Koenig & Bauer AG

Würzburg

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraumvom 01.01.2025 bis zum 30.06.2025

Zwischenbericht | 1. Halbjahr 2025

H1 und Q2 auf einen Blick: Koenig & Bauer bestätigt nach einem starkem Q2 die Guidance und setzt die Strategie der Fokussierung zur Stärkung der Profitabilität mit der Prüfung der künftigen Ausrichtung der Coding GmbH fort

Der Auftragseingang lag im ersten Halbjahr mit 606,9 Mio. € um 5,4 % unter dem Vorjahr. Dies ist im Kontext der Nachfragezurückhaltung infolge von US-Zoll-Unsicherheiten und einer hohen Auftragslage rund um die drupa im Vorjahr als solide Entwicklung zu bewerten.

Der Auftragsbestand erreichte mit 1.096,3 Mio. € einen Anstieg von +7,4 % gegenüber dem Vorjahreswert und markiert damit den höchsten Wert in der jüngsten Unternehmensgeschichte. Er dient als solide Basis für das zweite Halbjahr und darüber hinaus, ist jedoch nicht gleichmäßig auf alle Geschäftsbereiche verteilt.

Der Konzernumsatz steigerte sich im Halbjahresvergleich um +3,5 % auf 550,4 Mio. €. Zu diesem Anstieg haben beide Segmente beigetragen. Nachdem der Umsatz im ersten Quartal bei 252,2 Mio. € lag (-0,4 % YOY), erhöhte er sich im zweiten Quartal auf 298,2 Mio. € (+7,0% YOY).

Die Book-to-Bill-Ratio belief sich zum 30. Juni 2025 auf 1,1 und lag damit unter dem Vorjahreswert von 1,2, welcher maßgeblich durch die starke Auftragslage rund um die drupa geprägt war.

Das operative EBIT verbesserte sich im Halbjahresvergleich von -31,1 Mio. € um +69,1 % auf -9,6 Mio. €. Die operative EBIT-Marge lag bei -1,7 % (Vj.: -5,8 %). Nach einem für den Maschinenbau typischen verhaltenen ersten Quartal mit -11,4 Mio. € konnte das operative EBIT im zweiten Quartal auf 1,8 Mio. € gesteigert werden. Die Ergebnisverbesserung resultierte auch aus den planmäßigen Bruttokosteneinsparungen aus “Spotlight”. Das EBIT verbesserte sich um +59,3 % auf -13,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.

Der Free Cashflow lag im Saldo bei -83,7 Mio. € (Vj.: -27,7 Mio. €). Der Rückgang ist auf einen Anstieg des NWC gegenüber dem Jahresende 2024 um +46,2 Mio. € begründet, wohingegen im H1-24 das NWC um -21,5 Mio. € gegenüber dem Jahresende 2023 abgebaut wurde.

Das Net Working Capital lag bei 340,4 Mio. € (Vj.: 357,5 Mio. €), was einer Net Working Capital-Quote (NWC zum Umsatz LTM) von 26,3 % (Vj.: 28,3 %) entsprach. Somit wurde die angestrebte Zielgröße von maximal 25 % des Konzernumsatzes leicht überschritten.

Weitere Konzernfokussierung: künftige Ausrichtung der Koenig & Bauer Coding GmbH wird geprüft, um den Fokus auf die Kerngeschäftsfelder im Druckmaschinenbau und damit verbundene Dienstleistungen weiter zu schärfen. Aufgrund der unterschiedlichen Marktausrichtung und der begrenzten Synergien im Konzernverbund umfasst die Prüfung alle Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Coding GmbH, einschließlich eines Joint Ventures, einer Partnerschaft oder eines möglichen Verkaufs.

Ausblick für 2025: Leichtes Umsatzwachstum auf 1,3 Mrd. € bei einer Steigerung des operativen EBIT auf einem Korridor zwischen 35 - 50 Mio. € erwartet. Rückenwind aus historisch hohem Auftragsbestand und Stärkung aus zusätzlichen Einsparungen aus dem Fokusprogramm „Spotlight”.

Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionär:innen,

in den vergangenen sechs Monaten hat sich bei Koenig & Bauer viel bewegt. Es ist mir eine besondere Ehre, mich heute erstmals in der Funktion des Vorstandsvorsitzenden an Sie zu wenden.

Ich habe diese verantwortungsvolle Aufgabe am 4. Juni 2025 von Dr. Andreas Pleßke übernommen und möchte ihm an dieser Stelle für seinen unermüdlichen Einsatz und die erfolgreiche Weichenstellung der letzten Jahre danken. Gemeinsam mit meinem Vorstandskollegen Dr. Alexander Blum, der seit dem 1. Juli als Finanzvorstand unser Führungsteam komplettiert, blicke ich mit Zuversicht und Tatkraft in die Zukunft.

Fokus in Aktion: Konsequente Entscheidungen für mehr Schlagkraft

Fokus ist für uns kein Modewort, sondern ein entscheidendes Prinzip, nach dem wir unsere Strategie konsequent ausrichten. Wir haben in den letzten Monaten mutige Entscheidungen getroffen, um unsere Schlagkraft zu erhöhen. Wir haben unsere Organisationsstruktur durch die Reduzierung von drei auf zwei Segmente - Paper & Packaging Sheetfed Systems (P&P) sowie Special & New Technologies (S&T) - an den Bedürfnissen unserer Märkte ausgerichtet und haben die Weichen für einen ab 2026 auf CEO und CFO verschlankten Vorstand gestellt.

Gleichzeitig haben wir unser Portfolio im Rahmen des Fokusprogramms „Spotlight“ bereinigt, indem wir Projekte wie die CSMetalCan eingestellt und die Komplexität im Flexodruckbereich reduziert haben. Der logische nächste Schritt war die Einleitung der strategischen Überprüfung der künftigen Ausrichtung der Koenig & Bauer Coding GmbH. Diese Prüfung umfasst alle Optionen, einschließlich eines Joint Ventures, einer Partnerschaft oder eines möglichen Verkaufs. Hintergrund sind die begrenzten Synergien mit unseren Kerngeschäftsfeldern im Druckmaschinenbau. Die Coding GmbH ist ein hervorragend positioniertes Unternehmen in einem attraktiven Wachstumsmarkt. Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Schritt die besten Entwicklungsmöglichkeiten für diese Einheit schaffen und gleichzeitig unsere Ressourcen noch gezielter auf unser Kerngeschäft konzentrieren können.

Positive Ergebnisentwicklung: Unser Fokus zahlt sich aus

Diese konsequente Fokussierung zahlt sich bereits heute aus. Nach einem für den Maschinenbau typischen verhaltenen Jahresstart konnten wir im zweiten Quartal eine deutliche Ergebnisverbesserung und eine klare Trendwende verzeichnen.

Der Konzernumsatz steigerte sich im Halbjahresvergleich um 3,5 % auf 550,4 Mio. €. Besonders erfreulich ist die Entwicklung des operativen Ergebnisses: es verbesserte sich im ersten Halbjahr von -31,1 Mio. € um rund 70 % auf -9,6 Mio. €. Die Ergebnisverbesserung resultierte auch aus den planmäßigen Bruttokosteneinsparungen aus “Spotlight”. Der Auftragseingang lag mit 606,9 Mio. € um 5,4 % unter dem Vorjahr, dies stellt jedoch im Kontext der Nachfragezurückhaltung infolge von US-Zoll-Unsicherheiten und einer hohen Auftragslage rund um die drupa im Vorjahr eine solide Entwicklung dar. Unser Auftragsbestand erreichte mit 1.096,3 Mio. € einen neuen Rekordwert in der jüngsten Unternehmensgeschichte und sichert uns eine solide Basis für das zweite Halbjahr und darüber hinaus.

Auf dem Weg in das Zeitalter der Performance

Die starke Geschäftsentwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten strategischen Reise. Nach den Phasen der Disruption und Diversifikation haben wir in den letzten Jahren unser heutiges, starkes Produktportfolio entwickelt. Heute sind wir ein internationaler Technologiekonzern mit einem klaren Fokus auf den globalen Wachstumsmarkt Verpackung. Dies gibt uns die Kraft für den entscheidenden nächsten Schritt: die konsequente Marktdurchdringung, um fokussiert auf unser Ziel hinzuarbeiten: das Zeitalter der Performance. Unser Weg dorthin basiert auf vier klaren strategischen Stoßrichtungen, die unser Handeln leiten: Go-to-Market, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Intelligenz. Diese dienen einem einzigen, übergeordneten Leitprinzip, das der Kern unseres Handelns ist: Customer First.

Bereits heute setzen wir dies in konkreten Projekten um:

Intelligenz & Customer First: Digitale Lösungen für die Zukunft

Ein zentraler Hebel ist der intelligente Einsatz von Technologie. Intern steigern wir mit unserem Programm „AI Empower 25“ die Effizienz und Produktivität, unter anderem durch eine wegweisende Partnerschaft mit Google. Extern investieren wir über unsere neue Geschäftseinheit Koenig & Bauer Kyana GmbH in KI-gestützte Kundenlösungen, um die Produktionsprozesse unserer Kunden zu optimieren.

Resilienz & Go-to-Market-Fokus: Pioniergeist in neuen Märkten

Unsere Innovationskraft beweisen wir durch die Erschließung neuer Technologiefelder. Ein herausragendes Beispiel ist die Entwicklungspartnerschaft mit der Volkswagen-Tochter PowerCo SE. Hier haben wir den Proof of Concept für unsere Trockenbeschichtungsanlage zur nachhaltigen Batteriezellfertigung erfolgreich erbracht. Dies belegt, dass wir unsere Kernkompetenzen erfolgreich auf einen der wichtigsten Zukunftsmärkte übertragen können. Auch im Kerngeschäft sehen wir eine exzellente Entwicklung mit einem stetigen Anstieg unserer installierten Digitaldruckmaschinen.

Ausblick bestätigt: Kurs auf profitables Wachstum

Trotz der konjunkturellen Unwägbarkeiten bestätigen wir unsere Prognose für das Gesamtjahr 2025. Wir erwarten weiterhin ein leichtes Umsatzwachstum auf 1,3 Mrd. € bei einer Steigerung des operativen EBIT in einen Korridor zwischen 35 und 50 Mio. €.

Gleichzeitig beobachten wir die handelspolitischen Rahmenbedingungen sehr genau. Vorbehaltlich der Zustimmung aller EU-Mitgliedsstaaten gilt ab dem 1. August 2025 eine einheitliche Zoll-Obergrenze von 15 % für die überwiegende Mehrheit der EU-Exporte in die USA. Dies, zusammen mit der aktuellen EUR/USD-Entwicklung, wird unsere Maschinen und Anlagen in den USA verteuern. Wir sind uns dieser Herausforderungen bewusst, sehen uns aber durch unseren historisch hohen Auftragsbestand und die zunehmend wirksamen Einsparungen aus dem Fokusprogramm „Spotlight“ gut aufgestellt, um unsere Ziele zu erreichen.

Koenig & Bauer steht auf einem soliden Fundament. Ein besonderer Anlass gibt uns in diesen Tagen zusätzlichen Ansporn: Zeitgleich mit der Veröffentlichung dieses Berichts am 6. August 2025 begehen wir unser 40-jähriges Jubiläum am Kapitalmarkt. Der Börsengang im Jahr 1985 war ein bewusster, strategischer Schritt, der uns die Kraft und Flexibilität für unsere Entwicklung zum globalen Technologiekonzern gegeben hat. Dieses Jubiläum ist für uns daher nicht nur ein Rückblick, sondern ein starkes Fundament und ein Versprechen für die Zukunft. Wir danken Ihnen, sehr geehrte Aktionär:innen, für dieses langjährige Vertrauen und freuen uns darauf, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit Ihnen erfolgreich weiterzugehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Die Koenig & Bauer-Aktie

Dr. Stephen Kimmich, CEO, Vorstandsvorsitzender der Koenig & Bauer AG

Trotz schwankungsanfälligen Kursen erreichten der DAX und SDAX im ersten Halbjahr 2025 neue Rekordhochs. Der deutsche Aktienmarkt konnte geopolitische Turbulenzen, Zolldrohungen aus den USA und das schwache Inlandswachstum weitgehend abschütteln, wodurch er sich von seinen fundamentalen Rahmenbedingungen entkoppelte. Dieser Aufschwung wurde von verschiedenen Faktoren getragen: Insbesondere Kapitalverschiebungen aus den USA in europäische Märkte, eine leichte Aufhellung der Konjunkturerwartungen sowie die Hoffnung auf positive wirtschaftspolitische Impulse aus dem beschlossenen Fiskalpakt spielten hier eine Rolle.

Die Koenig & Bauer-Aktie konnte an dieser positiven Marktentwicklung jedoch nur teilweise partizipieren. Ausgehend von einem Jahresschlusskurs 2024 von 15,16 € erreichte die Aktie ihr Halbjahreshoch am 2. April bei 17,82 €. Diese positive Entwicklung wurde jedoch durch eine allgemeine Marktverunsicherung gebremst, die unter anderem durch die angekündigte Zollpolitik der Trump-Administration und andere geopolitische Spannungen ausgelöst wurde. Eine temporäre Erholung setzte Ende April ein, analog zum Gesamtmarkt. Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal am 6. Mai 2025 geriet der Kurs erneut unter Druck. In der Folge gab der Kurs am 21. Mai auf 12,02 € nach (-20,71 %). Seither konnte sich der Kurs weiter erholen und notiert zum 30. Juni 2025 bei 13,74 € (-9,37 %). Demgegenüber markierte der DAX am 5. Juni seinen Höchststand bei 24.324 Punkten (+22,17 %) und schloss den Berichtszeitraum mit einem Kursanstieg von +20,09 %. Der SDAX erreichte am 30. Juni sein Hoch bei 17.563 Punkten (+28,09 %) und verzeichnete somit seit Jahresbeginn einen Kursanstieg von +28,09 % (alle Werte beziehen sich auf XETRA-Schlusskurse).

Die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf bleiben positiv, sind aber weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Die Hoffnung auf sinkende Zinsen steht den Risiken einer globalen Konjunkturabschwächung und anhaltenden geopolitischen Krisen sowie der ungelösten Handelskonflikte gegenüber. Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, welche dieser Kräfte sich durchsetzen und ob die Unternehmensgewinne die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten rechtfertigen können.

Konzern-Lagebericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Unter der Überschrift „fragile Widerstandsfähigkeit inmitten anhaltender Unsicherheit“ beschreibt der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem Weltwirtschaftsausblick vom Juli 2025 ein verzerrtes Konjunkturbild. Zwar wurde die globale Wachstumsprognose für 2025 auf 3,0 % angehoben, eine Aufwärtskorrektur um 0,2 Prozentpunkte, doch diese beruht nicht auf einer robusten Konjunktur, sondern auf handelspolitischen Sondereffekten. Dies zeigte sich bereits im ersten Quartal, das zwar stärker als erwartet wuchs, aber von vorgezogenen Investitionen und Handel angetrieben wurde, während der private Konsum nachgab.

Auf regionaler Ebene zeigten sich deutliche Verwerfungen: Die US-Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal eine überraschend negative Entwicklung und schrumpfte auf Jahresbasis um 0,5 % - die erste Kontraktion seit drei Jahren. Im Gegensatz dazu beschleunigte sich das Wachstum im Euroraum im ersten Quartal auf 2,5 %, wobei dieser Anstieg maßgeblich von einem Sondereffekt in Irland getragen wurde. Ohne Irland betrug das Wachstum lediglich 1,4 %. Für Deutschland fällt die Jahresprognose mit einem minimalen Wachstum von 0,1 % weiterhin sehr schwach aus, womit die deutsche Volkswirtschaft erneut das Schlusslicht unter den großen Industrienationen bilden dürfte. Ein gänzlich anderes Bild bot China, dessen Wirtschaft im ersten Quartal um 6,0 % wuchs und dessen Jahresprognose aufgrund der starken Binnenaktivität und reduzierter Zölle kräftig um 0,8 Prozentpunkte auf 4,8 % angehoben wurde.

Auch bei der Inflation und der Geldpolitik zeichnet sich ein uneinheitliches Bild ab. Während die globale Inflationsrate 2025 voraussichtlich auf 4,2 % sinken wird, dürfte die Teuerung in den USA bis ins Jahr 2026 über dem Zielwert von 2 % verharren, während sie im Euroraum gedämpfter ausfällt. Diese Divergenz führt zu unterschiedlichen geldpolitischen Pfaden: Während für die USA und das Vereinigte Königreich Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte 2025 erwartet werden, wird die Europäische Zentralbank ihre Zinsen voraussichtlich unverändert lassen.

Für die ersten fünf Monate 2025 veröffentlichte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dass preisbereinigt 2,8 % mehr Maschinen und Anlagen bestellt wurden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz im Maschinenbau ging dagegen um 2,0 % zurück.

Im Fachzweig Druckereimaschinen stieg der Auftragseingang in den ersten fünf Monaten 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 % an. Umsatzseitig konnte ein Anstieg um 16,6 % erzielt werden.

Wesentliche Ereignisse und Geschäftsverlauf

Generationswechsel im Vorstand vollzogen und Aufsichtsrat neu besetzt

Mit Wirkung zur Hauptversammlung am 4. Juni 2025 hat Dr. Stephen Kimmich, bisheriger Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender, den Vorstandsvorsitz von Dr. Andreas Pleßke übernommen. Dr. Pleßke wird dem Unternehmen bis zu seinem planmäßigen Ruhestand zum Jahresende 2025 für Sonderaufgaben weiterhin zur Verfügung stehen. Zum 1. Juli 2025 wurde Dr. Alexander Blum zum neuen Finanzvorstand (CFO) bestellt. Damit wurde die im November 2024 angekündigte Neuaufstellung des Konzerns zügig vorangetrieben, die im Wesentlichen die Reduzierung von bisher drei auf zwei Segmente sowie eine Verkleinerung des Vorstands von bisher fünf auf künftig zwei Vorstände vorgesehen hat. Zudem wurde auf der Hauptversammlung Frau Karoline Kalb für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2028 beschließt, in den Aufsichtsrat gewählt.

Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG

Die 100. Ordentliche Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG wurde am 4. Juni 2025 im Präsenzformat im Vogel Convention Center (VCC) in Würzburg abgehalten. Insgesamt waren rund 70 % des Grundkapitals der Gesellschaft vertreten. Unter dem Motto „ChanGe und ChanCe“ stand die Versammlung im Zeichen des Generationswechsels im Vorstand und der konsequenten Ausrichtung auf Go-to-Market und Profitabilität. Die Aktionär:innen stimmten für alle Beschlussvorschläge von Vorstand und Aufsichtsrat und bestätigten damit den eingeschlagenen Weg. Karoline Kalb wurde als Nachfolgerin von Prof. Dr.-Ing. Gisela Lanza in den Aufsichtsrat gewählt. Neben der erfolgreichen Wahl zum Aufsichtsrat erforderten sieben weitere Tagesordnungspunkte die Beschlussfassung der Aktionär:innen, darunter u.a. die Billigung des Vergütungsberichts und die Bestätigung der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Darüber hinaus stand die Ermächtigung zur Abhaltung einer virtuellen Hauptversammlung zur Beschlussfassung. Diesen Tagesordnungspunkten wurde ebenso wie der Wahl von PricewaterhouseCoopers zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer sowie der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit zugestimmt. Eine detaillierte Übersicht der Abstimmungsergebnisse zu den einzelnen Tagesordnungspunkten sowie die Kernaussagen der Reden finden Sie auf unserer Website.

Gesamtaussage des Vorstands

Das Marktumfeld blieb auch im ersten Halbjahr 2025 aufgrund von handelspolitischen Spannungen und geopolitischen Konflikten sowie der daraus resultierenden weltweit hohen Unsicherheit herausfordernd.

Der Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr mit 550,4 Mio. € um +3,5 % über dem Vorjahreswert von 532,0 Mio. €. Das operative EBIT verbesserte sich im Halbjahresvergleich von -31,1 Mio. € um +69,1 % auf -9,6 Mio. €. Die operative EBIT-Marge bei -1,7 % (Vj.: -5,8 %). Nach einem für den Maschinenbau typischen verhaltenen ersten Quartal mit -11,4 Mio. € konnte das operative EBIT im zweiten Quartal auf 1,8 Mio. € gesteigert werden. Die Ergebnisverbesserung resultierte auch aus den planmäßigen Bruttokosteneinsparungen aus “Spotlight”. Die Segmente trugen im ersten Halbjahr 2025 zum operativen EBIT wie folgt bei: Paper & Packaging Sheetfed Systems -0,2 Mio. € (Vj.: -8,4 Mio. €), Special & New Technologies -10,0 Mio. € (Vj.: -26,8 Mio. €).

Das EBIT verbesserte sich um +59,3 % auf -13,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Das operative EBIT bereinigt um drupa lag bei -9,6 Mio. € nach -24,9 Mio. € im Vorjahr. Insgesamt hat sich das Geschäft der Koenig & Bauer-Gruppe unter Berücksichtigung der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage erwartungskonform entwickelt.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Der Auftragseingang der Koenig & Bauer-Gruppe belief sich im ersten Halbjahr 2025 auf 606,9 Mio. €, was einem Rückgang von 5,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist im Kontext der Nachfragezurückhaltung infolge von US-Zoll-Unsicherheiten und einer hohen Auftragslage rund um die drupa im Vorjahr als solide Entwicklung zu bewerten. Sequenziell steigerte sich der Auftragseingang von 245,2 Mio. € (+0,9 % YOY) im ersten Quartal auf 361,7 Mio. € (-9,3 % YOY) im zweiten Quartal. Die Bestellungen im Segment Paper & Packaging Sheetfed Systems (P&P) lagen nahezu auf dem guten drupa Vorjahreswert. Der Auftragseingang im Segment Special & New Technologies (S&T) war im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr geringer. Dies ist maßgeblich auf den Basiseffekt hoher Bestellungen der Bundesdruckerei der Vereinigten Staaten im Vorjahr zurückzuführen. Zudem führten US-Zoll-Unsicherheiten zu einer Nachfragezurückhaltung bei den Digitaldruckmaschinen, die vor allem im nordamerikanischen Markt gefragt sind.

Der Konzernumsatz steigerte sich im Halbjahresvergleich um +3,5 % auf 550,4 Mio. €. Nachdem der Umsatz im ersten Quartal bei 252,2 Mio. € lag (-0,4 % YOY), erhöhte er sich im zweiten Quartal auf 298,2 Mio. € (+7,0% YOY). Zum Halbjahr lag der Umsatz im Segment P&P bei 308,9 Mio. € (+6,3% YOY) und im Segment S&T bei 256,6 Mio. € (+2,0% YOY). Im ersten Halbjahr lag der Umsatzanteil im Servicegeschäft mit 34,0 % auf dem bereits hohen Vorjahreswert von 34,1 %

Die Konzernexportquote ging leicht von 86,1 % auf 85,4 % zurück. Dabei sanken die Umsatzanteile in den Regionen übriges Europa auf 28,3 % (Vj.: 31,3 %), Nordamerika auf 20,5 % (Vj.: 28,1 %) sowie Lateinamerika und Afrika auf 6,8 % (Vj.: 11,0 %). Zuwächse verzeichneten hingegen Deutschland mit einem Umsatzanteil von 14,6 % (Vj.: 13,9 %) und Asien/Pazifik mit 29,7 % (Vj.: 15,7 %).

Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2025 mit 1.096,3 Mio. € den höchsten Wert in der jüngsten Unternehmensgeschichte, ein Plus von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr. Er dient als solide Basis für das zweite Halbjahr 2025 und darüber hinaus, ist jedoch nicht gleichmäßig auf alle Geschäftsbereiche verteilt.

Das Bruttoergebnis des Umsatzes erhöhte sich im Berichtszeitraum um 7,8 % auf 137,4 Mio. € bei einer Bruttomarge von 25,0 % (Vj.: 24,0 %). Die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung reduzierten sich um 18,2 % auf 22,9 Mio. € (Vj.: 28,0 Mio. €), was im Wesentlichen auf den konsequenten Go-to-Market-Ansatz der Produkte zurückzuführen ist. Die Vertriebskosten reduzierten sich um 8,1 Mio. € auf 75,0 Mio. € (Vj.: 83,1 Mio. €), hauptsächlich aufgrund der im Vorjahr angefallenen Kosten für die drupa. Die Verwaltungskosten erhöhten sich aufgrund allgemeiner Preissteigerungen +1,8 Mio. € (Mieten, Pachten, IT-Leasing, Versicherungen), Rückstellungsveränderungen +2,0 Mio. € (Personal und ausstehende Rechnungen) und Sonstiges +0,3 Mio. € auf 53,6 Mio. €. Der Saldo aus sonstigen Aufwendungen und Erträgen sowie des Finanzergebnisses lag bei 0,3 Mio. € nach -0,8 Mio. € im Vorjahr. In Summe ergibt sich ein EBIT von -13,8 Mio. € (Vj.: -33,9 Mio. €), was einer EBIT-Marge von -2,5 %, nach -6,4 % im Vorjahr entspricht. Zu der Ergebnisverbesserung hat neben einem positiven Volumeneffekt von +4,3 Mio. € insbesondere ein positiver sonstiger operativer Effekt von +10,9 Mio. € beigetragen. Dieser enthält neben einem Mix- und Preiseffekt auch die planmäßigen Bruttokosteneinsparungen aus „Spotlight“. Im ersten Halbjahr 25 lagen die Sonderaufwendungen bei 4,2 Mio. € (~ 2,8 Mio. € in Q1, ~ 1,4 Mio. € in Q2), wohingegen die Sonderaufwendungen in 2024 bei 9,0 Mio. € (6,2 Mio. € drupa, 2,8 Mio. € Spotlight) lagen. Entsprechend lag das operative EBIT bei -9,6 Mio. € (+69,1 % YOY). Die operative EBIT-Marge lag bei -1,7 % (Vj.: -5,8 %). Mit -13,1 Mio. € lag das Zinsergebnis leicht über dem Vorjahr von -12,7 Mio. €. Das Delta von +0,4 Mio. € resultiert aus einer höheren Ziehung unserer Avallinie (hoher Auftragsbestand) und konnte nicht vollständig durch eine niedrigere Verzinsung unserer Kreditlinien kompensiert werden. Entsprechend ergab sich ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von -26,9 Mio. € (Vj.:-46,6 Mio. €). Nach Steuern vom Einkommen und Ertrag von -3,9 Mio. € (Vj.: -2,7 Mio. €), lag das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2025 bei -30,8 Mio. € (Vj.: -49,3 Mio. €). Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von -1,86 € (Vj.: -2,99 €).

Finanzlage

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit lag bei -65,3 Mio. €

(Vj.: -0,6 Mio. €). Die Entwicklung war hauptsächlich aufgrund des im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stärkeren Anstiegs der Vorräte und Forderungen sowie eines Rückgangs erhaltener Anzahlungen bedingt.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist aufgrund der Investitionszurückhaltung mit -18,4 Mio. € geringer ausgefallen (Vj.: -27,1 Mio. €). Im Saldo lag der Free Cashflow bei -83,7 Mio. € (Vj.: -27,7 Mio. €). Der Rückgang ist auf einen Anstieg des NWC gegenüber dem Jahresende 2024 um +46,2 Mio. € begründet, wohingegen im H1-24 das NWC um -21,5 Mio. € gegenüber dem Jahresende 2023 abgebaut wurde. Das Net Working Capital verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr durch aktives Net-Working-Capital-Management um 17,1 Mio. € und lag zum 30. Juni 2025 bei 340,4 Mio. € (Vj.: 357,5 Mio. €; 31.12.2024: 294,2 Mio. €). Aus der Finanzierungstätigkeit resultierte ein Cashflow von 14,0 Mio. € (Vj.: 42,3 Mio. €), der neben der Veränderung der Bankverbindlichkeiten auch durch Ein- und Auszahlungen gegenüber einem Finanzdienstleister beeinflusst wurde. Ende Juni 2025 lag der Finanzmittelbestand bei 61,3 Mio. € (Vj.: 112,4 Mio. €). Nach Abzug der Bankverbindlichkeiten von 271,3 Mio. € (Vj.: 287,9 Mio. €) lag die Nettofinanzposition bei -210,0 Mio. € (Vj.: -175,5 Mio. €) nach -128,1 Mio. € zum Geschäftsjahresende 2024.

Vermögenslage

Im Berichtszeitraum wurden 16,0 Mio. € (Vj.: 31,7 Mio. €) in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte für Bau- und IT-Projekte investiert. Das Investitionsvolumen beinhaltet aktivierte Entwicklungskosten von 3,9 Mio. € (Vj.: 7,9 Mio. €). Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von 21,3 Mio. € (Vj.: 21,6 Mio. €) gegenüber. In Summe haben sich die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen von 402,4 Mio. € zum 31. Dezember 2024 auf 396,8 Mio. € leicht reduziert. Die langfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2024 um 9,9 Mio. € auf 522,8 Mio. € (Vj.: 532,7 Mio. €) gesunken, hauptsächlich aufgrund der reduzierten immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2024 um 2,8 Mio. € auf 887,2 Mio. € (Vj.: 890,0 Mio. €). Dabei stiegen die Vorräte um 37,9 Mio. € und die sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich um 29,9 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 10,7 Mio. € sowie die Reduzierung der Zahlungsmittel um 72,4 Mio. €. Insgesamt lag die Bilanzsumme im Konzern mit 1.410,0 Mio. € um 12,7 Mio. € unter dem Wert zum Jahresende 2024 von 1.422,7 Mio. €. Das negative Konzernergebnis trug maßgeblich zur Reduzierung des Eigenkapitals auf 321,3 Mio. € bei, entsprechend sank die Eigenkapitalquote auf 22,8 % (Vj.: 24,4 %, 31.12.2024: 23,3 %). Entsprechend des leicht gestiegenen Abzinsungssatzes für inländische Pensionen von 3,5 % zum 31. Dezember 2024 auf 3,8 % zum 30. Juni 2025 sind die Pensionsrückstellungen um 7,0 Mio. € auf 98,3 Mio. € (Vj.: 105,3 Mio. €) gesunken. Die langfristigen Schulden reduzierten sich um 40,6 Mio. €, hauptsächlich aufgrund der Umklassifizierung der Finanzschulden in den kurzfristigeren Bereich. Die kurzfristigen Schulden stiegen entsprechend und lagen somit 37,8 Mio. € über Vorjahr.

Entwicklung in den Segmenten

Der Auftragseingang im Segment Paper & Packaging Sheetfed Systems (P&P) lag mit 350,4 Mio. € nahezu auf dem guten drupa Vorjahreswert von 350,8 Mio. €. Mit 308,9 Mio. € lag der Umsatz um +6,3 % über dem Vorjahreswert von 290,6 Mio. €. Bei einer Book-to-Bill-Ratio von 1,13 (Vj.: 1,21) reduzierte sich der Auftragsbestand von 469,5 Mio. € zum 30. Juni 2024 auf 448,5 Mio. € zum Ende des Berichtszeitraums. Das operative EBIT lag mit -0,2 Mio. € stark über dem Vorjahreswert von -8,4 Mio. €. Entsprechend lag die operative EBIT-Marge bei -0,1 % (Vj.: -2,9 %). Das operative EBIT entspricht dem EBIT und die operative EBIT-Marge der EBIT-Marge, da es keine nicht operativen Sondereinflüsse in diesem Segment gab.

Der Auftragseingang im Segment Special & New Technologies (S&T) reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 10,7 % auf 269,4 Mio. € (Vj.: 301,7 Mio. €). Dies ist maßgeblich auf den Basiseffekt hoher Bestellungen der Bundesdruckerei der Vereinigten Staaten im Vorjahr zurückzuführen. Zudem führten US-Zoll-Unsicherheiten zu einer Nachfragezurückhaltung bei den Digitaldruckmaschinen, die vor allem im nordamerikanischen Markt nachgefragt werden. Der Umsatz lag mit 256,6 Mio. € um +2,0 % über dem Vorjahreswert von 251,6 Mio. €. Der Auftragsbestand erhöhte sich mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,05 (Vj.: 1,20) zum 30. Juni 2025 auf 648,7 Mio. € (Vj.: 548,4 Mio. €). Das operative EBIT lag mit -10,0 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von -26,8 Mio. €, was einer operativen EBIT-Marge von -3,9 % (Vj.: -10,7 %) entspricht. Zur finalen Umsetzung von “Spotlight” sind im Segment 2,5 Mio. € nicht operative Sondereinflüsse angefallen. Das EBIT lag nach sechs Monaten bei -12,5 Mio. € (Vj.: -29,2 Mio. €), was einer EBIT-Marge von -4,9% (Vj.: -11,6 %) entspricht.

Forschung und Entwicklung

Koenig & Bauer konzentriert sich in Forschung und Entwicklung weiterhin auf Workflow- und Digitalisierungslösungen, um Produkte und Lösungen effizienter, nachhaltiger und digitaler zu gestalten und Mehrwert für die Kunden zu schaffen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen im ersten Halbjahr 2025 bei 4,2 % des Umsatzes (Vj.: 5,3 %). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den konsequenten Go-to-Market-Ansatz der Produkte zurückzuführen. Zusätzlich wurden Entwicklungskosten in Höhe von 0,7 % des Umsatzes aktiviert (Vj.: 1,5 %).

Koenig & Bauer setzt gezielt auf Partnerschaften und Kooperationen, um Innovation und Wachstum voranzutreiben, auch über die etablierten Märkte hinaus. Dies zeigt sich insbesondere in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit, wo durch solche Zusammenarbeiten Synergien geschaffen und definierte Ziele schneller und effizienter erreicht werden. Im Berichtszeitraum belegen dies zwei zukunftsweisende Projekte:

Ein bedeutender Meilenstein im Berichtszeitraum war der erfolgreiche Proof of Concept mit der Volkswagen Tochter PowerCo SE im Bereich der Batteriezellfertigung. Koenig & Bauer hat als Entwicklungspartner eine Trockenbeschichtungsanlage für die lösungsmittelfreie Pulverbeschichtung von Anoden und Kathoden entwickelt. PowerCo SE hat den Entwicklungsstand dieser Dry-Coating-Anlage am 3. Juni 2025 mit dem „Factory Acceptance Test“ erfolgreich abgenommen. Damit wurde der für Mitte 2025 avisierte Proof of Concept erbracht und die Konzeptphase positiv abgeschlossen. Die weitere Entwicklung zur industriellen Serienfertigung auf dem Prototyp der Herstellungsanlage wird fortgesetzt, mit dem Plan, die Skalierungsentwicklung bis 2026 abzuschließen. Zu diesem Zweck wurde bereits ein kommerzieller Rahmenvertrag zwischen den Parteien geschlossen.

Ebenfalls zukunftsweisend ist die strategische Partnerschaft, die Koenig & Bauer mit Siemens zur Weiterentwicklung des modularen Automatisierungsbaukastens geschlossen hat. Ziel dieser Kooperation ist es, die Zukunft des Maschinenbaus gemeinsam zu gestalten und innovative Lösungen zu schaffen, die neue Standards in puncto Modularität und Flexibilität setzen. Durch die Bündelung der Expertise beider Technologieführer sollen zukunftsfähige Maschinenkonzepte entstehen, die den Anforderungen moderner Produktionsprozesse gerecht werden. Dies unterstreicht den Fokus von Koenig & Bauer auf Innovation und die nachhaltige Stärkung der Marktposition, indem Synergien genutzt werden, die richtungsweisende Entwicklungen im Maschinenbau ermöglichen. Siemens bringt hierbei sein Xcelerator-Portfolio ein, um umfassende, flexible und zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln. Erste Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden zeitnah vorgestellt.

Mitarbeiter

Zum 30. Juni 2025 waren im Koenig & Bauer-Konzern 5.475 Mitarbeiter:innen und damit 127 weniger als zum Vorjahreszeitpunkt beschäftigt. Diese Zahl spiegelt die Personalkostenanpassungen aus dem Fokusprogramm „Spotlight“ wider. Im Rahmen von „Spotlight“ wurden in den adressierten Bereichen rund 300 Vollzeitstellen (Full-Time Equivalent), vorwiegend in Würzburg, reduziert. Die Maßnahmen umfassten ein breites Spektrum an Instrumenten, darunter freiwillige Abfindungsangebote, die Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit von 40 auf 35 Stunden, freiwilliger Gehaltsverzicht sowie flexible Arbeitszeitinstrumente wie der gezielte Abbau von Rest-Urlaubstagen. Diese Anpassungen zeigen sich jedoch aufgrund ihrer jeweiligen Ausgestaltung und des Zeitpunkts ihrer Umsetzung schrittweise. Trotz dieser Anpassungen wird die Sicherung des Fachkräftenachwuchses weiterhin großgeschrieben: In der Beschäftigtenzahl sind 389 junge Menschen enthalten, die eine Ausbildung oder ein Praktikum absolvieren, dies sind 60 junge Menschen mehr als im Vorjahr. Mit einer Ausbildungsquote von 7,1 % (Vj.: 5,9 %) unterstreicht Koenig & Bauer die Bedeutung dieser wichtigen Zukunftsinvestition und bietet allen qualifizierten Auszubildenden einen unbefristeten Übernahmevertrag an.

Im Rahmen der Personalentwicklung setzt Koenig & Bauer auf die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden zu KI-Expert:innen, um seine Wettbewerbsfähigkeit durch die weitsichtige Integration von KI-Technologien zu sichern. Hierfür hat Koenig & Bauer das umfassende Programm ‘AI Empower 25’ ins Leben gerufen. Damit unterstreicht das Unternehmen seinen Pioniergeist und sichert seine Wettbewerbsfähigkeit durch die Implementierung von KI-Technologien und einen einzigartigen Schulungsansatz für seine Mitarbeitenden. Die erfolgreiche Integration von Künstlicher Intelligenz soll Effizienz und Produktivität steigern sowie die Innovationskraft des Unternehmens nachhaltig stärken. Durch die aktive Einbeziehung und gezielte Schulung der Mitarbeitenden strebt Koenig & Bauer an, an der Spitze der technologischen Entwicklung zu bleiben und seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Im Rahmen der etablierten Partnerschaft mit Google stellt Koenig & Bauer seinen Teams eine Reihe leistungsstarker KI-Werkzeuge zur Verfügung. Dazu gehören die Gemini App als vielseitiger KI-Assistent, Gemini Advanced für Workspace für integrierte KI-Hilfe direkt in den Google-Tools, NotebookLM Plus für spezialisierte Wissensaufgaben basierend auf unternehmensinternen Dokumenten sowie Google Vids zur KI-gestützten Videoerstellung. Der Kern des ‘AI Empower 25’-Programms liegt nicht nur in der Bereitstellung modernster Technologien, sondern vielmehr im Glauben an das Potenzial der Mitarbeitenden, diese optimal zu nutzen. Unter dem Motto ‘The Power Is You!’ setzt Koenig & Bauer auf einen dezentralen Schulungsansatz, bei dem Führungskräfte und ausgewählte AI Champions weltweit als Multiplikator:innen und erste Ansprechpartner:innen fungieren. Als Anreiz für innovative Ideen und herausragendes Engagement wird im Dezember der AI Award verliehen.

Risiko- und Chancenbericht

Bei der Einschätzung der Risiken und Chancen für den Koenig & Bauer-Konzern haben sich im Berichtszeitraum keine wesentlichen Veränderungen gegenüber den entsprechenden Aussagen im Geschäftsbericht 2024 ergeben.

Die wesentlichen Risiken unseres Geschäfts und das Risikomanagementsystem sind ab Seite 43 ff. im Geschäftsbericht 2024 ausführlich beschrieben. Die wesentlichen Chancen finden sich auf der Seite 53 f. im Geschäftsbericht 2024.

Fokusprogramm ”Spotlight“

Mit dem Fokusprogramm „Spotlight“ setzt Koenig & Bauer auf nachhaltige Ertragssteigerung in profitablen und Umstrukturierungen in nicht profitablen Bereichen. „Spotlight“ konzentriert sich auf vier zentrale Bereiche und wurde Ende 2023 vom Vorstand initiiert und ist nahezu umgesetzt:

Ergebnissteigerung im bisherigen Segment Digital & Webfed:

Mit dem Projekt „D&W 2.0“, unter der Leitung von Dr. Andreas Pleßke, adressiert Koenig & Bauer den besonderen Handlungsbedarf im bisherigen Segment Digital & Webfed. Es beinhaltet organisatorische, operative und strukturelle Maßnahmen zur Wahrung der Ertragschancen und Kostenreduktion in den Wachstumsmärkten der flexiblen Verpackung, des Digitaldrucks und der Wellpappe.

Die organisatorischen Maßnahmen sind umgesetzt. Operativ liegt der Fokus auf der Beseitigung von Nachlauf- und Anlaufkosten bei neuen Produkten sowie der Verschlankung der Strukturen und Prozesse. Insgesamt ist es das Ziel, die Verlustsituation in diesem Bereich auch unabhängig von Markterwartungen und der Umsatzentwicklung in einem sehr überschaubaren Zeitraum aus eigener Kraft mit internen Maßnahmen zu beenden.

Ergebnissteigerung im bisherigen Segment Special:

Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität und Ertragskraft des bisherigen Segments Special, insbesondere im Bereich Banknote Solutions unter der Leitung von Herrn Dr. Stephen Kimmich. Mit dem Projekt „BNSx“ optimiert Koenig & Bauer die Strukturen der operativen Wertschöpfung und treibt die erfolgreiche Markteinführung neuer Technologien voran.

Verschlankung der Holding:

In der Koenig & Bauer AG als Holding wurden einerseits die inflationsbedingten Personal- und Sachkostensteigerungen mit einem Effizienzmaßnahmenpaket adressiert. Das im Rahmen von „Spotlight“ durchgeführte Rightsizing der Segmente erforderte zudem eine Anpassung der Größe und Struktur der Holding.

Metal 2.0:

Um den Fokus auf wichtige Bereiche zu legen, hat Koenig & Bauer das konzernweite Projektportfolio reduziert. Im Projekt „Metal 2.0“ wurde vom Vorstand neben den bereits vereinbarten Personal- und Sachkostenanpassungen beschlossen, das CSMetalCan Projekt für den 2-teiligen Getränkedosendruck einzustellen.

Fokusprogramm „Spotlight“ auch zur Absicherung der Unternehmensziele

Für das Fokusprogramm „Spotlight“ sind im Geschäftsjahr 2024 nicht operative Sondereinflüsse von 50,4 Mio. € angefallen, die das Konzern-EBIT belasteten, aber gleichzeitig das Fundament für ein profitables Wachstum in den kommenden Jahren legen. Sie beinhalteten im Wesentlichen Kosten für Sach- und Personalkostenanpassungen und haben rund 300 FTEs umfasst.

Im Zuge der finalen Umsetzung aller Maßnahmen aus dem Fokusprogramm „Spotlight” sind im ersten Halbjahr 2025 wie prognostiziert, nicht operative Sondereinflüsse von 4,2 Mio. € (rund 2,8 Mio. € in Q1 und rund 1,4 Mio. € in Q2) angefallen, um das Projekt abzuschließen und die nachhaltige Ertragssteigerung im Konzern voranzutreiben.

Ausblick

Erwartete gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) blickt in seinem aktualisierten Wirtschaftsausblick vom Juli 2025 auf eine fragile, aber widerstandsfähige Weltwirtschaft. Für das laufende Jahr 2025 wird das globale Wachstum nun auf 3,0 % prognostiziert. Dies stellt eine Anhebung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der April-Prognose dar. Für das Folgejahr 2026 erwartet der IWF ebenfalls ein leicht höheres Wachstum von 3,1 %, was einer Korrektur nach oben um 0,1 Prozentpunkte entspricht.

Auch die Prognose für den Welthandel wurde angepasst, allerdings mit gegenläufigen Effekten: Für 2025 wird das Volumen nun um 0,9 Prozentpunkte höher eingeschätzt, während die Schätzung für 2026 um 0,6 Prozentpunkte nach unten korrigiert wurde. Grund hierfür sind kurzfristige Vorzieheffekte infolge der unsicheren Handelspolitik. Diese dürften jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2025 nachlassen und 2026 zu einer Gegenbewegung führen.

Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau bleibt aufgrund von handelspolitischen Spannungen und geopolitischen Konflikten sowie der daraus resultierenden weltweit hohen Unsicherheit angespannt. Verhaltener Optimismus zeigt sich in den Unternehmen mit Blick auf die zweite Jahreshälfte. “Unter dem Strich dürfte das laufende Jahr für die Mehrheit der Unternehmen durchwachsen verlaufen und sich ein Umsatzwachstum erst wieder 2026 einstellen“, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt die Ergebnisse einer Ende Juni durchgeführten Konjunkturumfrage.

Der VDMA hat die Produktionsprognose für den Maschinenbau in Deutschland für das Jahr 2025 bei einem Produktionsrückgang in Höhe von 2 % bestätigt. VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt blickt leicht optimistisch auf die zweite Jahreshälfte, warnt jedoch vor der weiterhin hohen weltweiten Unsicherheit. Eine schnelle Beilegung der Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und den USA sei essenziell, damit die Lage nicht weiter eskaliere.

Vorbehaltlich der Zustimmung aller EU Mitgliedsstaaten gilt ab dem 1. August 2025 eine einheitliche Zoll Obergrenze von 15 % für die überwiegende Mehrheit der EU Exporte in die USA. Für Stahl und Aluminium gelten weiterhin 50 % Zoll. Dies betrifft aber nur wenige Materialien von Koenig & Bauer. Dies führt dazu, dass die Maschinen und Anlagen von Koenig & Bauer künftig in den USA teurer werden. Außerdem hat die aktuelle EUR/USD-Entwicklung eine weitere Verteuerung der Maschinen und Anlagen in den USA zur Folge.

Prognosebericht

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2025 ist gegenüber dem am 26. März 2025 im Geschäftsbericht 2024 veröffentlichten Prognosebericht auf S. 57 f. grundsätzlich unverändert. Die getroffenen Prognoseeinschätzungen basieren auf der Annahme, dass sich die äußeren Rahmenbedingungen gegenüber dem aktuellen Stand nicht wesentlich verschärfen. Dabei spielen folgende externe Einflussfaktoren eine entscheidende Rolle: geopolitische Entwicklungen, handelspolitische Unsicherheiten und makroökonomische Rahmenbedingungen. Zusätzlich bleibt die Prognose von der internen Geschäftsentwicklung und der erfolgreichen Umsetzung strategischer Initiativen abhängig.

Strategische Zielsetzung auf bis zu 1,5 Mrd. € Umsatz bei einer operativen EBIT Marge von 5-6% bestätigt

Koenig & Bauer bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr 2025. Der Vorstand erwartet ein leichtes Umsatzwachstum auf 1,3 Mrd. € bei einer Steigerung des operativen EBIT in einem Korridor zwischen 35 und 50 Mio. €. Rückenwind für diese Entwicklung geben der historisch hohe Auftragsbestand sowie zusätzliche Einsparungen aus dem Fokusprogramm „Spotlight“.

Gleichzeitig beobachtet das Unternehmen die handelspolitischen Rahmenbedingungen. Die ab dem 1. August 2025 geltende, neue Zoll-Obergrenze von 15 Prozent für die Mehrheit der EU-Exporte wird, zusammen mit der aktuellen EUR/USD-Entwicklung, die Maschinen und Anlagen von Koenig & Bauer in den USA verteuern und somit eine Auswirkung auf die Nachfrage zu erwarten ist.

An der strategischen Zielsetzung von bis zu 1,5 Mrd. € Umsatz bei einer operativen EBIT-Marge von 5-6% hält Koenig & Bauer nach wie vor fest. Ein weiterer deutlicher Fortschritt in Richtung dieser Zielsetzung wird bereits in 2026 erwartet. Eine präzisierte Guidance für 2026 erfolgt voraussichtlich Anfang 2026, nachdem ein besserer Blick auf die makroökonomischen Entwicklungen insbesondere in den USA besteht.

Nachhaltigkeit

Nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln ist ein zentraler Eckpfeiler der Unternehmensstrategie von Koenig & Bauer und der Antrieb für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produkte und Prozesse.

Diesen Anspruch untermauert die jüngste Prozessoptimierung in der Lackiererei Würzburg. Dort konnte die Umstellung der Nasslackbeschichtung auf einen Einschichtlack die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit im Lackierprozess erheblich verbessern, mit dem übergeordneten Ziel, die Umwelt zu schonen, die Qualität zu steigern, Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken. Das Projekt belegt eindrucksvoll, dass Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit wurden die Durchlaufzeit und die Lackierzeit reduziert. Eine höhere Ergiebigkeit durch ein verbessertes Mischungsverhältnis führte zu einem Kostenvorteil pro Quadratmeter. Auch die Reduzierung von Härter und Lösemittel um mehr als 50 % trug zur Wirtschaftlichkeit bei. Zudem ergaben sich Energieeinsparungen aus geringeren Trocknungszeiten. Parallel dazu wurde die Qualität des Lackierergebnisses deutlich gesteigert: Eine gleichmäßigere Struktur wird direkt durch den Lack erzeugt, begleitet von erhöhter Beständigkeit gegen Chemikalien. Für den Arbeitsschutz führte die Reduktion von Gefahrstoffen zu einem verbesserten Gesundheitsschutz aufgrund geringerer Diisocyanate im Lack. Der gesetzliche Schwellenwert der Diisocyanate wird deutlich unterschritten, sodass spezielle Mitarbeiterschulungen entfallen. Gleichzeitig wurde die Umweltbelastung mit der Umstellung signifikant reduziert. Die flüchtigen organischen Stoffe (VOC), die im Härter und Lösemittel enthalten sind, konnten mehr als halbiert werden. Dies hatte positive Auswirkungen auf die VOC-Bilanz der Industrial sowie der Gießerei und führt auch zu einer geringeren Umweltbelastung durch die Reduktion der Gefahrstoffe.

Die Wirksamkeit der Nachhaltigkeitsstrategie von Koenig & Bauer zeigt sich nicht nur in einzelnen Projekten, sondern auch in externer Anerkennung. So konnte das Unternehmen beim renommierten Carbon Disclosure Project (CDP) seinen Score im Themenbereich Klima von D im Jahr 2023 um zwei Bewertungsstufen auf B im Jahr 2024 anheben. Dieser deutliche Sprung hebt Koenig & Bauer im Branchenvergleich positiv hervor.

Dies ist besonders bemerkenswert, da sich Koenig & Bauer besser entwickeln konnte als seine Mitbewerber.

Zwischenabschluss

Konzern-Bilanz

Aktiva

in Mio. € 31.12.2024 30.06.2025
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 402,4 396,8
Finanzinvestitionen und sonstige finanzielle Forderungen 17,6 18,1
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 13,6 12,9
Langfristige sonstige Vermögenswerte 3,8 3,0
Latente Steueransprüche 95,3 92,0
532,7 522,8
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 368,9 406,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 142,1 131,4
Sonstige finanzielle Forderungen 57,3 74,4
Kurzfristige sonstige Vermögenswerte 176,1 206,0
Wertpapiere 4,0 4,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 133,7 61,3
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 7,9 3,1
890,0 887,2
Bilanzsumme 1.422,7 1.410,0

Passiva

in Mio. € 31.12.2024 30.06.2025
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 43,0 43,0
Kapitalrücklage 87,5 87,5
Gewinnrücklagen 199,9 190,3
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 330,4 320,8
Anteile anderer Gesellschafter 0,8 0,5
331,2 321,3
Schulden 23,3% 22,8%
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 105,3 98,3
Langfristige sonstige Rückstellungen 30,7 30,8
Langfristige Finanzschulden 240,9 200,8
Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 29,5 27,4
Langfristige sonstige Schulden 3,7 3,5
Latente Steuerverbindlichkeiten 74,9 83,6
485,0 444,4
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige sonstige Rückstellungen 111,0 89,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 72,2 79,6
Kurzfristige Finanzschulden 20,9 70,5
Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 96,7 105,2
Kurzfristige sonstige Schulden 305,7 299,2
606,5 644,3
Bilanzsumme 1.422,7 1.410,0

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Umsatzerlöse 532,0 550,4 278,8 298,2
Herstellungskosten des Umsatzes -404,5 -413,0 -218,2 -222,8
Bruttoergebnis vom Umsatz 127,5 137,4 60,6 75,4
Forschungs- und Entwicklungskosten -28,0 -22,9 -12,0 -12,3
Vertriebskosten -83,1 -75,0 -45,8 -38,5
Verwaltungskosten -49,5 -53,6 -23,9 -26,0
Sonstige Erträge und Aufwendungen -1,2 0,3 -3,3 1,3
Sonstiges Finanzergebnis 0,4 - 0,7 0,5
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -33,9 -13,8 -23,7 0,4
Zinsergebnis -12,7 -13,1 -6,1 -6,7
Ergebnis vor Steuern (EBT) -46,6 -26,9 -29,8 -6,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2,7 -3,9 -2,9 -1,3
Konzernergebnis -49,3 -30,8 -32,7 -7,6
Konzernergebnis der Anteilseigner des Mutterunternehmens -49,4 -30,8 -32,7 -7,7
Anteile anderer Gesellschafter 0,1 - - 0,1
Ergebnis je Aktie (in €, verwässert/unverwässert) -2,99 -1,86 -1,98 -0,46

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Erfolgsneutrale Rücklagen Andere Eigenkapital der Anteilseigner
01.01.2024 43,0 87,5 -44,6 322,6 408,5
Konzernergebnis - - - -49,4 -49,4
Im Eigenkapital erfasstes Ergebnis - - 3,3 - 3,3
Gesamtergebnis der Periode - - 3,3 -49,4 -46,1
Sonstiges - - - 1,0 1,0
30.06.2024 43,0 87,5 -41,3 274,2 363,4
01.01.2025 43,0 87,5 -52,2 252,1 330,4
Konzernergebnis - - - -30,8 -30,8
Im Eigenkapital erfasstes Ergebnis - - 21,1 - 21,1
Gesamtergebnis der Periode - - 21,1 -30,8 -9,7
Sonstiges - - -3,3 3,4 0,1
30.06.2025 43,0 87,5 -34,4 224,7 320,8
in Mio. € Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital Gesamt
01.01.2024 1,5 410,0
Konzernergebnis 0,1 -49,3
Im Eigenkapital erfasstes Ergebnis - 3,3
Gesamtergebnis der Periode 0,1 -46,0
Sonstiges -0,4 0,6
30.06.2024 1,2 364,6
01.01.2025 0,8 331,2
Konzernergebnis - -30,8
Im Eigenkapital erfasstes Ergebnis - 21,1
Gesamtergebnis der Periode - -9,7
Sonstiges -0,3 -0,2
30.06.2025 0,5 321,3

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Konzernergebnis -49,3 -30,8 -32,7 -7,6
Posten, die später in das Konzernergebnis umgegliedert werden
Währungsumrechnung -0,1 -1,5 -0,2 -1,1
Bewertung derivative Finanzinstrumente -0,1 25,3 0,4 16,6
Latente Steuern 0,1 -7,6 -0,1 -5,0
-0,1 16,2 0,1 10,5
Posten, die später nicht in das Konzernergebnis umgegliedert werden
Leistungsorientierte Versorgungspläne 4,3 5,0 4,7 2,3
Latente Steuern -0,9 -0,1 -1,0 0,7
3,4 4,9 3,7 3,0
Im Eigenkapital erfasstes Ergebnis 3,3 21,1 3,8 13,5
Gesamtergebnis -46,0 -9,7 -28,9 5,9
Gesamtergebnis der Anteilseigner des Mutterunternehmens -46,1 -9,7 -28,9 5,8
Anteile anderer Gesellschafter 0,1 - - 0,1

Konzern-Kapitalflussrechnung

1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Ergebnis vor Steuern (EBT) -46,6 -26,9 -29,8 -6,3
Zahlungsneutrale Aufwendungen und Erträge 24,5 24,8 9,3 11,3
Bruttocashflow -22,1 -2,1 -20,5 5,0
Veränderung der Vorräte, Forderungen und anderer Aktiva -36,2 -77,6 -26,4 -58,3
Veränderung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten 57,7 14,4 40,4 8,4
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit -0,6 -65,3 -6,5 -44,9
Cashflow aus Investitionstätigkeit -27,1 -18,4 -18,0 -10,4
Free Cashflow -27,7 -83,7 -24,5 -55,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 42,3 14,0 19,6 25,7
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 14,6 -69,7
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelbestands 1,4 -2,7
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 96,4 133,7
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 112,4 61,3

Erläuterungen zum Zwischenabschluss per 30. Juni 2025

1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Quartalsbericht der Koenig & Bauer-Gruppe wird nach internationaler Rechnungslegung (IFRS) aufgestellt. Dabei werden alle am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, und alle verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) sowie die Vorschriften der Europäischen Union berücksichtigt.

Der Rechnungslegungsstandard IAS 34 für die Zwischenberichterstattung wird eingehalten.

2 Konsolidierungskreis und Konsolidierung

Der Konsolidierungskreis und die Konsolidierungsmethoden haben sich im laufenden Geschäftsjahr nicht geändert.

3 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

 

Würzburg, den 6. August 2025

Der Vorstand

Dr. Stephen M. Kimmich

Dr. Alexander Blum

Dr. Andreas Pleßke

4 Segmentbericht

4.1 Segmentbericht nach Sparten

Umsatzerlöse
1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Segmente
Paper & Packaging Sheetfed Systems 290,6 308,9 149,4 157,3
Special & New Technologies 251,6 256,6 135,2 148,6
Überleitung -10,2 -15,1 -5,8 -7,7
Konzern 532,0 550,4 278,8 298,2
EBIT
1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Segmente
Paper & Packaging Sheetfed Systems -8,4 -0,2 -8,1 -0,1
Special & New Technologies -29,2 -12,5 -17,2 0,1
Überleitung 3,7 -1,1 1,6 0,4
Konzern -33,9 -13,8 -23,7 0,4
operatives EBIT
1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Segmente
Paper & Packaging Sheetfed Systems -8,4 -0,2 -8,1 -0,1
Special & New Technologies -26,8 -10,0 -14,8 1,1
Überleitung 4,1 0,6 2,0 0,8
Konzern -31,1 -9,6 -20,9 1,8
Investitionen
1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Segmente
Paper & Packaging Sheetfed Systems 15,7 6,9 7,5 4,4
Special & New Technologies 7,1 2,1 5,7 1,4
Überleitung 8,9 7,0 6,0 3,8
Konzern 31,7 16,0 19,2 9,6

4.2 Umsatzerlöse nach Regionen

1. Halbjahr 2. Quartal
in Mio. € 2024 2025 2024 2025
Deutschland 74,0 80,4 40,5 41,5
Übriges Europa 166,4 156,0 85,2 91,8
Nordamerika 149,7 112,8 79,5 69,4
Asien/Pazifik 83,3 163,7 39,7 78,9
Afrika/Lateinamerika 58,6 37,5 33,9 16,6
Gesamt 532,0 550,4 278,8 298,2

5 Ergebnis je Aktie

1. Halbjahr 2. Quartal
in € 2024 2025 2024 2025
Ergebnis je Aktie -2,99 -1,86 -1,98 -0,46

Das Ergebnis je Aktie gemäß IAS 33 ermittelt sich aus dem anteiligen Konzernergebnis der Stammaktionäre dividiert durch die gewichtete Anzahl der ausstehenden Stammaktien (16.524.783 Stückaktien, Vorjahr: 16.524.783 Stückaktien).

6 Bilanz

6.1 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Buchwert
Immaterielle Vermögenswerte 255,8 89,2 166,6
Sachanlagen 690,4 454,6 235,8
31.12.2024 946,2 543,8 402,4
Immaterielle Vermögenswerte 262,8 95,3 167,5
Sachanlagen 691,1 461,8 229,3
30.06.2025 953,9 557,1 396,8

6.2 Vorräte

in Mio. € 31.12.2024 30.06.2025
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 133,5 134,3
Unfertige Erzeugnisse 224,0 263,3
Fertige Erzeugnisse und Waren 11,4 9,2
368,9 406,8

6.3 Schulden

Im ersten Halbjahr 2025 reduzierten sich die langfristigen Schulden um 40,6 Mio. €. Der Rückgang wurde im Wesentlichen durch die Umgliederung der Finanzschulden in die kurzfristigen Schulden verursacht. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich entsprechend um 37,8 Mio. €.