Knorr-Bremse AG - Konzern -MünchenJahresabschluss des Knorr-Bremse AG Konzerns zum 31.12.2009Lagebericht und des Konzernsder Knorr-Bremse AGLage und Entwicklung der Knorr-Bremse AG und des KonzernsDer Knorr-Bremse Konzern im Überblick Der Knorr-Bremse Konzern ist weltweit der führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Als technologischer Schrittmacher treibt das Unternehmen seit über 100 Jahren maßgeblich Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service moderner Bremssysteme voran. Weitere Produktfelder sind im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge automatische, elektropneumatische oder elektrisch angetriebene Einstiegssysteme, außerdem Klimaanlagen, Steuerungskomponenten und Scheibenwischer sowie Bahnsteigtüren. Das Produktspektrum des Bereichs Systeme für Nutzfahrzeuge umfasst neben dem kompletten Bremssystem inklusive Fahrerassistenzsystemen auch Drehschwingungsdämpfer und Lösungen rund um den Antriebsstrang zur Effizienzverbesserung und Kraftstoffeinsparung wie das Pneumatic Booster System (PBS). Der Knorr-Bremse Konzern wird über die Regionen Europa, Nordamerika und Südamerika sowie Asien/Australien gesteuert, an deren spezifischen Markt- und Kundenanforderungen die Entwicklung des Konzerns ausgerichtet ist. Diese regionale Struktur der Organisation ist darauf zugeschnitten, den weltweit aufgestellten Kunden einheitliche technische Plattformen unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten anbieten zu können. Darüber hinaus gewährleistet sie die Versorgung regional operierender Kunden mit global erprobten Systemen und Komponenten. ![]() Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die negative wirtschaftliche Entwicklung infolge der 2008 eingetretenen weltweiten Finanzkrise hat sich auch 2009 fortgesetzt. Internationale Aktienindizes kamen durch die große Unsicherheit an den Kapitalmärkten weiter unter Druck und markierten zum Ende des ersten Quartals ihren Tiefstand an den Börsen. Im zweiten Halbjahr konnten die staatlichen Konjunkturprogramme, die Versorgung der Bankensysteme mit Liquidität, die von den Unternehmen eingeleiteten Krisenreaktionsmaßnahmen sowie eine Wende im Lagerzyklus den weiteren Abwärtstrend der Wirtschaft aufhalten. Dennoch markiert das Jahr 2009 die schwerste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die einsetzende Erholung der Märkte wurde insbesondere von den Schwellenländern in Asien angeführt. Global wird von einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung um ca. 0,8 % (Vorjahr plus 3,0 %) ausgegangen. Der wirtschaftliche Abwärtstrend im Euroraum, ausgelöst insbesondere durch die rückläufige Inlandsnachfrage und den geringeren Handel innerhalb der Eurozone, schwächte sich im zweiten Quartal 2009 deutlich ab. Deutschland und Frankreich trugen mit einem leichten Wachstum hierzu wesentlich bei. Deutschland war als exportorientierte Wirtschaft zunächst besonders vom Einbruch des Welthandels betroffen, konnte deshalb aber auch im Vergleich mit anderen Ländern des Euroraums besonders von dessen Erholung im zweiten Halbjahr profitieren. In Deutschland wird für das gesamte Jahr 2009 mit einem Rückgang der Realwirtschaft um 4,8 % gerechnet, nach einem Wachstum von 1,2 % im Vorjahr. Im Euroraum schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 3,9 % (Vorjahr plus 0,6 %). Russland verzeichnete 2009 aufgrund der massiv gefallenen Energiepreise und seiner starken Abhängigkeit vom Energieexport einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von 9,0 % (Vorjahr plus 5,6 %). Auch in den USA konnte der Rückgang der Wirtschaftsleistung nach minus 6,4 % im ersten Quartal mit minus 1,0 % im zweiten Quartal gebremst werden. Durch massive staatliche Hilfen, insbesondere im Bankensektor, stabilisierten sich der Immobilien- und Kapitalmarkt sowie der private Konsum und führten zu einer positiven Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Halbjahr. Im letzten Quartal lag das Wirtschaftswachstum über den Prognosen und wies mit dem stärksten Wachstum seit über sechs Jahren einen deutlichen Aufwärtstrend auf. Die Wirtschaftsleistung blieb über das gesamte Jahr mit der höchsten Arbeitslosigkeit seit über 20 Jahren dennoch schwach und ging im Berichtsjahr voraussichtlich um 2,5 % (Vorjahr plus 0,4 %) zurück. Die Wirtschaft in Brasilien ist 2009 um 0,4 % gegenüber dem Vorjahr geschrumpft (Vorjahr plus 5,1 %). In Asien verzeichneten produktions- und exportorientierte Länder wie Japan, Korea und Taiwan im ersten Quartal einen erheblichen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts. China und Indien konnten auf Basis der erheblichen staatlichen Stützungsprogramme und im Falle Indiens durch die geringe Exportabhängigkeit den Einbruch abmildern und bereits in der ersten Jahreshälfte wieder ein deutliches Wachstum verzeichnen. Für das Gesamtjahr 2009 wird in China mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 8,7 % (Vorjahr 9,6 %) und in Indien um 5,6 % (Vorjahr 7,3 %) gerechnet. Auch Japan erreichte ab dem ersten Quartal wieder ein moderates Ansteigen der Industrieproduktion, das Bruttoinlandsprodukt wird nach aktuellem Stand im Gesamtjahr um 5,3 % (Vorjahr minus 1,2 %) zurückgehen. Positiv auf die wirtschaftliche Erholung wirkten sich die aufgrund der reduzierten Industrieproduktion gesunkenen Rohstoffpreise aus. Nach Höchstkursen von 140 USD/Barrel 2008 sank der Ölpreis zum Ende des Jahres 2008 auf unter 40 USD/Barrel, verdoppelte sich aber wieder im Laufe des Jahres 2009 mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Der Preis für Aluminium entwickelte sich ähnlich und stieg nach einem Einbruch auf bis zu 1.300 USD/t auf rund 2.200 USD/t. Der Wert des US-Dollars, neben dem Euro die wichtigste Konzernwährung, ist zum Bilanzstichtag des Berichtsjahres im Vergleich zum 31. Dezember 2008 gegenüber dem Euro um 3,5 % auf 1,44 USD/EUR gesunken. Im Jahresdurchschnitt wurde der Euro mit 1,39 USD/EUR gehandelt. Entwicklung des Knorr-Bremse Konzerns im Geschäftsjahr 2009 Der Umsatz des Knorr-Bremse Konzerns ging im Geschäftsjahr 2009 um 18 % auf 2,76 Mrd. EUR (Vorjahr 3,38 Mrd. EUR) zurück. In dem wirtschaftlich schwierigen Umfeld profitierte das Unternehmen von seiner starken strategischen Aufstellung mit den beiden Bereichen Systeme für Schienenfahrzeuge und Systeme für Nutzfahrzeuge, deren Märkte sich unterschiedlich entwickelten. Der Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge steigerte seinen Umsatz trotz eines starken Rückgangs im Geschäft mit Güterwagen und Lokomotiven und reduziertem Nachmarktvolumen aufgrund von Flottenstilllegungen auf 1,55 Mrd. EUR (Vorjahr 1,43 Mrd. EUR). Vor allem in Asien konnte das Geschäft deutlich ausgeweitet und ein Umsatzanstieg von rund 80 % erzielt werden. Zur Fortführung der auf langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichteten Firmenpolitik wurde im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge 2009 unter anderem das neue Entwicklungszentrum für Türsysteme in Kematen, Österreich, eingeweiht und das Richtfest für das neue Werk für Bremssysteme in Budapest, Ungarn, gefeiert. Neben einer Erweiterung der Kapazitäten ermöglichen die neuen Gebäude die Umsetzung moderner Produktions- und Logistikkonzepte. Darüber hinaus hat Knorr-Bremse im vergangenen Jahr durch gezielte Akquisitionen in fast allen Regionen seine Marktposition im Schienenfahrzeugbereich in einer Reihe von Feldern ausgebaut und neue Felder erschlossen. (vergleiche Seite 52). Der Nutzfahrzeugbereich erlebte 2009 im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise einen drastischen Einbruch der Lkw- Produktion und insgesamt einen Umsatzrückgang auf 1,22 Mrd. EUR (Vorjahr 1,97 Mrd. EUR). Zur Anpassung der Prozesse und Strukturen an ein anhaltend niedriges Marktniveau wurden 2009 weitere Schritte des bereits Ende 2008 gestarteten Kostenreduzierungsprogramms umgesetzt. Die Personalkapazität, insbesondere im Entwicklungsbereich, wurde dabei deutlich unterproportional zum Marktrückgang reduziert, um Innovationen in enger Abstimmung mit den Kunden weiter voranzutreiben. BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Der Konzern wurde durch die Weltwirtschaftskrise und die deutlich reduzierte Gütertransportleistung 2009 stark getroffen. Der Schienenfahrzeugbereich konnte die hauptsächlich im Frachtbereich spürbar verringerte Nachfrage in den Regionen Nord- und Südamerika sowie Europa, insbesondere durch Aufträge aus Asien, kompensieren. Der Schienenpersonentransport zeigte sich insgesamt in der Krise stabil, teilweise regional sogar wachsend, und profitierte von Konjunkturprogrammen in den verschiedenen Regionen. Die Lkw-Produktion brach in allen Regionen außer Asien/Australien im Vergleich zum Vorjahr massiv ein: In Nordamerika – nach einem sehr schwachen Vorjahr – um weitere 37 %, in Europa nach dem Rekordjahr 2008 um 65 % und in Südamerika um 29 %. Die Region Asien/Australien konnte einen leichten Anstieg der Produktion um 1 % verzeichnen, hauptsächlich durch einen Anstieg der Produktion um 22 % in China begründet. Der Nachmarkt zeigte sich weltweit dagegen deutlich stabiler. GESELLSCHAFTSRECHTLICHE VERÄNDERUNGEN Knorr-Bremse hat in der Berichtsperiode seine Strategie fortgeführt, durch gezielte Akquisitionen die Marktposition in einer Reihe von Feldern auszubauen und neue zu erschließen. Die Knorr-Bremse Tochtergesellschaft Microelettrica Scientifica S.p.A., Mailand (Italien), hat den Bereich Leistungselektrik durch die Übernahme zweier italienischer Firmen, beide ebenfalls mit Sitz in Mailand, gestärkt. Im April erfolgte die Übernahme der Officine De Zan S.r.l. mit fünfzigjähriger Erfahrung in der Präzisionsbearbeitung von Blechen für Produktgehäuse, im September die Akquisition der EMC Traction S.r.l., weltweit führend bei Schutzschaltern für Eisenbahnanwendungen. Im Zuge des Broad Based Black Economic Empowerment (BBBEE) Programms in Südafrika, das die Stärkung der Rechte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit zum Ziel hat, hat sich Knorr-Bremse im Oktober von 25 % seiner Anteile an der lokalen Knorr-Bremse South Africa Pty. Ltd., Kempton Park (Südafrika), getrennt. Die in Nordamerika ansässige Knorr- Bremse Gesellschaft Bendix Commercial Vehicle Systems LLC, Elyria (USA), hat ihr Geschäft mit Lüfterkupplungen an Kit Masters Inc., Perham (USA), zum 21. Dezember 2009 verkauft. Zudem wurde die bisher existierende Hasse & Wrede North America Inc., North Aurora (USA), mit Wirkung zum 1. Januar 2010 mit Bendix verschmolzen. Die zur Knorr-Bremse Gruppe gehörende New York Air Brake Corporation, Watertown (USA), hat 2009 die Akquisition der Premtec Corp., China Grove (USA), abgeschlossen. Hierdurch wird die Wertschöpfung im Bereich Bremsschläuche erhöht Im Dezember 2009 übernahm die Knorr-Bremse Australia Pty. Ltd., Sydney (Australien), den in Adelaide (Australien) ansässigen führenden Spezialisten für Fahrsimulatoren für Schienenfahrzeuge Sydac Pty. Ltd.. Mit dieser Akquisition erweitert Knorr-Bremse sein Produktportfolio in einem Bereich, in dem zukünftig wachsende Marktchancen erwartet werden. WICHTIGE PROJEKTE Auch unter den Rahmenbedingungen der Weltwirtschaftskrise wurden 2009 zahlreiche Projekte vorangetrieben, um die Marktposition und den Erfolg von Knorr-Bremse weiter auszubauen. Im Mai wurde das Richtfest des neuen Werks für Systeme für Schienenfahrzeuge in Budapest begangen. Neben einer Erweiterung der Kapazitäten ermöglicht die neue Fabrik die Umsetzung moderner Produktions- und Logistikkonzepte auf Basis des weltweit einheitlichen Knorr- Bremse Produktionssystems. Der neue Produktions- und Entwicklungsstandort wird nach dem Umzug die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene alte Fabrik ersetzen. Knorr-Bremse produziert in Budapest Komponenten der Drehgestellausrüstung für Schienenfahrzeuge wie beispielsweise Bremszangeneinheiten und Klotzbremsen, aber auch Teile der Bremssteuerung wie Bremstafeln und Ventile sowie nahezu alle Komponenten für die Güterwagenausrüstung und Einzelteile für den Bereich Luftbeschaffung. Am neuen Standort soll auch der Bereich Forschung und Entwicklung, vor allem auf den Gebieten Bremskrafterzeuger, Software, technische Berechnung und Versuch, ausgebaut werden. Die Knorr-Bremse GmbH, Mödling (Österreich), Division IFE Automatic Door Systems, hat im April das neu errichtete Technologiecenter IFE in Kematen, Österreich, bezogen. Das neue Gebäude ermöglicht die Integration sämtlicher Funktionen und ersetzt den bisherigen Standort in Waidhofen. Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung der Produktionsstandorte wurde 2009 eine neue Fabrik in Liberec, Tschechien, für Systeme für Nutzfahrzeuge aufgebaut. Auch in diesem Werk werden die Konzepte des einheitlichen Knorr-Bremse Produktionssystems umgesetzt. Die bisherige Produktion in Hejnice wird nach Abschluss der Verlagerung Ende März 2010 geschlossen. QUALITÄT UND PROZESSE Das Streben nach Best-in-Class-Prozessen bildet die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit von Knorr-Bremse. Im Krisenjahr 2009 wurden die Prozesse und Strukturen in allen wichtigen Bereichen weiterentwickelt. Nach der im Vorjahr abgeschlossenen Harmonisierung der unterschiedlichen Managementsysteme Rail-Excellence, Truck Management System und Corporate Excellence und ihre Überführung in das Knorr Excellence (KE) Geschäftsmodell, wurden im Berichtsjahr im Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge sowie auf Konzernebene die bisherigen Geschäftsmodelle vollständig abgelöst. Zur Dokumentation und Steuerung der Prozesse wurde ein gemeinsames, neues Intranet-Portal erstellt, welches Prozesse, Methoden, Organisationen und Rollen zukünftig verwaltet. Dies erlaubt eine verbesserte Navigation, Such- und Filtermöglichkeiten sowie die Vernetzung von Know-how über alle Standorte im Unternehmen. Im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge wurden insbesondere auch die spezifischen Anforderungen durch den International Railway Industry Standard (IRIS) in den Prozessen verankert, an allen Standorten eingeführt und anschließend erfolgreich zertifiziert. Unter dem Namen Q-First standen weiterhin die Optimierung eines professionellen Projektmanagements, eines robusten Produktentwicklungsprozesses und einer Null Fehler-Strategie im Bereich Produktion und Montage zur weiteren Verbesserung der Qualität im Fokus. Aber auch an der Stabilisierung der Lieferantenstrukturen sowie der Verbesserung des Reklamationsmanagements wurde erfolgreich gearbeitet. Das Projekt Supply Chain Excellence (SCE) zur ständigen Weiterentwicklung der Logistikprozesse ist mittlerweile an allen Standorten von Knorr-Bremse erfolgreich aufgesetzt. Erhebliche Fortschritte gab es im Bereich der Logistikkostenoptimierung, der Reduzierung von Beständen sowie der Erhöhung der Liefertreue. Die Strukturen und Prozesse der neuen Fabrik in Liberec wurden logistikoptimal nach neuesten Erkenntnissen der Materialflussorientierung ausgelegt. Der Strategische Planungsprozess (STRAP) wurde nun auch für SCE gestartet. Dadurch erfolgt ab sofort eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der langfristigen Zielsetzung mit der strategischen Konzernplanung von Knorr-Bremse auch für den Bereich der Logistik. Der Schwerpunkt des Knorr-Bremse Produktionssystems (KPS) lag 2009 auf der Optimierung kompletter Wertströme. Ziel des ganzheitlichen Wertstromansatzes ist es, schneller und flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können. Hierfür wurden 2009 sowohl methodisch als auch in konkreten Projekten die Grundlagen gelegt. Beispielsweise wurden schon bei der Planung des Fabrikneubaus in Budapest die Produktionsprozesse so verknüpft, dass für bestimmte Produkte Produktionsdurchlaufzeiten von fünf Tagen möglich sein werden. Auf dem Weg zu optimierten und einheitlichen Prozessen erfolgten 2009 im Rahmen von PROGRESS an zehn Standorten weitere SAP-Einführungen. Zusätzlich wurde für das Nachmarktgeschäft im Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge ein neuer Webshop eingeführt. Bis Ende 2013 ist geplant, in allen Gesellschaften beider Bereiche ausschließlich mit SAP-Software zu arbeiten. Im Rahmen des nun seit mehreren Jahren erfolgreich implementierten Strong-Focus Programms laufen sämtliche Aktivitäten zur Steigerung der Produktivität, Kostenreduktion sowie Stärkung des Wachstums zusammen. In einer Mehrjahresvorausschau werden aus dem Kreis der Mitarbeiter und Führungskräfte wertvolle Ideen festgehalten, bewertet und sukzessive umgesetzt. Auch 2009 konnten so erhebliche Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen entlang der Wertschöpfungskette erzielt und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens abgesichert werden. Das Supplier Early Payment Program (SEPP) wurde 2009 fortgesetzt. Knorr- Bremse hatte das Programm gemeinsam mit der Deutschen Bank entwickelt und wurde hierfür mit dem „Adam Smith Award“ der Finanzzeitschrift „treasury today“ ausgezeichnet. SEPP hat sich als effektives Mittel bewährt, die Liquidität sowie die Kapitalkosten der Lieferanten zu verbessern, und stützt so die Beziehungen mit den wichtigsten externen Partnern. Durch die rechtzeitige Einführung bereits vor der Finanzkrise hat SEPP einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Lieferantenbasis geleistet (siehe auch Kapitel „Knorr Excellence“ auf Seite 102). Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Geschäftsentwicklung des Knorr- Bremse Konzerns wurde auch 2009 wesentlich durch die Weltwirtschaftskrise und den massiven Einbruch im Nutzfahrzeugbereich beeinflusst. Der Konzernumsatz sank 2009 um 18,4 % auf 2.760,9 Mio. EUR (Vorjahr 3.383,7 Mio. EUR). In Europa fiel der konsolidierte Umsatz um 28,8 % auf 1.626,0 Mio. EUR (Vorjahr 2.284,5 Mio. EUR), was einem Anteil von 58,9 % (Vorjahr 67,5 %) am Konzernumsatz entspricht. Amerika trug 620,4 Mio. EUR (Vorjahr 745,5 Mio. EUR) bzw. 22,5 % (Vorjahr 22,0 %) zum Konzernumsatz bei. Im asiatisch-pazifischen Raum wurden 514,5 Mio. EUR (Vorjahr 353,7 Mio. EUR) erwirtschaftet, was 18,6 % (Vorjahr 10,5 %) des Konzernumsatzes darstellt. Der Auftragseingang lag mit 3.184,5 Mio. EUR (Vorjahr 3.209,3 Mio. EUR) um 15,3 % über dem Umsatzniveau und um 0,8 % unter dem Niveau des Vorjahres. Der Auftragsbestand im Konzern stieg im Berichtsjahr um 18,4 % auf 2.870,7 Mio. EUR (Vorjahr 2.424,7 Mio. EUR) an. Der Jahresüberschuss des Knorr-Bremse Konzerns verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 48,6 % auf 98,7 Mio. EUR (Vorjahr 191,9 Mio. EUR). Die Umsatzrendite nach Steuern erreichte 3,6 % (Vorjahr 5,7 %). Die Region Europa trug zum Jahresüberschuss 65,2 Mio. EUR bei, was einer Nettoumsatzrendite von 4,0 % entspricht. Die Region Amerika erzielte einen Jahresüberschuss von 7,5 Mio. EUR, mit einer Nettoumsatzrendite von 1,2 %. In der Region Asien/ Australien war ein Jahresüberschuss von 26,1 Mio. EUR zu verzeichnen, die Nettoumsatzrendite lag damit bei 5,1 %. Die Bilanzsumme des Konzerns sank im Jahr 2009 um 6,9 % auf 1.664,4 Mio. EUR (Vorjahr 1.788,1 Mio. EUR), wesentlich beeinflusst durch die Verringerung der immateriellen Vermögensgegenstände, den Abbau des Working Capitals und der Verschuldung. Am Jahresende 2009 waren Aktiva in Höhe von 60,3 % des Umsatzes gebunden. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme reduzierte sich auf 42,4 % gegenüber dem Vorjahresniveau von 47,4 %. Das Working Capital, definiert als Summe aus Vorräten und operativen Forderungen abzüglich operativer Verbindlichkeiten, konnte deutlich gesenkt werden und lag zum Jahresende bei 289,2 Mio. EUR (Vorjahr 350,4 Mio. EUR). In Tagen gemessen entspricht dies einer Bindung von 37,7 Tagen (Vorjahr 37,3 Tage). Die Eigenkapitalquote sank um 3,8 Prozentpunkte von 35,8 % auf 32,0 %. Von den gesamten Aktiva des Konzerns sind 52,4 % in der Region Europa gebunden, 27,4 % in der Region Amerika und 20,2 % in der Region Asien/Australien. Die Rückführung der Nettoverschuldung um 124,1 Mio. EUR auf nur noch 12,7 Mio. EUR wurde in erster Linie durch eine deutliche Reduzierung des Working Capitals sowie aus dem Mittelzufluss des Brutto-Cashflows in Höhe von 7,9 % vom Umsatz erreicht. Wesentliche Mittelabflüsse ergaben sich im Jahr 2009 aus den Investitionen (100,6 Mio. EUR) und den getätigten Übernahmen der Gesellschaften Premtec Corp., Officine De Zan S.r.l., EMC Traction S.r.l. und Sydac Pty. Ltd.. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) hat sich 2009 durch den Verschuldungsabbau deutlich verbessert und beträgt 2,4 % (Vorjahr 21,4 %). Die gute strategische Aufstellung und die in der Krise relativ stabile Geschäftsentwicklung wurden von den externen Rating-Agenturen Standard & Poor’s und Moody’s bestätigt. Diese bewerten die Knorr-Bremse Gruppe seit dem Jahr 2000. Moody’s stufte Knorr-Bremse mit „Baa1/Outlook stable“ und Standard & Poor’s mit „BBB+/Outlook positive“ ein. Knorr-Bremse ist damit das einzige Unternehmen im „Global Automotive Suppliers Ranking 2009“ von Standard & Poor’s im Ratingsegment Investment Grade mit positivem Outlook in der Krise. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns Der Knorr-Bremse Konzern hat unter den beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen seine Vermögensund Finanzlage stabil gehalten und konnte seine Verschuldung nahezu vollständig abbauen. Die Ertragskraft des Konzerns wurde durch konsequentes Kostenmanagement und vor allem durch interne Prozess- und Strukturoptimierungen abgesichert. Die Vermögenslage zeigt mit einer Eigenkapitalquote von 32,0 % und einem Gearing von 2,4 % eine äußerst stabile Struktur, die es dem Konzern weiterhin ermöglicht, jederzeit seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. KNORR-BREMSE AG Die Knorr-Bremse AG übernimmt als konzernführende Gesellschaft neben den Dienstleistungs- und Holdingfunktionen auch operative Steuerungsfunktionen. Die deutlich reduzierten Beteiligungserträge führten zu einem Absinken des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 141,7 Mio. EUR (Vorjahr 206,7 Mio. EUR). Da der Jahresüberschuss mit 124,9 Mio. EUR höher als die im Jahr 2009 ausgezahlte Dividende in Höhe von 104,0 Mio. EUR ist, ergibt sich ein Anstieg des Bilanzgewinns um 20,9 Mio. EUR auf 232,7 Mio. EUR (Vorjahr 211,8 Mio. EUR). ![]() Die Bilanz der Knorr-Bremse AG bildet neben den Anteilen an verbundenen Unternehmen schwerpunktmäßig Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen ab, die unter anderem im Rahmen des von der Knorr-Bremse AG geführten Cash-Pooling-Verfahrens zentral verwaltet werden. Mit Hilfe von Knorr Excellence werden sämtliche Geschäftsprozesse innerhalb der Führungsgesellschaft Knorr-Bremse AG analysiert, dokumentiert und optimiert. GEWINNVERWENDUNG Die Knorr-Bremse AG weist für das Geschäftsjahr 2009 einen Bilanzgewinn von 232,7 Mio. EUR (Vorjahr 211,8 Mio. EUR) aus. Es wird der Hauptversammlung vorgeschlagen, von diesem Bilanzgewinn einen Anteil von 52 Mio. EUR zur Ausschüttung einer Dividende von 20,00 EUR je dividendenberechtigter Aktie im Nennwert von 26,00 EUR zu verwenden. Der verbleibende Betrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN Die KB Holding GmbH, Grünwald, ist unmittelbar mit mehr als der Hälfte am Grundkapital der Knorr-Bremse AG beteiligt. Gemäß § 312 AktG wurde ein Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der folgende Erklärung enthält: „Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten.“ Der Bericht wurde vom Abschlussprüfer geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Entwicklungen in den Regionen nach Unternehmensbereichen Der Schienenfahrzeugbereich trug im vergangenen Geschäftsjahr zum Konzernumsatz 1.552,6 Mio. EUR (Vorjahr 1.430,7 Mio. EUR) bei. Der Nutzfahrzeugbereich erreichte einen Umsatz von 1.221,5 Mio. EUR (Vorjahr 1.974,6 Mio. EUR). Die unterschiedliche Geschäftsentwicklung der beiden Bereiche führte 2009 in einer divisionalen Betrachtung zu einer Verschiebung ihrer Umsatzanteile. Der Schienenfahrzeugbereich trug 56 % (Vorjahr 42 %) und der Nutzfahrzeugbereich 44 % (Vorjahr 58 %) zum Konzernumsatz bei. In den einzelnen Regionen, nach denen der Konzern gesteuert wird, stellt sich die Entwicklung der beiden Unternehmensbereiche wie folgt dar: Europa SCHIENENFAHRZEUGBEREICH Im Berichtszeitraum hat sich der Ende 2008 einsetzende Rückgang des Güterverkehrs als Auswirkung der Wirtschaftskrise fortgesetzt und die Marktsituation im Bereich des Erstausrüstergeschäfts sowie im Nachmarkt für diesen Bereich beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in der abgelaufenen Periode deutlich weniger Güterwagen und Lokomotiven beschafft. So sank die Produktion von Frachtwagen um rund 30 % und von Lokomotiven um rund 10 %. Der russische Markt war besonders von der Finanzkrise betroffen. Hier wurden geplante Beschaffungen für moderne Reisezugwagen nicht realisiert. Im Bereich des europäischen Personenverkehrs zeigten sich bis dato nur geringe Auswirkungen der Finanzkrise. Allerdings wurden einige Projekte verschoben oder im Volumen reduziert. Die Gesamtentwicklung des Personenverkehrs zeigte ein moderates Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Im Berichtsjahr konnten unter anderem auf Basis der 2008 abgeschlossenen Rahmenverträge mit bedeutenden europäischen Systemhäusern, aber auch mit Fahrzeugbauern aus dem asiatischen Raum, wichtige Aufträge errungen werden. So wurde Knorr-Bremse von Siemens mit der Lieferung von Bremssystemen, Türsystemen und Klimaanlagen für 120 Hochgeschwindigkeitswagen für die Deutsche Bahn beauftragt. In der Schweiz gewann Knorr-Bremse einen Auftrag des Fahrzeugbauers Stadler zur Ausrüstung von 300 Doppelstocktriebwagen mit Brems- und Türsystemen. Der Fahrzeugbauer Rotem in Korea erhielt einen Auftrag über die Lieferung von 440 Metrowagen für Marmaray in der Türkei. Hier wird Knorr-Bremse das Bremssystem liefern. In Zentral- und Osteuropa erhielt der Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge einen Auftrag zur Lieferung von Bremssystemen und Türsystemen von 186 Straßenbahnwagen an den polnischen Fahrzeugbauer PESA S.A. für die Stadt Warschau. Eine Marktbelebung erfährt derzeit der Nahe Osten, den Knorr-Bremse organisatorisch zu der Region Europa zählt. In Saudi-Arabien erhielt Knorr-Bremse für die Stadt Mekka den Auftrag zur Lieferung von Brems- und Bahnsteigtürsystemen für ein neues Metrosystem. Es handelt sich dabei um Systeme für 204 Metrowagen sowie 1.800 Bahnsteigtüren für neun U-Bahnhöfe. Die Funktion der Produkte muss dort extremen klimatischen Bedingungen standhalten. Für die Knorr-Bremse Tochtergesellschaft Westinghouse Platform Screen Doors handelt es sich mit einem Auftragswert von fast 40 Mio. EUR um den größten Einzelauftrag für Bahnsteigtüren in der Firmengeschichte. Im Nachmarkt konnte an die Erfolge der vergangenen Jahre angeknüpft werden. Eine hohe Lieferleistung im Ersatzteilbereich bei Bremsscheiben sowie vermehrte Überholungsprojekte waren wesentliche Gründe für die Umsatzsteigerung. Im Service-Bereich gab es Markterfolge bei Hydraulik-Projekten in Skandinavien, bei der Modernisierung von Komponenten sowie bei der Überholung der Electrostar-Flotte in Großbritannien. NUTZFAHRZEUGBEREICH Nach 562.000 druckluftgebremsten Lkw 2008 kam es im Jahr 2009 mit nur 193.000 Einheiten zu einem massiven Rückgang der westeuropäischen Lkw-Produktion. Von dieser Entwicklung waren alle Kunden im Erstausrüstergeschäft gleichermaßen betroffen und damit auch sämtliche Produkte, die im europäischen Werksverbund der Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH produziert und vertrieben werden. Die westeuropäische Anhängerproduktion sank ebenfalls stark ab. Nach 202.000 produzierten Anhängern 2008 waren es im Jahr 2009 lediglich 70.000, ein Rückgang um 65 %. Das Umsatzniveau des Nachmarkts reduzierte sich dagegen lediglich um rund 13 % gegenüber dem Vorjahr. Die zentral- und osteuropäische Lkw-Produktion entwickelte sich mit einem Rückgang um 64 % von 130.000 auf 47.000 Einheiten im Jahresvergleich parallel zu der westeuropäischen Lkw-Produktion. Als wichtigster Umsatzträger stellte sich in Europa auch 2009 die Scheibenbremse dar, die über das Jahr gesehen im ersten Quartal die höchsten Stückzahlen verzeichnete. Ein besonderer Erfolg ist das im Dezember 2007 gegründete Joint Venture mit dem größten russischen Nutzfahrzeughersteller KAMAZ. Das Gemeinschaftsunternehmen produziert zunächst Trommelbremsen für sämtliche KAMAZ Fahrzeugreihen. Im September 2009 lief nur 15 Monate nach Produktionsstart bereits die 100.000ste Trommelbremse vom Band. Im Berichtszeitraum wurden weitere Maßnahmen für die Fertigungslokalisierung im Joint Venture angestoßen, die im Laufe des Jahres 2010 zum Abschluss gebracht werden. Darüber hinaus wird über die sukzessive Erweiterung des Produktportfolios das Wachstum des Joint Ventures abgesichert. In Europa konnten im Jahr 2009 langfristige Rahmenverträge mit Kunden in Höhe von über 650 Mio. EUR abgeschlossen werden. Dadurch wurden bestehende Lieferumfänge für die folgenden Jahre abgesichert und um neue Produkte erweitert. Nordamerika SCHIENENFAHRZEUGBEREICH Der Markt für Güterwagen brach 2009 in der Region Nordamerika stark ein. Die Produktion neuer Güterwagen sank um zwei Drittel von rund 60.000 Einheiten im Vorjahr auf rund 20.000 Einheiten im Jahr 2009. Zudem wurden nur noch rund 500 Lokomotiven ausgeliefert, 350 weniger als 2008. Der Auftragseingang sowie Jahresend-Auftragsbestand der Zulieferer im Güterwagenbereich blieben über das gesamte Geschäftsjahr auf niedrigem Niveau. Das deutet auf einen weiterhin angespannten Markt hin. Durch die Stilllegung von etwa 30 % der Güterwagenflotte in Nordamerika und die Verringerung oder Stornierung von Ersatz- und Erneuerungsinvestitionen war auch der Nachmarkt stark von der wirtschaftlichen Situation betroffen. Knorr-Bremse konnte 2009 im Frachtbereich die Effekte aus dem starken Marktrückgang teilweise kompensieren und seine Marktanteile behaupten. Dies wurde insbesondere durch die starke Marktposition im Erstausrüster- und Nachmarktgeschäft, die erfolgreichen Markteinführungen neuer Produkte wie beispielsweise des LEADER Systems, stabile Exporte, steigende Intercompany- Lieferungen insbesondere nach China sowie durch nachhaltige Integration der Akquisitionen erreicht. Im Markt für schienengebundenen Personentransport war das Jahr 2009 in Nordamerika durch ein geringes Investitionsvolumen gekennzeichnet. Knorr-Bremse konnte sich vor diesem Hintergrund erfolgreich in Houston mit der Zulieferung von Brems-, Tür- und Klimasystemen für leichte Schienenfahrzeuge durchsetzen sowie einen fünfjährigen Wartungsauftrag für Klimasysteme bei der Metro North Railroad gewinnen. Als innovative Lösung von Knorr-Bremse wurde mit der VV-120T Luftversorgungseinheit das einzige ölfreie System auf dem nordamerikanischen Markt in Großstädten wie New York und Washington für den Betrieb freigegeben. Dem regionalen Ansatz folgend, wurde darüber hinaus im Jahr 2009 mit der Auslieferung von vollständig in Nordamerika entwickelten und produzierten Klimasystemen begonnen. NUTZFAHRZEUGBEREICH Der seit 2006 in Nordamerika rückläufige Trend in der Zahl produzierter Lkw hielt auch 2009 weiter an. Gegenüber dem Vorjahr sank die Produktion um 37 % auf rund 175.000 Einheiten. Vom Niveau des Jahres 2006 ist die Lkw-Produktion damit um 65 % geschrumpft. Der Nachmarkt unterlag in der Berichtsperiode der gleichen Entwicklung, der Rückgang fiel aber mit etwa 15 % nicht ganz so stark aus wie im Erstausrüstermarkt. Im Verlauf des Jahres 2009 konnte in der zweiten Hälfte eine leichte Erholung im Erstausrüster- sowie Nachmarkt verzeichnet werden. Diese Erholung ist jedoch zum Teil beeinflusst durch die zum 1. Januar 2010 in Kraft getretene neue EPA-10 Emissionsverordnung, die vorgezogene Investitionen zur Folge hatte. Trotz des schwachen Marktumfelds konnte Knorr-Bremse in Nordamerika in den Produktfeldern Trommelbremse, Kompressoren und Schwingungsdämpfer wichtige Kundenaufträge gewinnen. Zudem wurde im Berichtsjahr die Montage von kompletten Fahrerkabinen für Nutzfahrzeuge der Firma Autocar in neuen Montagehallen ausgebaut. Ein weiterer Markterfolg war die Einführung des neuen Bendix Wingman ACB Systems. Dieses System zur automatischen Sicherheitsbremsung in Nutzfahrzeugen kommt bisher in Fahrzeugen der Marken Mack und Volvo zum Einsatz. Auf dem nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarkt wird zudem ein steigendes Interesse an innovativen Produkten wie beispielsweise der in Europa etablierten Scheibenbremse oder auch dem Pneumatic Booster System (PBS) zur Leistungssteigerung und Kraftstoffeinsparung registriert. Südamerika SCHIENENFAHRZEUGBEREICH Die Produktion von Güterwagen brach im Vergleich zum Jahr 2008 in der Region Südamerika um 80 % auf rund 1.000 Güterwagen ein. Der Grund hierfür liegt im starken Rückgang des Frachtaufkommens, insbesondere aufgrund der weltweit ausbleibenden Nachfrage nach Eisenerzen. Eine deutliche Steigerung der Nachfrage und Produktion von Güterwagen ist Prognosen zufolge auch für 2010 nicht zu erwarten. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes in großen Metropolen wie São Paulo und Santiago de Chile führte dagegen in dem Berichtsjahr zu einer positiven Entwicklung im Schienenpersonentransport. NUTZFAHRZEUGBEREICH Nach einer Lkw-Rekordproduktion von rund 163.000 Fahrzeugen im Jahr 2008 wurden 2009 insgesamt ca. 29 % weniger Lkw produziert. Während im Markt für leichte Nutzfahrzeuge gegenüber dem Vorjahr ein geringes Wachstum verzeichnet werden konnte, brach die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen und Anhängern um über 50 % ein. Trotz der aufgezeigten Entwicklung der Produktion war der Rückgang im Vergleich mit den Regionen Nordamerika und Europa geringer. Insbesondere der wichtigste südamerikanische Nutzfahrzeugmarkt Brasilien trug zur Stützung bei und zeigte ab Oktober wieder eine deutliche Belebung. Die Gründe hierfür lagen beispielsweise in der geringen Exportabhängigkeit Brasiliens, einem relativ stabilen Finanzmarkt und den Investitionen für die geplanten Großveranstaltungen Fußballweltmeisterschaft 2014 sowie die Olympischen Spiele 2016. An dem Standort in São Paulo fertigt Knorr-Bremse das vollständige Bremssystem für Kunden in Brasilien und weiteren lateinamerikanischen Ländern im Erstausrüstermarkt. Darüber hinaus werden Komponenten für den lokalen Nachmarkt produziert. Asien/Australien SCHIENENFAHRZEUGBEREICH Der Schienenfahrzeugmarkt in Asien/ Australien hat sich auch 2009 positiv entwickelt. Hauptwachstumstreiber war China, wo staatliche Konjunkturprogramme und umfassende Infrastrukturprojekte zu einer hohen Nachfrage nach Schienenfahrzeugen führten. Die erfolgreiche Strategie des Unternehmens in China mit eigenen Produktionsstätten und einer engen Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern wurde mit dem größten Auftrag in der über 100jährigen Geschichte des Unternehmens bestätigt. Knorr-Bremse wird über 2.720 Wagen des neuen CRH3-Hochgeschwindigkeitszugs mit Bremsen und Türsystemen sowie 1.280 Wagen auch mit Klimasystemen ausrüsten. Der Wert des Auftrags beläuft sich auf über 500 Mio. EUR. Die Vereinbarungen wurden unter der Schirmherrschaft des chinesischen Eisenbahnministeriums in Peking von den lokalen Tochtergesellschaften des Unternehmens gemeinsam mit den chinesischen Partnern unterzeichnet. Die Auslieferung begann noch im vierten Quartal 2009 und wird sich bis 2012 erstrecken. Mit der Inbetriebnahme der neuen CRH3-Hochgeschwindigkeitszüge wird China über die größte und schnellste Hochgeschwindigkeitsflotte der Welt verfügen. Auch bei der CRH2-Hochgeschwindigkeitsplattform konnte sich das Unternehmen einen Auftrag zur Ausrüstung von 50 achtteiligen Zügen mit Drehgestellausrüstungen sichern und sich gegen bestehende Lieferanten durchsetzen. Neben dem Hochgeschwindigkeitsbereich konnten Aufträge im Nahverkehrsbereich und bei Lokomotiven gewonnen werden. Über 1.280 schwere Lokomotiven werden mit Knorr-Bremse Systemen ausgerüstet. Im Rahmen des weiterführenden Ausbaus beziehungsweise des Neubaus der Metrosysteme in Shenzhen, Guangzhou, Peking, Suzhou und Hangzhou erhielt das Unternehmen den Auftrag zur Lieferung von Bremssystemen für 1.650 Wagen. Klimaanlagen von Merak werden zudem in über 550 Wagen der neuen Linien in Schanghai, Shenzhen und Guangzhou zum Einsatz kommen. Wachstum konnte auch mit Bahnsteigtüren von Westinghouse generiert werden. In den Metronetzen in Xian und Shenzhen werden über 3.200 Bahnsteigtüren für mehr Sicherheit und effizientere Klimatisierung sorgen. Die Gesamtsumme der Aufträge in China belief sich 2009 auf rund 800 Mio. EUR. Auch die weiteren Märkte der Region zeigten eine positive Entwicklung. In Indien konnte Knorr-Bremse im klassischen Ausrüstermarkt für Frachtund Personentransport weiter wachsen und eine führende Position in dem aufstrebenden Markt für Metrosysteme mit Aufträgen für Brems- und Türsysteme in Kalkutta, Klima- und Bremssysteme für die Monorail in Mumbai sowie Bremssysteme für die Metro in Bangalore halten. In Japan wurde Knorr-Bremse als Lieferant von Drehgestellausrüstungen für alle motorgetriebenen Wagen der neuen Shinkansen-Generation ausgewählt. Knorr-Bremse ist damit der einzige ausländische Zulieferer von wesentlichen Komponenten beim Shinkansen, womit die seit 2004 bestehende Entwicklungspartnerschaft und das dadurch erworbene Vertrauen honoriert wurden. NUTZFAHRZEUGBEREICH Die Region Asien/Australien konnte als einzige Region mit 1 % eine leichte Steigerung der Lkw-Produktion im Vergleich zum Vorjahr erreichen. Getragen wurde dies durch den auf die Stückzahlen bezogen größten Nutzfahrzeugmarkt der Welt, China. Nachdem die Weltwirtschaftskrise in den ersten zwei Monaten des Berichtsjahres noch zu einem Rückgang der Fahrzeugproduktion in Höhe von 43 % in China geführt hatte, konnte diese Entwicklung durch staatliche Konjunkturprogramme ab dem zweiten Quartal umgekehrt werden. In der zweiten Jahreshälfte wurden sogar fast doppelt so viele Lkw wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hergestellt. Während der Export chinesischer Fahrzeuge durch die globale Krise deutlich rückläufig war, konnte dennoch ein Rekord in der Lkw-Gesamtproduktion von 904.000 Einheiten im mittleren und schweren Nutzfahrzeugsegment erreicht werden, wodurch das Niveau 2009 insgesamt 22 % über dem von 2008 lag. Der chinesische Nutzfahrzeugmarkt wird zu 98 % von lokalen Herstellern dominiert. Ausländische Hersteller und Zulieferer gehen daher verstärkt Joint Ventures ein, um an dem Wachstum des Markts zu partizipieren. Knorr-Bremse ist in China mit seinen Gesellschaften in Dalian und Schanghai bereits seit mehreren Jahren vertreten. Zum weiteren Ausbau der Aktivitäten in China wurden am Standort Dalian 2009 die Produkte Scheibenbremse und Pedaleinheit lokalisiert. Mit der in China erfolgreich aufgebauten Kompressorenentwicklung und -produktion sowie dem dortigen Know-how unterstützt Knorr-Bremse die Entwicklung in anderen Ländern wie Japan oder Indien. Der Einbruch im Exportsegment in China, in dem Knorr-Bremse gut vertreten ist, konnte durch Zugewinne im lokalen Nutzfahrzeugmarkt inklusive des Bereichs Busse vollständig kompensiert werden. Indien konnte sich wie auch China im Jahr 2009 mit einem weiteren Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Weltwirtschaftskrise behaupten. Für den Nutzfahrzeugmarkt wirkten auch 2009 bereits laufende staatliche Projekte wie die Jawaharlal Nehru National Urban Renewal Mission (JNNURM) zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur in Verbindung mit weiteren Projekten stützend. Bis 2011 sollen allein 46.000 Busse beschafft werden, wovon 2009 bereits 6.600 Fahrzeuge geordert wurden. Tata Motors, mit dem Knorr- Bremse über ein Joint Venture mit einer Tochtergesellschaft von Tata Industries, der Tata Auto Components, in enger Verbindung steht, erhielt den Auftrag für 4.700 Fahrzeuge. Knorr-Bremse Indien konnte eine stabile Nachfrage nach Systemen und Komponenten wie beispielsweise Liftachsen, ABS-Systemen und Ventilen sowie im Nachmarkt verzeichnen. Zur Ausweitung des Service-Netzes wurden im Berichtsjahr 42 neue Partnerwerkstätten integriert. Japan wurde deutlich härter von der Wirtschaftskrise getroffen als China und Indien. Die Lkw-Produktion ging im Jahr 2009 um rund 49 % gegenüber 2008 zurück und wird sich auch 2010 voraussichtlich nur geringfügig erholen. Knorr-Bremse konnte 2009 insbesondere mit EBS5- und ABS6-Systemen Aufträge gewinnen und darüber hinaus Projekte mit innovativen Lösungen zur Energieeffizienz und Kraftstoffeinsparung bei großen Herstellern initiieren. ![]() Investitionen / Abschreibungen Die Investitionen des Knorr-Bremse Konzerns in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände sind mit 100,6 Mio. EUR (Vorjahr 134,2 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Diese Entwicklung ist dem deutlich verschlechterten wirtschaftlichen Umfeld im Berichtszeitraum geschuldet. Auf Europa entfielen hiervon 70,8 Mio. EUR (70,4 %). In der Region Amerika wurden 16,7 Mio. EUR (16,6 %) und in Asien/Australien 13,1 Mio. EUR (13,0 %) der Investitionssumme getätigt. Auf die Divisionen bezogen, wurden im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge 66,6 Mio. EUR (Vorjahr 65,8 Mio. EUR) und 33,4 Mio. EUR (Vorjahr 64,2 Mio. EUR) in dem Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge investiert. Die Abschreibungen, einschließlich der planmäßigen Amortisation auf im Zuge von Akquisitionen erworbene Goodwills, haben sich im Vergleich zu 2008 mit 117,7 Mio. EUR (Vorjahr 114,7 Mio. EUR) konzernweit leicht erhöht. Die Region Europa trug hierbei mit 77,4 Mio. EUR den größten Teil der Abschreibungen, gefolgt von Amerika mit 32,1 Mio. EUR und Asien/Australien mit 8,2 Mio. EUR. Der mit 63,4 Mio. EUR (Vorjahr 67,1 Mio. EUR) größere Anteil der Abschreibungen entfällt auf den Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge, während die Abschreibungen im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge 51,3 Mio. EUR (Vorjahr 44,8 Mio. EUR) betrugen. Schwerpunkt der Investitionstätigkeit 2009 war neben dem Ausbau der Produktionskapazitäten in Asien und Ersatzinvestitionen die Errichtung einer neuen Produktionsstätte in Budapest (Ungarn). ![]() Forschung und Entwicklung Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise mit Auswirkung insbesondere auf den Gütertransport hat Knorr-Bremse im Jahr 2009 in enger Abstimmung mit den Kunden Forschung und Entwicklung gezielt weiter vorangetrieben. Der hierfür getätigte Aufwand inklusive Projektierung ist zwar absolut auf 152,6 Mio. EUR (Vorjahr 171,3 Mio. EUR) gesunken, liegt jedoch mit 5,5 % vom Umsatz deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 5,1 %). Als weltweiter Technologieführer bei Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge entwickelt Knorr-Bremse innovative Produkte, die sich durch Sicherheit, Qualität, Zuverlässigkeit und hohen Kundennutzen auszeichnen. Dies gilt ebenso für die weiteren Produktbereiche bei Schienenfahrzeugen (Einstiegssysteme, Klimaanlagen, Fahrerassistenzsysteme, Steuerungskomponenten sowie Bahnsteigtüren) und Nutzfahrzeugen (Fahrerassistenzsysteme, Drehschwingungsdämpfer und Komponenten für den Antriebsstrang). Die Beherrschung von Elektronik, Pneumatik und Mechanik ist hierbei die Grundlage für den Markterfolg von Knorr-Bremse. Diese Kenntnisse befähigen das Unternehmen, seinen Kunden in einem ganzheitlichen Ansatz Gesamtsysteme zu liefern. Der seit Jahren richtungsweisende Trend zur Einführung innovativer System- und Modullösungen mit einer Tendenz zu sogenannten mechatronischen Systemen hält insbesondere in der europäischen Nutzfahrzeugindustrie weiter an und verschafft Knorr-Bremse einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern. Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit 2009 waren im Bereich Schienenfahrzeuge unter anderem Systeme und Produkte, die den hohen Anforderungen des chinesischen Markts im Nah- und Hochgeschwindigkeitsverkehr gerecht werden. Im Nutzfahrzeugbereich wurde unter anderem auf die Entwicklung innovativer Systeme zur Steigerung der Sicherheit im Straßenverkehr fokussiert. Breiten Raum nahm in beiden Bereichen die Weiterentwicklung von Systemen zur Erhöhung der Energieeffizienz ein. Hier bietet Knorr- Bremse beispielsweise mit dem Fahrerassistenzsystem LEADER für Schienenfahrzeuge und einem System zur Überwindung des Turbolochs bei Nutzfahrzeugen (PBS) besonders innovative, marktreife Produkte an. Zur Steigerung der Entwicklungseffizienz und Optimierung des Produktentstehungsprozesses wurde bereits Anfang 2007 das Projekt COPE (Competence in Product Engineering) gestartet. Ziel ist es, insbesondere die anspruchsvolle und zunehmend komplexe Entwicklung von Modulen und Systemen sowie die immer frühere Einbeziehung der Zulieferer in den Entwicklungsprozess zu verbessern. Nach der konzernweiten Einführung von COPE wurde im Jahr 2009 die Nachhaltigkeit abgesichert und der Schwerpunkt auf die kontinuierliche, praxisorientierte Verbesserung gelegt. Dem regionalen Ansatz von Knorr-Bremse entsprechend wurde auch 2009 der Anteil der Entwicklungskapazität in Schwellenländern wie Indien und China ausgebaut. Der Anspruch des Konzerns, innovative Lösungen für lokale Markt- und Kundenanforderungen zu realisieren und zum Nutzen der Kunden ständig weiter zu entwickeln, wurde auch angesichts der geänderten Rahmenbedingungen der Weltwirtschaftskrise 2009 durch die zahlreichen Innovationen und Auszeichnungen behauptet. Im Nutzfahrzeugbereich zeigte sich der Erfolg der intensiven Forschung und Entwicklung und das Vertrauen der Kunden auch in dem Abschluss langfristiger Rahmenverträge mit Kunden in Höhe von über 805 Mio. EUR. Im Schienenfahrzeugbereich verlässt sich China in der Realisierung seiner ehrgeizigen Hochgeschwindigkeitspläne mit der Vergabe des größten Auftrags in der Firmengeschichte ebenfalls auf die bewährte Knorr-Bremse Technologie. ![]() Personal Im Knorr-Bremse Konzern arbeiteten zum Jahresende 2009 insgesamt 14.432 Mitarbeiter. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Verringerung um 3,8 %. In der Region Europa beschäftigte Knorr-Bremse zum Jahresende 2009 8.555 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.268). Damit lag der Anteil der europäischen Mitarbeiter mit 59,3 % unter dem Vorjahresniveau von 61,9 %. In Deutschland ging die Zahl der Mitarbeiter um 435 auf 3.071 Arbeitnehmer zurück (Vorjahr: 3.506) und erreichte einen Anteil von 21,3 %. Auch die Beschäftigtenzahl in Amerika war 2009, insbesondere durch Kapazitätsanpassungen in Nordamerika, rückläufig und umfasste zum Jahresende 3.217 (Vorjahr: 3.642) Mitarbeiter. Der Anteil der Mitarbeiter an der Konzernbelegschaft sank dort auf 22,3 % (Vorjahr: 24,2 %). Aufgrund der Wachstumsimpulse in Asien/Australien stieg die Mitarbeiterzahl in der Region auf 2.660 (Vorjahr: 2.089). Die Relevanz dieser Region kommt auch in dem weiter steigenden Mitarbeiteranteil von 18,4 % (Vorjahr: 13,9 %) zum Ausdruck. Die Anzahl der Mitarbeiter der Bereiche hat sich im vergangenen Geschäftsjahr entsprechend der Märkte unterschiedlich entwickelt. Im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge ist die Mitarbeiterzahl zum Ende 2009 auf 8.256 (Vorjahr 7.688) gestiegen, im Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge ist sie dagegen auf 6.014 (Vorjahr 7.160) gesunken. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die internationale Wachstumsstrategie des Unternehmens legt Knorr-Bremse den Schwerpunkt auf eine nachhaltige Personalentwicklung. Deren Relevanz wird durch die 2009 gestartete Initiative People Excellence (PEX) zur Bündelung aller hierfür notwendigen Maßnahmen unterstrichen. Die gezielte Förderung von Nachwuchsführungskräften und die Schaffung entsprechender Entwicklungs- und Aufstiegschancen bilden die Basis für Mitarbeitermotivation und langfristige Bindung an das Unternehmen. Durch Kooperationen mit Schlüsseluniversitäten und Teilnahme an Recruiting- und Hochschulmessen wird Knorr-Bremse regelmäßig als innovativer Arbeitgeber bei jungen Nachwuchskräften wahrgenommen. Im Sinne einer verstärkten Internationalisierung der Personalarbeit werden Einsätze an den ausländischen Konzernstandorten weiterhin gefördert. ![]() Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für ihren persönlichen Einsatz und ihr Engagement im Krisenjahr 2009. Der Dank gilt ebenfalls den Belegschaftsvertretungen für ihre konstruktive Zusammenarbeit. ![]() Engagement und Nachhaltigkeit Erfolgreich zu sein, bedeutet gerade im Zeitalter der Globalisierung und des Klimawandels, stets vorausschauend und umfassend zu planen, zu wirtschaften und zu gestalten. Dabei Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Menschen, Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen, ist in der modernen Unternehmensführung zu einer neuen Handlungsmaxime geworden. Im Jahr 2009 wurden Projekte zur weiteren Optimierung der Nachhaltigkeitsleistung von Knorr-Bremse initiiert. Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Ressourcenknappheit sowie der damit einhergehenden steigenden Rohstoff- und Energiepreise wurde die konzernweite Umweltinitiative Efficient Cut of CO2 (ECCO2) mit dem aktuellen Schwerpunkt Energiesparen ins Leben gerufen. Hierfür hat sich Knorr-Bremse Ziele gesetzt. So soll bis 2020 die Energieeffizienz des Konzerns um 20 % verbessert sowie der entsprechende Ausstoß von CO2 um 20 % reduziert werden. In die Umsetzung dieser Initiative werden alle Knorr-Bremse Standorte weltweit einbezogen. Knorr-Bremse reagiert mit ECCO2 nicht nur auf zu erwartende verschärfte regulatorische Anforderungen, sondern entspricht damit auch den Bedürfnissen der Kunden, die verstärkt energie- und ressourceneffiziente Produkte nachfragen. Darüber hinaus wird so auch ein Beitrag zu den krisenbedingt notwendigen Kosteneinsparungen erreicht. Knorr-Bremse unterstützte 2009 wie in den Vorjahren den seit Anfang 2005 bestehenden gemeinnützigen Verein Knorr-Bremse Global Care e. V. und förderte dessen Aktivitäten im Berichtsjahr mit 500.000 EUR. Die Projektschwerpunkte des Vereins lagen im Jahr 2009 auf Wiederaufbaumaßnahmen in Burma nach dem Zyklon Nargis und der Hilfe für Cholera-Patienten in Simbabwe, wo Ende 2008 eine Cholera-Epidemie ausgebrochen war. Knorr-Bremse Global Care e. V. wurde anlässlich der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 gegründet, um den Flutopfern unbürokratisch, effektiv und nachhaltig zu helfen. Mittlerweile sind 50 Hilfsprojekte auf vier Kontinenten in insgesamt 20 Ländern realisiert worden. Mit der Hilfe von Global Care und einer Spendensumme von 4,3 Mio. EUR wurden bis Jahresende 2009 etwa 125.000 Menschen erreicht. Ein gesonderter Rechenschaftsbericht von Knorr-Bremse Global Care e. V. liegt vor. Nachtragsbericht Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2009 haben mit Wirkung zum 1. Februar 2010 die Knorr-Bremse Asia Pacific Holding Ltd., Hongkong (China), und die Knorr-Bremse AG, München (Deutschland), den 26 %igen Anteil der Tata Autocomp Systems Ltd., Pune (Indien), an dem gemeinsamen Joint Venture, der Knorr-Bremse Systems for Commercial Vehicles India Private Ltd., Pune (Indien), erworben. Knorr-Bremse hält nun sämtliche Anteile an der Gesellschaft. Bericht über Risiken und Chancen Der Knorr-Bremse Konzern verfügt über ein etabliertes mehrstufiges und weltweit gültiges Planungs-, Berichtsund Kontrollsystem. Die Berichtsperioden und die Berichtsinhalte sind konzernweit einheitlich definiert. Die formalisierten Berichte werden durch Darstellungen zu Routine- und Sonderthemen im Rahmen monatlicher Besprechungen ergänzt und vertieft. Darüber hinaus besteht auf oberster Konzernebene ein standardisiertes Risikomanagement-Reporting. Es basiert auf einem halbjährlich zu erstellenden Risikobericht, der im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Sitzungen im Vorstand besprochen und mit Maßnahmen belegt wird. Somit wird das operative Risikomanagement-System auf strategischer Ebene ergänzt. In seiner Gesamtheit hat sich dieses Kontrollsystem als zuverlässiges Netz zur Früherkennung und Korrektur von drohenden Fehlentwicklungen bewährt. Die Risikobetrachtung und dessen Management sind auch wesentliche Bestandteile bei der Beschreibung, der Dokumentation und der kontinuierlichen Verbesserung der betrieblichen Prozesse im gesamten Knorr-Bremse Konzern (Knorr Excellence-Modell). GESCHÄFTSRISIKEN Der Knorr-Bremse Konzern ist in Geschäftssegmenten aktiv, die auf der Kundenseite seit Jahren durch einen dynamischen Konzentrationsprozess gekennzeichnet sind. Der daraus folgenden Nachfragemacht und dem entsprechenden Preisdruck begegnet Knorr-Bremse mit innovativen Produkten und Systemen. Das Unternehmen empfiehlt sich damit für eine nachhaltige Zusammenarbeit. Ziel ist es, kosteneffiziente Lösungen im Sinne der Kunden zu erreichen. Das gelingt insbesondere bei frühzeitiger Einbindung in das jeweilige Gesamtprojekt des Kunden. Die regionalen Nutzfahrzeug- und Schienenfahrzeugmärkte folgen unregelmäßigen Zyklen. Markt- oder Wachstumsschwankungen können einzelne Anbieter, Marktsegmente oder Regionen betreffen. Als weltweit tätiger Konzern ist Knorr-Bremse in besonderem Maße einer risikobehafteten Entwicklung der Weltwirtschaft ausgesetzt. Die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Länder und die weltweiten Handelsströme werden intensiv beobachtet, um die Absatzrisiken möglichst gering zu halten. Die internationale Präsenz macht Knorr-Bremse zugleich weitgehend unabhängig von regional begrenzten Krisen. Die weltweit zu verzeichnende Abschwächung der Nutzfahrzeugindustrie trifft auch Knorr-Bremse und wird weiter beobachtet. Die sich verschlechternde Bonität von Kunden birgt das Risiko von Forderungsausfällen, denen mit einem effektiven Forderungsmanagement entgegengetreten wird. Im Zuge des dynamischen Wachstums der vergangenen Jahre hat Knorr-Bremse zahlreiche Unternehmen und Beteiligungen in den Konzernverbund integriert. Die finanziellen und kulturellen Risiken, die mit solchen Integrationsprozessen typischerweise verbunden sind, konnte Knorr-Bremse durch eine systematische Analyse und Bewertung der Zielgesellschaften in engen Grenzen halten. Im Hinblick auf die Überwindung kultureller Barrieren hat Knorr-Bremse in den vergangenen zwanzig Jahren mit zahlreichen Akquisitionen und mehrheitlich geführten Joint Ventures wertvolle Erfahrungen bei der Integration von Unternehmen gesammelt. Diese Erfahrungen kommen bei weiteren möglichen Übernahmen positiv zum Tragen und wurden in strukturierten Prozessen abgebildet. Knorr-Bremse steht mit seinen Systemen an der Spitze der technischen Entwicklung. Daraus ergeben sich zugleich auch Risiken, die angesichts der Sicherheitsrelevanz der Anwendungen einer besonders sorgfältigen Kontrolle bedürfen. Hierfür hat Knorr-Bremse umfassende Qualitätsplanungs-, Qualitätssicherungs- sowie Testverfahren im routinemäßigen Einsatz. Zur ständigen Optimierung der Geschäftsprozesse orientiert sich Knorr-Bremse an internationalen Standards. Die einzelnen Standorte lassen sich in diesem Zusammenhang regelmäßig intern und extern auditieren. Beide Bereiche arbeiten darüber hinaus mit Hilfe des Knorr Excellence-Qualitätsprogramms (Quality First) trotz des bereits sehr hohen Qualitätsniveaus intensiv daran, die Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte kontinuierlich weiter zu verbessern. OPERATIVE RISIKEN Risiken aus Produktionsausfällen sind durch Versicherungsverträge wirtschaftlich sinnvoll abgesichert. Flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen ein effizientes Reagieren auf unvorhergesehene kurzfristige Kapazitätsschwankungen. Knorr-Bremse pflegt eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Dienstleistern. Um etwaige Lieferverzögerungen oder Qualitätsmängel zu vermeiden, die wiederum zu Produktionsstörungen und nachfolgend zu Ertragseinbußen führen könnten, legt Knorr-Bremse großen Wert auf eine sorgfältige Auswahl der Lieferanten. Diese werden kontinuierlich einer technischen und wirtschaftlichen Auditierung unterzogen. Insolvenzen von Geschäftspartnern stellen in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage ein weiteres Risiko dar, worauf unmittelbar reagiert wird. Das Risiko aus Währungsschwankungen ist insgesamt für den Knorr-Bremse Konzern nicht von entscheidender Bedeutung, da über die geografische Diversifizierung der letzten Jahre ein hoher Grad an lokaler Fertigung und lokaler Zulieferung innerhalb der jeweiligen Währungsräume erreicht wurde. Um das verbleibende Wechselkursrisiko aus Transaktionen zwischen unterschiedlichen Währungsräumen zu beschränken, werden in zunehmendem Maße Möglichkeiten für kompensierende Liefervolumina innerhalb des Konzerns gefunden. Selektiv werden auch derivative Kurssicherungen vorgenommen. Sie dienen jedoch ausschließlich der Sicherung von Grundgeschäften aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb. Grundlage für die Sicherung von Währungsrisiken ist die konzernweit gültige Währungsrichtlinie, in der die Vorgehensweise und der notwendige Umfang bei Sicherungsgeschäften verbindlich für alle Konzerngesellschaften beschrieben sind. Die Überwachung der Einhaltung dieser Vorgaben ist Bestandteil des entsprechenden Knorr Excellence-Prozesses. Die Geschäftsprozesse im Knorr-Bremse Konzern werden durch leistungsfähige und moderne IT-Systeme unterstützt. Zur Vermeidung von Störungen legt Knorr-Bremse besonderes Gewicht auf die Vereinheitlichung der Hard- und Software-Landschaft, die Integrität und die Sicherung der Datenbestände, anforderungsgerechte Backup-Lösungen sowie die Steuerung der Zugriffsberechtigung. Mit Hilfe von internen und externen Audits an allen wesentlichen Standorten weltweit wird die Einhaltung von IT-Sicherheits-Richtlinien umfassend überprüft. Das Corporate Data Center in München entspricht den höchsten Anforderungen (Industriestandard) hinsichtlich Effizienz, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Auf dieser Basis werden auch die erforderliche weltweite Transparenz sowie die Integration aller, insbesondere auch der neuen Standorte, weiter verbessert. Um den steigenden Anforderungen im Umweltschutz zu entsprechen, orientiert sich Knorr-Bremse weltweit an dem Standard ISO 14001. Der überwiegende Anteil der Standorte ist entsprechend zertifiziert beziehungsweise bereits rezertifiziert. In Asien, aber auch in den übrigen Regionen, erschweren Imitationen und Produktpiraterie das Geschäft im Schienen- und Nutzfahrzeugbereich. Demgegenüber steht die technische Kompetenz von Knorr-Bremse, die aufgrund der sicherheitskritischen Anwendungen der Produkte weltweit von den Kunden anerkannt und geschätzt wird. Die sorgfältige Analyse des konzernweiten Risikoprofils hat ergeben, dass keine erkennbaren Risiken bestehen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Gleichwohl wird die Finanzkrise sich bei Eintritt aller derzeit bekannten, aber noch nicht in vollem Umfang einzuschätzenden Risiken auf die Umsatz- und Ertragslage des Konzerns auswirken. Ausblick Nach dem schweren Einbruch der weltweiten Wirtschaftsleistung und der Handelsvolumina im ersten Halbjahr 2009 folgte gegen Ende des Jahres eine leichte Erholung. Jedoch resultieren insbesondere aus den auslaufenden staatlichen Stützungsprogrammen, restriktiven Kreditkonditionen und aus der weltweit steigenden Arbeitslosigkeit weitere Belastungsfaktoren. Der Beitrag des privaten Konsums zum Wachstum wird durch die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt gedämpft. Ein zu frühes Auslaufen der staatlichen Programme durch den bestehenden Konsolidierungsbedarf der öffentlichen Haushalte könnte insbesondere in den Industrieländern möglicherweise zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung führen. Vor diesem Hintergrund wird für das Gesamtjahr 2010 nur von einem moderaten Wachstum ausgegangen. Die asiatischen Schwellenländer werden für das Wirtschaftswachstum dabei weiter der Motor bleiben. In Europa wird sich der Markt für Schienenfahrzeuge 2010 nicht vollständig erholen. Im Güterverkehr wird mit weiter rückläufigen Beschaffungen gerechnet, wobei hier voraussichtlich die Talsohle 2010 erreicht wird. Im Personenverkehr ist die weitere Entwicklung noch ungewiss. Bei verschiedenen Projekten zeichnet sich eine zeitliche Verschiebung ab, ebenfalls sind einzelne Stornierungen von Beschaffungsvorhaben möglich. Wachstumsimpulse werden durch die Vergabe von einzelnen Großprojekten beispielsweise in Großbritannien, Deutschland und dem Nahen Osten erwartet. In Russland ist eine grundlegende Marktbelebung noch nicht absehbar. Im Nutzfahrzeugmarkt in Europa wird sich die seit Ende 2009 abzeichnende leichte Erholung auch 2010 fortsetzen. Das Jahresvolumen produzierter Lkw wird im Jahr 2010 voraussichtlich leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Mit einer deutlicheren Erholung wird erst in den Folgejahren 2011 und 2012 gerechnet. Im Geschäftsjahr 2010 liegt die größte Herausforderung für den Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge in Europa sowohl in der voranschreitenden Globalisierung des Geschäfts als auch in der weiteren Umsetzung erforderlicher Anpassungen der Struktur an die veränderte Marktsituation bei gleichzeitiger Absicherung der Zukunftswerte. Trotz der Beeinträchtigung der Märkte durch die aktuelle Krise verfolgt die Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH ihre auf langfristigen Unternehmenserfolg und profitables Wachstum ausgerichtete Firmenpolitik auch in diesem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld weiter. Durch den weiteren Ausbau neuer Märkte wie beispielsweise Russland und China und hierfür erfolgender Zulieferung aus Europa, die Einführung innovativer Produkte und eine selektive Erweiterung der Geschäftsfelder soll das Geschäft mittelfristig ausgeweitet werden. Bei allen Wachstumsprojekten stehen die Steigerung des Kundennutzens und die Technologieführerschaft im Mittelpunkt, wobei der Qualität und der Zuverlässigkeit aller Produkte die oberste Priorität beigemessen wird. Im Schienenfahrzeugmarkt in Nordamerika rechnet Knorr-Bremse 2010 im Erstausrüstermarkt für Frachtwagen und Lokomotiven mit einem weiteren massiven Rückgang gegenüber dem Vorjahresniveau. Aufgrund der bestehenden Überkapazitäten wird sich dieser Rückgang auch bei der erwarteten moderaten Erholung der Wirtschaft einstellen. Der Fahrzeugmarkt für Personentransport wird auf ähnlichem Niveau wie 2009 bleiben. In diesem Bereich werden im Jahr 2010 Investitionen verschiedener Großstädte in den öffentlichen Nahverkehr sowie der Regierung in die Hochgeschwindigkeitstechnologie erwartet. Ein weiterer positiver Effekt könnte aus dem Ziel der Regierung resultieren, Fördergelder für Straßenbahnprojekte künftig vereinfacht zu vergeben. Der Nutzfahrzeugmarkt in der Region Nordamerika wird nach den Vorzieheffekten durch die neue Emissionsgesetzgebung zum 1. Januar 2010 im zweiten Quartal voraussichtlich einen neuen Absatzeinbruch erfahren. Im zweiten Halbjahr wird wieder eine leichte Belebung des Marktes erwartet, sodass für das Gesamtjahr von einem schwachen Wachstum ausgegangen wird. In der Region Südamerika wird auf dem wichtigsten Markt in Brasilien im Jahr 2010 eine deutliche wirtschaftliche Belebung erwartet. Der Grund dafür liegt unter anderem in der wachsenden Verbindung zu Asien und den kommenden Großveranstaltungen Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympische Spiele 2016. Der Schienenfahrzeugmarkt wird vom Ausbau der Nahverkehrsnetze deutlich profitieren, woran Knorr-Bremse, insbesondere beim Ausbau der Metrosysteme in São Paulo und Santiago de Chile, stark partizipieren wird. Für die Lkw-Produktion wird im Rahmen des wirtschaftlichen Aufschwungs von einem moderaten Anstieg ausgegangen. In Asien/Australien wird sich das Wachstum im Schienenfahrzeugbereich in den nächsten Jahren fortsetzen. Ein steigendes Umweltbewusstsein, steigende Energiekosten und zunehmend überlastete Straßen werden sich in Verbindung mit den Effekten aus den staatlichen Stützungsprogrammen positiv auf die Entwicklung des Schienenverkehrs auswirken. Der Personentransport steht hierbei im Fokus, der Frachtmarkt wird aber ebenso an dieser Entwicklung partizipieren. Knorr-Bremse wird besonders auf dem größten asiatischen Markt für Schienenfahrzeuge in China sein hohes Umsatzniveau mittelfristig beibehalten. An allen Standorten des Bereichs Systeme für Schienenfahrzeuge in China werden Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung zur Bewältigung der bereits erhaltenen Kundenaufträge umgesetzt. In Indien wurde der Bau einer neuen Produktionsstätte beschlossen, um auch dort die gestiegene Kundennachfrage zu bedienen. Im Nutzfahrzeugmarkt wird in der Region für 2010 mit einem weiteren leichten Wachstum gerechnet. China wird mit einem im internationalen Vergleich hohen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von ca. 10 % und andauernden Effekten aus den Konjunkturprogrammen, insbesondere im Bausektor, der Motor für diese Entwicklung bleiben. Maßnahmen zur Verhinderung einer konjunkturellen Überhitzung könnten allerdings zu einem temporären Rückgang der Nachfrage nach Nutzfahrzeugen führen. Knorr-Bremse rechnet 2010 insgesamt auf der Basis der dargestellten regionalen Entwicklungen mit einem leichten Umsatzanstieg. Dieser wird im Betrachtungszeitraum insbesondere durch den Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge getragen. Für den Prognosezeitraum geht Knorr-Bremse somit von weiterhin positiven Ergebnissen aus. Die aufgezeigten Risiken für das weitere Wachstum der Weltwirtschaft erschweren jedoch eine genauere Prognose der Geschäftsentwicklung. Knorr-Bremse wird seine auf einen langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtete Firmenpolitik auch 2010 vorantreiben und die eingeleiteten Schritte zur Krisenbewältigung einerseits und zum Ausbau der Kapazitäten in Regionen mit wachsender Nachfrage andererseits weiterführen. Hierzu gehören beispielsweise eine intensive Marktbearbeitung in den asiatischen Schwellenländern sowie die Einführung innovativer Produkte und eine selektive Erweiterung der Geschäftsfelder. Die Steigerung des Kundennutzens und die Technologieführerschaft stehen hierbei nach wie vor im Mittelpunkt. Ein weitergehender Ausblick auf 2011 bleibt angesichts der volatilen Märkte und der hohen Unsicherheiten mit den aufgezeigten Risiken schwierig. Knorr-Bremse geht von einer, wenn auch verhalten wachsenden Weltwirtschaftsleistung und damit steigenden Transportleistung aus. Auch die für Knorr-Bremse unter anderem identifizierten Megatrends der fortlaufenden Urbanisierung und der Bedeutung von Energieeffizienz und Sicherheit wirken sich positiv auf die Geschäftsentwicklung aus. Diese Faktoren werden den Wachstumskurs auch über 2010 hinaus positiv beeinflussen. Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2009AKTIVA scroll
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009scroll
Konzernanhangder Knorr-Bremse AG1 Grundlagen und Methoden Der Konzernabschluss wird gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung unter Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und ergänzender gesetzlichen Regelungen erstellt. Der Konzernabschluss ist in TEUR aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu erhöhen, sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn-und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert erläutert. BILANZIERUNG UND BEWERTUNG Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Für die Konsolidierung nach der Equity-Methode werden von den konzerneinheitlichen Grundsätzen abweichende Wertansätze in den Jahresabschlüssen der assoziierten Unternehmen beibehalten. Die Bewertung der Immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen; soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellkosten – bei abnutzbaren Gegenständen abzüglich planmäßiger Abschreibungen – bewertet; soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf nach der linearen Methode vorgenommen. Bei den deutschen Konzerngesellschaften werden Zugänge vor dem 1. Januar 2008 und nach dem 1. Januar 2009 überwiegend nach der degressiven Methode abgeschrieben. Von der degressiven auf die lineare Abschreibungsmethode wird übergegangen, sobald diese zu höheren Abschreibungen führt. Geringwertige Wirtschaftsgütern werden nach den jeweils landesspezifischen steuerlichen Grundsätzen höchstmöglich abgeschrieben. Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und übrige Finanzanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. In den Vorräten sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den durchschnittlichen Anschaffungs- oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, werden Abschreibungen für Verwertungsrisiken vorgenommen. Unfertige und fertige Erzeugnisse sind mit Herstellungskosten, jedoch nicht höher als mit dem voraussichtlichen Verkaufserlös, abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten, bewertet. Die Herstellungskosten enthalten Einzelkosten für Material und Lohn sowie Material- und Fertigungsgemeinkosten. Soweit Bestandsrisiken vorliegen, werden in angemessenem Umfang Bewertungsabschläge vorgenommen. Die Forderungen sind zum Nominalwert, vermindert um erforderliche Einzelwertberichtigungen, angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen sind auf den Barwert abgezinst. Das allgemeine Kreditrisiko wurde durch Pauschalwertberichtigungen abgedeckt. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten, dem Barwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Fremdwährungspositionen werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweils ungünstigeren Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit Fremdwährungspositionen kursgesichert sind, erfolgt die Bewertung zum entsprechenden Sicherungskurs. Kurssicherungen und Optionsgeschäfte werden selektiv und ausschließlich für Sicherungszwecke vorgenommen. Derivative Finanzinstrumente, die für Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte sowie für mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen abgeschlossen wurden, werden, soweit möglich, zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. In den Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken sowie allen ungewissen Verpflichtungen ausreichend Rechnung getragen. Dies beinhaltet auch Rückstellungen nach § 249 Abs. 2 HGB. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden im Inland nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend dem Teilwertverfahren auf Basis eines Zinsfußes von 6 % gebildet. Sie wurden im Geschäftsjahr unter Verwendung der im Juli 2005 veröffentlichten Richttafeln von Prof. Dr. Heubeck ermittelt. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen unserer ausländischen Gesellschaften sind durch Rückstellungen abgedeckt, die nach ähnlichen Grundsätzen wie im Inland ermittelt wurden. Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. KONSOLIDIERUNGSKREIS In den Konzernabschluss werden neben der Knorr-Bremse AG 18 inländische und 84 ausländische Tochtergesellschaften einbezogen, bei denen die Knorr-Bremse AG die einheitliche Leitung bzw. beherrschenden Einfluss ausübt. Die Beteiligungen an einem inländischen Unternehmen und einem ausländischen Unternehmen werden im Konzernabschluss als Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden sechs ausländische Tochtergesellschaften nicht in den Konzernabschluss einbezogen sowie zwei inländische Gesellschaften nicht als assoziierte Unternehmen ausgewiesen, sondern zu Anschaffungskosten angesetzt. Im Geschäftsjahr 2009 wurden folgende Gesellschaften erworben und in den Konsolidierungskreis aufgenommen: EMC Traction S.r.l., Mailand/Italien; Officine De Zan S.r.l., Rozzano, Mailand/Italien; Sydac Pty. Ltd., Adelaide/Australien. Neu gegründet wurde die Knorr-Bremse SA Holding Company (UK) Ltd., Melksham, Wiltshire/Großbritannien. Zur Erfüllung der Anforderungen aus dem Broad Based Black Economic Empowerment Program (BBBEE) in Südafrika hat sich Knorr-Bremse von 25 % seiner Anteile an der Knorr-Bremse S.A. (Pty.) Ltd., Kempton Park/Südafrika, getrennt. Somit hat sich der Konsolidierungskreis gegenüber dem Vorjahr um drei ausländische Gesellschaften erweitert. Bei der Officine De Zan S.r.l. erfolgt die Kapitalkonsolidierung bzw. die erstmalige Einbeziehung des Tochterunternehmens in den Konzernabschluss in Anwendung des § 301 (2) HGB auf der Grundlage der Wertansätze zum 1. Januar 2009, bei den anderen beiden Gesellschaften auf der Grundlage der Wertansätze zum 31. Dezember 2009. Dies entspricht insoweit nicht DRS 4, der ein Wahlrecht entsprechend § 301 (2) HGB nicht vorsieht. In einer Anteilsübersicht auf den nachfolgenden Seiten sind im Einzelnen die verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen aufgeführt. Aus der Veränderung des Konsolidierungskreises haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des Konzerns ergeben. Die Bilanzsumme ist durch die neu konsolidierten Gesellschaften um 13,5 Mio. EUR angestiegen. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Die Kapitalkonsolidierung bei Tochtergesellschaften erfolgt nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Buchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Ein sich dabei ergebender aktiver Unterschiedsbetrag (Firmenwert) wird in Übereinstimmung mit den DRS-Standards seit dem Jahr 2002 aktiviert und über maximal zwanzig Jahre planmäßig abgeschrieben. Firmenwerte, die sich aus Erstkonsolidierungen in Jahren vor 2002 ergeben hatten, wurden gemäß § 309 Abs. 1 S. 3 HGB offen mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Entsprechend der Vorgehensweise bis 2001 wurden die Geschäftswerte Anchor Brake Shoe Company LLC, Premtec Corp., Officine De Zan S.R.L. und Knorr-Bremse KAMA Systems for Commercial Vehicles OOO gemäß § 309 Abs. 1 S. 3 HGB im Gesamtwert von TEUR 25.215 im Zugangsjahr offen mit den Rücklagen verrechnet. Im Berichtsjahr hat der Knorr-Bremse-Konzern im Vorfeld des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes sowie aufgrund der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise eine Überprüfung der Nutzungsdauern der Geschäfts- und Firmenwerte vorgenommen. Hierbei wurde festgestellt, dass bei einigen Geschäfts- und Firmenwerten die zu Grunde liegenden Annahmen in Bezug auf die Nutzungsdauer durch die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr anwendbar und die Nutzungsdauern entsprechend anzupassen sind: Dies betrifft die Geschäfts- und Firmenwerte der Gesellschaften Knorr- Bremse Ges.m.b.H. (Geschäftsbereich IFE), Frensistemi S.r.l., IGE-CZ s.r.o., Techtrain Associates Limited, Bendix, Di-Pro. Inc., STE Schwingungs-Technik GmbH und Knorr- Bremse Commercial Vehicle Systems Japan Ltd.. Durch die Anpassung der Nutzungsdauern wären außerplanmäßige Abschreibungen bei diesen Geschäftsund Firmenwerten erforderlich. Knorr- Bremse nutzt das Wahlrecht gemäß § 309 Abs. 1 S. 1 HGB unter zulässiger Durchbrechung des Stetigkeitsprinzips, um eine erfolgsneutrale Verrechnung der Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe der Nutzungsdauer-bedingten außerplanmäßigen Abschreibung von TEUR 113.329 zum 1. Januar 2009 vorzunehmen. Diese Vorgehensweise entspricht nicht DRS 4. DRS 4 sieht eine erfolgswirksame außerplanmäßige Abschreibung der Geschäfts- und Firmenwerte vor. Durch die erfolgsneutrale Verrechnung mit den Rücklagen sind im Knorr-Bremse Konzern planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 10.141 nicht angefallen. Ein sich ergebender passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wird in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften und DRS-Standards nach Möglichkeit im Jahr des Entstehens erfolgswirksam aufgelöst. Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode konsolidiert, wobei grundsätzlich ein Geschäfts- oder Firmenwert in den Anschaffungskosten der Beteiligungen ausgewiesen wird. Der auf den Knorr-Bremse-Konzern entfallende Anteil am Jahresergebnis der nach dieser Methode konsolidierten Unternehmen einschließlich der Abschreibung des Firmenwerts wird in der Gewinn-und Verlustrechnung im Beteiligungsergebnis gezeigt. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden aufgerechnet. Aus den konzerninternen Lieferungen und Leistungen resultierende Zwischenergebnisse werden eliminiert. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Erlöse aus Innenumsätzen sowie andere konzerninterne Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. Für die ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgänge ist eine Steuerabgrenzung entsprechend DRS 10 vorgenommen worden. WÄHRUNGSUMRECHNUNG In den einbezogenen Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs oder zum jeweils ungünstigeren Kurs am Bilanzstichtag bewertet. So weit Fremdwährungspositionen kursgesichert sind, erfolgt die Bewertung zum entsprechenden Sicherungskurs. Die Bilanzen der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Unternehmen sind zum Mittelkurs am Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge der Gewinn- und Verlustrechnungen mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in Euro, der funktionalen Währung des Konzernmutterunternehmens, umgerechnet. STEUERABGRENZUNG Steuerlatenzen nach § 274 und § 306 HGB, die aufgrund temporärer Abweichungen zwischen dem Ansatz in der Steuerbilanz der Einzelgesellschaften und dem Ansatz in der Konzernbilanz einschließlich der Abweichungen aus Anpassungen an die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung sowie aus Konsolidierungsvorgängen entstehen, werden saldiert im Posten Aktive Rechnungsabgrenzung ausgewiesen. Quasi-permanente Differenzen zwischen Konzernbilanz- und Steuerbilanzwert werden entsprechend DRS 10 wie temporäre Differenzen behandelt. In den an die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung angepassten Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften (”Handelsbilanzen II“) wird von der Bilanzierungshilfe gemäß § 274 Abs. 2 HGB zur Aktivierung latenter Steuerentlastungen in Einzelfällen Gebrauch gemacht. Dabei wird jeweils der Steuersatz zu Grunde gelegt, der nach aktueller Rechtslage im Zeitpunkt der Steuerentlastung zu erwarten ist. Die Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge erfolgt, soweit die Realisierung der Steueransprüche im Einzelfall hinreichend wahrscheinlich ist. An jedem Abschlussstichtag wird der Buchwert der aktiven latenten Steuern auf seine Werthaltigkeit überprüft und gegebenenfalls berichtigt. 2 Entwicklung des Anlagevermögens Die Zugänge bei Immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 2009 TEUR 114.860. Darin sind Investitionen in Höhe von TEUR 100.615 enthalten. scroll
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3 Immaterielle Vermögensgegenstände Die Position umfasst vorwiegend erworbene Firmenwerte, Patente, Namensrechte sowie EDV-Software. Der wesentliche Zugang entfällt auf EDV-Software. Ein sich ergebender Firmenwert wird über maximal zwanzig Jahre planmäßig abgeschrieben. Andere immaterielle Vermögensgegenstände werden über drei bis zehn Jahre planmäßig abgeschrieben. Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Firmenwerte mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 138.544 wurden erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Alle aktivierten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens haben eine begrenzte Nutzungsdauer. 4 Sachanlagen Die Entwicklung des Sachanlagevermögens ist in der vorstehenden Übersicht wiedergegeben. Entsprechend den technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten wurden die Anschaffungskosten um planmäßige Abschreibungen vermindert. Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 3.507 auf ein im Inland belegenes Grundstück vorgenommen. 5 Finanzanlagen Die Entwicklung der Finanzanlagen ist in der vorstehenden Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt. Die übrigen Finanzanlagen setzen sich aus sonstigen Ausleihungen (TEUR 16.965), Ausleihungen an verbundene Unternehmen (TEUR 11.459), Wertpapieren des Anlagevermögens (TEUR 1.858) sowie Beteiligungen (TEUR 155) zusammen. Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. scroll
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6 Vorräte scroll
7 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände scroll
8 Flüssige Mittel Diese Position enthält Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestände. 9 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten im Konzern in Höhe von TEUR 80.765 (Vorjahr TEUR 51.036) enthalten mit TEUR 96.889 (Vorjahr TEUR 62.797) aktive latente Steuern sowie mit TEUR 26.507 (Vorjahr TEUR 20.753) passive latente Steuern, die wie im Vorjahr, entgegen den Regelungen des DRS 10, mit dieser Position verrechnet wurden. Vom Gesamtbetrag der latenten Steuern entfallen TEUR 24.245 (Vorjahr TEUR 10.393) auf erfolgswirksame Konsolidierungsvorgänge und TEUR 46.137 (Vorjahr TEUR 31.651) auf latente Steuern aus den Einzelabschlüssen. Auf Ebene der Einzelgesellschaften sowie für Konsolidierungsmaßnahmen werden latente Steuern mit dem zu erwartenden Steuersatz des jeweiligen Landes zum Zeitpunkt der Realisierung gebildet. Die Steuersätze betragen zwischen 0 % und ca. 40 %, auf Konsolidierungsmaßnahmen ca. 35 %. 10 Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital der Knorr-Bremse AG ist in 2.600.000 Inhaberaktien zu je EUR 26 Nennbetrag eingeteilt. Die Stella Vermögensverwaltungs GmbH, Grünwald, und die KB Holding GmbH, Grünwald, haben der Knorr-Bremse AG mitgeteilt, dass sie mittel- bzw. unmittelbar mit Mehrheit an der Knorr-Bremse AG beteiligt seien. 11 Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage ist unverändert zum Vorjahr. Sie unterliegt, neben der gesetzlichen Rücklage, den Restriktionen des § 150 AktG. 12 Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen enthalten neben der gesetzlichen Rücklage sowie einer satzungsmäßigen Rücklage die kumulierten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Darüber hinaus spiegeln sich hier sämtliche Konzerneinflüsse auf das Eigenkapital wider. Im Geschäftsjahr 2009 wurden Firmenwerte in Höhe von TEUR 138.544 erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Diesbezüglich wurde ein latenter Steueranspruch resultierend aus der steuerlichen Behandlung von Firmenwerten in den USA in Höhe von TEUR 22.912 aktiviert und erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen eingestellt. 13 Rückstellungen für Pensionen Die Unterdeckung bei Pensionsfonds in den USA beträgt zum Jahresende 2009 TEUR 12.287. Hinsichtlich der Pensionsfonds in Großbritannien besteht zum Stichtag keine Unterdeckung mehr. scroll
14 Übrige Rückstellungen scroll
15 Verbindlichkeiten scroll
16 Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Mit der Gorilla Brake & Components, Inc., Brantford, Ontario/Kanada, besteht eine langfristige Abnahmeverpflichtung seitens der Konzerngesellschaft Bendix Spicer Foundation LLC, Elyria, Ohio/USA. In dieser Vereinbarung verpflichtet sich die Bendix Spicer Foundation LLC, 85 % der im regionalen Einflussgebiet der Gorilla Brake & Components, Inc. liegenden Ersatzteillieferungen von dieser zu erwerben. scroll
17 Sonstige betriebliche Erträge In dieser Position sind überwiegend Währungskursgewinne, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus Anlagenabgängen sowie Mieterträge enthalten. 18 Materialaufwand scroll
19 Personalaufwand/Mitarbeiter scroll
20 Abschreibungen scroll
Daneben sind im Geschäftsjahr Miet- und Leasingaufwendungen in Höhe von TEUR 44.590 (Vj. 43.587) angefallen. 21 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Instandhaltungsaufwand, Vertriebskosten, Rechts- und Beratungskosten, Provisionen, Reisekosten sowie sonstigen Verwaltungsaufwendungen zusammen. Die Sonstigen Steuern betragen im Konzern TEUR 10.523 (Vorj. TEUR 9.304). Das Honorar für den Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, beträgt für das Geschäftsjahr 2009 TEUR 912. Davon entfallen auf den Bereich Wirtschaftsprüfung TEUR 488, auf die Steuerberatung TEUR 20 sowie auf andere Leistungen TEUR 404. 22 Finanzergebnis scroll
23 Jahresüberschuss scroll
24 Derivative Finanzinstrumente Devisentermin- und Optionsgeschäfte werden ausschließlich zur Sicherung bestehender und zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten genutzt. Die Zielsetzung der Sicherungstransaktionen der Knorr- Bremse AG besteht in der Reduzierung der Risiken aus Wechselkursschwankungen. Das Volumen der aus den Grundgeschäften entstandenen oder erwarteten offenen Positionen bildet die Basis für die Devisensicherung. Die Laufzeiten orientieren sich an den Laufzeiten des Grundgeschäfts. Die Knorr-Bremse AG sichert sich durch Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen sowie Cross Currency Swaps gegen Währungsrisiken ab. Im Geschäftsjahr 2009 wurden erstmalig Rohstoffpreise durch Swaps gesichert. Finanzinstrumente zu Handelszwecken werden nicht gehalten. Zusammengehörige Grundgeschäfte und Derivate werden zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Derivate, die mit bilanziellen Grundgeschäften eine Bewertungseinheit bilden, werden, soweit sich die Ergebnisauswirkung von Grund- und Sicherungsgeschäft kompensiert, nicht erfolgswirksam verrechnet. Die Nominalbeträge und Marktwerte der Finanzinstrumente per 31. Dezember 2009 stellen sich wie folgt dar: scroll
Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und/oder Pflichten von einer anderen Partei übernehmen würde. Die Marktwerte werden auf der Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und nach marktgängigen Bewertungsmethoden wie folgt bewertet: · Währungssicherungskontrakte werden auf der Basis von Referenzkursen unter Berücksichtigung der Terminauf- und abschläge bewertet. · Cross Currency Swaps werden analog zu reinen Zinskontrakten bzw. Währungssicherungskontrakten auf Basis abgezinster, zukünftiger Cash Flows unter Berücksichtigung der für die Restlaufzeit des Instruments gültigen Marktzinssätze und Referenzkurse bewertet. · Durch Rohstoffkontrakte wurden Preisschwankungsrisiken bei Stahl und Aluminium abgesichert. Diese sind zu Marktpreisen bewertet. Optionen werden mittels anerkannter Modelle zur Optionspreisfindung (u. a. Black-Scholes) bewertet. Die geleisteten Optionsprämien werden unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der geleisteten Kaufoptions-Prämien TEUR 2.175. 25 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen Im Geschäftsjahr 2009 betrugen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen des Konzerns TEUR 152.610 (Vorjahr TEUR 171.339 ). 26 Sonstiges Die Offenlegung erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger sowie beim Handelsregister des Amtsgerichts München. Die Tochtergesellschaften Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH (München) sowie die Hasse & Wrede GmbH (Berlin) sind gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Offenlegungspflicht nach § 325 HGB befreit. 27 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen TEUR 243 und die Gesamtbezüge des Vorstands TEUR 3.930. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen sind insgesamt TEUR 18.976 zurückgestellt; die Vergütungen im Geschäftsjahr betrugen TEUR 3.347.
München, 2. März 2010 Knorr-Bremse AG Der Vorstand Dr. Raimund Klinkner Klaus Deller Dr. Dieter Wilhelm Dr. Lorenz Zwingmann weitere Bestandteile des KonzernabschlussesKapitalflussrechnung des Konzerns nach DRS 2 Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den flüssigen Mitteln und Wertpapieren des Konzerns zusammen. scroll
Segmentinformationen gemäß DRS 3 Knorr-Bremse berichtet im Rahmen der Segmentberichterstattung nach DRS 3 über drei berichtspflichtige Segmente. Die Segmentunterteilung basiert auf den Aktivitäten des Konzerns in den drei großen geografischen Regionen, die der internen Organisations- und Berichtsstruktur zu Grunde liegen. Die operativen Segmente umfassen die drei Regionen Europa, Amerika und Asien/Australien, in denen unterschiedliche Markt- und Kundenanforderungen gegeben sind. In allen drei Regionen ist der Knorr- Bremse Konzern mit seinen wesentlichen Produkten Bremssysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge vertreten. scroll
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Auf eine Darstellung der Schulden und Zinsen nach den Regionen wird verzichtet, da die konzernweite Steuerung dieser Positionen zentral durch die Konzernmutter erfolgt und nicht auf Entscheidungen der jeweiligen Regionen im Zusammenhang mit ihrem operativen Geschäft beruht. Konzern-Eigenkapitalspiegel nach DRS 7 scroll
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Übrige Veränderungen 2009: Die Veränderung bei den Gewinnrücklagen enthält TEUR 22.912 aus der Verrechnung von aktiven latenten Steuern im Zusammenhang mit der Firmenwertverrechnung. Die Veränderung bei den Anteilen anderer Gesellschafter enthält insbesondere die Effekte aus der Übernahme von 25 % der Anteile an der Knorr-Bremse S.A. (Pty) Ltd., Kempton Park/Südafrika, durch Minderheiten im Zuge der Erfüllung der Anforderungen aus dem Broad Based Black Economic Empowerment Program in Südafrika. |
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