Leifheit AktiengesellschaftNassau/LahnHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022Auf einen Blickscrollen
Konzernkennzahlen zum 30. Juniscrollen
1 2021 Anpassung aufgrund von Jahresabschlusseffekten. 2 2021 regionale Umsatzverteilung angepasst, bedingt durch entstehungsgerechte Zuordnung von Umsätzen eines bedeutenden Onlinehändlers. VorwortLiebe Aktionärinnen und Aktionäre,die Rahmenbedingungen für unser Unternehmen waren in den vergangenen Monaten alles andere als günstig. Trotz zahlreicher Herausforderungen auf mehreren Ebenen haben wir im ersten Halbjahr 2022 einen Konzernumsatz von 136,3 Mio. € erzielt. Dieser liegt zwar um 12,5 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres von 155,8 Mio. €, wir erreichten jedoch damit auf vergleichbarer Basis sowohl den zweithöchsten Umsatz in einem ersten Halbjahr als wie auch in einem zweiten Quartal über den Zeitraum der letzten 15 Jahre. Insgesamt liegt der Umsatz weiterhin auf einem deutlich erhöhten Niveau im Vergleich zu den Geschäftsjahren der Vor-Corona-Zeit. Die Steigerungsraten gegenüber dem Vergleichswert im ersten Halbjahr 2020 um rund 4,5 Prozent und sogar um etwa 12 Prozent gegenüber dem Jahr 2019, also vor Ausbruch der Pandemie, zeigen die nachhaltigen Effekte der ausgeweiteten Marketingaktivitäten unserer Strategie Scaling up Success. Waren die vergangenen beiden Jahre vor allem von den durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt, so üben in 2022 zunehmend andere Faktoren einen deutlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung aus. Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie konnten wir sowohl von einer verstärkten Nachfrage nach Hygiene- und Haushaltsartikeln als auch vom allgemeinen Erstarken des Onlinehandels profitieren. Diese Effekte fielen in 2022 weg. Bedingt durch die Aufhebung den Wegfall der Kontaktbeschränkungen zeigt sich stattdessen ein verändertes Verbraucherverhalten beispielsweise hin zu Tourismus, Events und Aktivitäten im Freien. Gleichzeitig führen die seit 2021 auf extrem hohen Niveau liegenden Rohstoffkosten und ungebremst steigende Energiepreise die seit 2021 nahezu ungebremst steigenden Preise für Rohstoffe und Energie zu kontinuierlich steigenden Herstellkosten. Zusätzlich trüben der hohe Inflationsdruck und die Unsicherheit infolge des Russland-Ukraine-Krieges die allgemeine Kauflaune nachhaltig ein. So prognostiziert die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für August 2022 mit -30,6 Punkten ein neues Allzeittief für das Konsumklima in Deutschland. Die außerordentliche Marktsituation beeinflusste auch das Ergebnis im ersten Halbjahr 2022. Im aktuellen Berichtszeitraum verzeichneten wir ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) von 2,1 Mio. €. Der Rückgang um 11,5 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus den fehlenden Deckungsbeiträgen aus dem Umsatzrückgang sowie dem drastischen Anstieg der Material- und Energiepreise. Vor diesem Hintergrund setzen wir weiterhin auf ein striktes Kosten- und Ressourcenmanagement und stehen fortlaufend in Verhandlungen mit unseren Partnern. Die von uns sowohl 2021 als auch 2022 umgesetzten Verkaufspreiserhöhungen entfalten ihre Wirkung demgegenüber immer nur zeitversetzt und können die enorm erhöhten Kosten nur teilweise kompensieren. Angesichts anhaltender Engpässe in den Beschaffungsmärkten und der drohenden Gasknappheit wirken wir zudem proaktiv darauf hin, unsere Lieferfähigkeit durch ein vorausschauendes Sicherheits- und Bestandsmanagement und eine flexible Steuerung unserer Produktion sicherzustellen. Auch im aktuellen Geschäftsjahr bildet die Ende 2019 etablierte Wachstumsstrategie Scaling up Success weiterhin die Basis für unsere strategische Unternehmensausrichtung. Während die aktuelle Marktsituation vielfältige Herausforderungen bereithält, bietet sie uns jedoch auch die Möglichkeit, noch stärker die Kernqualitäten unserer Produkte hervorzuheben: Viele unserer Produkte sind stromsparend, langlebig und damit von Natur aus nachhaltig. Angesichts steigender Energiepreise suchen viele deutsche Haushalte aktuell nach Lösungen, ihren Energieverbrauch und somit ihre Stromkosten zu reduzieren. Durchschnittlich fließen alleine 14 Prozent des verwendeten Haushaltsstroms in das Waschen und Trocknen von Wäsche. Der Wechsel von elektronischen Trocknern auf Wäscheständer wie den Leifheit Pegasus und Wäschespinnen wie die Linomatic spart zudem nicht nur Strom und damit bares Geld, sondern ermöglicht gleichzeitig Einsparungen von ca. 150 kg CO 2 im Vergleich zu einem elektrischen Trockner. Mit der von uns ins Leben gerufenen Aktion "Die Stromsparer" motivieren wir Verbraucher für den Switch zum stromfreien Wäschetrocknen und wollen so zusätzlich von den Trends hin zu nachhaltigeren und energiesparenden Alternativen profitieren. Mit unserem Neuzugang in der Kategorie Küche, der Leifheit Harmonic Isolierkanne, können Verbraucher zusätzlich aktiv Geld, Strom und Verpackungsmüll sparen. Die Harmonic verbindet hochwertige Qualität mit modernem Design und hält Getränke bis zu 24 Stunden bei 65° Celsius warm. Ein Vergleichstest verschiedener Isolierkannen des ipi Institut für Produkt- und Marktforschung zeichnete sie jüngst als die Kanne aus, die "mit Abstand am besten warmhält". Beispielsweise Kaffee lässt sich so in größeren Mengen brühen und warmhalten - eine echte und nachhaltige Alternative zur verbreiteten Verwendung von Kapsel- oder Pad-Maschinen, mit der ganz nebenbei Verpackungsmüll eingespart werden kann. Darüber hinaus bringen wir Weiterentwicklungen unserer erfolgreichen effizienten Reinigungsgeräte in den Markt, die von intensiven Vermarktungsaktivitäten begleitet werden: Der Regulus Aqua PowerVac Pro, der saugt, wischt und trocknet in einem, kommt dank seines neuen Eckengleiters mit Micro-Duo-Wischbezug bis in jede Ecke. Der neue Dampfreiniger CleanTenso Power reinigt hygienisch sauber ohne chemische Putzmittel und spart gleichzeitig Wasser. Um die hohe Qualität und Langlebigkeit des CleanTenso Power zu unterstreichen, wartet er mit einer verlängerten Garantiezeit auf. Angesichts extrem hoher Beschaffungskosten, der Verschlechterung des konjunkturellen Umfelds sowie der Inflation und der Konsumzurückhaltung der Verbraucher sehen wir den Leifheit-Konzern auch in der zweiten Jahreshälfte 2022 weiterhin mit umfangreichen Herausforderungen konfrontiert. Auf Basis der Geschäftsergebnisse des ersten Halbjahres und der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir am 14. Juli 2022 eine Neueinschätzung der Erwartungen für das Gesamtjahr 2022 vorgenommen. Wir rechnen nun für das Geschäftsjahr 2022 mit einem starken, voraussichtlich jedoch noch im einstelligen Prozentbereich liegenden Umsatzrückgang gegenüber dem starken Vorjahreswert (2021: 288,3 Mio. €). Daneben erwarten wir aufgrund der deutlichen Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT), das voraussichtlich im unteren einstelligen Millionenbereich liegen wird. Wir sehen uns mit unserer soliden finanziellen Basis und der Scaling up Success Strategie auch unter den zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen gut aufgestellt. Als Vorstandsteam arbeiten wir im Sinne aller Aktionärinnen und Aktionäre weiterhin kontinuierlich daran, die eingeschlagene Strategie nachhaltig erfolgreich fortzuführen. Ein besonderer Dank gilt dabei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr fortwährend hohes Engagement. Gemeinsam werden wir weiter das Ziel verfolgen, Leifheit auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückzuführen. Wir freuen uns, wenn Sie dem Leifheit-Konzern auf diesem spannenden Weg weiterhin die Treue halten.
Ihr Vorstand Henner Rinsche Igor Iraeta Munduate Marco Keul Ungeprüfter Zwischenlagebericht zum 30. JuniGrundlagen des KonzernsDer Leifheit-Konzern ist einer der führenden europäischen Markenanbieter von Haushaltsartikeln. Das Unternehmen steht für hochwertige und innovative Produkte und Lösungen, die das tägliche Leben zuhause einfacher und bequemer machen. Im ersten Halbjahr 2022 gab es keine wesentlichen Veränderungen in den Grundlagen des Leifheit-Konzerns. Ausführliche Informationen zur Struktur des Unternehmens, zu Geschäftsinhalten und Strategie, zum Steuerungssystem sowie zu Innovation und Produktentwicklung sind im Geschäftsbericht 2021 zu finden. Er steht unter finanzberichte.leifheit-group.com auf der Homepage zur Verfügung. Nach dem Ende des Berichtszeitraums (30. Juni 2022) gab es keine Ereignisse im Leifheit-Konzern, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu erwarten ist. Wirtschaftliches UmfeldEuropa/WeltNach einer Phase der weltweiten Erholung von den Folgen der COVID-19-Pandemie prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Krieges in seinem Bericht vom April 2022 noch ein globales Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent für das laufende Jahr 2022. Im Juli 2022 korrigierte der IWF seine Prognose nochmals nach unten und erwartet nunmehr für das Jahr 2022 ein globales Wirtschaftswachstum von lediglich 3,2 Prozent, 0,4 Prozentpunkte niedriger als in der Konjunkturprognose vom April. Die ökonomischen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, die hohe Inflation weltweit sowie die unerwartet starke Verlangsamung der Wirtschaft in China aufgrund der COVID-19-Ausbrüche und Schließungen führen laut IWF zu einer signifikanten Verlangsamung des globalen Wachstums. So schrumpfte im zweiten Quartal die weltweite Produktion insbesondere aufgrund von Rückgängen in China und Russland. Daneben blieben die Verbraucherausgaben in den USA hinter den Erwartungen zurück. Und in Europa dämpfen laut IWF vor allem die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die straffere Geldpolitik die Wachstumsaussichten. Die globale Inflation hat der IWF aufgrund von Lebensmittel- und Energiepreisen sowie anhaltenden Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage nach oben korrigiert und erwartet, dass diese im Jahr 2022 voraussichtlich 6,6 Prozent in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und 9,5 Prozent in den Schwellen- und Entwicklungsländern erreichen wird. Die Sommerprognose der Europäischen Kommission fällt ähnlich ernüchternd aus. Demnach soll die Wirtschaft der EU im Jahr 2022 nur um 2,7 Prozent wachsen. Insgesamt trüben die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und Folgen der aktuellen Fluchtbewegungen angesichts des Russland-Ukraine-Krieges spürbar die zwischenzeitliche Entspannung angesichts der zumindest in Europa abgeflauten Pandemiesituation. Die Inflationsprognose wurde gegenüber der Frühjahrsprognose erheblich nach oben korrigiert. So wird die Preissteigerung in der EU nun auf 8,3 Prozent im Jahr 2022 taxiert, nachdem sie bis Juni bereits Rekordhöhen erreichte. DeutschlandAuch die deutsche Wirtschaft steuert laut der Gemeinschaftsdiagnose der fünf führenden Wirtschaftsinstitute durch schwieriges Fahrwasser. Die Auftriebskräfte durch den Wegfall der Pandemiebeschränkungen, die Nachwehen der Coronavirus-Krise und die Schockwellen durch den Krieg in der Ukraine seien ursächlich für gegenläufige konjunkturelle Strömungen - allen Einflüssen gemeinsam sei allerdings ihre preistreibende Wirkung. Die Institute erwarten ein Wachstum der deutschen Wirtschaft um 2,7 Prozent im laufenden Jahr 2022. Auch das ifo Institut erwartet, dass die hohe Inflation, der Krieg in der Ukraine und die anhaltenden Lieferengpässe die wirtschaftliche Erholung in nahezu allen Wirtschaftsbereichen belasten. Für das laufende Jahr 2022 prognostiziert das ifo Institut in Deutschland eine Inflationsrate von 6,8 Prozent. Die Verbraucherstimmung in Deutschland bricht weiter ein. So prognostiziert die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für August 2022 mit - 30,6 Punkten ein neues Allzeittief für das Konsumklima. Dies entspricht dem niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung für Gesamtdeutschland im Jahr 1991 und bedeutet eine weitere Verschlechterung um 2,9 Punkte gegenüber dem Vormonat Juli 2022. Verantwortlich für die historisch schlechte Verbraucherstimmung sind laut GfK vor allem der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie weiterhin unterbrochene Lieferketten, die insbesondere die Energie- und Lebensmittelpreise explodieren lassen. Hinzu kommen laut GfK Sorgen um eine ausreichende Gasversorgung im kommenden Winter, was das Konsumklima zusätzlich beeinträchtigt. Auch die Konjunkturaussichten trüben sich laut GfK nach einer kurzen Erholung im Mai 2022 weiter ein auf - 18,2 Zähler im Juli 2022. Damit steht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar ein Minus von etwa 73 Punkten zu Buche. Die von der GfK gemessene Einkommenserwartung setzte im Juli 2022 ebenfalls ihre steile Talfahrt fort und erreichte mit - 45,7 Punkten einen um 12,2 Punkte geringeren Wert als noch im Juni 2022. Neben ihrer negativen Wirkung auf die Verbraucherstimmung lässt die historisch hohe Inflation auch die Kaufkraft der privaten Haushalte spürbar schwinden. Dadurch werden die in den Pandemiejahren angesparten Rücklagen voraussichtlich nicht wie erhofft in Käufe und Anschaffungen fließen. Die Anschaffungsneigung verzeichnete nach einem Einbruch im Vormonat nochmals einen leichten Rückgang um 0,8 auf - 14,5 Punkte. Denn da die privaten Haushalte deutlich mehr für Energie und Lebensmittel zahlen müssen, stehen entsprechend weniger finanzielle Mittel für anderweitige Anschaffungen zur Verfügung. Dies sorgt auch für herausfordernde Rahmenbedingungen im deutschen Einzelhandel. Dementsprechend rechnen in einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) 44 Prozent der befragten Unternehmen für das Gesamtjahr 2022 mit sinkenden Umsätzen. Der HDE geht für die Branche insgesamt zwar noch von einem nominalen Umsatzwachstum von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus, inflationsbereinigt rutscht der Einzelhandel jedoch 2 Prozent ins Minus. FremdwährungenDer Euro-Referenzkurs der chinesischen Währung Renminbi (Yuan) lag zu Beginn des Jahres 2022 bei 7,21 €. Analog zum Euro-Dollar-Kurs verlor der Euro gegenüber dem Yuan im Laufe des ersten Halbjahres insgesamt an Stärke. Dies mündete 2022 in dem bisherigen Tiefststand des Euro-Wechselkurses bei 6,88 Yuan am 8. März 2022. Nach einer moderaten Erholung des Euro lag der Kurs zwischenzeitlich wieder über der Marke von 7 Yuan pro Euro und verzeichnete zum Stichtag 30. Juni 2022 einen moderat gefallenen Wert von 6,96 Yuan pro Euro. Nachdem der Euro zu Jahresbeginn 2022 zu einem Wechselkurs von 1,13 US-Dollar gehandelt wurde, verlor er bis Juni relativ zur US-Währung kontinuierlich an Wert und sank bis zum 30. Juni 2022 auf 1,04 US-Dollar. Aufgrund der aktuell geplanten und bereits umgesetzten Leitzinserhöhungen der Fed und der weiterhin zögerlichen Haltung der EZB, aber auch aufgrund der insgesamt starken Performance des US-Dollars, steht der Euro weiter unter Druck. Der Russland-Ukraine-Krieg wirkt diesbezüglich verstärkend, da er den Euroraum bislang in stärkerem Maße beeinträchtigt als die amerikanische Wirtschaft. Am 12. Juli 2022 fiel der Euro erstmals seit dem Jahr 2002 auf Parität zum US-Dollar. Vermögens-, Finanz- und ErtragslageGeschäftsverlaufIn den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 sanken die Umsatzerlöse des Leifheit-Konzerns auf 136,3 Mio. € nach 155,8 Mio. € im ersten Halbjahr 2021. Trotz des Umsatzrückgangs um 12,5 Prozent gegenüber dem außergewöhnlich erfolgreichen ersten Halbjahr 2021 erreichte das Unternehmen damit auf vergleichbarer Basis sowohl den zweithöchsten Umsatz in einem ersten Halbjahr als auch den zweithöchsten Umsatz in einem zweiten Quartal über den Zeitraum der letzten 15 Jahre. Neben der allgemeinen Konsumzurückhaltung, dem historisch niedrigen Konsumklima und dem damit verbundenen Frequenzverlust im Handel wirkte sich im ersten Halbjahr 2022 auch ein durch den weitgehenden Wegfall der Corona-Beschränkungen verändertes Konsumverhalten der Verbraucher - beispielsweise durch verstärkte Nachfrage nach Tourismus - negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Insbesondere zeigte sich diese Entwicklung im Heimatmarkt Deutschland, wo der Online- und Retailhandel bestehende hohe Lagerbestände zunächst abverkauft und daher in geringerem Maße Produkte nachfragt. Angesichts der seit 2021 extrem hohen Rohstoffkosten und ungebremst weiter steigender Energiepreise konnte der Leifheit-Konzern die gestiegenen Einkaufs- und Produktionskosten durch bisherige Verkaufspreissteigerungen nur teilweise kompensieren. Gleichzeitig blieben aber die Umsätze weiterhin auf hohem Niveau. So liegt der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 um rund 4,5 Prozent über dem Vergleichswert im ersten Halbjahr 2020 und um etwa 12 Prozent über dem Vergleichswert im Vor-Corona-Jahr 2019. Das trotz des schwierigen Marktumfeldes weiterhin hohe Umsatzniveau zeigt den nachhaltigen Erfolg der ausgeweiteten Marketingaktivitäten vor allem bei den Kernmarken Leifheit und Soehnle. Konzernumsatz nach RegionenFür die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2022 ergibt sich folgende Umsatzverteilung nach Regionen: In Deutschland wurden 44,1 Prozent (Vorjahr: 46,7 Prozent), in Zentraleuropa ohne Deutschland 40,8 Prozent (Vorjahr: 38,9 Prozent), in Osteuropa 12,1 Prozent (Vorjahr: 11,7 Prozent) und im Rest der Welt 3,0 Prozent (Vorjahr: 2,7 Prozent) des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Umsätze mit einem bedeutenden Onlinehändler, die bisher aufgrund der dort beheimateten Kundenzentrale teilweise Zentraleuropa zugeordnet wurden, werden seit dem dritten Quartal 2021 in Deutschland erfasst. Zur Vergleichbarkeit wurden die entsprechenden Werte des Geschäftsjahres 2021 angepasst.
DeutschlandVor dem Hintergrund des vor allem im zweiten Quartal 2022 historisch schlechten Konsumklimas im Heimatmarkt Deutschland erzielte der Leifheit-Konzern im ersten Halbjahr 2022 Umsätze in Höhe von 60,1 Mio. € (Vorjahr: 72,7 Mio. €). Dies entspricht einem Rückgang um 17,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem ein Wachstum von über 30 Prozent erzielt worden war. Insbesondere das Segment Wellbeing schnitt im Vergleich zum erfolgreichen Vorjahreszeitraum schlechter ab, was unter anderem auf die 2021 pandemiebedingt außerordentlich starke Nachfrage nach Soehnle-Luftreinigern zurückzuführen war. Stärker noch als in anderen Märkten konnte der Leifheit-Konzern in Deutschland vor dem Hintergrund der Pandemie zudem von der starken Nachfrage im Onlinehandel profitieren. Diese Effekte fallen im laufenden Berichtsjahr weg. Die im Ausland erzielten Umsätze sanken um 8,3 Prozent auf 76,2 Mio. € (Vorjahr: 83,1 Mio. €). Damit lag der Anteil der Umsätze, die im ersten Halbjahr 2022 im Ausland verbucht wurden, bei 55,9 Prozent. ZentraleuropaIn Zentraleuropa konnten in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres Umsatzerlöse in Höhe von 55,7 Mio. € (Vorjahr: 60,6 Mio. €) erzielt werden, was einem Rückgang um 8,1 Prozent entspricht. Insbesondere in Frankreich, Belgien und Österreich gingen die Umsätze gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres aufgrund von geringeren Aktionsvolumina zurück. OsteuropaIn der Vertriebsregion Osteuropa sanken die Umsatzerlöse des Leifheit-Konzerns um 10,0 Prozent auf 16,4 Mio. € (Vorjahr: 18,3 Mio. €). Während der Leifheit-Konzern in der Slowakei sowie in den baltischen Staaten eine stark positive Umsatzentwicklung mit zweistelligen Wachstumsraten erzielte, gingen die Umsätze in den wichtigen Absatzmärkten Tschechien und Polen zurück. In beiden Ländern zeigte sich eine spürbar geringere Verbrauchernachfrage und insbesondere ein deutlicher Rückgang der Verkäufe im Onlinehandel, der die Entwicklung signifikant eintrübte. Rest der WeltDie Umsätze in den außereuropäischen Märkten entwickelten sich nur leicht rückläufig und sanken im Betrachtungszeitraum um 4,2 Prozent auf 4,1 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €). Deutliche Umsatzsteigerungen konnte der Leifheit-Konzern in Asien sowie im Mittleren Osten verzeichnen. Demgegenüber blieb das USA-Geschäft hinter dem Vorjahreswert zurück, nachdem es dort - bedingt durch die temporären Schließungen im stationären Handel im Zuge der COVID-19-Pandemie - im Onlinegeschäft zu temporär starken Umsatzschüben gekommen war und dies auch das Geschäft zum Jahresbeginn 2021 noch positiv beeinflusst hatte.
Konzernumsatz nach SegmentenEs wird zwischen den berichtspflichtigen Segmenten Household, Wellbeing und Private Label unterschieden. Aufgeteilt auf die drei Segmente ergibt sich für die ersten sechs Monate 2022 folgende Umsatzverteilung: Im mit Abstand größten Segment Household, in dem die Marke Leifheit vertrieben wird, wurden insgesamt 83,2 Prozent (Vorjahr: 80,8 Prozent) der Umsatzerlöse erwirtschaftet. Im Segment Wellbeing mit der Marke Soehnle erzielte der Leifheit-Konzern 6,1 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent) seiner Umsätze , und das Segment Private Label, das mit den französischen Tochterunternehmen Birambeau und Herby primär in Frankreich vertrieben wird, steuerte 10,7 Prozent (Vorjahr: 10,4 Prozent) zum Umsatz bei. HouseholdIm Segment Household erwirtschaftete der Leifheit-Konzern im ersten Halbjahr 2022 Umsätze in Höhe von 113,4 Mio. € (Vorjahr: 125,9 Mio. €), was einem Rückgang um 10,0 Prozent entspricht. Hatte sich das Leben im ersten Halbjahr 2021 aufgrund weitgehender Lockdowns größtenteils zuhause abgespielt, so zeigte sich im ersten Halbjahr 2022, bedingt durch den Wegfall vieler Kontaktbeschränkungen, ein deutlich verändertes Verbraucherverhalten. Dies wirkte sich signifikant auf den Umsatz des Segments Household mit seinen Kategorien Küche, Reinigen und Wäschepflege aus. WellbeingIm Segment Wellbeing verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang um 40,0 Prozent. Die Umsatzerlöse beliefen sich dabei nach 13,8 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 8,3 Mio. € im Berichtszeitraum. Das Wellbeing-Segment hatte vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie vor allem durch die sehr starke Nachfrage nach Soehnle-Luftreinigern, die die Luft von Allergenen befreien sowie Viren und Bakterien bekämpfen, profitiert. Dieser Effekt fiel im ersten Halbjahr 2022 mit der Entspannung der Pandemiesituation zunehmend weg, was zu einem signifikanten Rückgang der Umsätze im Segment führte. Private LabelIm Segment Private Label werden hauptsächlich Handelsmarken durch die französischen Tochtergesellschaften Birambeau und Herby vertrieben. Nach einem deutlichen Wachstum im Vorjahreszeitraum verringerte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 um 9,2 Prozent auf 14,6 Mio. € (Vorjahr: 16,1 Mio. €). Der Umsatzrückgang ist vor allem auf eine geringere Nachfrage in Frankreich als Kernmarkt des Segments zurückzuführen. Entwicklung der ErtragslageKonzernergebnisIm ersten Halbjahr 2022 erzielte der Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 13,6 Mio. €). Der Rückgang um 11,5 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus den fehlenden Deckungsbeiträgen aus dem Umsatzrückgang sowie dem drastischen Anstieg der Material- und Energiepreise, die durch bisherige Verkaufspreiserhöhungen nicht in vollem Umfang kompensiert werden konnten. Das EBIT im zweiten Quartal war mit - 0,5 Mio. € negativ (Vorjahr: 5,3 Mio. €). Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) in den ersten sechs Monaten 2022 betrug 1,7 Mio. € (Vorjahr: 13,3 Mio. €). Nach Abzug der Steuern ergab sich für das erste Halbjahr ein Periodenergebnis in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €). BruttoergebnisDas Bruttoergebnis fiel im ersten Halbjahr 2022 um 15,5 Mio. € auf 52,6 Mio. € (Vorjahr: 68,1 Mio. €). Es errechnet sich aus den Umsatzerlösen abzüglich der Kosten der Umsatzerlöse. Der starke Rückgang resultierte hauptsächlich aus fehlenden Deckungsbeiträgen aus dem Umsatzrückgang von 12,5 Prozent sowie aus dem drastischen Anstieg der Material- und Energiepreise sowie der Eingangsfrachten. Verkaufspreiserhöhungen zeigen nur zeitverzögert Wirkung und konnten die massiven Kostenerhöhungen bei Weitem nicht kompensieren. Die Bruttomarge fiel daher um 5,1 Prozentpunkte auf 38,6 Prozent (Vorjahr: 43,7 Prozent). Sie definiert sich als Bruttoergebnis im Verhältnis zu den Umsatzerlösen. Forschungs- und EntwicklungskostenDie Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen vorwiegend Personalkosten, Aufwendungen für Dienstleistungen sowie Patentgebühren. Sie lagen mit 3,1 Mio. € im ersten Halbjahr um 0,2 Mio. € über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2,9 Mio. €). Der Anstieg war im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen für Patentrecherchen zurückzuführen. VertriebskostenDie Vertriebskosten, die neben Werbe- und Marketingkosten auch Ausgangsfrachten und Versandkosten beinhalten, fielen im Berichtszeitraum um 2,1 Mio. € auf 41,5 Mio. € (Vorjahr: 43,6 Mio. €). Dies lag hauptsächlich an niedrigeren Werbeaufwendungen und Werbekostenzuschüssen sowie gesunkenen Ausgangsfrachten aufgrund des deutlichen Umsatzrückgangs. VerwaltungskostenDie Verwaltungskosten konnten im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,9 Mio. € auf 7,5 Mio. € (Vorjahr: 9,4 Mio. €) gesenkt werden. Neben den Personalaufwendungen und Aufwendungen für Dienstleistungen sind in den Verwaltungskosten auch die Aufwendungen zur Unterstützung der Finanz- und Verwaltungsfunktionen enthalten. Der Rückgang resultierte maßgeblich aus der Auflösung von Rückstellungen für die langfristigen anteilsbasierten Vergütungen für den Vorstand in Höhe von 0,8 Mio. € sowie aus Kosteneinsparungen. Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Erträge fielen um 0,4 Mio. € auf 0,6 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €). Im Vorjahreszeitraum hatten Schadenersatzzahlungen von Wettbewerbern für Patentverletzungen in Höhe von 0,4 Mio. € sowie periodenfremde Erträge von 0,1 Mio. € zu einem positiven Effekt geführt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen aufgrund periodenfremder Aufwendungen um 0,1 Mio. € auf 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €). FremdwährungsergebnisDas Fremdwährungsergebnis stieg im ersten Halbjahr 2022 um 0,9 Mio. € auf 1,4 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Es resultierte im Wesentlichen aus realisierten Kursgewinnen. Zins- und FinanzergebnisDas Zins- und Finanzergebnis betrug wie im Vorjahr - 0,4 Mio. €. Es enthielt hauptsächlich Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen. Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich in den ersten sechs Monaten 2022 auf 0,4 Mio. € (Vorjahr: 3,7 Mio. €). Die Steuerquote lag bei 25,6 Prozent und damit unter dem Vorjahresvergleichswert von 28,2 Prozent. Die Steuerquote setzt die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern ins Verhältnis. Entwicklung der FinanzlageKapitalstrukturZum 30. Juni 2022 lag der Verschuldungsgrad bei 45,9 Prozent und fiel damit gegenüber dem 31. Dezember 2021 um 7,5 Prozentpunkte. Die starke Veränderung lag im Wesentlichen am Rückgang der Pensionsverpflichtung um 18,2 Mio. € sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten um 9,7 Mio. €. Die Schulden zum 30. Juni 2022 bestanden vor allem aus Pensionsverpflichtungen in Höhe von 44,6 Mio. €, aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten von 41,0 Mio. € sowie aus sonstigen Rückstellungen von 8,7 Mio. €. Wie in den Vorjahren hatte der Leifheit-Konzern keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die Eigenkapitalquote, der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme, stieg um 7,5 Prozentpunkte auf 54,1 Prozent (31. Dezember 2021: 46,6 Prozent). Analyse der KonzernliquiditätDie Konzernliquidität fiel in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 20,7 Mio. € und belief sich zum 30. Juni 2022 auf 17,4 Mio. € (31. Dezember 2021: 38,1 Mio. €). Das Working Capital, die Summe aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräten, Vertragsvermögenswerten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten, stieg zum 30. Juni 2022 im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 14,0 Mio. €. Dies lag hauptsächlich am saisonalen Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1,4 Mio. € und dem Anstieg der Vorräte zur Absicherung unserer Lieferfähigkeit um 3,2 Mio. € angesichts der aktuellen Rohstoff- und Frachtraum-Engpässe sowie am stichtagsbedingten Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten um 9,7 Mio. €. Weiterhin wurde Ende Mai die Dividende in Höhe von 10,0 Mio. € ausgezahlt. Analyse der KonzernkapitalflussrechnungDer Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit lag im Berichtszeitraum bei 7,9 Mio. € (Vorjahr: Zufluss 13,2 Mio. €). Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem gefallenen Periodenergebnis und dem deutlich höheren Anstieg des Working Capitals im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zu dem Anstieg des Working Capitals trugen hauptsächlich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die im Vorjahreszeitraum um 4,1 Mio. € gestiegen waren, während sie stichtagsbedingt im Berichtszeitraum um 9,7 Mio. € fielen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug 2,6 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €). Die Investitionen fielen um 0,2 Mio. € auf 2,7 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €). Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit betrug wie im Vorjahr 10,3 Mio. € und beinhaltete vor allem die Auszahlung der Dividende in Höhe von 10,0 Mio. €. Die Auszahlungen für Leasingschulden betrugen 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €). Free CashflowIm ersten Halbjahr 2022 belief sich der Free Cashflow auf - 10,5 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €). Die Kennzahl gibt an, wie viel Liquidität für die Rückführung von Fremdfinanzierungen oder für die Ausschüttung von Dividenden an die Aktionäre verbleibt. Der Free Cashflow wird wie folgt definiert: Summe aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit, bereinigt um Ein- und Auszahlungen in finanzielle Vermögenswerte und gegebenenfalls aus Erwerben sowie Veräußerungen von Unternehmensbereichen. Der Rückgang des Free Cashflows resultierte aus dem Rückgang des Mittelzuflusses aus der betrieblichen Tätigkeit um 21,1 Mio. €. Entwicklung der VermögenslageBilanzstruktur zum 30. Juni 2022Im Vergleich zum 31. Dezember 2021 fiel die Bilanzsumme um 25,1 Mio. € von 238,8 Mio. € auf 213,7 Mio. €. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken zum Stichtag 30. Juni 2022 mit 151,8 Mio. € um 19,7 Mio. € unter den Wert zum Ende des Jahres 2021 (31. Dezember 2021: 171,5 Mio. €). Entsprechend verringerte sich die Konzernliquidität um 20,7 Mio. € auf 17,4 Mio. € (31. Dezember 2021: 38,1 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen saisonbedingt um 1,5 Mio. € auf 54,2 Mio. € (31. Dezember 2021: 52,7 Mio. €). Die Vorräte erhöhten sich um 3,2 Mio. € auf 73,3 Mio. € (31. Dezember 2021: 70,1 Mio. €). Dies lag neben dem Anstieg der Preise an der höheren Bevorratung mit Rohmaterialien, Halbteilen und Fertigwaren zur Absicherung der Lieferfähigkeit vor dem Hintergrund anhaltender Engpässe in den Beschaffungsmärkten und drohender Gasknappheit an unserem Produktionsstandort in Tschechien. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte fielen vor allem aufgrund saisonbedingt niedrigerer Umsatzsteuerforderungen um 3,6 Mio. € auf 1,7 Mio. € (31. Dezember 2021: 5,3 Mio. €). Die langfristigen Vermögenswerte lagen Ende Juni 2022 mit 61,9 Mio. € um 5,4 Mio. € unter dem Wert vom 31. Dezember 2021. Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang der aktiven latenten Steuern wegen der zinsbedingten versicherungsmathematischen Gewinne bei den Pensionsverpflichtungen zurückzuführen. Zum 30. Juni 2022 betrug der positive Überhang der Zeitwerte aller aktiven und passiven derivativen Finanzinstrumente 4,3 Mio. € und war in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 0,7 Mio. € gestiegen. Die kurzfristigen Schulden fielen zum Stichtag um 10,0 Mio. € auf 48,4 Mio. € im Vergleich zum 31. Dezember 2021, was vor allem auf den stichtagsbedingten Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten um 9,7 Mio. € auf 41,0 Mio. € zurückzuführen ist. Auch die langfristigen Schulden verringerten sich um 19,5 Mio. € auf 49,6 Mio. € (31. Dezember 2021: 69,1 Mio. €). Hauptursache waren die Pensionsverpflichtungen, die sich aufgrund des deutlichen Anstiegs des Rechnungszinses um 18,3 Mio. € auf 44,6 Mio. € erhöhten (31. Dezember 2021: 62,9 Mio. €). Der Rechnungszins zur Abzinsung der Pensionsverpflichtungen stieg von 1,3 Prozent zum 31. Dezember 2021 auf 3,4 Prozent zum 30. Juni 2022. Wie in den Vorjahren existierten keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Im Vergleich zum 31. Dezember 2021 stieg das Eigenkapital zum 30. Juni 2022 um 4,4 Mio. € auf 115,7 Mio. € (31. Dezember 2021: 111,3 Mio. €). Dies ergab sich hauptsächlich aus dem Periodenergebnis von 1,3 Mio. €, dem sonstigen Ergebnis von 13,1 Mio. € und der Auszahlung der Dividende von 10,0 Mio. €. InvestitionenIn den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 wurden insgesamt 2,7 Mio. € investiert (Vorjahr: 2,9 Mio. €). Die Investitionen betrafen im Wesentlichen Werkzeuge für Neuprodukte, Maschinen, Rationalisierungsinvestitionen für Produktionsanlagen, Software sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionssumme beinhaltet nicht abgeschlossene Investitionsprojekte aus dem Vorjahr in unserem tschechischen Werk, die insbesondere aufgrund fehlender Elektronikbauteile erst im ersten Halbjahr 2022 in Betrieb genommen werden konnten. Wesentliche Veräußerungen von Anlagevermögen gab es im Berichtszeitraum nicht. Die Investitionsquote - die Zugänge zum Anlagevermögen bezogen auf die historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten - belief sich ohne die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen auf 1,4 Prozent. Am 30. Juni 2022 bestanden Verpflichtungen aus Verträgen über den Erwerb von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 2,5 Mio. €, die innerhalb eines Jahres fällig sind und aus dem Finanzmittelbestand finanziert werden. Nicht bilanzierte Vermögenswerte und außerbilanzielle FinanzierungsinstrumenteNeben den in der Konzernbilanz ausgewiesenen Vermögenswerten nutzt Leifheit in geringem Maße auch nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Diese betreffen die Vereinfachungsregelungen aus IFRS 16 für Leasingverhältnisse von bis zu zwölf Monaten, Leasingverhältnisse im Zusammenhang mit geringwertigen Vermögenswerten mit einem Wert von maximal 5 T € sowie Lizenzen. Weitere außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wurden im Berichtszeitraum wie in den Vorjahren nicht genutzt. Gesamtaussage des Managements zur wirtschaftlichen LageDie ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2022 waren von erheblichen Verwerfungen der globalen Wirtschafts- und Sicherheitslage geprägt. Dies wirkte sich auch auf die Geschäftsentwicklung des Leifheit-Konzerns aus. So blieben die Umsätze im ersten Halbjahr 2022 deutlich hinter denen des Vergleichszeitraumes des Vorjahres 2021 zurück. Auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen werden wir im Einklang mit unserer Ende 2019 etablierten Scaling up Success Wachstumsstrategie unsere strategischen Initiativen fortführen, um den Leifheit-Konzern auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zurückzuführen. Insbesondere im Vergleich zum Vor-Strategie-Jahr 2019 zeigt sich, dass die Ausweitung unserer Marketingaktivitäten im Rahmen unserer Wachstumsstrategie unter normalen Marktbedingungen nachhaltig zum Unternehmenserfolg beitragen. Derzeit sehen wir den Leifheit-Konzern mit enormen Herausforderungen in den Lieferketten, der Produktion und der Logistik konfrontiert. Die Inflationsentwicklung und die Unsicherheit bei Verbrauchern infolge des Russland-Ukraine-Krieges sorgen zudem für eine deutliche spürbare Kaufzurückhaltung bei unseren Kunden. MitarbeiterIn den ersten sechs Monaten 2022 waren im Leifheit-Konzern durchschnittlich 1.098 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.118) - davon 927 Mitarbeiter im Segment Household, 40 Mitarbeiter im Segment Wellbeing und 131 Mitarbeiter im Segment Private Label. Mitarbeiter nach Regionen (durchschnittliche Anzahl)scrollen
Der Konzern beschäftigte im ersten Halbjahr 37,2 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland, 40,8 Prozent in der Tschechischen Republik, 13,1 Prozent in Frankreich und 8,8 Prozent im Rest der Welt. Auf die veränderte Kapazitätsauslastung in Produktion und Logistik konnten wir mit der Reduzierung von Resturlaub und Guthaben auf den Arbeitszeitkonten sowie mit dem Abbau von Zeitarbeitskräften, die wir zur Bewältigung von Auftragsspitzen einsetzen, flexibel reagieren. Chancen und RisikenDie Chancen und Risiken für den Leifheit-Konzern wurden im zusammengefassten Lagebericht zum 31. Dezember 2021 ausführlich beschrieben. Auf diese Darstellung wird an dieser Stelle verwiesen. Im Berichtszeitraum ergaben sich demgegenüber keine entscheidenden Veränderungen der wesentlichen Chancen und Risiken für die verbleibenden Monate des Geschäftsjahres. Auch die weiter andauernde COVID-19-Krise sowie die aktuellen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges haben nicht zu wesentlichen Änderungen der Risikoeinschätzung in diesem Zusammenhang geführt. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten und der möglichen finanziellen Auswirkungen der erläuterten Risiken sowie angesichts der soliden Bilanzstruktur und der gegenwärtigen Geschäftsaussichten erwartet der Vorstand keine substanzielle Gefährdung der Unternehmensfortführung. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden PersonenAngaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen finden sich unter den ausgewählten erläuternden Anhangangaben. PrognoseWirtschaftliche RahmenbedingungenDas Marktumfeld ist weiterhin von außergewöhnlich hoher Unsicherheit geprägt. Der Russland-Ukraine-Krieg wirkt sich negativ auf die Weltwirtschaft aus, beeinträchtigt das Wachstum und führt zu einem enormen Anstieg der Energie- und Nahrungsmittelpreise. Die Prognosen für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden von den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten nach unten korrigiert. Die EU-Kommission rechnet in ihrer Sommerprognose mit einer Rekordinflation von 7,6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2022. Die Kaufkraft der privaten Haushalte wird damit geschmälert, was zu einer deutlichen Konsumzurückhaltung der Verbraucher in unseren Zielmärkten führt. So macht das HDE-Konsumbarometer vom Juli 2022 deutlich, dass es für die Verbraucherstimmung in Deutschland für die kommenden Monate nur wenig Hoffnung auf Verbesserung gibt. Die Risiken, mit denen die aktuellen Konjunktur- und Inflationsprognosen behaftet sind, sind in hohem Maße von der Entwicklung des Krieges und insbesondere von dessen Auswirkungen auf die Gaslieferungen nach Europa abhängig. Ein erneuter Anstieg der Gaspreise könnte die Inflation weiter nach oben treiben und das Wachstum bremsen. Gleichzeitig könnte die wieder aufflammende Pandemie zu erneuten Störungen der Wirtschaft führen. Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende GeschäftsjahrDer Leifheit-Konzern blickt auf ein erstes Halbjahr 2022 zurück, das von hohen Material-, Fracht- und Energiekosten belastet war. Ein Ende der Preissteigerungswelle ist derzeit nicht absehbar. Dies bildet für uns im laufenden Geschäftsjahr ein herausforderndes Umfeld, dem wir weiterhin durch ein striktes Kosten- und Ressourcenmanagement begegnen werden. Angesichts anhaltender Engpässe in den Beschaffungsmärkten und der drohenden Gasknappheit wirken wir proaktiv darauf hin, unsere Produktion und Lieferfähigkeit sicherzustellen. Verkaufspreiserhöhungen werden in der zweiten Jahreshälfte schrittweise ihre Wirkung entfalten; diese werden jedoch die Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite nur teilweise kompensieren können. Gleichzeitig ist die Konsumzurückhaltung der Verbraucher deutlich spürbar. Auf Basis der Geschäftsergebnisse des ersten Halbjahres 2022 und der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat der Vorstand am 14. Juli 2022 eine Neueinschätzung der Erwartungen für das Gesamtjahr 2022 vorgenommen. Wir rechnen nun für das Geschäftsjahr 2022 mit einem starken, voraussichtlich jedoch noch im einstelligen Prozentbereich liegenden Umsatzrückgang gegenüber dem starken Vorjahreswert (2021: 288,3 Mio. €). Zuvor war ein nur leichter Rückgang des Konzernumsatzes erwartet worden. Trotz der schwierigen Marktsituation erwarten wir damit in unseren Kernmärkten ein weiterhin hohes Umsatzniveau. Insbesondere im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 zeigt sich, dass unsere Ende 2019 etablierte Ausweitung der Marketingaktivitäten im Rahmen unserer Scaling up Success Strategie nachhaltig zum Unternehmenserfolg beiträgt. Im Segment Household rechnen wir auf Jahressicht mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreswert im oberen einstelligen Prozentbereich. Der Umsatz im wesentlich kleineren Wellbeing-Segment wird voraussichtlich einen Rückgang im deutlich zweistelligen Prozentbereich verzeichnen. Im Segment Private Label gehen wir dagegen weiterhin von einem Umsatz nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres aus. Bisher hatten wir für das Gesamtjahr 2022 leichte Umsatzrückgänge in allen drei Segmenten erwartet. Nachdem bisher ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern deutlich unter dem Vorjahreswert (2021: 20,1 Mio. €) erwartet wurde, geht der Vorstand nun von einem EBIT für das Geschäftsjahr 2022 im unteren einstelligen Millionenbereich aus. Auf Basis der vorgenannten Einschätzungen rechnen wir mit einem Free Cashflow unter dem Vorjahreswert. Auch im laufenden Geschäftsjahr werden wir unsere grundsätzlich konservative Finanzpolitik unverändert fortsetzen. Weitergehende Informationen finden sich im zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht des Leifheit-Konzerns für das Geschäftsjahr 2021. Der Bericht steht unter finanzberichte.leifheit-group.com auf der Homepage zur Verfügung. Rechtliche AngabenDie rechtlichen Angaben wurden im zusammengefassten Lagebericht zum 31. Dezember 2021 ausführlich beschrieben. Ungeprüfter verkürzter Konzernhalbjahresabschluss zum 30. JuniGesamtergebnisrechnungscrollen
1 2021 Anpassung aufgrund von Jahresabschlusseffekten. Bilanzscrollen
Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
Kapitalflussrechnungscrollen
1 Enthalten im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. 2 Im Wesentlichen aus Verwahrentgelten für Guthaben bei Kreditinstituten. Ausgewählte erläuternde AnhangangabenAllgemeine AngabenDie Leifheit Aktiengesellschaft ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Nassau/Lahn, Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzernhalbjahresabschluss der Leifheit AG und ihrer Tochtergesellschaften betrifft den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis 30. Juni 2022. Der Konzernhalbjahresabschluss wurde vom Vorstand der Leifheit AG aufgestellt und am 8. August 2022 vom Finanzvorstand (CFO) zur Veröffentlichung freigegeben. Grundlagen der BerichterstattungDer vorliegende verkürzte Konzernhalbjahresabschluss wurde gemäß § 115 Abs. 3 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) insbesondere mit IAS 34 und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Angaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind, und ist daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 zu lesen. Der vorliegende verkürzte Konzernhalbjahresabschluss und Zwischenlagebericht wurde von einem Abschlussprüfer weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 30. Juni 2021 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu. Im Rahmen der Erstellung eines Konzernhalbjahresabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Im Konzernhalbjahresabschluss werden die Ertragsteuern auf der Grundlage der besten Schätzung des Ertragsteuersatzes erfasst, der für das gesamte Geschäftsjahr erwartet wird. Konjunkturelle und saisonale Einflüsse werden, soweit wesentlich, in dem Textabschnitt "Geschäftsverlauf" beschrieben. Die im verkürzten Konzernhalbjahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der erstmals anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften - die keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernhalbjahresabschluss hatten - denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Konzernabschlusses des Geschäftsberichts 2021 veröffentlicht. Die vom IASB veröffentlichten Standards und Interpretationen, die im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind, wurden nicht angewendet. KonsolidierungskreisVeränderungen im Konsolidierungskreis sowie wesentliche Änderungen der organisatorischen Struktur oder des Geschäftsmodells fanden im Berichtszeitraum nicht statt. Segmentberichterstattungscrollen
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1 Anpassung aufgrund von Jahresabschlusseffekten. Informationen über die Segmente und deren Steuerung sind dem Geschäftsbericht 2021 zu entnehmen. Erläuterungen zur Bilanz und zur GesamtergebnisrechnungErläuterungen der wesentlichen Änderungen der Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung gegenüber den dargestellten Vergleichszahlen sowie der Entwicklung im Berichtszeitraum sind im Zwischenlagebericht dargestellt. Umsatzerlösescrollen
1 Ohne Deutschland. scrollen
1 Anpassung aufgrund von Jahresabschlusseffekten. 2 Ohne Deutschland. scrollen
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1 Anpassung aufgrund von Jahresabschlusseffekten. Die Umsatzerlöse des Leifheit-Konzerns resultieren nahezu vollständig aus dem Verkauf von Haushaltsprodukten. Sie werden nach geografischen Regionen sowie nach Kategorien aufgegliedert. Für die regionale Zuordnung der Umsatzerlöse ist der Sitz des Kunden maßgeblich. Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital der Leifheit Aktiengesellschaft in Höhe von 30.000 T € (Vorjahr: 30.000 T €) lautet auf Euro und ist in 10.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Dies entspricht einem rechnerischen Wert von 3,00 € je Stückaktie. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen bei der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie. Die Stückaktien sind in einer Dauerglobalurkunde bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt/Main, hinterlegt. Die ordentliche Hauptversammlung der Leifheit AG vom 25. Mai 2022 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 24. Mai 2027 das Grundkapital gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis zu insgesamt 6.000 T € durch Ausgabe von bis zu 2.000.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien - auch unter Ausschluss des Bezugsrechts - zu erhöhen. Der vollständige Wortlaut des Beschlusses ist unter Tagesordnungspunkt 8 der Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung angegeben, die am 11. April 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Eigene AnteileIm Berichtszeitraum wurden keine eigenen Anteile erworben oder verwendet. Im Vorjahreszeitraum verwendete Leifheit 3.752 eigene Anteile (0,04 Prozent des Grundkapitals) in Form der Ausgabe von Mitarbeiteraktien; der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals betrug 11 T €. Unter Einschluss der in den Vorjahren erworbenen und ausgegebenen eigenen Aktien hielt Leifheit am 30. Juni 2022 einen Bestand in Höhe von 484.697 eigenen Aktien. Dies entspricht 4,85 Prozent des Grundkapitals. Der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals betrug 1.454 T €. Dafür wurden 7.350 T € aufgewendet. Es bestehen keine Bezugsrechte für Organmitglieder und Arbeitnehmer entsprechend § 160 Abs. 1 Nr. 5 AktG. Gezahlte Dividendescrollen
HaftungsverhältnisseDie Konzerngesellschaften sind wie im Vorjahr keine Haftungsverpflichtungen eingegangen. FinanzinstrumenteEin detaillierter Überblick über die sonstigen Finanzinstrumente, über die finanziellen Risikofaktoren und das Management finanzieller Risiken ist im Geschäftsbericht 2021 unter Textziffer 34 dargestellt. Seit dem 31. Dezember 2021 haben sich keine wesentlichen Änderungen des finanziellen Risikoprofils ergeben. Absicherung von ZahlungsströmenBei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um zum beizulegenden Zeitwert bewertete Devisentermingeschäfte für Käufe von US-Dollar, Tschechischen Kronen sowie Chinesischen Yuan für die Geschäftsjahre 2022 bis 2023. Zum 30. Juni 2022 wurden folgende Verpflichtungen aus Devisentermingeschäften bilanziert: scrollen
Die Devisengeschäfte hatten eine Laufzeit von: scrollen
Finanzielle Vermögenswerte und VerbindlichkeitenAm 30. Juni 2022 standen kurzfristige Kontokorrentkreditlinien in Höhe von 25.155 T € (31. Dezember 2021: 25.155 T €) zur Verfügung. Durch Avale wurden zum Bilanzstichtag 370 T € (31. Dezember 2021: 376 T €) genutzt. Die nicht ausgenutzten Kontokorrentkreditlinien betrugen 24.780 T € (31. Dezember 2021: 24.771 T €). Die Buchwerte der derivativen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert. Im Übrigen entsprechen die Buchwerte jeweils den fortgeführten Anschaffungskosten. In der Bilanz zum 30. Juni 2022 wurden Vermögenswerte in Form von Devisentermingeschäften in Höhe von 4.347 T € (31. Dezember 2021: 3.642 T €) sowie Verbindlichkeiten in Form von Devisentermingeschäften in Höhe von 0 T € (31. Dezember 2021: 10 T €) mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung notierter Terminkurse zum Abschlussstichtag und Netto-Barwertberechnungen basierend auf Zinsstrukturkurven mit hoher Bonität in den entsprechenden Währungen und damit auf Basis von am Markt beobachteten Inputparametern (Stufe 2) ermittelt. Im Berichtszeitraum erfolgten keine Umgliederungen zwischen den Stufen. Bei kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten stellt der Buchwert annahmegemäß immer eine verlässliche Annäherung an den beizulegenden Zeitwert dar. Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden auf Basis von am Markt beobachteten Inputparametern (Stufe 2) ermittelt. Im Berichtszeitraum erfolgten keine Umgliederungen zwischen den Stufen. Die folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden nach IFRS 9. Die Buchwerte entsprechen den beizulegenden Zeitwerten, die alle der Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet wurden. scrollen
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Sonstige finanzielle VerpflichtungenZum 30. Juni 2022 bestanden Verpflichtungen aus unkündbaren Verträgen, wie z. B. Wartungs-, Dienstleistungs- und Versicherungsverträge, in Höhe von 2.227 T € (31. Dezember 2021: 3.783 T €). Die zukünftigen Mindestzahlungen aufgrund dieser unkündbaren Verträge betragen bis zu einem Jahr 1.445 T € (31. Dezember 2021: 2.890 T €), zwischen einem und fünf Jahren 778 T € (31. Dezember 2021: 889 T €) und über fünf Jahre 4 T € (31. Dezember 2021: 4 T €). Zum 30. Juni 2022 bestanden Abnahmeverpflichtungen aus Aluminium- und Zinkkontrakten im Wert von 621 T € (31. Dezember 2021: 1.354 T €). Es bestanden Verpflichtungen aus Verträgen über den Erwerb von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 2.476 T € (31. Dezember 2021: 2.818 T €), insbesondere für Anlagen und Werkzeuge. Darüber hinaus bestanden Verpflichtungen aus Verträgen für Marketingmaßnahmen in Höhe von 2.058 T € (31. Dezember 2021: 8.253 T €) sowie aus sonstigen Verträgen in Höhe von 1.874 T € (31. Dezember 2021: 1.370 T €). Gemäß IFRS 16 bilanziert der Konzern für die meisten Leasing- und Mietverträge Nutzungsrechte und Leasingschulden. Für die restlichen Mietverträge, wie z. B. die Büroausstattung und Softwarelizenzen, wurden nach IFRS 16 zulässige Vereinfachungsregelungen vorgenommen, und diese sind als Leasingverhältnisse dargestellt. Die Leasingzahlungen werden in regelmäßigen Abständen neu verhandelt, um die marktüblichen Mieten zu spiegeln. Die Laufzeiten sind immer kürzer als fünf Jahre. Es existieren keine Untermietverhältnisse. Zum 30. Juni 2022 betrugen diese künftigen Mindestmietzahlungen von unkündbaren Miet- und Leasingverhältnissen 585 T € (31. Dezember 2021: 884 T €), davon innerhalb eines Jahres 252 T € (31. Dezember 2021: 503 T €) und länger als ein Jahr bis zu fünf Jahren 333 T € (31. Dezember 2021: 381 T €). Werthaltigkeitstest der immateriellen VermögenswerteAufgrund des erwarteten Anstiegs der Abzinsungssätze und der Konsequenzen des Russland-Ukraine-Krieges, von denen der Konzern mittelbar betroffen ist, wurde zum 30. Juni 2022 eine außerplanmäßige Wertminderungsprüfung der Vermögenswerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten nach IAS 36 durchgeführt. Dabei wurden Annahmen über die künftige Umsatz- und Kostenentwicklung auf Basis einer Hochrechnung fortgeschrieben und mit externen Informationen abgeglichen. Insbesondere wurden Preisanstiege bei Energie und Rohstoffen, Auswirkungen auf der Nachfrageseite und Probleme in der Lieferkette eingeschätzt und berücksichtigt. Bei den ZGE Soehnle und Herby wurden Sicherheitsabschläge aufgrund von Planverfehlungen der Vergangenheit vorgenommen. scrollen
Zum 30. Juni 2022 hatten die ermittelten erzielbaren Beträge der ZGE Leifheit, Birambeau und Herby die jeweiligen Buchwerte überschritten. Der Werthaltigkeitstest ergab für diese ZGE keinen Wertminderungsbedarf. Bei der ZGE Soehnle unterschritt der Nutzungswert den Buchwert um 3,3 Mio. €. Es wurde jedoch keine Wertminderung erfasst, da die beizulegenden Zeitwerte abzüglich der Kosten der Veräußerung der Vermögenswerte die Buchwerte annahmegemäß übertrafen. Auch der beizulegende Zeitwert der Veräußerung des Markenrechts in Höhe von 4,8 Mio. € entsprach dem Buchwert. Der beizulegende Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung wurde anhand eines Lizenzpreisanalogieverfahrens (Stufe-3-Bewertung) ermittelt. Dies basierte auf einer angenommenen Lizenzrate in Höhe von 0,7 Prozent sowie zukünftig damit zu erzielenden Umsatzerlösen. Die Hochrechnung der Umsatzerlöse ergab für das Geschäftsjahr 2022 eine Umsatzreduzierung von 23 Prozent, für das Jahr 2023 ein Wachstum von 8 Prozent und für die Jahre 2024 und 2025 ein Wachstum von 5 Prozent. Eine nachhaltige Verfehlung der Umsatzziele oder ein Anstieg des Zinssatzes würden direkt zu einer Wertminderung des Markenrechts führen. Für die übrigen Vermögenswerte im Anwendungsbereich des IAS 36 stellte der Buchwert annahmegemäß eine verlässliche Annäherung an den beizulegenden Zeitwert dar. scrollen
Bei der ZGE Leifheit würde eine Umsatzverfehlung ab ca. 3,0 Prozent oder ein Zinsanstieg ab ca. 1,4 Prozentpunkten zu einem Wertminderungsbedarf führen. Bei der ZGE Birambeau würde eine Umsatzverfehlung ab ca. 3,8 Prozent oder ein Zinsanstieg ab ca. 0,72 Prozentpunkten zu einem Wertminderungsbedarf führen. Bei der ZGE Herby würde eine nachhaltige Umsatzverfehlung oder ein Zinsanstieg direkt zu einem Wertminderungsbedarf führen. Die Parameter zum 31. Dezember 2021 zeigten sich wie folgt: scrollen
Personelle Veränderungen in den Organen der Leifheit AGIm Berichtszeitraum fanden keine personellen Veränderungen in den Organen der Leifheit AG statt. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden PersonenEin Geschäftsführer der tschechischen Tochtergesellschaft Leifheit CZ a.s. ist gleichzeitig geschäftsführender Gesellschafter eines tschechischen Kunden. Im Berichtszeitraum wurden mit diesem Kunden Umsatzerlöse in Höhe von 278 T € zu einer drittvergleichsüblichen Marge von 22 Prozent getätigt (Vorjahr: 232 T € Umsatz zu 26 Prozent Marge). Des Weiteren erbrachte der Kunde Shared-Service-Dienstleistungen für die Tochtergesellschaft zu drittvergleichsüblichen Bedingungen in Höhe von 326 T € (Vorjahr: 296 T €). Die Leifheit CZ a.s. erbrachte für den Kunden Dienstleistungen von 4 T € (Vorjahr: 5 T €). Darüber hinaus gab es im Berichtszeitraum keine Beziehungen zu oder Geschäfte mit nahestehenden Personen oder nahestehenden konzernfremden Unternehmen. Vergütung von Vorstand und AufsichtsratIm Berichtszeitraum wurde ein geändertes Vergütungssystem für den Vorstand von der ordentlichen Hauptversammlung am 25. Mai 2022 gebilligt. Der vollständige Wortlaut des Vergütungssystems ist unter dem Tagesordnungspunkt 7 der Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung angegeben, die am 11. April 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Angaben zur Vorstandsvergütung gemäß IAS 24 / IFRS 2:Zum 30. Juni 2022 wurde im Rahmen der anteilsbasierten langfristigen variablen Vorstandsvergütung (LTI) eine Verbindlichkeit in Höhe von 528 T € unter den langfristigen Rückstellungen passiviert (31. Dezember 2021: 1.366 T €). Für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2022 wurde ein Ertrag von 838 T € erfasst. Im Rahmen der Bewertung zum 30. Juni 2022 wurden folgende Parameter berücksichtigt: scrollen
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Zum 31. Dezember 2021 stellten sie sich wie folgt dar: scrollen
Wesentliche Ereignisse nach Ende der ZwischenberichtsperiodeWesentliche Ereignisse nach Abschluss der Berichtsperiode werden im Zwischenlagebericht erläutert. Aktuell liegen keine wesentlichen Ereignisse vor.
Nassau/Lahn, im August 2022 Leifheit Aktiengesellschaft Der Vorstand Henner Rinsche Igor Iraeta Munduate Marco Keul Versicherung der gesetzlichen VertreterDer Vorstand versichert nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Nassau/Lahn, im August 2022 Leifheit Aktiengesellschaft Der Vorstand Henner Rinsche Igor Iraeta Munduate Marco Keul DisclaimerZukunftsbezogene AussagenDieser Halbjahresfinanzbericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von Leifheit bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollte einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von Leifheit weder beabsichtigt noch übernimmt Leifheit eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen. Abweichungen aus technischen GründenAus technischen Gründen (z. B. Umwandlung von elektronischen Formaten) kann es zu Abweichungen zwischen den in diesem Halbjahresfinanzbericht enthaltenen und den beim Bundesanzeiger eingereichten Rechnungslegungsunterlagen kommen. In diesem Fall gilt die beim Bundesanzeiger eingereichte Fassung als die verbindliche Fassung. Der Bericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor. Bei Abweichungen geht die deutsche Fassung der englischen Übersetzung vor. RundungshinweisBei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können aufgrund kaufmännischer Rundung geringe Abweichungen entstehen. |
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