Knorr-Bremse AktiengesellschaftMünchenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020Zwischenbericht 1. Januar bis 30. Juni 2020Halbjahresfinanzbericht
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| 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 | ||
| Umsatz | Mio. € | 3.055,8 | 3.601,5 |
| EBITDA | Mio. € | 535,5 | 669,0 |
| EBITDA-Marge | % | 17,5 | 18,6 |
| EBITDA-Marge operativ | % | 17,5 | 19,0 |
| EBIT | Mio. € | 397,5 | 533,2 |
| EBIT-Marge | % | 13,0 | 14,8 |
| EBIT-Marge operativ | % | 13,0 | 15,6 |
| Periodenergebnis | Mio. € | 256,9 | 363,7 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) | € | 1,47 | 2,13 |
| Auftragseingang | Mio. € | 2.727,1 | 3.581,2 |
| Auftragsbestand (30.06.) | Mio. € | 4.363,3 | 4.542,3 |
| Operating Cashflow | Mio. € | 118,6 | 310,5 |
| Free Cashflow | Mio. € | (13,3) | 189,7 |
| Cash Conversion Rate | % | (5,2) | 52,2 |
| Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) | Mio. € | 147,9 | 123,41) |
| Investitionen in % vom Umsatz (vor IFRS 16 und Akquisitionen) | % | 4,8 | 3,4 |
| F&E-Kosten | Mio. € | 194,8 | 202,1 |
| F&E-Kosten in % vom Umsatz | % | 6,4 | 5,6 |
| 30.06.2020 | 31.12.2019 | ||
| Bilanzsumme | Mio. € | 7.667,1 | 6.846,8 |
| Eigenkapital (mit nicht beherrschenden Anteilen) | Mio. € | 1.741,5 | 1.901,5 |
| Eigenkapitalquote | % | 22,7 | 27,8 |
| ROCE (annualisiert) | % | 22,2 | 34,1 |
| Net Financial (Debt) / Cash | Mio. € | (447,9)2) | 57,7 |
| Net Working Capital | Mio. € | 1.196,8 | 809,1 |
| Mitarbeiter (inkl. Leasing) | 28.941 | 28.905 |
1)
bereinigt um Nordgelände SLB (€ 10,3 Mio.)
2)
inkl. Dividende (€ 290,2 Mio.)
| ― |
Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2020 durch Auswirkungen der Covid-19 Pandemie geprägt |
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| ― |
Temporäre Eintrübung der Auftragslage infolge weltweiter Lockdowns: Auftragseingang mit € 2.727,1 Mio. um -23,8% unter Vorjahresniveau, demgegenüber € 4.363,3 Mio. weiter solider Auftragsbestand (-3,9% gegenüber Vorjahr) |
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| ― |
Umsatz mit € 3.055,8 Mio. um -15,2 % gegenüber Vorjahr, infolge rückläufigen OE-Geschäfts, Region Asien jedoch bereits wieder mit dynamischer Erholung, v.a. in China, im Umsatz über Vorjahresniveau |
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| ― |
"Nachmarktumsatz: in herausforderndem Marktumfeld +1,0 % und damit von 31,7 % auf 37,7 % am Gesamtumsatz zugelegt mit stabilisierendem Effekt auf Ergebnisperformance |
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| ― |
Widerstandsfähiges Margenniveau: operative EBITDA-Marge bei 17,5 % vom Umsatz (Vorjahr: 19,0 %) |
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| ― |
Liquidität von € 2,3 Mrd. sichert operativen Handlungsspielraum |
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| ― |
Operating Cashflow: Positiver Beitrag von € 118,6 Mio., -61,8 % gegenüber Vorjahr vor allem aufgrund geringerem Ergebnisbeitrag sowie Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit |
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| ― |
Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 erfolgte die Erstkonsolidierung der strategischen Akquisition R.H. Sheppard in Nordamerika mit dem Ziel des Ausbaus der weltweiten Präsenz im Lenkungsgeschäft |
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| ― |
Eingeleitetes Maßnahmenprogramm zur Ertrags- und Cashflow-Stabilisierung und Sicherstellung der Lieferfähigkeit zeigte Wirkung und wird konsequent fortgesetzt |
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| ― |
Ausblick für 2020:
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In der ersten Jahreshälfte 2020 lenkt die Covid-19-Pandemie, eine beispiellose globale
Gesundheitskrise, das Weltgeschehen. Laut dem World Bank Report hat sie die schwerste
globale wirtschaftliche Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Eine große
Anzahl von Regierungen schränkte das öffentliche Leben gravierend ein. Es wurden Ausgehverbote
und Schließungen von Schulen und nicht-lebensnotwendigen Geschäften sowie Reiseverbote
verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Gesundheitssysteme
nicht zu überfordern. Dies beeinträchtigte die Geschäftstätigkeit in vielen Sektoren,
die Entwicklung von Konsum und Investitionen wurden ebenso wie der Arbeitsmarkt und
die Produktionstätigkeit gedämpft. Die Pandemie breitete sich im ersten Halbjahr 2020
international aus, so dass der globale Handel, die Finanz- und Commodity-Märkte, internationale
Zulieferketten, der Reise- und Tourismus zum Erliegen kamen und in eine scharfe Rezession
in vielen Ländern führten. Somit sehen sich die meisten Regierungen aktuell mit einer
sehr komplexen Krise konfrontiert: Die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens, die
Beseitigung von Störungen auf den Binnenmärkten, der Einbruch der Auslandsnachfrage,
Kapitalflussumkehrungen und ein Einbruch der Rohstoffpreise.
Sollte die Covid-19 Pandemie länger anhalten als angenommen, müssen Bewegungseinschränkungen
der Bevölkerung weiter bestehen bleiben oder wieder eingeführt werden. Die Schwächung
der Wirtschaftsentwicklung würde sich fortsetzen. In einem positiveren Szenario könnte
mit einer schrittweisen Aufhebung bzw. Lockerung der Beschränkungen ab der zweiten
Jahreshälfte der Weg zu einer wirtschaftlichen Erholung zunächst frei sein. Insgesamt
bleibt die Entwicklung jedoch höchst ungewiss und labil. Ein möglicher Anstieg des
Infektionsgeschehens, sowie die Bedrohung durch weitere Infektionswellen haben das
Potential die Entwicklung massiv zu belasten. Weiterhin war die Geschäftsentwicklung
auch durch schwankende Währungskurse beeinflusst, so schwankte beispielsweise der
EUR/USD Wechselkurs im ersten Halbjahr 2020 in einem Intervall von 1,06 bis 1,15.
Der Markt für Schienenfahrzeuge zeigte sich im bisherigen Jahresverlauf 2020 in den
Regionen zeitlich unterschiedlich beeinflusst von der Covid-19-Pandemie. Während in
China und Europa sich bereits eine Erholung von den massiven Einschränkungen der ersten
Monate gegen Ende des 1. HJ abzeichnete, sind Länder wie Indien, Südafrika, USA, Mittel-
und Südamerika weiterhin mit voller Stärke getroffen.
Dem entgegen zeichneten sich in Einzelmärkten auch leicht positive Entwicklungen ab
- mit dem weitgehenden Aufrechterhalten der Lieferketten nutzten Betreiber das verringerte
Passagieraufkommen und Frachtvolumen für Wartungsarbeiten und glichen somit Reduzierungen
aufgrund verringerter Laufleistungen aus.
Von einem sehr hohen Neubeschaffungsniveau der Vorjahre kommend schwächte sich der
Markt in Großbritannien ab, wurde aber durch andere Märkte in Europa wie Deutschland,
Frankreich und Italien mehr als kompensiert.
Knorr-Bremse beobachtete im nordamerikanischen Markt ein schwächeres erstes Halbjahr
2020, geprägt durch den zyklischen Rückgang im Frachtmarkt und belastet durch die
Covid-19-Pandemie.
Im Markt Asien/Pazifik war China insbesondere im Q1 stark belastet. Indien ab Q2 mit
starken Covid-19-Einschränkungen. China bleibt der größte Schienenfahrzeugmarkt weltweit
und erholte sich zunehmend.
Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen.
Der globale Nutzfahrzeugmarkt, gemessen an der Anzahl produzierter Fahrzeuge (Truck
Production Rate), litt insbesondere im ersten Halbjahr 2020 in fast allen Teilen der
Welt unter den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und sank auch dadurch im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um 16%. Einzig der chinesische Markt erholte sich rasch und
übertraf das erste Halbjahr 2019 mit 21%.
Durch die Werksschließungen insbesondere im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie
im Frühjahr 2020 sank die Produktion des ersten Halbjahres 2020 für den Nutzfahrzeugmarkt
in Westeuropa um 42% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Osteuropa hingegen sank
die Produktion im gleichen Zeitraum lediglich um 13%.
Auch der Nutzfahrzeugmarkt in Nordamerika erfuhr starke Rückgänge durch die Auswirkungen
der Covid-19-Pandemie und sank um 49% gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 (Lkw-Klasse 6-8).
Die Lkw- und Bus-Produktion in Südamerika sank um 38%.
Die Produktion des ersten Halbjahres 2020 schloss für den Nutzfahrzeugmarkt in Asien
auf gleich hohem Niveau wie das Vorjahr ab. Der chinesische Markt erholte sich schnell
von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und stieg um 21%.
Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen sowie zahlreichen
Analystenberichten zum Truck Sektor.
Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren bei Knorr-Bremse sind Umsatz,
(operatives) EBITDA/EBITDA-Marge, (operatives) EBIT/EBIT-Marge, Net Working Capital
in Umsatztagen sowie ROCE. Weitere Steuerungskennzahlen, insbesondere auf Konzernebene,
sind darüber hinaus auch Auftragseingang, Auftragsbestand sowie Investitionen im Verhältnis
zum Umsatz. Auftragseingang und Auftragsbestand entstammen dem Management Reporting
und sind nicht Teil der prüferischen Durchsicht. Sie werden ausführlich ab Seite 75
des Geschäftsberichts 2019 erläutert.
| 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 | |
| Umsatz (Mio. €) | 3.055,8 | 3.601,5 |
| EBITDA (Mio. €) | 535,5 | 669,0 |
| EBITDA-Marge (% vom Umsatz) | 17,5 | 18,6 |
| EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) | 17,5 | 19,0 |
| EBIT (Mio. €) | 397,5 | 533,2 |
| EBIT-Marge (% vom Umsatz) | 13,0 | 14,8 |
| EBIT-Marge operativ (% vom Umsatz) | 13,0 | 15,6 |
| ROCE annualisiert (%) | 22,2 | 31,3 |
| Net Working Capital in Umsatztagen | 70,5 | 57,1 |
| Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Leasing) | 28.941 | 29.812 |
| 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 | |
| Systeme für Schienenfahrzeuge | ||
| Umsatz (Mio. €) | 1.740,8 | 1.876,0 |
| EBITDA-Marge (% vom Umsatz) | 22,4 | 22,2 |
| EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) | 22,4 | 22,2 |
| Systeme für Nutzfahrzeuge | ||
| Umsatz (Mio. €) | 1.314,7 | 1.726,7 |
| EBITDA-Marge (% vom Umsatz) | 12,0 | 15,3 |
| EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) | 12,0 | 16,3 |
Zur Ermittlung in den operativen EBITDA/EBIT-Margen wurden gegenüber den ausgewiesenen
Umsatz- und Ergebnisgrößen im Geschäftsjahr 2019 Effekte aus Restrukturierungsmaßnahmen
und transaktionsbezogene Einmaleffekte bereinigt. Im ersten Halbjahr 2020 kam es demgegenüber
zu keinen Bereinigungen.
Der ROCE zeigt, ob wir mit dem operativ gebundenen Kapital (Capital Employed) eine
angemessene Verzinsung erwirtschaften und bildet damit die Basis für eine effiziente
Kapitalallokation. Im ersten Halbjahr lag der ROCE annualisiert mit 22,2 % unter dem
entsprechenden Vorjahr (31,3 %). Dieser Rückgang resultierte vor allem aus dem höheren
gebundenen Kapital. Das Net Working Capital in Umsatztagen stieg mit 70,5 Tagen um
13,4 Tage gegenüber dem Vorjahresstichtag ( 57,1 Umsatztage), geprägt durch Maßnahmen
zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit, an.
Auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden regelmäßig ermittelt. Sie unterstützen
uns bei der Führung und der langfristigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens.
Hier ist die Anzahl der Mitarbeiter (FTE) als bedeutsamster nichtfinanzieller Leistungsindikator
zu nennen. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen jedoch nicht vorrangig zur
Steuerung des Unternehmens.
Die Definitionen der Kennzahlen im vorliegenden Bericht haben sich im Vergleich zum
Geschäftsbericht 2019 nicht verändert.
Die sich seit März 2020 abzeichnende weltweite Ausdehnung der Covid-19-Pandemie beeinträchtigte
rasch zunehmend das öffentliche Leben, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und auch
die Geschäftsentwicklung des Knorr-Bremse Konzerns. Hierbei ist insbesondere eine
rückläufige Nachfrage infolge temporärer Werkschließungen der Kunden im zweiten Quartal
zu nennen. Knorr-Bremse reagierte umgehend mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm,
um in dem herausfordernden Umfeld die Stabilität des Unternehmens sowie den bestmöglichen
Schutz unserer Mitarbeiter zu gewährleisten.
Hierzu gehörten neben der vorgenommenen Einräumung zusätzlicher Kreditlinien in Höhe
von € 750 Mio. zur Erhöhung des operativen Handlungsspielraums, vor allem Initiativen
zur Ertrags- und Cashflow-Stabilisierung sowie Sicherstellung der Lieferfähigkeit.
Diese Initiativen umfassen unter anderem zeitlich befristete Kostenmaßnahmen, wie
die Nutzung von Kurzarbeitergeld und ähnlichen Regelungen in anderen Ländern, soweit
sie in den Standorten der Knorr-Bremse Gruppe möglich sind. Des Weiteren wurde auch
die Erleichterung hinsichtlich steuerlicher Vorauszahlungen in Anspruch genommen.
Darüber hinaus überwachen wir kontinuierlich unsere Lieferketten und sichern diese
gegebenenfalls über eine temporäre Unterstützung ausgewählter Lieferanten oder auch
über Bevorratung.
Weltweit wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
getroffen, welche standortspezifische Hygienekonzepte und die notwendigen organisatorischen
sowie infrastrukturellen Veränderungen umfassen. Hierzu gehören beispielsweise eine
strikte Teamtrennung sowohl in der Produktion als auch im administrativen Bereich,
der vermehrte Einsatz mobiler Arbeit sowie die Bereitstellung von Schutzausrüstung.
Mit Kaufvertrag vom 30. Januar und Closing vom 1. Juni 2020 hat Knorr-Bremse von der
Wabco Holdings Inc. 100% der Anteile an der R.H. Sheppard Co., Inc. erworben. Der
vorläufige Kaufpreis für Sheppard beträgt € 135,5 Mio., der vollständig zum 30.06.2020
beglichen wurde. Der finale Kaufpreis ist abhängig von den vereinbarten Closing Accounts,
die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses noch nicht abschließend
zwischen den Vertragspartnern abgestimmt waren. Nach der Akquisition des Lenkungsbereichs
für Nutzfahrzeuge von Hitachi Automotive Systems in Japan im vergangenen Geschäftsjahr
ist der Erwerb von Sheppard für Knorr-Bremse ein weiterer Schritt zum globalen Anbieter
von integrierten Lenkungs- und Bremssystemen für Nutzfahrzeuge.
Bei den im Geschäftsbericht 2019 unter Kapitel H.9. beschriebenen rechtlichen Risiken
haben sich, abgesehen von den Untersuchungen des U.S. Department of Justice, der Kartellbeschwerde
Haldex, die Kündigung von langfristigen Lieferverträgen durch die Robert Bosch GmbH
sowie das Ermittlungsverfahren gegen Microelettrica Scientifica S.p.a, keine neuen
Sachverhalte oder weitere Einschätzungen bis zum 30. Juni 2020 ergeben.
Am 3. April 2018 gab das U.S. Department of Justice, Antitrust Division ("DOJ") bekannt,
dass es mit der Knorr-Bremse AG und der Westinghouse Air Brake Technologies Corporation
("Wabtec") eine Einigung hinsichtlich des Vorwurfs nicht gesetzeskonformer Vereinbarungen,
Mitarbeiter nicht abzuwerben, erzielte.
In Folge der Einigung mit dem DOJ reichten mehrere Angestellte Sammelklagen gegen
die Knorr-Bremse AG, Wabtec sowie einzelne ihrer Tochterunternehmen ein. Ziel der
Sammelklagen war es, Schadenersatz zur Kompensation der Angestellten für verminderte
Bezahlung - aufgrund der angeblichen Vereinbarung zwischen den oben genannten Beteiligten,
Mitarbeiter nicht abzuwerben - zu erlangen.
Am 16. Oktober 2019 schloss die Knorr-Bremse AG mit den Klägern eine Vergleichsvereinbarung
zur Beilegung der Sammelklage gegen Zahlung von $ 12,0 Mio. Die Zahlung ist in der
letzten Märzwoche 2020 auf ein Escrow Account bei Gericht erfolgt. Die endgültige
Bestätigung dieser Vergleichsvereinbarung erfolgte mit gerichtlicher Entscheidung
vom 26. August 2020.
Mit Datum vom 13. Februar 2020 hat die Haldex AB bei der Europäischen Kommission und
beim Administrative Council of Economic Defense (CADE) in Brasilien Beschwerden eingelegt.
Gegenstand der Beschwerden ist der Vorwurf, Knorr-Bremse AG habe durch den Erwerb
sowie das Halten eines Minderheitsanteils an Haldex AB im September 2016 das jeweils
geltende Kartell- bzw. Fusionskontrollrecht verletzt.
Der Minderheitsanteil von Knorr-Bremse an Haldex AB beträgt derzeit 9,24%. Knorr-Bremse
AG verteidigt sich gegen die Vorwürfe.
Die Europäische Kommission befindet sich in der Vorprüfung der Vorwürfe. Sie wird
voraussichtlich im Laufe des dritten oder vierten Quartals 2020 entscheiden, ob sie
ein formelles Verfahren eröffnet.
Die brasilianische CADE hat am 23. Juni 2020 beschlossen, ein förmliches Verfahren
wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Vollzugsverbot zu eröffnen. Das Verfahren
ist noch in der Ermittlungsphase. Eine Entscheidung über die Einstellung oder die
Fortführung des Verfahrens vor einem separaten Spruchkörper der CADE wird für frühestens
im dritten oder vierten Quartal 2020 erwartet.
Da sich beide Verfahren noch in einem frühen Stadium befinden, kann zu diesem Zeitpunkt
keine verlässliche Aussage über die Erfolgswahrscheinlichkeit oder die möglichen Folgen
eines nachteiligen Ergebnisses des Verfahrens gemacht werden. Das Risiko wird aktuell
als eher gering eingeschätzt.
Nachdem die Robert Bosch GmbH im Rahmen von andauernden Preisverhandlungen verschiedene
langfristige Lieferverträge für mehrere elektronische Komponenten aufgekündigt hatte,
was zu Unterbrechungen in der Belieferung von Kunden der Knorr-Bremse Gruppe und dadurch
zu Verlusten der Knorr-Bremse Gruppe aufgrund eines Produktionsstopps sowie zu damit
verbundenen Haftungsrisiken führen könnte, hat die Knorr-Bremse daraufhin mit Datum
13. März 2020 ein Schiedsverfahren gegen die Robert Bosch GmbH eingeleitet, um die
Fortsetzung der Lieferversorgung zu gewährleisten. Mit einer Entscheidung des Schiedsgerichts
wird im zweiten Quartal 2021 gerechnet.
Die italienischen Strafverfolgungsbehörden haben mit Schreiben vom 19. März 2019 mitgeteilt,
dass das Ermittlungsverfahren gegen Microelettrica Scientifica S.p. a., Buccinasco/Italien
("Microelettrica"), frühere Mitglieder des Verwaltungsrats der Microelettrica sowie
ein Mitglied des Managements von drei russischen Konzerngesellschaften im Zusammenhang
mit Provisionszahlungen an einen Agenten wegen Lieferungen an einen russischen Kunden
abgeschlossen wurde und gegen Microelettrica Anklage erhoben wird wegen angeblicher
Verletzung interner Regeln zur Vermeidung von Korruptionshandlungen durch die zuvor
genannten Personen.
Das gerichtliche Verfahren befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Da Knorr-Bremse
der Ansicht ist, dass Microelettrica geeignete Präventionsmaßnahmen gegen Korruption
getroffen und daher den italienischen Gesetzen entsprochen habe, erfolgte keine Rückstellungsbildung
zum 30. Juni 2020.
Zu allen anderen im Geschäftsbericht 2019 unter Kapitel H.9. beschriebenen rechtlichen
Risiken haben sich keine neuen Sachverhalte oder weitere Einschätzungen bis zum 30.
Juni 2020 ergeben.
Die Hauptversammlung der Knorr-Bremse AG beschloss am 30. Juni 2020, eine Dividende
in Höhe von € 1,80 je dividendenberechtigter Aktie (161.200.000 Aktien) auszuschütten.
Die Ausschüttungssumme beträgt damit € 290,2 Mio. und somit 46 % (Vorjahr: 45 %) des
Konzernjahresüberschusses. Hierin zeigt sich auch unsere schon lange praktizierte
Strategie, ausreichend Mittel im Unternehmen zu halten, um auch zukünftig wichtige
Investitionen tätigen zu können.
Knorr-Bremse hat sich im Segment der führenden Industriegüterunternehmen in Europa
fest etabliert und wird von Kapitalmarktteilnehmern entsprechend bewertet. Seit dem
Börsengang, zu einem Ausgabepreis von € 80 pro dividendenberichtigter Aktie, und inklusive
der Dividendenzahlungen seither, konnten die Aktionäre der Knorr-Bremse AG insgesamt
eine Steigerung von rund 38 % erzielen (XETRA Schlusskurs Knorr-Bremse Aktie am 31.
August 2020: € 106,48).
In der Hauptversammlung vom 30. Juni 2020 wurden Heinz Hermann Thiele, Dr. Thomas
Enders und Dr. Theodor Weimer neu in den Aufsichtsrat der Knorr-Bremse AG gewählt.
Der Beratervertrag zwischen Herrn Thiele und der Knorr-Bremse AG wurde ohne Abfindung
vorzeitig zum 30. Juni 2020 aufgelöst. Dr. Wolfram Mörsdorf, Wolfgang Tölsner und
Georg Weiberg sind mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat der Knorr-Bremse
AG ausgeschieden. Die Bestellung der neuen Aufsichtsratsmitglieder erfolgte für den
Rest der ursprünglichen Amtszeit der ausscheidenden Mitglieder, also bis zur Beendigung
der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2021.
Herr Ralph Heuwing ist mit Wirkung zum 30. April 2020 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand
der Knorr-Bremse AG ausgeschieden. Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurde Herr Frank Markus
Weber als neuer Vorstand für das Ressort des CFO bestellt.
Der Vorsitzende des Vorstands und ressortverantwortliche Arbeitsdirektor i. S. v.
§ 33 MitbestG der Knorr-Bremse AG, Bernd Eulitz, schied im gegenseitigen Einvernehmen
zum 31. August 2020 aus dem Unternehmen aus. Der Aufsichtsrat steht uneingeschränkt
hinter der erfolgreichen Unternehmensstrategie der Knorr-Bremse AG. Grund für das
Ausscheiden von Bernd Eulitz waren unterschiedliche Auffassungen zu Fragen der Führung
und der aktiven Gestaltung unternehmerischer Belange. Der Aufsichtsrat hat die Suche
nach einem Nachfolger bereits eingeleitet. In der Übergangszeit werden die Vorstandsmitglieder
Frank Markus Weber, Dr. Peter Laier und Dr. Jürgen Wilder die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden
gemeinschaftlich wahrnehmen.
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Auftragseingang | 2.727,1 | 3.581,2 |
| Auftragsbestand | 4.363,3 | 4.542,3 |
| Umsatz | 3.055,8 | 3.601,5 |
| EBITDA | 535,5 | 669,0 |
| EBITDA-Marge | 17,5 | 18,6 |
| EBITDA-Marge operativ | 17,5 | 19,0 |
| EBIT | 397,5 | 533,2 |
| EBIT-Marge | 13,0 | 14,8 |
| EBIT-Marge operativ | 13,0 | 15,6 |
| Periodenergebnis | 256,9 | 363,7 |
| Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) | 147,9 | 123,41) |
| Abschreibungen | 137,9 | 135,7 |
| F&E-Kosten | 194,8 | 202,1 |
| Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Leasing) | 28.941 | 29.812 |
1)
bereinigt um Nordgelände SLB (€ 10,3 Mio.)
Der Auftragseingang im Konzern lag im ersten Halbjahr 2020 mit € 2.727,1 Mio. (Vorjahr:
€ 3.581,2 Mio.) um 23,8 % infolge der Covid-19 Pandemie merklich unter dem Niveau
des Vorjahres. Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf die Nachfragezurückhaltung
unserer Kunden infolge der weltweiten Lockdowns im zweiten Quartal in beiden Divisionen
zurückzuführen. Dies führte zu einem Auftragsbestand zum 30.06.2020 in Höhe von €
4.363,3 Mio. (Vorjahr: € 4.542,3 Mio.) und einer rechnerischen Auftragsreichweite
von 8,7 (Vorjahr: 7,8) Monaten, welche unsere weiter solide Auftragssituation unterstreicht.
Die Book-to-Bill-Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingang zum Umsatz, belief
sich im ersten Halbjahr 2020 auf 0,89 (Vorjahr 0,99).
Auch im Konzernumsatz zeigten sich im ersten Halbjahr des Berichtsjahres mit einem
Rückgang um 15,2 % auf € 3.055,8 Mio. (Vorjahr: € 3.601,5 Mio.) die Auswirkungen der
Covid-19-Pandemie. Währungsbereinigt zu Istkursen 2019 betrug der Umsatzrückgang 15,0
%. Die zum Ende des ersten Halbjahres 2020 durchgeführte Akquisition von R.H. Sheppard
trug mit € 7,7 Mio. zum Umsatz bei.
Von dieser Entwicklung waren beide Divisionen betroffen. Die Division Systeme für
Schienenfahrzeuge verzeichnete einen Umsatzrückgang um 7,2 % gegenüber dem vergleichbaren
Vorjahreszeitraum. Dieser war von weltweiten rückläufigen OE-Umsätzen geprägt, wogegen
der Nachmarkt absolut und relativ zulegen konnte. Im Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge
resultierte der Umsatzrückgang um 23,9 % vor allem aus einer, besonders im zweiten
Quartal, weltweit stark rückläufigen Nutzfahrzeugproduktion. Dabei führten temporäre
Werkschließungen nahezu aller wesentlichen Kunden zu einem deutlichen Umsatzentfall.
Der Nachmarkt hingegen entwickelte sich absolut nahezu stabil und konnte damit relativ
gesteigert werden.
Auf Konzernebene erhöhte sich der Nachmarkt-Anteil am Gesamtumsatz von 31,7 % spürbar
auf 37,7 % (Aufteilung nach Management Reporting) und spiegelt unser robustes Geschäftsmodell
wider.
In der Region Europa/Afrika sank der Umsatz um 18,9 % auf € 1.372,9 Mio. (Vorjahr:
€ 1.691,9 Mio.), was einem Anteil von 45 % (Vorjahr: 47 %) entspricht. Die Region
Nordamerika um 27,2 % auf € 612,7 Mio. (Vorjahr: € 841,2 Mio.). Damit erreichte diese
Region 20 % (Vorjahr: 23 %) des Konzernumsatzes. In der Region Südamerika sank der
Umsatz um 36,4 % auf € 35,1 Mio. (Vorjahr: € 55,2 Mio.), was einem Umsatzanteil von
1 % (Vorjahr: 2%) entspricht. In Asien/Pazifik hingegen stieg der Umsatz um 2,2 %
auf € 1.035,0 Mio. (Vorjahr: € 1.013,2 Mio.), was nun 34 % des Konzernumsatzes (Vorjahr:
28%) darstellt.
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Europa/Afrika | 1.372,9 | 1.691,9 |
| Nordamerika | 612,7 | 841,2 |
| Südamerika | 35,1 | 55,2 |
| Asien/Pazifik | 1.035,0 | 1.013,2 |
| Gesamt | 3.055,8 | 3.601,5 |
Der Materialaufwand betrug € 1.468,4 Mio. (Vorjahr: € 1.799,6 Mio.), gegenüber dem
Vorjahr sank dieser um 18,4 % und damit stärker als der Umsatz. Die Materialaufwandsquote
liegt somit im Wesentlichen bedingt durch einen verbesserten Umsatzmix sowie Effizienzmaßnahmen
bei 48,1 % und damit spürbar unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 50,0 %). Auch der Personalaufwand
sank absolut um 4,5 % auf € 769,1 Mio. (Vorjahr: € 805,3 Mio.). Die Personalaufwandsquote
hingegen lag, infolge des überproportionalen Umsatzrückgangs, mit 25,2 %vom Umsatz
über dem Vorjahresniveau (22,4 %). Die Summe aus den sonstigen betrieblichen Erträgen
und Aufwendungen sank um 6,6 %, vor allem in Folge der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen,
auf € 334,4 Mio. (Vorjahr: € 357,9 Mio.).
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| F&E-Kosten | 194,8 | 202,1 |
| davon aktivierte Entwicklungskosten | 37,3 | 31,0 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten | 9,4 | 4,3 |
Im ersten Halbjahr 2020 investierte Knorr-Bremse € 194,8 Mio. (6,4 % des Umsatzes)
in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Davon entfielen € 98,6 Mio. oder 5,7 %des
entsprechenden Umsatzes auf die Division Systeme für Schienenfahrzeuge und € 96,3
Mio. bzw. 7,3 % des entsprechenden Umsatzes auf die Division Systeme für Nutzfahrzeuge.
Die F&E-Kosten entstammen dem Management Reporting und sind nicht Teil der prüferischen
Durchsicht.
Das EBITDA im ersten Halbjahr 2020 belief sich auf € 535,5 Mio. (Vorjahr: € 669,0
Mio.) und lag damit vor allem volumenbedingt um 20,0 % unter dem Vorjahr. Die EBITDA-Marge
entwickelte sich mit 17,5 % nur moderat rückläufig (Vorjahr: 18,6 %). Die operative
EBITDA-Marge, bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath (€ 16,4 Mio.) belief
sich im ersten Halbjahr 2019 auf 19,0 %.
Auch beim EBIT musste im ersten Halbjahr 2020 ein Rückgang um 25,4 % auf € 397,5 Mio.
(Vorjahr: € 533,2 Mio.) verzeichnet werden. Die EBIT-Marge betrug 13,0 % und lag damit
um 1,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahr (14,8 %). Die operative EBIT-Marge, bereinigt
um die Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath (€ 26,8 Mio.), lag im Vorjahr bei 15,6
%.
Das negative Finanzergebnis erhöhte sich im ersten Halbjahr 2020 um € 18,8 Mio. auf
€ 39,9 Mio. (Vorjahr: € 21,1 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf Umstellungseffekte
des Hedge Accountings sowie der Stichtagsbewertung derivativer Finanzinstrumente zurückzuführen.
Aufgrund des niedrigeren Vorsteuerergebnisses reduzierte sich der Steueraufwand im
ersten Halbjahr 2020 um 32,2 % auf € 100,7 Mio. (Vorjahr: € 148,5 Mio.). Die Steuerquote
lag mit 28,1 % unter dem entsprechenden Vorjahresniveau von 29,0 %, welches in 2019
insbesondere von erhöhten nicht nutzbaren steuerlichen Verlusten geprägt war.
Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von €256,9 Mio. sank absolut um 29,4 % gegenüber
dem Vorjahr (Vorjahr: € 363,7 Mio.). Die Umsatzrendite nach Steuern liegt mit 8,4
% um 1,7 Prozentpunkte unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 10,1 %). Nach Abzug der nicht
beherrschenden Anteile beträgt das Ergebnis je Aktie € 1,47 (Vorjahr: € 2,13 ).
| in FTE (inkl. Personalleasing) | 30.06.2020 | 30.06.2019 |
| Division Systeme für Schienenfahrzeuge | 16.241 | 16.558 |
| Division Systeme für Nutzfahrzeuge | 11.962 | 12.562 |
| Sonstige | 739 | 692 |
| Mitarbeiter gesamt | 28.941 | 29.812 |
| in FTE (inkl. Personalleasing) | 30.06.2020 | 30.06.2019 |
| Europa/Afrika | 14.985 | 15.789 |
| davon Deutschland | 5.146 | 5.820 |
| Nord-/Südamerika | 5.696 | 6.027 |
| Asien/Pazifik | 8.260 | 7.996 |
| Mitarbeiter gesamt | 28.941 | 29.812 |
Der Knorr-Bremse Konzern beschäftigte zum 30.06.2020 insgesamt 28.941 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, 2,9 % weniger als im Vorjahr (Vorjahr: 29.812; inklusive Personalleasing).
Die Angaben beziehen sich auf Vollbeschäftigten-Einheiten (FTE). Ohne Personalleasing
waren 26.438 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 26.817). Der Rückgang
gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum war im Wesentlichen auf temporäre Anpassungen
infolge des Umsatzrückgangs innerhalb der Regionen Europa und Nordamerika zurückzuführen.
Die Akquisition R.H. Sheppard im Nutzfahrzeugbereich trug im ersten Halbjahr 2020
792 Mitarbeiter bei. Demgegenüber entfielen die im ersten Halbjahr 2019 noch enthaltenen
529 Mitarbeiter der mittlerweile veräußerten Powertech-Gruppe im Schienenfahrzeugbereich.
Insgesamt waren zum Stichtag 30.06.2020 16.241 (Vorjahr: 16.558) Mitarbeiter in der
Division Systeme für Schienenfahrzeuge tätig, 11.962 (Vorjahr: 12.562) in der Division
Systeme für Nutzfahrzeuge.
Der Auftragseingang in der Division Systeme für Schienenfahrzeuge reduzierte sich
infolge der Coronakrise in allen Regionen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 13,5%
von € 1.924,7 Mio. auf € 1.664,3 Mio. Demgegenüber stieg der Auftragsbestand zum 30.06.2020,
aufgrund der positiven Auftragslage insbesondere im zweiten Halbjahr 2019, auf € 3.496,5
Mio. (Vorjahr: € 3.261,1 Mio.).
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Auftragseingang | 1.664,3 | 1.924,7 |
| Auftragsbestand (30.06.) | 3.496,5 | 3.261,1 |
| Umsatz | 1.740,8 | 1.876,0 |
| EBITDA | 390,2 | 417,0 |
| EBITDA-Marge (in % vom Umsatz) | 22,4 | 22,2 |
| EBITDA-Marge operativ (in % vom Umsatz) | 22,4 | 22,2 |
| EBIT | 325,6 | 359,4 |
| EBIT-Marge (in % vom Umsatz) | 18,7 | 19,2 |
| EBIT-Marge operativ (in % vom Umsatz) | 18,7 | 19,2 |
| Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) | 37,0 | 47,21) |
| Abschreibungen | 64,6 | 57,7 |
| F&E-Kosten | 98,6 | 106,7 |
| Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Personalleasing) | 16.241 | 16.558 |
1)
bereinigt um Nordgelände SLB (€ 10,3 Mio.)
Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge verzeichnete einen Umsatzrückgang um 7,2%
(währungsbereinigt 6,7 %) auf € 1.740,8 Mio. (Vorjahr: € 1.876,0 Mio.). Das RailServices-Geschäft
wuchs absolut im ersten Halbjahr um 2,4 %, was auf den europäischen und nordamerikanischen
Markt zurückzuführen war. Demgegenüber reduzierten sich jedoch die OE-Umsätze im Wesentlichen
infolge Covid-19 weltweit, vor allem in Europa. Dies resultierte im europäischen Geschäft
insbesondere aus Einbußen in den Bereichen Light-Rail-Vehicles, Regional & Commuter
sowie im Hochgeschwindigkeitsverkehr, wogegen das Personenwagengeschäft Zuwächse erzielen
konnte. Daneben verzeichneten Nordamerika vor allem im Frachtgeschäft sowie Asien
im Lokomotivengeschäft und Hochgeschwindigkeitsverkehr Umsatzrückgänge. Auf dem asiatischen
Markt konnten diese infolge einer starken Entwicklung im Metrogeschäft zum Teil kompensiert
werden.
Die F&E-Kosten beliefen sich im ersten Halbjahr auf € 98,6 Mio. und lagen damit leicht
unter dem Vorjahr (€ 106,7 Mio.). Relativ betrachtet ergab sich eine zum Vorjahr nahezu
konstante F&E-Quote von 5,7 % (Vorjahr: 5,7 %) vom Umsatz. Dabei konzentrierten wir
uns auf die aus den Megatrends abgeleiteten Industrietrends. Dies sind für die Systeme
für Schienenfahrzeuge u.a. Verkehrsleistung, Umweltverträglichkeit, Verfügbarkeit,
Lebenszyklusmanagement und Digitalisierung.
Das EBITDA lag volumenbedingt mit € 390,2 Mio. vergleichsweise moderat um 6,4 % unter
dem Vorjahreswert (Vorjahr: € 417,0 Mio.). Dies führte zur einer stabilen Entwicklung
der EBITDA-Marge, welche im ersten Halbjahr bei 22,4 % (Vorjahr: 22,2 %) lag. Dabei
profitierte die Division von der erfreulichen Entwicklung des margenstarken Nachmarkts
(Service-Geschäft), dessen Ergebnisbeiträge, trotz herausfordernden Marktumfelds,
zu einer Stabilisierung der Ergebnismarge auf hohem Niveau beitrugen. Darüber hinaus
wirkte sich das sofort eingeleitete Kostensenkungsprogramm zur Abmilderung der Folgen
der Covid-19-Pandemie auf die Ergebnissituation positiv aus.
Die Investitionen der Division Systeme für Schienenfahrzeuge betrugen € 37,0 Mio.
in 2020 (Vorjahr: € 47,2 Mio.) und flossen neben Automatisierungsprojekten, in Erweiterungen
der Kapazitäten von wachstumsstarken Produktgruppen sowie in Ersatzinvestitionen.
Die Abschreibungen lagen mit € 64,6 Mio. moderat über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr:
€ 57,7 Mio.) und reflektieren vor allem die im letzten Geschäftsjahr hohen getätigten
Investitionen.
Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge beschäftigte zum 30.06.2020 16.241 Mitarbeiter
(30.06.2019: 16.558 Mitarbeiter inkl. Personalleasing). Die gesunkene Mitarbeiteranzahl
gegenüber dem Vorjahr ist dabei im Wesentlichen auf den Entfall der mittlerweile veräußerten
Powertech-Gruppe (529 Mitarbeiter im ersten Halbjahr 2019) zurückzuführen. Die ansonsten
relativ stabile Entwicklung der Mitarbeiteranzahl ist insbesondere auf spürbare Erholungstendenzen
des chinesischen Schienenfahrzeugmarktes zurückzuführen.
Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge musste im ersten Halbjahr 2020 einen signifikanten
Rückgang im Auftragseingang um 36,1 % auf €1.060,6 Mio. (Vorjahr: €1.658,5 Mio.) verzeichnen.
Diese Entwicklung resultierte aus insbesondere im zweiten Quartal erfolgten temporären
Werkschließungen der Kunden infolge der Coronakrise. Der deutliche Rückgang im Auftragseingang
spiegelte sich auch im Auftragsbestand wider, welcher zum 30.06.2020 um 32,1 % auf
€ 880,1 Mio. (Vorjahr: €1.295,6 Mio.) sank.
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Auftragseingang | 1.060,6 | 1.658,5 |
| Auftragsbestand (30.06.) | 880,1 | 1.295,6 |
| Umsatz | 1.314,7 | 1.726,7 |
| EBITDA | 158,2 | 264,2 |
| EBITDA-Marge (in % vom Umsatz) | 12,0 | 15,3 |
| EBITDA-Marge operativ (in % vom Umsatz) | 12,0 | 16,3 |
| EBIT | 94,2 | 194,7 |
| EBIT-Marge (in % vom Umsatz) | 7,2 | 11,3 |
| EBIT-Marge operativ (in % vom Umsatz) | 7,2 | 12,8 |
| Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) | 98,8 | 61,1 |
| Abschreibungen | 64,1 | 69,5 |
| F&E-Kosten | 96,3 | 95,4 |
| Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Personalleasing) | 11.962 | 12.562 |
Der Umsatz reduzierte sich im ersten Halbjahr 2020 deutlich um 23,9 % auf € 1.314,7
Mio. (Vorjahr: € 1.726,7 Mio.). Währungsbereinigt lag der Umsatzrückgang bei 24,0
%. Dies war auf dem umfangreichen Entfall von OE-Umsätzen infolge der Lockdowns und
damit verbundenen Werkschließungen der Nutzfahrzeughersteller in Europa sowie in Nord-
und Südamerika zurückzuführen. Der chinesische Markt konnte sich hingegen im zweiten
Quartal bereits wieder dynamisch erholen, so dass der Umsatz der Region Asien/Pazifik
das Vorjahresniveau hingegen übertreffen konnte. Mit 71,1 % Anteil am Gesamtumsatz
des Segments verzeichnete der Bereich OE-Kunden einen Rückgang um 6,6 Prozentpunkte
gegenüber dem Vorjahr (77,7 %). Demgegenüber konnte der Nachmarktanteil (Aufteilung
nach Management-Reporting) am Gesamtumsatz auf 28,9 % (Vorjahr: 22,3 %) zulegen und
präsentierte sich auch absolut robust, nahezu auf Vorjahresniveau. Die zum Ende des
ersten Halbjahr 2020 durchgeführte Akquisition von R.H. Sheppard trug mit € 7,7 Mio.
zum Gesamtumsatz bei.
Die F&E-Kosten der Division stiegen im ersten Halbjahr 2020 moderat auf € 96,3 Mio.
(Vorjahr: € 95,4 Mio.) und resultieren in einer F&E-Quote von 7,3 %. Diese lag vor
allem aufgrund des stark rückläufigen Umsatzes und weiteren getätigten Zukunftsinvestments
merklich über dem Vorjahreswert von 5,5 % im ersten Halbjahr 2019. Die F&E-Aktivitäten
konzentrierten sich auf die Megatrends Verkehrssicherheit, Automatisiertes Fahren,
Emissionsreduktion und E-Mobilität sowie Konnektivität.
Das EBITDA der Division Systeme für Nutzfahrzeuge sank um 40,1 % auf € 158,2 Mio.
(Vorjahr: € 264,2 Mio.). Die EBITDA-Marge lag mit 12,0 % um 3,3 Prozentpunkte unter
der des Vorjahres (15,3 %). Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath
in Höhe von € 16,4 Mio. lag die operative EBITDA-Marge im Vorjahr bei 16,3 %.
Die Investitionen der Division Systeme für Nutzfahrzeuge erhöhten sich im ersten Halbjahr
2020 gegenüber dem Vorjahr um € 37,7 Mio. auf € 98,8 Mio. (Vorjahr: € 61,1 Mio.).
Der deutliche Anstieg basiert dabei vor allem auf dem Ausbau von Fertigungskapazitäten
an den nordamerikanischen Standorten Huntington und Bowling Green sowie strategischen
Investitionen im Rahmen des Lenkungsgeschäft in weitere Software-Entwicklung. Daneben
fielen Investitionen in die weltweite Bereitstellung von Lieferantenwerkzeugen sowie
Ersatzinvestitionen an. Die Abschreibungen der Division Systeme für Nutzfahrzeuge
lagen, bedingt vor allem durch den Entfall der im Vorjahr angefallenen Sonderabschreibungen
für die Werksschließung Wülfrath, bei € 64,1 Mio. und damit um € 5,4 Mio. niedriger
als im Vorjahr (€ 69,5 Mio.).
Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge beschäftigte zum 30.06.2020 11.962 Mitarbeiter
(Vorjahr: 12.562) und damit 600 Mitarbeiter bzw. 4,8 % weniger als zum 30.06.2019.
Hierin enthalten sind 792 Mitarbeiter aus der Akquisition R.H. Sheppard im ersten
Halbjahr 2020. Der Rückgang ist dabei vor allem auf die Regionen Europa und Nordamerika
(bereinigt um R.H. Sheppard) zurückzuführen.
Das Finanz- und Liquiditätsmanagement sowie die Finanzierungsstruktur des Knorr-Bremse
Konzerns sind auf den Seiten 83 ff. des Geschäftsberichts 2019 beschrieben. Wesentliche
Veränderungen gegenüber dem 31.12.2019 ergaben sich innerhalb der Finanzverbindlichkeiten
bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie bei den sonstigen finanziellen
Verbindlichkeiten. Dies resultiert vor allem aus der Ziehung zusätzlicher Kreditlinien
über insgesamt € 750 Mio. zur Erhöhung unseres finanziellen Spielraums im Rahmen des
Covid-19 Maßnahmenprogramms. Im ersten Halbjahr 2020 wurde das Darlehen über € 100
Mio. bei der European Investment Bank (EIB) planmäßig getilgt.
| in Mio. € | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| Derivate | (31,6) | (26,4) |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (843,8) | (196,7) |
| Anleihen und Schuldverschreibungen | (1.246,8) | (1.249,0) |
| Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile | (379,6) | (379,6) |
| Kaufpreisverbindlichkeiten | (47,8) | (45,0) |
| Leasingverbindlichkeiten | (360,3) | (377,3) |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | (607,7) | (259,8) |
| Summe | (3.517,6) | (2.533,8) |
| Davon: | ||
| Kurzfristig | (1.859,8) | (875,6) |
| Langfristig | (1.657,8) | (1.658,2) |
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 118,6 | 310,5 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | (253,3) | (322,2) |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 572,0 | (304,0) |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 437,3 | (315,6) |
| Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderung des Finanzmittelfonds | (24,2) | 6,8 |
| Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds | - | (0,2) |
| Veränderung des Finanzmittelfonds | 413,0 | (309,0) |
| Free Cashflow | (13,3) | 189,7 |
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit sank im ersten Halbjahr 2020 gegenüber
dem Vorjahr deutlich um € 191,9 Mio. oder 61,8 % auf € 118,6 Mio. Ausgehend von einem
Rückgang des Periodenergebnisses um € 106,7 Mio. oder 29,4 % auf € 256,9 Mio. war
dies vor allem auf Maßnahmen zur Sicherung der Lieferfähigkeit zurückzuführen, welche
zu einer Erhöhung des Working Capital führte.
In den ersten 6 Monaten 2020 verbesserte sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit
um € 68,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr auf € 253,3 Mio. Der Rückgang resultierte insbesondere
aus geringeren Kaufpreiszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften.
Im ersten Halbjahr 2020 entfielen hierbei auf den Erwerb von R.H. Sheppard € 135,5
Mio., dem gegenläufig durch die Akquisition zugegangenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
in Höhe von € 11,9 Mio. entgegenstehen. Demgegenüber betrugen die Kaufpreiszahlungen
im Vorjahr für Hitachi Automotive Systems Ltd. Japan (€ 163,4 Mio.), Sentient IP AB
(inkl. der Sentient Heavy Vehicles AB), Göteborg, Schweden (€ 4,8 Mio.) sowie für
den Erwerb von Vermögenswerten der Snyder Equipment Company (€ 16,4 Mio.) und der
Hitachi Automotive Systems Asia, Ltd., Thailand (€ 9,6 Mio.). Weiterhin ergaben sich
auch geringere Mittelabflüsse aus dem Erwerb von Beteiligungen. Im ersten Halbjahr
2020 fielen € 2,4 Mio. an, wohingegen im Vorjahr insgesamt € 12,2 Mio. für RailVision,
Ra'anana/Israel (€ 5,2 Mio.) sowie RailNova, Brüssel/Belgien (€ 7,0 Mio.) anfielen.
Demgegenüber stiegen die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände
um € 5,2 Mio. auf € 50,3 Mio. sowie in Sachanlagevermögen um € 5,6 Mio. auf € 92,9
Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitraum an.
Im ersten Halbjahr 2020 ergab sich ein Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in
Höhe von € 572,0 Mio., was einen Anstieg um € 876,0 Mio. dem Vorjahr bedeutet. Diese
Entwicklung resultierte im Wesentlichen aus erhöhten Einzahlungen aus Finanzkrediten
um € 715,8 Mio. im Rahmen der Covid-19 Maßnahmenprogramms durch zusätzliche Ziehung
von Kreditlinien. Weiterhin erfolgte die am letzten Berichtsstichtag beschlossene
Dividendenzahlung an die beherrschenden Gesellschafter der AG in Höhe von € 290,2
Mio. im Juli 2020 und damit anders als im Vorjahr nicht mehr im ersten Halbjahr. Gegenläufig
wurde das Darlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von € 100,0 Mio. getilgt.
Der Free Cashflow belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf € -13,3 Mio. und lag damit
um € 203,0 Mio. unter dem Vorjahresniveau von € 189,7 Mio. Diese Entwicklung ist neben
einem niedrigeren Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auch auf moderat gestiegene
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zurückzuführen.
Der deutliche Anstieg des Finanzmittelfonds zum 30.06.2020 auf € 2.266,5 Mio. (30.06.2019:
€1.409,7 Mio.) setzte sich im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit
(€ 572,0 Mio.) und dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (€ 118,6 Mio.)
sowie einem niedrigeren Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (€ 253,3 Mio.) zusammen.
Die Nettoverschuldung stieg jedoch von € 364,6 Mio. per 30.06.2019 auf € 447,9 Mio.
per 30.06.2020 an. In der Nettoverschuldung zum 30.06.2020 ist die Verbindlichkeit
zur Dividendenausschüttung unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bereits
berücksichtigt.
| in Mio. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Finanzmittelfonds zu Periodenbeginn | 1.853,5 | 1.718,7 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 118,6 | 310,5 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | (253,3) | (322,2) |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 572,0 | (304,0) |
| Sonstiges | (24,2) | 6,6 |
| Finanzmittelfonds zu Periodenende | 2.266,5 | 1.409,7 |
Das Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital betrug zum Ende des ersten Halbjahrs
25,7 % (Vorjahr: 22,1 %) und resultierte aus einer um € 83,3 Mio. gestiegenen Nettoverschuldung.
Diese Entwicklung war neben den oben beschriebenen Effekten innerhalb der Cashflowrechnung
auch durch höhere Leasingverbindlichkeiten infolge der Sale and Lease-Back-Transaktion
Nordgelände am Standort München bedingt. Insgesamt stiegen die Leasingverbindlichkeiten
um € 87,5 Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt (€ 272,8 Mio.) auf € 360,3 Mio. an.
Zum 30.06.2020 betrug der nicht abgezinste maximale Haftungsbetrag für Kreditgarantien/-bürgschaften
und Vertragserfüllungsgarantien/-bürgschaften für Leistungen Dritter insgesamt € 22,6
Mio. (31.12.2019: € 20,7 Mio.). Darüber hinaus bestanden noch weitere finanzielle
Verpflichtungen, wie Investitionsprojekte (€ 57,7 Mio.), Miet- und Leasingverpflichtungen
(€ 153,4 Mio.), Verpflichtungen wegen Großreparaturen und Wartungsarbeiten (€ 9,6
Mio.) und sonstige Verpflichtungen (€ 81,8 Mio.).
Aufgrund unserer Fähigkeit, Mittelzuflüsse aus betrieblicher Geschäftstätigkeit zu
generieren, unseren liquiden Mitteln, die in Anspruch genommenen Kreditlinien und
den bestehenden Kreditratings sind wir der Überzeugung, dass wir über ausreichende
Flexibilität verfügen, um unseren Liquiditätsbedarf zu decken.
Seit dem Jahr 2000 bewerten zwei externe Ratingagenturen, Standard & Poor's und Moody's,
die wirtschaftliche Situation der Knorr-Bremse Gruppe. Die Ratings waren von Beginn
an im Investment Grade angesiedelt und konnten über die Jahre kontinuierlich verbessert
werden. Im August 2019 bestätigte S&P die Bewertung des Knorr-Bremse Konzerns aus
dem Jahr 2016 mit der Ratingkategorie "A" und dem Outlook "stable". Mit dem Ratingreview
veränderte S&P die Industrieklassifizierung von vormals "Automobilzulieferer" auf
"Capital Goods Industrie". Die neue Kategorie bescheinigt eine erhöhte Stabilität,
sowie eine geringere Abhängigkeit von zyklischen Wirtschaftsverläufen aufgrund der
steigenden Umsatz- und Ergebnisbeiträge im Geschäft mit Schienenfahrzeugen. Moody's
bewertet die Knorr-Bremse Gruppe weiterhin mit "A2" und veränderte lediglich den Outlook
im Mai 2020 von "stable" auf "negative". Beide Ratingagenturen würdigten die fortwährend
stabile Ergebnisqualität, die Kontinuität der Managementleistung sowie die Stärkung
der Wettbewerbsposition, insbesondere durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Zudem betonten sie das substanzielle Wachstum der Knorr-Bremse Gruppe durch Akquisitionen
und Gründung von Joint Ventures.
Die Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich um 12,0% auf € 7.667,1 Mio. gegenüber dem
31.12.2019 (€ 6.846,8 Mio.). Der Anstieg der Bilanzsumme war vor allem bedingt durch
zusätzliche Kreditlinien zur Liquiditätserhöhung und Sicherstellung unseres operativen
Handlungsspielraums.
| in Mio. € | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| Nettoverschuldung/-guthaben | (447,9) | 57,7 |
| Nettoverschuldung zu EBITDA (%) | (83,6) | 0 |
| Gearing (%) | (25,7) | 0 |
| Net Working Capital (NWC) | 1.196,8 | 809,1 |
| Net Working Capital in Umsatztagen | 70,5 | 42,0 |
| Umschlaghäufigkeit Vorräte | 3,3 | 8,5 |
| Forderungen/Days Sales Outstanding | 83,1 | 59,6 |
| Eigenkapitalquote | 22,7 | 27,8 |
| Bilanzsumme | 7.667,1 | 6.846,8 |
Das Net Working Capital, definiert als Summe aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und vertraglichen Vermögenswerten, abzüglich Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Verbindlichkeiten, lag per 30.06.2020
bei € 1.196,8 Mio. (31.12.2019: € 809,1 Mio.). In Umsatztagen gemessen entspricht
dies einer Bindung von 70,5 Tagen (31.12.2019: 42,0 Tage). Dieser Anstieg beruhte
zum einen auf saisonalen Effekten und zum anderen auf Maßnahmen zur Aufrechterhaltung
unserer Lieferketten, insbesondere nach China.
Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Jahresende 2019 nicht wesentlich geändert.
Die Eigenkapitalquote, welche die Dividendenausschüttung in 2020 bereits berücksichtigt,
sank zum einen infolge eines geringeren Ergebnisbeitrags bedingt durch die Covid-19
Pandemie und zum anderen resultierend aus einem Anstieg der Bilanzsumme um 5,1 Prozentpunkte
von 27,8 % per 31.12.2019 auf 22,7 %.
| in Mio. € | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| Gezeichnetes Kapital | 161,2 | 161,2 |
| Sonstiges Eigenkapital | 1.477,3 | 1.623,2 |
| Eigenkapital Aktionäre | 1.638,5 | 1.784,4 |
| Nicht beherrschende Anteile | 103,0 | 117,1 |
| Summe Eigenkapital | 1.741,5 | 1.901,5 |
| in Mio. € | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwert | 896,2 | 842,2 |
| Sachanlagen | 1.490,0 | 1.469,2 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 281,6 | 312,2 |
| Langfristige Vermögenswerte | 2.667,8 | 2.623,6 |
| Vorräte | 933,2 | 815,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.411,6 | 1.149,0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 41,5 | 62,6 |
| Vertragliche Vermögenswerte | 91,4 | 89,9 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.293,2 | 1.880,7 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 228,4 | 226,0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.999,2 | 4.223,2 |
Die zukunftsorientierte Investitionspolitik des Knorr-Bremse Konzerns wurde im ersten
Halbjahr trotz der Covid-19-Pandemie fortgesetzt und unterstreicht die langfristigen
Wachstums- und Innovationsprioritäten des Konzerns. Wesentliche Investitionen in Sachanlagen
flossen vor allem in laufende Bauprojekte sowie in Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen
in Produktionsanlagen und -equipment. Darüber hinaus stiegen die immateriellen Vermögenswerte
gegenüber dem 31.12.2019, unter anderem aufgrund des Goodwill-Zugangs im Rahmen der
Akquisition von R.H. Sheppard.
Im Geschäftsbericht 2019 sind ab Seite 88 die spezifischen Risiken und Chancen sowie
das dazugehörige Risikomanagementsystem des Knorr-Bremse Konzerns ausführlich beschrieben,
welches in 2020 weiter unverändert blieb.
Gegenüber dem Jahresende 2019 erhöhte sich das Risikoportfolio in der Risikokategorie
Projektmanagement von sehr gering auf hoch (Risikokategorie nach Rückstellungen: gering).
Dies ist unter anderem auf höhere Projektrisiken im Rahmen des Kundenprojekts Wuppertaler
Schwebebahn zurückzuführen. In den anderen Risikokategorien des Knorr-Bremse Konzerns
gab es gegenüber dem Jahresende 2019 keine wesentlichen Änderungen.
Je nach weiterer Entwicklung der Covid-19-Pandemie können sich gegenüber unserer heutigen
Prognose im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres sowohl Risiken als auch
Chancen auf unsere Umsatz-, Ertrags- und Finanzlage ergeben.
Insgesamt ergab die Analyse des konzernweiten Risikoprofils im ersten Halbjahr 2020,
dass unsere Risiken begrenzt sind und keine erkennbaren Risiken bestehen, die den
Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
In der ersten Jahreshälfte 2020 haben die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen
wirtschaftlichen Lockdowns in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und anderen
Teilen der Welt das Leben von Milliarden Menschen verändert und die tiefste globale
Rezession seit Jahrzehnten ausgelöst. Während das endgültige Ergebnis noch ungewiss
ist, wird die Pandemie in der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Länder zu einem
Rückgang in der Wirtschaftsleistung führen. Die Arbeitsproduktivität wird dabei ebenfalls
nachhaltig geschädigt.
Der Ausblick der Wirtschaftsexperten für 2020 und 2021 konzentriert sich auf zwei
gleichermaßen wahrscheinliche Szenarien: - Eines, in dem eine zweite Infektionswelle
mit erneuten Einschränkungen vor Ende 2020 auftritt (Double Hit), und ein Zweites,
in dem ein weiterer schwerwiegender Ausbruch vermieden werden kann (Single Hit). Ausgehend
von dem Single Hit Szenario, bei dem die meisten Volkswirtschaften den Wachstumspfad
ab der zweiten Jahreshälfte langsam wieder aufnehmen, prognostizieren die IMF Experten
ein negatives globales Wachstum von -4,9% für das Jahr 2020 gefolgt von einer Erholung
von 5,4% im Jahr 2021. Im Falle eines Double Hit Szenarios schätzen Analysten der
OECD das globale Wachstum hingegen auf -8,8% in 2020 und sehen für 2021 ein moderates
Wachstum von 1,7%.
Im gesamten Euroraum haben die Regierungen verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der
Pandemie eingeleitet - Ausgangssperren, Grenzschließung, etc. Diese haben deutliche
Spuren bei inländischen Wirtschaftsaktivitäten hinterlassen. Des Weiteren sind viele
Mitglieder der Eurozone stark vom Tourismus abhängig, der über Monate praktisch zum
Erliegen gekommen ist. Trotz der allmählichen Lockerungen bleibt dieser sehr anfällig
und wird auch im besten Fall deutlich unter den Erwartungen liegen. Als Reaktion unter
anderem darauf hat die Europäische Zentralbank das Anleihen-Kaufprogram erweitert
und günstige Kredite bereitgestellt. Damit sollen alle EU Staaten auf fiskal-politischer
Ebene erheblich unterstützt werden. Das Wachstum im Euroraum wird laut IMF Analysten
im Jahr 2020 voraussichtlich stark schrumpfen und auf -10,2% zurückgehen. Ab Ende
des Jahres erwarten die Experten eine leichte Erholung und prognostizieren für 2021
ein Wachstum um 6,0%.
In den USA hat der Ausbruch ebenfalls massive Störungen in allen Sektoren verursacht
und der Dienstleistungs- sowie der Gesundheitssektor erlebten sogar einen beispiellosen
Kollaps. Die Anzahl der Arbeitslosen stieg rasant während die Industrieproduktion
und der Einzelhandelsumsatz einen ebenso drastischen Einbruch zu verzeichnen hatten.
Der massive Einbruch des Ölpreises in Q2 hat den Ölsektor erheblich unter Druck gesetzt.
Die FED senkte den Leitzins im Verlauf der Pandemie auf nahe Null und beschloss bzw.
kündigte weitere weitreichende Maßnahmen an um das Finanzsystem zu stabilisieren.
Das US BIP wird von den World Bank Analysten für 2020 auf -8,0% geschätzt. Für 2021
gehen sie von 4,5% aus, wobei das Wachstum in erster Linie auf großangelegte politische
Unterstützung und die Rückkehr des Anleger- und Verbrauchervertrauens basiert.
China hat bereits Ende Januar harte Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eingeleitet.
Ein ausgedehnter Lockdown führte bereits in Q1 zu einem starken Rückgang in der Produktion,
im privaten Konsum und im Dienstleistungssektor. In der Folge verzeichnete China drastische
Einbrüche bei den Importen und sogar noch größere Rückgänge bei den Exporten, die
maßgeblich auf Produktionsausfällen beruhten. Die Regierung hat daraufhin weitgehende
geld- und fiskalpolitische Maßnahmen umgesetzt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen
des Ausbruchs abzufedern, z.B. die Bereitstellung wesentlicher Liquiditätsspritzen,
Steuererleichterungen, Notfallgesundheitspakete und die Erhöhung von Sozialausgaben.
Im zweiten Quartal litten viele Unternehmen weiterhin unter finanziellen Engpässen
und der eingebrochenen weltweiten Nachfrage. Mittlerweile gibt es jedoch eine Reihe
von Anzeichen und Tendenzen für eine allmählige Normalisierung und eine wieder steigende
Produktivität. Entsprechend erwarten die Experten der World Bank ein Wachstum vom
1% für 2020 und eine Erholung von 8,2% in 2021, vorausgesetzt die weltweite Nachfrageerholung
ist von Bestand.
Die mit der Reaktion auf die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie verbundenen Lockdown
Maßnahmen brachten die Weltwirtschaft im ersten Quartal 2020 fast zum Stillstand und
ließen die Aktienmärkte im März abstürzen. Die Zentralbanken und Staaten reagierten
rasch und bestimmt mit einem nie dagewesenen Ausmaß an Hilfspaketen, beispiellosen
Zinssenkungen und Anleihekäufen.
Durch die Maßnahmen dominiert an den Aktienmärkten wieder die Zuversicht und seit
Anfang Juni preisen die Märkte eine scharfe V-förmige Erholung ein. Seither ist eine
Stabilisierung teilweise erkennbar. Dabei gibt es eklatante Differenzen zwischen einzelnen
Regionen und Ländern. Asiatische Volkswirtschaften sind derzeit der Treiber der Erholung.
Dazu zählen vor allem China und industrialisierte Länder wie Taiwan, Südkorea und
Singapur. Der Vorsprung zeigt sich im Fortschritt in der Pandemie, aber auch in den
Wirtschaftsindikatoren. Diese zeigen in Asien bereits wieder deutlich mehr Lichtblicke
als im Rest der Welt. Vor allem in Ländern wie den USA und Großbritannien kann eine
hohe Arbeitslosigkeit und ein dramatischer Anstieg der öffentlichen und privaten Verschuldung
die Bereitschaft, Geld auszugeben, in der Erholung dämpfen. Darüber hinaus könnte
die Wahl in den USA am 3. November entsprechend wichtige Auswirkungen auf die Märkte
haben. Sollte es wieder zu ähnlich starken Einschränkungen wie zu Beginn der Corona
Krise kommen, würde an den Märkten der Optimismus wohl wieder schwinden. Die Lage
bleibt labil.
Die Einschätzung der Entwicklung des globalen Schienenfahrzeugmarktes hat sich im
Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Covid-19-Pandemie erheblich geändert. Alle Regionen
der Welt sind durch Lockdowns und Einschränkungen stark betroffen, was sich in temporärem
Einstellen des Fahrgastbetriebs, reduziertem Fahrgastaufkommen, geringem Frachtvolumen
und Schließung von Produktionsstätten der Fahrzeugbauer niederschlägt. Längerfristig
betrachtet dürfte mit einer raschen Erholung und steigenden Nachfrage aus dem europäischen
und asiatischen Schienenverkehr gerechnet werden, vor allem im Passagiergeschäft,
unterstützt durch zahlreiche Konjunkturprogramme sowie der Klimaschutzanforderungen.
In Europa wird nach starken Einschnitten insbesondere im zweiten Quartal 2020 mit
einer voraussichtlichen Erholung in 2021 gerechnet, gestützt durch umfangreiche Konjunkturpakete
der Einzelstaaten sowie der Europäischen Union, gepaart mit einem deutlichen Fokus
auf die Klimaschutzziele.
Knorr-Bremse rechnet mit einem starken Rückgang im nordamerikanischen Gesamtmarkt.
Für den Passagiermarkt wird durch die Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie
eine temporäre Abschwächung erwartet. Nordamerika erwartet neben dem zyklischen Rückgang
im Frachtmarkt eine zusätzliche Verschärfung aufgrund der Covid-19-Pandemie.
In Asien-/Pazifik wird mit einem moderaten Wachstum in der Neubeschaffung gerechnet.
China wird weiter der größte Beschaffungsmarkt bleiben und zeichnete sich durch eine
Erholung im zweiten Quartal 2020 nach massiven Einschnitten im ersten Quartal aus,
die sich in diesem Maße aber nicht fortsetzen wird. Der Nachmarkt in China wird durch
das weitere Flottenwachstum geprägt werden. Der Wachstumstreiber im Neugeschäft Indien
wird durch die andauernden Lockdowns stark beeinträchtigt sein.
Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen.
Gegenüber dem Vorjahr entwickelte sich die globale Nutzfahrzeugproduktion aufgrund
der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie deutlich rückläufig. Für das gesamte Jahr 2020
rechnet Knorr-Bremse mit einem Rückgang der weltweiten Nutzfahrzeugproduktion um 10%,
abgefedert durch eine einsetzende Erholung der Märkte in fast allen Teilen der Welt.
Trotz der zu beobachtenden Erholung im zweiten Halbjahr 2020 wird in Westeuropa mit
einem Rückgang des Nutzfahrzeugmarktes in 2020 um rund 30% auf ca. 320.000 Einheiten
gerechnet. In Osteuropa sinkt die Nutzfahrzeugproduktion voraussichtlich um 14% im
Gesamtjahr und liegt somit bei rund 60.000 Einheiten.
Für die weltweit am stärksten von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie getroffenen
Märkte Nord- und Südamerika wird für das zweite Halbjahr nur eine leichte Erholung
prognostiziert. Die Nutzfahrzeugproduktion sinkt somit gegenüber Vorjahr um voraussichtlich
43% auf rund 330.000 Einheiten.
Die Nutzfahrzeugmärkte in Asien steigen voraussichtlich um 7% im laufenden Jahr auf
1.950.000 Einheiten. Gegenüber deutlichen Rückgängen in den Märkten Japan (-25%, 170.000
Einheiten) und Indien (-39%, 160.000 Einheiten) verzeichnet der Nutzfahrzeugmarkt
in China bereits früh im Jahr eine rasche Erholung der Nutzfahrzeugproduktion und
steigt voraussichtlich um 21% gegenüber 2019 auf 1.625.000 Einheiten.
Die Marktangaben beziehen sich auf die Lkw-Produktionsraten der jeweiligen Regionen,
die von verschiedenen Organisationen veröffentlicht werden.
Der Ausblick stellt sich für das Gesamtjahr 2020 wie folgt dar:
| Zielgrößen | Ziel 2020 | 2019 |
| Umsatz (Mio. €) | 5.900 - 6.200 | 6.937 |
| EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) | 16,5 - 17,5 | 18,8 |
Basierend auf dem ersten Halbjahr 2020 und vorbehaltlich weiterer Lockdowns aufgrund
der Covid-19-Pandemie und damit verbundener negativer Effekte auf den Geschäftsverlauf
bis Jahresende rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2020 mit einem Umsatz von
€ 5.900 bis € 6.200 Mio. (Vorjahr: € 6.937 Mio.) und einer operativen Ergebnismarge
(EBITDA) von 16,5 % bis 17,5 % (Vorjahr: 18,8 %). Gegenüber dem Ausblick im Geschäftsbericht
2019 erwarten wir bei der Anzahl der Mitarbeiter nunmehr einen leichten Anstieg (zuvor
deutlich rückläufig erwartet) gegenüber dem Vorjahr, welcher auf die Akquisition von
R.H. Sheppard zurückzuführen ist. Auch beim Auftragsbestand prognostizieren wir aus
heutiger Sicht einen moderaten Anstieg (zuvor deutlicher Rückgang) gegenüber dem Geschäftsjahr
2019, welcher aus einem, verglichen mit der Umsatzentwicklung, weniger starken Rückgang
des Auftragseingangs resultiert. Darüber hinaus rechnen wir aufgrund des erwarteten
Umsatzrückgangs mit einer deutlichen Erhöhung (zuvor deutlich unter Vorjahr prognostiziert)
der Investitionsquote im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019. Der aktuelle Ausblick berücksichtigt
bereits die Auswirkungen der genannten Akquisition von R.H. Sheppard, jedoch keine
weiteren möglichen Akquisitionen oder Restrukturierungsmaßnahmen.
Gegenüber unserer Einschätzung aus dem Geschäftsbericht 2019, erwarten wir nunmehr
im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge eine operative EBITDA-Marge leicht unter
Vorjahresniveau (zuvor deutlicher Rückgang). Die Einschätzung der im Geschäftsbericht
2019 weiteren prognostizierten Kennzahlen hat sich gegenüber dem Jahresende 2019,
sowohl für den Konzern als auch für die Divisionen, nicht verändert.
Unser Ausblick setzt voraus, dass sich die Weltwirtschaft nicht schlechter als oben
beschrieben entwickelt und das politische Umfeld sowie die Währungskurse stabil bleiben.
Angesichts der hohen Unsicherheit weiterer Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und
damit verbundenen Konjunkturrisiken könnten sich die Annahmen als zu optimistisch
herausstellen.
München, 10. September 2020
Knorr-Bremse AG
| FRANK MARKUS WEBER | DR. PETER LAIER | DR. JÜRGEN WILDER |
| in Tsd. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Umsatzerlöse | 3.055.770 | 3.601.516 |
| Bestandsveränderungen un-/fertige Erzeugnisse | 14.287 | (831) |
| Aktivierte Eigenleistungen | 37.313 | 31.047 |
| Gesamtleistung | 3.107.370 | 3.631.733 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 48.725 | 25.208 |
| Materialaufwand | (1.468.377) | (1.799.590) |
| Personalaufwand | (769.117) | (805.328) |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (383.111) | (383.064) |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) | 535.489 | 668.959 |
| Abschreibungen | (137.945) | (135.710) |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 397.544 | 533.249 |
| Zinserträge | 9.222 | 11.446 |
| Zinsaufwendungen | (23.521) | (25.905) |
| Sonstiges Finanzergebnis | (25.640) | (6.647) |
| Ergebnis vor Steuern | 357.606 | 512.143 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (100.662) | (148.451) |
| Periodenergebnis | 256.944 | 363.692 |
| Davon entfallen auf: | ||
| Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter | 19.865 | 20.336 |
| Ergebnisanteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG | 237.079 | 343.356 |
| Ergebnis je Aktie in € | ||
| unverwässert | 1,47 | 2,13 |
| verwässert | 1,47 | 2,13 |
| in Tsd. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Periodenergebnis | 256.944 | 363.692 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | (8.613) | (48.154) |
| Erfolgsneutral bewertete Eigenkapitalinstrumente | (5.856) | (5.909) |
| Latente Steuern | 796 | 13.022 |
| Bestandteile, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | (13.673) | (41.041) |
| Währungsumrechnung | (73.319) | 12.193 |
| Rücklage aus Sicherungsgeschäften | (11.042) | 3.563 |
| Rücklage für Kosten der Absicherung | (2.323) | (899) |
| Latente Steuern | 4.322 | - |
| Bestandteile, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden könnten | (82.363) | 14.857 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | (96.036) | (26.184) |
| Gesamtergebnis | 160.908 | 337.508 |
| Gesamtergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter | 16.731 | 21.472 |
| Gesamtergebnisanteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG | 144.176 | 316.036 |
| in Tsd. € | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwert | 896.187 | 842.180 |
| Sachanlagen | 1.490.022 | 1.469.212 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen | 17.801 | 16.570 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 57.823 | 63.471 |
| Sonstige Vermögenswerte | 52.299 | 73.930 |
| Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer | 29.808 | 31.611 |
| Latente Steueransprüche | 123.896 | 126.598 |
| Langfristige Vermögenswerte | 2.667.835 | 2.623.572 |
| Vorräte | 933.159 | 815.011 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.411.563 | 1.148.999 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 41.479 | 62.565 |
| Sonstige Vermögenswerte | 167.040 | 152.088 |
| Vertragliche Vermögenswerte | 91.413 | 89.885 |
| Ertragsteuerforderungen | 61.349 | 73.900 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.293.223 | 1.880.738 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.999.226 | 4.223.186 |
| Bilanzsumme | 7.667.062 | 6.846.758 |
| in Tsd. € | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 161.200 | 161.200 |
| Kapitalrücklagen | 13.884 | 13.884 |
| Gewinnrücklagen | 34.156 | 34.156 |
| Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals | (272.158) | (179.311) |
| Gewinnvortrag | 1.464.304 | 1.166.041 |
| Anteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG am Periodenergebnis | 237.079 | 588.423 |
| Anteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG am Eigenkapital | 1.638.465 | 1.784.393 |
| Eigenkapital nicht beherrschender Gesellschafter | 103.031 | 117.121 |
| davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Periodenergebnis | 19.865 | 43.595 |
| Eigenkapital | 1.741.496 | 1.901.514 |
| Schulden | ||
| Rückstellungen für Pensionen | 347.809 | 343.273 |
| Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer | 19.832 | 19.545 |
| Sonstige Rückstellungen | 270.659 | 273.147 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.657.807 | 1.658.190 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 3.426 | 5.627 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 52.554 | 51.908 |
| Latente Steuerschulden | 94.666 | 80.789 |
| Langfristige Schulden | 2.446.754 | 2.432.480 |
| Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer | 21.674 | 29.136 |
| Sonstige Rückstellungen | 202.438 | 197.585 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 946.185 | 967.447 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.859.774 | 875.567 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 109.341 | 131.044 |
| Vertragliche Verbindlichkeiten | 293.196 | 277.351 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 46.204 | 34.635 |
| Kurzfristige Schulden | 3.478.812 | 2.512.764 |
| Schulden | 5.925.566 | 4.945.244 |
| Bilanzsumme | 7.667.062 | 6.846.758 |
| in Tsd. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteile von Minderheitsgesellschaftern) | 256.944 | 363.692 |
| Anpassungen für | ||
| Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 137.945 | 135.710 |
| Veränderung der Wertberichtigung auf Vorräte | 8.415 | 6.439 |
| Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertragliche Vermögenswerte |
7.136 | 1.246 |
| Verlust aus Veräußerungen von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten | 111 | - |
| Gewinn / (Verlust) aus dem Abgang des Anlagevermögens | 263 | (1.692) |
| Zahlungsunwirksame Veränderungen der Rückstellungen | 76.326 | 139.469 |
| Zahlungsunwirksame Veränderungen aus der Bewertung von Derivaten | 8.865 | 2.201 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | 10.771 | 16.011 |
| Zinsergebnis | 14.299 | 14.459 |
| Beteiligungsergebnis | (589) | 91 |
| Ertragsteueraufwand | 100.662 | 148.451 |
| Ertragsteuerzahlungen | (63.708) | (97.946) |
| Veränderungen von | ||
| Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind |
(376.599) | (345.007) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht
der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind |
12.664 | 3.488 |
| Rückstellungen | (74.913) | (76.075) |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 118.591 | 310.537 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten | 603 | - |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | (50.339) | (45.122) |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen | 10.729 | 11.591 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | (92.875) | (87.269) |
| Einzahlungen von Finanzanlagen und aus dem Verkauf von Finanzanlagen | 1.744 | - |
| Einzahlungen aus der Veräußerung von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten | 552 | - |
| Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen | (2.388) | (12.177) |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten | (125.911) | (194.252) |
| Erhaltene Zinsen | 6.344 | 6.418 |
| Auszahlungen für Investitionen in Planvermögen (Pensionen) | (1.807) | (1.342) |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | (253.347) | (322.153) |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 754.170 | 38.337 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten | (112.081) | (3.825) |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | (28.990) | (24.522) |
| Gezahlte Zinsen | (11.797) | (14.806) |
| Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens | - | (283.750) |
| Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter | (13.386) | (4.109) |
| Netto-Zahlungen aus Factoring | (17.229) | (11.347) |
| Einzahlungen aus Zuschüssen und Zuwendungen | 1.328 | - |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 572.015 | (304.022) |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 437.258 | (315.638) |
| Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderung des Finanzmittelfonds | (24.224) | 6.837 |
| Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds | - | (195) |
| Veränderung des Finanzmittelfonds | 413.034 | (308.996) |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 1.853.466 | 1.718.695 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 2.266.500 | 1.409.699 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.293.223 | 1.426.493 |
| Kurzfristig veräußerbare Wertpapiere | 2 | 51 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken (weniger als 3 Monate) | (26.725) | (16.845) |
| Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals | ||||||
| in Tsd. € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklage | Konzerngewinn | Währungsumrechnung | Rücklage für Kosten der Absicherung |
| Stand zum 01.01.2020 | 161.200 | 13.884 | 34.156 | 1.754.465 | (70.705) | (1.686) |
| Dividenden | - | - | - | (290.160) | - | - |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 237.079 | - | - |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | - | - | - | - | (70.185) | (1.572) |
| Konzerngesamtergebnis | - | - | - | 237.079 | (70.185) | (1.572) |
| Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert worden sind |
- | - | - | - | - | (551) |
| Übrige Veränderungen | - | - | - | - | - | - |
| Stand zum 30.06.2020 | 161.200 | 13.884 | 34.156 | 1.701.383 | (140.890) | (3.809) |
| Stand zum 31.12.2018 | 161.200 | 13.884 | 39.924 | 1.447.918 | (89.198) | - |
| Erstanwendung IFRS 16 | - | - | (5.768) | - | - | - |
| Stand zum 01.01.2019 | 161.200 | 13.884 | 34.156 | 1.447.918 | (89.198) | - |
| Dividenden | - | - | - | (283.750) | - | - |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 343.356 | - | - |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | - | - | - | - | 11.277 | (899) |
| Konzerngesamtergebnis | - | - | - | 343.356 | 11.277 | (899) |
| Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | - | - | - | (46) | - | - |
| Übrige Veränderungen | - | - | 173 | - | - | - |
| Stand zum 30.06.2019 | 161.200 | 13.884 | 34.329 | 1.507.478 | (77.921) | (899) |
| Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals | ||||||
| in Tsd. € | Rücklage aus Sicherungsgeschäften | Erfolgsneutral bewertete Eigenkapitalinstrumente | Neubewertungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen (IAS 19) | Eigenkapital der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG | Eigenkapital der nicht beherrschenden Gesellschafter | Gesamtes Eigenkapital |
| Stand zum 01.01.2020 | (651) | (32.177) | (74.093) | 1.784.393 | 117.121 | 1.901.514 |
| Dividenden | - | - | - | (290.160) | (30.821) | (320.981) |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 237.079 | 19.865 | 256.944 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | (7.472) | (5.856) | (7.817) | (92.903) | (3.134) | (96.036) |
| Konzerngesamtergebnis | (7.472) | (5.856) | (7.817) | 144.176 | 16.731 | 160.908 |
| Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert worden sind |
607 | - | - | 56 | - | 56 |
| Übrige Veränderungen | - | - | - | - | - | - |
| Stand zum 30.06.2020 | (7.516) | (38.033) | (81.910) | 1.638.465 | 103.031 | 1.741.496 |
| Stand zum 31.12.2018 | - | (23.672) | (48.154) | 1.501.902 | 105.208 | 1.607.110 |
| Erstanwendung IFRS 16 | - | - | - | (5.768) | (13) | (5.781) |
| Stand zum 01.01.2019 | - | (23.672) | (48.154) | 1.496.134 | 105.196 | 1.601.329 |
| Dividenden | - | - | - | (283.750) | (4.109) | (287.859) |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 343.356 | 20.336 | 363.692 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 3.563 | (5.909) | (35.352) | (27.320) | 1.136 | (26.184) |
| Konzerngesamtergebnis | 3.563 | (5.909) | (35.352) | 316.036 | 21.472 | 337.508 |
| Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | - | - | - | (46) | 46 | - |
| Übrige Veränderungen | - | - | - | 173 | - | 173 |
| Stand zum 30.06.2019 | 3.563 | (29.581) | (83.506) | 1.528.547 | 122.605 | 1.651.152 |
Die Knorr-Bremse AG (nachfolgend: "Gesellschaft") ist eine in Deutschland ansässige
Aktiengesellschaft. Eingetragener Sitz und Hauptsitz der Gesellschaft ist die Moosacher
Str. 80, 80809 München. Die Gesellschaft ist im Handelsregister der Stadt München
unter HRB 42031 eingetragen. Der Konzernabschluss des Unternehmens umfasst die Gesellschaft
und ihre Tochtergesellschaften (zusammen als "Konzern" oder "Knorr-Bremse" bezeichnet).
Der Konzern ist weltweiter Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge
und weiterer sicherheitskritischer Systeme. Zum Produktportfolio der Division Systeme
für Schienenfahrzeuge gehören im Übrigen die Produktfelder Bahnsteigtüren, Einstiegssysteme,
Energieversorgungssysteme, Fahrerassistenzsysteme, Klimaanlagen, Leittechnik, Reibmaterial,
Scheibenwischer, Simulatoren sowie Steuerungskomponenten. Zum Produktportfolio der
Division Systeme für Nutzfahrzeuge gehören des Weiteren Fahrerassistenzsysteme, Lenksysteme,
Drehschwingungsdämpfer und Lösungen rund um den Antriebsstrang sowie Getriebesteuerungen
zur Effizienzverbesserung und Kraftstoffeinsparung.
Der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2020
ist verkürzt und wurde in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 Zwischenberichterstattung,
also den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie vom International
Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und von der Europäischen Union (EU)
übernommen wurden, aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Konzernabschluss
zum 31. Dezember 2019 und sollte im Zusammenhang mit diesem gelesen werden. Die Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden, die der Konzern in diesem Zwischenabschluss angewendet hat,
entsprechen grundsätzlich denen, die im Konzernabschluss für das Jahr 2019 angewendet
wurden.
Der Konzernhalbjahresabschluss wurde vom Vorstand am 10. September 2020 zur Veröffentlichung
freigegeben.
Im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurden für den Halbjahresfinanzbericht
zum 30. Juni 2020 keine abweichenden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen,
die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden beeinflussen, getroffen.
Der für den Konzern maßgebliche Nominal-Steuersatz beläuft sich zum 30.06.2020 auf
32,3 %. Im Rahmen der Ermittlung des Konzernsteueraufwands für die ersten sechs Monate
des Jahres 2020 wurde der für das gesamte Geschäftsjahr erwartete, effektive Konzern-Steuersatz
von 28,1 % (Vorjahr: 29,0 %) zugrunde gelegt. Der sich ergebende Unterschied zum Nominal-Steuersatz
ist größtenteils auf unterschiedliche Steuersätze bei den Konzerngesellschaften (quotenmindernd),
nicht abzugsfähige Betriebsausgaben (quotenerhöhend) sowie einbehaltene, nicht anrechenbare
Quellensteuer (quotenerhöhend) zurückzuführen.
Der Konzernzwischenabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt, der die funktionale Währung
und die Berichtswährung der Knorr-Bremse AG darstellt. Sofern nicht anders angegeben,
sind alle Werte im Konzernabschluss und in den zugehörigen Anhangangaben kaufmännisch
auf Tausend Euro (€ Tsd.) gerundet. Daher können in den Tabellen im verkürzten Konzernanhang
Rundungsdifferenzen auftreten.
Das International Accounting Standards Board hat im zweiten Quartal 2020 eine Änderung
an IFRS 16 (»Auf die COVID-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen«) veröffentlicht,
mit der Leasingnehmern eine praktische Erleichterung bei der Bilanzierung von Mietkonzessionen
infolge der COVID-19-Pandemie eingeräumt werden soll. Diese Erleichterung wird von
der Knorr-Bremse Gruppe nicht in Anspruch genommen.
Schätzungen und Ermessensentscheidungen können Auswirkungen auf die Höhe der bilanzierten
Vermögenswerte und Schulden, die Angaben zu Eventualforderungen und -verbindlichkeiten
am Stichtag sowie auf die ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen für die Berichtsperiode
haben. Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie unterliegen
diese Schätzungen und Ermessensentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit. Die sich
tatsachlich einstellenden Beträge können von den Schätzungen und Ermessensentscheidungen
abweichen; Veränderungen können einen wesentlichen Einfluss auf den Zwischenabschluss
haben.
Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden verfügbare
Informationen über die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie länderspezifische
staatliche Maßnahmen berücksichtigt.
Diese Informationen wurden bei der Untersuchung der Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte
einbezogen. Dabei haben sich keine Änderungen zu den Annahmen zum Jahresabschluss
zum 31. Dezember 2019 ergeben.
Im Rahmen der Gegensteuerung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie wurden staatliche
Unterstützungsmaßnahmen wie Kurzarbeitergeld, soweit sie in den verschiedenen Ländern
der Knorr-Bremse Gruppe möglich sind, sowie die Rückführung steuerlicher Vorauszahlungen
in Anspruch genommen.
Der Knorr-Bremse Konzern überprüft die Werthaltigkeit des Buchwerts von Geschäfts-
oder Firmenwerten grundsätzlich am Ende jedes Geschäftsjahres. Die Corona-Pandemie
wurde als Indikator dafür identifiziert, dass die Geschäfts- oder Firmenwerte wertgemindert
sein könnten. Der Knorr-Bremse Konzern hat deshalb zum Stichtag 30. Juni 2020 die
Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte gemäß IAS 36 untersucht. Hierbei wurde
festgestellt, dass keine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegt.
Folgende Konzerngesellschaft wurde erstmals zum Halbjahr 2020 vollkonsolidiert in
den Konsolidierungskreis aufgenommen: Kiepe Electric India Private Limited, New Delhi/India
(Neugründung).
Mit Veräußerung vom 4. Mai 2020 haben die Gesellschaften Alpha Process Controls (International)
Ltd., Peterlee/Great Britain sowie Aldona Seals Ltd., Peterlee/Great Britain den Konsolidierungskreis
verlassen.
Mit Datum vom 4. März 2020 wurde die Knorr Brake Realty LLC., Westminster, Maryland/USA
auf die Knorr Brake Company LLC., Westminster, Maryland/USA verschmolzen.
Mit Kaufvertrag vom 30. Januar und Closing vom 1. Juni 2020 hat Knorr-Bremse von der
Wabco Holdings Inc. 100% der Anteile an der R.H. Sheppard Co., Inc. erworben.
Nach der Akquisition des Lenkungsbereichs für Nutzfahrzeuge von Hitachi Automotive
Systems in Japan ist der Erwerb von Sheppard für Knorr-Bremse ein weiterer Schritt
zum globalen Anbieter von integrierten Lenkungs- und Bremssystemen für Nutzfahrzeuge.
Im ersten Halbjahr 2020 trugen Umsatzerlöse in Höhe von € 7.691 Tsd. und ein Ergebnis
vor Steuern von € -1.501 Tsd. zum Konzernergebnis bei.
Der vorläufige Kaufpreis für Sheppard beträgt € 135.507 Tsd., der vollständig zum
30.06.2020 beglichen wurde. Der finale Kaufpreis ist abhängig von den vereinbarten
Closing Accounts, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses noch nicht
abschliessend zwischen den Vertragspartnern abgestimmt waren.
Im Konzern sind bisher mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten von €
2.440 Tsd. für Due Diligence, Rechtsanwalts- und Notargebühren angefallen. Diese Kosten
sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Nachstehend sind die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der
übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst:
| in Tsd. € | |
| Kundenbeziehungen | 6.017 |
| Markenname | 2.245 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 4.939 |
| Sachanlagevermögen | 66.418 |
| Vorräte | 38.444 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 10.513 |
| Sonstige Vermögenswerte | 4.701 |
| Zahlungsmittel | 11.871 |
| Rückstellungen | (3.656) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (14.782) |
| Latente Steuerschulden | (14.270) |
| Sonstige Schulden | (538) |
| Gesamtes identifizierbares erworbenes Nettovermögen | 111.902 |
Der Bruttobestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfasst vertragliche
Forderungen von € 11.076 Tsd., wovon € 563 Tsd. zum Erwerbszeitpunkt als voraussichtlich
uneinbringlich eingeschätzt und daher wertberichtigt wurden.
Der Geschäfts- oder Firmenwert infolge des Erwerbs wurde wie folgt erfasst:
| in Tsd. € | |
| Übertragene Gegenleistung | 135.507 |
| Beizulegender Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens | (111.902) |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 23.605 |
Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert vor allem aus dem künftigen Entwicklungspotential
der bestehenden Technologien, der erwarteten Verbreiterung der Produkt- und Kundenbasis
sowie dem Knowhow der Belegschaft. Dieser ist dem Segment Systeme für Nutzfahrzeuge
zugeordnet. Der erfasste Geschäfts- und Firmenwert ist in den USA nicht steuerlich
abzugsfähig.
Hätte der Unternehmenserwerb zu Beginn des Geschäftsjahres stattgefunden, so hätten
sich die Konzernerlöse um weitere € 37.298 Tsd. auf € 3.093.068 Tsd. erhöht und das
Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern wäre um € -10.211 Tsd. auf € 387.333 Tsd. gesunken.
Bei der Ermittlung der Beträge hat der Vorstand angenommen, dass die beizulegenden
Zeitwerte aus der Kaufpreisallokation zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt auch im Falle
eines Erwerbs am 1. Januar 2020 gültig gewesen wären.
In der folgenden Tabelle werden die Umsatzerlöse des Konzerns zum Halbjahr 2020 nach
Regionen und dem Zeitpunkt nach aufgegliedert sowie auf den Umsatz nach der Segmentberichterstattung
übergeleitet.
| IFRS Umsatz | Überleitung zum Segmentumsatz | |||||
| in Tsd. € | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Gesamt | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Gesamt |
| 1. Disaggregation der Segmente | ||||||
| a) Region (Sitz des Konzernunternehmens) | ||||||
| Europa/Afrika | 852.789 | 519.803 | 1.372.592 | 11.611 | 5.017 | 16.628 |
| Nordamerika | 197.955 | 414.807 | 612.762 | (2.543) | 7.583 | 5.039 |
| Südamerika | 9.968 | 25.131 | 35.099 | 48 | 695 | 743 |
| Asien-Pazifik | 680.084 | 354.958 | 1.035.043 | 1.994 | 938 | 2.932 |
| 1.740.795 | 1.314.699 | 3.055.495 | 11.110 | 14.233 | 25.343 | |
| b) Art der zeitlichen Erfassung | ||||||
| Erfassung über einen Zeitraum | 573.067 | - | 573.067 | (573.067) | - | (573.067) |
| Erfassung zu einem Zeitpunkt | 1.167.729 | 1.314.699 | 2.482.428 | 584.176 | 14.233 | 598.409 |
| 1.740.795 | 1.314.699 | 3.055.495 | 11.110 | 14.233 | 25.343 | |
| 2. Übrige Segmente und Konsolidierung | - | - | 275 | - | - | (275) |
| 3. Gesamt | 1.740.795 | 1.314.699 | 3.055.770 | 11.110 | 14.233 | 25.067 |
| Umsatz nach Segmentberichterstattung | |||
| in Tsd. € | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Gesamt |
| 30.06.2020 | |||
| 1. Disaggregation der Segmente | |||
| a) Region (Sitz des Konzernunternehmens) | |||
| Europa/Afrika | 864.399 | 524.820 | 1.389.220 |
| Nordamerika | 195.411 | 422.390 | 617.801 |
| Südamerika | 10.016 | 25.826 | 35.842 |
| Asien-Pazifik | 682.079 | 355.896 | 1.037.975 |
| 1.751.905 | 1.328.932 | 3.080.837 | |
| b) Art der zeitlichen Erfassung | |||
| Erfassung über einen Zeitraum | - | - | - |
| Erfassung zu einem Zeitpunkt | 1.751.905 | 1.328.932 | 3.080.837 |
| 1.751.905 | 1.328.932 | 3.080.837 | |
| 2. Übrige Segmente und Konsolidierung | - | - | - |
| 3. Gesamt | 1.751.905 | 1.328.932 | 3.080.837 |
| IFRS Umsatz | Überleitung zum Segmentumsatz | |||||
| in Tsd. € | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Gesamt | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Gesamt |
| 1. Disaggregation der Segmente | ||||||
| a) Region (Sitz des Konzernunternehmens) | ||||||
| Europa/Afrika | 929.710 | 763.417 | 1.693.127 | 13.611 | 4.870 | 18.481 |
| Nordamerika | 215.093 | 626.065 | 841.158 | (9.211) | 5.910 | (3.301) |
| Südamerika | 12.846 | 42.397 | 55.242 | 85 | 660 | 745 |
| Asien-Pazifik | 718.364 | 294.828 | 1.013.192 | (10.537) | (924) | (11.461) |
| 1.876.012 | 1.726.707 | 3.602.719 | (6.052) | 10.516 | 4.464 | |
| b) Art der zeitlichen Erfassung | ||||||
| Erfassung über einen Zeitraum | 651.006 | - | 651.006 | (651.006) | - | (651.006) |
| Erfassung zu einem Zeitpunkt | 1.225.006 | 1.726.707 | 2.951.713 | 644.954 | 10.516 | 655.471 |
| 1.876.012 | 1.726.707 | 3.602.719 | (6.052) | 10.516 | 4.464 | |
| 2. Übrige Segmente und Konsolidierung | - | - | (1.202) | - | - | 1.202 |
| 3. Gesamt | 1.876012 | 1.726.707 | 3.601.516 | (6.052) | 10.516 | 5.666 |
| Umsatz nach Segmentberichterstattung | |||
| in Tsd. € | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Gesamt |
| 30.06.2019 | |||
| 1. Disaggregation der Segmente | |||
| a) Region (Sitz des Konzernunternehmens) | |||
| Europa/Afrika | 943.321 | 768.287 | 1.711.608 |
| Nordamerika | 205.882 | 631.975 | 837.857 |
| Südamerika | 12.931 | 43.057 | 55.988 |
| Asien-Pazifik | 707.827 | 293.904 | 1.001.731 |
| 1.869.960 | 1.737.223 | 3.607.183 | |
| b) Art der zeitlichen Erfassung | |||
| Erfassung über einen Zeitraum | - | - | - |
| Erfassung zu einem Zeitpunkt | 1.869.960 | 1.737.223 | 3.607.183 |
| 1.869.960 | 1.737.223 | 3.607.183 | |
| 2. Übrige Segmente und Konsolidierung | - | - | - |
| 3. Gesamt | 1.869.960 | 1.737.223 | 3.607.183 |
Der Überleitungseffekt von IFRS auf die Umsatzerlöse nach der Segmentberichterstattung
beträgt insgesamt € 25.067 Tsd. Davon entfallen € 11.110 Tsd. auf das Segment Systeme
für Schienenfahrzeuge und € 14.233 Tsd. auf das Segment Systeme für Nutzfahrzeuge.
Auf "Übrige Segmente und Konsolidierung" entfallen € -275 Tsd.
Der Überleitungseffekt setzt sich wie folgt zusammen:
| in Tsd. € | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Übrige Segmente und Konsolidierung | Gesamt |
| 30.06.2020 | ||||
| Eliminierung der Effekte der Over-Time-Erfassung von Umsatzerlösen | (1.077) | - | - | (1.077) |
| Anwendung von BilRuG, Erträge aus Abgang von Prototypen und Schrottverkäufen sowie sonstige Effekte | 11.909 | 15.373 | (275) | 27.006 |
| Ausweis der Zuführung und Auflösung von transaktionspreisbezogenen Rückstellungen und Abgrenzungen | 277 | (1.140) | - | (863) |
| Summe | 11.110 | 14.233 | (275) | 25.067 |
| 30.06.2019 | ||||
| Eliminierung der Effekte der Over-Time-Erfassung von Umsatzerlösen | (18.752) | - | - | (18.752) |
| Anwendung von BilRuG, Erträge aus Abgang von Prototypen und Schrottverkäufen sowie sonstige Effekte | 12.754 | 12.343 | 1.202 | 26.298 |
| Ausweis der Zuführung und Auflösung von transaktionspreisbezogenen Rückstellungen und Abgrenzungen | (54) | (1.827) | - | (1.880) |
| Summe | (6.052) | 10.516 | 1.202 | 5.666 |
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 sanken die Umsatzerlöse des Knorr-Bremse
Konzerns um 15,2 % von € 3.601.516 Tsd. in der Vorperiode auf € 3.055.770 Tsd. Organisch
ist der Umsatz unter Berücksichtigung der Veräußerung von Powertech (€ 39.115 Tsd.)
in 2019 und des Erwerbs von R.H. Sheppard (€ 7.691 Tsd.) in 2020 um 14,4 % zurückgegangen.
Die Geschäftstätigkeit von Knorr-Bremse unterliegt keinen wesentlichen saisonalen
Einflüssen.
| in Tsd. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Erträge aus anderen Leistungen | 5.048 | 5.973 |
| Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzzahlungen | 5.352 | 6.141 |
| Erträge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand | 2.788 | 2.906 |
| Mieteinnahmen | 1.022 | 3.767 |
| Erträge aus dem Abgang von Grundstücken und Gebäuden | 1.153 | 2.787 |
| Erträge aus dem Abgang von immateriellen und sonstigen materiellen Vermögenswerten | - | 164 |
| Übrige Erträge | 33.363 | 3.470 |
| 48.725 | 25.208 |
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist insbesondere auf die erhöhten
übrigen Erträge zurückzuführen. In den übrigen Erträgen sind im Wesentlichen realisierte
und unrealisierte Fremdwährungserträge in Höhe von € 30.749 Tsd. enthalten, welche
im Vergleich zur Vorperiode deutlich angestiegen sind.
| in Tsd. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Auftragsbezogene Aufwendungen | (76.883) | (83.835) |
| Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten | (40.328) | (44.029) |
| Personalbezogene Aufwendungen | (31.530) | (52.180) |
| Sonstige Dienstleistungen | (43.611) | (46.023) |
| Instandhaltungsaufwendungen | (41.191) | (54.073) |
| Mieten und Leasing | (7.743) | (10.160) |
| Externe Forschungs- und Entwicklungskosten | (23.018) | (21.691) |
| Sonstige Steuern | (13.728) | (13.562) |
| Verwaltungskosten | (16.333) | (13.914) |
| Verluste aus dem Abgang von Grundstücken und Gebäuden | (1.236) | (2.147) |
| Spenden | (2.246) | (2.305) |
| Lizenz- und Patentgebühren | (14.930) | (13.350) |
| Wertberichtigungen | (14.170) | (766) |
| Kosten für Energie, Versicherungen und Versorgungen | (10.138) | (8.035) |
| Übrige Aufwendungen | (46.026) | (16.995) |
| (383.111) | (383.064) |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im ersten Halbjahr 2020 mit € 383.111
Tsd. auf Vorjahresniveau. Bedingt durch die Corona-Pandemie reduzierten sich insbesondere
die personalbezogenen Aufwendungen sowie die Instandhaltungsaufwendungen. Demgegenüber
sind vor allem die realisierten und unrealisierten Fremdwährungsverluste in den übrigen
Aufwendungen signifikant auf € 34.012 Tsd. angestiegen. In den Wertberichtigungen
sind im Wesentlichen Aufwendungen aus der Veräußerung von Gebäuden enthalten.
Das sonstige Finanzergebnis verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um € 18.992
Tsd. Dies begründet sich insbesondere durch die angefallenen Verluste für realisierte
Fremdwährungsbewertung und die im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 höheren unrealisierten
Effekte aus der Stichtagsbewertung derivativer Finanzinstrumente.
Die nachstehende Tabelle stellt die unsaldierten Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte
der finanziellen Vermögenswerte und Schulden für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten
gemäß IFRS 9 dar. Für die Einstufung (Hierarchiestufen) des beizulegenden Zeitwertes
gemäß IFRS 13 wird auf den Abschnitt zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 verwiesen.
Die Finanzinstrumente lassen sich klassifizieren in: zum beizulegenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente mit Erfassung der Bewertungsänderung im Gewinn oder Verlust (FVTPL),
zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente mit Erfassung der Bewertungsänderung
im Sonstigen Ergebnis (FVOCI) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente.
| 30.06.2020 | ||||||
| in Tsd. € | Buchwert | Beizulegender Zeitwert | ||||
| Kategorie | FVTPL | FVOCI | Sonstiges | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | Total | Level 1 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 14.593 | 28.137 | 2.207 | 3.759.152 | 3.804.089 | 19.112 |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | - | - | 2.207 | - | 2.207 | - |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | 8.982 | - | - | - | 8.982 | - |
| Eigenkapitalinstrumente | 5.611 | 16.087 | - | - | 21.698 | 19.112 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* | - | 12.050 | - | 1.399.514 | 1.411.563 | - |
| Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* | - | - | - | 31.111 | 31.111 | - |
| Übrige finanzielle Forderungen* | - | - | - | 35.304 | 35.304 | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* | - | - | - | 2.293.223 | 2.293.223 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | (13.672) | - | (378.215) | (4.071.879) | (4.463.766) | (1.281.878) |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | - | - | (17.887) | - | (17.887) | - |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | (13.672) | - | - | - | (13.672) | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - | - | - | (843.847) | (843.847) | - |
| Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile | - | - | - | (379.616) | (379.616) | - |
| Anleihen und Schuldverschreibungen | - | - | - | (1.246.774) | (1.246.774) | (1.281.878) |
| Leasingverbindlichkeiten* | - | - | (360.328) | - | (360.328) | - |
| Kaufpreisverbindlichkeiten* | - | - | - | (47.800) | (47.800) | - |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* | - | - | - | (607.657) | (607.657) | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* | - | - | - | (946.185) | (946.185) | - |
| 30.06.2020 | |||
| in Tsd. € | Beizulegender Zeitwert | ||
| Kategorie | Level 2 | Level 3 | Total |
| Finanzielle Vermögenswerte | 11.188 | 2.586 | 32.887 |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | 2.207 | - | 2.207 |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | 8.982 | - | 8.982 |
| Eigenkapitalinstrumente | - | 2.586 | 21.698 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* | - | - | - |
| Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* | - | - | - |
| Übrige finanzielle Forderungen* | - | - | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* | - | - | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | (1.256.159) | - | (2.538.037) |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | (17.887) | - | (17.887) |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | (13.672) | - | (13.672) |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (844.985) | - | (844.985) |
| Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile | (379.616) | - | (379.616) |
| Anleihen und Schuldverschreibungen | - | - | (1.281.878) |
| Leasingverbindlichkeiten* | - | - | - |
| Kaufpreisverbindlichkeiten* | - | - | - |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* | - | - | - |
| 31.12.2019 | ||||||
| in Tsd. € | Buchwert | Beizulegender Zeitwert | ||||
| Kategorie | FVTPL | FVOCI | Sonstiges | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | Total | Level 1 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 19.239 | 33.360 | 2.408 | 3.100.766 | 3.155.773 | 24.546 |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | - | - | 2.408 | - | 2.408 | - |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | 13.683 | - | - | - | 13.683 | - |
| Eigenkapitalinstrumente | 5.556 | 21.943 | - | - | 27.499 | 24.546 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* | - | 11.417 | - | 1.137.582 | 1.148.999 | - |
| Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* | - | - | - | 31.111 | 31.111 | - |
| Übrige finanzielle Forderungen* | - | - | - | 51.335 | 51.335 | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* | - | - | - | 1.880.738 | 1.880.738 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | (20.280) | - | (383.390) | (3.097.533) | (3.501.204) | (1.286.568) |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | - | - | (6.097) | - | (6.097) | - |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | (20.280) | - | - | - | (20.280) | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - | - | - | (196.713) | (196.713) | - |
| Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile | - | - | - | (379.616) | (379.616) | - |
| Anleihen und Schuldverschreibungen | - | - | - | (1.249.013) | (1.249.013) | (1.286.568) |
| Leasingverbindlichkeiten* | - | - | (377.293) | - | (377.293) | - |
| Kaufpreisverbindlichkeiten* | - | - | - | (44.990) | (44.990) | - |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* | - | - | - | (259.755) | (259.755) | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* | - | - | - | (967.447) | (967.447) | - |
| 31.12.2019 | |||
| in Tsd. € | Beizulegender Zeitwert | ||
| Kategorie | Level 2 | Level 3 | Total |
| Finanzielle Vermögenswerte | 16.091 | 2.953 | 43.590 |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | 2.408 | - | 2.408 |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | 13.683 | - | 13.683 |
| Eigenkapitalinstrumente | - | 2.953 | 27.499 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* | - | - | - |
| Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* | - | - | - |
| Übrige finanzielle Forderungen* | - | - | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* | - | - | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | (602.792) | - | (1.889.360) |
| Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) | (6.097) | - | (6.097) |
| Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) | (20.280) | - | (20.280) |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (196.799) | - | (196.799) |
| Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile | (379.616) | - | (379.616) |
| Anleihen und Schuldverschreibungen | - | - | (1.286.568) |
| Leasingverbindlichkeiten* | - | - | - |
| Kaufpreisverbindlichkeiten* | - | - | - |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* | - | - | - |
Forderungen, die zum FVOCI bewertet sind betreffen Forderungen im Zusammenhang mit
Factoring.
Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten ist der Preis, zu dem eine Partei
die Rechte und/oder Pflichten von einer anderen Partei übernehmen würde. Die Marktwerte
werden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen
und nach marktgängigen Bewertungsmethoden bewertet:
Devisentermingeschäfte und Zinssicherungskontrakte werden auf Basis von Referenzkursen
unter Berücksichtigung der Termin-auf- und Terminabschläge bewertet. Es werden Nettobarwertberechnungen
mittels Zinsstrukturkurven durchgeführt.
Rohstoffkontrakte werden anhand von Kursnotierungen an aktiven Börsen bewertet.
Optionen werden mittels anerkannter Modelle zur Optionspreisfindung (u. a. Black-Scholes)
bewertet.
Darüber hinaus werden Kreditausfallrisiken bei der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente
zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt ("credit value adjustments"). Die Berechnungsgrundlage
der Ausfallwahrscheinlichkeiten bilden Credit Default Swap Spreads je Kontrahent bzw.
für die Gesellschaft.
Langfristige Forderungen/Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie
Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen
Kunden und den Risikocharakteristika des finanzierten Projektes bewertet.
Die beizulegenden Zeitwerte der verzinslichen Darlehen des Konzerns werden mittels
der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wird ein Abzinsungssatz zugrunde
gelegt, der den Fremdfinanzierungszinssatz des Emittenten zum Ende des Berichtszeitraums
widerspiegelt. Das eigene Nichterfüllungsrisiko wurde über den gesamten Zeitraum als
gering eingestuft.
Die Finanzverbindlichkeit aus einer Put-Option auf Minderheitenanteile gibt den Minderheitsanteilseignern
die Möglichkeit ihre Anteile Knorr-Bremse im Falle des Eintretens vertraglich definierter
Bedingungen anzudienen. Diese wird gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten
bilanziert. Hinsichtlich des angegebenen Fair Values sowie den Methoden und Inputfaktoren
zur Ermittlung dessen hat es unter Berücksichtigung des Schiedsverfahrens keine Änderungen
im Vergleich zum 31. Dezember 2019 gegeben.
In den Eigenkapitalinstrumenten werden auch nicht konsolidierte Gesellschaften erfasst.
Die Knorr-Bremse Gou Tong (Guangzhou) Railway Transportation Equipment Co., Ltd.,
Guangzhou, China, wurde zum 31. Dezember 2019 erstmalig als nicht konsolidiertes Unternehmen
in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft hat noch keine wesentliche Geschäftstätigkeit.
Es entstehen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der Gruppe. Die weiteren zum Fair Value der Stufe 3 bewerteten Eigenkapitalinstrumente
werden sowohl einzeln als auch in Summe als unwesentlich für die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage der Gruppe erachtet, sodass auch für diese keine weiteren Angaben
getätigt werden.
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 wurden keine Reklassifizierungen
zwischen den einzelnen Hierarchiestufen vorgenommen.
Insgesamt kam es im ersten Halbjahr zu einem Gesamtmittelzufluss in Höhe von € 437.258
Tsd. während im Vorjahreszeitraum ein Gesamtmittelabfluss in Höhe von € 315.638 Tsd.
vorlag. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem um € 876.036 Tsd. gestiegenen Mittelzufluss
aus Finanzierungstätigkeiten. Hierbei wirkten sich insbesondere die Einzahlungen aus
der Aufnahme von Finanzkrediten in Höhe von € 754.170 Tsd. aus, welche im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um € 715.833 Tsd. anstiegen. Die gezahlten Dividenden an nicht
beherrschende Gesellschafter enthalten den bereits geflossenen Teil der im Finanzergebnis
erfassten Dividende an den Minderheitsgesellschafter Bosch in Höhe von € 1.932 Tsd.
Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit wirkten sich im ersten Halbjahr 2020 insbesondere
der abgeflossene Kaufpreis für die Gesellschaften im Rahmen des Sheppard Unternehmenserwerbs
in Höhe von € 135.507 Tsd. aus, welcher sich auf die Positionen der Auszahlungen für
den Erwerb von konsolidierten Unternehmen sowie auf die Auszahlungen für Investitionen
in Finanzanlagen aufteilt. Gegenläufig wirken sich in diesen Positionen die durch
die Akquisition zugegangenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe
von € 11.871 Tsd. aus. Der um € 191.946 Tsd. auf € 118.591 Tsd. gesunkene Mittelzufluss
aus laufender Geschäftstätigkeit, insbesondere aufgrund des um € 106.748 Tsd. geringeren
Periodenergebnisses von € 256.944 Tsd. wirkte sich im Vorjahresvergleich weniger stark
auf den Gesamtmittelzufluss aus.
Für das Geschäftsjahr 2018 wurde im Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von € 1,75 je
Inhaberaktie beschlossen und daher in Summe € 282.100 Tsd. ausbezahlt. Die Auszahlung
der Dividende für das Geschäftsjahr 2019 im Geschäftsjahr 2020 fand im ersten Halbjahr
2020 noch nicht statt.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem den Aktionären der Knorr-Bremse
AG zustehendem Ergebnis und der Zahl, der im gewichteten Jahresdurchschnitt im Umlauf
befindlichen Aktien ermittelt. Im ersten Halbjahr 2020 betrug das Ergebnis je Aktie
€ 1,47 (Vorjahr: € 2,13).
Der Vorsitzende des Vorstands und ressortverantwortliche Arbeitsdirektor i.S.v. §
33 MitbestG der Knorr-Bremse AG, Bernd Eulitz, ist im gegenseitigen Einvernehmen zum
31. August 2020 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Die Vorstandsmitglieder Dr. Peter
Laier, Frank Markus Weber und Dr. Jürgen Wilder nehmen die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden
gemeinschaftlich wahr.
In diesem Zusammenhang werden an Herrn Eulitz Zahlungen in Höhe von € 3.733 Tsd. geleistet,
die das sonstige Ergebnis im dritten Quartal belasten werden. Diese beinhalten neben
einer Abfindungszahlung auch die Ablösung der Short-Term Incentive Zusagen für die
Jahre 2020 und 2021 auf Basis einer Unternehmenszielerreichung von 100 %. Sollte das
Unternehmensziel 100 % übersteigen, so erfolgt eine zusätzliche Vergütung des Differenzbetrags
an Herrn Eulitz. Im Zusammenhang mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Herrn
Eulitz hat sich die Knorr-Bremse AG eine bis zum 31. Dezember 2020 ausübbare Option
einräumen lassen, die Kompensationszahlung, die die Knorr-Bremse AG an Herrn Eulitz
für den Entfall der durch den Linde-Konzern gewährten STI und LTI Tranchen zahlt,
auf einen Gesamtbetrag von € 2.000 Tsd. begrenzen zu können.
| in Tsd. € | Bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Summe |
| 30.06.2020 | ||||
| Miet- und Leasingverpflichtungen | 4.672 | 33.820 | 114.863 | 153.356 |
| Investitionsprojekte | 51.648 | 5.966 | 62 | 57.676 |
| Großreparaturen/Wartungsarbeiten | 8.237 | 1.279 | 130 | 9.646 |
| Sonstige Verpflichtungen | 64.559 | 12.505 | 4.743 | 81.806 |
| 129.116 | 53.570 | 119.799 | 302.485 | |
| 31.12.2019 | ||||
| Miet- und Leasingverpflichtungen | 11.615 | 46.059 | 78.395 | 136.069 |
| Investitionsprojekte | 69.616 | 10.857 | - | 80.474 |
| Großreparaturen/Wartungsarbeiten | 5.897 | 954 | 166 | 7.017 |
| Sonstige Verpflichtungen | 47.353 | 13.445 | 4.743 | 65.541 |
| 134.481 | 71.315 | 83.304 | 289.100 |
| in Tsd. € | 30.06.2020 | 31.12.2019 |
| Bürgschaften | 21.627 | 19.728 |
| Garantien | 986 | 976 |
| 22.613 | 20.704 |
Die künftigen Miet- und Leasingverpflichtungen resultieren zum einen aus bereits geschlossenen
Mietverträgen, deren Laufzeit erst 2020 bzw. 2021 beginnt und ab dem Zeitpunkt gemäß
IFRS 16 bilanziert wird, sowie aus kurzfristigen und geringwertigen Miet- und Leasingverträgen,
die aufgrund der Vereinfachungsvorschrift IFRS 16.5 nicht bilanziert werden. Die Erhöhung
im Vergleich zum 31. Dezember 2019 resultiert insbesonders aus bereits abgeschlossenen
aber noch nicht umgesetzten Mietverträgen im Zusammenhang mit einer Sale-und-Lease
Back Transaktion in USA.
Die Verpflichtungen für Investitionsprojekte beinhalten vor allem laufende Bauprojekte,
Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Produktionsanlagen und -equipment.
Die Verpflichtungen für Großreparaturen und Wartungsarbeiten enthalten vor allem Verpflichtungen
im Zusammenhang mit Gebäudesanierungen und Instandhaltungen am Standort München.
Des Weiteren sind in den sonstigen Verpflichtungen laufende Bestellungen sowie Abnahmeverpflichtungen
für Gebäudenebenkosten und Lizenzverpflichtungen enthalten.
Die Eventualverbindlichkeiten der Gesellschaft weisen Bürgschaften und Garantien auf.
Es wurden Bürgschaften für ausstehende Bankschuldverschreibungen, Leistungsgarantien
für Banken sowie eine Mietbürgschaft für Betriebs-/Fabrikgebäude vergeben.
Garantien bestehen in Ungarn bezüglich Kundenverträgen für Produkte.
Als nahestehende Personen oder Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten natürliche Personen
oder Unternehmen, die von der Knorr-Bremse AG beeinflusst werden können, die einen
Einfluss auf die Knorr-Bremse AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer
anderen nahestehenden Partei der Knorr-Bremse AG stehen. Transaktionen mit nahestehenden
Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.
Wesentliche Veränderungen gegenüber den im Konzernabschluss 2019 offen gelegten Informationen
haben sich mit Ausnahme der im Folgenden dargestellten Transaktionen nicht ergeben.
Herr Ralph Heuwing ist mit Wirkung zum 30. April 2020 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand
der Knorr-Bremse AG ausgeschieden. Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurde Herr Frank Markus
Weber als neuer Vorstand für das Ressort des CFO bestellt.
In diesem Zusammenhang werden an Herrn Weber Zahlungen in Höhe von € 1.020 Tsd. geleistet.
Diese beinhalten eine Abgeltung aus erdienten Leistungen, die vom vorherigen Arbeitgeber
nicht mehr ausbezahlt wurden und die Erstattung sonstiger Auslagen.
In der Hauptversammlung vom 30. Juni 2020 wurden Heinz Hermann Thiele, Dr. Thomas
Enders und Dr. Theodor Weimer neu in den Aufsichtsrat der Knorr-Bremse AG gewählt.
Der Beratervertrag zwischen Herrn Thiele und der Knorr-Bremse AG wurde ohne Abfindung
vorzeitig zum 30. Juni 2020 aufgelöst, während der Beratervertrag zwischen Herrn Thiele
und der Knorr Brake Holding Corporation, Watertown, New York / USA, planmäßig nach
36 Monaten zum 31. März 2021 endet. Dr. Wolfram Mörsdorf, Wolfgang Tölsner und Georg
Weiberg sind mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat der Knorr-Bremse
AG ausgeschieden. Die Bestellung der neuen Aufsichtsratsmitglieder erfolgte für den
Rest der ursprünglichen Amtszeit der ausscheidenden Mitglieder, also bis zur Beendigung
der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2021.
Am 3. April 2018 gab das U.S. Department of Justice, Antitrust Division ("DOJ") bekannt,
dass es mit der Knorr-Bremse AG und der Westinghouse Air Brake Technologies Corporation
("Wabtec") eine Einigung hinsichtlich des Vorwurfs nicht gesetzeskonformer Vereinbarungen,
Mitarbeiter nicht abzuwerben, erzielte.
In Folge der Einigung mit dem DOJ reichten mehrere Angestellte Sammelklagen gegen
die Knorr-Bremse AG, Wabtec sowie einzelne ihrer Tochterunternehmen ein. Ziel der
Sammelklagen war es, Schadenersatz zur Kompensation der Angestellten für verminderte
Bezahlung - aufgrund der angeblichen Vereinbarung zwischen den oben genannten Beteiligten,
Mitarbeiter nicht abzuwerben - zu erlangen.
Am 16. Oktober 2019 schloss die Knorr-Bremse AG mit den Klägern eine Vergleichsvereinbarung
zur Beilegung der Sammelklage gegen Zahlung von $ 12,0 Mio. Die Zahlung ist in der
letzten Märzwoche 2020 auf ein Escrow Account bei Gericht erfolgt. Die endgültige
Bestätigung dieser Vergleichsvereinbarung erfolgte mit gerichtlicher Entscheidung
vom 26. August 2020.
Mit Datum vom 13. Februar 2020 hat die Haldex AB bei der Europäischen Kommission und
beim Administrative Council of Economic Defense (CADE) in Brasilien Beschwerden eingelegt.
Gegenstand der Beschwerden ist der Vorwurf, Knorr-Bremse AG habe durch den Erwerb
sowie das Halten eines Minderheitsanteils an Haldex AB im September 2016 das jeweils
geltende Kartell- bzw. Fusionskontrollrecht verletzt.
Der Minderheitsanteil von Knorr-Bremse an Haldex AB beträgt derzeit 9,24%. Knorr-Bremse
AG verteidigt sich gegen die Vorwürfe.
Die Europäische Kommission befindet sich in der Vorprüfung der Vorwürfe. Sie wird
voraussichtlich im Laufe des dritten oder vierten Quartals 2020 entscheiden, ob sie
ein formelles Verfahren eröffnet.
Die brasilianische CADE hat am 23. Juni 2020 beschlossen, ein förmliches Verfahren
wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Vollzugsverbot zu eröffnen. Das Verfahren
ist noch in der Ermittlungsphase. Eine Entscheidung über die Einstellung oder die
Fortführung des Verfahrens vor einem separaten Spruchkörper der CADE wird für frühestens
im dritten oder vierten Quartal 2020 erwartet.
Da sich beide Verfahren noch in einem frühen Stadium befinden, kann zu diesem Zeitpunkt
keine verlässliche Aussage über die Erfolgswahrscheinlichkeit oder die möglichen Folgen
eines nachteiligen Ergebnisses des Verfahrens gemacht werden. Das Risiko wird aktuell
als eher gering eingeschätzt.
Nachdem die Robert Bosch GmbH im Rahmen von andauernden Preisverhandlungen verschiedene
langfristige Lieferverträge für mehrere elektronische Komponenten aufgekündigt hatte,
was zu Unterbrechungen in der Belieferung von Kunden der Knorr-Bremse Gruppe und dadurch
zu Verlusten der Knorr-Bremse Gruppe aufgrund eines Produktionsstopps sowie zu damit
verbundenen Haftungsrisiken führen könnte, hat die Knorr-Bremse daraufhin mit Datum
13. März 2020 ein Schiedsverfahren gegen die Robert Bosch GmbH eingeleitet, um die
Fortsetzung der Lieferversorgung zu gewährleisten. Mit einer Entscheidung des Schiedsgerichts
wird im zweiten Quartal 2021 gerechnet.
Die italienischen Strafverfolgungsbehörden haben mit Schreiben vom 19. März 2019 mitgeteilt,
dass das Ermittlungsverfahren gegen Microelettrica Scientifica S.p. a., Buccinasco/Italien
("Microelettrica"), frühere Mitglieder des Verwaltungsrats der Microelettrica sowie
ein Mitglied des Managements von drei russischen Konzerngesellschaften im Zusammenhang
mit Provisionszahlungen an einen Agenten wegen Lieferungen an einen russischen Kunden
abgeschlossen wurde und gegen Microelettrica Anklage erhoben wird wegen angeblicher
Verletzung interner Regeln zur Vermeidung von Korruptionshandlungen durch die zuvor
genannten Personen.
Das gerichtliche Verfahren befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Da Knorr-Bremse
der Ansicht ist, dass Microelettrica geeignete Präventionsmaßnahmen gegen Korruption
getroffen und daher den italienischen Gesetzen entsprochen habe, erfolgte keine Rückstellungsbildung
zum 30. Juni 2020.
Zu allen anderen im Geschäftsbericht 2019 unter Kapitel H.9. beschriebenen rechtlichen
Risiken haben sich keine neuen Sachverhalte oder weitere Einschätzungen bis zum 30.
Juni 2020 ergeben.
| 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 | |
| Lohnempfänger | 14.638 | 15.761 |
| davon für Leasingpersonal | 2.438 | 2.632 |
| Gehaltsempfänger | 13.819 | 13.540 |
| davon für Leasingpersonal | 218 | 261 |
| Auszubildende | 201 | 193 |
| Summe | 28.658 | 29.494 |
| in Tsd. € | Berichtspflichtige Segmente | Überleitung auf IFRS | ||||
| Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Summe | Systeme für Schienenfahrzeuge | Systeme für Nutzfahrzeuge | Übrige Segmente und Konsolidierung | |
| 30.06.2020 | ||||||
| Externe Umsatzerlöse | 1.741.532 | 1.318.585 | 3.060.117 | (1.089) | (4.377) | 1.119 |
| Umsätze zwischen den Segmenten | 10.373 | 10.347 | 20.720 | (10.021) | (9.856) | (844) |
| Segmentumsatzerlöse | 1.751.905 | 1.328.932 | 3.080.837 | (11.110) | (14.233) | 275 |
| EBITDA* | 351.585 | 127.540 | 479.125 | 38.602 | 30.706 | (12.944) |
| Abschreibungen | (45.471) | (62.528) | (107.999) | (19.098) | (1.559) | (9.289) |
| EBIT* | 306.114 | 65.012 | 371.126 | 19.504 | 29.147 | (22.233) |
| Zinserträge | 4.585 | 1.361 | 5.946 | 1.074 | 336 | 1.866 |
| Zinsaufwendungen | (4.354) | (3.793) | (8.147) | (8.121) | (1.183) | (6.070) |
| Sonstiges Finanzergebnis | (215) | (591) | (806) | (3.355) | (3.830) | (17.648) |
| davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | (714) | (456) | (1.170) | 0 | (0) | 589 |
| EBT | 306.130 | 61.989 | 368.119 | 9.102 | 24.470 | (44.085) |
| Net Working Capital | 794.924 | 418.455 | 1.213.379 | 1.321 | (18.516) | 569 |
| 30.06.2019 | ||||||
| Externe Umsatzerlöse | 1.860.843 | 1.728.632 | 3.589.475 | 14.138 | (2.629) | 531 |
| Umsätze zwischen den Segmenten | 9.117 | 8.591 | 1 7.708 | (8.086) | (7.888) | (1.734) |
| Segmentumsatzerlöse | 1.869.960 | 1.737.223 | 3.607.183 | 6.052 | (10.516) | (1.202) |
| EBITDA* | 372.701 | 239.511 | 612.212 | 44.344 | 24.672 | (12.270) |
| Abschreibungen | (46.253) | (57.549) | (103.802) | (11.399) | (11.922) | (8.586) |
| EBIT* | 326.448 | 181.962 | 508.410 | 32.945 | 12.750 | (20.856) |
| Zinserträge | 5.207 | 813 | 6.020 | 1.287 | 3.390 | 750 |
| Zinsaufwendungen | (6.721) | (2.440) | (9.162) | (7.634) | (2.869) | (6.240) |
| Sonstiges Finanzergebnis | 300 | (687) | (387) | (593) | 765 | (6.433) |
| davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | - | - | - | - | (687) | 116 |
| EBT | 325.233 | 179.649 | 504.882 | 26.005 | 14.036 | (32.779) |
| Net Working Capital | 735.690 | 358.207 | 1.093.897 | 50.058 | (2.177) | 719 |
| in Tsd. € | |
| Konzern | |
| 30.06.2020 | |
| Externe Umsatzerlöse | 3.055.770 |
| Umsätze zwischen den Segmenten | - |
| Segmentumsatzerlöse | 3.055.770 |
| EBITDA* | 535.489 |
| Abschreibungen | (137.945) |
| EBIT* | 397.544 |
| Zinserträge | 9.222 |
| Zinsaufwendungen | (23.521) |
| Sonstiges Finanzergebnis | (25.640) |
| davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | (581) |
| EBT | 357.606 |
| Net Working Capital | 1.196.753 |
| 30.06.2019 | |
| Externe Umsatzerlöse | 3.601.516 |
| Umsätze zwischen den Segmenten | - |
| Segmentumsatzerlöse | 3.601.516 |
| EBITDA* | 668.959 |
| Abschreibungen | (135.710) |
| EBIT* | 533.249 |
| Zinserträge | 11.446 |
| Zinsaufwendungen | (25.905) |
| Sonstiges Finanzergebnis | (6.647) |
| davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | (571) |
| EBT | 512.143 |
| Net Working Capital | 1.142.496 |
*
Nicht explizit im Management Reporting an den CODM ausgewiesen
Die interne Berichterstattung enthält keine segmentspezifischen Informationen zu Vermögenswerten
und Schulden; dies ist daher nicht in der Segmentberichterstattung enthalten.
| in Tsd. € | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Umsatzerlöse der berichtspflichtigen Segmente (HGB) | 3.080.837 | 3.607.183 |
| Umsatzerlöse der anderen Segmente (HGB) | 94.374 | 91.393 |
| Segmentübergreifende Konsolidierung und sonstige Effekte | (105.493) | (93.819) |
| Anpassung Over-Time-Erfassung | 1.077 | 18.752 |
| Anpassung aufgrund von Ausweisunterschieden durch Einführung von BilRuG | (15.024) | (21.992) |
| Umsatzerlöse konsolidiert | 3.055.770 | 3.601.516 |
| in Tsd.€ | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Gewinn vor Steuern der berichtspflichtigen Segmente (HGB) | 368.119 | 504.882 |
| Gewinn vor Steuern der anderen Segmente (HGB) | (46.208) | (30.176) |
| Segmentübergreifende Konsolidierung und sonstige Effekte | 1.611 | 839 |
| Anpassung aufgrund nicht vorgenommener Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert | 15.700 | 11.960 |
| Anpassung Over-Time-Erfassung | 3.792 | 3.647 |
| Anpassung aus der Aktivierung und Abschreibung von Entwicklungsprojekten | 24.174 | 26.772 |
| Anpassung aufgrund abweichender Bewertung von Pensionsrückstellungen | 9.003 | 7.521 |
| Anpassung Bewertung Vorräte | (2.628) | 6.078 |
| Anpassung Rückstellungen | (11.138) | (16.201) |
| Anpassung aufgrund der Fair Value-Bewertung von Finanzinstrumenten | (5.228) | (2.397) |
| Sonstige Anpassungen aufgrund von HGB-IFRS Unterschieden | 409 | (783) |
| Gewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen, konsolidiert vor Steuern | 357.606 | 512.143 |
Die nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns unterschieden nach
Sitzland des Konzernunternehmens.
| in Tsd.€ | 1. Halbjahr 2020 | 1. Halbjahr 2019 |
| Europa/Afrika | 1.372.905 | 1.691.924 |
| Nordamerika | 612.725 | 841.158 |
| Südamerika | 35.097 | 55.242 |
| Asien-Pazifik | 1.035.043 | 1.013.192 |
| 3.055.770 | 3.601.516 |
München, 10. September 2020
Knorr-Bremse AG
Der Vorstand
| FRANK MARKUS WEBER | DR. PETER LAIER | DR. JÜRGEN WILDER |
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind.
München, 10. September 2020
Knorr-Bremse AG
Der Vorstand
| FRANK MARKUS WEBER | DR. PETER LAIER | DR. JÜRGEN WILDER |
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Konzern-Bilanz,
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung,
Entwicklung des Konzerneigenkapitals sowie ausgewählten, erläuternden Anhangangaben
- und den Konzernzwischenlagebericht der Knorr-Bremse Aktiengesellschaft, München,
für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts
nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS
34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts
nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in
der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist
es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht
auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und
des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen
vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen,
dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können,
dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung
mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte
anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht
beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft
und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung
erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben,
können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt
geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung",
wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
München, den 10. September 2020
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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