![]() Leoni AGNürnbergZwischenbericht zum 1. Halbjahr 2019Konzernkennzahlenscroll
Die LEONI-AktieDie wichtigsten Daten zur LEONI-Aktie im Überblickscroll
Kennzahlen zur LEONI-Aktiescroll
Aktienmärkte im ersten Halbjahr 2019 im AufwärtstrendDie Entwicklung an den internationalen Börsenplätzen war in den ersten sechs Monaten
2019 gemischt. Für Dynamik sorgten unter anderem das Wachstum der US-Konjunktur im
ersten Quartal sowie expansive Signale der EZB und der Fed. Auch die sechsmonatige
Verlängerung für den Brexit und der mäßige Erfolg der Nationalisten bei der Europawahl
erhöhten die Kaufbereitschaft der Anleger. Die schwächeren Konjunkturdaten in Europa
und China, insbesondere aus der Automobilindustrie, und zahlreiche Gewinnwarnungen
der Unternehmen trübten dagegen die Stimmung. Die weltweit wichtigsten Aktienindices
entwickelten sich in der ersten Jahreshälfte positiv. So legten sowohl der Dow Jones
als auch der Shanghai Composite und der EuroStoxx bis Ende Juni im zweistelligen Prozentbereich
zu. Der deutsche Leitindex DAX erreichte mit 18 Prozent einen Zuwachs in ähnlicher
Größenordnung. Der MDAX gewann 20 Prozent und der SDAX 19 Prozent an Wert. LEONI-Aktie verliert deutlichAufgrund der nachlassenden Automobilnachfrage in Europa und China verbuchte der DAX-Sektorindex
für die Zulieferindustrie im Berichtszeitraum lediglich ein Plus von rund 6 Prozent.
Die Aktie der LEONI AG litt ebenfalls unter dem unterdurchschnittlichen Interesse
an Titeln aus dem Automobilumfeld, war aber vor allem von unternehmensinternen Herausforderungen
und der unbefriedigenden Ergebnissituation im Geschäftsjahr 2018 sowie im ersten Quartal
2019 belastet. Nach leichten Kursgewinnen zu Jahresbeginn wurde bereits Ende Januar
der bisherige Höchststand 2019 von 34,43 € erreicht. Danach verlor die LEONI-Aktie
bis Anfang Juni auf den Halbjahrestiefstkurs von 13,03 €. Zur Jahresmitte lag die
Notierung bei 14,54 €, das entsprach gegenüber dem Schlusskurs 2018 einem Rückgang
um 52 Prozent. Die Marktkapitalisierung der rund 32,7 Mio. LEONI-Aktien verringerte
sich in den ersten sechs Monaten 2019 von 989 Mio. € (31.12.2018) auf 476 Mio. €. Kursverlauf 1. Halbjahr 2019![]() Handel mit LEONI-AktienIm Durchschnitt wechselten von Januar bis Juni 2019 börsentäglich 379.118 LEONI-Aktien
den Besitzer im Vergleich zu 189.691 Stück im entsprechenden 2018er Zeitraum. Insgesamt
lag das Handelsvolumen in der Berichtsperiode bei 47,8 Mio. Stück (Vorjahr: 23,7 Mio.
Stück). Investmentspezialisten zurückhaltendDie unbefriedigende Ergebnisentwicklung bei LEONI und die insgesamte Eintrübung am
Automobilmarkt führte auch bei den professionellen Anlegern zu mehr Zurückhaltung:
Von den 19 Analysehäusern, die LEONI derzeit bewerten, empfahlen Ende Juni zwei unsere
Aktie zum Kauf, neun rieten, sie zu halten, und acht sprachen sich für einen Verkauf
aus. Aktien breit gestreutDie Struktur der Anteilseigner von LEONI hat sich im ersten Halbjahr 2019 nur unwesentlich
verändert: Die 32.669.000 Aktien befinden sich weiterhin vollständig im Streubesitz.
Rund zwei Drittel der Papiere liegen bei institutionellen Investoren und das übrige
Drittel bei Privatanlegern. Unverändert werden etwa 60 Prozent unserer Aktien in Deutschland
gehalten. Der Rest verteilt sich gleichmäßig auf das europäische Ausland, insbesondere
Großbritannien, sowie auf die USA. Im Berichtszeitraum gingen folgende Stimmrechtsmitteilungen
bei uns ein: Union-Investment, Schroders und State Street Corporation jeweils Unterschreitung
der 3 Prozent-Meldeschwelle; JP Morgan, Überschreitung der 5 Prozent-Meldeschwelle;
NN Group, Unterschreitung der 3 Prozent-Meldeschwelle nachdem Anfang des Jahres die
3 Prozent-Meldeschwelle überschritten wurde. Alle im Berichtszeitraum eingegangenen Stimmrechtsmitteilungen sind ebenso wie spätere
und frühere Meldungen auf unserer Website abrufbar. HalbjahresfinanzberichtKonzernzwischenlageberichtRahmenbedingungenGesamtwirtschaftDie Weltwirtschaft stand Anfang 2019 nach Ansicht des IWF (Internationaler Währungsfonds)
zunehmend unter Druck. Vor allem die anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen China
und den USA sowie die damit verbundenen Strafzölle, die Unklarheit über den Brexit
und zunehmende geopolitische Spannungen in der Golfregion dämpften die globale Konjunktur.
Deshalb korrigierte der IWF seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum 2019
im Juli zum dritten Mal in diesem Jahr leicht nach unten. BranchenkonjunkturDas unsichere gesamtwirtschaftliche Umfeld und die vielfältigen Herausforderungen
für die Automobilindustrie beeinträchtigten im bisherigen Jahresverlauf auch die internationalen
Pkw-Märkte. Nach Angaben des VDA (Verband der Automobilindustrie) fiel die Bilanz
für die wichtigsten Absatzregionen im ersten Halbjahr überwiegend negativ aus. Vor
allem in China, aber auch in Europa und den USA wurden von Januar bis Juni 2019 weniger
Neufahrzeuge verkauft als im Vergleichszeitraum. Daher führen auch die Automobilhersteller
ihre Produktion zurück: Schätzungen des Marktforschungsinstituts IHS Automotive zufolge
verringerte sich die Zahl der hergestellten Pkw und Light Vehicles in den ersten sechs
Monaten 2019 weltweit um rund 6 Prozent auf 45,6 Millionen Stück. Entwicklung des Automobilabsatzes in wichtigen Ländern![]() Quelle: VDA 1
Light Vehicles (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) Produktion von schweren Nutzfahrzeugen nach Regionen![]() Quelle: IHS Automotive Die Nutzfahrzeugindustrie entwickelte sich bis Ende Juni 2019 nach unseren eigenen
Beobachtungen regional unterschiedlich: Während wir in Europa eine eher verhaltene
bis stabile Nachfrage registrierten, zeigte sich die Lkw-Konjunktur in der NAFTA-Region
dynamisch. In den anderen für LEONI wichtigen Industriebereichen schwächte sich das Geschäft
etwas ab. Nach Angaben der Fachverbände ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie)
und VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) gingen Auftragseingang und
Produktion sowohl in der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie als auch
im Maschinen- und Anlagenbau in den ersten fünf bzw. vier Monaten zurück. Geschäftsverlauf des LEONI-Konzerns im ÜberblickDer Konzernumsatz der LEONI AG belief sich im zweiten Quartal 2019 auf 1.247 Mio.
€ und im gesamten ersten Halbjahr auf 2.509 Mio. €. Gemessen an den vergleichbaren
Vorjahreswerten entsprach das jeweils einem Rückgang um 6 Prozent. Ursächlich dafür
waren hauptsächlich die weitere Eintrübung der Automobilbranche in China und Europa
sowie die entsprechend verhaltene Nachfrage der Fahrzeughersteller nach Automobilleitungen,
Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen. Das geringere Geschäftsvolumen und die dadurch fehlenden Deckungsbeiträge wirkten
sich auch auf die Ertragslage des zweiten Quartals aus. Darüber hinaus wurde das Ergebnis
vor Zinsen und Steuern (EBIT) hauptsächlich durch die im zweiten Quartal bereits deutlich
reduzierten Belastungen von rund 22 Mio. € aus dem Projekthochlauf am neuen mexikanischen
Standort Merida der Wiring Systems Division (WSD) beeinträchtigt. Die Produktionssituation
am Standort hat sich inzwischen stabilisiert und die Belastungen für den Projekthochlauf
sind wie angekündigt größtenteils abgeschlossen. Hinzu kamen erste Kosten im Zusammenhang
mit unserem Performance- und Strategie-Programm VALUE 21 in Höhe von 17 Mio. €. Vor
Sondereffekten und VALUE 21-Kosten ergab sich im zweiten Quartal 2019 ein EBIT von
- 14 Mio. €, das berichtete EBIT inklusive dieser Kosten belief sich auf -30 Mio.
€ (Vorjahr: +62 Mio. €). Im gesamten ersten Halbjahr lag das Konzern-EBIT bei -155 Mio. € (Vorjahr: +125 Mio.
€). Hierin sind insbesondere die im ersten Quartal angefallenen hohen Belastungen
für den Projekthochlauf in Mexiko in Höhe von 37 Mio. € sowie weitere negative Sondereffekte
in Höhe von 102 Mio. € durch die Neueinschätzung des Auftragsportfolios und der Marktperspektiven
des Unternehmensbereichs Wiring Systems enthalten. Der Free Cashflow hat sich unterjährig wie angekündigt verbessert und belief sich
von April bis Juni 2019 auf -72 Mio. € nach -313 Mio. € im Auftaktquartal. Die Strategie, die Geschäftstätigkeit, das Produktprogramm sowie die wichtigsten Absatzmärkte
des LEONI-Konzerns sind ausführlich im » Geschäftsbericht 2018 dargestellt. Die sich
im Berichtszeitraum dazu ergebenen Konkretisierungen werden in den Ausführungen zu
VALUE 21 und im Nachtragsbericht erläutert. Wichtige Fortschritte bei VALUE 21Bei der Umsetzung unseres Performance- und Strategie-Programms VALUE 21 erzielten
wir im Berichtszeitraum wichtige Fortschritte. Im zweiten Quartal konnten bereits
rund 20 Prozent der Initiativen umgesetzt werden. Wir erwarten, dass die bis Ende
Juni implementierten Maßnahmen in den Folgejahren bereits zu nachhaltigen Bruttokosteneinsparungen
im mittleren zweistelligen Mio. €-Bereich führen werden. Im zweiten Quartal fielen für die Umsetzung von VALUE 21 Aufwendungen in Höhe von
17 Mio. € an. Wichtige Ereignisse Ingrid Jägering ab 1. August neuer FinanzvorstandAm 21. Mai 2019 ernannte der Aufsichtsrat der LEONI AG Ingrid Jägering (52) zum Chief
Financial Officer (CFO) der Gesellschaft. Sie übernahm das Amt des Finanzvorstands,
das unter anderem die Bereiche Accounting, Treasury, Controlling, Risk Management
und Internal Audit umfasst, am 1. August 2019 und wird nach einer Übergangsphase auch
als CFO für den Unternehmensbereich Wiring Systems fungieren. Zuletzt war Ingrid Jägering
seit 2016 als CFO, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin bei OSRAM Opto Semiconductors
in Regensburg tätig. Umsatz und ErtragslageKonzernumsatz leicht unter VorjahrDer LEONI-Konzernumsatz ging im zweiten Vierteljahr 2019 gemessen am entsprechenden
Vorjahreszeitraum um rund 6 Prozent auf 1.247 Mio. € zurück. Ursächlich war vor allem
die schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie. Daher nahmen sowohl die Umsätze
mit Bordnetz-Systemen und Kabelsätzen als auch mit Automobilleitungen spürbar ab.
Auch das Geschäft mit Spezialkabeln und Kabelsystemen für die Industrie entwickelte
sich leicht rückläufig. Effekte aus der Veränderung des Kupferpreises, der Wechselkurse
und des Konsolidierungskreises spielten für den Konzernumsatz eine untergeordnete
Rolle und glichen sich weitgehend aus. Konzernumsatz
![]() Umsatzentwicklung Konzernscroll
Im gesamten ersten Halbjahr 2019 verringerten sich die Umsatzerlöse ebenfalls um rund
6 Prozent auf 2.509 Mio. €. Dabei nahm der Umsatz in der Region EMEA um circa 7 Prozent
auf 1.760 Mio. € und in Asien um knapp 18 Prozent auf 326 Mio. € ab. In Amerika wuchsen
die Umsatzerlöse dagegen um gut 7 Prozent auf 423 Mio. €. Konzernumsatz 1. Halbjahr nach Regionen in %
![]() Konzernumsatz 1. Halbjahr nach Segmenten in %![]() EBIT im Quartal bei -30 Mio. € (vor Sondereffekten1 sowie vor VALUE 21-Kosten2 bei -14 Mio. €)Unter anderem bedingt durch die Belastungen aus dem Projekthochlauf in Merida/Mexiko
und den Aufwendungen für das Performance- und Strategieprogramm VALUE 21 nahmen die
Umsatzkosten des LEONI-Konzerns von April bis Juni 2019 um gut 1 Prozent auf 1.101
Mio. € zu. In der Folge verringerte sich die Bruttoumsatzmarge auf 11,7 Prozent (Vorjahr:
17,8 Prozent). Die Vertriebs- und Verwaltungskosten lagen mit 144 Mio. € in etwa auf
Vorjahresniveau (Vorjahr: 143 Mio. €). Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg
im Wesentlichen infolge von Vorarbeiten für neue Kundenprojekte um fast 9 Prozent
auf 39 Mio. €. Insbesondere aufgrund eines Immobilienverkaufs an einem unserer chinesischen
WCS-Standorte erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Erträge im Quartalsvergleich
von 2 Mio. € auf 8 Mio. €. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen unter anderem
durch negative Währungseffekte von 5 Mio. € auf 8 Mio. € zu. Das Ergebnis aus assoziierten
Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, das die Erträge unseres Joint Ventures in
Langfang, China, beinhaltet, reduzierte sich um 11 Prozent auf 7 Mio. €. Insgesamt ergab sich von April bis Juni 2019 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von
-30 Mio. € (Vorjahr: +62 Mio. €). Darin waren Aufwendungen für das Performance- und
Strategieprogramm VALUE 21 in Höhe von 17 Mio. € enthalten, sodass sich vor Berücksichtigung
dieses Programms ein EBIT von -14 Mio. € errechnet. Die Zinsaufwendungen erhöhten
sich wegen des gestiegenen Finanzierungsbedarfs von 6 Mio. € auf 9 Mio. €. Das Ergebnis
vor Steuern belief sich damit im zweiten Quartal auf -39 Mio. € (Vorjahr: +56 Mio.
€). Nach Steuern wurde ein Konzernfehlbetrag von 44 Mio. € (Vorjahr: Überschuss von
41 Mio. €) ausgewiesen. Das entsprach einem Ergebnis je Aktie von -1,35 € (Vorjahr:
+1,29 €). 1
Sondereffekte beinhalten außerplanmäßige Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte,
immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagevermögen und sonstige Vermögenswerte, wesentliche
Aufwendungen für drohende Verluste aus Kundenverträgen, Kosten in Vorbereitung der
Abspaltung der Wire & Cable Solutions Division (ohne interne Kosten), Refinanzierungskosten
(inkl. Berater-, Banken- und Anwaltskosten; außer den Kosten, die den Zinsaufwendungen
zugerechnet werden) sowie übrige Einmalaufwendungen, die aufgrund strategischer Entscheidungen
anfielen. Konzern -EBIT![]() EBIT Konzern vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21-Kostenscroll
Bereinigtes Konzern -EBIT1scroll
In den ersten sechs Monaten 2019 betrug das EBIT -155 Mio. € (Vorjahr: +125 Mio. €).
Der deutlich negative Wert resultierte insbesondere aus dem ersten Quartal, das neben
Belastungen aus dem Projekthochlauf in Merida Sondereffekte von -102 Mio. € im Bordnetz-Bereich
enthalten hatte. Grund dafür war die Neueinschätzung des Auftragsportfolios sowie
der Marktperspektiven vor dem Hintergrund des schwächeren Branchenumfelds und der
strategischen Neuausrichtung im Rahmen des Programms VALUE 21. Konkret handelte es
sich um nicht liquiditätswirksame Abwertungen von Vermögenswerten in Höhe von 67 Mio.
€ sowie die Bildung von Rückstellungen von 35 Mio. €, im Wesentlichen für erwartete
Verluste aus vertraglichen Verpflichtungen, die über einen mehrjährigen Zeitraum liquiditätswirksam
werden können. FinanzlageFree Cashflow im Jahresverlauf deutlich verbessertTrotz eines deutlich verbesserten Net Working Capital-Effekts im zweiten Quartal belief
sich der operative Cashflow des LEONI-Konzerns im gesamten ersten Halbjahr 2019 bedingt
durch das negative Periodenergebnis und Umkehreffekte des Net Working Capitals auf
-230 Mio. € (Vorjahr: -2 Mio. €). Für Investitionstätigkeit flossen 155 Mio. € ab
(Vorjahr: 138 Mio. €), hauptsächlich für Kapazitätserweiterungen im Zusammenhang mit
anstehenden Kundenprojekten. Der Free Cashflow lag in den ersten sechs Monaten bei
-385 Mio. € (Vorjahr: -140 Mio. €). Im Jahresverlauf 2019 verbesserte sich der Wert
deutlich - von -313 Mio. € im ersten auf -72 Mio. € im zweiten Quartal - und entsprach
damit den Erwartungen aus unserer stärkeren Cashflow-Fokussierung. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erhöhte sich auf 341 Mio. € (Vorjahr 71 Mio.
€) und resultiert im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme der Linien des Konsortialkredites. Nach Berücksichtigung wechselkursbedingter Veränderungen nahm der Finanzmittelbestand
im Periodenvergleich von 117 Mio. € auf 110 Mio. € ab. Free Cashflow
![]() Kapitalflussrechnung (Kurzfassung) / Berechnung des Free Cashflowscroll
Investitionen in neue Kundenprojekte und ZukunftstechnologienAufgrund von umfangreichen anstehenden Neuprojekten für die Automobilindustrie investierte
LEONI im zweiten Quartal 2019 konzernweit 102 Mio. € in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte (Vorjahr: 70 Mio. €). Im Unternehmensbereich Wiring Systems nahmen
die Investitionen auf 77 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €) zu und betrafen hauptsächlich
Kapazitätserweiterungen in Osteuropa, Mittelamerika und Nordafrika. Der Unternehmensbereich
Wire & Cable Solutions investierte 23 Mio. € (Vorjahr: 25 Mio. €), unter anderem in
die Fabrik der Zukunft am deutschen Standort Roth. Investitionen
![]() Im ersten Halbjahr 2019 erhöhten sich unsere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte konzernweit von 127 Mio. € auf 180 Mio. €. Davon entfielen 136 Mio.
€ (Vorjahr: 78 Mio. €) auf den Unternehmensbereich Wiring Systems und 39 Mio. € (Vorjahr:
43 Mio. €) auf den Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions. Investitionen 1. Halbjahr nach Segmenten in %
![]() VermögenslageEigenkapitalquote bei 23,7 ProzentZum 30. Juni 2019 verlängerte sich die LEONI-Konzernbilanz gegenüber dem Jahresende
2018 um mehr als 8 Prozent auf 3.752 Mio. €. Auf der Aktivseite nahmen die kurzfristigen
Vermögenswerte in Summe um rund 4 Prozent auf 1.784 Mio. € zu. Dabei erhöhten sich
jeweils stichtagsbedingt insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
um gut 8 Prozent auf 674 Mio. € und die Vorräte um fast 6 Prozent auf 644 Mio. €.
Dem stand eine Verringerung der Zahlungsmittel von 152 Mio. € auf 110 Mio. € gegenüber.
Bei den langfristigen Vermögenswerten, die insgesamt um knapp 13 Prozent auf 1.968
Mio. € stiegen, wirkte sich vor allem das im Zusammenhang mit dem notwendigen Kapazitätsausbau
für bestehende Kundenaufträge um fast 16 Prozent auf 1.399 Mio. € vergrößerte Sachanlagevermögen
sowie der Anstieg der aktiven latenten Steuern aus. Unter den Passiva nahmen die kurzfristigen Verbindlichkeiten um rund 32 Prozent auf
1.974 Mio. € zu. Der Anstieg geht wesentlich auf die Erhöhung der Position kurzfristige
Finanzschulden und kurzfristiger Anteil langfristiger Kredite von 177 Mio. € auf 753
Mio. € zurück. Neben der stärkeren Ausnutzung bestehender Kreditlinien machte sich
hier die Umgliederung der ersten Tranche eines im ersten Quartal 2020 fälligen Schuldscheindarlehens
in Höhe von rund 171 Mio. € von lang- in kurzfristige Finanzschulden bemerkbar. Die
langfristigen Verbindlichkeiten veränderten sich mit 889 Mio. € insgesamt kaum. Während
sich die langfristigen Kredite durch die Umgliederung in die kurzfristigen Finanzschulden
verminderten, wirkte der erstmalige Ansatz der langfristigen Leasingverbindlichkeiten
aufgrund des neuen Standards IFRS 16 in Höhe von 143 Mio. € und eine Erhöhung der
Pensionsrückstellungen von 26 Mio. € gegenläufig. Das Eigenkapital verminderte sich hauptsächlich wegen der von 807 Mio. € auf 631 Mio.
€ reduzierten Gewinnrücklagen aufgrund des Konzernfehlbetrags der Berichtsperiode
von 176 Mio. € um rund 18 Prozent auf 889 Mio. €. Daraus errechnet sich zum Stichtag
30. Juni 2019 eine Eigenkapitalquote von 23,7 Prozent (31.12.2018: 31,2 Prozent). Die Nettofinanzschulden stiegen zur Jahresmitte auf 1.206 Mio. € (31.12.2018: 613
Mio. €). Das Gearing (Nettofinanzschulden in Prozent des Eigenkapitals) erhöhte sich
von 57 Prozent per Ende 2018 auf 136 Prozent. Per Ende Juni 2019 wies der Konzern
eine verfügbare Liquidität in Höhe von 649 Mio. € auf (31.12.2018: 1.001 Mio. €).
Rund 539 Mio. € entfielen auf freie Kreditlinien, davon rund dreiviertel fest zugesagt,
und 110 Mio. € auf Barmittel. Ein Teil der Bilanzverlängerung (182 Mio. € zum 30.6.2019) und damit auch der Verringerung
der Eigenkapitalquote sowie des Anstiegs der Nettofinanzschulden resultierte aus der
erstmaligen Anwendung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse" (für weitere Erläuterungen
siehe Seite 29). Vermögens- und Kapitalstrukturscroll
Berechnung der Nettofinanzpositionscroll
Mitarbeiter
Am Stichtag 30. Juni 2019 hatte der LEONI-Konzern weltweit 94.863 Beschäftigte gegenüber
87.666 Mitarbeitern zur Vorjahresmitte und 92.549 Personen am Jahresende 2018. Der
Großteil des festangestellten Personals - 94,6 Prozent - war im Ausland tätig (Vorjahr:
94,4 Prozent). Zusätzlich beschäftigte LEONI 3.365 Zeitarbeitskräfte (Vorjahr: 4.571),
hauptsächlich in China und Osteuropa. Im Unternehmensbereich Wiring Systems erhöhte sich die Zahl der Arbeitnehmer im Stichtagsvergleich
um 7.246 und gegenüber dem Jahreswechsel um 2.475 auf 85.856 Personen. Der Zuwachs
im Stichtagsvergleich resultierte aus den Kapazitätserweiterungen für anstehende Kundenprojekte
und fand hauptsächlich in Osteuropa, Mittelamerika und Nordafrika statt. Die Zahl
der Mitarbeiter im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions nahm vor dem Hintergrund
der schwachen Marktentwicklung und entsprechender Strukturanpassungen per Ende Juni
2019 auf 8.671 Beschäftigte ab (Vorjahr: 8.725, 31.12.2018: 8.807). Mitarbeiter
![]() Mitarbeiter nach Regionen in %![]() Wiring Systems DivisionUmsatz sinkt durch schwaches Automobilumfeld um rund 6 ProzentIm Unternehmensbereich Wiring Systems reduzierte sich der Umsatz im zweiten Quartal
2019 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um rund 6 Prozent auf 778 Mio.
€ und im Halbjahresvergleich ebenfalls um rund 6 Prozent auf 1.571 Mio. €. Ursächlich
war vor allem der insgesamt schwächere Automobilmarkt, insbesondere in China, mit
entsprechend rückläufigen Abrufen seitens der Pkw-Hersteller. Das Geschäft mit der
Nutzfahrzeugindustrie entwickelte sich dagegen positiv. Regional betrachtet kam es im EMEA-Raum und in Asien zu Umsatzeinbußen, während wir
in Amerika Zuwächse erzielten. Außenumsatz Wiring Systems
![]() Umsatzentwicklung Wiring Systemsscroll
Projekthochlauf in Merida / Mexiko stabilisiertAn unserem neuen mexikanischen Standort Merida, wo aufgrund von Anlaufschwierigkeiten
erhöhte Personal- und Frachtkosten zur Sicherstellung der Belieferung unserer Kunden
anfielen, konnten wir die Produktionssituation inzwischen stabilisieren, sodass nun
alle Kundenaufträge plangerecht bedient werden. Die Belastungen reduzierten sich im
zweiten Quartal wie erwartet deutlich und sind jetzt wie angekündigt größtenteils
abgeschlossen. Zur Jahresmitte konnte der Einsatz der Taskforce vor Ort beendet werden,
und die Frachtkosten befinden sich mittlerweile auf normalem Niveau. Quartals-EBIT bei -41 Mio. € (vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21-Kosten bei -30 Mio. €)Von April bis Juni 2019 war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Unternehmensbereichs
Wiring Systems neben dem marktbedingt niedrigeren Umsatzvolumen vor allem durch die
reduzierten Belastungen zur Sicherstellung des Projekthochlaufs am Standort Merida
in Höhe von 22 Mio. € sowie erste Aufwendungen für die Umsetzung des Programms VALUE
21 von 11 Mio. €. belastet. Hinzu kamen unter anderem deutlich gestiegene Lohnkosten
vor allem in Osteuropa, Volumenrückgänge einzelner Projekte, die Schwäche des chinesischen
Marktes sowie planmäßige Hochlaufkosten für neue Projekte. In Summe wurde von April
bis Juni 2019 ein EBIT von -41 Mio. € ausgewiesen (Vorjahr: +45 Mio. €). Ohne die
VALUE 21-Kosten ergibt sich ein Wert von -30 Mio. €. EBIT Wiring Systems
![]() EBIT Wiring Systems vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21-Kostenscroll
Bereinigtes EBIT1 Wiring Systemsscroll
Vor allem aufgrund von hohen, im ersten Quartal verbuchten Belastungen und negativen
Sondereffekten belief sich das EBIT in den ersten sechs Monaten 2019 auf -179 Mio.
€ (Vorjahr: +87 Mio. €). Dabei handelte es sich im Wesentlichen um die Belastungen
am Standort in Merida sowie Abwertungen des Anlagevermögens und Drohverlustrückstellungen,
die sich aus den geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der im März 2019
konkretisierten strategischen Neuausrichtung im Rahmen des Programms VALUE 21 ergaben. Stabiler Auftragsbestand - selektive ProjektauswahlZum Stichtag 30. Juni 2019 verfügte der Unternehmensbereich Wiring Systems bezogen
auf die Gesamtlaufzeit der Projekte über einen Auftragsbestand von 24,3 Mrd. € (31.12.2018:
24,4 Mrd. €). Davon entfielen 5,6 Mrd. € (31.12.2018: 5,5 Mrd. €) auf Hoch- und Niedervoltprodukte
für elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Gemäß der Überarbeitung unserer Strategie im Rahmen des Programms VALUE 21 selektierten
wir neue Projekte in der Berichtsperiode verstärkt nach Cashflow und Ergebniskriterien
sowie der Auslastung der vorhandenen Kapazitäten und konzentrierten uns auf strategische
Kundenbeziehungen. Wire & Cable Solutions DivisionQuartalsumsatz geht konjunkturbedingt um rund 6 Prozent zurückDer Umsatz des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions verminderte sich im zweiten
Vierteljahr 2019 im Vergleich zur entsprechenden 2018er Periode um rund 6 Prozent
auf 469 Mio. € und im gesamten ersten Halbjahr um knapp 5 Prozent auf 938 Mio. €.
Der Rückgang, der auf die gedämpfte Marktentwicklung zurückzuführen war, verteilte
sich auf alle Regionen. Bemerkbar machte sich insbesondere die abflauende internationale
Automobilkonjunktur, die zu einer schwächeren Nachfrage nach Fahrzeugleitungen führte.
Das Geschäft mit Spezialkabeln und Kabelsystemen für die Industrie zeigte sich leicht
rückläufig. Außenumsatz Wire & Cable Solutions
![]() Umsatzentwicklung Wire & Cable Solutionsscroll
EBIT im zweiten Quartal bei 10 Mio. € (vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21-Kosten
bei 16 Mio. €) Die Ertragslage des Unternehmensbereichs WCS war von April bis Juni 2019 durch Bestandsbewertungseffekte
aus dem niedrigeren Kupferpreis sowie dem Umsatzrückgang und Währungsschwankungen
belastet. Zudem fielen erste Kosten für das Programm VALUE 21 von 6 Mio. € an. Dem
standen positive Auswirkungen aus dem Produktmix sowie weitere Effekte, unter anderem
durch einen Gebäudeverkauf in China, gegenüber. Unter dem Strich wurde ein Quartals-EBIT
von 10 Mio. € ausgewiesen (Vorjahr: 17 Mio. €); ohne die Kosten für VALUE 21 errechnet
sich ein EBIT von 16 Mio. €. In den ersten sechs Monaten belief sich das EBIT auf
24 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €). EBIT Wire & Cable Solutions
![]() EBIT Wire & Cable Solutions vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21-Kostenscroll
Bereinigtes EBIT1 Wire & Cable Solutionsscroll
Auftragseingang im Quartal bei 447 Mio. €Von April bis Juni 2019 gingen im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions neue
Bestellungen im Wert von 447 Mio. € ein nach 487 Mio. € im Vergleichszeitraum 2018.
Damit lag die Book-to-Bill-Ratio moderat unter 1. Aufgrund der gedämpften Marktentwicklung
haben wir in der Berichtsperiode mit Strukturanpassungen begonnen, die wir im zweiten
Halbjahr fortsetzen werden. Strategische Partnerschaft mit relayrIm April 2019 vereinbarten wir mit dem Spezialisten für industrielle Lösungen im Internet
of Things (IoT) relayr eine strategische Partnerschaft für sogenannte Predictive-Maintenance-Lösungen
in Roboterlinien der Automobil- und Zuliefererindustrie. Im Rahmen gemeinsamer Entwicklungsaktivitäten
werden wir unsere intelligenten Kabel- und Automatisierungs-Systeme auf Basis der
LEONiQ-Technologie mit dem IoT-Portfolio von relayr verknüpfen. So sollen Lösungen
entstehen, die es Automobilherstellern und Zulieferern ermöglichen, ungeplante Stillstände
ihrer Roboterlinien zu reduzieren, die Produktionseffizienz zu erhöhen und damit die
anlagenübergreifende Effizienz zu verbessern. Nach ersten Testinstallationen, die
noch 2019 geplant sind, wollen wir die Lösungen gemeinsam mit relayr ab 2020 einem
breiten Kundenstamm anbieten. Zusätzlich ergänzt wird die Partnerschaft durch HSB
(Hartford Steam Boiler), ebenso wie relayr Teil der Munich Re Gruppe, die das technologische
IoT-Portfolio um Financial Services und Risk Management erweitert. Für LEONI ist die
Partnerschaft ein weiterer Schritt auf dem Weg zum System- und Lösungsanbieter. NachtragsberichtIm Juli 2019 haben wir entschieden, einen Börsengang, Verkauf oder Anteilsverkauf
des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions vorzubereiten. Der Beschluss fiel
im Zuge der im Rahmen unseres Programms VALUE 21 erfolgten Überprüfung der optimalen
künftigen Eigentümerstruktur der beiden Divisionen. Aus Sicht des Vorstands würden
beide Unternehmensbereiche von der geplanten Trennung profitieren, da sie auf diese
Weise als operativ unabhängige Einheiten sowohl Markt- und Technologieentwicklungen
als auch Investitionen besser und schneller umsetzen können. Derzeit sehen wir nur
sehr geringe Synergien zwischen den beiden Divisionen. Nach einer möglichen Trennung
könnten wir unsere Ressourcen auf den Bordnetzbereich konzentrieren und diesen verstärkt
strategisch weiterentwickeln. Hierzu wollen wir insbesondere die Kompetenzen im Bereich
Energie- und Datenlösungen sowie Dienstleistungen weiter ausbauen. Der Unternehmensbereich
WCS soll sich künftig vermehrt auf fortschrittliche und intelligente Kabellösungen
und Dienstleistungen fokussieren. Es wird damit gerechnet, die Umsetzung der angekündigten Trennung von der WCS Division
im Geschäftsjahr 2020 zu vollziehen. Anfang Juli hat LEONI im Rahmen des Performance- und Strategieprogramms VALUE 21 erste
Schritte bekanntgegeben und eingeleitet, um der kritischen wirtschaftlichen Situation
zu entgegnen (für weitere Erläuterungen siehe Seite 40). Darüber hinaus gab es nach Abschluss der Berichtsperiode bis zur Veröffentlichung
dieses Berichts keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die sich wesentlich auf die
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des LEONI-Konzerns auswirkten. NachhaltigkeitsberichtLEONI verpflichtet sich zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmensführung, die den Bedürfnissen aller von unserem Handeln betroffenen Interessengruppen gerecht werden soll. Ausführliche Informationen zu diesem Thema enthält unser aktueller Nachhaltigkeitsbericht1 , der im Juli 2019 veröffentlicht wurde. Er ist auf unserer » Website unter der Rubrik Unternehmen/Publikationen abrufbar. 1
Der Nachhaltigkeitsbericht unterlag keiner Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer. Risiko- und ChancenberichtDie Risiko- und Chancensituation für den LEONI-Konzern sowie die Struktur und der
Aufbau des Risiko- und Chancenmanagements sind im Geschäftsbericht 2018 umfassend
dargestellt. Im Vergleich zum Jahresende 2018hat sich die Finanzsituation des LEONI-Konzerns durch die Cashflow-Entwicklung
angespannt. Damit erhöht sich auch das Risiko einer Finanzierung zu schlechteren Konditionen.
Der Vorstand hat Maßnahmen zur Cashflow-Verbesserung und Gegensteuerung ergriffen
und hält den Fortschritt mit höchster Priorität nach. PrognoseKonjunkturelle Rahmenbedingungen2019wird die globale Konjunktur nach den im Juli erneut nach unten revidierten Schätzungen
des IWF nur um 3,2 Prozent expandieren. Neben den mit Strafzöllen verbundenen Handelsstreitigkeiten
zwischen den USA und China, dem ungewissen Ausgang des Brexit und zunehmenden geopolitischen
Spannungen nennt der IWF auch die drohende Unterbrechung globaler Lieferketten im
Technologiesektor als wesentliches Risiko für die Weltwirtschaft. Generell kommen
Wachstumsimpulse vor allem aus den Entwicklungs- und Schwellenländern, deren BIP in
Summe voraussichtlich um 4,1 Prozent zulegen wird. In den Industrienationen ist dagegen
nur mit einem mäßigen Zuwachs um 1,9 Prozent zu rechnen. Weltwirtschaftswachstum 2018 bis 2020e%![]() Quelle: IWF Weltwirtschaftswachstum 2019 in ausgewählten Regionen%![]() Quelle: IWF (Schätzung) Vor dem Hintergrund der sich abschwächenden Automobilkonjunktur in China und Europa
wird die internationale Fahrzeugindustrie ihre Produktion im laufenden Jahr voraussichtlich
etwas drosseln. In seiner jüngsten Prognose rechnet das Marktforschungsinstitut IHS
Automotive 2019 nicht mehr wie zu Jahresbeginn mit einer Steigerung, sondern mit weltweit
3 Prozent weniger hergestellten Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Der Rückgang soll sowohl Asien als auch die Region EMEA und Amerika betreffen. Um
fast 40 Prozent und damit deutlich zulegen dürfte allerdings die Fertigung von Fahrzeugen
mit alternativen Antriebstechniken, die 2019 voraussichtlich etwa neun Prozent der
Gesamtproduktion ausmachen werden. Dabei wird in Europa eine besonders dynamische
Entwicklung vorhergesagt. Auch die Zahl der produzierten schweren Nutzfahrzeuge wird im laufenden Jahr laut
IHS Automotive global um 3 Prozent abnehmen. Hier sind jedoch regionale Unterschiede
zu erwarten: Während die Fertigung in Amerika und dem EMEA-Raum aus heutiger Sicht
etwas zunimmt, geht sie in Asien spürbar zurück. Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nach Regionen
![]() Quelle: IHS Automotive Produktion von schweren Nutzfahrzeugen nach Regionen
![]() Quelle: IHS Automotive In vielen übrigen für LEONI bedeutenden Abnehmerbranchen aus der Industrie sind die
Prognosen für die globale Entwicklung trotz der in der Berichtsperiode spürbaren Abschwächung
in Deutschland weiter günstig: So rechnet der VDMA 2019 im weltweiten Maschinen- und
Anlagenbau mit einem leichten Umsatzplus um zwei Prozent, das vor allem von China
und den USA getragen wird. Der ZVEI geht davon aus, dass der globale Markt für Elektrotechnik
und Elektronik im laufenden Jahr um vier Prozent wächst, gestützt sowohl auf Europa
als auch auf Asien und Amerika. Entwicklung des LEONI-KonzernsDas Unternehmen erwartet, dass entsprechend der Marktentwicklung der Umsatz für das Geschäftsjahr 2019 moderat unter Vorjahr liegen wird. Mit einer erwarteten besseren EBIT-Entwicklung im zweiten Halbjahr wird sich das Konzern EBIT 2019 vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21-Kosten auf einen bis zu mittleren zweistelligen negativen Mio. Euro Betrag belaufen1 . Durch eine weitgehend ausgeglichene Entwicklung des Free Cashflow im zweiten Halbjahr wird der Free Cashflow 2019 für den Konzern innerhalb einer Bandbreite um das Niveau des ersten Halbjahres plus/minus eines niedrigen zweistelligen Mio. Euro Betrags liegen. Bezogen auf die Division WSD erwartet LEONI, dass entsprechend der Marktentwicklung
der Umsatz für das Geschäftsjahr 2019 moderat bis spürbar unter Vorjahr liegen wird.
Mit einer erwarteten weiteren Verbesserung der operativen Performance im 2. Halbjahr
wird das EBIT 2019 der WSD vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21-Kosten im Bereich
eines hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen negativen Mio. Euro Betrags
liegen. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2019 für die Division WCS wird entsprechend der Marktentwicklung
erwartungsgemäß moderat unter Vorjahr liegen. Durch einen weitgehend stabilen Geschäftsverlauf
im 2. Halbjahr wird sich das EBIT 2019 der WCS vor Sondereffekten, sowie vor VALUE
21-Kosten auf einen mittleren zweistelligen positiven Mio. Euro Betrag belaufen. Im weiteren Jahresverlauf werden wir die Umsetzung des Programms VALUE 21 mit Hochdruck
vorantreiben. LEONI hat einen klaren Fahrplan, der jetzt mit bottom-up geplanten Maßnahmen
detailliert hinterlegt ist, um vor gegenläufigen Effekten nachhaltige Kosteneinsparungen
von brutto 500 Mio. Euro jährlich ab 2022 zu erreichen. LEONI ist auf einem sehr guten
Weg, dieses Ziel wie geplant zu erreichen. Das Unternehmen beabsichtigt, bis Ende
des Jahres 2019 mehr als die Hälfte der Initiativen umzusetzen. Damit wird die Basis
für die Realisierung eines großen Teils des Bruttokosteneinsparungspotenzials bereits
in den Folgejahren geschaffen. Zudem bereiten wir die im ersten Quartal 2020 anstehende Refinanzierung eines Teils
unserer Langfristverbindlichkeiten vor, für die verschiedene Optionen geprüft werden.
LEONI treibt den Carve-Out Prozess der Kabelsparte mit der gebotenen Sorgfalt voran
und hat noch keine Entscheidung zwischen den Optionen Börsengang, Teilverkauf oder
Verkauf getroffen. Das Unternehmen rechnet damit, die Umsetzung der angekündigten
Trennung von der WCS Division im Geschäftsjahr 2020 zu vollziehen. Hiermit wollen
wir es WCS ermöglichen, unter einer anderen Eigentümerstruktur sein volles Potenzial
schneller zu realisieren. Darüber hinaus arbeiten beide Unternehmensbereiche kontinuierlich an ihrer strategischen
Weiterentwicklung. Für die Wiring Systems Division bedeutet das, sich zunehmend als
globaler Lösungsanbieter für den Automobilsektor zu positionieren und dazu insbesondere
neue Chancen auf dem Gebiet des Energie- und Datenmanagements zu nutzen. Im Bereich
Elektromobilität sieht sich die WSD sowohl technologisch als auch in Bezug auf die
Marktposition gut aufgestellt, um von der fortschreitenden Umstellung auf Elektro-
und Hybridfahrzeuge zu profitieren. Die Wire & Cable Solutions Division plant, sich
zu einem führenden Anbieter intelligenter Kabellösungen und Dienstleistungen mit einer
starken Position in ihren Kernbereichen zu entwickeln und ihr langfristiges Wachstumspotenzial
weiter zu stärken. Mit der LEONiQ-Technologie und dem weiteren Ausbau ihres digitalen
Portfolios ist sie hierfür sehr gut positioniert. Verkürzter Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2019Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungscroll
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscroll
Konzern-Kapitalflussrechnungscroll
Konzern-BilanzAktivascroll
Passivascroll
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscroll
scroll
Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2019GrundlagenDieser Zwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit dem International Accounting
Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der Europäischen Union angewendet
wird, als verkürzter Zwischenabschluss erstellt. Der verkürzte Zwischenabschluss enthält
nicht alle für einen Konzernjahresabschluss erforderlichen Angaben und Informationen
und steht daher im Zusammenhang mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018. LEONI
erstellt und veröffentlicht den verkürzten Konzernzwischenabschluss in Euro (€). Der
vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss und der Konzernzwischenlagebericht
zum 30. Juni 2019 wurden einer prüferischen Durchsicht durch den Wirtschaftsprüfer
unterzogen. Die quartalsbezogenen Informationen, die in diesem Zwischenabschluss dargestellt
werden, sind ergänzend und wurden nicht der prüferischen Durchsicht durch den Wirtschaftsprüfer
unterzogen. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde vom Vorstand am 13. August
2019 zur Veröffentlichung freigegeben. 1 | RechnungslegungsgrundsätzeDie angewandten Konsolidierungs-, Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden entsprechen
denen des Konzernjahresabschlusses 2018 und wurden dort im Konzernanhang beschrieben. Aufgrund der Erstanwendung des IFRS 16 zum 1. Januar 2019 ergaben sich Änderungen
der Rechnungslegungsmethoden, welche nachfolgend beschrieben werden. IFRS 16 "Leasingverhältnisse" gilt erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
1. Januar 2019 beginnen und ersetzt IAS 17 "Leasingverhältnisse". LEONI wendet die
neuen Regelungen des IFRS 16 erstmals im Geschäftsjahr 2019 an und hat für die Umsetzung
den modifizierten, retrospektiven Ansatz gewählt, der durch die Übergangsvorschriften
im Standard geregelt ist. Daher wurde die Vergleichsperiode 2018 nicht angepasst.
Für Leasinggegenstände von geringem Wert (Neuwert des Vermögensgegenstands kleiner
5 T€) und für kurzfristige Leasingverhältnisse (Vertragslaufzeit weniger als zwölf
Monate) hat LEONI von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht, diese als Aufwand
über den Nutzungszeitraum linear zu erfassen. Zum Erstanwendungszeitpunkt wurde von
folgenden anderen Vereinfachungen Gebrauch gemacht, die durch den Standard erlaubt
sind: die anfänglichen, direkten Kosten wurden nicht bei der Erstanwendung berücksichtigt
und sieht ein Vertrag Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen vor, so wurde die Laufzeit
des Leasingverhältnisses rückwirkend bestimmt. Aus der Erstanwendung des IFRS 16 ergeben sich somit folgende Effekte: scroll
LEONI setzt zum Umstellungszeitpunkt Leasingverbindlichkeiten an, die vorher als Operating-Leasingverhältnisse
unter IAS 17 erfasst wurden. Diese Leasingverbindlichkeiten wurden zum Barwert der
zu diesem Zeitpunkt noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet. Die Leasingzahlungen
werden zu dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst.
Das dazugehörende Nutzungsrecht wurde zum gleichen Betrag angesetzt wie die Leasingverbindlichkeit,
angepasst um im Voraus geleistete Leasingzahlungen. Infolgedessen wurden bei der erstmaligen
Überleitung auf IFRS 16 Nutzungsrechte von insgesamt 157.934 T€ abzgl. im Voraus geleisteter
Leasingzahlungen in Höhe von 757 T€ und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 157.177
T€ erfasst. Daraus resultierte eine Bilanzverlängerung von 157.177 T€. Ausgehend von den operativen Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 ergab sich
folgender Überleitungseffekt auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten: scroll
1
Diese Position resultiert im Wesentlichen aus folgenden Leasingverhältnissen: Der gewichtete Durchschnittswert des Grenzfremdkapitalzinssatzes für die Abzinsung
der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 betrug 2,5 %. Die nachfolgende Tabelle bietet einen Überblick über die betroffenen Bilanzposten
und die Weiterentwicklung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten zum 30.
Juni 2019: scroll
Im Folgenden werden die Grundsätze für den Ansatz und die Bewertung von Leasingverhältnissen
nach IFRS 16 im Detail beschrieben. LEONI muss bei Vertragsbeginn beurteilen, ob der
Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der
Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung
eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Am Bereitstellungsdatum erfasst LEONI einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht
sowie eine Leasingverbindlichkeit. Nutzungsrechte beziehen sich hauptsächlich auf
Gebäude, Maschinen, KFZ und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Nutzungsrechte
werden erstmalig auf Basis des Betrages aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit
angesetzt, angepasst um bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen,
zuzüglich etwaiger entstandener anfänglicher direkten Kosten, abzüglich aller etwaigen
erhaltenen Leasinganreize. Die Vermögenswerte werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben.
Geht das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert über oder ist es hinreichend
sicher, dass eine Kaufoption ausgeübt wird, so ist das entsprechende Nutzungsrecht
über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts abzuschreiben. Die Vermögenswerte
werden ab dem Zeitpunkt des Bereitstellungsdatums abgeschrieben. LEONI wendet IAS 36 an, um zu bestimmen, ob ein Nutzungsrecht wertgemindert ist und
erfasst den festgestellten Wertminderungsaufwand entsprechend. Die Leasingverbindlichkeit wird erstmalig zum Barwert der Leasingzahlungen bewertet,
diskontiert mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz. Da der dem
Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz nicht bestimmt werden kann, verwendet
LEONI den Grenzfremdkapitalzinssatz, entsprechend der Laufzeit des zugrunde liegenden
Leasingverhältnisses, so wie im Standard vorgeschrieben. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten
erfolgt durch eine Erhöhung des Buchwertes, um dem Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeit
Rechnung zu tragen (unter Verwendung der Effektivzinsmethode) und durch eine Verringerung
des Buchwertes, um den geleisteten Leasingzahlungen Rechnung zu tragen. Die Leasingverbindlichkeiten
werden innerhalb der Finanzschulden des verkürzten Konzernzwischenabschlusses dargestellt. LEONI hat das Wahlrecht ausgeübt, keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten
für kurzfristige Leasingverhältnisse (mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger)
und Leasingverhältnisse von geringem Wert zu erfassen. Die entsprechenden Leasingzahlungen
werden als Aufwendungen in den Funktionsbereichen der Gewinn- und Verlustrechnung
angesetzt. Weitere für das Geschäftsjahr 2019 erstmals anzuwendende neue Rechnungslegungsstandards
wirken sich nicht wesentlich auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss aus und werden
aus diesem Grund nicht näher erläutert. 2 | KonsolidierungskreisNeben der LEONI AG, die ihren Sitz in Nürnberg, Marienstraße 7 hat und beim Amtsgericht
Nürnberg unter der Nummer HRB 202 geführt wird, werden in den verkürzten Konzernzwischenabschluss
alle Tochterunternehmen einbezogen, die von der LEONI AG unmittelbar oder mittelbar
beherrscht werden. Im ersten Halbjahr 2019 hat sich der Konsolidierungskreis durch den Verkauf einer
vollkonsolidierten chinesischen Bordnetz-Gesellschaft und die Gründung einer deutschen
Gesellschaft, die nach der Equity-Methode konsolidiert wird, nicht wesentlich verändert. 3 | Akquisitionen und Veräußerungen von TochterunternehmenLEONI verkaufte im April 2019 die LEONI ZhengAo Automotive Wire Harness Co., Ltd..
Das Tochterunternehmen schied am Tage des Verkaufs aus dem Konsolidierungskreis aus,
da zu diesem Zeitpunkt auch die Beherrschung über das Unternehmen auf den Erwerber
überging. Die vom Erwerber erbrachte Gegenleistung betrug 4.181 T€. Aus dem Verkauf
realisierte der Konzern insgesamt einen Ergebniseffekt aus Entkonsolidierung in Höhe
von - 349 T€. Dieser beinhaltete einen Währungsverlust in Höhe von - 247 T€, der aus
dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde und in
den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen ist. Folgende Übersicht zeigt die abgegangenen Vermögenswerte und Schulden: scroll
Erläuterungen4 | SegmentinformationenDer Konzern verfügt über zwei berichtspflichtige Segmente. Detaillierte Informationen
zu den Segmenten finden sich im Konzernzwischenlagebericht sowie im Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr 2018. Die Segmentinformationen stellen sich für den Berichtszeitraum wie folgt dar: scroll
5 | UmsatzerlöseDie Erlöse mit Kunden gliedern sich hinsichtlich des Zeitpunktes der Übertragung der
Güter und Dienstleistungen wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. scroll
scroll
scroll
6 | Sonstiges ErgebnisDie folgende Übersicht zeigt die Bruttobeträge, Ertragsteuereffekte und Nettobeträge
des sonstigen Ergebnisses: scroll
scroll
Im ersten Halbjahr führte der gesunkene Diskontierungssatz für Pensionsverpflichtungen
in Deutschland und England zu versicherungsmathematischen Verlusten in Höhe von 26.970
T€ (Vorjahr Gewinne: 18.075 T€). Zudem schlugen sich im sonstigen Ergebnis Währungsumrechnungsgewinne in Höhe von 9.779
T€ (Vorjahr Gewinne: 6.541 T€) durch die Translation von Fremdwährungen, im Wesentlichen
des chinesischen Renminbi und des russischen Rubels, in die Berichtswährung Euro nieder. Unter Berücksichtigung von latenten Steuern ergab sich insgesamt ein sonstiges Ergebnis
von -12.791 T€ (Vorjahr: 21.076 T€). 7 | Ergebnis vor Zinsen und SteuernDas Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging von 125 Mio. € im Vorjahr auf -155 Mio. € im ersten Halbjahr 2019 zurück. Neben einem geringeren Umsatz und ersten Kosten1 für das Programm VALUE 21, wurden in diesem Zeitraum Belastungen für den Projekthochlauf in Merida, Mexiko in Höhe von 59 Mio. € erfasst, die hauptsächlich in den Umsatzkosten enthalten waren. Außerdem wirkten sich Sondereffekte2 in Höhe von rund -102 Mio. € im Segment Wiring Systems aus. Aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, des schwächeren Marktumfelds der Automobilbranche und der seit März 2019 konkretisierten strategischen Neuausrichtung im Rahmen des Programms VALUE 21 hatte LEONI das Auftrags-Portfolio im Unternehmensbereich Wiring Systems und die Marktperspektiven neu eingeschätzt. Die Erkenntnisse führten zu Abwertungen von Vermögenswerten und weiteren Einmaleffekten in Höhe von 67 Mio. €, die sich in der Bilanz hauptsächlich im Sachanlagevermögen (36 Mio. €), in den immateriellen Vermögenswerten und Goodwill (6 Mio. €) und in den kurzfristigen Vermögenswerten (13 Mio. €) niederschlugen. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind diese Effekte hauptsächlich in den Umsatzkosten (38 Mio. €), den allgemeinen Verwaltungs- und Forschungs- und Entwicklungskosten (13 Mio. €) und in den Umsatzerlösen (8 Mio. €) enthalten. Von den Abwertungseffekten entfielen 26 Mio. € auf Abschreibungen infolge der Impairmenttests von drei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Im zweiten Quartal gab es keine vergleichbaren Sondereffekte, die zu Abwertungen führten. Im Rahmen der Impairmenttests kam es jedoch bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit des Segments Wire & Cable Solutions zu einem deutlichen Rückgang des erzielbaren Betrags. Ab einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,05 Prozentpunkte würde ceteris paribus der erzielbare Betrag dem Buchwert entsprechen. Zusätzlich zu den Effekten in Höhe von 67 Mio. € wurden Rückstellungen im Wesentlichen
für erwartete Verluste aus vertraglichen Verpflichtungen mit Kunden in Höhe von 35
Mio. € gebildet, die sich hauptsächlich in den Umsatzkosten ausgewirkt haben. 1
Kosten für das Programm VALUE 21 beinhalten alle damit verbundenen Restrukturierungs-
und Abfindungskosten sowie externen Beraterkosten. 8 | FinanzschuldenDie Summe der kurzfristigen und langfristigen Finanzschulden betrug zum 30. Juni 2019
insgesamt 1.316.022 T€ (31.12.2018: 764.430 T€). Der Anstieg resultiert vor allem
aus der stichtagsbedingten Erhöhung des Working Capital und wurde im Wesentlichen
durch Inanspruchnahme der Linien des Konsortialkredites finanziert. Zudem ist ein
Teil des Anstiegs (182.343 T€ zum 30. Juni 2019) auf die Anwendung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse"
zurückzuführen (für weitere Erläuterungen siehe Textziffer 1). 9 | FinanzinstrumenteDie folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente,
die zum 30. Juni 2019 und zum 31. Dezember 2018 im Konzern bestanden: scroll
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Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen entsprachen
die beizulegenden Zeitwerte wie im Vorjahr weitgehend den Buchwerten. Die beizulegenden Zeitwerte von sonstigen finanziellen Forderungen mit Restlaufzeiten
über einem Jahr entsprachen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen
Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt-
und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen reflektierten. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten
hatten regelmäßig kurze Restlaufzeiten, die bilanzierten Werte stellten näherungsweise
die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten, der Schuldscheindarlehen und der sonstigen langfristigen
finanziellen Verbindlichkeiten wurden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen
Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurven und der konzernspezifischen
Margen ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften wurden auf Basis von aktuellen,
am Markt beobachtbaren Referenzkursen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. -abschläge
bestimmt. Dem Nichterfüllungsrisiko der Geschäftspartner und dem Nichterfüllungsrisiko
des Konzerns trägt LEONI durch die Ermittlung von Berichtigungswerten, sogenannten
Credit Value Adjustments (CVA) oder Debt Value Adjustments (DVA), auf Basis eines
Auf-/Abschlagsverfahrens Rechnung. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsinstrumente
(Zinsswaps) wurden auf Basis abgezinster, zukünftiger Cashflows ermittelt. Dabei wurden
die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet. Bewertungsmethode zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Die folgenden Tabellen enthalten eine Übersicht der angewendeten Bewertungsmethoden
für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts ("Fair Value") für die betroffenen
Finanzinstrumente als auch ihre Zuordnung zu den Hierachiestufen: scroll
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Im Berichtszeitraum fanden keine Bewegungen zwischen den einzelnen Stufen statt. Weitere Informationen10| Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und PersonenLEONI unterhält mit Gemeinschaftsunternehmen Beziehungen im Rahmen der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit. Dabei kauft und verkauft LEONI Produkte und Dienstleistungen grundsätzlich
zu Marktbedingungen. Im Berichtszeitraum wurden aus Verkäufen und Dienstleistungen
mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 5.463 T€ (Vorjahr: 4.783
T€) erlöst. Aus diesen Geschäften resultierten Forderungen von 3.261 T€ (31.12.2018:
15.268 T€). Die Erlöse und Forderungen wurden im Wesentlichen aus der Geschäftsbeziehung
mit dem chinesischen Joint-Venture in Langfang generiert. Aus Verkäufen und Dienstleistungen an Mitglieder des Aufsichtsrats und deren Unternehmen
wurden im Berichtszeitraum 1.429 T€ (Vorjahr: 1.297 T€) Erlöse erzielt sowie Käufe
im Wert von 427 T€ (Vorjahr: 217 T€) getätigt. Aus diesen Geschäften resultierten
Forderungen in Höhe von 202 T€ (31.12.2018: 205 T€). Alle Lieferund Leistungsbeziehungen
wurden zu marktüblichen Bedingungen getätigt. 11| Vorstand und AufsichtsratAm 17. März 2019 legte Karl Gadesmann sein Mandat als Finanzvorstand im Einvernehmen
mit dem Aufsichtsrat nieder und schied zu diesem Termin aus dem Unternehmen aus. Seine
Nachfolgerin Ingrid Jägering ergänzt seit dem 01. August 2019 das Vorstandsgremium. In der Zwischenzeit übernahm Aldo Kamper zusätzlich zu seinen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender
noch die des Finanzvorstandes der LEONI AG und die in dieser Verantwortung liegenden
Ressorts. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde als Vertreterin der Arbeitnehmerseite zum 15.01.2019
Janine Heide. Sie tritt die Nachfolge von Carmen Schwarz an, die ihr Amt mit Wirkung
zum 13.01.2019 niedergelegt hat. 12 | Ereignisse nach dem BilanzstichtagAnfang Juli hat Leoni im Rahmen von VALUE 21 erste Schritte bekanntgegeben und eingeleitet,
um der kritischen wirtschaftlichen Situation zu entgegnen. In diesem Zusammenhang
hatte Leoni die Gewerkschaft und die Mitarbeiter über den geplanten Personalabbau
in Hochlohn-Ländern informiert. Zudem bereitet LEONI eine Trennung vom Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions
(WCS) vor. Zu diesem Zweck ist ein Börsengang oder Verkauf der WCS geplant, einschließlich
der Option eines Anteilsverkaufs. Nürnberg, den 13. August 2019 Der Vorstand scroll
Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die LEONI AG, Nürnberg Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus der Konzern-Gewinn
und Verlustrechnung sowie Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung,
der Konzern-Bilanz, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten
erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der LEONI AG, Nürnberg,
für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2019, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts
nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den International Financial Reporting Standards
(IFRS) für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts
nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in
der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist
es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht
auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben. Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und
des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen
vorgenommen. Danach haben wir die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen,
dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können,
dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung
mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder
der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit
den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt
worden ist. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen
von Mitarbeitern der Gesellschaft und Personen mit Verantwortlichkeit in der Rechnungslegung
sowie auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung
erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben,
können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen. Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt
geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss
der LEONI AG, Nürnberg, in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der
Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden
ist. Ohne unser Urteil einzuschränken, weisen wir darauf hin, dass wir die im verkürzten
Konzernzwischenabschluss und Konzernzwischenlagebericht separat dargestellten zeitraumbezogenen
Angaben für das 1. und 2. Quartal in 2019 und die vier Quartale in 2018 sowie die
sich hierauf beziehenden Erläuterungen nicht unserer prüferischen Durchsicht unterzogen
haben. Nürnberg, den 13. August 2019 Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft scroll
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung
der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind. Nürnberg, den 13. August 2019 Der Vorstand scroll
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