Knorr-Bremse Aktiengesellschaft

München

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020

Zwischenbericht 1. Januar bis 30. Juni 2020

Halbjahresfinanzbericht
1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020
KNORR-BREMSE AG

Kennzahlen Knorr-Bremse Konzern (IFRS)

KENNZAHLEN KNORR-BREMSE KONZERN (IFRS)

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Umsatz Mio. € 3.055,8 3.601,5
EBITDA Mio. € 535,5 669,0
EBITDA-Marge % 17,5 18,6
EBITDA-Marge operativ % 17,5 19,0
EBIT Mio. € 397,5 533,2
EBIT-Marge % 13,0 14,8
EBIT-Marge operativ % 13,0 15,6
Periodenergebnis Mio. € 256,9 363,7
Ergebnis je Aktie (unverwässert) 1,47 2,13
Auftragseingang Mio. € 2.727,1 3.581,2
Auftragsbestand (30.06.) Mio. € 4.363,3 4.542,3
Operating Cashflow Mio. € 118,6 310,5
Free Cashflow Mio. € (13,3) 189,7
Cash Conversion Rate % (5,2) 52,2
Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) Mio. € 147,9 123,41)
Investitionen in % vom Umsatz (vor IFRS 16 und Akquisitionen) % 4,8 3,4
F&E-Kosten Mio. € 194,8 202,1
F&E-Kosten in % vom Umsatz % 6,4 5,6
30.06.2020 31.12.2019
Bilanzsumme Mio. € 7.667,1 6.846,8
Eigenkapital (mit nicht beherrschenden Anteilen) Mio. € 1.741,5 1.901,5
Eigenkapitalquote % 22,7 27,8
ROCE (annualisiert) % 22,2 34,1
Net Financial (Debt) / Cash Mio. € (447,9)2) 57,7
Net Working Capital Mio. € 1.196,8 809,1
Mitarbeiter (inkl. Leasing) 28.941 28.905

1) bereinigt um Nordgelände SLB (€ 10,3 Mio.)
2) inkl. Dividende (€ 290,2 Mio.)

Erstes Halbjahr 2020

Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2020 durch Auswirkungen der Covid-19 Pandemie geprägt

Temporäre Eintrübung der Auftragslage infolge weltweiter Lockdowns: Auftragseingang mit € 2.727,1 Mio. um -23,8% unter Vorjahresniveau, demgegenüber € 4.363,3 Mio. weiter solider Auftragsbestand (-3,9% gegenüber Vorjahr)

Umsatz mit € 3.055,8 Mio. um -15,2 % gegenüber Vorjahr, infolge rückläufigen OE-Geschäfts, Region Asien jedoch bereits wieder mit dynamischer Erholung, v.a. in China, im Umsatz über Vorjahresniveau

"Nachmarktumsatz: in herausforderndem Marktumfeld +1,0 % und damit von 31,7 % auf 37,7 % am Gesamtumsatz zugelegt mit stabilisierendem Effekt auf Ergebnisperformance

Widerstandsfähiges Margenniveau: operative EBITDA-Marge bei 17,5 % vom Umsatz (Vorjahr: 19,0 %)

Liquidität von € 2,3 Mrd. sichert operativen Handlungsspielraum

Operating Cashflow: Positiver Beitrag von € 118,6 Mio., -61,8 % gegenüber Vorjahr vor allem aufgrund geringerem Ergebnisbeitrag sowie Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit

Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 erfolgte die Erstkonsolidierung der strategischen Akquisition R.H. Sheppard in Nordamerika mit dem Ziel des Ausbaus der weltweiten Präsenz im Lenkungsgeschäft

Eingeleitetes Maßnahmenprogramm zur Ertrags- und Cashflow-Stabilisierung und Sicherstellung der Lieferfähigkeit zeigte Wirkung und wird konsequent fortgesetzt

Ausblick für 2020:

Umsatz: € 5.900 bis 6.200 Mio. (2019: € 6.937 Mio.)

Operative EBITDA-Marge: 16,5 bis 17,5 % (2019: 18,8 %)

Konzern-Zwischenlagebericht

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Konjunktur und Branchenumfeld

Wirtschaftswachstum

In der ersten Jahreshälfte 2020 lenkt die Covid-19-Pandemie, eine beispiellose globale Gesundheitskrise, das Weltgeschehen. Laut dem World Bank Report hat sie die schwerste globale wirtschaftliche Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Eine große Anzahl von Regierungen schränkte das öffentliche Leben gravierend ein. Es wurden Ausgehverbote und Schließungen von Schulen und nicht-lebensnotwendigen Geschäften sowie Reiseverbote verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Gesundheitssysteme nicht zu überfordern. Dies beeinträchtigte die Geschäftstätigkeit in vielen Sektoren, die Entwicklung von Konsum und Investitionen wurden ebenso wie der Arbeitsmarkt und die Produktionstätigkeit gedämpft. Die Pandemie breitete sich im ersten Halbjahr 2020 international aus, so dass der globale Handel, die Finanz- und Commodity-Märkte, internationale Zulieferketten, der Reise- und Tourismus zum Erliegen kamen und in eine scharfe Rezession in vielen Ländern führten. Somit sehen sich die meisten Regierungen aktuell mit einer sehr komplexen Krise konfrontiert: Die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens, die Beseitigung von Störungen auf den Binnenmärkten, der Einbruch der Auslandsnachfrage, Kapitalflussumkehrungen und ein Einbruch der Rohstoffpreise.

Sollte die Covid-19 Pandemie länger anhalten als angenommen, müssen Bewegungseinschränkungen der Bevölkerung weiter bestehen bleiben oder wieder eingeführt werden. Die Schwächung der Wirtschaftsentwicklung würde sich fortsetzen. In einem positiveren Szenario könnte mit einer schrittweisen Aufhebung bzw. Lockerung der Beschränkungen ab der zweiten Jahreshälfte der Weg zu einer wirtschaftlichen Erholung zunächst frei sein. Insgesamt bleibt die Entwicklung jedoch höchst ungewiss und labil. Ein möglicher Anstieg des Infektionsgeschehens, sowie die Bedrohung durch weitere Infektionswellen haben das Potential die Entwicklung massiv zu belasten. Weiterhin war die Geschäftsentwicklung auch durch schwankende Währungskurse beeinflusst, so schwankte beispielsweise der EUR/USD Wechselkurs im ersten Halbjahr 2020 in einem Intervall von 1,06 bis 1,15.

Markt für Schienenfahrzeuge

Der Markt für Schienenfahrzeuge zeigte sich im bisherigen Jahresverlauf 2020 in den Regionen zeitlich unterschiedlich beeinflusst von der Covid-19-Pandemie. Während in China und Europa sich bereits eine Erholung von den massiven Einschränkungen der ersten Monate gegen Ende des 1. HJ abzeichnete, sind Länder wie Indien, Südafrika, USA, Mittel- und Südamerika weiterhin mit voller Stärke getroffen.

Dem entgegen zeichneten sich in Einzelmärkten auch leicht positive Entwicklungen ab - mit dem weitgehenden Aufrechterhalten der Lieferketten nutzten Betreiber das verringerte Passagieraufkommen und Frachtvolumen für Wartungsarbeiten und glichen somit Reduzierungen aufgrund verringerter Laufleistungen aus.

Europa/Afrika

Von einem sehr hohen Neubeschaffungsniveau der Vorjahre kommend schwächte sich der Markt in Großbritannien ab, wurde aber durch andere Märkte in Europa wie Deutschland, Frankreich und Italien mehr als kompensiert.

Nordamerika/Südamerika

Knorr-Bremse beobachtete im nordamerikanischen Markt ein schwächeres erstes Halbjahr 2020, geprägt durch den zyklischen Rückgang im Frachtmarkt und belastet durch die Covid-19-Pandemie.

Asien/Pazifik

Im Markt Asien/Pazifik war China insbesondere im Q1 stark belastet. Indien ab Q2 mit starken Covid-19-Einschränkungen. China bleibt der größte Schienenfahrzeugmarkt weltweit und erholte sich zunehmend.

Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen.

Markt für Nutzfahrzeuge

Der globale Nutzfahrzeugmarkt, gemessen an der Anzahl produzierter Fahrzeuge (Truck Production Rate), litt insbesondere im ersten Halbjahr 2020 in fast allen Teilen der Welt unter den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und sank auch dadurch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16%. Einzig der chinesische Markt erholte sich rasch und übertraf das erste Halbjahr 2019 mit 21%.

Europa/Afrika

Durch die Werksschließungen insbesondere im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 sank die Produktion des ersten Halbjahres 2020 für den Nutzfahrzeugmarkt in Westeuropa um 42% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Osteuropa hingegen sank die Produktion im gleichen Zeitraum lediglich um 13%.

Nordamerika/Südamerika

Auch der Nutzfahrzeugmarkt in Nordamerika erfuhr starke Rückgänge durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und sank um 49% gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 (Lkw-Klasse 6-8). Die Lkw- und Bus-Produktion in Südamerika sank um 38%.

Asien/Pazifik

Die Produktion des ersten Halbjahres 2020 schloss für den Nutzfahrzeugmarkt in Asien auf gleich hohem Niveau wie das Vorjahr ab. Der chinesische Markt erholte sich schnell von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und stieg um 21%.

Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen sowie zahlreichen Analystenberichten zum Truck Sektor.

Größen der Unternehmenssteuerung

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren bei Knorr-Bremse sind Umsatz, (operatives) EBITDA/EBITDA-Marge, (operatives) EBIT/EBIT-Marge, Net Working Capital in Umsatztagen sowie ROCE. Weitere Steuerungskennzahlen, insbesondere auf Konzernebene, sind darüber hinaus auch Auftragseingang, Auftragsbestand sowie Investitionen im Verhältnis zum Umsatz. Auftragseingang und Auftragsbestand entstammen dem Management Reporting und sind nicht Teil der prüferischen Durchsicht. Sie werden ausführlich ab Seite 75 des Geschäftsberichts 2019 erläutert.

STEUERUNGSGRÖSSEN

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Umsatz (Mio. €) 3.055,8 3.601,5
EBITDA (Mio. €) 535,5 669,0
EBITDA-Marge (% vom Umsatz) 17,5 18,6
EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) 17,5 19,0
EBIT (Mio. €) 397,5 533,2
EBIT-Marge (% vom Umsatz) 13,0 14,8
EBIT-Marge operativ (% vom Umsatz) 13,0 15,6
ROCE annualisiert (%) 22,2 31,3
Net Working Capital in Umsatztagen 70,5 57,1
Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Leasing) 28.941 29.812

UMSATZ UND EBITDA DER DIVISIONEN

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Systeme für Schienenfahrzeuge
Umsatz (Mio. €) 1.740,8 1.876,0
EBITDA-Marge (% vom Umsatz) 22,4 22,2
EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) 22,4 22,2
Systeme für Nutzfahrzeuge
Umsatz (Mio. €) 1.314,7 1.726,7
EBITDA-Marge (% vom Umsatz) 12,0 15,3
EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) 12,0 16,3

Zur Ermittlung in den operativen EBITDA/EBIT-Margen wurden gegenüber den ausgewiesenen Umsatz- und Ergebnisgrößen im Geschäftsjahr 2019 Effekte aus Restrukturierungsmaßnahmen und transaktionsbezogene Einmaleffekte bereinigt. Im ersten Halbjahr 2020 kam es demgegenüber zu keinen Bereinigungen.

Der ROCE zeigt, ob wir mit dem operativ gebundenen Kapital (Capital Employed) eine angemessene Verzinsung erwirtschaften und bildet damit die Basis für eine effiziente Kapitalallokation. Im ersten Halbjahr lag der ROCE annualisiert mit 22,2 % unter dem entsprechenden Vorjahr (31,3 %). Dieser Rückgang resultierte vor allem aus dem höheren gebundenen Kapital. Das Net Working Capital in Umsatztagen stieg mit 70,5 Tagen um 13,4 Tage gegenüber dem Vorjahresstichtag ( 57,1 Umsatztage), geprägt durch Maßnahmen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit, an.

Auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden regelmäßig ermittelt. Sie unterstützen uns bei der Führung und der langfristigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Hier ist die Anzahl der Mitarbeiter (FTE) als bedeutsamster nichtfinanzieller Leistungsindikator zu nennen. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen jedoch nicht vorrangig zur Steuerung des Unternehmens.

Die Definitionen der Kennzahlen im vorliegenden Bericht haben sich im Vergleich zum Geschäftsbericht 2019 nicht verändert.

Besondere Ereignisse im Berichtszeitraum

Covid-19

Die sich seit März 2020 abzeichnende weltweite Ausdehnung der Covid-19-Pandemie beeinträchtigte rasch zunehmend das öffentliche Leben, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und auch die Geschäftsentwicklung des Knorr-Bremse Konzerns. Hierbei ist insbesondere eine rückläufige Nachfrage infolge temporärer Werkschließungen der Kunden im zweiten Quartal zu nennen. Knorr-Bremse reagierte umgehend mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm, um in dem herausfordernden Umfeld die Stabilität des Unternehmens sowie den bestmöglichen Schutz unserer Mitarbeiter zu gewährleisten.

Hierzu gehörten neben der vorgenommenen Einräumung zusätzlicher Kreditlinien in Höhe von € 750 Mio. zur Erhöhung des operativen Handlungsspielraums, vor allem Initiativen zur Ertrags- und Cashflow-Stabilisierung sowie Sicherstellung der Lieferfähigkeit. Diese Initiativen umfassen unter anderem zeitlich befristete Kostenmaßnahmen, wie die Nutzung von Kurzarbeitergeld und ähnlichen Regelungen in anderen Ländern, soweit sie in den Standorten der Knorr-Bremse Gruppe möglich sind. Des Weiteren wurde auch die Erleichterung hinsichtlich steuerlicher Vorauszahlungen in Anspruch genommen. Darüber hinaus überwachen wir kontinuierlich unsere Lieferketten und sichern diese gegebenenfalls über eine temporäre Unterstützung ausgewählter Lieferanten oder auch über Bevorratung.

Weltweit wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen, welche standortspezifische Hygienekonzepte und die notwendigen organisatorischen sowie infrastrukturellen Veränderungen umfassen. Hierzu gehören beispielsweise eine strikte Teamtrennung sowohl in der Produktion als auch im administrativen Bereich, der vermehrte Einsatz mobiler Arbeit sowie die Bereitstellung von Schutzausrüstung.

Erwerb von R.H. Sheppard

Mit Kaufvertrag vom 30. Januar und Closing vom 1. Juni 2020 hat Knorr-Bremse von der Wabco Holdings Inc. 100% der Anteile an der R.H. Sheppard Co., Inc. erworben. Der vorläufige Kaufpreis für Sheppard beträgt € 135,5 Mio., der vollständig zum 30.06.2020 beglichen wurde. Der finale Kaufpreis ist abhängig von den vereinbarten Closing Accounts, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses noch nicht abschließend zwischen den Vertragspartnern abgestimmt waren. Nach der Akquisition des Lenkungsbereichs für Nutzfahrzeuge von Hitachi Automotive Systems in Japan im vergangenen Geschäftsjahr ist der Erwerb von Sheppard für Knorr-Bremse ein weiterer Schritt zum globalen Anbieter von integrierten Lenkungs- und Bremssystemen für Nutzfahrzeuge.

Rechtsstreitigkeiten

Bei den im Geschäftsbericht 2019 unter Kapitel H.9. beschriebenen rechtlichen Risiken haben sich, abgesehen von den Untersuchungen des U.S. Department of Justice, der Kartellbeschwerde Haldex, die Kündigung von langfristigen Lieferverträgen durch die Robert Bosch GmbH sowie das Ermittlungsverfahren gegen Microelettrica Scientifica S.p.a, keine neuen Sachverhalte oder weitere Einschätzungen bis zum 30. Juni 2020 ergeben.

Untersuchungen des U.S. Department of Justice

Am 3. April 2018 gab das U.S. Department of Justice, Antitrust Division ("DOJ") bekannt, dass es mit der Knorr-Bremse AG und der Westinghouse Air Brake Technologies Corporation ("Wabtec") eine Einigung hinsichtlich des Vorwurfs nicht gesetzeskonformer Vereinbarungen, Mitarbeiter nicht abzuwerben, erzielte.

In Folge der Einigung mit dem DOJ reichten mehrere Angestellte Sammelklagen gegen die Knorr-Bremse AG, Wabtec sowie einzelne ihrer Tochterunternehmen ein. Ziel der Sammelklagen war es, Schadenersatz zur Kompensation der Angestellten für verminderte Bezahlung - aufgrund der angeblichen Vereinbarung zwischen den oben genannten Beteiligten, Mitarbeiter nicht abzuwerben - zu erlangen.

Am 16. Oktober 2019 schloss die Knorr-Bremse AG mit den Klägern eine Vergleichsvereinbarung zur Beilegung der Sammelklage gegen Zahlung von $ 12,0 Mio. Die Zahlung ist in der letzten Märzwoche 2020 auf ein Escrow Account bei Gericht erfolgt. Die endgültige Bestätigung dieser Vergleichsvereinbarung erfolgte mit gerichtlicher Entscheidung vom 26. August 2020.

Beschwerden von Haldex AB bei der Europäischen Kommission und der brasilianischen Kartellbehörde

Mit Datum vom 13. Februar 2020 hat die Haldex AB bei der Europäischen Kommission und beim Administrative Council of Economic Defense (CADE) in Brasilien Beschwerden eingelegt. Gegenstand der Beschwerden ist der Vorwurf, Knorr-Bremse AG habe durch den Erwerb sowie das Halten eines Minderheitsanteils an Haldex AB im September 2016 das jeweils geltende Kartell- bzw. Fusionskontrollrecht verletzt.

Der Minderheitsanteil von Knorr-Bremse an Haldex AB beträgt derzeit 9,24%. Knorr-Bremse AG verteidigt sich gegen die Vorwürfe.

Die Europäische Kommission befindet sich in der Vorprüfung der Vorwürfe. Sie wird voraussichtlich im Laufe des dritten oder vierten Quartals 2020 entscheiden, ob sie ein formelles Verfahren eröffnet.

Die brasilianische CADE hat am 23. Juni 2020 beschlossen, ein förmliches Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Vollzugsverbot zu eröffnen. Das Verfahren ist noch in der Ermittlungsphase. Eine Entscheidung über die Einstellung oder die Fortführung des Verfahrens vor einem separaten Spruchkörper der CADE wird für frühestens im dritten oder vierten Quartal 2020 erwartet.

Da sich beide Verfahren noch in einem frühen Stadium befinden, kann zu diesem Zeitpunkt keine verlässliche Aussage über die Erfolgswahrscheinlichkeit oder die möglichen Folgen eines nachteiligen Ergebnisses des Verfahrens gemacht werden. Das Risiko wird aktuell als eher gering eingeschätzt.

Kündigung von langfristigen Lieferverträgen durch die Robert Bosch GmbH

Nachdem die Robert Bosch GmbH im Rahmen von andauernden Preisverhandlungen verschiedene langfristige Lieferverträge für mehrere elektronische Komponenten aufgekündigt hatte, was zu Unterbrechungen in der Belieferung von Kunden der Knorr-Bremse Gruppe und dadurch zu Verlusten der Knorr-Bremse Gruppe aufgrund eines Produktionsstopps sowie zu damit verbundenen Haftungsrisiken führen könnte, hat die Knorr-Bremse daraufhin mit Datum 13. März 2020 ein Schiedsverfahren gegen die Robert Bosch GmbH eingeleitet, um die Fortsetzung der Lieferversorgung zu gewährleisten. Mit einer Entscheidung des Schiedsgerichts wird im zweiten Quartal 2021 gerechnet.

Verfahren Italien

Die italienischen Strafverfolgungsbehörden haben mit Schreiben vom 19. März 2019 mitgeteilt, dass das Ermittlungsverfahren gegen Microelettrica Scientifica S.p. a., Buccinasco/Italien ("Microelettrica"), frühere Mitglieder des Verwaltungsrats der Microelettrica sowie ein Mitglied des Managements von drei russischen Konzerngesellschaften im Zusammenhang mit Provisionszahlungen an einen Agenten wegen Lieferungen an einen russischen Kunden abgeschlossen wurde und gegen Microelettrica Anklage erhoben wird wegen angeblicher Verletzung interner Regeln zur Vermeidung von Korruptionshandlungen durch die zuvor genannten Personen.

Das gerichtliche Verfahren befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Da Knorr-Bremse der Ansicht ist, dass Microelettrica geeignete Präventionsmaßnahmen gegen Korruption getroffen und daher den italienischen Gesetzen entsprochen habe, erfolgte keine Rückstellungsbildung zum 30. Juni 2020.

Weitere rechtliche Risiken

Zu allen anderen im Geschäftsbericht 2019 unter Kapitel H.9. beschriebenen rechtlichen Risiken haben sich keine neuen Sachverhalte oder weitere Einschätzungen bis zum 30. Juni 2020 ergeben.

Dividendenbeschluss

Die Hauptversammlung der Knorr-Bremse AG beschloss am 30. Juni 2020, eine Dividende in Höhe von € 1,80 je dividendenberechtigter Aktie (161.200.000 Aktien) auszuschütten. Die Ausschüttungssumme beträgt damit € 290,2 Mio. und somit 46 % (Vorjahr: 45 %) des Konzernjahresüberschusses. Hierin zeigt sich auch unsere schon lange praktizierte Strategie, ausreichend Mittel im Unternehmen zu halten, um auch zukünftig wichtige Investitionen tätigen zu können.

Knorr-Bremse hat sich im Segment der führenden Industriegüterunternehmen in Europa fest etabliert und wird von Kapitalmarktteilnehmern entsprechend bewertet. Seit dem Börsengang, zu einem Ausgabepreis von € 80 pro dividendenberichtigter Aktie, und inklusive der Dividendenzahlungen seither, konnten die Aktionäre der Knorr-Bremse AG insgesamt eine Steigerung von rund 38 % erzielen (XETRA Schlusskurs Knorr-Bremse Aktie am 31. August 2020: € 106,48).

Wechsel in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats

In der Hauptversammlung vom 30. Juni 2020 wurden Heinz Hermann Thiele, Dr. Thomas Enders und Dr. Theodor Weimer neu in den Aufsichtsrat der Knorr-Bremse AG gewählt. Der Beratervertrag zwischen Herrn Thiele und der Knorr-Bremse AG wurde ohne Abfindung vorzeitig zum 30. Juni 2020 aufgelöst. Dr. Wolfram Mörsdorf, Wolfgang Tölsner und Georg Weiberg sind mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat der Knorr-Bremse AG ausgeschieden. Die Bestellung der neuen Aufsichtsratsmitglieder erfolgte für den Rest der ursprünglichen Amtszeit der ausscheidenden Mitglieder, also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2021.

Wechsel im Vorstand

Herr Ralph Heuwing ist mit Wirkung zum 30. April 2020 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Knorr-Bremse AG ausgeschieden. Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurde Herr Frank Markus Weber als neuer Vorstand für das Ressort des CFO bestellt.

Besondere Ereignisse nach dem Berichtsstichtag

Führungswechsel im Vorstand

Der Vorsitzende des Vorstands und ressortverantwortliche Arbeitsdirektor i. S. v. § 33 MitbestG der Knorr-Bremse AG, Bernd Eulitz, schied im gegenseitigen Einvernehmen zum 31. August 2020 aus dem Unternehmen aus. Der Aufsichtsrat steht uneingeschränkt hinter der erfolgreichen Unternehmensstrategie der Knorr-Bremse AG. Grund für das Ausscheiden von Bernd Eulitz waren unterschiedliche Auffassungen zu Fragen der Führung und der aktiven Gestaltung unternehmerischer Belange. Der Aufsichtsrat hat die Suche nach einem Nachfolger bereits eingeleitet. In der Übergangszeit werden die Vorstandsmitglieder Frank Markus Weber, Dr. Peter Laier und Dr. Jürgen Wilder die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden gemeinschaftlich wahrnehmen.

Ertragslage

KONZERNKENNZAHLEN

in Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Auftragseingang 2.727,1 3.581,2
Auftragsbestand 4.363,3 4.542,3
Umsatz 3.055,8 3.601,5
EBITDA 535,5 669,0
EBITDA-Marge 17,5 18,6
EBITDA-Marge operativ 17,5 19,0
EBIT 397,5 533,2
EBIT-Marge 13,0 14,8
EBIT-Marge operativ 13,0 15,6
Periodenergebnis 256,9 363,7
Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) 147,9 123,41)
Abschreibungen 137,9 135,7
F&E-Kosten 194,8 202,1
Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Leasing) 28.941 29.812

1) bereinigt um Nordgelände SLB (€ 10,3 Mio.)

Der Auftragseingang im Konzern lag im ersten Halbjahr 2020 mit € 2.727,1 Mio. (Vorjahr: € 3.581,2 Mio.) um 23,8 % infolge der Covid-19 Pandemie merklich unter dem Niveau des Vorjahres. Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf die Nachfragezurückhaltung unserer Kunden infolge der weltweiten Lockdowns im zweiten Quartal in beiden Divisionen zurückzuführen. Dies führte zu einem Auftragsbestand zum 30.06.2020 in Höhe von € 4.363,3 Mio. (Vorjahr: € 4.542,3 Mio.) und einer rechnerischen Auftragsreichweite von 8,7 (Vorjahr: 7,8) Monaten, welche unsere weiter solide Auftragssituation unterstreicht. Die Book-to-Bill-Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingang zum Umsatz, belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf 0,89 (Vorjahr 0,99).

Auch im Konzernumsatz zeigten sich im ersten Halbjahr des Berichtsjahres mit einem Rückgang um 15,2 % auf € 3.055,8 Mio. (Vorjahr: € 3.601,5 Mio.) die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Währungsbereinigt zu Istkursen 2019 betrug der Umsatzrückgang 15,0 %. Die zum Ende des ersten Halbjahres 2020 durchgeführte Akquisition von R.H. Sheppard trug mit € 7,7 Mio. zum Umsatz bei.

Von dieser Entwicklung waren beide Divisionen betroffen. Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge verzeichnete einen Umsatzrückgang um 7,2 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dieser war von weltweiten rückläufigen OE-Umsätzen geprägt, wogegen der Nachmarkt absolut und relativ zulegen konnte. Im Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge resultierte der Umsatzrückgang um 23,9 % vor allem aus einer, besonders im zweiten Quartal, weltweit stark rückläufigen Nutzfahrzeugproduktion. Dabei führten temporäre Werkschließungen nahezu aller wesentlichen Kunden zu einem deutlichen Umsatzentfall. Der Nachmarkt hingegen entwickelte sich absolut nahezu stabil und konnte damit relativ gesteigert werden.

Auf Konzernebene erhöhte sich der Nachmarkt-Anteil am Gesamtumsatz von 31,7 % spürbar auf 37,7 % (Aufteilung nach Management Reporting) und spiegelt unser robustes Geschäftsmodell wider.

In der Region Europa/Afrika sank der Umsatz um 18,9 % auf € 1.372,9 Mio. (Vorjahr: € 1.691,9 Mio.), was einem Anteil von 45 % (Vorjahr: 47 %) entspricht. Die Region Nordamerika um 27,2 % auf € 612,7 Mio. (Vorjahr: € 841,2 Mio.). Damit erreichte diese Region 20 % (Vorjahr: 23 %) des Konzernumsatzes. In der Region Südamerika sank der Umsatz um 36,4 % auf € 35,1 Mio. (Vorjahr: € 55,2 Mio.), was einem Umsatzanteil von 1 % (Vorjahr: 2%) entspricht. In Asien/Pazifik hingegen stieg der Umsatz um 2,2 % auf € 1.035,0 Mio. (Vorjahr: € 1.013,2 Mio.), was nun 34 % des Konzernumsatzes (Vorjahr: 28%) darstellt.

KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH SITZ DER KONZERNGESELLSCHAFT

in Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Europa/Afrika 1.372,9 1.691,9
Nordamerika 612,7 841,2
Südamerika 35,1 55,2
Asien/Pazifik 1.035,0 1.013,2
Gesamt 3.055,8 3.601,5

Der Materialaufwand betrug € 1.468,4 Mio. (Vorjahr: € 1.799,6 Mio.), gegenüber dem Vorjahr sank dieser um 18,4 % und damit stärker als der Umsatz. Die Materialaufwandsquote liegt somit im Wesentlichen bedingt durch einen verbesserten Umsatzmix sowie Effizienzmaßnahmen bei 48,1 % und damit spürbar unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 50,0 %). Auch der Personalaufwand sank absolut um 4,5 % auf € 769,1 Mio. (Vorjahr: € 805,3 Mio.). Die Personalaufwandsquote hingegen lag, infolge des überproportionalen Umsatzrückgangs, mit 25,2 %vom Umsatz über dem Vorjahresniveau (22,4 %). Die Summe aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sank um 6,6 %, vor allem in Folge der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen, auf € 334,4 Mio. (Vorjahr: € 357,9 Mio.).

F&E-KENNZAHLEN

in Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
F&E-Kosten 194,8 202,1
davon aktivierte Entwicklungskosten 37,3 31,0
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 9,4 4,3

Im ersten Halbjahr 2020 investierte Knorr-Bremse € 194,8 Mio. (6,4 % des Umsatzes) in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Davon entfielen € 98,6 Mio. oder 5,7 %des entsprechenden Umsatzes auf die Division Systeme für Schienenfahrzeuge und € 96,3 Mio. bzw. 7,3 % des entsprechenden Umsatzes auf die Division Systeme für Nutzfahrzeuge. Die F&E-Kosten entstammen dem Management Reporting und sind nicht Teil der prüferischen Durchsicht.

Das EBITDA im ersten Halbjahr 2020 belief sich auf € 535,5 Mio. (Vorjahr: € 669,0 Mio.) und lag damit vor allem volumenbedingt um 20,0 % unter dem Vorjahr. Die EBITDA-Marge entwickelte sich mit 17,5 % nur moderat rückläufig (Vorjahr: 18,6 %). Die operative EBITDA-Marge, bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath (€ 16,4 Mio.) belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf 19,0 %.

Auch beim EBIT musste im ersten Halbjahr 2020 ein Rückgang um 25,4 % auf € 397,5 Mio. (Vorjahr: € 533,2 Mio.) verzeichnet werden. Die EBIT-Marge betrug 13,0 % und lag damit um 1,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahr (14,8 %). Die operative EBIT-Marge, bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath (€ 26,8 Mio.), lag im Vorjahr bei 15,6 %.

Das negative Finanzergebnis erhöhte sich im ersten Halbjahr 2020 um € 18,8 Mio. auf € 39,9 Mio. (Vorjahr: € 21,1 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf Umstellungseffekte des Hedge Accountings sowie der Stichtagsbewertung derivativer Finanzinstrumente zurückzuführen.

Aufgrund des niedrigeren Vorsteuerergebnisses reduzierte sich der Steueraufwand im ersten Halbjahr 2020 um 32,2 % auf € 100,7 Mio. (Vorjahr: € 148,5 Mio.). Die Steuerquote lag mit 28,1 % unter dem entsprechenden Vorjahresniveau von 29,0 %, welches in 2019 insbesondere von erhöhten nicht nutzbaren steuerlichen Verlusten geprägt war.

Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von €256,9 Mio. sank absolut um 29,4 % gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: € 363,7 Mio.). Die Umsatzrendite nach Steuern liegt mit 8,4 % um 1,7 Prozentpunkte unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 10,1 %). Nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile beträgt das Ergebnis je Aktie € 1,47 (Vorjahr: € 2,13 ).

MITARBEITER (30.06.)

in FTE (inkl. Personalleasing) 30.06.2020 30.06.2019
Division Systeme für Schienenfahrzeuge 16.241 16.558
Division Systeme für Nutzfahrzeuge 11.962 12.562
Sonstige 739 692
Mitarbeiter gesamt 28.941 29.812

MITARBEITER (30.06. NACH SITZ DER KONZERNGESELLSCHAFT)

in FTE (inkl. Personalleasing) 30.06.2020 30.06.2019
Europa/Afrika 14.985 15.789
davon Deutschland 5.146 5.820
Nord-/Südamerika 5.696 6.027
Asien/Pazifik 8.260 7.996
Mitarbeiter gesamt 28.941 29.812

Der Knorr-Bremse Konzern beschäftigte zum 30.06.2020 insgesamt 28.941 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 2,9 % weniger als im Vorjahr (Vorjahr: 29.812; inklusive Personalleasing). Die Angaben beziehen sich auf Vollbeschäftigten-Einheiten (FTE). Ohne Personalleasing waren 26.438 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 26.817). Der Rückgang gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum war im Wesentlichen auf temporäre Anpassungen infolge des Umsatzrückgangs innerhalb der Regionen Europa und Nordamerika zurückzuführen. Die Akquisition R.H. Sheppard im Nutzfahrzeugbereich trug im ersten Halbjahr 2020 792 Mitarbeiter bei. Demgegenüber entfielen die im ersten Halbjahr 2019 noch enthaltenen 529 Mitarbeiter der mittlerweile veräußerten Powertech-Gruppe im Schienenfahrzeugbereich.

Insgesamt waren zum Stichtag 30.06.2020 16.241 (Vorjahr: 16.558) Mitarbeiter in der Division Systeme für Schienenfahrzeuge tätig, 11.962 (Vorjahr: 12.562) in der Division Systeme für Nutzfahrzeuge.

Division Systeme für Schienenfahrzeuge

Der Auftragseingang in der Division Systeme für Schienenfahrzeuge reduzierte sich infolge der Coronakrise in allen Regionen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 13,5% von € 1.924,7 Mio. auf € 1.664,3 Mio. Demgegenüber stieg der Auftragsbestand zum 30.06.2020, aufgrund der positiven Auftragslage insbesondere im zweiten Halbjahr 2019, auf € 3.496,5 Mio. (Vorjahr: € 3.261,1 Mio.).

KENNZAHLEN DIVISION SYSTEME FÜR SCHIENENFAHRZEUGE

in Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Auftragseingang 1.664,3 1.924,7
Auftragsbestand (30.06.) 3.496,5 3.261,1
Umsatz 1.740,8 1.876,0
EBITDA 390,2 417,0
EBITDA-Marge (in % vom Umsatz) 22,4 22,2
EBITDA-Marge operativ (in % vom Umsatz) 22,4 22,2
EBIT 325,6 359,4
EBIT-Marge (in % vom Umsatz) 18,7 19,2
EBIT-Marge operativ (in % vom Umsatz) 18,7 19,2
Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) 37,0 47,21)
Abschreibungen 64,6 57,7
F&E-Kosten 98,6 106,7
Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Personalleasing) 16.241 16.558

1) bereinigt um Nordgelände SLB (€ 10,3 Mio.)

Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge verzeichnete einen Umsatzrückgang um 7,2% (währungsbereinigt 6,7 %) auf € 1.740,8 Mio. (Vorjahr: € 1.876,0 Mio.). Das RailServices-Geschäft wuchs absolut im ersten Halbjahr um 2,4 %, was auf den europäischen und nordamerikanischen Markt zurückzuführen war. Demgegenüber reduzierten sich jedoch die OE-Umsätze im Wesentlichen infolge Covid-19 weltweit, vor allem in Europa. Dies resultierte im europäischen Geschäft insbesondere aus Einbußen in den Bereichen Light-Rail-Vehicles, Regional & Commuter sowie im Hochgeschwindigkeitsverkehr, wogegen das Personenwagengeschäft Zuwächse erzielen konnte. Daneben verzeichneten Nordamerika vor allem im Frachtgeschäft sowie Asien im Lokomotivengeschäft und Hochgeschwindigkeitsverkehr Umsatzrückgänge. Auf dem asiatischen Markt konnten diese infolge einer starken Entwicklung im Metrogeschäft zum Teil kompensiert werden.

Die F&E-Kosten beliefen sich im ersten Halbjahr auf € 98,6 Mio. und lagen damit leicht unter dem Vorjahr (€ 106,7 Mio.). Relativ betrachtet ergab sich eine zum Vorjahr nahezu konstante F&E-Quote von 5,7 % (Vorjahr: 5,7 %) vom Umsatz. Dabei konzentrierten wir uns auf die aus den Megatrends abgeleiteten Industrietrends. Dies sind für die Systeme für Schienenfahrzeuge u.a. Verkehrsleistung, Umweltverträglichkeit, Verfügbarkeit, Lebenszyklusmanagement und Digitalisierung.

Das EBITDA lag volumenbedingt mit € 390,2 Mio. vergleichsweise moderat um 6,4 % unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: € 417,0 Mio.). Dies führte zur einer stabilen Entwicklung der EBITDA-Marge, welche im ersten Halbjahr bei 22,4 % (Vorjahr: 22,2 %) lag. Dabei profitierte die Division von der erfreulichen Entwicklung des margenstarken Nachmarkts (Service-Geschäft), dessen Ergebnisbeiträge, trotz herausfordernden Marktumfelds, zu einer Stabilisierung der Ergebnismarge auf hohem Niveau beitrugen. Darüber hinaus wirkte sich das sofort eingeleitete Kostensenkungsprogramm zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie auf die Ergebnissituation positiv aus.

Die Investitionen der Division Systeme für Schienenfahrzeuge betrugen € 37,0 Mio. in 2020 (Vorjahr: € 47,2 Mio.) und flossen neben Automatisierungsprojekten, in Erweiterungen der Kapazitäten von wachstumsstarken Produktgruppen sowie in Ersatzinvestitionen. Die Abschreibungen lagen mit € 64,6 Mio. moderat über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: € 57,7 Mio.) und reflektieren vor allem die im letzten Geschäftsjahr hohen getätigten Investitionen.

Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge beschäftigte zum 30.06.2020 16.241 Mitarbeiter (30.06.2019: 16.558 Mitarbeiter inkl. Personalleasing). Die gesunkene Mitarbeiteranzahl gegenüber dem Vorjahr ist dabei im Wesentlichen auf den Entfall der mittlerweile veräußerten Powertech-Gruppe (529 Mitarbeiter im ersten Halbjahr 2019) zurückzuführen. Die ansonsten relativ stabile Entwicklung der Mitarbeiteranzahl ist insbesondere auf spürbare Erholungstendenzen des chinesischen Schienenfahrzeugmarktes zurückzuführen.

Division Systeme für Nutzfahrzeuge

Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge musste im ersten Halbjahr 2020 einen signifikanten Rückgang im Auftragseingang um 36,1 % auf €1.060,6 Mio. (Vorjahr: €1.658,5 Mio.) verzeichnen. Diese Entwicklung resultierte aus insbesondere im zweiten Quartal erfolgten temporären Werkschließungen der Kunden infolge der Coronakrise. Der deutliche Rückgang im Auftragseingang spiegelte sich auch im Auftragsbestand wider, welcher zum 30.06.2020 um 32,1 % auf € 880,1 Mio. (Vorjahr: €1.295,6 Mio.) sank.

KENNZAHLEN DIVISION SYSTEME FÜR NUTZFAHRZEUGE

in Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Auftragseingang 1.060,6 1.658,5
Auftragsbestand (30.06.) 880,1 1.295,6
Umsatz 1.314,7 1.726,7
EBITDA 158,2 264,2
EBITDA-Marge (in % vom Umsatz) 12,0 15,3
EBITDA-Marge operativ (in % vom Umsatz) 12,0 16,3
EBIT 94,2 194,7
EBIT-Marge (in % vom Umsatz) 7,2 11,3
EBIT-Marge operativ (in % vom Umsatz) 7,2 12,8
Investitionen (vor IFRS 16 und Akquisitionen) 98,8 61,1
Abschreibungen 64,1 69,5
F&E-Kosten 96,3 95,4
Mitarbeiter (per 30.06. inkl. Personalleasing) 11.962 12.562

Der Umsatz reduzierte sich im ersten Halbjahr 2020 deutlich um 23,9 % auf € 1.314,7 Mio. (Vorjahr: € 1.726,7 Mio.). Währungsbereinigt lag der Umsatzrückgang bei 24,0 %. Dies war auf dem umfangreichen Entfall von OE-Umsätzen infolge der Lockdowns und damit verbundenen Werkschließungen der Nutzfahrzeughersteller in Europa sowie in Nord- und Südamerika zurückzuführen. Der chinesische Markt konnte sich hingegen im zweiten Quartal bereits wieder dynamisch erholen, so dass der Umsatz der Region Asien/Pazifik das Vorjahresniveau hingegen übertreffen konnte. Mit 71,1 % Anteil am Gesamtumsatz des Segments verzeichnete der Bereich OE-Kunden einen Rückgang um 6,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (77,7 %). Demgegenüber konnte der Nachmarktanteil (Aufteilung nach Management-Reporting) am Gesamtumsatz auf 28,9 % (Vorjahr: 22,3 %) zulegen und präsentierte sich auch absolut robust, nahezu auf Vorjahresniveau. Die zum Ende des ersten Halbjahr 2020 durchgeführte Akquisition von R.H. Sheppard trug mit € 7,7 Mio. zum Gesamtumsatz bei.

Die F&E-Kosten der Division stiegen im ersten Halbjahr 2020 moderat auf € 96,3 Mio. (Vorjahr: € 95,4 Mio.) und resultieren in einer F&E-Quote von 7,3 %. Diese lag vor allem aufgrund des stark rückläufigen Umsatzes und weiteren getätigten Zukunftsinvestments merklich über dem Vorjahreswert von 5,5 % im ersten Halbjahr 2019. Die F&E-Aktivitäten konzentrierten sich auf die Megatrends Verkehrssicherheit, Automatisiertes Fahren, Emissionsreduktion und E-Mobilität sowie Konnektivität.

Das EBITDA der Division Systeme für Nutzfahrzeuge sank um 40,1 % auf € 158,2 Mio. (Vorjahr: € 264,2 Mio.). Die EBITDA-Marge lag mit 12,0 % um 3,3 Prozentpunkte unter der des Vorjahres (15,3 %). Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath in Höhe von € 16,4 Mio. lag die operative EBITDA-Marge im Vorjahr bei 16,3 %.

Die Investitionen der Division Systeme für Nutzfahrzeuge erhöhten sich im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um € 37,7 Mio. auf € 98,8 Mio. (Vorjahr: € 61,1 Mio.). Der deutliche Anstieg basiert dabei vor allem auf dem Ausbau von Fertigungskapazitäten an den nordamerikanischen Standorten Huntington und Bowling Green sowie strategischen Investitionen im Rahmen des Lenkungsgeschäft in weitere Software-Entwicklung. Daneben fielen Investitionen in die weltweite Bereitstellung von Lieferantenwerkzeugen sowie Ersatzinvestitionen an. Die Abschreibungen der Division Systeme für Nutzfahrzeuge lagen, bedingt vor allem durch den Entfall der im Vorjahr angefallenen Sonderabschreibungen für die Werksschließung Wülfrath, bei € 64,1 Mio. und damit um € 5,4 Mio. niedriger als im Vorjahr (€ 69,5 Mio.).

Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge beschäftigte zum 30.06.2020 11.962 Mitarbeiter (Vorjahr: 12.562) und damit 600 Mitarbeiter bzw. 4,8 % weniger als zum 30.06.2019. Hierin enthalten sind 792 Mitarbeiter aus der Akquisition R.H. Sheppard im ersten Halbjahr 2020. Der Rückgang ist dabei vor allem auf die Regionen Europa und Nordamerika (bereinigt um R.H. Sheppard) zurückzuführen.

Finanzlage

Finanzierungsstruktur des Knorr-Bremse Konzerns

Das Finanz- und Liquiditätsmanagement sowie die Finanzierungsstruktur des Knorr-Bremse Konzerns sind auf den Seiten 83 ff. des Geschäftsberichts 2019 beschrieben. Wesentliche Veränderungen gegenüber dem 31.12.2019 ergaben sich innerhalb der Finanzverbindlichkeiten bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Dies resultiert vor allem aus der Ziehung zusätzlicher Kreditlinien über insgesamt € 750 Mio. zur Erhöhung unseres finanziellen Spielraums im Rahmen des Covid-19 Maßnahmenprogramms. Im ersten Halbjahr 2020 wurde das Darlehen über € 100 Mio. bei der European Investment Bank (EIB) planmäßig getilgt.

FINANZVERBINDLICHKEITEN

in Mio. € 30.06.2020 31.12.2019
Derivate (31,6) (26,4)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (843,8) (196,7)
Anleihen und Schuldverschreibungen (1.246,8) (1.249,0)
Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile (379,6) (379,6)
Kaufpreisverbindlichkeiten (47,8) (45,0)
Leasingverbindlichkeiten (360,3) (377,3)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (607,7) (259,8)
Summe (3.517,6) (2.533,8)
Davon:
Kurzfristig (1.859,8) (875,6)
Langfristig (1.657,8) (1.658,2)

VERKÜRZTE CASHFLOW RECHNUNG

in Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 118,6 310,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (253,3) (322,2)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 572,0 (304,0)
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 437,3 (315,6)
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderung des Finanzmittelfonds (24,2) 6,8
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds - (0,2)
Veränderung des Finanzmittelfonds 413,0 (309,0)
Free Cashflow (13,3) 189,7

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit sank im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um € 191,9 Mio. oder 61,8 % auf € 118,6 Mio. Ausgehend von einem Rückgang des Periodenergebnisses um € 106,7 Mio. oder 29,4 % auf € 256,9 Mio. war dies vor allem auf Maßnahmen zur Sicherung der Lieferfähigkeit zurückzuführen, welche zu einer Erhöhung des Working Capital führte.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

In den ersten 6 Monaten 2020 verbesserte sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit um € 68,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr auf € 253,3 Mio. Der Rückgang resultierte insbesondere aus geringeren Kaufpreiszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften. Im ersten Halbjahr 2020 entfielen hierbei auf den Erwerb von R.H. Sheppard € 135,5 Mio., dem gegenläufig durch die Akquisition zugegangenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von € 11,9 Mio. entgegenstehen. Demgegenüber betrugen die Kaufpreiszahlungen im Vorjahr für Hitachi Automotive Systems Ltd. Japan (€ 163,4 Mio.), Sentient IP AB (inkl. der Sentient Heavy Vehicles AB), Göteborg, Schweden (€ 4,8 Mio.) sowie für den Erwerb von Vermögenswerten der Snyder Equipment Company (€ 16,4 Mio.) und der Hitachi Automotive Systems Asia, Ltd., Thailand (€ 9,6 Mio.). Weiterhin ergaben sich auch geringere Mittelabflüsse aus dem Erwerb von Beteiligungen. Im ersten Halbjahr 2020 fielen € 2,4 Mio. an, wohingegen im Vorjahr insgesamt € 12,2 Mio. für RailVision, Ra'anana/Israel (€ 5,2 Mio.) sowie RailNova, Brüssel/Belgien (€ 7,0 Mio.) anfielen. Demgegenüber stiegen die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände um € 5,2 Mio. auf € 50,3 Mio. sowie in Sachanlagevermögen um € 5,6 Mio. auf € 92,9 Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitraum an.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

Im ersten Halbjahr 2020 ergab sich ein Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von € 572,0 Mio., was einen Anstieg um € 876,0 Mio. dem Vorjahr bedeutet. Diese Entwicklung resultierte im Wesentlichen aus erhöhten Einzahlungen aus Finanzkrediten um € 715,8 Mio. im Rahmen der Covid-19 Maßnahmenprogramms durch zusätzliche Ziehung von Kreditlinien. Weiterhin erfolgte die am letzten Berichtsstichtag beschlossene Dividendenzahlung an die beherrschenden Gesellschafter der AG in Höhe von € 290,2 Mio. im Juli 2020 und damit anders als im Vorjahr nicht mehr im ersten Halbjahr. Gegenläufig wurde das Darlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von € 100,0 Mio. getilgt.

Free Cashflow

Der Free Cashflow belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf € -13,3 Mio. und lag damit um € 203,0 Mio. unter dem Vorjahresniveau von € 189,7 Mio. Diese Entwicklung ist neben einem niedrigeren Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auch auf moderat gestiegene Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zurückzuführen.

Liquidität

Der deutliche Anstieg des Finanzmittelfonds zum 30.06.2020 auf € 2.266,5 Mio. (30.06.2019: €1.409,7 Mio.) setzte sich im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit (€ 572,0 Mio.) und dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (€ 118,6 Mio.) sowie einem niedrigeren Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (€ 253,3 Mio.) zusammen. Die Nettoverschuldung stieg jedoch von € 364,6 Mio. per 30.06.2019 auf € 447,9 Mio. per 30.06.2020 an. In der Nettoverschuldung zum 30.06.2020 ist die Verbindlichkeit zur Dividendenausschüttung unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bereits berücksichtigt.

FINANZMITTELFONDS (30.06.)

in Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Finanzmittelfonds zu Periodenbeginn 1.853,5 1.718,7
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 118,6 310,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit (253,3) (322,2)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 572,0 (304,0)
Sonstiges (24,2) 6,6
Finanzmittelfonds zu Periodenende 2.266,5 1.409,7

Das Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital betrug zum Ende des ersten Halbjahrs 25,7 % (Vorjahr: 22,1 %) und resultierte aus einer um € 83,3 Mio. gestiegenen Nettoverschuldung. Diese Entwicklung war neben den oben beschriebenen Effekten innerhalb der Cashflowrechnung auch durch höhere Leasingverbindlichkeiten infolge der Sale and Lease-Back-Transaktion Nordgelände am Standort München bedingt. Insgesamt stiegen die Leasingverbindlichkeiten um € 87,5 Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt (€ 272,8 Mio.) auf € 360,3 Mio. an.

Zum 30.06.2020 betrug der nicht abgezinste maximale Haftungsbetrag für Kreditgarantien/-bürgschaften und Vertragserfüllungsgarantien/-bürgschaften für Leistungen Dritter insgesamt € 22,6 Mio. (31.12.2019: € 20,7 Mio.). Darüber hinaus bestanden noch weitere finanzielle Verpflichtungen, wie Investitionsprojekte (€ 57,7 Mio.), Miet- und Leasingverpflichtungen (€ 153,4 Mio.), Verpflichtungen wegen Großreparaturen und Wartungsarbeiten (€ 9,6 Mio.) und sonstige Verpflichtungen (€ 81,8 Mio.).

Aufgrund unserer Fähigkeit, Mittelzuflüsse aus betrieblicher Geschäftstätigkeit zu generieren, unseren liquiden Mitteln, die in Anspruch genommenen Kreditlinien und den bestehenden Kreditratings sind wir der Überzeugung, dass wir über ausreichende Flexibilität verfügen, um unseren Liquiditätsbedarf zu decken.

Rating

Seit dem Jahr 2000 bewerten zwei externe Ratingagenturen, Standard & Poor's und Moody's, die wirtschaftliche Situation der Knorr-Bremse Gruppe. Die Ratings waren von Beginn an im Investment Grade angesiedelt und konnten über die Jahre kontinuierlich verbessert werden. Im August 2019 bestätigte S&P die Bewertung des Knorr-Bremse Konzerns aus dem Jahr 2016 mit der Ratingkategorie "A" und dem Outlook "stable". Mit dem Ratingreview veränderte S&P die Industrieklassifizierung von vormals "Automobilzulieferer" auf "Capital Goods Industrie". Die neue Kategorie bescheinigt eine erhöhte Stabilität, sowie eine geringere Abhängigkeit von zyklischen Wirtschaftsverläufen aufgrund der steigenden Umsatz- und Ergebnisbeiträge im Geschäft mit Schienenfahrzeugen. Moody's bewertet die Knorr-Bremse Gruppe weiterhin mit "A2" und veränderte lediglich den Outlook im Mai 2020 von "stable" auf "negative". Beide Ratingagenturen würdigten die fortwährend stabile Ergebnisqualität, die Kontinuität der Managementleistung sowie die Stärkung der Wettbewerbsposition, insbesondere durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung. Zudem betonten sie das substanzielle Wachstum der Knorr-Bremse Gruppe durch Akquisitionen und Gründung von Joint Ventures.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich um 12,0% auf € 7.667,1 Mio. gegenüber dem 31.12.2019 (€ 6.846,8 Mio.). Der Anstieg der Bilanzsumme war vor allem bedingt durch zusätzliche Kreditlinien zur Liquiditätserhöhung und Sicherstellung unseres operativen Handlungsspielraums.

BILANZKENNZAHLEN

in Mio. € 30.06.2020 31.12.2019
Nettoverschuldung/-guthaben (447,9) 57,7
Nettoverschuldung zu EBITDA (%) (83,6) 0
Gearing (%) (25,7) 0
Net Working Capital (NWC) 1.196,8 809,1
Net Working Capital in Umsatztagen 70,5 42,0
Umschlaghäufigkeit Vorräte 3,3 8,5
Forderungen/Days Sales Outstanding 83,1 59,6
Eigenkapitalquote 22,7 27,8
Bilanzsumme 7.667,1 6.846,8

Das Net Working Capital, definiert als Summe aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Vermögenswerten, abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Verbindlichkeiten, lag per 30.06.2020 bei € 1.196,8 Mio. (31.12.2019: € 809,1 Mio.). In Umsatztagen gemessen entspricht dies einer Bindung von 70,5 Tagen (31.12.2019: 42,0 Tage). Dieser Anstieg beruhte zum einen auf saisonalen Effekten und zum anderen auf Maßnahmen zur Aufrechterhaltung unserer Lieferketten, insbesondere nach China.

Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Jahresende 2019 nicht wesentlich geändert.

Die Eigenkapitalquote, welche die Dividendenausschüttung in 2020 bereits berücksichtigt, sank zum einen infolge eines geringeren Ergebnisbeitrags bedingt durch die Covid-19 Pandemie und zum anderen resultierend aus einem Anstieg der Bilanzsumme um 5,1 Prozentpunkte von 27,8 % per 31.12.2019 auf 22,7 %.

EIGENKAPITAL

in Mio. € 30.06.2020 31.12.2019
Gezeichnetes Kapital 161,2 161,2
Sonstiges Eigenkapital 1.477,3 1.623,2
Eigenkapital Aktionäre 1.638,5 1.784,4
Nicht beherrschende Anteile 103,0 117,1
Summe Eigenkapital 1.741,5 1.901,5

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

in Mio. € 30.06.2020 31.12.2019
Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwert 896,2 842,2
Sachanlagen 1.490,0 1.469,2
Sonstige langfristige Vermögenswerte 281,6 312,2
Langfristige Vermögenswerte 2.667,8 2.623,6
Vorräte 933,2 815,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.411,6 1.149,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 41,5 62,6
Vertragliche Vermögenswerte 91,4 89,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.293,2 1.880,7
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 228,4 226,0
Kurzfristige Vermögenswerte 4.999,2 4.223,2

Die zukunftsorientierte Investitionspolitik des Knorr-Bremse Konzerns wurde im ersten Halbjahr trotz der Covid-19-Pandemie fortgesetzt und unterstreicht die langfristigen Wachstums- und Innovationsprioritäten des Konzerns. Wesentliche Investitionen in Sachanlagen flossen vor allem in laufende Bauprojekte sowie in Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Produktionsanlagen und -equipment. Darüber hinaus stiegen die immateriellen Vermögenswerte gegenüber dem 31.12.2019, unter anderem aufgrund des Goodwill-Zugangs im Rahmen der Akquisition von R.H. Sheppard.

RISIKO-, CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHT

Risiko- und Chancenbericht

Im Geschäftsbericht 2019 sind ab Seite 88 die spezifischen Risiken und Chancen sowie das dazugehörige Risikomanagementsystem des Knorr-Bremse Konzerns ausführlich beschrieben, welches in 2020 weiter unverändert blieb.

Gegenüber dem Jahresende 2019 erhöhte sich das Risikoportfolio in der Risikokategorie Projektmanagement von sehr gering auf hoch (Risikokategorie nach Rückstellungen: gering). Dies ist unter anderem auf höhere Projektrisiken im Rahmen des Kundenprojekts Wuppertaler Schwebebahn zurückzuführen. In den anderen Risikokategorien des Knorr-Bremse Konzerns gab es gegenüber dem Jahresende 2019 keine wesentlichen Änderungen.

Je nach weiterer Entwicklung der Covid-19-Pandemie können sich gegenüber unserer heutigen Prognose im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres sowohl Risiken als auch Chancen auf unsere Umsatz-, Ertrags- und Finanzlage ergeben.

Insgesamt ergab die Analyse des konzernweiten Risikoprofils im ersten Halbjahr 2020, dass unsere Risiken begrenzt sind und keine erkennbaren Risiken bestehen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Prognosebericht

Weltkonjunktur

In der ersten Jahreshälfte 2020 haben die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Lockdowns in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und anderen Teilen der Welt das Leben von Milliarden Menschen verändert und die tiefste globale Rezession seit Jahrzehnten ausgelöst. Während das endgültige Ergebnis noch ungewiss ist, wird die Pandemie in der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Länder zu einem Rückgang in der Wirtschaftsleistung führen. Die Arbeitsproduktivität wird dabei ebenfalls nachhaltig geschädigt.

Der Ausblick der Wirtschaftsexperten für 2020 und 2021 konzentriert sich auf zwei gleichermaßen wahrscheinliche Szenarien: - Eines, in dem eine zweite Infektionswelle mit erneuten Einschränkungen vor Ende 2020 auftritt (Double Hit), und ein Zweites, in dem ein weiterer schwerwiegender Ausbruch vermieden werden kann (Single Hit). Ausgehend von dem Single Hit Szenario, bei dem die meisten Volkswirtschaften den Wachstumspfad ab der zweiten Jahreshälfte langsam wieder aufnehmen, prognostizieren die IMF Experten ein negatives globales Wachstum von -4,9% für das Jahr 2020 gefolgt von einer Erholung von 5,4% im Jahr 2021. Im Falle eines Double Hit Szenarios schätzen Analysten der OECD das globale Wachstum hingegen auf -8,8% in 2020 und sehen für 2021 ein moderates Wachstum von 1,7%.

Im gesamten Euroraum haben die Regierungen verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eingeleitet - Ausgangssperren, Grenzschließung, etc. Diese haben deutliche Spuren bei inländischen Wirtschaftsaktivitäten hinterlassen. Des Weiteren sind viele Mitglieder der Eurozone stark vom Tourismus abhängig, der über Monate praktisch zum Erliegen gekommen ist. Trotz der allmählichen Lockerungen bleibt dieser sehr anfällig und wird auch im besten Fall deutlich unter den Erwartungen liegen. Als Reaktion unter anderem darauf hat die Europäische Zentralbank das Anleihen-Kaufprogram erweitert und günstige Kredite bereitgestellt. Damit sollen alle EU Staaten auf fiskal-politischer Ebene erheblich unterstützt werden. Das Wachstum im Euroraum wird laut IMF Analysten im Jahr 2020 voraussichtlich stark schrumpfen und auf -10,2% zurückgehen. Ab Ende des Jahres erwarten die Experten eine leichte Erholung und prognostizieren für 2021 ein Wachstum um 6,0%.

In den USA hat der Ausbruch ebenfalls massive Störungen in allen Sektoren verursacht und der Dienstleistungs- sowie der Gesundheitssektor erlebten sogar einen beispiellosen Kollaps. Die Anzahl der Arbeitslosen stieg rasant während die Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsatz einen ebenso drastischen Einbruch zu verzeichnen hatten. Der massive Einbruch des Ölpreises in Q2 hat den Ölsektor erheblich unter Druck gesetzt. Die FED senkte den Leitzins im Verlauf der Pandemie auf nahe Null und beschloss bzw. kündigte weitere weitreichende Maßnahmen an um das Finanzsystem zu stabilisieren. Das US BIP wird von den World Bank Analysten für 2020 auf -8,0% geschätzt. Für 2021 gehen sie von 4,5% aus, wobei das Wachstum in erster Linie auf großangelegte politische Unterstützung und die Rückkehr des Anleger- und Verbrauchervertrauens basiert.

China hat bereits Ende Januar harte Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eingeleitet. Ein ausgedehnter Lockdown führte bereits in Q1 zu einem starken Rückgang in der Produktion, im privaten Konsum und im Dienstleistungssektor. In der Folge verzeichnete China drastische Einbrüche bei den Importen und sogar noch größere Rückgänge bei den Exporten, die maßgeblich auf Produktionsausfällen beruhten. Die Regierung hat daraufhin weitgehende geld- und fiskalpolitische Maßnahmen umgesetzt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ausbruchs abzufedern, z.B. die Bereitstellung wesentlicher Liquiditätsspritzen, Steuererleichterungen, Notfallgesundheitspakete und die Erhöhung von Sozialausgaben. Im zweiten Quartal litten viele Unternehmen weiterhin unter finanziellen Engpässen und der eingebrochenen weltweiten Nachfrage. Mittlerweile gibt es jedoch eine Reihe von Anzeichen und Tendenzen für eine allmählige Normalisierung und eine wieder steigende Produktivität. Entsprechend erwarten die Experten der World Bank ein Wachstum vom 1% für 2020 und eine Erholung von 8,2% in 2021, vorausgesetzt die weltweite Nachfrageerholung ist von Bestand.

Finanzmärkte

Die mit der Reaktion auf die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie verbundenen Lockdown Maßnahmen brachten die Weltwirtschaft im ersten Quartal 2020 fast zum Stillstand und ließen die Aktienmärkte im März abstürzen. Die Zentralbanken und Staaten reagierten rasch und bestimmt mit einem nie dagewesenen Ausmaß an Hilfspaketen, beispiellosen Zinssenkungen und Anleihekäufen.

Durch die Maßnahmen dominiert an den Aktienmärkten wieder die Zuversicht und seit Anfang Juni preisen die Märkte eine scharfe V-förmige Erholung ein. Seither ist eine Stabilisierung teilweise erkennbar. Dabei gibt es eklatante Differenzen zwischen einzelnen Regionen und Ländern. Asiatische Volkswirtschaften sind derzeit der Treiber der Erholung. Dazu zählen vor allem China und industrialisierte Länder wie Taiwan, Südkorea und Singapur. Der Vorsprung zeigt sich im Fortschritt in der Pandemie, aber auch in den Wirtschaftsindikatoren. Diese zeigen in Asien bereits wieder deutlich mehr Lichtblicke als im Rest der Welt. Vor allem in Ländern wie den USA und Großbritannien kann eine hohe Arbeitslosigkeit und ein dramatischer Anstieg der öffentlichen und privaten Verschuldung die Bereitschaft, Geld auszugeben, in der Erholung dämpfen. Darüber hinaus könnte die Wahl in den USA am 3. November entsprechend wichtige Auswirkungen auf die Märkte haben. Sollte es wieder zu ähnlich starken Einschränkungen wie zu Beginn der Corona Krise kommen, würde an den Märkten der Optimismus wohl wieder schwinden. Die Lage bleibt labil.

Globaler Schienenfahrzeugmarkt

Die Einschätzung der Entwicklung des globalen Schienenfahrzeugmarktes hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Covid-19-Pandemie erheblich geändert. Alle Regionen der Welt sind durch Lockdowns und Einschränkungen stark betroffen, was sich in temporärem Einstellen des Fahrgastbetriebs, reduziertem Fahrgastaufkommen, geringem Frachtvolumen und Schließung von Produktionsstätten der Fahrzeugbauer niederschlägt. Längerfristig betrachtet dürfte mit einer raschen Erholung und steigenden Nachfrage aus dem europäischen und asiatischen Schienenverkehr gerechnet werden, vor allem im Passagiergeschäft, unterstützt durch zahlreiche Konjunkturprogramme sowie der Klimaschutzanforderungen.

In Europa wird nach starken Einschnitten insbesondere im zweiten Quartal 2020 mit einer voraussichtlichen Erholung in 2021 gerechnet, gestützt durch umfangreiche Konjunkturpakete der Einzelstaaten sowie der Europäischen Union, gepaart mit einem deutlichen Fokus auf die Klimaschutzziele.

Knorr-Bremse rechnet mit einem starken Rückgang im nordamerikanischen Gesamtmarkt. Für den Passagiermarkt wird durch die Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie eine temporäre Abschwächung erwartet. Nordamerika erwartet neben dem zyklischen Rückgang im Frachtmarkt eine zusätzliche Verschärfung aufgrund der Covid-19-Pandemie.

In Asien-/Pazifik wird mit einem moderaten Wachstum in der Neubeschaffung gerechnet. China wird weiter der größte Beschaffungsmarkt bleiben und zeichnete sich durch eine Erholung im zweiten Quartal 2020 nach massiven Einschnitten im ersten Quartal aus, die sich in diesem Maße aber nicht fortsetzen wird. Der Nachmarkt in China wird durch das weitere Flottenwachstum geprägt werden. Der Wachstumstreiber im Neugeschäft Indien wird durch die andauernden Lockdowns stark beeinträchtigt sein.

Die Markteinschätzungen beruhen auf unternehmenseigenen Untersuchungen.

Globale Nutzfahrzeugproduktion

Gegenüber dem Vorjahr entwickelte sich die globale Nutzfahrzeugproduktion aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie deutlich rückläufig. Für das gesamte Jahr 2020 rechnet Knorr-Bremse mit einem Rückgang der weltweiten Nutzfahrzeugproduktion um 10%, abgefedert durch eine einsetzende Erholung der Märkte in fast allen Teilen der Welt.

Trotz der zu beobachtenden Erholung im zweiten Halbjahr 2020 wird in Westeuropa mit einem Rückgang des Nutzfahrzeugmarktes in 2020 um rund 30% auf ca. 320.000 Einheiten gerechnet. In Osteuropa sinkt die Nutzfahrzeugproduktion voraussichtlich um 14% im Gesamtjahr und liegt somit bei rund 60.000 Einheiten.

Für die weltweit am stärksten von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie getroffenen Märkte Nord- und Südamerika wird für das zweite Halbjahr nur eine leichte Erholung prognostiziert. Die Nutzfahrzeugproduktion sinkt somit gegenüber Vorjahr um voraussichtlich 43% auf rund 330.000 Einheiten.

Die Nutzfahrzeugmärkte in Asien steigen voraussichtlich um 7% im laufenden Jahr auf 1.950.000 Einheiten. Gegenüber deutlichen Rückgängen in den Märkten Japan (-25%, 170.000 Einheiten) und Indien (-39%, 160.000 Einheiten) verzeichnet der Nutzfahrzeugmarkt in China bereits früh im Jahr eine rasche Erholung der Nutzfahrzeugproduktion und steigt voraussichtlich um 21% gegenüber 2019 auf 1.625.000 Einheiten.

Die Marktangaben beziehen sich auf die Lkw-Produktionsraten der jeweiligen Regionen, die von verschiedenen Organisationen veröffentlicht werden.

Ausblick

Der Ausblick stellt sich für das Gesamtjahr 2020 wie folgt dar:

AUSBLICK KONZERN

Zielgrößen Ziel 2020 2019
Umsatz (Mio. €) 5.900 - 6.200 6.937
EBITDA-Marge operativ (% vom Umsatz) 16,5 - 17,5 18,8

Basierend auf dem ersten Halbjahr 2020 und vorbehaltlich weiterer Lockdowns aufgrund der Covid-19-Pandemie und damit verbundener negativer Effekte auf den Geschäftsverlauf bis Jahresende rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2020 mit einem Umsatz von € 5.900 bis € 6.200 Mio. (Vorjahr: € 6.937 Mio.) und einer operativen Ergebnismarge (EBITDA) von 16,5 % bis 17,5 % (Vorjahr: 18,8 %). Gegenüber dem Ausblick im Geschäftsbericht 2019 erwarten wir bei der Anzahl der Mitarbeiter nunmehr einen leichten Anstieg (zuvor deutlich rückläufig erwartet) gegenüber dem Vorjahr, welcher auf die Akquisition von R.H. Sheppard zurückzuführen ist. Auch beim Auftragsbestand prognostizieren wir aus heutiger Sicht einen moderaten Anstieg (zuvor deutlicher Rückgang) gegenüber dem Geschäftsjahr 2019, welcher aus einem, verglichen mit der Umsatzentwicklung, weniger starken Rückgang des Auftragseingangs resultiert. Darüber hinaus rechnen wir aufgrund des erwarteten Umsatzrückgangs mit einer deutlichen Erhöhung (zuvor deutlich unter Vorjahr prognostiziert) der Investitionsquote im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019. Der aktuelle Ausblick berücksichtigt bereits die Auswirkungen der genannten Akquisition von R.H. Sheppard, jedoch keine weiteren möglichen Akquisitionen oder Restrukturierungsmaßnahmen.

Gegenüber unserer Einschätzung aus dem Geschäftsbericht 2019, erwarten wir nunmehr im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge eine operative EBITDA-Marge leicht unter Vorjahresniveau (zuvor deutlicher Rückgang). Die Einschätzung der im Geschäftsbericht 2019 weiteren prognostizierten Kennzahlen hat sich gegenüber dem Jahresende 2019, sowohl für den Konzern als auch für die Divisionen, nicht verändert.

Unser Ausblick setzt voraus, dass sich die Weltwirtschaft nicht schlechter als oben beschrieben entwickelt und das politische Umfeld sowie die Währungskurse stabil bleiben. Angesichts der hohen Unsicherheit weiterer Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und damit verbundenen Konjunkturrisiken könnten sich die Annahmen als zu optimistisch herausstellen.

München, 10. September 2020

Knorr-Bremse AG

FRANK MARKUS WEBER DR. PETER LAIER DR. JÜRGEN WILDER

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

in Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Umsatzerlöse 3.055.770 3.601.516
Bestandsveränderungen un-/fertige Erzeugnisse 14.287 (831)
Aktivierte Eigenleistungen 37.313 31.047
Gesamtleistung 3.107.370 3.631.733
Sonstige betriebliche Erträge 48.725 25.208
Materialaufwand (1.468.377) (1.799.590)
Personalaufwand (769.117) (805.328)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (383.111) (383.064)
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 535.489 668.959
Abschreibungen (137.945) (135.710)
Betriebsergebnis (EBIT) 397.544 533.249
Zinserträge 9.222 11.446
Zinsaufwendungen (23.521) (25.905)
Sonstiges Finanzergebnis (25.640) (6.647)
Ergebnis vor Steuern 357.606 512.143
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (100.662) (148.451)
Periodenergebnis 256.944 363.692
Davon entfallen auf:
Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 19.865 20.336
Ergebnisanteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG 237.079 343.356
Ergebnis je Aktie in €
unverwässert 1,47 2,13
verwässert 1,47 2,13

KONZERN-GESAMTERGEBNISÜBERLEITUNG

KONZERN-GESAMTERGEBNISÜBERLEITUNG

in Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Periodenergebnis 256.944 363.692
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste (8.613) (48.154)
Erfolgsneutral bewertete Eigenkapitalinstrumente (5.856) (5.909)
Latente Steuern 796 13.022
Bestandteile, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden (13.673) (41.041)
Währungsumrechnung (73.319) 12.193
Rücklage aus Sicherungsgeschäften (11.042) 3.563
Rücklage für Kosten der Absicherung (2.323) (899)
Latente Steuern 4.322 -
Bestandteile, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden könnten (82.363) 14.857
Sonstiges Ergebnis nach Steuern (96.036) (26.184)
Gesamtergebnis 160.908 337.508
Gesamtergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 16.731 21.472
Gesamtergebnisanteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG 144.176 316.036

KONZERNBILANZ

AKTIVA

in Tsd. € 30.06.2020 31.12.2019
Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwert 896.187 842.180
Sachanlagen 1.490.022 1.469.212
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 17.801 16.570
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 57.823 63.471
Sonstige Vermögenswerte 52.299 73.930
Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer 29.808 31.611
Latente Steueransprüche 123.896 126.598
Langfristige Vermögenswerte 2.667.835 2.623.572
Vorräte 933.159 815.011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.411.563 1.148.999
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 41.479 62.565
Sonstige Vermögenswerte 167.040 152.088
Vertragliche Vermögenswerte 91.413 89.885
Ertragsteuerforderungen 61.349 73.900
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.293.223 1.880.738
Kurzfristige Vermögenswerte 4.999.226 4.223.186
Bilanzsumme 7.667.062 6.846.758

PASSIVA

in Tsd. € 30.06.2020 31.12.2019
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 161.200 161.200
Kapitalrücklagen 13.884 13.884
Gewinnrücklagen 34.156 34.156
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals (272.158) (179.311)
Gewinnvortrag 1.464.304 1.166.041
Anteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG am Periodenergebnis 237.079 588.423
Anteil der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG am Eigenkapital 1.638.465 1.784.393
Eigenkapital nicht beherrschender Gesellschafter 103.031 117.121
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Periodenergebnis 19.865 43.595
Eigenkapital 1.741.496 1.901.514
Schulden
Rückstellungen für Pensionen 347.809 343.273
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 19.832 19.545
Sonstige Rückstellungen 270.659 273.147
Finanzverbindlichkeiten 1.657.807 1.658.190
Sonstige Verbindlichkeiten 3.426 5.627
Ertragsteuerverbindlichkeiten 52.554 51.908
Latente Steuerschulden 94.666 80.789
Langfristige Schulden 2.446.754 2.432.480
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 21.674 29.136
Sonstige Rückstellungen 202.438 197.585
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 946.185 967.447
Finanzverbindlichkeiten 1.859.774 875.567
Sonstige Verbindlichkeiten 109.341 131.044
Vertragliche Verbindlichkeiten 293.196 277.351
Ertragsteuerverbindlichkeiten 46.204 34.635
Kurzfristige Schulden 3.478.812 2.512.764
Schulden 5.925.566 4.945.244
Bilanzsumme 7.667.062 6.846.758

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteile von Minderheitsgesellschaftern) 256.944 363.692
Anpassungen für
Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 137.945 135.710
Veränderung der Wertberichtigung auf Vorräte 8.415 6.439
Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und vertragliche Vermögenswerte
7.136 1.246
Verlust aus Veräußerungen von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 111 -
Gewinn / (Verlust) aus dem Abgang des Anlagevermögens 263 (1.692)
Zahlungsunwirksame Veränderungen der Rückstellungen 76.326 139.469
Zahlungsunwirksame Veränderungen aus der Bewertung von Derivaten 8.865 2.201
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 10.771 16.011
Zinsergebnis 14.299 14.459
Beteiligungsergebnis (589) 91
Ertragsteueraufwand 100.662 148.451
Ertragsteuerzahlungen (63.708) (97.946)
Veränderungen von
Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht
der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
(376.599) (345.007)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der
Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
12.664 3.488
Rückstellungen (74.913) (76.075)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 118.591 310.537
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten 603 -
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (50.339) (45.122)
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 10.729 11.591
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen (92.875) (87.269)
Einzahlungen von Finanzanlagen und aus dem Verkauf von Finanzanlagen 1.744 -
Einzahlungen aus der Veräußerung von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 552 -
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen (2.388) (12.177)
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten (125.911) (194.252)
Erhaltene Zinsen 6.344 6.418
Auszahlungen für Investitionen in Planvermögen (Pensionen) (1.807) (1.342)
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (253.347) (322.153)
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 754.170 38.337
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten (112.081) (3.825)
Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten (28.990) (24.522)
Gezahlte Zinsen (11.797) (14.806)
Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens - (283.750)
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter (13.386) (4.109)
Netto-Zahlungen aus Factoring (17.229) (11.347)
Einzahlungen aus Zuschüssen und Zuwendungen 1.328 -
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 572.015 (304.022)
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 437.258 (315.638)
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderung des Finanzmittelfonds (24.224) 6.837
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds - (195)
Veränderung des Finanzmittelfonds 413.034 (308.996)
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 1.853.466 1.718.695
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 2.266.500 1.409.699
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.293.223 1.426.493
Kurzfristig veräußerbare Wertpapiere 2 51
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken (weniger als 3 Monate) (26.725) (16.845)

KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals
in Tsd. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklage Konzerngewinn Währungsumrechnung Rücklage für Kosten der Absicherung
Stand zum 01.01.2020 161.200 13.884 34.156 1.754.465 (70.705) (1.686)
Dividenden - - - (290.160) - -
Konzernjahresüberschuss - - - 237.079 - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - - (70.185) (1.572)
Konzerngesamtergebnis - - - 237.079 (70.185) (1.572)
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung,
die in die Vorräte umgegliedert worden sind
- - - - - (551)
Übrige Veränderungen - - - - - -
Stand zum 30.06.2020 161.200 13.884 34.156 1.701.383 (140.890) (3.809)
Stand zum 31.12.2018 161.200 13.884 39.924 1.447.918 (89.198) -
Erstanwendung IFRS 16 - - (5.768) - - -
Stand zum 01.01.2019 161.200 13.884 34.156 1.447.918 (89.198) -
Dividenden - - - (283.750) - -
Konzernjahresüberschuss - - - 343.356 - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - - - 11.277 (899)
Konzerngesamtergebnis - - - 343.356 11.277 (899)
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen - - - (46) - -
Übrige Veränderungen - - 173 - - -
Stand zum 30.06.2019 161.200 13.884 34.329 1.507.478 (77.921) (899)
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals
in Tsd. € Rücklage aus Sicherungsgeschäften Erfolgsneutral bewertete Eigenkapitalinstrumente Neubewertungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen (IAS 19) Eigenkapital der Gesellschafter der Knorr-Bremse AG Eigenkapital der nicht beherrschenden Gesellschafter Gesamtes Eigenkapital
Stand zum 01.01.2020 (651) (32.177) (74.093) 1.784.393 117.121 1.901.514
Dividenden - - - (290.160) (30.821) (320.981)
Konzernjahresüberschuss - - - 237.079 19.865 256.944
Sonstiges Ergebnis nach Steuern (7.472) (5.856) (7.817) (92.903) (3.134) (96.036)
Konzerngesamtergebnis (7.472) (5.856) (7.817) 144.176 16.731 160.908
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung,
die in die Vorräte umgegliedert worden sind
607 - - 56 - 56
Übrige Veränderungen - - - - - -
Stand zum 30.06.2020 (7.516) (38.033) (81.910) 1.638.465 103.031 1.741.496
Stand zum 31.12.2018 - (23.672) (48.154) 1.501.902 105.208 1.607.110
Erstanwendung IFRS 16 - - - (5.768) (13) (5.781)
Stand zum 01.01.2019 - (23.672) (48.154) 1.496.134 105.196 1.601.329
Dividenden - - - (283.750) (4.109) (287.859)
Konzernjahresüberschuss - - - 343.356 20.336 363.692
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 3.563 (5.909) (35.352) (27.320) 1.136 (26.184)
Konzerngesamtergebnis 3.563 (5.909) (35.352) 316.036 21.472 337.508
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen - - - (46) 46 -
Übrige Veränderungen - - - 173 - 173
Stand zum 30.06.2019 3.563 (29.581) (83.506) 1.528.547 122.605 1.651.152

Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss der Knorr-Bremse AG

1. Grundlagen der Rechnungslegung

Das Unternehmen

Die Knorr-Bremse AG (nachfolgend: "Gesellschaft") ist eine in Deutschland ansässige Aktiengesellschaft. Eingetragener Sitz und Hauptsitz der Gesellschaft ist die Moosacher Str. 80, 80809 München. Die Gesellschaft ist im Handelsregister der Stadt München unter HRB 42031 eingetragen. Der Konzernabschluss des Unternehmens umfasst die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften (zusammen als "Konzern" oder "Knorr-Bremse" bezeichnet). Der Konzern ist weltweiter Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge und weiterer sicherheitskritischer Systeme. Zum Produktportfolio der Division Systeme für Schienenfahrzeuge gehören im Übrigen die Produktfelder Bahnsteigtüren, Einstiegssysteme, Energieversorgungssysteme, Fahrerassistenzsysteme, Klimaanlagen, Leittechnik, Reibmaterial, Scheibenwischer, Simulatoren sowie Steuerungskomponenten. Zum Produktportfolio der Division Systeme für Nutzfahrzeuge gehören des Weiteren Fahrerassistenzsysteme, Lenksysteme, Drehschwingungsdämpfer und Lösungen rund um den Antriebsstrang sowie Getriebesteuerungen zur Effizienzverbesserung und Kraftstoffeinsparung.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2020 ist verkürzt und wurde in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 Zwischenberichterstattung, also den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und von der Europäischen Union (EU) übernommen wurden, aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 und sollte im Zusammenhang mit diesem gelesen werden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Konzern in diesem Zwischenabschluss angewendet hat, entsprechen grundsätzlich denen, die im Konzernabschluss für das Jahr 2019 angewendet wurden.

Der Konzernhalbjahresabschluss wurde vom Vorstand am 10. September 2020 zur Veröffentlichung freigegeben.

Weitere Angaben

Im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurden für den Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2020 keine abweichenden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden beeinflussen, getroffen.

Der für den Konzern maßgebliche Nominal-Steuersatz beläuft sich zum 30.06.2020 auf 32,3 %. Im Rahmen der Ermittlung des Konzernsteueraufwands für die ersten sechs Monate des Jahres 2020 wurde der für das gesamte Geschäftsjahr erwartete, effektive Konzern-Steuersatz von 28,1 % (Vorjahr: 29,0 %) zugrunde gelegt. Der sich ergebende Unterschied zum Nominal-Steuersatz ist größtenteils auf unterschiedliche Steuersätze bei den Konzerngesellschaften (quotenmindernd), nicht abzugsfähige Betriebsausgaben (quotenerhöhend) sowie einbehaltene, nicht anrechenbare Quellensteuer (quotenerhöhend) zurückzuführen.

Der Konzernzwischenabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt, der die funktionale Währung und die Berichtswährung der Knorr-Bremse AG darstellt. Sofern nicht anders angegeben, sind alle Werte im Konzernabschluss und in den zugehörigen Anhangangaben kaufmännisch auf Tausend Euro (€ Tsd.) gerundet. Daher können in den Tabellen im verkürzten Konzernanhang Rundungsdifferenzen auftreten.

2. Veröffentlichte, von der EU noch nicht übernommene und noch nicht angewendete IFRS

Das International Accounting Standards Board hat im zweiten Quartal 2020 eine Änderung an IFRS 16 (»Auf die COVID-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen«) veröffentlicht, mit der Leasingnehmern eine praktische Erleichterung bei der Bilanzierung von Mietkonzessionen infolge der COVID-19-Pandemie eingeräumt werden soll. Diese Erleichterung wird von der Knorr-Bremse Gruppe nicht in Anspruch genommen.

3. Schätzungen und Ermessensentscheidungen aufgrund der COVID-19-Pandemie

Schätzungen und Ermessensentscheidungen können Auswirkungen auf die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angaben zu Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Stichtag sowie auf die ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen für die Berichtsperiode haben. Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie unterliegen diese Schätzungen und Ermessensentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit. Die sich tatsachlich einstellenden Beträge können von den Schätzungen und Ermessensentscheidungen abweichen; Veränderungen können einen wesentlichen Einfluss auf den Zwischenabschluss haben.

Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden verfügbare Informationen über die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie länderspezifische staatliche Maßnahmen berücksichtigt.

Diese Informationen wurden bei der Untersuchung der Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte einbezogen. Dabei haben sich keine Änderungen zu den Annahmen zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ergeben.

Im Rahmen der Gegensteuerung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie wurden staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie Kurzarbeitergeld, soweit sie in den verschiedenen Ländern der Knorr-Bremse Gruppe möglich sind, sowie die Rückführung steuerlicher Vorauszahlungen in Anspruch genommen.

Werthaltigkeitstest von Geschäfts- oder Firmenwerten

Der Knorr-Bremse Konzern überprüft die Werthaltigkeit des Buchwerts von Geschäfts- oder Firmenwerten grundsätzlich am Ende jedes Geschäftsjahres. Die Corona-Pandemie wurde als Indikator dafür identifiziert, dass die Geschäfts- oder Firmenwerte wertgemindert sein könnten. Der Knorr-Bremse Konzern hat deshalb zum Stichtag 30. Juni 2020 die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte gemäß IAS 36 untersucht. Hierbei wurde festgestellt, dass keine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegt.

4. Konsolidierungskreisänderungen und Akquisitionen

Änderungen im Konsolidierungskreis

Folgende Konzerngesellschaft wurde erstmals zum Halbjahr 2020 vollkonsolidiert in den Konsolidierungskreis aufgenommen: Kiepe Electric India Private Limited, New Delhi/India (Neugründung).

Mit Veräußerung vom 4. Mai 2020 haben die Gesellschaften Alpha Process Controls (International) Ltd., Peterlee/Great Britain sowie Aldona Seals Ltd., Peterlee/Great Britain den Konsolidierungskreis verlassen.

Mit Datum vom 4. März 2020 wurde die Knorr Brake Realty LLC., Westminster, Maryland/USA auf die Knorr Brake Company LLC., Westminster, Maryland/USA verschmolzen.

Wesentliche Unternehmenszusammenschlüsse

Erwerb der R.H. Sheppard Co., Inc., Hanover, USA

Mit Kaufvertrag vom 30. Januar und Closing vom 1. Juni 2020 hat Knorr-Bremse von der Wabco Holdings Inc. 100% der Anteile an der R.H. Sheppard Co., Inc. erworben.

Nach der Akquisition des Lenkungsbereichs für Nutzfahrzeuge von Hitachi Automotive Systems in Japan ist der Erwerb von Sheppard für Knorr-Bremse ein weiterer Schritt zum globalen Anbieter von integrierten Lenkungs- und Bremssystemen für Nutzfahrzeuge.

Im ersten Halbjahr 2020 trugen Umsatzerlöse in Höhe von € 7.691 Tsd. und ein Ergebnis vor Steuern von € -1.501 Tsd. zum Konzernergebnis bei.

a) Übertragene Gegenleistung

Der vorläufige Kaufpreis für Sheppard beträgt € 135.507 Tsd., der vollständig zum 30.06.2020 beglichen wurde. Der finale Kaufpreis ist abhängig von den vereinbarten Closing Accounts, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses noch nicht abschliessend zwischen den Vertragspartnern abgestimmt waren.

b) Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten

Im Konzern sind bisher mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten von € 2.440 Tsd. für Due Diligence, Rechtsanwalts- und Notargebühren angefallen. Diese Kosten sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

c) Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden

Nachstehend sind die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst:

ZEITWERTE DER ÜBERNOMMENEN VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN

in Tsd. €
Kundenbeziehungen 6.017
Markenname 2.245
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 4.939
Sachanlagevermögen 66.418
Vorräte 38.444
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.513
Sonstige Vermögenswerte 4.701
Zahlungsmittel 11.871
Rückstellungen (3.656)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (14.782)
Latente Steuerschulden (14.270)
Sonstige Schulden (538)
Gesamtes identifizierbares erworbenes Nettovermögen 111.902

Der Bruttobestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfasst vertragliche Forderungen von € 11.076 Tsd., wovon € 563 Tsd. zum Erwerbszeitpunkt als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt und daher wertberichtigt wurden.

d) Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert infolge des Erwerbs wurde wie folgt erfasst:

ERMITTLUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTS

in Tsd. €
Übertragene Gegenleistung 135.507
Beizulegender Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens (111.902)
Geschäfts- oder Firmenwert 23.605

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert vor allem aus dem künftigen Entwicklungspotential der bestehenden Technologien, der erwarteten Verbreiterung der Produkt- und Kundenbasis sowie dem Knowhow der Belegschaft. Dieser ist dem Segment Systeme für Nutzfahrzeuge zugeordnet. Der erfasste Geschäfts- und Firmenwert ist in den USA nicht steuerlich abzugsfähig.

Hätte der Unternehmenserwerb zu Beginn des Geschäftsjahres stattgefunden, so hätten sich die Konzernerlöse um weitere € 37.298 Tsd. auf € 3.093.068 Tsd. erhöht und das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern wäre um € -10.211 Tsd. auf € 387.333 Tsd. gesunken. Bei der Ermittlung der Beträge hat der Vorstand angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aus der Kaufpreisallokation zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2020 gültig gewesen wären.

5. Umsatzerlöse

In der folgenden Tabelle werden die Umsatzerlöse des Konzerns zum Halbjahr 2020 nach Regionen und dem Zeitpunkt nach aufgegliedert sowie auf den Umsatz nach der Segmentberichterstattung übergeleitet.

AUFGLIEDERUNG DER UMSATZERLÖSE UND ÜBERLEITUNG AUF DEN SEGMENT-UMSATZ

IFRS Umsatz Überleitung zum Segmentumsatz
in Tsd. € Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Gesamt Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Gesamt
1. Disaggregation der Segmente
a) Region (Sitz des Konzernunternehmens)
Europa/Afrika 852.789 519.803 1.372.592 11.611 5.017 16.628
Nordamerika 197.955 414.807 612.762 (2.543) 7.583 5.039
Südamerika 9.968 25.131 35.099 48 695 743
Asien-Pazifik 680.084 354.958 1.035.043 1.994 938 2.932
1.740.795 1.314.699 3.055.495 11.110 14.233 25.343
b) Art der zeitlichen Erfassung
Erfassung über einen Zeitraum 573.067 - 573.067 (573.067) - (573.067)
Erfassung zu einem Zeitpunkt 1.167.729 1.314.699 2.482.428 584.176 14.233 598.409
1.740.795 1.314.699 3.055.495 11.110 14.233 25.343
2. Übrige Segmente und Konsolidierung - - 275 - - (275)
3. Gesamt 1.740.795 1.314.699 3.055.770 11.110 14.233 25.067
Umsatz nach Segmentberichterstattung
in Tsd. € Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Gesamt
30.06.2020
1. Disaggregation der Segmente
a) Region (Sitz des Konzernunternehmens)
Europa/Afrika 864.399 524.820 1.389.220
Nordamerika 195.411 422.390 617.801
Südamerika 10.016 25.826 35.842
Asien-Pazifik 682.079 355.896 1.037.975
1.751.905 1.328.932 3.080.837
b) Art der zeitlichen Erfassung
Erfassung über einen Zeitraum - - -
Erfassung zu einem Zeitpunkt 1.751.905 1.328.932 3.080.837
1.751.905 1.328.932 3.080.837
2. Übrige Segmente und Konsolidierung - - -
3. Gesamt 1.751.905 1.328.932 3.080.837
IFRS Umsatz Überleitung zum Segmentumsatz
in Tsd. € Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Gesamt Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Gesamt
1. Disaggregation der Segmente
a) Region (Sitz des Konzernunternehmens)
Europa/Afrika 929.710 763.417 1.693.127 13.611 4.870 18.481
Nordamerika 215.093 626.065 841.158 (9.211) 5.910 (3.301)
Südamerika 12.846 42.397 55.242 85 660 745
Asien-Pazifik 718.364 294.828 1.013.192 (10.537) (924) (11.461)
1.876.012 1.726.707 3.602.719 (6.052) 10.516 4.464
b) Art der zeitlichen Erfassung
Erfassung über einen Zeitraum 651.006 - 651.006 (651.006) - (651.006)
Erfassung zu einem Zeitpunkt 1.225.006 1.726.707 2.951.713 644.954 10.516 655.471
1.876.012 1.726.707 3.602.719 (6.052) 10.516 4.464
2. Übrige Segmente und Konsolidierung - - (1.202) - - 1.202
3. Gesamt 1.876012 1.726.707 3.601.516 (6.052) 10.516 5.666
Umsatz nach Segmentberichterstattung
in Tsd. € Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Gesamt
30.06.2019
1. Disaggregation der Segmente
a) Region (Sitz des Konzernunternehmens)
Europa/Afrika 943.321 768.287 1.711.608
Nordamerika 205.882 631.975 837.857
Südamerika 12.931 43.057 55.988
Asien-Pazifik 707.827 293.904 1.001.731
1.869.960 1.737.223 3.607.183
b) Art der zeitlichen Erfassung
Erfassung über einen Zeitraum - - -
Erfassung zu einem Zeitpunkt 1.869.960 1.737.223 3.607.183
1.869.960 1.737.223 3.607.183
2. Übrige Segmente und Konsolidierung - - -
3. Gesamt 1.869.960 1.737.223 3.607.183

Der Überleitungseffekt von IFRS auf die Umsatzerlöse nach der Segmentberichterstattung beträgt insgesamt € 25.067 Tsd. Davon entfallen € 11.110 Tsd. auf das Segment Systeme für Schienenfahrzeuge und € 14.233 Tsd. auf das Segment Systeme für Nutzfahrzeuge. Auf "Übrige Segmente und Konsolidierung" entfallen € -275 Tsd.

Der Überleitungseffekt setzt sich wie folgt zusammen:

ÜBERLEITUNGSEFFEKT VON IFRS AUF DIE UMSATZERLÖSE NACH DER SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

in Tsd. € Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Übrige Segmente und Konsolidierung Gesamt
30.06.2020
Eliminierung der Effekte der Over-Time-Erfassung von Umsatzerlösen (1.077) - - (1.077)
Anwendung von BilRuG, Erträge aus Abgang von Prototypen und Schrottverkäufen sowie sonstige Effekte 11.909 15.373 (275) 27.006
Ausweis der Zuführung und Auflösung von transaktionspreisbezogenen Rückstellungen und Abgrenzungen 277 (1.140) - (863)
Summe 11.110 14.233 (275) 25.067
30.06.2019
Eliminierung der Effekte der Over-Time-Erfassung von Umsatzerlösen (18.752) - - (18.752)
Anwendung von BilRuG, Erträge aus Abgang von Prototypen und Schrottverkäufen sowie sonstige Effekte 12.754 12.343 1.202 26.298
Ausweis der Zuführung und Auflösung von transaktionspreisbezogenen Rückstellungen und Abgrenzungen (54) (1.827) - (1.880)
Summe (6.052) 10.516 1.202 5.666

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 sanken die Umsatzerlöse des Knorr-Bremse Konzerns um 15,2 % von € 3.601.516 Tsd. in der Vorperiode auf € 3.055.770 Tsd. Organisch ist der Umsatz unter Berücksichtigung der Veräußerung von Powertech (€ 39.115 Tsd.) in 2019 und des Erwerbs von R.H. Sheppard (€ 7.691 Tsd.) in 2020 um 14,4 % zurückgegangen.

Die Geschäftstätigkeit von Knorr-Bremse unterliegt keinen wesentlichen saisonalen Einflüssen.

6. Sonstige betriebliche Erträge

SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

in Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Erträge aus anderen Leistungen 5.048 5.973
Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzzahlungen 5.352 6.141
Erträge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 2.788 2.906
Mieteinnahmen 1.022 3.767
Erträge aus dem Abgang von Grundstücken und Gebäuden 1.153 2.787
Erträge aus dem Abgang von immateriellen und sonstigen materiellen Vermögenswerten - 164
Übrige Erträge 33.363 3.470
48.725 25.208

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist insbesondere auf die erhöhten übrigen Erträge zurückzuführen. In den übrigen Erträgen sind im Wesentlichen realisierte und unrealisierte Fremdwährungserträge in Höhe von € 30.749 Tsd. enthalten, welche im Vergleich zur Vorperiode deutlich angestiegen sind.

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

in Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Auftragsbezogene Aufwendungen (76.883) (83.835)
Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten (40.328) (44.029)
Personalbezogene Aufwendungen (31.530) (52.180)
Sonstige Dienstleistungen (43.611) (46.023)
Instandhaltungsaufwendungen (41.191) (54.073)
Mieten und Leasing (7.743) (10.160)
Externe Forschungs- und Entwicklungskosten (23.018) (21.691)
Sonstige Steuern (13.728) (13.562)
Verwaltungskosten (16.333) (13.914)
Verluste aus dem Abgang von Grundstücken und Gebäuden (1.236) (2.147)
Spenden (2.246) (2.305)
Lizenz- und Patentgebühren (14.930) (13.350)
Wertberichtigungen (14.170) (766)
Kosten für Energie, Versicherungen und Versorgungen (10.138) (8.035)
Übrige Aufwendungen (46.026) (16.995)
(383.111) (383.064)

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im ersten Halbjahr 2020 mit € 383.111 Tsd. auf Vorjahresniveau. Bedingt durch die Corona-Pandemie reduzierten sich insbesondere die personalbezogenen Aufwendungen sowie die Instandhaltungsaufwendungen. Demgegenüber sind vor allem die realisierten und unrealisierten Fremdwährungsverluste in den übrigen Aufwendungen signifikant auf € 34.012 Tsd. angestiegen. In den Wertberichtigungen sind im Wesentlichen Aufwendungen aus der Veräußerung von Gebäuden enthalten.

8. Sonstiges Finanzergebnis

Das sonstige Finanzergebnis verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um € 18.992 Tsd. Dies begründet sich insbesondere durch die angefallenen Verluste für realisierte Fremdwährungsbewertung und die im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 höheren unrealisierten Effekte aus der Stichtagsbewertung derivativer Finanzinstrumente.

9. Finanzinstrumente

Klassifizierungen und beizulegende Zeitwerte

Die nachstehende Tabelle stellt die unsaldierten Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 dar. Für die Einstufung (Hierarchiestufen) des beizulegenden Zeitwertes gemäß IFRS 13 wird auf den Abschnitt zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 verwiesen.

Die Finanzinstrumente lassen sich klassifizieren in: zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente mit Erfassung der Bewertungsänderung im Gewinn oder Verlust (FVTPL), zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente mit Erfassung der Bewertungsänderung im Sonstigen Ergebnis (FVOCI) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente.

INFORMATIONEN NACH IFRS 9

30.06.2020
in Tsd. € Buchwert Beizulegender Zeitwert
Kategorie FVTPL FVOCI Sonstiges Zu fortgeführten Anschaffungskosten Total Level 1
Finanzielle Vermögenswerte 14.593 28.137 2.207 3.759.152 3.804.089 19.112
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) - - 2.207 - 2.207 -
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) 8.982 - - - 8.982 -
Eigenkapitalinstrumente 5.611 16.087 - - 21.698 19.112
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* - 12.050 - 1.399.514 1.411.563 -
Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* - - - 31.111 31.111 -
Übrige finanzielle Forderungen* - - - 35.304 35.304 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* - - - 2.293.223 2.293.223 -
Finanzielle Verbindlichkeiten (13.672) - (378.215) (4.071.879) (4.463.766) (1.281.878)
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) - - (17.887) - (17.887) -
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) (13.672) - - - (13.672) -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - (843.847) (843.847) -
Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile - - - (379.616) (379.616) -
Anleihen und Schuldverschreibungen - - - (1.246.774) (1.246.774) (1.281.878)
Leasingverbindlichkeiten* - - (360.328) - (360.328) -
Kaufpreisverbindlichkeiten* - - - (47.800) (47.800) -
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* - - - (607.657) (607.657) -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* - - - (946.185) (946.185) -
30.06.2020
in Tsd. € Beizulegender Zeitwert
Kategorie Level 2 Level 3 Total
Finanzielle Vermögenswerte 11.188 2.586 32.887
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) 2.207 - 2.207
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) 8.982 - 8.982
Eigenkapitalinstrumente - 2.586 21.698
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* - - -
Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* - - -
Übrige finanzielle Forderungen* - - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten (1.256.159) - (2.538.037)
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) (17.887) - (17.887)
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) (13.672) - (13.672)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (844.985) - (844.985)
Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile (379.616) - (379.616)
Anleihen und Schuldverschreibungen - - (1.281.878)
Leasingverbindlichkeiten* - - -
Kaufpreisverbindlichkeiten* - - -
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* - - -
31.12.2019
in Tsd. € Buchwert Beizulegender Zeitwert
Kategorie FVTPL FVOCI Sonstiges Zu fortgeführten Anschaffungskosten Total Level 1
Finanzielle Vermögenswerte 19.239 33.360 2.408 3.100.766 3.155.773 24.546
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) - - 2.408 - 2.408 -
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) 13.683 - - - 13.683 -
Eigenkapitalinstrumente 5.556 21.943 - - 27.499 24.546
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* - 11.417 - 1.137.582 1.148.999 -
Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* - - - 31.111 31.111 -
Übrige finanzielle Forderungen* - - - 51.335 51.335 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* - - - 1.880.738 1.880.738 -
Finanzielle Verbindlichkeiten (20.280) - (383.390) (3.097.533) (3.501.204) (1.286.568)
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) - - (6.097) - (6.097) -
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) (20.280) - - - (20.280) -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - (196.713) (196.713) -
Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile - - - (379.616) (379.616) -
Anleihen und Schuldverschreibungen - - - (1.249.013) (1.249.013) (1.286.568)
Leasingverbindlichkeiten* - - (377.293) - (377.293) -
Kaufpreisverbindlichkeiten* - - - (44.990) (44.990) -
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* - - - (259.755) (259.755) -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* - - - (967.447) (967.447) -
31.12.2019
in Tsd. € Beizulegender Zeitwert
Kategorie Level 2 Level 3 Total
Finanzielle Vermögenswerte 16.091 2.953 43.590
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) 2.408 - 2.408
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) 13.683 - 13.683
Eigenkapitalinstrumente - 2.953 27.499
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* - - -
Kaufpreisforderungen aus Grundstücksverkäufen* - - -
Übrige finanzielle Forderungen* - - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente* - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten (602.792) - (1.889.360)
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) (6.097) - (6.097)
Derivative Finanzinstrumente (Kein Hedge Accounting) (20.280) - (20.280)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (196.799) - (196.799)
Verbindlichkeiten aus Optionen auf Minderheitenanteile (379.616) - (379.616)
Anleihen und Schuldverschreibungen - - (1.286.568)
Leasingverbindlichkeiten* - - -
Kaufpreisverbindlichkeiten* - - -
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten* - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* - - -

* ohne Angabe zum beizulegenden Zeitwert aufgrund der Tatsache dass der Buchwert näherungsweise dem Fair Value entspricht

Forderungen, die zum FVOCI bewertet sind betreffen Forderungen im Zusammenhang mit Factoring.

Bewertungstechniken zur Bestimmung des Fair Value

Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und/oder Pflichten von einer anderen Partei übernehmen würde. Die Marktwerte werden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und nach marktgängigen Bewertungsmethoden bewertet:

Devisentermingeschäfte und Zinssicherungskontrakte werden auf Basis von Referenzkursen unter Berücksichtigung der Termin-auf- und Terminabschläge bewertet. Es werden Nettobarwertberechnungen mittels Zinsstrukturkurven durchgeführt.

Rohstoffkontrakte werden anhand von Kursnotierungen an aktiven Börsen bewertet.

Optionen werden mittels anerkannter Modelle zur Optionspreisfindung (u. a. Black-Scholes) bewertet.

Darüber hinaus werden Kreditausfallrisiken bei der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt ("credit value adjustments"). Die Berechnungsgrundlage der Ausfallwahrscheinlichkeiten bilden Credit Default Swap Spreads je Kontrahent bzw. für die Gesellschaft.

Langfristige Forderungen/Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristika des finanzierten Projektes bewertet.

Die beizulegenden Zeitwerte der verzinslichen Darlehen des Konzerns werden mittels der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wird ein Abzinsungssatz zugrunde gelegt, der den Fremdfinanzierungszinssatz des Emittenten zum Ende des Berichtszeitraums widerspiegelt. Das eigene Nichterfüllungsrisiko wurde über den gesamten Zeitraum als gering eingestuft.

Die Finanzverbindlichkeit aus einer Put-Option auf Minderheitenanteile gibt den Minderheitsanteilseignern die Möglichkeit ihre Anteile Knorr-Bremse im Falle des Eintretens vertraglich definierter Bedingungen anzudienen. Diese wird gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Hinsichtlich des angegebenen Fair Values sowie den Methoden und Inputfaktoren zur Ermittlung dessen hat es unter Berücksichtigung des Schiedsverfahrens keine Änderungen im Vergleich zum 31. Dezember 2019 gegeben.

In den Eigenkapitalinstrumenten werden auch nicht konsolidierte Gesellschaften erfasst. Die Knorr-Bremse Gou Tong (Guangzhou) Railway Transportation Equipment Co., Ltd., Guangzhou, China, wurde zum 31. Dezember 2019 erstmalig als nicht konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft hat noch keine wesentliche Geschäftstätigkeit. Es entstehen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe. Die weiteren zum Fair Value der Stufe 3 bewerteten Eigenkapitalinstrumente werden sowohl einzeln als auch in Summe als unwesentlich für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe erachtet, sodass auch für diese keine weiteren Angaben getätigt werden.

Umgruppierungen zwischen den Hierarchiestufen

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 wurden keine Reklassifizierungen zwischen den einzelnen Hierarchiestufen vorgenommen.

10. Kapitalflussrechnung

Insgesamt kam es im ersten Halbjahr zu einem Gesamtmittelzufluss in Höhe von € 437.258 Tsd. während im Vorjahreszeitraum ein Gesamtmittelabfluss in Höhe von € 315.638 Tsd. vorlag. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem um € 876.036 Tsd. gestiegenen Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeiten. Hierbei wirkten sich insbesondere die Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten in Höhe von € 754.170 Tsd. aus, welche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um € 715.833 Tsd. anstiegen. Die gezahlten Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter enthalten den bereits geflossenen Teil der im Finanzergebnis erfassten Dividende an den Minderheitsgesellschafter Bosch in Höhe von € 1.932 Tsd. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit wirkten sich im ersten Halbjahr 2020 insbesondere der abgeflossene Kaufpreis für die Gesellschaften im Rahmen des Sheppard Unternehmenserwerbs in Höhe von € 135.507 Tsd. aus, welcher sich auf die Positionen der Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen sowie auf die Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen aufteilt. Gegenläufig wirken sich in diesen Positionen die durch die Akquisition zugegangenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von € 11.871 Tsd. aus. Der um € 191.946 Tsd. auf € 118.591 Tsd. gesunkene Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit, insbesondere aufgrund des um € 106.748 Tsd. geringeren Periodenergebnisses von € 256.944 Tsd. wirkte sich im Vorjahresvergleich weniger stark auf den Gesamtmittelzufluss aus.

Für das Geschäftsjahr 2018 wurde im Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von € 1,75 je Inhaberaktie beschlossen und daher in Summe € 282.100 Tsd. ausbezahlt. Die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2019 im Geschäftsjahr 2020 fand im ersten Halbjahr 2020 noch nicht statt.

11. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem den Aktionären der Knorr-Bremse AG zustehendem Ergebnis und der Zahl, der im gewichteten Jahresdurchschnitt im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Im ersten Halbjahr 2020 betrug das Ergebnis je Aktie € 1,47 (Vorjahr: € 2,13).

12. Ereignisse nach dem Berichtsstichtag

Der Vorsitzende des Vorstands und ressortverantwortliche Arbeitsdirektor i.S.v. § 33 MitbestG der Knorr-Bremse AG, Bernd Eulitz, ist im gegenseitigen Einvernehmen zum 31. August 2020 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Die Vorstandsmitglieder Dr. Peter Laier, Frank Markus Weber und Dr. Jürgen Wilder nehmen die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden gemeinschaftlich wahr.

In diesem Zusammenhang werden an Herrn Eulitz Zahlungen in Höhe von € 3.733 Tsd. geleistet, die das sonstige Ergebnis im dritten Quartal belasten werden. Diese beinhalten neben einer Abfindungszahlung auch die Ablösung der Short-Term Incentive Zusagen für die Jahre 2020 und 2021 auf Basis einer Unternehmenszielerreichung von 100 %. Sollte das Unternehmensziel 100 % übersteigen, so erfolgt eine zusätzliche Vergütung des Differenzbetrags an Herrn Eulitz. Im Zusammenhang mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Herrn Eulitz hat sich die Knorr-Bremse AG eine bis zum 31. Dezember 2020 ausübbare Option einräumen lassen, die Kompensationszahlung, die die Knorr-Bremse AG an Herrn Eulitz für den Entfall der durch den Linde-Konzern gewährten STI und LTI Tranchen zahlt, auf einen Gesamtbetrag von € 2.000 Tsd. begrenzen zu können.

13. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

in Tsd. € Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe
30.06.2020
Miet- und Leasingverpflichtungen 4.672 33.820 114.863 153.356
Investitionsprojekte 51.648 5.966 62 57.676
Großreparaturen/Wartungsarbeiten 8.237 1.279 130 9.646
Sonstige Verpflichtungen 64.559 12.505 4.743 81.806
129.116 53.570 119.799 302.485
31.12.2019
Miet- und Leasingverpflichtungen 11.615 46.059 78.395 136.069
Investitionsprojekte 69.616 10.857 - 80.474
Großreparaturen/Wartungsarbeiten 5.897 954 166 7.017
Sonstige Verpflichtungen 47.353 13.445 4.743 65.541
134.481 71.315 83.304 289.100

EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

in Tsd. € 30.06.2020 31.12.2019
Bürgschaften 21.627 19.728
Garantien 986 976
22.613 20.704

Die künftigen Miet- und Leasingverpflichtungen resultieren zum einen aus bereits geschlossenen Mietverträgen, deren Laufzeit erst 2020 bzw. 2021 beginnt und ab dem Zeitpunkt gemäß IFRS 16 bilanziert wird, sowie aus kurzfristigen und geringwertigen Miet- und Leasingverträgen, die aufgrund der Vereinfachungsvorschrift IFRS 16.5 nicht bilanziert werden. Die Erhöhung im Vergleich zum 31. Dezember 2019 resultiert insbesonders aus bereits abgeschlossenen aber noch nicht umgesetzten Mietverträgen im Zusammenhang mit einer Sale-und-Lease Back Transaktion in USA.

Die Verpflichtungen für Investitionsprojekte beinhalten vor allem laufende Bauprojekte, Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Produktionsanlagen und -equipment.

Die Verpflichtungen für Großreparaturen und Wartungsarbeiten enthalten vor allem Verpflichtungen im Zusammenhang mit Gebäudesanierungen und Instandhaltungen am Standort München.

Des Weiteren sind in den sonstigen Verpflichtungen laufende Bestellungen sowie Abnahmeverpflichtungen für Gebäudenebenkosten und Lizenzverpflichtungen enthalten.

Die Eventualverbindlichkeiten der Gesellschaft weisen Bürgschaften und Garantien auf. Es wurden Bürgschaften für ausstehende Bankschuldverschreibungen, Leistungsgarantien für Banken sowie eine Mietbürgschaft für Betriebs-/Fabrikgebäude vergeben.

Garantien bestehen in Ungarn bezüglich Kundenverträgen für Produkte.

14. Beziehungen zu nahestehenden Personen

Als nahestehende Personen oder Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten natürliche Personen oder Unternehmen, die von der Knorr-Bremse AG beeinflusst werden können, die einen Einfluss auf die Knorr-Bremse AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer anderen nahestehenden Partei der Knorr-Bremse AG stehen. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.

Wesentliche Veränderungen gegenüber den im Konzernabschluss 2019 offen gelegten Informationen haben sich mit Ausnahme der im Folgenden dargestellten Transaktionen nicht ergeben.

Führungswechsel im Vorstand

Herr Ralph Heuwing ist mit Wirkung zum 30. April 2020 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Knorr-Bremse AG ausgeschieden. Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurde Herr Frank Markus Weber als neuer Vorstand für das Ressort des CFO bestellt.

In diesem Zusammenhang werden an Herrn Weber Zahlungen in Höhe von € 1.020 Tsd. geleistet. Diese beinhalten eine Abgeltung aus erdienten Leistungen, die vom vorherigen Arbeitgeber nicht mehr ausbezahlt wurden und die Erstattung sonstiger Auslagen.

Wechsel in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats

In der Hauptversammlung vom 30. Juni 2020 wurden Heinz Hermann Thiele, Dr. Thomas Enders und Dr. Theodor Weimer neu in den Aufsichtsrat der Knorr-Bremse AG gewählt. Der Beratervertrag zwischen Herrn Thiele und der Knorr-Bremse AG wurde ohne Abfindung vorzeitig zum 30. Juni 2020 aufgelöst, während der Beratervertrag zwischen Herrn Thiele und der Knorr Brake Holding Corporation, Watertown, New York / USA, planmäßig nach 36 Monaten zum 31. März 2021 endet. Dr. Wolfram Mörsdorf, Wolfgang Tölsner und Georg Weiberg sind mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat der Knorr-Bremse AG ausgeschieden. Die Bestellung der neuen Aufsichtsratsmitglieder erfolgte für den Rest der ursprünglichen Amtszeit der ausscheidenden Mitglieder, also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2021.

15. Rechtliche Risiken

Untersuchungen des U.S. Department of Justice

Am 3. April 2018 gab das U.S. Department of Justice, Antitrust Division ("DOJ") bekannt, dass es mit der Knorr-Bremse AG und der Westinghouse Air Brake Technologies Corporation ("Wabtec") eine Einigung hinsichtlich des Vorwurfs nicht gesetzeskonformer Vereinbarungen, Mitarbeiter nicht abzuwerben, erzielte.

In Folge der Einigung mit dem DOJ reichten mehrere Angestellte Sammelklagen gegen die Knorr-Bremse AG, Wabtec sowie einzelne ihrer Tochterunternehmen ein. Ziel der Sammelklagen war es, Schadenersatz zur Kompensation der Angestellten für verminderte Bezahlung - aufgrund der angeblichen Vereinbarung zwischen den oben genannten Beteiligten, Mitarbeiter nicht abzuwerben - zu erlangen.

Am 16. Oktober 2019 schloss die Knorr-Bremse AG mit den Klägern eine Vergleichsvereinbarung zur Beilegung der Sammelklage gegen Zahlung von $ 12,0 Mio. Die Zahlung ist in der letzten Märzwoche 2020 auf ein Escrow Account bei Gericht erfolgt. Die endgültige Bestätigung dieser Vergleichsvereinbarung erfolgte mit gerichtlicher Entscheidung vom 26. August 2020.

Beschwerden von Haldex AB bei der Europäischen Kommission und der brasilianischen Kartellbehörde

Mit Datum vom 13. Februar 2020 hat die Haldex AB bei der Europäischen Kommission und beim Administrative Council of Economic Defense (CADE) in Brasilien Beschwerden eingelegt. Gegenstand der Beschwerden ist der Vorwurf, Knorr-Bremse AG habe durch den Erwerb sowie das Halten eines Minderheitsanteils an Haldex AB im September 2016 das jeweils geltende Kartell- bzw. Fusionskontrollrecht verletzt.

Der Minderheitsanteil von Knorr-Bremse an Haldex AB beträgt derzeit 9,24%. Knorr-Bremse AG verteidigt sich gegen die Vorwürfe.

Die Europäische Kommission befindet sich in der Vorprüfung der Vorwürfe. Sie wird voraussichtlich im Laufe des dritten oder vierten Quartals 2020 entscheiden, ob sie ein formelles Verfahren eröffnet.

Die brasilianische CADE hat am 23. Juni 2020 beschlossen, ein förmliches Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Vollzugsverbot zu eröffnen. Das Verfahren ist noch in der Ermittlungsphase. Eine Entscheidung über die Einstellung oder die Fortführung des Verfahrens vor einem separaten Spruchkörper der CADE wird für frühestens im dritten oder vierten Quartal 2020 erwartet.

Da sich beide Verfahren noch in einem frühen Stadium befinden, kann zu diesem Zeitpunkt keine verlässliche Aussage über die Erfolgswahrscheinlichkeit oder die möglichen Folgen eines nachteiligen Ergebnisses des Verfahrens gemacht werden. Das Risiko wird aktuell als eher gering eingeschätzt.

Kündigung von langfristigen Lieferverträgen durch die Robert Bosch GmbH

Nachdem die Robert Bosch GmbH im Rahmen von andauernden Preisverhandlungen verschiedene langfristige Lieferverträge für mehrere elektronische Komponenten aufgekündigt hatte, was zu Unterbrechungen in der Belieferung von Kunden der Knorr-Bremse Gruppe und dadurch zu Verlusten der Knorr-Bremse Gruppe aufgrund eines Produktionsstopps sowie zu damit verbundenen Haftungsrisiken führen könnte, hat die Knorr-Bremse daraufhin mit Datum 13. März 2020 ein Schiedsverfahren gegen die Robert Bosch GmbH eingeleitet, um die Fortsetzung der Lieferversorgung zu gewährleisten. Mit einer Entscheidung des Schiedsgerichts wird im zweiten Quartal 2021 gerechnet.

Verfahren Italien

Die italienischen Strafverfolgungsbehörden haben mit Schreiben vom 19. März 2019 mitgeteilt, dass das Ermittlungsverfahren gegen Microelettrica Scientifica S.p. a., Buccinasco/Italien ("Microelettrica"), frühere Mitglieder des Verwaltungsrats der Microelettrica sowie ein Mitglied des Managements von drei russischen Konzerngesellschaften im Zusammenhang mit Provisionszahlungen an einen Agenten wegen Lieferungen an einen russischen Kunden abgeschlossen wurde und gegen Microelettrica Anklage erhoben wird wegen angeblicher Verletzung interner Regeln zur Vermeidung von Korruptionshandlungen durch die zuvor genannten Personen.

Das gerichtliche Verfahren befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Da Knorr-Bremse der Ansicht ist, dass Microelettrica geeignete Präventionsmaßnahmen gegen Korruption getroffen und daher den italienischen Gesetzen entsprochen habe, erfolgte keine Rückstellungsbildung zum 30. Juni 2020.

Weitere rechtliche Risiken

Zu allen anderen im Geschäftsbericht 2019 unter Kapitel H.9. beschriebenen rechtlichen Risiken haben sich keine neuen Sachverhalte oder weitere Einschätzungen bis zum 30. Juni 2020 ergeben.

16. Mitarbeiterzahlen

DURCHSCHNITTLICHE ZAHL AN MITARBEITERN

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Lohnempfänger 14.638 15.761
davon für Leasingpersonal 2.438 2.632
Gehaltsempfänger 13.819 13.540
davon für Leasingpersonal 218 261
Auszubildende 201 193
Summe 28.658 29.494

17. Segmentberichterstattung

INFORMATIONEN ÜBER DIE BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE

in Tsd. € Berichtspflichtige Segmente Überleitung auf IFRS
Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Summe Systeme für Schienenfahrzeuge Systeme für Nutzfahrzeuge Übrige Segmente und Konsolidierung
30.06.2020
Externe Umsatzerlöse 1.741.532 1.318.585 3.060.117 (1.089) (4.377) 1.119
Umsätze zwischen den Segmenten 10.373 10.347 20.720 (10.021) (9.856) (844)
Segmentumsatzerlöse 1.751.905 1.328.932 3.080.837 (11.110) (14.233) 275
EBITDA* 351.585 127.540 479.125 38.602 30.706 (12.944)
Abschreibungen (45.471) (62.528) (107.999) (19.098) (1.559) (9.289)
EBIT* 306.114 65.012 371.126 19.504 29.147 (22.233)
Zinserträge 4.585 1.361 5.946 1.074 336 1.866
Zinsaufwendungen (4.354) (3.793) (8.147) (8.121) (1.183) (6.070)
Sonstiges Finanzergebnis (215) (591) (806) (3.355) (3.830) (17.648)
davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (714) (456) (1.170) 0 (0) 589
EBT 306.130 61.989 368.119 9.102 24.470 (44.085)
Net Working Capital 794.924 418.455 1.213.379 1.321 (18.516) 569
30.06.2019
Externe Umsatzerlöse 1.860.843 1.728.632 3.589.475 14.138 (2.629) 531
Umsätze zwischen den Segmenten 9.117 8.591 1 7.708 (8.086) (7.888) (1.734)
Segmentumsatzerlöse 1.869.960 1.737.223 3.607.183 6.052 (10.516) (1.202)
EBITDA* 372.701 239.511 612.212 44.344 24.672 (12.270)
Abschreibungen (46.253) (57.549) (103.802) (11.399) (11.922) (8.586)
EBIT* 326.448 181.962 508.410 32.945 12.750 (20.856)
Zinserträge 5.207 813 6.020 1.287 3.390 750
Zinsaufwendungen (6.721) (2.440) (9.162) (7.634) (2.869) (6.240)
Sonstiges Finanzergebnis 300 (687) (387) (593) 765 (6.433)
davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden - - - - (687) 116
EBT 325.233 179.649 504.882 26.005 14.036 (32.779)
Net Working Capital 735.690 358.207 1.093.897 50.058 (2.177) 719
in Tsd. €
Konzern
30.06.2020
Externe Umsatzerlöse 3.055.770
Umsätze zwischen den Segmenten -
Segmentumsatzerlöse 3.055.770
EBITDA* 535.489
Abschreibungen (137.945)
EBIT* 397.544
Zinserträge 9.222
Zinsaufwendungen (23.521)
Sonstiges Finanzergebnis (25.640)
davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (581)
EBT 357.606
Net Working Capital 1.196.753
30.06.2019
Externe Umsatzerlöse 3.601.516
Umsätze zwischen den Segmenten -
Segmentumsatzerlöse 3.601.516
EBITDA* 668.959
Abschreibungen (135.710)
EBIT* 533.249
Zinserträge 11.446
Zinsaufwendungen (25.905)
Sonstiges Finanzergebnis (6.647)
davon: Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (571)
EBT 512.143
Net Working Capital 1.142.496

* Nicht explizit im Management Reporting an den CODM ausgewiesen

Überleitungsrechnung

Die interne Berichterstattung enthält keine segmentspezifischen Informationen zu Vermögenswerten und Schulden; dies ist daher nicht in der Segmentberichterstattung enthalten.

ÜBERLEITUNG DER UMSATZERLÖSE

in Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Umsatzerlöse der berichtspflichtigen Segmente (HGB) 3.080.837 3.607.183
Umsatzerlöse der anderen Segmente (HGB) 94.374 91.393
Segmentübergreifende Konsolidierung und sonstige Effekte (105.493) (93.819)
Anpassung Over-Time-Erfassung 1.077 18.752
Anpassung aufgrund von Ausweisunterschieden durch Einführung von BilRuG (15.024) (21.992)
Umsatzerlöse konsolidiert 3.055.770 3.601.516

ÜBERLEITUNG DES GEWINNS VOR STEUERN

in Tsd.€ 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Gewinn vor Steuern der berichtspflichtigen Segmente (HGB) 368.119 504.882
Gewinn vor Steuern der anderen Segmente (HGB) (46.208) (30.176)
Segmentübergreifende Konsolidierung und sonstige Effekte 1.611 839
Anpassung aufgrund nicht vorgenommener Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert 15.700 11.960
Anpassung Over-Time-Erfassung 3.792 3.647
Anpassung aus der Aktivierung und Abschreibung von Entwicklungsprojekten 24.174 26.772
Anpassung aufgrund abweichender Bewertung von Pensionsrückstellungen 9.003 7.521
Anpassung Bewertung Vorräte (2.628) 6.078
Anpassung Rückstellungen (11.138) (16.201)
Anpassung aufgrund der Fair Value-Bewertung von Finanzinstrumenten (5.228) (2.397)
Sonstige Anpassungen aufgrund von HGB-IFRS Unterschieden 409 (783)
Gewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen, konsolidiert vor Steuern 357.606 512.143

Geographische Informationen

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns unterschieden nach Sitzland des Konzernunternehmens.

UMSATZERLÖSE NACH REGIONEN

in Tsd.€ 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Europa/Afrika 1.372.905 1.691.924
Nordamerika 612.725 841.158
Südamerika 35.097 55.242
Asien-Pazifik 1.035.043 1.013.192
3.055.770 3.601.516

München, 10. September 2020

Knorr-Bremse AG

Der Vorstand

FRANK MARKUS WEBER DR. PETER LAIER DR. JÜRGEN WILDER

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

München, 10. September 2020

Knorr-Bremse AG

Der Vorstand

FRANK MARKUS WEBER DR. PETER LAIER DR. JÜRGEN WILDER

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Knorr-Bremse Aktiengesellschaft, München

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Konzern-Bilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Entwicklung des Konzerneigenkapitals sowie ausgewählten, erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Knorr-Bremse Aktiengesellschaft, München, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

München, den 10. September 2020

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Becker Hanshen
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer