KAP AGFuldaHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023Halbjahresbericht 2023 1. Januar bis 30. Juni 2023H1/23KENNZAHLENAusgewählte Kennzahlenscrollen
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BRIEF AN DIE AKTIONÄRESEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN, SEHR GEEHRTE AKTIONÄRE,die Weltwirtschaft war im ersten Halbjahr 2023
unverändert von zahlreichen Unsicherheiten über
die weitere Entwicklung und Belastungen durch hohe Kosten
für Energie und Rohstoffe geprägt. Die Rezession
in Deutschland und die Zinserhöhungen der Notenbanken
führten zu einer stark zurückhaltenden Nachfrage
in unseren Hauptabsatzmärkten Automotive und Bau. Die
daraus entstandenen Effekte betrafen auch unser
Geschäft direkt oder indirekt. Nach einem gutem
Jahresstart waren wir daher im zweiten Quartal mit
signifikant rückläufiger Nachfrage konfrontiert.
Insgesamt zeigte sich die KAP AG im ersten Halbjahr dennoch
krisenfest. Es gelang uns, mit unserem diversifizierten und
auf attraktive Nischen spezialisierten Geschäftsmodell
solide durch das herausfordernde Umfeld zu navigieren. Dies
zeigt auch die positive Umsatzentwicklung im ersten
Halbjahr bei zwei von vier Segmenten. Gleichzeitig haben
wir unser Beteiligungsportfolio erneut geschärft und
damit Spielraum für weitere Investitionen in unsere
Segmente und Teilsegmente gewonnen. Allerdings spüren
wir, wie viele andere breit aufgestellte Unternehmen auch,
dass der erwartete Aufschwung nach der Sommerpause
ausbleibt und das unser Geschäft in den kommenden
Monaten belasten wird.
Positiv entwickelten sich unsere beiden Segmente
precision components und surface technologies im ersten
Halbjahr. Beide Segmente konnten deutlich zweistellige
Wachstumsraten erzielen. Diese Entwicklung glich die
schwache Entwicklung in den beiden Segmenten engineered
products und flexible films nur teilweise aus. Insgesamt
sanken unsere Umsatzerlöse im Berichtszeitraum um 12,3
% auf 201,2 Mio. EUR. Dabei ist jedoch zu
berücksichtigen, dass wir im April 2023 einen Verkauf
eines Teils des Segments flexible films vollzogen haben,
dessen Umsatzbeiträge im Vorjahreswert noch enthalten
sind. Auf vergleichbarer Basis, d. h. ohne die Umsätze
der veräußerten Gesellschaften, lag der Wert
für das erste Halbjahr 2023 bei 180,9 Mio. EUR, was
einem Rückgang von 5,8 % zum Vorjahr entspricht. Die
hohen Produktionskosten infolge gestiegener Material- und
Energiekosten konnten wir im bisherigen Jahresverlauf
zunehmend, wenn auch nicht vollständig, an unsere
Kunden weitergeben. Teilweise war zwar bereits eine
Entspannung in der Preisentwicklung zu beobachten, die
Belastungen auf unsere Rentabilität bleiben in 2023
jedoch unverändert hoch. Das normalisierte EBITDA
verringerte sich entsprechend signifikant um 31,2 % auf
15,9 Mio. EUR, gleichbedeutend mit einer normalisierten
EBITDA-Marge von 7,8 %. Auch bei der Ergebnisentwicklung
zeigt die Betrachtung auf vergleichbarer Basis, d. h. ohne
die Ergebnisbeiträge der im April
veräußerten Gesellschaften, einen etwas
geringeren Rückgang des normalisierten EBITDA um 17,3
% auf 14,3 Mio. EUR.
Als agile und verantwortungsvoll handelnde
Industrieholding hinterfragt der KAP-Konzern
grundsätzlich und permanent die operativen
Aktivitäten in allen Segmenten kritisch und
prüft, an welchen Stellen Veränderungen und
Ergänzungen im Beteiligungsportfolio sinnvoll und
erfolgversprechend sind. Wenn wir Handlungsbedarf
identifiziert haben oder Chancen für eine nachhaltige
Werteentwicklung sehen, handeln wir konsequent. Mit der im
Berichtszeitraum vollzogenen Teilveräußerung des
Segments flexible films haben wir uns von einem Bereich
getrennt, der sich - vor dem Hintergrund der aktuellen
Marktschwäche im Bau - außerhalb des
KAP-Konzerns in einer größeren Gruppe
strategisch besser entwickeln kann. Mit dem sehr
attraktiven Erlös gewinnen wir finanziellen Spielraum
für die strategische Entwicklung unserer bestehenden
Segmente. So wollen wir die jeweilige Marktposition durch
zielgerichtete Investitionen weiter stärken und nicht
zuletzt eine attraktive Dividendenrendite erzielen.
Insgesamt sind wir der festen Überzeugung, dass wir
mit unserem diversifizierten Geschäftsmodell gut
aufgestellt sind. Wir müssen in puncto Effizienz und
Effektivität aber kontinuierlich zulegen, um trotz
aller derzeitigen und kommenden Widrigkeiten weiter
erfolgreich am Markt agieren und den Blick nach vorn
richten zu können. Hierzu haben wir verschiedene
Maßnahmen identifiziert und initiiert, die wir im
zweiten Halbjahr 2023 umsetzen werden. Es handelt sich hier
insbesondere um Personal- und Kapazitätsanpassungen.
Auch vor dem Hintergrund, dass wir nicht mehr, wie zuvor
erwartet, nach einem schwachen zweiten Quartal 2023 von
einer raschen Erholung der Wirtschaft nach der Sommerpause
ausgehen, haben wir unsere Gesamtjahresprognose im August
2023 angepasst. Wir erwarten, dass die Wirtschaft auf dem
aktuell niedrigen Niveau verharrt bzw. sich schwächer
entwickeln wird. Dies gilt insbesondere für die
für KAP relevanten Märkte. Demnach erwarten wir
nun für das Gesamtjahr 2023 einen signifikant
niedrigeren Umsatz und ein signifikant niedrigeres
normalisiertes EBITDA, jeweils mit einer voraussichtlichen
Abweichung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich
gegenüber dem Vorjahr. Bisher wurden Umsatz und
normalisiertes EBITDA leicht über Vorjahr erwartet.
Wir bedanken uns bei allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern des KAP-Konzerns, die mit ihrem täglichen
Engagement die Basis für unsere erfolgreiche
Entwicklung legen. Auch bei unseren
Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern sowie
unseren Aktionärinnen und Aktionären bedanken wir
uns für das große Vertrauen und die Treue.
Mit den besten Grüßen
Ihr Marten Julius Finanzvorstand
KonzernzwischenlageberichtKONZERNZWISCHENLAGEBERICHTGESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENDie zahlreichen Krisen und damit verbundenen
Verwerfungen, die das Wachstumstempo der Weltwirtschaft im
Jahr 2022 spürbar verlangsamten, wirkten sich auch im
ersten Halbjahr 2023 dämpfend auf die globale
konjunkturelle Entwicklung aus. Mehr als ein Jahr nach dem
Einmarsch Russlands in die Ukraine bleibt die Situation in
der globalen Wirtschaft durch die negativen Folgen für
die Rohstoff- und Energiemärkte fragil. Die
Inflationsraten liegen unverändert über dem
Zielkorridor der führenden Zentralbanken. Deren
straffe Geldpolitik mit stufenweisen Zinserhöhungen
führte bereits zu einem leichten Rückgang der
Inflation, verstärkte aber den Druck auf die
Finanzmärkte und behinderte den Aufschwung
zusätzlich. Die steigenden Verbraucherpreise wirkten
sich außerdem negativ auf die Konsumentenstimmung und
die Kaufkraft der Verbraucher aus. Nach Angaben des im Juli
2023 veröffentlichten Prognoseupdates des
Internationalen Währungsfonds (IWF) soll das globale
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 lediglich um 3,0 % steigen.
2022 hatte die Wachstumsrate noch bei 3,5 % gelegen.
Deutlich betroffen von der nachlassenden
Wachstumsdynamik sind die sogenannten fortgeschrittenen
Volkswirtschaften. Für diese Gruppe wird ein
Rückgang der Wachstumsrate um nahezu die Hälfte -
von 2,7 % auf 1,5 % - prognostiziert. Nach Schätzung
des IWF wächst das BIP in der Europäischen Union
(EU) im Gesamtjahr 2023 nur um 0,9 %. Dies entspricht einem
Rückgang der Wachstumsrate um 2,6 Prozentpunkte.
Für die Vereinigten Staaten wird lediglich ein
moderater Rückgang der Wachstumsrate prognostiziert,
und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 1,8 %.
Die deutsche Wirtschaft verzeichnete einen schwachen
Start in das Jahr 2023. Nachdem das BIP-Wachstum bereits
zum Jahresende 2022 ins Minus gerutscht war, sank die
preis-, saison- und kalenderbereinigte Wachstumsrate nach
Berechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im
ersten Quartal 2023 um 0,3 %. Damit befand sich die
Konjunktur mit dem zweiten negativen Quartal in Folge in
einer sogenannten technischen Rezession. Positive Impulse
kamen insbesondere aus den Bauinvestitionen (+3,9 %) und
den Investitionen in Ausrüstungen (+3,2 %). Die
weiterhin hohen Preissteigerungen wirkten sich hingegen
drastisch auf das Konsumentenverhalten aus. Entsprechend
sanken die privaten Konsumausgaben im Vergleich zum
Vorquartal um 1,2 % und betrafen nahezu alle Bereiche. Die
staatlichen Konsumausgaben verringerten sich
zusätzlich um 4,9 % im Vergleich zum Vorquartal. Der
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet
für 2023 mit einem Stillstand der BIP-Entwicklung in
Deutschland und geht in seiner jüngsten Prognose vom
Juni 2023 von einer Wachstumsrate für das Gesamtjahr
von 0,0 % aus.
ENTWICKLUNG WICHTIGER ABNEHMERBRANCHENDie Segmentunternehmen des KAP-Konzerns sind in
verschiedenen Marktnischen aktiv und produzieren im
Wesentlichen Produkte und Lösungen für
Unternehmen aus dem industriellen Bereich. Die Daten zu
aktuellen Entwicklungen auf diesen Märkten sind
aufgrund des speziellen Zuschnitts nur eingeschränkt
öffentlich verfügbar. Wesentlich für die
Entwicklung der Segmente bzw. der Segmentunternehmen sind
die allgemeine konjunkturelle Lage sowie die wichtigsten
Kundenindustrien der Segmentunternehmen: der
Automobilsektor, die Industrieproduktion und das
Baugewerbe.
Die internationalen Automobilmärkte haben nach
Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) im ersten
Halbjahr 2023 mehrheitlich Steigerungen der Neuzulassungen
verzeichnet. Auf dem europäischen Pkw-Markt wurden in
den ersten sechs Monaten gut 6,6 Mio. Fahrzeuge zugelassen.
Das sind 18 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres,
in dem die Entwicklung des europäischen Markts (EU,
EFTA & UK) besonders stark von den Auswirkungen des
Russland-Ukraine-Kriegs geprägt gewesen war. In dieser
positiven Entwicklung spiegelt sich insbesondere eine
höhere Fahrzeugverfügbarkeit aufgrund
spürbar nachlassender Lieferkettenprobleme wider, die
zu überzeichneten Wachstumsraten führte. Für
das Gesamtjahr erwartet der VDA ein Wachstum von rund 9 %
auf knapp 12,3 Mio. Fahrzeuge.
In Deutschland stiegen die Pkw-Neuzulassungen dem VDA
zufolge im ersten Halbjahr 2023 um 13 %. Trotz der
respektablen Wachstumsrate ist das Vorkrisenniveau noch
nicht erreicht: Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten
2019 blieben die Neuzulassungen noch um 24 % zurück.
Unverändert stark entwickelten sich die
Zulassungszahlen vollelektrischer Fahrzeuge mit einem
Anstieg von 32 % auf 220.200 Einheiten. Die Verkäufe
auf dem US-Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Trucks) sind
im Berichtszeitraum um 13 % auf knapp 7,7 Mio. Fahrzeuge
gestiegen. In China wurden mit 11,1 Mio. verkauften
Einheiten rund 9 % mehr Pkw abgesetzt als im
Vergleichszeitraum. Der indische Markt setzte seinen
Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2023 fort: Er legte um 10
% auf 2,0 Mio. verkaufte Pkw zu.
Im produzierenden Gewerbe ist die reale Produktion im
Mai 2023 gegenüber April 2023 nach vorläufigen
Angaben von Destatis saison- und kalenderbereinigt um 0,2 %
gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die
Produktion im Zeitraum von März bis Mai um 0,2 %
höher als in den drei Monaten zuvor. Auch die
Industrieproduktion (produzierendes Gewerbe ohne Energie
und Baugewerbe) stieg in diesem Zeitraum um 0,2 %.
Während die Produktion von Investitionsgütern um
1,3 % wuchs, sank die Produktion von Konsumgütern um
1,2 % und die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,5
%. Außerhalb der Industrie verringerte sich die
Bauproduktion um 0,4 %.
GESCHÄFTS-, UMSATZ- UND ERGEBNIS
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| in Mio. EUR | H1|2023 | H1|2022 1 | Veränderung in % |
| Umsatz | 201,2 | 229,4 | -12,3 |
| EBITDA | 60,3 | 32,2 | 87,3 |
| Normalisierungen | -44,4 | -9,1 | > 100,0 |
| Normalisiertes EBITDA | 15,9 | 23,1 | -31,2 |
| Normalisierte EBITDA-Marge (in %) | 7,9 | 10,1 | -2,2 PP |
| Investitionen | 17,4 | 13,5 | 28,8 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 2.702 | 2.905 | -7,0 |
1 Die Kennzahlen der Vorperiode wurden aufgrund
von Anpassungen im Segment flexible films geändert.
Die Umsatzerlöse des KAP-Konzerns lagen im ersten
Halbjahr 2023 bei 201,2 Mio. EUR, was einem Rückgang
von 12,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (i. Vj.
229,4 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund
der im April 2023 vollzogenen Teilveräußerung
des Segments flexible films sowie des Auslaufens eines
größeren Kundenauftrags zum Jahresende 2022 im
Segment engineered products zu betrachten. Während
sich die Umsätze in den beiden Segmenten surface
technologies und precision components mit deutlich
zweistelligen Wachstumsraten gut entwickelten, fielen die
Umsätze in den beiden Segmenten flexible films und
engineered products bedingt durch Veränderungen im
Konsolidierungskreis bzw. durch das Auslaufen eines
Großauftrages deutlich niedriger aus. Ohne die im
April 2023 veräußerten Gesellschaften, betrug
der Umsatzrückgang 5,8 % auf 180,9 Mio. EUR (i. Vj.
192,0 Mio. EUR). Diese heterogene Entwicklung der Segmente
zeigt, wie wichtig der hohe Diversifizierungsgrad im
KAP-Konzern ist. Sonderentwicklungen und schwächere
Nachfrage in einzelnen Segmenten können durch eine
gute Entwicklung in anderen Segmenten zumindest teilweise
ausgeglichen werden. Insgesamt entwickelte sich das
operative Geschäft im ersten Halbjahr 2023 in einem
herausfordernden Umfeld solide.
Die Materialkosten sanken im Berichtszeitraum aufgrund
von deutlich niedrigeren Rohmaterial- und Energiekosten um
21,6 % auf 107,8 Mio. EUR (i. Vj. 137,5 Mio. EUR) und damit
überproportional zum Umsatz. Entsprechend verringerte
sich die Materialaufwandsquote um 4,6 Prozentpunkte auf
53,9 % (i. Vj. 58,5 %). Der Personalaufwand stieg im ersten
Halbjahr 2023 um 7,3 % auf 55,1 Mio. EUR (i. Vj. 51,3 Mio.
EUR). Im Zusammenspiel mit dem gesunkenen Umsatz
erhöhte sich der Anteil des Personalaufwands an der
Gesamtleistung um 5,8 Prozentpunkte auf 27,6 % (i. Vj. 21,8
%). Hier spiegelt sich insbesondere die schwächere
Auslastung im zweiten Quartal wider, die aufgrund der
Kurzfristigkeit noch nicht durch Gegenmaßnahmen
kompensiert werden konnte.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen infolge
des vollzogenen Teilverkaufs des Segments flexible films
deutlich auf 57,4 Mio. EUR (i. Vj. 17,6 Mio. EUR). Neben
dem Veräußerungsgewinn in Höhe von 44,0
Mio. EUR enthalten die Erträge als weitere wesentliche
Bestandteile Versicherungsentschädigungen in Höhe
von 7,2 Mio. EUR und Kursgewinne in Höhe von 1,8 Mio.
EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten
sich um 7,6 % auf 34,0 Mio. EUR (i. Vj. 31,6 Mio. EUR). Der
Anstieg resultiert im Wesentlichen aus erhöhten
Beratungskosten im Zusammenhang mit dem Teilverkauf des
Segments flexible films.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) stieg im ersten Halbjahr 2023 um 87,3 % auf 60,3
Mio. EUR (i.Vj. 32,2 Mio. EUR) und wurde um Einmal- und
Sondereffekte von insgesamt -44,4 Mio. EUR (i. Vj. 9,1 Mio.
EUR) normalisiert. Die Normalisierungen betrafen
hauptsächlich den Gewinn als auch die Beratungskosten
im Zusammenhang mit dem vollzogenen Teilverkauf des
Segmentes flexible films in Höhe von 44,0 Mio. EUR
sowie gegenläufig einmalige Aufwendungen aus dem
Anlaufen der neuen Produktionsanlage am Standort Jasper,
Alabama, USA. Das normalisierte EBITDA verringerte sich um
31,2 % auf 15,9 Mio. EUR (i.Vj. 23,1 Mio. EUR). Damit
errechnet sich für das erste Halbjahr 2023 eine
normalisierte EBITDA-Marge von 7,9 % (i. Vj. 10,1 %),
gleichbedeutend mit einem Rückgang von 2,2
Prozentpunkten. Auch bei der Ergebnisentwicklung zeigt die
Betrachtung auf vergleichbarer Basis, d. h. ohne die
Ergebnisbeiträge der veräußerten
Gesellschaften des Segments flexible films, einen
geringeren Rückgang des normalisierten EBITDA um 17,3
% auf 14,3 Mio. EUR (i. Vj. 17,3 Mio. EUR) und lediglich
einen Rückgang der normalisierten EBITDA-Marge von 1,1
Prozentpunkten.
Die Abschreibungen stiegen um 50,0 % auf 22,5 Mio. EUR
(i. Vj. 15,0 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert aus
außerplanmäßigen Abschreibungen in
Höhe von 6,9 Mio. EUR. Diese wurden nach einem Brand
im Juni in unserem Werk in Polen im Segment surface
technologies notwendig. Dabei wurden eine große
Anlage und Teile unserer Gebäude zerstört. Der
KAP-Konzern ist gegen solche Schäden versichert. Die
entsprechenden Versicherungsentschädigungen werden
unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.
Das normalisierte Betriebsergebnis (EBIT) verringerte
sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 0,3 Mio. EUR
(i. Vj. 8,1 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Ertragsteuern
verbesserte sich auf 34,6 Mio. EUR (i. Vj. 15,7 Mio. EUR).
Der Steueraufwand lag mit 2,3 Mio. EUR unter dem
Vorjahreswert von 4,7 Mio. EUR. Das Ergebnis aus
aufgegebenen Geschäftsbereichen veränderte sich
mit rund 0,6 Mio. EUR nur geringfügig. Insgesamt stieg
damit im ersten Halbjahr 2023 das
Konzern-Halbjahresergebnis von 11,6 Mio. EUR auf 32,9 Mio.
EUR.
| in Mio. EUR | H1|2023 | H1|2022 1 | Veränderung (in %) |
| Umsatz | 71,3 | 98,7 | -27,8 |
| Normalisiertes EBITDA | 9,2 | 14,4 | -36,1 |
| Normalisierte EBITDA-Marge (in %) | 12,9 | 14,6 | -1,7 PP |
| Investitionen | 2,0 | 2,9 | -31,0 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 492 | 545 | -9,7 |
1 Die Kennzahlen der Vorperiode wurden aufgrund
von Anpassungen im Segment geändert.
Das Segment flexible films erzielte im ersten Halbjahr
2023 Umsatzerlöse in Höhe von 71,3 Mio. EUR und
somit 27,8 % weniger als im starken Vorjahreszeitraum (i.
Vj. 98,7 Mio. EUR). Die Entwicklung des Segments ist im
Wesentlichen auf Veränderungen im Konsolidierungskreis
zurückzuführen. So vollzog die KAP AG im April
2023 den angekündigten Teilverkauf des Segments. Damit
ist der Vergleich mit den Vorjahreszahlen nur bedingt
aussagekräftig. Ohne den Beitrag des erfolgten
Teilverkaufs zeigt sich im ersten Halbjahr 2023 ein um 16,8
% auf 51,0 Mio. EUR (i. Vj. 61,3 Mio. EUR) gesunkener
Segmentumsatz. Hier spiegeln sich mit dem Pandemieende
nachlassende Cocooning-Effekte, aber auch in einigen
wenigen Nischenmärkten gewährte
Preisnachlässe wider. Zudem wirkte sich die
abgeschwächte Baukonjunktur dämpfend aus.
Das normalisierte EBITDA sank entsprechend um 36,1 % auf
9,2 Mio. EUR (i. Vj. 14,4 Mio. EUR) bzw. ohne den Beitrag
aus dem erfolgten Teilverkauf um 11,6 % auf 7,6 Mio. EUR
(i. Vj. 8,6 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge verringerte sich um
1,7 Prozentpunkte auf 12,9 % (i. Vj. 14,6 %) bzw. stieg um
0,9 Prozentpunkte auf 14,9 % (i. Vj. 14,0 %) ohne
Berücksichtigung des Beitrags aus dem erfolgten
Teilverkauf des Segments.
Im Berichtszeitraum investierte das Segment 2,0 Mio. EUR
und damit 31,0 % weniger als im Vergleichszeitraum (i. Vj.
2,9 Mio. EUR). Die Investitionen bezogen sich im
Wesentlichen auf Maßnahmen zur Effizienzsteigerung.
Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich zum 30. Juni
2023 - bedingt durch die Veränderungen im
Konsolidierungskreis - um 9,7 % auf 492 (i. Vj. 545).
| in Mio. EUR | H1|2023 | H1|2022 | Veränderung (in %) |
| Umsatz | 65,1 | 76,4 | -14,8 |
| Normalisiertes EBITDA | 3,2 | 5,3 | -39,6 |
| Normalisierte EBITDA-Marge (in %) | 4,9 | 6,9 | -2,0 PP |
| Investitionen | 2,8 | 4,1 | -31,7 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 803 | 887 | -9,5 |
Im Segment engineered products gingen die
Umsatzerlöse bedingt durch einen zum Jahresende 2022
ausgelaufenen größeren Kundenauftrag um 14,8 %
auf 65,1 Mio. EUR (i.Vj. 76,4 Mio. EUR) zurück.
Zusätzlich wirkte sich eine zunehmende
Zurückhaltung bei den Abrufvolumen von Kunden aus der
Automobilindustrie negativ auf die Umsatzentwicklung aus.
Vor dem Hintergrund des ausgelaufenen margenstarken
Auftrags und einer schwachen Entwicklung des
Automobilgeschäfts verringerte sich das normalisierte
EBITDA um 39,6 % auf 3,2 Mio. EUR (i.Vj. 5,3 Mio. EUR).
Entsprechend sank die normalisierte EBITDA-Marge um 2,0
Prozentpunkte auf 4,9 % (i. Vj. 6,9 %). Umfassende
Initiativen für ein optimiertes Working Capital
Management, zu denen insbesondere Maßnahmen für
eine effizientere Vorratshaltung zählen, wirkten sich
im ersten Halbjahr 2023 positiv aus und führten zu
einer deutlichen Verringerung des Working Capital in diesem
Segment.
Die Investitionen gingen im Berichtszeitraum im Segment
wie geplant um 31,7 % auf 2,8 Mio. EUR (i. Vj. 4,1 Mio.
EUR) zurück. Im Vorjahreszeitraum waren noch
wesentliche Investitionen für den Bau einer neuen
Produktionshalle und -anlage am Standort Hessisch Lichtenau
angefallen. Diese Bauvorhaben zur Steigerung der
Produktionskapazitäten wurden im Juli 2023
abgeschlossen.
Zum 30. Juni 2023 waren im Segment 803 Mitarbeiter (i.
Vj. 887) beschäftigt und damit 9,5 % weniger als zum
Vorjahresstichtag. Der Mitarbeiterrückgang ist auf den
schon erwähnten ausgelaufenen Kundenauftrag
zurückzuführen, der zu einer entsprechenden
Anpassung der Belegschaft geführt hat.
| in Mio. EUR | H1|2023 | H1|2022 | Veränderung (in %) |
| Umsatz | 36,6 | 32,5 | 12,6 |
| Normalisiertes EBITDA | 3,5 | 3,9 | -10,3 |
| Normalisierte EBITDA-Marge (in %) | 9,6 | 12,0 | -2,4 PP |
| Investitionen | 10,6 | 2,7 | > 100,0 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 735 | 765 | -3,9 |
Im Segment surface technologies stiegen die
Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2023 um 12,6 % auf
36,6 Mio. EUR (i. Vj. 32,5 Mio. EUR). Zu diesen positiven
Entwicklungen trugen nennenswerte Umsatzbeiträge aus
dem neuen US-amerikanischen Standort Jasper sowie eine
bessere Kapazitätsauslastung der Zink-Nickel-Anlage in
Polen bei. In diesem Werk hat es Ende Juni einen Brand
gegeben. Dabei gab es keinen Personenschaden, es wurden
eine große Anlage und Teile unserer Gebäude
zerstört. Der eingetretene Schaden ist jedoch
versichert und fast alle Aufträge konnten auf
anderweitige Produktionseinrichtungen verlagert werden,
sodass der Brand kaum Auswirkungen für unsere Kunden
sowie auf den Umsatz und das Ergebnis hat. Weiterhin trugen
Preiserhöhungen infolge der stark gestiegenen
Energiepreise zum Umsatzwachstum bei, wobei diese
erhöhten Kosten nicht vollständig weitergegeben
werden konnten. Dies wirkte sich ebenso negativ auf die
Rentabilität im Segment aus wie die Aufwendungen im
Zusammenhang mit Optimierungen im Produktionsprozess in
Jasper. Das normalisierte EBITDA verringerte sich
entsprechend um 10,3 % auf 3,5 Mio. EUR (i. Vj. 3,9 Mio.
EUR). Die normalisierte EBITDA-Marge sank um 2,4
Prozentpunkte auf 9,6 % (i. Vj. 12,0 %).
Die Investitionen in diesem Segment stiegen im
Berichtszeitraum deutlich auf 10,6 Mio. EUR (i. Vj. 2,7
Mio. EUR) und betrafen vor allem weitere Investitionen in
unseren neuen Standort in Jasper.
Zum 30. Juni 2023 waren im Segment 735 Mitarbeiter
beschäftigt, gleichbedeutend mit einem leichten
Rückgang von 3,9 % im Vergleich zum Ende des
vergleichbaren Vorjahresstichtags (i. Vj. 765).
| in Mio. EUR | H1|2023 | H1|2022 | Veränderung (in %) |
| Umsatz | 28,1 | 22,2 | 26,6 |
| Normalisiertes EBITDA | 1,7 | 0,7 | > 100,0 |
| Normalisierte EBITDA-Marge (in %) | 6,0 | 3,2 | 2,8 PP |
| Investitionen | 1,4 | 3,6 | -61,1 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 611 | 646 | -5,4 |
Das Segment precision components verzeichnete im ersten
Halbjahr 2023 einen deutlichen Umsatzanstieg um 26,6 % auf
28,1 Mio. EUR (i. Vj. 22,2 Mio. EUR). Zu dieser positiven
Entwicklung trugen insbesondere eine verstärkte
Weitergabe der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise an
die Segmentkunden sowie mengenseitige Umsatzgewinne bei.
Das normalisierte EBITDA wuchs auf 1,7 Mio. EUR (i. Vj. 0,7
Mio. EUR). Zusätzliche Erfolge bei den konsequent
umgesetzten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der
etablierten Produktionsprozesse an verschiedenen Standorten
und ein insgesamt höherwertiger Produktmix
führten zu einer wesentlichen Verbesserung der
Rentabilität. Entsprechend stieg die normalisierte
EBITDA-Marge um 2,8 Prozentpunkte auf 6,0 % (i. Vj. 3,2 %).
Die Investitionen im Segment sanken um 61,1% auf 1,4
Mio. EUR (i. Vj. 3,6 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist
insbesondere auf die hohen Investitionen in das Werk in
Dresden zurückzuführen, welche im
Vergleichszeitraum des Vorjahres anfielen.
Die Zahl der Mitarbeiter lag zum 30. Juni 2023 bei 611
(i. Vj. 646). Dies entspricht einem Rückgang um 5,4 %
und ist auf durchgeführte
Effizienzsteigerungsmaßnahmen
zurückzuführen.
| in Mio. EUR | H1|2023 | H1|2022 1 | Veränderung in % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 8,1 | 8,6 | -5,8 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 63,1 | -37,9 | > 100,0 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -31,4 | 28,5 | >-100,0 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 39,8 | -0,8 | > 100,0 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 49,5 | 16,6 | > 100,0 |
1 Die Kennzahlen der Vorperiode wurden aufgrund
von Anpassungen im Segment flexible films geändert.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
ist im ersten Halbjahr 2023 leicht auf 8,1 Mio. EUR (i. Vj.
8,6 Mio. EUR) gesunken. Der Rückgang resultiert aus
dem im Vergleich zur Vorperiode rückläufigen
operativen Geschäft. Ein aktives und effizientes
Working Capital Management konnte diese Effekte teilweise
kompensieren. Das Working Capital verringerte sich im
Berichtsjahr erneut um 4,1 Mio. EUR auf 80,5 Mio. EUR (i.
Vj. 84,6 Mio. EUR).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei 63,1
Mio. EUR (i. Vj. -37,9 Mio. EUR). Im Vorjahreszeitraum sind
in dem Mittelabfluss die Investitionen für den Erwerb
von Haogenplast enthalten, während im Berichtszeitraum
der Mittelzufluss aus dem Teilverkauf des Segmentes
flexible films realisiert wurde.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
ersten Halbjahr 2023 -31,4 Mio. EUR (i. Vj. 28,5 Mio. EUR).
Die aus dem Teilverkauf des Segments flexible films
resultierenden Mittel wurden teilweise dafür genutzt,
bestehende Finanzschulden zu begleichen. Im
Vorjahreszeitraum musste dagegen die Übernahme von
Haogenplast finanziert werden.
Zum 30. Juni 2023 lag die Bilanzsumme des KAP-Konzerns
bei 390,7 Mio. EUR und damit 11,2 Mio. EUR unter dem Stand
zum Jahresende 2022 in Höhe von 401,9 Mio. EUR.
Auf der Aktivseite verringerten sich die langfristigen
Vermögenswerte um 5,8 Mio. EUR auf 203,0 Mio. EUR
(31.12.2022: 208,8 Mio. EUR). Die immateriellen
Vermögenswerte sanken um 1,7 Mio. EUR auf 29,1 Mio.
EUR. Hauptsächlich bedingt durch den Brand in unserem
Werk in Polen und die damit zusammenhängenden
außerplanmäßigen Abschreibungen sank das
Sachanlagevermögen um 5,0 Mio. EUR auf 168,6 Mio. EUR.
Die übrigen Finanzanlagen erhöhten sich um 1,3
Mio. EUR auf 1,7 Mio. EUR. Gegenüber dem 31. Dezember
2022 sanken die aktiven latenten Steueransprüche um
0,5 Mio. EUR auf 3,6 Mio. EUR.
Die kurzfristigen Vermögenswerte wuchsen deutlich
um 43,0 Mio. EUR auf 186,4 Mio. EUR (31.12.2022: 143,4 Mio.
EUR). Diese Entwicklung ist vor allem auf den
Liquiditätszufluss aus der Teilveräußerung
des Segments flexible films zurückzuführen. Die
liquiden Mittel stiegen in der Stichtagsbetrachtung um 39,7
Mio. EUR auf 49,5 Mio. EUR. Die weitere Optimierung des
Working Capital Management, insbesondere das effizientere
Vorratsmanagement, führte zu einer Reduzierung der
Vorräte um 10,5 Mio. EUR auf 64,7 Mio. EUR. Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten
sich hingegen um 3,2 Mio. EUR auf 49,1 Mio. EUR. Die
sonstigen Forderungen und Vermögenswerte stiegen
aufgrund von Versicherungserstattungsansprüchen im
Zusammenhang mit dem Brand in unserem Werk in Polen um 10,4
Mio. EUR auf 21,7 Mio. EUR. Die Forderungen aus
Ertragsteuern lagen bei 1,3 Mio. EUR und veränderten
sich damit nur unwesentlich. Nach der im April erfolgten
Teilveräußerung des Segments flexible films
sanken die zur Veräußerung gehaltenen
langfristigen Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen insgesamt um 48,5 Mio. EUR
auf 1,2 Mio. EUR.
Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital
um 31,2 Mio. EUR auf 208,1 Mio. EUR (31.12.2022: 176,9 Mio.
EUR). Der Anstieg ist auf das erwirtschaftete
Periodenergebnis zurückzuführen. Die
langfristigen Schulden fielen zum Stichtag um 24,4 Mio. EUR
auf 84,0 Mio. EUR. Der Rückgang der langfristigen
Finanzverbindlichkeiten um 22,7 Mio. EUR auf 63,0 Mio. EUR
ist auf die erfolgten Tilgungsleistungen im Zusammenhang
mit dem Geldeingang aus dem Teilverkauf des Segments
flexible films zurückzuführen. Die
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen veränderten sich mit einem
Rückgang um 0,3 Mio. EUR nur geringfügig auf 12,6
Mio. EUR. Die latenten Steuerverbindlichkeiten lagen bei
8,0 Mio. EUR, nachdem sie zum Vorjahresstichtag 9,4 Mio.
EUR betragen hatten.
Die kurzfristigen Schulden sanken um 5,9 Mio. EUR auf
98,6 Mio. EUR. Während die übrigen
Verbindlichkeiten, unter denen auch verschiedene Posten im
Zusammenhang mit dem Teilverkauf des Segments flexible
films subsumiert sind, um 65,6 % auf 25,0 Mio. EUR stiegen,
waren alle anderen kurzfristigen Passivpositionen
rückläufig. So verringerten sich die
kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten durch die oben schon
erwähnten Tilgungen um 8,5 Mio. EUR auf 23,4 Mio. EUR.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
reduzierten sich um 3,2 Mio. EUR auf 33,3 Mio. EUR. Die
übrigen Rückstellungen sanken um 4,0 Mio. EUR auf
9,4 Mio. EUR; die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern
verringerten sich um 0,3 Mio. EUR auf 7,3 Mio. EUR. Die
Schulden in Verbindung mit aufgegebenen
Geschäftsbereichen und Veräußerungsgruppen
reduzierten sich durch den Teilverkauf des Segments
flexible films um 12,2 Mio. EUR auf 0 EUR.
Eine Beschreibung der wesentlichen Chancen und Risiken
sowie der Grundsätze des Risikomanagementsystems des
KAP-Konzerns enthält der Konzernlagebericht im
veröffentlichten Geschäftsbericht 2022 auf den
Seiten 50 ff. Die dort dargestellte Chancen- und
Risikosituation des KAP-Konzerns hat sich im ersten
Halbjahr 2023 nicht wesentlich verändert.
Die sich aus dem Russland-Ukraine-Krieg ergebenden
Risiken, die zu Preissteigerungen und infolgedessen
sinkenden Konsumausgaben führen könnten, etwa die
anhaltend erhöhte Inflation, stellen unverändert
den größten Unsicherheitsfaktor für die
kurz- und mittelfristige Entwicklung der Weltwirtschaft
dar. Diese Unsicherheiten können zu einer weiteren
Abschwächung der globalen BIP-Entwicklung führen.
Mit der Diversifikation des KAP-Konzerns über mehrere
Segmente und einem breiten Produktportfolio ist die
Abhängigkeit von Entwicklungen einzelner Branchen zwar
minimiert, negative Auswirkungen einer verlangsamten
Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft auf den KAP-Konzern
können aber nicht ausgeschlossen werden. Es lässt
sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts
nicht konkret abschätzen, welchen weiteren Verlauf der
Russland-Ukraine-Krieg nimmt und welchen konkreten Einfluss
die daraus resultierenden Auswirkungen auf den KAP-Konzern
haben werden.
Unter Berücksichtigung sämtlicher bekannter
Tatsachen sind momentan keine Einzelrisiken erkennbar, die
den Fortbestand des KAP-Konzerns gefährden. Dies gilt
auch für die Gesamtbetrachtung aller Risiken.
Der Aufsichtsrat hat am 07. August 2023 im Einvernehmen
mit Herrn Eckehard Forberich entschieden, sich von Herrn
Eckehard Forberich als Vorstandsmitglied und -sprecher der
KAP AG zu trennen.
Darüber hinaus hat die KAP AG am 21. August 2023
ihre Gesamtjahresprognose angepasst. Demnach werden nun
für das Gesamtjahr 2023 ein signifikant niedrigerer
Umsatz und ein signifikant niedrigeres normalisiertes
EBITDA, jeweils mit einer voraussichtlichen Abweichung im
niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem
Vorjahr, prognostiziert. Bisher wurden Umsatz und
normalisiertes EBITDA leicht über Vorjahr erwartet.
Bis zum 29. August 2023 (Freigabe zur
Veröffentlichung durch den Vorstand) waren keine
weiteren wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag zu
verzeichnen.
Für das Gesamtjahr gehen wir davon aus, dass unser
Geschäftsverlauf deutlich von Herausforderungen in
unseren relevanten Endmärkten beeinflusst wird. Auch
vor dem Hintergrund, dass wir nicht mehr, wie zuvor
erwartet, nach einem schwachen zweiten Quartal 2023 von
einer raschen Erholung der Wirtschaft nach der Sommerpause
ausgehen, haben wir unsere Gesamtjahresprognose im August
2023 angepasst. Wir erwarten, dass die Wirtschaft auf dem
aktuell niedrigen Niveau verharrt bzw. sich schwächer
entwickeln wird. Dies gilt insbesondere für die
für KAP relevanten Märkte. Demnach erwarten wir
nun für das Gesamtjahr 2023 einen signifikant
niedrigeren Umsatz und ein signifikant niedrigeres
normalisiertes EBITDA, jeweils mit einer voraussichtlichen
Abweichung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich
gegenüber dem Vorjahr. Bisher wurden Umsatz und
normalisiertes EBITDA leicht über Vorjahr erwartet. Im
Vorjahr wurden, ohne die veräußerten
Gesellschaften des Segments flexible films
Umsatzerlöse in Höhe von 360,1 Mio. EUR und ein
normalisiertes EBITDA von 23,5 Mio. EUR erzielt.
Entwicklung des KAP-Konzerns im 1. Halbjahr 2023
| in TEUR | H1|2023 | H1|2022 1 |
| Umsatzerlöse | 201.164 | 229.413 |
| Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen | -1.364 | 5.576 |
| Gesamtleistung | 199.800 | 234.989 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 57.374 | 17.601 |
| Materialaufwand | -107.775 | -137.469 |
| Personalaufwand | -55.102 | -51.334 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -22.494 | -15.023 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -33.970 | -31.574 |
| Betriebsergebnis | 37.833 | 17.189 |
| Zinsergebnis | -3.220 | -1.580 |
| Übriges Finanzergebnis | -31 | 89 |
| Finanzergebnis | -3.251 | -1.491 |
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern | 34.582 | 15.698 |
| Ertragsteuern | -2.316 | -4.714 |
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 32.266 | 10.984 |
| Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern | 643 | 579 |
| Konzern-Jahresergebnis nach Steuern | 32.909 | 11.563 |
| Ergebnisanteile fremder Gesellschafter | 558 | 31 |
| Konzern-Jahresergebnis der Aktionäre der KAP AG | 33.467 | 11.594 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 4,31 | 1,49 |
| Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 0,08 | 0,07 |
| 4,39 | 1,56 |
| in TEUR | H1|2023 | H1|2022 1 |
| Konzernergebnis nach Steuern | 32.909 | 11.564 |
| Unrealisierte Gewinne aus der Währungsumrechnung | -1.429 | -448 |
| Posten, die zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | -1.429 | -448 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -1.429 | -448 |
| davon Anteil der Aktionäre der KAP AG am sonstigen Ergebnis nach Steuern | -1.429 | -448 |
| Konzern-Gesamtergebnis | 31.480 | 11.116 |
| davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzern-Gesamtergebnis | -558 | -31 |
| davon Anteil der Aktionäre der KAP AG am Konzern-Gesamtergebnis | 32.038 | 11.147 |
| in TEUR | 30.06.2023 | 31.12.2022 |
| VERMÖGENSWERTE | ||
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 29.135 | 30.782 |
| Sachanlagen | 168.622 | 173.571 |
| Übrige Finanzanlagen | 1.717 | 384 |
| Latente Steueransprüche | 3.566 | 4.087 |
| 203.040 | 208.824 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 64.739 | 75.218 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 49.099 | 45.921 |
| Ertragsteuererstattungsansprüche | 1.298 | 1.243 |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 21.721 | 11.292 |
| Flüssige Mittel | 49.522 | 9.750 |
| 186.379 | 143.425 | |
| Als zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte und Veräußerungsgruppe | 1.234 | 49.695 |
| 390.653 | 401.944 |
| in TEUR | 30.06.2023 | 31.12.2022 |
| EIGENKAPITAL UND SCHULDEN | ||
| Eigenkapital und Rücklagen | ||
| Gezeichnetes Kapital | 20.196 | 20.196 |
| Kapitalrücklage | 86.921 | 86.921 |
| Rücklagen | 12.610 | 14.039 |
| Bilanzergebnis | 88.300 | 55.137 |
| Eigenkapital der Aktionäre der KAP AG | 208.027 | 176.293 |
| Anteile fremder Gesellschafter | 26 | 583 |
| 208.053 | 176.876 | |
| Langfristige Schulden | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 12.608 | 12.876 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 63.027 | 85.684 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 8.031 | 9.443 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 381 | 381 |
| 84.047 | 108.385 | |
| Kurzfristige Schulden | ||
| Übrige Rückstellungen | 9.422 | 13.380 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 23.446 | 31.903 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 33.309 | 36.506 |
| Ertragsteuerschulden | 7.330 | 7.620 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 25.046 | 15.124 |
| 98.553 | 104.533 | |
| Schulden in Verbindung mit Veräußerungsgruppe | - | 12.150 |
| 390.653 | 401.944 |
| Gewinnrücklagen | ||||||
| in TEUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Währungsdifferenzen | Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | Übrige | Summe |
| 01.01.2022 | 20.196 | 86.921 | -19.969 | -6.115 | 9.411 | -16.672 |
| Fehlerkorrekturen | - | - | 26.717 | - | 2.567 | 29.284 |
| Summe 01.01.2022 (rückwirkend angepasst) zu Beginn des Geschäftsjahres | 20.196 | 86.921 | 6.748 | -6.115 | 11.978 | 12.612 |
| Konzern-Jahresergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | - | -449 | - | - | -449 |
| Gesamtergebnis | - | - | -449 | - | - | -449 |
| Sonstige Veränderungen | - | - | - | - | - | - |
| 30.06.2022 (rückwirkend angepasst) | 20.196 | 86.921 | 6.300 | -6.115 | 11.978 | 12.163 |
| 01.01.2023 | 20.196 | 86.921 | 6.059 | -3.998 | 11.978 | 14.039 |
| Konzern-Jahresergebnis | - | - | - | - | - | - |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | - | -1.429 | - | - | -1.429 |
| Gesamtergebnis | - | - | -1.429 | - | - | -1.429 |
| Dividendenausschüttungen | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Veränderungen | - | - | - | - | - | - |
| 30.06.2023 | 20.196 | 86.921 | 4.631 | -3.998 | 11.978 | 12.610 |
| in TEUR | Konzernbilanzergebnis | Eigenkapital Aktionäre KAP | Anteile fremder Gesellschafter | Eigenkapital gesamt |
| 01.01.2022 | 91.696 | 182.141 | 546 | 182.687 |
| Fehlerkorrekturen | -26.717 | 2.567 | - | 2.567 |
| Summe 01.01.2022 (rückwirkend angepasst) zu Beginn des Geschäftsjahres | 64.979 | 184.708 | 546 | 185.254 |
| Konzern-Jahresergebnis | 11.594 | 11.594 | -31 | 11.563 |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | -449 | - | -449 |
| Gesamtergebnis | 11.594 | 11.144 | -31 | 11.114 |
| Sonstige Veränderungen | -13 | -13 | - | -13 |
| 30.06.2022 (rückwirkend angepasst) | 76.560 | 195.840 | 516 | 196.356 |
| 01.01.2023 | 55.137 | 176.292 | 583 | 176.876 |
| Konzern-Jahresergebnis | 33.467 | 33.467 | -558 | 32.909 |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - | -1.429 | - | -1.429 |
| Gesamtergebnis | 33.467 | 32.037 | -558 | 31.480 |
| Dividendenausschüttungen | -300 | -300 | - | -300 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - | - |
| Sonstige Veränderungen | -3 | -3 | - | -3 |
| 30.06.2023 | 88.300 | 208.027 | 26 | 208.053 |
Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es bei der
Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.
| in TEUR | H1|2023 | H1|2022 |
| Konzern-Jahresergebnis nach Steuern | 32.909 | 11.563 |
| abzgl. Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern | -643 | -579 |
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 32.266 | 10.984 |
| Zinserträge | -276 | -33 |
| Zinsaufwendungen | 3.495 | 1.613 |
| Ertragssteuern | 2.316 | 4.714 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern | 37.802 | 17.278 |
| Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens (saldiert mit Zuschreibungen) | 22.494 | 15.023 |
| Veränderung der Rückstellungen | -4.226 | -6.326 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | -522 | 966 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens einschließlich zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | -44.454 | -1.445 |
| Veränderung der Vorräte, Forderungen und sonstigen Vermögenswerte, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -3.128 | -34.907 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 6.725 | 21.825 |
| Erhaltene Zinsen | 276 | 33 |
| Gezahlte Zinsen | -3.285 | -1.613 |
| Gezahlte Ertragsteuern | -3.553 | -2.280 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 8.128 | 8.554 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen einschließlich Renditeimmobilien | 751 | 2.322 |
| Investitionen in Sachanlagen | -15.796 | -10.623 |
| Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte | -442 | -350 |
| Mittelzufluss aus dem Abgang von konsolidierten Unternehmen | 79.878 | 0 |
| Mittelabfluss aus dem Zugang von konsolidierten Unternehmen abzüglich übernommener Zahlungsmittel | 0 | -29.299 |
| Investitionen in das Wertpapierportfolio | -1.333 | 0 |
| Einzahlungen durch Tilgungen von Finanzforderungen | 0 | 14 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | 63.058 | -37.936 |
| Dividendenausschüttungen | -300 | 0 |
| Einzahlungen durch die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | -26.493 | 104.954 |
| Auszahlungen zur Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -2.417 | -1.125 |
| Auszahlungen zur Tilgung von Bankverbindlichkeiten | -2.205 | -75.303 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | -31.414 | 28.526 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 39.772 | -856 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 9.750 | 17.421 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 49.522 | 16.565 |
Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 der KAP AG wurde
in Übereinstimmung mit den in den EU-Mitgliedsstaaten
anzuwendenden International Financial Reporting Standards
(IFRS) aufgestellt. Der Zwischenbericht entspricht den
Vorschriften über die Zwischenberichterstattung des
IAS 34. Die Darstellung erfolgt in verkürzter Form.
Der Zwischenabschluss enthält Angaben und
Erläuterungen zu Posten der Konzernbilanz, der
KonzernGewinn- und -Verlustrechnung, der
Konzern-Kapitalflussrechnung, zur Entwicklung des
Konzern-Eigenkapitals und zur Segmentberichterstattung,
sofern diese von Bedeutung sind.
Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Alle
Angaben werden, sofern nicht gesondert vermerkt, in tausend
Euro (TEUR) gemacht. Aufgrund der Darstellung in TEUR kann
es bei der Aufsummierung zu Rundungsdifferenzen kommen.
Die KAP AG ist eine börsennotierte
Industrieholding, die sich an mittelständisch
geprägten Unternehmen beteiligt. Die KAP AG hat ihren
Sitz in der Edelzeller Straße 44, 36043 Fulda,
Deutschland, und ist beim Amtsgericht Fulda unter HRB 5859
im Handelsregister B eingetragen.
In den Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 werden neben
der KAP AG sämtliche wesentlichen in- und
ausländischen Tochterunternehmen, die unter der
rechtlichen/faktischen Kontrolle der KAP AG stehen,
einbezogen.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der KAP AG 22
inländische und 19 ausländische Unternehmen (i.
Vj. 28 inländische und 21 ausländische
Unternehmen).
Die Steinweg Kunststoffolien GmbH, Castrop-Rauxel,
befindet sich in Liquidation und ist für die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von
untergeordneter Bedeutung. Die Gesellschaft wurde deshalb
zum 1. Januar 2023 entkonsolidiert.
Im dritten Quartal 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat
beschlossen, einen Teil des Segments flexible films zu
verkaufen. Die zu veräußernden Gesellschaften
wurden in einer Veräußerungsgruppe
zusammengefasst. Das Signing fand am 6. März 2023
statt. Am 21. April 2023 hat die KAP AG den Verkauf dieses
Teilbereichs des Segments flexible films an die Kingspan
Holding GmbH, eine Gesellschaft der Kingspan Group Plc.,
Ireland, abgeschlossen. Bei den veräußerten
Gesellschaften handelt es sich um die CaPlast
Kunststoffverarbeitungs GmbH, Nordkirchen, die AerO Coated
Fabrics B.V., Tilburg/Niederlande, die AerO Holding B.V.,
Tilburg/ Niederlande, die NOW Contec GmbH,
WaldfischbachBurgalben, die now Contec GmbH & Co. KG,
Waldfischbach-Burgalben, die Convert Vliesveredlung GmbH,
Waldfischbach-Burgalben, sowie die Convert Vliesveredlung
GmbH & Co. KG, WaldfischbachBurgalben. Der
Verkaufserlös für die
Veräußerungsgruppe beträgt 85,3 Mio. EUR.
Auf Konzernebene ergibt sich ein Gewinn aus dem Verkauf der
Veräußerungsgruppe in Höhe von 44,0 Mio.
EUR.
Die Entkonsolidierungserfolge aus der
Veräußerungsgruppe werden in den sonstigen
betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Zeitpunkt
für die Erst- und Entkonsolidierung ist
grundsätzlich der Übergang der Beherrschung. Die
sich aus der Veränderung des Konsolidierungskreises
ergebenden Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage werden, sofern von Bedeutung, entsprechend
erläutert.
Auf alle Unternehmenszusammenschlüsse wird die
Erwerbsmethode angewendet. Die erworbenen
Vermögenswerte und Schulden der voll konsolidierten
Unternehmen werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten
angesetzt.
Ein nach der Kaufpreisallokation verbleibender aktiver
Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert
ausgewiesen. Für alle Geschäfts- oder Firmenwerte
erfolgt nach Zuordnung zu einer zahlungsmittelgenerierenden
Einheit regelmäßig eine Überprüfung
auf Wertminderung.
Ein verbleibender passiver Unterschiedsbetrag wird
sofort erfolgswirksam vereinnahmt.
Nicht dem Mutterunternehmen zustehende Anteile an
Kapital und Ergebnis voll konsolidierter
Tochtergesellschaften werden als Anteile fremder
Gesellschafter innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen.
Änderungen der Beteiligungsquote des
Mutterunternehmens an Tochterunternehmen, die nicht zu
Verlust oder Erwerb der Beherrschung führen, werden
als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und
Erträge sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und
Rückstellungen zwischen Konzerngesellschaften werden
ebenso eliminiert wie Ergebnisse aus konzerninternen
Transaktionen, sofern sich diese auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage auswirken würden.
In den Einzelabschlüssen ausgewiesene
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden
bei Zugang mit dem Anschaffungskurs bilanziert. Zum
Bilanzstichtag entstandene Kursgewinne und -verluste aus
Veränderungen der Wechselkurse werden erfolgswirksam
im Periodenergebnis erfasst.
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten
Abschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen erfolgt
auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen
Währung anhand der modifizierten
Stichtagskursmethode. Da die Tochtergesellschaften ihre
Geschäfte grundsätzlich in finanzieller,
wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht
eigenständig betreiben, entspricht die funktionale
Währung der Landeswährung des Sitzes der
Gesellschaft.
Sämtliche Vermögenswerte und Schulden werden
zum Mittelkurs am Bilanzstichtag, Aufwendungen und
Erträge zum Periodendurchschnittskurs umgerechnet.
Umrechnungsdifferenzen, die sich aus abweichenden
Umrechnungskursen in Bilanz und Gewinn - und
Verlustrechnung ergeben, werden erfolgsneutral im
Eigenkapital erfasst.
Bei konsolidierten Gesellschaften, an denen die KAP AG
zu weniger als 100 % beteiligt ist, werden die durch die
Währungsumrechnung entstehenden
Umrechnungsdifferenzen, soweit sie auf die Anteile fremder
Gesellschafter entfallen, gesondert unter Anteile fremder
Gesellschafter ausgewiesen.
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der
Schuldenkonsolidierung werden grundsätzlich
erfolgswirksam behandelt.
Es wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
| Jahresdurchschnitt | Mittelkurs am Bilanzstichtag | ||||
| 1 EUR = | 2023 | 2022 | 30.06.2023 | 31.12.2022 | 30.06.2022 |
| Belarus-Rubel | 2,7256 | 3,3613 | 2,7395 | 2,6948 | 3,5118 |
| Chinesischer Yuan | 7,4850 | 7,0843 | 7,8739 | 7,4355 | 6,9802 |
| Indische Rupie | 88,7528 | 83,3227 | 89,0120 | 88,1567 | 82,0327 |
| Israelischer Schekel | 3,8766 | 3,5762 | 4,0343 | 3,7542 | 3,6321 |
| Polnischer Zloty | 4,6274 | 4,6372 | 4,4470 | 4,6858 | 4,6875 |
| Schwedische Krone | 11,3317 | 10,4788 | 11,8150 | 11,0775 | 10,7233 |
| Südafrikanischer Rand | 19,6636 | 16,8487 | 20,6443 | 18,0774 | 16,9489 |
| Tschechische Krone | 23,7070 | 24,6433 | 23,7790 | 24,1440 | 24,7440 |
| Ungarischer Forint | 381,1707 | 374,7233 | 371,9000 | 400,3800 | 396,5300 |
| US-Dollar | 1,0795 | 1,0944 | 1,0854 | 1,0676 | 1,0401 |
Für den Konzernabschluss der KAP AG werden die
Einzelabschlüsse sämtlicher in- und
ausländischer Tochtergesellschaften nach einheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
In den International Financial Reporting Standards wird
mit dem IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwerts) die
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert einschließlich
der erforderlichen Angaben weitgehend einheitlich geregelt.
Der beizulegende Zeitwert ist der Wert, der durch den
Verkauf eines Vermögenswerts erzielt werden
würde, beziehungsweise der Preis, der gezahlt werden
müsste, um eine Schuld zu übertragen. Es wird die
dreistufige Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 angewendet.
Der Hierarchiestufe 1 werden finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet,
sofern ein Börsenpreis für Vermögenswerte
und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die
Zuordnung zur Hierarchiestufe 2 erfolgt, sofern ein
Bewertungsmodell angewendet wird oder der Preis aus
vergleichbaren Transaktionen abgeleitet wird. Finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der
Hierarchiestufe 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende
Zeitwert signifikant aus nicht beobachtbaren Parametern
ermittelt wird.
Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwertes eines
nichtfinanziellen Vermögenswertes wird die
Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt,
durch die wirtschaftlich sinnvollste und beste Verwendung
des Vermögenswertes oder durch dessen Verkauf an einen
anderen Marktteilnehmer, der für den
Vermögenswert die wirtschaftlich sinnvollste und beste
Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den
jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die
ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden
Zeitwertes zur Verfügung stehen. Dabei ist die
Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren
möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer
Inputfaktoren möglichst gering zu halten.
Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der
beizulegende Zeitwert bestimmt oder angegeben wird, werden
in die nachfolgend beschriebene Hierarchie gemäß
IFRS 13 eingeordnet, basierend auf dem Inputfaktor der
niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum
beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:
| ― |
Stufe 1: In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht bereinigte) Preise. |
| ― |
Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen die Inputfaktoren auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar sind. |
| ― |
Stufe 3: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe auf dem Markt nicht beobachtbar ist. |
Auf welcher Ebene die Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert insgesamt eingestuft wird, bestimmt sich nach dem
niedrigsten Level, dessen Input für die Bewertung als
Ganzes erheblich ist. Die unterschiedlichen Level der
Hierarchie bedingen unterschiedlich detaillierte Angaben.
Immaterielle Vermögenswerte werden nur dann
bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der erwartete
künftige Nutzen zufließen wird und die
Anschaffungs- oder Herstellungskosten der
Vermögenswerte verlässlich bewertet werden
können.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei
Zugang mit ihren Anschaffungskosten erfasst. Diese
beinhalten neben dem Kaufpreis alle direkt zurechenbaren
Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in einen
betriebsbereiten Zustand zu versetzen.
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die
Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess
direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der
produktionsbezogenen Gemeinkosten.
Forschungs- und Entwicklungskosten werden
grundsätzlich als laufender Aufwand behandelt.
Entwicklungskosten werden dann aktiviert und linear
abgeschrieben, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder
Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch
realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die
Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung
voraus, dass die Kosten mit hinreichender
Wahrscheinlichkeit durch künftige
Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden.
Immaterielle Vermögenswerte werden entsprechend dem
Anschaffungskostenmodell nach erstmaligem Ansatz mit den
Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter
Berücksichtigung von planmäßigen
Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
fortgeführt.
Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear
über einen Zeitraum von drei bis neun Jahren.
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei
erstmaliger Erfassung mit ihren Anschaffungskosten
angesetzt und in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten
abzüglich aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen
bewertet. Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert
angesetzt, der sich aus dem Überschuss der
übertragenen Gegenleistung des Erwerbs, dem Betrag der
nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen
sowie dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher
gehaltener Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum an dem zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen
ergibt. Ist die übertragene Gegenleistung geringer als
das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen
des erworbenen Tochterunternehmens, wird der
Unterschiedsbetrag nach nochmaliger Überprüfung
der Kaufpreisallokation unmittelbar erfolgswirksam erfasst.
Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts-
oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich
kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck
des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines
Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts-
oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns
zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss den
Erwartungen zufolge profitieren werden.
Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer
zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und
ein Geschäftsbereich dieser Einheit
veräußert wird, wird der dem
veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende
Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des
Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des
Ergebnisses aus der Veräußerung dieses
Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des
veräußerten Anteils des Geschäfts- oder
Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des
veräußerten Geschäftsbereichs und des
verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
ermittelt.
Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder
Herstellungskosten als Vermögenswert angesetzt, wenn
es wahrscheinlich ist, dass ein damit verbundener
künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird
und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten
verlässlich bewertet werden können.
Die Anschaffungskosten umfassen alle direkt
zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den
Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu
versetzen. Die Herstellungskosten beinhalten neben den
Einzelkosten auch angemessene Teile der
produktionsbezogenen Gemeinkosten.
In den Folgeperioden werden Sachanlagen entsprechend dem
Anschaffungskostenmodell mit ihren Anschaffungs- oder
Herstellungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen,
angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen für
Vermögenswerte, die ab dem 1. Januar 2004 zugegangen
sind, ausschließlich linear. Sofern Komponenten ein
signifikanter Anteil an den Anschaffungskosten eines
Vermögenswerts zugeordnet werden kann, werden diese
getrennt abgeschrieben. Bei im Mehrschichtbetrieb genutzten
Vermögenswerten erhöhen sich die Abschreibungen
entsprechend.
Den Vermögenswerten des Sachanlagevermögens
liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Jahre | |
| Betriebs- und Geschäftsgebäude | 7 bis 50 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 4 bis 25 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 15 |
Abschreibungen werden so lange erfasst, wie der Restwert
des Vermögenswerts nicht höher als der Buchwert
ist.
Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder
der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts
zugeordnet werden können, werden als Teil der
Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Als
qualifizierte Vermögenswerte werden Bauprojekte oder
andere Vermögenswerte definiert, für die
notwendigerweise mindestens zwölf Monate erforderlich
sind, um sie in den beabsichtigten gebrauchsfertigen oder
veräußerbaren Zustand zu versetzen.
Für jedes Leasingverhältnis bilanziert der
KAP-Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich ein
Nutzungsrecht und eine korrespondierende
Leasingverbindlichkeit. Hierbei wird von der Erleichterung
Gebrauch gemacht, das Nutzungsrecht am Betrag der
Leasingverbindlichkeit, angepasst um vorausbezahlte oder
mitabgegrenzte Mietaufwendungen, zu bemessen.
Von den Ausnahmeregelungen für kurzfristige
Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als
zwölf Monaten und Leasingverhältnisse über
geringwertige Vermögenswerte mit einem Neupreis unter
5.000 EUR wird Gebrauch gemacht. Die mit diesen
Leasingverhältnissen verbundenen Zahlungen werden als
Aufwand erfasst. Ebenso werden bei der Erfassung von
Leasingverhältnissen Leasing- und
Nicht-Leasing-Komponenten zusammengefasst.
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden bei
Zugang zu Anschaffungskosten bewertet. Die
Anschaffungskosten umfassen die folgenden Komponenten:
Zugangswert der Leasingverbindlichkeit; Leasingzahlungen,
die vor oder zu Beginn des Leasingverhältnisses
geleistet wurden; abzüglich Anreizzahlungen zugunsten
des Leasingnehmers sowie etwaiger anfänglicher
direkter Kosten des Leasingnehmers.
Da der KAP-Konzern das Anschaffungskostenmodell
anwendet, werden die Nutzungsrechte zu fortgeführten
Anschaffungskosten abzüglich kumulierter
planmäßiger Abschreibungen und kumulierter
Wertminderungsaufwendungen erfasst. Als Basis für die
Ermittlung der Höhe der Abschreibungen wird
grundsätzlich die Laufzeit des
Leasingverhältnisses herangezogen. Dies gilt nicht,
sofern das Eigentum am Leasingobjekt durch
Kaufoptionsausübung oder aufgrund einer vertraglichen
Vereinbarung auf den KAP-Konzern als Leasingnehmer
übergeht. In diesem Fall wird für die Ermittlung
der Abschreibung die wirtschaftliche Nutzungsdauer des
Vermögenswerts herangezogen.
Für die Bestimmung, ob ein Nutzungsrecht im Wert
gemindert ist, wendet der KAP-Konzern IAS 36 an.
Die Fortschreibung der Leasingverbindlichkeit erfolgt
nach der Effektivzinsmethode. Die Leasingverbindlichkeit
wird um den Tilgungsanteil gekürzt und der auf die
Verbindlichkeit entfallende Zinsanteil aufwandswirksam im
Zinsergebnis realisiert.
Die Nutzungsrechte werden in den Bilanzposten
ausgewiesen, in denen die zugrunde liegenden
Vermögenswerte auszuweisen wären, wenn sich diese
im Besitz des Konzerns befinden würden.
Bei Sale-and-lease-back-Transaktionen wird zunächst
beurteilt, ob es sich um einen Verkauf i. S. d. IFRS 15
handelt und somit eine solche Transaktion begründet
ist. Das Nutzungsrecht wird dabei in Höhe des
anteiligen ursprünglichen Buchwerts, der sich auf das
zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht, bilanziert. Als
Gewinn oder Verlust wird lediglich der Teil realisiert,
welcher sich auf den nicht zurückgeleasten Teil des
Nutzungsrechts bezieht. Die Ermittlung der
Leasingverbindlichkeit entspricht dem oben genannten
allgemeinen Vorgehen. Sofern die vereinbarten
Leasingzahlungen nicht marktüblich sind oder die Fair
Values von Gegenleistung und Vermögenswert einander
nicht entsprechen, sind weitergehende Wertkorrekturen
erforderlich. Bei der Ermittlung des
Veräußerungsgewinns und des Buchwerts des
zurückbehaltenen Nutzungsrechts werden lediglich die
preis- und wertbestimmenden Faktoren und Kaufpreiszusagen
berücksichtigt, die so gut wie sicher sind.
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur
erfasst, wenn ausreichend sicher ist, dass das beantragende
Unternehmen die Bedingungen erfüllt und die
Zuwendungen auch gewährt werden. Die Zuwendungen
werden planmäßig als Ertrag über den
Zeitraum verteilt, in dem die entsprechenden Aufwendungen
kompensiert werden sollen.
Zuwendungen für Vermögenswerte werden vom
Buchwert des betroffenen Vermögenswerts abgezogen.
Für immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter
Nutzungsdauer sowie Sachanlagen erfolgt zu jedem
Bilanzstichtag eine Einschätzung, ob Anhaltspunkte
dafür vorliegen, dass Vermögenswerte in ihrem
Wert gemindert sein könnten. Falls solche
Anhaltspunkte vorliegen, wird der erzielbare Betrag des
jeweiligen einzelnen Vermögenswerts geschätzt, es
sei denn, ein Vermögenswert erzeugt
Zahlungsmittelzuflüsse, die nicht weitestgehend
unabhängig von anderen Vermögenswerten oder
anderen Gruppen von Vermögenswerten
(zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) sind.
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden der aus
dem Erwerb Nutzen ziehenden zahlungsmittelgenerierenden
Einheit zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende
Einheiten werden die wirtschaftlich voneinander
unabhängig operierenden Unternehmensgruppen definiert.
Die Zuordnung erfolgt zum Ende der Periode, innerhalb
welcher der Erwerb erfolgte.
Für Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige
immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter
Nutzungsdauer erfolgt jährlich zu jedem Bilanzstichtag
- und wann immer Anhaltspunkte für eine Wertminderung
vorliegen - die Überprüfung der Werthaltigkeit,
indem der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag auf Ebene der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen wird. Wenn
der Buchwert der Einheit höher ist als ihr erzielbarer
Betrag, verringert der in Höhe der Differenz zu
erfassende Wertminderungsaufwand zuerst den Buchwert des
Geschäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig die
Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Jeglicher
Wertminderungsaufwand wird sofort im Periodenergebnis
erfasst. Bei Vermögenswerten mit bestimmter
Nutzungsdauer werden die Abschreibungsbeträge
zukünftiger Perioden entsprechend angepasst. Falls ein
Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein in früheren
Berichtsperioden erfasster Wertminderungsaufwand für
einen Vermögenswert mit Ausnahme des Geschäfts-
oder Firmenwerts nicht mehr oder nicht mehr in voller
Höhe besteht, ist der erzielbare Betrag dieses
Vermögenswerts neu zu schätzen. Die sich aus der
Änderung der Schätzung ergebende Differenz wird
als Wertaufholung unmittelbar im Periodenergebnis erfasst.
Eine Wertaufholung auf den neu zu ermittelnden erzielbaren
Betrag ist begrenzt auf den Buchwert, der sich bei
Fortführung der Anschaffungskosten ergeben hätte.
Die Abschreibungsbeträge zukünftiger Perioden
werden entsprechend angepasst.
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen werden
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden als
Gewinne oder Verluste im sonstigen Ergebnis erfasst.
Auf temporäre Bewertungsdifferenzen werden latente
Steuern gebildet. Die Ermittlung orientiert sich dabei am
Konzept der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode.
Sie umfasst alle erfolgswirksamen und -neutralen
Bilanzierungs- oder Bewertungsdifferenzen, sofern diese
künftig zu einer steuerlichen Be- oder Entlastung
führen.
Latente Steuern auf Verlustvorträge werden
aktiviert, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass
künftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur
Verfügung stehen wird, um diese Verlustvorträge
nutzen zu können.
Die latenten Steuern werden auf Basis der
Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen
Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten
beziehungsweise erwartet werden. Aus früheren
Berichtsperioden resultierende temporäre
Bewertungsunterschiede werden bei Änderungen der
Steuersätze entsprechend angepasst.
Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden
saldiert, wenn ein Rechtsanspruch zur Aufrechnung
tatsächlicher Erstattungsansprüche gegen
tatsächliche Steuerschulden besteht und sie sich auf
Ertragsteuern beziehen, die von derselben
Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben
werden.
Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu dem
niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten
und Nettoveräußerungswert.
Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und der Handelswaren umfassen alle direkt
zurechenbaren Kosten.
In die Ermittlung der Herstellungskosten der unfertigen
und fertigen Erzeugnisse werden neben den Einzelkosten auch
die produktionsbezogenen Gemeinkosten auf Basis einer
normalen Kapazitätsauslastung mit einbezogen.
Bestandsrisiken hinsichtlich Lagerdauer und
Verwertbarkeit, die zu einem unter den Anschaffungs- oder
Herstellungskosten liegenden
Nettoveräußerungswert führen, werden durch
angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Sofern
die Gründe für eine bereits in vorangegangenen
Perioden eingetretene Wertminderung nicht länger
bestehen, erfolgt eine Wertaufholung bis zu dem
berichtigten Nettoveräußerungswert.
Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte
werden, sofern es sich nicht um derivative
Finanzinstrumente handelt, als zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Vermögenswerte klassifiziert. Beim erstmaligen Ansatz
am Erfüllungstag werden diese mit den
Anschaffungskosten unter Berücksichtigung direkt
zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Am Bilanzstichtag
erfolgt die Bewertung zu fortgeführten
Anschaffungskosten. Anhand der über die Laufzeit
erwarteten Kreditverluste werden angemessene
Wertberichtigungen vorgenommen. Uneinbringliche Forderungen
werden als Forderungsverluste erfasst. Unverzinsliche und
niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von
mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Sofern sich eine bereits in früheren
Berichtsperioden vorgenommene Wertminderung aufgrund
zwischenzeitlich eingetretener Umstände im
abgelaufenen Geschäftsjahr verringert hat, wird die
ursprüngliche Wertberichtigung erfolgswirksam
angepasst, jedoch höchstens bis der Buchwert den
fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, die sich
ohne Wertminderung ergeben hätten.
Forderungen aus den im Konzern vorgenommenen
Forderungsverkaufsprogrammen werden in der Bilanz nur als
Vermögenswert angesetzt, wenn die mit den Forderungen
verbundenen Risiken und Chancen, insbesondere das
Bonitäts- und Ausfallrisiko, im Wesentlichen nicht
übertragen werden. Etwaige
Rückzahlungsverpflichtungen aus diesen werden als
kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die Ertragsteuerschulden für laufende und
frühere Perioden werden mit dem noch zu zahlenden
Betrag als Verbindlichkeit passiviert. Falls die bereits
geleisteten Vorauszahlungen den geschuldeten Betrag
übersteigen, wird die Differenz als
Ertragsteuererstattungsanspruch aktiviert.
Als zur Veräußerung gehalten eingestufte
Vermögenswerte und Veräußerungsgruppe
Langfristige Vermögenswerte und/oder
Veräußerungsgruppen sowie Schulden, die im
Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen stehen, werden als zur
Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn die
dazugehörigen Buchwerte überwiegend durch
Veräußerungsgeschäfte und nicht durch
fortgesetzte Nutzung realisiert werden.
Diese langfristigen Vermögenswerte und/oder
Veräußerungsgruppen werden am Bilanzstichtag zum
niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. In
der Bilanz erfolgt der Ausweis getrennt von anderen
Vermögenswerten. Schulden von als zur
Veräußerung gehalten klassifizierten
langfristigen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen werden getrennt von anderen
Schulden dargestellt.
Den Rückstellungen für Pensionen liegen
jeweils zum Geschäftsjahresende
versicherungsmathematische Gutachten unter Verwendung der
Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde. Die Ermittlung der
Verpflichtungen erfolgt nach dem
Anwartschaftsbarwertverfahren. Neben den bereits in
Vorperioden erdienten Altersversorgungsansprüchen
werden bei der Ermittlung bestimmte Trendannahmen
berücksichtigt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden
stets in voller Höhe als sonstiges Ergebnis im
Eigenkapital unter den Rücklagen erfasst. Der
Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst.
Qualifizierte Versicherungspolicen werden als
Planvermögen behandelt und am Bilanzstichtag mit ihrem
beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Wert des
Planvermögens vermindert den Barwert der
leistungsorientierten Verpflichtungen. Der Ausweis in der
Bilanz erfolgt saldiert, maximal bis zur Höhe des
Barwerts der Verpflichtungen.
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der
Pensionsrückstellungen sowie die Erträge aus dem
Planvermögen werden saldiert im Finanzergebnis
erfasst.
Die übrigen Rückstellungen umfassen alle
gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten,
die auf Ereignissen der Vergangenheit beruhen, deren
Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und deren
voraussichtliche Höhe hinreichend sicher
geschätzt werden kann.
Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung
zukünftiger Kostensteigerungen zum
Erfüllungsbetrag mit der höchsten
Eintrittswahrscheinlichkeit.
Restrukturierungsmaßnahmen werden nur
zurückgestellt, wenn eine faktische Verpflichtung zur
Restrukturierung besteht. Diese setzt voraus, dass ein
formaler Restrukturierungsplan unter Angabe des betroffenen
Geschäftsbereichs, der wichtigsten Standorte, der
Anzahl der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,
der Kosten und des Umsetzungszeitpunkts vorliegt sowie bei
den Betroffenen eine gerechtfertigte Erwartung geweckt
wurde, dass die Maßnahme durch Beginn der Umsetzung
oder die Ankündigung gegenüber den Betroffenen
durchgeführt wird.
Mit dem Vorstand ist eine anteilsbasierte
Vergütungskomponente vereinbart worden. Die
anteilsbasierte Vergütung besteht in der Ausgabe von
Aktien als Teil des Jahresbonus sowie der Gewährung
von virtuellen Aktien. Die anteilsbasierte Vergütung
wird nach den Vorschriften von IFRS 2 bilanziert. Aus Sicht
der KAP AG besteht im Zusammenhang mit der anteilsbasierten
Vergütung lediglich eine Verpflichtung zum
Barausgleich, weshalb gemäß IFRS 2.42 nach den
Vorschriften für anteilsbasierte Vergütungen mit
Barausgleich bilanziert wird. Dabei wird zum jeweiligen
Stichtag eine Rückstellung anteilig in Höhe des
beizulegenden Zeitwerts der Zahlungsverpflichtung gebildet,
wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
erfolgswirksam erfasst werden. Der beizulegende Zeitwert
wird mittels eines anerkannten Bewertungsverfahrens
ermittelt.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
klassifiziert. Direkt zurechenbare Transaktionskosten
werden unmittelbar als Aufwand im Periodenergebnis erfasst.
Am Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung zu
fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der
Effektivzinsmethode.
Verbindlichkeiten aus Leasing werden mit dem Barwert der
Mindestleasingzahlungen angesetzt. Die daraus
resultierenden Finanzierungskosten werden im Finanzergebnis
als Zinsaufwand erfasst.
Die Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die
Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder
Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Das
bedeutet, dass der Kunde die Fähigkeit besitzt, die
Nutzung der übertragenen Güter oder
Dienstleistungen zu bestimmen, und im Wesentlichen den
verbleibenden Nutzen daraus zieht. Die Umsatzerlöse
werden realisiert, wenn ein durchsetzbarer Anspruch auf
Zahlung gegenüber dem Kunden besteht. Die Umsätze
entsprechen dem vertraglich festgelegten Transaktionspreis.
Wenn der vereinbarte Transaktionspreis variable
Komponenten enthält, wird der Betrag der Gegenleistung
entweder nach der Erwartungsmethode oder mit dem
wahrscheinlichsten Betrag ermittelt.
Der Zeitraum zwischen der Zahlung durch den Kunden und
der Übertragung von Waren oder Dienstleistungen an den
Kunden beträgt ein Jahr oder weniger. Wie nach IFRS
15.121 zulässig, wird der Transaktionspreis, der
diesen nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen
zugeordnet wird, nicht offengelegt. Im Transaktionspreis
wird keine Finanzierungskomponente berücksichtigt.
Wenn ein Vertrag mehrere abgrenzbare
Leistungsverpflichtungen enthält, wird der
Transaktionspreis auf Basis der
Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen
Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. In der Regel werden
Güter und Dienstleistungen zu den
Einzelveräußerungspreisen verkauft. Die
Realisierung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit
Kunden erfolgt sowohl zeitpunkt- als auch zeitraumbezogen.
Sollten die Leistungserbringung und der Erhalt der Zahlung
eines Kunden zeitlich auseinanderfallen, können
vertragliche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
entstehen.
Bei dem Abschluss eines neuen Vertrages mit Kunden
können Auftragserlangungskosten entstehen. Da die
Laufzeit von Verträgen, bei denen die
Auftragserlangungskosten entstehen, und die entsprechende
Amortisationsdauer für diese Kosten ein Jahr oder
weniger betragen, werden Auftragserlangungskosten nicht
aktiviert, sondern als Aufwand erfasst.
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren: Bei dem
Verkauf von Waren werden die Umsätze zum Zeitpunkt der
Lieferung realisiert, da dann die Verfügungsgewalt auf
den Kunden übergeht. Zum Zeitpunkt der Lieferung
besteht der Zahlungsanspruch.
Bill-and-hold-Vereinbarungen werden in der Regel nicht
abgeschlossen. Soll es auf ausdrücklichen Kundenwunsch
zu einer Bill-and-hold-Vereinbarung kommen, werden die
Umsätze zum Zeitpunkt der Fertigstellung realisiert,
da die Kontrolle auch ohne physische Auslieferung der Ware
auf den Kunden übergeht. Im Falle einer
Bill-and-hold-Vereinbarung werden die Waren separat als die
des Kunden ausgewiesen und dürfen nicht anderweitig
verwendet werden.
Bei einem Konsignationsvertrag geht die Kontrolle
über die Ware bei der Entnahme aus dem
Konsignationslager auf den Kunden über, da der Kunde
vor diesem Zeitpunkt keinen Nutzen aus der Verwendung der
Waren ziehen kann. Zu diesem Zeitpunkt werden Umsätze
realisiert.
Umsatzerlöse aus der Erbringung von
Dienstleistungen: Umsatzerlöse aus der Erbringung von
Dienstleistungen werden über den Zeitraum der
Leistungserbringung realisiert (linear oder nach dem
Fertigstellungsgrad). Der Zahlungsanspruch entsteht nach
der Erbringung einer Dienstleistung, wenn eine Rechnung
gestellt wird. Standardmäßig werden keine
variablen Zahlungen vereinbart. Im Fall von Anzahlungen
werden vertragliche Verbindlichkeiten gebildet.
Gewährleistungen: Das Unternehmen ist im Rahmen des
Verkaufes seiner Waren/Dienstleistungen lediglich
gesetzlichen oder branchenüblichen
Gewährleistungsverpflichtungen ausgesetzt.
Das Ergebnis je Aktie ermittelt sich, indem das den
Stammaktionären des Mutterunternehmens zustehende
Periodenergebnis (Konzern-Jahresergebnis der Aktionäre
der KAP AG) durch die in der Berichtsperiode
durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien dividiert
wird.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses
müssen für verschiedene Sachverhalte
Schätzungen vorgenommen werden, die sich auf Ansatz
und Bewertung von Vermögenswerten, Schulden sowie
Finanzinstrumenten und auf Aufwendungen und Erträge
sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken können. Die
sich tatsächlich ergebenden Wertansätze
können von den geschätzten Beträgen
abweichen. Die Anpassung der Wertansätze erfolgt in
der Periode, in der die ursprüngliche Schätzung
geändert wird. Hieraus resultierende Aufwendungen und
Erträge werden in der jeweiligen Berichtsperiode
erfolgswirksam erfasst. Annahmen und Schätzungen
müssen vor allem bei der Festlegung von Nutzungsdauern
bei langfristigen Vermögenswerten, bei der Bestimmung
der Laufzeiten von Leasingverhältnissen und des
Grenzfremdkapitalzinssatzes bei Leasingverhältnissen,
bei Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen, bei der
Bildung von Rückstellungen für
Altersversorgungsleistungen, Steuern sowie Risiken aus dem
operativen Geschäft getroffen und vorgenommen werden.
Die neuen oder geänderten IFRS-Vorschriften haben
keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den
Konzernzwischenabschluss des KAP-Konzerns.
Bei den als zur Veräußerung gehalten
eingestuften Vermögenswerten in Höhe von 1.234
TEUR (i. Vj. 1.075 TEUR) handelt es sich um die
Gewerbeimmobilie in Stadtallendorf, die im Jahr 2023
veräußert werden wird. Grund für die
geplante Veräußerung ist die Konzentration auf
das Kerngeschäft.
Die noch im Vorjahr als Veräußerungsgruppe
ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden betreffen
einen Teil des Segments flexible films. Die zu
veräußernden operativen Gesellschaften wurden in
einer Veräußerungsgruppe zusammengefasst. Bei
den Gesellschaften handelt es sich um die CaPlast
Kunststoffverarbeitungs GmbH, Nordkirchen, mit ihrer
Beteiligung AerO Coated Fabrics B.V., Tilburg/Niederlande,
sowie die NOW Contec GmbH & Co. KG,
Waldfischbach-Burgalben. Der Verkauf dieser
Veräußerungsgruppe wurde im zweiten Quartal 2023
abgeschlossen. Der Verkaufserlös für die
Veräußerungsgruppe beträgt 85,3 Mio. EUR.
Auf Konzernebene ergibt sich ein Gewinn aus dem Verkauf der
Veräußerungsgruppe in Höhe von 44,0 Mio.
EUR. Dieser wird in den sonstigen betrieblichen
Erträgen ausgewiesen.
Auswirkungen der Veräußerungsgruppe auf die
Bilanz:
| in TEUR | 30.06.2023 | 31.12.2022 |
| Immaterielle Vermögenswerte | - | -13.675 |
| Sachanlagen | - | -17.444 |
| Latente Steueransprüche | - | -189 |
| Vorräte | - | -11.004 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände | - | -5.128 |
| Flüssige Mittel | - | -1.181 |
| Summe Vermögenswerte | - | -48.620 |
| Vermögenswerte der Veräußerungsgruppe | -53.243 | 48.620 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | - | -1.220 |
| Übrige langfristige Schulden | - | -1.682 |
| Kurzfristige Rückstellungen | - | -2.025 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | - | -625 |
| Übrige kurzfristige Schulden | - | -6.599 |
| Summe Schulden | - | -12.150 |
| Schulden der Veräußerungsgruppe | -11.550 | 12.150 |
Im laufenden Geschäftsjahr enthält das
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
Erträge aus aufgelösten Haftungsverpflichtungen
in Höhe von 643 TEUR (i. Vj. 579 TEUR). Diese
Erträge stehen im Zusammenhang mit der 2014
veräußerten MVS-Gruppe. Der KAP-Konzern hat sich
gegenüber dem Erwerber verpflichtet, für
eventuell auftretende Risiken aus Gewährleistungen und
Preisprüfungen für Umsätze bis zum
Veräußerungszeitpunkt der Anteile einzustehen.
Die Verpflichtungen reduzieren sich im Zeitablauf.
In den Abschreibungen sind 6,9 Mio. EUR
außerplanmäßige Abschreibungen enthalten.
Diese betreffen das Segment surface technologies und
resultieren aus einem Brand in dem polnischen Werk
Stanowice. Die erwartete Versicherungsentschädigung
ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.
Das gezeichnete Kapital beträgt 20.195.663,80 EUR
(i. Vj. 20.195.663,80 EUR) und ist eingeteilt in 7.767.563
(i. Vj. 7.767.563) auf den Inhaber lautende
Stückaktien.
Der Aufsichtsrat hat am 07. August 2023 im Einvernehmen
mit Herrn Eckehard Forberich entschieden, sich von Herrn
Eckehard Forberich als Vorstandsmitglied und -sprecher der
KAP AG zu trennen.
Darüber hinaus hat die KAP AG am 21. August 2023
ihre Gesamtjahresprognose angepasst. Demnach werden nun
für das Gesamtjahr 2023 ein signifikant niedrigerer
Umsatz und ein signifikant niedrigeres normalisiertes
EBITDA, jeweils mit einer voraussichtlichen Abweichung im
niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem
Vorjahr, prognostiziert. Bisher wurden Umsatz und
normalisiertes EBITDA leicht über Vorjahr erwartet.
Bis zum 29. August 2023 (Freigabe zur
Veröffentlichung durch den Vorstand) waren keine
weiteren wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag zu
verzeichnen.
In der Kapitalflussrechnung werden die
Zahlungsströme getrennt nach Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit, aus Investitions- und aus
Finanzierungstätigkeit dargestellt. Wechselkurs-,
konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte
Änderungen des Finanzmittelfonds werden
grundsätzlich eliminiert und gesondert ausgewiesen.
Der Finanzmittelfonds umfasst die am Bilanzstichtag
ausgewiesenen flüssigen Mittel. Der Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit wird anhand der
indirekten Methode ermittelt. Für die Darstellung der
Cashflows aus Investitions- und aus
Finanzierungstätigkeit wird die direkte Methode
verwendet.
Aufgrund der im KAP-Konzern bestehenden internen
Finanzberichterstattung ist das primäre Berichtsformat
nach Geschäftssegmenten gegliedert.
Aus Gründen der Transparenz wird im KAP-Konzern
zwischen den Segmenten engineered products, flexible films,
precision components und surface technologies
unterschieden.
Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
entsprechen denen des Konzernabschlusses. Konzerninterne
Umsätze werden zu marktüblichen Preisen
abgewickelt und entsprechen grundsätzlich denen im
Verhältnis zu fremden Dritten ("At Arm's
Length"-Prinzip).
Das Segmentergebnis ist definiert als Segment-EBITDA
(Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und
Abschreibungen).
Das Segment-EBITDA entspricht auf Konzernebene dem
EBITDA des Konzerns.
Eine Eventualverbindlichkeit ergibt sich aus laufenden
Steuerverfahren bei unserer Tochter MEHLER INGENEERING
PRODUCTS INDIA PRIVATE LIMITED, Bangalore/Indien. Die
örtlichen Steuerbehörden verarbeiten derzeit die
von uns zur Verfügung gestellten Informationen und
Dokumente. Aufgrund der mangelhaften Datenlage ist eine
genaue Schätzung des Betrags aktuell nicht
möglich. Für den Konzern handelt es sich um
keinen wesentlichen Vorgang, welcher diesen gefährden
könnte.
Der verkürzte Konzernhalbjahresabschluss und der
Konzernzwischenlagebericht wurden weder durch einen
Wirtschaftsprüfer geprüft noch einer
prüferischen Durchsicht unterzogen (§ 115 Abs. 5
WpHG).
| flexible films 1 | engineered products | surface technologies | ||||
| in TEUR | H1|2023 | H1|2022 | H1|2023 | H1|2022 | H1|2023 | H1|2022 |
| Umsatzerlöse | 71.330 | 98.654 | 65.123 | 76.380 | 36.621 | 32.503 |
| EBITDA | 9.177 | 14.023 | 2.742 | 5.051 | 8.289 | 4.128 |
| Planmäßige Abschreibungen | 2.515 | 3.595 | 2.831 | 2.791 | 14.530 | 6.260 |
| EBIT | 6.662 | 10.428 | -89 | 2.260 | -6.240 | -2.133 |
| Investitionen | 1.991 | 2.947 | 2.823 | 4.103 | 10.612 | 2.749 |
| Working Capital | 35.483 | 50.284 | 26.597 | 41.623 | 7.592 | 6.509 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 492 | 545 | 803 | 887 | 735 | 765 |
| precision components | ||
| in TEUR | H1|2023 | H1|2022 |
| Umsatzerlöse | 28.063 | 22.185 |
| EBITDA | 1.931 | 738 |
| Planmäßige Abschreibungen | 2.266 | 1.976 |
| EBIT | -336 | -1.239 |
| Investitionen | 1.375 | 3.591 |
| Working Capital | 10.899 | 12.016 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 611 | 646 |
| Holding | Konsolidierungen | Konzernergebnis 1 | ||||
| in TEUR | H1|2023 | H1|2022 | H1|2023 | H1|2022 | H1|2023 | H1|2022 |
| Umsatzerlöse | 1.197 | 932 | -1.170 | -1.241 | 201.164 | 229.413 |
| EBITDA | 38.189 | 8.028 | 0 | 245 | 60.328 | 32.213 |
| Planmäßige Abschreibungen | 352 | 363 | 0 | 37 | 22.494 | 15.022 |
| EBIT | 37.837 | 7.665 | 0 | 208 | 37.834 | 17.190 |
| Investitionen | 638 | 151 | 0 | 0 | 17.439 | 13.541 |
| Working Capital | -41 | -616 | 0 | 0 | 80.529 | 109.817 |
| Mitarbeiter (30.06.) | 61 | 62 | 0 | 0 | 2.702 | 2.905 |
"Nach bestem Wissen versichern wir, dass
gemäß den anzuwendenden
Rechnungslegungsvorschriften für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so
dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns für das
verbleibende Geschäftsjahr beschrieben sind."
Fulda, 29. August 2023
KAP AG
Vorstand
Marten Julius
Finanzvorstand
KONTAKT
Kai Knitter
Head of Investor Relations & Corporate
Communications
Edelzeller Straße 44
36043 Fulda
Tel. +49 661 103-327
E-Mail investorrelations@kap.de
Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen.
Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen
und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit
verfügbaren Informationen. Solche Aussagen unterliegen
Risiken und Unsicherheiten, von denen die meisten schwierig
einzuschätzen sind und die im Allgemeinen
außerhalb der Kontrolle der KAP AG und ihrer
Tochtergesellschaften liegen. Hierzu gehören unter
anderem auch das zukünftige Marktumfeld und die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der
übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration
von Neuerwerbungen und die Realisierung der erwarteten
Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen.
Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und
Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die
Annahmen, auf denen die getroffenen Aussagen basieren, als
unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen
Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit
genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen.
Die KAP AG übernimmt keine gesonderte Verpflichtung,
die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht,
die in diesem Bericht getroffenen vorausschauenden Aussagen
zu aktualisieren.
Die Zahlenangaben in diesem Bericht wurden
kaufmännisch gerundet. Entsprechend können
Rundungsdifferenzen auftreten, sodass das Ergebnis einer
Addition der einzelnen Werte möglicherweise nicht
exakt der angegebenen Summe entspricht.
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