LEONI AG
Nürnberg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018
ISIN DE 000 540888 4 Wertpapierkennnummer 540 888
Gewinnverwendungsbeschluss
Nachtrag zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018
Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft vom 16. Mai 2019 hat beschlossen,
den Bilanzgewinn der LEONI AG des Geschäftsjahres 2018 in Höhe von Euro 16.693.636,52
in voller Höhe in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Nürnberg, im Mai 2019
LEONI AG
Der Vorstand
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Geschäftsjahr 2018 beschäftigte sich der Aufsichtsrat der LEONI AG intensiv mit
der Lage und Entwicklung der Unternehmensgruppe.
Wir haben die uns nach Gesetz, Satzung, Deutschem Corporate Governance Kodex und Geschäftsordnung
obliegenden Aufgaben sorgfältig und pflichtgemäß erfüllt, den Vorstand bei der Leitung
des Unternehmens fortlaufend beraten und dessen Arbeit kontinuierlich überwacht.
Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand verlief stets konstruktiv, offen
und vertrauensvoll. Der Vorstand informierte uns regelmäßig, zeitnah und umfassend
sowohl schriftlich als auch mündlich über alle für LEONI relevanten Themen. Hierzu
zählten insbesondere die Strategie, Planung, der operative Geschäftsgang sowie die
aktuelle Lage des Konzerns einschließlich der Risikosituation. Abweichungen des Geschäftsverlaufs
von den aufgestellten Plänen erläuterte der Vorstand ausführlich und bezog den Aufsichtsrat
in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung ein. Dies galt auch für die Phase nach
Abschluss dieses Berichtszeitraums, als sich eine unerwartet dramatische Ergebnisverschlechterung
zeigte.
Alle wichtigen Angelegenheiten erörterten wir detailliert in den Aufsichtsratssitzungen.
Hierfür stellte uns der Vorstand im Vorfeld ausführliche schriftliche Berichte zur
Verfügung. Sofern die Geschäftsordnung die Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte
Maßnahmen erforderte, wurde diese eingeholt. Wesentliche Zustimmungsgegenstände waren
etwa die Freigabe verschiedener Investitionsprojekte, die Gründung eines Joint Venture
sowie die Billigung eines neuen Finanzierungskonzepts, welches einen großvolumigen
Konsortialkredit und die Ausgabe weiterer Schuldscheindarlehen umfasste. Den Entscheidungen
gingen jeweils intensive Diskussionen voraus, die in der Regel auf einer entsprechenden
Vorlage bzw. Präsentation des Vorstands basierten.
Auch über die Sitzungen hinaus standen Vorstand und Aufsichtsrat stets in engem Kontakt.
Die Vorsitzenden der beiden Gremien berieten sich regelmäßig, auch kurzfristig und
anlassbezogen, sofern Abstimmungsbedarf bestand. Zur Einarbeitung des neuen Vorstandsvorsitzenden
wurde die Anzahl der Jour fixes deutlich erhöht. Über den Inhalt dieser Gespräche
wurde das gesamte Aufsichtsratsgremium spätestens in der folgenden Sitzung eingehend
informiert.
Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat hielt im Geschäftsjahr 2018 sechs ordentliche Aufsichtsratssitzungen
ab, und zwar am 30. Januar, 15. März, 3. Mai, 20. Juli, 18. September und 13. Dezember.
Hinzu kam eine weitere Sitzung am 26. November 2018, bei der ohne den Vorstand beraten
wurde ("Executive Session").
Die Vertreter der Arbeitnehmer traten vor jeder ordentlichen Aufsichtsratssitzung
zu einer Vorbesprechung zusammen. Am 3. Mai und am 13. Dezember 2018 hielten auch
die Vertreter der Anteilseigner eine Vorbesprechung ab. Das Aufsichtsgremium war stets
beschlussfähig. Bei drei ordentlichen Sitzungen fehlte jeweils ein Mitglied entschuldigt
und zu einem Termin konnte ein Mitglied aus wichtigem Grund nur teilweise an der Sitzung
teilnehmen. Der Vorstand nahm mit Ausnahme der Executive Session an allen ordentlichen
Sitzungen vollzählig teil, soweit es nicht um Themen ging, die in seiner Abwesenheit
zu behandeln waren. Dazu gehörten u.a. Beratungen über Vorstandsangelegenheiten, über
die weitere Aufarbeitung des 2016 aufgedeckten Betrugsfalls sowie die Effizienzprüfung
des Aufsichtsrats.
Im Rahmen der ordentlichen Sitzungen wurden regelmäßig die allgemeine Geschäftslage
des Konzerns und der beiden Divisionen, die Finanzsituation anhand von Gewinn- und
Verlustrechnung und Bilanz sowie wesentliche Investitionen und die Entwicklung des
Personalstands erörtert. Dabei beschäftigten uns insbesondere die ab dem dritten Quartal
deutlich unter den Erwartungen liegende Ergebnis- und Cashflow-Entwicklung sowie die
notwendigen Reaktionen darauf. Der Vorstand initiierte ein Performance- und Strategie-Programm
("VALUE 21"), über das wir im Strategieausschuss, aber auch in der Sitzung am 13.
Dezember 2018 intensiv diskutierten. Der Fokus des Programms liegt auf dem operativen
Bereich sowie auf Maßnahmen zur Verbesserung der Ergebnisqualität und der Liquiditätslage.
Zum anderen hat das Programm in gleicher Weise aber auch eine strategische Dimension.
Dies umfasst vor allen Dingen das Wachstum im Unternehmensbereich Wiring Systems auf
ein organisatorisch und finanziell zu bewältigendes Maß zu begrenzen sowie auch intensiver
als in der Vergangenheit ein aktives Portfoliomanagement bezüglich der verschiedenen
Teilgeschäfte in den beiden Divisionen vorzunehmen. Beide Aspekte des Programms werden
uns im kommenden Berichtszeitraum noch verstärkt beschäftigen.
Einen weiteren Themenschwerpunkt bildete die Effizienzprüfung des Aufsichtsrats, die
im Berichtsjahr mit externer Unterstützung durchgeführt wurde und aus der sich verschiedene
Handlungsempfehlungen ableiteten, die auf die Straffung der Gremienarbeit und der
Entscheidungsvorbereitung für das gesamte Gremium gerichtet waren. Hinzu kamen weitere
Maßnahmen u. a. die Einführung eines Planungskalenders, einer jährlichen Strategieklausur
und eines Corporate Office. In der Executive Session wurde die konkrete Umsetzung
dieser Maßnahmen verabschiedet. Weitere Einzelheiten dazu enthält der Corporate Governance
Bericht.
Gegenstand der ersten Sitzung des Berichtszeitraums am 30. Januar 2018 war neben turnusmäßigen
Tagesordnungspunkten unter anderem die Zustimmung zum Aufbau eines vierten LEONI-Standorts
in Mexiko. Weiterer Schwerpunkt war die Besetzung der nach dem Ausscheiden von Dieter
Bellé zum 31. Januar 2018 vakanten Position des Vorstandsvorsitzenden. Nachdem zuvor
ein breit angelegter Auswahlprozess unter Einbeziehung interner und externer Kandidaten
durchgeführt worden war, beschlossen wir, die Position extern zu besetzen und uns
auf einen Kandidaten zu konzentrieren, mit dem auf Basis festgelegter Parameter bis
zur nächsten Sitzung finale Gespräche über die Nachfolge geführt werden sollten. Gleichzeitig
genehmigten wir als Übergangslösung eine neue Geschäftsverteilung für den Zeitraum
vom 1. Februar 2018 bis zum Antritt des künftigen Vorstandsvorsitzenden. Mit dieser
wurden die Ressorts auf die drei verbliebenen Mitglieder verteilt und das Unternehmen
von diesen gleichberechtigt geführt. Finanzvorstand Karl Gadesmann wurde interimsweise
zum Sprecher des Vorstands und Arbeitsdirektor bestellt. Ferner haben wir das Mandat
von Vorstandsmitglied Bruno Fankhauser, dessen Vertrag Ende 2018 ausgelaufen wäre,
bis zum 31. Dezember 2023 verlängert. Weiterer Gegenstand waren Elemente der Vorstandsvergütung:
Für die Kurzfristkomponente der Vorstandsvergütung 2018 wurden die Ziele festgelegt.
Darüber hinaus wurden im Zuge der regelmäßigen Überprüfung der Vorstandsvergütung
Anpassungen in den Vorstandsverträgen beschlossen, die eine Gleichbehandlung der Vorstandsmitglieder
sowohl bei der Vergütung als auch der Altersversorgung sicherstellen. In Bezug auf
seine Zusammensetzung billigte der Aufsichtsrat Änderungen seines Kompetenzprofils
und diskutierte Änderungen des Diversitätskonzepts für Vorstand und Aufsichtsrat.
Weiterhin informierten wir uns über den Status des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagements
und der Bereiche Internal Audit und Compliance, die Entwicklung der Vertriebs- und
Verwaltungskosten im LEONI-Konzern sowie den Prozess zur Auswahl des Abschlussprüfers
ab dem Geschäftsjahr 2019. Daneben beschäftigten wir uns mit dem Projekt oneLEONI,
durch das konzernweit Kompetenzen und Verantwortung gebündelt sowie Prozesse vereinheitlicht
und standardisiert werden sollen, und dem Fortschritt in verschiedenen Projekten des
IT-Bereichs.
In der Aufsichtsratssitzung am 15. März 2018 wurde Aldo Kamper mit Wirkung zum 1.
Oktober 2018 zum neuen Vorstandsvorsitzenden der LEONI AG bestellt. Ferner wurde vereinbart,
Gespräche über einen möglichen früheren Amtsantritt zu führen. Darüber hinaus bildeten
die Vorlage, Prüfung und Feststellung der Abschlüsse und des zusammengefassten Lageberichts
für die LEONI AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2017 einen Schwerpunkt dieser
Sitzung. Beide Abschlüsse wurden nach eingehender Beratung ohne Beanstandungen gebilligt.
Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Geschäftsbericht 2017 einschließlich
des Berichts des Aufsichtsrats, des Corporate Governance Berichts und des Vergütungsberichts
sowie mit dem Dividendenvorschlag und der Tagesordnung für die Hauptversammlung am
3. Mai 2018. Der Aufsichtsrat beschloss ferner, die anstehende Effizienzprüfung mit
externer Unterstützung durchzuführen und Ernst & Young als ausgewählten Berater zu
mandatieren. Weitere Punkte waren die Risikoaggregation für die Jahre 2018 bis 2022,
die Entwicklung des Program Management und anstehender Großprojekte der Wiring Systems
Division sowie das neue Finanzierungskonzept für den LEONI-Konzern, in dessen Folge
wir Ende Mai 2018 im Umlaufverfahren dem Abschluss eines Konsortialkredits zustimmten.
Darüber hinaus informierte uns der Vorstand über den Stand der (mittlerweile zurückgenommenen)
Anfechtungsklage gegen die Wahl von Dr. Klaus Probst zum Mitglied des Aufsichtsrats
der Gesellschaft durch die ordentliche Hauptversammlung 2017, das Lizenzmanagement
und verschiedene Organisationsänderungen in der LEONI AG.
Die dritte ordentliche Aufsichtsratssitzung fand am 3. Mai 2018 im Anschluss an die
Hauptversammlung statt. Dabei befassten wir uns schwerpunktmäßig mit der strategischen
Entwicklung der Wire & Cable Solutions Division und stimmten der Gründung eines Joint
Venture für die Fertigung von Singlemode-Fasern zu. Ferner genehmigten wir eine Erhöhung
der Investitionssumme für die Fabrik der Zukunft und des Gesamtrahmens für Sachanlagenzugänge
im Geschäftsjahr 2018. Darüber hinaus beschlossen wir eine Neufassung der Geschäftsordnung
für den Vorstand und eine Optimierung der Corporate Governance im Hinblick auf Entscheidungsfindung
und -umsetzung. Details dazu enthält der Corporate Governance Bericht.
Am 20. Juli 2018 informierte sich der Aufsichtsrat erneut über den Stand des Projekts
oneLEONI, die Neuausrichtung der Bereiche Corporate Strategy, Corporate Taxes und
Corporate Process Management, aktuelle Entwicklungen auf den Gebieten Diversity und
Nachfolgemanagement, die neue globale Zeichnungs- und Vertretungsrichtlinie sowie
das Programm LEONI OnFire, das eine agilere Unternehmenskultur schaffen soll. Außerdem
wurde im Vorfeld der Sitzung eine Einigung über ein früheres Ausscheiden von Aldo
Kamper mit seinem bisherigen Arbeitgeber erzielt, so dass beschlossen werden konnte,
seine Bestellung auf den 1. September 2018 vorzuziehen und die Übergangsrolle von
Karl Gadesmann sowie die Interim-Geschäftsverteilung im Vorstand ab diesem Zeitpunkt
zu beenden. Der Aufsichtsrat informierte sich des Weiteren über den Umsetzungsstand
der Handlungsempfehlungen des Beratungsunternehmens BDO, das er wegen des im August
2016 aufgedeckten Betrugsfalls mit der Überprüfung der Bereiche Corporate Finance
und Treasury beauftragt hatte. Darüber hinaus befassten wir uns noch einmal mit dem
Lizenzmanagement und der Zustimmung zu bestimmten Personalentscheidungen des Vorstands
auf Ebene des Top-Managements (Level 1 des konzernweiten Grading-Systems). Wir beschlossen
eine Änderung der Geschäftsordnung des Vorstands, um Letzteres bei künftigen Fällen
zum Bestandteil der Aufgaben des Personalausschusses zu machen. Schließlich informierten
wir uns über erste Anregungen aus der Effizienzprüfung mit Ernst & Young.
In der Aufsichtsratssitzung vom 18. September 2018, die am Standort Kitzingen/Deutschland
stattfand, billigte der Aufsichtsrat den neuen vom Vorstand vorgelegten Geschäftsverteilungsplan.
Details dazu enthält der Corporate Governance Bericht. Auch dem Abschluss von Schuldscheindarlehen
zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität stimmten wir zu. Auf Basis der Auswahlempfehlung
des Prüfungsausschusses beschloss der Aufsichtsrat darüber hinaus, der Hauptversammlung
2019 die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer für das
Jahr 2019 vorzuschlagen. Weitere Punkte waren ein Update zum im Mai 2018 genehmigten
Joint Venture, zum Stand der Aufarbeitung im Betrugsfall, zum Nachhaltigkeitsbericht,
zum Bereich Safety Health & Environment, zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus
dem BDO-Bericht anlässlich des Betrugsfalls 2016, zum Iran-Geschäft sowie zur Kursentwicklung
und dem Wechsel der LEONI-Aktie vom MDAX in den SDAX. Schließlich befassten wir uns
mit dem Abschlussbericht von Ernst & Young zur Effizienzprüfung und den daraus resultierenden
Ableitungen und erhielten eine erste Vorschau auf die Erarbeitung einer ganzheitlichen
Konzernstrategie.
Am 26. November 2018 fand die Executive Session statt, die sich mit der Festlegung
von Maßnahmen zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen von Ernst & Young aus der Effizienzprüfung
des Aufsichtsrats beschäftigte. Informationen dazu enthält der Corporate Governance
Bericht.
Im Mittelpunkt der Aufsichtsratssitzung vom 13. Dezember 2018 standen die Planung
für das Jahr 2019, die Mittelfristplanung für 2020 und die Folgejahre sowie die Investitionsplanung
2019. Nach ausführlicher und konstruktiver Diskussion wurde von Vorstand und Aufsichtsrat
einvernehmlich beschlossen, die vorgelegte Planung wie auch die Mittelfristplanung
bis zur Januarsitzung zu überarbeiten, um damit jüngste Erkenntnisse aus der Markt-
und Performanceentwicklung zu berücksichtigen. Ebenso wurde die Zielsetzung für die
Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 auf die nächste Sitzung vertagt, da
diese aus der entsprechenden Planung abgeleitet wird. Gleichzeitig wurde die Investitionsplanung
für das Geschäftsjahr 2019 nach konstruktiver Diskussion in Höhe von 90 Prozent des
vorgelegten Rahmens gebilligt, um über den verbleibenden Teil nach Finalisierung der
Planung beschließen zu können. Weiterer Schwerpunkt war der erste Statusbericht des
Vorstandsvorsitzenden zur Erarbeitung des Performance- und Strategie-Programms VALUE
21, das wir im Anschluss ausführlich diskutierten. Außerdem billigte der Aufsichtsrat
auf Empfehlung des Prüfungsausschusses den Bericht von Ernst & Young über die Ergebnisse
der Prüfung der Systeme der LEONI AG zur Einhaltung von Anforderungen im Zusammenhang
mit dem Abschluss von Finanzderivaten nach § 20 Abs. 1 WpHG a.F. 2017 und beschloss
die Aktualisierung der Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG. Diese
ist in der Erklärung zur Unternehmensführung aufgenommen. Auch Aktualisierungen des
Diversitätskonzepts für Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Änderung des Kompetenzprofils
und der Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats stimmten wir zu. Weitere Beschlüsse
betrafen die Geschlechterquote und die Erfüllung der Zielquoten für Vorstand und Aufsichtsrat.
Informationen dazu enthält die Erklärung zur Unternehmensführung. Hinzu kamen geplante
Änderungen im Management Board einer Division und Änderungen unserer Geschäftsordnung,
die aus vorangegangenen Beschlüssen zum Diversitätskonzept und des Kompetenzprofils
sowie Erkenntnissen der externen Effizienzprüfung, etwa zur Neukonzeption der Rolle
des Strategieausschusses, resultierten. Letzteres beinhaltete die Neubesetzung des
Ausschusses, die wir im Rahmen eines entsprechenden Wahlgangs vornahmen. Weitere Informationen
dazu enthält der Corporate Governance Bericht und das Kapitel Aufsichtsrat und Vorstand.
Weiteres Thema war schließlich die Berichterstattung des Vorstands zum Status der
externen IDW-Prüfungen PS 980, 981, 982 und 983 in den Bereichen Compliance, Risikomanagement,
Internes Kontrollsystem und Internal Audit.
Nach Abschluss des Berichtszeitraums zeigte sich eine unerwartet dramatische Ergebnisverschlechterung,
die Anlass war, uns unmittelbar nach dieser Erkenntnis intensiv mit der Aufarbeitung
von Ursache und Wirkung sowie mit Sofortmaßnahmen und weiteren Maßnahmen über das
bis dato diskutierte VALUE 21 Programm hinaus zu befassen.
Arbeit der Ausschüsse
Der Aufsichtsrat der LEONI AG hat jeweils einen Prüfungs-, Personal-, Nominierungs-
und Strategieausschuss gebildet. Diese Gremien bereiten im Aufsichtsratsplenum zu
behandelnde Themen und dort zu fassende Beschlüsse vor. Die Besetzung der Ausschüsse
ist im Kapitel Aufsichtsrat und Vorstand beschrieben, über die Aufgaben der Ausschüsse
informiert der Corporate Governance Bericht. Im gesetzlich zulässigen Rahmen sind
Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats auf Ausschüsse übertragen. Hinzu kommt der
Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden
berichteten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über ihre Arbeit.
Der Prüfungsausschuss trat im Berichtsjahr zu sechs ordentlichen und einer außerordentlichen
Sitzung zusammen. Er befasste sich intensiv mit dem Jahres- und Konzernabschluss 2017,
den Lage- und Quartalsberichten, den Ergebnissen der Abschlussprüfung sowie dem Halbjahresbericht
und bereitete die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018 vor. Weitere
Themen waren die Kontrolle und Freigabe zulässiger Nichtprüfungsleistungen, der Status
der externen Prüfung der Bereiche Governance, Risk und Compliance, die nichtfinanzielle
Konzernerklärung, die Erkenntnisse im IT-Audit sowie die Umsetzung der neuen Datenschutz-Grundverordnung.
Außerdem befasste sich das Gremium nochmals mit dem Stand der Umsetzung der Handlungsempfehlungen
des vom Aufsichtsrat anlässlich des Betrugsfalls 2016 beauftragten Beratungsunternehmens
BDO und bereitete die Entscheidung über den Wechsel des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr
2019 vor. Darüber hinaus erhielt er aktuelle Berichte aus den Bereichen Compliance,
Informationssicherheit, Internes Kontrollsystem, Risikomanagement, Steuern sowie Sicherheit,
Gesundheit und Umweltschutz bei LEONI.
Der Personalausschuss tagte 2018 viermal, davon einmal in Form einer Telefonkonferenz.
Er beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der Neubesetzung der Position des Vorstandsvorsitzenden.
Der Strategieausschuss hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr drei Sitzungen ab. Hauptthema
war die Strategie des Konzerns und der beiden Unternehmensbereiche. Ferner beschäftigte
sich der Ausschuss mit der strategischen Footprint Planung der Division Wiring Systems
und der Strategie im Bereich Data Center der Division Wire & Cable Solutions. Weiterer
Schwerpunkt war die Überprüfung von Stellung und Auftrag des Gremiums, die letztlich
zum Vorschlag an den Aufsichtsrat führte, unter anderem die Zuständigkeiten des Strategieausschusses
klarer zu fassen und dies in der Geschäftsordnung zu verankern. Bei der letzten Sitzung
wurde intensiv über den neuen jährlichen Strategieprozess, die Einführung eines konzernweiten
M&A-Prozesses, den Corporate Development Plan für das Geschäftsjahr 2019 sowie das
Performance- und Strategieprogramm VALUE 21 diskutiert.
Eine Sitzung des Nominierungsausschusses war in der Berichtsperiode ebenso wenig notwendig
wie die Einberufung des Vermittlungsausschusses gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr erneut intensiv mit der Corporate Governance
bei LEONI auseinander und orientierte sich dazu am Deutschen Corporate Governance
Kodex. Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde im Dezember 2018 aktualisiert.
LEONI erfüllt mit einer Ausnahme alle Empfehlungen der aktuellen Fassung des Kodex.
Details hierzu können der aktuellen Entsprechenserklärung entnommen werden. Diese
ist in die Erklärung zur Unternehmensführung aufgenommen.
Jahresabschlussprüfung
Die ordentliche Hauptversammlung der LEONI AG wählte am 3. Mai 2018 die Ernst & Young
GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, auf Vorschlag des Aufsichtsrats,
der einer Empfehlung des Prüfungsausschusses entsprach, zum Abschlussprüfer für das
Geschäftsjahr 2018. Die Gesellschaft hat den Jahresabschluss und den Lagebericht 2018
der LEONI AG sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft und mit
dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ernst & Young ist seit 1987 für
den LEONI-Konzern tätig. Verantwortliche Prüfungspartner im Sinne des § 319a Abs.
1 Satz 4 HGB waren Udo Schuberth (beginnend mit dem Abschluss 2013) und Gero Schütz
(beginnend mit dem Abschluss 2012). Ernst & Young hatte, bevor der Aufsichtsrat sie
der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlug, gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden
und dem Prüfungsausschuss bestätigt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit
als Abschlussprüfer beeinträchtigen oder Zweifel an ihrer Unabhängigkeit begründen
könnten. Dabei hat Ernst & Young auch erklärt, in welchem Umfang im vorausgegangenen
Geschäftsjahr Leistungen außerhalb der Abschlussprüfung für das Unternehmen erbracht
wurden oder für das folgende Jahr vertraglich vereinbart sind.
Der Jahresabschluss und der Lagebericht der LEONI AG wurden nach den deutschen handelsrechtlichen
Vorschriften aufgestellt. Für die Erstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
kamen die International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen
Union anzuwenden sind, sowie die ergänzend nach § 315e Abs. 1 des HGB anzuwendenden
handelsrechtlichen Vorschriften zum Einsatz. Die Abschlussprüfung erfolgte in Übereinstimmung
mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung. Die Prüfer bestätigten, dass
die Lageberichte die Situation der LEONI AG und des Konzerns sowie die Chancen und
Risiken der künftigen Entwicklung in zutreffender Weise beschreiben. Die Prüfung des
Risikomanagementsystems im Rahmen der Abschlussprüfung ergab, dass der Vorstand die
nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen, insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems
in geeigneter Weise getroffen hat und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen,
die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Im Rahmen seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat auch die nichtfinanzielle Konzernerklärung,
die gemäß § 315b HGB zu erstellen war, geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass
diese den bestehenden Anforderungen genügt und keine Einwendungen zu erheben sind.
Eine externe Prüfung hatte zuvor bestätigt, dass keine Sachverhalte bekannt geworden
sind, die die Prüfer zur Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Konzernerklärung
nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit § 315c HGB aufgestellt
worden ist.
Allen Aufsichtsratsmitgliedern lagen die Jahresabschlüsse der Gesellschaft und des
Konzerns, die Lageberichte (einschließlich der nichtfinanziellen Konzernerklärung)
und die Berichte des Abschlussprüfers rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss nahm
in seiner Sitzung am 27. Februar 2019 eine Vorprüfung dieser Unterlagen vor und erstattete
dem Aufsichtsrat darüber in der ordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 28. Februar
2019 Bericht. Anschließend diskutierten wir die Abschlüsse und Berichte ausführlich.
An beiden Sitzungen nahmen die Vertreter des Abschlussprüfers teil, informierten über
das Ergebnis ihrer Prüfungen und standen für zusätzliche Auskünfte zur Verfügung.
Vorgestellt wurden insbesondere die Ergebnisse der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte
(Key Audit Matters) für die LEONI AG und den Konzern: (I) Werthaltigkeit von Ausleihungen
an verbundene Unternehmen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen, (II) Wertminderungstest
der Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen sowie
(III) Ertragssteuern - Bilanzierung und Bewertung aktiver latenter Steuern. Aus der
Prüfung haben sich keine Einwendungen ergeben.
Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu. Nach dem abschließenden
Ergebnis der Prüfung der Jahresabschlüsse und der Lageberichte der LEONI AG sowie
des Konzerns durch den Prüfungsausschuss und den Aufsichtsrat ergaben sich keine Einwendungen.
Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der LEONI AG und den Konzernabschluss
für das Jahr 2018 haben wir gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der LEONI AG
festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, von der
bisherigen Dividendenpolitik abzuweichen und der Hauptversammlung 2019 vorzuschlagen,
aus dem Bilanzgewinn der LEONI AG des Geschäftsjahres 2018 keine Dividende auszuschütten.
Personalien
Am 31. Januar 2018 schied Dieter Bellé, seit dem Jahr 2000 Finanzvorstand und seit
2015 Vorstandsvorsitzender der LEONI AG, im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat aus
dem Unternehmen aus. Wir danken ihm nochmals herzlich für die langjährige erfolgreiche
Arbeit und den großen Einsatz für das Unternehmen. Am 15. März 2018 berief der Aufsichtsrat
Aldo Kamper zum neuen Vorstandsvorsitzenden (CEO) der LEONI AG. Der studierte Betriebswirt
(MBA), der über fundierte Erfahrung im Industrie- und Automobilumfeld verfügt, trat
sein Amt am 1. September 2018 an. Vom 1. Februar 2018 bis 31. August 2018 übernahm
Finanzvorstand Karl Gadesmann übergangsweise die Funktion des Vorstandssprechers und
Arbeitsdirektors. Der Aufsichtsrat dankt ihm ausdrücklich für dieses zusätzliche Engagement.
Am 13. Dezember 2018 legte Carmen Schwarz ihr Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats
der LEONI AG einvernehmlich zum Ablauf des 13. Januar 2019 nieder. Ihr folgen soll
Janine Heide, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall in der Geschäftsstelle Aachen,
wohnhaft in Bad Camberg. Der Antrag auf ihre gerichtliche Bestellung gemäß § 104 AktG
wurde am 19. Dezember 2018 beim Amtsgericht Nürnberg eingereicht. Mit Beschluss vom
15. Januar 2019 wurde Janine Heide zum Mitglied des Aufsichtsrats als Arbeitnehmervertreterin
(Gewerkschaftsvertreterin) bestellt. Der Aufsichtsrat dankt Carmen Schwarz für ihr
Engagement und ihren persönlichen Einsatz als Mitglied des Aufsichtsrats. Gleichzeitig
wünscht er Janine Heide viel Erfolg bei ihrer neuen Aufgabe.
Dank an Vorstand und Mitarbeiter
Der Aufsichtsrat spricht allen Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern Dank für ihren
Einsatz im Geschäftsjahr 2018 aus, das LEONI vor große Herausforderungen gestellt
hat. 2019 wird sich unser Unternehmen erneut in einem anspruchsvollen Umfeld bewegen
und durch das neu aufgelegte Strategie- und Performance-Programm VALUE 21 zusätzlich
gefordert. Für die anstehenden Aufgaben wünscht der Aufsichtsrat dem Vorstand und
allen Mitarbeitern viel Erfolg.
Nürnberg, 28. Februar 2019
Dr. Klaus Probst, Vorsitzender des Aufsichtsrats
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