahlt. Mit dem übernommenen Kundenstamm
wurde im ersten Halbjahr ein Umsatz von 2.000 TEUR erzielt.
Die Entkonsolidierungserfolge von Tochtergesellschaften
werden unter dem Ergebnis aus abgegebenen
Vermögenswerten und Schulden ausgewiesen. Bei
aufgegebenen Geschäftsbereichen erfolgt der Ausweis
gesondert als Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche.
Der Zeitpunkt für die Erst- und Entkonsolidierung ist
grundsätzlich der Übergang der Beherrschung. Die
sich aus der Veränderung des Konsolidierungskreises
ergebenden Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage werden, sofern von Bedeutung, entsprechend
erläutert.
3. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEAuf alle Unternehmenszusammenschlüsse ab dem 1.
Januar 2004 wird die Erwerbsmethode angewendet. Die
erworbenen Vermögenswerte und Schulden der voll
konsolidierten Unternehmen werden mit ihren beizulegenden
Zeitwerten angesetzt.
Ein nach der Kaufpreisallokation verbleibender aktiver
Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert
ausgewiesen. Für alle Geschäfts- oder Firmenwerte
erfolgt nach Zuordnung zu einer zahlungsmittelgenerierenden
Einheit regelmäßig eine Überprüfung
auf Wertminderung.
Vor dem 1. Januar 2004 mit den Rücklagen
verrechnete Geschäfts- oder Firmenwerte bleiben mit
den Gewinnrücklagen verrechnet. Bei vollständiger
oder teilweiser Veräußerung des
Geschäftsbereichs oder Wertminderung der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der
dazugehörige Geschäfts- oder Firmenwert
erfolgsneutral behandelt.
Ein verbleibender passiver Unterschiedsbetrag wird
sofort erfolgswirksam vereinnahmt. Vor dem 1. Januar 2004
nach deutschem Handelsrecht ausgewiesene passive
Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung
werden nach den Vorschriften der International Financial
Reporting Standards in den Rücklagen erfasst.
Nicht dem Mutterunternehmen zustehende Anteile an
Kapital und Ergebnis voll konsolidierter
Tochtergesellschaften werden als Anteile fremder
Gesellschafter innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen.
Änderungen der Beteiligungsquote des
Mutterunternehmens an Tochterunternehmen, die nicht zu
Verlust oder Erwerb der Beherrschung führen, werden
als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.
Beteiligungen an Joint Ventures und assoziierten
Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sich
hierbei ergebende aktive Unterschiedsbeträge werden in
einer Nebenrechnung als Geschäfts- oder Firmenwert
festgehalten und regelmäßig einer
Überprüfung auf Wertminderung unterzogen. Passive
Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam als
Ertrag vereinnahmt und erhöhen den Buchwert der
Beteiligung.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und
Erträge sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und
Rückstellungen zwischen Konzerngesellschaften werden
ebenso eliminiert wie Ergebnisse aus konzerninternen
Transaktionen, sofern sich diese auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage auswirken würden.
4. WÄHRUNGSUMRECHNUNGIn den Einzelabschlüssen ausgewiesene
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden
bei Zugang mit dem Anschaffungskurs bilanziert. Zum
Bilanzstichtag entstandene Kursgewinne und -verluste aus
Veränderungen der Wechselkurse werden erfolgswirksam
im Periodenergebnis erfasst.
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten
Abschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen erfolgt
auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen
Währung anhand der modifizierten Stichtagskursmethode.
Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte
grundsätzlich in finanzieller, wirtschaftlicher und
organisatorischer Hinsicht eigenständig betreiben,
entspricht die funktionale Währung der
Landeswährung des Sitzes der Gesellschaft.
Sämtliche Vermögenswerte und Schulden werden
zum Mittelkurs am Bilanzstichtag, Aufwendungen und
Erträge zum Periodendurchschnittskurs umgerechnet.
Umrechnungsdifferenzen, die sich aus abweichenden
Umrechnungskursen in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Bei konsolidierten Gesellschaften, an denen die KAP AG
zu weniger als 100 % beteiligt ist, werden die durch die
Währungsumrechnung entstehenden
Umrechnungsdifferenzen, soweit sie auf die Anteile fremder
Gesellschafter entfallen, gesondert unter Anteile fremder
Gesellschafter ausgewiesen.
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der
Schuldenkonsolidierung werden grundsätzlich
erfolgswirksam behandelt.
Es wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
scrollen
5. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZEFür den Konzernabschluss der KAP AG werden die
Einzelabschlüsse sämtlicher in- und
ausländischer Tochtergesellschaften nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
Beizulegender ZeitwertIn den International Financial Reporting Standards wird
mit dem IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts die
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert einschließlich
der erforderlichen Angaben weitgehend einheitlich geregelt.
Der beizulegende Zeitwert ist der Wert, der durch den
Verkauf eines Vermögenswerts erzielt werden
würde, beziehungsweise der Preis, der gezahlt werden
müsste, um eine Schuld zu übertragen. Es wird die
dreistufige Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 angewendet.
Der Hierarchiestufe 1 werden finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet,
sofern ein Börsenpreis für Vermögenswerte
und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die
Zuordnung zur Hierarchiestufe 2 erfolgt, sofern ein
Bewertungsmodell angewendet wird oder der Preis aus
vergleichbaren Transaktionen abgeleitet wird. Finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der
Hierarchiestufe 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende
Zeitwert aus nicht beobachtbaren Parametern ermittelt wird.
Bei der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden
wird zudem das Ausfallrisiko berücksichtigt.
Immaterielle VermögenswerteImmaterielle Vermögenswerte werden nur dann
bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der erwartete
künftige Nutzen zufließen wird und die
Anschaffungs- oder Herstellungskosten der
Vermögenswerte verlässlich bewertet werden
können.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei
Zugang mit ihren Anschaffungskosten erfasst. Diese
beinhalten neben dem Kaufpreis alle direkt zurechenbaren
Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in einen
betriebsbereiten Zustand zu versetzen.
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die
Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess
direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der
produktionsbezogenen Gemeinkosten.
Forschungs- und Entwicklungskosten werden
grundsätzlich als laufender Aufwand behandelt.
Entwicklungskosten werden dann aktiviert und linear
abgeschrieben, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder
Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch
realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die
Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung
voraus, dass die Kosten mit hinreichender
Wahrscheinlichkeit durch künftige
Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden.
Immaterielle Vermögenswerte werden entsprechend dem
Anschaffungskostenmodell nach erstmaligem Ansatz mit den
Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter
Berücksichtigung von planmäßigen
Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
fortgeführt.
Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear
über einen Zeitraum von drei bis neun Jahren.
Geschäfts- oder FirmenwertIm Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei
erstmaliger Erfassung mit ihren Anschaffungskosten
angesetzt und in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten
abzüglich aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen
bewertet.
SachanlagenSachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder
Herstellungskosten als Vermögenswert angesetzt, wenn
es wahrscheinlich ist, dass ein damit verbundener
künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird
und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten
verlässlich bewertet werden können.
Die Anschaffungskosten umfassen alle direkt
zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den
Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu
versetzen. Die Herstellungskosten beinhalten neben den
Einzelkosten auch angemessene Teile der
produktionsbezogenen Gemeinkosten.
In den Folgeperioden werden Sachanlagen entsprechend dem
Anschaffungskostenmodell mit ihren Anschaffungs- oder
Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen,
angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen für
Vermögenswerte, die ab dem 1. Januar 2004 zugegangen
sind, ausschließlich linear. Sofern Komponenten ein
signifikanter Anteil an den Anschaffungskosten eines
Vermögenswerts zugeordnet werden kann, werden diese
getrennt abgeschrieben. Bei im Mehrschichtbetrieb genutzten
Vermögenswerten erhöhen sich die Abschreibungen
entsprechend.
Den Vermögenswerten des Sachanlagevermögens
liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
scrollen
Abschreibungen werden so lange erfasst, wie der Restwert
des Vermögenswerts nicht höher als der Buchwert
ist.
FremdkapitalkostenFremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder
der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts
zugeordnet werden können, werden als Teil der
Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Als
qualifizierte Vermögenswerte werden Bauprojekte oder
andere Vermögenswerte definiert, für die
notwendigerweise mindestens zwölf Monate erforderlich
sind, um sie in den beabsichtigten gebrauchsfertigen oder
veräußerbaren Zustand zu versetzen.
LeasingFür jedes Leasingverhältnis bilanziert der
KAP-Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich ein
Nutzungsrecht und eine korrespondierende
Leasingverbindlichkeit. Hierbei wird von der Erleichterung
Gebrauch gemacht, das Nutzungsrecht am Betrag der
Leasingverbindlichkeit, angepasst um vorausbezahlte oder
mitabgegrenzte Mietaufwendungen, zu bemessen.
Von den Ausnahmeregelungen für kurzfristige
Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als
zwölf Monaten und Leasingverhältnisse über
geringwertige Vermögenswerte mit einem Neupreis unter
5.000 EUR wird Gebrauch gemacht. Die mit diesen
Leasingverhältnissen verbundenen Zahlungen werden als
Aufwand erfasst. Ebenso werden bei der Erfassung von
Leasingverhältnissen Leasing- und
Nicht-Leasing-Komponenten zusammengefasst.
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden bei
Zugang zu Anschaffungskosten bewertet. Die
Anschaffungskosten umfassen die folgenden Komponenten:
Zugangswert der Leasingverbindlichkeit; Leasingzahlungen,
die vor oder zu Beginn des Leasingverhältnisses
geleistet wurden; abzüglich Anreizzahlungen zugunsten
des Leasingnehmers sowie etwaiger anfänglicher
direkter Kosten des Leasingnehmers.
Da der KAP-Konzern das Anschaffungskostenmodell
anwendet, werden die Nutzungsrechte zu fortgeführten
Anschaffungskosten abzüglich kumulierter
planmäßiger Abschreibungen und kumulierter
Wertminderungsaufwendungen erfasst. Als Basis für die
Ermittlung der Höhe der Abschreibungen wird
grundsätzlich die Laufzeit des
Leasingverhältnisses herangezogen. Dies gilt nicht,
sofern das Eigentum am Leasingobjekt durch
Kaufoptionsausübung oder aufgrund einer vertraglichen
Vereinbarung auf den KAP-Konzern als Leasingnehmer
übergeht. In diesem Fall wird für die Ermittlung
der Abschreibung die wirtschaftliche Nutzungsdauer des
Vermögenswerts herangezogen.
Für die Bestimmung, ob ein Nutzungsrecht im Wert
gemindert ist, wendet der KAP-Konzern IAS 36 an.
Die Fortschreibung der Leasingverbindlichkeit erfolgt
nach der Effektivzinsmethode. Die Leasingverbindlichkeit
wird um den Tilgungsanteil gekürzt und der auf die
Verbindlichkeit entfallende Zinsanteil aufwandswirksam im
Zinsergebnis realisiert.
Die Nutzungsrechte werden in den Bilanzposten
ausgewiesen, in denen die zugrunde liegenden
Vermögenswerte auszuweisen wären, wenn sich diese
im Besitz des Konzerns befinden würden.
Sale and LeasebackBei Sale-and-Leaseback-Transaktionen wird zunächst
beurteilt, ob es sich um einen Verkauf i. S. d. IFRS 15
handelt und somit eine solche Transaktion begründet
ist. Das Nutzungsrecht wird dabei in Höhe des
anteiligen ursprünglichen Buchwerts, der sich auf das
zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht, bilanziert. Als
Gewinn oder Verlust wird lediglich der Teil realisiert,
welcher sich auf die auf den nicht zurückgeleasten
Teil des Nutzungsrechts bezieht. Die Ermittlung der
Leasingverbindlichkeit entspricht dem oben genannten
allgemeinen Vorgehen. Sofern die vereinbarten
Leasingzahlungen nicht marktüblich sind oder die Fair
Values von Gegenleistung und Vermögenswert einander
nicht entsprechen, sind weitergehende Wertkorrekturen
erforderlich. Bei der Ermittlung des
Veräußerungsgewinns und des Buchwerts des
zurückbehaltenen Nutzungsrechts werden lediglich die
preis- und wertbestimmenden Faktoren und Kaufpreiszusagen
berücksichtigt, die so gut wie sicher sind.
Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand werden nur
erfasst, wenn ausreichend sicher ist, dass das beantragende
Unternehmen die Bedingungen erfüllt und die
Zuwendungen auch gewährt werden. Die Zuwendungen
werden planmäßig als Ertrag über den
Zeitraum verteilt, in dem die entsprechenden Aufwendungen
kompensiert werden sollen.
Zuwendungen für Vermögenswerte werden vom
Buchwert des betroffenen Vermögenswerts abgezogen.
RenditeimmobilienNicht betriebsnotwendige Grundstücke und
Gebäude werden als Renditeimmobilien klassifiziert und
bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten
bilanziert. Dabei erfolgt ein Ansatz nur, wenn es
wahrscheinlich ist, dass der mit dem Vermögenswert
verbundene künftige wirtschaftliche Nutzen
zufließen wird und die Anschaffungs- oder
Herstellungskosten verlässlich bewertet werden
können.
Renditeimmobilien werden dem Anschaffungskostenmodell
entsprechend mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten,
vermindert um planmäßige Abschreibungen und
kumulierte Wertminderungsaufwendungen, fortgeführt.
Die Abschreibungen erfolgen analog zu vergleichbaren
Vermögenswerten im Sachanlagevermögen (Betriebs-
und Geschäftsausstattung).
Wertminderung langfristiger nichtfinanzieller VermögenswerteFür immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter
Nutzungsdauer, Sachanlagen und Renditeimmobilien erfolgt zu
jedem Bilanzstichtag eine Einschätzung, ob
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass
Vermögenswerte in ihrem Wert gemindert sein
könnten. Falls solche Anhaltspunkte vorliegen, wird
der erzielbare Betrag des jeweiligen einzelnen
Vermögenswerts geschätzt, es sei denn, ein
Vermögenswert erzeugt Zahlungsmittelzuflüsse, die
nicht weitestgehend unabhängig von anderen
Vermögenswerten oder anderen Gruppen von
Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten) sind.
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden der aus
dem Erwerb Nutzen ziehenden zahlungsmittelgenerierenden
Einheit zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende
Einheiten werden die wirtschaftlich voneinander
unabhängig operierenden Unternehmensgruppen definiert.
Die Zuordnung erfolgt spätestens in der auf den
Erwerbszeitpunkt folgenden Periode.
Für Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige
immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter
Nutzungsdauer erfolgt jährlich zu jedem Bilanzstichtag
- und wann immer Anhaltspunkte für eine Wertminderung
vorliegen - die Überprüfung der Werthaltigkeit,
indem der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag auf Ebene der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen wird. Wenn
der Buchwert der Einheit höher ist als ihr erzielbarer
Betrag, verringert der in Höhe der Differenz zu
erfassende Wertminderungsaufwand zuerst den Buchwert des
Geschäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig die
Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Jeglicher
Wertminderungsaufwand wird sofort im Periodenergebnis
erfasst. Bei Vermögenswerten mit bestimmter
Nutzungsdauer werden die Abschreibungsbeträge
zukünftiger Perioden entsprechend angepasst. Falls ein
Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein in früheren
Berichtsperioden erfasster Wertminderungsaufwand für
einen Vermögenswert mit Ausnahme des Geschäfts-
oder Firmenwerts nicht mehr oder nicht mehr in voller
Höhe besteht, ist der erzielbare Betrag dieses
Vermögenswerts neu zu schätzen. Die sich aus der
Änderung der Schätzung ergebende Differenz wird
als Wertaufholung unmittelbar im Periodenergebnis erfasst.
Eine Wertaufholung auf den neu zu ermittelnden erzielbaren
Betrag ist begrenzt auf den Buchwert, der sich bei
Fortführung der Anschaffungskosten ergeben hätte.
Die Abschreibungsbeträge zukünftiger Perioden
werden entsprechend angepasst.
Übrige FinanzanlagenAnteile an nicht konsolidierten Unternehmen, nicht at
equity bilanzierte Beteiligungen sowie Wertpapiere des
Anlagevermögens werden erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bilanziert. Änderungen des
beizulegenden Zeitwerts werden als Gewinne oder Verluste im
sonstigen Ergebnis erfasst.
Ausleihungen werden entsprechend der Klassifizierung als
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige
finanzielle Vermögenswerte nach dem erstmaligen Ansatz
zu Anschaffungskosten an den folgenden Bilanzstichtagen zu
fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Am
Bilanzstichtag eingetretene Wertminderungen werden durch
angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.
Latente SteuernAuf temporäre Bewertungsdifferenzen werden latente
Steuern gebildet. Die Ermittlung orientiert sich dabei am
Konzept der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode.
Sie umfasst alle erfolgswirksamen und -neutralen
Bilanzierungs- oder Bewertungsdifferenzen, sofern diese
künftig zu einer steuerlichen Be- oder Entlastung
führen.
Latente Steuern auf Verlustvorträge werden
aktiviert, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass
künftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur
Verfügung stehen wird, um diese Verlustvorträge
nutzen zu können.
Die latenten Steuern werden auf Basis der
Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen
Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten
beziehungsweise erwartet werden. Aus früheren
Berichtsperioden resultierende temporäre
Bewertungsunterschiede werden bei Änderungen den
Steuersätzen entsprechend angepasst.
Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden
saldiert, wenn ein Rechtsanspruch zur Aufrechnung
tatsächlicher Erstattungsansprüche gegen
tatsächliche Steuerschulden besteht und sie sich auf
Ertragsteuern beziehen, die von derselben
Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben
werden.
VorräteDie Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu dem
niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten
und Nettoveräußerungswert.
Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und der Handelswaren umfassen alle direkt
zurechenbaren Kosten.
In die Ermittlung der Herstellungskosten der unfertigen
und fertigen Erzeugnisse werden neben den Einzelkosten auch
die produktionsbezogenen Gemeinkosten auf Basis einer
normalen Kapazitätsauslastung mit einbezogen.
Bestandsrisiken hinsichtlich Lagerdauer und
Verwertbarkeit, die zu einem unter den Anschaffungs- oder
Herstellungskosten liegenden
Nettoveräußerungswert führen, werden durch
angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Sofern
die Gründe für eine bereits in vorangegangenen
Perioden eingetretene Wertminderung nicht länger
bestehen, erfolgt eine Wertaufholung bis zu dem
berichtigten Nettoveräußerungswert.
Sonstige finanzielle Forderungen und VermögenswerteSonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte
werden, sofern es sich nicht um derivative
Finanzinstrumente handelt, als zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Vermögenswerte klassifiziert. Beim erstmaligen Ansatz
am Erfüllungstag werden diese mit den
Anschaffungskosten unter Berücksichtigung direkt
zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Am Bilanzstichtag
erfolgt die Bewertung zu fortgeführten
Anschaffungskosten. Anhand der über die Laufzeit
erwarteten Kreditverluste werden angemessene
Wertberichtigungen vorgenommen. Uneinbringliche Forderungen
werden als Forderungsverluste erfasst. Unverzinsliche und
niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von
mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Sofern sich eine bereits in früheren
Berichtsperioden vorgenommene Wertminderung aufgrund
zwischenzeitlich eingetretener Umstände im
abgelaufenen Geschäftsjahr verringert hat, wird die
ursprüngliche Wertberichtigung erfolgswirksam
angepasst, jedoch höchstens bis der Buchwert den
fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, die sich
ohne Wertminderung ergeben hätten.
Ertragsteuererstattungsansprüche und ErtragsteuerschuldenDie Ertragsteuerschulden für laufende und
frühere Perioden werden mit dem noch zu zahlenden
Betrag als Verbindlichkeit passiviert. Falls die bereits
geleisteten Vorauszahlungen den geschuldeten Betrag
übersteigen, wird die Differenz als
Ertragsteuererstattungsanspruch aktiviert.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene GeschäftsbereicheLangfristige Vermögenswerte und/oder
Veräußerungsgruppen sowie Schulden, die im
Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen stehen, werden als zur
Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn die
dazugehörigen Buchwerte überwiegend durch
Veräußerungsgeschäfte und nicht durch
fortgesetzte Nutzung realisiert werden.
Diese langfristigen Vermögenswerte und/oder
Veräußerungsgruppen werden am Bilanzstichtag zum
niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. In
der Bilanz erfolgt der Ausweis getrennt von anderen
Vermögenswerten. Schulden von als zur
Veräußerung gehalten klassifizierten
langfristigen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen werden getrennt von anderen
Schulden dargestellt.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDen Rückstellungen für Pensionen liegen
jeweils zum Geschäftsjahresende
versicherungsmathematische Gutachten unter Verwendung der
Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde. Die Ermittlung der
Verpflichtungen erfolgt nach dem
Anwartschaftsbarwertverfahren. Neben den bereits in
Vorperioden erdienten Altersversorgungsansprüchen
werden bei der Ermittlung bestimmte Trendannahmen
berücksichtigt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden
stets in voller Höhe als sonstiges Ergebnis im
Eigenkapital unter den Rücklagen erfasst. Der
Dienstaufwand wird im Personal aufwand erfasst.
Qualifizierte Versicherungspolicen werden als
Planvermögen behandelt und am Bilanzstichtag mit ihrem
beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Wert des
Planvermögens vermindert den Barwert der
leistungsorientierten Verpflichtungen. Der Ausweis in der
Bilanz erfolgt saldiert, maximal bis zur Höhe des
Barwerts der Verpflichtungen.
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der
Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem
Planvermögen werden saldiert im Finanzergebnis
erfasst.
Übrige RückstellungenDie übrigen Rückstellungen umfassen alle
gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten,
die auf Ereignissen der Vergangenheit beruhen, deren
Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und deren
voraussichtliche Höhe hinreichend sicher
geschätzt werden kann.
Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung
zukünftiger Kostensteigerungen zum
Erfüllungsbetrag mit der höchsten
Eintrittswahrscheinlichkeit.
Restrukturierungsmaßnahmen werden nur
zurückgestellt, wenn eine faktische Verpflichtung zur
Restrukturierung besteht. Diese setzt voraus, dass ein
formaler Restrukturierungsplan unter Angabe des betroffenen
Geschäftsbereichs, der wichtigsten Standorte, der
Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer, der Kosten und des
Umsetzungszeitpunkts vorliegt sowie bei den Betroffenen
eine gerechtfertigte Erwartung geweckt wurde, dass die
Maßnahme durch Beginn der Umsetzung oder die
Ankündigung gegenüber den Betroffenen
durchgeführt wird.
Aktienorientierte VergütungMit dem Vorstand ist eine anteilsbasierte
Vergütungskomponente vereinbart worden. Die
anteilsbasierte Vergütung besteht in der Ausgabe von
Aktien als Teil des Jahresbonus sowie der Gewährung
von virtuellen Aktien. Die anteilsbasierte Vergütung
wird nach den Vorschriften von IFRS 2 bilanziert. Aus Sicht
der KAP AG besteht im Zusammenhang mit der anteilsbasierten
Vergütung lediglich eine Verpflichtung zum
Barausgleich, weshalb gemäß IFRS 2.42 nach den
Vorschriften für anteilsbasierte Vergütungen mit
Barausgleich bilanziert wird. Dabei wird zum jeweiligen
Stichtag eine Rückstellung anteilig in Höhe des
beizulegenden Zeitwerts der Zahlungsverpflichtung gebildet,
wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
erfolgswirksam erfasst werden. Der beizulegende Zeitwert
wird mittels eines anerkannten Bewertungsverfahrens
ermittelt.
Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten werden als zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
klassifiziert. Direkt zurechenbare Transaktionskosten
werden unmittelbar als Aufwand im Periodenergebnis erfasst.
Am Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung zu
fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der
Effektivzinsmethode.
Verbindlichkeiten aus Leasing werden mit dem Barwert der
Mindestleasingzahlungen angesetzt. Die daraus
resultierenden Finanzierungskosten werden im Finanzergebnis
als Zinsaufwand erfasst.
UmsatzrealisierungDie Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die
Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder
Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Das
bedeutet, dass der Kunde die Fähigkeit besitzt, die
Nutzung der übertragenen Güter oder
Dienstleistungen zu bestimmen, und im Wesentlichen den
verbleibenden Nutzen daraus zieht. Die Umsatzerlöse
werden realisiert, wenn ein durchsetzbarer Anspruch auf
Zahlung gegenüber dem Kunden besteht. Die Umsätze
entsprechen dem vertraglich festgelegten Transaktionspreis.
Wenn der vereinbarte Transaktionspreis variable
Komponenten enthält, wird der Betrag der Gegenleistung
entweder nach der Erwartungsmethode oder mit dem
wahrscheinlichsten Betrag ermittelt.
Der Zeitraum zwischen der Zahlung durch den Kunden und
der Übertragung von Waren oder Dienstleistungen an den
Kunden beträgt ein Jahr oder weniger. Im
Transaktionspreis wird aus diesem Grund keine
Finanzierungskomponente berücksichtigt. Wenn ein
Vertrag mehrere abgrenzbare Leistungsverpflichtungen
enthält, wird der Transaktionspreis auf Basis der
Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen
Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. In der Regel werden
Güter und Dienstleistungen zu den
Einzelveräußerungspreisen verkauft. Die
Realisierung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit
Kunden erfolgt sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen.
Sollten die Leistungserbringung und der Erhalt der Zahlung
eines Kunden zeitlich auseinanderfallen, können
vertragliche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
entstehen.
Bei dem Abschluss eines neuen Vertrages mit Kunden
können Auftragserlangungskosten entstehen. Da die
Laufzeit von Verträgen, bei denen die
Auftragserlangungskosten entstehen, und die entsprechende
Amortisationsdauer für diese Kosten ein Jahr oder
weniger betragen, werden Auftragserlangungskosten nicht
aktiviert, sondern als Aufwand erfasst.
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren: Bei dem
Verkauf von Waren werden die Umsätze zum Zeitpunkt der
Lieferung realisiert, da dann die Verfügungsgewalt auf
den Kunden übergeht. Zum Zeitpunkt der Lieferung
besteht der Zahlungsanspruch.
Bill-and-hold-Vereinbarungen werden in der Regel nicht
abgeschlossen. Soll es auf ausdrücklichen Kundenwunsch
zu einer Bill-and-hold-Vereinbarung kommen, werden die
Umsätze zum Zeitpunkt der Fertigstellung realisiert,
da die Kontrolle auch ohne physische Auslieferung der Ware
auf den Kunden übergeht. Im Falle einer
Bill-and-hold-Vereinbarung werden die Waren separat als die
des Kunden ausgewiesen und dürfen nicht anderweitig
verwendet werden.
Bei einem Konsignationsvertrag geht die Kontrolle
über die Ware bei der Entnahme aus dem
Konsignationslager auf den Kunden über, da der Kunde
vor diesem Zeitpunkt keinen Nutzen aus der Verwendung der
Waren ziehen kann. Zu diesem Zeitpunkt werden Umsätze
realisiert.
Umsatzerlöse aus der Erbringung von
Dienstleistungen: Umsatzerlöse aus der Erbringung von
Dienstleistungen werden über den Zeitraum der
Leistungserbringung realisiert (linear oder nach dem
Fertigstellungsgrad). Der Zahlungsanspruch entsteht nach
der Erbringung einer Dienstleistung, wenn eine Rechnung
gestellt wird. Standardmäßig werden keine
variablen Zahlungen vereinbart. Bei langfristigen
Aufträgen werden in der Regel monatlich Rechnungen an
den Kunden gestellt. Zur Umsatzrealisierung verwendet das
Unternehmen outputorientierte Verfahren, da dies erlaubt,
den Übergang der Kontrolle über den
Vermögenswert auf den Kunden sachgerechter im
Konzernabschluss abzubilden. Im Fall von Anzahlungen werden
vertragliche Verbindlichkeiten gebildet.
Gewährleistungen: Das Unternehmen ist im Rahmen des
Verkaufes seiner Waren/Dienstleistungen lediglich
gesetzlichen oder branchenüblichen
Gewährleistungsverpflichtungen ausgesetzt.
Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie ermittelt sich, indem das den
Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehende
Periodenergebnis (Konzernergebnis der Aktionäre der
KAP AG) durch die in der Berichtsperiode durchschnittlich
im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird.
SchätzungenIm Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses
müssen für verschiedene Sachverhalte
Schätzungen vorgenommen werden, die sich auf Ansatz
und Bewertung von Vermögenswerten, Schulden sowie
Finanzinstrumenten und auf Aufwendungen und Erträge
sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken können. Die
sich tatsächlich ergebenden Wertansätze
können von den geschätzten Beträgen
abweichen. Die Anpassung der Wertansätze erfolgt in
der Periode, in der die ursprüngliche Schätzung
geändert wird. Hieraus resultierende Aufwendungen und
Erträge werden in der jeweiligen Berichtsperiode
erfolgswirksam erfasst. Annahmen und Schätzungen
müssen vor allem bei der Festlegung von Nutzungsdauern
bei langfristigen Vermögenswerten, bei der Bestimmung
der Laufzeiten von Leasingverhältnissen und des
Grenzfremdkapitalzinssatzes bei Leasingverhältnissen,
bei Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen, bei der
Bildung von Rückstellungen für
Altersversorgungsleistungen, Steuern sowie Risiken aus dem
operativen Geschäft getroffen und vorgenommen werden.
6. NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTENDie neuen oder geänderten IFRS-Vorschriften haben
keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den
Konzernzwischenabschluss des KAP-Konzern.
ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERN ABSCHLUSS7. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND AUFGEGEBENE GESCHÄFTSBEREICHEBei den zur Veräußerung gehaltenen
langfristigen Vermögenswerten handelte es sich im
Vorjahr um die in 2021 veräußerte
Gewerbeimmobilie in Fulda. Mit dem Verkauf der Immobilie im
November 2021 sind zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte in Höhe von 9.090
TEUR abgegangen. Die im Geschäftsjahr 2021
verbliebenen 524 TEUR in dieser Position betreffen einen
Gebäudeteil, der im Juni 2022 verkauft wurde. Der
Veräußerungserlös beträgt 3.029 TEUR.
Mit notariellem Vertrag vom 29. Juni 2021 hat die Mehler
AG alle Anteile an der IT-NOVUM-Gruppe verkauft. Der
Verkauf wurde am 30. Juni 2021 rechtswirksam. Die
Vorjahreszahlen in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurden
entsprechend angepasst, um den aufgegebenen
Geschäftsbereich gesondert von den
fortzuführenden Geschäftsbereichen darzustellen.
Konzerninterne Transaktionen des Vorjahres wurden
gemäß IFRS 10 vollständig aus den
konsolidierten finanziellen Ergebnissen eliminiert.
Folglich werden im Vorjahr lediglich externe Erlöse
und Aufwendungen unter dem Ergebnis aus aufgegebenen
Geschäftsbereichen gezeigt.
Im laufenden Geschäftsjahr enthält das
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
Erträge aus aufgelösten Haftungsverpflichtungen
in Höhe von 579 TEUR (i. Vj. 404 TEUR). Diese
Erträge stehen im Zusammenhang mit der 2014
veräußerten MVS-Gruppe. Der KAP-Konzern hat sich
gegenüber dem Erwerber verpflichtet, für
eventuell auftretende Risiken aus Gewährleistungen und
Preisprüfungen für Umsätze bis zum
Veräußerungszeitpunkt der Anteile einzustehen.
Die Verpflichtungen reduzieren sich im Zeitablauf.
8. EIGENKAPITALDas gezeichnete Kapital beträgt 20.195.663,80 EUR
(i. Vj. 20.195.663,80 EUR) und ist eingeteilt in 7.767.563
(i. Vj. 7.767.563) auf den Inhaber lautende
Stückaktien.
9. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGBis zum 29. August 2022 (Freigabe zur
Veröffentlichung durch den Vorstand) waren keine
wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag zu
verzeichnen.
10. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGIn der Kapitalflussrechnung werden die
Zahlungsströme getrennt nach Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit, aus Investitions- und aus
Finanzierungstätigkeit dargestellt. Wechselkurs-,
konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte
Änderungen des Finanzmittelfonds werden
grundsätzlich eliminiert und gesondert ausgewiesen.
Der Finanzmittelfonds umfasst die am Bilanzstichtag
ausgewiesenen flüssigen Mittel. Der Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit wird anhand der
indirekten Methode ermittelt. Für die Darstellung der
Cashflows aus Investitions- und aus
Finanzierungstätigkeit wird die direkte Methode
verwendet.
11. SEGMENTBERICHTERSTATTUNGAufgrund der im KAP-Konzern bestehenden internen
Finanzberichterstattung ist das primäre Berichtsformat
nach Geschäftssegmenten gegliedert.
Aus Gründen der Transparenz wird im KAP-Konzern
zwischen den Segmenten engineered products, flexible films,
precision components und surface technologies
unterschieden. Das Segment IT/Services wurde im
Geschäftsjahr 2021 veräußert. Im
Halbjahresbericht 2021 wurde das Segment als aufgegebener
Geschäftsbereich separat dargestellt.
Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
entsprechen denen des Konzernabschlusses. Konzerninterne
Umsätze werden zu marktüblichen Preisen
abgewickelt und entsprechen grundsätzlich denen im
Verhältnis zu fremden Dritten
("At-Arm's-Length"-Prinzip).
Das Segmentergebnis ist definiert als Segment-EBITDA
(Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und
Abschreibungen).
Das Segment-EBITDA entspricht auf Konzernebene dem
EBITDA des Konzerns.
12. EVENTUALFORDERUNGEN UND -SCHULDENEine Eventualforderung ergibt sich aus möglichen
weiteren Erstattungszahlungen durch die Versicherung
für Schäden, die durch den Brand Ende Oktober
2020 am Standort Spartanburg, South Carolina/USA,
verursacht wurden. Die Höhe kann zu diesem Zeitpunkt
nicht verlässlich geschätzt werden.
13. PRÜFERISCHE DURCHSICHT DES VERKÜRZTEN KONZERNHALBJAHRESABSCHLUSSESDer verkürzte Konzernhalbjahresabschluss und der
Konzernzwischenlagebericht wurden weder durch einen
Wirtschaftsprüfer geprüft noch einer
prüferischen Durchsicht unterzogen (§ 115 Abs. 5
Wphg).
SEGMENTBERICHT ERSTATTUNG NACH GESCHÄFTS BEREICHENscrollen
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1 Die Konsolidierungen betreffen neben
Konsolidierungsposten auch Korrekturen im Zusammenhang mit
dem aufgegebenen Geschäftsbereich IT/Services. Hier
wurde das Vorjahr angepasst, weil der Geschäftsbereich
data center nicht mitveräußert wurde.
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER"Nach bestem Wissen versichern wir, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsvorschriften für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so
dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns für das
verbleibende Geschäftsjahr beschrieben sind."
Fulda, 29. August 2022
KAP AG
Vorstand
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Bei allen Terminen sind Änderungen vorbehalten. Wir
veröffentlichen sämtliche Termine und
Terminaktualisierungen unter
www.kap.de/investor-relations/finanzkalender.
KONTAKTKai Knitter
Head of Investor Relations & Corporate
Communications
36043 Fulda
Telefon +49 661 103-327
E-Mail investorrelations@kap.de
ZUKUNFTSBEZOGENE AUSSAGENDieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen.
Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen
und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit
verfügbaren Informationen. Solche Aussagen unterliegen
Risiken und Unsicherheiten, von denen die meisten schwierig
einzuschätzen sind und die im Allgemeinen
außerhalb der Kontrolle der KAP AG und ihrer
Tochtergesellschaften liegen. Hierzu gehören unter
anderem auch das zukünftige Marktumfeld und die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der
übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration
von Neuerwerbungen und die Realisierung der erwarteten
Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen.
Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und
Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die
Annahmen, auf denen die getroffenen Aussagen basieren, als
unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen
Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit
genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen.
Die KAP AG übernimmt keine gesonderte Verpflichtung,
die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht,
die in diesem Bericht getroffenen vorausschauenden Aussagen
zu aktualisieren.
RUNDUNGENDie Zahlenangaben in diesem Bericht wurden
kaufmännisch gerundet. Entsprechend können
Rundungsdifferenzen auftreten, sodass das Ergebnis einer
Addition der einzelnen Werte möglicherweise nicht
exakt der angegebenen Summe entspricht.
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