Knorr-Bremse AktiengesellschaftMünchenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 30.06.2019ZWISCHENMITTEILUNGH1 1. Januar bis 30. Juni 2019Halbjahresfinanzbericht 2019 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2019 KNORR-BREMSE AGKennzahlen Knorr-Bremse Konzern (IFRS)KENNZAHLEN KNORR-BREMSE KONZERN (IFRS)
Highlights 1. Halbjahr 2019
Konzern-ZwischenlageberichtWIRTSCHAFTSBERICHTGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenKonjunktur und BranchenumfeldWirtschaftswachstumIm Laufe des vergangenen Jahres 2018 verlangsamte sich das globale Wachstum. Die Konjunkturschwäche,
die insbesondere im zweiten Halbjahr 2018 zu beobachten war, hielt auch im ersten
Halbjahr 2019 an. Viele internationale Wirtschaftsinstitute sehen in den andauernden
Spannungen im Welthandel eines der schwerwiegendsten Risiken für das Wirtschaftswachstum.
Seit Mai haben die USA die Zölle für bestimmte chinesische Importe weiter erhöht und
China hat Gegenmaßnahmen ergriffen, indem es seinerseits die Zölle für einen Teil
der US-lmporte erhöhte. Eine weitere Eskalation wurde nach dem G20-Gipfel im Juni
zwar vorerst abgewendet, eine Entspannung ist jedoch bislang nicht in Sicht. Im Gegenteil,
die jüngsten Entwicklungen lassen eher eine weitere Anspannung erwarten. US-Sanktionen
beeinflussen weiterhin die globalen Technologielieferketten, auch die mit dem Brexit
verbundene Unsicherheit hält an. Insgesamt hielten die geopolitischen Spannungen im
ersten Halbjahr 2019 an und trieben die Energiepreise. Neben politischen Ereignissen gilt aktuell insbesondere die fehlende Inflation bzw.
deren Erwartung als hauptsächlicher Einflussfaktor für die Entwicklungen bzw. Schwankungen
sowohl auf den Aktien- als auch den Rentenmärkten (Bundrendite notiert auf einem niedrigen
Niveau, die Aktienkurse auf einem relativ hohen Niveau). Der EUR/USD Wechselkurs schwankte
im ersten Halbjahr in einem stabilen Intervall von 1,11 bis 1,15. Von den Notenbanken
wird eine weitere Runde an Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Markt für SchienenfahrzeugeDer Markt für Schienenfahrzeuge zeigte sich auch im bisherigen Jahresverlauf 2019
sehr robust, wesentlicher Treiber war eine positive Nachfrageentwicklung aus dem europäischen
und asiatischen Schienenverkehr, v.a. im Passagiergeschäft mit Triebzügen. Europa/AfrikaVon einem sehr hohen Neubeschaffungsniveau der Vorjahre kommend schwächte sich der
Markt in Großbritannien ab, wurde aber durch andere Märkte in Europa wie Deutschland,
Frankreich und Italien mehr als kompensiert. Nordamerika/SüdamerikaKnorr-Bremse beobachtete im nordamerikanischen Markt ein starkes erstes Halbjahr 2019,
es ist jedoch mit einer temporären Auftragsabschwächung im Passagiergeschäft zu rechnen. Asien/PazifikIm Markt Asien/Pazifik entwickelte sich die Vergabe an Neubeschaffungsprojekten positiv,
getrieben durch Indien und Taiwan. China bleibt der größte Einzelschienenmarkt und
entwickelte sich stabil. Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen. Markt für NutzfahrzeugeDer globale Nutzfahrzeugmarkt, gemessen an der Anzahl produzierter Fahrzeuge (Truck
Production Rate), gestaltete sich in dem ersten Halbjahr 2019 praktisch unverändert
(-1%). Der Truckmarkt in Nord- und Südamerika hingegen wuchs weiter kräftig (+16%). Europa/AfrikaDie Produktion des ersten Halbjahres 2019 schloss für den Nutzfahrzeugmarkt in Westeuropa
auf gleich hohem Niveau wie das Vorjahr ab. In Osteuropa hingegen sank die Produktion
im gleichen Zeitraum um 13%. Nordamerika/SüdamerikaDer Nutzfahrzeugmarkt in Nordamerika nahm um 18 % gegenüber dem 2. Halbjahr 2018 zu
(Lkw-Klasse 6-8). Trotz der Meldung über die Schließung von Ford-Brazil stieg die
Lkw- und Bus- Produktion in Südamerika um 8%. Asien/PazifikIm ersten Halbjahr 2019 sank die Nutzfahrzeugproduktion gegenüber 2018 um 5%. Die
Absenkung betrug in China 3 %, in Japan 7% und in Indien 14%. Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen sowie zahlreichen
Analystenberichten zum Truck Sektor. Größen der UnternehmenssteuerungDie bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren bei Knorr-Bremse sind Umsatz,
(operatives) EBITDA/EBITDA-Marge, (operatives) EBIT/EBIT-Marge, Net Working Capital
in Umsatztagen sowie ROCE. Weitere Steuerungskennzahlen, insbesondere auf Konzernebene,
sind darüber hinaus auch Auftragseingang, Auftragsbestand sowie Investitionen im Verhältnis
zum Umsatz. Sie werden ausführlich auf Seite 67 des Geschäftsberichts 2018 erläutert. STEUERUNGSGRÖßEN
UMSATZ UND EBITDA DER DIVISIONEN
Zur Ermittlung in den operativen EBITDA/EBIT-Margen werden gegenüber den ausgewiesenen
Umsatz- und Ergebnisgrößen Effekte aus Restrukturierungsmaßnahmen bereinigt. Hierzu
zählen die in 2018 getätigten Veräußerungen (Blueprint, Sydac) und die in 2019 angekündigte
Werksschließung Wülfrath. Der ROCE zeigt, ob wir mit dem operativ gebundenen Kapital (Capital Employed) eine
angemessene Verzinsung erwirtschaften und bildet damit die Basis für eine effiziente
Kapitalallokation. Im ersten Halbjahr lag der ROCE annualisiert mit 31,3 % unter dem
Vorjahr (35,4%). Dieser Rückgang resultierte vor allem aus dem nach IFRS 16 höheren
gebundenen Kapital. Bereinigt um die Sonderbelastung Wülfrath sowie vor Effekten aus
IFRS 16 lag der ROCE im ersten Halbjahr mit einem Wert von 35,5 % innerhalb der Zielbandbreite
von 35 % bis 40%. Das Net Working Capital in Umsatztagen stieg mit 57,1 Tagen leicht
gegenüber dem Vorjahresstichtag (55,0 Umsatztage) an. Auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden regelmäßig ermittelt. Sie unterstützen
uns bei der Führung und der langfristigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens.
Hier ist die Anzahl der Mitarbeiter (FTE) als bedeutsamster nichtfinanzieller Leistungsindikator
zu nennen. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen jedoch nicht vorrangig zur
Steuerung des Unternehmens. Die Definitionen der Kennzahlen im vorliegenden Bericht haben sich im Vergleich zum
Geschäftsbericht 2018 - abgesehen von der Anpassung an unterjährige Änderungen von
Standards der Rechnungslegung - nicht verändert. Besondere Ereignisse im BerichtszeitraumPortfolioveränderungen & Asset DealsDie Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, erwarb mit Wirkung zum 1. Februar
2019 eine 50%ige Beteiligung an der Sentient IP AB, Göteborg/Schweden sowie eine 100%ige
Beteiligung an der Sentient Heavy Vehicles AB, Göteborg/Schweden von der Sentient
AB, Göteborg/Schweden. Der Gesamtkaufpreis wurde zum Transaktionszeitpunkt auf €4,8
Mio. geschätzt und bezahlt. Auf Basis dieser strategischen Investition kann Knorr-Bremse
nunmehr die Weiterentwicklung der von Sentient AB eingebrachten Software und IP-Rechte
im Lenkungsgeschäft umsetzen. Mit Wirkung zum 14. März 2019 erwarb Knorr-Bremse im Rahmen einer strategischen Investition
Anteile an dem israelischen Start-up-Unternehmen RailVision, Ra'anana/Israel für einen
Kaufpreis von € 4,5 Mio. Die Stimmrechtsanteile zum 30. Juni 2019 betragen 21,3%.
RailVision entwickelt auf Video- und Infrarottechnik basierende Systeme zur Hinderniserkennung,
die eine bedeutende Technologie zur Realisierung von automatisierten Fahrfunktionen
für Schienenfahrzeuge sind. Knorr-Bremse geht damit den nächsten Schritt in Richtung
Systemlösungen für das automatisierte Fahren auf der Schiene. Die US-amerikanische Knorr-Bremse-Tochter New York Air Brake LLC (NYAB) übernahm mit
Wirkung zum 15. März 2019 das Geschäft der Snyder Equipment Company, Inc., mit Sitz
in Nixa, Missouri/USA für einen Kaufpreis von € 16,2 Mio. Das Unternehmen ist ein
branchenführender Hersteller von Betankungsanlagen und Serviceausrüstung für Lokomotiven
und zudem bekannt für die industrielle Aufarbeitung (Remanufacturing) von Lokkomponenten. Zum 29. März 2019 übernahm die Knorr-Bremse Asia Pacific (Holding), Ltd. die Hitachi
Automotive Systems, Ltd./Japan zu einem Kaufpreis von € 164,8 Mio. sowie die Vermögenswerte
der Hitachi Automotive Systems Asia, Ltd./Thailand zu einem Kaufpreis von € 9,6 Mio.
Mit dieser Akquisition erweitert Knorr-Bremse sein Portfolio an Lenksystemen sowie
an Systemlösungen im Bereich Fahrerassistenz und hochautomatisiertes Fahren. Darüber
hinaus schafft der Konzern einen verbesserten Zugang zum japanischen und südostasiatischen
Markt. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von € 64,7 Mio. resultiert vor allem
aus dem künftigen Entwicklungspotential der bestehenden Technologien, der erwarteten
Verbreiterung der Produkt- und Kundenbasis sowie dem Knowhow der Belegschaft. Hitachi
Automotive Systems trug per erstes Halbjahr 2019 Umsatzerlöse in Höhe von €21,3 Mio.
und ein Ergebnis vor Steuern von €-0,7 Mio. zum Konzernergebnis bei. Mit Wirkung zum 11. April 2019 unterzeichnete Knorr-Bremse eine Vereinbarung über
den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung von 32 % an der Railnova SA/Belgien. Railnova
ist ein führender Anbieter von Telematiklösungen und Instandhaltungs-Workflow-Software
für die Bahnindustrie. Mit dieser Investition bekräftigt Knorr-Bremse seine Strategie
zur Digitalisierung und datenbasierten Geschäftslösungen für Anwendungen in der Bahnindustrie. RestrukturierungAm 22. Mai 2019 beschloss der Vorstand der Knorr-Bremse AG die Produktion von Lenkungssystemen
der Knorr-Bremse Steering Systems GmbH am Standort Wülfrath bis zum Ablauf des Jahres
2020 einzustellen. Der Beschluss erfolgte auf Basis einer eingehenden Analyse verschiedener
Szenarien und unter Berücksichtigung der jüngsten Akquisitionen im Nutzfahrzeug-Lenkungsgeschäft.
Ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Entscheidungsfindung war ein früher als angenommen
auslaufender Großauftrag für Pkw-Lenksysteme. Es ist geplant, die aufgebaute Kompetenz
von KB Steering in einem Engineeringzentrum zu erhalten. Die bis zum 1. Halbjahr bilanzierten
Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von €26,8 Mio. (EBIT) betreffen im Wesentlichen
Abfindungen in Höhe von € 16,4 Mio. sowie Wertminderungen in Höhe von € 10,4 Mio.
Das operative EBITDA und EBIT, auf welches sich die Prognose des Konzerns für das
Geschäftsjahr 2019 bezieht, ist von dieser Maßnahme nicht betroffen. Am 31. Juli 2019
wurde die Einigungsstelle zur Schlichtung angerufen, um die Gespräche zwischen Unternehmensführung
und Arbeitnehmervertretern zum Interessensausgleich und Sozialplan zu einem konstruktiven
Ergebnis zu führen. RechtsstreitigkeitenDie laufenden Rechtsfälle des Knorr-Bremse Konzern wurden auf Seite 164 des Geschäftsberichts
2018 dargestellt. Sowohl zum Schiedsverfahren mit der Robert Bosch GmbH, zu dem Ermittlungsverfahren
gegen die Microelettrica Scientifica S.P.A., als auch zum Verwaltungsverfahren in
Brasilien gegen Knorr-Bremse Sistemas para Veículos Comerciais Brasil Ltda. ergaben
sich zum 30.6.2019 keine Änderungen. Untersuchungen U.S. Department of JusticeAm 3. April 2018 hatte das U.S. Department of Justice, Antitrust Division (im Folgenden:
DOJ) bekannt gegeben, dass es mit der Knorr-Bremse AG und der Westinghouse Air Brake
Technologies Corporation (Wabtec) eine Einigung hinsichtlich des Vorwurfs nicht gesetzeskonformer
Vereinbarungen, Mitarbeiter nicht abzuwerben, erzielt hatte. In Folge der Einigung mit dem DOJ hatten mehrere Angestellte Sammelklagen gegen die
Knorr-Bremse AG, Wabtec sowie einzelne ihrer Tochterunternehmen eingereicht. Ziel
der Sammelklagen war es, Schadenersatz zur Kompensation der Angestellten für verminderte
Bezahlung - aufgrund der angeblichen Vereinbarung zwischen den oben genannten Beteiligten,
Mitarbeiter nicht abzuwerben - zu erlangen. Die Knorr-Bremse AG konnte diesen Rechtsstreit
zwischenzeitlich durch Vergleich beilegen. Die Vergleichsvereinbarung steht noch unter
den in den USA üblichen Vorbehalten, einschließlich der Bestätigung des Vergleichs
durch das zuständige Gericht in den USA. Zum 30. Juni 2019 wurden für Zahlungen aus dem Vergleich sowie restliche Kosten Rückstellungen
gebildet. Die im Jahr 2016 vom US-Justizministerium unter anderem gegenüber den US-Gesellschaften
Knorr Brake Company, Westminster, Maryland/USA und New York Air Brake LLC, Watertown,
New York/USA eingeleitete nicht-öffentliche Untersuchung wurde ohne Verhängung von
Sanktionen oder Auflagen im Mai 2019 eingestellt. DividendenzahlungDie Hauptversammlung der Knorr-Bremse AG beschloss am 18. Juni 2019, eine Dividende
in Höhe von €1,75 je dividendenberechtigter Aktie (161.200.000 Aktien) auszuschütten.
Die Ausschüttungssumme beträgt damit €282,1 Mio. und somit 45 % des Konzernjahresüberschusses.
Hierin zeigt sich auch unsere schon lange praktizierte Strategie, ausreichend Mittel
im Unternehmen zu halten, um auch zukünftig wichtige Investitionen tätigen zu können. Führungswechsel im VorstandDer Vorsitzende des Vorstands und ressortverantwortliche Arbeitsdirektor i. S. v.
§ 33 MitbestG der Knorr-Bremse AG, Klaus Deller, schied im gegenseitigen Einvernehmen
zum 30. April 2019 aus dem Unternehmen aus. Der Aufsichtsrat steht uneingeschränkt
hinter der erfolgreichen Unternehmensstrategie der Knorr-Bremse AG. Grund für das
Ausscheiden von Klaus Deller waren unterschiedliche Auffassungen von Führung und Zusammenarbeit.
Der Aufsichtsrat hat die Suche nach einem Nachfolger bereits eingeleitet. In der Übergangszeit
werden die Vorstandsmitglieder Ralph Heuwing, Dr. Peter Laier und Dr. Jürgen Wilder
die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden gemeinschaftlich wahrnehmen. Angaben zu nahestehenden ParteienAls nahestehende Personen oder Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten natürliche Personen
oder Unternehmen, die von der Knorr-Bremse AG beeinflusst werden können, die einen
Einfluss auf die Knorr-Bremse AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer
anderen nahestehenden Partei der Knorr-Bremse AG stehen. Transaktionen mit nahestehenden
Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Wesentliche Veränderungen
gegenüber den im Konzernabschluss 2018 offen gelegten Informationen ergaben sich mit
Ausnahme des oben genannten Führungswechsels im Vorstand nicht. Weitere Angaben finden
Sie im Anhang unter Punkt 12. SonstigesKnorr-Bremse führte ab dem 1. Januar 2019 Hedge Accounting ein, um periodische Schwankungen
aus der Fair-Value-Bewertung von Derivaten zur Absicherung von Zahlungsströmen in
der Gewinn- und Verlustrechnung zu vermeiden. Damit erfolgt eine adäquate bilanzielle
Abbildung der gegenläufigen Wirkung der Sicherungsbeziehungen. Der Konzern stellt
sicher, dass das Hedge Accounting im Einklang mit den Risikomanagementzielen und -strategien
steht und einen qualitativ hochwertigen und vorausschauenden Ansatz zur Beurteilung
der Wirksamkeit von Sicherungsbeziehungen verfolgen. Der Knorr-Bremse Konzern nutzt
Devisenterminkontrakte. Der effektive Teil der Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten
wird als separater Bestandteil des Eigenkapitals in einer Cashflow-Hedge-Rücklage
erfasst. Weitere Angaben finden Sie im Anhang unter Punkt 8. IFRS 16 "Leasingverhältnisse"Die Knorr-Bremse AG wendet zum 1. Januar 2019 erstmals den neuen IFRS 16 "Leasingverhältnisse"
unter Inanspruchnahme des modifiziert retrospektiven Ansatzes an. Die Vergleichsinformationen
für das Geschäftsjahr 2018 wurden im Geschäftsjahr 2019 gemäß IFRS 16.C7 nicht angepasst. Von der Erstanwendung sind im Knorr-Bremse Konzern im Wesentlichen die bislang als
Operating Leasing klassifizierten Leasingverträge betroffen, insbesondere Verträge
folgender Kategorien: Immobilien, Fahrzeuge, Gabelstapler, technische Anlagen und
Maschinen. Unter Inanspruchnahme der Erleichterungsvorschrift des IFRS 16.C3(b) wendet
der Knorr-Bremse Konzern den Standard nicht auf Verträge an, die zuvor gemäß IAS 17
und IFRIC 4 nicht als Leasingverhältnisse eingestuft wurden. Im Gegensatz zu der vorherigen Vorgehensweise, bei der Aufwendungen für operative
Leasingverhältnisse vollständig im operativen Ergebnis gezeigt wurden, wird nach IFRS
16 nur noch die planmäßige Abschreibung des Nutzungsrechts dem operativen Ergebnis
zugerechnet. Die Zinsaufwendungen aufgrund der Leasingverbindlichkeit werden im Finanzergebnis
ausgewiesen. Hierdurch verbessert sich das EBITDA um € 25,2 Mio. und das EBIT um €
3,3 Mio. Für weitere Ausführungen wird auf den Anhang Kapital 2. "Vom IASB herausgegebene und
erstmalig angewende<te Rechnungslegungsvorschriften". ErtragslageKONZERNKENNZAHLEN
Der Auftragseingang im Konzern lag im ersten Halbjahr 2019 mit €3.581,2 Mio. (Vorjahr:
€ 3.517,0 Mio.) um 1,8 % über dem Niveau des Vorjahres. Wenngleich sich die Nachfragedynamik
etwas abkühlte, konnten in beiden Segmenten leichte Zuwächse verzeichnet werden. Dies
führte zu einem Auftragsbestand zum 30.06.2019 in Höhe von € 4.542,3 Mio. (Vorjahr:
€ 4.371,8 Mio.) und einer rechnerischen Auftragsreichweite von 7,8 (Vorjahr: 7,9)
Monaten. Die Book-to-Bill-Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingang zum Umsatz,
belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf 0,99 (Vorjahr 1,06). Der Konzernumsatz stieg im Berichtsjahr um 8,4% auf € 3.601,5 Mio. (Vorjahr: €3.322,2
Mio.). Währungsbereinigt zu Kursen 2018 betrug der Umsatzzuwachs 6,1 %. Die seit 30.06.2018
durchgeführten Akquisitionen trugen im ersten Halbjahr 2019 € 25,6 Mio. bei. Beide Divisionen trugen zu dem dynamischen Umsatzwachstum bei. Die Division Systeme
für Schienenfahrzeuge steigerte den Umsatz um 7,6% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge konnte ein besonders deutliches Wachstum um
9,5% verzeichnen. Das Wachstum wurde überwiegend organisch und in allen Regionen der
Geschäftstätigkeit des Konzerns erzielt. In Folge eines starken OE-Wachstums, aber auch durch die Veräußerung von Unternehmensteilen,
reduzierte sich der Nachmarkt-Anteil am Gesamtumsatz von 33 % auf 32 % (Aufteilung
nach Management Reporting). In der Region Europa/Afrika stieg der Umsatz um 2,4% auf € 1.691,9 Mio. (Vorjahr:
€ 1.652,6 Mio.), was einem Anteil von 47% (Vorjahr: 50%) entspricht. Die Region Nordamerika
wuchs in einem dynamischen Marktumfeld (v.a. im Nutzfahrzeugbereich) um 23,5 % auf
€841,2 Mio. (Vorjahr: €681,2 Mio.). Damit erreichte diese Region 23% (Vorjahr: 20%)
des Konzernumsatzes. In der Region Südamerika stieg der Umsatz um 6,6% auf €55,2 Mio.
(Vorjahr: €51,8 Mio.), was einem Anteil von 2% (Vorjahr: 2%) entspricht. In Asien/Pazifik
stieg der Umsatz um 8,2% auf € 1.013,2 Mio. (Vorjahr: € 936,6 Mio.), was nun 28 %
des Konzernumsatzes (Vorjahr: 28 %) darstellt. KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH SITZ DER KONZERNGESELLSCHAFT
Der Materialaufwand betrug € 1.799,6 Mio. (Vorjahr: € 1.680,4 Mio.), gegenüber dem
Vorjahr stieg dieser um 7,1 % und damit moderat schwächer als der Umsatz. Die Materialaufwandsquote
liegt im Wesentlichen bedingt durch Effizienzmaßnahmen und Mixverbesserungen bei 50,0%
und damit leicht unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 50,6%). Der Personalaufwand stieg
um 7,9% auf €805,3 Mio. (Vorjahr: €746,5 Mio.). Die Personalaufwandsquote lag mit
22,4% vom Umsatz auf Vorjahresniveau (22,5%). Die Summe aus den sonstigen betrieblichen
Erträgen und Aufwendungen sank um 1,2%, vor allem in Folge der Erstanwendung von IFRS
16 auf € 357,9 Mio. (Vorjahr: € 362,2 Mio.). F&E-KENNZAHLEN
Im ersten Halbjahr 2019 investierte Knorr-Bremse €202,1 Mio. (5,6% des Umsatzes) in
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Davon entfielen €106,7 Mio. oder 5,7% des
entsprechenden Umsatzes auf die Division Systeme für Schienenfahrzeuge und €95,4 Mio.
bzw. 5,5 % des entsprechenden Umsatzes auf die Division Systeme für Nutzfahrzeuge. Das EBITDA im ersten Halbjahr 2019 belief sich auf €669,0 Mio. (Vorjahr: €582,2 Mio.)
und lag damit um 14,9 % über dem Vorjahr. Die EBITDA-Marge lag bei 18,6 % (Vorjahr:
17,5 %). Der Effekt aus der Anwendung des IFRS 16 betrug im ersten Halbjahr 2019 €
25,2 Mio. Die operative EBITDA-Marge, bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath
(€ 16,4 Mio.) belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf 19,0 %. Demgegenüber stand eine
operative EBITDA-Marge im ersten Halbjahr 2018 von 18,0 %, welche um Sonderaufwendungen
sowie letztmalig angefallene operative Verluste von in Summe € 8,0 Mio. sowie Umsatzerlöse
von € 44,7 Mio. aus den in 2018 getätigten Veräußerungen bereinigt wurde. Das EBIT stieg im ersten Halbjahr um 12,9 % auf €533,2 Mio. (Vorjahr: €472,3 Mio.).
Hierin enthalten war ein positiver Effekt aus der Anwendung des IFRS 16 in Höhe von
€3,3 Mio., gegenläufig jedoch die oben genannte Sonderbelastung Wülfrath. Die EBIT-Marge
betrug 14,8 % und lag damit um 0,6-%Punkte über dem Vorjahr (14,2 %). Die operative
EBIT-Marge, bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath (€ 26,8 Mio.),
betrug im ersten Halbjahr 15,6 %. Im ersten Halbjahr 2018 war, bereinigt um Sonderaufwendungen
und operative Verluste der Veräußerungen in Summe von €29,8 Mio. sowie von €44,7 Mio.
Umsatzerlösen, eine operative Marge von 15,3 % erzielt worden. Das negative Finanzergebnis verbesserte sich im ersten Halbjahr 2019 um €20,7 Mio.
auf €21,1 Mio. (Vorjahr: €41,8 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf die Einführung
des Hedge Accountings sowie auf die geringeren unrealisierten Effekte aus der Stichtagsbewertung
derivativer Finanzinstrumente zurückzuführen. Aufgrund des höheren Vorsteuerergebnisses erhöhte sich der Steueraufwand im ersten
Halbjahr 2019 um 20,2 % auf € 148,5 Mio. (Vorjahr: € 123,5 Mio.). Die Steuerquote
lag mit 29,0 % über dem Vorjahresniveau (28,7 %), insbesondere aufgrund von erhöhten
nicht nutzbaren steuerlichen Verlusten. Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von €363,7 Mio. wuchs absolut um 18,5 % gegenüber
dem Vorjahr (Vorjahr: €307,0 Mio.). Die Umsatzrendite nach Steuern liegt mit 10,1
% um knapp 1 Prozentpunkt über Vorjahresniveau (Vorjahr: 9,2%). Nach Abzug der nicht
beherrschenden Anteile stieg das Ergebnis je Aktie auf € 2,13 (Vorjahr: € 1,76). MITARBEITER (30.06.)
MITARBEITER (30.06. NACH SITZ DER KONZERNGESELLSCHAFT)
Der Knorr-Bremse Konzern beschäftigte zum 30.06.2019 insgesamt 29.812 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, 1,7 % mehr als im Vorjahr (Vorjahr: 29.326; inklusive Personalleasing).
Die Angaben beziehen sich auf Vollbeschäftigten-Einheiten (FTE). Ohne Personalleasing
waren 26.817 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 26.014). Der Anstieg
gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum war im Wesentlichen durch das Umsatzwachstum
sowie die Akquisitionen bedingt und resultierte vor allem aus den Regionen Asien und
Nordamerika. Insgesamt waren zum Stichtag 30.06.2019 16.558 (Vorjahr: 16.674) Mitarbeiter in der
Division Systeme für Schienenfahrzeuge tätig, 12.562 (Vorjahr: 12.025) in der Division
Systeme für Nutzfahrzeuge. Division Systeme für SchienenfahrzeugeDer Auftragseingang in der Division Systeme für Schienenfahrzeuge erhöhte sich gegenüber
dem Vorjahr um 1,9% von €1.888,8 Mio. auf €1.924,7 Mio. Bereinigt um die in 2018 getätigten
Veräußerungen lag das Plus bei 5,2 %. Der Auftragsbestand lag zum 30.06.2019 bei €
3.261,1 Mio. (Vorjahr: €3.020,9 Mio.). Der Anstieg war im Wesentlichen auf eine hohe
Nachfrage in Asien vor allem im Servicegeschäft zurückzuführen. Diese konnten temporär
rückläufige Auftragseingänge in der Region Europa mehr als kompensieren. KENNZAHLEN DIVISION SYSTEME FÜR SCHIENENFAHRZEUGE
Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge steigerte den Umsatz um 7,6% (währungsbereinigt
6,1 %) bzw. bereinigt um die Veräußerungen im Vorjahr um 10,4 % (währungsbereinigt
8,9 %) auf € 1.876,0 Mio. (Vorjahr: € 1.744,2 Mio.). Dabei entfielen rund 60 % (Vorjahr:
60 %) des Umsatzes auf das OE-Geschäft. Der Nachmarktanteil (RailServices) liegt damit
bei 40 % (Vorjahr: 40 %) der Umsatzerlöse (Aufteilung nach Management-Reporting).
Bereinigt um die Veräußerungen im Vorjahr lag der Nachmarktanteil im ersten Halbjahr
2018 bei 39 %. Das RailServices-Geschäft wuchs, bereinigt um die Veräußerungen, im
ersten Halbjahr um 13,7 %. Neben Zuwächsen im Servicegeschäft in Europa und Asien,
(vor allem in China und Indien) konnten auch die OE-Umsätze in Europa (vor allem Regional
& Commuter sowie Metros) sowie in Nordamerika (Lokomotiven, Freight Cars) zulegen. Die F&E-Kosten beliefen sich im ersten Halbjahr auf €106,7 Mio. und erhöhten sich
damit nur leicht gegenüber Vorjahr (€ 105,8 Mio.). Damit ergab sich eine zum Vorjahr
leicht rückläufige F&E-Quote von 5,7% (Vorjahr: 6,1 %). Die Entwicklungsaktivitäten
konzentrierten sich auf Lösungen zur Erhöhung der Verfügbarkeit und zum effizienteren
Betrieb der Fahrzeuge, um die Lebenszykluskosten von Fahrzeugen zu optimieren. Vor
allem der automatisierte Zugbetrieb, das Eco-Design und die Digitalisierung von Produkten
standen dabei im Mittelpunkt. Das EBITDA lag mit €417,0 Mio. um 29,4% über dem Vorjahreswert (Vorjahr: €322,2 Mio.)
und entsprach einer EBITDA-Marge von 22,2% (Vorjahr: 18,5%). Bereinigt um die Umsätze
und Verluste aus den in 2018 veräußerten Geschäften war im ersten Halbjahr 2018 eine
operative EBITDA-Marge von 19,4 % erzielt worden. Der in 2019 enthaltene Effekt aus
der Anwendung von IFRS 16 belief sich auf € 13,8 Mio. Der Anstieg des EBITDA gegenüber
Vorjahr war dabei neben Volumeneffekten auch auf positive Mixeffekte infolge eines
wachsenden, margenstarken Nachmarktumsatzes zurückzuführen. Die Investitionen der Division Systeme für Schienenfahrzeuge betrugen €57,5 Mio. in
2019 (Vorjahr: €39,8 Mio.) und flossen sowohl in laufende Standortprojekte in München
als auch in Ersatz- und Erweiterungsprojekte für Produktionsanlagen und deren Effizienzverbesserung.
Die Abschreibungen lagen mit € 57,7 Mio. moderat unter dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr:
€62,5 Mio.), welches von den Veräußerungen geprägt war. Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge beschäftigte zum 30.06.2019 16.558 Mitarbeiter
(30.06.2018: 16.674 Mitarbeiter inkl. Personalleasing). Die gesunkene Mitarbeiteranzahl
gegenüber dem Vorjahr ist unter anderem auf die Veräußerungen zurückzuführen. Division Systeme für NutzfahrzeugeDie Division Systeme für Nutzfahrzeuge konnte im ersten Halbjahr 2019 den Auftragseingang
um 1,8% auf € 1.658,5 Mio. (Vorjahr: € 1.628,5 Mio.) steigern. Währungs- und akquisitionsbereinigt
ergab sich allerdings ein Rückgang von -2,2 %. Die beginnende rückläufige Nachfragedynamik
im OE-Geschäft relativ zum Umsatz spiegelte sich auch im Auftragsbestand wider, welcher
zum 30.06.2019 um 5,2 % auf € 1.295,6 Mio. (Vorjahr: € 1.367,3 Mio.) sank. KENNZAHLEN DIVISION SYSTEME FÜR NUTZFAHRZEUGE
Der Umsatz wuchs um 9,5% auf € 1.726,7 Mio. (Vorjahr: € 1.577,3 Mio.). Währungsbereinigt
lag das Umsatzplus bei 6,3 %. Dies war auf Zuwächse in den Regionen Nord- und Südamerika
sowie Asien zurückzuführen, wohingegen Europa einen moderaten Rückgang verzeichnete.
Dieser war vor allem auf das Nachmarkt-Geschäft zurückzuführen, welches von einem
Abbau von Lagerbeständen bei OE-Kunden und unabhängigen Werkstätten geprägt war. Der
Anstieg in den Regionen Nord- und Südamerika war auf eine deutlich gestiegene Truck
Production Rate zurückzuführen. Im asiatischen Markt konnte trotz moderat rückläufiger
Truck Production Rate über gesteigerte Einbauraten (Content per Vehicle), Marktanteilsgewinne
sowie den Umsatzbeitrag der Akquisition Hitachi Automotive (€21,3 Mio.), ein Umsatzwachstum
realisiert werden. Mit 78% Anteil am Gesamtumsatz des Segments legte der Bereich OE-Kunden
um 3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (75 %) zu. Dies führte zu einem rückläufigen
Nachmarktanteil (Aufteilung nach Management-Reporting) am Gesamtumsatz von 22 % (Vorjahr:
25 %). Die F&E-Kosten der Division stiegen im ersten Halbjahr 2019 auf € 95,4 Mio. (Vorjahr:
€ 84,0 Mio.), unter anderem aufgrund fortgesetzter Entwicklungsaktivitäten im Bereich
ADAS/HAD. Die hieraus resultierende F&E-Quote stieg ebenfalls leicht von 5,3 % im
ersten Halbjahr 2018 auf 5,5 % im ersten Halbjahr 2019. Die F&E-Aktivitäten konzentrierten
sich auf die Megatrends Verkehrssicherheit, Automatisiertes Fahren, Emissionsreduktion
und E-Mobilität sowie Konnektivität. Auf der Messe transport logistic in München im
Juni 2019 stellten Knorr-Bremse TruckServices und das Intel-Unternehmen Mobileye einen
nachrüstbaren Abbiegeassistenten mit integrierten Fahrerassistenzsystemen für schwere
Nutzfahrzeuge wie Spurhalteassistent, Abstandsüberwachung und -warnung sowie vorausschauende
Kollisionswarnung vor. Der Abbiegeassistent, der den Fahrer unter anderem beim Rechtsabbiegen auf Verkehrsteilnehmer
im toten Winkel aufmerksam macht, arbeitet auf optischer Basis mit Kameras (Vision
Sensor) und intelligenter Echtzeit-Datenberechnung. Das EBITDA der Division Systeme für Nutzfahrzeuge stieg um 1,7% auf €264,2 Mio. (Vorjahr:
€259,6 Mio.). Die EBITDA-Marge lag mit 15,3 % um 1,2 Prozentpunkte unter der des Vorjahres
(16,5 %). Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath in Höhe von € 16,4
Mio. lag die operative EBITDA-Marge mit 16,3 % allerdings nur leicht unter Vorjahr
(16,5 %). Im ersten Halbjahr 2019 belief sich dabei der positive Effekt aus der Anwendung
von IFRS 16 im EBITDA auf €10,6 Mio. Die Investitionen der Division Systeme für Nutzfahrzeuge erhöhten sich im ersten Halbjahr
2019 gegenüber dem Vorjahr um €10,6 Mio. auf €61,1 Mio. (Vorjahr: €50,5 Mio.). Wesentliche
Investitionen flossen wie im Vorjahr in die weltweite Bereitstellung von Lieferantenwerkzeugen.
Darüber hinaus investierten wir in den Ausbau von Fertigungskapazitäten am nordamerikanischen
Standort Huntington und nahmen Ersatzinvestitionen vor. Die Abschreibungen der Division
Systeme für Nutzfahrzeuge lagen, bedingt durch eine erhöhte Investitionstätigkeit,
die Sonderabschreibungen für die geplante Werksschließung Wülfrath sowie die Umstellung
auf IFRS 16, bei € 69,5 Mio. und damit um € 28,6 Mio. höher als im Vorjahr (€ 40,9
Mio.). Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge beschäftigte zum 30.06.2019 12.562 Mitarbeiter
(Vorjahr: 12.025) und damit 537 Mitarbeiter bzw. 4,5% mehr als zum 30.06.2018. Dies
ist neben dem umsatzbedingten Aufbau vor allem auf die Akquisition Hitachi Automotive
mit 395 Mitarbeitern zurückzuführen. FinanzlageFinanzierungsstruktur des Knorr-Bremse KonzernsDas Finanz- und Liquiditätsmanagement sowie die Finanzierungsstruktur des Knorr-Bremse
Konzerns sind auf den Seiten 71 ff. des Geschäftsberichts 2018 beschrieben. Zum 30.06.2019
haben sich diesbezüglich, mit Ausnahme der Einführung des Hedge Accounting, keine
wesentlichen Änderungen ergeben. FINANZVERBINDLICHKEITEN
VERKÜRZTE CASHFLOW RECHNUNG
Cashflow aus laufender GeschäftstätigkeitDer Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im ersten Halbjahr 2019 gegenüber
dem Vorjahr deutlich um € 61,4 Mio. oder 24,6 % auf € 310,5 Mio. an. Ausgehend von
einem Anstieg des Periodenergebnisses um €56,7 Mio. oder 18,5 % auf €363,7 Mio. erhöhte
sich das Net Working Capital vor allem umsatzbedingt um € 127,5 Mio. oder 12,6% auf
€ 1.142,5 Mio. (Vorjahr: € 1.015,0 Mio.). Damit stieg die Bindungsdauer in Umsatztagen
temporär um 2,1 Tage auf 57,1 Tage (Vorjahr: 55,0 Tage). Demgegenüber wirkten sich
neben höheren Abschreibungen auch gestiegene Rückstellungen, unteren anderem infolge
der Restrukturierung Wülfrath, positiv auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
aus. Cashflow aus InvestitionstätigkeitIn den ersten 6 Monaten 2019 stieg der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit um
€ 240,2 Mio. auf €322,2 Mio. Dies resultierte insbesondere aus dem Erwerb der konsolidierten
Gesellschaften Hitachi Automotive Systems Ltd. Japan (€ 163,4 Mio.) und Sentient IP
AB (inkl. der Sentient Heavy Vehicles AB), Göteborg, Schweden (€4,8 Mio.) sowie aus
dem Erwerb von Vermögenswerten der Snyder Equipment Company (€16,4 Mio.) sowie der
Hitachi Automotive Systems Asia, Ltd., Thailand (€ 9,6 Mio.). Weiterhin ergaben sich
Mittelabflüsse aus dem Erwerb der Beteiligungen an RailVision, Ra'anana, Israel (€5,2
Mio.) sowie RailNova (€7,0 Mio.). Ferner stiegen die Auszahlungen für Investitionen
in immaterielle Vermögensgegenstände um € 18,1 Mio. auf € 45,1 Mio. sowie in Sachanlagevermögen
um €15,4 Mio. auf €87,3 Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Cashflow aus der FinanzierungstätigkeitIm ersten Halbjahr 2019 ergab sich ein Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in
Höhe von €304,0 Mio., was einen Anstieg um €2,9 Mio. zum Vorjahr bedeutete. Der Mittelabfluss
in 2019 resultierte überwiegend aus Dividendenzahlungen in Höhe von insgesamt € 287,9
Mio. (Vorjahr: €855,2 Mio.), denen insbesondere um €706,5 Mio. gesunkene Zuflüsse
aus Finanzierungen im Vergleich zum Vorjahr gegenüberstanden (im Vorjahr wurde eine
festverzinsliche Anleihe in Höhe von €750 Mio. emittiert mit einem Mittelzufluss in
Höhe von €744,4 Mio.). Weiterhin betreffen €21,2 Mio. der Mittelabflüsse aus Leasingverbindlichkeiten,
Verbindlichkeiten, die im Wesentlichen durch die Umstellung auf IFRS 16 im Cashflow
aus der Finanzierungstätigkeit und im Vorjahr noch im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
ausgewiesen wurden. Zudem belaufen sich die Netto-Auszahlungen aus Factoring im Berichtszeitraum
auf €11,3 Mio. Ein Rückkauf eigener Anteile, wie im Vorjahreszeitraum (€ 130,6 Mio.),
fand im ersten Halbjahr 2019 nicht statt. Free CashflowDer Free Cashflow belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf € 178,1 Mio. und lag damit
um € 27,9 Mio. oder 18,6 % über dem Vorjahresniveau (€ 150,2 Mio.). Den gestiegenen
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stand
dabei ein noch stärker gestiegener Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber. LiquiditätDer moderate Rückgang des Finanzmittelfonds zum 30.06.2019 auf € 1.409,7 Mio. (30.06.2018:
€1.469,4 Mio.) setzte sich im Wesentlichen aus dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit
(€-322,2 Mio.), dem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (€-304,0 Mio.) sowie
dem positiven Saldo aus dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (€+310,5
Mio.) zusammen. Die Nettoverschuldung stieg vor allem durch die Erstanwendung von
IFRS 16 von €8,2 Mio. per 30.06.2018 auf € 364,6 Mio. per 30.06.2019 an. FINANZMITTELFONDS (30.06.)
Das Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital betrug zum Ende des ersten Halbjahrs
22,1 % (Vorjahr: 0,6%). Dies war im Wesentlichen auf die im Jahr 2019 ausgeschüttete
Dividende sowie Kaufpreiszahlungen für die genannten Akquisitionen und Beteiligungen
zurückzuführen. Der Konzern verfügt über zugesagte Kreditlinien in Höhe von €2.111,2
Mio. (davon €100 Mio. Darlehen bei der Europäischen Investitionsbank und €150 Mio.
Mittelfristlinien), wovon zum ersten Halbjahr 2019 € 1.307,1 Mio. nicht genutzt waren.
Die Zinsen aus den Verbindlichkeiten sind entsprechend der Fälligkeit markt- und bonitätsüblich. Zum 30.06.2019 betrug der nicht abgezinste maximale Haftungsbetrag für Kreditgarantien/-bürgschaften
und Vertragserfüllungsgarantien/-bürgschaften für Leistungen Dritter insgesamt €22,8
Mio. (31.12.2018: €18,7 Mio.). Darüber hinaus bestanden noch weitere finanzielle Verpflichtungen,
wie Miet- und Leasingverpflichtungen (€ 20,8 Mio.), Investitionsprojekte (€49,8 Mio.),
Verpflichtungen wegen Großreparaturen und Wartungsarbeiten (€8,1 Mio.) und sonstige
Verpflichtungen (€ 101,7 Mio.). Aufgrund unserer Fähigkeit, Mittelzuflüsse aus betrieblicher Geschäftstätigkeit zu
generieren, unseren liquiden Mitteln, nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien und
den bestehenden Kreditratings sind wir der Überzeugung, dass wir über ausreichende
Flexibilität verfügen, um unseren Liquiditätsbedarf zu decken. RatingSeit dem Jahr 2000 bewerten zwei externe Ratingagenturen, Standard & Poor's und Moody's,
die wirtschaftliche Situation der Knorr-Bremse Gruppe. Die Ratings waren von Beginn
an im Investment Grade angesiedelt und konnten über die Jahre kontinuierlich verbessert
werden. Im August 2019 bestätigte S&P die Bewertung des Knorr-Bremse Konzerns aus
dem Jahr 2016 mit der Ratingkategorie "A" und dem Outlook "stable". Mit dem Ratingreview
veränderte S&P die Industrieklassifizierung von vormals "Automobilzulieferer" auf
"Capital Goods Industrie". Die neue Kategorie bescheinigt eine erhöhte Stabilität,
sowie eine geringere Abhängigkeit von zyklischen Wirtschaftsverläufen aufgrund der
steigenden Umsatz- und Ergebnisbeiträge im Geschäft mit Schienenfahrzeugen. Moody's
bewertet die Knorr-Bremse Gruppe weiterhin mit "A2" und "Outlook stable" und führt
die Unternehmensgruppe bereits in der Kategorie "Capital Goods Industrie". Ein Update
der Credit Opinion wird turnusmäßig im November 2019 erwartet. Beide Ratingagenturen
würdigten damit die fortwährend stabile Ergebnisqualität, die Kontinuität der Managementleistung
sowie die Stärkung der Wettbewerbsposition, insbesondere durch hohe Investitionen
in Forschung und Entwicklung. Zudem betonten sie das substanzielle Wachstum der Knorr-Bremse
Gruppe durch Akquisitionen und Gründung von Joint Ventures. Vermögenslage und KapitalstrukturDie Bilanzsumme des Konzerns stieg um 8,5 % auf € 6.793,7 Mio. gegenüber dem 31.12.2018
(€6.262,2 Mio.), vor allem infolge der Bilanzverlängerung durch die Erstanwendung
des IFRS 16. Darüber hinaus trugen hierzu Akquisitionen, wie unter Portfolioveränderungen
und Asset Deals sowie Investitionen wie in der Berichterstattung der Divisionen beschrieben,
bei. BILANZKENNZAHLEN
Das Net Working Capital, definiert als Summe aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und vertraglichen Vermögenswerten, abzüglich Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Verbindlichkeiten, lag per 30.06.2019
bei €1.142,5 Mio. (31.12.2018: €861,9 Mio.). In Umsatztagen gemessen entspricht dies
einer Bindung von 57,1 Tagen (31.12.2018: 46,9 Tage). Die Eigenkapitalquote sank im Wesentlichen infolge der Dividendenausschüttung um 1,4
Prozentpunkte von 25,7 % per 31.12.2018 auf 24,3 %. EIGENKAPITAL
KURZ - UND LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Die Investitionspolitik der Knorr-Bremse wurde im ersten Halbjahr fortgesetzt. Wesentliche
Änderungen der Investitionen in Sachanlagen resultierten neben fortgeführten Investitionen
(inkl. laufender Bauprojekte, Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Produktionsanlagen
und -equipment) auch aus Effekten durch IFRS 16. Darüber hinaus stiegen die immateriellen
Vermögenswerte gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt, unter anderem infolge von Goodwill-Zugängen
im Rahmen der genannten Akquisitionen. RISIKO-, CHANCEN UND PROGNOSEBERICHTRisiko- und ChancenberichtIm Geschäftsbericht 2018 sind ab Seite 76 die spezifischen Risiken und Chancen sowie
das dazugehörige Risikomanagementsystem des Knorr-Bremse Konzerns ausführlich beschrieben,
welches in 2019 weiter unverändert blieb. Gegenüber dem Jahresende 2018 ergab sich eine Erhöhung des Risikoportfolios in der
Risikokategorie Recht & Regulatorisch von mittel auf hoch. Dies ist neben der zunehmenden
Unsicherheit und Wahrscheinlichkeit eines Hard Brexits, auch auf eine in der politischen
Diskussion stehende potentielle CO2-Steuer zurückzuführen. In den anderen Risikokategorien des Knorr-Bremse Konzerns
gab es gegenüber dem Jahresende 2018 keine wesentlichen Änderungen. Aus der sich abschwächenden Wirtschaftslage und damit einhergehenden rückläufigen
Nachfragedynamik können wachsende Risiken im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres
nicht ausgeschlossen werden, insbesondere im generell konjunktursensibleren Geschäft
der Division Systeme für Nutzfahrzeuge. Insgesamt ergab die Analyse des konzernweiten Risikoprofils im ersten Halbjahr 2019,
dass unsere Risiken begrenzt sind und keine erkennbaren Risiken bestehen, die den
Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. PrognoseberichtWeltkonjunkturDie Weltkonjunktur lies nach einer leichten Stabilisierung im zweiten Quartal 2019
in den letzten Wochen weiter nach. Zunächst unterbrach die Hoffnung auf nachlassende
Handelsspannungen den Abwärtstrend kurzfristig. Mit der erneuten Verschärfung des
Handelsstreits setzt sich die Abwärtstendenz des Wirtschaftsklimaindikators aktuell
jedoch wieder fort. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage und zukünftigen Entwicklung
gingen deutlich zurück. Die Intensivierung des Handelskonflikts trübt die Weltwirtschaft
erheblich ein. Entsprechend wurden die Erwartungen bereits von vielen Analysten nach
unten korrigiert und verschlechtern sich praktisch für alle Regionen. Noch im Juli erwarteten die Experten, dass die Verschlechterung der Weltwirtschaft
in der zweiten Jahreshälfte etwas verlangsamt und prognostizieren für das Jahr 2019
ein Gesamtwachstum der Weltwirtschaft um 3,2% - und damit ein um 0,4%-Punkte reduziertes
Wachstum - sowie 3,5% für das Jahr 2020. Die prognostizierte Wachstumserholung im
Jahr 2020 ging im Juli noch von einer Stabilisierung der derzeit angespannten Situation
in den Schwellenländern und aufstrebenden Volkswirtschaften, sowie von Fortschritten
bei der Lösung handelspolitischer Differenzen noch im Jahr 2019 aus. Diese Einschätzungen
aus der IWF-Ausgabe Juli sind jedoch aufgrund aktueller Ereignisse wohl nicht zu halten,
so dass wir eine Korrektur nach unten erwarten. Für den Euroraum rechnen die IMF-Experten mit einem BIP-Wachstum von 1,3% und demnach
mit einer um 0,6%-Punkten niedrigeren Wachstumsrate als im Jahr 2018. Der IWF-Prognose
zufolge wächst die deutsche Volkswirtschaft 2019 mit gerade einmal 0,7 % besonders
schwach, wobei die Prognose im Jahresverlauf weiter nach unten korrigiert werden könnte.
Der im August veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex gab ebenfalls deutlich nach.
Er rangiert auf dem niedrigsten Wert seit November 2012 und befeuert damit ebenfalls
eine drohende Rezession für Deutschland. Die Herausforderungen im Jahr 2018 - Abgasskandale
der Autoindustrie, leicht abgeschwächter Konsum, sowie die geringere globale Nachfrage
- setzen sich im Jahr 2019 fort, beeinflussen die Wirtschaftsentwicklung negativ und
könnten sie im Jahresverlauf weiter eintrüben. In den USA wird für das Jahr 2019 zunächst mit einem moderaten Wachstumsrückgang um
0,3%-Punkte auf 2,6% gerechnet. Diese Entwicklung spiegelt die unerwartet starke Leistung
des ersten Quartals wider. Im Verlauf des Jahres machen sich die Auswirkungen der
hohen Lagerbestände sowie die schwächelnde Inlandsnachfrage und Importe verstärkt
bemerkbar, teilweise bedingt durch die Anhebung von Importzöllen. Alle Zeichen deuten
darauf hin, dass sich die Dynamik im weiteren Jahresverlauf verlangsamen wird. Daher
prognostizieren die IWF-Experten für das Jahr 2020 nur noch ein Wirtschaftswachstum
von 1,9%. Auch China leidet aktuell unter den negativen Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten
und der nachlassenden Auslandsnachfrage. Chinas Wirtschaft steht bereits seit Anfang
des Jahres unter Druck, worauf stärkere Eingriffe durch die Regulierungsbehörden folgten.
Angesichts weiterer zu erwartenden politischen Impulse wird vom IWF für 2019 ein Wachstum
von 6,2% und für 2020 ein Wachstum von 6,0% prognostiziert. FinanzmärkteSeit Mitte Juni haben mehrere Zentralbanken aufgrund eines erhöhten Abwärtsrisikos
für das Wachstum und verhaltener Inflation eine Lockerung ihrer geldpolitischen Haltung
signalisiert. Die US-Notenbank hat die erwartete Absenkung des Leitzinses zunächst
verschoben, während die Europäische Zentralbankankündigte, die Leitzinsen bis mindestens
Mitte 2020 auf dem aktuellen Niveau zu halten. Andere Zentralbanken sind ebenfalls
zurückhaltender geworden oder haben eine vorsichtigere Einschätzung des Ausblicks
mitgeteilt. Globaler SchienenfahrzeugmarktDie Einschätzung der Entwicklung des globalen Schienenfahrzeugmarktes hat sich seit
der Betrachtung zum Jahresende im Geschäftsbericht 2018 nicht geändert. Längerfristig
betrachtet dürfte die steigende Nachfrage aus dem europäischen und asiatischen Schienenverkehr
einen wesentlichen Treiber darstellen, vor allem im Passagiergeschäft. Von einem sehr hohen Neubeschaffungsniveau der Vorjahre kommend wird sich der Markt
in Großbritannien in den nächsten Jahren voraussichtlich abschwächen, wird aber durch
andere Märkte in Europa wie Deutschland, Frankreich oder auch Russland kompensiert. Knorr-Bremse rechnet mit einer stabilen, leicht positiven Entwicklung im nordamerikanischen
Gesamtmarkt. Für den Passagiermarkt wird eine temporäre Abschwächung im Jahr 2019
erwartet, bedingt durch auslaufende Großprojekte. In den Folgejahren wird die Nachfrage
durch das Anlaufen neuer Großprojekte jedoch wieder steigen. Nordamerika erwartet
einen zyklischen Rückgang im Frachtmarkt, aber eine Zunahme im Passagiermarkt ab 2020. In Asien-/Pazifik wird mit einem moderaten Wachstum in der Neubeschaffung gerechnet.
China wird weiter der größte Beschaffungsmarkt bleiben. Der Nachmarkt in China wird
durch das weitere Flottenwachstum geprägt werden. Wachstumstreiber im Neugeschäft
ist Indien. Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen. Globale NutzfahrzeugproduktionGegenüber der Einschätzung der globalen Nutzfahrzeugproduktion vom Jahresende 2018
wurden die Erwartungen leicht nach unten korrigiert. Für das gesamte Jahr 2019 rechnet
Knorr-Bremse mit einem Rückgang der weltweiten Nutzfahrzeugproduktion um 7 %, vor
allem aufgrund der Abkühlung der Wirtschaft in Europa und des temporären Rückgangs
der Produktion in Asien. Dank der guten Wirtschaftslage in Nord- und Südamerika erwartet Knorr-Bremse dort
für das laufende Jahr 2019 eine Steigerung der Nutzfahrzeugproduktion um 6 % auf rund
584.000 Stück. In Westeuropa wird dagegen eine leichte Abkühlung der Wirtschaft erwartet. Aus diesem
Grund ist die Produktionsprognose für 2019 bei 500.000 Stück (um 3% geringer als 2018).
Die Wirtschaftslage und die Nutzfahrzeugproduktion in Russland sollte gegenüber 2018
stabil bleiben. Daher wird mit einer leichten Steigerung der Nutzfahrzeugproduktion
um 2 % auf rund 70.000 Stück gerechnet. Nach dem Boom der letzten beiden Jahre in Asien (vor allem in China und Indien) erwartet
Knorr-Bremse für 2019 eine deutliche Abkühlung der Produktionsraten. Konkret wird
mit einem Rückgang um 11 % gegenüber 2018 gerechnet. Die Marktangaben beziehen sich auf die Lkw-Produktionsraten der jeweiligen Regionen,
die von verschiedenen Organisationen veröffentlicht werden. Umsatz und ProfitabilitätDer Ausblick auf das Gesamtjahr 2019 wird nach dem erfreulichen ersten Halbjahr bestätigt. AUSBLICK KONZERN
Unser Ausblick setzt voraus, dass sich die Weltwirtschaft nicht schlechter als oben
beschrieben entwickelt, keine wirtschaftlichen Verwerfungen eintreten und das politische
Umfeld stabil bleibt. Mögliche Auswirkungen aus makroökonomischen Entwicklungen, beispielsweise
Handelskriege, Brexit oder der einer Schuldenkrise in Italien sind nicht unmittelbar
in die Prognosen mit eingeflossen. Angesichts der wachsenden Konjunkturrisiken könnte
sich diese Annahme als zu optimistisch herausstellen. Der aktuelle Ausblick berücksichtigt neben Auswirkungen der bekannten Akquisitionen
(Hitachi Automotive Systems, Sentient AB, RailVision, Railnova sowie Snyder Equipment
Company Inc.) Effekte aus der Umstellung auf IFRS 16, jedoch keine strukturellen Maßnahmen
wie die geplante Werksschließung in Wülfrath. Ein weiterhin stabiles gesamtwirtschaftliches
Umfeld vorausgesetzt, rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2019 unverändert
mit einem Umsatz von €6.875 bis €7.075 Mio. und einer operativen Ergebnismarge (EBITDA)
von 18,5 % bis 19,5 % (Vorjahr: 17,8%). Die Einschätzung der im Geschäftsbericht 2018 prognostizierten weiteren bedeutsamsten
Leistungsindikatoren hat sich gegenüber dem Jahresende 2018 nicht verändert. München, 12. September 2019 Knorr-Bremse AG
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
KONZERN-GESAMTERGEBNISÜBERLEITUNG
KONZERNBILANZ
KONZERNBILANZ
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss der Knorr-Bremse AG1. Grundlagen der RechnungslegungDas UnternehmenDie Knorr-Bremse AG (nachfolgend: "die Gesellschaft") ist eine in Deutschland ansässige
Aktiengesellschaft. Eingetragener Sitz und Hauptsitz der Gesellschaft ist die Moosacher
Str. 80, 80809 München. Die Gesellschaft ist im Handelsregister der Stadt München
unter HRB 42031 eingetragen. Der Konzernabschluss des Unternehmens umfasst die Gesellschaft
und ihre Tochtergesellschaften (zusammen als "Konzern" oder "Knorr-Bremse" bezeichnet).
Der Konzern ist weltweiter Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge.
Zur Division Schiene gehören des Weiteren die Produktfelder Bahnsteigtüren, Einstiegssysteme,
Energieversorgungssysteme, Fahrerassistenzsysteme, Klimaanlagen, Leittechnik, Reibmaterial,
Scheibenwischer, Simulatoren sowie Steuerungskomponenten. Zum Produktportfolio der
Division Nutzfahrzeuge gehören des Weiteren Fahrerassistenzsysteme, Lenksysteme, Drehschwingungsdämpfer
und Lösungen rund um den Antriebsstrang sowie Getriebesteuerungen zur Effizienzverbesserung
und Kraftstoffeinsparung. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDer Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2019
ist verkürzt und wurde in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 Zwischenberichterstattung,
also den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie vom International
Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und von der Europäischen Union (EU)
übernommen wurden, aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Konzernabschluss
zum 31. Dezember 2018 und sollte im Zusammenhang mit diesem gelesen werden. Der Konzernhalbjahresabschluss wurde vom Vorstand am 11. September 2019 zur Veröffentlichung
freigegeben. Hedge AccountingSeit dem 01. Januar 2019 designiert der Konzern bestimmte Derivate als Sicherungsinstrumente,
um die Schwankungen der Zahlungsströme abzusichern, welche mit höchstwahrscheinlich
zu erwartenden Transaktionen verbunden sind, die aus Änderungen von Fremdwährungskursen
resultieren. Zu Beginn der designierten Sicherungsbeziehungen dokumentiert der Konzern
die Risikomanagementziele und -Strategien, die er im Hinblick auf die Absicherung
verfolgt. Des Weiteren werden die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten
Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument dokumentiert, sowie die Erwartung der kompensatorischen
Veränderungen zwischen den Zahlungsströmen des gesicherten Grundgeschäfts und des
Sicherungsinstruments. Wenn ein Derivat als ein Instrument zur Absicherung von Zahlungsströmen (engl. cash
flow hedge) designiert ist, wird der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden
Zeitwertes im sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen
eingestellt. Der unwirksame Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des
Derivates wird dagegen unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Im sonstigen Ergebnis wird lediglich die Veränderung im beizulegenden Wert der Kassakomponente
des Devisentermingeschäfts erfasst; die Veränderung der Terminkomponente (engl. forward
points) wird separat als Kosten für die Absicherung im sonstigen Ergebnis bilanziert. Führt ein abgesichertes Grundgeschäft zum Ansatz eines nichtfinanziellen Postens,
etwa Vorräte, wird der kumulierte Betrag aus der Rücklage für die Sicherungsbeziehung
und der Rücklage für die Kosten der Absicherung direkt mit den Anschaffungskosten
des nichtfinanziellen Postens verrechnet, sobald dieser bilanziert wird. Bei allen anderen Absicherungen werden die kumulierten Beträge aus der Rücklage für
Sicherungsbeziehungen sowie der Rücklage für die Kosten der Absicherung in der Gewinn-
und Verlustrechnung in dem Zeitraum erfasst, in denen das Grundgeschäft Gewinn und
Verlust beeinflusst. Wenn die Absicherung nicht mehr die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
erfüllt oder das Sicherungsinstrument verkauft wird, ausläuft, beendet oder ausgeübt
wird, wird die Bilanzierung der Sicherungsbeziehung prospektiv beendet. Sofern sich die Erwartungen hinsichtlich des Eintretens des Grundgeschäfts nicht erfüllen,
werden die Rücklage für Sicherungsbeziehungen und für Kosten der Absicherung unmittelbar
in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst und damit erfolgswirksam erfasst. Weitere AngabenMit Ausnahme der erstmalig anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften des IFRS 16,
beschrieben in Kapitel 2, wurden im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember
2018 für den Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2019 keine abweichenden Ermessensentscheidungen,
Schätzungen und Annahmen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden beeinflussen,
getroffen. Der für den Konzern maßgebliche Nominal-Steuersatz beläuft sich zum 31.12.2018 auf
32,3 %. Im Rahmen der Ermittlung des Konzernsteueraufwands für die ersten sechs Monate
des Jahres 2019 wurde der für das gesamte Geschäftsjahr erwartete, effektive Konzern-Steuersatz
von 29,0 % (Vorjahr: 28,7 %) zugrunde gelegt. Der sich ergebende Unterschied zum Nominal-Steuersatz
ist größtenteils auf unterschiedliche Steuersätze bei den Konzerngesellschaften (quotenmindernd),
nicht abzugsfähige Betriebsausgaben (quotenerhöhend) sowie nicht angesetzter aktiver
latenter Steuern auf nicht werthaltige Verlustvorträge (quotenerhöhend) zurückzuführen. Der Konzernzwischenabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt, der die funktionale Währung
und die Berichtswährung der Knorr-Bremse AG darstellt. Sofern nicht anders angegeben,
sind alle Werte im Konzernabschluss und in den zugehörigen Anhangangaben kaufmännisch
auf Tausend Euro (€Tsd.) gerundet. Daher können in den Tabellen im verkürzten Konzernanhang
Rundungsdifferenzen auftreten. 2. Vom IASB herausgegebene und erstmalig angewendete RechnungslegungsvorschriftenDie Rechnungslegungsvorschrift Leasingverhältnisse IFRS 16 wurde im Januar 2016 veröffentlicht
und ersetzt IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung
ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Operating-Leasingverhältnisse - Anreize und
SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen
Form von Leasingverhältnissen. IFRS 16 legt die Grundsätze für den Ansatz, die Bewertung,
die Darstellung und den Ausweis von Leasingverhältnissen fest und verpflichtet den
Leasingnehmer, alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte
und Pflichten in der Bilanz abzubilden, ähnlich der Bilanzierung von Finanzierungsleasingverhältnissen
nach IAS 17. Der Standard enthält zwei Ausnahmen für Leasingnehmer - Leasingverträge
über "geringwertige" Vermögenswerte (z. B. PCs) und kurzfristige Leasingverträge (d.
h. Leasingverträge mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder weniger). Zu Beginn eines Leasingverhältnisses bilanziert ein Leasingnehmer eine Verbindlichkeit
für die in Zukunft anfallenden Leasingverpflichtungen und ein Nutzungsrecht am geleasten
Vermögenswert, welches dem Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt
zurechenbarer Kosten entspricht und über die Nutzungsdauer abgeschrieben wird. Der
Leasingnehmer ist verpflichtet, den Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeit und
den Abschreibungsaufwand für das Nutzungsrecht getrennt zu erfassen. Der Leasingnehmer ist auch verpflichtet, die Leasingverbindlichkeit bei Eintritt bestimmter
Ereignisse neu zu bewerten (z. B. Änderung der Laufzeit des Leasingverhältnisses,
Änderung der zukünftigen Leasingzahlungen infolge einer Änderung eines Index oder
einer Quote, der zur Bestimmung dieser Zahlungen verwendet wird). Der Leasingnehmer
wird in der Regel den Betrag der Neubewertung der Leasingverbindlichkeit als Anpassung
des aktivierten Nutzungsrechtes für den Leasinggegenstand erfassen. Der Knorr-Bremse Konzern hat IFRS 16 nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz
zum 1. Januar 2019 angewendet. Von der Erstanwendung waren beim Knorr-Bremse Konzern
im Wesentlichen die bislang als Operating Leasing klassifizierten Leasingverträge
betroffen. Unter Anwendung der Erleichterung gemäß IFRS 16.C 3(b) hat der Knorr-Bremse
Konzern den Standard nicht auf Verträge angewendet, die zuvor gemäß IAS 17 und IFRIC
4 nicht als Leasingverhältnisse eingestuft wurden. Kurz laufende Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als 12 Monaten
(und ohne Kaufoption) sowie Leasingvereinbarungen, bei denen der dem Leasingvertrag
zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, sind entsprechend dem Wahlrecht
nach IFRS 16.5 nicht gemäß IFRS 16 bilanziert. Ebenso wendet Knorr-Bremse die erleichternde
Übergangsvorschrift gemäß IFRS 16.C 10(c)(ii) an und bilanziert Leasingverhältnisse,
deren Laufzeit innerhalb von 12 Monaten nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung
endet, nicht gemäß IFRS 16. Bei der Erstanwendung von IFRS 16 bei Operating Leasing Verträgen wird das Nutzungsrecht
für den Leasingvermögenswert mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit bewertet, dabei
wird der Zinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung angewendet (IFRS 16.C 8(b)(i)).
Die Leasingverbindlichkeiten wurden unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes
zum 1. Januar 2019 abgezinst. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug 2,51
%. Die Vergleichsinformationen für das Geschäftsjahr 2018 werden im Halbjahresabschluss
2019 des Knorr-Bremse Konzerns gemäß IFRS 16.C 7 nicht angepasst. Im Rahmen der Umstellung auf IFRS 16 wurden zum 1. Januar 2019 Vermögenswerte für
die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen in Höhe von € 239.588 Tsd. und Leasingverbindlichkeiten
in Höhe von € 245.437 Tsd. erfasst. Ausgehend von den operativen Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 ergab sich
folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum
1. Januar 2019:
3. Konsolidierungskreisänderungen und AkquisitionenÄnderungen im KonsolidierungskreisFolgende Konzerngesellschaften wurden erstmals zum Halbjahr 2019 vollkonsolidiert
in den Konsolidierungskreis aufgenommen: Knorr-Bremse Steering Systems Japan Ltd.,
Saitama/Japan, Knorr-Bremse Commercial Vehicles Systems (Thailand) Ltd., Bangkok/Thailand,
sowie die Sentient Heavy Vehicles AB, Göteborg/Schweden. Die Sentient IP AB, Göteborg/Schweden wird als Joint Operation quotal konsolidiert. Die Beteiligungen an der RailVision Ltd., Raanana / Israel und der Railnova SA, Brüssel
/ Belgien wurden zum Halbjahr 2019 at Equity einbezogen. Die NEW YORK AIR BRAKE LLC, Watertown / USA hat vollständig das Geschäft der Snyder
Equipment Company, Inc. USA übernommen. Wesentliche UnternehmenszusammenschlüsseErwerb der Hitachi Automotive SystemsZum 7. Dezember 2018 hat Knorr-Bremse Asia Pacific (Holding) Ltd., Hongkong/China
mit Hitachi Automotive Systems, Ltd., Japan einen Kaufvertrag zum Erwerb von 100%
der Anteile des Geschäfts Lenkungssysteme von Nutzfahrzeugen ("IPS Business") und
mit Hitachi Automotive Systems Asia, Ltd., Thailand einen Kaufvertrag zum Erwerb von
IPS-Related Assets unterzeichnet, die Teile des gesamten Unternehmenszusammenschlusses
darstellen. Mit der Akquisition der Hitachi Automotive Systems, Ltd. am 29. März 2019 erweitert
Knorr-Bremse sein Portfolio an Lenksystemen sowie an Systemlösungen im Bereich Fahrerassistenz
und hochautomatisiertes Fahren. Darüber hinaus schafft der Konzern einen verbesserten
Zugang zum japanischen und südostasiatischen Markt. Im ersten Halbjahr 2019 trugen Hitachi Automotive Systems, Ltd., Japan und Hitachi
Automotive Systems Asia, Ltd., Thailand Umsatzerlöse in Höhe von €21,3 Mio. und ein
Ergebnis vor Steuern von € -0,7 Mio. zum Konzernergebnis bei. Der negative Beitrag
zum Gewinn berücksichtigt auch die Abschreibungen auf im Rahmen der Kaufpreisallokation
aufgedeckte stille Reserven in Höhe von € 1,7 Mio. a) Übertragene GegenleistungDer Kaufpreis für Hitachi Automotive Systems betrug € 174,4 Mio., davon € 164,8 Mio.
für den Anteil Japan und € 9,6 Mio. für den Anteil Thailand. Bis zum Abschlussstichtag
wurden € 173,0 Mio. beglichen. b) Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene KostenIm Konzern sind bisher mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten von €
1,4 Mio. für Due Diligence, Rechtsanwalts- und Notargebühren angefallen. Diese Kosten
sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. c) Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene SchuldenNachstehend sind die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der
übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst:
Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden bilden
auch die Basis für die Steuerwerte. d) Geschäfts- oder FirmenwertDer Geschäfts- oder Firmenwert infolge des Erwerbs wurde wie folgt erfasst:
Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert vor allem aus dem künftigen Entwicklungspotential
der bestehenden Technologien, der erwarteten Verbreiterung der Produkt- und Kundenbasis
sowie dem Knowhow der Belegschaft. Dieser ist dem Segment Systeme für Nutzfahrzeuge
zugeordnet. Der erfasste Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von €55,8 Mio. aus dem
Anteilserwerb des Lenkungssystems von Nutzfahrzeugen ("IPS Business") aus Japan, ist
steuerlich abzugsfähig. Hätte der Unternehmenserwerb zu Beginn des Geschäftsjahres stattgefunden, so hätten
sich die Konzernerlöse um weitere €19,7 Mio. auf €3.621,2 Mio. erhöht und das Konzernergebnis
vor Zinsen und Steuern wäre um € -0,8 Mio. auf € 532,4 Mio. gesunken. Bei der Ermittlung
der Beträge hat der Vorstand angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aus der
Kaufpreisallokation zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt auch im Falle eines Erwerbs am
1. Januar 2019 gültig gewesen wären. Schließung Produktionsstandort WülfrathAm 22. Mai 2019 beschloss der Vorstand der Knorr-Bremse AG die Produktion von Lenkungssystemen
der Knorr-Bremse Steering Systems GmbH am Standort Wülfrath bis zum Ablauf des Jahres
2020 einzustellen. Der Beschluss erfolgte auf Basis einer eingehenden Analyse verschiedener
Szenarien und unter Berücksichtigung der jüngsten Akquisitionen im Nutzfahrzeug-Lenkungsgeschäft.
Ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Entscheidungsfindung war ein früher als angenommen
auslaufender Großauftrag für Pkw-Lenksysteme. Es ist geplant, die aufgebaute Kompetenz
von KB Steering in einem Engineeringzentrum zu erhalten. Die bis zum 1. Halbjahr bilanzierten
Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von €26,8 Mio. betreffen im Wesentlichen Abfindungen
in Höhe von €16,4 Mio. sowie Wertminderungen in Höhe von €10,4 Mio. Am 31. Juli 2019
wurde die Einigungsstelle zur Schlichtung angerufen, um die Gespräche zwischen Unternehmensführung
und Arbeitnehmervertretern zum Interessensausgleich und Sozialplan zu einem konstruktiven
Ergebnis zu führen. 4. UmsatzerlöseIn der folgenden Tabelle werden die Umsatzerlöse des Konzerns zum Halbjahr 2019 nach
Regionen und dem Zeitpunkt nach aufgegliedert sowie auf den Umsatz nach der Segmentberichterstattung
übergeleitet. AUFGLIEDERUNG DER UMSATZERLÖSE UND ÜBERLEITUNG AUF DEN SEGMENT-UMSATZ
Der Überleitungseffekt von IFRS auf die Umsatzerlöse nach der Segmentberichterstattung
beträgt insgesamt €5.666 Tsd. Davon entfallen € -6.052 Tsd. auf das Segment Systeme
für Schienenfahrzeuge und €10.516 Tsd. auf das Segment Systeme für Nutzfahrzeuge.
Weitere € 1.202 Tsd. entfallen auf "Übrige Segmente und Konsolidierung". Der Überleitungseffekt setzt sich wie folgt zusammen: ÜBERLEITUNGSEFFEKT VON IFRS AUF DIE UMSATZERLÖSE NACH DER SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2019 erhöhten sich die Umsatzerlöse
des Knorr-Bremse Konzerns um 8,4% von €3.322.241 Tsd. in der Vorperiode auf € 3.601.516
Tsd. Das organische Wachstum unter Berücksichtigung der Veräußerungen Blueprint und
Sydac (€44,7 Mio.) im ersten Halbjahr 2018 und des Erwerbs von Hitachi Automotive
Systems und des Snyder Business (€ 25,6 Mio.) betrug 9,1 %. Die Geschäftstätigkeit von Knorr-Bremse unterliegt keinen wesentlichen saisonalen
Einflüssen. 5. Sonstige betriebliche ErträgeSONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge beruht im Wesentlichen auf dem Rückgang
der übrigen Erträge sowie den in der Vergleichsperiode ausgewiesenen Erträgen aus
dem Abgang von Prototypen in Höhe von € 5.578 Tsd., welche in der Berichtsperiode
unter den Umsatzerlösen erfasst wurden. 6. Sonstige betriebliche AufwendungenSONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken im ersten Halbjahr 2019 um € 26.972
Tsd. auf € 383.064 Tsd. im Vergleich zur Vorperiode. Insbesondere wirkte sich die
erstmalige Anwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 auf die Entwicklung der sonstigen
betrieblichen Aufwendungen aus. Infolge der Bilanzierung von Nutzungsrechten im Sachanlagevermögen
und von Leasingverbindlichkeiten werden die aus den Leasingverpflichtungen resultierenden
Aufwendungen nunmehr in den Abschreibungen und Zinsaufwendungen erfasst. Dies führte
zu einer deutlichen Reduzierung der Miet- und Leasingaufwendungen. 7. Sonstiges FinanzergebnisDas sonstige Finanzergebnis verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund der Einführung
des Hedge Accountings sowie aufgrund der geringeren unrealisierten Effekte aus der
Stichtagsbewertung derivativer Finanzinstrumente im Vergleich zum ersten Halbjahr
2018 in Höhe von € 33,3 Mio. 8. FinanzinstrumenteKlassifizierungen und beizulegende ZeitwerteDie nachstehende Tabelle stellt die unsaldierten Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte
der finanziellen Vermögenswerte und Schulden für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten
gemäß IFRS 9 dar. Für die Einstufung (Hierarchiestufen) des beizulegenden Zeitwertes
gemäß IFRS 13 wird auf den Abschnitt zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 verwiesen. Die Finanzinstrumente lassen sich klassifizieren in: zum beizulegenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente mit Erfassung der Bewertungsänderung im Gewinn oder Verlust (FVTPL),
zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente mit Erfassung der Bewertungsänderung
im Sonstigen Ergebnis (FVOCI) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente.
1
Keine Bewertungskategorie des IFRS 9
1
Ohne Angabe des beizulegenden Zeitwerts, da dieser annähernd dem Buchwert entspricht Forderungen, die zum FVOCI bewertet sind betreffen Forderungen im Zusammenhang mit
Factoring. Bewertungstechniken zur Bestimmung des Fair ValueDer Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten ist der Preis, zu dem eine Partei
die Rechte und/oder Pflichten von einer anderen Partei übernehmen würde. Die Marktwerte
werden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen
und nach marktgängigen Bewertungsmethoden bewertet: Devisentermingeschäfte und Zinssicherungskontrakte werden auf Basis von Referenzkursen
unter Berücksichtigung der Terminauf- und Terminabschläge bewertet. Es werden Nettobarwertberechnungen
mittels Zinsstrukturkurven durchgeführt. Roh Stoffkontrakte werden anhand von Kursnotierungen an aktiven Börsen bewertet. Optionen werden mittels anerkannter Modelle zur Optionspreisfindung (u. a. Black-Scholes)
bewertet. Bei strukturierten Produkten wird die Bankbewertung zum Bilanzstichtag herangezogen.
Die Bewertung gibt die Einschätzung der Bank über den Wert des betreffenden Finanzinstruments
unter den vorherrschenden Marktbedingungen wieder und leitet sich entweder vom Mid
Market-Preis oder, wenn als Geld- und Briefkurs ausgedrückt, vom indikativen Preis,
zu dem die Bank das Finanzinstrument beendet und abgeschlossen bzw. zurückgekauft
und verkauft hätte, und zwar jeweils zum Geschäftsschluss bzw. zu einem anderen mit
Knorr-Bremse vereinbarten Zeitpunkt am relevanten Finanzplatz am oben jeweils angegebenen
Bewertungstag ab. Darüber hinaus werden Kreditausfallrisiken bei der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente
zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt ("credit value adjustments"). Die Berechnungsgrundlage
der Ausfallwahrscheinlichkeiten bilden Credit Default Swap Spreads je Kontrahent bzw.
für die Gesellschaft. Langfristige Forderungen/Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie
Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen
Kunden und den Risikocharakteristika des finanzierten Projektes bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte der verzinslichen Darlehen des Konzerns werden mittels
der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wird ein Abzinsungssatz zugrunde
gelegt, der den Fremdfinanzierungszinssatz des Emittenten zum Ende des Berichtszeitraums
widerspiegelt. Das eigene Nichterfüllungsrisiko wurde über den gesamten Zeitraum als
gering eingestuft. Die Finanzverbindlichkeit aus einer Put-Option auf Minderheitenanteile gibt den Minderheitsanteilseignern
die Möglichkeit ihre Anteile Knorr-Bremse im Falle des Eintretens vertraglich definierter
Bedingungen anzudienen. Diese wird gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten
bilanziert. Hinsichtlich des angegebenen Fair Values sowie den Methoden und Inputfaktoren
zur Ermittlung dessen hat es unter Berücksichtigung des Schiedsverfahrens keine Änderungen
im Vergleich zum 31. Dezember 2018 gegeben. In den Eigenkapitalinstrumenten werden auch nicht konsolidierte Gesellschaften erfasst.
Die Kiepe Corporation, Kanada wird mit Anschaffungskosten in Höhe von €1.914 Tsd.
in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft hat noch keine Geschäftstätigkeit
aufgenommen und besteht im Wesentlichen aus neu erworbenen Grundstücken und Maschinen,
sodass der beizulegende Zeitwert in etwa den Anschaffungskosten entspricht. Es entstehen
keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.
Die weiteren zum Fair Value der Stufe 3 bewerteten Eigenkapitalinstrumente werden
sowohl einzeln als auch in Summe als unwesentlich für die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gruppe erachtet, sodass auch für diese keine weiteren Angaben getätigt
werden. Umgruppierungen zwischen den HierarchiestufenIn den ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2019 wurden keine Reklassifizierungen
zwischen den einzelnen Hierarchiestufen vorgenommen. Hedge AccountingDer Konzern ist transaktionalen Fremdwährungsrisiken in dem Umfang ausgesetzt, wie
die Notierungen von Währungen, in denen Veräußerungs- und Erwerbsgeschäfte sowie Forderungen
und Kreditgeschäfte erfolgen, mit der funktionalen Währung der Konzerngesellschaften
nicht übereinstimmen. Die genannten Transaktionen werden in den folgenden Währungspaaren
EUR/USD, EUR/CZK und EUR/HUF im Rahmen des Hedge Accountings abgesichert. Je näher der Eintritt des erwarteten Veräußerungs- oder Erwerbsgeschäfts kommt, desto
höher wird die Absicherungsquote der prognostizierten FX-Risken. Zur Sicherung des
Fremdwährungsrisikos werden Devisentermingeschäfte mit einer Laufzeit bis zu drei
Jahren genutzt. Diese Verträge werden grundsätzlich als Absicherungen von Zahlungsströmen
bestimmt. Der Konzern designiert das Kassaelement von Devisentermingeschäften zur Absicherung
seines Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Die Terminelemente
eines Devisentermingeschäfts sind von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen
und werden als Kosten der Sicherung gesondert bilanziert. Grundsätzlich werden nur
die Sicherungen abgeschlossen, bei denen die kritischen Parameter wie Währung, Laufzeit
sowie der Betrag der Grund- und Sicherungsgeschäften übereinstimmen. Der Konzern beurteilt mithilfe der hypothetischen Derivatmethode, ob das in jeder
Sicherungsbeziehung designierte Derivat in Bezug auf Aufrechnungen von Änderungen
der Zahlungsströme des abgesicherten Grundgeschäfts voraussichtlich effektiv sein
wird und effektiv war. Die möglichen Ursachen für Ineffektivität der Hedging Beziehung: 1. Unterschiedliche Auswirkungen des Kreditrisikos der Vertragsparteien im Fair Value
der Grund- und Sicherungsgeschäfte. 2. Änderungen des Zeitpunkts der abgesicherten Geschäfte. Für die Messung der Ineffektivitäten wurden seit der Designation der Sicherungsbeziehungen
die vollständigen designierten Marktwertänderungen der Derivate im Hedge Accounting
herangezogen. Für die zum 30. Juni 2019 bestehenden Sicherungsbeziehungen wurde keine
wesentlichen Ineffektivitäten ermittelt und bilanziert. Die Tabelle zeigt den Nominalwert, Barwert und durchschnittlichen Sicherungskurs (engl.
Hedge rate) in drei Währungen, die in das Hedge Accounting einbezogen sind. Zum 30.
Juni 2019 liegen die Forderungen aus den Hedge Accounting Geschäften bei €3.625 Tsd.
und die Verbindlichkeiten bei € 1.985 Tsd. ÜBERSICHT DER CASH FLOW SICHERUNGSGESCHÄFTE PER 30.06.2019
Aktuell wird nur die Risikokategorie der operativen Fremdwährungsrisiken im Knorr-Bremse
Konzern im Rahmen des Hedge Accountings designiert. Die daraus resultierenden Auswirkungen
können direkt der EKVR und der GER entnommen werden. 9. KapitalflussrechnungDer Gesamtmittelabfluss stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um €181.708 Tsd.
auf €315.638 Tsd. an. Dies resultierte im Wesentlichen aus den um €240.217 Tsd. gestiegenen
Mittelabflüssen aus Investitionstätigkeiten. Hierbei wirkten sich insbesondere der
Unternehmenserwerb von Hitachi Automotive System (€ 172.985 Tsd.) sowie Investitionen
in Sachanlagevermögen wie die Baumaßnahmen am Konzern-Hauptsitz in München (€ 13.227
Tsd.) und des Headquarters Bendix (€9.056 Tsd.) mindernd auf den Finanzmittelfonds
aus. Ein gegenläufiger Effekt resultierte aus dem um €61.406 Tsd. auf €310.537 Tsd.
gestiegenen Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit, insbesondere aufgrund
des Anstieges des Periodenergebnisses um € 56.701 Tsd. auf € 363.692 Tsd. Für das Geschäftsjahr 2018 wurde im Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von €1,75 je
Inhaberaktie beschlossen und daher in Summe € 282.100 Tsd. ausbezahlt. Nach der Erstanwendung von IFRS 16 sind im ersten Halbjahr 2019 Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten
in Höhe von €24.522 Tsd. sowie gezahlte Zinsen in Höhe von €3.275 Tsd. im Cashflow
aus Finanzierungstätigkeit enthalten. Diese Zahlungsströme enthalten auch Beträge
aus Finanzierungsleasing, die bis zum Vorjahr nach IAS 17 bilanziert wurden. Im Vergleich
zum Vorjahr wird der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit entlastet. 10. Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem den Aktionären der Knorr-Bremse
AG zustehendem Ergebnis und der Zahl, der im gewichteten Jahresdurchschnitt im Umlauf
befindlichen Aktien ermittelt. Im ersten Halbjahr 2019 betrug das Ergebnis je Aktie
€ 2,13 (Vorjahr: € 1,76). 11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und EventualverbindlichkeitenSONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Die künftigen Miet- und Leasingverpflichtungen resultieren zum einen aus einem bereits
geschlossenen Mietvertrag, dessen Laufzeit erst 2020 beginnt und ab dem Zeitpunkt
gemäß IFRS 16 bilanziert wird, sowie aus kurzfristigen und geringwertigen Miet- und
Leasingverträgen, die aufgrund der Vereinfachungsvorschrift IFRS 16.5 nicht bilanziert
werden. Die Verpflichtungen für Investitionsprojekte beinhalten vor allem laufende Bauprojekte,
Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Produktionsanlagen und -equipment. Die Verpflichtungen für Großreparaturen und Wartungsarbeiten enthalten vor allem Verpflichtungen
im Zusammenhang mit Gebäudesanierungen und Instandhaltungen am Standort München. Die sonstigen Verpflichtungen umfassen hauptsächlich noch nicht abgerufene Bestellobligos
gegenüber Logistikdienstleistern sowie aus Lieferantenverträgen, Kreditzusagen und
Bankbürgschaften. Die Eventualverbindlichkeiten der Gesellschaft weisen hauptsächlich Bürgschaften und
Garantien auf. Es wurden Bürgschaften gegenüber Tochtergesellschaften für ausstehende
Bankschuldverschreibungen, Leistungsgarantien für Banken sowie eine Mietbürgschaft
für Betriebs7Fabrikgebäude vergeben. Garantien bestehen hauptsächlich für bestimmte Kundenverträge. 12. Beziehungen zu nahestehenden PersonenAls nahestehende Personen oder Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten natürliche Personen
oder Unternehmen, die von der Knorr-Bremse AG beeinflusst werden können, die einen
Einfluss auf die Knorr-Bremse AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer
anderen nahestehenden Partei der Knorr-Bremse AG stehen. Transaktionen mit nahestehenden
Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Wesentliche Veränderungen gegenüber den im Konzernabschluss 2018 offen gelegten Informationen
haben sich mit Ausnahme der im Folgenden dargestellten Transaktionen nicht ergeben. Führungswechsel im VorstandDer Vorsitzende des Vorstands und ressortverantwortliche Arbeitsdirektor i. S. v.
§ 33 MitbestG der Knorr-Bremse AG, Klaus Deller, ist im gegenseitigen Einvernehmen
zum 30. April 2019 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Die Vorstandsmitglieder Ralph
Heuwing, Dr. Peter Laier und Dr. Jürgen Wilder nehmen die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden
gemeinschaftlich wahr. In diesem Zusammenhang wurden an Herrn Deller Zahlungen in Höhe von € 7.029 Tsd. geleistet.
Diese beinhalten eine Abgeltung aus dem Short Term Incentive für die Jahre 2019 bis
2021 auf Basis einer Unternehmenszielerreichung von 100%. Sollte das Unternehmensziel
100% übersteigen, so erfolgt eine zusätzliche Vergütung des Differenzbetrags an Herrn
Deller. 13. Rechtliche RisikenUntersuchungen des U.S. Department of JusticeAm 3. April 2018 hatte das U.S. Department of Justice, Antitrust Division (im Folgenden:
DOJ) bekannt gegeben, dass es mit der Knorr-Bremse AG und der Westinghouse Air Brake
Technologies Corporation (Wabtec) eine Einigung hinsichtlich des Vorwurfs nicht gesetzeskonformer
Vereinbarungen, Mitarbeiter nicht abzuwerben, erzielt hatte. In Folge der Einigung mit dem DOJ hatten mehrere Angestellte Sammelklagen gegen die
Knorr-Bremse AG, Wabtec sowie einzelne ihrer Tochterunternehmen eingereicht. Ziel
der Sammelklagen war es, Schadenersatz zur Kompensation der Angestellten für verminderte
Bezahlung - aufgrund der angeblichen Vereinbarung zwischen den oben genannten Beteiligten,
Mitarbeiter nicht abzuwerben - zu erlangen. Die Knorr-Bremse AG konnte diesen Rechtsstreit
zwischenzeitlich durch Vergleich beilegen. Die Vergleichsvereinbarung steht noch unter
den in den USA üblichen Vorbehalten, einschließlich der Bestätigung des Vergleichs
durch das zuständige Gericht in den USA. Die nach IAS 37 geforderten Anhangangaben erfolgen nicht, da damit gerechnet werden
kann, dass entsprechende Angaben das Ergebnis des Rechtsstreits ernsthaft beeinträchtigen
könnten. Zum 30. Juni 2019 wurden für Zahlungen aus dem Vergleich sowie restliche Kosten Rückstellungen
gebildet. Die im Jahr 2016 vom US-Justizministerium unter anderem gegenüber den US-Gesellschaften
Knorr Brake Company, Westminster, Maryland/USA und New York Air Brake LLC, Watertown,
New York/USA eingeleitete nicht-öffentliche Untersuchung wurde ohne Verhängung von
Sanktionen oder Auflagen im Mai 2019 eingestellt. Weitere rechtliche RisikenZu allen anderen im Geschäftsbericht 2018 unter Kapitel H.9. beschriebenen rechtlichen
Risiken haben sich keine neuen Sachverhalte oder weitere Einschätzungen bis zum 30.
Juni 2019 ergeben. 14. MitarbeiterzahlenDURCHSCHNITTLICHE MITARBEITERZAHLEN
15. SegmentberichterstattungINFORMATIONEN ÜBER DIE BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE
*
Nicht explizit im Management Reporting an den CODM ausgewiesen ÜberleitungsrechnungDie interne Berichterstattung enthält keine segmentspezifischen Informationen zu Vermögenswerten
und Schulden; dies ist daher nicht in der Segmentberichterstattung enthalten. ÜBERLEITUNG DER UMSATZERLÖSE
GEWINN VOR STEUERN
Geographische InformationenDie nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns unterschieden nach
Sitzland des Konzernunternehmens. UMSATZERLÖSE NACH REGIONEN
München, 12. September 2019 Knorr-Bremse AG Der Vorstand
Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind. München, 12. September 2019 Knorr-Bremse AG Der Vorstand
Review Engagement CertificateTo Knorr-Bremse Aktiengesellschaft, MunichWe have reviewed the Condensed interim consolidated financial Statements of the Knorr-Bremse
AG - comprising Consolidated balance sheet, Consolidated Statement of income, Consolidated
Statement of comprehensive income, Consolidated Statement of cash flows, Consolidated
Statement of changes in equity and notes to the Condensed interim Consolidated financial
Statements - together with the interim group management report of the Knorr-Bremse
AG, for the period from January 1 to June 30, 2019 that are part of the semi annual
(or quarterly financial report) according to § 115 WpHG ["Wertpapierhandelsgesetz":
"German Securities Trading Act"]. The preparation of the Condensed interim Consolidated
financial Statements in accordance with International Accounting Standard IAS 34 "Interim
Financial Reporting" as adopted by the EU, and of the interim group management report
in accordance with the requirements of the WpHG applicable to interim group management
reports, is the responsibility of the Company's management. Our responsibility is
to issue a report on the Condensed interim Consolidated financial Statements and on
the interim group management report based on our review. We performed our review of the Condensed interim Consolidated financial Statements
and the interim group management report in accordance with the German generally accepted
Standards for the review of financial Statements promulgated by the Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW). Those Standards require that we plan and perform the review so that we can
preclude through critical evaluation, with a certain level of assurance, that the
Condensed interim Consolidated financial Statements have not been prepared, in material
respects, in accordance with IAS 34, "Interim Financial Reporting" as adopted by the
EU, and that the interim group management report has not been prepared, in material
respects, in accordance with the requirements of the WpHG applicable to interim group
management reports. A review is limited primarily to inquiries of Company employees
and analytical assessments and therefore does not provide the assurance attainable
in a financial Statement audit. Since, in accordance with our engagement, we have
not performed a financial Statement audit, we cannot issue an auditor's report. Based on our review, no matters have come to our attention that cause us to presume
that the Condensed interim Consolidated financial Statements have not been prepared,
in material respects, in accordance with IAS 34, "Interim Financial Reporting" as
adopted by the EU, or that the interim group management report has not been prepared,
in material respects, in accordance with the requirements of the WpHG applicable to
interim group management reports. Munich, September 12, 2019 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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