![]() Knorr-Bremse AktiengesellschaftMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017Bilanz zum 31.12.2017der Knorr-Bremse AGAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01. bis 31.12.2017der Knorr-Bremse AG
Anhangder Knorr-Bremse AGGrundlagen und MethodenDie Knorr Bremse Aktiengesellschaft mit Sitz in München ist beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 42031 registriert. Der Jahresabschluss der Knorr-Bremse AG wird wie im Vorjahr gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung unter Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und ergänzender Vorschriften erstellt. Er ist in TEUR aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert erläutert. Bilanzierung und BewertungDie Bewertung der Immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bei einer Nutzungsdauer von 3 Jahren. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten - bei abnutzbaren Gegenständen abzüglich planmäßiger Abschreibungen - bewertet; soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen nach handelsrechtlichen Grundsätzen. Zugänge vor dem 1.1.2008, in 2009 und 2010 werden degressiv abgeschrieben, bei Zugängen in 2008 und ab 1.1.2011 erfolgt die Abschreibung nach der linearen Methode. Von der degressiven auf die lineare Abschreibungsmethode wird übergegangen, sobald diese zu höheren Abschreibungen führt. Ab dem Geschäftsjahr 2008 werden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis einschließlich 150 EUR im Jahr des Zugangs in voller Höhe als Aufwand unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von über 150 EUR bis einschließlich 1.000 EUR werden in einen jahresspezifischen Sammelposten eingestellt und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und übrige Finanzanlagen sind mit Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei den Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit Ihrem Nominalwert bewertet. In den Guthaben bei Kreditinstituten enthaltenen Guthaben in fremden Währungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Das Eigenkapital ist zum Nennbetrag angesetzt. In den Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken sowie allen ungewissen Verpflichtungen ausreichend Rechnung getragen. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt nach § 253 Abs. 1 und 2 HGB. Die Gesellschaft übt das Wahlrecht aus, Rückstellungen mit einer Laufzeit von einem Jahr oder weniger nicht abzuzinsen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf Basis realistischer Annahmen gebildet. Künftige Gehaltserhöhungen und künftige Rentenanpassungen (nach § 16 BetrAVG) sowie Annahmen über Kündigungsraten sind in die Berechnung mit einbezogen worden. Die Berechnungen basieren auf den biometrischen Grundwerten nach Klaus Heubeck (Richttafeln RT 2005 G). Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB in Anspruch, wonach der Abzinsungssatz bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren angewendet werden kann. Folgende Parameter wurden für die Berechnung der Pensionsrückstellung zugrunde gelegt:
Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode). Anwartschaften auf Hinterbliebenenrente werden im Versorgungswerk nach der kollektiven Methode und bei Einzelzusagen grundsätzlich nach der individuellen Methode bewertet. Als Rückstellung für Zusagen aus dem mitarbeiterfinanzierten Deferred Compensation Program wurde der Barwert der zukünftigen Leistungen angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten werden für bis zum Bilanzstichtag vereinnahmte bzw. verausgabte Zahlungen gebildet, die zeitraumbezogene Erträge bzw. Aufwendungen nach dem Bilanzstichtag darstellen. Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweils ungünstigeren Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit Fremdwährungspositionen kursgesichert sind, erfolgt die Bewertung zum entsprechenden Sicherungskurs. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. Kurssicherungen und Optionsgeschäfte werden selektiv und ausschließlich für Sicherungszwecke vorgenommen. Derivative Finanzinstrumente, die für geplante Umsätze der nächsten Geschäftsjahre und für sonstige schwebende Geschäfte abgeschlossen wurden, werden soweit möglich zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Hinsichtlich der Bilanzierung des Aktivüberhangs bei den latenten Steuern hat die Gesellschaft das Wahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB in Anspruch genommen. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt gemäß den zu Grunde liegenden vertraglichen und sonstigen Vereinbarungen. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags erhaltene Gewinne oder auszugleichende Verluste werden dann vereinnahmt, wenn das abzuführende Ergebnis zweifelsfrei beziffert werden kann, auch ohne dass der Jahresabschluss der Tochtergesellschaft bereits festgestellt ist. Erträge aus Beteiligungen werden grundsätzlich in dem Zeitpunkt vereinnahmt, in dem der Anspruch entstanden und der Eingang der entsprechenden Erträge bei vernünftiger kaufmännischer Beurteilung sicher zu erwarten ist. 1 Entwicklung des AnlagevermögensAnschaffungs- bzw. Herstellungskosten
2 Immaterielle VermögensgegenständeDie Position umfasst im Wesentlichen entgeltlich erworbene EDV-Software. 3 SachanlagenDie Entwicklung des Anlagevermögens ist in der vorstehenden Zusammenstellung wiedergegeben. Die Zugänge von TEUR 233 (Vorjahr TEUR 146) bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen im Wesentlichen IT-Hardware und Büroausstattung in Höhe von TEUR 100. In den Grundstücken und Bauten sind die Abgänge aus den Veräußerungen des Südgeländes in München mit TEUR 3.846 und des Konferenzzentrums in Aldersbach mit TEUR 423 enthalten. 4 FinanzanlagenDie Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB liegt dem Anhang als Anlage bei. Die Wertpapiere sind mit einem Buchwert von TEUR 53.836 (Vorjahr 78.987) ausgewiesen, der zum Stichtag über dem beizulegenden Zeitwert i. H. v. TEUR 39.842 liegt. Eine außerplanmäßige Abschreibung ist zum Stichtag nicht vorgenommen worden, da es sich um eine vorübergehende Wertminderung handelt. 5 UmlaufvermögenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter 1 Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen für den Verkauf des Südgeländes München i. H. v. TEUR 19.210, Steuerforderungen i. H. v. TEUR 36.709 (Vorjahr TEUR 0) und verauslagte Optionsprämien i. H. v. TEUR 1.071 (Vorjahr TEUR 1.729). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen insbesondere Forderungen im Rahmen der Konzernfinanzierung. Hierbei werden die Finanzüberschüsse/-defizite von Tochtergesellschaften mittels eines Netting-Verfahrens über die Knorr-Bremse AG ausgeglichen sowie der Zahlungsverkehr zwischen Tochterunternehmen abgewickelt. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen TEUR 1.160 auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr TEUR 423). Darüber hinaus sind in den sonstigen Vermögensgegenständen Forderungen gegen verbundene Unternehmen i. H. v. TEUR 22.635 enthalten. Die sonstigen Vermögensgegenständen haben eine Restlaufzeit >1 Jahr i. H. v. TEUR 27.736 (Vorjahr TEUR 9.125), davon gegen verbundene Unternehmen TEUR 18.611 (Vorjahr TEUR 0). 6 RechnungsabgrenzungspostenIn den Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Disagio i. H. v. TEUR 1.374 (Vorjahr TEUR 1.723) aus der Begebung einer Anleihe enthalten, welches über die Laufzeit der Anleihe von 5 Jahren abgegrenzt wird. 7 EigenkapitalDas Grundkapital der Knorr-Bremse AG ist in 2.600.000 Inhaberaktien zu je EUR 26,-- Nennbetrag eingeteilt. Die Stella Vermögensverwaltungs GmbH, Grünwald, die TIB Vermögens- und Beteiligungsholding GmbH, Grünwald, und die KB Holding GmbH, Grünwald, haben uns mitgeteilt, dass sie mittel- bzw. unmittelbar mit Mehrheit an unserer Gesellschaft beteiligt seien. Die Geschäftsanteile der Stella werden nach Kenntnis des Vorstands seit 6. Juli 2017 mehrheitlich von Herrn Heinz Hermann Thiele gehalten. Die gesetzliche Rücklage bei der AG beträgt unverändert TEUR 6.607. Sie ist unter Anrechnung von TEUR 153 Kapitalrücklagen voll dotiert. Die anderen Gewinnrücklagen betragen wie im Vorjahr TEUR 576. Durch die Verwendung des gesetzlich vorgeschriebenen 10-Jahres-Durchschnittszinssatzes bei der Berechnung der Pensionsrückstellung ergibt sich im Vergleich zum 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 S. 1 und 3 HGB i. H. v TEUR 9.384 (Vorjahr TEUR 7.368). 8 PensionsrückstellungenDie Pensionsrückstellungen enthalten den vollen Wert nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz. 9 Übrige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen betreffen größtenteils Personalaufwendungen (TEUR 4.943, Vorjahr TEUR 5.019), ausstehende Rechnungen (TEUR 5.597, Vorjahr TEUR 4.110) sowie Rückstellungen aus Verpflichtungen im Rahmen von Grundstücksverkäufen (TEUR 22.171, Vorjahr TEUR 2.966). 10 Verbindlichkeiten
Die Knorr-Bremse AG hat mit Wirkung vom 08.12.2016 eine Anleihe an der EURO MTF Börse in Luxemburg herausgegeben. Die Liquidität der Anleihe dient der Finanzierung des Wachstums des Knorr-Bremse Konzerns. Es handelt sich um ein Volumen von 500 Mio. EUR mit einer Laufzeit von 5 Jahren (endfällig) und einem Nominal-Zinssatz von 0,5 % p.a.. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2017 das bestehende Debt Issuance Program aus 2016 um ein weiteres Jahr verlängert. Dies eröffnet der Knorr-Bremse AG die Möglichkeit, auf der Basis einer standardisierten Dokumentation im Jahr 2018 an der Euro MTF Börse in Luxemburg Anleihen im Gesamtumfang von bis zu 1 Mrd. EUR neu zu emittieren. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen insbesondere Verbindlichkeiten aus Konzernfinanzierung. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf TEUR 858 (Vorjahr TEUR 221). 11 Haftungsverhältnisse/Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Leasingverpflichtungen betreffen ein Fabrik- und Verwaltungsgebäude in Berlin. Gegenüber Dritten wurden Bürgschaften und Garantien in Höhe von TEUR 17.540 (Vorjahr TEUR 14.196) herausgegeben, mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen, da uns hierzu keine begründeten Hinweise vorliegen. Darüber hinaus wurden im Rahmen des üblichen Geschäftsverkehrs Bürgschaften und Garantien für Tochterunternehmen i. H. v. TEUR 12.540 (Vorjahr TEUR 6.046) erteilt, mit einer Inanspruchnahme ist aufgrund der Kapitalausstattung und Auftragslage nicht zu rechnen. Für einen Leasingvertrag der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH besteht eine Beitrittsverpflichtung i. H. v. TEUR 10.957 (Vorjahr TEUR 14.944). Mit einer Inanspruchnahme ist aufgrund der Kapitalausstattung und Auftragslage nicht zu rechnen. Darüber hinaus bestehen Ergebnisabführungsverträge mit den Gesellschaften Knorr-Bremse Beteiligungsgesellschaft mbH, München/Deutschland, Knorr-Bremse Investment GmbH, München/Deutschland, Knorr-Bremse Services GmbH, München/Deutschland, Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH, München/Deutschland und Knorr-Bremse US Beteiligungs GmbH, München/Deutschland. Mit der Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, München/Deutschland besteht eine Verlustübernahmeverpflichtung. Mit einer Inanspruchnahme ist auf Grund der positiven Ergebnissituation nicht zu rechnen. Gegenüber Tochtergesellschaften hat die Knorr-Bremse AG Mio. EUR 18,7 (Vorjahr Mio. EUR 0,0) Patronatserklärungen abgegeben, die in der Regel auf 1 Jahr Laufzeit befristet sind. 12 UmsatzerlöseIm Wesentlichen sind in den Umsatzerlösen Mieterlöse i. H. v. TEUR 8.474 (Vorjahr TEUR 8.864) sowie Erlöse aus Konzerndienstleistungen i. H. v. TEUR 54.760 (Vorjahr TEUR 49.007) enthalten. 13 Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten überwiegend periodenfremde Erlöse aus Anlagenabgängen i. H. v. TEUR 6.713 (Vorjahr TEUR 9.990) und Erlöse aus Währungsgewinne i. H. v. TEUR 81.504 (Vorjahr TEUR 65.708). Daneben sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen i. H. v. TEUR 307 (Vorjahr TEUR 882), sowie außergewöhnliche Erträge i. H. v. TEUR 3.347 enthalten. 14 MaterialaufwandIm Geschäftsjahr werden TEUR 17.670 Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Umsatzlegung stehen, im Materialaufwand ausgewiesen. Diese Aufwendungen wurden bisher in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Um eine bessere Vergleichbarkeit zum Vorjahr herzustellen wurden die Vorjahreswerte entsprechend um TEUR 20.324 angepasst. 15 Personalaufwand/Mitarbeiter
Der Zinsanteil für die Zuführung zur Rückstellung für Pensionsverpflichtungen wird in Höhe von 2,7 Mio. EUR (Vorjahr 2,7 Mio. EUR) im Zinsergebnis ausgewiesen. 16 AbschreibungenIm Geschäftsjahr wurden nur planmäßige Abschreibungen vorgenommen. 17 Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Währungsverlusten i. H. v. TEUR 129.336 (Vorjahr TEUR 60.620), Rechts-, Beratungs-, Reise- und Werbekosten TEUR 22.183, Instandhaltungs- und Konzerndienstleistungen TEUR 1.227, Leasingaufwendungen TEUR 1.815 (Vorjahr TEUR 1.552) sowie sonstigen Verwaltungsaufwendungen zusammen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Aufwendungen i. H. v. Mio. EUR 75 für die versuchte Haldex-Aquisition und der Umstellung der Konzernrechnungslegung auf IFRS enthalten sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.246 (Vorjahr TEUR 433) enthalten. 18 Ergebnis aus Finanzanlagen
19 Zinsergebnis
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge sind periodenfremde Zinsen i. H. v. TEUR 2.190 (Vorjahr TEUR 0) und in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind periodenfremde Zinsen i. H. v. TEUR 6.200 (Vorjahr TEUR 0) enthalten. 20 Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Aufwendungen enthalten im Wesentlichen die laufende Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie ausländische Quellensteuern. 21 Latente SteuernBei der Gesellschaft ergeben sich temporäre Differenzen im Wesentlichen aus der Passivierung von Pensionsrückstellungen sowie dem steuerlichen Nichtansatz von Drohverlustrückstellungen und sonstigen Rückstellungen, die steuerlich nicht bzw. in anderer Höhe gebildet werden. Bei Aktivierung der dargestellten Aktivüberhänge wären diese mit dem für die Organschaft gültigen Steuersatz von 32,3 % (Vorjahr 32,8 %) zu bewerten gewesen. Hinsichtlich der Bilanzierung des Aktivüberhangs hat die Gesellschaft das Wahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB in Anspruch genommen. 22 Derivative FinanzinstrumenteFinanzinstrumente zu Handelszwecken werden nicht gehalten. Für die Nutzung derivativer Finanzinstrumente existiert im Knorr-Bremse Konzern eine Richtlinie. Diese sieht unter anderem vor, dass die Geschäfte in der Regel über die Knorr-Bremse AG abgewickelt und koordiniert sowie Risikoeinschätzungen und Kontrollen kontinuierlich durchgeführt werden. Zusammengehörige Grundgeschäfte und Derivate werden unter Nutzung der Einfrierungsmethode zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die Knorr-Bremse AG nutzt als Sicherungsinstrumente Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen sowie Zinsswaps. Devisentermin- und Optionsgeschäfte werden ausschließlich zur Sicherung bestehender und zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Warenein- und -verkauf, aus Dienstleistungen im Knorr-Bremse Konzern sowie zur Eliminierung des Währungsrisikos für ausgewählte Vermögensgegenstände und erwartete Cash-Flows genutzt. Die Zielsetzung der Sicherungstransaktionen der Knorr-Bremse AG besteht in der Reduzierung der Risiken aus Wechselkursschwankungen. Das Volumen der aus den Grundgeschäften entstandenen oder erwarteten offenen Positionen bzw. erwarteten Cash Flows bildet die Basis für die Devisensicherung. Die Laufzeiten orientieren sich an den Laufzeiten der Grundgeschäfte, wobei die mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Transaktionen über einen rollierenden Planungszeitraum von 3 Jahren abgesichert werden Wertänderungen bzw. Zahlungsströme gleichen sich aufgrund übereinstimmender Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft weitgehend aus. Dies geschieht bei den erfolgten Währungssicherungen im Rahmen der Bewertungseinheiten in einem Zeitraum von 1-3 Jahren in Abhängigkeit von den Parametern und der Struktur der zugrunde liegenden Grundgeschäfte. Der Effektivitätsnachweis der Bewertungseinheiten erfolgt dort, wo möglich, mit der Critical Terms Match Methode, ansonsten mit Hilfe der Bildung hypothetischer Derivate. Für einen Immobilien-Leasingvertrag wurden die Leasingraten durch einen jährlichen Zinsswap abgesichert. Die Zahlungsströme gleichen sich hier aufgrund übereinstimmender Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft in Abhängigkeit von der Laufzeit der dem Leasingvertrag zugrunde liegenden Finanzierung nach 6,5 Jahren vollständig aus. Währungsrisiken mit einem Nominalvolumen i.H.v. 387 Mio. EUR und einem Marktwert von 14,8 Mio. EUR resultieren aus der Übernahme der Absicherung von Grundgeschäften der Tochtergesellschaften im Rahmen einer Dienstleistungsfunktion der Knorr-Bremse AG. Derivate mit einem Nominalvolumen i.H.v. 111,2 Mio. EUR und einem Marktwert von - 6,5 Mio. EUR dienen der Absicherung von Vermögensgegenständen der Knorr-Bremse AG, davon entfallen 75,7 Mio. EUR Nominalvolumen mit einem Marktwert von 0,1 Mio. EUR auf Währungsrisiken und 35,5 Mio. EUR Nominalvolumen auf Zinsänderungsrisiken mit einem Marktwert von -6,3 Mio. EUR. Die Nominalbeträge und Marktwerte der Finanzinstrumente per 31. Dezember 2017 stellen sich wie folgt dar:
Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und/oder Pflichten von einer anderen Partei übernehmen würde. Die Marktwerte werden auf der Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und nach marktgängigen Bewertungsmethoden wie folgt bewertet:
Die geleisteten sowie erhaltenen Optionsprämien werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der geleisteten und der erhaltenen Options-Prämien 1,0 Mio. EUR. 23 Offenlegung/Honorar AbschlussprüferDie Knorr-Bremse AG, München, (Amtsgericht München HRB 42031) erstellt als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Auf die Angabe des von dem Abschlussprüfer berechneten Gesamthonorars wird nach § 285 Nr. 17 HGB verzichtet, da die Angaben im Konzernabschluss der Knorr-Bremse AG erfolgen. Die Angaben zu § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend in Textziffer 25 und 26 enthalten. 24 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des VorstandsDie Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen TEUR 620 (Vorjahr TEUR 720) und die Gesamtbezüge des Vorstands TEUR 6.306 (Vorjahr TEUR 5.976). Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen sind insgesamt TEUR 37.163 (Vorjahr TEUR 34.921) zurückgestellt; die Vergütungen im Geschäftsjahr betrugen TEUR 1.715 (Vorjahr TEUR 1.634). 25 Vorstand der Knorr-Bremse AGKlaus Deller, Vorsitzender des Vorstands, verantwortlich für die Division Systeme für Schienenfahrzeuge Dr. Peter Laier, Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die Division Systeme für Nutzfahrzeuge Dr. Lorenz Zwingmann, Mitglied des Vorstands bis 31.12.2017, verantwortlich für die Ressorts Finance, Controlling und IT Ralph Heuwing, Mitglied des Vorstands seit 01.11.2017, verantwortlich für die Ressorts Finance, Controlling und IT 26 Aufsichtsrat der Knorr-Bremse AGHeinz Hermann Thiele, München Ehrenvorsitzender, Unternehmer Hans-Georg Härter, München Aufsichtsratsvorsitzender ehemaliger Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG Franz-Josef Birkeneder* , Aldersbach 1. stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats Werkleiter Knorr-Bremse, Standort Aldersbach Michael Jell* , München Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH, Knorr-Bremse AG, KB Media GmbH, Knorr-Bremse Services GmbH Dr. Wolfram Mörsdorf, Essen Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG, i. R. Werner Ratzisberger* , München Projektingenieur mechanische Bearbeitung/Oberfläche, Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Sebastian Roloff* , München Rechtsanwalt bei der IG Metall,Verwaltungsstelle München Julia Thiele-Schürhoff, München Vorsitzende des Vorstands von Knorr-Bremse Global Care e. V. Erich Starkl* , Passau 2. Bevollmächtigter der IG Metall, Verwaltungsstelle Passau Wolfgang Tölsner, Uetersen Unternehmensberater Georg Weiberg, Stuttgart Leiter Entwicklung Daimler Trucks, i. R. Günter Wiese* , Berlin Betriebsratsvorsitzender der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH, Werk Berlin 27 Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns
28 Vorgänge von besonderer BedeutungEs ergaben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung im Zeitraum zwischen Bilanzstichtag und Aufstellungszeitpunkt.
München, 02.03.2018 Knorr-Bremse AG Klaus Deller Dr. Peter Laier Ralph Heuwing Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31.12.2017der Knorr-Bremse AG
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Ergebnisabführungsvertrag. Zusammengefasster LageberichtKnorr-Bremse AG und KonzernLage und EntwicklungIm Geschäftsjahr 2017 realisierte Knorr-Bremse einen Rekordumsatz von 6,24 Mrd. EUR (Vorjahr 5,49 Mrd. EUR). Gegenüber 2016 konnten die Umsatzerlöse aufgrund positiver Entwicklungen in den Märkten trotz gegenläufiger Währungseffekte um 13,5 % gesteigert werden. In der Division Systeme für Schienenfahrzeuge trugen neben einer Belebung der Marktnachfrage in Europa die im Februar 2017 übernommenen Gesellschaften der Kiepe Electric zum Wachstum bei. In der Division Systeme für Nutzfahrzeuge stammen die Zuwächse neben Europa vor allem aus Nordamerika und China. Der Auftragseingang erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 5,72 Mrd. EUR auf 6,66 Mrd. EUR. Grundlagen des KonzernsDer Knorr-Bremse Konzern im ÜberblickDer Knorr-Bremse Konzern wird über die Divisionen Systeme für Schienenfahrzeuge und Systeme für Nutzfahrzeuge gesteuert. Die Divisionen richten sich an den spezifischen Anforderungen der Märkte und Kunden in den Regionen Europa/Afrika, Nordamerika/Südamerika sowie Asien/Australien aus. Die Struktur in den Regionen ist darauf ausgelegt, Kunden weltweit technisch einheitliche Plattformen unter Berücksichtigung lokaler Anforderungen anzubieten. Ebenso sichert sie die Versorgung regional operierender Kunden mit global erprobten Komponenten und Systemen. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenGlobale EntwicklungSeit Mitte 2016 hat sich der Aufschwung der Weltwirtschaft weiterhin verstärkt. Der weltweite Anstieg des BIP im Jahr 2017 ist der breiteste Aufschwung des Weltwirtschaftswachstums seit 2010. Diese Dynamik setzte sich im gesamten Jahresverlauf fort, wobei insbesondere Deutschland, Korea, Japan und Nordamerika deutlich profitieren konnten. China und Südafrika, die Schlüsselstaaten unter den Schwellen- und Entwicklungsländern, legten ebenfalls stark zu. Markt für SchienenfahrzeugeWettbewerbssituation und MarktpositionIn einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld ist Knorr-Bremse eines der global führenden Unternehmen in den Schlüsselmärkten unter anderem von Brems-, Tür- und Klimasystemen für Schienenfahrzeuge. Knorr-Bremse ist in den Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien/Australien aktiv. Die führende Position auf den angestammten Märkten in Europa ist die Basis für künftiges Wachstum. Weitere Treiber sind die starke Marktpositionierung in Asien, insbesondere in China und Indien. In Nordamerika ist Knorr-Bremse sowohl im Passagiermarkt als auch im Frachtmarkt erfolgreich tätig. Der globale Schienenfahrzeugmarkt entwickelte sich weitgehend freundlich. In Europa/Afrika bewegte er sich leicht über Vorjahresniveau, die Region Asien/Australien zeigte sich stabil. Spürbares Wachstum generierten die Investitionen in den nordamerikanischen Personenschienenverkehr. Aus Südamerika waren, zurückzuführen auf die wirtschaftliche Lage Brasiliens, keine nennenswerten Impulse zu verzeichnen. Europa/AfrikaDer europäische Schienenfahrzeugmarkt entwickelte sich nach Erhebungen von Knorr-Bremse in der Summe leicht positiv. Während das Erstausrüstergeschäft in Deutschland und Großbritannien merklich stieg, ging es in der Türkei zurück. Auch das Nachmarktgeschäft Rail-Services zeigte sich positiv. Nordamerika/SüdamerikaGetrieben vom anhaltenden Ausbau der Nahverkehrsnetze im nordamerikanischen Personenschienenverkehr war die Marktsituation ausgesprochen zufriedenstellend. Von niedrigerem Niveau kommend drehte der Frachtmarkt in der zweiten Jahreshälfte wieder ins Wachstum. Die brasilianische Wirtschaft durchlief weiterhin eine Krise, deren Auswirkungen auch in den Nachbarländern spürbar blieben. Die Umsätze im Schienenverkehr gingen dort vor diesem Hintergrund erneut zurück. Asien/AustralienIn China legte die Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitszügen wieder zu, während Indien deutlich in den Ausbau seiner Passagierflotten investierte. Aus dem australischen Nahverkehrsmarkt waren spürbare Impulse zu verzeichnen, während das Frachtgeschäft auf niedrigem Niveau verblieb. Markt für NutzfahrzeugeWettbewerbssituation und MarktpositionMit seinem Produktportfolio im Segment Bremssysteme für Nutzfahrzeuge ist Knorr-Bremse eines der global führenden Unternehmen. Hauptwettbewerber, neben kleineren Anbietern in diesem Markt, ist Wabco. In den Stammregionen Nordamerika und Europa nimmt Knorr-Bremse eine marktführende Stellung für Druckluftbremssysteme ein. Unsere führende Position in den Bereichen Scheibenbremse sowie Fahrerassistenzsysteme in hoch regulierten Märkten repräsentiert die Basis für weiteres Wachstumspotential in Asien und Australien. Das globale Nutzfahrzeuggeschäft gestaltete sich im Berichtsjahr durchweg positiv. Das Truck- und Trailergeschäft in Nord- und Südamerika zog an, das Geschäft in Europa und Asien zeigte sich weiter kräftig positiv. Europa/AfrikaSowohl in West- als auch in Osteuropa wuchs der Nutzfahrzeugmarkt 2017 substanziell. Nach einem Zuwachs der LKW-Produktion von 2 % im Jahr 2016 nahm die LKW-Produktion 2017 nach Erhebungen von Knorr-Bremse in Europa insgesamt um 10 % zu. ![]() Nordamerika/SüdamerikaDer Nutzfahrzeugmarkt in Nordamerika zeigte sich vor allem im zweiten Halbjahr 2017 dynamisch. Zwei Trends prägten die Entwicklung: Einerseits erweitern LKW-Hersteller die Standardausstattung ihrer Fahrzeuge zunehmend durch immer umfangreichere Fahrerassistenzsysteme, andererseits verdrängt die Druckluftscheibenbremse immer stärker die Trommelbremse als Grundausstattung an allen Achsen. Nach einem eher schleppend verlaufenden Geschäft begann sich die brasilianische Automobilindustrie getragen von einem starken Export langsam zu erholen. Der Markt in Nordamerika wuchs nach Erhebungen von Knorr-Bremse um 10 %, in Südamerika um 28 %. Asien/AustralienSpeziell der Nutzfahrzeugmarkt in China entwickelte sich außerordentlich gut. Mit einem Volumen von 1,6 Millionen Fahrzeugen erreichte er einen historischen Höchststand. Der asiatische Nutzfahrzeugmarkt insgesamt kam mit einem Plus von 28 % voran. Entwicklung des Knorr-Bremse Konzerns im Geschäftsjahr 2017Entwicklungen in den DivisionenSysteme für SchienenfahrzeugeMit bedeutenden und umfangreichen Aufträgen konnte Knorr-Bremse seine gute Marktposition rund um den Globus erneut stärken und einen Umsatzzuwachs in Höhe von 11,2 % verzeichnen. Europa/AfrikaAus dem europäischen Passagier- und Frachtverkehr verzeichnete Knorr-Bremse einen stabilen Auftragseingang. Die staatliche Eisenbahngesellschaft der Niederlande vergrößert und erneuert ihre Intercity-Flotte mit Alstom Coradia Stream Zügen. Knorr-Bremse entwickelt und fertigt das komplette Bremssystem inklusive Sandungsanlage sowie die Einstiegs- und Klimasysteme. Das britische Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio Greater Anglia Ltd. orderte bei Bombardier Transportation Züge aus der Aventra-Plattform. Über Plattformvereinbarungen ist Knorr-Bremse mit den Brems- und Einstiegssystemen beteiligt. Microelettrica liefert das Energy Metering System und Knorr-Bremse PowerTech ein neuartiges Hilfsbetriebeenergiemanagement. Vom Hersteller Stadler erhielt der Konzern Aufträge in mehreren Bereichen seines Portfolios: Brems-, Einstiegs- und Klimasysteme, das Zugsteuerungssystem (TCMS) von Selectron sowie ein Energy Metering System von Microelettrica. Triebzug-Großaufträge kamen aus Italien. Knorr-Bremse steuert Brems-, Einstiegs-, und Klimasysteme bei sowie zahlreiche Komponenten und Systeme aus dem Energieversorgungsbereich. Im europäischen Trambahnsegment war Knorr-Bremse im schwedischen Göteborg erfolgreich mit Brems- und Türsystemen für Niederflurstraßenbahnen. Als Bombardier-Konsortialpartner zeichnet Kiepe Electric für die Klimatisierung, Elektromontage und Inbetriebnahme von Fahrzeugsteuerung, Bordnetzversorgung, Fahrgastinformationssystem und Videoüberwachung verantwortlich. An der in Europa voranschreitenden Umrüstung auf Flüsterbremsen partizipierte das Unternehmen in großem Stil mit zwei Großaufträgen über mehr als 600.000 Stück der geräuscharmen Güterwagen-Bremssohlen aus organischem Material. Knorr-Bremse wickelte zusätzlich zu Konzept, Auslegung und Umbau erstmals das komplette Zulassungsmanagement auf Fahrzeugebene gemäß der Transeuropäischen Eisenbahn-Interoperabilitäts-Verordnung (TEIV) inklusive Inbetriebnahmegenehmigung des modernisierten Fahrzeugs ab. Nordamerika/SüdamerikaMit einem Auftragsplus von rund 25 % im Vergleich zum Vorjahr partizipierte Knorr-Bremse spürbar an der guten Marktentwicklung in Nordamerika. Für das erste High-Speed-Projekt von Alstom in den USA entwickelt Knorr-Bremse die Bremssysteme. Zu dem Vertrag gehört eine Servicevereinbarung für die Bremssysteme mit einer Laufzeit von mindestens 15 Jahren. Der Auftrag eines führenden nordamerikanischen Betreibers über 200 Lufttrockner vom neuen Typ LD-1000 markierte den Markteintritt dieses jüngsten Produkts aus dem Segment Luftbeschaffung der New York Air Brake Corp. (NYAB). Bei einem großen Nahverkehrsbetreiber ging ein hochentwickeltes Mess- und Analyseverfahren mit automatisierten Diagnosen in Betrieb, das einen Live-Einblick in den Zustand der Flotten ermöglicht - eine Voraussetzung für möglichst hohe Fahrzeugverfügbarkeit und niedrige Instandhaltungskosten. Verbaut in Straßenbahnen einer US-Großstadt überwacht die App neben Brems-, Klima- und Türsystemen von Straßenbahnfahrzeugen zudem Systeme, die nicht Bestandteil des Knorr-Bremse Portfolios sind. Technologies Lanka Inc., der nordamerikanische Spezialist für lineare Türantriebstechnologie im Knorr-Bremse Konzern, gewann im Berichtsjahr einen der größten Aufträge seiner Firmengeschichte: Das Unternehmen wird Einstiegssysteme von Doppelstockzügen des Betreibers GOtransit aus Toronto mit seinem neuen extrem widerstandsfähigen linearen Türantrieb modernisieren. In Brasilien ist Knorr-Bremse an einem umfangreichen Modernisierungsprogramm beim größten südamerikanischen Logistiker RUMO/ALL beteiligt. Asien/AustralienIn China konnte Knorr-Bremse am wieder anziehenden Hochgeschwindigkeits- und Lokomotivenmarkt partizipieren, in Australien erzielte das Unternehmen Zuschläge bei mehreren Nachverkehrsprojekten. Im chinesischen Hochgeschwindigkeitsgeschäft erhielt Knorr-Bremse Aufträge über fast 1500 Wagen, ein Teil davon erhält IFE-Einstiegssysteme bzw. Klimasysteme von Merak. Zeitversetzt zu den umfangreichen Auslieferungen der letzten Jahre steigt inzwischen das Volumen der zu überholenden Fahrzeuge an. Hier übernimmt Knorr-Bremse RailServices Instandsetzungsleistungen für Knorr-Bremse Bremssysteme von mehr als 2.000 Wagen. Hohe Marktanteile sicherte sich Knorr-Bremse in China auch in den Bereichen Metro, Trambahnen/Monorails sowie Lokomotiven. Indian Railways beauftragte den Hersteller ICF Chennai mit der Entwicklung und Produktion eines neuen Triebzugs. Knorr-Bremse Indien ist mit Bremssystemen sowie automatischen Schwenkschiebetüren mit Schiebetritten vertreten. In Australien ist Knorr-Bremse über seine Tochter NYAB an einem Meilenstein im Frachtmarkt beteiligt: Im Berichtsjahr betrieb der Bergbaukonzern Rio Tinto einen seiner Züge erstmals komplett fahrerlos. Basis des Auto-Haul-Konzepts ist das Fahrerassistenzsystem LEADER. Bislang setzte der Betreiber den Antrieb lediglich in Begleitung eines Zugführers um. Aus dem Nahverkehrsmarkt erhielt Knorr-Bremse neben Aufträgen für kleinere Ausbauprojekte die Zuschläge für zwei bedeutende Metro-Großprojekte. Systeme für NutzfahrzeugeInsgesamt profitierte das Nutzfahrzeugsegment von Knorr-Bremse 2017 von der positiven Entwicklung der meisten regionalen Märkte. In der Summe wuchs Knorr-Bremse mit einem Plus von knapp 23 % leicht stärker als der globale Markt. Die weltweite Truck-Produktion stieg gegenüber dem Vorjahr um 21,9 %. Europa/AfrikaIn Europa konnte die Sparte Nutzfahrzeuge im Umsatz mit +12 % klar stärker zulegen als der Markt mit +10 %, dies gelang insbesondere durch den Ausbau der neuen Geschäftsfelder Engine Air, Lenkung und Getriebesteuerung. Knorr-Bremse schloss mit mehreren europäischen Herstellern Lieferverträge und Langzeitvereinbarungen für Scheibenbremsen, Dämpfer, elektronische Bremssteuerungen, Kompressoren, Ventile und die Luftaufbereitung und sicherte damit das Geschäft dauerhaft ab. Erfolgreich eingeführt wurde der elektrisch angetriebene Schraubenkompressor bei den vollelektrisch und hybrid-angetriebenen Fahrzeugen eines großen Kunden mit Stammsitz in Europa. Ein weiterer Kunde bereitet den Einstieg in diese Technologie für das Jahr 2018 vor. Damit leistet Knorr-Bremse einen wichtigen Beitrag bei der Reduzierung von Emissionen im innerstädtischen Bereich. Die 2016 zugekauften Unternehmen GT Group (Spezialist für Abgasrückführungsventile und Abgasbremsklappen) und tedrive Steering, heute Knorr-Bremse Steering-Systems (Spezialist im Bereich Lenkung), hat Knorr-Bremse erfolgreich in die Unternehmensstruktur eingegliedert. Der Abschluss von Langzeitverträgen für Abgasbremsklappen mit namhaften europäischen Herstellern sichert das Geschäft für GT langfristig ab. Durch den Einstieg ins Lenkungsgeschäft ist Knorr-Bremse als erster Zulieferer weltweit in der Lage, die Kombination aus Brems- und Lenksystem aus einer Hand anzubieten. Die intelligente Vernetzung beider Systeme stellt eine Voraussetzung für die Entwicklung komplexer Fahrassistenzsysteme bis hin zu komplett autonomen Fahrzeugen dar. Hier sieht Knorr-Bremse mittelfristig großes Wachstumspotenzial. Das belegen die zahlreichen Anfragen internationaler Kunden, die Knorr-Bremse 2017 erreichten. Im Geschäftsfeld Trailer vereinbarte Knorr-Bremse mit den führenden europäischen Trailer- und Achsherstellern neue langfristige Verträge. Das Unternehmen baute seine strategischen Partnerschaften bei der Entwicklung von Bremsen- und Chassis-Steuerungen sowie Wheel-end-Lösungen der nächsten Generation aus. Ein Kernprodukt im Trailergeschäft ist das Trailer-EBS, kurz TEBS. Es integriert sämtliche Bremsfunktionen wie Antiblockiersystem, Lasterfassung sowie das Stabilitätsprogramm RSP und regelt alle Abläufe elektronisch. In Verbindung mit der elektropneumatischen Luftfederung iLvl überzeugte das System Kunden unter anderem in den Bereichen Autotransporter, Kipper und Kühlfahrzeuge. Diese Marktsegmente gelten als Innovationstreiber des Geschäftsfelds Trailer. Hier verbesserte Knorr-Bremse seine Marktposition weiter deutlich. iLvl ermöglicht dem Fahrer, die pneumatische Federung elektronisch zu steuern, wenn gewünscht auch aus der Fahrerkabine heraus. Damit liefert iLvl einen Beitrag zur Sicherheit im Arbeitsalltag der Fahrer. Für seine konsequente Kundenausrichtung und die daraus resultierende Spitzenposition im Markt wurde TruckServices 2017 mit dem European Frost & Sullivan Award for Customer Value Leadership ausgezeichnet. Neben der Telematiklösung ProFleet Connect brachte das Unternehmen ein neues Servicekonzept für die Elektronische Luftaufbereitung (EAC2.5) auf den Markt. Es ermöglicht wirtschaftlichen Service und bedarfsgerechten Austausch. Außerdem wurde das EconX® -Portfolio um weitere Applikationen der Scheibenbremse und des elektronischen Kupplungsstellers erweitert. TruckServices führte in Kooperation mit dem Werkzeugspezialisten Gedore neue Spezialwerkzeuge ein. Die strategische Kooperation Alltrucks, die gemeinsame Marke der führenden Automobil- und Nutzfahrzeugzulieferer Bosch, Knorr-Bremse und ZF, wuchs 2017 in Frankreich, Polen, Portugal und Norwegen. Bis Ende 2017 haben sich über 500 markenübergreifende Nutzfahrzeugservicebetriebe Alltrucks angeschlossen - ein klarer Beweis für den Erfolg des Konzepts. Im September 2016 hatte Knorr-Bremse seine Absicht bekannt gegeben, Haldex, einen der führenden Anbieter von Bremssystemen und Modulen für Luftfederungen für Nutzfahrzeuge mit Hauptsitz im schwedischen Landskrona, erwerben zu wollen. Die geplante Kombination von Knorr-Bremse und Haldex hatte eine überzeugende strategische Logik. Durch die Verbindung wäre einer der führenden Systemanbieter mit klarem Fokus auf das Nutzfahrzeuggeschäft entstanden. Diese Einschätzung teilten auch die Haldex Aktionäre, die im Dezember 2016 mit einer Stimmmehrheit von 86,1 % das Angebot von Knorr-Bremse annahm. Für den erfolgreichen Abschluss des Kartellfreigabeverfahrens waren die Unterstützung und die Kooperation des Haldex Verwaltungsrats jedoch unabdingbar und eine zentrale Voraussetzung. Bedauerlicherweise und gegen den zuvor gefassten Beschluss der Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im August 2017 entschloss sich der Haldex Verwaltungsrat dazu, das Angebot nicht zu unterstützen. Ohne die Unterstützung von Haldex war die Kartellfreigabe nicht zu erzielen, da die Übernahme stets als freundliche geplant war. Nach einer sorgfältigen Prüfung aller Optionen entschied sich Knorr-Bremse im September 2017, die Übernahme von Haldex nicht weiter zu verfolgen. Nordamerika/SüdamerikaIn Nordamerika gelang es der Nutzfahrzeugdivision, mit einem Zuwachs von gut 26 % mehr als doppelt so stark zu wachsen wie der Truckmarkt, dieser wuchs um 9,5 %. Dies gelang vor allem dank der hohen Nachfrage bei Scheibenbremsen und Elektronik. In Südamerika hielt das Unternehmen Schritt mit dem sich nach einer längeren Rezession erholenden Markt. Bendix Commercial Vehicle Systems LLC, das in Nordamerika tätige Tochterunternehmen von Knorr-Bremse, verbuchte im Berichtsjahr signifikante Markterfolge mit den Fahrerassistenzsystemen Wingman Fusion und Wingman Advanced. Es verbindet Informationen aus Frontradar und Videokamera mit dem Bremssystem, um mit großer Präzision gefährliche Hindernisse zu detektieren und mit den entsprechenden Interventionen zu helfen, Auffahrunfälle oder seitliche Kollisionen zu verhindern. Aufgrund seiner Erfolge im Markt steigerte Bendix im Vergleich zum Vorjahr den Absatz von Fahrerassistenz- und Fahrercoachingsystemen um 70 %. Dank der hohen Nachfrage nach dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) erreichte die Zahl der verkauften Systeme knapp die 600.000er-Marke. Um Sicherheit und Bremskraft weiter zu erhöhen, entschieden sich zwei LKW-Hersteller, eine Druckluftscheibenbremse zur Standardausrüstung an allen Achsen zu machen. Insgesamt verzeichnete Bendix bei den Druckluftscheibenbremsen gegenüber dem Vorjahr eine Absatzsteigerung von 50 %. Bendix Spicer Foundation Brake, das Joint Venture von Bendix Commercial Vehicle Systems LLC und Dana Commercial Vehicle Products LLC, hat darauf mit der Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Bowling Green, Kentucky/USA, reagiert. In einem sich erholenden Umfeld für den Nutzfahrzeugmarkt geht bei Knorr-Bremse in Brasilien die neue harmonisierte Bremssteuerung - Global Scalable Break Control (GSBC) - in die Erstausstattung zahlreicher Fahrzeuge ein. Außerdem wird Knorr-Bremse die Motorbremse für die Euro-6-Motoren für einen großen Hersteller liefern. Die Technologie stammt von GT Group. Die Motorbremse wird im Lauf des Jahres 2018 lokalisiert und fließt in den Folgejahren in Produkte ein, die auch für die Bedarfe anderer Länder bestimmt sind. Asien/AustralienKnorr-Bremse verzeichnete mit einem Wachstum um 33 % vor allem Marktanteilsgewinne in China und profitierte von dem Ausbau des neuen Geschäftsfelds Getriebesteuerung in Japan. In China beauftragte ein führender LKW-Hersteller Knorr-Bremse mit der Lieferung von Kompressoren und Dämpfern, ein anderer mit Kompressoren und Luftaufbereitungssystemen für seine breite Palette an LKW und Bussen. Als strategischer Partner ist Knorr-Bremse stark involviert in die Entwicklung der zukünftigen Fahrzeugplattform eines führenden Herstellers. Die lokale Adaption der Druckluftscheibenbremse SC7 erhielt die Freigabe. Am Standort Dalian wurde eine neue Produktionslinie für Druckluftscheibenbremsen in Betrieb genommen. Hier werden die Modelle SN5 und SB7 lokal gefertigt, was die Verfügbarkeit und die Kosten für die Kunden vor Ort optimiert. In Japan sicherte Knorr-Bremse mit einem lokalen Unternehmen, der Tochter eines großen Nutzfahrzeugproduzenten mit Stammsitz in Europa, das Geschäft mit der elektronischen Bremssteuerung und der elektronischen Niveauregelung ab. Der für Knorr-Bremse Australien bedeutendste Einzelauftrag wurde mit einem der großen Transportunternehmen für Massengüter in Australien abgeschlossen. Dabei handelt es sich um den Einbau von EBS und Bremsventilen für Anhänger, die es der Bremssteuerung ermöglichen, die tatsächliche Beladungssituation des Fahrzeugs zu berücksichtigen. Finanzielle und nichtfinanzielle LeistungsindikatorenDie für den Knorr-Bremse-Konzern bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind Umsatz und die EBITDA-Marge. Die EBITDA-Marge ist definiert als Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen zu den Umsatzerlösen und wird erstmals im Geschäftsjahr 2017 berichtet. Daneben stehen das Working Capital in Umsatztagen sowie die Kennzahl Nettoguthaben im Fokus. Das Nettoguthaben ist definiert als Saldo aus flüssigen Mitteln, sonstigen Wertpapieren, Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen sowie Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Das Working Capital in Umsatztagen ist definiert als Bindungsdauer aus der Summe von Nettobeständen nach Anzahlungen und Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Als nicht finanzielle Berichtsgröße wird die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl (Full Time Equivalent, FTE) herangezogen. Für die Steuerung des Einzelabschlusses der Knorr-Bremse AG sind der bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator die Erträge aus Beteiligungen. Die monatliche Finanzberichterstattung für das Management der Knorr-Bremse AG ist ein zentrales Element zur laufenden Analyse und Steuerung der Konzerngesellschaften, der Geschäftsbereiche und Geschäftsfelder sowie des Konzerns. Hier werden die von den einbezogenen Konzerngesellschaften erstellten Abschlüsse und die wesentlichen Kennzahlen ebenso konsolidiert und analysiert wie die monatliche Jahresvorschau. Planabweichungen werden hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die finanziellen Ziele untersucht. Eine Risikoberichterstattung ergänzt die monatliche und quartalsweise Jahresvorschau um potenzielle Vermögensminderungen und -mehrungen. Maßnahmen zur Sicherstellung der Zielerreichung werden laufend hinsichtlich ihrer Wirksamkeit analysiert. Die Finanzzahlen der operativen Einheiten werden intensiv durch deren Management und den Vorstand diskutiert. Die enge Verzahnung zwischen dem Vorstand der Knorr-Bremse AG und den Geschäftsführungen der operativen Einheiten garantiert dabei einen raschen Informationsfluss und ermöglicht auch kurzfristige Reaktionen. Vermögens-, Finanz- und ErtragslageErtragslageDer Konzernumsatz stieg im Berichtsjahr um 13,5 % auf einen neuen Rekordstand von 6.235,7 Mio. EUR (Vorjahr 5.494,3 Mio. EUR), womit die konzerneigenen Prognosen für 2017 deutlich übertroffen wurden. Währungsbereinigt zu Ist-Kursen 2016 betrug der Umsatzzuwachs 15,6 %. Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge konnte den Umsatz des Vorjahrs mit 3.325,2 Mio. EUR (Vorjahr 2.990,3 Mio. EUR, +11,2 %) übertreffen. 213,4 Mio. EUR des Anstiegs betreffen die im Geschäftsjahr erworbene Kiepe Electric. Der übrige Anstieg der Umsatzerlöse betrifft im Wesentlichen die Entwicklungen bei RailServices und im Maintenance-Geschäft. Verteilung Konzernumsatz nach Regionen![]() Investitionen und Abschreibungen in Mio. EUR![]() Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge verbuchte im Berichtsjahr eine positive Umsatzentwicklung und erzielte einen Umsatz von 2.928,0 Mio. EUR (Vorjahr 2.523,2 Mio. EUR, +16,0 %). Der Anstieg beruht vornehmlich auf deutlich gestiegenen Umsätzen im Chinageschäft sowie auf den über den Erwartungen liegenden Truck Production Rates. Währungsbereinigt erreichten beide Divisionen einen neuen Rekordwert. In Europa/Afrika stieg der Umsatz um 15,9 % auf 3.162,2 Mio. EUR (Vorjahr 2.728,2 Mio. EUR), was einem Anteil von 50,7 % (Vorjahr 49,7 %) entspricht. Nord- und Südamerika trugen 1.379,7 Mio. EUR (Vorjahr 1.219,2 Mio. EUR) bzw. 22,1 % (Vorjahr 22,2 %) zum Konzernumsatz bei; dies entspricht einem Anstieg von 13,2 %. Im asiatisch-pazifischen Raum wurde der Umsatz um 9,5 % auf 1.693,8 Mio. EUR (Vorjahr 1.546,8 Mio. EUR) gesteigert, was 27,2 % des Konzernumsatzes (Vorjahr 28,1 %) darstellt. Der Auftragseingang im Konzern lag mit 6.656,6 Mio. EUR (Vorjahr 5.723,4 Mio. EUR) um 16,3 % über dem Niveau des Vorjahrs. Der Auftragsbestand im Konzern stieg zum 31.12.2017 um 19,8 % auf 4.977,0 Mio. EUR (Vorjahr 4.154,2 Mio. EUR). Dies entspricht einer rechnerischen Reichweite von 9,6 Monaten (Vorjahr 9,1 Monate). Während die Materialaufwandsquote im Wesentlichen bedingt durch Veränderungen im Produktmix über Vorjahresniveau liegt, sank die Personalaufwandsquote leicht. Der Jahresüberschuss des Knorr-Bremse Konzerns erhöhte sich 2017 auf 579,8 Mio. EUR (Vorjahr 549,7 Mio. EUR). Die konzerneigene Prognose für den Jahresüberschuss 2017 wurde im Wesentlichen aufgrund der positiven Ergebnisbeiträge infolge der Umsatzzuwächse beider Divisionen übertroffen. Gegenläufig wirkten sich Währungseffekte sowie Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der versuchten Haldex-Akquisition und der Umstellung der Konzernrechnungslegung auf IFRS in Höhe von insgesamt rund 75 Mio. EUR aus. Die Umsatzrendite nach Steuern erreichte 9,3 % (Vorjahr 10,0 %). Das EBITDA 2017 erreichte trotz erheblicher Sonderbelastungen 1,06 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,01 Mrd. EUR). Auf bereinigter Basis beläuft sich das EBITDA nach IFRS auf 1,14 Mrd. EUR (ungeprüft). Das Segment Systeme für Schienenfahrzeuge trägt zum EBITDA 659,1 Mio. EUR bei, was 19,8 % vom Umsatz entspricht. Das Segment Systeme für Nutzfahrzeuge erzielt eine EBITDA von 475,4 Mio. EUR, was 16,2 % vom Umsatz entspricht. Auf den Bereich Sonstiges unter Einbeziehung der Konsolidierungen entfällt ein EBITDA von -74,2 Mio. EUR. Kennzahlen zur Ertragslage in Mio. EUR
VermögenslageDie Bilanzsumme des Konzerns stieg um 4,2 % auf 4.799,7 Mio. EUR (Vorjahr 4.604,2 Mio. EUR). Am Jahresende 2017 sind Aktiva in Höhe von 77,0 % des Umsatzes gebunden. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr von 27,0 % auf 26,5 %. Das Working Capital, definiert als Summe aus Vorräten und operativen Forderungen abzüglich operativer Verbindlichkeiten, liegt zum Jahresende bei 760,3 Mio. EUR (Vorjahr 666,8 Mio. EUR). In Umsatztagen gemessen entspricht dies einer Bindung von wiederum 44 Tagen (Vorjahr 44 Tage), die bedingt durch das Wachstum der Gruppe unterhalb der Erwartungen lag. Die Eigenkapitalquote sank aufgrund der Bilanzverlängerung um 0,8 Prozentpunkte von 39,5 % auf 38,7 %. FinanzlageDer Rückgang des Finanzmittelfonds auf 1.581,2 Mio. EUR (Vorjahr 1.716,2 Mio. EUR) setzt sich im Wesentlichen aus dem positiven Saldo aus Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (634,6 Mio. EUR), dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (-231,5 Mio. EUR) sowie den Auszahlungen an Unternehmenseigner sowie Minderheitsgesellschafter (-433,1 Mio. EUR) zusammen. Das Nettoguthaben reduzierte sich von 1.071,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 946,1 Mio. EUR im laufenden Jahr. Unsere Prognose für 2017 wurde hierzu sichtlich unterschritten. Das Verhältnis Nettoguthaben zu Eigenkapital beträgt 50,9 % (Vorjahr 58,9 %). Der Konzern verfügt über zugesagte Kreditlinien in Höhe von 1,954 Mrd. EUR, wovon zum Geschäftsjahresende 1,164 Mrd. EUR nicht genutzt waren. Fälligkeiten und Zinsen bei den Verbindlichkeiten sind marktüblich. Seit dem Jahr 2000 bewerten zwei externe Ratingagenturen die wirtschaftliche Situation der Knorr-Bremse Gruppe. Die Ratings waren von Beginn an im Bereich des Investment Grade und konnten über die Jahre kontinuierlich verbessert werden. Aufgrund der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2017 behalten aktuell Standard & Poor's und Moody's die Bewertung des Knorr-Bremse Konzerns aus dem Jahr 2016 in der Ratingkategorie "A" bzw. "A2" bei, beide weiterhin mit Outlook "stable". Die Rating-Agenturen würdigen damit die fortgesetzte stabile Ergebnisqualität, die Kontinuität der Managementleistung sowie die Stärkung der Wettbewerbsposition, insbesondere durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung. Zudem betonen sie das substanzielle Wachstum der Knorr-Bremse Gruppe durch Akquisitionen und die Gründung von Joint Ventures. Mit seinem Rating erreicht Knorr-Bremse unter den Automobil-, Nutz- und Schienenfahrzeugzulieferern weltweit einen der vordersten Ränge. Die Knorr-Bremse AG hat im Jahr 2016 eine Unternehmensanleihe im Volumen von 500 Mio. EUR begeben. Die Anleihe ist mit einem festen Zinscoupon in Höhe von 0,50 % p.a. ausgestattet und hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Die Anleihe dient der Finanzierung des Wachstums des Knorr-Bremse Konzerns bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungsstruktur zwischen Eigenkapital und Fremdkapital. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2017 das bestehende Debt Issuance Program aus 2016 um ein weiteres Jahr verlängert. Dies eröffnet der Knorr-Bremse AG die Möglichkeit, auf der Basis einer standardisierten Dokumentation im Jahr 2018 an der Euro MTF Börse in Luxemburg Anleihen im Gesamtumfang von bis zu 1 Mrd. EUR neu zu emittieren. InvestitionenDie Investitionen des Knorr-Bremse Konzerns in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände reflektieren die Wachstums- und Innovationsprioritäten im Konzern. Sie betrugen im Berichtszeitraum 185,6 Mio. EUR und gingen gegenüber dem Vorjahr aufgrund einiger zeitlicher Verschiebungen um 4,6 % zurück. Auf das Segment Systeme für Schienenfahrzeuge entfielen 71,8 Mio. EUR (38,7 %). Im Segment Systeme für Nutzfahrzeuge wurden Investitionen in Höhe von 98,3 Mio. EUR (53,0 %) getätigt. Schwerpunkte waren Ausgaben für Maschinen und Equipment im Rahmen der Einführung neuer Produktgenerationen sowie für den Kapazitätsausbau wachstumsstarker Geschäftsfelder und Standorte. Darüber hinaus wurde in den Aufbau des chinesischen Standortes Guo Tong und des neuen Business Services Center im tschechischen Liberec sowie in weltweite IT-Infrastrukturprojekte investiert. Daneben fanden reguläre Ersatzinvestitionen statt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände ohne Geschäfts- oder Firmenwerte und Sachanlagen stiegen konzernweit im Vergleich zu 2016 auf 159,0 Mio. EUR (Vorjahr 141,4 Mio. EUR). Der mit 78,0 Mio. EUR größere Anteil der Abschreibungen entfällt auf die Division Systeme für Schienenfahrzeuge, während die Abschreibungen in der Division Systeme für Nutzfahrzeuge 68,4 Mio. EUR betrugen. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des KonzernsDer Knorr-Bremse Konzern weist unter den beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen eine Ertragslage aus, die über den Erwartungen der für 2017 gesetzten Budgets lagen. Die Vermögenslage entwickelte sich äußerst stabil, wobei einige der Kennzahlen aufgrund von Sondereffekten etwas hinter den budgetierten Werten zurückblieben. Die Finanzlage konnte gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Die Liquiditätssituation befindet sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die Ertragskraft des Konzerns wurde durch konsequentes Kostenmanagement und durch fortlaufende Verbesserungen interner Prozesse und Strukturen gestärkt. Die Vermögenslage zeigt mit einer Eigenkapitalquote von 38,7 % und einem Nettoguthaben von 946,1 Mio. EUR eine äußerst stabile Struktur. Die Entwicklung der Knorr-Bremse Gruppe war insgesamt positiv. Der Vorstand bestätigt, dass die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ein zutreffendes Bild des Konzerns zum 31.12.2017 zeigt. Entwicklung der Knorr-Bremse AG im Geschäftsjahr 2017Die Knorr-Bremse AG übernimmt als konzernführende Gesellschaft neben den Dienstleistungs- und Holdingfunktionen operative Steuerungsfunktionen. Gegenüber dem Vorjahr konnten aus allen Regionen kräftig gestiegene Beteiligungserträge in Höhe von 733,8 Mio. EUR (Vorjahr 442,4 Mio. EUR) vereinnahmt werden. Dies führte zu einem erheblichen Ergebnisanstieg vor Steuern auf 644,7 Mio. EUR (Vorjahr 469,1 Mio. EUR). Aufgrund von vereinnahmten Sonderdividenden aus Asien, USA und einer höheren Gewinnabführung der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH überstieg das Beteiligungsergebnis die Prognose 2017. Die Bilanz der Knorr-Bremse AG bildet neben den Anteilen an verbundenen Unternehmen schwerpunktmäßig Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen ab, die unter anderem im Rahmen des von der Knorr-Bremse AG geführten Cash-Pooling-Verfahrens zentral verwaltet werden. Die Bilanzsumme der Knorr-Bremse AG beträgt 2.211,0 Mio. EUR (Vorjahr 1.958,7 Mio. EUR. Das Eigenkapital steigt von 751,1 Mio. EUR in Vorjahr auf 1.019,2 Mio. EUR an. Die Knorr-Bremse AG hat gegenüber den weltweiten Tochterunternehmen die Funktion einer Inhouse Bank inne. Dazu gehört auch die zentrale Absicherung von Marktpreisänderungsrisiken. Die Tochterunternehmen kontrahieren ihre Sicherungsgeschäfte mit der Knorr-Bremse AG, die wiederum das im Konzern netto verbleibende Risiko ganz oder teilweise mit Banken extern absichert. Mit Hilfe der durch Knorr Excellence ermöglichten globalen Prozessstandardisierung und Prozesstransparenz ist die Knorr-Bremse AG in der Lage, eine effiziente Steuerung des eigenen Geschäfts sowie des Geschäfts der Beteiligungsgesellschaften durchzuführen. Die Entwicklung der Knorr-Bremse AG war insgesamt positiv. GewinnverwendungDie Knorr-Bremse AG weist für das Geschäftsjahr 2017 einen Bilanzgewinn von 944,3 Mio. EUR (Vorjahr 676,1 Mio. EUR) aus. Es wird der Hauptversammlung vorgeschlagen, von diesem Bilanzgewinn einen Anteil von 850,2 Mio. EUR zur Ausschüttung einer Dividende von 327,00 EUR (Vorjahr 140 EUR) je dividendenberechtigter Aktie im Nennwert von 26 EUR zu verwenden. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem regulären Dividendenanteil von 350 Mio. EUR und einem Sonderdividendenanteil von 500,2 Mio. EUR. Der verbleibende Betrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Beziehungen zu verbundenen UnternehmenBei der Knorr-Bremse AG handelt es sich nach der Auffassung des Vorstands um ein unmittelbar von der KB Holding GmbH, Grünwald, abhängiges Unternehmen im Sinne des § 312 AktG. Die Geschäftsanteile der KB Holding werden nach Kenntnis des Vorstands von der TIB Vermögens- und Beteiligungsholding GmbH, Grünwald, gehalten, deren Geschäftsanteile wiederum mehrheitlich von der Stella Vermögensverwaltungs GmbH, Grünwald, gehalten werden. Die Gesellschaft ist daher mittelbar von der TIB und der Stella gemäß § 17 i.V.m. § 16 Abs. 4 AktG abhängig. Die Geschäftsanteile der Stella werden nach Kenntnis des Vorstands seit 6. Juli 2017 mehrheitlich von Herrn Heinz Hermann Thiele gehalten. Der Vorstand geht davon aus, dass die Gesellschaft vermittelt durch die jeweiligen Mehrheitsbeteiligungen an der KB Holding, der TIB und der Stella mittelbar von Herrn Thiele abhängig ist. Damit sind auch die von der Gesellschaft gemäß § 17 AktG abhängigen Gesellschaften von Herrn Heinz Hermann Thiele abhängig. Die KB Holding GmbH, Grünwald, ist unmittelbar mit mehr als der Hälfte am Grundkapital der Knorr-Bremse AG beteiligt. Gemäß § 312 AktG wurde ein Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der folgende Erklärung enthält: "Wir erklären, dass die Knorr-Bremse AG bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist. Unsere Gesellschaft hat bei dem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, eine angemessene Gegenleistung entrichtet." Der Bericht wurde vom Abschlussprüfer geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Vermögens- und Kapitalstruktur des Knorr-Bremse Konzerns![]() Gesellschaftsrechtliche VeränderungenMit Wirkung zum 01.02.2017 hat Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH das Geschäftsfeld Electrical Systems (Vossloh Kiepe) von der Vossloh AG erworben. Mit der Akquisition erweitert Knorr-Bremse sein Angebot um moderne Antriebstechnologien für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Der zum 22.06.2016 unterzeichnete Kaufvertrag zwischen der Knorr-Bremse Commercial Vehicle Systems Japan Ltd. und der Bosch Corporation, Japan, zum Erwerb aller Aktiva der Bosch Transmission Systems Division (TRS) in Japan wurde am 31.03.2017 vollzogen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Systeme und Komponenten für manuelle und automatisierte Getriebe für On-Highway-Nutzfahrzeuge in Asien. Qualität und ProzesseMit dem weltweit eingeführten Managementsystem Knorr Excellence bündelt Knorr-Bremse seine Initiativen für die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse. Dabei rückt eine IT-gestützte Prozessorganisation und Prozessabwicklung immer stärker in den Fokus. Die Digitalisierung ermöglicht eine intensivere Entwicklungszusammenarbeit zwischen den Standorten weltweit. Darüber hinaus trägt sie zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse bei. Mit Pilotprojekten untersucht Knorr-Bremse die Effizienzpotenziale, die sich durch Datenvernetzung und Datenanalytik ergeben, zum Beispiel beim Einsatz von Augmented-Reality-Technologien zur optimierten Versorgung und Bestückung von Produktionslinien. Aufwand für Forschung und Entwicklung in Mio. EUR![]() Mit weltweiten internen Qualitätsaudits und Assessments überprüft und verbessert Knorr-Bremse die Umsetzung seines Qualitätsmanagementsystems und lässt es durch externe IRIS- bzw. IATF-16949-Zertifizierungsaudits bestätigen. Die Division Schienenfahrzeuge stellt seit September 2017 auf die neue ISO TS 22163 um. Dieser Prozess soll bis September 2018 abgeschlossen sein. In der Nutzfahrzeugsparte wurde auf den neuen Standard IATF 16949 mit diversen höheren Anforderungen umgestellt. Insgesamt sind 24 Standorte zertifiziert. Zusätzliche Zertifizierungen von Standorten erfolgten 2017 in Deutschland, der Türkei, in Russland, Großbritannien und Schweden nach verschiedenen Normen (ISO 9001, ISO TS 22163, ISO 14001, OHSAS 18001, ISO 50001). Einen Schwerpunkt legte Knorr-Bremse im Berichtsjahr auf die Senkung der Qualitätskosten. Bei der Division Systeme für Schienenfahrzeuge setzt sich der positive Trend aus 2016 fort. Die Qualitätskosten in der Sparte Nutzfahrzeuge bewegten sich wie schon 2016 auf einem niedrigen Niveau. Im Rahmen der fortlaufenden Prozessverbesserung hat das Unternehmen die Einkaufs- und HR-Prozesse 2017 effizienter gestaltet. Knorr-Bremse sensibilisiert seine Partner und Lieferanten für Qualität. Dazu fanden im Berichtsjahr Lieferantentage mit entsprechenden Auszeichnungen sowie Schulungen mit den Zulieferern statt. Produktsicherheit ist eine Kernkompetenz von Knorr-Bremse und wird durch regelmäßige Audits, Coachings sowie Trainings sichergestellt. Zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse und Produkte findet die Six-Sigma-Methodik im gesamten Produktlebenszyklus Anwendung, von der Entwicklung bis zur Feldüberwachung. Zur Stärkung der Teams haben Green & Black Belt Trainings und spezifische Q-Methoden-Trainings 2017 zahlreiche Mitarbeiter weltweit unterstützt. Die systematische Weiterentwicklung der Gewährleistungsprozesse und die Anwendung eines Tools zur Bewertung der Felddaten erhöhten die Transparenz. Durch seine Mitarbeit in Arbeitskreisen des Verbands der Automobilindustrie e. V. (VDA) oder bei UNIFE sowie VDB für die Schienensparte ist Knorr-Bremse Vorreiter bei der Einführung aktueller Standards. Forschung und EntwicklungIm Jahresverlauf baute Knorr-Bremse seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im engen Austausch mit den Kunden weiter aus. Der Aufwand für Forschung, Entwicklung und kundenspezifische Anpassungsentwicklungen lag im Berichtsjahr bei 358,8 Mio. EUR (Vorjahr 328,4 Mio. EUR) und machte rund 6 % vom Umsatz aus. Hierzu wurden auch Leistungen fremder Dritter in Anspruch genommen. Systeme für SchienenfahrzeugeAls Teil der Digitalisierungsstrategie bietet Knorr-Bremse Herstellern und Betreibern sichere und effiziente Lösungen durch die intelligente Vernetzung von Subsystemen, also den technischen Verbund von Systemen in Schienenfahrzeugen. Außerdem unterstützt Knorr-Bremse die Digitalisierung der Bahnbranche durch Fahrerassistenzsysteme und Lösungen zur zustandsorientierten Instandhaltung, die auf einer universell anwendbaren Digitalisierungsplattform aufbaut. Sie eignet sich für die Nachrüstung ebenso wie für die Fahrzeugerstausrüstung. Durch die Integration von Kiepe Electric bieten sich in der Zukunft noch mehr Möglichkeiten, die Kraftübertragung im Rad-Schiene-Kontakt über den gesamten Regelbereich nun auch vom Antrieb bis zur Bremse optimal zu gestalten. Dabei wird der 2016 in Betrieb genommene Rollenprüfstand ATLAS (Advanced Test Laboratory for Adhesion based Systems) wertvolle Unterstützung bei der Entwicklung moderner Bremssteuerungssysteme leisten. Bei den klassischen pneumatischen Bremssystemen setzt Knorr-Bremse mit der neuesten Generation des KE-Steuerventils (KEf) Maßstäbe durch verbesserte Funktionen sowie eine deutliche Reduzierung von Bauraum und Gewicht. Ebenso wurde das neue Gleitschutzsystem MGS3 entwickelt und international zugelassen. Die adaptive Regelung des MGS3 passt sich an den momentanen Kraftschluss im Rad-Schiene Kontakt an und erzielt mit einem patentierten Verfahren bei unterschiedlichsten Witterungsbedingungen optimale Bremswege. Das Tochterunternehmen IFE setzte bei Einstiegssystemen mit innovativen Produkten Akzente im Markt. Das Einstiegssystem der vierten Generation (E4), entwickelt für Regionaltriebfahrzeuge und S-Bahnen, konnte sich im Markt durchsetzen und wurde von fünf Kunden für zwölf Projekte in Europa beauftragt. Die hohe Zuverlässigkeit, das niedrige Gewicht sowie die einfache und schnelle Einbaubarkeit und Integration in die Fahrzeuge hat die Kunden besonders überzeugt. Am 1. Juni 2017 verlieh die Deutsche Bahn dem Einstiegssystem das Einsatzreifegradzertifikat der höchsten erreichbaren Stufe 9. Es ist das erste Einstiegssystem, das die DB mit diesem Zertifikat auszeichnet. Die modulare Türsteuerungsfamilie FLEX wurde um einen Baustein erweitert, die FLEX NANO. Sie kann als Einzelsteuerung für die Modernisierung von Türsystemen zum Einsatz gebracht oder als Erweiterung nahtlos in die FLEX-Steuerung integriert werden. Den ersten Auftrag für diese Steuerung erteilte die SBB für die Modernisierung der Türen des IC 2000. Das EU-Förderprogramm Shift2Rail, in dessen Rahmen Projekte im Schienenverkehr für knapp 1 Mrd. EUR durchgeführt werden, startete im September 2016. Eine zweite Welle an Innovationsprojekten begann im Oktober 2017. Die Lösungen sollen am Ende in einem realen Fahrzeug demonstriert werden. Dafür sind eine Reihe sogenannter Technical Demonstrators (TD) geplant, unter anderem für neuartige Bremssysteme. Knorr-Bremse übernimmt hier die Federführung für den TD Bremse und wird innerhalb des Programms Entwicklungsprojekte in signifikanter Größenordnung durchführen. Systeme für NutzfahrzeugeIm Segment Systeme für Nutzfahrzeuge prägten die Megatrends automatisiertes Fahren, Elektrifizierung und Vernetzung die Entwicklungsaktivitäten. Für das automatisierte Fahren ist inzwischen ein eigenständiges Center of Competence (CoC) zuständig. Neben der Weiterentwicklung von Fahrerassistenzfunktionen standen die Entwicklung von Konzepten zur Gesamtfahrzeugsteuerung im automatisierten Fahrbetrieb (Truck Motion Control), die Stabilisierung mit Bremse und Lenkung in fahrdynamisch kritischen Situationen sowie die Ausarbeitung von Redundanzkonzepten für Lenkung und Bremse im Fokus. Die Vernetzung von Systemen im Fahrzeug, um z. B. Sensoren für unterschiedliche Funktionen mehrfach zu nutzen, sowie die Vernetzung zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur sind die Basis für effiziente neue Funktionen. So kann mit Platooning, bei dem Fahrzeuge untereinander kommunizieren und in engem Abstand koordiniert fahren, bis zu 15 % Kraftstoff eingespart werden. Beim Wheelend lag der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der neuen Trailerbremse NexTT. Das Bremsmoment von bis zu 19 kNm wird durch ein neues modulares Ein-Stempel-Design erreicht. Die dadurch erzielte Gewichtsreduzierung lässt das Gesamtgewicht von NexTT unter 30 kg sinken: ein neuer Benchmark in der Klasse. Die Emissionsreduzierung bei gleichzeitig wachsendem Transportvolumen bleibt vor dem Hintergrund des Klimawandels in den nächsten Jahren vorrangige Aufgabe. Neben global oder regional übergreifenden Emissionsanforderungen gibt es für spezifische Zonen wie Innenstädte kommunale Forderungen nach Null-Emission-Bereichen. Das gilt ebenso für die Lärmbegrenzungen in Wohngebieten oder in der Nähe von Krankenhäusern und erfordert einen Umstieg auf elektrische Antriebe und in deren Folge die Elektrifizierung von weiteren Komponenten im Fahrzeug. Knorr-Bremse bietet für diese Fahrzeuge entsprechend angepasste oder neue Lösungen an. So arbeitet Knorr-Bremse an präziseren elektrischen Aktuatoren, um Verbrennungsmotor und Antriebsstrang zu optimieren und entwickelt elektrisch angetriebene Kompressoren weiter. Die intelligente Fleetmanagementsoftware ProFleet Connect analysiert fortlaufend Fahrzeugdaten und gibt dem Fahrer visuelle Hinweise, um sicherer und kraftstoffsparender zu fahren. Zusätzliche Kraftstoff- und Lenkzeiteinsparungen ergeben sich durch eine optimierte Routenplanung, die online während der Fahrt aktualisiert wird. Durch die intelligente Einbindung von Logistikmodulen lassen sich Leerfahrten reduzieren, denn jeder nicht gefahrene Kilometer senkt Kosten, Emissionen und Verschleiß. In der Vorentwicklung und Technologieforschung befasst sich Knorr-Bremse mit Lösungen für den anstehenden Wandel zur Elektromobilität und zu autonomen Fahrfunktionen als oberste Ausbaustufe des automatisierten Fahrens. Schwerpunkte der Entwicklung sind neue Systeme zur besseren Objekterkennung, erweiterte Funktionen für die automatisierte Quer- und Längsführung sowie neue Elektrik-Elektronik-Architekturen. Nachhaltigkeit und EngagementNachhaltigkeit ist wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells von Knorr-Bremse. Das Unternehmen verbindet langfristige ökonomische Wertschöpfung mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Deshalb bekennt sich das Unternehmen seit 2010 zu den Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen. Auf dieser Basis hat Knorr-Bremse eine Corporate-Responsibility-Richtlinie (CR-Policy) definiert. In einer CR-Roadmap werden jährlich Schwerpunkthemen festgelegt. 2017 gehörten dazu insbesondere die umweltfreundliche Produktentwicklung, der Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit in der Lieferkette sowie das gesellschaftliche Engagement. Knorr-Bremse integriert Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in den Produktentstehungsprozess - von der Vision über die Produktentwicklung und Herstellung bis hin zum Vertrieb sowie zur Wartung und Aufbereitung von Produkten. Knorr-Bremse bewertet die Produktideen anhand von Nachhaltigkeitskriterien. Zudem fließen Ergebnisse von Lebenszyklusanalysen ein, um negative Umweltauswirkungen bestmöglich zu vermeiden. Die 2017 ins Leben gerufene divisionsübergreifende Arbeitsgruppe Eco-Design hat zum Ziel, umweltrelevante Aspekte frühzeitig in den Produktentstehungsprozess zu integrieren. Den betrieblichen Umwelt- und Arbeitsschutz verbessert Knorr-Bremse kontinuierlich und lässt ihn möglichst extern nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifizieren. Ende 2017 verfügten 40 Produktionsstandorte für Schienenfahrzeuge und 19 Produktionsstandorte für Nutzfahrzeuge über ein entsprechendes Zertifikat. Zusätzlich verfolgt Knorr-Bremse das Ziel, an energieintensiven Produktionsstandorten ein Energiemanagementsystem nach dem internationalen Standard ISO 50001 zu implementieren. Bereits 25 Produktionsstandorte für Schienenfahrzeuge und neun Produktionsstandorte für Nutzfahrzeuge sind in dieser Form zertifiziert. Dies unterstützt das unternehmensweite Klimaschutzziel im Rahmen der Initiative Efficient Cut of CO2 (ECCO2 ). Demnach sollen die betriebsbedingten CO2 -Emissionen der heutigen Standorte bis 2020 den Wert von 2015 nicht überschreiten, trotz eines deutlichen Anstiegs der Produktionskapazitäten. In einer jährlichen Analyse werden die weltweit größten CO2 -Emittenten des Unternehmens identifiziert, danach wird ein Katalog für kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Reduzierung der CO2 -Emissionen aufgestellt. Anzahl der Mitarbeiter (inkl. Personalleasing) im Konzern zum 31.12.2017![]() Mitarbeiter (inkl. Personalleasing) gesamt nach Regionen zum 31.12.2017![]() Im Rahmen der CR-Strategie will Knorr-Bremse seiner Verantwortung auch im Beschaffungs- und Lieferantenmanagement gerecht werden. Neben einem 2017 weltweit ausgerollten Verhaltenskodex für Lieferanten hat Knorr-Bremse die Nachhaltigkeitsleistung der strategischen und bevorzugten Lieferanten abgefragt und bewertet. Die Ergebnisse finden Eingang in den Auswahlprozess der Lieferanten. Zudem hat das Unternehmen unabhängige Nachhaltigkeits-Audits bei zwei ersten Risikolieferanten durchgeführt, weitere Audits sind geplant. Knorr-Bremse übernimmt seit langem Verantwortung für die Lösung sozialer Aufgaben. Das Engagement basiert auf zwei Säulen: Knorr-Bremse Global Care e. V. sowie Local Care. Beide Divisionen des Knorr-Bremse Konzerns haben 2017 den eigenständigen gemeinnützigen Verein Knorr-Bremse Global Care e. V. unterstützt. Die Projekte eröffnen Perspektiven für bedürftige Menschen und folgen einem wirk- und bedarfsorientierten Ansatz. Das geschieht in Knorr-Bremse Standortländern und ebenso in Entwicklungsländern weltweit. Knorr-Bremse Global Care e. V. wurde anlässlich der Tsunami-Katastrophe in Südostasien Anfang 2005 gegründet, um den Flutopfern unbürokratisch und effektiv zu helfen. Im Berichtsjahr hat Global Care 60 Hilfsprojekte auf vier Kontinenten in 28 Ländern realisiert. Mit den ausbezahlten Fördermitteln in Höhe von 2 Mio. EUR erreichte der Verein im Jahr 2017 insgesamt 36.310 Menschen. Schwerpunktthemen sind Projekte in den Förderbereichen Bildung und WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene). Weiterhin unterstützt der Verein in Katastrophenfällen weltweit Soforthilfemaßnahmen. Das soziale Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten vor Ort heißt bei Knorr-Bremse Local Care. Local Care umfasst Spenden und Projekte, die der jeweilige Standort eigenständig auswählt, finanziert und überwacht zu Themen wie Bildung, Gesundheit, Umwelt und sozialer Zusammenhalt. 2017 wurden weltweit über 600 Local Care Projekte auf allen Kontinenten realisiert, der Schwerpunkt lag auf Bildung und sozialem Zusammenhalt. Wo möglich, streben Local Care und Knorr-Bremse Global Care e. V. in Standortländern Synergien an. Zuweilen unterstützt zum Beispiel das Corporate Volunteering an den Standorten die von Knorr-Bremse Global Care e. V. geförderten Projekte. PersonalDer Knorr-Bremse Konzern beschäftigte zum Jahresende 2017 insgesamt 27.705 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (24.925 exkl. Personalleasing). Dies entspricht einem Anstieg um 12,8 % (exkl. Personalleasing Anstieg um 12,2 %) gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg beruht auf dem Wachstum der Knorr-Bremse-Gruppe: Ohne den Erwerb der Kiepe Electric hätte sich ein Anstieg um 9,5 % auf 26.901 ergeben, was über den Erwartungen lag. Die Knorr-Bremse AG beschäftige zum Jahresende 2017 92 (Vorjahr 95) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Division Systeme für Schienenfahrzeuge stieg die Mitarbeiterzahl von 14.440 (12.843 exkl. Personalleasing) im Vorjahr auf 16.051 (14.169 exkl. Personalleasing) zum Ende 2017. In der Sparte Systeme für Nutzfahrzeuge stieg die Mitarbeiterzahl von 9.674 (8.930 exkl. Personalleasing) Mitarbeitern im Vorjahr auf 11.082 (10.189 exkl. Personalleasing) zum Jahresende 2017. Auf die Holdinggesellschaften entfallen weitere 572 Mitarbeiter (568 exkl. Personalleasing) im Vergleich zu 451 Mitarbeiter (448 exkl. Personalleasing) im Vorjahr. In der Region Europa/Afrika beschäftigte Knorr-Bremse zum Jahresende 2017 15.905 Mitarbeiter (14.579 exkl. Personalleasing) gegenüber 14.055 (12.975 exkl. Personalleasing) Mitarbeitern im Vorjahr. Damit lag der Anteil der europäischen Mitarbeiter mit 57,4 % über dem Vorjahresniveau von 57,2 %. In Deutschland stieg die Zahl der Mitarbeiter von 5.044 (4.661 exkl. Personalleasing) auf 5.663 (5.238 exkl. Personalleasing). Die Beschäftigtenzahl in der Region Nord- und Südamerika stieg 2017 und umfasste zum Jahresende 5.108 (4.866 exkl. Personalleasing) gegenüber 4.428 (4.134 exkl. Personalleasing) Mitarbeitern im Vorjahr. Der prozentuale Anteil der Mitarbeiter in der Region lag bei 18,4 % (Vorjahr 18,0 %). Die Beschäftigtenzahl in der Region Asien/Australien erhöhte sich im Jahr 2017 und umfasste zum Jahresende 6.692 (5.480 exkl. Personalleasing) gegenüber 6.082 (5.112 exkl. Personalleasing) Mitarbeitern im Vorjahr. Dabei ging der Mitarbeiteranteil in der Region auf 24,2 % gegenüber 24,8 % im Vorjahr zurück. Angesichts demografischer Entwicklungen und eines wachsenden Fachkräftemangels in technischen Berufen ist es für Knorr-Bremse wichtig, mehr gut ausgebildete und hoch qualifizierte Frauen zu gewinnen. Die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen benötigt jedoch Zeit. Knorr-Bremse nutzt gezielt Programme, die einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen zum Ziel haben. Dazu zählt beispielsweise das Knorr-Bremse Trainee-Programm MEP. Hier liegt 2017 der Frauenanteil bei 36 % (2016: 42 %). Während der weltweite Frauenanteil in Führungspositionen über alle Bereiche bei 11,2 % (2016: 11,6 %) liegt, beträgt der Anteil von weiblichen Führungskräften in nichttechnischen Bereichen im Durchschnitt 32,3 % (2016: 32,8 %). Knorr-Bremse hat bei der Erfüllung der Zielquoten, die im Geschäftsjahr 2015 festgelegt worden sind, im Geschäftsjahr 2017 die folgenden Quoten erreicht; die Veränderungen ergaben sich aus personellen Wechseln im Management bis hin zum Aufsichtsrat. Knorr-Bremse AG:
Knorr-Bremse dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2017. Der Dank gilt ebenso den Arbeitnehmervertretungen für die konstruktive Zusammenarbeit. Bericht über Risiken und ChancenRisikomanagementsystemGrundsätze und ZieleAls global aufgestellter und international tätiger Konzern ergeben sich für Knorr-Bremse in seiner unternehmerischen Tätigkeit Risiken wie Chancen. Ziel des Risikomanagements ist es, Risiken zu identifizieren und ihre potenziellen Folgen zu minimieren und andererseits Chancen zu nutzen, um den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im Fokus steht eine frühzeitige Identifikation potenzieller Risiken, um Handlungsspielräume für eine effektive Risikosteuerung zu ermöglichen. Das im Konzern etablierte Risikomanagementsystem unterliegt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und wurde 2017 an neueste Anforderungen angepasst. Organisation und ProzessDie Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagements folgt der allgemeinen Organisationsstruktur und ist in einer Konzernrichtlinie mit klarer Definition von Verantwortlichkeiten und Berichtsstrukturen verankert. Die systematische Erhebung potenzieller Risiken findet in einem vierteljährlichen Turnus im Rahmen einer weltweiten Bottom-Up Risikoinventur statt, die sämtliche Konzerngesellschaften miteinbezieht. Dabei melden beide Divisionen sowie weitere Holding-Gesellschaften nach einem definierten Risikoerfassungs- und Risikobewertungssystem an das im Konzerncontrolling angesiedelte Global Risk Management. Die ermittelten Risiken werden jeweils einer von 14 Risikokategorien zugeordnet, die sich an der Wertschöpfungskette orientieren. Insgesamt umfasst der Risikomanagementprozess sechs Stufen von der Identifikation über die Bewertung, Mitigation und Aggregation bis zum Reporting und Monitoring. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt hinsichtlich Ergebniseinfluss und Eintrittswahrscheinlichkeit. Das Augenmerk liegt auf einer transparenten Darstellung des Risikoportfolios, einschließlich der Beurteilung wirksamer Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Diese zeigen die Risikoverantwortlichen qualitativ und quantitativ in ihren Berichten auf. Mögliche Maßnahmen stellen die Vermeidung, die Reduktion, der Transfer oder die Akzeptanz des jeweiligen Risikos dar. Die Maßnahmen zur Risikobegrenzung werden als Reduktion des Schadenspotenzials berücksichtigt und führen zum Nettorisiko vor Eintrittswahrscheinlichkeit. Bewertet mit der Eintrittswahrscheinlichkeit beziffert das verbleibende Nettorestrisiko die potenzielle Ergebnisbelastung jedes Risikos. Für diese können zur Risikovorsorge unter Berücksichtigung der Rechnungslegungsvorschriften im Jahresabschluss entsprechende Rückstellungen bzw. Wertberichtigungen gebildet werden. In der anschließenden Phase der Risikoaggregation erfolgt die Zusammenfassung von Einzelrisiken, basierend auf gleichlautenden Ursachen sowie unter Einbezug möglicher Interdependenzen. Des Weiteren finden in Abstimmung mit den Divisionen sowie den Risikoverantwortlichen eine Plausibilisierung der Nettorisikokalkulation sowie eine Validierung der Richtlinienkonformität statt. RisikoberichterstattungIm Rahmen der regelmäßigen Risikoberichterstattung erhält der Vorstand des Knorr-Bremse Konzerns quartalsweise einen zusammenfassenden Risikobericht, der in der entsprechenden Vorstandssitzung erläutert wird. Er beinhaltet eine TOP-10-Risikobetrachtung der beiden Divisionen sowie der Holding-Gesellschaften inklusive Vergleich zum Vorquartal. Das Berichtswesen erlaubt dem Vorstand eine effektive Bewertung der Risikolage innerhalb des Konzerns und dient als Entscheidungsgrundlage zur Risikosteuerung. Darüber hinaus besprechen beide Divisionen in monatlichen Reviews ihre Risikolage. Damit Risiken von erheblicher Bedeutung frühestmöglich erkannt werden, gibt es über die regelmäßigen Berichtsperioden hinaus einen internen Adhoc-Meldeprozess. Er schreibt eine unverzügliche Meldung bei Überschreiten einer vom Vorstand festgelegten Meldeschwelle vor, um rechtzeitig reagieren zu können. Die Reihenfolge der nachfolgend dargestellten Risiken entspricht deren Bedeutung für die Knorr-Bremse-Gruppe und damit auch der Knorr-Bremse AG. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat und die zuständigen Ausschüsse regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für den Konzern relevanten Risiken und Chancen. Die Prüfung und Überwachung des Risikomanagements ist Aufgabe der internen Revision. Damit verfügt der Knorr-Bremse Konzern über ein modernes, weltweit gültiges Berichts- und Kontrollsystem, um eine effiziente und effektive Kontroll- und Steuerungsfunktion zu realisieren. GESCHÄFTSRISIKENJede unternehmerische Tätigkeit ist mit Risiken verbunden. Das gilt insbesondere für einen global agierenden Konzern, da die regionalen Märkte unterschiedlichen und sehr unregelmäßigen Zyklen folgen. Daraus können Markt- oder Wachstumsschwankungen resultieren, von denen einzelne Anbieter, Marktsegmente oder Regionen betroffen sind. Der weltweite Schienen- und Nutzfahrzeugmarkt ist von Volatilität gekennzeichnet. Demzufolge agiert Knorr-Bremse grundsätzlich in einem risikobehafteten Umfeld der Weltwirtschaft. Knorr-Bremse konnte die unterschiedlichen operativen Risiken im Berichtsjahr durch umfassende Controlling- und Reportingsysteme auf ein Minimum reduzieren. Die Fortführung dieser Systeme und ihr Ausbau, soweit nötig, sind vorgesehen. 2017 profitierte Knorr-Bremse in allen Kernregionen von einer insgesamt positiven konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft. Dennoch gab es im Berichtsjahr vielfältige Geschäftsrisiken, die es in Zukunft weiter zu beobachten gilt. Neben einer Anpassung der Marktstrukturen und damit verbundener Verschiebungen hinsichtlich der Produktnachfrage vor allem in Europa und China intensivierte sich die Wettbewerbssituation. MAKROÖKONOMISCHE RISIKENDarüber hinaus standen makroökonomische Faktoren, wie ein im Jahresverlauf stärkerer Euro im Vergleich zum US-Dollar, im Fokus. Politische Einflüsse, beispielsweise infolge von Entscheidungen der neuen US-Regierung wie "America First" bis zu den möglichen Konsequenzen des Brexit sowie der Entwicklung weltweiter Krisenherde, wie etwa im Nahen Osten oder in Nordkorea, erhöhten die wirtschaftlichen Unsicherheiten. Der Konzern hat die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Länder und Regionen sowie die weltweiten Handelsströme intensiv beobachtet. So ließen sich Absatzrisiken gering halten bzw. antizipieren. Positiv wirkte sich dabei die weltweite Präsenz des Konzerns aus, die für eine weitgehende Unabhängigkeit von regional begrenzten Krisen sorgte. Knorr-Bremse agiert in zunehmend wettbewerbsintensiven Märkten, wodurch sich Risiken für die Preisstabilität ergeben. Ein von Unsicherheit geprägtes makroökonomisches Umfeld birgt das Risiko, dass sich die Bonität von Kunden verschlechtert und Forderungsausfälle eintreten bzw. Zahlungen verzögert erfolgen. Mit einem effektiven Forderungsmanagement ist Knorr-Bremse diesen Risiken im Berichtsjahr effektiv begegnet. Ein weiteres Risiko resultiert für Knorr-Bremse aus dem dynamischen Wachstum der vergangenen Jahre. Im Zuge dessen galt es, Unternehmen und Beteiligungen in den Konzernverbund zu integrieren. Die finanziellen und kulturellen Risiken, die mit solchen Integrationsprozessen verbunden sind, hielt Knorr-Bremse durch eine systematische Analyse und Bewertung der Zielgesellschaften in engen Grenzen. Die Erfahrungen, die bei der gelungenen Überwindung kultureller Barrieren gewonnen wurden, hat Knorr-Bremse in strukturierten Prozessen abgebildet, so dass sie sich für zukünftige Akquisitionen und mehrheitlich geführte Joint Ventures nutzen lassen. TECHNOLOGISCHE RISIKENMit seinen Produkten und Lösungen steht Knorr-Bremse an der Spitze der technischen Entwicklung. Daraus ergeben sich Risiken, die angesichts der Sicherheitsrelevanz der Anwendungen einer besonders sorgfältigen Kontrolle bedürfen. Dazu nutzt Knorr-Bremse routinemäßig umfassende Qualitätsplanungs-, Qualitätssicherungs- sowie Testverfahren. Dabei orientiert sich Knorr-Bremse zur ständigen Optimierung der Geschäftsprozesse an internationalen Standards. Die Standorte lassen sich regelmäßig intern und extern auditieren. Beide Konzernsparten arbeiten intensiv und kontinuierlich daran, das außerordentlich hohe Sicherheits- und Qualitätsniveau der Produkte weiter zu verbessern. Sind Lösungen von Knorr-Bremse im Hochtechnologieumfeld eingesetzt, besteht das Risiko des Erreichens physikalischer Grenzen von Produkten. Mit der Fokussierung auf hohe Qualität in Forschung, Entwicklung und Produktion sowie seiner umfassenden Materialkompetenz und Prüftechnik hat Knorr-Bremse 2017 dafür gesorgt, dass sich Kunden weltweit auf Produkte von Knorr-Bremse verlassen können. OPERATIVE RISIKENAls operatives Risiko definiert Knorr-Bremse die Gefahr, durch Fehler im Prozessablauf sowie durch technisches oder menschliches Versagen einen betriebswirtschaftlichen Verlust zu erleiden. Dieses Risiko lässt sich naturgemäß nicht eliminieren - so sah sich der Konzern im Berichtsjahr mit entsprechenden operativen Risiken konfrontiert. Durch die Gefahr von Lieferverzögerungen oder Qualitätsmängeln bei Zulieferunternehmen sowie deren potenzielle Insolvenz besteht für Knorr-Bremse latent das Risiko von Produktionsstörungen und Ertragseinbußen. Das Risiko konnte das Unternehmen im Berichtsjahr durch ein umfassendes Supply Chain Management effektiv minimieren. Grund ist die darin festgelegte sorgfältige Lieferantenauswahl sowie die kontinuierliche technische und wirtschaftliche Auditierung von Zulieferern. Ein Risiko existiert durch die mögliche Verletzung der immer weiter steigenden Anforderungen im Umweltschutz. Um dies zu verhindern, orientiert sich Knorr-Bremse weltweit am Umweltmanagementstandard ISO 14001. Der überwiegende Teil der weltweiten Standorte ist entsprechend zertifiziert. Ein anderes Risiko resultiert aus der Gefahr unvorhergesehener Kapazitätsschwankungen. Darauf ist Knorr-Bremse durch flexible Arbeitszeitmodelle und eine ausgewogene Balance zwischen Eigen- und Fremdfertigung vorbereitet. Diese ermöglichen im Bedarfsfall eine effiziente Reaktion. Aufgrund der Dynamik in den Märkten und Regionen der Welt steht Knorr-Bremse fortwährend vor der Herausforderung, Entwicklungs- und Produktionskapazitäten zwischen Konzernstandorten zu verlagern, um flexibel auf sich verändernde Markt- und Kundenanforderungen reagieren zu können. Zudem besteht fortwährend ein Garantierisiko für bereits ausgelieferte Produkte. Sofern Knorr-Bremse im Schadensfall vertraglich zu einer Leistung verpflichtet ist, kann dies erhebliche betriebswirtschaftliche Folgen haben. Knorr-Bremse hat dieses Risiko im Berichtsjahr durch sein Qualitätssystem sowie ein systematisches Vertragsmanagement erfolgreich kontrolliert. IT-RISIKENDas globale IT-Umfeld wandelt sich stark. Die Digitalisierung in Form von Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) macht das Überdenken von IT-Strategien und den Umbau der IT-Systeme und -Anwendungen notwendig, auch Richtung Abwehr von Cyberangriffen. Der Trend geht in Richtung Mobilität und Cloud. Dies ermöglicht die Nutzung von Technologien wie Augmented Reality, Big Data und Machine Learning. Pilotierungen bei Augmented Reality und Data- und Process Analytics sollen zeitnah zu Projekten für Kundenschulung und Service, aber auch bei der Vernetzung der Fabriken und deren Fertigungssysteme führen. Die IT-Organisation nimmt hier verstärkt eine sogenannte Ordnungsfunktion wahr und ermöglicht die klare Fokussierung auf Datensicherheit, die Standardisierung von Prozessen und Anwendungen und die Digitalisierung. Knorr-Bremse hat 2017 intensiv an IT-Governance-Themen gearbeitet, um diesen Umbau zu ermöglichen. 2017 fanden die ersten Digital Days statt. Das Team von 120 internationalen Managern lernte die anstehenden Themen anhand von Technologie- und Prozesspiloten kennen und erarbeitete in Workshops einen Maßnahmenplan. In weiteren Design Thinking Workshops mit strategischen Partnern und Kunden sollen 2018 konkrete Projekte und Vorhaben zur Umsetzung definiert werden. Ein neu etabliertes PMI-Team von Spezialisten unterstützt die IT-Integration zugekaufter Unternehmen. Zudem standardisiert das Unternehmen die Prozesse bei der Integration zunehmend. Der Umbauprozess ließ sich beschleunigen, da die Sicherheitssysteme und das Datenmanagement ebenfalls zentral aufgestellt sind. Die weitere Integration von Partnern in gemeinsame Prozessketten und deren Optimierung wird durch die Reduktion von Komplexität und eine klare Ausrichtung an Standardsoftware weiter vorangetrieben. Knorr-Bremse Business Services in Liberec/Tschechien übernahm 2017 als Shared Services Center die Prozessunterstützung und Prozessharmonisierung für Accounting, HR, Indirekten Einkauf und IT für die europäischen Standorte. Das erlaubt neben Effizienzsteigerung durch standardisierte Prozesse Best Practises für Prozess- und Anwendungstemplates für alle Knorr-Bremse Gesellschaften. 2018 sollen auch die Regionen Asien und Amerika eingebunden werden. IP-RISIKENDas Risiko eines betriebswirtschaftlichen Schadens durch Imitationen und Produktpiraterie bestand auch 2017. Insbesondere in Asien erschwerte es das Geschäft im Schienen- und Nutzfahrzeugbereich. Dem stellt Knorr-Bremse seine technologische Exzellenz und Qualität entgegen, die weltweit von Kunden anerkannt ist und entsprechend geschätzt wird. 2017 war durch den weltweiten Kampf gegen Copy Cats und Produktpiraten geprägt. Zudem wurden im Zuge weiterer Akquisitionen die jeweiligen Schutzrechtsportfolien in das Knorr-Bremse Portfolio integriert, die eine Ausrichtung von Knorr-Bremse als Systemanbieter zusätzlich flankieren. RECHTLICHE RISIKENAls global tätiges Unternehmen agiert Knorr-Bremse in Ländern mit komplexen steuerlichen und rechtlichen Regelungen, die unterschiedlich ausgelegt werden können. Künftige Auslegungen bzw. Entwicklungen der Steuer- und Rechtssysteme könnten die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen. Knorr-Bremse wird regelmäßig von den Finanzbehörden in verschiedenen Jurisdiktionen geprüft, entsprechend der Prüfschwerpunkte identifiziert und bewertet das Unternehmen steuerliche Risiken fortlaufend. Die Überwachung und die Steuerung von wettbewerbs- und kartellrechtlichen Risiken erfolgt innerhalb des Compliance-Managements. Im Rahmen des weiteren Ausbaus der Compliance-Organisation wurde ein webbasiertes Hinweisgebersystem eingerichtet. Hierüber können Missstände gemeldet werden, auf Wunsch anonym. Daneben hat Knorr-Bremse ein konzernweites E-Learning zum Code of Conduct für die Mitarbeiter eingeführt. Im Geschäftsjahr 2016 hat das U.S. Department of Justice, Antitrust Division ("DOJ"), zwei nicht-öffentliche, zivilrechtliche Untersuchungen gegen Knorr-Bremse und zwei Wettbewerber eingeleitet. Im November 2017 hat das DOJ einen Vorschlag für eine Einigung ohne Gerichtsverfahren für eines der Verfahren unterbreitet. Beide Verfahren sind derzeit noch nicht abgeschlossen. RISIKOBERICHTERSTATTUNG AUS DER VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTENDas Risiko von Währungs- und Zinsschwankungen aus operativen Geschäftsvorfällen ist für den Knorr-Bremse Konzern nicht von entscheidender Bedeutung, da über die geografische Diversifizierung der letzten Jahre ein hoher Grad an lokaler Fertigung und lokaler Zulieferung innerhalb der jeweiligen Währungsräume erreicht wurde. Um das verbleibende Wechselkurs- und Zinsrisiko aus Transaktionen zwischen unterschiedlichen Regionen zu beschränken, nutzt Knorr-Bremse einerseits Möglichkeiten für kompensierende Liefervolumina innerhalb des Konzerns. Andererseits wird das darüber hinausgehende Risikoportfolio in angemessenem Umfang über derivative Sicherungsinstrumente gesteuert. Diese dienen jedoch ausschließlich der Sicherung von Grundgeschäften aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb und werden bilanziell weitestgehend in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Grundlage für die Sicherung von Währungsrisiken ist die konzernweit gültige Richtlinie zur Steuerung von Marktrisiken, in der die Vorgehensweise und der notwendige Umfang bei Sicherungsgeschäften verbindlich für alle Konzerngesellschaften beschrieben sind. Die Überwachung der Einhaltung dieser Vorgaben ist Bestandteil des entsprechenden Prozesses. Aus der strategischen Allokation der Cashbestände auf die Hauptwährungen im Konzern können unter Umständen Währungseffekte entstehen. Grundsätzlich sind Preisänderungsrisiken von Rohstoffen, sofern sie einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns haben können und nicht anderweitig abgesichert sind, in angemessenem Umfang über derivative Instrumente beschränkt. Der Knorr-Bremse Konzern nutzt als Sicherungsinstrumente Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen sowie Zinsswaps. Rohstoffbezogene Kontrakte dienen ausschließlich der Absicherung von Preisänderungsrisiken aufgrund von Schwankungen der Einkaufspreise für Rohstoffe, die in den Produkten des Knorr-Bremse Konzerns verwendet werden (Portfoliohedge). Das Volumen der Grundgeschäfte bestimmt sich aus dem mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedarf an Rohstoffen über einen rollierenden Planungszeitraum von zwei Jahren. Die derivativen Kontrakte basieren auf an Warenterminbörsen gehandelten Referenz-Indices. ChancenberichtDie mehrstufigen und weltweit gültigen Planungs-, Berichts- und Kontrollsysteme von Knorr-Bremse identifizieren regelmäßig Risiken und Chancen für die einzelnen Geschäftsfelder. So erkannte der Konzern in einigen Regionen der Welt frühzeitig eine wachsende Bereitschaft, in Infrastrukturmaßnahmen zu investieren, und positionierte sich entsprechend. Generell identifizierte Knorr-Bremse weitere Absatzchancen aus dem weltweit erneut gewachsenen Transportvolumen. Die sich daraus ergebenden Investitionen für Schienen- und Nutzfahrzeuge gaben Knorr-Bremse positive Impulse. Mit gezielten Akquisitionen und Gründungen von Joint-Venture-Unternehmen ergeben sich neue Möglichkeiten zur Erweiterung der Geschäftsfelder und zu Ergänzungen des Systemportfolios, z. B. für automatisiert bzw. autonom fahrende Fahrzeuge. Dieses Vorgehen leistet einen wichtigen Beitrag zur stringenten Umsetzung der Knorr-Bremse Wachstumsstrategie. Aus diesem Grund beobachtet Knorr-Bremse kontinuierlich die gegenwärtigen und zukünftigen Märkte, um geeignete Partner zu identifizieren. Knorr-Bremse investiert auf breiter Basis in neue Technologien, um die Technologie- und Marktführerschaft weiter auszubauen und damit heutige Absatzmärkte abzusichern sowie weiterer Absatzmärkte zu erschließen. Das gelingt unter anderem mit einer erweiterten Entwicklungskompetenz: Durch zunehmende Nachfrage nach technologisch hochwertigen Produkten in den Schwellenländern ergeben sich neue Absatzchancen für Knorr-Bremse. Weiteres Wachstumspotenzial ergibt sich auch aus veränderten regulatorischen Anforderungen in den Absatzmärkten. Im Rahmen von Knorr Excellence arbeitet Knorr-Bremse fortlaufend an der Optimierung des Kostenmanagements und der Erhöhung der Prozesseffizienz, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Produkte und Dienstleistungen weiter zu steigern. Gesamtaussage zur Risiko- und ChancensituationDie Analyse des konzernweiten Risikoprofils hat ergeben, dass keine erkennbaren Risiken bestehen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten oder einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage haben. Für die Zukunft werden solche Risiken aus heutiger Sicht nicht erwartet. NachtragsberichtAm 12.01.2018 hat Knorr-Bremse das Swedtrac Servicegeschäft an Stadler Service Sweden AB verkauft. Der Abschluss der Transaktion wird zum Ende des ersten Quartals 2018 erwartet. Es haben sich nach dem Stichtag keine Sachverhalte ergeben, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Knorr-Bremse Konzerns haben. PrognoseberichtWeltwirtschaftliche EntwicklungFür das Geschäftsjahr 2018 geht Knorr-Bremse von einem weiter volatilen Markumfeld aus. Wesentliche Einflussfaktoren stellen politische Entwicklungen wie die Ausgestaltung des Brexit oder mögliche Auswirkungen von "America First" und der Unternehmenssteuerreform in den USA dar. Darüber hinaus spielt die weitere Entwicklung des gegenüber dem Vorjahr erstarkten Euro gegenüber dem US-Dollar sowie der Entwicklung der Rohstoffpreise eine gewichtige Rolle. Insgesamt erwartet Knorr-Bremse für 2018 ein weiteres moderates Weltwirtschaftswachstum, das neben den Kernregionen von den Schwellenländern mitgetragen wird. Stärker als im Vorjahr ausfallende Zuwächse werden neben den USA unter anderem für Indien und Brasilien erwartet. Für Europa und Russland werden Zuwächse in etwa der Größenordnung von 2017 prognostiziert. China wird aus heutiger Sicht auf weiter hohem Niveau einen leichten Rückgang des Wirtschaftswachstums gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. MarktentwicklungIn den kommenden Jahren ist mit einem weiteren Anstieg des Sendungsvolumens von Paket- und Kurierdienstleistungen zu rechnen, was hauptsächlich durch den Onlinehandel getrieben ist. Dies wird mit einem gesteigerten Güter- und Straßenverkehrsaufkommen einhergehen. Es ist weiterhin mit einem erhöhten Investitionsvorhaben der Fahrzeughersteller in vernetzte Dienste und Digitalisierung und damit mit einer Umsatzverlagerung zu softwaregetriebenen Komponenten zu rechnen. Dies wird zu einer Veränderung der Wettbewerbslandschaft und zum Eintritt von anderen Industriespielern wie IT-Konzernen führen. Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung werden das Geschäft in beiden Sparten über die nächste Dekade hinaus prägen. Systeme für SchienenfahrzeugeFür das Jahr 2018 rechnet Knorr-Bremse mit einem weiteren moderaten Wachstum des weltweiten Schienenfahrzeugmarkts, gleichermaßen im OE-Geschäft und bei RailServices. Längerfristig betrachtet dürfte die steigende Nachfrage aus dem europäischen und asiatischen Schienenpersonenverkehr einen wesentlichen Treiber darstellen. In den kommenden Jahren rechnet Knorr-Bremse in Europa insgesamt mit einem wachsenden Markt. Vom hohen Niveau der Vorjahre kommend wird sich der Markt in Großbritannien voraussichtlich abschwächen. Das Geschäftsfeld RailServices steht unter guten Vorzeichen: Markttreibende Impulse erwartet Knorr-Bremse hauptsächlich aus Deutschland, Frankreich und Russland. Im Passagier- und Güterverkehr auf den nordamerikanischen Schienen stehen die Zeichen auf Wachstum: Im Schienenpersonenverkehr zeichnen sich erneut Investitionen ab. Dank steigender Nachfrage entlang der Transportkette rechnet Knorr-Bremse mit einer weiteren Erholung des Frachtmarkts. Für den südamerikanischen Schienenverkehrsmarkt erwartet Knorr-Bremse wiederum ein schwieriges Jahr 2018 - trotz signifikanter Marktanteile - mit wohl rückläufigen Umsätzen. Im chinesischen Schienenverkehrsmarkt rechnet Knorr-Bremse im OEM-Geschäft und bei RailServices mit einer relativ stabilen Entwicklung. Knorr-Bremse ist seit Beginn des chinesischen Hochgeschwindigkeitszeitalters einer der dort führenden Ausrüster mit Brems-, Tür- und Klimasystemen. Das Unternehmen ist in allen chinesischen Hochgeschwindigkeitsplattformen vertreten. In Auftrag gegeben werden die Züge zentral von China Railways, dem staatlichen Eisenbahnunternehmen in China. Dies kann insbesondere im Auftragseingang zu schwankenden Abrufen führen. Die vergangenen Jahre betrachtet entwickelte sich der chinesische Hochgeschwindigkeitsmarkt im Jahr 2014 außergewöhnlich positiv. Im Folgejahr 2015 setzte sich der Trend fort. Nach den hohen Investitionen der Vorjahre blieb der Markt im Jahr 2016 dagegen generell schwach. Im Jahr 2017 fand dann wieder eine spürbare Erholung statt. Getrieben vom Passagiergeschäft spricht viel für ein nachhaltiges Wachstum des indischen Marktes. In Kombination mit einem sich erholenden Frachtgeschäft und dank solider Nachfrage aus dem OEM- und RailServices-Geschäft dürfte der australische Schienenverkehrsmarkt im kommenden Jahr zulegen. Systeme für NutzfahrzeugeKnorr-Bremse geht für 2018 von einem weiteren Wachstum des globalen Nutzfahrzeugmarkts aus. Mittelfristig erwartet das Unternehmen, dass die Nutzfahrzeugproduktion weltweit das Niveau von 2014 mit mehr als 2,5 Millionen Einheiten übertrifft. Auch der europäische Markt dürfte 2018 insgesamt wachsen. Hier rechnet das Unternehmen im Jahresvergleich mit einem weiteren Wachstum von 4 %. Für den nordamerikanischen Markt geht Knorr-Bremse von einer positiven Entwicklung aus. Für den südamerikanischen Markt erwartet das Unternehmen - von einem vergleichsweise niedrigen Niveau kommend -eine weitere Belebung der Nutzfahrzeugproduktion. Eine Steigerung von bis zu 10 % scheint möglich. Die 2018 anstehenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien, Costa Rica, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Paraguay und Venezuela erschweren allerdings genauere Vorhersagen. Für die Region Asien/Australien erwartet Knorr-Bremse insgesamt eine Verlangsamung des Wachstums, wenngleich die Bedeutung Chinas als bei weitem größten Nutzfahrzeugmarkt weltweit ungebrochen ist. Australien steht für eine weiter konstante Entwicklung bei der Nutzfahrzeugproduktion: Das Frachtaufkommen für den Straßentransport wird 2018 voraussichtlich um 5 % zunehmen. Entwicklung bei Knorr-BremseUnter der Voraussetzung, der getroffenen Annahme eines weiterhin moderaten Weltwirtschaftswachstums für 2018 strebt der Knorr-Bremse Konzern ein moderates Umsatzwachstum auf 6,4 bis 6,6 Mrd. EUR an. Ferner wird eine EBITDA-Marge zwischen 17 bis 19 % angestrebt. Künftige Unternehmenserwerbe, für die bis zum Bilanzstichtag noch kein Closing stattgefunden hat, sind dabei nicht berücksichtigt. Die Anzahl der Mitarbeiter wird sowohl im Konzern als auch in der Knorr-Bremse AG nahezu auf Vorjahresniveau erwartet. Für die Entwicklung der Bindungsdauer des Working Capital, gemessen in Umsatztagen, wird von einem konstanten bis leicht positiven Verlauf ausgegangen. Hinsichtlich der Investitionstätigkeit plant Knorr-Bremse, trotz eines nach wie vor herausfordernden Marktumfeldes, eine spürbare Steigerung gegenüber 2017. Resultierend aus den Erwartungen in Bezug auf Ergebnis, Working Capital und Investitionen wird für 2018 mit einer leicht positiven Entwicklung des Nettoguthabens vor Akquisitionen und somit der Knorr-Bremse Gruppe gerechnet. Knorr-Bremse AG rechnet 2018 mit deutlich geringeren Beteiligungserträgen. Die künftige Dividendenfähigkeit bleibt dennoch gesichert. Auf Basis der für den Konzern getroffenen Annahmen ist davon auszugehen, dass sich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Knorr-Bremse AG stabil entwickeln werden. Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung der Knorr-Bremse Aktiengesellschaft, München, und ihren Bericht über die Lage des Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 5. März 2018 KPMG AG Rupprecht, Wirtschaftsprüfer Engelmann, Wirtschaftsprüfer Der Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat beschäftigte sich während des Geschäftsjahrs 2017 eingehend mit der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Knorr-Bremse AG einschließlich aller Konzerngesellschaften. Der Aufsichtsrat hat neben wichtigen Einzelvorgängen und Personalentscheidungen auch grundsätzliche Fragen der strategischen Ausrichtung und der Unternehmensplanung behandelt. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat regelmäßig vom Vorstand im Rahmen von Sitzungen sowie durch mündliche und schriftliche Berichte über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Gesellschaft sowie deren Risikolage und Risikomanagement unterrichten lassen. Wichtige einzelne Geschäftsvorgänge und zustimmungspflichtige Maßnahmen hat der Aufsichtsrat geprüft und über die aufgrund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Bestimmungen zur Zustimmung vorgelegten Geschäfte entschieden. Die der Entscheidung zugrunde liegenden Informationen und Analysen hat der Aufsichtsrat zusammen mit dem Vorstand eingehend diskutiert und bewertet. Unterjährig haben zwei Sitzungen des Bilanzausschusses stattgefunden. In seinen Sitzungen hat sich der Bilanzausschuss insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des Compliance Management Systems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung befasst. Im Geschäftsjahr 2017 hat der Knorr-Bremse Konzern einen Rekordumsatz in Höhe von 6,24 Mrd. EUR erzielt. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug 13,5 % (2016: 5,49 Mrd. EUR). Beide Divisionen -Systeme für Schienenfahrzeuge und Systeme für Nutzfahrzeuge - trugen gleichermaßen zu dem Erfolg bei. Der Schienenfahrzeugbereich erzielte 2017 einen Gesamtumsatz von 3,33 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,99 Mrd. EUR). Der Umsatz im Nutzfahrzeugbereich konnte 2017 gegenüber dem Vorjahr auf 2,93 Mrd. EUR gesteigert werden (Vorjahr: 2,52 Mrd. EUR). Mit Blick auf die zur Knorr-Bremse Gruppe gehörenden Beteiligungen zeichnete sich das Jahr 2017 durch zwei Akquisitionen und eine Veräußerung aus. Im Truckbereich konnte das Getriebekomponentengeschäft für On-Highway-Nutzfahrzeuge von Bosch in Japan erworben werden. Im Bereich Schienenfahrzeuge wurde der Erwerb des Geschäftsfelds Electrical Systems (Vossloh Kiepe) von der Vossloh AG auf Grundlage der im Dezember 2016 abgeschlossenen Verträge vollzogen. Ferner wurde Ende 2017 die Veräußerung des schwedischen Fahrzeugdienstleistungsgeschäfts (Swedtrac) eingeleitet. Die Unterzeichnung des Veräußerungsvertrags erfolgte im Januar 2018. Im September 2017 hat Knorr-Bremse sein Übernahmeangebot für den an der Börse notierten Automobilzulieferer Haldex in Schweden zurückgenommen und das laufende Kartellfreigabeverfahren beendet. Der Rücknahme war eine Entscheidung der schwedischen Börsenaufsicht vorausgegangen, einer Verlängerung der auslaufenden Angebotsfrist nicht zuzustimmen. Bereits zuvor hatte der Verwaltungsrat von Haldex - entgegen einem Beschluss der Hauptversammlung - die für das Kartellfreigabeverfahren notwendige Unterstützung verweigert. Ohne diese Unterstützung waren die für den Vollzug des Übernahmeangebots erforderlichen Kartellfreigaben nicht zu erlangen. Knorr-Bremse ist erneut als "Top-Arbeitgeber für Ingenieure in Deutschland" ausgezeichnet worden. Außerdem gewann der Nutzfahrzeugbereich bereits zum 12. Mal in Folge den Titel "Beste Marke" in der Kategorie Bremsen. Bendix Commercial Vehicle Systems, ein Tochterunternehmen der Knorr-Bremse Gruppe, ist erneut von Navi-star zum "Diamond Supplier" ernannt worden. Der führende US-amerikanische Nutzfahrzeughersteller zeichnet damit seine Top-Lieferanten für ihre fortschrittliche Technologie, hohe Qualität und Liefertreue aus. Darüber hinaus erhielt Bendix von dem ebenfalls führenden US-amerikanischen Nutzfahrzeughersteller Paccar den "Supplier Performance Achiever Award". Der Schienenfahrzeugbereich wurde mit dem "Hitachi Rail Best Contribution to Value Generation Award" für die Lieferung und Betreuung von Systemen für die globalen Schienenprojekte von Hitachi Rail ausgezeichnet. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss 2017 mit Lagebericht sowie der Konzernabschluss 2017 mit Konzernlagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der durch die Hauptversammlung als Abschlussprüfer gewählten KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk mit Datum vom 5. März 2018 versehen worden. Der Jahresabschluss der Knorr-Bremse AG sowie der Konzernabschluss wurden gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung unter Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und ergänzender gesetzlicher und satzungsmäßiger Regelungen erstellt. Zukünftig soll der Konzernabschluss unter Beachtung der sogenannten International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt und geprüft werden. Der Vorstand der Knorr-Bremse AG hat die erforderlichen Umstellungsarbeiten im Frühjahr 2017 angestoßen. Der Bilanzausschuss hat den Jahresabschluss 2017 mit Lagebericht, den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss mit Konzernlagebericht geprüft. Nachdem keine Einwendungen zu erheben waren, hat der Bilanzausschuss dem Aufsichtsrat empfohlen, die Abschlüsse zu billigen. In seiner Sitzung am 14. März 2018 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, die Feststellung des Jahresabschlusses 2017 der Hauptversammlung zu überlassen. Dem Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat an. In der Ordentlichen Hauptversammlung am 14. März 2018 wurde der Jahresabschluss festgestellt. Der Abschlussprüfer hat an der Sitzung des Bilanzausschusses am 2. März 2018 sowie an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats und an der Ordentlichen Hauptversammlung am 14. März 2018 teilgenommen, über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und zu anstehenden Fragen Erläuterungen gegeben. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand nach § 312 Aktiengesetz erstellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar." Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Er hat gegen die im Bericht enthaltene Schlusserklärung des Vorstands und das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer keine Einwände. Herr Dr. Lorenz Zwingmann, seit 1. Dezember 2008 Vorstand für die Ressorts Finance, Controlling und IT, hat zum 31. Dezember 2017 im besten Einvernehmen sein Amt niedergelegt. Neben seiner Tätigkeit als Vorstand bekleidete Herr Dr. Zwingmann auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH, aus welchem er ebenfalls mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 ausgeschieden ist. Im Namen der Knorr-Bremse AG bedankt sich der Aufsichtsrat bei Herrn Dr. Zwingmann für seinen langjährigen und erfolgreichen Einsatz für das Unternehmen. Herr Ralph Heuwing wurde am 1. November 2017 in den Vorstand berufen und übernahm nach Herrn Dr. Zwingmanns Ausscheiden die Ressorts Finance, Controlling und IT. Zusätzlich wurde Herr Heuwing in den Aufsichtsrat der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH berufen und in der Sitzung am 12. März 2018 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
München, den 14. März 2018 Der Aufsichtsrat Hans-Georg Härter, Vorsitzender Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns für 2017Die Hauptversammlung der Knorr-Bremse AG hat am 14. März 2018 zur Verwendung des Bilanzgewinns für 2017 beschlossen,
Die Hauptversammlung der Knorr-Bremse AG hat am 29. Mai 2018 beschlossen, den am 14. März 2018 gefassten Gewinnverwendungsbeschluss wie folgt abzuändern: "Der am 14. März 2018 gefasste Gewinnverwendungsbeschluss für das Geschäftsjahr 2017 wird dahingehend geändert, dass von dem zum 31. Dezember 2017 ausgewiesenen Bilanzgewinn der auf neue Rechnung vorgetragene Betrag von EUR 94.057.789,26 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt wird. Der vollständige Gewinnverwendungsbeschluss lautet damit wie folgt:
München, im September 2018 Knorr-Bremse AG Der Vorstand |
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