![]() LEONI AGNürnbergKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017KonzernlageberichtGrundlagen des KonzernsGeschäftsmodellLEONI ist ein führender Anbieter von Kabeln und Kabelsystemen für die Automobilbranche und weitere Industrien. Unser Portfolio umfasst Drähte und optische Fasern, Kabel und Kabelsysteme sowie die dazugehörigen Komponenten, Steckverbindungen und Serviceleistungen. Auf dieser Basis bieten wir unseren Kunden bereits heute smarte Energie- und Datenmanagementlösungen für Fahrzeuge und industrielle Anwendungen. Leistungs- und Produktspektrum![]() Das Geschäft von LEONI ist in zwei Unternehmensbereiche (auch Segmente oder Divisionen) unterteilt: Der Unternehmensbereich Wiring Systems zählt zu den weltweit größten Anbietern von kompletten Bordnetz-Systemen und kundenspezifischen Kabelsätzen für die Fahrzeugindustrie. Das Leistungsspektrum beinhaltet die Entwicklung und Fertigung von anspruchsvollen Kabelsätzen bis zu integrierten Bordnetz-Systemen, Hochvolt-Bordnetzen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Energieverteilungskomponenten und Spezial-Steckverbindern. Als Systemanbieter decken wir die gesamte Palette von der Konzeption bis zur Serienfertigung sowie ergänzende Dienstleistungen ab. In Zukunft wollen wir uns noch deutlicher als Lösungsanbieter für Daten- und Energiemanagement im Fahrzeug positionieren. Ziel dieser Neupositionierung ist es, unsere Kunden mit innovativen Produkten und Dienstleistungen für die automobilen Megatrends Elektromobilität, Konnektivität und autonomes Fahren zu versorgen. Zum Ausbau unserer Stellung als Systemanbieter stärken wir außerdem unsere Kompetenz in den Bereichen Elektronik und Software. Die Wire & Cable Solutions Division ist ein führender Hersteller von Draht- und Kabelsystemen, der sich im Rahmen der digitalen Transformation sukzessive zum Lösungsanbieter von sicheren und intelligenten Energieübertragungs- und Datenmanagementsystemen entwickelt. Das Leistungsspektrum umfasst Drähte, Litzen und optische Fasern, standardisierte Leitungen, Spezialkabel und komplett konfektionierte Systeme sowie entsprechende Dienstleistungen für Kunden aus der Automobil-, Investitionsgüter-, Medizintechnik-, Telekommunikations-, Energie- und Infrastruktur-Industrie. Der Fokus liegt bereits heute auf technologisch anspruchsvollen Produkten und kundenspezifischen Anwendungen für Nischenmärkte. Im Rahmen der oben dargestellten strategischen Neuausrichtung wird das Portfolio kontinuierlich um intelligente Kabel und Kabelsysteme, Softwarelösungen sowie Smart Services erweitert, um die Chancen aus der Digitalisierung und anderen wichtigen globalen Megatrends für LEONI zu nutzen. Konzernstrategie ›› Seite 44 ff Globale Megatrends ›› Seite 47 ff Wesentliche Standorte und Konsolidierungskreis-VeränderungenDer LEONI-Konzern setzt sich aus der LEONI AG und den beiden Unternehmensbereichen mit entsprechenden Tochtergesellschaften zusammen. Ende 2017 war LEONI mit 72 Tochtergesellschaften (Vorjahr: 80) und 94 Produktionsstandorten (Vorjahr: 93) in 31 Ländern (Vorjahr: 32) in Asien, Amerika und der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa) präsent. Im Unternehmensbereich Wiring Systems gab es zwei inländische und 30 ausländische Gesellschaften, wovon acht in Asien, sechs in Amerika und 16 in der Region EMEA lagen. Auf die Wire & Cable Solutions Division entfielen 13 In- und 23 Auslandsgesellschaften, davon vier in Asien und sieben in Amerika sowie zwölf in der Region EMEA. Darüber hinaus sind vier Gesellschaften in der Region EMEA für beide Divisionen tätig. Hinzu kommt die LEONI AG als Holdinggesellschaft. Im ersten Quartal 2017 erwarb LEONI im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions zwei Drittel der Anteile der Adaptricity AG, Zürich (Schweiz), die auf software-gestützte Beratungsleistungen spezialisiert ist. Im zweiten Quartal wurden sieben Gesellschaften der Business Group Electrical Appliance Assemblies mit Sitz in Europa und Asien veräußert. Details dazu enthalten der Segmentbericht und der Anhang. Darüber hinaus hat sich der Konsolidierungskreis im Berichtsjahr nicht wesentlich verändert. Bericht aus den Unternehmensbereichen/Segmentbericht ›› Seite 54 ff Konzernanhang ›› Seite 142 ff OrganisationsstrukturDie LEONI AG agiert als Holding- und Führungsgesellschaft und übernimmt mit ihren Konzernfunktionen übergreifende Aufgaben für die LEONI-Gruppe. Die Struktur der beiden Segmente orientiert sich an den jeweiligen Kundengruppen bzw. Märkten und ist in Business Groups und Business Units unterteilt. In der Wiring Systems Division führt ein Sales Board mit neun global agierenden Business Units (BU) die Kunden in Europa, Asien und Amerika direkt und koordiniert zugleich die Auftragsvergabe mit den Werken, die unter Einhaltung festgelegter Standards für Qualität und Kosteneffizienz verantwortlich sind. Ergänzend gibt es zwei interne, BU-übergreifende Tech Center, die unsere Business Units mit innovativen Produkten und Services aus den Bereichen Elektromobilität und Komponenten beliefern. Das Sales Board bildet somit auch die Schnittstelle für diese Produkte, sodass unsere Kunden nur einen Ansprechpartner für das Hochvolt- und das klassische Bordnetz-Geschäft haben. Diese organisatorische Anpassung unterstützt unsere Strategie, LEONI als Lösungsanbieter zu positionieren. Hinzu kommen Zentralfunktionen für die Leitungsebene und unterstützende Funktionen. Das weltweite Produktionsnetzwerk des Unternehmensbereichs Wiring Systems umfasst Fertigungsstätten in zahlreichen Ländern, vor allem in China, Mexiko, Nordafrika und Osteuropa. Die Standorte werden streng nach Kostenvorteilen und Logistikanforderungen ausgewählt und befinden sich möglichst in der Nähe unserer Kunden. Die Organisationsstruktur des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions orientiert sich an den kernstrategischen Märkten, wozu neben der Automobilbranche die Bereiche Industrieautomatisierung, Robotik, Medizintechnik, Energie- und Dateninfrastrukturprojekte sowie Transport und erneuerbare Energien zählen. Die Bearbeitung dieser Zielgruppen erfolgt über Business Groups (BG): die BG Automotive Cable Solutions für die Automobilindustrie und die BG Industrial Solutions für das Industriegeschäft. Hinzu kommt die BG Conductors & Copper Solutions (Drähte und Litzen) mit einem breiten Portfolio an Drähten, hochflexiblen Kupferlitzen und Gewebebändern sowohl für Industrieanwendungen als auch für die Automobilbranche. Für diese BG entstehen unter anderem verstärkt Wachstumspotenziale im Zukunftssegment Elektromobilität im Zusammenhang mit Hochvoltlösungen sowie Batterietechnologie. Das operative Geschäft der Wire & Cable Solutions Division wird von insgesamt 16 Business Units abgewickelt. Des Weiteren gibt es kaufmännische und technisch-operative Unterstützungsfunktionen sowie eine Digital Solutions Group, welche die digitale Transformation und die Entwicklung des Unternehmensbereichs zum Lösungsanbieter vorantreibt. Die modernen WCS-Produktionsstandorte liegen in 14 Ländern West- und Osteuropas, Amerikas sowie Asiens. Sie befinden sich nicht nur in strategisch günstiger Nähe zu unseren Abnehmern, sondern auch in wichtigen Wachstumsregionen der bearbeiteten Kernmärkte. Kunden und AbsatzmärkteZu den Kunden des LEONI-Konzerns zählen hauptsächlich Automobilproduzenten sowie deren Zulieferer. Diese Abnehmergruppe trug 2017 rund 82 Prozent des LEONI-Gesamtumsatzes (Vorjahr: 79 Prozent) bei. Mit den fünf größten Kunden erwirtschafteten wir in der Berichtsperiode ein Geschäftsvolumen von circa 1,9 Mrd. € (Vorjahr: 1,7 Mrd. €). Dies entsprach 38 Prozent des Konzernumsatzes (Vorjahr: 38 Prozent). Der Unternehmensbereich Wiring Systems beliefert die führenden Automobilhersteller weltweit - vom Kleinfahrzeug über die Kompakt- und Mittelklasse bis hin zu Modellen des Premium- und Luxussegments. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus die Nutzfahrzeugindustrie. Hinzu kommen Hersteller von Agrar- und Sonder- sowie von Freizeitfahrzeugen. Unsere Komponenten, Kabelsätze und Bordnetz-Systeme entstehen parallel zur Konzeption und Entwicklung eines neuen Fahrzeugs in intensiver Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kunden. Auf Basis unseres großen, Bordnetz-spezifischen Know-hows in den Bereichen Entwicklung, Herstellung und Distribution sowie unserer hohen Qualität und Zuverlässigkeit pflegen wir enge, vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Abnehmern. Der Kundenkreis der Wire & Cable Solutions Division umfasst nahezu alle weltweit tätigen Bordnetz-Hersteller und viele weitere Automobilzulieferer sowie international führende Anbieter verschiedenster Investitionsgüterindustrien, insbesondere der Medizin- und Kommunikationstechnik, der Infrastrukturbranche, der Robotik, der Schienenverkehrstechnik sowie aus den Bereichen regenerative Energien und industrielle Großprojekte. Wir pflegen langjährige und enge Beziehungen zu unseren Kunden und stehen mit ihnen insbesondere über den Vertrieb und die Entwicklung in vertrauensvollem Kontakt. Zunehmend zählen wir auch global agierende OEMs aus unterschiedlichsten Industriebereichen zu unseren Kunden, die hohes Interesse an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit uns als Lösungsanbieter haben. Regional betrachtet liegen die bedeutendsten Absatzmärkte des LEONI-Konzerns in Europa, Amerika und Asien. Mit einem im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Umsatzanteil von rund 69 Prozent ist derzeit die Region Europa - inklusive dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) - das wichtigste Absatzgebiet von LEONI. Auf Amerika entfallen circa 15 Prozent (Vorjahr: 16 Prozent) und auf Asien etwa 16 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent). Wettbewerbssituation und -vorteileDer Unternehmensbereich Wiring Systems ist in Europa führend bei der Herstellung von Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen. Weltweit rangieren wir nach Berechnungen des Automotive Wiring Harness Market auf Platz 4. Die wichtigsten Mitbewerber sind die Unternehmen Aptiv, Sumitomo und Yazaki. Unser nachhaltiger Erfolg fußt neben der guten internationalen Wettbewerbsposition - auch im Bereich Elektromobilität und bei alternativen Antrieben - auf hoher Innovationskraft und Wertschöpfungstiefe, einer umfassenden Logistik- und Systemkompetenz sowie weltweit verteilten Entwicklungszentren mit großer Kundennähe. Eine weitere besondere Stärke stellt unser weltumspannendes Produktionsnetzwerk mit standardisierten Prozessen sowie einem hohen Fertigungsanteil an lohnkostengünstigen Standorten dar. Unsere sehr breite internationale Aufstellung sowie die Vielzahl von belieferten Fahrzeugherstellern und -marken verringern außerdem nicht nur Risiken aus regionalen Marktzyklen, sondern erlauben es auch, globale Wachstumschancen zu realisieren. Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions ist ein führendes Kabelunternehmen in Europa und in vielen seiner Zielmärkte Technologie- und Marktführer. Bei einigen Produkten, wie zum Beispiel Daten- und Sonderleitungen für die Automobilindustrie oder Kabelsystemen für die Robotik, sehen wir uns als Weltmarktführer. Eine Spitzenstellung nehmen wir auch bei Kabeln für bestimmte Industrieanwendungen ein, etwa im Maschinenbau, der Mess-, Regel- und Steuerungstechnik sowie der Medizintechnik. Unsere gute Wettbewerbsposition stützt sich vor allem auf eine vertikal stark integrierte Wertschöpfungskette, über Jahrzehnte entwickelte Kernkompetenzen wie ein breites Rohstoffverständnis, Werkstoff-, Engineering- und Applikations-Know-how sowie die Beherrschung technologisch anspruchsvoller Herstellungsprozesse. Zusätzliche Vorteile bieten unsere zunehmende internationale Präsenz und die verstärkte Positionierung als Lösungsanbieter von intelligenten und sicheren Energieübertragungs- und Datenmanagementsystemen. Konzernstrategie2017 hat sich LEONI strategisch neu ausgerichtet, um die Chancen aus dem dynamischen wirtschaftlichen und technologischen Umfeld sowie den globalen Megatrends noch besser nutzen zu können. Hierzu wurde eine konzernweite Strategie inklusive Vision, Mission Statements, strategischen Leitplanken sowie Markt- und Produktstrategien harmonisiert für die beiden Unternehmensbereiche erarbeitet. Die Basis dafür bilden eine effektive, weiterentwickelte Organisation und LEONI-spezifische Werte, die neu definiert wurden. Globale Megatrends ›› Seite 47 ff LEONI-Konzernstrategie![]() Vision, Mission Statements und strategische LeitplankenDie gemeinsame Vision "Passion for intelligent energy and data solutions" formuliert das übergeordnete Ziel des Konzerns und der beiden Unternehmensbereiche, sich zum führenden Anbieter von intelligenten Energie- und Datenmanagementlösungen zu entwickeln. "Passion" steht dabei für vollen Einsatz und Leidenschaft bezüglich der anstehenden Aufgaben. "Intelligent" drückt aus, dass die Produkte von LEONI den Kunden durch zusätzliche, smarte Eigenschaften einen Mehrwert bieten. "Energy and data" sind die beiden Felder, auf denen LEONI mit hoher Expertise tätig ist - die Übertragung von Energie und Daten. "Solutions" verdeutlicht den Trend, unsere Kunden verstärkt als Lösungsanbieter zu unterstützen. Beide Divisionen sowie die Konzernfunktionen haben in Mission Statements ihren Auftrag zur Erreichung dieser Vision formuliert und als neues Selbstverständnis definiert.Den Rahmen für unsere Strategie setzen verschiedene finanzielle und nichtfinanzielle Leitplanken: Wichtige nichtfinanzielle Leitplanken sind die Zufriedenheit unserer Kunden, das Engagement unserer Mitarbeiter, die Diversität in der Belegschaft sowie der Fortschritt bei unserer Transformation zum führenden Anbieter von intelligenten Energie- und Datenmanagementlösungen. Diese Faktoren sollen künftig konzerneinheitlich gemessen und kontinuierlich verbessert werden. Markt- und ProduktstrategieIm für uns wichtigsten Marktsegment Automotive werden wir uns zukünftig noch stärker als Lösungsanbieter mit hohem Verständnis für das Fahrzeug-Gesamtsystem positionieren. Aufgrund der wachsenden Anforderungen an Energieeffizienz, Datenkommunikation und -sicherheit im Fahrzeug bauen wir zudem unsere Kompetenz in diesen Technologiefeldern konsequent weiter aus. Bei der Verkabelung für Elektromobilität streben wir eine führende Stellung an, indem wir Kabelsätze für alle Spannungsebenen, intelligente Verteilersysteme und Ladekabel liefern. Der Unternehmensbereich Wiring Systems ist mit seinen maßgeschneiderten Bordnetz-Systemen und Kabelsätzen hauptsächlich im Segment Automotive tätig und für den Großteil des Umsatzes in diesem Bereich verantwortlich. Seine Strategie zielt darauf ab, im Rahmen eines nachhaltig profitablen Geschäftsmodells stärker als der Markt zu wachsen. Als Lösungsanbieter für Daten- und Energiemanagement im Fahrzeug stellt die WSD ihren Kunden ein erweitertes Portfolio an innovativen Produkten und Dienstleistungen für die automobilen Trends Elektromobilität, Konnektivität und autonomes Fahren zur Verfügung. Dabei agieren wir zunehmend als Konzeptentwicklungspartner und Systemlieferant und bauen unsere Kompetenz in den Bereichen Elektronik und Software aus. Auch die weitere Digitalisierung unserer Prozesse treiben wir voran. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die wegen der steigenden Sicherheitsanforderungen an elektrische Bauteile und Systeme für das autonome Fahren erforderliche Automatisierung der Produktion. Ziel der Wire & Cable Solutions Division im Marktsegment Automotive ist es, die Führungsposition im Bereich Fahrzeugstandard- und -spezialleitungen sowie bei Ladekabeln für Elektroautos zu festigen und durch neue Digitalisierungs- und Lösungsangebote entscheidend zu ergänzen sowie aufzuwerten. Im Zentrum stehen verstärkte gemeinsame Entwicklungsaktivitäten mit den Kunden, der Einsatz innovativer Technologien zur Generierung von entscheidendem Zusatznutzen auf Produktseite sowie intelligente Kabellösungen mit integrierter Sensorik, Elektronik und Software unter anderem für die Ladeinfrastruktur oder Hochvolt-Lösungen. Die Strategie des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions im Marktsegment Industry zielt darauf ab, sich durch digitale funktionale Simulation, Systemintegration und die Schaffung lernender Systeme zum führenden Lösungsanbieter für die Megatrends Energie und Daten zu entwickeln. Dazu investieren wir in entsprechende Kompetenzen und Technologien und erweitern unser Produkt- und Serviceportfolio sukzessive in Richtung intelligenter Lösungen. Um unseren Kunden zusätzlichen Mehrwert zu erschließen, wollen wir außerdem neue Geschäftsmodelle in den Bereichen intelligente Kabellösungen und "Smart Services" aufbauen. Weitere Ziele sind die stärkere Fokussierung auf Wachstumsmärkte durch konsequentes Portfoliomanagement sowie die bessere Nutzung unserer globalen Präsenz für die Ansprache weltweit tätiger OEM-Kunden. Auch unsere operative Exzellenz wollen wir kontinuierlich verbessern. Effektive Organisation und gemeinsame WerteDie strategische Neuausrichtung des LEONI-Konzerns wird von unserem Programm oneLEONI unterstützt. Dieser strategische Ansatz steht für die Transformation der Unternehmensgruppe zu einem stärker integrierten Konzern, um mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Leistungskraft zu steigern. Das Programm zielt auf eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Holding und den beiden Divisionen, eine höhere Servicequalität sowie die Sicherstellung von Compliance. Basis für die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie sind gemeinsame Werte, auf die wir hinarbeiten: eine Kultur der hohen Leistung, Agilität, Kundenzentrierung und des Vertrauens. Details zur konzernweiten Finanzierungsstrategie finden Sie im Kapitel Finanzlage. Finanzlage ›› Seite 68 ff Globale MegatrendsMit der neuen Konzernstrategie erreichen wir eine bessere Ausgangsposition für die Nutzung der Chancen, die sich aus den globalen Megatrends ergeben. Nachfolgend sind die für LEONI wichtigsten Trends und daraus resultierende Wachstumspotenziale beschrieben. Diese langfristigen und übergreifenden Veränderungsprozesse haben oft universelle Bedeutung und einen Zeithorizont von mehreren Jahrzehnten. Globale Megatrends sind interdependent und wirken in diesem komplexen Zusammenspiel auch auf die Automobilbranche und weitere Industriebereiche als Kernmärkte von LEONI. Informationen zu den Innovationen, die LEONI auf diesen Gebieten entwickelt, enthält das Kapitel Forschung & Entwicklung. Forschung & Entwicklung ›› Seite 82 ff DIGITALISIERUNGDer wichtigste Trend, den wir derzeit beobachten, ist die Digitalisierung. Sie wirkt sich auf nahezu alle Lebensbereiche aus und führt auch in den Märkten von LEONI zu großen Veränderungen. Grundsätzlich geht sie mit wachsenden Energie- und Datenübertragungsmengen einher, was für LEONI enorme Potenziale birgt. Denn in vielen Anwendungsgebieten werden immer mehr und auch intelligente Kabellösungen benötigt, die leistungsfähiger und smart sind, also ihre eigene Funktionalität überwachen und eventuelle Störungen frühzeitig erkennen können. Chancen sehen wir unter anderem in den Bereichen autonomes Fahren, Elektromobilität, Smart Grid, Industrie 4.0, Internet der Dinge, intelligente Haustechnik oder vernetzte Medizintechnik. MOBILITÄTDa der Schwerpunkt unserer Aktivitäten auf Kabeln und Kabelsystemen für die Fahrzeugindustrie liegt, ist die zunehmende Mobilität, die wiederum von wachsender Digitalisierung, Globalisierung und Verstädterung sowie steigendem Umweltbewusstsein und knappen Ressourcen beeinflusst wird, von besonderer Bedeutung für LEONI. Gerade hier liegen die Chancen, die sich für uns ergeben, in der Digitalisierung: Die intelligente Vernetzung des Fahrzeugs und der Trend zu autonomem Fahren führen beispielsweise zu einem zunehmenden Bedarf an ausfallsicheren Bordnetzarchitekturen oder hochwertigen Spezialkabeln, die eine zuverlässige und schnelle Übertragung der wachsenden Datenmenge zwischen Sensoren, Steuerungselementen und Fahrzeugkomponenten gewährleisten. Ein zweites wichtiges Zukunftsfeld, in dem LEONI bereits stark vertreten ist, sind Angebote für die Elektromobilität. Außerdem profitieren wir vom Trend zu Gewichtsreduzierung. Hier engagiert sich LEONI seit vielen Jahren auf den Gebieten alternative Leitermaterialien, Miniaturisierung und intelligente Bordnetzarchitektur und wird das Angebot weiter kontinuierlich optimieren. DATENMANAGEMENT/BIG DATAIn vielen Märkten von LEONI spielen die zuverlässige und intelligente Verteilung von Daten sowie die Analyse und Verarbeitung wachsender Datenmengen eine immer wichtigere Rolle. Für uns ergeben sich hier auf mehreren Gebieten Chancen: Einerseits haben wir kupfer- und glasfaserbasierte Kabel- und Kabelsystemlösungen für die Ausstattung von modernen Datenzentren. Andererseits sind wir mit neu erworbenem Software- und Simulations-Know-how in der Lage, unseren Kunden künftig selbst cloud-basierte Datenanalysen anzubieten. Bericht aus den Unternehmensbereichen/ Segmentbericht ›› Seite 54 ff ENERGIEMANAGEMENTWachsender Energiebedarf stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen, sowohl hinsichtlich der Erzeugung als auch in Bezug auf die zuverlässige Versorgung. LEONI ist beispielsweise Partner für die komplette Verkabelung von Kraftwerken und den zugehörenden Energieverteilnetzen. Ferner sind wir dank des neu erworbenen Software- und Simulations-Know-Hows in der Lage, eine proprietäre Software einzusetzen, die zeitreihenbasierte Simulationen erstellt, um beispielsweise elektrische Verteilnetze durch SmartGrid-Technologien zu optimieren. INDUSTRIALISIERUNG & AUTOMATISIERUNGDer wichtigste Trend auf diesem Gebiet ist die digitale Vernetzung der Produktion mithilfe modernster IT- und Kommunikationstechnik (Industrie 4.0). Hierfür entwickelt LEONI unter anderem Industrial Ethernet Lösungen und erweitert das Dienstleistungsangebot um Services wie die Planung von WLAN-Netzen, Echtzeit-Datenüberwachung oder Ferndiagnose. Schon heute tragen unsere Datenleitungen und Robotik-Schlauchpakete wesentlich dazu bei, die Produktionsprozesse unserer Kunden zu digitalisieren. Auch die Fertigung von LEONI selbst folgt zunehmend diesem Trend. Außerdem prüfen wir laufend den Einsatz innovativer Technologien wie generative Produktionsverfahren, die Kombination von Extrusion und Spritzgießen oder neue Herstellprozesse im Bordnetz-Bereich, um Produkte und Abläufe in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden effizienter zu gestalten. UMWELTBEWUSSTSEIN & RESSOURCENKNAPPHEITZunehmende ökologische Verantwortung und begrenzte Rohstoffvorkommen verändern nicht nur die Anforderungen an Mobilitätslösungen, sondern führen auch zu einem wachsenden Bedarf an alternativer Energiegewinnung. Für LEONI ergeben sich hier Expansionsmöglichkeiten mit extrem leichten oder miniaturisierten Fahrzeugkomponenten, energieeffizienten Bordnetzarchitekturen oder Produkten für Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechniken. Auch die Solarindustrie und die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung bieten Zukunftschancen für das Unternehmen. URBANISIERUNGDie wachsende Verstädterung schafft nicht nur neue Herausforderungen im Bereich Mobilität, sondern auch Bedarf an intelligenten Infrastruktur- und Gebäudesystemen. LEONI reagiert darauf unter anderem mit hochleistungsfähigen Verkabelungslösungen für Bürogebäude - zum Beispiel mit "Power over Ethernet"-Produkten, die die Stromversorgung netzwerkfähiger Geräte über das Ethernet-Kabel ermöglichen. Auch die zunehmende Vernetzung von Fahrzeugen mit externen Informations- und Steuerungssystemen bietet LEONI Chancen. GLOBALISIERUNGAus dem verbesserten Zugang zu neuen Absatzmärkten auf allen Kontinenten entstehen grundsätzlich große Wachstumsoptionen für LEONI. Zusätzliche positive Impulse ergeben sich aus einem standardisierten Produktprogramm, das an lokale Anforderungen und Vorgaben angepasst wird (Stichwort Glokalisierung). Auch auf dem Gebiet frugale Innovationen, also bei der Suche nach neuen, einfachen und kostengünstigen Produkten, die funktional eine äquivalente Lösung speziell für Schwellenländer darstellen, engagieren wir uns zunehmend. Globalisierung verändert aber auch die Strukturen und Anforderungen unserer Kunden, etwa durch mehr weltweit einheitliche Fahrzeugplattformen oder den Zusammenschluss von Automobilherstellern zu größeren Konzernen oder Konglomeraten. DEMOGRAFISCHER WANDELInsbesondere die sich ändernde Altersstruktur in hochentwickelten Gesellschaften stellt hohe Anforderungen an das gesamte Gesundheitswesen und die Hersteller von medizintechnischen Geräten. Mit innovativen, besonders beschichteten Kabeln und der Entwicklung von Lösungen in angrenzenden Technologien, beispielsweise der Patientenpositionierung, kann LEONI von diesem Trend profitieren. Chancen bietet außerdem der Bereich "Ambient Assisted Living" - also Verfahren, die Menschen mit Behinderung oder alten Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Hierfür spielen auch Fahrerassistenzsysteme eine wichtige Rolle, die über hochwertige Bordnetze mit hohen Datenübertragungsleistungen gesteuert werden. Unternehmensführung (Angaben nach §§ 289 f und 315d HGB)Die Unternehmensführung von LEONI orientiert sich an den Grundsätzen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Verantwortlich für die Unternehmensführung ist der Vorstand. Seine Arbeit wird durch den Aufsichtsrat überwacht. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und erarbeitet gemeinsam mit den Verantwortlichen der Unternehmensbereiche bzw. der einzelnen Geschäftsfelder geeignete Maßnahmen zur Strategieumsetzung. Weitere Informationen über die Unternehmensführung enthält das Kapitel Corporate Governance. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f und 315d HGB wurde auch auf der Homepage der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht. Details zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht aufgeführt. Corporate Governance ›› Seite 20 ff Erklärung zur Unternehmensführung ›› www.leoni.com/de/investor-relations/corporate-governance Vergütungsbericht ›› Seite 118 ff Steuerung des operativen GeschäftsDie Steuerung des operativen Geschäfts erfolgt über die Kennzahlen Umsatz, Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), Capital Employed sowie Free Cashflow. Die jeweilige Zielerreichung messen wir über die Größen Return on Sales (EBIT-Marge), Return on Capital Employed (ROCE) und Free Cashflow (FCF). Konkrete Informationen zur Entwicklung der Steuerungskennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr enthält das Kapitel Geschäftsverlauf im Überblick. Die Ziele für das Geschäftsjahr 2018 sind im Prognosebericht dargestellt. Geschäftsverlauf im Überblick ›› Seite 62 f Prognosebericht ›› Seite 111 ff Im Rahmen unserer strategischen Neuausrichtung wurden 2017 zudem vier sogenannte nichtfinanzielle Leitplanken gesetzt, an denen wir unsere Unternehmensführung künftig ebenfalls ausrichten wollen: Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterengagement, Diversität in der Belegschaft sowie Fortschritt bei der Transformation zum führenden Anbieter von intelligenten Energie- und Datenmanagementlösungen. Zur Messung der nichtfinanziellen Leitplanken sollen im laufenden Jahr Zielwerte und einheitliche Messmethoden erarbeitet werden. Konzernstrategie ›› Seite 44 ff RahmenbedingungenGesamtwirtschaftDie Weltwirtschaft entwickelte 2017 eine stärkere Dynamik als zunächst angenommen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) revidierte seine Erwartungen für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahresverlauf mehrfach nach oben. Anfang Januar 2018 wurde die Schätzung für die globale Wirtschaftsleistung nochmals leicht heraufgesetzt: Demnach geht der IWF davon aus, dass die Weltwirtschaft 2017 um 3,7 Prozent und damit deutlich stärker als im Vorjahr gewachsen ist, als ein Plus von 3,2 Prozent zu Buche stand. Sowohl die industrielle Produktion als auch der Welthandel und die Investitionstätigkeit haben während des vergangenen Jahres spürbar an Schwung gewonnen. Der günstigere Verlauf der Weltkonjunktur stand auf einer breiten Basis: Vor allem die Industrienationen, aber auch die Entwicklungs- und Schwellenländer erzielten kräftigere Zuwächse als erwartet: Unter den Industrienationen, deren Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2017 um voraussichtlich 2,3 Prozent zugelegt hat (Vorjahr: 1,7 Prozent), übertrafen laut IWF insbesondere Deutschland, Japan, Südkorea und die Vereinigten Staaten die letzten Prognosen vom Herbst 2017. In der Eurozone vergrößerte sich das BIP schätzungsweise um 2,4 Prozent und in den USA um 2,3 Prozent. Die wesentlichen Impulse kamen aber erneut aus den Entwicklungs- und Schwellenländern, die 2017 um voraussichtlich 4,7 Prozent expandierten (Vorjahr: 4,4 Prozent). Taktgeber waren China mit plus 6,8 Prozent und Indien mit plus 6,7 Prozent. Bemerkbar machte sich auch die Erholung in Brasilien und Russland, die nach dem Ende ihrer Rezessionsphase wieder mit positiven Wachstumsraten aufwarten konnten. Wirtschaftswachstum 2016 bis 2018 %![]() Quelle: IWF Wirtschaftswachstum 2017 in ausgewählten Regionen![]() Quelle: IWF (Schätzung) BranchenkonjunkturIn der internationalen Automobilindustrie fiel die Jahresbilanz 2017 nach Aussagen des VDA (Verband der Automobilindustrie) insgesamt gut aus. Der Pkw-Weltmarkt wuchs um voraussichtlich rund 2 Prozent auf 84,6 Millionen Neuwagen. Mit China und Europa meldeten zwei der drei größten Absatzregionen leicht steigende Verkaufszahlen, während der US-Markt etwas schrumpfte. Sehr dynamisch entwickelten sich dagegen die Neuzulassungen in Brasilien, Indien, Japan und Russland. Die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erhöhte sich 2017 laut Schätzungen des Marktforschungsinstituts IHS Automotive global um gut 2 Prozent auf rund 95 Millionen Stück. Mehr Fahrzeuge liefen vor allem im EMEA-Raum, aber auch in Asien vom Band, wogegen das Volumen in Amerika leicht sank. Anders als im Vorjahr wurden etwas mehr Pkw und geringfügig weniger leichte Nutzfahrzeuge gefertigt. Deutlich zugelegt hat in allen Regionen die Herstellung von Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken, die weltweit um mehr als ein Viertel ausgeweitet wurde. Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen![]() Quelle: IHS Automotive Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen in %![]() Quelle: IHS Automotive Unerwartet dynamisch entwickelte sich die globale Produktion von schweren Nutzfahrzeugen: Nach Angaben von IHS Automotive gab es hier weltweit einen Zuwachs um fast 16 Prozent. Ursächlich dafür waren zweistellige Steigerungsraten in Asien und Amerika. Auch in der Region EMEA stand ein spürbares Plus zu Buche. Produktion von schweren Nutzfahrzeugen nach Regionen![]() Quelle: IHS Automotive Der Welt-Elektromarkt dürfte 2017 um rund 4 Prozent gewachsen sein. Besonders starke Steigerungen gab es Schätzungen des ZVEI (Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) zufolge in Asien, aber auch in Amerika und Europa vergrößerte sich das Marktvolumen. Unter den für LEONI wichtigen Segmenten stach die Elektromedizin mit voraussichtlich plus 6 Prozent heraus. Die Bereiche Automation, Energieerzeugung, Kommunikationstechnik und IT sollten moderat zugelegt haben. Die inländischen Elektrotechnik- und Elektronikunternehmen konnten ihre Produktion im vergangenen Jahr vor diesem Hintergrund preisbereinigt um fast 5 Prozent und den Umsatz sogar um gut 7 Prozent steigern. Für den globalen Maschinenbau geht der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) im Jahr 2017 von einer preisbereinigten Umsatzerhöhung um 6 Prozent aus. Damit entwickelte sich die Branche spürbar dynamischer als zu Jahresbeginn erwartet. Vor allem die florierende Maschinennachfrage in China sorgte nicht nur im Land selbst für Belebung, sondern auch in den anderen wichtigen Maschinenbaunationen. Besonders in Japan, den USA und Europa verzeichnete die Branche Umsatzsteigerungen. Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer konnten ihren Umsatz im abgelaufenen Jahr um rund 3 Prozent vergrößern. In der Informationstechnologie- und Telekommunikations-Branche (ITK) stiegen die Umsätze 2017 nach Schätzungen des internationalen Branchenverbands EITO (European IT Observatory) global um gut 3 Prozent. Die größten Wachstumstreiber waren die Segmente Software und IT-Dienstleistungen - Ausdruck der fortschreitenden Digitalisierung. Der Zuwachs fiel in der Informationstechnologie deutlicher aus als im Bereich Telekommunikation. Im internationalen Vergleich legten die ITK-Märkte in Indien und China mit plus 9 bzw. 8,5 Prozent unverändert am schnellsten zu. Der weltweit größte Markt, die USA, verzeichnete ein Wachstum von 3 Prozent. In Europa wurde eine Steigerung von knapp 2 Prozent erzielt. Der deutsche ITK-Markt expandierte voraussichtlich um rund 2 Prozent. Weitere EinflussfaktorenGesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen sind für den Geschäftsverlauf von LEONI von großer Bedeutung. Darüber hinaus spielen eine Reihe weiterer Faktoren eine wichtige Rolle: Die Preisentwicklung von Rohstoffen, insbesondere von Kupfer, wirkt sich merklich auf unser Umsatzvolumen aus. Die Schwankungen des Kupferpreises geben wir über Vertragsvereinbarungen weitgehend an unsere Kunden weiter, allerdings in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung. Ein veränderter Kupferpreis führt bei LEONI daher normalerweise zunächst zu einem entsprechenden Umsatzeffekt ohne nennenswerte Ergebnisauswirkung. In der Bilanz kann es - abhängig von der Kupferpreisentwicklung - zu Bestandsabwertungen oder Drohverlustrückstellungen für Teilmengen der Bestände kommen. Gleiches gilt für den Rohstoff Silber, der vorwiegend bei der Veredelung von Drahtprodukten eingesetzt wird. Dagegen ergeben sich aus der Energiepreisentwicklung für LEONI konzernweit keine größeren Auswirkungen. Beschaffung ›› Seite 76 f Eine weitere bedeutende Einflussgröße sind die Personalkosten in unseren Produktionsländern. Sie fließen in Standortentscheidungen ebenso ein wie verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen sowie günstige Transportmöglichkeiten. Die politischen Entwicklungen in für uns wichtigen Produktions- und Absatzländern verfolgen wir ebenfalls sehr genau. Entsprechende Informationen enthält der Risiko- und Chancenbericht. Risiko- und Chancenbericht ›› Seite 95 ff Zu den rechtlichen Einflussfaktoren, die für LEONI von Bedeutung sind, zählen neben den jeweiligen nationalen Gesetzgebungen der Länder, in denen wir präsent sind, auch internationale Regelungen. Indirekt wirken sich beispielsweise strengere CO2 -Emissionsgrenzen aus, denn sie verstärken die Nachfrage aus der Automobilindustrie nach Leitungen, Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen, die besonders leicht oder für alternative Antriebstechnologien geeignet sind. Dies führt zu einem steigenden Einsatz von Sensoren und Steuergeräten, was wiederum einen zusätzlichen Verkabelungsumfang zur Folge hat. Aus Währungskursschwankungen können sich Auswirkungen auf die Umsatzerlöse ergeben, die mittels geeigneter Sicherungsgeschäfte vermindert werden. Bei sehr deutlichen Veränderungen in den Währungsparitäten kann es im Einzelfall dennoch zu Ergebniseffekten kommen. Konzernanhang ›› Seite 142 ff Bericht aus den Unternehmensbereichen/SegmentberichtUnternehmensbereich Wiring SystemsStrategisch wichtige Projekte 2017Der Unternehmensbereich Wiring Systems richtete sich 2017 als Lösungsanbieter für Daten- und Energiemanagement im Fahrzeug strategisch neu aus, intensivierte seine Aktivitäten im Wachstumssegment Elektromobilität und erweiterte die Kapazitäten weltweit. Die wichtigsten entsprechenden Projekte sind nachfolgend dargestellt. Informationen zu bedeutsamen organisatorischen Veränderungen und Entwicklungsvorhaben enthalten die Kapitel Geschäftsmodell und Organisationsstruktur sowie Forschung & Entwicklung. Geschäftsmodell ›› Seite 41 f Organisationsstruktur ›› Seite 42 f Forschung & Entwicklung ›› Seite 82 ff Neue Kompetenzen für Daten- und EnergiemanagementAls Lösungsanbieter für Daten- und Energiemanagement im Fahrzeug stellen wir unseren Kunden künftig ein erweitertes Portfolio an innovativen Produkten und Dienstleistungen im Bereich der automobilen Megatrends Elektromobilität, Konnektivität und autonomes Fahren zur Verfügung. Im Berichtsjahr haben wir deshalb begonnen, unsere Kompetenz in den Bereichen Elektronik und Software auszubauen und unsere Prozesse stärker zu digitalisieren. Automatisierte ProduktionAufgrund der steigenden Sicherheitsanforderungen an elektrische Bauteile und Systeme speziell für das autonome Fahren setzen wir in der Fertigung und der gesamten Lieferkette zunehmend automatisierte Lösungen ein. 2017 wurden bereits Teilkabelsätze und Komponenten vollautomatisch produziert. Weitere Lösungen wie beispielsweise kollaborierende Roboter befanden sich in der Pilotierungsphase. Starke Präsenz im Segment Elektromobilität2017 konnten wir unsere gute Stellung im stark wachsenden Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeuge massiv ausbauen und mehrere neue Aufträge gewinnen, die sowohl Hochvolt- (HV-) Kabelsätze als auch herkömmliche Bordnetz-Systeme für Fahrzeuge mit alternativer Antriebstechnik umfassen. Unser Kundenportfolio im Bereich Elektromobilität setzt sich aus allen bekannten Marken des Premium- und Volumensegments zusammen. Durch die Zusammenarbeit der beiden Divisionen sowie über strategische Partnerschaften bietet LEONI Lösungen für Elektro- und Hybridautos von der Ladeleitung bis hin zum Hochvolt-Bordnetz. Als Systemlieferant erweitern wir unser HV-Produktprogramm stetig, beispielsweise im Bereich der sogenannten HV-Splices, und bieten unseren Kunden skalierbare und maßgeschneiderte Lösungen für aktuelle und zukünftige HV-Bordnetzarchitekturen. Rekord-Auftragseingang und dynamisches E-Mobility-Geschäft ›› Seite 57 Zweites Werk in der Ukraine eröffnetIm August 2017 nahm unser neues ukrainisches Werk in Kolomyja nach nur zehn Monaten Bauzeit die Serienfertigung auf. Wir betreiben an diesem zweiten Standort im Westen des Landes eine Produktion mit etwa 6.500 m2 Fläche für Kabelsätze und Bordnetz-Systeme, die vor allem an europäische Automobilhersteller geliefert werden. Ende 2017 arbeiteten dort rund 800 Beschäftigte. Bis zum Jahr 2020 soll der Standort deutlich auf circa 5.000 Mitarbeiter und eine Fläche von rund 25.000 m2 ausgebaut werden. Kapazitätsausbau in MexikoIm mexikanischen Merida eröffneten wir im November 2017 ein neues Werk für Bordnetz-Systeme, das unsere Position am amerikanischen Fahrzeugmarkt weiter stärkt. Dieser dritte mexikanische WSD-Standort wird bei voll ausgelasteter Kapazität auf einer Produktionsfläche von ca. 25.000 m2 bis zu 2.600 Mitarbeiter beschäftigen. Wir liefern von dort aus Bordnetz-Systeme und Kabelsätze an amerikanische Werke von Fahrzeugherstellern mit Sitz in Asien und den USA. Geschäftsverlauf 2017Kennzahlen Wiring Systemsscroll
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Vorjahreswerte angepasst Umsatz legt um 14 Prozent auf 3,1 Mrd. € zuDer Außenumsatz des Unternehmensbereichs Wiring Systems erhöhte sich 2017 um fast 14 Prozent oder 371,8 Mio. € auf 3.061,5 Mio. €. Den Großteil des Wachstums erzielten wir aus eigener Kraft. Die seit November 2016 in den Konsolidierungskreis einbezogene Wuhan Hengtong Automotive, an der wir eine Mehrheitsbeteiligung halten, leistete im Berichtszeitraum einen Beitrag von 20,0 Mio. € (Vorjahr: 6,1 Mio. €). Der gestiegene Kupferpreis hatte einen Effekt von 38,3 Mio. €. Hauptumsatzträger waren unverändert Bordnetz-Systeme und Kabelsätze für die internationale Automobilindustrie. Das Geschäft ist breit auf verschiedene Modelle vom Premiumfahrzeug bis zur Kompakt- und Kleinwagenklasse verteilt. In der Berichtsperiode sind vor allem unsere Lieferungen an Standorte der europäischen Hersteller in China stark gewachsen. Außerdem verzeichneten wir mit Kabelsätzen für die internationale Nutzfahrzeugindustrie sowie bei elektrischen und elektronischen Komponenten deutliche Steigerungen. Besonders dynamisch entwickelte sich der Umsatz mit Hochvoltprodukten für Elektro- und Hybridfahrzeuge, der sich von 24,9 Mio. € auf 44,0 Mio. € erhöhte. Regional betrachtet erhöhte sich das Geschäftsvolumen im EMEA-Raum (Europa, Naher Osten, Afrika) von 2.089,9 Mio. € auf 2.337,7 Mio. € und in Asien von 274,3 Mio. € auf 400,4 Mio. €. In Amerika lag der Umsatz mit 323,4 Mio. € aufgrund von negativen Währungseffekten leicht unter dem Vorjahresniveau von 325,5 Mio. €. Umsatzentwicklung Wiring Systems 2017scroll
Außenumsatz Wiring Systems![]() Außenumsatz Wiring Systems nach Quartalen![]() Viele Neuanläufe an Standorten rund um den Globus2017 nahmen wir an zahlreichen Standorten in Amerika, Asien, Nordafrika und Osteuropa die Serienfertigung für neue Kundenprojekte auf. Die Produktionsstarts verliefen planmäßig und betrafen hauptsächlich Bordnetz-Systeme und Kabelsätze für Fahrzeuge asiatischer und europäischer Automobilhersteller, aber auch Kabelsätze für Motoräder sowie Motorverkabelungen und Komplettsysteme für Lkw, landwirtschaftliche Maschinen und Busse. Hinzu kamen mehrere Neuanläufe im Bereich Elektromobilität, unter anderem ein strategisch wichtiges Hochvolt-Bordnetzprojekt für Pkw und SUVs eines europäischen Herstellers, durch das wir die Zusammenarbeit mit diesem Kunden erheblich ausbauen. Kräftiger ErgebnisanstiegDas Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Unternehmensbereichs Wiring Systems erhöhte sich in der Berichtsperiode von 35,7 Mio. € auf 116,6 Mio. €. Neben den zusätzlichen Deckungsbeiträgen durch den Mehrumsatz wirkten sich die umgesetzten Maßnahmen zur Performancesteigerung und Effekte aus der erfolgreichen Restrukturierung des Unternehmensbereichs positiv aus. 2016 war das Ergebnis dagegen durch hohe Restrukturierungsaufwendungen belastet. EBIT Wiring Systems![]() Bereinigtes EBIT1 Wiring Systemsscroll
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Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung
der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Gewinne aus Unternehmensverkäufen
und Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate Rekord-Auftragseingang und dynamisches E-Mobility-Geschäft2017 gingen im Unternehmensbereich Wiring Systems neue Bestellungen in Höhe von rund 7 Mrd. € (Vorjahr: 3,2 Mrd. €) ein, was einem Rekordwert entsprach. Von besonderer Bedeutung waren große Neu- und Folgeaufträge eines weltweit tätigen europäischen Premiumherstellers, den wir ab 2020 in Europa und ab 2021 in Asien mit Bordnetz-Systemen für verschiedene Fahrzeugreihen beliefern werden. Auch aus der amerikanischen Pkw- und der internationalen Zulieferindustrie erhielten wir wichtige Bestellungen. Die Nachfrage nach unseren Hochvolt-Produkten für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelte sich überdurchschnittlich dynamisch: Hier gewannen wir mehrere Neuprojekte verschiedener Automobilkonzerne im Gesamtwert von rund 1,5 Mrd. € (Vorjahr: 0,4 Mrd. €). Unter anderem wurden wir mit Bordnetzen und Kabelsätzen für vollelektrische Premium- und SUV-Fahrzeuge sowie mit der Komplettverkabelung zweier neuer E-Mobility-Plattformen beauftragt. Per Ende Dezember 2017 erhöhte sich der Auftragsbestand der Wiring Systems Division bezogen auf die Gesamtlaufzeit der Projekte im Stichtagsvergleich um gut 13 Prozent auf 21,6 Mrd. € (Vorjahr: 19,1 Mrd. €). Davon entfielen 2,0 Mrd. € auf Hochvolt-Kabelsätze für Elektro- und Hybridfahrzeuge (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Der genaue Umfang und der Zeitpunkt der Lieferungen werden durch die tatsächlichen Abrufe unserer Kunden bestimmt. Unternehmensbereich Wire & Cable SolutionsStrategisch wichtige Projekte 2017Die Wire & Cable Solutions Division positioniert sich im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung verstärkt als System- und Entwicklungspartner für global tätige Kunden aus der Automobilbranche und der Industrie. Weitere Ziele sind die Umsetzung der digitalen Transformation und die zunehmende Internationalisierung unseres Geschäfts. In diesem Kapitel beschreiben wir entsprechende Projekte und Fortschritte aus dem Berichtsjahr. Informationen zu strategisch bedeutenden organisatorischen Veränderungen und Entwicklungsvorhaben enthalten die Kapitel Geschäftsmodell und Organisationsstruktur sowie Forschung & Entwicklung. Geschäftsmodell ›› Seite 41 f Organisationsstruktur ›› Seite 42 f Forschung & Entwicklung ›› Seite 82 ff Adaptricity-Erwerb stärkt Kompetenz im Bereich cloud-basierte SimulationIm Februar 2017 übernahm LEONI zwei Drittel der auf software-gestützte Beratungsleistungen spezialisierten Adaptricity AG, Zürich. Damit bauen wir unser Know-how in den Bereichen Software, Simulation und cloud-basierte Datenanalyse aus - zentrale Bausteine unserer strategischen Weiterentwicklung zum innovativen Lösungsanbieter. Durch das Schweizer Start-up-Unternehmen erhalten wir Zugang zu einer Software, die zeitreihenbasierte Simulationen erstellt. Künftig wollen wir die Kompetenz von Adaptricity mit unserem internationalen Projektgeschäft verknüpfen und auf eine Reihe zukunftsweisender Anwendungen und Marktsegmente übertragen. Baubeginn für die Fabrik der ZukunftIm April 2017 wurde mit dem Spatenstich die Bauphase der Fabrik der Zukunft am deutschen Standort Roth eingeleitet. Die offizielle Grundsteinlegung für dieses moderne Kompetenzzentrum des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions fand im Juni statt. Das neue Werk wird einerseits das Kerngeschäft Kabelproduktion stärken und andererseits als Labor- und Entwicklungszentrum für innovative Produkte und Lösungen fungieren. Unter anderem sollen dort hochmoderne Datenleitungen für autonomes Fahren, Hochvolt- und Ladeleitungen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sowie Glasfaserkabel für Telekommunikation und Infrastruktur gefertigt werden. Insgesamt ist geplant, rund 90 Mio. € in dieses Kompetenzzentrum zu investieren. Es soll bis etwa Ende 2018 fertig gestellt sein und ab 2019 schrittweise die laufende Produktion aus dem bestehenden Werk im Zentrum von Roth übernehmen. Verkauf der Business Group Electrical Appliance AssembliesIm Mai 2017 haben wir das Geschäft mit Kabelkonfektion und Kabelsätzen für Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeuge, das in der Business Group Electrical Appliance Assemblies gebündelt war, veräußert. Der Verkauf ist ebenfalls Teil unserer Strategie, zu einem stärker lösungsorientierten Anbieter zu werden und uns auf Kernaktivitäten mit profitablem Wachstumspotenzial zu fokussieren. Käufer ist die Firma BizLink, ein führender, an der Börse von Taiwan gelisteter Anbieter von Verbindungslösungen mit Sitz in Fremont, Kalifornien, der mit der Transaktion dauerhaft auf dem europäischen Markt Fuß fassen will. Ausbau des Standorts Indien stärkt InternationalisierungAnfang September 2017 wurde am indischen Standort Pune eine neue Anlage zur Elektronenbeschleunigung mit einer Gesamtkapazität für elektronenstrahlvernetzte Kabel von 80.000 km pro Jahr in Betrieb genommen. Durch die Behandlung unter dem Elektronenstrahl können wir Hochleistungskabel produzieren, die unter anderem formbeständiger unter Hitzeeinfluss, resistenter gegenüber Chemikalien, Lösungsmitteln und Temperaturschwankungen sowie härter und unempfindlicher hinsichtlich Abrieb sind. In Indien werden diese Spezialkabel vor allem an Kunden aus der dynamischen Solar- und Bahnbranche geliefert. Mit dem Ausbau des Werks in Pune, in dessen Expansion insgesamt rund 10 Mio. € investiert wurden, treiben wir die Internationalisierung des Industriegeschäfts weiter voran. Fortschritte bei der digitalen TransformationDie digitale Transformation der Wire & Cable Solutions Division wurde im Berichtsjahr planmäßig vorangetrieben. Im Mittelpunkt stand die Digitalisierung des Angebotsspektrums und dabei insbesondere die Entwicklung sogenannter intelligenter Kabel, die ihre Funktionalität dank integrierter Sensorik beispielsweise hinsichtlich Temperatur, Medienbeständigkeit oder mechanischer Belastung selbst überwachen können. Nach der Entwicklung erster wichtiger technischer Lösungen haben wir mit den Vorbereitungen für eine mögliche Patentierung begonnen. Außerdem wurden gezielte Neueinstellungen vorgenommen, um unser Digitalisierungs-Know-how auszuweiten. Auch auf organisatorischer Ebene erzielten wir wichtige Fortschritte, unter anderem durch die verstärkte Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Bedeutung der digitalen Transformation. Geschäftsverlauf 2017Kennzahlen Wire & Cable Solutionsscroll
Umsatz wächst um 7 Prozent auf 1,9 Mrd. €Die Wire & Cable Solutions Division erhöhte ihren Außenumsatz im Geschäftsjahr 2017 um fast 7 Prozent auf 1.861,3 Mio. €. Damit konnten wir den Umsatzwegfall aus dem Verkauf der Business Group Electrical Appliance Assemblies durch organisches Wachstum im Automobil- und Industriegeschäft sowie positive Kupferpreiseffekte mehr als ausgleichen. Mit 1.067,9 Mio. € (Vorjahr: 971,0 Mio. €) wurde der Großteil des Geschäftsvolumens in der Region EMEA erzielt. In Amerika nahm der Umsatz um gut 13 Prozent auf 426,8 Mio. € (Vorjahr: 377,0 Mio. €) zu und in Asien aufgrund des Verkaufs der BG Electrical Appliance Assemblies um circa 7 Prozent auf 366,6 Mio. € (Vorjahr: 393,6 Mio. €) ab. Strategisch wichtige Projekte 2017 ›› Seite 58 f Umsatzentwicklung 2017Umsatzentwicklung Wire & Cable Solutionsscroll
Unsere Standard- und Spezialleitungen für die Automobilindustrie waren im Berichtszeitraum weltweit stark gefragt, sodass die Business Group Automotive Cable Solutions insgesamt ein Umsatzplus von rund 19 Prozent erreichte. Besonders gut zeigte sich dieses Geschäft in der Region EMEA. Hier verzeichneten wir aufgrund der verstärkten Entwicklungsaktivitäten im Bereich Elektromobilität auch eine sehr dynamische Nachfrage nach unseren Ladekabeln für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. Der Umsatz mit diesen Produkten stieg in der Berichtsperiode insgesamt von 21,3 Mio. € auf 22,6 Mio. €. Auch die Business Group Industrial Solutions konnte leicht zulegen: In Summe wuchs das Industriegeschäft um circa 6 Prozent, wobei sich die Regionen Asien und Amerika überdurchschnittlich gut entwickelten. Weltweit registrierten wir einen anhaltend hohen Bedarf an unseren Kabeln und Lösungen für die Robotik, Fiber Optics, Automatisierungs- und Antriebstechnik sowie Fabrikautomation. Der Absatz in den Bereichen Medizintechnik und Datacom verlief ebenfalls positiv. Das zunächst noch rückläufige Geschäft mit Infrastruktur-Kabeln stabilisierte sich im Jahresverlauf. Lediglich der Umsatz mit der petrochemischen Industrie blieb im gesamten Berichtszeitraum unter den Erwartungen und dem Vorjahresniveau. In der BG Conductors & Copper Solutions verzeichneten wir in allen Produktbereichen eine lebhafte Nachfrage, sodass ihr Umsatz insgesamt um 16 Prozent stieg. Außenumsatz Wire & Cable Solutions![]() Außenumsatz Wire & Cable Solutions nach Quartalen![]() Ergebnis legt durch Sondereffekt auf 104,6 Mio. € zuDas Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Unternehmensbereichs WCS erhöhte sich 2017 gegenüber dem Vorjahr kräftig um ein Viertel auf 104,6 Mio. €. Dabei ist zu berücksichtigen, dass durch den Verkauf der Business Group Electrical Appliance Assemblies ein positiver Entkonsolidierungseffekt von 24,3 Mio. € entstand. Auf der anderen Seite trug der Geschäftsbereich 4,6 Mio. € weniger als im Vorjahr zum operativen Ergebnis bei, da er nur noch anteilig bis zur Veräußerung konsolidiert wurde. Darüber hinaus war die Ertragslage durch einen hohen Preisdruck im Solarenergiemarkt und das anhaltend schwache Petrochemiegeschäft beeinträchtigt. Strategisch wichtige Projekte 2017 ›› Seite 58 f Bereinigt um sämtliche nicht-operativen Effekte belief sich das EBIT auf 80,7 Mio. € (Vorjahr: 85,0 Mio. €). EBIT Wire & Cable Solutions![]() Bereinigtes EBIT1 Wire & Cable Solutionsscroll
Auftragseingang steigt auf 1,9 Mrd. €2017 gingen bei der Wire & Cable Solutions Division neue Bestellungen im Wert von 1.883,7 Mio. € ein, das entsprach gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von fast 8 Prozent. Auch der Umsatz der Berichtsperiode wurde damit leicht übertroffen. Der größte Teil des Auftragseingangs entfiel auf die Business Group Automotive Cable Solutions und betraf sowohl Standard- als auch Spezialkabel wie Highspeed-Datenleitungen für Fahrerassistenz- und Infotainment-Systeme sowie Elektroladekabel. Aber auch in vielen Industriebereichen erhielten wir wichtige neue Bestellungen, unter anderem aus den Bereichen Datenverarbeitung und Infrastruktur. WirtschaftsberichtGeschäftsverlauf im Überblick / Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Entwicklung und Vergleich mit der PrognoseKennzahlen Konzernscroll
Der LEONI-Konzern entwickelte sich 2017 besser als erwartet. Die Nachfrage der Automobil- und Investitionsgüterindustrien nach unseren Produkten, Systemen und Dienstleistungen stieg im Jahresverlauf mit zunehmender Dynamik an, sodass sich der Konzernumsatz 2017 um rund 11 Prozent auf 4,9 Mrd. € erhöhte. Damit konnte die Prognose, die zuletzt im November des vergangenen Jahres auf rund 4,8 Mrd. € angehoben worden war, übertroffen werden. Zu dem Wachstum, das überwiegend organisch erzielt wurde, trugen beide Unternehmensbereiche bei: Der Umsatz wuchs in der Wiring Systems Division um fast 14 Prozent auf 3,1 Mrd. € und im Segment Wire & Cable Solutions um rund 7 Prozent auf 1,9 Mrd. €. Auf Basis der guten operativen Performance insbesondere der Wiring Systems Division verbesserte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um mehr als 12 Prozent auf 821,4 Mio. €. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte kräftig von 79,2 Mio. € auf 225,3 Mio. € zu und lag damit ebenfalls über dem erwarteten Wert von rund 220 Mio. €. Daraus ergibt sich eine von 1,8 Prozent auf 4,6 Prozent erhöhte EBIT-Marge. Neben dem Mehrumsatz und erfolgreich umgesetzten Restrukturierungs- und Performancesteigerungs-Maßnahmen ist der starke Zuwachs auch auf Sonderfaktoren zurückzuführen: Durch den Verkauf des Geschäftsbereichs Electrical Appliance Assemblies (ES) und eine Versicherungsentschädigung entstand im Berichtszeitraum ein positiver Ergebniseffekt von rund 30 Mio. €. Dagegen war der Vorjahreswert von Restrukturierungsaufwendungen und einem Betrugsschaden mit rund 70 Mio. € belastet. Auch bereinigt um sämtliche nicht-operativen Effekte verbesserte sich das Konzern-EBIT 2017 deutlich - um 29 Prozent auf 207,3 Mio. €. Der Konzernüberschuss nach Steuern erhöhte sich von 11,5 Mio. € auf 143,9 Mio. €. Das Ergebnis nahm in beiden Divisionen zu: Im Unternehmensbereich Wiring Systems stieg das EBIT auf 116,6 Mio. € (Vorjahr: 35,7 Mio. €) und damit stärker als erwartet (Prognose vom November: 110 Mio. €). In der Wire & Cable Solutions Division wuchs es wie angekündigt auf 104,6 Mio. € (Vorjahr: 83,7 Mio. €). Das kräftige Ergebnisplus führte 2017 bei allen wesentlichen Messgrößen der Finanz- und Vermögenslage des LEONI-Konzerns zu einer positiven Entwicklung. Der Free Cashflow verbesserte sich, unter anderem auch durch den Mittelzufluss aus dem Verkauf der Business Group Electrical Appliance Assemblies, von - 27,5 Mio. € auf 11,1 Mio. €, obwohl die Investitionen wegen der zahlreichen Neuprojekte unserer Kunden um rund ein Drittel auf 281,4 Mio. € ausgeweitet wurden. Die Nettofinanzverschuldung blieb trotz der Geschäftsausweitung mit 406,2 Mio. € etwa auf dem Vorjahresniveau von 403,6 Mio. €. Die Eigenkapitalquote stieg von 31,1 Prozent auf 32,7 Prozent und der Return on Capital Employed von 5,1 Prozent auf 14,1 Prozent. Umsatz und ErtragslageKonzernumsatz steigt auf 4,9 Mrd. €Auf Basis der dynamischen Nachfrage nach unseren Fahrzeugleitungen, Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen für die Automobilindustrie sowie den Produkten, Lösungen und Services für die Investitionsgüterindustrie erhöhte sich der Konzernumsatz 2017 um mehr als 11 Prozent oder 491,5 Mio. € auf 4.922,8 Mio. €. Den Großteil der Steigerung - 440,0 Mio. € - erzielten wir aus eigener Kraft. Hinzu kam ein positiver Einfluss aus der Kupferpreisveränderung in Höhe von 190,0 Mio. €. Dem standen negative Effekte aus Wechselkurs-sowie aus Konsolidierungskreisveränderungen gegenüber. Letztere ergaben sich im Wesentlichen aus dem Wegfall des Geschäftsvolumens der im Mai 2017 veräußerten Business Group Electrical Appliance Assemblies, der teilweise durch den zusätzlichen Umsatz der seit November 2016 in den Konsolidierungskreis einbezogenen Beteiligungsgesellschaft Wuhan Hengtong Automotive kompensiert wurde. Bericht aus den Unternehmensbereichen/Segmentbericht ›› Seite 54 ff Umsatzentwicklung Konzern 2017scroll
Im Berichtszeitraum konnte LEONI in allen Regionen expandieren: Das stärkste Wachstum verzeichneten wir in Asien, wo der Umsatz um fast 15 Prozent auf 767,0 Mio. € zulegte. Das im Wirtschaftsraum EMEA erzielte Geschäftsvolumen erhöhte sich um gut 11 Prozent auf 3.405,6 Mio. €. In Amerika stieg der Umsatz um rund 7 Prozent auf 750,3 Mio. €. Damit entfielen 69,2 Prozent des Gesamtvolumens auf die Region EMEA, 15,6 Prozent auf Asien und 15,2 Prozent auf Amerika. Konzernumsatz![]() Konzernumsatz nach Quartalen![]() Konzernumsatz nach Segmenten in %![]() Konzernumsatz nach Regionen (in %)![]() Konzern-EBIT legt kräftig auf 225,3 Mio. € zuDurch die erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zur Performancesteigerung in der Wiring Systems Division erhöhten sich die Umsatzkosten des LEONI-Konzerns 2017 leicht unterproportional zum Geschäftsvolumen um knapp 11 Prozent auf 4.101,5 Mio. €. Daher verbesserte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um gut 12 Prozent auf 821,4 Mio. €, und die Brutto-Umsatzmarge nahm von 16,5 Prozent auf 16,7 Prozent zu. Die Vertriebskosten lagen mit 243,4 Mio. € nur geringfügig über dem Vergleichswert 2016 von 239,9 Mio. €, während die allgemeinen Verwaltungskosten hauptsächlich wegen mehrjähriger IT- und anderer Konzernprojekte um rund 14 Prozent auf 273,3 Mio. € anwuchsen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten, die wesentlich von den Projektphasen unserer Kundenaufträge abhängen, gingen um circa 4 Prozent auf 129,1 Mio. € zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge vergrößerten sich im Berichtszeitraum deutlich von 28,0 Mio. € auf 45,7 Mio. €. Sie enthielten den Entkonsolidierungsgewinn aus dem Verkauf der Business Group Electrical Appliance Assemblies in Höhe von 24,3 Mio. € sowie eine Versicherungsentschädigung im Zusammenhang mit dem 2016 aufgedeckten Betrugsfall von 5,0 Mio. €. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich von 77,4 Mio. € auf 18,8 Mio. €. Sie hatten im Vorjahr die Belastung aus dem Betrugsfall von 40,0 Mio. € und hohe Restrukturierungsaufwendungen enthalten. Risiko- und Chancenbericht ›› Seite 95 ff Im Ergebnis aus assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, das von 12,2 Mio. € auf 22,8 Mio. € kräftig zulegte, machte sich die gute Geschäftsentwicklung unseres Joint Ventures in Langfang, China, bemerkbar. In Summe erhöhte sich das Konzern-EBIT 2017 von 79,2 Mio. € auf 225,3 Mio. €. Bereinigt um sämtliche nicht-operativen Effekte stieg das EBIT um rund 29 Prozent auf 207,3 Mio. €. Nach Abzug des Finanzergebnisses inklusive des Beteiligungsergebnisses, das mit - 24,9 Mio. € annähernd auf dem Vorjahresniveau von - 24,4 Mio. € lag, ergab sich ein von 54,8 Mio. € auf 200,3 Mio. € kräftig verbessertes Ergebnis vor Steuern (EBT). Unter Berücksichtigung der Steuerquote, die sich 2017 auf einem normalen Niveau bewegte, wurde für das Berichtsjahr ein Konzernüberschuss von 143,9 Mio. € ausgewiesen nach 11,5 Mio. € im Jahr 2016. Konzern-EBIT![]() Bereinigtes Konzern-EBIT1![]()
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Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung
der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Gewinne aus Unternehmensverkäufen,
Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate und Belastung
aus Betrugsfall Konzern-EBIT nach Quartalen![]() Bereinigtes EBIT Konzern1scroll
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Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung
der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Gewinne aus Unternehmensverkäufen,
Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate und Belastung
aus Betrugsfall Netto-Wertschöpfung2017 erzielte der LEONI-Konzern eine Netto-Wertschöpfung von 1.284,0 Mio. € im Vergleich zu 1.049,7 Mio. € im Vorjahr. Diese Eigenleistung errechnet sich aus den Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen abzüglich Materialaufwand, Abschreibungen und sonstigen Vorleistungen. Mit einem Anteil von 82 Prozent kommt der überwiegende Teil der Wertschöpfung in Form von Personalaufwand und Sozialabgaben unseren Mitarbeitern zugute. Unsere Aktionäre erhielten 4 Prozent, die Kreditgeber 2 Prozent. 8 Prozent der Wertschöpfung flossen in unsere Rücklagen. Netto-Wertschöpfungscroll
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Konzernüberschuss abzgl. Dividende FinanzlageFinanzierungsstrategieDer LEONI-Konzern legt Wert auf eine dauerhafte solide, ausgewogene Finanzierungsstruktur. Ziel ist eine nachhaltige Eigenkapitalquote von mindestens 35 Prozent und ein Leverage (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA) von unter 1. Damit wollen wir sowohl am Kapitalmarkt als auch bei den Banken und Lieferanten eine nachhaltig gute Bonitätsbeurteilung sichern. Um unseren langfristigen Finanzierungsbedarf zu decken, nutzen wir den Kapitalmarkt. Die kurzfristige Finanzierung erfolgt über Kreditlinien bei Kernbanken. LEONI wird seit mehr als einem Jahrzehnt durch die Deutsche Bundesbank als notenbankfähig eingestuft. Ein offizielles Rating existiert nicht, da es aus unserer Sicht aktuell keinen Mehrwert generieren würde. Die Kreditvereinbarungen von LEONI enthalten keine Financial Covenants. Das geplante Unternehmenswachstum wollen wir grundsätzlich aus dem operativen Cashflow finanzieren. Details zur Kapitalsteuerung enthält der Konzernanhang. Konzernanhang ›› Seite 142 ff Finanz- und LiquiditätsmanagementDas Finanzmanagement des LEONI-Konzerns wird zentral durch die Holdinggesellschaft LEONI AG abgewickelt. Sie aggregiert den Kapitalbedarf auf Konzernebene und nimmt die nötigen Maßnahmen für die gesamte Unternehmensgruppe vor. In Ausnahmefällen greifen wir auf regionale Sonderfinanzierungen zurück. Die wesentlichen Ziele des Finanzmanagements sind die Sicherung der Liquidität der Unternehmensgruppe weltweit, die Optimierung der Finanzaufwendungen und -erträge sowie die Steuerung und Minimierung der Währungs- und Zinsrisiken. Um möglichst unabhängig von einzelnen Märkten oder Finanzierungsarten zu sein, nutzen wir ein breites Spektrum an Instrumenten. Generell arbeitet LEONI langfristig und vertrauensvoll mit internationalen Kreditinstituten zusammen. Die Finanzierung der Konzerngesellschaften wird weitestgehend in deren funktionaler Währung abgewickelt. Wesentliche Finanzverbindlichkeiten bestanden 2017 in Euro, indischen Rupien, südkoreanischen Won, russischen Rubel und US-Dollar, wobei die Verbindlichkeiten in russischen Rubel im Laufe des Geschäftsjahres zurückgezahlt wurden. Die Liquidität des LEONI-Konzerns steuern wir unter anderem über ein Cash-Pooling-System mit Pools in den Herkunftsländern der wichtigsten Konzernwährungen. Darüber hinaus übernimmt die LEONI AG den größten Teil des Zahlungsverkehrs für die Gruppe. Um stets allen finanziellen Verpflichtungen verlässlich nachkommen zu können, nutzen wir grundsätzlich Kapitalmarktinstrumente wie Bonds oder Schuldscheindarlehen zentral für die gesamte Gruppe und sorgen für Kreditlinien in ausreichender Höhe. Konzernanhang ›› Seite 142 ff Auch die außerbilanziellen Instrumente Leasing und Factoring, die wir zur Verbesserung der Liquidität einsetzen, werden zentral gesteuert. Vor allem das Factoring stellt aufgrund seiner Flexibilität in Bezug auf die Umsatzentwicklung und den daraus resultierenden Finanzierungsbedarf eine wichtige Ergänzung zu anderen Instrumenten der Liquiditätssteuerung dar. Ende 2017 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 194,1 Mio. € (Vorjahr: 153,1 Mio. €) durch echtes Factoring gemindert. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfielen 35,5 Mio. € (Vorjahr: 45,8 Mio. €) auf den Eingang von Forderungen, die im Rahmen von echtem Factoring verkauft waren. Zur Lieferantenfinanzierung im Zusammenhang mit der Kupferbeschaffung werden zudem Reverse-Factoring-Transaktionen eingesetzt. Per 31. Dezember 2017 waren im Rahmen geschlossener Reverse-Factoring-Vereinbarungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 185,9 Mio. € (Vorjahr: 144,0 Mio. €) an Factoring-Unternehmen übertragen. Angaben zum Leasing sowie zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken enthält der Konzernanhang. Konzernanhang ›› Seite 142 ff Unverändert solide FinanzierungsstrukturDie Finanzierungsstruktur des LEONI-Konzerns hat sich 2017 nicht wesentlich verändert. Wie geplant haben wir ein Schuldscheindarlehen über 63 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten, Ende 2017 bestehenden Langfristfinanzierungen: Finanzierungsstrukturscroll
DividendenpolitikDie Dividendenpolitik von LEONI sieht grundsätzlich vor, rund ein Drittel des Konzernüberschusses an die Aktionäre auszuschütten. Damit soll zum einen den Erwartungen der Anteilseigner in Form einer angemessenen Dividende entsprochen und zum anderen durch Gewinnthesaurierung ausreichend Liquidität für die Unternehmensentwicklung gewährleistet werden. Für 2017 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung demgemäß vor, eine Dividende von 1,40 € je Aktie auszubezahlen (Vorjahr: 0,50 €). Das entspricht einem Anteil von 31,8 Prozent des Jahresüberschusses oder einer Ausschüttungssumme von 45,7 Mio. € (Vorjahr: 16,3 Mio. €). Kapitalkosten und ROCEDer gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC) für den LEONI-Konzern belief sich 2017 auf 7,59 Prozent (Vorjahr: 6,33 Prozent). Der Return on Capital Employed (ROCE, Rendite auf das eingesetzte Kapital) stieg auf 14,1 Prozent (Vorjahr: 5,1 Prozent). Berechnung des Return on Capital Employedscroll
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Der Jahresdurchschnitt berechnet sich aus den letzten fünf Quartalsultimos Berechnung des WACC Konzernscroll
Return on Capital Employed![]() Positiver Free Cashflow von 11,1 Mio. €Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erhöhte sich im LEONI-Konzern 2017 von 175,4 Mio. € auf 244,6 Mio. €. Dabei stand dem auch durch Sonderfaktoren deutlich verbesserten Konzernergebnis eine aufgrund der Geschäftsausweitung gestiegene Mittelbindung im Working Capital gegenüber, die insbesondere auf vermehrte Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen war. Vermögenslage ›› Seite 74 f Im investiven Bereich flossen in der Berichtsperiode mit 233,6 Mio. € mehr Mittel ab als im Vergleichszeitraum 2016 (Vorjahr: 202,9 Mio. €), was auf unsere verstärkte Investitionstätigkeit zurückzuführen war. Aus dem Verkauf der Business Group Electrical Appliance Assemblies flossen 36,7 Mio. € zu. Der Free Cashflow nahm von - 27,5 Mio. € auf 11,1 Mio. € zu. Investitionen ›› Seite 72 f Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf - 35,9 Mio. € (Vorjahr: - 34,7 Mio. €). Dabei wurden die Auszahlungen für die planmäßige Tilgung eines Langfristdarlehens und die Dividendenausschüttung teilweise durch die Aufnahme neuer Kurzfristkredite kompensiert. In Summe und nach Berücksichtigung wechselkursbedingter Veränderungen verringerte sich der Finanzmittelbestand des LEONI-Konzerns per Ende 2017 auf 185,1 Mio. € (Vorjahr: 208,9 Mio. €). Operativer Cashflow1![]()
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geänderte Ermittlung ab 2016 Konzernkapitalflussrechnung (Kurzfassung) / Berechnung des Free Cashflowscroll
Free Cashflow1![]()
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geänderte Ermittlung ab 2016 Investitionen auf 281,4 Mio. € ausgeweitetDie Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des LEONI-Konzerns erhöhten sich 2017 um circa ein Drittel auf 281,4 Mio. €. Hiervon entfielen 225,9 Mio. € auf die Region EMEA, 29,8 Mio. € auf Asien und 25,7 Mio. € auf Amerika. Im Unternehmensbereich Wiring Systems stiegen die Investitionen um rund 21 Prozent auf 163,9 Mio. €. Der Großteil wurde für den weltweiten Kapazitätsausbau aufgrund von neuen Kundenprojekten verwendet. Unter anderem haben wir Standorte in Osteuropa und Nordafrika erweitert sowie neue Werke in Kolomiya/ Ukraine, Merida/Mexiko und Nis/Serbien errichtet. Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Umbau der Divisionszentrale in Kitzingen/Deutschland. Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions investierte mit 107,8 Mio. € rund 65 Prozent mehr als im Vorjahr - insbesondere in zusätzliche Kapazitäten für die Produktion von Fahrzeugspezialleitungen in Osteuropa sowie für ausgewählte Industriekabel. Zu den bedeutenden Einzelprojekten zählten die neue Fabrik am deutschen Standort Roth und eine Anlage zur Elektronenbeschleunigung in Indien. Ferner investierten wir in Deutschland in die Glasfaserfertigung. Details zu den wichtigen Projekten der beiden Divisionen enthält der Segmentbericht. Die Investitionen der LEONI AG, die von 10,0 Mio. € auf 9,7 Mio. € abnahmen, betrafen hauptsächlich die IT-Infrastruktur. Bericht aus den Unternehmensbereichen/Segmentbericht ›› Seite 54 ff Investitionen![]() Investitionen des LEONI-Konzerns nach Regionen in %![]() Nettofinanzverschuldung annähernd stabilDie Nettofinanzverschuldung des LEONI-Konzerns blieb trotz der merklichen Geschäftsausweitung mit 406,2 Mio. € etwa auf Vorjahreshöhe (Vorjahr: 403,6 Mio. €). Daraus errechnet sich ein Leverage (Nettofinanz-schulden/EBITDA) von 1,1 nach 1,8 im Jahr 2016. Das Gearing (Nettofinanzschulden in Prozent des Eigenkapitals) verbesserte sich von 44 Prozent auf 40 Prozent. Berechnung der Nettofinanzschuldenscroll
Eigenkapital1 und Nettofinanzschulden / Gearing![]() VermögenslageDie Bilanz des LEONI-Konzerns verlängerte sich per 31. Dezember 2017 im Stichtagsvergleich um knapp 7 Prozent auf 3.126,3 Mio. €. Auf der Aktivseite erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte insgesamt um 4 Prozent auf 1.655,3 Mio. €. Bemerkbar machten sich hier vor allem die wegen der Geschäftsausweitung um fast 14 Prozent auf 664,7 Mio. € gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Auch die Vorräte wuchsen um knapp 14 Prozent auf 669,5 Mio. €, was teilweise auf den höheren Kupferpreis zurückzuführen war. Die sonstigen Vermögenswerte nahmen hauptsächlich aufgrund von vermehrten Umsatzsteuerforderungen um gut 18 Prozent auf 124,8 Mio. € zu. Dem stand die 11-prozentige Reduzierung der Zahlungsmittel und -äquivalente auf 185,1 Mio. € gegenüber. Finanzlage ›› Seite 68 ff Die größte Veränderung bei den langfristigen Vermögenswerten, die in Summe rund 8 Prozent auf 1.471,0 Mio. € zulegten, war das Plus von circa 11 Prozent auf 1.052,3 Mio. € beim Sachanlagevermögen, das aus unserer intensiven Investitionstätigkeit resultierte. Durch den erfolgreichen Geschäftsverlauf unseres chinesischen Joint Ventures in Langfang erhöhten sich außerdem die Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen von 24,8 Mio. € auf 34,1 Mio. €. Die Forderungen aus langfristigen Entwicklungsaufträgen nahmen um 13,5 Prozent auf 60,5 Mio. € zu. Finanzlage ›› Seite 68 ff Unter den Passiva legten die kurzfristigen Verbindlichkeiten um fast 15 Prozent auf 1.476,8 Mio. € zu. Neben den geschäftsinduziert um circa 14 Prozent auf 974,9 Mio. € vergrößerten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vermehrten sich vor allem die kurzfristigen Finanzschulden von 150,3 Mio. € auf 254,4 Mio. €. Hier wirkte sich im Wesentlichen die Umgliederung eines Darlehens aus dem Langfristbereich aus, das im dritten Quartal 2018 fällig ist. Die kurzfristigen anderen Verbindlichkeiten stiegen wegen Mitarbeiter-Boni um rund ein Viertel auf 188,6 Mio. €. Dagegen reduzierten sich die Rückstellungen nach Abschluss der umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen im Vorjahr von 53,5 Mio. € auf 33,4 Mio. €. Die erwähnte Umgliederung sowie die 2017 planmäßig erfolgte Rückzahlung eines Darlehens war dafür verantwortlich, dass sich die langfristigen Finanzschulden von 462,1 Mio. € auf 336,9 Mio. € verringerten. Von 183,1 Mio. € auf 170,8 Mio. € nennenswert gesunken sind ferner die Pensionsrückstellungen, die infolge des veränderten Marktzinsniveaus neu bewertet werden mussten. In Summe gingen die langfristigen Verbindlichkeiten um knapp 16 Prozent auf 625,9 Mio. € zurück. Das Eigenkapital des LEONI-Konzerns nahm 2017 im Stichtagsvergleich um fast 12 Prozent auf 1.023,6 Mio. € zu. Dabei wurde der Effekt aus dem Ergebnisanstieg, der zu einer Erhöhung der Gewinnrücklagen um gut 20 Prozent auf 763,9 Mio. € führte, durch negative Währungseffekte geschmälert, die sich in dem von - 51,4 Mio. € auf - 72,2 Mio. € verminderten kumulierten sonstigen Ergebnis widerspiegelten. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 31,1 Prozent auf 32,7 Prozent. Vermögens- und Kapitalstrukturscroll
Eigenkapitalquote![]() Nicht bilanziertes VermögenNeben dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern auch immaterielle Vermögenswerte, die gemäß den geltenden Rechnungslegungsvorschriften nicht bilanziert werden dürfen. Im Wesentlichen sind dies originäre Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Fertigungs-Know-how, Organisations- und Verfahrensvorteile sowie Marken- und Humankapital. Des Weiteren werden geleaste bzw. gemietete oder gepachtete Vermögenswerte genutzt, die aufgrund der gewählten Vertragsstruktur nicht im Anlagevermögen zu bilanzieren sind. Weitere Indikatoren (inkl. Nichtfinanzielle Erklärung)BeschaffungFür die Herstellung unserer Produkte kaufen wir vor allem Metalle, Kunststoffe und Komponenten zu. Ihre Beschaffung ist von wesentlicher Bedeutung für den Materialaufwand des LEONI-Konzerns. Insgesamt beliefen sich unsere Materialkosten 2017 konzernweit auf 2.880,6 Mio. € (Vorjahr: 2.554,4 Mio. €). Daraus errechnet sich gemessen am Umsatz eine Materialquote von 58,5 Prozent (Vorjahr: 57,6 Prozent). Kupfer spürbar verteuertDer Materialaufwand des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions lag in der Berichtsperiode bei 1.329,2 Mio. € (Vorjahr: 1.182,6 Mio. €) oder 64,3 Prozent des Segmentumsatzes (Vorjahr: 61,8 Prozent). Der wichtigste Rohstoff blieb mit einem Jahresvolumen von rund 150.000 Tonnen unverändert Kupfer, das wir bei großen strategischen Lieferanten beziehen. Die Preisfindung erfolgt auf Basis der Notierung an der Londoner Metallbörse. 2017 unterlag der Kupferpreis starken Schwankungen: Während sich das Metall zu Jahresbeginn zunächst spürbar verteuerte, ging die Notierung im zweiten Quartal deutlich bis auf den Tiefstwert von 500,08 €/100 kg zurück. Ab der Jahresmitte zog sie mit einer kurzen Unterbrechung wieder spürbar an, wobei der höchste Preis Ende Dezember mit 611,45 €/100 kg erreicht wurde. Im Jahresdurchschnitt verteuerte sich Kupfer 2017 um rund 23 Prozent auf 552,95 €/100 kg. Zu den anderen Metallen, die das Portfolio abrunden, zählen Silber, das sich im Berichtsjahr durchschnittlich um circa 2 Prozent verbilligte, sowie Nickel und Zinn, deren Preis um knapp 6 Prozent beziehungsweise gut 9 Prozent anstieg. Entwicklung des Kupferpreises 2017 (niedrige DEL-Notierung)![]() Verknappung bei SonderisolierwerkstoffenDen zweitgrößten Anteil am Materialkostenblock der WCS hatten mit leicht wachsenden Volumina von über 50.000 Tonnen Standardkunststoffe wie Polyvinylchlorid- und Polyethylen-Mischungen. Hier verzeichneten wir im Berichtsjahr aufgrund der guten Konjunktur und der damit verbundenen hohen Auslastung der Produzenten eine Verknappung und einen kontinuierlichen Preisanstieg von teilweise über 10 Prozent. Durch die nochmals intensivierte Zusammenarbeit mit unseren Kernlieferanten konnten wir die Versorgung dennoch sicherstellen. Hinzu kamen Sonderisolierwerkstoffe wie thermoplastische Elastomere, Fluorpolymere und Polyurethan. Bei einigen dieser Sonderisolierwerkstoffe führten der durch Naturkatastrophen bedingte Ausfall von mehreren Anlagen in den USA sowie die staatlich angeordnete Abschaltung etlicher Chemieanlagen in China zu einer extremen Verknappung zahlreicher Basiswerkstoffe. Wegen der Verknappung und der nicht ausreichenden Versorgung des Marktes stiegen die Preise für diese Basiswerkstoffe teilweise um mehr als 100 Prozent an. Im laufenden Jahr könnte sich das Preisniveau weiter erhöhen und die Versorgungssituation noch verschärfen. Weltweit hohe Komponenten-NachfrageIn der Wiring Systems Division belief sich der Materialaufwand in der Berichtsperiode auf 1.761,5 Mio. € (Vorjahr: 1.538,1 Mio. €), das entsprach 57,5 Prozent des Bereichsumsatzes (Vorjahr: 57,2 Prozent). Mit einem Anteil von 41 Prozent am Gesamtaufwand bildeten Steckverbinder weiterhin die wichtigste Materialgruppe, gefolgt von Kabeln und Leitungen mit 35 Prozent und Befestigungsteilen mit 10 Prozent. 8 Prozent entfielen auf elektrische Komponenten sowie 6 Prozent auf Spritzgussteile. Kabel und Leitungen für die Produktion von Bordnetz-Systemen kauft der Unternehmensbereich WSD zu großen Teilen vom Segment Wire & Cable Solutions, nutzt jedoch auch externe Zulieferer. Die Beschaffung von Komponenten wie Steckverbindern und Befestigungsteilen erfolgt weitgehend von außen. Dabei arbeitet LEONI häufig mit Lieferanten zusammen, die im Zuge der Auftragsvergabe durch die Kunden aus der Automobilindustrie bestimmt werden. Die sehr starke Nachfrage nach Komponenten und die entsprechend hohe Auslastung bei Vorlieferanten führten im Berichtszeitraum zu einer Verknappung von Steckern. Derartigen Versorgungsengpässen und Preissteigerungen begegnen wir generell mit intensiven globalen Lieferantenverhandlungen, neuen Technologien und Substitution. Durch den internationalen Konditionenvergleich im Rahmen unseres weltweit aufgestellten Einkaufsmangements konnten wir in der Berichtsperiode Einsparungen erzielen. Mitarbeiter1Belegschaft wächst auf 86.340 BeschäftigteZum Jahresende 2017 vergrößerte sich die Stammbelegschaft der LEONI-Gruppe im Stichtagsvergleich um 7.303 auf 86.340 Personen, davon 7.454 Neueinstellungen im gewerblichen Bereich. Der Großteil der LEONI-Beschäftigten - 81.753 Personen (Vorjahr: 74.667) oder 94,7 Prozent (Vorjahr: 94,5 Prozent) - war im Ausland tätig. In Deutschland hatte LEONI 4.587 Arbeitnehmer (Vorjahr: 4.370). Konzernweit entfielen 8,6 Prozent des Personals (Vorjahr: 8,9 Prozent) auf Hoch- und 91,4 Prozent (Vorjahr: 91,1 Prozent) auf Niedriglohnländer. Der Zuwachs resultierte überwiegend aus der Wiring Systems Division, wo die Zahl der Mitarbeiter in der Berichtsperiode um 8.626 Personen auf 77.909 Beschäftigte stieg. Verantwortlich dafür waren insbesondere zusätzliche Bordnetz-Projekte für Standorte in Marokko, Mexiko, Russland und Tunesien sowie die Eröffnung neuer Werke in Mexiko und der Ukraine. Bericht aus den Unternehmensbereichen/Segmentbericht ›› Seite 54 ff Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions nahm die Beschäftigtenzahl 2017 durch die Veräußerung der Business Group Electrical Appliance Assemblies deutlich ab. Dem standen Neueinstellungen vor allem in China, Deutschland, Mexiko und der Slowakei gegenüber, hauptsächlich für die Fertigung von Fahrzeugsonderleitungen. Insgesamt verringerte sich die Mitarbeiterzahl des Unternehmensbereichs im Stichtagsvergleich um 1.340 auf 8.118 Arbeitnehmer. Die Belegschaft der Holdinggesellschaft LEONI AG wuchs bis Ende 2017 auf 313 Personen gegenüber 296 ein Jahr zuvor. Bericht aus den Unternehmensbereichen/Segmentbericht ›› Seite 54 ff Bei LEONI waren am Jahresende konzernweit 19.312 Mitarbeiter in befristeten Arbeitsverhältnissen (Vorjahr: 13.179) angestellt, über Personalleasingverträge wurden weitere 5.626 Personen (Vorjahr: 4.322) beschäftigt. Damit kann unter anderem rasch auf Nachfrageschwankungen reagiert werden Die LEONI-Belegschaft war 2017 in Deutschland wie im Vorjahr durchschnittlich 42 Jahre alt und seit zwölf Jahren im Unternehmen tätig. In der Berichtsperiode feierten 52 Mitarbeiter ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum (Vorjahr: 61). Die Quote der Menschen mit Behinderung lag bei 3,5 Prozent (Vorjahr: 3,4 Prozent). Insgesamt arbeiteten 420 Personen (Vorjahr: 348) in Teilzeit und weitere 116 befanden sich in Altersteilzeit (Vorjahr: 111). Mitarbeiter im Konzern![]() Mitarbeiter nach Segmenten in %![]() Mitarbeiter nach Regionen in %![]() Entwicklung der Mitarbeiterzahl nach Lohngebieten![]() Personalstrategie und -organisationDas Hauptziel der LEONI-Personalstrategie ist es, das Unternehmen auch in Zukunft als attraktiven Arbeitgeber aufzustellen sowie die Umsetzung der Unternehmensvision und -strategie insbesondere im Hinblick auf das weitere weltweite Wachstum sowie die digitale Transformation zu unterstützen. Hierfür gilt es, einerseits die effiziente Abwicklung des bestehenden Geschäfts zu begleiten und andererseits einen tragfähigen organisatorischen und kulturellen Rahmen für Innovation und Veränderung zu entwickeln. Eine Grundlage für die Nutzung der Erfolgspotenziale von Organisation und Belegschaft ist das strategische HR- (Human Resources) Programm oneHR. Damit schaffen wir im Bereich HR konzernweit global harmonisierte und standardisierte Kernprozesse, führen moderne, weltweite HR-IT-Systeme ein und stellen die Organisation mit einem klaren Steuerungs- und Rollenmodell von Business-/ Servicepartnern, Centers of Expertise (CoE) sowie vier regionalen Shared Service Centers (SSC) neu auf. Dies wird zu einer höheren Effizienz der HR-Pro-zesse, einer verbesserten Servicequalität und einem erweiterten Leistungsportfolio für unsere Mitarbeiter und Führungskräfte führen. Im Berichtsjahr wurde das Serviceportfolio des bereits 2016 eröffneten SSC Europe in Rumänien erweitert und Polen als zweiter wichtiger europäischer Produktionsstandort angeschlossen. Außerdem haben wir mit dem Aufbau des SSC Americas in Mexiko begonnen. Die Shared Service Centers sind insbesondere für Personaladministration, Organisationsmanagement sowie Aspekte der Abrechnung und Zeitwirtschaft verantwortlich. Einen weiteren wesentlichen Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen HR-Organisation bildete der erfolgreiche Aufbau der globalen HR Center of Expertise. Diese fokussieren auf strategische Themen rund um "Attraction & Development" sowie "Total Rewards", entwickeln und implementieren neue Konzepte, setzen globale Standards und beraten das Management zu strategischen HR-Fragen. 2017 haben wir außerdem ein zusätzliches CoE "Organisation & Transformation Management" installiert, um die Konzernorganisation an die strategischen Herausforderungen anzupassen und die notwendigen Veränderungen im Unternehmen effektiv zu begleiten. Mit diesen Aktivitäten legen wir den Grundstein für die Veränderung von LEONI hin zu einer dynamischen und lernfähigen Organisation sowie einer Unternehmenskultur, die sich durch Agilität, Vertrauen, Kunden- und Leistungsorientierung auszeichnet und LEONI für eine erfolgreiche digitale Zukunft vorbereitet. Betriebliches VorschlagwesenUnsere Mitarbeiter beteiligten sich auch 2017 wieder intensiv am Ideenmanagement, um ihr Unternehmen selbst aktiv zu gestalten und zum Erfolg beizutragen. Weltweit wurden rund 17.000 Verbesserungsvorschläge als nützlich erachtet und umgesetzt (Vorjahr: circa 13.000). Sie betreffen alle Unternehmensbereiche und reichen von Prozessoptimierung, Produktverbesserung über Mitarbeitermotivation bis hin zu Energieeinsparung. Flexible ArbeitszeitmodelleInsbesondere in Deutschland können die Mitarbeiter von LEONI eine Reihe von flexiblen Arbeitszeitmodellen wie Teil-, Gleit- und Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing und Teleworking in Anspruch nehmen. Damit wollen wir dazu beitragen, dass unsere Beschäftigten Familie und Beruf besser vereinbaren können. Im Berichtsjahr haben wir an verschiedenen Standorten die Arbeitszeiten weiter flexibilisiert und arbeitnehmerfreundlichere Schichtmodelle eingeführt. Ausbildung und BerufseinstiegAm 31. Dezember 2017 standen in Deutschland 158 junge Menschen in einem Ausbildungsberuf bei LEONI (Vorjahr: 166). Die Ausbildung erfolgte in zehn kaufmännischen und gewerblichen Ausbildungsgängen und fand in modernsten Schulungsräumlichkeiten und teilweise eigenen Lehrwerkstätten statt. Die Zahl der Nachwuchskräfte, die bei LEONI ein duales Hochschulstudium absolvieren, blieb im Berichtsjahr mit 29 Personen nahezu konstant (Vorjahr: 30). 2017 prämierte LEONI erneut sehr gute schulische Leistungen und Prüfungsergebnisse, um die Berufseinsteiger zusätzlich zu motivieren. Auch von externer Seite wurden LEONI-Nachwuchskräfte ausgezeichnet. Zahl der Auszubildenden in Deutschland![]() Unsere Ausbildungsaktivitäten im Ausland blieben ebenfalls auf hohem Niveau. Sowohl die Kooperation mit dem marokkanischen Bildungsministerium zur Schaffung von insgesamt 30.000 Ausbildungsplätzen gemeinsam mit anderen Bordnetz-Herstellern als auch die Fachausbildung unserer Nachwuchskräfte in China in einem Technical Training Center nach deutschem Vorbild wurden fortgesetzt. Über ein Stipendiatenprogramm des deutschen Standorts Roth fördern und unterstützen wir ehemalige Auszubildende sowie Absolventen eines dualen Studiums mit hervorragenden Leistungen und erkennbarem Potenzial bei der beruflichen Weiterentwicklung und leisten so einen aktiven Beitrag, nachhaltig qualifizierte und motivierte Fachkräfte aufzubauen. Die Schwerpunkte liegen auf den Schlüsseltechnologien für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens und Qualifikationen, die zum Erreichen der strategischen Unternehmensziele beitragen. Dazu gehören unter anderem Technikerausbildungen in den Bereichen Elektromobilität und Elektrotechnik sowie Bachelor- bzw. Masterstudiengänge in den Fachrichtungen Kunststofftechnik und Maschinenbau. Nachwuchs-Rekrutierung und PersonalmarketingLEONI arbeitete in der Berichtsperiode wieder intensiv mit Schulen und Hochschulen zusammen, um geeignete Nachwuchskräfte für das Unternehmen zu interessieren. Neben circa 25 Hochschul- und Firmenkontaktmessen in Deutschland beteiligten wir uns an ähnlichen Veranstaltungen in vielen anderen Ländern, in denen LEONI vertreten ist, zum Beispiel in Ägypten, Großbritannien, Marokko, der Schweiz, Serbien und Tunesien. In Ägypten bot LEONI zudem erneut ein "Summer Internship Program" an, bei dem Studierende das Unternehmen kennenlernen können, und weitete die Kooperation mit verschiedenen Universitäten aus. Im Rahmen des Deutschlandstipendiums und eines ähnlichen Programms für die Schweiz förderte die LEONI AG im vergangenen Jahr 20 Stipendiaten an fünf Universitäten. Zahlreiche Studierende absolvierten ferner Praktika, arbeiteten als Werkstudenten oder schrieben ihre Abschlussarbeiten bei LEONI. Wie in den Vorjahren unterstützten wir auch wieder vielfältige Hochschulinitiativen und kooperierten in verschiedenen Bereichen mit Universitäten. Um Jugendliche für eine Lehre bei LEONI zu interessieren, organisierten wir 2017 am deutschen Standort Roth erneut eine "Nacht der Ausbildung". Dort erhielten mehr als 800 junge Menschen die Chance, LEONI als möglichen Arbeitgeber kennenzulernen. Zur Steigerung der Wahrnehmung von LEONI als globalem "Employer of Choice" wurde das internationale Bewerbermanagementsystem TALEO und das damit verbundene LEONI Employer Branding Konzept in weiteren Ländern eingeführt. Für die gezielte Ansprache von Bewerbern und Information über offene Stellen intensivierten wir zudem die Social Media-Aktivitäten unter anderem in Amerika und Osteuropa. Weitere ArbeitnehmerbelangeZusätzliche Informationen zu Arbeitnehmerbelangen, insbesondere zu Arbeitsnormen und der Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Diversity sowie Talentmanagement und Weiterbildung enthält die Nichtfinanzielle Erklärung. Nichtfinanzielle Erklärung ›› Seite 86 ff Forschung & EntwicklungF&E-ZieleLEONI betreibt intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E). Ziel ist es, neue Produkte und Lösungen zu entwickeln, um unsere in vielen Märkten führende Wettbewerbsposition weiter auszubauen und zusätzliche Abnehmergruppen zu erschließen. Im Sinne unserer Konzernstrategie konzentrieren wir uns dabei zunehmend auf intelligente Energie- und Datenmanagementlösungen für die Fahrzeugbranche und andere Industrien. Konzernstrategie ›› Seite 44 ff OrganisationDie Verantwortung für Forschung & Entwicklung liegt bei den beiden Segmenten und deren Fachabteilungen. Der Unternehmensbereich Wiring Systems betreibt Entwicklungszentren unter anderem in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Slowakei, Südkorea und den USA. Die WSD-Zentralabteilung am Standort Kitzingen leistet zusammen mit dem internationalen Netzwerk auch projektbezogene Unterstützung für die Business Units und agiert in gemeinsamen Vorentwicklungsaktivitäten mit den Kunden. Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions verfügt über ein divisionsweites, kundenorientiertes und effizientes Entwicklungsnetzwerk. Die operativen F&E-Aktivitäten erfolgen in den jeweiligen Business Groups. Zusätzlich gibt es Kompetenzzentren in Deutschland und der Schweiz sowie zentrale Einheiten für strategisches Technologie- und Innovationsmanagement, Vorentwicklung, Patentmanagement und die Optimierung der Produktion. Hinzu kommt der Zentralbereich Digital Solutions Group, der die digitale Transformation und Weiterentwicklung der WCS zum führenden Lösungsanbieter für intelligente und sichere Energieübertragungs- und Datenmanagement-Systeme maßgeblich vorantreibt. Durch den mehrheitlichen Erwerb der Adaptricity AG wurde unsere Kompetenz im Bereich digitale Lösungen 2017 weiter ausgebaut. Bericht aus den Unternehmensbereichen/Segmentbericht ›› Seite 54 ff Zwischen den F&E-Spezialisten der beiden Unternehmensbereiche gibt es auf vielen Gebieten eine enge Kooperation. Dadurch kann LEONI auch im Sinne der Kunden unterschiedlichstes Know-how für spezifische Aufgaben bündeln und bereits in frühen Phasen Synergien erzielen. Im Berichtsjahr haben wir die gemeinsamen Vorentwicklungsaktivitäten in beiden Unternehmensbereichen intensiviert, um uns noch besser als Entwicklungspartner der Kunden positionieren zu können. EntwicklungsschwerpunkteDie F&E-Aktivitäten des Unternehmensbereichs Wiring Systems konzentrierten sich 2017 weiterhin darauf, sein Profil als System-Entwicklungspartner für die Automobilindustrie zu schärfen. Dazu orientieren wir unsere Arbeit insbesondere an den Trends Elektromobilität, autonomes Fahren und der zunehmenden Elektrifizierung mechanischer Verbraucher im Fahrzeug sowie anderen Schlüsselthemen unserer Kunden wie beispielsweise Kommunikationsnetzwerke, Ressourceneffizienz und Mehrspannungsbordnetze. Im Mittelpunkt standen wie in den Vorjahren die projektbezogene Entwicklung kundenspezifischer Bordnetz-Systeme sowie die Weiterentwicklung zugehöriger Systemkomponenten. Neben der Gewichts- und Bauraumoptimierung zur Senkung des CO2 -Ausstoßes der Fahrzeuge spielte dabei die Integration von Elektronik in das Bordnetz ebenso eine wachsende Rolle wie neue Herausforderungen der Datenübertragung, zum Beispiel die automobilgerechte Integration neuer Standards wie Ethernet ins Fahrzeug. Zur Stärkung unserer Stellung als Lösungsanbieter haben wir außerdem unsere Simulationskompetenz erweitert. Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions beschäftigte sich intensiv mit der Entwicklung intelligenter Kabel und Systeme. Ein Fokus lag auf Leitungen mit integrierter Sensorik, die ihre Funktionalität nach Kriterien wie Temperatur, Medienbeständigkeit oder mechanischer Abnutzung überwachen und eventuelle Störungen frühzeitig selbst erkennen. Einen anderen Schwerpunkt bildeten Produktweiterentwicklungen im Bereich Ethernetkabel, die bei der schnellen Übertragung großer Datenmengen zum Einsatz kommen. Außerdem arbeiteten wir an neuartigen 3D-Extrusionsverfahren zur Herstellung von Kabelstücken mit freier Geometrie, die unseren Kunden völlig neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen, und erweiterten unsere Simulationskompetenz im Bereich Temperaturbeständigkeit von Leitungen zum Hochstromladen. F&E-Aufwand 2017 bei 129,1 Mio. €Der Aufwand für Forschung und Entwicklung des LEONI-Konzerns lag 2017 mit 129,1 Mio. € projektphasenbedingt um rund 4 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Daraus ergibt sich ein Anteil am Konzernumsatz von 2,6 Prozent (Vorjahr: 3,0 Prozent). Zudem wurden im Anlagevermögen 1,0 Mio. € Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: 1,5 Mio. €). Die im Geschäftsjahr abgegrenzten und als Forderungen aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich auf 24,8 Mio. € (Vorjahr: 29,5 Mio. €). Der F&E-Aufwand der Wiring Systems Division belief sich auf 112,8 Mio. € (Vorjahr: 120,3 Mio. €) oder 3,7 Prozent des Bereichsumsatzes (Vorjahr: 4,5 Prozent). Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions erhöhte sich die Position um rund 10 Prozent auf 17,2 Mio. € (Vorjahr: 15,6 Mio. €) und entsprach damit 0,8 Prozent des Bereichsumsatzes (Vorjahr: 0,8 Prozent). Am Stichtag 31. Dezember 2017 arbeiteten 1.698 Beschäftigte (Vorjahr: 1.696) oder 2,0 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent) der Konzernbelegschaft im Bereich F&E. Davon waren 420 Personen (Vorjahr: 447) im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions und 1.278 (Vorjahr: 1.249) in der Wiring Systems Division tätig. F&E-Aufwand im Konzern![]() Anteil des F&E-Aufwands am Konzernumsatz![]() Ergebnisse der F&E-Arbeit2017 schloss LEONI erneut mehrere kundenorientierte Entwicklungsprojekte ab und brachte zahlreiche innovative Produkte zur Marktreife. Die Zahl der angemeldeten Schutzrechte lag bei 82 Patenten und Gebrauchsmustern (Vorjahr: 60), davon 18 aus dem Segment WSD (Vorjahr: 11) und 64 von WCS (Vorjahr: 49). Nachfolgend informieren wir über wichtige Projekte aus dem vergangenen Jahr: SERIENSTART FÜR Y-LEISTUNGSVERTEILERIm Berichtsjahr entwickelten wir unseren bauraumoptimierten Leistungsverteiler für zusätzliche Anwendungen im Elektrofahrzeug weiter und starteten die Serienfertigung für ein Kundenprojekt. Das kompakte und robuste Produkt für die Verkabelung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen dient der sicheren und widerstandsarmen Verbindung von Nebenaggregaten im Hochvolt-Bordnetz. Vorteile der neuen LEONI-Lösung sind geringerer Bauraum und Gewicht bei gleichzeitig hoher Anbindungssicherheit. INTEGRATED PYROSWITCH MIT NEUEN INTEGRATIONSFORMENFür unseren pyrotechnischen Trennschalter, der Fahrzeugleitungen im Falle eines Unfalls innerhalb von drei Millisekunden stromfrei schaltet und in LEONI-Sicherungsboxen integriert werden kann, wurden die Einsatzmöglichkeiten ebenfalls erweitert. Neben der Eignung sowohl für 12- als auch für 48-Volt-Netze betraf das neue Anwendungsformen von der Stand-alone- bis zur integrierten Lösung in einer hybriden Box. GEWICHTSEINSPARUNG DURCH ALUMINIUM Bedeutende Fortschritte wurden auch bei Aluminium-Produkten für die Fahrzeugverkabelung erzielt, die einen wichtigen Beitrag zur Gewichts- und Kosteneinsparung bei unseren Kunden leisten. Die größten Herausforderungen liegen dabei auf der Verarbeitung und Verbindung von Kupfer mit Aluminium bei gleichzeitiger Nutzung standardisierter Komponenten und Verfahren. ULTRASCHNELLE KUPFERLÖSUNGEN FÜR RECHENZENTRENUnser Produktportfolio für Rechenzentren haben wir 2017 um verschiedene neue Lösungen erweitert. Unter anderem entwickelten wir Kabelsysteme auf Kupferbasis für die breitbandige Datenübertragung in Rechenzentren mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 400 G. Prototypen dieser Hochleistungskabel wurden Anfang 2018 auf der Fachmesse DesignCon in Santa Clara, USA, präsentiert. INTELLIGENTES BEFESTIGUNGSSYSTEM FÜR ROBOTERMit "LEONI B-Flex" wurde unser Angebot für die industrielle Robotik verbreitert. Bei diesem flexiblen und rutschhemmenden Befestigungssystem handelt es sich um eine einfache, schnell und ohne Werkzeug zu handhabende Lösung für Leichtbauroboter. Dank des thermoplastischen, nachgiebigen Materials eignet sich "LEONI B-Flex" besonders für den Einsatz kollaborierender Roboter, die eng mit Menschen zusammenarbeiten. NEUE BELEUCHTUNGSLÖSUNGEN DANK AMBIENTFIBERAuf der letztjährigen Fachmesse SPS IPC Drives in Nürnberg zeigten wir eine neue, 360 Grad abstrahlende optische Faser. Die AmbientFiber bietet vielfältige, innovative Möglichkeiten der Ambiente-Beleuchtung für Fahrzeuge, beispielsweise für den Innenraum und Notausgänge. Außerdem eignet sie sich zur Illumination von Ladekabeln sowie für die Beleuchtung von und in Gebäuden. In Verbindung mit kleinsten Sensoren ist die AmbientFiber zudem in der Lage, Änderungen von Temperatur, Druck oder Luftfeuchtigkeit anzuzeigen. RAPID-PROTOTYPING FÜR DIE MEDIZINTECHNIKUnseren Kunden aus der Medizintechnik-Industrie stellten wir ein neues 3D-Druckverfahren zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Prototypen vor. Die umspritzten Bauteile, die mit Hilfe von 3D-gedruckten Formeinsätzen auf Acrylharzbasis gefertigt werden, unterstützen die Hersteller medizintechnischer Systeme bei der Produktentwicklung und Serientauglichkeitsprüfung. Auch Spritzguss-Kleinserien aus PVC sind mit dem Verfahren möglich. Entwicklungsprojekte und KooperationenBeide Unternehmensbereiche beteiligten sich im Berichtsjahr wieder gemeinsam mit namhaften Kooperationspartnern an verschiedenen, teilweise geförderten Entwicklungsprojekten. In der Wiring Systems Division wurde beispielsweise die Zusammenarbeit mit Automobilherstellern und anderen Zulieferunternehmen in einem Programm zur Förderung der 48-Volt-Bordnetztechnologie des französischen Automobilindustrieverbands PFA, Filière Automobile et Mobilités, fortgesetzt. Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions vereinbarte unter anderem eine Beteiligung am Projekt "PV digital 4.0" mit der Fachhochschule Bielefeld. Thema dieses Photovoltaik-Forschungsvorhabens ist die Nutzung moderner Data-Mining-Algorithmen für innovative digitale Sensortechnologien in PV-Feldern zur Berechnung hochgenauer Energieertragsprognosen. Gemeinsam mit verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen begannen wir außerdem das Projekt RADAR: die Entwicklung eines Umfeld-Scanning-Systems zur Analyse großer Datenmengen, um damit relevante Signale, Trends und Technologien sowie disruptive Veränderungen und neue Zusammenhänge in Echtzeit zu erkennen. LEONI beschäftigt sich dabei mit entsprechenden Anwendungsmöglichkeiten im Automobilbereich. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit externen Instituten und Entwicklungspartnern wurde teilweise auch Know-how zugekauft, insgesamt aber nur in unwesentlichem Umfang. Um sich mit anderen Unternehmen und der Wissenschaft über neueste technologische Trends auszutauschen, gehört LEONI verschiedenen Initiativen wie dem "Cluster Automotive" der Bayern Innovativ GmbH oder dem "eNOVA Strategiekreis Automobile Zukunft" an. Unsere Entwicklungspartnerschaft mit einem Team des internationalen Hochschul-Konstruktionswettbewerbs "Formula Student" wurde ebenfalls fortgeführt. Nichtfinanzielle Konzernerklärung (gemäß § 315b HGB)Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability, CS) hat für LEONI einen besonderen Stellenwert. Wir verstehen darunter sowohl ein nachhaltiges, also langfristig und ertragsorientiert ausgelegtes Unternehmenswachstum als auch die Übernahme von sozialer und ökologischer Verantwortung. Ziel ist es, die aus diesen drei Bereichen resultierenden Anforderungen in ein Gleichgewicht zu bringen. Nachfolgend berichten wir gemäß § 315b HGB und den entsprechenden Bestimmungen des Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) 20 über wesentliche nichtfinanzielle Nachhaltigkeitsaspekte, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage des LEONI-Konzerns sowie der Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf diese Aspekte erforderlich sind. Da wir derzeit am Aufbau unseres Nachhaltigkeitsmanagements arbeiten, haben wir für die Berichterstattung unserer nichtfinanziellen Informationen kein Rahmenwerk verwendet. Unsere Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit orientieren sich am UN Global Compact, dem wir 2011 beigetreten sind. Über die Anforderungen des CSR-RUG hinaus berichten wir daher noch jährlich zum Thema Nachhaltigkeit im Rahmen unserer UN Global Compact Fortschrittsberichte. Des Weiteren gibt es LEONI-spezifische Richtlinien, die unser Handeln hinsichtlich verschiedener nichtfinanzieller Aspekte regeln. Hierzu zählen unsere neue, konzernweit gültige Arbeits-, Gesundheits- & Umweltschutzpolitik sowie der neue, global gültige LEONI Code of Conduct. Umweltbelange ›› Seite 91 f Der LEONI Code of Conduct wurde 2017 als Grundlage für das Wertverständnis des Unternehmens formuliert. Er ersetzt den seit 2007 bestehenden LEONI Code of Ethics und führt auch Regelungen der Sozialcharta aus dem Jahr 2003 weiter. Der LEONI Code of Conduct beschreibt, wie verantwortungsvolles und rechtskonformes Handeln bei LEONI aussieht, und baut auf den externen rechtlichen sowie markt- und kundenspezifischen Anforderungen für korrektes Verhalten auf, die an das Unternehmen und alle Mitarbeiter gestellt werden. Ankerpunkt und Grundlage des Verhaltenskodex ist der Leitwert Integrität. Er bildet das Fundament einer werteorientierten Unternehmensführung und dient als Wegweiser, Verhaltensmaßstab und als Hilfestellung bei Entscheidungen. Arbeitnehmerbelange ›› Seite 87 ff Einbeziehung des VorstandsDer zuständige Vorstand ist über die aktuelle Entwicklung aller relevanten nichtfinanziellen Aspekte durch regelmäßige Berichte des verantwortlichen Bereichsleiters für Corporate Sustainability informiert und in wesentliche Entscheidungen eng eingebunden. Zudem finden seit 2016 sogenannte Sustainability Steering Commitee-Sitzungen unter Leitung des Vorstands statt, in denen die aktuellen nichtfinanziellen Themen bei LEONI kontinuierlich bearbeitet werden. Aufgabe des Sustainability Steering Commitees ist es ferner, die strategische Nachhaltigkeitsausrichtung des Unternehmens festzulegen und langfristige Nachhaltigkeitsentscheidungen zu treffen. Wesentlichkeitsanalyse und Zusammenfassung der wesentlichen ThemenIm Jahr 2016 haben wir eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, um Themen festzulegen, die geeignet sind, die Nachhaltigkeit von LEONI zu beurteilen. Dabei wurden sowohl unsere eigene Geschäftstätigkeit als auch die Lieferkette berücksichtigt. Die Grundlage dafür bildeten eine Benchmark-Analyse, Interviews mit externen und internen Stakeholdern sowie die Auswertung von Nachhaltigkeitsfragebögen unserer Kunden vorwiegend aus der Automobilindustrie. Die so festgelegten Themen wurden im Hinblick auf das CSR-RUG dahingehend weiter priorisiert, welche Geschäftsrelevanz sie für LEONI haben und welche Auswirkungen unsere Geschäftstätigkeit auf diese Themen hat. Daraus ergaben sich folgende, für die nichtfinanzielle Konzernerklärung von LEONI wesentliche Themen: Arbeitnehmerbelange mit den Schwerpunkten Arbeitsnormen, Mitarbeiterschulung und -entwicklung, Diversität, Arbeits- und Gesundheitsschutz; Umweltbelange mit den Schwerpunkten Energie und Abfall; Achtung der Menschenrechte sowie Compliance und Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Diese Themen wurden mit dem zuständigen Vorstand abgestimmt und durch ihn freigegeben. In den entsprechenden Kapiteln werden zunächst die jeweiligen Themen bezüglich LEONI dargestellt. Anschließend berichten wir über unsere Aktivitäten im Hinblick auf Nachhaltigkeit in der Lieferkette wie zum Beispiel das Projekt "Modern Slavery Prävention" oder den Umgang mit Konfliktmineralien. Auf die Berichterstattung über Sozialbelange wird in diesem Lagebericht aufgrund des fehlenden Zusammenhangs mit unserem Kerngeschäft verzichtet. Weitere, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Informationen zur Corporate Sustainability bei LEONI enthält unser jährlicher Nachhaltigkeitsbericht, der auf unserer Website abrufbar ist. Der Nachhaltigkeitsbericht 2017 wird im zweiten Quartal 2018 veröffentlicht. Geschäftsmodell und RisikenDas Geschäftsmodell des LEONI-Konzerns ist im Kapitel Grundlagen des Konzerns ausführlich beschrieben. Wesentliche Risiken aus nichtfinanziellen Aspekten werden bereits regelmäßig im Rahmen unseres konzernweiten Risikomanagements betrachtet. Im Jahr 2017 wurde zusätzlich für alle wesentlichen Themen, die nach dem CSR-RUG in dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung berichtet werden, eine Risikobetrachtung vorgenommen. Dabei wurde untersucht, ob sich durch unsere Geschäftstätigkeit oder im Zusammenhang mit unseren Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen wesentliche Risiken auf die Aspekte ergeben. Gemäß unserer aktuellen Bewertung bestehen keine sehr wahrscheinlichen Risiken mit schwerwiegenden Auswirkungen auf diese Aspekte. ArbeitnehmerbelangeLEONI ist bestrebt, seinen Beschäftigten interessante Aufgaben mit hoher Eigenverantwortung in einem motivierenden, fördernden und konstruktiven Umfeld zu bieten, um als attraktiver Arbeitgeber kompetente und engagierte Beschäftigte zu finden und an das Unternehmen zu binden. Es ist unser Ziel, konzernweit international anerkannte Arbeitsnormen einzuhalten, hohe Standards bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu erfüllen, die Diversität in unserer Belegschaft zu steigern sowie unsere Mitarbeiter durch ein systematisches Talentmanagement und interessante Weiterbildungsangebote zu fördern. Ende 2017 beschäftigte der LEONI-Konzern weltweit 86.340 Personen (Vorjahr: 79.037). Ein wichtiges Instrument, um Themen zu identifizieren, durch die wir die Attraktivität von LEONI als Arbeitgeber weiter steigern können, sind Mitarbeiterbefragungen, die weltweit seit Jahren in unterschiedlichen Formen stattfinden. 2017 wurde dieses Instrument vereinheitlicht und unternehmensweit als die neue globale Mitarbeiterbefragung Voice@LEONI durchgeführt. Erstmalig wurden dabei alle LEONI-Beschäftigten weltweit eingeladen, rund 40 Fragen zu Mitarbeiterengagement, Arbeitszufriedenheit und Rahmenbedingungen des Arbeitsumfelds zu beantworten. Die Ergebnisse versetzen uns ab dem Jahr 2018 in die Lage, unsere Stärken als Arbeitgeber, aber auch unsere Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Ein global orchestrierter Folgeprozess, der umfassende Kommunikationsmaßnahmen sowie Tools und Trainings beinhaltet, ermöglicht die gezielte Ableitung sowohl von konkreten Veränderungsmaßnahmen am Standort als auch von übergreifenden Maßnahmen z.B. in der Führungskräfteentwicklung. Die Attraktivität von LEONI als Arbeitgeber wurde 2017 erneut auch von externer Seite bestätigt: Das "Top Employers Institute" zeichnete LEONI neben anderen Unternehmen als "Top Arbeitgeber Deutschland" aus. ArbeitsnormenLEONI ist bestrebt, weltweit für alle Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das sowohl bei der Anstellung als auch während der Beschäftigung frei von Diskriminierung ist, sowie die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen zu sichern. Diese Grundsätze sind in der LEONI Sozialcharta verankert. Darüber hinaus schreibt die Sozialcharta die Unterstützung von Mitarbeiterqualifizierung und mindestens die Einhaltung der jeweiligen nationalen Standards hinsichtlich Vergütung und Mindestlohn, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie Arbeits- und Urlaubszeiten vor. Die Einhaltung der Sozialcharta ist Bestandteil des Berichts und der Beratung der jährlichen Eurobetriebsrats-Sitzungen. Das Diskriminierungsverbot ist zusätzlich im LEONI Code of Conduct enthalten. Um das Bewusstsein für die Standards des LEONI Code of Conduct und der Sozialcharta zu fördern und ihre Einhaltung zu sichern, finden seit Jahren sogenannte Control Self Assessments (CSA, schriftliche Befragung) für Führungskräfte sowie e-Learnings für alle Mitarbeiter mit PC-Arbeitsplatz statt. Im Jahr 2017 wurde der CSA-Prozess ausgesetzt, um ihn system- und webbasiert zu erweitern. Eine rückwirkende Beurteilung ist für das erste Quartal 2018 geplant. Das e-Learning Compliance Basics wird in Verantwortung des Bereichs Human Resources im Learning Management System (LMS) umgesetzt. Für den Inhalt der Schulung ist der Bereich Corporate Compliance verantwortlich. Grundsätzlich werden alle wichtigen Personalmaßnahmen zwischen der Unternehmensleitung und dem Gesamtbetriebsrat in Deutschland, dem Europäischen Betriebsrat sowie lokalen Arbeitnehmervertretern und Betriebsräten, mit denen jeweils formale Vereinbarungen bestehen, vertrauensvoll abgestimmt. Dies betraf ebenso Vereinbarungen zu kollektivvertraglichen Regelungen wie das neue globale Talentmanagement. Mitarbeiterschulung und -entwicklung ›› Seite 89 In Deutschland können die Mitarbeiter von LEONI eine Reihe von flexiblen Arbeitszeitmodellen wie Teil-, Gleit- und Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing und Teleworking in Anspruch nehmen. Damit wollen wir dazu beitragen, dass unsere Beschäftigten Familie und Beruf besser vereinbaren können. Im Berichtsjahr haben wir an verschiedenen Standorten die Arbeitszeiten weiter flexibilisiert und arbeitnehmerfreundlichere Schichtmodelle eingeführt. Mitarbeiterschulung und -entwicklungUnsere Mitarbeiter sind maßgeblich für den Erfolg und das Vorankommen unseres Unternehmens. Die richtigen Personen zur richtigen Zeit an richtiger Stelle zu haben, ist deshalb unerlässlich, um unsere globalen Ziele zu erreichen. Eine wesentliche Grundlage dafür ist unser neues, globales Talentmanagement Success@LEONI, das wir 2017 für eine Pilotgruppe aus Deutschland, USA und Kanada eingeführt haben. Success@LEONI integriert Mitarbeiterbeurteilung und -entwicklung, Karriere- sowie Nachfolgeplanung in einem transparenten Prozess, der durch ein modernes, benutzerfreundliches IT-Tool gestützt wird. Kernelement des Talentmanagements ist das jährlich - konzernweit nach den gleichen Prinzipien - stattfindende Mitarbeiterentwicklungsgespräch, in dem Arbeitnehmer und Führungskraft ausführlich über Leistung und Potenzial des Beschäftigten, seinen Lernbedarf, aber auch mögliche Entwicklungs- und Karriereschritte sprechen. Die Ergebnisse dieser Gespräche sind die Basis für lokale und globale Talentkonferenzen, in denen die Nachfolgeplanung für Schlüsselpositionen vorgenommen sowie Talente identifiziert und besprochen werden. So wollen wir einerseits die durchgängige Besetzung von für LEONI erfolgskritischen Positionen sicherstellen und das Unternehmensrisiko reduzieren. Andererseits ermöglichen wir unseren Mitarbeitern mit Hilfe eines persönlichen Plans eine individuelle Weiterentwicklung und zielorientierte Vorbereitung auf nächste Karriereschritte. Das Pilotprojekt wird voraussichtlich etwa Mitte 2018 abgeschlossen sein. Die weltweite Einführung von Success@LEONI ist für die Jahre 2018 und 2019 vorgesehen. 2017 gab es bei LEONI darüber hinaus wieder vielfältige Weiterbildungsangebote, insbesondere interne Schulungen in den Bereichen Fach-, Führungs- und Managementkompetenzen, Soft Skills, Projektmanagement, IT, Sprachen und psychische Gesundheit. Bei Bedarf wurden zusätzlich externe Seminare angeboten, vor allem zum Aufbau von Fach- und Methodenkompetenz. DiversitätLEONI erachtet Diversity (Vielfalt) als wichtigen Erfolgsfaktor für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, da heterogene Teams komplexe Aufgaben besser lösen können. Zudem unterstützt die permanente Auseinandersetzung mit dem Thema Vielfalt unsere Unternehmenskultur. Im Rahmen unseres Strategieprozesses wurde Diversity im abgelaufenen Geschäftsjahr daher als eine der strategischen Leitplanken festgelegt. Unsere entsprechenden Aktivitäten zielen insbesondere auf eine angemessene Beteiligung von Frauen im Management und eine stärkere Internationalisierung. Um Frauen konsequent zu fördern, gibt es bei LEONI vor allem in Deutschland eine Vielzahl an Aktivitäten. So unterstützen wir Potenzialträgerinnen mit gezielter Qualifizierung und speziellen Mentoring-Maßnahmen wie beispielsweise dem Entwicklungsprogramm für weibliche (Nachwuchs-) Führungskräfte der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Bei Personalentwicklungs-Aktionen und Management-Trainings werden Frauen zunehmend berücksichtigt. Außerdem halten wir Personalberatungen dazu an, Kandidatinnen zu identifizieren und vorzustellen. Auch bei der Nachwuchsrekrutierung setzen wir an, indem wir beispielsweise sogenannte Girls' Days an mehreren Standorten veranstalten, die Mädchen mit technischen Berufen vertraut machen sollen. Ferner unterstützt LEONI ein Technik-Mentorinnen-Programm der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. Für unsere französischen Standorte wurde ein konkreter Aktionsplan entwickelt, um die Gleichstellung von Frauen und Männern zu stärken. 2017 belief sich der Anteil der Frauen im Management des LEONI-Konzerns auf rund 31 Prozent (Vorjahr: 28 Prozent). Die LEONI-Gesamtbelegschaft war weltweit zu rund 54 Prozent weiblich (Vorjahr: 53 Prozent). Die weitere Internationalisierung des Managements wird mit speziellen Mentoring-Programmen, Mitarbeiterentwicklungsgespräch-Konferenzen, Workshops und interkulturellen Sensibilisierungstrainings unterstützt, die im Berichtsjahr erneut ausgebaut wurden. Auch die Einrichtung von sogenannten Shared Service Centern an verschiedenen Standorten im Ausland, die Zentralfunktionen übernehmen, führt zu einer stärkeren Internationalisierung des Managements. Arbeitssicherheit und GesundheitsschutzDie Förderung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie die Einhaltung entsprechender Standards sind ein wesentliches Ziel unserer 2017 neu gefassten, konzernweit gültigen SHE- (Safety, Health, Environment-) Politik, die vom Vorstand verabschiedet wurde. Die darin für diese Themengebiete enthaltenen, konkreten Handlungsgrundsätze lauten:
Umweltbelange ›› Seite 91 Um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, orientieren wir uns an international anerkannten Standards wie OHSAS 18001. Ende 2017 waren konzernweit rund 10 Prozent der Standorte nach dieser Norm zertifiziert. Im Unternehmensbereich WSD wurden 2017 mit der entsprechenden Zertifizierung der Zentrale in Kitzingen die Voraussetzungen für eine Multisite-Zertifizierung gemäß OSHAS 18001 geschaffen, die zunächst 20 Prozent der Standorte umfassen wird. Das Zertifikat wird im ersten Quartal 2018 erteilt. Unser neues, konzernweites SHE-Management legte im Berichtsjahr für das Jahr 2018 erstmals folgende divisionsübergreifende Ziele für die Bereiche Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Notfallmanagement fest:
Im Jahr 2017 wurde der Arbeits- und Gesundheitsschutz bei LEONI durch zahlreiche Einzelmaßnahmen weiter verbessert. Unter anderem gab es an verschiedenen Standorten einen Gesundheitstag (z.B. in Kitzingen, Deutschland), praktische Erste-Hilfe-Übungen (z.B. in Itú-São Paulo, Brasilien) oder Gesundheitsgespräche mit Experten (z.B. in Durango, Mexiko). Außerdem haben wir im Berichtsjahr erste Themen definiert, die künftig - wie derzeit bereits im Unternehmensbereich WSD - konzernweit den Rahmen für einheitliche Mindeststandards im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz setzen. Sie sollen unter anderem für die Bereiche Unfallberichte, SHE-Compliance, Gefährdungsbeurteilung, Notfallvorsorge & Gefahrenabwehr sowie Unfallmanagement festgelegt werden. Darüber hinaus wurde 2017 das Konzept für ein Alarmmanagementsystem (AMS) entwickelt. Damit wären wir bei Bedarf in der Lage, schwerwiegende Arbeits- oder Umweltereignisse, die LEONI von außen und innen betreffen könnten, zu melden. Verschiedene Bereiche der Wiring Systems Division, unter anderem Supply Chain Management, Qualitätsmanagement, SHE oder Risikomanagement, haben an diesem Projekt teilgenommen. Eine Pilotphase mit elf WSD-Standorten beginnt im März 2018 und wird anschließend auch für die WCS-Standorte übernommen. UmweltbelangeLEONI verfolgt eine klare Expansionsstrategie, die grundsätzlich mit einem wachsenden ökologischen Fußabdruck und steigenden Emissionen einhergeht. Zugleich stellen wir uns unserer ökologischen Verantwortung und betrachten Umweltschutz als ein wichtiges Unternehmensziel. Unser Umweltmanagement ist darauf ausgerichtet, die Auswirkungen sämtlicher Prozesse auf die Natur so gering wie möglich zu halten. Insbesondere sind wir bestrebt, Energieverbrauch und Abfallmengen zu verringern. Gemäß dem UN Global Compact wird der Schutz der Umwelt bei LEONI durch einen vorsorgenden Ansatz unterstützt. Wir betreiben mehrere Initiativen zur Stärkung des Verantwortungsbewusstseins der Mitarbeiter für ökologische Aspekte. Mit integrierten Umweltschutz-Schulungen an unseren Standorten fördern wir außerdem das Bewusstsein der Mitarbeiter für dieses Thema. Nach dem Aufbau einer konzernweiten SHE-Organisation (Safety, Health, Environment) im Jahr 2017 haben wir im Berichtszeitraum eine neue Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutzpolitik für die gesamte LEONI-Gruppe festgelegt, die auf unserer Website abgerufen werden kann. Sie fasst die in den beiden Unternehmensbereichen seit vielen Jahren existierenden SHE-Leitlinien zusammen und formuliert folgenden Grundsatz: Mit dem Ziel einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung bringen wir wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Anforderungen in Einklang und stellen uns der Verantwortung durch Einhaltung unseres Code of Conduct. Unseren Kunden bieten wir zuverlässige, qualitativ hochwertige und umweltverträgliche Produkte, die unter Beachtung geltender Arbeits- und Gesundheitsschutzvorschriften hergestellt werden. Wir verpflichten uns zum Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie zur kontinuierlichen Verbesserung der Maßnahmen, die zur Stärkung unseres sozialen und ökologischen Engagements beitragen. Hierzu bedienen wir uns international anerkannter Management-Systeme, die nachfolgend beschrieben sind. Für den Umweltschutz wurden die folgenden spezifischen Handlungsgrundsätze festgelegt:
Um geeignete Grundlagen für die Umsetzung dieser Ziele zu schaffen und die ökologischen Auswirkungen unserer Aktivitäten überwachen zu können, betreiben wir am Großteil unserer Standorte ein Umweltmanagementsystem nach dem international anerkannten Standard ISO 14001. Ende 2017 waren rund 60 Prozent der Produktionsstandorte nach ISO 14001 zertifiziert. Außerdem erfüllen 5 Prozent der Standorte die Norm für Energiemanagement-Systeme nach ISO 50001 und 6 Prozent haben sich der Umweltbetriebsprüfung der EU (Eco-Management and Audit Scheme, EMAS) unterzogen. Im Unternehmensbereich Wiring Systems stand 2017 die Zertifizierung des bestehenden ISO 14001 Multisite-Systems nach der neuen ISO 14001 Revision im Mittelpunkt, die im November umgesetzt wurde. Im Unternehmensbereich WCS wurden im Berichtsjahr zwei mexikanische Standorte nach ISO 14001 bzw. ISO 50001 erstzertifiziert. Im Jahr 2018 strebt der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions die Multisite-Zertifizierung nach der neuen Revision der ISO 14001 an. Im Zuge des neuen, konzernweiten SHE-Managements wurden 2017 für alle Produktionsstandorte des LEONI-Konzerns erstmals folgende quantitative Umweltschutzziele formuliert, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt sein sollen:
Dabei können die Werke jeweils ein geeignetes Projekt für die Erreichung dieser Vorgaben definieren und realisieren, um den unterschiedlichen Ausrichtungen und infrastrukturellen Besonderheiten der einzelnen Produktionsstandorte in beiden Unternehmensbereichen Rechnung zu tragen. Den Zielerreichungsgrad werden wir ab dem Jahr 2018 intern messen. In der Wire & Cable Solutions Division bildeten im Berichtszeitraum Einsparprojekte durch verbesserte Beleuchtung einen Schwerpunkt: Über den Einsatz effizienter, teilweise an verändertes Maschinenlayout angepasster Leuchtmittel konnten an mehreren Standorten in Deutschland und Polen die Beleuchtungsstärke erhöht und gleichzeitig Energie eingespart werden. Positive Effekte ergaben sich ferner durch die Installation von Energiemessgeräten an den Produktionsmaschinen unseres ungarischen Standorts, durch die wir die Transparenz erhöhen, unnötige Energieverbraucher identifizieren und Lastspitzen vermeiden können. Außerdem betreiben wir an verschiedenen Standorten in Deutschland, Italien und Mexiko Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerke. Die Wiring Systems Division konzentrierte sich 2017 auf bauenergetische Maßnahmen sowie den Einsatz erneuerbarer Energien - insbesondere bei den laufenden Neubauprojekten. So wurden z.B. am neuen WSD-Standort in Serbien Kollektoren für die Warmwasseraufbereitung installiert, und am neuen WSD-Standort in Mexiko wird gegenwärtig an der Finalisierung der Umsetzungen für das international anerkannte Nachhaltigkeits-Gütesiegel BREEAM gearbeitet. Zum Thema Abfallmanagement existieren in beiden Unternehmensbereichen klare Richtlinien, die zunächst die Vermeidung von Abfällen zum Ziel haben. Sofern das nicht möglich ist, hat Recycling bei LEONI einen klaren Vorrang vor Entsorgung. Ab 2018 werden wir standortspezifische Maßnahmen einleiten. Achtung der MenschenrechteDer LEONI-Konzern unterstützt und achtet den Schutz der international anerkannten Menschenrechte. Im August 2017 veröffentlichte LEONI ein Statement zur Vermeidung von Sklaverei und Menschenhandel. In einer Stellungnahme zum UK Modern Slavery Act, den LEONI uneingeschränkt unterstützt, erklären wir explizit, dass wir keine Menschenrechtsverletzungen dulden und Verstöße unmissverständlich sanktioniert werden. Um moderne Sklaverei und Menschenhandel in unseren Geschäftsaktivitäten zu verhindern, nehmen wir unsere gesamte Führung, alle Mitarbeiter und unsere Lieferkette in die Pflicht. Nachhaltigkeit in der Lieferkette ›› Seite 94 Im September 2017 wurde das Projekt "Modern Slavery Prävention" mit dem Ziel vorgestellt, ein angemessenes System zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen, insbesondere von Zwangs- und Pflichtarbeit, innerhalb von LEONI und der Lieferkette zu etablieren. Im Jahr 2018 soll dazu in Zusammenarbeit mit den Bereichen Compliance, Einkauf, Personal und SHE ein Konzept erarbeitet werden. Compliance und Bekämpfung von Korruption und BestechungLEONI verpflichtet alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verantwortungsbewusstem und integrem Verhalten. Es ist unser Ziel, alle Gesetze einzuhalten und dafür zu sorgen, dass es nicht zu Korruptionsfällen kommt. Unsere Beschäftigten müssen stets in Übereinstimmung mit den betrieblichen Regelungen und gesetzlichen Vorschriften handeln. Insbesondere tritt LEONI entschieden gegen alle Arten der Korruption ein. Entsprechende Regelungen enthält der LEONI Code of Conduct. Um verantwortungsvolles, regelkonformes Verhalten sicherzustellen und zu überprüfen, betreibt LEONI ein systematisches Compliance Management. In der Berichtsperiode wurde die 2016 begonnene Überarbeitung der entsprechenden Strukturen abgeschlossen. Neben der Corporate Compliance Abteilung auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft haben wir in den Regionen Deutschland/Schweiz, EMEA, Amerika und Asien jeweils regionale Compliance Officer installiert. Zusätzlich wurden in den Einzelgesellschaften, Standorten oder Ländern, in denen LEONI tätig ist, Compliance Koordinatoren benannt, die das globale Netzwerk vervollständigen und die Compliance Officer, die Corporate Compliance Organisation sowie die lokal für Compliance in ihrer Gesellschaft verantwortliche Geschäftsführung in der Umsetzung der Maßnahmen unterstützen. Mehr Informationen zum Compliance Management enthält der Abschnitt Compliance Management System im Risiko- und Chancenbericht. Risiko- und Chancenbericht ›› Seite 95 ff Das Compliance Management System beinhaltet mehrere Richtlinien zur Prävention von Korruption, die über eingeführte Prozesse und Verfahren gelebt sowie den relevanten Mitarbeitern in risikosensitiven Bereichen über e-Learning und Präsenzschulungen nahegebracht werden. Die Compliance Basic Schulung, die unter anderem das Thema Korruption umfasst, ist für jeden Mitarbeiter mit eigenem PC-Zugang verpflichtend. Alle Führungskräfte der obersten Managementebenen und weitere relevante Mitarbeitergruppen (z.B. Einkauf, Vertrieb) durchlaufen darüber hinaus eine spezielle e-Learning Antikorruptionsschulung. Im Jahr 2016 wurde diese aktualisiert und seitdem von rund 5.600 Mitarbeitern absolviert. Damit wurden bisher 90 Prozent der identifizierten, relevanten Mitarbeiter geschult. Die Online-Schulungen sind regelmäßig im Abstand von zwei bis drei Jahren zu absolvieren. Hinweise auf mögliche Verstöße gegen interne Anti-Korruptions-Richtlinien oder gegen Gesetze werden aufgeklärt und - sofern sich der Hinweis bestätigt - geahndet. Die Berichterstattung zu wesentlichen Korruptionsvorfällen ist im Abschnitt Compliance Risiken aus Korruption im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. Risiko- und Chancenbericht ›› Seite 95 ff Nachhaltigkeit in der LieferketteLEONI fordert auch seine Lieferanten zu nachhaltigem Handeln auf. Das betrifft insbesondere den Themenbereich Achtung der Menschenrechte. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen von LEONI verpflichten alle Lieferanten, die Sozialcharta oder die Prinzipien des UN Global Compact einzuhalten. Im Unternehmensbereich Wiring Systems werden die Prinzipien des UN Global Compact und die Sozialcharta im Rahmen der Lieferantenselbstauskunft abgefragt. Eine Lieferantenfreigabe erhält der Zulieferer nur dann, wenn er entweder den UN Global Compact Guiding Principles oder der Sozialcharta zustimmt. Schwerwiegende und wiederholte Verstöße gegen die dort festgelegten Grundsätze berechtigen LEONI zur sofortigen Beendigung der Geschäftsbeziehung. Im Jahr 2017 wurden keine Vorfälle gemeldet. Im Unternehmensbereich WCS werden diese Aspekte bei der Bewertung berücksichtigt, stellen aber bisher noch kein Ausschlusskriterium für die Lieferantenfreigabe dar. Die Überprüfung des Lieferantenfragebogens zu Nachhaltigkeitsthemen für beide Divisionen wird 2018 eingeleitet. Zudem ist LEONI bestrebt, die Verwendung sogenannter Konfliktmineralien zu verhindern, die unter Missachtung der Menschenrechte gewonnen werden, und fordert Lieferanten auf, keine Komponenten mit Rohstoffen aus der DR Kongo oder ihren Nachbarstaaten zu liefern. Dies ist in einer konzernweiten Richtlinie zu Konfliktmineralien erfasst, deren operative Umsetzung in beiden Unternehmensbereichen erfolgt. Seit 2014 informieren wir interessierte Kunden freiwillig mit einer standardisierten Vorlage gemäß "U.S. Dodd-Frank Wall Street and Consumer Protection Act" darüber, in welchem Umfang unsere Produkte Konfliktmineralien wie Gold, Tantal, Zinn oder Wolfram enthalten, die aus Minen oder Schmelzhütten bestimmter afrikanischer Länder stammen. In diesem Zusammenhang fragen auch wir bei unseren Lieferanten jährlich die notwendigen Informationen ab. Damit fördern wir die Nachverfolgbarkeit dieser Stoffe sowie die Transparenz der Lieferkette und unterstützen unsere Kunden dabei, ihre entsprechenden Anforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus werden wir im Jahr 2018 ein Projekt zur Erkennung und Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen mit dem Schwerpunkt Zwangs- und Pflichtarbeit in der Lieferkette durchführen. Achtung der Menschenrechte ›› Seite 93 Risiko- und ChancenberichtRisikopolitikAls international ausgerichtetes und tätiges Unternehmen sieht sich LEONI mit Risiken und Chancen konfrontiert. Durch die systematische Herangehensweise, die sich am sogenannten Three-Lines-of-Defence-Modell orientiert, werden Risiken und Chancen frühzeitig erfasst, identifiziert, analysiert und bewertet. Risiken und Chancen sind als mögliche Abweichung vom geplanten Ergebnis definiert. Unser Ziel ist es, Risiken stets nur dann bewusst einzugehen, wenn damit verbundene Chancen gleichzeitig einen angemessenen Beitrag zum Unternehmenswert leisten können und eine mögliche Bestandsgefährdung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Risikomanagement-SystemLEONI verfügt über ein mehrstufiges Risikomanagement-System, das durch weitere unterstützende Kontrollsysteme komplettiert wird. In dieses konzernweite System sind der Chief Risk & Internal Control Officer (CRIO) und drei ihm direkt unterstellte dezentrale Business Risk Officer (BRO) sowie das Controlling und die operativ tätigen Führungskräfte aller relevanten Unternehmensteile eingebunden. Zur Früherkennung möglicher "bestandsgefährdender Entwicklungen" (vgl. § 91 Absatz 2 AktG) infolge der kombinierten Auswirkungen mehrerer Einzelrisiken erfolgt eine Risikoaggregation mittels Monte-Carlo-Simulation. Die zentrale Überwachung und Koordinierung des Risikomanagement-Prozesses wird durch die unmittelbar dem Vorstand zugeordnete Stabsstelle (CRIO) wahrgenommen, die auch die Gesamtrisikolage des Konzerns ermittelt und beschreibt. Das Risikomanagement ist in die bestehenden Planungs-, Controlling- und Informationssysteme integriert und umfasst weltweit alle Gesellschaften der LEONI-Gruppe. Unter anderem mit dem ebenfalls weltweit implementierten internen Kontroll- und dem Compliance Management System bildet es die sogenannte 2nd -Line-of-Defence. Neben dem Risikomanagement im engeren Sinn, das sich aus den gesetzlichen Vorgaben ergibt, betreibt das Unternehmen damit ein über die vom deutschen Gesetzgeber geforderten Mindeststandards hinausgehendes Überwachungssystem für Risiken, das wesentliche Informationen aus sämtlichen Managementsystemen zu Chancen und Risiken gleichermaßen auswertet und transparent macht (Risikomanagement im weiteren Sinn). ChancenmanagementDas Chancenmanagement bei LEONI ist fester Bestandteil des Risikomanagementprozesses und der genutzten GRC-Software. Es werden nicht nur die Risiken (Gefahren), sondern auch die Chancen als Abweichungen vom geplanten Ergebnis systematisch identifiziert. Das Chancen-Reporting wird analog zum monatlich stattfindenden Risiko-Reporting mit Hilfe der GRC-Software bis auf Business Group/Unit-Ebene durchgeführt. Die Prozessverbesserung für das Chancenmanagement findet durch das Risikomanagement-System statt. Risikoidentifizierung und -bewertungIm Rahmen der Risikoanalyse werden Risiken und Chancen systematisch frühzeitig identifiziert sowie bedeutsame Risiken und Chancen im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und quantitative Auswirkungen analysiert und bewertet. Zur Risikoidentifizierung und -bewertung finden mindestens jährliche Risikomanagement-Workshops für die Holding und die Divisionen statt. Darin werden die Ergebnisse der zeitlich vorgelagerten Risikointerviews mit dem operativen Management für jede Business Group/Unit und bedeutenden Zentralfunktionen berücksichtigt. Flankiert werden diese Aktivitäten durch monatliche Risiko-Assessments für wesentliche Risiken und Chancen sowie das quartalsweise tagende Corporate Risk Committee. In den Risikomanagement-Workshops werden das Risiko- und Chanceninventar der Unternehmensbereiche und des Konzerns durchgesprochen und gegebenenfalls aktualisiert, ein Training durchgeführt und Marktschwankungsbreiten (z.B. Absatz-, Kapital-, Beschaffungs- und Personalmarktschwankungen) für die Aggregationsrechnung eingeschätzt. Zusätzlich werden Top-down vom CRIO und den BROs Expertenrunden für identifizierte Risiko- und Chancenentwicklungen mit den operativen Managern durchgeführt. Für Prozessrisiken und -chancen finden regelmäßige Risikogespräche mit der Geschäftsführung in den lokalen Gesellschaften statt. Die Verantwortung für die Risikobewältigung und Chancenumsetzung verbleibt stets beim zuständigen operativen Management als Risikoverantwortlichen. Bei der Identifikation und Quantifizierung von möglichen Ergebniseffekten und kompensierenden Maßnahmen werden das operative Management und das dezentrale Controlling vom Risikomanagement als unabhängigem Business Partner unterstützt. Für die quantitative Beschreibung der wesentlichen Risiken und Chancen werden unterschiedliche, in Anbetracht des jeweiligen Sachverhalts geeignet erscheinende Wahrscheinlichkeitsverteilungen genutzt. Außer einer Beschreibung von Risiken und Chancen durch Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe werden entsprechend beispielsweise Dreiecksverteilungen und Normalverteilungen (speziell für Marktschwankungen) verwendet. Zur Früherkennung von bestandsbedrohenden Entwicklungen und zur Bestimmung des Gesamtrisikoumfangs erfolgt eine Aggregation der Risiken mittels Monte-Carlo-Simulation. In die Risikoaggregation fließen dabei jeweils die Nettorisiken ein, das heißt die Risiken unter Berücksichtigung von Risikobewältigungsmaßnahmen. Der Gesamtrisikoumfang von LEONI wird durch die Risikoaggregation bestimmt. Bei der Monte-Carlo-Simulation werden einmal pro Jahr die Wirkungen der wichtigsten Einzelrisiken des Unternehmens aggregiert den entsprechenden Posten der Plan-GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) und Plan-Bilanz zugeordnet. Dabei werden in unabhängigen Simulationsläufen mehrere zehntausend mögliche risikobedingte Zukunftsszenarien analysiert. Die Gesamtheit aller Simulationsläufe liefert eine repräsentative Stichprobe aller möglichen Risiko-Szenarien des Unternehmens in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der Überschuldung und der Illiquidität. Risiko-Reporting und -ÜberwachungÜber die quartalsweise durchgeführte Risikoberichterstattung wird eine Einschätzung der Risikosituation anhand der mittleren und hohen Nettorisiken (gemäß der Risikomatrix im Kapitel "Chancen- und Risikolage") vorgenommen und mit dem Vorstand besprochen. Diese Information sowie die wichtigsten Risiken und Chancen werden dem Aufsichtsrat jährlich vorgestellt. Ergänzend erfolgt eine Aktualisierung des Risiko-Reportings, wenn sich das Risikoprofil des Unternehmens deutlich verändert. Das Risiko-Reporting wird mit Hilfe des SAP GRC (Governance, Risikomanagement, Compliance) Moduls Risk Management, das mit unseren ERM- (Enterprise Ressource Management) und Controlling-System verknüpft ist, monatlich bis auf Gesellschaftsebene durchgeführt. Der zusammengefasste Quartals-Risikobericht wird vierteljährlich in einer Vorstandssitzung thematisiert. Zudem erhält der Vorstand ergänzende Risikoanalysen zu wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen (z.B. Akquisitionen, bedeutende Kundenprojekte oder wichtige Investitionen). Der vierte Quartals-Risikobericht eines Jahres informiert über die durchgeführten Risikoworkshops und die stattgefundene Risikoaggregation. Neben dem kontinuierlich ablaufenden Reporting ist eine Ad-hoc Meldung von Risiken oberhalb 5 Mio. € über das GRC-System grundsätzlich vorgegeben. ProzessverbesserungIm Corporate Riskmanagement Committee tauschen sich die Business Risk Officer unter der Führung des CRIO mit den wesentlichen Risiko-Feld-Managern der Holding und der beiden Divisionen aus. Dabei stehen Prozessverbesserungen und das Sicherstellen der Wirksamkeit des Risikomanagement-Systems auf der Tagesordnung. Die Wirksamkeit des Risikomanagement-Systems wird einmal jährlich vom Prüfungsausschuss sowie regelmäßig durch die interne Revision und/oder externe Wirtschaftsprüfer auditiert. Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung wird auch das Risiko-Früherkennungssystem beurteilt. Die 2017 begonnene, extern beauftragte Prüfung der Angemessenheit für ausgewählte Teilbereiche des Risikomanagementsystems nach IDW PS 981 wird im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen und mit der für das Geschäftsjahr 2019 vorgesehenen Wirksamkeitsprüfung vervollständigt. Zusammenfassung der wesentlichen Verbesserungen im Jahr 2017:
Internes KontrollsystemWie beim Risikomanagement bereits ausgeführt ist die Geschäftsführung einer Gesellschaft als operatives Management für das Design und die Funktionsfähigkeit des Internen Kontrollsystems verantwortlich - als 1st Line-of-Defence. Ein vom CRIO verantworteter weiterer Teilbereich ist das Interne Kontrollsystem (IKS) als Corporate Funktion, der der 2nd -Line-of-Defence zuzuordnen ist. Dieser Teilbereich des IKS ist für die strategische Ausrichtung und Fortentwicklung durch systematische und globale organisatorische Regelungen verantwortlich, berät das operative Management der legalen Einheiten durch Expertenwissen und hilft bei der Überwachung der operativen Wirksamkeit des internen Kontrollsystems auf allen Gesellschaftsebenen. Durch das SAP GRC Modul Process Control wird das IKS entsprechend einheitlich abgebildet und ermöglicht unterschiedliche Reportings in real-time. Unter anderem gemeinsam mit dem Risiko- und Compliance Management ist es Aufgabe des IKS, durch systematische und organisatorische Regelungen ein Kontrollsystem zu gestalten, das
Das Interne Kontrollsystem von LEONI umfasst die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie der Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Dies soll durch ein Zusammenspiel von manuellen bis hin zu automatisierten Kontrollen möglichst in präventiver oder, falls nicht anders effizient möglich, in aufdeckender Ausprägung erreicht werden. Prüfaktivitäten von unterschiedlichsten internen und externen Stellen sollen gewährleisten, dass das IKS durch permanentes Monitoring und Testen kontinuierlich risikoorientiert weiterentwickelt wird und erkannte Schwächen zeitlich adäquat und strukturiert abgearbeitet werden. Bei LEONI erfolgt dies mit Hilfe der SAP GRC-Software, die weltweit verfügbar ist. Das Interne Kontrollsystem unterstützt im Zusammenspiel mit dem Risikomanagement gleichfalls die Identifikation von prozessualen, inhärenten Risiken bis hin zur Aufdeckung von Schwächen und der Vermeidung von Fraud. Die grundlegenden Prinzipien des IKS bilden das Vier-Augen-Prinzip als Minimalanforderung oder, sofern möglich und geboten, das Funktionstrennungsprinzip mit klar definierten Kompetenzen einer Person/Funktion, das Transparenzprinzip und, angelehnt an die Gedanken des deutschen Datenschutzes, die Datensparsamkeit hinsichtlich notwendiger Informationen aufgrund einer Funktion. Dabei verfolgt LEONI die Strategie, Kontrollprozesse vollumfänglich durchzuführen und nicht nur auf rechnungslegungsbezogene Kontrollen und/oder Risiken zu begrenzen; es werden neben rechnungslegungsbezogenen Kontrollen auch strategische/Markt-, operative und Compliance Kontrollen mit einbezogen. Eine Überprüfung aller Kontrollfragen und -prozesse des IKS auf Aktualität, Vollständigkeit sowie Wirksamkeit erfolgt durch das Corporate Internal Control Committee. Dieses setzt sich aus den zentralen Kontrollverantwortlichen und den Control Level Managern zusammen. RechnungslegungsprozessIm Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess sind im Konzern folgende Strukturen und Prozesse implementiert: Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das Interne Kontroll- und Risikomanagement-System im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess im Konzern. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle Unternehmens- und Geschäftsbereiche eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems sind in einer internen Richtlinie niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst wird. Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems als wesentlich, die die Bilanzierung und Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht und Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:
ReportingEin formelles Reporting erfolgt vierteljährlich im Corporate Internal Control Committee und über den Quartals-Risikobericht an den Gesamtvorstand. Grundlage der Berichterstattung sind die abgegebenen Assessments des operativen Managements. Darüber hinaus ist durch die Systemunterstützung jederzeit auch ein individuelles und zeitunabhängiges Eigenreporting möglich. ProzessverbesserungDie Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems wird einmal jährlich vom Prüfungsausschuss untersucht. Hierzu legt der Wirtschaftsprüfer gegebenenfalls im Rahmen der Abschlussprüfung festgestellte Schwachstellen des Internen Kontrollsystems dar. Darüber hinaus überprüft die interne Revision (als 3rd Line-of-Defence) stichprobenartig, ob die internen Kontrollen durchgeführt werden und angemessen sind. Der Beginn der externen Prüfung der Angemessenheit für ausgewählte Teilbereiche des Internen Kontrollsystems nach IDW PS 982 ist für das zweite Halbjahr 2018 vorgesehen und soll mit der Wirksamkeitsprüfung im Jahr 2019 enden. Zusammenfassung der wesentlichen Verbesserungen im Jahr 2017:
Compliance Management SystemLEONI verfügt über ein umfassendes Compliance Management System, um verantwortungsvolles, regelkonformes Verhalten sicherzustellen und zu überprüfen. Der hierfür verantwortliche Leiter der Abteilung Corporate Compliance (Chief Compliance Officer) ist direkt an den Vorstandsvorsitzenden der LEONI AG angebunden, berichtet diesem auch disziplinarisch und hat darüber hinaus Berichtslinien an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Im Jahr 2017 wurde die Neustrukturierung der Corporate Compliance abgeschlossen. Neben der Corporate Compliance Abteilung auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft wurden in den Regionen Deutschland/ Schweiz, EMEA, Amerika und Asien jeweils regionale Compliance Officer installiert. Zusätzlich wurden in den Einzelgesellschaften bzw. Standorten oder den Ländern, in denen LEONI tätig ist, sogenannte Compliance Koordinatoren benannt, die das globale Netzwerk vervollständigen und die Corporate Compliance Organisation sowie die lokal für Compliance in ihrer Gesellschaft verantwortliche Geschäftsführung in der Umsetzung der Maßnahmen unterstützen. Das Compliance Management System (CMS) von LEONI gliedert sich in die drei Bereiche Vorbeugen, Erkennen und Handeln. Die drei Handlungsfelder beinhalten: Compliance Management Systemscroll
VORBEUGEN:Maßnahmen zur Vermeidung von Rechtsverstößen beinhalten insbesondere die Einführung konkreter Richtlinien, Regelungen und Prozesse, die Durchführung von maßgeschneiderten e-Learning- und Präsenzschulungen sowie die fachliche Compliance Beratung der Geschäftsbereiche. ERKENNEN:Um erhöhte Compliance Risiken oder mögliche Verstöße frühzeitig zu erkennen, werden unter anderem regelmäßig Management Self Assessments und Compliance Reviews durchgeführt. Zudem ist, als wesentliches Element der Früherkennung, ein umfassender Prozess zur Überprüfung von bestimmten Geschäftspartnern (Business Partner Due Diligence) und Geschäftsaktivitäten implementiert. HANDELN:Hinweise auf Fehlverhalten werden zunächst bewertet und, falls erforderlich, im Rahmen von internen oder externen Untersuchungen aufgeklärt. Die Reaktion auf Compliance Verstöße umfasst unter anderem die konsequente Sanktionierung von Fehlverhalten sowie die Verbesserung von Prozessen zur Sicherstellung regelkonformen Verhaltens. Das CMS ist die Grundlage für die Sicherstellung der LEONI Compliance Ziele. Sie lauten:
Auf Basis dieser Grundziele, die sich in die Konzernstrategie und -ziele einfügen, wird das Compliance Management System stetig verbessert und weiterentwickelt. Maßnahmen und Prozessverbesserungen2017 wurden weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Compliance Risiken ergriffen. Ein bedeutendes Projekt zur Verbesserung der Wahrnehmung von Compliance war die Einführung eines neuen Verhaltenskodex (LEONI Code of Conduct). Der LEONI Code of Conduct ist ein wichtiger Baustein für ein effektives Compliance Management sowie die Grundlage für ein gemeinsames Werteverständnis und das daraus resultierende Verhalten von LEONI und allen Mitarbeitern. Mit der Verankerung einer nachhaltigen Integritäts- und Compliance-Kultur in den Unternehmenswerten wird klargestellt, dass LEONI von allen Führungskräften und Mitarbeitern erwartet, die Compliance Regelungen einzuhalten, sowie Hinweisen auf mögliche Verstöße nachgegangen, festgestellte Verstöße unverzüglich abgestellt und sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert werden. Zur frühzeitigen Erkennung von Fehlverhalten hat LEONI im Jahr 2017 unternehmensweit ein digitales Hinweisgebersystem (LEONI Integrity Platform) eingeführt, das sowohl Mitarbeitern als auch Externen die Möglichkeit gibt, auf mögliche Compliance-Verstöße hinzuweisen. Dadurch kann gegebenenfalls entstehenden Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegengewirkt werden. Zusätzliche Informationen zum LEONI Code of Conduct und der Integrity Platform enthält die LEONI Website. LEONI-Website ›› www.leoni.com Ein weiterer Schwerpunkt der Compliance Maßnahmen war die Durchführung von zielgerichteten und zielgruppenorientierten Schulungen zu den Compliance Richtlinien und Prozessen; in Präsenztrainings wurden die Führungskräfte und Mitarbeiter in risiko-relevanten Bereichen zu den Aufgaben und Zielen des CMS sowie dem richtigen und von der Konzern- und Geschäftsführung erwarteten Verhalten informiert und geschult. Im Jahr 2017 hat der Vorstand eine Re-Zertifizierung des überarbeiteten CMS gemäß IDW Prüfungsstandard 980 beauftragt. Die Prüfung wurde im Dezember 2017 begonnen und umfasst die Konzeption, Angemessenheit und Implementierung sowie die Wirksamkeit des CMS für die Kernbereiche Anti-Korruption und Kartellrecht. Die Prüfung soll für beide Teilabschnitte bis Mitte 2019 komplett abgeschlossen sein. Im Rahmen unserer Agenda zur kontinuierlichen Verbesserung des CMS wird im Jahr 2018 weiter an der Verzahnung der Governance-, Risiko- und Compliance Funktionen sowie der Integration von Compliance Maßnahmen und Kontrollen in bestehende Geschäftsprozesse gearbeitet. Chancen- und RisikolageDie Chancen- und Risikolage berichtet über die wesentlichen Chancen und Risiken, die gemäß der nachfolgenden Matrix als mittleres oder hohes Risiko eingestuft wurden. In der Matrix ist auch die Verteilung (Anzahl) der beschriebenen Risiken ersichtlich: ![]() grau = niedriges Risiko; hellblau = mittleres Risiko; dunkelblau = hohes Risiko Im Folgenden werden die wesentlichen Risikokategorien zusammengefasster gleichartiger Einzelrisiken ohne weitere Einstufung der Wertigkeit dargestellt. Strategisch und marktbezogenStandort- / LänderrisikenDie Standortpolitik des LEONI-Konzerns orientiert sich stark an den Anforderungen der Kunden, denen LEONI auf Auslandsmärkte folgt. Der Preis- und Kostendruck führt zu einem überproportionalen Wachstum der Produktionskapazitäten in Niedriglohnländern. Dadurch müssen Kunden häufig über mehrere Grenzen hinweg beliefert werden. In einigen Ländern bestehen zudem politische Risiken, beispielsweise in Nordafrika, Mexiko, der Türkei, Südkorea und der Ukraine. Instabile politische Verhältnisse können immer wieder zu Unruhen und auch zu Streiks an unseren dortigen Produktionsstandorten oder zu geschlossenen See- und Flughäfen führen. Die Möglichkeit einer vorübergehenden Belieferung von Produktionsstandorten aus anderen nicht betroffenen Ländern ist aufgrund der kundenspezifischen Produkte im Unternehmensbereich Wiring Systems stark eingeschränkt. Die Tragweite dieses Risikos wird durch Just-in-time- und Just-in-sequence-Belieferung sowie das Single-Source-Prinzip mancher Kunden zusätzlich gesteigert. Eine Verlagerung ist nur mit einem entsprechenden Vorlauf möglich, der durch den Aufbau der notwendigen Produktionsmitarbeiter und -kapazitäten limitiert wird. Deshalb bieten wir unseren Kunden optional eine Belieferung aus zwei Standorten in verschiedenen Ländern an. In vielen Fällen haben sich unsere Kunden aus Wirtschaftlichkeitsgründen jedoch entschieden, das Risiko einer 100-prozentigen Belieferung aus einem Land weiter mitzutragen. Ein Ausfall der Lieferkette zum Kunden, beispielsweise aufgrund von Unruhen, Cybercrime oder Naturkatastrophen, könnte zu einem mehrwöchigen Lieferengpass führen. Aufgrund der erreichten Größe betreibt LEONI weltweit eine beachtliche Anzahl von Produktionsstätten, die über angemessene und von den Automobilherstellern akzeptierte Kapazitätsreserven verfügen. Ferner haben alle Produktionsstandorte vorbeugende Maßnahmen umgesetzt und in einem weltweiten Notfallkonzept dokumentiert. Sie reichen von einem rund um die Uhr tätigen Wachdienst bis zu aufwändigen Feuerschutzanlagen. Zudem befindet sich kein LEONI-Standort in einem Gebiet, das bekanntermaßen stark durch Erdbeben, Überschwemmungen oder sonstige Naturkatastrophen gefährdet ist. Risiken und Chancen aus Konjunkturschwankungen / BrexitDer Großteil des LEONI-Konzernumsatzes entfällt auf Kunden aus der Automobilindustrie und deren Lieferanten. Dadurch hat die aktuelle Marktentwicklung in dieser Branche einen großen Einfluss auf das Geschäftsvolumen und das Unternehmensergebnis von LEONI. Auf einen konjunkturellen Umsatzeinbruch hat sich LEONI mit einer verstärkten Flexibilisierung der Kostenstruktur entsprechend vorbereitet. Der Austritt Großbritanniens aus der EU könnte sich negativ auf die dortigen Absatzzahlen auswirken. Wir verfolgen die laufenden Austrittsverhandlungen aufmerksam. Derzeit gehen wir jedoch davon aus, dass sich aus dem Brexit unter anderem aufgrund des verhältnismäßig geringen Geschäftsvolumens in Großbritannien keine wesentlichen Auswirkungen für LEONI ergeben. Grundsätzlich besteht für LEONI die Chance, durch eine bessere Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds und eine entsprechend steigende Nachfrage in den bearbeiteten Märkten höhere Umsätze zu erzielen als erwartet. Dies gilt insbesondere für die Regionen Amerika und Asien. Sollten beispielsweise die Automobilmärkte dort stärker expandieren, kann LEONI davon sowohl durch direkte Lieferungen in die Regionen als auch indirekt - über Automobilexporte aus Europa - profitieren. Risiken aus der AbsatzpreisentwicklungLEONI liefert seine Produkte in Märkte, die durch sehr hohen Wettbewerb gekennzeichnet sind. Der in der Automobilindustrie weiterhin herrschende Trend zur Beteiligung der Zulieferer an den Entwicklungskosten und unerwartet hohe, notwendige Preiszugeständnisse stellen damit ein Risiko dar. Risiken aus KupferpreisschwankungenIn beiden Unternehmensbereichen von LEONI wird Kupfer als wesentliches Vormaterial eingesetzt. Daher beeinflusst der Weltmarktpreis für diesen Rohstoff, der deutlichen Schwankungen unterworfen ist, in hohem Maße die Materialkosten im Konzern, sodass diese als eigenständiges Risiko betrachtet werden. Bei einem über längere Zeit steigenden Kupferpreis ist durch die zeitlich verzögerte Kostenweitergabe an unsere Kunden stichtagsbezogen ein negativer Ergebniseffekt möglich. Erhebliche Nachfragerückgänge können dazu führen, dass wir bei gleichzeitigem Kupferpreisrückgang einen Teil der von uns auf Termin zu höheren Einstandspreisen gekauften Kupferbestände zu niedrigen Preisen verkaufen müssen. Dadurch würde sich ebenfalls ein negativer Ergebniseffekt ergeben. Kupferterminkäufe werden nur mit korrespondierendem Grundgeschäft zur Absicherung der mit unseren Kunden vereinbarten Abrechnungsmodelle getätigt. Bei einem zum Stichtag stark fallenden Kupferpreis können sich Abwertungsrisiken für die Kupferbestände ergeben. Eine Verknappung der Kupferbestände kann zu Lieferengpässen und höheren Kupferpreisen führen. Um Lieferengpässe zu vermeiden, setzt LEONI auf langfristige und direkte Lieferbeziehungen zu den Kupferlieferanten. Risiken und Chancen aus Materialkostenschwankungen (ohne Kupfer)Zunehmende Bedarfe können zu Kostensteigerungen bei unseren wichtigsten Rohstoffen führen. Dies kann Preisforderungen und damit einen Anstieg der Einkaufspreise bei den entsprechenden Einzelteilen und zusätzlich bei Verknappung auch Lieferengpässe nach sich ziehen. Bisher konnten Materialkostensteigerungen durch den internationalen Wettbewerb unserer Lieferanten weitgehend vermieden werden. Kontaktierungssysteme, die aus Kunststoffgehäusen und Metallkontakten bestehen, werden nahezu ausschließlich mit Werkzeugen hergestellt, die aufgrund von Kundenvorgaben oder aus Wirtschaftlichkeitsgründen überwiegend von einem Lieferanten stammen (Single Source). Eine günstigere Entwicklung der Rohstoffpreise würde sich auf die Materialkostenquote und damit positiv auf die Margen von LEONI auswirken. Risiken und Chancen aus der DigitalisierungMit der Digitalisierung (Internet der Dinge, Industrie 4.0) sind Risiken verbunden, die zu neuen Wettbewerbern oder der Substitution von existierenden Lösungen führen könnten. Neue technologische und gesellschaftliche Trends bieten LEONI aber zugleich gute Wachstumschancen - insbesondere die fortschreitende Digitalisierung in allen Lebensbereichen und damit auch in vielen unserer Abnehmerbranchen. Generell eröffnen auch alle anderen für LEONI wichtigen globalen Trends - Mobilität, Energie- und Datenmanagement, Urbanisierung, Umweltbewusstsein und Ressourcenknappheit, demografischer Wandel, Globalisierung sowie Industrialisierung und Automatisierung - dem Unternehmen auf vielen Gebieten zusätzliche Expansionsmöglichkeiten. So kann sich beispielsweise das zunehmende Interesse der Autofahrer an Hybrid- und Elektroantrieben sowie Elektrik- und Elektronik-Innovationen im Fahrzeug positiv auf unsere künftige Entwicklung auswirken. Weitere Informationen zu den strategischen Chancen aus globalen Megatrends enthält das Kapitel Konzernstrategie. Konzernstrategie ›› Seite 44 f OperativRisiken aus neuen KundenprojektenNeben den projektübergreifenden Risiken, wie z.B. den Standort-/Länderrisiken und den Personalkostenschwankungen, gibt es auch projektspezifische Kostenrisiken. Sie können aus Sondermaßnahmen zur Sicherstellung des Produktionsstarts bei unseren Kunden während der Anlaufphase oder z.B. aus Kalkulationsfehlern, die sich eventuell auf die komplette Laufzeit auswirken, resultieren. Sofern es nicht gelingt, die Vielzahl der jährlichen Fertigungsanläufe termingerecht und den Anforderungen der Kunden entsprechend sicherzustellen, könnte dies gravierende Folgen für das künftige Geschäft haben. Risiken aus InformationstechnologienEin weltweit operierendes Unternehmen wie LEONI kann nur mit Hilfe komplexer IT-Systeme gesteuert werden. Auch die permanente Lieferbereitschaft - insbesondere gegenüber der Automobilindustrie, die in der Regel eine Just-in-time- oder Just-in-sequence-Lieferung fordert - hängt von der ständigen Verfügbarkeit der entsprechenden Systeme und Daten ab. Gravierende Störungen wie Systemausfälle, Angriffe auf unsere Netzwerke, der Verlust oder die Manipulation von Daten können einen Ausfall der Lieferkette zum Kunden zur Folge haben. LEONI arbeitet sowohl im konzeptionellen als auch im operativen Bereich permanent an der Optimierung des IT-Umfeldes. Ein Beispiel dafür ist das Vorhalten eines zweiten, redundanten Rechenzentrums als Notfallsystem. Darüber hinaus steigen die Bedrohungen für unsere Informationssicherheit aufgrund der weltweit zunehmenden Professionalität in der Computerkriminalität. Wie andere große multinationale Unternehmen sind wir regen Cyber-Angriffen von erfahrenen Gegnern ausgesetzt, die vom organisierten Verbrechen und von Nationen, die Wirtschaftsspionage betreiben, unterstützt werden. Ein direkt dem Vorstand unterstellter Information-Security- und Datenschutz-Verantwortlicher zeigt den sehr hohen Stellenwert der Sicherheit unserer Informationssysteme und Netzwerke sowie der Sicherstellung der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit unserer Daten. Zur Risikominimierung ergreifen wir eine Reihe von Maßnahmen, die unter anderem die Schulung von Mitarbeitern sowie die Überwachung unserer Netzwerke und Informationssysteme etwa durch Firewalls und Virenscanner umfassen. Das verbleibende Restrisiko ist durch eine Cyber Secure Versicherung abgesichert. Risiken aus Produkthaftung/RückrufLEONI-Produkte werden überwiegend für technisch anspruchsvolle Erzeugnisse oder Anlagen mit hohen Sicherheitsstandards verwendet. Ein Ausfall könnte zu weitreichenden Konsequenzen von Stillstandskosten über Vertragsstrafen bis zu Personenschäden führen. Die damit verbundenen Produkthaftungsrisiken minimieren wir durch wirksame Maßnahmen im Rahmen der Prozesssicherheit und des Qualitätsmanagements. Alle Werke sind nach ISO 9001 zertifiziert, ein Teil der Werke in Abhängigkeit von den zu beliefernden Abnehmergruppen beispielsweise zusätzlich nach IATF 16949 (Automobilindustrie), EN/AS 9100 (Luft- und Raumfahrt) und ISO 13485 (Medizintechnik). Zudem bestehen Versicherungen für Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftung sowie für Rückrufaktionen. Um ein strukturiertes Notfallmanagement sicherzustellen, werden Produkthaftungsfälle und Rückrufe durch einen implementierten sogenannten Red Alert Prozess ohne Verzögerung an alle betroffenen Bereiche gemeldet. Risiken aus dem Verlust eines KundenDer Verlust eines oder mehrerer von uns belieferter Großkunden kann übergangsweise zu Gewinn-/Deckungsbeitragsausfällen und zusätzlichen Kapazitätsanpassungskosten führen. Durch eine breitere, internationale Kundenbasis haben wir die Abhängigkeit von einigen wenigen Großkunden im Unternehmensbereich Wiring Systems verringert. Die langen Vertragslaufzeiten, meistens über die Lebensdauer einer Fahrzeugbaureihe, sowie der Aufbau sehr enger und stabiler Kundenbeziehungen, z.B. durch eine umfassende Entwicklungsarbeit und einen hervorragenden Lieferservice, sorgen dafür, dass sich ein Kundenverlust in der Regel frühzeitig ankündigen würde und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden könnten. Risiken aus PersonalkostenschwankungenDer wachsende Fachkräftemangel in Deutschland, Veränderungen in der Verfügbarkeit von Mitarbeitern und der damit einhergehende Anstieg der Lohn- und Gehaltskosten an beschäftigungsintensiven Produktionsstandorten in Osteuropa, Nordafrika und Asien stellen das Personalmanagement vor besondere Herausforderungen. Hinzu kommt der hohe Umfang an Produktion in Ländern mit niedrigem Lohnniveau. Aufgrund von Mindestlohnsteigerungen kann es hier zu sprunghaften Anstiegen kommen. Um weiterhin als attraktiver Arbeitgeber Beschäftigte rekrutieren und binden zu können, werden verstärkt Anstrengungen zur Personalförderung unternommen - wie zum Beispiel interne Qualifizierungs- und Integrationsprogramme - sowie verschiedenste zusätzliche Sozialleistungen angeboten. Chancen aus operativen StärkenZu den operativen Stärken des LEONI-Konzerns zählen die in den wichtigsten Märkten europaweit führende Position, unsere globale Vertriebs-, Entwicklungs- und Produktionspräsenz sowie das breite, internationale Kundenportfolio. Diese Faktoren ermöglichen es uns, weltweit von positiven Marktentwicklungen zu profitieren. Zudem fokussiert sich LEONI klar auf Kernprodukte und -märkte, verfügt entlang der gesamten Wertschöpfungskette über eine durchgehend hohe Kompetenz und deckt ein umfangreiches Technologieportfolio ab. Schließlich entstehen aufgrund der Zusammenarbeit der zwei Unternehmensbereiche in einer aufeinander aufbauenden Wertschöpfungskette Synergien, die LEONI sowohl Kostensenkungs- als auch Expansionschancen bieten. Weitere Informationen über konkrete Chancen der beiden Unternehmensbereiche enthält der Prognosebericht. Prognosebericht ›› Seite 111 ff FinanziellRisiken aus Forderungen/LiquiditätDer Ausfall des Forderungsbestands eines großen Kunden stellt ein Risiko dar. Zur Vorsorge werden alle Kunden, die mit dem LEONI-Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, einer Bonitätsprüfung unterzogen. Die regelmäßige Analyse des Forderungsbestands und der Forderungsstruktur ermöglicht eine laufende Überwachung des Risikos. Als weiteres Instrument zur Reduzierung des Ausfallrisikos dient das Factoring, welches als True Sale Factoring für ausgewählte Kunden erfolgt. LEONI setzt zur Absicherung des geplanten Wachstums neben den bestehenden langfristigen Schuldscheindarlehen ausreichend kurz- und langfristige Kreditzusagen von Banken ein. Im Wesentlichen erfolgt dies in Form von klassischen Kreditlinien. Ergänzend dazu wird ein stringentes Cash Pooling zur Sicherstellung der Liquidität genutzt. Die wichtigsten Zahlungsströme im Konzern werden zentral bei der LEONI AG gesteuert und durchgeführt. Sollte z.B. im Falle einer Krise das interne Rating unserer Kernbanken für LEONI unter Investmentgrade sinken, so würde eine ggf. notwendige Finanzierung voraussichtlich zu erhöhten Kosten führen und eventuell nicht in der gewünschten Größenordnung zur Verfügung gestellt werden. Der Konzern überwacht täglich die aktuelle Liquiditätssituation. Zur Steuerung des künftigen Liquiditätsbedarfs wird eine monatliche, währungsdifferenzierte, rollierende Liquiditätsplanung für jeweils zwölf Monate eingesetzt. Die Planung berücksichtigt die Laufzeiten der Finanzmittel und der finanziellen Vermögenswerte (z.B. Forderungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte) sowie die erwarteten Cashflows aus der Geschäftstätigkeit. Risiken aus WertberichtigungenAuf Grundlage der IFRS-Bilanzierungsregeln führt LEONI jährlich Asset- und Goodwill-Impairmenttests durch. Eine Erhöhung des Abzinsungsfaktors und/oder eine Verschlechterung der Ertragsaussichten lassen das Abwertungsrisiko steigen. Risiken und Chancen aus AkquisitionenRisiken aus geplanten Akquisitionen werden im Rahmen der jeweiligen Due Dilligence des Akquisitionsziels systematisch identifiziert und quantifiziert. Die Implikationen dieser Risiken für den Gesamtrisikoumfang des Unternehmens werden durch das Risikomanagement im Vorfeld der Akquisitionsentscheidung untersucht. Mit jeder Akquisition sind zugleich Chancen verbunden, die zu realisieren sind. Risiken und Chancen aus ZinsenEine Veränderung des Risikozuschlags auf den Kapitalmarktzins oder des Kapitalmarktzinses kann zu einer Verteuerung oder einer Verbesserung der Refinanzierungskosten führen. Risiken aus PensionsverpflichtungenDie Niedrigzinsphase könnte auch Auswirkungen auf die Pensionsfonds von LEONI haben und sich in einem erhöhten Zahlungsmittelabfluss zur nach lokalen Regelungen vorgeschriebenen Verminderung einer Unterdeckung auswirken. Risiken und Chancen aus der WährungsentwicklungHauptsächlich tätigen wir unsere Geschäfte in Euro oder in lokalen Märkten in der jeweiligen Landeswährung. Aufgrund der Globalisierung der Märkte sind wir jedoch verstärkt mit Währungsrisiken konfrontiert. In der Konzernholding, der LEONI AG, verantwortet die Abteilung Corporate Finance in Zusammenarbeit mit einer Währungskommission Risiken im Währungsbereich und berichtet diese an das zentrale Risikomanagement. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt in Abstimmung mit den bestehenden Grundgeschäften bzw. den geplanten Transaktionen. Die Auswahl der einzusetzenden Sicherungsinstrumente erfolgt regelmäßig nach eingehenden Analysen des abzusichernden Grundgeschäfts. Ziel ist, die Einflüsse der Wechselkursschwankungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen. Zur Sicherung unserer operativen Geschäftstätigkeit nutzen wir neben den eigentlichen Sicherungsgeschäften primär die Möglichkeiten des Nettings der Fremdwährungspositionen innerhalb des Konzerns. Als weitere Maßnahme der Währungssicherung finanzieren wir ausländische Tochtergesellschaften grundsätzlich in der jeweiligen funktionalen Währung mit entsprechenden Refinanzierungen in der korrespondierenden Währung. Ökonomische Währungsrisiken ergeben sich zudem durch die Auswirkungen auf die preisliche Wettbewerbsfähigkeit einzelner Standorte (Werke) infolge von Veränderungen der Währungsrelation. Die schwankenden Währungskurse können für die nicht mit Termingeschäften abgesicherten Umfänge auch zu einem positiven Effekt führen. Weitere Details über diese Finanzrisiken enthält der Konzernanhang. Konzernanhang ›› Seite 203 f ComplianceRisiken aus Compliance VerstößenGrundsätzlich kann es bei Compliance Verstößen zu erheblichen Bußgeldern, Reputationsverlusten und Schadensersatzansprüchen kommen. Je nach Land sind auch Haftstrafen für Führungskräfte und beteiligte Mitarbeiter möglich. Mit einem effektiven Compliance Management System vermindert LEONI diese Risiken aus Rechts- und Richtlinienverstößen. Risiken aus KorruptionWie bereits berichtet ergab sich bei internen Compliance Untersuchungen im Jahr 2015 der Verdacht auf ein unrechtmäßiges Verhalten im Zusammenhang mit mindestens einem Agenten, der von einer LEONI-Konzerngesellschaft aus dem Unternehmensbereich WCS beauftragt wurde. Der Sachverhalt betrifft ungeklärte Provisionszahlungen bei Geschäften insbesondere mit asiatischen Kunden. LEONI hat den Verdacht 2016 proaktiv bei den deutschen Behörden gemeldet und den Sachverhalt in den Jahren 2016 und 2017 in enger Zusammenarbeit mit den Untersuchungsbehörden weiter aufgeklärt. Zu Beginn des Jahres 2017 haben die Behörden mehrere Ermittlungsverfahren gegen ehemalige und aktuelle Geschäftsführer und Mitarbeiter eingeleitet. Bis zum Ende des Jahres 2017 konnten die internen Sachverhaltsaufklärungsmaßnahmen und die externen Ermittlungsmaßnahmen weitestgehend abgeschlossen werden. Im Rahmen einer tatsächlichen Verständigung mit den Finanzbehörden über den zugrundliegenden Sachverhalt und die steuerliche Abzugsfähigkeit von Provisionszahlungen hat LEONI eine Einigung erzielt. Das Ergebnis und die Steuernachzahlungen sind vollständig im Jahresabschluss 2017 erfasst. Die Ermittlungsverfahren gegen acht ehemalige und aktuelle Mitarbeiter und Geschäftsführer einer LEONI-Konzerngesellschaft dauerten zum Jahresende 2017 noch an; LEONI geht davon aus, dass die Verfahren im Jahr 2018 abgeschlossen werden. Gegen die LEONI AG und die betroffenen Konzerngesellschaften sind keine Verfahren im Zusammenhang mit diesem Sachverhalt anhängig. Risiken aus dem KartellrechtWie berichtet wurden seit Oktober 2011 in den USA und Kanada mehrere Zivilverfahren in Form von Sammelklagen gegen LEONI und weitere Bordnetzhersteller wegen angeblicher Verstöße gegen das Kartellrecht eingeleitet. LEONI konnte in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 sämtliche dieser Verfahren ohne Anerkennung einer Schuld durch Vergleichsvereinbarungen abschließen. Derzeit sind in den USA nur noch wenige Verfahren individueller Kläger anhängig, die aus heutiger Sicht weit geringere Auswirkungen haben dürften als die bisher beendeten Verfahren. LEONI geht davon aus, auch diese verbleibenden Verfahren möglichst zeitnah beenden zu können. Im November 2015 eröffnete die brasilianische Wettbewerbsbehörde ein Verfahren gegen eine LEONI-Gesellschaft sowie weitere Bordnetzhersteller, vermutlich im Zusammenhang mit dem bereits 2013 vor der Europäischen Kommission beendeten Kartellverfahren. Die Behörde untersucht angebliche Verstöße gegen das brasilianische Kartellrecht. LEONI kooperiert mit der zuständigen Behörde, wobei die Zahlung eines Bußgeldes nicht ausgeschlossen ist. Im Jahresabschluss 2017 wurden entsprechende Rückstellungen gebildet. Risiken aus Betrug (Fake-CEO Fraud)Wie berichtet wurde LEONI im August 2016 Opfer betrügerischer Handlungen unter Verwendung gefälschter Dokumente und Identitäten sowie Nutzung elektronischer Kommunikationswege. In der Folge wurden insgesamt circa 40 Mio. € des Unternehmens auf Zielkonten im Ausland transferiert. LEONI hat den Betrag im Geschäftsjahr 2016 in voller Höhe im Jahresergebnis berücksichtigt. Im Berichtsjahr hat der Vorstand die Aufarbeitung des Betrugsfalls auf verschiedenen Ebenen weiter vorangetrieben und laufend überwacht. Dazu gehörte das weitere Bemühen, abgeflossene Beträge sicherzustellen und mit nationalen und internationalen Ermittlungsbehörden zu kooperieren, um Täter ihrer strafrechtlichen Verantwortung zuzuführen. Wichtig war dem Vorstand aber ebenso die Fortsetzung von Initiativen, um aus dem Betrugsfall weitere geeignete Maßnahmen und Prozesse abzuleiten, damit künftige Risiken aus diesem oder vergleichbaren Sachverhalten effektiv reduziert werden. Mit dieser Maßgabe hat der Vorstand nicht nur die IT-Sicherheit nochmals erhöht und eine nachhaltige Sensibilisierung von Mitarbeitern, Management und Fachabteilungen veranlasst. Zudem inittierte er die externe Überprüfung bzw. Auditierung verschiedener Funktionen, die für die Steuerung und das Management von Risiken als besonders sensibel bzw. relevant eingestuft wurden. In Teilbereichen veranlasste er auch eine Erneuerung der personellen Führung. Ebenso hat sich der Vorstand im Berichtsjahr mit dem Betrugsfall im Hinblick auf eine mögliche Verantwortung intensiv befasst, d.h. mit der Frage, ob und wenn ja wo und durch wen es eventuell Pflichtverletzungen gab, die es Betrügern ermöglichte, eine LEONI-Mitarbeiterin derart zu manipulieren, dass ein hoher Betrag auf fremde Zielkonten ins Ausland transferiert werden konnte. In diesem Zusammenhang ließ der Vorstand extern analysieren und bewerten, inwiefern arbeits- und/oder zivilrechtliche Konsequenzen aus dem Betrugsfall gegen LEONI-Mitarbeiter im In- oder Ausland geboten sein könnten. Letzteres geschah korrespondierend zu Untersuchungen des Aufsichtsrats, der sich dieser Frage für Mitglieder des Vorstands widmete. Die ergriffenen Maßnahmen lassen sich wie folgt zusammenfassen: ■ Ermittlungen und Asset Tracing:Die Ermittlungsmaßnahmen der Behörden in den beteiligten Ländern wurden im Berichtsjahr weitergeführt und dauern noch an. LEONI unterstützt die Behörden weiterhin bei der Sachverhaltsermittlung und -aufklärung. Daneben hat LEONI eigene Maßnahmen zur Nachverfolgung der Geldströme und zur Sicherstellung der Geldbeträge fortgeführt. Im Umfang von rund 125 T€ konnten bislang Vermögenswerte zurückerlangt werden. Die Maßnahmen zur Wiedererlangung der Vermögenswerte dauern an. ■ Prozessverbesserungen:Die im Vorjahr eingeleitete externe Überprüfung der Finanzprozesse und -kontrollen sowie des gesamten Finanzbereichs durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde abgeschlossen. LEONI setzt die Handlungsempfehlungen und Verbesserungsmaßnahmen seither um. Richtlinien, Prozesse und Kontrollen werden überarbeitet und ergänzt. Als Reaktion auf den Fake-CEO Fraud war auch im Berichtsjahr die Aufklärung der Mitarbeiter zu den relevanten Themenkomplexen wie insbesondere Social Engineering ein fester Bestandteil der Informationssicherheitsmaßnahmen. LEONI setzt in diesem Bereich auf eine Aufmerksamkeitskampagne, die Mitarbeiter zielgruppenspezifisch in allen relevanten Sprachen anspricht. Dabei werden das Bewusstsein für derartige Angriffsformen geschärft und die entsprechenden Handlungsvorgaben verfestigt. Daneben setzt LEONI auch auf eine weitere Verbesserung technischer Maßnahmen; Filter erkennen bestimmte Betrugsformen und unterstützen den Anwender durch entsprechende Hinweise. Weitere Maßnahmen sind geplant, um das Schutzniveau konstant hoch zu halten. Die dargestellten Verbesserungsmaßnahmen zielen nicht nur darauf ab, einen erneuten Fake-CEO Fraud, sondern auch Risiken aus anderen möglichen Betrugsszenarien zu minimieren. In den Kapiteln Risikomanagement-, internes Kontroll- und Compliance Management System sind die Maßnahmen zur Verbesserung der entsprechenden Systeme dargestellt. Risiko- und Chancenbericht ›› Seite 95 ff Internes Kontrollsystem ›› Seite 97 ff Compliance Management System ›› Seite 100 f ■ Arbeitsrechtliche Konsequenzen:Auf Basis des aufgeklärten Sachverhalts war bereits im Vorjahr mit ersten Konsequenzen in Form arbeitsrechtlicher Maßnahmen reagiert worden. Im Berichtsjahr wurden die Aufarbeitung der arbeitsrechtlichen Seite des Betrugsfalls abgeschlossen und weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen. Derzeit sind im Zusammenhang mit ausgesprochenen Kündigungen noch mehrere arbeitsgerichtliche Verfahren im In- und Ausland anhängig. ■ Geltendmachung von Ersatzansprüchen:Auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse beauftragte der Vorstand die Rechtsanwaltskanzlei Baker McKenzie mit der Prüfung möglicher Ersatzansprüche gegen Mitarbeiter des LEONI-Konzerns. Auf Basis von deren Stellungnahme beschloss der Vorstand die Geltendmachung von Ersatzansprüchen für den der LEONI AG entstandenen Schaden und meldete den Betrugsfall den D&O-Versicherern der LEONI AG. Die Geltendmachung und Durchsetzung von Ansprüchen gegen Mitarbeiter dauern an. Aussagen zu Verlauf und Erfolgsaussichten sind noch nicht möglich. Korrespondierend hat sich der Aufsichtsrat im Berichtsjahr mit dem Betrugsfall im Hinblick auf eine mögliche Verantwortung des Vorstands befasst. Auf Basis externer Gutachten hat dieser ebenfalls die Geltendmachung von Ersatzansprüchen für den der LEONI AG entstandenen Schaden sowie die Aufnahme von Gesprächen mit den D&O-Versicherern der LEONI AG beschlossen. ■ Versicherungsleistungen:LEONI konnte im Jahr 2017 einen Betrag von 5 Mio. € im Rahmen der bestehenden Vertrauensschadensversicherung erlangen. Darüber hinaus sind aus dem Vorgenannten weitere Versicherungsleistungen denkbar. Derzeit lässt sich dies allerdings noch nicht abschätzen. Risiken von Corporate Governance-VerstößenGrundsätzlich besteht das Risiko, dass Organe und/oder Mitarbeiter gegen Gesetze, interne Richtlinien oder von LEONI anerkannte Standards guter Unternehmensführung verstoßen. Risiken aus Exportkontrolle und ZollPolitische oder regulatorische Änderungen z.B. bei Exportvorschriften, Zollbestimmungen oder Embargomaßnahmen können unsere Geschäftstätigkeit in einzelnen nationalen Märkten beeinflussen und unsere Finanz- und Ertragslage beeinträchtigen. Bei Verstößen kann es zu Strafzahlungen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadenersatzansprüchen kommen. Daher achten wir auf die konsequente Einhaltung der entsprechenden Bestimmungen. Beurteilung der Gesamtsituation durch den VorstandNach Ansicht des Vorstands hat sich die Risikolage für den LEONI-Konzern für 2018 im Bereich Projektrisiken aufgrund des hohen Auftragsvolumens erhöht. Das größte Risiko besteht weiterhin im Ausfall der Lieferkette zum Kunden. Die Risikoaggregation zeigt, dass bestandsgefährdende Entwicklungen im Planungszeitraum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können. Das Risikodeckungspotenzial des Unternehmens ist ausreichend, um den Bestand des Unternehmens zu sichern. NachtragsberichtNach Abschluss des Geschäftsjahres bis zur Unterzeichnung dieses Berichts gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung mit wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des LEONI-Konzerns. PrognoseberichtKonjunkturelle RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliches UmfeldDer weltweite Konjunkturaufschwung des vergangenen Jahres wird sich 2018 nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds fortsetzen. Die positive Stimmung und anhaltend günstige Finanzierungskonditionen dürften dazu beitragen, dass die Investitionsbereitschaft vor allem in exportorientierten Ländern hoch bleibt. Hinzu kommt die Steuerreform in den USA, die kurzfristig nicht nur im Land selbst, sondern auch bei wichtigen Handelspartnern wie Kanada und Mexiko für eine Konjunkturbelebung sorgen könnte. Bei aller Zuversicht verweist der IWF aber nach wie vor auf zahlreiche Risiken, wozu neben der expansiven Geldpolitik der Notenbanken bzw. ihrem möglichen Ende auch nationalistische Tendenzen, geopolitische Spannungen, bevorstehende Wahlen in mehreren Ländern sowie humanitäre Katastrophen und daraus resultierende Flüchtlingsströme zählen. Konkret soll das globale Bruttoinlandsprodukt 2018 weltweit um 3,9 Prozent expandieren. Hierzu tragen die Industrienationen mit einem Wachstum von 2,3 Prozent bei, wobei der IWF in seinem World Economic Outlook-Update vom Januar 2018 in nahezu allen Ländern einen besseren Verlauf erwartet als noch im Herbst 2017. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer wird ein BIP-Zuwachs um 4,9 Prozent prognostiziert, der erneut vor allem von China, Indien und anderen asiatischen Staaten gestützt wird. Aber auch in Brasilien und Russland sollte sich der Aufwärtstrend stabilisieren. Wirtschaftswachstum 2017 bis 2019%![]() Quelle: IWF Wirtschaftswachstum 2018 in ausgewählten Regionen![]() Quelle: IWF (Schätzung) BranchenentwicklungDer VDA rechnet damit, dass der Automobilabsatz 2018 weltweit um rund 1 Prozent auf circa 86 Mio. Neuzulassungen wächst. Dabei soll sich die Dynamik in China ebenso fortsetzen wie die kräftige Erholung in Russland und Brasilien. Der gesamteuropäische Markt dürfte sein Vorjahresniveau wieder in etwa erreichen und für die USA wird erneut ein leichter Rückgang prognostiziert. Die globale Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wird laut Berechnungen von IHS Automotive um knapp 2 Prozent ausgeweitet. Dabei werden voraussichtlich spürbar mehr Pkw hergestellt, während die Fertigung leichter Nutzfahrzeuge fast stagniert. Die höchsten Steigerungsraten wird aus heutiger Sicht Amerika verzeichnen, gefolgt von der Region EMEA und Asien. In allen Regionen werden aus heutiger Sicht deutlich mehr Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechniken vom Band laufen. Hier wird weltweit ein Zuwachs von rund 44 Prozent erwartet. Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen![]() Quelle: IHS Automotive Bei schweren Nutzfahrzeugen prognostiziert IHS Automotive 2018 nach der extrem dynamischen Entwicklung im Vorjahr einen Produktionsrückgang von weltweit fast 4 Prozent, der ausschließlich aus einem kräftigen Minus in Asien resultiert. Dagegen sollen in der Region EMEA und insbesondere in Amerika deutlich mehr schwere Nutzfahrzeuge hergestellt werden. Produktion von schweren Nutzfahrzeugen nach Regionen![]() Quelle: IHS Automotive Für die Elektroindustrie sagt der ZVEI im Jahr 2018 weltweit erneut ein 4-prozentiges Marktwachstum voraus, zu dem in erster Linie die Schwellen-, aber auch die Industrieländer beitragen werden. In Amerika und Asien soll das Plus jeweils rund 5 Prozent betragen, in Europa etwa 2 Prozent. Die für LEONI bedeutsamen Marktsegmente Automation, Energietechnik, Kommunikations- und Informationstechnologie sowie Elektromedizin werden aus heutiger Sicht global jeweils um 4 bis 6 Prozent zulegen. In Deutschland rechnet die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie mit einem Marktwachstum von rund 2 Prozent. Der Umsatz im Maschinenbau wird sich im laufenden Jahr nach Schätzungen des VDMA weltweit um rund 4 Prozent erhöhen. Getragen wird die Steigerung vor allem vom chinesischen Maschinenbau, aber auch in Japan und Amerika soll die Branche weiterhin wachsen. Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer erwarten 2018 eine gleichbleibende Dynamik, also erneut ein Produktionswachstum von rund 3 Prozent. Die Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) wird 2018 nach Angaben des Branchenverbands BITKOM in Deutschland um 1,3 Prozent und damit etwas weniger dynamisch als im Vorjahr zulegen. Das Plus resultiert vor allem aus dem Bereich Informationstechnik und hier insbesondere aus den Segmenten Software und IT-Beratung. Die Umsätze in der Telekommunikationsindustrie sollen dagegen nur gedämpft steigen. Geschäftsverlauf und künftige AusrichtungEntwicklung des LEONI-KonzernsVor dem Hintergrund der insgesamt positiven Aussichten auf den wichtigsten Absatzmärkten und der guten Auftragslage in beiden Divisionen geht der Vorstand davon aus, dass der LEONI-Konzernumsatz 2018 auf mindestens 5,0 Mrd. € steigen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die im Vorjahr noch anteilig enthaltenen Erlöse der veräußerten Business Group Electrical Appliance Assemblies entfallen. Den Großteil des Zuwachses werden wir voraussichtlich in Asien erzielen. In Amerika erwarten wir ein leichtes Plus und in der Region EMEA eine stabile Entwicklung. Das Konzern-EBIT wird 2018 aus heutiger Sicht in einer Spanne von 215 Mio. € bis 235 Mio. € und damit über dem um die positiven Einmaleffekte von circa 30 Mio. Euro bereinigten Ergebnis des Jahres 2017 liegen. Der Prognose liegen folgende Prämissen zugrunde: Die Konjunktur in unseren wichtigsten Abnehmerbranchen sollte sich 2018 erwartungsgemäß entwickeln. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Notierungen der für den LEONI-Konzern wesentlichen Rohstoffpreise - für den Kupferpreis haben wir einen Durchschnittswert von 4,90 €/kg geplant - und Währungsparitäten sollten sich 2018 im Rahmen unserer Erwartungen bewegen. Bei den Personalkosten haben wir mit länderspezifisch unterschiedlichen Steigerungsraten gerechnet, die auf unseren langjährigen Erfahrungen in den Regionen basieren. Mögliche Akquisitionen oder Desinvestments sind nicht berücksichtigt. Konjunkturelle Rahmenbedingungen ›› Seite 111 ff Im Rahmen unserer strategischen Neuausrichtung hin zu einem führenden Anbieter von intelligenten Energie- und Datenmanagementlösungen werden wir 2018 die Digitalisierung unseres Produktspektrums sowie des gesamten Unternehmens weiter intensivieren und uns verstärkt als System- und Entwicklungspartner unserer Kunden positionieren. Hierfür planen wir den gezielten Aufbau von Kompetenzen, um existierende Know-how-Lücken zu schließen. Die Geschäftspolitik von LEONI wird sich dadurch aber nicht grundlegend ändern. Unsere Dividendenpolitik sieht weiterhin prinzipiell die Ausschüttung von etwa einem Drittel des Jahresüberschusses vor. Konzernstrategie ›› Seite 44 ff Entwicklung der Wiring Systems DivisionDer Unternehmensbereich Wiring Systems wird seinen Außenumsatz im laufenden Jahr voraussichtlich auf rund 3,2 Mrd. € ausweiten. Vor allem in Asien, aber auch in Amerika dürften sich die Lieferungen an unsere Kunden erhöhen. In der Region EMEA erwarten wir ein Geschäftsvolumen auf dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll sich erneut deutlich auf einen Wert zwischen 135 Mio. € und 145 Mio. € verbessern, was insbesondere auf den geplanten Umsatzzuwachs sowie unsere kontinuierlichen Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsmaßnahmen zurückzuführen ist. Im Zusammenhang mit neuen Kundenprojekten planen wir, 2018 verschiedene Standorte in Asien, Amerika, Osteuropa und Nordafrika auszubauen. In Bulgarien, Mexiko und Serbien wollen wir neue Werke errichten. In Summe wird sich das Investitionsvolumen dadurch weiter erhöhen. Auf der Basis unserer strategischen Neupositionierung werden wir unser Angebot in den Bereichen Elektromobilität, Konnektivität und autonomes Fahren im laufenden Jahr vergrößern und unsere Stellung als Entwicklungspartner und Systemlieferant durch zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Elektronik und Software verbessern. Hier sehen wir in Zukunft besonders große Chancen für die Wiring Systems Division. Große Potenziale bietet auch die Digitalisierung unserer Abläufe, insbesondere der stetige Ausbau der Automatisierung von Fertigungsprozessen. Außerdem wollen wir im Hochvoltumfeld weitere signifikante Marktanteile gewinnen, insbesondere in der Region Asien. Darüber hinaus soll unsere globale Präsenz generell gestärkt werden, wobei wir wiederum China als Schlüsselregion mit hervorragenden Chancen betrachten. Entwicklung der Wire & Cable Solutions DivisionIm Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions wird der Außenumsatz 2018 rund 1,8 Mrd. € betragen. Die gute, voraussichtlich über dem Marktwachstum liegende Entwicklung im Automobil- und Industriegeschäft kompensiert dabei den Wegfall des Umsatzes der 2017 veräußerten Business Group Electrical Appliance Assemblies. Regional betrachtet dürfte das Geschäftsvolumen in Asien etwas zu-, in Amerika und der Region EMEA dagegen geringfügig abnehmen. Das EBIT wird sich aus heutiger Sicht auf einen Wert zwischen 80 Mio. € und 90 Mio. € belaufen. Das Investitionsvolumen der Wire & Cable Solutions Division wird in der laufenden Berichtsperiode erneut ansteigen. Neben dem Ausbau der Automobilleitungsfertigung insbesondere in Osteuropa liegen mit der Fabrik der Zukunft und der Digital Solutions Group auch Schwerpunkte in Deutschland. Im Sinne unserer Strategie, die Wire & Cable Solutions Division zum führenden Lösungsanbieter für die Megatrends Energie und Daten zu entwickeln, werden wir das Angebot für unsere Kunden im Bereich intelligente Verkabelung 2018 verbreitern. Im ersten Halbjahr planen wir, den Prototyp eines neuen intelligenten Kabels marktfähig zu machen, um dieses innovative Produkt in der zweiten Jahreshälfte mit applikationsbezogenen Lösungen am Markt einzuführen, beispielsweise inklusive Smart Services-Optionen wie Monitoring oder vorbeugender Wartung. Daneben bieten die Digitalisierung des gesamten Unternehmensbereichs und der Ausbau unserer Aktivitäten in Richtung Lösungsanbieter durch den Erwerb von zusätzlichen Kompetenzen in den Bereichen Sensorik, Elektronik und funktionale Simulation gute Chancen für die Wire & Cable Solutions Division. Unsere Kernmärkte behalten wir im Fokus, wollen jedoch durch einen verbreiterten Wertschöpfungsansatz mit Beratung, Simulation und Smart Services neue Kunden gewinnen. Finanz- und VermögenslageDie Finanz- und Vermögenslage des LEONI-Konzerns wird sich 2018 unverändert sehr solide darstellen. Aufgrund der guten Auftragslage wird sich das Investitionsvolumen aus heutiger Sicht auf insgesamt rund 300 Mio. € erhöhen, davon entfallen rund 45 Mio. € auf die Fabrik der Zukunft in Roth. Bereinigt um diesen Sonderfaktor wird die operative Investitionsquote 2018 rund 5 Prozent vom Umsatz betragen. Beim Free Cashflow streben wir - wie 2017 - einen positiven Wert vor Dividende an. In der laufenden Berichtsperiode fällige Finanzverbindlichkeiten werden fristgerecht refinanziert und gegebenenfalls Opportunitäten genutzt. Die Liquidität ist aufgrund der abgeschlossenen, langfristigen Finanzierungen und der umfangreichen Kreditlinien unverändert gesichert. BeschaffungDer Ausbau und die Pflege der Lieferantenbeziehungen sind für LEONI von hoher Bedeutung. Der strategische Einkauf im Bereich WCS wird im laufenden Jahr weiterhin klassisches Lieferantenmanagement umsetzen und die nötige Erweiterung des Lieferantenportfolios vorantreiben. Eine große Herausforderung wird es sein, in einem sehr gut ausgelasteten Marktumfeld eine größtmögliche Versorgungsicherheit zu gewährleisten. Die Einkaufsaktivitäten der Wiring Systems Division werden sich aufgrund des prognostizierten Branchen- und Umsatzwachstums darauf konzentrieren, die nötigen Kapazitäten global sicherzustellen und die geplante Umsatzsteigerung mit entsprechenden kostensenkenden Maßnahmen auf dem Beschaffungsmarkt zu begleiten. MitarbeiterDie Belegschaft des LEONI-Konzerns wird 2018 voraussichtlich weltweit weiter anwachsen. In der Wiring Systems Division benötigen wir zusätzliche Mitarbeiter für die zahlreichen neuen Kundenprojekte und damit zusammenhängenden Kapazitätserweiterungen, wobei die Schwerpunkte in Amerika und Osteuropa liegen werden. Der Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions plant weltweit Neueinstellungen im Automotive-Geschäft sowie in Deutschland für die Fabrik der Zukunft und die Digital Solutions Group. Forschung & EntwicklungBeide Unternehmensbereiche werden ihre Entwicklungsaktivitäten im laufenden Jahr verstärkt an der neuen Konzernstrategie ausrichten, zu einem führenden Anbieter von intelligenten Energie- und Datenmanagementlösungen zu werden. In der Wiring Systems Division stehen Projekte zur Umsetzung des autonomen Fahrens und der kostengünstigen Realisierung von Elektromobilität im Vordergrund. Daneben fokussieren wir uns auf die Verwirklichung des Systemgedankens, indem verschiedene Kompetenzen wie beispielsweise Architekturanalysen und -optimierungen, Simulationsthemen sowie die Automatisierung der Produktion gebündelt und auf Systemebene angewendet werden. Die Wire & Cable Solutions Division wird sich neben der Entwicklung des intelligenten Kabels zu Marktreife mit der weiteren Digitalisierung des Angebots beschäftigen. Auch die Realisierung eines ersten Kundenprojekts im Bereich des 3D-Extrusionsverfahrens ist geplant. ComplianceNach Abschluss der Neustrukturierung unseres Compliance Management Systems durchläuft das System 2018 eine externe Prüfung nach IDW PS 980, die im Dezember 2017 eingeleitet wurde. Außerdem steht die Implementierung risikominimierender Maßnahmen zu den Themen Geldwäsche und Interessenkonflikte an. Darüber hinaus planen wir, die Präsenzschulungen zum neuen Code of Conduct zu intensivieren, um unsere Mitarbeiter noch stärker für die darin enthaltenen Regelungen und das Thema Integrität zu sensibilisieren. Gesamtaussage zur künftigen EntwicklungAuf der Grundlage der guten Auftragssituation In beiden Unternehmensbereichen wird der LEONI-Konzern 2018 aus Sicht des Vorstands ein leichtes Umsatzwachstum auf mindestens 5,0 Mrd. € erzielen. Das Konzern-EBIT wird voraussichtlich einen Wert zwischen 215 Mio. € und 235 Mio. € erreichen. Bereinigt um die positiven Sondereffekte in Höhe von 30 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 gehen wir im Vergleich zum Vorjahr für 2018 von einem deutlichen Ergebnisplus aus. Die gute Ertragslage wird unsere Finanz- und Vermögenssituation weiter festigen, sodass wir über eine stabile Basis für die nochmalige Ausweitung unserer Investitionen verfügen, durch die wir uns auf künftiges Wachstum vorbereiten. Prognose LEONI-Konzernscroll
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ohne Investitionen für die Fabrik der Zukunft Mittelfrist-Perspektive bis 2020Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) beim Umsatz soll im Dreijahreszeitraum 2018 bis 2020 mehr als 5 Prozent betragen. Die EBIT-Marge soll im Jahr 2020 mindestens 5 Prozent vom Umsatz erreichen. Wir gehen im gleichen Jahr außerdem von einem positiven Free Cashflow nach Dividende und einer operativen Investitionsquote in Höhe von 5 Prozent vom Umsatz aus. VergütungsberichtDer Vergütungsbericht beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder und erläutert Struktur und Höhe der individuellen Einkommen. Ferner werden Angaben zu den Leistungen, die den Vorstandsmitgliedern für den Fall der Beendigung ihrer Tätigkeit zugesagt worden sind, sowie die Grundsätze und Höhe der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats beschrieben. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK oder Kodex) und enthält erforderliche Angaben des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) und der International Financial Reporting Standards (IFRS). Vergütung des VorstandsDer Aufsichtsrat der LEONI AG befasst sich gemäß § 87 AktG pflichtgemäß regelmäßig mit der Vergütung des Vorstands und deren Angemessenheit. Dabei werden die einzelnen Komponenten und deren Auswirkungen auf die künftige Vorstandsvergütung besprochen und in die Prüfung mit einbezogen. Auch ein Vergleich mit DAX- und MDAX-Unternehmen sowie die Beachtung der Entwicklungen des unternehmensinternen Lohn- und Gehaltsgefüges sind Bestandteil der Analyse. Eine Berücksichtigung des Verhältnisses der Vergütung des Vorstands zu der des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt, auch in der zeitlichen Entwicklung wie es Ziffer 4.2.2 Abs. 2 Satz 3 des Kodex vorsieht, findet dagegen nicht statt. Die aktuelle Entsprechenserklärung geht ausführlich auf diese Abweichung ein. Entsprechenserklärung ›› Seite 28 f Grundzüge des VergütungssystemsDas für den Berichtszeitraum gültige Vorstandsvergütungssystem ist seit dem 1. Januar 2015 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2019. Es ist darauf ausgerichtet, Anreize für eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensentwicklung und Wertsteigerung zu schaffen, an der die Vorstandsmitglieder partizipieren sollen. Besondere Leistungen sollen honoriert werden, Zielverfehlungen zu einer spürbaren Verringerung der Vergütung führen. In Übereinstimmung mit dem Kodex erläutern wir im Folgenden die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand der LEONI AG und die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Komponenten. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Struktur und Systematik. scroll
FixvergütungDas Fixum ist eine feste jährliche Grundvergütung, die in monatlich gleichen Raten ausbezahlt wird. Da alle anderen Vergütungskomponenten variabel sind und bis auf null sinken können, ist das Fixum die Untergrenze der Vorstandsvergütung. Es ist im Vergleich zu dem anderer MDAX-Unternehmen angemessen. Variable BestandteileNeben der Fixvergütung gibt es noch drei variable Vergütungskomponenten, die jeweils absolut nach oben begrenzt sind und bis auf null sinken können. Die Gewichtung zwischen Kurzfrist- und Mittelfristkomponente beträgt ca. 50 zu 50. KURZFRISTIGE VERGÜTUNGSKOMPONENTE - JAHRESBONUS:In Abhängigkeit vom erreichten Jahresüberschuss wird ein Jahresbonus berechnet, wobei Beträge, die über 110 Prozent (Cap) des in der Planung festgelegten Jahresüberschusses hinausgehen, unberücksichtigt bleiben. Der ermittelte Jahresbonus kann noch um 10 Prozent steigen, sofern im Konzern eine EBIT-Marge von mehr als 7,5 Prozent erreicht wird. Bei EBIT-Margen, die kleiner als 4,5 Prozent sind und nicht unter 3,5 Prozent liegen, wird auf den errechneten Jahresbonus ein Abschlag von 10 Prozent vorgenommen. Sollte eine EBIT-Marge von unter 3,5 Prozent erzielt werden, beträgt der Abschlag auf den errechneten Jahresbonus 30 Prozent. Der Jahresbonus ist in jedem Jahr der Vertragslaufzeit absolut nach oben begrenzt, wird bar ausbezahlt und kann auf null sinken. MITTELFRISTIGE VERGÜTUNGSKOMPONENTE - MEHRJAHRESBONUS:Der Mehrjahresbonus stellt in Abhängigkeit des jeweiligen Jahresüberschusses auf die Ergebnisse eines Dreijahreszeitraums ab, wobei Beträge, die über 115 Prozent (Cap) der geplanten Jahresüberschüsse hinausgehen, unberücksichtigt bleiben. Er kommt im vierten Jahr nach Ablauf der Dreijahresperiode dann zur Auszahlung, wenn der Zielerreichungsgrad im (arithmetischen) Durchschnitt des Dreijahreszeitraums mindestens 50 Prozent beträgt. 50 Prozent des jährlichen Betrags werden im jeweiligen Folgejahr als Abschlagszahlung ausgezahlt. Wird der Zielerreichungsgrad im (arithmetischen) Durchschnitt des Dreijahreszeitraums von mindestens 50 Prozent nicht erreicht, verfällt der Mehrjahresbonus vollständig, das heißt auch, dass bereits gezahlte Abschläge zurückzuzahlen sind. Damit entspricht der Mehrjahresbonus der im VorstAG und im Kodex aufgestellten Nachhaltigkeitsforderung. Der Mehrjahresbonus ist in jedem Jahr der Vertragslaufzeit absolut nach oben begrenzt, wird bar ausbezahlt und kann bis auf null sinken. LANGFRISTIGE VERGÜTUNGSKOMPONENTE:Zur weiteren Stärkung einer nachhaltig positiven Unternehmensentwicklung dient eine langfristige Vergütungskomponente, die die Wertentwicklung des Unternehmens (EVA, Economic Value Added) und seiner Börsenkapitalisierung angemessen berücksichtigt. Sie wird für ein Geschäftsjahr höchstens bis zu einem vertraglich vereinbarten Maximalwert ausgezahlt. Ein darüber-hinausgehender Wert wird in eine Bonusbank eingestellt und dient als Guthaben für die Folgezeit. Ist die Wertentwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr negativ, so wird dies mit einem eventuellen Guthaben der Bonusbank verrechnet, wobei die Bonusbank bis auf null sinken kann. Erreicht die langfristige Vergütungskomponente für ein Geschäftsjahr nicht den jeweiligen Höchstbetrag, wird sie mit einem eventuell bestehenden Guthaben der Bonusbank aufgefüllt. Vom Bruttoauszahlungsbetrag müssen 50 Prozent in LEONI-Aktien angelegt werden, die über einen Zeitraum von 50 Monaten zu halten sind. Damit wird der Haltedauer von mindestens 48 Monaten gemäß VorstAG entsprochen. ABSOLUTE OBERGRENZE:Die Gesamtvergütung, die sich als Summe aus Fixum, Kurzfrist-, Mittelfrist- und Langfristkomponente ergibt, wie auch die Kurzfrist-, Mittelfrist- und Langfristkomponenten selbst, sind für jedes Vorstandsmitglied in jedem Jahr der Vertragslaufzeit durch eine absolute Obergrenze begrenzt. Die Gesamtvergütung ist im Vergleich zu anderen MDAX-Unternehmen und anderen Unternehmen ähnlicher Größe angemessen. Sie trägt sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung. Die einzelnen Bestandteile verleiten den Vorstand überdies nicht zum Eingehen unangemessener Risiken. Ein international anerkannter Vergütungsexperte hat die Konzeption der Vergütungsstruktur begleitet und ihre Vereinbarkeit mit der Rechtslage einschließlich des Kodex bestätigt. Der Aufsichtsrat hat dabei auch auf die Unabhängigkeit dieses Experten geachtet. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vergütung für den Vorstand der LEONI AG den Erfordernissen des VorstAG sowie des Kodex entspricht und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. VersorgungBei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder andere Gründe, die das Vorstandsmitglied nicht zu vertreten hat, wird die Vergütung, je nach vertraglicher Vereinbarung, für die Dauer von neun bis zwölf Monaten, längstens bis zur Beendigung des Anstellungsvertrags, weitergezahlt. Sofern dies einzelvertraglich vereinbart wurde, besteht eine Versorgungszusage für das Vorstandsmitglied. Diese Zusage umfasst Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Altersleistungen. Im Einzelnen bedeutet dies: Im Falle einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit erhält das Vorstandsmitglied eine Invaliditätsrente. Verstirbt das Vorstandsmitglied, so werden Witwen- und Waisenrenten gezahlt. Für Zusagen bis Ende 2014 besteht nach Vollendung des 65. (bzw. mit vereinbarten Abschlägen des 63.) Lebensjahres Anspruch auf Zahlung einer Altersrente, die sich nach der Dauer der Vorstandstätigkeit und dem versorgungsfähigen Fixgehalt bemisst. Versorgungsfähig ist ein vertraglich vereinbarter Anteil der zuletzt bezahlten Fixvergütung. Für Zusagen ab 2015 wird eine beitragsorientierte Versorgung gewährt. Demnach gibt es für jedes Vorstandsmitglied bei erstmaligen Zusagen eine absolute Obergrenze des zu leistenden Aufwandes für jedes Jahr der Vertragslaufzeit. Das Versorgungssystem ist so ausgestaltet, dass das Pensionsregelalter 67 Jahre beträgt und frühestens mit 63 Jahren unter Inkaufnahme von Rentenabschlägen in Pension gegangen werden kann. Auch die Versorgungsvergütungen des Vorstands der LEONI AG sind im Vergleich zu anderen MDAX-Unternehmen angemessen. SonstigesAbfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, sind begrenzt auf zwei Jahresvergütungen und betragen nicht mehr als die Jahresvergütungen für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags (Abfindungs-Cap gemäß Kodex). Im Falle eines Kontrollwechsels (Change of Control) hat der Vorstand, sofern vertraglich vereinbart, ein Kündigungsrecht aus wichtigem Grund und Anspruch auf eine Abfindung. Diese ist auf maximal drei Jahresvergütungen begrenzt (150 Prozent des Abfindungs-Caps gemäß Kodex) und beträgt auch in diesem Fall nicht mehr als die Jahresvergütungen für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Vergütung im Jahr 2017Die Vorstandsvergütung wird gemäß den Mustertabellen des Kodex veröffentlicht. Hierbei wird unterschieden zwischen einerseits dem Vorstand gewährten Zuwendungen und andererseits dem Zufluss, den der Vorstand erhält. scroll
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Durch Klarstellung und Ergänzungsvereinbarung vom 18.08.2016 zum Aufhebungs- und Abwicklungsvertrag
vom 27.03.2015 wurde die nicht erfolgte Übertragung der Bonusbankansprüche aus 2014
auf das Jahr 2015 korrigiert. Dem entsprechend wurde die Zahlung gem. Vorstandsvertrag
ermittelt und in 2016 ausgeführt. Die Aufsummierung der Einzelbezüge in T€ in dieser Tabelle kann rundungsbedingt von den ausgewiesenen Summen abweichen. Die Tabelle "gewährte Zuwendungen" zeigt bei der Vorstandsvergütung gemäß DCGK auf, welche Zuwendungen dem Vorstand bei einer 100-prozentigen Zielerfüllung gewährt worden wären und welche individuell erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen gegolten hätten. Diese Gesamtvergütung (DCGK) hätte im Geschäftsjahr 2017 einem Betrag von 7.421 T€ (Vorjahr: 6.286 T€) entsprochen. Da es sich um Planangaben handelt, die nur bei einer 100-prozentigen Zielerfüllung so eingetreten wären, sind diese Daten in einer Überleitungsrechnung entsprechend dem tatsächlich eingetretenen Geschäftsverlauf und aufschiebenden Bedingungen zu korrigieren. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen einer Überleitung der Vergütung (nach DCGK) auf IFRS und auf § 314 HGB. In diesen Überleitungsrechnungen werden zu allen variablen Vergütungskomponenten entsprechende Korrekturbeträge gegenüber den Planwerten angegeben. Dies führt dann zu den tatsächlich gewährten Zuwendungen gemäß IFRS bzw. § 314 HGB. Die Vergütung im Geschäftsjahr 2017 betrug gemäß IFRS 9.832 T€ (Vorjahr: 2.537 T€) und gemäß § 314 HGB 5.526 T€ (Vorjahr 2.412 T€). Die Veränderung der Vergütung nach IFRS und HGB ergibt sich insbesondere aufgrund der geringen Auszahlung variabler Vergütungsbestandteile für 2016 im Gegensatz zu 2017. Ferner wirkt sich bei der Vergütung nach IFRS zusätzlich die an Dieter Belle aufgrund der vorzeitigen Vertragsbeendigung zugewendete Ausgleichszahlung (Rückstellung) aus. Die zwischen der LEONI AG und Dieter Belle geschlossene Aufhebungsvereinbarung sieht eine weitere Ausgleichszahlung an Herrn Belle nach Beendigung der Dienstzeit in Höhe von 3.222,9 T€ (Gehalt bis regulärem Dienstzeitende 31.12.2019) für den Fall vor, dass keine Ansprüche gegen Herrn Belle oder den D&O-Versicherer aus dem CEO-Fraud geltend gemacht werden oder durch eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung festgestellt wird, dass keine Schadensersatzansprüche gegen Herrn Belle aus dem CEO-Fraud bestehen. Die weitere Ausgleichszahlung kommt im Falle eines Vergleichs zwischen der Gesellschaft und dem D&O-Versicherer nicht zum Tragen. Die Tabelle "Zufluss" gibt an, welche liquiden Beträge dem Vorstand aus den einzelnen Vergütungskomponenten gemäß DCGK zugeflossen sind bzw. zufließen werden. Insgesamt wird dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2017 eine Vergütung für seine Vorstandstätigkeit in Höhe von 6.859 T€ (Vorjahr: 2.397 T€) ausbezahlt. Die sonstigen Bezüge beinhalten geldwerte Vorteile aus der Überlassung von Dienstwagen und Zuschüssen zu Versicherungen. Für das Geschäftsjahr 2017 betrug der Versorgungsaufwand für die Mitglieder des Vorstands 562 T€ (Vorjahr: 308 T€). Der Anwartschaftsbarwert belief sich auf 6.362 T€ (Vorjahr: 5.811 T€). Die individuellen Werte sind in nachfolgender Tabelle dargestellt. Versorgungszusagen (ohne Entgeltumwandlungen)scroll
Der Versorgungsaufwand setzt sich grundsätzlich aus den sogenannten Dienstzeitaufwendungen (service costs) und den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwendungen (past service costs) gemäß IFRS zusammen. Der Anwartschaftsbarwert entspricht dem Verpflichtungsumfang gemäß IFRS (Defined Benefit Obligation, kurz: DBO). An den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Belle wird aufgrund des im Jahr 2009 geschlossenen Versorgungsvertrags dann eine Pension gezahlt, wenn die Pensionsgrenze von 65 (mit vereinbarten Abschlägen: 63) Jahren erreicht ist oder eine dauerhafte Dienstunfähigkeit eintritt. Der Pensionsanspruch bemisst sich nach einem als versorgungsfähig vereinbarten Anteil des letzten Jahresfestgehalts. Den übrigen Vorstandsmitgliedern wurden noch keine Versorgungszusagen erteilt. Vergütung des AufsichtsratsDie Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt. Seit dem 1. Januar 2013 gilt für den Aufsichtsrat der LEONI AG ein fixes Vergütungssystem. Dieses sieht einen Festbetrag von 85 T€ je einfachem Aufsichtsratsmitglied vor. Der Vorsitzende erhält das Zweifache und die stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache dieses Betrags. Die Vergütung für Ausschusstätigkeit (Personal-, Prüfungs-, Strategie- und Nominierungsausschuss) beläuft sich auf 8 T€ je einfachem Mitglied und 16 T€ je Ausschuss-Vorsitzendem. Sie erfolgt nur dann, wenn der Ausschuss mindestens einmal im Jahr getagt hat. Für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses wird ein Sitzungsgeld von 1.000 € je Sitzung und Aufsichtsratsmitglied ausbezahlt, wobei pro Geschäftsjahr maximal zehn Sitzungen Berücksichtigung finden. Die maximal mögliche Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat einschließlich der Ausschusstätigkeiten und Sitzungsgelder beläuft sich auf 1.534 T€. Vergütung im Jahr 2017Bezüge je Aufsichtsratscroll
Die Aufsummierung der Einzelbezüge in T€ in obiger Tabelle kann rundungsbedingt von den ausgewiesenen Summen abweichen.
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Aufsichtsratsvorsitzender bis 03.05.2017 Angaben nach § 289 a Abs. 1 und § 315 a Abs. 1 HGB sowie erläuternder Bericht für das Geschäftsjahr 2017ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS:Zum 31. Dezember 2017 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 32.669.000,00 € (im Vorjahr 32.669.000,00 €). Es ist in 32.669.000 auf den Namen lautende Stückaktien unterteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Der Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils ist nach § 4 Abs. 2 der Satzung ausgeschlossen, soweit nicht eine Verbriefung nach den Regeln erforderlich ist, die an einer Wertpapierbörse gelten, an der die Aktien dann zugelassen sind. Im Verhältnis zur LEONI AG gilt nach § 67 Abs. 2 Satz 1 AktG als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des AktG, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN:Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Verstöße gegen Mitteilungspflichten im Sinne der §§ 33 Abs. 1, 2, 38 Abs. 1, 39 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) können dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien und auch das Stimmrecht zumindest zeitweise nicht bestehen. Weitere die Stimmrechte betreffende Beschränkungen, insbesondere vertragliche Beschränkungen, sind der LEONI AG nicht bekannt. Für die Stimmrechtsausübung durch Aktionärsvereinigungen sowie durch Kreditinstitute und andere geschäftsmäßig handelnde Personen gelten die gesetzlichen Vorschriften. Insbesondere § 135 AktG findet Anwendung. Übertragungsbeschränkungen bestehen insofern, als Aktien, die der Vorstand und Führungskräfte im Rahmen eines sogenannten Long Term Incentive-Programms erwerben bzw. erworben haben, einer Haltefrist von 50 Monaten unterliegen. DIREKTE ODER INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 PROZENT DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN,sind der LEONI AG nicht gemeldet worden und nicht anderweitig bekannt. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN,existieren nicht. ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN:Sofern Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind, können sie die ihnen aus diesen Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar nach den Bestimmungen der Satzung und des Gesetzes ausüben. GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND BESTIMMUNGEN DER SATZUNG ÜBER DIE ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND ÜBER DIE ÄNDERUNG DER SATZUNG:Die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§ 84 und 85 AktG sowie in § 31 Mitbestimmungsgesetz geregelt. Gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestellt der Aufsichtsrat gemäß § 5 Abs. 2 S. 1 der Satzung die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Er kann stellvertretende Vorstandsmitglieder sowie einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands bestimmen (§ 5 Abs. 2 S. 2, 3 der Satzung). Eine Satzungsänderung bedarf nach §§ 119 Abs. 1 Nr. 5, 179 Abs. 1 S. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 179 Abs. 1 S. 2 AktG, § 19 der Satzung ist der Aufsichtsrat befugt, Abänderungen und Ergänzungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat gemäß § 4 Abs. 5 UAbs. 5 der Satzung ermächtigt, die Fassung der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals durch Ausübung des Genehmigten Kapitals 2017 und nach Ablauf der Ermächtigungsfrist zu ändern. Er wurde ferner durch Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2015 ermächtigt, die Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des bedingten Kapitals 2015 und nach Ablauf der Ermächtigungsfrist zu ändern. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend oder § 103 Abs. 1 S. 2 AktG etwas anderes vorsehen (§ 16 Abs. 3 S. 1 der Satzung). Dementsprechend bedürfen auch satzungsändernde Beschlüsse der Hauptversammlung neben der einfachen Stimmenmehrheit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, es sei denn, das Gesetz schreibt zwingend eine größere Mehrheit vor. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFEN:ERWERB EIGENER AKTIENDer Vorstand der Gesellschaft ist in den in § 71 AktG gesetzlich geregelten Fällen zum Rückkauf von eigenen Aktien und zur Veräußerung zurückgekaufter Aktien befugt. Der Vorstand der LEONI AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2015 gemäß § 71 Abs. 1 Ziffer 8 AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 6. Mai 2020 eigene Aktien mit einem auf diese entfallenden anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder - falls dieser Betrag niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen auf die aufgrund der Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Der Erwerb kann auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder für Rechnung der Gesellschaft oder eines von der Gesellschaft abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens durch Dritte durchgeführt werden. Der Erwerb darf nur über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Erwerbsangebots erfolgen und muss dem Grundsatz der Gleichbehandlung der Aktionäre genügen. Die Ermächtigung kann vollständig oder in mehreren Teilbeträgen verteilt auf mehrere Erwerbszeitpunkte ausgenutzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund der Ermächtigung erworben wurden, zu allen gesetzlich zugelassenen sowie den in der Ermächtigung genannten Zwecken zu verwenden. Der Vorstand wurde durch die Hauptversammlung ermächtigt, die aufgrund der Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien 1. in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre unter der Voraussetzung zu veräußern, dass die Veräußerung gegen Geldzahlung und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Diese Verwendungsermächtigung ist beschränkt auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch - falls dieser Betrag niedriger ist - im Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung. 2. an Dritte zu übertragen, soweit dies zu dem Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen oder sonstige Vermögensgegenstände zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse durchzuführen. 3. zur Erfüllung von Bezugs- oder Wandlungsrechten, die aufgrund der Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten entstehen bzw. zur Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten zu verwenden, die im Rahmen der Ausgabe von Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) der Gesellschaft oder ihrer Konzerngesellschaften gewährt bzw. auferlegt werden. 4. an Mitarbeiter der Gesellschaft oder Mitarbeiter oder Organmitglieder von nachgeordneten verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG zu übertragen. 5. ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Die Einziehung kann auch ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft erfolgen. Der Vorstand ist für diesen Fall zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt. 6. zur Durchführung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend) zu verwenden. Erfolgt die Verwendung der erworbenen eigenen Aktien zu einem oder mehreren der in Ziffer 1 bis 4 dieses Abschnitts genannten Zwecke, ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Erfolgt die Verwendung der erworbenen eigenen Aktien zu dem in Ziffer 6 genannten Zweck, ist der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht auszuschließen. Bei Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien über die Börse besteht ebenfalls kein Bezugsrecht der Aktionäre. Für den Fall einer Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien durch ein öffentliches Angebot an die Aktionäre, das unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes erfolgt, wird der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge auszuschließen. Von den Ermächtigungen in Ziffer 1 bis 4 und 6 darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats Gebrauch machen. Im Übrigen kann der Aufsichtsrat bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund der Ermächtigung nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen. Von der Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Zum 31. Dezember 2017 verfügt die Gesellschaft wie bereits zum 31. Dezember 2016 über keine eigenen Aktien. GENEHMIGTES KAPITALDer Vorstand der LEONI AG ist gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Mai 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt bis zu 16.334.500,00 € durch die einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 16.334.500 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von je 1,00 € gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017). Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch nach § 4 Abs. 5 UAbs. 2 der Satzung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, 1. bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft gleicher Gattung und Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags, die möglichst zeitnah zur Platzierung der neuen Stückaktien erfolgen soll, nicht wesentlich im Sinne von § 203 Abs. 1 und 2, § 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet. Dieser Ausschluss des Bezugsrechts ist auf insgesamt höchstens 10 Prozent des bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft beschränkt; maßgeblich ist dabei das niedrigste bestehende Grundkapital der Gesellschaft zu den drei folgenden Zeitpunkten: zum 11. Mai 2017, zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 5 UAbs. 2 (erster Spiegelstrich) der Satzung. 2. bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere um die neuen Aktien Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder auch zum (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögensgegenständen oder Ansprüchen auf den Erwerb von Vermögensgegenständen einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzernunternehmen anbieten zu können. 3. soweit es erforderlich ist, um den Inhabern oder Gläubigern von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen oder -genussrechten, die von der Gesellschaft oder von unmittelbaren oder mittelbaren Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegeben sind oder werden, ein Umtausch- oder Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht zustehen würde, 4. um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen. Der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben werden, darf insgesamt 10 Prozent des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen. Nähere Einzelheiten hierzu ergeben sich aus § 4 Abs. 5 UAbs. 3 der Satzung. BEDINGTES KAPITALDes Weiteren ist der Vorstand aufgrund Beschlusses der Hauptversammlung vom 7. Mai 2015 und § 4 Abs. 6 der Satzung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 6. Mai 2020 einmalig oder mehrmals Options- oder Wandelanleihen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 500.000.000 € auszugeben und den Inhabern der jeweiligen, unter sich gleichberechtigten Teilschuldverschreibungen Optionsrechte bzw. Wandlungsrechte für auf den Namen lautende Aktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 6.533.800,00 € nach näherer Maßgabe der Options- bzw. Wandelanleihebedingungen zu gewähren. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss. Das gesetzliche Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen wird den Aktionären in der Weise eingeräumt, dass die Schuldverschreibungen von einem Kreditinstitut oder den Mitgliedern eines Konsortiums von Kreditinstituten bzw. diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats 1. Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, wie es erforderlich ist, damit Inhabern von bereits zuvor ausgegebenen Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. Options- oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. bei Erfüllung der Options- oder Wandlungspflichten als Aktionär zustehen würde. 2. das Bezugsrecht der Aktionäre auf gegen Geldzahlung ausgegebene Schuldverschreibungen, die mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. Options- oder Wandlungspflichten ausgegeben werden, vollständig auszuschließen, sofern der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt für Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. Options- oder Wandlungspflichten auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch - falls dieser Betrag niedriger ist - im Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung. Die Höchstgrenze von 10 Prozent des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden; die weiteren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss. 3. soweit Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen ohne Optionsrechte oder Wandlungsrechte bzw. Options- oder Wandlungspflichten ausgegeben werden, das Bezugsrecht der Aktionäre insgesamt auszuschließen, wenn diese Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen obligationsähnlich ausgestattet sind, d.h. keine Mitgliedschaftsrechte in der Gesellschaft begründen, keine Beteiligung am Liquidationserlös gewähren und die Höhe der Verzinsung nicht auf Grundlage der Höhe des Jahresüberschusses, des Bilanzgewinns oder der Dividende berechnet wird. Außerdem müssen in diesem Fall die Verzinsung und der Ausgabebetrag der Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen den zum Zeitpunkt der Ausgabe aktuellen Marktkonditionen entsprechen. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts darf nach dieser Ermächtigung nur erfolgen, soweit auf die Summe der neuen Aktien, die aufgrund solcher Schuldverschreibungen auszugeben sind, zusammen mit neuen Aktien, die von der Gesellschaft während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben werden oder aufgrund von während der Laufzeit dieser Ermächtigung auf der Grundlage der Ausnutzung einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts begebener Schuldverschreibungen auszugeben sind, rechnerisch ein Anteil am Grundkapital von insgesamt nicht mehr als 20 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung entfällt. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde um bis zu 6.533.800 €, eingeteilt in bis zu 6.533.800 auf den Namen lautende Aktien (Stückaktien), bedingt erhöht (bedingtes Kapital 2015). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie von Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Optionsausübung bzw. Wandlung Verpflichteten ihre Pflicht zur Optionsausübung bzw. Wandlung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ihr Recht unter solchen Instrumenten wahrnimmt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 6 der Satzung. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLL-WECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS STEHEN:Im Falle eines Kontrollwechsels im Zuge eines Übernahmeangebots können die in den Jahren 2012, 2013 und 2015 platzierten Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 330 Mio. € sowie die weiteren Kreditverträge unmittelbar fällig gestellt werden. Außerdem hat in diesem Fall auch ein Teil der wesentlichen Kunden, Lieferanten sowie weiteren Kooperationspartner das Recht, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Unternehmen vorzeitig zu kündigen. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS MIT DEN MITGLIEDERN DES VORSTANDS ODER ARBEITNEHMERN GETROFFEN SIND:Der Dienstvertrag eines früheren Vorstandsmitglieds enthielt eine sogenannte Change of Control Klausel. Diese sah folgende Regelung vor: Im Falle, dass der Gesellschaft eine Mitteilung nach § 33 Abs.1, S.1 WpHG zugeht, wonach der Meldepflichtige 30 Prozent oder 50 Prozent der Stimmrechte an der Gesellschaft erreicht oder überschritten hat bzw. eine Mitteilung nach § 35 WpÜG, wonach ein Aktionär die Kontrolle über die Gesellschaft im Sinne des § 29 WpÜG erlangt hat, ist das entsprechende Vorstandsmitglied berechtigt, sein Dienstverhältnis mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Kalendermonats zu kündigen und sein Amt als Mitglied des Vorstands mit derselben Frist niederzulegen. Es hat in diesem Fall einen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung für die Restlaufzeit seines Anstellungsvertrags. Dabei ist eine Jahresvergütung zugrunde zu legen, die sich zusammensetzt aus (1) der durchschnittlichen Festvergütung des zuletzt abgelaufenen und des laufenden Geschäftsjahres, (2) dem Durchschnitt aus Jahresbonus für das zuletzt abgelaufene Geschäftsjahr und Planjahresbonus für das laufende Geschäftsjahr, (3) dem Durchschnitt aus fiktivem Jahresbonus aus dem zuletzt abgelaufenen Geschäftsjahr und dem fiktiven Planjahresbonus für das laufende Geschäftsjahr sowie (4) dem Durchschnitt aus dem Aktienbonus für das zuletzt abgelaufene Geschäftsjahr und 80 Prozent des maximal auszahlbaren Betrags für den Aktienbonus des laufenden Geschäftsjahres. Die Abfindung ist begrenzt auf drei Jahresvergütungen und darf insgesamt nicht mehr als den Wert der Jahresvergütungen für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags betragen. Ein Anspruch auf Abfindung besteht nicht, wenn der Kontrollwechsel innerhalb von zwölf Monaten vor Beginn des Ruhestands des entsprechenden Vorstandsmitglieds eintritt, oder das Dienstverhältnis auch unabhängig vom Kontrollwechsel innerhalb der nächsten sechs Monate automatisch geendet hätte oder die Gesellschaft das Dienstverhältnis aus wichtigem Grund außerordentlich wirksam kündigt. Weitere Informationen finden sich im Vergütungsbericht. Vergütungsbericht ›› Seite 118 ff
Nürnberg, 23. Februar 2018 Der Vorstand Bruno Fankhauser Karl Gadesmann Martin Stüttem Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungscroll
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Vorjahreswerte angepasst; siehe Textziffer 4 Konzern-Gesamtergebnisrechnungscroll
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Vorjahreswerte angepasst; siehe Textziffer 4 Konzern-Kapitalflussrechnungscroll
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Vorjahreswerte angepasst; siehe Textziffer 4 KonzernanhangGrundlagenDie LEONI AG ("LEONI", der "Konzern" oder die "Gesellschaft") wurde unter dem Namen Leonische Werke Roth-Nürnberg, Aktiengesellschaft, mit Vertrag vom 23. April 1917 in Deutschland gegründet und am 2. Februar 1918 in das Handelsregister eingetragen. Die LEONI AG wird beim Amtsgericht Nürnberg unter der Nummer HRB 202 geführt. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Nürnberg, Marienstraße 7. Die Hauptaktivitäten des Konzerns sind in der Textziffer 5 beschrieben. Der vorliegende Konzernabschluss der LEONI AG wurde unter Anwendung von § 315a HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den damit verbundenen Auslegungen (SIC/IFRIC-Interpretationen) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International Accounting Standards (IAS). Der Konzernabschluss der LEONI AG zum 31. Dezember 2017 wurde in Euro erstellt. Soweit nichts anderes vermerkt ist, sind alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben. Die Bilanz ist nach Fristigkeit gegliedert, die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt worden. Die Gesamtergebnisrechnung wird in zwei miteinander verbundenen Darstellungen vorgenommen. Soweit zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst sind, wurden sie im Anhang gesondert ausgewiesen. Die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Vorjahres mit Ausnahme der erstmalig im Geschäftsjahr 2017 angewendeten neuen IFRS Vorschriften. Diese sind in der Textziffer 2 erläutert. Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 wurde vom Vorstand am 23. Februar 2018 zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger unter der Nummer HRB 202 veröffentlicht. 1 | Konsolidierungsgrundsätze und Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. KonsolidierungsgrundsätzeZum Konzernabschluss gehören die Abschlüsse der LEONI AG und aller Tochterunternehmen, die von der LEONI AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht werden. Eine Beherrschung liegt vor, wenn der Konzern eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen hat und er seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen auch dazu einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Insbesondere beherrscht der Konzern ein Beteiligungsunternehmen dann, und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:
Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, muss der Konzern erneut prüfen, ob er ein Beteiligungsunternehmen beherrscht. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, das ist der Zeitpunkt, ab dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, vollkonsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch LEONI nicht mehr besteht. Eine Veränderung der Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Verluste werden den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss auch dann zugeordnet, wenn dies zu einem negativen Saldo führt. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag wie der Abschluss des Mutterunternehmens erstellt. Alle konzerninternen Salden, Erträge, Aufwendungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste und Dividenden aus konzerninternen Transaktionen werden in voller Höhe eliminiert. Unternehmenszusammenschlüsse bzw. die Kapitalkonsolidierung von Tochterunternehmen werden unter Anwendung der Vorschriften des IFRS 3 nach der Akquisitionsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt und ggf. der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss werden die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Eine vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwertes einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung mit IAS 39 entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Ein Geschäfts- oder Firmenwert entsteht und wird bei der Erstkonsolidierung zu Anschaffungskosten angesetzt, wenn die übertragene Gegenleistung und der Betrag der Anteile ohne beherrschenden Einfluss die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden übersteigen. Liegt die übertragene Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach der Erstbilanzierung mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 unterzogen, der zu einer Abwertung führen kann ("Impairment-Only Approach"). Anteile an assoziierten Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenEin assoziiertes Unternehmen liegt vor, wenn LEONI einen maßgeblichen Einfluss auf dessen Geschäfts- und Finanzpolitik ausüben kann, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse. Dies ist grundsätzlich bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent der Fall. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen des Gemeinschaftsunternehmens besitzen. Gemeinschaftliche Führung ist die vertraglich vereinbarte Teilhabe an der Beherrschung über eine Vereinbarung, die nur dann besteht, wenn Entscheidungen über die relevanten Aktivitäten die einstimmige Zustimmung der an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Partnerunternehmen erfordern. Die Überlegungen, die zur Bestimmung des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung angestellt werden, sind mit denen vergleichbar, die zur Bestimmung der Beherrschung von Tochterunternehmen erforderlich sind. Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Die Anteile werden zum Zeitpunkt ihres Erwerbs mit ihren Anschaffungskosten bewertet, die in den Folgeperioden um die nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Reinvermögens des Unternehmens, wie z.B. die anteiligen Jahresergebnisse und Gewinnausschüttungen, erhöht bzw. vermindert werden. Dabei wird das anteilige Ergebnis nach den in dieser Textziffer beschriebenen Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden ermittelt. Entsprechend der Behandlung von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften werden keine planmäßigen Abschreibungen auf im Buchwert enthaltene Firmenwerte der at equity bewerteten Beteiligungen vorgenommen. Statt eines Werthaltigkeitstests des im Buchwert enthaltenen Firmenwertes wird der gesamte Wertansatz der at equity bewerteten Beteiligungen gemäß IAS 36 auf seine Werthaltigkeit geprüft, sofern gemäß IAS 39 Anhaltspunkte für einen zusätzlichen Wertminderungsaufwand vorliegen. Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen wertgemindert sein könnte. Ist dies der Fall, wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des Anteils und dem Buchwert als Wertminderungsaufwand ergebniswirksam erfasst. Die Abschlüsse der assoziierten Unternehmen und der Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag wie der Abschluss des Mutterunternehmens erstellt. WährungsumrechnungDer Konzernabschluss wird in der Darstellungswährung Euro aufgestellt, welche die funktionale Währung der Konzernmuttergesellschaft, der LEONI AG, ist. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die funktionale Währung der einzelnen Tochtergesellschaften ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem das Unternehmen tätig ist. Die Umrechnung der in der jeweiligen funktionalen Währung der Tochterunternehmen erstellten Abschlüsse erfolgt nach der Stichtagskursmethode, d.h. die Vermögens- und Schuldposten werden von der funktionalen Währung in die Darstellungswährung grundsätzlich mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit den Jahresdurchschnittskursen (arithmetisches Mittel der Monatsdurchschnittskurse) umgerechnet. Unterschiede aus der Währungsumrechnung der Vermögenswerte und Schulden gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge werden beim Abgang des betreffenden ausländischen Tochterunternehmens bzw. Geschäftsbetriebs zum gleichen Zeitpunkt wie auch der Gewinn oder der Verlust aus dem Abgang erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Fremdwährungstransaktionen, das heißt Geschäftsvorfälle, die von einer in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft in einer anderen Währung als ihrer funktionalen Währung getätigt werden, werden mit dem am jeweiligen Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung bei der Konzerngesellschaft in die funktionale Währung umgerechnet. In den Folgeperioden werden monetäre Vermögenswerte und Schulden zu jedem Berichtsstichtag unter Verwendung des Stichtagskurses neu bewertet. Die daraus resultierenden Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nicht monetäre Posten werden weiterhin mit dem Transaktionskurs bewertet bzw., sofern sie mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet werden, mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts. Währungsgewinne und Währungsverluste, die aus der Bewertung von monetären, im Wesentlichen konzerninternen Posten entstehen, werden insoweit dem operativen Ergebnis (EBIT) zugeordnet, als es sich um Währungseffekte handelt, die in einem direkten Zusammenhang mit einem operativen Geschäft stehen. Die Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Gesellschaften haben sich wie folgt verändert: Mittelkurs zum Bilanzstichtag1 Euro in Fremdwährungseinheitenscroll
Jahresdurchschnittskurs1 Euro in Fremdwährungseinheitenscroll
Bemessung des beizulegenden ZeitwertsDer Konzern bewertet verschiedene Vermögenswerte an jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert ("fair value"). Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall entweder auf dem Hauptmarkt oder, wenn kein Hauptmarkt vorhanden ist, auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert oder die Schuld erfolgt. Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder vorteilhaftesten Markt haben. Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebenen Hierarchiestufen ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist: Stufe 1:In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise Stufe 2:Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist Stufe 3:Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, überprüft. Externe Wertgutachter werden einzelfallabhängig für die Bewertung wesentlicher Vermögenswerte sowie wesentlicher Schulden, wie bedingter Gegenleistungen hinzugezogen. Der Konzern analysiert zu jedem Abschlussstichtag die Wertentwicklungen von Vermögenswerten und Schulden, die gemäß den Rechnungslegungsmethoden des Konzerns neu bewertet oder neu beurteilt werden müssen. Bei dieser Analyse werden die wesentlichen Inputfaktoren, die bei der letzten Bewertung angewandt wurden, überprüft. UmsatzrealisierungUmsätze werden im Wesentlichen aus Produktverkäufen realisiert. Die Realisierung der Umsatzerlöse abzüglich Umsatzsteuer erfolgt nach IAS 18 im Allgemeinen mit der Lieferung an den Kunden bzw. mit Erfüllung der Werkverträge. Die Lieferung gilt als abgeschlossen, wenn die mit dem Eigentum verbundenen Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Rückstellungen für Kundennachlässe und -rabatte sowie Retouren und sonstige Berichtigungen werden im gleichen Zeitraum wie die Erfassung der Umsätze berücksichtigt. Werkverträge gelten als erfüllt, wenn alle Leistungsverpflichtungen im Wesentlichen erbracht sind. Bei langfristiger Auftragsentwicklung erfolgt die Umsatzrealisierung entsprechend des Fertigstellungsgrades, sofern die Verträge die Voraussetzungen für die Anwendung der "percentage-of-completion-Methode" gemäß IAS 11 erfüllen. Dies betrifft die im Folgenden beschriebenen Entwicklungsaufträge. Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind. Unter Verwendung der Effektivzinsmethode bedeutet dies, dass der Zinsertrag erfasst wird, der sich unter Verwendung des Effektivzinssatzes ergibt. Dieser ist der Kalkulationszinssatz, mit dem geschätzte zukünftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. Aufwendungen für Forschung und EntwicklungAufwendungen für Forschung werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie angefallen sind. Aufwendungen für Entwicklung werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens ergebniswirksam erfasst, soweit es sich nicht um auftragsspezifische Entwicklungskosten handelt, die nach IAS 11 zu bilanzieren sind, oder um Entwicklungskosten, die bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzung gemäß IAS 38 als immaterieller Vermögenswert aktiviert werden müssen. Kundenspezifische Entwicklungsaufträge werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen gemäß IAS 11 nach der "percentage-of-completion-Methode", d.h. nach dem Fortschritt der erbrachten Entwicklungsleistung bilanziert. Der aktivierungspflichtige Betrag, dessen Zahlungseingang nach mehr als einem Jahr zu erwarten ist, ist unter den Forderungen aus langfristigen Entwicklungsaufträgen ausgewiesen. Der kurzfristige Anteil ist in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Der Fertigstellungsgrad wird entsprechend dem Verhältnis der angefallenen Kosten zu den Gesamtkosten ermittelt (Cost-to-Cost-Methode). Die Erlöse aus den Entwicklungsaufträgen werden unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswerts gekürzt. FactoringUm Zahlungseingänge frühzeitig zu realisieren, werden teilweise Forderungen aus Lieferungen und Leitungen, die hauptsächlich gegenüber Automobilproduzenten und deren Zulieferern bestehen, an Factoringgesellschaften verkauft. Diese Forderungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs aus der Konzernbilanz ausgebucht, da die Ausfallrisiken auf den Erwerber übertragen werden. Der vom Factoringpartner veranschlagte Sicherheitseinbehalt wird in den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten verbucht. Die Verbindlichkeiten aus Zahlungseingängen für verkaufte Forderungen werden in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Reverse-FactoringZur Lieferantenfinanzierung im Zusammenhang mit der Kupferbeschaffung werden Reverse-Factoring-Transaktionen eingesetzt. Diese Vereinbarungen dienen vor allem der Nutzung längerer Zahlungsziele. Bilanziell als auch zivilrechtlich ergeben sich jedoch keine Auswirkungen, die eine Umgliederung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in eine andere Art von Verbindlichkeiten in der Bilanz nach sich ziehen. VorräteVorräte umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bezogene Waren sowie unfertige und fertige Erzeugnisse. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren werden zu Anschaffungskosten nach der Durchschnittspreismethode oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Der erzielbare Nettoveräußerungswert wird aus dem geschätzten Verkaufspreis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abzüglich eventuell noch anfallender Fertigstellungskosten und den notwendigen Vertriebskosten ermittelt. In die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind neben den Kosten für Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten unter Annahme einer Normalauslastung eingerechnet. Zum Verkauf bestimmte langfristige VermögenswerteEin langfristiger Vermögenswert oder eine Veräußerungsgruppe wird als zum Verkauf bestimmt klassifiziert ("assets held for sale"), wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird, und die dafür notwendigen Kriterien des IFRS 5 vorliegen. Sind langfristige Vermögenswerte oder eine Veräußerungsgruppe als zur Veräußerung bestimmt klassifiziert worden, werden keine weiteren planmäßigen Abschreibungen vorgenommen und deren Zeitwert ermittelt. Liegt der Zeitwert der zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte bzw. der Veräußerungsgruppe abzüglich der Kosten der Veräußerung unter dem Nettobuchwert der Vermögenswerte bzw. der Veräußerungsgruppe, wird eine Wertberichtigung auf den Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten vorgenommen. Ändert sich der Veräußerungsplan und werden die Kriterien nach IFRS 5 für einen Vermögenswert oder eine Veräußerungsgruppe, der bzw. die als zum Verkauf bestimmt klassifiziert wurden, nicht mehr erfüllt, werden diese nicht mehr gesondert ausgewiesen, sondern in die Bilanzposition zurückgegliedert, in der sie ursprünglich ausgewiesen waren. Sie werden mit dem niedrigeren Wert aus dem Buchwert, bevor der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe als zum Verkauf bestimmt klassifiziert wurde, bereinigt um alle planmäßigen Abschreibungen oder Neubewertungen, die ohne eine Klassifizierung als zum Verkauf bestimmt erfasst worden wären, und dem erzielbaren Betrag zum Zeitpunkt der Entscheidung, nicht zu verkaufen, bewertet. SachanlagenSachanlagen werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Zuordenbare Fremdkapitalkosten werden bei Sachanlagen, deren Beschaffung und/oder Versetzung in den betriebsbereiten Zustand einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt ("qualifying asset"), als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß IAS 23 aktiviert. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Investitionen mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten derjenigen Vermögenswerte, für die die Zuwendung gewährt wurde. In den Folgeperioden werden Sachanlagen mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt. Sie werden über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Unbewegliches Sachanlagevermögen wird überwiegend linear und bewegliches Sachanlagevermögen je nach Einsatzart linear oder, sofern es aufgrund der tatsächlichen Nutzung geboten ist, degressiv abgeschrieben. Bei Durchführung von größeren Wartungen werden die Kosten im Buchwert der Sachanlage erfasst, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Für die planmäßigen Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: scroll
Mieteinbauten werden linear über den jeweils kürzeren Zeitraum der Laufzeit des Mietvertrags oder der geschätzten gewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Restwerte der Vermögenswerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Geschäftsjahresende überprüft und gegebenenfalls angepasst. LeasingverhältnisseLeasing-Transaktionen sind entweder als "finance lease" oder als "operating lease" zu klassifizieren. Transaktionen, bei denen LEONI als Leasingnehmer alle wesentlichen eigentümertypischen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt und folglich das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, werden als "finance lease" behandelt. Danach wird der Leasinggegenstand zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses mit seinem beizulegenden Zeitwert oder dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, beim Leasingnehmer aktiviert und eine korrespondierende Verbindlichkeit bilanziert. Der Leasinggegenstand wird über seine wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses der Eigentumsübergang auf den Konzern nicht hinreichend sicher, wird der Leasinggegenstand über den kürzeren der beiden Zeiträume aus erwarteter Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses vollständig abgeschrieben. Die Leasingzahlungen werden in Finanzaufwendungen und Tilgungsanteil der Restschuld so aufgeteilt, dass über die Periode ein konstanter Zinssatz auf die verbleibende Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Leasingvereinbarungen, bei denen LEONI Leasingnehmer ist, werden als "operating lease" bilanziert. Die Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des "operating-lease"-Verhältnisses als Aufwand gebucht. Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt. Immaterielle VermögenswerteImmaterielle Vermögenswerte sind Patente, Software, Lizenzen und ähnliche Rechte sowie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Kundenbeziehungen, Marken, Technologien und Fertigungs-Know-how. Ein immaterieller Vermögenswert, der aus Entwicklungsausgaben resultiert, wird aktiviert, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt eine Aktivierung voraus, dass die Entwicklungsausgaben mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden und dass die weiteren Kriterien des IAS 38.57 erfüllt sind. Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Bei der Bewertung in den Folgeperioden ist zwischen immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer und mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer zu differenzieren. Gemäß IAS 38 sind immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer planmäßig abzuschreiben. Das Unternehmen schreibt daher in Übereinstimmung mit diesen Regelungen als immaterielle Vermögenswerte aktivierte Entwicklungskosten und andere immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer auf den geschätzten Restbuchwert, in der Regel auf Null ab. Bei den anderen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer handelt es sich im Wesentlichen um Softwarelizenzen mit einer Nutzungsdauer von drei Jahren sowie um im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Kundenbeziehungen mit Nutzungsdauern von sechs bis 23 Jahren und erworbene Technologie und Fertigungs-Know-how mit einer Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren. Die Abschreibungsmethode und die Abschreibungsdauer werden für einen immateriellen Vermögenswert mit begrenzter Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswertes erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode und der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sind gemäß IAS 38 nicht planmäßig abzuschreiben, sondern werden nach IAS 36 mindestens einmal jährlich hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit überprüft und sind ggf. auf ihren niedrigeren erzielbaren Betrag ("recoverable amount") abzuschreiben. Die Überprüfung wird zum 31. Oktober jeden Jahres nach den gleichen Grundsätzen vorgenommen wie bei den Geschäfts- oder Firmenwerten. Die Ausführungen im folgenden Abschnitt gelten daher analog. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird einmal jährlich überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbegrenzten zur begrenzten Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen. LEONI weist im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Marken als immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer aus. Immaterielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn sie abgehen oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von ihrer Nutzung oder ihrem Abgang zu erwarten ist. Geschäfts- oder FirmenwerteGeschäfts- oder Firmenwerte ("Goodwill") aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gegenleistung über die identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich entsprechend den Regelungen des IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte auf Werthaltigkeit zum 31. Oktober vor. Eine Überprüfung findet auch dann statt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Für Zwecke des Werthaltigkeitstests wird ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("cash-generating units") des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen sie zugeordnet wurden, getestet, indem der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Einheiten mit ihrem erzielbaren Betrag ("recoverable amount") verglichen wird. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag, liegt eine Wertminderung vor und es ist auf den erzielbaren Betrag abzuschreiben. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ("fair value less cost to sell") und Nutzungswert ("value in use"). Der Nutzungswert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist definiert als der Barwert der erwarteten Cashflows, die dem Unternehmen aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zufließen werden. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten zukünftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren, Discounted-Cashflow-Bewertungsmodelle, Börsenkurse oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Eine spätere Zuschreibung infolge des Wegfalls der Gründe für einen in vergangenen Geschäftsjahren oder Zwischenberichtsperioden erfassten Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwerts ist nicht zulässig. Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und SachanlagenAn jedem Bilanzstichtag wird eine Einschätzung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass langfristige Vermögenswerte wertgemindert sein könnten. Liegen entsprechende Anhaltspunkte vor, wird der erzielbare Betrag ("recoverable amount") des Vermögenswerts bestimmt und seinem Buchwert gegenübergestellt. Die Systematik und die Auswirkungen dieser Überprüfung sind analog zum Test des Geschäfts- oder Firmenwerts (siehe vorstehende Ausführungen zum Geschäfts- oder Firmenwert). Können den einzelnen Vermögenswerten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten oder anderen Gruppen von Vermögenswerten weitgehend unabhängig generierten Cashflows zugeordnet werden, wird deren Werthaltigkeit auf Basis der kleinsten übergeordneten zahlungsmittelgenerierenden Einheit von Vermögenswerten getestet. Wenn die Gründe für eine früher vorgenommene Abwertung weggefallen sind, werden die Vermögenswerte wieder zugeschrieben. Die Zuschreibung ist auf den Wert beschränkt, der sich bei Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibungen ergeben hätte. Unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, wird für noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte wie auch für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer einmal jährlich eine entsprechende Wertminderungsprüfung durchgeführt. FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich getrennt ausgewiesen. Sie werden nur dann saldiert ausgewiesen, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald LEONI Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen im Rahmen eines Vertrags, dessen Bedingungen die Lieferung des Vermögenswerts innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der üblicherweise durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag relevant, d.h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch LEONI geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn eine der drei folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
Zahlungseingänge auf verkaufte Forderungen, die am Bilanzstichtag noch nicht an den Forderungskäufer weitergeleitet waren, werden in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die der Verbindlichkeit zugrundeliegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dem Erwerb oder der Emission direkt zurechenbare Transaktionskosten werden bei der Ermittlung des Buchwerts berücksichtigt, wenn die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Für die Folgebewertung werden die Finanzinstrumente einer der in IAS 39 aufgeführten Bewertungskategorien zugeordnet, in die sie zum Zeitpunkt ihres erstmaligen Ansatzes designiert werden. Finanzielle VermögenswerteFinanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden Kategorien eingeteilt: ■ Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VermögenswerteDiese Kategorie enthält zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte ("Financial Assets Held for Trading" - FAHfT) und finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Vermögenswerte ("Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss" - FVtPL) designiert wurden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme solcher Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten dieser Kategorie werden erfolgswirksam erfasst. Weder im Geschäftsjahr 2017 noch im Vorjahr wurden originäre finanzielle Vermögenswerte als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, noch wurde von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Vermögenswerte ("Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, Gebrauch gemacht. ■ Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle VermögenswerteBis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen ("Held-to-Maturity Investments" - HtM) sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, für die das Unternehmen die Absicht hat und in der Lage ist, sie bis zur Endfälligkeit zu halten. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen. Finanzielle Vermögenswerte dieser Kategorie waren weder im Geschäftsjahr 2017 noch im Vorjahr im Konzern vorhanden. ■ Kredite und ForderungenKredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen und bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Einzelwertberichtigungen werden vorgenommen, wenn Forderungen uneinbringlich sind oder die Uneinbringlichkeit wahrscheinlich ist, wobei der Betrag der Wertberichtigung hinreichend genau ermittelbar sein muss. Ein Wertberichtigungsbedarf besteht bei Vorliegen objektiver Hinweise wie länger anhaltendem Zahlungsverzug, Einleitung von Zwangsmaßnahmen, drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung sowie Beantragung oder Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit marktüblichen Zahlungszielen, die in der Regel zwölf Monate nicht überschreiten, werden daher zum Nominalwert, vermindert um angemessene Wertberichtigungen, angesetzt. Unverzinsliche und niedrig verzinsliche Forderungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von über einem Jahr werden abgezinst, wobei der Abgrenzungsbetrag ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt wird. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus langfristigen Entwicklungsaufträgen werden die Wertberichtigungen auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst. Bei allen sonstigen finanziellen Vermögenswerten erfolgt eine direkte Minderung der Konten. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen der Amortisation. ■ Zur Veräußerung verfügbare finanzielle VermögenswerteZur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ("Available-for-Sale Financial Assets" - AfS) sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und nicht in eine der vorstehenden Kategorien eingestuft sind. Sie sind grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die aus der Zeitwertbewertung resultierenden Gewinne oder Verluste werden innerhalb des Eigenkapitals als erfolgsneutrale Eigenkapitaländerung separat erfasst. Sofern signifikante Verlustereignisse oder bei Eigenkapitalinstrumenten länger anhaltende Wertverluste bestehen, führt dies zu einer ergebniswirksamen Abschreibung in der Gewinn- und Verlustrechnung. Der Konzern geht davon aus, dass ein signifikantes Verlustereignis bei einer Wertminderung von mehr als 20 Prozent vorliegt und dass bei Eigenkapitalinstrumenten von länger anhaltenden Wertverlusten auszugehen ist, wenn über einen Zeitraum von zwölf Monaten ein kontinuierlicher Wertverfall zu verzeichnen war. Bei den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden spätere Wertaufholungen grundsätzlich erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Lediglich bei Schuldinstrumenten werden Zuschreibungen bis zur Höhe der ursprünglichen Wertminderung erfolgswirksam erfasst und darüber hinausgehende Beträge erfolgsneutral berücksichtigt. Sofern bei Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und ihr beizulegender Wert nicht verlässlich ermittelbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten und im Falle einer dauerhaften Wertminderung wird eine Abwertung auf den Barwert der zukünftigen Cashflows vorgenommen. Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten, die unter die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" fallen, werden auch in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und die daraus resultierenden Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst. Diese Kategorie umfasst zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities Held for Trading" - FLHfT) sowie Verbindlichkeiten, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities at Fair Value Through Profit or Loss" - FVtPL) designiert wurden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme solcher Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Im Geschäftsjahr 2017 und im Vorjahr waren keine originären finanziellen Verbindlichkeiten als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert und es wurde nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, finanzielle Verbindlichkeiten bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss" - FVtPL) zu designieren. Alle finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht in diese Kategorie fallen und keine derivativen Finanzinstrumente sind, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet ("Financial Liabilities at Amortised Cost" - FLAC). Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten der Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind Kassenbestände, Schecks und sofort verfügbare Bankguthaben, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt. Sie werden entsprechend ihrem Nennwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente und SicherungsgeschäfteIm LEONI-Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente werden zu ihrem Marktwert am Abschlussstichtag bilanziert. Abhängig von der Fälligkeit werden Derivate mit positivem Marktwert als kurz- oder langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte und Derivate mit negativem Marktwert als kurz- oder langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen. Aus der Marktwertänderung resultierende Gewinne oder Verluste werden grundsätzlich ergebniswirksam behandelt. Soweit Fremdwährungsderivate, die zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme aus schwebenden Geschäften oder geplanten Transaktionen abgeschlossen werden ("Cashflow Hedges"), den Anforderungen des Rechnungslegungsstandards hinsichtlich des Hedge-Accountings genügen, werden die Wertänderungen dieser Derivate bis zur Realisierung des Ergebnisses aus den abgesicherten Grundgeschäften im sonstigen Ergebnis bzw. direkt im Eigenkapital gesondert verbucht. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Diejenigen Teile der Marktwertänderung des Derivates, die hinsichtlich des abgesicherten Risikos als ineffektiv angesehen werden, werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung ergebniswirksam verbucht. Die Marktwertänderungen von Zinsderivaten, die der Absicherung von variabel verzinslichen langfristigen Verbindlichkeiten dienen, werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis bzw. direkt im Eigenkapital erfasst, soweit die Anforderungen eines Cashflow Hedge-Accountings erfüllt sind. Die im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge führen in der Folgezeit zu einem Ausgleich des in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Zinsaufwands aus dem zugehörigen Grundgeschäft. Werden Zinsderivate ("Fair Value Hedges") zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Grundgeschäfts abgeschlossen, wird das Sicherungsinstrument mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und Marktwertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Finanzaufwendungen bzw. Finanzerträgen erfasst. Warentermingeschäfte, die durch einen Ausgleich in bar erfüllt werden, sind als Derivat bilanziert. Die Marktwertänderung des Derivats wird erfolgswirksam in den Umsatzkosten erfasst. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns abgeschlossen und in diesem Sinne gehalten werden (Eigenverbrauchverträge), werden nicht als derivatives Finanzinstrument, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert. Enthalten Verträge eingebettete Derivate, werden die Derivate getrennt vom Basisvertrag bilanziert, wenn die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind. Die Überprüfung, ob ein Vertrag ein eingebettetes Derivat enthält, das getrennt vom Basisvertrag zu bilanzieren ist, wird zu dem Zeitpunkt vorgenommen, zu dem das Unternehmen Vertragspartei geworden ist. Eine Neubeurteilung wird nur dann vorgenommen, wenn es zu erheblichen Änderungen der Vertragsbedingungen kommt, aus denen eine signifikante Änderung der Zahlungsströme resultiert. Abgegrenzte Schulden ("accruals")Unter den Verbindlichkeiten werden auch abgegrenzte Schulden ("accruals") ausgewiesen. Abgegrenzte Schulden ("accruals") sind Schulden zur Zahlung von erhaltenen Gütern oder Dienstleistungen, die weder bezahlt wurden, noch vom Lieferanten in Rechnung gestellt wurden. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenPensionsrückstellungen für leistungsorientierte Pensionspläne werden aufgrund versicherungsmathematischer Gutachten nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Method") gemäß IAS 19 ermittelt. Änderungen aus den versicherungsmathematischen Annahmen oder Unterschiede zwischen der tatsächlichen Entwicklung und den ursprünglichen Annahmen sowie Vermögensgewinne oder -verluste, die sich als Differenz zwischen dem im Nettozinsaufwand berücksichtigten und tatsächlichen Ertrag aus dem Vermögen des Pensionsfonds bzw. dem Planvermögen ("plan assets") ergeben (versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste), werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird zum Zeitpunkt der Planänderung ergebniswirksam erfasst. Die als Vermögenswert oder Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Nettoverpflichtung umfasst den Barwert der leistungsorientierten Zusagen abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen vorhandenen Planvermögens. Der Wert eines Vermögenswerts beschränkt sich auf den Barwert eines etwaigen wirtschaftlichen Nutzens in Form von Rückerstattungen aus dem Plan oder in Form der Minderung künftiger Beitragszahlungen an den Plan. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Nettoverpflichtung werden unter den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn am Bilanzstichtag eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen gegenüber einem Dritten entstanden ist, deren Eintritt als wahrscheinlich anzusehen ist und deren Höhe verlässlich bestimmt werden kann. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung beispielsweise aus einem Versicherungsvertrag erwartet, wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt gemäß IAS 37 mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs. Soweit Rückstellungen erst nach einem Jahr fällig werden und eine verlässliche Abschätzung der Auszahlungsbeträge bzw. -zeitpunkte möglich ist, wird für den langfristigen Teil der Barwert durch Abzinsung ermittelt. Die Aufzinsungsbeträge werden im Zinsaufwand erfasst. Verpflichtungen zur Entsorgung einer Sachanlage und Rekultivierungsverpflichtungen ihres Standortes oder ähnliche Verpflichtungen sind als Bestandteil der Anschaffungs- und Herstellungskosten der Sachanlage zu aktivieren und gleichzeitig als Rückstellung zu passivieren. In den Folgeperioden ist dieser hinzuaktivierte Betrag über die Restnutzungsdauer der Sachanlage planmäßig abzuschreiben. Die bestmögliche Schätzung der Zahlungsverpflichtung bzw. Rückstellung wird am Ende jedes Berichtszeitraums auf ihren aktuellen Barwert angepasst. Restrukturierungsrückstellungen werden angesetzt, wenn die faktische Verpflichtung zur Restrukturierung entsprechend den Kriterien gemäß IAS 37.72 entstanden ist. Abgegrenzte Schulden ("accruals") werden nicht unter den Rückstellungen, sondern unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. ErtragsteuernDie tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die für die entsprechende Periode zur Anwendung kommen. Unsichere Ertragsteuerpositionen für noch nicht endgültig veranlagte Steuerjahre werden dabei, basierend auf der Erfahrung der Vergangenheit, mit der bestmöglichen Schätzung berücksichtigt. Latente Steuern werden gemäß IAS 12 nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode ("balance sheet liability method") gebildet. Danach werden aktive und passive latente Steuern für sämtliche temporäre Differenzen, abgesehen von den Ausnahmen des IAS 12.15, IAS 12.24, IAS 12.39 und IAS 12.44, zwischen dem Wertansatz in der Konzernbilanz und dem steuerlichen Wertansatz sowie für steuerliche Verlustvorträge erfasst ("temporary-Konzept"). Dabei sind die Steuersätze anzuwenden, die nach der derzeitig gültigen oder verabschiedeten Rechtslage künftig gelten werden, wenn sich die Differenzen wahrscheinlich wieder ausgleichen werden. Die Auswirkungen von Steuergesetzänderungen auf die aktiven und passiven latenten Steuern werden in der Periode, in der das Gesetz verabschiedet wird, ergebniswirksam berücksichtigt. Aktive latente Steuern werden nur insoweit angesetzt, als es wahrscheinlich ist, dass die damit zusammenhängenden Steuervorteile realisiert werden können. Die rechtlich selbständigen Gesellschaften werden daraufhin einzeln überprüft, eine etwa vorliegende Verlusthistorie wird in die Betrachtung mit einbezogen. Weitere Einzelheiten sind in der Textziffer 9 dargestellt. Die bilanzierten und die nicht angesetzten aktiven latenten Steuern werden zu jedem Bilanzstichtag diesbezüglich überprüft. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf die Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen und von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die im sonstigen Ergebnis erfasst werden, werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie wird in Übereinstimmung mit IAS 33 "Earnings per Share" ermittelt. Das Basis-Ergebnis je Aktie ergibt sich durch Division des den LEONI-Aktionären zuzurechnenden Konzernüberschusses durch den gewogenen Durchschnitt der Zahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den LEONI-Aktionären zuzurechnenden Konzernüberschusses durch die Summe der gewogenen Durchschnittszahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien und der gewogenen Durchschnittszahl der in Stammaktien umwandelbaren Wertpapiere. In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte. KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung wird gemäß IAS 7 in die Bereiche betriebliche Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Dabei werden die Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit nach der indirekten Methode ermittelt, indem das Periodenergebnis um Auswirkungen von nicht zahlungswirksamen Geschäftsvorfällen, Rückstellungen und Abgrenzungen von vergangenen oder künftigen betrieblichen Ein- und Auszahlungen sowie um Ertrags- und Aufwandsposten, die dem Investitions- oder Finanzierungsbereich zuzurechnen sind, berichtigt wird. Unter den "sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen" werden dabei im Wesentlichen nicht als Gewinnausschüttung vereinnahmte Ergebnisse der at equity bilanzierten Unternehmen und aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederte Währungsergebnisse ausgewiesen. Gezahlte Zinsen wurden bisher als Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen. Nach einer Analyse der Darstellung bei vergleichbaren Unternehmen haben wir festgestellt, dass die Mehrzahl der Unternehmen die gezahlten Zinsen als Cashflows aus Finanzierungstätigkeit ausweist. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir daher den Ausweis entsprechend geändert und weisen die gezahlten Zinsen im Finanzierungsbereich aus. Den Vorjahreswert haben wir entsprechend angepasst. Gezahlte Zinsen im Zusammenhang mit Working Capital Management sowie erhaltene Zinsen und Dividenden sind als Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit klassifiziert. Gezahlte Dividenden sind dem Finanzierungsbereich zugeordnet. Der Finanzmittelbestand setzt sich aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zusammen. Diese beinhalten Kassenbestände, Schecks und sofort verfügbare Bankguthaben, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt. Der Einfluss von wechselkursbedingten Wertänderungen auf den Finanzmittelbestand wird gesondert ausgewiesen, sodass der Finanzmittelbestand zu Beginn und Ende der Berichtsperiode abgestimmt werden kann. SegmentberichterstattungDie Segmentberichterstattung erfolgt unter Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 8 "Geschäftssegmente" entsprechend des dort verankerten Management-Ansatzes ("management approach"), der eine an der internen Organisations- und Berichtsstruktur sowie an den internen Steuerungsgrößen anknüpfende Segmentierung und Berichterstattung vorsieht. Die Abgrenzung und Bestimmung der Segmente wurde daher entsprechend der internen Organisations- und Berichtsstruktur vorgenommen. Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Produkten und Dienstleistungen in Geschäftseinheiten organisiert. Der Konzern verfügt daher über zwei berichtspflichtige Segmente: Wire & Cable Solutions und Wiring Systems. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Segmente zu bestimmen. Das EBIT wird in Übereinstimmung mit den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses ermittelt. Es enthält auch das Ergebnis aus der Equity-Bewertung von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenBei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden und die Angabe von Eventualverpflichtungen sowie auf die Aufwendungen und Erträge auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ereignisse entstehen, die in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres wesentliche Anpassungen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein werden, werden nachstehend erläutert. Die Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- und Firmenwerten, immateriellen Vermögenswerten und von langfristigen Vermögenswerten basiert auf der Berechnung des erzielbaren Betrags, der der höhere Wert aus dem Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss der Konzern die voraussichtlichen künftigen Cashflows aus den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen die langfristigen Vermögenswerte oder Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind, schätzen und darüber hinaus einen angemessenen Zinssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln (Discounted-Cashflow-Methode). Die Cashflows werden aus der Unternehmensplanung der nächsten fünf Geschäftsjahre abgeleitet, wobei Restrukturierungsmaßnahmen, zu denen sich der Konzern noch nicht verpflichtet hat, und wesentliche künftige Investitionen, die die Ertragskraft der getesteten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erhöhen werden, nicht enthalten sind. Die Unternehmensplanung wird unter Berücksichtigung von Zielvorgaben bottom-up erstellt, d.h. die Planzahlen werden für jede Business Unit oder Business Group bzw. Tochtergesellschaft detailliert erstellt und zu den Segmenten und zum Gesamtkonzern verdichtet. Wesentliche Planungsannahmen basieren auf den von den Automobilherstellern kommunizierten erwarteten Stückzahlen. Sie berücksichtigt die auf Erfahrungswerten beruhenden Preisvereinbarungen und erwartete Effizienzsteigerungen sowie eine auf Basis der strategischen Ausrichtung abgeleitete Umsatzentwicklung. Der erzielbare Betrag ist stark abhängig von den prognostizierten Abnahmemengen und von dem im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Diskontierungssatz. Die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten unterscheidet sich vom Nutzungswert nur durch die Behandlung des Bewertungsobjekts als nicht zum Konzern zugehöriger Geschäftsbetrieb. Die zur Ermittlung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen und Parameter sowie die Einzelheiten zu den Werthaltigkeitstests werden in den Textziffern 17 und 18 näher erläutert. Für die Bilanzierung aktiver latenter Steuern, im Wesentlichen auf nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge, sind Einschätzungen und Ermessensentscheidungen der Unternehmensleitung in Bezug auf die Höhe der zukünftig zur Nutzung der Verlustvorträge zur Verfügung stehenden zu versteuernden Einkommen zu treffen. Soweit hinreichend konkretisiert, werden dabei Steuerplanungsstrategien und die erwarteten Eintrittszeitpunkte der Ergebnisse daraus berücksichtigt. Aktive latente Steuern werden regelmäßig insoweit angesetzt, als aufrechenbare latente Steuerverbindlichkeiten in gleicher Höhe und gleicher Fristigkeit erwartet werden. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern nur dann angesetzt, wenn zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit ausreichend zu versteuerndes Einkommen erwartet wird, um die latenten Steueransprüche aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen nutzen zu können. Für diese Beurteilung wird das erwartete zu versteuernde Einkommen aus der Unternehmensplanung abgeleitet, welche nach den oben beschriebenen Grundsätzen erstellt wird. Der Betrachtungszeitraum beträgt aufgrund der zunehmenden Unsicherheiten in der weiteren Zukunft in der Regel drei Jahre. Bei Gesellschaften in Verlustsituationen werden aktive latente Steuern erst dann angesetzt, wenn sich der Turnaround abzeichnet bzw. mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die zukünftigen positiven Ergebnisse erzielt werden können. Bei der Bemessung der Wertberichtigungen für latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen werden Regelungen zur Beschränkung der Verlustnutzung (Mindestbesteuerung) beachtet. Weitere Einzelheiten sind in der Textziffer 9 dargestellt. Der Altersversorgungsaufwand aus leistungsorientierten Plänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Diese Bewertungen basieren auf Annahmen und Ermessensentscheidungen in Bezug auf Abzinsungssätze der Nettoverpflichtung, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeit und die künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung solcher Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Einzelheiten zu diesen Unsicherheiten bzw. Sensitivitäten sind in der Textziffer 24 dargestellt. 2 | Neue RechnungslegungsvorschriftenIm Geschäftsjahr erstmalig angewendete neue Rechnungslegungsvorschriften
Zukünftige, neue RechnungslegungsvorschriftenA) Von der Europäischen Union (EU) anerkannte Rechnungslegungsvorschriften
Klassifizierung und Bewertung:Die Anwendung der neuen Regelungen zur "Klassifizierung und Bewertung" werden voraussichtlich in wenigen Fällen zu einer Änderung des Ausweises und der Bewertung führen, was keine wesentlichen Auswirkungen auf Bilanz oder Eigenkapital haben wird.
Wertminderung:Der Konzern wird das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 anwenden und die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten aus dem Anwendungsbereich des IFRS 15 erfassen. Den neuen Wertminderungsvorschriften liegt ein stärker auf die Zukunft ausgerichtetes Modell zugrunde, welches auf erwarteten Verlusten basiert. Bisher wurden Wertminderungen im Wesentlichen auf Basis bereits eingetretener Verluste erfasst. Das neue Wertminderungsmodell wird folglich dazu führen, dass erwartete Verluste bereits früher als Aufwand erfasst werden. Es wurde eine Analyse der wesentlichen Forderungsarten durchgeführt. Der Konzern erwartet eine Erhöhung der Wertberichtigungen von ca. 7 Mio. € (Vorsteuerbetrag). Bilanzierung von Sicherungsgeschäften:LEONI geht davon aus, dass alle unter IAS 39 als effektiv designierten Sicherungsbeziehungen auch künftig die Bedingungen für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung des IFRS 9 erfüllen. Da sich die allgemeinen Grundsätze, wie die Bilanzierung von effektiven Sicherungsgeschäften vorzunehmen ist, nicht ändern, werden keine wesentlichen Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 erwartet.
B) Von der Europäischen Union (EU) sind folgende vom IASB oder IFRIC veröffentlichte Rechnungslegungsvorschriften noch nicht anerkannt worden:
Neben den genannten Neuerungen veröffentlichte das IASB weitere Änderungen. Diese sind für LEONI voraussichtlich nicht relevant und werden aus diesem Grund nicht aufgeführt. 3 | KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss sind neben der LEONI AG 15 inländische und 57 ausländische Gesellschaften einbezogen, bei denen der LEONI AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. Anzahl der vollkonsolidierten Gesellschaftenscroll
Neben dem Zukauf einer der Division Wire & Cable Solutions zugeordneten Gesellschaft in der Schweiz im ersten Quartal des Berichtszeitraums wurde der Konsolidierungskreis im Mai durch den Verkauf von sieben Gesellschaften mit Sitz in Europa und Asien verändert. Diese Gesellschaften hatten sich mit Produktion und Verkauf von Kabeln für die Elektro- und Hausgeräteindustrie beschäftigt. Zudem wurden im dritten Quartal zwei deutsche Gesellschaften aus dem Unternehmensbereich Wiring Systems zu einer Rechtseinheit und im vierten Quartal zwei deutsche Gesellschaften aus dem Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions zu einer Rechtseinheit verschmolzen. Die vollständige Aufstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften, der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen zum 31. Dezember 2017 ist am Ende des Anhangs dargestellt. 4 | Akquisitionen und Veräußerungen von TochterunternehmenLEONI hat zwei Drittel der Anteile an der Adaptricity AG, Zürich erworben. Das Unternehmen bringt softwaregestützte Beratungsleistungen auf Basis von elektrotechnischem Expertenwissen in den Konzern ein. Die Erstkonsolidierung wurde mit dem Erhalt der Beherrschung über das Unternehmen am 15. Februar 2017 vorgenommen. Die erworbene Gesellschaft wird in den Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions integriert. Der Kaufpreis betrug 3.479 T€. Unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden Mittel in Höhe von 2.340 T€ betrug die zahlungswirksame Gegenleistung 1.139 T€, die mit Barmitteln bezahlt wurde. Bei der Akquisition sind keine wesentlichen Transaktionskosten angefallen. Die nachfolgende Übersicht zeigt die beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt: scroll
Der Kaufpreis überstieg die Summe aus den anteiligen Vermögenswerten und Schulden, weshalb ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 793 T€ für den erworbenen Mitarbeiterstamm und erwartete Synergien angesetzt wurde. Das erworbene Geschäft hat bei LEONI in der Zeit zwischen Kontrollübergang und 31. Dezember 2017 Umsatzerlöse in Höhe von 192 T€ und einen Verlust nach Steuern von 1.196 T€ beigetragen. Wäre der Erwerb bereits zum 1. Januar erfolgt, wäre der Beitrag des Geschäfts an den Umsatzerlösen des Konzerns und dem Ergebnis nach Steuern nur unwesentlich anders ausgefallen. LEONI verkaufte am 2. Mai 2017 das Geschäft mit Kabeln für Haus- und Elektrogeräte, d.h. alle Anteile an den Tochterunternehmen EA Cable Assemblies GmbH, LEONI Cable Belgium N.V., LEONI WCS Southeast Europe d.o.o., LEONI Cable Assemblies Slovakia s.r.o., LEONI Cable (Xiamen) Co., Ltd., LEONI Cable Assemblies (Changzhou) Co., Ltd. und EA Cable Assemblies (Hongkong) Co., Ltd. Die Tochterunternehmen schieden am Tage des Verkaufs aus dem Konsolidierungskreis aus, da zu diesem Zeitpunkt auch die Beherrschung über die Unternehmen auf den Erwerber überging. Die vom Erwerber zu erbringende Gegenleistung beträgt vor der abschließenden Prüfung der Veräußerungsbilanz durch den Erwerber 51.061 T€. Aus dem Verkauf realisierte der Konzern insgesamt einen Ergebniseffekt aus Entkonsolidierung in Höhe von 24.256 T€. Dieser beinhaltete einen Währungsgewinn in Höhe von 1.914 T€, der aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde und in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen ist. Folgende Übersicht zeigt die abgegangenen Vermögenswerte und Schulden: scroll
Im Geschäftsjahr 2017 vereinnahmte der Konzern aus dem Verkauf dieses Geschäftsbereichs eine Zahlung von 53.740 T€, sodass dem Konzern unter Berücksichtigung der abgegangenen liquiden Mittel 36.653 T€ zugeflossen sind. Insgesamt fielen Transaktionskosten von 1.679 T€ an (davon 614 T€ in Vorjahren). Im Geschäftsjahr 2016 hat LEONI einen Vertrag zum Kauf von 51 Prozent an der Wuhan Hengtong Automotive in Shanghai, einem chinesischen Bordnetzhersteller unterzeichnet. Die Erstkonsolidierung wurde mit dem Erhalt der Beherrschung über das Unternehmen am 16. November 2016 vorgenommen. Die erworbene Gesellschaft wurde in die Wiring Systems Division integriert und fertigt Kabelsysteme insbesondere für den Dongfeng-Konzern, Chinas zweitgrößten Automobilhersteller. Der Kaufpreis betrug 6.100 T€. Unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden Mittel in Höhe von 1.514 T€ betrug die zahlungswirksame Gegenleistung 4.586 T€, die mit Barmitteln bezahlt wurde. Bei der Akquisition sind keine wesentlichen Transaktionskosten angefallen. Da aufgrund der vorherrschenden kaufmännischen Strukturen im Geschäftsjahr 2016 noch keine verlässliche Kaufpreisallokation durchgeführt werden konnte, wurden vorläufige beizulegende Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt angesetzt. Sobald gesicherte Kenntnisse vorlagen, wurde die Kaufpreisallokation innerhalb der nächsten zwölf Monate im Geschäftsjahr 2017 durchgeführt und die Vorjahreswerte entsprechend angepasst. In Summe ergaben sich Anpassungen der Vorräte in Höhe von 2 Mio. €, der kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 2,7 Mio. € sowie diverse kleinere Effekte. Insgesamt betrug die Anpassung 0,5 Mio. €. Der negative Unterschiedsbetrag, dessen Auflösung im Vorjahr in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde, veränderte sich von 823 T€ auf 1.333 T€. Die nachfolgende Übersicht zeigt die finalen beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt: scroll
Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2017 in LEONI ZhengAo Automotive Wire Harness Co. Ltd. umbenannt. Weiterhin wurde im Geschäftsjahr 2016 im Rahmen der neuen strategischen Ausrichtung des Segments Wire & Cable Solutions ein Vertrag zur Veräußerung der Anteile an der LEONI Studer Hard GmbH an die französische Gesellschaft Ionisos SAS unterzeichnet. Am 3. November 2016 waren alle formellen und materiellen Voraussetzungen für den Kontrollverlust erfüllt. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Unternehmen nicht mehr in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die vom Erwerber zu erbringende Gegenleistung für die Anteile betrug 16.673 T€. Aus dem Verkauf realisierte der Konzern einen Entkonsolidierungsertrag in Höhe von 3.266 T€, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Zudem fielen Transaktionskosten in Höhe von 623 T€ an. Das Ergebnis und damit der Konzernergebnisbeitrag bis zur Veräußerung betrug 3.226 T€. Der Konzern vereinnahmte aus dem Verkauf der Anteile der LEONI Studer Hard GmbH eine Zahlung von 16.673 T€, sodass dem Konzern im Geschäftsjahr 2016 unter Berücksichtigung der abgegangenen liquiden Mittel in Höhe von 4.659 T€ insgesamt 12.014 T€ aus der Transaktion zugeflossen sind. Folgende Übersicht zeigt die abgegangenen Vermögenswerte und Schulden sowie die Herleitung des Ergebniseffekts aus der Entkonsolidierung: scroll
Erläuterungen5 | SegmentberichterstattungZum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Produkten und Dienstleistungen in Geschäftseinheiten organisiert. Die Abgrenzung der Segmente wurde entsprechend der internen Organisations- und Berichtsstruktur vorgenommen. Der Konzern verfügt über zwei berichtspflichtige Segmente: Wire & Cable SolutionsDie Wire & Cable Solutions Division ist ein führender Draht- und Kabelhersteller, der sich im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung sukzessive zum Lösungsanbieter von intelligenten und sicheren Energieübertragungs- und Datenmanagement-Systemen entwickelt. Wiring SystemsDie Entwicklung, Fertigung und der Vertrieb von Kabelsätzen, kompletten Bordnetz-Systemen sowie dazugehörigen Komponenten und Steckverbindungen für die internationale Automobil- und Zulieferindustrie bilden das Hauptgeschäft des Unternehmensbereichs Wiring Systems. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird vom Management überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Das EBIT wird in Übereinstimmung mit den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses ermittelt. Es enthält auch das Ergebnis aus der Equity-Bewertung von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Der ROCE (Return on Capital Employed) ist eine Gesamtkapitalrenditekennziffer, anhand der das Management die Rentabilität der Segmente überwacht. Sie errechnet sich aus dem Verhältnis des EBIT zum durchschnittlichen Capital Employed (CE), welches das nichtzinstragende Vermögen abzüglich der nichtzinstragenden Verbindlichkeiten darstellt. Das Capital Employed geht als Durchschnittswert der letzten fünf Quartalsultimos in die Berechnung ein. Verkäufe und Erlöse zwischen den Segmenten werden weitgehend zu Preisen berechnet, wie sie auch mit Konzernfremden vereinbart würden. Die Segmentinformationen stellen sich für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 wie folgt dar: scroll
Segmentinformationen nach Regionen:scroll
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Umsatzsteigerung entfiel in der Berichtsperiode mit 14,8 Prozent insbesondere auf die Region Asien. Der wesentliche Anteil am Konzernaußenumsatz entfiel in der Region Asien wie im Vorjahr mit 11,8 Prozent (Vorjahr: 11,2 Prozent) auf China und in der Region Amerika mit 8,6 Prozent (Vorjahr: 9,9 Prozent) auf die USA. Die nach Regionen segmentierten langfristigen Vermögenswerte beinhalten die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sowie die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Im Vorjahr wurden mit einem Kunden des Segments Wiring Systems Umsätze realisiert, die mit 457.061 T€ mehr als zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachten. Im Geschäftsjahr 2017 wurde mit keinem Kunden zehn oder mehr Prozent des Konzernumsatzes erreicht. 6 | Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Erträge setzten sich wie folgt zusammen: scroll
Die Vorjahresanpassung ist auf die Veränderung des negativen Unterschiedsbetrages bei der Erstkonsolidierung der Wuhan Hengtong Automotive zurückzuführen. Weitere Informationen hierzu siehe Textziffer 4. Im Geschäftsjahr 2017 wurde das Geschäft mit Kabeln für Haus- und Elektrogeräte verkauft. Daraus entstanden Erträge aus der Entkonsolidierung mehrerer Gesellschaften in Höhe von 24.256 T€, davon Währungsgewinne in Höhe von 1.914 T€. Detaillierte Ausführungen hierzu befinden sich in der Textziffer 4. Im Zusammenhang mit dem im Vorjahr aufgedeckten Betrugsfall erhielt der Konzern eine Entschädigung der Versicherung in Höhe von 5.000 T€. Des Weiteren sind Erträge aus der Erbringung von Dienstleistungen für unser Joint Venture in Langfang in Höhe von 4.273 T€ (Vorjahr: 5.544 T€; siehe hierzu auch Textziffer 19) entstanden. Die erfolgsbezogenen Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 3.587 T€ (Vorjahr: 4.693 T€) entfielen überwiegend auf die Förderung der Exportwirtschaft in Ägypten. Weitere Informationen hierzu siehe Textziffer 7. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 18.844 T€ (Vorjahr: 77.398 T€) beinhalteten im Wesentlichen Währungsverluste in Höhe von 10.092 T€. scroll
7 | Zuwendungen der öffentlichen HandDer Konzern erhielt im Geschäftsjahr 2017 verschiedene erfolgsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand von insgesamt 10.020 T€ (Vorjahr: 5.789 T€). Davon wurden 6.433 T€ (Vorjahr: 1.096 T€) in der Gewinn- und Verlustrechnung direkt mit den angefallenen Aufwendungen verrechnet. Diese entfielen im Wesentlichen auf Zuschüsse für Anlaufkosten im Rahmen der Eröffnung eines neuen Werks in Mexiko. Weiterhin wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgsbezogene Zuwendungen in Höhe von 3.587 T€ (Vorjahr: 4.693 T€) abgebildet, die hauptsächlich auf das Segment Wiring Systems entfielen. Davon waren 2.792 T€ (Vorjahr: 2.622 T€) auf die Förderung der Exportwirtschaft in Ägypten zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden investitionsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 23.212 T€ (Vorjahr: 12.371 T€) erfasst. Der Großteil entfiel dabei auf Bordnetzwerke in Rumänien. Sie wurden von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der betreffenden Sachanlagen abgezogen. Die erhaltenen Zuschüssen sind an die Schaffung und mehrjährige Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen, an Steuerzahlungen und an das Erreichen eines Umsatzvolumens bei den Gesellschaften geknüpft. 8 | Finanzerträge und FinanzaufwendungenDas Finanzergebnis, also der Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. Bei den Finanzerträgen in Höhe von 1.011 T€ (Vorjahr: 682 T€) handelte es sich jeweils ausschließlich um Zinserträge. Sämtliche Zinserträge wurden wie im Vorjahr unter Zugrundelegung der Effektivzinsmethode ermittelt. Die Finanzaufwendungen setzten sich wie folgt zusammen: scroll
Die Zinsaufwendungen enthielten in Höhe von 20.559 T€ (Vorjahr: 20.277 T€) Zinsen, die unter Zugrundelegung der Effektivzinsmethode ermittelt wurden. 9 | ErtragsteuernFür die Geschäftsjahre 2017 und 2016 setzten sich die Ertragsteuern einschließlich der latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt zusammen: scroll
Im Geschäftsjahr 2017 wurden Steueraufwendungen in Höhe von 56.423 T€ (Vorjahr: 43.281 T€) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In Höhe von 3.744 T€ (Vorjahr: Steuerertrag 3.939 T€) wurde ein Steueraufwand erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden sind anhand der Steuersätze zu bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der der Vermögenswert oder die Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Bei den deutschen Gesellschaften wurde zum 31. Dezember 2017 für die Berechnung der latenten Steuern unverändert zum Vorjahr ein Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent angewandt. Weiterhin berücksichtigt wurden wie im Vorjahr ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer sowie ein durchschnittlicher Gewerbesteuersatz in Höhe von 13,8 Prozent. Damit ergab sich analog zum Vorjahr für die Berechnung der latenten Steuern bei den inländischen Gesellschaften ein kombinierter Steuersatz von 29,6 Prozent. Bei ausländischen Gesellschaften wurden zur Berechnung der latenten Steuern die jeweiligen landesspezifischen Steuersätze zugrunde gelegt. Die nachstehende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom im jeweiligen Geschäftsjahr erwarteten zum jeweils ausgewiesenen Steueraufwand bzw. der erwarteten zur ausgewiesenen Steuerquote. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wurde der im Geschäftsjahr in Deutschland gültige kombinierte Steuersatz auf das Einkommen in Höhe von 29,6 Prozent (Vorjahr: 29,6 Prozent) mit dem Ergebnis vor Steuern multipliziert. scroll
In der Position Sonstiges in Höhe von - 3.393 T€ sind mit einem Teilbetrag von - 2.490 T€ ertragswirksame Änderungen ausländischer Steuersätze erfasst (Vorjahr: Steueraufwand 409 T€). Hierin ist wiederum mit einem Teilbetrag von - 1.821 T€ Steuerertrag enthalten, der durch die Senkung des Körperschaftsteuersatzes in den USA auf 21 % verursacht ist. Bei der Veränderung der Wertberichtigungen aktiver latenter Steuern in Höhe von 13.764 T€ (Vorjahr: 36.266 T€) handelte es sich im Einzelnen in Höhe von 15.562 T€ (Vorjahr: 29.357 T€) um im Geschäftsjahr nicht aktivierte latente Steuern. Diese Wertberichtigungen betrafen wie im Vorjahr im Wesentlichen latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen, wenn hinsichtlich der Nutzbarkeit dieser Verlustvorträge aufgrund der Sach- und Rechtslage sowie der verfügbaren Informationen Unsicherheiten bestanden. In Höhe von 4 T€ (Vorjahr: 13.376 T€) wurden aktive latente Steuern abgeschrieben, die in Vorperioden im Wesentlichen auf Verlustvorträge angesetzt worden waren. In Höhe von - 1.423 T€ (Vorjahr: - 6.444 T€) waren in der Veränderung der Wertberichtigungen ertragswirksame Auflösungen von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern enthalten. Für die Nutzung von Verlustvorträgen, für die in Vorjahren keine Steueransprüche bilanziert waren, enthielt die Position - 379 T€ (Vorjahr: - 23 T€). Bei Gesellschaften, die im laufenden Jahr oder im Vorjahr ein negatives steuerliches Ergebnis erwirtschafteten und bei denen die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge nicht durch einen Passivüberhang der latenten Steuern gedeckt sind, wurden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 2.097 T€ (Vorjahr: 6.433 T€) angesetzt. Auf Basis von Annahmen und Einschätzungen des Managements über die zukünftige Geschäftsentwicklung, die aus den Erfahrungen der Vergangenheit und den aktuell vorliegenden Informationen und Prognosen entwickelt wurden, erscheint die Realisierung dieses Steueranspruchs als hinreichend wahrscheinlich. Die aktiven und passiven latenten Steuern ergaben sich aus Buchungsunterschieden (temporären Differenzen) in den folgenden Bilanzposten sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen: scroll
In Höhe von 96.200 T€ (Vorjahr: 87.067 T€) wurden keine aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge angesetzt, da eine Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht ausreichend sicher erscheint. Der Nettobetrag der aktiven und passiven latenten Steuern ergab sich wie folgt: scroll
Latente Steuern auf sogenannte "Outside Basis Differences" (Differenzen zwischen den Nettovermögen inklusive Geschäfts- und Firmenwerten der Tochterunternehmen und dem jeweiligen steuerlichen Wert der Anteile an den Tochterunternehmen) wurden nicht gebildet, da die Umkehrung der Differenzen beispielsweise durch Ausschüttungen gesteuert werden kann und für die absehbare Zukunft keine wesentlichen Steuereffekte zu erwarten sind. Die "Outside Basis Differences" betrugen zum 31. Dezember 2017 357.812 T€ (Vorjahr: 272.764 T€). Am Bilanzstichtag bestanden im Konzern hauptsächlich ausländische ertragsteuerliche Verlustvorträge, aber auch inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von insgesamt 367.700 T€ (Vorjahr: 354.330 T€), davon sind 240.811 T€ (Vorjahr: 221.522 T€) nach der am jeweiligen Bilanzstichtag bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig. Allerdings können in Deutschland vorgetragene Verluste nur bis zu einem Betrag von 1.000 T€ uneingeschränkt von den positiven Einkünften abgezogen werden. Ein verbleibender Betrag an positiven Einkünften kann bis zu 60 Prozent um vorgetragene Verluste gemindert werden. Die nicht unbegrenzt vortragsfähigen steuerlichen Verlustvorträge betrafen ausschließlich ausländische Tochtergesellschaften und werden spätestens bis zum Jahre 2027 verfallen, soweit sie nicht genutzt werden können. Folgende Tabelle zeigt die Nutzbarkeit dieser Verlustvorträge: scroll
Inländische gewerbesteuerliche Verlustvorträge bestanden am Bilanzstichtag im Konzern in Höhe von 136.786 T€ (Vorjahr: 113.406 T€), die alle nach der am jeweiligen Bilanzstichtag bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig sind. Die Verrechnungsmöglichkeiten mit zukünftigen positiven Einkünften entsprechen denen der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge. Ausländische Verlustvorträge für US State Tax bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von 16.645 T€ (Vorjahr: 21.735 T€). Im Geschäftsjahr wurden inländische gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 60 T€ (Vorjahr: 49 T€) und inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 60 T€ (Vorjahr: 49 T€) genutzt. Ausländische ertragsteuerliche Verlustvorträge wurden in Höhe von 34.448 T€ (Vorjahr: 16.192 T€) genutzt. Verlustvorträge für US State Tax wurden im Geschäftsjahr in Höhe von 1.473 T€ (Vorjahr: 1.804 T€) in Anspruch genommen. 10 | Sonstiges ErgebnisDie folgende Übersicht zeigt die Bestandteile des erfolgsneutralen sonstigen Ergebnisses und die zugehörigen Steuereffekte: scroll
Die versicherungsmathematischen Verluste haben sich im Berichtszeitraum um 9.042 T€ (Vorjahr: Verluste 42.755 T€) vermindert. Grund hierfür waren Gewinne des Planvermögens in England und der Schweiz sowie Gewinne aus dem Anstieg des Diskontierungssatzes in Deutschland. Durch die Translation von Fremdwährungen, im Wesentlichen des chinesischen Renminbi und des US Dollars, in die Berichtswährung Euro schlugen sich im sonstigen Ergebnis Währungsumrechnungsverluste von 40.796 T€ (Vorjahr: Verluste 17.819 T€) nieder. Unter Berücksichtigung von latenten Steuern ergab sich insgesamt ein sonstiges Ergebnis von - 21.341 T€ (Vorjahr: - 65.149). 11 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie langfristige Forderungen aus Entwicklungsaufträgenscroll
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren nicht verzinslich. Am Bilanzstichtag waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch echtes Factoring in Höhe von 194.078 T€ (Vorjahr: 153.125 T€) gemindert. Bei den Forderungen aus Entwicklungsaufträgen handelte es sich um kundenspezifische Entwicklungsaufträge, die in Übereinstimmung mit IAS 11 bilanziert wurden. Der kurzfristige Anteil der Forderungen aus Entwicklungsaufträgen in Höhe von 16.618 T€ (Vorjahr: 20.243 T€) ist in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. In den Umsatzerlösen wurden im Geschäftsjahr in Höhe von 24.750 T€ (Vorjahr: 29.496 T€) Erlöse aus solchen Entwicklungsaufträgen berücksichtigt. Die angefallenen Aufwendungen entsprachen den Erlösen. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt: scroll
Wertberichtigungen auf langfristige Forderungen aus Entwicklungsaufträgen bestanden weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr. Folgende Tabelle zeigt lang- und kurzfristige finanzielle Forderungen, die am Bilanzstichtag weder wertgemindert noch überfällig sind, sowie die überfälligen Forderungen, die nicht wertgemindert waren: scroll
Die sonstigen finanziellen Forderungen in Höhe von 26.616 T€ (Vorjahr: 23.734 T€) sind in den kurz- und langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von insgesamt 36.812 T€ (Vorjahr: 30.615 T€) enthalten. In diesen Posten sind darüber hinaus noch derivative finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 9.078 T€ (Vorjahr: 5.765 T€) sowie Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 1.115 T€ (Vorjahr: 1.116 T€) enthalten. Das maximale Kreditausfallrisiko belief sich auf den Buchwert des Forderungsbestands. Hinsichtlich der weder wertgeminderten Forderungen noch des in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen ergaben sich am Abschlussstichtag keine Anzeichen dafür, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. In Höhe von 127.604 T€ (Vorjahr: 151.060 T€) waren Forderungen kreditversichert. 12 | Sonstige Vermögenswertescroll
13 | Vorrätescroll
Der Betrag der Wertminderungen von Vorräten, der als Aufwand erfasst worden ist, belief sich auf 19.440 T€ (Vorjahr: 20.947 T€). Die Bestandsabwertungen waren im Geschäftsjahr 2017 wie im Vorjahr in voller Höhe in den Umsatzkosten enthalten. Die als Aufwand in den Umsatzkosten erfassten Vorräte (Materialaufwand) betrugen im Geschäftsjahr 2.880.569 T€ (Vorjahr: 2.554.381 T€). Im Buchwert waren Vorräte in Höhe von 28.631 T€ (Vorjahr: 26.844 T€) enthalten, die zum erzielbaren Nettoveräußerungswert bewertet wurden. 14 | Zum Verkauf bestimmte Vermögenswerte und VerbindlichkeitenIm Geschäftsjahr 2017 bestehen keine zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die im Vorjahr zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte in Höhe von 74.712 T€ betreffen die Veräußerung des Geschäftsbereichs für Haus- und Elektrogeräte, welche im Mai 2017 abgeschlossen wurde. Weitere Informationen hierzu sind in der Textziffer 4 dargestellt. 15 | Sachanlagenscroll
Hinsichtlich der Wertminderung in Höhe von 1.196 T€ verweisen wir auf die Textziffer 17. 16 | Immaterielle Vermögenswertescroll
In der Position Schutzrechte und ähnliche Rechte, Software und Sonstiges waren unter anderem im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Technologien bzw. nicht patentiertes Fertigungs-Know-How enthalten. Der Restbuchwert der Technologie bzw. des Fertigungs-Know-Hows betrug 4.010T€ (Vorjahr: 4.600 T€) und die durchschnittliche Restnutzungsdauer betrug rund sieben Jahre. Weiterhin waren in Höhe von 1.877 T€ (Vorjahr: 1.877 T€) im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Marken enthalten, die als immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer klassifiziert wurden, da keine vorhersehbare Begrenzung für die Nutzung dieser Marken existierte. Die im Rahmen von Unternehmenskäufen erworbenen vertraglichen und nicht-vertraglichen Kundenbeziehungen in der Position Kundenbeziehungen und Auftragsbestand hatten einen Restbuchwert von 14.367 T€ (Vorjahr: 22.224 T€), ihre durchschnittliche Restnutzungsdauer betrug 5,5 Jahre. Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer waren in folgenden Funktionskosten enthalten: scroll
Weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr wurden Zuschreibungen vorgenommen. 17 | Überprüfung der Werthaltigkeit von Sachanlagen und immateriellen VermögenswertenDie Sachanlagen und die immateriellen Vermögenswerte wurden bei Vorliegen möglicher Anzeichen einer Wertminderung gemäß IAS 36.13 auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Im Rahmen des mindestens einmal jährlich obligatorisch durchzuführenden Werthaltigkeitstests wurde zudem die vorliegende Marke auf eine mögliche Wertminderung überprüft. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit wurden in allen Fällen die erwarteten Cashflows basierend auf der von der Unternehmensleitung für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Unternehmensplanung abgeleitet. Bei den Werthaltigkeitstests wurde der erzielbare Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit grundsätzlich auf Basis des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten herangezogen und gemäß IFRS 13 mit Parametern der Stufe drei ermittelt. Die innerhalb des Segments Wire & Cable Solutions bestehende Marke wurde zum 31. Oktober hinsichtlich der Werthaltigkeit überprüft. Dabei wurde ein Abzinsungssatz nach Steuern von 8,8l Prozent (Vorjahr: l,l8 Prozent) zugrunde gelegt. Der Werthaltigkeitstest führte zu keinem Abwertungsbedarf. Die folgenden Angaben beziehen sich auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten, deren Werthaltigkeit überprüft wurde, da Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorlagen. Bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit im Segment Wire & Cable Solutions betrug der bei der Beurteilung der Werthaltigkeit zugrunde gelegte Abzinsungssatz nach Steuern 8,38 Prozent (Vorjahr 7,80). Das Testergebnis führte zu keinem Abwertungsbedarf. Ab einer Erhöhung des Zinssatzes nach Steuern von mehr als 0,6 Prozentpunkten (Vorjahr: 0,8) würde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ceteris paribus unter den Buchwert fallen. In einem weiteren Fall wurde für eine zahlungsmittelgenerierende Einheit im Segment Wiring Systems eine Werthaltigkeitsprüfung auf Basis des beizulegenden Zeitwerts der einzelnen Vermögensgegenstände vorgenommen. Hierbei ergab sich eine Wertminderung von 1.196 T€, die aufwandswirksam erfasst und größtenteils in den Umsatzkosten verbucht wurden. Der Wertminderungsbedarf bezog sich auf das Sachanlagevermögen. 18 Geschäfts- oder FirmenwerteDie Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt: scroll
Neben den mindestens einmal jährlich obligatorisch durchzuführenden Werthaltigkeitstests für alle Geschäfts- oder Firmenwerte werden während des Geschäftsjahres bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine Wertminderung hinweisen, zusätzliche Werthaltigkeitstests durchgeführt. Der mindestens einmal jährlich verpflichtend vorzunehmende Werthaltigkeitstest wurde für alle Geschäfts- oder Firmenwerte zum 31. Oktober durchgeführt. Für Zwecke der Werthaltigkeitsüberprüfung wurden alle Geschäfts- oder Firmenwerte denjenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die aus den Synergien der Unternehmenszusammenschlüsse Nutzen ziehen. Die wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte wurden wie folgt zugeordnet: Im Segment Wiring Systems wurde der größte Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 66,6 Mio. € unverändert zum Vorjahr auf Segmentebene zugeordnet. Zudem wurde innerhalb des Segments Wiring Systems ein Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 6,9 Mio. € (Vorjahr: 7,0 Mio. €) auf Ebene einer Business Unit zugeordnet. Innerhalb des Segments Wire & Cable Solutions wurde der Business Group Industrial Solutions ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 64,9 Mio. € (Vorjahr: 65,9 Mio. €) und der Business Group Automotive Cables ein Geschäfts- oder Firmenwert von insgesamt 4,2 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) zugeordnet. Bei den Werthaltigkeitstests aller Geschäfts- oder Firmenwerte wurde der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten ermittelt. Die dabei zugrundeliegenden Cashflow-Prognosen basieren jeweils auf der von der Unternehmensleitung für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Unternehmensplanung. Die Cashflows nach dem Zeitraum von fünf Jahren wurden wie im Vorjahr grundsätzlich vereinfachend ohne Verwendung einer Wachstumsrate extrapoliert. Die verwendeten Abzinsungssätze nach Steuern betrugen für das Segment Wiring Systems 8,80 Prozent (Vorjahr: 7,89 Prozent), für die Business Group Automotive Cables 10,13 Prozent (Vorjahr: 9,55 Prozent) und für die Business Group Industrial Solutions 8,45 Prozent (Vorjahr: 7,63 Prozent). Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte kam zu dem Ergebnis, dass kein Abwertungsbedarf bestand. Die Konzernleitung ist der grundsätzlichen Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet wurden, getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ihren erzielbaren Betrag übersteigt, mit Ausnahme der nachfolgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten: Innerhalb des Segments Wire & Cable Solutions ist der Business Group Industrial Solutions ein Geschäfts- oder Firmenwert von 64,9 Mio. € zugeordnet, der auf Werthaltigkeit getestet wurde. Der Abzinsungssatz nach Steuern betrug 8,45 Prozent (Vorjahr: 7,63 Prozent). Auf Basis der getroffenen Annahmen überstieg der Nutzungswert den Buchwert von 440,4 Mio. € um 35,8 Mio. €. Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,57 Prozentpunkte (Vorjahr: 0,31 Prozentpunkte) würde ceteris paribus der Nutzungswert dem Buchwert entsprechen. Ebenfalls innerhalb des Segments Wire & Cable Solutions ist der Business Group Automotive Cables ein Geschäfts- oder Firmenwert von 4,1 Mio. € zugeordnet, der ebenfalls auf Werthaltigkeit getestet wurde. Der Abzinsungssatz nach Steuern betrug dabei 10,13 Prozent (Vorjahr: 9,55 Prozent). Auf Basis der getroffenen Annahmen überstieg der Nutzungswert den Buchwert von 287,1 Mio. € um 28,7 Mio. €. Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,65 Prozentpunkte (Vorjahr: 0,96 Prozent) würde ceteris paribus der Nutzungswert dem Buchwert entsprechen. Innerhalb des Segments Wiring Systems ist einer Business Unit ein Geschäfts- oder Firmenwert von 6,9 Mio. € zugeordnet, der ebenfalls auf Werthaltigkeit getestet wurde. Der Abzinsungssatz nach Steuern betrug dabei 9,45 Prozent (Vorjahr: 8,56 Prozent). Auf Basis der getroffenen Annahmen überstieg der erzielbare Betrag den Buchwert von 76,7 Mio. € um 7,2 Mio. €. Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,65 Prozentpunkte (Vorjahr: 5,36 Prozentpunkte) würde ceteris paribus der Nutzungswert dem Buchwert entsprechen. 19 | Anteile an assoziierten Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenDie Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen betrafen wie im Vorjahr im Wesentlichen die Langfang LEONI Wiring Systems Co. Ltd. mit Sitz in Langfang, China, an der der Konzern einen Anteil von 50 Prozent besitzt und die mit diesem Anteil in den Konzernabschluss einbezogen wird. Geschäftszweck dieses Gemeinschaftsunternehmens ist die Fertigung von Kabelsätzen für Pkw-Baureihen. Für das zuvor genannte wesentliche Gemeinschaftsunternehmen lassen sich aus dem nach IFRS aufgestellten Jahresabschluss folgende Kennzahlen ableiten. Die Angaben erfolgen zu 100 Prozent und spiegeln nicht den Anteil von LEONI an diesen Beträgen wider. Darüber hinaus erfolgt eine Überleitung des anteiligen Nettovermögens auf den Buchwert des Anteils von LEONI am Gemeinschaftsunternehmen. scroll
Im Geschäftsjahr hat LEONI eine Dividende in Höhe von 12.004 T€ erhalten. Der Buchwert der einzeln nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen betrug 887 T€ (Vorjahr: 746 T€). Das anteilig auf LEONI entfallende Gesamtergebnis ist nachfolgend dargestellt: scroll
20 | Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig)In den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten waren in Höhe von 1.116 T€ (Vorjahr: 1.116 T€) Anteilspapiere enthalten, die als sogenannte "available for sale securities" (weiterveräußerbare Wertpapiere) klassifiziert sind. Sie wurden zu Anschaffungskosten bewertet, da kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorlag und die beizulegenden Zeitwerte nicht verlässlich zu ermitteln waren. Des Weiteren beinhaltete die Position im Wesentlichen in Höhe von 784 T€ (Vorjahr: 838 T€) Darlehen an Dritte und Mitarbeiter und in Höhe von 3.865 T€ (Vorjahr: 3.848 T€) Sicherheiten, die wie im Vorjahr im Wesentlichen auf Mietkautionen für Büro- und Lagergebäude sowie Mitarbeiterwohnungen in Korea zurückzuführen waren. 21 | FinanzschuldenDie Finanzschulden umfassten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Wechselverbindlichkeiten sowie sonstige Darlehensverpflichtungen. Sie betrugen zum 31. Dezember 2017 insgesamt 591.320 T€ (Vorjahr: 612.488 T€). Die kurzfristigen Finanzschulden und der kurzfristige Anteil an den langfristigen Krediten beliefen sich am Bilanzstichtag auf 254.373 T€ (Vorjahr: 150.345 T€). Die langfristigen Finanzschulden nahmen um 125.196 T€ auf 336.947 T€ ab. Dies ist im Wesentlichen auf die Fälligkeit eines Darlehens der Europäischen Investitionsbank sowie eines Schuldscheindarlehens im dritten Quartal 2018 zurückzuführen. Diese Darlehen sind somit in den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen. Die folgende Übersicht zeigt die bestehenden Schuldscheindarlehen: scroll
Details zu den Finanzverbindlichkeiten und Sicherungsinstrumenten sind in der Textziffer 28 zu finden. 22 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeitenscroll
Zum 31. Dezember 2017 waren im Rahmen geschlossener Reverse-Factoring-Vereinbarungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 185.852 T€ (Vorjahr: 143.951 T€) an Banken übertragen. In den sonstigen Verbindlichkeiten waren Verbindlichkeiten in Höhe von 35.519 T€ (Vorjahr: 45.837 T€) aus dem Eingang von Forderungen, die im Rahmen von echtem Factoring verkauft waren, enthalten. 23 | Kurzfristige andere Verbindlichkeitenscroll
24 | RückstellungenDie Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt: scroll
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Bei den Rückstellungen des Personalbereichs handelte es sich im Wesentlichen um langfristige Rückstellungen für Jubiläumsrückstellungen in Höhe von 11.673 T€ (Vorjahr: 11.818 T€) und für Altersteilzeit in Deutschland in Höhe von 7.611 T€ (Vorjahr: 8.480 T€). Die Jubiläumsrückstellungen kommen entsprechend der Altersstruktur der Belegschaft zu den jeweiligen Dienstjubiläen der Mitarbeiter zur Auszahlung. Bezogen auf den aktuellen Mitarbeiterbestand wird die Auszahlung schwerpunktmäßig in den nächsten 20 Jahren anfallen. Die Auszahlungen für die Altersteilzeitrückstellungen verteilen sich voraussichtlich auf die nächsten sechs Jahre. Die Garantie- und Gewährleistungsrückstellungen wurden auf Basis von Vergangenheitswerten ermittelt, wobei auch Kulanzzugeständnisse berücksichtigt wurden. Im Geschäftsjahr 2017 wurden den Rückstellungen für Gewährleistungs- und Produkthaftungsfälle 6.409 T€ (Vorjahr: 7.415 T€) zugeführt. Den Gewährleistungs- und Produkthaftungsrückstellungen standen Forderungen an den Versicherer in Höhe von 1.847 T€ (Vorjahr: 3.088 T€) gegenüber. Zudem bestanden im Einkaufs- und Vertriebsbereich Rückstellungen für belastende Verträge. Die Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 4.251 T€ (Vorjahr: 19.911 T€) betrafen in Höhe von 3.398 T€ (Vorjahr: 16.820 T€) das Segment Wiring Systems und in Höhe von 853 T€ (Vorjahr 3.091 T€) das Segment Wire & Cable Solutions. Der langfristige Teil der Restrukturierungsrückstellungen entfiel größtenteils auf Abfindungen in Spanien und Italien im Segment Wiring Systems, deren Auszahlung sich bis in das Jahr 2019 erstreckt. Die Inanspruchnahmen der Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 15.476 T€ betrafen in Vorjahren zurückgestellte Beträge für Abfindungszahlungen vor allem im Segment Wire & Cable Solutions in Deutschland und im Segment Wiring Systems in Deutschland, Tunesien und Frankreich. In den sonstigen Rückstellungen in Höhe von 13.829 T€ (Vorjahr: 12.290 T€) war eine weitere Zuführung im Segment Wire & Cable Solutions in Höhe von 1.228 T€ für erwartete Entsorgungsverpflichtungen für ein Grundstück in Deutschland enthalten. 25 | PensionsrückstellungenBei LEONI existieren in verschiedenen Ländern Versorgungszusagen, die Leistungen im Falle von Invalidität, Pensionierung oder Tod vorsehen. Die wesentlichen Zusagen beschränken sich auf die Gesellschaften in England, Deutschland und in der Schweiz und sind als leistungsorientierte Versorgungszusagen konzipiert. Die Verpflichtungen und das Planvermögen der Versorgungspläne in diesen drei Ländern machten 97,3 Prozent (Vorjahr: 97,4 Prozent) bzw. 99,2 Prozent (Vorjahr: 99,1 Prozent) des Konzernwerts aus. Die Vorsorgepläne in England und der Schweiz werden über rechtlich eigenständige Einrichtungen, den "LEONI UK Pension Scheme" und die "Vorsorgestiftung LEONI Schweiz", verwaltet. DeutschlandIn Deutschland bietet LEONI den meisten Mitarbeitern die Möglichkeit an, durch Gehaltsumwandlung Versorgungsbezüge zu erwerben (Deferred-Compensation-Vereinbarungen). Die Umwandlungsbeträge werden fest verzinst und führen bei Eintritt des Versorgungsfalls zu einem festgelegten Kapitalleistungsanspruch. Diese Ansprüche sind durch Kapitallebensversicherungen rückgedeckt. Diese Rückdeckungsversicherungen sind qualifizierte Versicherungspolicen und werden daher als Planvermögen berücksichtigt. Die Laufzeiten der Versicherungsverträge sind auf die Fälligkeiten der Leistungen abgestimmt. Die Verzinsung der Versorgungsbausteine richtet sich nach dem jeweils aktuell festgesetzten Höchstzinssatz gemäß § 65 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) in Verbindung mit § 2 Abs. 1 Deckungsrückstellungsverordnung. Sie ist gedeckelt bei 6 Prozent, liegt aber derzeit aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus zwischen 4,5 Prozent und 5 Prozent. Das Versorgungswerk der Leonische Drahtwerke AG, das in der Vergangenheit für alle Mitarbeiter zum Tragen kam und für Neueintritte nach dem 31. Dezember 1981 geschlossen war, wurde 2013 durch das Versorgungswerk der LEONI AG ersetzt. Ferner wurde das Vermögen der Unterstützungskasse, aus der die zum Zeitpunkt der Schließung bereits laufenden Rentenzahlungen bestritten wurden, auf die LEONI AG übertragen. Durch die Übertragung des Versorgungswerks hat sich an den Leistungen sowohl für die laufenden Renten als auch für die noch aktiven Anwärter keine Änderung ergeben. Die Höhe der Rentenzahlungen bemisst sich nach der Betriebszugehörigkeit und dem Einkommen zum Zeitpunkt des Austritts. Pensionszusagen bei akquirierten deutschen Unternehmen berechnen sich im Allgemeinen nach dem Lohn- und Gehaltsniveau der Anspruchsberechtigten und/oder ihrer Position in der Unternehmenshierarchie und Betriebszugehörigkeit bzw. nach einem Festbetrag pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Alle Versorgungswerke der akquirierten Unternehmen sind für Neueintritte geschlossen. Aus den Plänen in Deutschland resultiert im Wesentlichen ein Zinsrisiko, ein Langlebigkeitsrisiko und zum Teil ein Risiko aus Gehaltssteigerungen. Vereinigtes KönigreichIn England besteht ein leistungsorientierter Versorgungsplan, der im Jahr 2000 eingerichtet wurde und das bis dahin gültige Versorgungswerk abgelöst hat. An diesem Plan konnten bis zu seiner Schließung für Neueintritte im Jahr 2008 alle Mitarbeiter teilnehmen. Das Versorgungswerk wird von einer Treuhandgesellschaft verwaltet, deren Verwaltungsorgan sich aus Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite rekrutiert. Ferner sind externe Experten für Vermögensverwaltung und Versicherungsmathematik in beratender Funktion vertreten. Die Treuhandgesellschaft legt die durch LEONI einzuzahlenden Beiträge fest und beschließt über die Höhe der von LEONI zu entrichtenden Zusatzbeiträge im Falle einer Unterdeckung. Durch die anhaltend niedrigen Abzinsungssätze, die für die Berechnung der Pensionsverpflichtung anzuwenden sind, ergibt sich aus dem Saldo aus Anwartschaftsbarwert und Planvermögen aktuell eine Unterdeckung in Höhe von 66.626 T€ (Vorjahr 71.061 T€). Dies entspricht 31,2 Prozent (Vorjahr: 33,2 Prozent) des Anwartschaftsbarwertes. Zwischen LEONI und der Treuhandgesellschaft finden in einem dreijährigen Turnus Verhandlungen statt, in denen Höhe und Zeitraum der Einzahlungen zum Ausgleich der Unterdeckung festgelegt werden. Neben den laufenden Beiträgen wurden im Geschäftsjahr Beiträge in Höhe von 4.057 T€ (Vorjahr: 3.766 T€) zum Ausgleich der Unterdeckung geleistet. Die Höhe der zugesagten Leistungen richtet sich nach dem Einkommen bei Eintritt des Versorgungsfalls, nach Betriebszugehörigkeit und Zuzahlungen der Teilnehmer in den Fonds. Die Rentenanpassungen sind an einen Inflationsindex gekoppelt, der die steigenden Lebenshaltungskosten widerspiegelt. LEONI unterliegt aus den Plänen in England im Wesentlichen einem Zins-, Anlage-, Inflations- und Langlebigkeitsrisiko sowie einem Risiko aus Gehaltssteigerungen. SchweizIn der Schweiz besteht neben der staatlichen Rentenversicherung die gesetzliche Pflicht der Unternehmen zur beruflichen Vorsorge für alle Mitarbeiter (BVG) mit der Gewährung von Leistungen im Falle von Pensionierung, Invalidität und Tod. Es handelt sich dabei um einen leistungsorientierten Versorgungsplan, der bei LEONI durch die rechtlich selbständige "Vorsorgestiftung LEONI Schweiz" durchgeführt wird. Das Management der Stiftung obliegt dem Stiftungsrat, der sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite zusammensetzt. Die Risiken aus Langlebigkeit, Zinssatz und Anlagerisiko werden ausschließlich durch die Stiftung getragen. Die Sparbeiträge in die Stiftung werden zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer geleistet. Im Falle einer Unterdeckung können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Neben der Möglichkeit einer Verringerung der Rentenzahlungen oder einer Erhöhung der Sparbeiträge besteht für die Unternehmen eine gesetzliche Pflicht zur Leistung von Sanierungsbeiträgen. Die Höhe der Versorgungsleistungen richtet sich im Falle von Invalidität oder Tod nach der Höhe des versicherten Lohnes bzw. ist im Falle von Pensionierung abhängig vom Guthaben nomineller Sparkonten (Altersguthaben) im Zeitpunkt der Pensionierung. Sonstige LänderIn Frankreich bestehen leistungsorientierte Pensionspläne entsprechend der landesrechtlichen Bestimmungen und zusätzlicher Vereinbarungen. Die Leistungshöhe wird vom Tarifabkommen der französischen Metallindustrie vorgeschrieben. Sie orientiert sich an den Monatsgehältern in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit. Bei den italienischen Tochtergesellschaften bestehen Pensionspläne entsprechend den lokalen gesetzlichen Bestimmungen. Diese sind als leistungsorientierte Pläne nach IAS 19 zu qualifizieren und wurden dementsprechend abgebildet. Des Weiteren bestehen vereinzelt bei ausländischen Tochterunternehmen pensionsähnliche Leistungszusagen, vor allem für Übergangszahlungen nach Eintritt in den Ruhestand, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 abgebildet wurden und für den Konzern nur von untergeordneter Bedeutung waren. Die Entwicklung der Nettopensionsverpflichtung, die sich aus der Veränderung des Anwartschaftsbarwertes und der Veränderung des Marktwertes des Planvermögens ergibt, stellt sich wie folgt dar: 2017Veränderung des Anwartschaftsbarwertesscroll
Veränderung des Planvermögensscroll
2016Veränderung des Anwartschaftsbarwertesscroll
Veränderung des Planvermögensscroll
Die Pensionsverpflichtungen sind in der Bilanz als Nettoverbindlichkeit in Höhe von 170.792 T€ (Vorjahr: 183.059 T€) beziehungsweise als Nettovermögenswert in Höhe von 43 T€ (Vorjahr: 0 €) ausgewiesen. Die Transfers nach Schweizer Recht betreffen die Übertragung der Verpflichtung und des entsprechenden Anteils am Planvermögen, dem sog. Freizügigkeitsguthaben, auf den neuen Arbeitgeber oder ein gemäß den landesrechtlichen Vorgaben dafür geeignetes Finanzinstitut. Der Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres entfiel in Höhe von 387.819 T€ (Vorjahr: 391.618 T€) auf über Planvermögen finanzierte Verpflichtungen und in Höhe von 49.019 T€ (Vorjahr: 51.286 T€) auf nicht über Planvermögen finanzierte Verpflichtungen. Die Aufteilung der Verpflichtungen auf die Kategorien aktive und ausgeschiedene Mitarbeiter sowie unverfallbarer und verfallbarer Anspruch ist der folgenden Übersicht zu entnehmen: 2017scroll
2016scroll
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Neubewertung wurden im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. Die Entwicklung der versicherungsmathematischen Verluste des Konzerns, einschließlich des Anteils, der auf assoziierte Unternehmen entfällt, ist der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen: scroll
Die zur Berechnung des Anwartschaftsbarwertes gesetzten Prämissen für die Abzinsung, für die Gehaltssteigerungen sowie für den Rententrend variieren entsprechend der wirtschaftlichen Situation des Landes, in dem der Pensionsplan aufgestellt wurde. Der Abzinsungssatz wurde dabei auf Basis erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Dabei wurde Bezug genommen auf Anleihen, die am Bilanzstichtag eine den Pensionsverpflichtungen gleichlautende Laufzeit haben und in der entsprechenden Währung notiert sind. Als Datenbasis für die Ermittlung der Abzinsungssätze wurden Anleihen in der Ratingklasse AA verwendet. Folgende Übersicht zeigt die versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Anwartschaftsbarwertes: scroll
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Für die Berechnung der Nettopensionsaufwendungen wurden die in der folgenden Tabelle dargestellten Prämissen zugrunde gelegt: scroll
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Die zugrunde gelegten Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf publizierten Statistiken und Erfahrungswerten in den jeweiligen Ländern. Bei der Bewertung der Altersversorgungsleistungen in England wurde die "S2NA Sterblichkeitstafel" des Jahres 2007, aktualisiert um den "CMI 2014 core model index", zugrunde gelegt. In Deutschland kamen die Heubeck-Richttafeln 2005 G und in der Schweiz die "BVG 2015 Generationentafel" zur Anwendung. Der wesentliche Einflussfaktor auf die Höhe der Nettopensionsverpflichtung ist der Diskontierungssatz. Eine Erhöhung oder Verminderung um 1 Prozentpunkt hat folgende Auswirkung auf den Anwartschaftsbarwert: 2017scroll
2016scroll
Die Annahmen zum Gehaltstrend, Rententrend und zur Sterbewahrscheinlichkeit haben für die Pensionspläne im Konzern folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert. Dabei ist zu beachten, dass in der Schweiz ein Absinken des Rentenniveaus gesetzlich ausgeschlossen ist. scroll
Die Entwicklung der Sterblichkeit ist durch die Verwendung von sog. Generationentafeln in den drei wesentlichen Versorgungsplänen berücksichtigt. Die Berechnung des Anwartschaftsbarwertes mit einer um ein Jahr höheren Lebenserwartung ergibt für den Plan in England einen Anstieg des Anwartschaftsbarwertes um 3,69 Prozent (Vorjahr: 2,73 Prozent), in Deutschland um 2,45 Prozent (Vorjahr: 2,53 Prozent) und in der Schweiz um 2,40 Prozent (Vorjahr: 2,30 Prozent). Die Berechnung der Sensitivitäten beruhte im Rahmen einer ceteris paribus Betrachtung auf der Änderung jeweils einer Annahme, während alle übrigen Annahmen unverändert bleiben, sodass Abhängigkeiten zwischen den Annahmen ausgeschlossen sind. Die Methode zur Berechnung der Sensitivitäten ist identisch mit der Berechnungsmethode der Nettopensionsverpflichtung. Der im Gesamtergebnis erfasste Aufwand für leistungsorientierte Versorgungspläne setzte sich aus den im Konzernergebnis und den im sonstigen Ergebnis enthaltenen Beträgen zusammen: scroll
Der Nettozinsaufwand, der sich aus der Anwendung des Diskontierungssatzes auf den Saldo aus Anwartschaftsbarwert abzüglich Planvermögen (Nettopensionsverpflichtung) ergab, wurde unter den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Der im Konzernergebnis erfasste Aufwand war in folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten: scroll
Asset-Liability-Matching-StrategienBei LEONI sind die wesentlichen Versorgungszusagen satzungsgemäß mit einem Deckungskapital ausgestattet, das in seiner Art dazu geeignet ist, die fälligen Versorgungsleistungen zeitlich und in der Höhe gegenfinanzieren zu können. Bei dem deutschen Versorgungswerk wird dies ausschließlich mittels qualifizierter Lebensversicherungsverträge bewerkstelligt, die in Laufzeit und Höhe auf die erwarteten Versorgungsleistungen synchronisiert sind. Bei den Versorgungswerken in England und in der Schweiz sorgen die Organe der unabhängigen Stiftungen für die Einhaltung der Anlagestrategien. Diese Strategien zielen darauf ab, mögliche Anlagerisiken zu minimieren, kurzfristig ausreichend Liquidität zur Bedienung der fälligen Versorgungszahlungen bereitzuhalten und langfristig eine marktgerechte Rendite zu erwirtschaften. Zur Überprüfung der Erreichung der Strategieziele werden unter Einbeziehung von unabhängigen externen Spezialisten aus den Bereichen Vermögensanlage und Versicherungsmathematik regelmäßig Bewertungen des Anlageportfolios vorgenommen und darauf aufbauend von den Organen Investitionsentscheidungen getroffen. Die Aufgliederung des Planvermögens in die verschiedenen Klassen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt: scroll
Das Planvermögen aus qualifizierenden Versicherungsverträgen stammte fast ausschließlich aus den Rückdeckungsversicherungen in Deutschland. Bis auf die Klasse Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden die Vermögenswerte aller weiteren genannten Klassen durch das Fondvermögen der Versorgungspläne in England und der Schweiz bestimmt und gliederten sich wie folgt auf: 2017scroll
2016scroll
Die Eigenkapitalinstrumente in England und der Schweiz setzten sich aus Investitionen in Aktienfonds und direkten Anlagen zusammen. Dabei waren sowohl jeweils nationale Titel des Landes als auch internationale Titel vertreten. Bei den Schuldinstrumenten in England und in der Schweiz handelte es sich um nationale und internationale Unternehmens- und Staatsanleihen. Die Immobilieninvestitionen in England und der Schweiz erfolgten ausschließlich in offenen Immobilienfonds. Bei den Wertpapierfonds in England handelte es sich um sogenannte "Diversified Growth Funds" beziehungsweise "Liability Driven Investment Funds" (LDI). Das sonstige Planvermögen in England beinhaltete Investitionen in Fonds, in deren Portfolios sich internationale Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktureinrichtungen befanden. Die Aufteilung des Planvermögens auf die genannten Anlageklassen entspricht den in den Satzungen der Versorgungspläne definierten Zielanlageklassen. Insbesondere für den Plan in England wird die Anlagestrategie durch den Treuhänder laufend überwacht. Ziel ist es, bei gleichwertiger Ertragsstärke eine optimale Kongruenz hinsichtlich Langzeitstruktur und Zins- und Inflationssensitivitäten zwischen Pensionsverpflichtungen und dem Planvermögen sicherzustellen (Liability-Driven Investments). So wurde im Berichtsjahr bei der Zielallokation eine Verschiebung weg von den Eigenkapital- und Schuldinstrumenten hin zu Wertpapierfonds vorgenommen, von denen eine zielgerichtete Absicherung des Inflations- und Zinsrisikos erwartet wird. Von LEONI wurden keine Vermögenswerte des Planvermögens selbst genutzt. Die Beiträge in das Planvermögen betrugen 9.455 T€ und wurden für das folgende Geschäftsjahr mit 8.265 T€ angenommen. Eine Auflistung der Pensionszahlungen (ohne kompensatorische Effekte aus Auszahlungen aus dem Planvermögen) stellte sich wie folgt dar: Geleistete Pensionszahlungenscroll
Erwartete Pensionszahlungenscroll
Der leichte Anstieg der Pensionszahlungen im Jahr 2017 steht im Zusammenhang mit ungeplanten Auszahlungen aus dem Planvermögen in England. Dort haben die Begünstigten seit 2015 die Möglichkeit, ihre Pensionsansprüche in einen anderen, vorwiegend beitragsorientierten, Pensionsplan außerhalb des LEONI Pensionsplans zu übertragen. Höhe und Umfang dieser Übertragungen kann aufgrund fehlender Erfahrungen für zukünftige Perioden nicht sinnvoll geschätzt werden. Die durchschnittliche gewichtete Fälligkeit der Leistungsverpflichtungen ("Macaulay-Duration") betrug in England 20 Jahre und in Deutschland und der Schweiz 14 Jahre. Einige ausländische Gesellschaften gewähren beitragsorientierte Zusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung ("defined-contribution"-Pläne). In Deutschland und im Ausland wurden unter den beitragsorientierten Zusagen auch sog. "State-Plans" erfasst. Der Gesamtaufwand aus solchen Beitragsleistungen betrug im Geschäftsjahr 88.403 T€ (Vorjahr: 73.521 T€). 26 | EigenkapitalGewinnverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und dem Aktiengesetz (AktG) ermittelten Bilanzgewinn der LEONI AG von 46.278 T€ für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 45.737 T€ auszuschütten und den verbleibenden Rest von 541 T€ auf neue Rechnung vorzutragen. Dies entspricht einer Dividende je dividendenberechtigter Stückaktie in Höhe von 1,40 Euro. Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital in Höhe von 32.669 T€ (Vorjahr: 32.669 T€) entsprach dem Grundkapital der LEONI AG und ist in 32.669.000 (Vorjahr: 32.669.000) nennwertlose Stückaktien aufgeteilt. KapitalrücklageDie Kapitalrücklage betrug wie im Vorjahr 290.887 T€. Gesetzliche RücklageDie Gewinnrücklagen enthielten wie im Vorjahr die gesetzliche Rücklage der LEONI AG in Höhe von 1.092 T€, die für die Ausschüttung nicht zur Verfügung steht. Genehmigtes KapitalDer Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Mai 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt bis zu 16.334,5 T€ durch die einmalige oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 16.334.500 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von je 1,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand wurde jedoch von der Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten, in der Satzung aufgeführten Fällen, auszuschließen. Bedingtes KapitalDes Weiteren wurde der Vorstand von der Hauptversammlung am 7. Mai 2015 ermächtigt, bis zum 6. Mai 2020 Wandel- und / oder Optionsschuldverschreibungen auszugeben. Hierbei wurde das Grundkapital um bis zu 6.534 T€ bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ihr Recht unter solchen Instrumenten wahrnimmt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages Aktien der Gesellschaft zu gewähren und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Gezahlte DividendeIm Geschäftsjahr 2017 wurde für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende von 16.335 T€ ausgeschüttet. Dies entsprach einer Dividende je dividendenberechtigter Stückaktie in Höhe von 0,50 Euro. 27 | Erfolgsunsicherheiten und sonstige VerpflichtungenVerpflichtungen aus LeasingverträgenIm Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die nicht als "finance lease" nach IFRS zu qualifizieren waren (sog. "operating lease"), least der Konzern Sachanlagen. Die Leasingaufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 38.422 T€ (Vorjahr: 32.002 T€). Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus während der Grundmietzeit unkündbaren Verträgen betragen: scroll
BestellobligoAm Bilanzstichtag bestanden Bestellobligos für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 51.356 T€ (Vorjahr: 29.595 T€). Rechtsstreitigkeiten und SchadensersatzansprücheEinzelne LEONI-Gesellschaften sind in Rechtsstreitigkeiten involviert oder könnten in weitere Rechtsstreitigkeiten involviert werden. Diese können Schadenersatzforderungen oder andere Ansprüche nach sich ziehen. Für derartige Forderungen und Ansprüche werden angemessene Beträge und ggfs. Forderungen gegenüber Versicherungsträgern bilanziell berücksichtigt. Wie berichtet, wurden seit Oktober 2011 in den USA und Kanada mehrere Zivilverfahren in Form von Sammelklagen gegen LEONI und weitere Bordnetzhersteller wegen angeblicher Verstöße gegen das Kartellrecht eingeleitet. LEONI konnte in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 sämtliche dieser Verfahren ohne Anerkennung einer Schuld durch Vergleichsvereinbarungen abschließen. Derzeit sind in den USA nur noch wenige Verfahren individueller Kläger anhängig, die aus heutiger Sicht weit geringere Auswirkungen haben dürften, als die bisher beendeten Verfahren. LEONI geht davon aus, auch diese verbleibenden Verfahren möglichst zeitnah beenden zu können. Im November 2015 eröffnete die brasilianische Wettbewerbsbehörde ein Verfahren gegen eine LEONI-Gesellschaft sowie weitere Bordnetzhersteller, vermutlich im Zusammenhang mit dem bereits 2013 vor der Europäischen Kommission beendeten Kartellverfahren. Die Behörde untersucht angebliche Verstöße gegen das brasilianische Kartellrecht. LEONI kooperiert mit der zuständigen Behörde, wobei die Zahlung eines Bußgeldes nicht ausgeschlossen ist. Im Jahresabschluss 2017 wurden entsprechende Rückstellungen gebildet. Im Juli 2017 wurde der LEONI AG die Klage eines Aktionärs beim Landgericht Nürnberg-Fürth zugestellt, mit dem Antrag, den Beschluss der Hauptversammlung betreffend die Wahl von Herrn Dr.-Ing. Klaus Probst zum Mitglied des Aufsichtsrates für nichtig zu erklären. Die Gesellschaft hat die Klage gemeinsam mit ihren Rechtsberatern umfassend analysiert. Auf Basis der vorliegenden Informationen geht LEONI derzeit davon aus, dass die Anfechtungsklage unbegründet ist. Ein Urteil ist noch nicht ergangen. Im Oktober 2017 beantragte ein weiterer Aktionär beim Landgericht Nürnberg-Fürth eine gerichtliche Entscheidung über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der LEONI AG ("Statusverfahren"). Derartige Statusverfahren betreibt er flächendeckend. Der Antragsteller vertritt die Auffassung, dass der mitbestimmte Aufsichtsrat der LEONI AG nicht mit je sechs Aufsichtsratsmitgliedern der Aktionäre und der Arbeitnehmer, sondern mit je zehn Aufsichtsratsmitgliedern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu besetzen sei. Er stützt diese Auffassung darauf, dass - entgegen der ständigen Rechtsprechung und bestehenden Praxis - bei den Schwellenwerten der Arbeitnehmerzahlen, von denen die Größe des mitbestimmten Aufsichtsrats abhängt, Mitarbeiter der ausländischen Konzerngesellschaften der LEONI-Gruppe weltweit mitgezählt werden müssten. Eine Entscheidung des Landgerichts Nürnberg-Fürth ist noch nicht ergangen. In Bezug auf die behauptete Rechtsverletzung im Zusammenhang mit der Übernahme von Mitarbeitern in Frankreich wird LEONI sich weiterhin verteidigen und geht wie bisher davon aus, die Behauptungen widerlegen und das Verfahren erfolgreich abschließen zu können. Darüber hinaus sind Klagen oder Gerichtsverfahren, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage von LEONI haben, weder anhängig gewesen noch derzeit anhängig. 28 | Risikomanagement und FinanzderivateKreditrisikoAlle Kunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Die regelmäßige Analyse des Forderungsbestandes und der Forderungsstruktur ermöglicht eine laufende Überwachung des Risikos. Das Debitorenmanagement ist dezentral organisiert und wird durch die Vorgabe von Rahmenbedingungen in einer Richtlinie zum konzernweiten Debitorenmanagement zentral gesteuert. Zum Abschlussstichtag gab es keine Hinweise darauf, dass die weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht ausgeglichen werden. Folgende Tabelle zeigt die regionale Aufteilung der Kundenforderungen: scroll
Die nachstehende Tabelle zeigt die Größenklassen der Kundenforderungen zum Bilanzstichtag: scroll
Informationen über die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Textziffer 11 dargestellt. 21 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent) des Gesamtforderungsbestandes waren durch Versicherungslimite über einen Konzernrahmenvertrag mit einem Kreditversicherer bzw. über andere lokale Kreditversicherer abgesichert. Bei der Ermittlung des versicherten Bestandes wurde auf die Berücksichtigung von Selbstbehalten verzichtet. Somit lag die tatsächliche Absicherung geringfügig unter diesem Prozentsatz. Der nicht versicherte Bestand beinhaltete mit 49 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent) Kunden, die von der vertraglichen Versicherungspflicht ausgenommen sind. Bei den aus der vertraglichen Versicherungspflicht ausgenommenen Kunden handelte es sich im Wesentlichen um Großkunden aus dem Automobil- und Elektronik-/Elektrotechnikbereich. Für 30 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent) des Forderungsbestandes bestanden keine Deckungen durch einen Kreditversicherer. Folgende Tabelle zeigt die Struktur von versicherten und nicht versicherten Kundenforderungen: scroll
Kreditversicherungslimite sind von den versicherten Tochtergesellschaften beim Kreditversicherer für alle Kundenforderungen zu beantragen, die nicht aus der Versicherungspflicht ausgenommen sind und die in der bestehenden Richtlinie vorgegebenen Betragsgrenzen übersteigen. Im Einzelnen gelten die folgenden Bedingungen: Es besteht eine Anbietungspflicht von LEONI an den Kreditversicherer für alle Kundenforderungen größer 50 T€. Auch für niedrigere Forderungen kann ein Versicherungslimit eingeholt werden. Konsignationslager und Fabrikationsrisiken sind pauschal mitversichert. Die Kreditversicherung entschädigt 90 Prozent des versicherten Umfangs. Die Bewertung und Überwachung der Werthaltigkeit des nicht versicherten Forderungsbestandes wird unter anderem durch Bonitätsprüfungen des Kreditversicherers und anderer Dienstleister unterstützt. Tochtergesellschaften werden in den Rahmenvertrag integriert, sofern dies aus Sicht der vorherrschenden Kundenstruktur sinnvoll ist und keine regionalen oder politischen Gründe seitens des Kreditversicherers gegen die Aufnahme sprechen. Die nicht integrierbaren Tochtergesellschaften sollen über lokale Kreditversicherer abgesichert werden. Interne Kreditlimite werden für Großkunden, die aus der Versicherungspflicht ausgenommen sind, und andere nichtversicherte Kunden vergeben. Die Beantragung der Limitvergabe erfolgt zeitnah, dezentral und wird im Rahmen des zentralen Debitorenmanagements überwacht. Als weiteres Instrument zur Reduzierung des Ausfallrisikos dient das Factoring, welches als "True Sale Factoring" für ausgewählte Kunden erfolgt. Auch Kunden mit guter Bonitätsbewertung werden einbezogen. LiquiditätsrisikoDer Konzern überwacht täglich die aktuelle Liquiditätssituation. Zur Steuerung des künftigen Liquiditätsbedarfs wird eine monatliche währungsdifferenzierte rollierende Liquiditätsplanung für jeweils mindestens zwölf Monate eingesetzt. Die Planung berücksichtigt die Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte (z. B. Forderungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte) sowie die erwarteten Cashflows aus der Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus analysieren wir auf Basis der jährlich von uns zu überarbeitenden Mittelfristplanung unsere bestehenden Finanzierungen. Soweit sich hieraus ein veränderter Finanzierungsbedarf ergibt, leiten wir frühzeitig geeignete Maßnahmen in die Wege. Ziel des Konzerns ist die Sicherstellung der Finanzmittel in der jeweils benötigten Währung. Die Flexibilität bleibt gewahrt durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten, Darlehen, Leasingverhältnissen, Factoring, Reverse Factoring und Kapitalmarktinstrumenten. LEONI steht am Kapitalmarkt, bei Banken und Lieferanten eine breite Palette an Finanzierungsinstrumenten zur Verfügung, ohne das Erfordernis eines externen Ratings, Financial Covenants oder sonstiger Besicherungen. Zur Sicherung der Liquidität bestanden am Bilanzstichtag Kreditlinien bei Banken erstklassiger Bonität in Höhe von 536.938 T€ (Vorjahr: 575.942 T€) mit Laufzeiten bis zu 22 Monaten. Diese Kreditlinien wurden in Höhe von 86.776 T€ (Vorjahr: 37.148 T€) durch Kontokorrentkonten und Termingelder in Anspruch genommen. Zusammen mit dem kurzfristigen Anteil an den langfristigen Krediten betrugen die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 225.409 T€ (Vorjahr: 84.499 T€). Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich: 2017scroll
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Einbezogen wurden alle Instrumente, die sich zum jeweiligen Bilanzstichtag im Bestand befanden und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem jeweiligen Bilanzstichtag fixierten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. Zum Zwecke der Transparenz wurden bei den Devisenderivaten sowohl die Mittelabflüsse als auch die Mittelzuflüsse in vorstehender Tabelle dargestellt. Zur Absicherung von Beträgen in Währungen, die nicht frei handelbar sind, wurden Non-Deliverable Forwards (NDF) abgeschlossen. Bei dieser Art von Fremdwährungsgeschäften erfolgt die Erfüllung bei Fälligkeit nicht durch die Abwicklung von Zahlungsströmen in den entsprechenden Währungen, sondern in Form einer Ausgleichszahlung. ZinsrisikenZur Vermeidung von Zinsänderungsrisiken setzen wir unter anderem Zinsderivate ein. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt ausschließlich durch die LEONI AG. Für das im November 2013 aufgenommene Schuldscheindarlehen in Höhe von 25.000 T€ wurde in gleicher Höhe und mit gleicher Laufzeit zur Absicherung des Wertänderungsrisikos ein Zinsswap abgeschlossen. Aus dem Zinsswap erhält die LEONI AG eine feste Verzinsung des Nominalbetrags und zahlt einen variablen Zinssatz einschließlich Marge. Der Zinsswap sichert den beizulegenden Zeitwert des Schuldscheindarlehens ab. Die Restlaufzeit beträgt zwei Jahre und zehn Monate und als Referenzzinssatz wurde der EURIBOR für ein Jahr vereinbart. Die Minderung des beizulegenden Zeitwerts des Zinsswaps ohne Stückzinsen (clean fair value) in Höhe von 384 T€ (Vorjahr: 283 T€) wurde als Aufwand im Finanzergebnis mit dem korrespondierenden positiven Betrag aus der Bewertung des Schuldscheindarlehens saldiert. Es ergab sich keine Unwirksamkeit. Die Marktwertänderungen der Zinsderivate beliefen sich im Geschäftsjahr auf insgesamt 384 T€ (Vorjahr: 283 T€). Diese wurden wie im Vorjahr vollständig in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das Kontrahentenrisiko stufen wir als sehr gering ein, da alle Derivate mit nationalen bzw. international tätigen Geschäftsbanken erstklassiger Bonität abgeschlossen wurden. Das Kontrahentenrisiko unterliegt einem regelmäßigen Monitoring. Sensitivität ZinsenDas Ergebnis im Konzern ist von der Entwicklung des Marktzinsniveaus abhängig. Eine Änderung des Zinsniveaus würde sich auf das Ergebnis und das Eigenkapital des Konzerns auswirken. Die von uns durchgeführte Analyse umfasst alle verzinslichen Finanzinstrumente, die einem Zinsänderungsrisiko unterliegen. Zinsänderungsrisiken, die sich auf das sonstige Ergebnis auswirken, waren nicht zu berücksichtigen. Bei der Berechnung der Sensitivität der Zinsen gehen wir von einer Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve aus. Die Verschiebung nach oben beträgt 50 Basispunkte, die Verschiebung nach unten aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus nur 25 Basispunkte. Dabei wird als Untergrenze ein Zinssatz von Null angewendet. Bezüglich der für uns in diesem Zusammenhang wesentlichen Währungen führt die Verschiebung zu folgenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung: 2017scroll
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WährungsrisikenObwohl wir hauptsächlich Geschäfte in Euro oder in den lokalen Märkten in Landeswährung abwickeln, sind wir aufgrund der Globalisierung der Märkte auch Währungsrisiken ausgesetzt. In der Konzernholding, der LEONI AG, kümmert sich die Abteilung Corporate Finance zentral in Zusammenarbeit mit und anhand von Vorgaben der Währungskommission im Hinblick auf Limite und Laufzeiten um die daraus resultierenden Risiken im Währungsbereich. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt in Abstimmung mit den bestehenden Grundgeschäften sowie den geplanten Transaktionen. Die Auswahl des einzusetzenden Sicherungsinstruments erfolgt regelmäßig nach eingehender Analyse des abzusichernden Grundgeschäfts. Im Wesentlichen bestehen Sicherungsgeschäfte in den Währungen britische Pfund, chinesische Yuan, mexikanische Pesos, polnische Zloty, rumänische Lei und US-Dollar. Ziel ist, die Einflüsse der Wechselkursschwankungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen. Zur Sicherung unserer operativen Geschäftstätigkeit nutzen wir neben den eigentlichen Sicherungsgeschäften primär die Möglichkeiten des Nettings der Fremdwährungspositionen innerhalb des Konzerns. Als weitere Maßnahme der Währungssicherung finanzieren wir grundsätzlich ausländische Tochtergesellschaften in der jeweiligen funktionalen Währung mit entsprechenden Refinanzierungen in der korrespondierenden Währung. Zum Bilanzstichtag bestanden Devisensicherungsgeschäfte mit einem Volumen von 743.974 T€ (Vorjahr: 715.630 T€) und einer Restlaufzeit von bis zu 22 Monaten. Die Summe der Marktwerte der zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte betrug per Saldo - 3.873 T€ (Vorjahr: - 25.165 T€). In Höhe von 396.241 T€ (Vorjahr: 379.946 T€) erfüllten die Devisentermingeschäfte die Voraussetzungen des Hedge-Accountings (Cashflow-Hedge). Diejenigen, welche die Voraussetzungen des Hedge-Accountings erfüllten, wurden in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 abgeschlossen. Die Summe der Marktwerte von - 3.357 T€ (Vorjahr: - 17.795 T€) wurde im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Cashflows aus den Grundgeschäften werden in den Geschäftsjahren 2018 bis 2019 erwartet. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Marktwertänderungen werden zum Zeitpunkt des Eintritts des Grundgeschäfts erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung ausgebucht. Die während des Berichtsjahres im Rahmen des Hedge-Accountings im sonstigen Ergebnis gebuchten Beträge beliefen sich auf 4.315 T€ (Vorjahr: - 23.802 T €). Ein Betrag in Höhe von - 10.525 T€ (Vorjahr: - 15.355 T€) wurde ertragswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung in den in der nachstehenden Tabelle ersichtlichen Positionen ausgebucht. scroll
Die Devisensicherungsgeschäfte wurden, wie auch die Zinssicherungsgeschäfte, mit Geschäftsbanken erstklassiger Bonität abgeschlossen, sodass ebenfalls kein signifikantes Kontrahentenrisiko vorliegt. Auch hier erfolgt ein regelmäßiges Monitoring. Es bestanden am Bilanzstichtag keine Risiken aus Finanzinstrumenten, die zu einer nennenswerten Risikokonzentration führten. Sensitivität WährungenEine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung der Wechselkurse würde das Konzernergebnis aufgrund der beizulegenden Zeitwerte der monetären Vermögenswerte und Schulden beeinflussen. Zusätzlich würden Effekte entstehen, die sich auf das Eigenkapital aufgrund der Marktwertänderung im Rahmen des Cashflow-Hedge Accountings auswirken. Da wir das Zinsänderungsrisiko aus den Währungsderivaten als unwesentlich einschätzen, fließt es nicht in die Berechnung mit ein. Die nachstehende Tabelle basiert auf den zum Bilanzstichtag festgestellten Wechselkursen. Sie veranschaulicht die Auswirkungen, die sich aus Sicht der betroffenen Konzerngesellschaften bei einer Auf- bzw. Abwertung der zu berücksichtigenden Fremdwährungen um + 10 Prozent bzw. - 10 Prozent gegenüber der jeweiligen funktionalen Währung ergeben. Das Gesamtergebnis je Währung beinhaltet damit auch Effekte, die sich bei einer Auf- bzw. Abwertung des Euro für die Konzerngesellschaften errechnen, bei denen die funktionale Währung der in der Tabelle genannten entspricht. 2017scroll
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Risiken aus RohstoffpreisenDie Geschäfte im Segment Wire & Cable Solutions sind Risiken aus der Änderung von Rohstoffpreisen, insbesondere Kupfer-, aber auch Gold- und Silberpreisen, ausgesetzt. Aus diesem Grunde erfolgt für Gold, Silber und insbesondere Kupfer eine Absicherung der Einkaufspreise für bekannte zukünftige Liefermengen durch Warentermingeschäfte. Diese Warentermingeschäfte werden im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bzw. Einkaufstätigkeit der benötigten Rohstoffe abgeschlossen und werden daher gemäß IAS 39 nicht als Finanzderivat bilanziert. Warentermingeschäfte, die durch einen Ausgleich in bar erfüllt werden, sind als Derivat bilanziert. Die Marktwertänderung der Derivate wird erfolgswirksam in den Umsatzkosten erfasst. Die Risiken aus diesen Derivaten sind für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. KapitalsteuerungVorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung von LEONI ist sicherzustellen, dass zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und zur Steigerung des Shareholder-Value ein hohes Bonitätsranking, eine gute Eigenkapitalquote bzw. ein angemessener Verschuldungsgrad aufrechterhalten werden. Der Konzern steuert die Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann der Konzern Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen oder neue Anteile ausgeben. Um eine möglichst breite Palette an Finanzierungsoptionen zu haben, strebt LEONI an, sich im Rahmen der jährlichen Hauptversammlung sämtliche Vorratsbeschlüsse genehmigen zu lassen. LEONI überwacht das Kapital mithilfe eines Verschuldungsgrads ("Gearing"), der dem Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Eigenkapital entspricht. LEONI erwartet nachhaltig eine Eigenkapitalquote von mindestens 35 Prozent. Aufgrund nichtbeeinflussbarer Schwankungen von Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses, die beispielsweise durch die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsverpflichtungen oder Differenzen aus der Währungsumrechnung verursacht werden, kann die Eigenkapitalquote kurzfristig auch unter diesen Wert fallen. Im Hinblick auf den Verschuldungsgrad ist das nachhaltige Ziel eine Quote von unter 50 Prozent. In Akquisitionsphasen darf diese Quote kurzfristig überschritten werden. Dabei wird prinzipiell angestrebt, dass die Auszahlungen für Investitionen für ein über dem Marktdurchschnitt liegendes organisches Wachstum aus dem operativen Cashflow generiert werden können und eine Reduzierung der Finanzschulden möglich ist. scroll
Am Ende des Geschäftsjahres 2017 betrug der Verschuldungsgrad 40 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent), was bei annähernd gleichbleibenden Nettofinanzschulden auf das um 12 Prozent gestiegene Eigenkapital zurückzuführen ist. Überblick FinanzinstrumenteFolgende Tabellen zeigen die Finanzinstrumente, die zum 31. Dezember 2017 und im Vorjahr im Konzern bestanden: scroll
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Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen entsprechen die beizulegenden Zeitwerte weitgehend den Buchwerten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten keine Bestände, die in bilateralen Vereinbarungen als Sicherheitsleistungen gestellt wurden. Die beizulegenden Zeitwerte von sonstigen langfristigen Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen reflektieren. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten, die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, der Schuldscheindarlehen und der sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweiligen gültigen Zinsstrukturkurven und unter Berücksichtigung der konzernspezifischen Margen ermittelt. Aus diesem Grund sind die beizulegenden Zeitwerte der Hierarchiestufe 3 zuzuordnen. Eine Entwicklung der Finanzschulden ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt: scroll
Derivative FinanzinstrumenteDie Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente und die Nominalvolumina stellten sich im Detail am Bilanzstichtag wie folgt dar: scroll
Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften wurden auf Basis von aktuellen, am Markt beobachtbaren Referenzkursen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. -abschläge bestimmt. Dem Nichterfüllungsrisiko der Geschäftspartner als auch dem Nichterfüllungsrisiko des Konzerns trägt LEONI durch die Ermittlung von Berichtigungswerten, sogenannten Credit Value Adjustments (CVA) oder Debt Value Adjustments (DVA), auf Basis eines Auf-/Abschlagsverfahrens Rechnung. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsinstrumente (Zinsswaps und Zinscollars) wurden auf Basis abgezinster, zukünftiger Cashflows ermittelt. Dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze und Volatilitäten verwendet. Nettoergebnisse der FinanzinstrumenteNach Bewertungskategorien stellen sich die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente wie folgt dar: scroll
Saldierung von FinanzinstrumentenLEONI hielt derivative Vermögenswerte und derivative Verbindlichkeiten gegenüber verschiedenen Kreditinstituten, die die Saldierungskriterien des IAS 32.42 nicht erfüllen. Entsprechend wurden diese derivativen Finanzinstrumente separat in der Bilanz ausgewiesen. Die abgeschlossenen Rahmenverträge beinhalten jedoch Aufrechnungsvereinbarungen im Insolvenzfall. Folgende Übersicht zeigt die entsprechenden Werte: 31.12.2017scroll
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29 | Bemessung des beizulegenden ZeitwertsDie Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögensgegenstände und Schulden nach Hierarchiestufen stellt sich wie folgt dar: 31.12.2017scroll
Weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr fanden Bewegungen zwischen den einzelnen Stufen statt. 31.12.2016scroll
30 | Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie (Basis-Ergebnis je Aktie) berechnet sich wie folgt: scroll
Die im Umlauf befindlichen Aktien betrugen am 31. Dezember 2017 wie im Vorjahr 32.669.000 Stück und entsprechen den ausgegebenen Aktien. Im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr gab es keine Verwässerungseffekte. 31 | Honorar des AbschlussprüfersIm Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen für Leistungen des zur Prüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2017 bestellten Abschlussprüfers erfasst: scroll
32 | Personalaufwand und Mitarbeiterscroll
Im letzteren Posten sind folgende Aufwendungen für Altersversorgung enthalten: scroll
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt: scroll
Am Bilanzstichtag waren im Konzern 86.340 Mitarbeiter (Vorjahr: 79.037) beschäftigt, davon 81.753 Mitarbeiter im Ausland (Vorjahr: 74.667). Weitere Informationen33 | Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenDie Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats. Die Vergütung des Vorstands stellt sich wie folgt dar: scroll
Die kurzfristig fälligen Leistungen enthielten neben der Fixvergütung einen variablen Anteil in Höhe von 2.025 T€ (Vorjahr: 77 T€). Die anderen langfristig fälligen Leistungen umfassen die mittelfristige und langfristige Vergütungskomponente. Die langfristige Vergütungskomponente berechnet sich aus der Wertentwicklung des Unternehmens (EVA) und der Börsenkapitalisierung und schlägt sich in einer sogenannten Bonusbank nieder. Aus dieser Bonusbank kommt jährlich bis zu einer Obergrenze (Cap) ein Betrag zur Auszahlung, von dem 50 Prozent durch die Mitglieder des Vorstands in LEONI-Aktien angelegt werden müssen und die über einen Zeitraum von 50 Monaten zu halten sind. Negative Unternehmensentwicklungen mindern die Bonusbank (Malusregelung), wobei die Bonusbank bis auf Null sinken kann. Der Aufwand für die langfristige Vergütungskomponente betrug im Geschäftsjahr 2017 1.877 T€ (Vorjahr: 66 T€), aus der Auflösung von Rückstellungen entstand ein Ertrag von 0 T€ (Vorjahr: 646 T€). Desweiteren ist eine Ausgleichszahlung für die vorzeitige Vertragsbeendigung von Dieter Belle in Höhe von 1.138 T€ (Vorjahr: 679 T€ für Dr. Frank Hiller) enthalten. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB betrugen 5.526 T€ (Vorjahr: 2.412 T€). Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats umfasste im Berichtsjahr 1.563 T€ (Vorjahr: 1.475 T€). Die Grundzüge des Vergütungssystems und die Bezüge der einzelnen Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im Lagebericht dargestellt. Arbeitnehmervergütungen von Mitgliedern des AufsichtsratsAufgrund ihrer Anstellungsverhältnisse bei LEONI bezogen die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats der LEONI AG eine Vergütung. Die Aufwendungen für LEONI daraus betrugen 490 T€ (Vorjahr: 408 T€). Am 31. Dezember 2017 bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 52 T€ (Vorjahr: 38 T€) aus Dienstverträgen gegenüber den Arbeitnehmervertretern des Aufsichtsrats. Vergütung ehemaliger VorstandsmitgliederDie Bezüge früherer Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebener betrugen im Geschäftsjahr 738 T€ (Vorjahr: 633 T€). Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene bestehen Pensionsverpflichtungen (DBO) in Höhe von 14.401 T€ (Vorjahr: 15.202 T€). Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte UnternehmenDer Konzern hatte im Geschäftsjahr Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen. Die Transaktionen mit diesen nahestehenden Unternehmen resultieren aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch und wurden zu marktüblichen Konditionen vorgenommen. Der Umfang der Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen ist in nachfolgender Tabelle dargestellt: scroll
Darin enthalten sind im Wesentlichen Geschäftsbeziehungen zum chinesischen Joint-Venture in Langfang. Sonstige Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAm 22. Dezember 2015 wurde Herr Prof. Dr. Christian Rödl zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Er ist geschäftsführender Gesellschafter bei allen Gesellschaften der Rödl & Partner Gruppe, die für den Konzern Dienstleistungen erbrachte. Die Geschäftsbeziehung zwischen dem Konzern und der Rödl & Partner Gruppe wurde Mitte des Geschäftsjahres 2016 beendet. Im Vorjahr wurden Dienstleistungen in Höhe von 15 T€ erbracht und am 31. Dezember 2016 bestanden Verbindlichkeiten gegenüber diesen Gesellschaften in Höhe von 1 T€. Alle bezogenen Beratungs- und Dienstleistungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgerechnet. Vom 12. Mai 2011 bis 11. Mai 2017 war Frau Ingrid Hofmann Mitglied des Aufsichtsrats. Frau Hofmann ist geschäftsführende Gesellschafterin der I.K. Hofmann GmbH, ein Zeitarbeitsunternehmen mit Tochtergesellschaften in Österreich, Tschechien, Schweiz und den USA, von dem LEONI Dienstleistungen bezogen hat. Diese wurden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet. Im Geschäftsjahr 2017 wurden bis zum Zeitpunkt des Ausscheidens Leistungen in Höhe von 431 T€ (Vorjahr: 658 T€) bezogen und es bestand eine Verbindlichkeit zum 31. Dezember 2017 von 0 T€ (Vorjahr: 16 T€) gegenüber dem Zeitarbeitsunternehmen. Herr Dr. Werner Lang ist seit 16. Mai 2012 Mitglied des Aufsichtsrats. Er ist Geschäftsführer der Lang Verwaltungsgesellschaft mbH und damit der MEKRA Lang GmbH & Co. KG, der Ing. H. Lang GmbH & Co. KG, der Lang Technics GmbH & Co. KG sowie der Grundstücksgesellschaft Lang GbR. LEONI veräußerte im Geschäftsjahr 2017 Produkte an die MEKRA Lang GmbH & Co. KG. in Höhe von 1.673 T€ (Vorjahr: 1.608 T€). Am Bilanzstichtag bestanden Forderungen in Höhe von 92 T€ (Vorjahr: 114 T€) gegenüber dieser Gesellschaft. Die Lieferungen wurden zu marktüblichen Bedingungen getätigt. Darüber hinaus gab es keine berichtspflichtigen Transaktionen mit nahestehenden Personen. 34 | Abgabe der Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktGIm Dezember 2017 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären durch Veröffentlichung auf der Internetseite der Gesellschaft (www.leoni.com) dauerhaft zugänglich gemacht. Die Entsprechenserklärung ist zudem im Corporate Governance Bericht enthalten, der im Geschäftsbericht 2017 abgedruckt ist. 35 | Ereignisse nach dem BilanzstichtagBesondere Ereignisse, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten.
Nürnberg, 23. Februar 2018 LEONI AG Der Vorstand Bruno Fankhauser Karl Gadesmann Martin Stüttem Konsolidierungskreisscroll
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Gesellschaften, die von der Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die LEONI AG Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der LEONI AG, Nürnberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017, der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der LEONI AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die in Abschnitt 1.7 des Konzernlageberichts enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung und die in Abschnitt 5.4 des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Erklärung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte: 1) Wertminderungstest der Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte und SachanlagenGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt:Neben den für Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer vorgeschriebenen jährlichen Wertminderungstests sind für sonstige immaterielle Vermögenswerte sowie für Sachanlagen anlassbezogene Wertminderungstests bei Vorliegen sogenannter "Triggering Events" erforderlich. Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen ist wesentlich (40 % der Bilanzsumme) und der Wertminderungstest beinhaltet erhebliches Ermessen, wie die Einschätzung der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie den verwendeten Diskontierungssatz und ist daher mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund war der Wertminderungstest der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte. Prüferisches Vorgehen:Die Planungen der Tochtergesellschaften werden nach Unternehmensbereichen konsolidiert und in einem mehrstufigen Prozess von dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Gesellschaft geprüft und genehmigt. Wir haben uns mit den Prozessen und Kontrollen in Zusammenhang mit der Durchsicht und Genehmigung der Planung als wesentliche Grundlage der Wertminderungstests befasst. Zum methodischen und mathematischen Nachvollziehen des Bewertungsmodells und zur Ableitung des Diskontierungssatzes ("WACC") und der Hauptannahmen zur Ermittlung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse ("Cashflows") haben wir unsere Bewertungsspezialisten eingebunden. Zur Ableitung des WACC haben wir insbesondere die Zusammensetzung der Referenzgruppe ("Peer Group") daraufhin analysiert, ob sie durch Finanzmarktdaten und qualitative Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinterlegt ist, die Finanzmarktdaten auf Einklang mit externen Quellen beurteilt und die rechnerische Richtigkeit überprüft. Die bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows haben wir mit der von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten und vom Aufsichtsrat gebilligten aktuellen Fünfjahresplanung und mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen abgeglichen. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Ermittlung möglicher Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten sowie immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen ergeben. Verweis auf zugehörige Angaben:Zu den Angaben der Gesellschaft zu durchgeführten Wertminderungstests verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Ziffer 1 ("Konsolidierungsgrundsätze und Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitte "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts", "Geschäfts- oder Firmenwerte" sowie "Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen"), Ziffer 17 ("Überprüfung der Werthaltigkeit von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten") und Ziffer 18 ("Geschäfts- und Firmenwerte"). 2) Ertragsteuern - Bilanzierung und Bewertung aktiver latenter SteuernGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt:Aktive latente Steuern sind wesentlich für den Konzernabschluss der LEONI AG. Die Beurteilung der Ansatzfähigkeit und der Bewertung aktiver latenter Steuern erfordert, dass LEONI Ermessen bei der Beurteilung von Steuersachverhalten ausübt und Schätzungen bezüglich der künftigen steuerlichen Ergebnisse vornimmt, gegen das die ungenutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können. Vor diesem Hintergrund war die Beurteilung der Ansatzfähigkeit und der Bewertung aktiver latenter Steuern im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte. Prüferisches Vorgehen:Wir haben uns insbesondere für den steuerlichen Organkreis der LEONI AG mit den zugrundeliegenden Prozessen und eingerichteten Kontrollen zur vollständigen Erfassung und Bewertung latenter Steuern befasst. Im Rahmen unserer aussagebezogenen Prüfungshandlungen in Bezug auf Ansatz und Bewertung von aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen sowie aus Verlustvorträgen haben wir für Stichproben die Verlustvorträge zu Beginn des Geschäftsjahrs mit Steuerbescheiden abgeglichen, die Ermittlung des Verlustes des laufenden Geschäftsjahrs auf Einklang mit den steuerrechtlichen Vorschriften beurteilt und die Steuerplanungen mit der von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten Unternehmensplanung unter Berücksichtigung der Fortentwicklung der Unterschiede zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz und nichtabzugsfähiger Betriebsausgaben und den jeweiligen landesspezifischen steuerlichen Vorschriften für die Nutzung von Verlustvorträgen abgeglichen. Da hierbei steuerliche Spezialkenntnisse erforderlich sind, haben wir interne Spezialisten in das Prüfungsteam eingebunden. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen Ansatz und Bewertung latenter Steuern durch die gesetzlichen Vertreter ergeben. Verweis auf zugehörige Angaben:Zu den Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung und Bewertung aktiver latenter Steuern verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Ziffer 1 ("Konsolidierungsgrundsätze und Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitte "Ertragsteuern" sowie "Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen") und Ziffer 9 (Ertragsteuern). 3) Kaufpreisallokation zum Unternehmenszusammenschluss Wuhan Hengtong Automotive, ChinaGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt:Im Geschäftsjahr 2016 wurden 51% der Anteile an der Wuhan Hengtong Automotive erworben und die Kaufpreisallokation auf vorläufiger Basis vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Kaufpreisallokation abgeschlossen und die Vorjahresvergleichszahlen wurden an die Ergebnisse der finalen Kaufpreisallokation angepasst. Die Kaufpreisallokation beinhaltet erhebliches Ermessen. Die Vollständigkeit und Bewertung insbesondere der erworbenen immateriellen Vermögenswerte ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter abhängig und daher mit erheblicher Unsicherheit behaftet und stellte daher einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar. Prüferisches Vorgehen:Wir haben die Identifizierung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit den vorliegenden Unterlagen und Informationen über das Geschäft abgeglichen. Im Hinblick auf die von den gesetzlichen Vertretern und ihren externen Beratern vorgenommene Ermittlung der Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben wir die bei der Berechnung verwendeten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse ("Cashflows") mit den Planungsrechnungen der erworbenen Gesellschaft abgeglichen. Zum methodischen und mathematischen Nachvollziehen des Bewertungsmodells und zur Ableitung des Diskontierungssatzes ("WACC") und der Hauptannahmen zur Ermittlung der künftigen Cashflows haben wir unsere Bewertungsspezialisten eingebunden. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Kaufpreisallokation für Wuhan Hengtong Automotive ergeben. Verweis auf zugehörige Angaben:Zu den Angaben der Gesellschaft zur Kaufpreisallokation Wuhan Hengtong verweisen wir auf Ziffer 4 ("Akquisitionen und Veräußerung von Tochterunternehmen") und Ziffer 6 ("Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen"). Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 11. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. Juni 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit mindestens 31 Jahren als Konzernabschlussprüfer der LEONI AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Das im Konzernanhang in der Tabelle in Textziffer (31) angegebene Honorar für die Abschlussprüfung beinhaltet auch die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts und die prüferische Durchsicht eines Zwischenabschlusses für einen Teilbereich. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Udo Schuberth.
Nürnberg, 23. Februar 2018 Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schuberth, Wirtschaftsprüfer Schütz, Wirtschaftsprüfer Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Nürnberg, 23. Februar 2018 Der Vorstand Bruno Fankhauser Karl Gadesmann Martin Stüttem Auszug aus dem Jahresabschlussder LEONI AGGewinn- und Verlustrechnungscroll
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