LS telcom AktiengesellschaftLichtenauHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.10.2023 bis zum 31.03.2024Vorwort des VorstandsSehr geehrte Aktionäre und Geschäftspartner,
liebe Mitarbeitende der LS telcom AG,
das erste Halbjahr 2023/2024 war herausfordernd, da die
geopolitischen Spannungen und die schwache wirtschaftliche
Entwicklung in einigen Regionen zu einer Priorisierung von
staatlichen Ausgaben hin zu Investitionen in den
militärischen Bereich führten. Als Folge hielten
sich insbesondere staatliche Kunden wie Behörden und
Ministerien mit Investitionen in Funkkommunikation sowie in
Spektrum-Managementlösungen zurück.
Wir haben darauf reagiert und unser Produktportfolio
gezielt noch stärker in Richtung militärische
Frequenzverwaltung ausgeweitet. Die Investitionen der LS
telcom fokussieren sich auf die Optimierung unserer
Produkte, um fortschrittliche Lösungen für
elektronische und funkbasierte Verteidigung anbieten zu
können. Diese Investitionen sowie die
Zurückhaltung der zivilen Behörden sorgten im
ersten Halbjahr 2023/2024 für einen
Umsatzrückgang und ein negatives Ergebnis.
Der Umsatz der LS telcom ging um 17 % auf EUR 17,6 Mio.
zurück. Das EBIT verzeichnete einen starken
Rückgang auf EUR -1,4 Mio. im Vergleich zu 728 TEUR im
Vorjahr.
Wir müssen feststellen, dass die Wachstumsraten
für Umsatz und Ergebnis der ersten sechs Monate nicht
zufriedenstellend sind.
Wir sind jedoch optimistisch, dass sich die
Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr wieder beschleunigen
wird. Zusätzlich zum bestehenden Auftragsbestand
liegen uns großvolumige konkrete Anfragen und
potenzielle Zuschläge vor, insbesondere aus dem
militärischen Bereich. Daraus sollte zusätzlicher
Umsatz realisiert werden können. Zudem werden wir
durch bereits eingeleitete Maßnahmen, wie
beispielsweise die Reduzierung externer Dienstleister,
unsere Kostenbasis weiter optimieren.
Bei unserem großen Innovationsprojekt mySPECTRA
konnten wir im ersten Halbjahr weiter deutliche
Fortschritte erzielen. So ging das Projekt mit einer
europäischen Regulierungsbehörde in Betrieb, das
eine umfassende mySPECTRAevo Lösung darstellt. Damit
ist uns mit mySPECTRAevo die Transformation hin zu einer
vollständigen Produktlösung für Kunden
gelungen, die bereits Frequenzmanagement-Lösungen von
uns im Einsatz haben. Wir gehen davon aus, dass
mittelfristig weitere Kunden ein Upgrade auf mySEPCTRAevo
durchführen werden.
Der afrikanische Kontinent hat sich für LS telcom
zu einem wichtigen Markt entwickelt, da sich in vielen
Ländern die Fukkommunikation im Aufbau befindet und
entsprechende Frequenzmanagement-Lösungen dafür
benötigt werden. So ging das im letzten
Geschäftsjahr abgeschlossene mySPECTRA-Projekt in
einem westafrikanischen Land nun im ersten Halbjahr in
Betrieb. Ein Großprojekt in Sambia wurde fristgerecht
beliefert. Für den vollständigen Abschluss des
Projekts sind noch Infrastrukturbeistellungen durch den
Kunden notwendig.
Aufgrund notwendiger Anpassungen seitens des Kunden
sowie der Integration von Drittsoftware ist häufig ein
deutlicher Zeitversatz zwischen vollständiger
Lieferung und tatsächlicher Inbetriebnahme zu
verzeichnen. Dieser Versatz ist für das
Folgegeschäft in der Region von großer
Bedeutung.
Erfreulich ist, dass auch im militärischen Bereich
Erfolge mit den Frequenzmanagement-Lösungen von LS
telcom erzielt wurden, da dieser Markt in den nächsten
Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen dürfte.
Zum Stichtag 31.03.2024 lag der Auftragsbestand bei EUR
34,3 Mio. Daraus erwarten wir realisierbare Umsätze im
zweiten Halbjahr in Höhe von EUR 15,5 Mio. Zudem gehen
wir davon aus, dass zusätzliche Umsätze aus den
vorliegenden Anfragen erzielt werden können. Insgesamt
sind wir daher für das zweite Halbjahr 2023/2024
optimistisch, Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum ersten
Halbjahr steigern zu können.
Wir bestätigen die Prognose für das laufende
Geschäftsjahr 2023/2024, einen Umsatz in dem Korridor
von EUR 41 Mio. bis EUR 45 Mio. sowie ein EBIT in der
Spanne von EUR 0,5 Mio. bis EUR 1,2 Mio. erzielen zu
können.
Wir bedanken uns bei unseren Aktionären für
ihr Vertrauen, bei unseren Kunden dafür, uns auch in
diesen komplexen Zeiten treu geblieben zu sein und bei
unseren Mitarbeitenden für ihren überaus
engagierten Einsatz.
Im Juni 2024
Der Vorstand der LS telcom AG
scrollen
Die LS telcom im ÜberblickDie LS telcom AG (ISIN: DE0005754402; WKN: 575440) mit
Hauptsitz in Lichtenau (Baden) ist führender Anbieter
von Softwarelösungen und -systemen für die
effiziente Nutzung des Funkfrequenzspektrums in allen
Funkdiensten. Dabei ist LS telcom als "one-stop-shop"
Anbieter positioniert, so dass Kunden zusätzlich zur
Software integrierte Systeme und Hardware-Lösungen
beziehen können. Zudem nutzt LS telcom ihre Expertise
im Bereich Spektrum-Management sowie in der drahtlosen
Kommunikation und bietet umfassende
Beratungsdienstleistungen an.
Die Lösungen der LS telcom Firmengruppe sowie ihre
umfassende Fachkompetenz können über nahezu alle
Branchen und Anwendungsgebiete eingesetzt werden. Zu den
klassischen Kunden gehören Regulierungsbehörden
und Telekommunikationsministerien. Mit Fortschreiten der
Digitalisierung haben sich die Einsatzfelder um ein
Vielfaches erhöht: Militär,
Sicherheitsbehörden, Industrie, Krankenhäuser,
Flughäfen, Transport und Verkehr sowie viele weitere
Branchen.
Zum Produktportfolio gehören insbesondere voll
integrierte Frequenzmanagement- und
Funküberwachungs-Lösungen, optimale Planung von
Funknetzen, Minimierung von Funkstörungen,
Implementierung und Optimierung von Netzen sowie
Sendersysteme in standardisierten Containerlösungen
ebenso wie technische Analyse- und Planungs-Software oder
kompetente Beratung in Strategie- und Umsetzungsfragen.
Die starke Marktposition von LS telcom wird dadurch
unterstrichen, dass sich bereits Regulierungsbehörden
und Telekommunikationsministerien aus über 100
Ländern für Lösungen (Beratungsleistungen
und Systeminstallationen) von LS telcom entschieden haben.
Zum LS telcom Konzern gehören Tochtergesellschaften
und Beteiligungen in allen wesentlichen Märkten, u. a.
in Australien, Bosnien und Herzegowina, China, Frankreich,
Großbritannien, Indien, Kanada, Südafrika, in
den USA und im Mittleren Osten.
Wesentliche Kennzahlen des LS telcom Konzerns (nach IFRS)scrollen
Zwischenabschluss der LS telcom Aktiengesellschaft, Lichtenau, zum 31.03.2024Konzern-Bilanz (IFRS)Aktivascrollen
Passivascrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnung (IFRS)scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)scrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS)scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
Anhang (verkürzt)RechnungslegungsgrundsätzeDieser Konzern-Halbjahresfinanzbericht wurde
gemäß IAS 34 "Zwischenberichterstattung" vom
01.10.2023 bis zum 31.03.2024 erstellt und umfasst die
Zahlenangaben zu Bilanz, Gewinn- und-Verlust-Rechnung,
Angaben zum Ergebnis je Aktie, eine Kapitalflussrechnung
sowie den Eigenkapitalspiegel, jeweils mit
Vergleichsangaben für den relevanten
Vorjahreszeitraum.
Der Bericht basiert auf den
Rechnungslegungsgrundsätzen nach International
Financial Reporting Standards (IFRS). Es wurden
grundsätzlich dieselben Bewertungs- und
Bilanzierungsmethoden wie im letzten Konzern-Abschluss
verwendet.
Aus den Änderungen der IFRS ergeben sich für
das Geschäftsjahr keine wesentlichen Änderungen.
Die Vorgehensweise zur Ermittlung der Ertragsteuern
entspricht der im vorangegangenen
Geschäftsjahresabschluss verwendeten Methode.
Dieser Konzern-Halbjahresfinanzbericht wurde weder
entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer
prüferischen Durchsicht durch einen
Abschlussprüfer unterzogen.
KonsolidierungsgrundsätzeKonsolidierungskreisGegenüber dem letzten Geschäftsbericht ergab
sich keine Änderung im Konsolidierungskreis.
KonsolidierungsmethodenDie Konsolidierung erfolgt nach derselben Methodik, die
auch im letzten Jahresabschluss angewandt wurde.
Erläuterung zur BilanzDa dieselben Bilanzierungsgrundsätze wie im letzten
Jahresabschluss angewandt wurden, gelten diese qualitativ
im Wesentlichen auch für diesen Zwischenabschluss. Es
werden hier lediglich spezielle Erläuterungen zu den
Positionen gegeben, die wesentliche Änderungen der
Beträge gegenüber dem letzten Jahresabschluss
ausweisen.
Langfristige VermögenswerteDie langfristigen Vermögenswerte sind
gegenüber dem letzten Jahresabschluss zum 30.09.2023
um TEUR 155 auf TEUR 22.946 gestiegen, im Wesentlichen
bedingt durch den Anstieg der Entwicklungskosten innerhalb
der immateriellen Firmenwerte.
VorräteGegenüber dem letzten Bilanzstichtag ist diese
Position um TEUR 163 auf TEUR 1.176 gestiegen. Der Grund
hierfür liegt in gestiegenen Vorräten für
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und den gestiegenen
erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte.
Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDer Wert dieser Position (TEUR 6.352) ist gegenüber
dem vorangegangenen Geschäftsjahr (TEUR 8.396) um TEUR
2.044 zurückgegangen.
Liquide MittelDie liquiden Mittel betragen per 31.03.2024 TEUR 9.122
und liegen damit um TEUR 4.195 über dem Wert per
30.09.2023. Der Bestand des Finanzmittelfonds beträgt
gemäß der Kapitalflussrechnung TEUR 8.641, da
hier die liquiden Mittel um die kurzfristigen finanziellen
Kontokorrent-Verbindlichkeiten gekürzt wurden. Die
Entwicklung dieser Bilanzposition wird im nachfolgenden
Zwischenlagebericht im Kapitel "Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage" im Abschnitt "Entwicklung des
Finanzmittelfonds" näher erläutert.
Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige VermögenswerteDieser Bilanzposten (TEUR 2.740) ist um TEUR 1.696
gegenüber dem letzten Jahresabschluss (TEUR 1.044)
gestiegen. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus
kurzfristigen Steuerforderungen.
Langfristige finanzielle VerbindlichkeitenDiese Position stellt die langfristigen
Verbindlichkeiten aus Bankdarlehen und
Leasingverträgen dar und ist um TEUR 6.765 auf TEUR
11.451 gestiegen. Der Hauptgrund für diesen Anstieg
ist ein von der LS telcom AG aufgenommenes Darlehen der
L-Bank aus dem Programm Liquiditätskredit in Höhe
von EUR 7,0 Mio. Das Darlehen wird mit 4,5 % p.a. verzinst
und hat eine Laufzeit bis 31.03.2032. Die Tilgung erfolgt
in 24 vierteljährlichen Raten, wobei die erste
Ratenzahlung am 30.06.2026 fällig ist. Das Darlehen
dient der Betriebsmittelfinanzierung.
Kurzfristige RückstellungenDie kurzfristigen Rückstellungen und
Steuerrückstellungen i. H. von insgesamt TEUR 192 sind
gegenüber dem letzten Jahresabschluss (TEUR 559)
aufgrund des Verbrauchs von Provisionsrückstellungen
von Fremddiensleitern sowie des Verbrauchs von
Steuerrückstellungen um TEUR 367 gesunken.
Erhaltene AnzahlungenDie erhaltenen Anzahlungen in Höhe von TEUR 304
sind um TEUR 102 niedriger als zum Ende des vergangenen
Geschäftsjahres (TEUR 406 zum 30.09.2023).
VertragsverbindlichkeitenDiese Position zeigt nach IFRS 15 die
Vertragsverbindlichkeiten, welche um TEUR 2.257 auf TEUR
2.649 gestiegen sind.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
sind im Berichtszeitraum von TEUR 2.397 auf TEUR 1.665
gesunken.
Kurzfristige FinanzverbindlichkeitenDie kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten i. H. von TEUR
3.174 enthalten sowohl den kurzfristigen Anteil aus
Leasingfinanzierungen als auch aus Bankdarlehen. Hier ist
eine Abnahme, im Wesentlichen verursacht durch den
Rückgang des kurzfristigen Anteils der Bankdarlehen,
i. H. von TEUR 771 gegenüber dem letzten
Bilanzstichtag zu verzeichnen.
Sonstige kurzfristige VerbindlichkeitenDie sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (TEUR
7.352) sind gegenüber dem letzten Jahresabschluss um
TEUR 879 gestiegen. Dies liegt vor allem an dem Anstieg der
Verbindlichkeiten aus Steuern.
Erläuterung zur Gewinn- und Verlust-RechnungDa dieselben Bilanzierungsgrundsätze wie im letzten
Jahresabschluss angewandt wurden, gelten diese qualitativ
im Wesentlichen auch für diesen Zwischenabschluss. Es
sind insofern keine weiteren Erläuterungen notwendig.
Bezüglich der Positionen, die wesentliche
Änderungen der Beträge im Vorjahresvergleich
aufzeigen, wird auf die Ausführungen zur Ertrags-,
Finanz- und Vermögenslage im nachfolgenden
Zwischenlagebericht verwiesen.
ZwischenlageberichtGeschäft und RahmenbedingungenMarktumfeld und Umsatzentwicklung
Im ersten Halbjahr 2023/2024 verzeichnete LS telcom von
Seiten ihrer traditionellen Kunden wie Behörden und
Ministerien im Regulierungsumfeld eine deutliche
Zurückhaltung bei Investitionen in neue und bei
laufenden Projekten. Wesentliche Gründe hierfür
sind die schwache Wirtschaftsentwicklung in einigen
Regionen sowie geopolitische Krisen, insbesondere der Krieg
Russlands gegen die Ukraine. Die geopolitischen
Herausforderungen führten zudem dazu, dass Staaten
ihre Ausgaben im Bereich Verteidigung und innere Sicherheit
deutlich erhöhten, was zu einem Rückgang der
Budgets auch für zivile Frequenz-Verwaltungssysteme
zur Folge hatte.
Entsprechend waren in den ersten sechs Monaten des
aktuellen Geschäftsjahres die Umsatzerlöse der LS
telcom Gruppe rückläufig. Gegenüber dem
Vorjahreszeitraum reduzierten sich die Umsatzerlöse um
17 % auf TEUR 17.570 (i. V. TEUR 21.041). Das EBIT lag bei
TEUR -1.374 gegenüber TEUR 728 im Vorjahreszeitraum.
AbsatzentwicklungDer Auftragsbestand ging aufgrund des schwachen Umfelds
für Investitionen in zivile Frequenzmanagemen-Systeme
zum Stichtag gegenüber dem Vorjahr um 25,8 % auf EUR
34,3 Mio. zurück. In diesem herausfordernden Umfeld
ist es der LS telcom gelungen, ihr langfristig ausgelegtes
Innovationsprojekt mySPETRA weiter voranzutreiben. Auch
wenn einige Module noch in der Entwicklung sind, ist das
System zur Marktreife gelangt und bei Kunden im Einsatz. So
ging ein Projekt mit einer europäischen
Regulierungsbehörde in Betrieb, bei dem eine
umfassende mySPECTRAevo Lösung zum Einsatz kommt.
Auf dem afrikanischen Markt verzeichnete LS telcom eine
solide Nachfrage. Der afrikanische Absatzmarkt wird
für die LS telcom Gruppe stetig wichtiger. In den
afrikanischen Märkten befindet sich die
Funkkommunikation noch im Ausbau. Entsprechend ist die
Nachfrage nach leistungsfähigen
Frequenzmanagement-Lösungen hoch. Beispielsweise ging
das bereits im letzten Geschäftsjahr abgeschlossene
mySPECTRA-Projekt in einem westafrikanischen Land im ersten
Halbjahr in Betrieb. Aufgrund notwendiger Anpassungen
seitens des Kunden sowie der Integration von Drittsoftware
kam es zu einem Zeitversatz zwischen vollständiger
Lieferung und tatsächlicher Inbetriebnahme. Ein
Lieferung hardwarenaher Systeme nach Sambia wurde im ersten
Halbjahr 2023/2024 abgeschlossen. Für den Abschluss
des Projekts sind noch Infrastrukturbeistellungen durch den
Kunden notwendig.
Im Segment Dienstleistungen, in dem wir vornehmlich
Beratungsdienstleistungen vermarkten, profitierte die LS
telcom Gruppe von Verlängerungen und umfangreichen
Abrufen aus Rahmenverträgen mit langjährigen
Bestandskunden, hauptsächlich aus Deutschland, in den
Marktsegmenten öffentliche Sicherheit, Flughäfen,
Transport und Verkehr. Zudem wurden in zahlreichen Vorhaben
wichtige Meilensteine erreicht, darunter eine neu
beauftragte Funkversorgungsanalyse für die maltesische
Rundfunkbehörde sowie in mehreren Projekten im
Marktsegment Öl & Gas, wo auch weitere Projekte
und neue Kunden im Mittleren Osten gewonnen werden konnten.
Mit der US-Tochtergesellschaft RadioSoft Inc. gelang LS
telcom im Bereich der Frequenzkoordination eine wichtige
Allianz mit WIA, einem bisherigen Mitbewerber, zu
schließen. Dadurch können künftig auch
deren Kunden betreut werden.
Entwicklung in den SegmentenWesentlich verantwortlich für die
rückläufige Umsatzentwicklung war das Kernsegment
"Softwaresysteme", das einen Rückgang um 25 % zu
verzeichnen hatte. Die Umsatzerlöse des Segments
setzen sich aus wiederkehrenden Wartungserlösen sowie
Software-Projektumsätzen für bestehende und neue
Projekte zusammen. Während sich die
Wartungserlöse erfreulich entwickelten und um 6 % auf
TEUR 7.200 stiegen, hielten sich Regulierungsbehörden
in starkem Maße bei Software-Investitionen
zurück. Der Umsatzbeitrag des Segments Softwaresysteme
lag bei 64 % nach 71 % im Vorjahreszeitraum.
Das Segment "Dienstleistungen" konnte die Umsätze
deutlich um 10 % auf TEUR 3.647 steigern und erzielte damit
rund 21 % (i. V. 16 %) des Konzern-Halbjahresumsatzes.
Das Segment "Hardwarenahe Systeme" steuerte in den
ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ca. 15 % zum
Gesamtumsatz bei, im Vorjahr lag der Umsatzanteil des
Geschäftssegments bei ca. 13 %.
Auf der Ebene der einzelnen Unternehmenssegmente stellt
sich die Umsatz- und EBIT-Verteilung wie folgt dar:
scrollen
Der Auslandsanteil der Umsatzerlöse liegt im
Berichtszeitraum bei etwa 85 %. Dieser Exportanteil setzt
sich zusammen aus 22 % der Umsatzerlöse aus dem
europäischen Ausland und 63 % aus den restlichen
Regionen.
Das Segment "Hardwarenahe Systeme" beschreibt die
Teilgeschäfte mit Hardware-Systemlösungen,
typischerweise mit höherem Materialeinsatz. In
"Hardwarenahe Systeme" gehen die Lieferung und
Implementierung von integrierten Funkmesssystemen ebenso
mit ein wie auch beispielsweise der Aufbau von Sender- oder
Generatoranlagen, deren Installation und Inbetriebnahme.
Obwohl der Umsatz leicht um 4 % zurückging, konnte das
Ergebnis auf 195 TEUR (im Vergleich zu 164 TEUR im Vorjahr)
gesteigert werden, da der verbleibende Umsatz teilweise
durch ein margenstarkes Projekt erzielt wurde.
Unter "Dienstleistungen" werden sämtliche
Tätigkeiten zusammengefasst, die LS telcom in Form von
Trainings-, Planungs-, Ingenieur- und
Beratungsdienstleistungen für unterschiedliche Kunden
erbringt und die nicht Teil von Software- oder
Hardwareprojekten sind. Als Kunden werden hier unter
anderem spezielle Nutzer von Funkfrequenzspektrum,
Netzbetreiber und Regulierungsbehörden bedient. Das
Segment "Dienstleistungen" konnte im Berichtszeitraum seine
Umsätze deutlich um 10 % steigern. Dabei wurde das
EBIT des Segments überproportional auf 218 TEUR (im
Vergleich zu 10 TEUR im Vorjahr) gesteigert.
Das Segment "Softwaresysteme" beinhaltet das reine
Softwaregeschäft, einschließlich des
Projektgeschäfts (mit Regulierungsbehörden und
anderen Kunden), bei dem Produkte aus unterschiedlichsten
Bereichen (Rundfunk-, Mobilfunk- und
Richtfunkplanungsmodule sowie administrative
Datenbanklösungen) zum Einsatz kommen und von der LS
telcom in umfassende Systemlösungen integriert werden.
Dieses Berichtssegment umfasst daneben auch das
Geschäft mit einzelnen, softwarebasierten
Funknetzplanungsprodukten (Einzelmodule) und betrifft damit
überwiegend das klassische, skalierbare
Software-Lizenzgeschäft. Der Verkauf von solchen
Einzelmodulen enthält typischerweise weniger
Anpassungsleistungen als die vorgenannten, umfangreicheren
und komplexeren Softwareprojekte. Der Umsatzrückgang
von 25 % spiegelt sich auch in der EBIT-Entwicklung wider.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging das EBIT von TEUR
554 auf TEUR -1.787 in der Berichtsperiode zurück.
MitarbeitendeZum 31.03.2024 beschäftigte der LS telcom Konzern
weltweit 295 Mitarbeitende (als Vollzeitäquivalent
gerechnet). Aufgrund von Neueinstellungen zur Einsparung
von externen Dienstleistern erhöhte sich die
Mitarbeiterzahl um 11 Personen und liegt somit über
dem Niveau des Vorjahres (31.03.2023).
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageEntwicklung von Umsatz und GesamtleistungDie LS telcom Gruppe erzielte im Berichtszeitraum einen
Umsatz von EUR 17,6 Mio. (i. V. EUR EUR 21,0 Mio.). Dies
entspricht einem Rückgang gegenüber der
Vergleichsperiode erstes Halbjahr 2022/2023 von 17 %. Die
Gesamtleistung lag bei EUR 20,2 Mio. und damit ca. 18 %
unter dem Wert des Vorjahrsvergleichszeitraums (i. V. EUR
24,6 Mio.).
Die schwache Entwicklung des Umsatzes und der
Gesamtleistung ist im Wesentlichen auf eine
Zurückhaltung bei Investitionen von Behörden und
Ministerien in Funkfrequenz- und Frequenz-Managementsysteme
zurückzuführen. Gründe hierfür sind zum
einen eine schwache wirtschaftliche Entwicklung in einigen
Weltregionen und zum anderen das Setzen von
Budget-Prioritäten auf die Bereiche Verteidigung und
Innere Sicherheit infolge der geopolitischen Krisen.
In diesem herausfordernden Umfeld entwickelten sich die
Erlöse aus Wartungsumsätzen erfreulich und
konnten gegenüber dem Vorjahr von EUR 6,8 Mio. um 6 %
auf EUR 7,2 Mio. gesteigert werden.
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei TEUR
408 gegenüber TEUR 523 im Vorjahr. Der leichte
Rückgang ist im Wesentlichen auf Währungseffekte
zurückzuführen. Diese fielen im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um TEUR 156 niedriger aus (31.03.2023).
Im ersten Halbjahr 2023/2024 lagen die aktivierten
Eigenleistungen bei TEUR 2.255 (i. V. TEUR 2.713). Die
aktivierten Eigenleistungen spiegeln hauptsächlich den
Anteil der Entwicklungsaufwendungen für das
mySPECTRA-Softwaresystem wider, der aktiviert wurde.
Wesentliche Komponenten des Systems sind bereits fertig
gestellt. Entsprechend gingen die Entwicklungsaufwendungen
und damit die Aktivierungen zurück.
Entwicklung der KostenDer Materialaufwand reduzierte sich von TEUR 5.429 im
ersten Halbjahr 2022/2023 um ca. 33 % auf TEUR 3.629 und
ist auf das Auslaufen materialintensiver Projekte mit
hardwarenahen Systemen sowie auf einen deutlich reduzierten
Einsatz von Fremddienstleistungen zurückzuführen.
Entsprechend reduzierten sich die Aufwendungen für
Roh-, Hilfs- und Betriebssstoffe um 33 % auf TEUR 743 (i.
V. TEUR 1.116). Die Aufwendungen für bezogene
Leistungen gingen ebenfalls um 33 % auf TEUR 2.887 (i. V.
TEUR 4.312) zurück. Dabei handelt es sich
hauptsächlich um Aufwendungen für externe
Fremddienstleister.
Der Personalaufwand weist mit TEUR 12.084 (i. V. TEUR
11.789) gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 3 %
aus. Die Steigerung resultiert aus Neueinstellungen zur
Einsparung von externen Fremddienstleistern sowie aus
inflationsbedingten Gehaltssteigerungen.
Die Abschreibungen lagen im Berichtszeitraum bei TEUR
2.641 (i. V. TEUR 2.684).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 3.245)
sind gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum (i. V.
TEUR 3.930) um ca. 17 % gesunken. Im Vorjahr schlugen hier
hohe nicht-cashwirksame Währungsverluste aus der
Konzern-Konsolidierung in Höhe von TEUR 837 zu Buche.
In diesem Jahr betrugen die Währungsverluste aus der
Konsolidierung TEUR 119.
Das Finanzergebnis lag bei TEUR ‑249 (i. V. TEUR
‑296). Das Ergebnis aus at equity bewerteten
Beteiligungen verbesserte sich um TEUR 151 auf TEUR
‑24.
Die Ertragssteuern liegen mit TEUR 338 unter dem
Vorjahresniveau (i. V. TEUR 839). Der wesentliche Anteil
kommt mit TEUR 298 aus den passiven latenten Steuern.
PeriodenergebnisIm Vergleich zum Vorjahr ging das Betriebsergebnis
(EBIT) von TEUR 728 auf TEUR ‑1.374 zurück. Der
Rückgang ist im Wesentlichen auf den Rückgang der
Umsatzerlöse um TEUR 3.471 gegenüber dem
Vorjahreszeitraum zurückzuführen, denen eine
nicht gleichermaßen hohe Abnahme der Kosten
gegenübersteht.
Das den Aktionären der LS telcom AG zuzurechnende
Konzern-Periodenergebnis nach Minderheitenanteilen
beträgt TEUR ‑1.996 (i. V. TEUR ‑352),
entsprechend einem Ergebnis je Aktie (verwässert und
unverwässert) von EUR ‑0,34 (i. V. EUR
‑0,06).
InvestitionenIm bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2023/2024
wurden Investitionen in Höhe von TEUR 2.924 (i. V.
TEUR 3.159) getätigt. Darin enthalten sind neben
aktivierten Eigenleistungen auch Erhaltungs- und
Neuinvestitionen in Sachanlagen sowie Nutzungsrechte nach
IFRS 16.
Entwicklung des FinanzmittelfondsDer Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
beträgt TEUR 1.837 gegenüber einem Cashflow von
TEUR 2.262 im ersten Halbjahr des Vorjahres. Zum 31.03.2024
verfügt die LS telcom AG über einen
Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 8.641 (i. V. TEUR
3.458).
Entwicklung der VermögenslageGegenüber dem Bilanzstichtag 30.09.2023 ist die
Bilanzsumme zum Stichtag 31.03.2024 um 13,1 % bzw. um TEUR
5.411 auf TEUR 46.611 (30.09.2023: TEUR 41.200) gestiegen.
Der Anstieg ist hauptsächlich auf einen Anstieg der
Liquiden Mittel von TEUR 4.927 (Stichtag 30.09.2023) auf
TEUR 9.122 zurückzuführen.
Das langfristige Vermögen stieg leicht um TEUR 155
auf TEUR 22.946 (30.09.2023: TEUR 22.791) und entsprach
49,2 % des Gesamtvermögens (30.09.2023: 51,4 %). Die
Entwicklungskosten lagen dabei bei TEUR 11.279 und die
Sachanlagen bei TEUR 4.518.
Das kurzfristige Vermögen lag zum Stichtag
31.03.2024 bei TEUR 23.665 und reflektierte 50,8 % des
Gesamtvermögens. Der Anstieg um 28,6 % bzw. um TEUR
5.256 gegenüber dem Stichtag 30.09.2023 ist durch die
in der "Erläuterung der Bilanz" erwähnte
Auszahlung des Darlehens und dem damit verbundenen Anstieg
der Liquiden Mittel verursacht.
Entwicklung der Kapitalstrukur und der VerbindlichkeitenZum Stichtag der Berichtsperiode lag das Eigenkapital
der LS telcom Gruppe bei TEUR 15.952 und damit TEUR 2.024
unter dem Wert in Höhe von TEUR 17.976 zum 30.09.2023,
bedingt durch das negative Ergebnis der Berichtsperiode.
Die Eigenkapitalquote reduzierte sich entsprechend von 43,6
% auf 34,2 %.
Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen von TEUR
9.052 auf TEUR 15.324 zum Stichtag 31.03.2024, im
Wesentlichen durch den Anstieg der langfristigen
finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6.765
auf TEUR 11.451. Die langfristigen Verbindlichkeiten
entsprachen 32,9 % der Bilanzsumme (30.09.2023: 22,0 %).
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich
um 8,0 % bzw. um TEUR 1.163 auf TEUR 15.335. Damit
reduzierte sich der Anteil an der Bilanzsumme
geringfügig von 34,4 % auf 32,9 %.
Entwicklung des FinanzmittelfondsDer Cashflow aus operativer Tätigkeit verringerte
sich in der Berichtsperiode auf TEUR 1.837 gegenüber
dem Vorjahreszeitraum (TEUR 2.262).
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag bei
TEUR ‑2.917 (i. V. TEUR ‑3.149), im
Wesentlichen getrieben von Investitionen in die Entwicklung
der mySPECTRA Plattform.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
veränderte sich von TEUR ‑2.109 im
Vorjahreszeitraum auf TEUR 4.832 in der Berichtsperiode, im
Wesentlichen durch die Auszahlung eines langfristigen
Darlehens.
Damit stieg der Finanzmittelfonds von TEUR 4.926 zu
Beginn der Periode auf TEUR 8.641 zum Ende der Periode.
Risiko- und PrognoseberichtRisiken der künftigen Entwicklung und RisikomanagementHinsichtlich der für den LS telcom Konzern
einschlägigen Risiken für die künftige
Entwicklung und des im Konzern umgesetzten
Risikomanagements wird auf die Ausführungen im letzten
Geschäftsbericht 2022/2023 verwiesen.
Nach aktuellem Kenntnisstand und basierend auf den
bereits im Konzern getroffenen Vorkehrungen geht das
Management davon aus, im zweiten Geschäftshalbjahr die
bestehenden Aufträge größtenteils wie
geplant umsetzen zu können. Darüber hinaus
führt die LS telcom Gruppe derzeit fortgeschrittene
Gespräche mit mehreren Kunden über zeitnahe
Abrufe, wodurch bereits im laufenden Geschäftsjahr
Umsätze realisiert werden sollten.
Allerdings besteht aufgrund der aktuellen geopolitischen
Lage und der damit verbundenen Priorisierung staatlicher
Investitionen im militärischen Bereich das Risiko,
dass Umsätze aus bestehenden Aufträgen nicht
vollständig im erwarteten Umfang realisiert werden
können und potenzielle Aufträge nicht im
erwarteten Umfang oder Zeitraum vergeben werden.
In der Summe bestehen nach Einschätzung des
Vorstands derzeit keine Risiken, die einzeln oder in
Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des LS
telcom Konzerns akut gefährden könnten.
Chancen der künftigen Entwicklung - voraussichtliche GeschäftsentwicklungEs treffen die im Geschäftsbericht 2022/2023 zu den
Chancen der künftigen Entwicklung gemachten
Ausführungen unverändert zu.
Trotz der Unsicherheiten für das
Investitionsverhalten von Behörden und Ministerien in
Funkkommunikations- und Frequenz-Managementsysteme,
insbesondere bedingt durch die geopolitischen Krisen und
die damit einhergenden Budget-Priorisierungen in den
Bereichen Verteidigung und innere Sicherheit, bewertet der
Vorstand die Chancen für die künftige Entwicklung
des Konzerns weiterhin als sehr gut. Es ist dabei
entscheidend, die LS telcom Gruppe auf die beobachteten
Veränderungen zu positionieren, da neue Koalitionen
sowohl auf Länderebene als auch bei potenziellen
Geschäftspartnern entstehen. Dazu gehören
beipielsweise die kostensenkende Entwicklungsabteilung in
Indien, sowie lokale kleine Zentren bei wichtigen
Kundengruppen, um dem "Buy Local" Gedanken und den
Sicherheitsbedürfnissen dieser Kunden gerecht zu
werden. Dies erfordert an manchen Stellen
Anfangsinvestitionen, speziell auch durch die Anstellung
lokal sicherheitsüberprüften Personals, ist
jedoch eine notwendige Voraussetzung, um lokal Kunden
bedienen zu können.
Derzeit findet eine erhebliche Umschichtung der Budgets
in Europa und im Nahen Osten statt, weg von rein zivilen
Projekten hin zu gemischten oder rein militärischen
Projekten. Es war daher wichtig, bereits Lösungen
parat zu haben, die wir nun an die erweiterten
Anforderungen im strategischen und taktischen Bereich
anpassen. Das trifft insbesondere den Sektor der
Frequenzplanungs- und Verwaltungssoftware. Darüber
hinaus bietet auch die softwareunterstützte und
KI-verstärkte Hardwareseite viele neue
Möglichkeiten.
Der Vorstand sieht insbesondere die folgenden drei
Wachstumstreiber für die zukünftige
Geschäftsentwicklung:
Erstens: LS telcom erwartet weiterhin, dass
Regulierungsbehörden und Ministerien im Bereich
Telekommunikation trotz der derzeitigen Budgetrestriktionen
und der damit einhergehenden Investitionszurückhaltung
ihre klassischen Systeme zum Management von Funkfrequenzen
und -spektrum, auf Grund der zunehmenden Komplexität
und der steigenden Nachfrage nach Spektrumkapazitäten,
mittel- und langfristig digitalisieren und durch moderne
Software-Systeme ersetzen werden. Mit mySPECTRA hat LS
telcom ein weltweit führendes und modernes System
hierfür entwickelt. Mit weltweit mehreren hundert
Bestandskunden geht LS telcom davon aus, von dem
anstehenden Ersatz- und Upgrade-Zyklus in hohem Maße
profitieren zu können, wenn auch mit einem
größeren zeitlichen Versatz als
ursprünglich angenommen.
Zweitens: die Lösungen von LS telcom sind
branchenübergreifend einsetzbar. Gleichzeitig werden
Funkfrequenzen und Spektrum-Management-Lösungen in
immer mehr Anwendungsbereichen benötigt: Industrie,
Logistik, Infrastruktur, Sicherheitsbehörden, um nur
einige zu nennen. Daher geht der Vorstand davon aus,
zunehmend Projekte außerhalb der klassischen
Kernmärkte der LS telcom Gruppe gewinnen zu
können. Damit werden die Umsatzbasis verbreitert und
neue Wachstumsbereiche erschlossen.
Drittens: Die neue geopolitische Lage hat zu einem
deutlichen Anstieg der Budgets für Verteidigung und
Militär geführt. Funkfrequenz- und
Frequenz-Mangement spielt dabei eine bedeutende Rolle, so
dass Armeen im Feld sicher kommunizieren können.
Kurzfristig erwartet LS telcom in diesem Bereich eine
deutlich steigende Nachfrage. LS telcom hat rechtzeitig Ihr
Porduktportfolio und ihre Lösungen in diesem Bereich
weiter ausgebaut und vertieft und geht davon aus, von dem
Investitionszyklus im militärischen Bereich erheblich
profitieren zu können.
Mittel- und langfristig werden die Chancen zur
künftigen Geschäftsentwicklung im Wesentlichen
von den Themen Umnutzung von Frequenzspektrum für die
Breitbandversorgung, Netze für Behörden und
Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Funklösungen
für das Internet der Dinge, Automotive-Anwendungen und
komplexe Kommunikationsanwendungen für die Industrie
4.0 mit all ihren Vertikalmärkten bestimmt.
In der Vergangenheit hatte LS telcom eine hohe
Abhängigkeit von Großprojekten. Mit der
Erschließung von Vertikalmärkten geht LS telcom
davon aus, ihre Abhängigkeit von solchen
Großprojekten reduzieren zu können. Dazu
beitragen soll insbesondere die neue, innovative
mySPECTRA-Lösung. Mit dieser replizierbaren
Lösung wird der kundenspezifische Programmieraufwand
deutlich reduziert. Damit vollzieht die Gesellschaft
langfristig einen Wandel von komplexen Projektlösungen
hin zu skalierbaren Produktlösungen.
Eine zusätzliche tragende Säule für das
zukünftige Wachstum stellen die wiederkehrenden
Erlöse, insbesondere aus Wartungsverträgen, dar.
Im ersten Halbjahr trugen die wiederkehrenden Erlöse
wieder stabil zu den Umsatzerlösen des Segments
Softwaresysteme bei. Der Vorstand geht davon aus, in den
nächsten Jahren den Anteil der wiederkehrenden
Erlöse sukzessive steigern zu können.
Ausblick für das Geschäftsjahr 2023/2024Der derzeit im Konzern vertraglich gesicherte
Auftragsbestand, aus dem sich ab dem Berichtsstichtag neuer
Umsatz generieren lässt, beträgt insgesamt EUR
34,3 Mio. (i. V. EUR 46,1 Mio.). Eine planmäßige
Projektabwicklung angenommen, lassen sich daraus in den
verbleibenden zwei Quartalen des Geschäftsjahres noch
Umsatzerlöse von EUR 15,5 Mio. (i. V. EUR 19,6 Mio.)
erwirtschaften. Darüber hinaus liegen der LS telcom
großvolumige Anfragen und potenzielle Zuschläge
vor, die im zweiten Halbjahr zu Vertragsunterzeichnungen
und darauf folgend zu Umsatzrealisierungen führen
sollten.
Unter Berücksichtigung dieser Erwartungen
bestätigt der Vorstand die Prognose für das
Geschäftsjahr 2023/2024, einen Umsatz in dem Korridor
von EUR 41,0 Mio. bis EUR 45,0 Mio. und ein
Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) in der Bandbreite von TEUR
500 bis EUR 1,2 Mio. zu erzielen.
Bericht zu wesentlichen Geschäften mit nahestehenden PersonenNahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS
24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der LS telcom AG
sowie diesen nahestehende Personen und die assoziierten
Unternehmen der Gruppe.
Im ersten Halbjahr 2023/2024 bzw. 2022/2023 erfolgten
folgende Geschäfte mit nahestehenden Personen und
Unternehmen:
scrollen
scrollen
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und
Personen sind vertraglich vereinbart.
Geschäftsführungs- und AufsichtsratsorganeMit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung am 07.03.2024
hat das Aufsichtsratmitglied Prof. Dr. Werner Wiesbeck sein
Amt als Aufsichtsratmitglied niedergelegt. Zudem wurde
§ 8 Abs. 1 der Satzung der LS telcom AG neu gefasst
und damit der Aufsichtsrat auf vier Mitglieder erhöht.
Bei der Hauptversammlung wurden Herr Prof. Dr.-Ing.
Winfried Lieber und Herr Paul de Schrijver zu Mitgliedern
des Aufsichtsrats gewählt.
Beim Vorstand haben sich keine personellen
Änderungen ergeben.
Die Zahl der Aktien der LS telcom AG, die von
Geschäftsführungs- und Aufsichtsorganen gehalten
werden, ist in der folgenden Tabelle ausgewiesen. Die
Aktienanzahl von Dr. Schöne hat sich gegenüber
der letzten Meldung signifikant verändert, weil er
Aktien an seine nahestehenden Familienangehörigen im
Zuge einer Schenkung übertragen hat. Die Meldung zur
Berührung der Schwellen wurde entsprechend
veröffentlicht.
scrollen
Die Gesellschaft hat keine Aktienoptionen ausgegeben.
Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der
Konzern-Abschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
zusammengefassten Lage- und Konzern-Lagebericht der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben
sind.
Lichtenau, 21. Juni 2024
LS telcom Aktiengesellschaft
Der Vorstand
scrollen
HinweisDieser Finanzbericht enthält Aussagen und
Informationen der LS telcom Gruppe, die sich auf in der
Zukunft liegende Zeiträume beziehen. Diese
zukunftsgerichteten Aussagen sind an Formulierungen wie
"planen", "erwarten", "beabsichtigen", "anstreben",
"werden", "einschätzen", "davon ausgehen", "Ziel sein"
oder ähnlichen Begriffen zu erkennen. Derartige
Aussagen wurden aufgrund der derzeitigen Sachlage und
derzeitigen Erwartung getroffen und können von der
tatsächlichen Entwicklung sowohl positiv als auch
negativ mitunter erheblich abweichen. Unsicherheiten
ergeben sich unter anderem aufgrund folgender Faktoren:
Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage sowohl
national als auch international, Änderungen der
politischen Rahmenbedingungen, Einführung neuer
Produkte oder Technologien durch andere Unternehmen,
Änderungen des Investitionsverhaltens in den für
die LS telcom Gruppe wichtigen Abnehmermärkten,
Änderungen von Wechselkursraten und Zinssätzen,
Integration von akquirierten Unternehmen sowie weiteren
Faktoren. LS telcom übernimmt über bestehende
gesetzliche Verpflichtungen hinaus keine Verpflichtung,
zukunftsgerichtete Aussagen zu korrigieren bzw. zu
aktualisieren.
Finanzkalenderscrollen
AnsprechpartnerDr. Georg Schöne
Dipl.-Ing. Roland Götz
Katrin Bleich
LS telcom AG
Sitz der Gesellschaft: Lichtenau (Baden)
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||