![]() Manz Automation AGReutlingenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010Jahresfinanzbericht 20102010PASSION FOR EFFICIENCYGESCHÄFTSBERICHT DER MANZ AUTOMATION AGFINANZKALENDER 2011scroll
KONZERNERGEBNISSE IM ÜBERBLICKscroll
HISTORIE1987Gründung der Manz Automatisierungstechnik GmbH 1988Entwicklung des ersten Automationssystems für Verarbeitung kristalliner Solarzellen
in Pilot-Produktion 1994
Lieferung der ersten Automationslösung für die LCD-Industrie nach Asien 2002Lieferung des ersten Automationssystems für eine vollständig automatisierte Produktionslinie
von kristallinen Solarzellen Entwicklung des ersten vollständig automatisierten Qualitätstest- und Sortiersystems
für kristalline Solarzellen 2005
Eintritt in den Dünnschicht-Markt mit Anlage für mechanische Strukturierung von Solarmodulen 2006IPO im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse 2008 2007Akquisition von Christian Majer (Deutschland) mit Wirkung zum 1. Januar 2008 zur Erweiterung
der Produktionskapazitäten 2008Zusätzliches Technologie-Know-how und Produktionskapazitäten durch Übernahme von Manz
Automation Slowakei und Intech Machines (Taiwan) Aufnahme in den Regulierten Markt (Prime Standard) 2009R&D-Kooperation für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien 2010Know-how Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag mit Würth Solar über exklusive Nutzungsrechte
an deren CIGS-Produktionstechnologie UMSATZscroll
EBITscroll
EBIT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN 2010scroll
UMSATZ NACH GESCHÄFTSBEREICHEN 2010![]() UMSATZ NACH REGIONEN 2010![]() LEITBILD DER MANZ AUTOMATION AGAls Hightech-Maschinenbauer ist es unser Ziel, Maschinen und Systeme für weltweit
schnell wachsende Zukunftsbranchen zu entwickeln, vor allem für Unternehmen im Bereich
"Green Technology". Dabei setzen wir auf die Strategie, mit hohem Innovationstempo,
bestehende Produkte weiterzuentwickeln und neue Lösungen zu schaffen, die unseren
Kunden Wettbewerbsvorteile eröffnen. Umfangreiches technologisches Know-how stellt
hierfür das Fundament unserer Gesellschaft dar. Unser Fokus liegt vor allem auf der
Photovoltaikindustrie, die wir als Innovationsmotor der Branche maßgeblich mitgestalten.
Hier treten wir zudem als Anbieter vollständig integrierter Produktionslinien für
CIGS-Dünnschicht-Solarmodule am Markt auf. Weitere Geschäftsfelder sind die Flat Panel
Display (FPD)-Industrie und der Bereich New Business, in dem wir neue Trends (z. B.
Lithium-Ionen (Li-Ion)-Batterien) aufgreifen und innovative Produktionssysteme entwickeln.
Aufgrund unserer Kernkompetenzen - der Automation von Prozessen und der Entwicklung
integrierter Systeme - gibt es in vielen Branchen Anwendungsmöglichkeiten für unsere
Technologien. Die bei uns gelebte Ingenieurskunst führt dann schnell zur Einarbeitung
in weitere Prozesse, so dass neue, leistungsstarke Produkte entwickelt werden können.
Forschung und Entwicklung werden bei Manz groß geschrieben. Es ist der Erfindergeist,
der uns jeden Tag aufs Neue anspornt und die dynamische Entwicklung unserer Gesellschaft
ermöglicht. PASSION FOR EFFICIENCYDie Botschaft unseres diesjährigen Geschäftsberichtes, "Passion for Efficiency", entspricht
nicht nur dem Claim des Unternehmens und bezeichnet die technologische Innovation
in Reinkultur, für die wir bekannt sind. Sie steht auch für die Menschen, die weltweit
nach unserem Unternehmensmotto leben und arbeiten. Die Manz Automation AG ist bekannt
für hochpräzise, ausgereifte Produkte. Dahinter stehen unsere Mitarbeiter, die forschen,
entwickeln, konstruieren, Qualität sichern und jeden Tag alles für unsere außergewöhnlichen
Leistungen geben. Das alles ist die Manz Automation AG: Leidenschaft und Effizienz. HINGABE FÖRDERT PRÄZISION
WIR HABEN SCHON VIEL BEWEGT UND WOLLEN NOCH MEHR ERREICHEN. WEIL LEIDENSCHAFT UND UNSERE BEGEISTERUNG FÜR TECHNOLOGIE DER TREIBSTOFF SIND, NEUE WEGE ZU GEHEN. MANZ - PASSION FOR EFFICIENCYGEORG SINGER, PRODUKTMANAGER DÜNNSCHICHT-SOLAR, MANZ REUTLINGEN AN UNSERE AKTIONÄREBRIEF DES VORSTANDSLiebe Aktionärinnen und Aktionäre, Verbesserung unserer Kostenstrukturen und konsequente Ausweitung von Forschung und
Entwicklung - diese bereits 2009 implementierten Maßnahmen haben dazu geführt, dass
2010 für Manz Automation ein Erfolg geworden ist. Wir haben bewiesen, dass wir zum
richtigen Zeitpunkt passende Lösungen für den Markt anbieten können und das spiegelt
sich auch in unseren Geschäftszahlen wider: Unser Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahreswert
von 85,9 Mio. EUR auf 181,4 Mio. EUR mehr als verdoppelt werden. Beim EBIT erzielten
wir 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: -15,9 Mio. EUR). Manz Automation schreibt also wieder schwarze
Zahlen. Somit lassen wir die Finanzkrise hinter uns. Zudem sind unsere Kapazitäten
seit Beginn des neuen Geschäftsjahrs in allen Geschäftsbereichen sehr gut ausgelastet. Manz Automation zurück auf WachstumskursUnsere erfolgreiche Bewältigung der Krise blieb übrigens nicht unbeachtet. So konnten
wir am 4. November 2010 Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Ministerpräsident Stefan
Mappus in unserer Konzernzentrale in Reutlingen begrüßen. Unbestritten eines der großen
Highlights in unserer Unternehmensgeschichte! Dabei ernteten wir viel Lob für unsere
Unternehmensstrategie sowie für unsere Innovationen. Für uns und unsere Mitarbeiter
war der Besuch eine echte Bestätigung und Motivation. Schließlich erzielt unsere Gesellschaft
aktuell bereits 50 % des Umsatzes mit Produkten, die jünger als zwei Jahre sind! Natürlich war ein ausschlaggebender Faktor für unsere positive Entwicklung auch die
anziehende Konjunktur, die eine Belebung unseres operativen Geschäfts bewirkte. Alle
Geschäftsbereiche der Manz Automation profitierten von der damit verbundenen Nachfragebelebung:
Im Geschäftsbereich Flat Panel Display (FPD) erzielten wir sogar ein Rekordergebnis
und unser Geschäftsbereich Solar hat zu alter Stärke zurückgefunden. Untermauert wird
diese Entwicklung durch unseren Auftragsbestand in Höhe von über 140 Mio. EUR (28.02.2011),
der fast wieder das Rekordniveau von 2008 erreicht hat. Beflügelt wurde unser Ergebnis im Geschäftsjahr 2010 auch von der florierenden Solarwirtschaft.
So betrug die weltweite Gesamtsumme an Neuinstallationen nach Einschätzung der Schweizer
Bank Sarasin rund 13,8 GW. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Wachstum auch in
Zukunft, vor allem in vielversprechenden Märkten wie China, Indien und den USA, fortsetzen
wird. Beherrschendes Thema ist und bleibt in dieser Branche jedoch der Kostendruck.
Und genau hier setzt Manz Automation mit ihren Lösungen an, so dass wir die Solarhersteller
entscheidend dabei unterstützen, ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Dies gibt
uns die Chance, am Wachstum der Photovoltaikindustrie zu partizipieren. Verstärktes Engagement in China trägt der wachsenden Relevanz des asiatischen PV-Marktes RechnungInsbesondere auf dem chinesischen Markt sehen wir für die Zukunft großes Potenzial. Aus diesem Grund erweitern wir unsere Produktionskapazitäten für FPD- und Solarmaschinen am Standort Suzhou deutlich. Nach der Grundsteinlegung im Februar 2011 ist bereits zu Beginn des nächsten Jahres die Inbetriebnahme der neuen Fertigungshalle mit einer Gesamtproduktionsfläche von 16.000 m2 im ersten Ausbauschritt geplant. Wesentlicher Eckpfeiler unserer Wachstumsstrategie ist zudem der Ausbau unserer Kernkompetenzen
im Bereich der Dünnschicht-Technologie, die wir durch den Abschluss des Lizenzierungs-
und Kooperationsvertrags mit Würth Solar im Juli 2010 auf eine neue Basis gestellt
haben. Zusammen mit unserem Kooperationspartner sind wir im Moment der weltweit einzige
Equipment-Anbieter einer schlüsselfertigen, integrierten Produktionslinie für CIGS-Dünnschicht-Solarmodule,
die bereits heute wirtschaftlich betrieben werden kann (CIGSfab). Unser Weg aus der Krise: Investitionen in Forschung und Entwicklung
Insgesamt fühlen wir uns durch die Entwicklung in unseren Zielmärkten und innerhalb
des Unternehmens darin bestätigt, dass wir die Manz Automation konsequent auf weltweit
schnell wachsende Zukunftsbranchen ausgerichtet haben. Im Rückblick auf die Geschäftsjahre
2009 und 2010 wird deutlich, dass es richtig war, wie wir auf die Herausforderungen
der Wirtschafts- und Finanzkrise reagiert haben. Kostenreduktion war dabei ohne Zweifel
eine zentrale strategische Säule auf unserem Weg zurück auf den Wachstumspfad und
auch heute sind wir bestrebt, weiterhin mögliche Einsparungspotenziale zu identifizieren
und zu realisieren. Ausschlaggebend waren jedoch unsere intensiven Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten. Denn mit unseren Produktneuentwicklungen verfügen wir über
eine hervorragende Ausgangsbasis, um zukünftig für uns relevante Märkte mit innovativen
Impulsen voranzubringen. Fortsetzung des Wachstumskurses erwartet. Hohe Nachfrage in allen Geschäftsbereichen
Nachdem wir im Geschäftsjahr 2010 durch die branchenweit verbesserte Situation unser
operatives Geschäft zurück auf den Wachstumspfad geführt haben, rechnen wir aufgrund
der Auftragslage in allen Geschäftsbereichen mit einem Jahresumsatz von 240 Mio. bis
250 Mio. EUR für 2011 und damit einem neuen Rekordwert. Dies entspricht einem Zuwachs
von rund 35 %, verglichen mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Dabei besteht in Abhängigkeit
von der Marktentwicklung im Bereich der Dünnschicht-Technologie das Potenzial, diese
Ziele noch zu übertreffen. Konkret bedeutet dies, dass die Auslieferung einer ersten
CIGSfab mit signifikanten Umsatz- und Ertragssteigerungen verbunden wäre. In diesem
Fall rechnen wir sogar mit einem noch stärkeren Umsatzwachstum. Aufgrund der erhöhten
Kapazitätsauslastung sind wir zuversichtlich, unsere Ergebnissituation analog zu unserer
Umsatzentwicklung deutlich zu verbessern. Zu diesem Zweck haben wir verschiedene Maßnahmen
zur Kostenreduktion eingeleitet. So soll beispielsweise im Zuge einer zunehmenden
Standardisierung unserer Produktkomponenten die Profitabilität nachhaltig gesteigert
werden. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für 2011 eine EBIT-Marge von mindestens
5 %. Unseren Aktionären, Kunden, Lieferanten und Kooperationspartnern danken wir herzlich
für das entgegengebrachte Vertrauen. Besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern, die auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wesentlich zum Erfolg der
Manz Automation beigetragen haben. Der Vorstand
scroll
DAS JAHR 201019.02.2010Neuaufträge im Gesamtvolumen von über 25 Mio. EUR untermauern positiven Trend aus
dem Vorjahr
09.03.2010Manz Automation trauert um Dr. Jan Wittig
22.04.2010Eröffnung des Entwicklungszentrums für Vakuumbeschichtungstechnologie in Karlstein
18.05.2010Markteinführung der One-Step Selective Emitter-Technologie
07.07.2010Auftragsbestand überschreitet erstmals seit Finanzkrise wieder die Schwelle von 100
Mio. EUR
19.07.2010Know-how Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag mit Würth Solar über exklusive Nutzungsrechte
an deren CIGS-Produktionstechnologie
17.09.2010Positives Fazit nach Messeauftritt auf EU PVSEC in Valencia
04.11.2010Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Ministerpräsident Stefan Mappus zu Besuch bei
der Manz Automation AG
01.12.2010Manz Automation AG gewinnt Neuaufträge im Gesamtvolumen von mehr als 50 Mio. EUR
VORSTANDSINTERVIEWSDieter Manz, CEO, Martin Hipp, CFO, und Volker Renz, COO, bilden gemeinsam die Führungsspitze
der Manz Automation. Im Gespräch erklären die Vorstände, welche Erfolge sie 2010 erzielen
konnten, wo sie Chancen für 2011 sehen und wie sie es gemeinsam mit den Mitarbeitern
erfolgreich durch die Wirtschaftskrise geschafft haben. INTERVIEW MIT DIETER MANZHerr Manz, das Geschäftsjahr 2010 war für Sie erfolgreich. Wie gut Sie die Wirtschaftskrise mit Ihrem Unternehmen gemeistert haben, hat sogar Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei ihrem Besuch gelobt. Was zeichnete das abgelaufene Geschäftsjahr aus?Dieter Manz: In der Krise haben wir den Grundstein für das Wachstum 2010 gelegt. Wir
haben Kosten abgebaut und dennoch den Bereich Forschung und Entwicklung gestärkt,
um uns optimal für den Aufschwung zu wappnen. Und das ist uns bestens geglückt! Wir
konnten in allen Geschäftsbereichen neue Aufträge verzeichnen. Allen voran profitierte
der Geschäftsbereich Flat Panel Display. Gleichzeitig zog die Nachfrage im Bereich
Solar an. Hier spielen unsere Produktneuentwicklungen eine entscheidende Rolle. Mit
Maschinen wie dem neuen SpeedPicker oder der OneStep Selective Emitter-Technologie
setzen wir neue Standards am Markt. Zudem haben wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern
Würth Solar und dem ZSW im Dünnschicht-Bereich mit der CIGSfab neue Wege beschritten,
die unser Unternehmen operativ und finanziell in neue Dimensionen vordringen lässt. Wie ist der aktuelle Stand bei Ihrer neuen CIGSfab? Wann werden Sie die erste Anlage verkaufen?Dieter Manz: Es finden derzeit unterschiedliche Gespräche statt, vor allem mit größeren
Konzernen. Jedoch müssen wir dabei auch auf die Entscheidungswege der Kunden Rücksicht
nehmen. Zugleich geht es hierbei um Investitionen in einem dreistelligen Millionenbetrag,
die von den Kunden erst nach sorgfältiger Prüfung vorgenommen werden. Das Interesse
an diesem Produkt ist jedenfalls vorhanden, schließlich sind wir der weltweit einzige
Anbieter einer integrierten und vollproduktiven Fertigungslinie für CIGS-Dünnschicht-Solarmodule,
die bereits heute wirtschaftlich betrieben werden kann. Unsere CIGSfab ist sowohl
für uns wie auch für die späteren Kunden ein technologischer Quantensprung. Denn wir
bieten unseren Kunden den weltweit höchsten Wirkungsgrad, der aktuell bei 12,8 % auf
Aperturfläche liegt. Und aufgrund der Partnerschaft mit Würth und dem ZSW erhalten
unsere zukünftigen Kunden eine glaubhafte Technologie- und Kosten-Roadmap inklusive
maximaler Investitionssicherheit. "Die Identifizierung und Realisierung von Kostensenkungspotenzialen ist eine zentrale
Herausforderung der Photovoltaikindustrie. Und genau hier setzen unsere Produkte an."
DIETER MANZ, CEO Die Solarbranche bleibt weiterhin international unter Druck, die Kosten in der Produktion verringern zu müssen. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein und warum sollten Kunden Equipment von Manz kaufen?Dieter Manz: Wir erwarten auch weiterhin wachsende Märkte, vor allem im asiatischen
Raum mit China und Indien, aber auch in den USA. Hingegen hängt bei den bisherigen
Wachstumstreibern - allen voran Deutschland - viel vom regulatorischen Umfeld ab,
wie die künftige Entwicklung genau aussehen wird. Hier ist beispielsweise das Erneuerbare-Energien-Gesetz
zu nennen, das konkretisiert wurde und eine weitere Kürzung der Einspeisetarife in
Abhängigkeit vom Zubauvolumen vorsieht. Aus unserer Perspektive werden die Unternehmen
somit zunehmend danach streben, die Kosten in der Produktion weiter zu reduzieren.
Dafür müssen die Solarhersteller Kostensenkungspotenziale identifizieren und durch
gezielten Einsatz innovativer Produkte eine kostengünstige und effiziente Zell- und
Modulproduktion erreichen. Und genau hier setzen unsere Produkte an: So gewährleistet
beispielsweise unsere OneStep Selective Emitter-Technologie eine Erhöhung des Wirkungsgrads
von über 0,5 %, und das bei geringen Investitions- und Betriebskosten. Dadurch wird
die Effizienz der produzierten Solarzelle erhöht und die Wirtschaftlichkeit des Herstellers
verbessert sich. Ein großes Schlagwort der Politik ist die Energiesicherheit der Länder weltweit. Sehen Sie hier Möglichkeiten für die Solarenergie, einen effektiven Beitrag zu leisten?Dieter Manz: Wer die Entwicklung der Photovoltaik weltweit betrachtet, stellt schnell
fest, dass bisher weniger als 0,1 % des Stroms mit Solaranlagen erzeugt wird. Dabei
gibt es Regionen, in denen Strom aus Sonnenenergie einen großen Beitrag zur Beseitigung
von Versorgungsproblemen leisten könnte. Indien und China sind hier Paradebeispiele.
In diesen Ländern können Solarparks helfen, Energieengpässe zu reduzieren. Hier kann
die Manz Automation als führender Technologieanbieter einen wesentlichen Beitrag leisten.
Mit unseren neuen Produktentwicklungen haben wir deutliche Wirkungsgradsteigerungen
erzielt, so dass der Einsatz der Photovoltaik, vor allem zur dezentralen Stromversorgung,
zu wettbewerbsfähigen Preisen schon bald möglich wird. Eingangs hatten Sie erwähnt, dass sich der Geschäftsbereich FPD sehr gut entwickelt hat. Können Sie das vielleicht kurz näher erläutern?Dieter Manz: Im FPD-Bereich gibt es eine große Nachfrage nach Maschinen zur Herstellung von Touchpanel-Displays, weshalb unsere Kunden hier massiv ihre Produktionskapazitäten aufstocken und in den Bau neuer Anlagen investieren. Ursache für den Boom sind im Wesentlichen mobile Geräte mit berührungsempfindlichen Displays, wie etwa das iPad® von Apple und andere vergleichbare Geräte, die stark von den Endkunden nachgefragt werden. Wie hoch die Nachfrage im Bereich FPD ist, lässt sich mit aktuellen Zahlen belegen: Allein im Dezember 2010 erhielten wir mehrere Aufträge im Volumen von insgesamt rund 40 Mio. EUR. Zudem konnten wir 2010 mit fast 60 Mio. EUR einen Rekordumsatz in diesem Geschäftsbereich erzielen. Allerdings handelt es sich hierbei unserer Einschätzung nach um keinen Rekord für die Ewigkeit, denn für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir bereits mit weiterem Wachstum in diesem Segment und einem weiteren Rekord bei Umsatz und Ertrag. INTERVIEW MIT MARTIN HIPPHerr Hipp, als CFO sind Sie sozusagen der Herr der Zahlen bei der Manz Automation. Was glauben Sie, warum konnte der Aktienkurs 2010 nicht mit der positiven Geschäftsentwicklung Schritt halten?Martin Hipp: Entscheidend aus unserer Sicht ist, dass wir eine sehr klare Strategie
besitzen, wie wir unser operatives Geschäft nachhaltig stärken. Im Geschäftsjahr 2010
konnten wir eine positive Entwicklung verzeichnen und die Auswirkungen der Krise hinter
uns lassen. Natürlich würde es uns freuen, wenn der Markt unsere positive Entwicklung
stärker honorieren würde, darauf haben wir aber nur bedingt Einfluss. Wir glauben,
dass der momentane Börsenkurs viele negative Erwartungen an das Solarsegment im Allgemeinen
beinhaltet, die uns de facto nicht betreffen. Schließlich ist die Manz Automation
ein Lieferant von Hightech-Equipment für verschiedene Industrien, darunter auch die
Solarbranche, denen wir dabei helfen, an der Kostenschraube in der Produktion zu drehen.
Vereinfacht gesagt: Wir sind nicht Bestandteil der Probleme der PV-Industrie, sondern
bieten mit unseren Maschinen die passende Lösung. "Für 2011 ist jedenfalls klar: wir wollen weiter wachsen und unsere Profitabilität
nachhaltig verbessern. Und mit einem Auftragsbestand, der fast wieder auf dem Rekordniveau
von 2008 liegt, haben wir allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken."
MARTIN HIPP, CFO Für das Geschäftsjahr 2011 geben Sie eine Guidance für den Jahresumsatz von 240 Mio. bis 250 Mio. EUR an. Im Jahr 2010 hatten Sie eine Guidance von 170 bis 175 Mio. EUR. Sind Ihre Ziele für 2011 da nicht ganz schön ehrgeizig?Martin Hipp: Nein, diese Ziele können wir gut erreichen. Sehen Sie, unsere Auftragslage
hat sich insgesamt deutlich verbessert im Vergleich zum Vorjahr. Das spiegelt sich
schon jetzt in zahlreichen Neuaufträgen wider, weshalb sich unser kumulierter Auftragsbestand
bereits an den Wert aus dem Rekordjahr 2008 annähert. Unsere Produktionskapazitäten
im FPD-Bereich sind aufgrund der starken Auftragslage bereits bis in die zweite Jahreshälfte
2011 voll ausgelastet. Aktuell führen wir außerdem intensive Gespräche in allen Geschäftsbereichen
mit bestehenden und potenziellen Kunden, die an unseren Systemlösungen ein großes
Interesse zeigen. Sollte sich der Bereich der Dünnschicht-Technologie, besonders der
Vertrieb unserer CIGSfab, entsprechend unserer Vorstellungen entwickeln, sehen wir
sogar die Chance, dieses Ziel noch zu übertreffen. Durch umfassende Produktneueinführungen
in unserem Geschäftsbereich Solar ist es uns zudem gelungen, unsere Technologieführerschaft
in der Photovoltaikindustrie weiter auszubauen. Aufgrund dieser insgesamt sehr positiven
Kundenresonanz sind wir zuversichtlich, 2011 deutliche Umsatz- und Ergebnisbeiträge
auch aus dem Solarsegment generieren zu können. Das klingt alles wirklich sehr vielversprechend. Und welche Entwicklung bei den Margen darf der Kapitalmarkt erwarten?Martin Hipp: Basierend auf der Annahme, dass die erwarteten Wachstumsszenarien in
unseren Zielmärkten anhalten, rechnen wir mit steigenden Margen bei Manz. Grundsätzlich
möchten wir wieder an die Margen anknüpfen, die wir in der Vergangenheit erzielt haben.
So erwarten wir durch die Optimierung unserer Kostenstrukturen eine EBIT-Marge von
mindestens 5 %. Die aktuelle Marktsituation unterstützt unsere Erwartungen, dieses
Ziel auch erreichen zu können. Für 2011 ist jedenfalls klar: wir wollen wieder deutlich
wachsen und auch unsere Profitabilität nachhaltig verbessern. INTERVIEW MIT VOLKER RENZHerr Renz, China ist eine Region mit enormem Wachstumspotenzial. Jetzt erweitern Sie in Suzhou Ihre Produktionskapazitäten. Welche Erwartungen haben Sie an dieses Projekt?Volker Renz: China ist für uns über alle Geschäftsbereiche hinweg ein sehr wichtiger
und vor allem zukunftsträchtiger Markt. Alleine in den Bereichen Solar und FPD sind
bereits heute schon weit über 50 % unserer Anlagen in China in Betrieb, bei PCB sind
es sogar rund 80 %. Die geographische Nähe zum Kunden ist für uns ein echter Wettbewerbsvorteil.
Aus diesem Grund haben wir uns zum Ausbau unserer Produktionskapazitäten am Standort
Suzhou entschlossen, wo wir bereits seit 7 Jahren präsent sind und mittlerweile rund
360 Mitarbeiter beschäftigen. Hier konnten wir in der Vergangenheit bereits sehr gute
Erfahrungen im Bereich der PCB- bzw. der FPD-Fertigung sammeln, insofern ist das für
uns kein "Sprung ins kalte Wasser". Projekte dieser Größenordnung sind jedoch immer
eine große Herausforderung und mit einer langen Vorlaufzeit verbunden. Eine Herausforderung, warum?Volker Renz: Nun, das beginnt bei der Planung und Koordination. Generalunternehmer müssen ausgewählt und Ausschreibungen durchgeführt werden, anschließend müssen die Baumaßnahmen überwacht und koordiniert werden. Aber es lohnt sich! Wir erweitern unsere Fertigungskapazitäten in Suzhou im ersten Ausbauschritt auf 16.000 m2 . Bereits zu Beginn des nächsten Jahres ist die Inbetriebnahme der neuen Fertigungshalle geplant. Anfangs werden wir vor allem Systemlösungen aus dem FPD- und cSi-Segment vor Ort produzieren, langfristig sollen an dem neuen Produktionsstandort aber Maschinen aus allen Geschäftsbereichen hergestellt werden. Umsatz- und Auftragsvolumen haben sich im Berichtszeitraum mit großen Schritten dem Rekordniveau vom Jahr 2008 angenähert. Allerdings bietet die Ergebnissituation noch "Luft nach oben". Was haben Sie operativ unternommen, um die Kostenstruktur der Manz Automation zu verbessern?Volker Renz: Wir reduzieren Kosten, indem wir unsere Produktionsprozesse weiter vereinfachen
und standardisieren. Das führt zu einer Angleichung der Qualität sowie zu kürzeren
Durchlaufzeiten. So haben wir beispielsweise unsere Basis-Standardbaugruppen vereinheitlicht
und deren Fertigung in der Slowakei zusammengefasst. Vor dem Hintergrund, dass wir
im Jahr 2010 viele neue und technisch anspruchsvolle Produkte erfolgreich entwickelt
und am Markt eingeführt haben, sehe ich es als eine hervorragende Leistung unserer
Mitarbeiter, dass es uns trotzdem gelungen ist, effizienter zu werden. Nehmen Sie
beispielsweise unsere SpeedPicker-Technologie, bei welcher wir sowohl das Design als
auch die Lieferantenkette angepasst haben und damit Effizienz und Flexibilität steigern
konnten - bei gleichzeitig reduzierten Kosten. "Wir sind noch lange nicht an unseren Grenzen angekommen, sondern wollen auch künftig
am Wachstum unserer Zielbranchen teilhaben. Mit dem Ausbau unserer Produktionskapazität
in China profitieren wir noch stärker als bislang von der dynamischen Entwicklung
in Asien."
VOLKER RENZ, COO 2010 stieg die Kapazitätsauslastung in allen Geschäftsbereichen deutlich. Zudem wurde das Leistungsangebot durch vielfältige Produktneuentwicklungen erweitert. Wo sehen Sie die Grenzen für zukünftiges Wachstum?Volker Renz: Wir sind noch lange nicht an unseren Grenzen angekommen, sondern wollen
auch künftig am Wachstum unserer Zielbranchen teilhaben. Dazu haben wir im Geschäftsjahr
2010 das "Fit-for-Growth"-Programm ins Leben gerufen und alle internen Prozesse einer
eingehenden Analyse unterzogen. So ist es unser Ziel, mit der konzernübergreifenden
Standardisierung unserer Produktkomponenten und Arbeitsabläufe eine signifikante Steigerung
unserer Fertigungsprozesse zu erreichen. Damit schaffen wir auf Prozessebene die strukturellen
Voraussetzungen für weiteres Wachstum. BERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, der Aufsichtsrat hat die Arbeit des Vorstands im Berichtsjahr regelmäßig überwacht
und beratend begleitet. Wir haben die uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung
obliegenden Aufgaben auch im Geschäftsjahr 2010 sorgfältig wahrgenommen. In sämtlichen
für die Gesellschaft und den Konzern wichtigen Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung
war der Aufsichtsrat eingebunden. Während der gesamten Zeit standen der Vorstand und der Aufsichtsrat in einem vertrauensvollen
und intensiven Austausch. Seinen aus dem Gesetz und der Geschäftsordnung ergebenden
Informationspflichten kam der Vorstand durch regelmäßige, ausführliche und zeitnahe
Unterrichtung in schriftlicher und mündlicher Form nach. Somit wurde der Aufsichtsrat
stets über die Geschäftslage und -entwicklung, die beabsichtigte Geschäftspolitik,
die kurz- und langfristige Unternehmensplanung einschließlich der Investitions-, Finanz-
und Personalplanung sowie die Rentabilität der Gesellschaft, die organisatorischen
Maßnahmen und die Lage des Konzerns insgesamt informiert. Darüber hinaus fand ein
regelmäßiger Informationsfluss über die Risikolage, das Risikomanagement sowie die
wesentlichen Belange des Unternehmens statt. Alle Geschäfte und Maßnahmen, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden
auf der Grundlage der Berichte mit dem Vorstand eingehend diskutiert. Den Beschlussvorschlägen
des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach eingehender Prüfung zugestimmt. Über die Sitzungen des Aufsichtsrats hinaus unterrichtete der Vorstand den Vorsitzenden
des Aufsichtsrats schriftlich oder mündlich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage
sowie sämtliche Geschäftsvorgänge, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung
waren. Schwerpunkte der Beratungen im AufsichtsratIm Jahr 2010 fanden insgesamt fünf ordentliche Sitzungen und eine außerordentliche
Sitzung statt. Sowohl alle Mitglieder des Vorstands als auch alle Mitglieder des Aufsichtsrats
nahmen, mit Ausnahme der Sitzung am 13. September 2010, zu der ein Mitglied des Aufsichtsrats
entschuldigt war, an diesen Sitzungen teil. In diesen Sitzungen haben wir die Berichte
des Vorstands ausführlich besprochen und mit ihm die Entwicklung des Unternehmens
sowie strategische Fragestellungen diskutiert. Des Weiteren war die jeweilige aktuelle
Lage zu den Themen Ergebnisentwicklung, Bilanz und Liquidität, Ergebnisse der Tochtergesellschaften,
Projekte, Kapitalmarkt, Mitarbeiter und Auftragsbestände stets Inhalt der ordentlichen
Sitzungen. Themenschwerpunkt unserer Sitzung am 24. März 2010 war die Prüfung des Jahres- und
Konzernabschlusses 2009 einschließlich des Lageberichts und des Konzernlageberichts
sowie die Planung für das Geschäftsjahr 2010. Weitere wichtige Themen dieser Sitzung
waren die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Beschlussvorschläge
für die Hauptversammlung 2010 sowie die Wahl von Herrn Prof. Dr. Aurenz zum Vorsitzenden
und von Herrn Dr. Quass zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats. In der Sitzung am 12. Mai 2010 haben wir uns insbesondere mit der geplanten Kooperation
zwischen der Manz Automation AG und der Würth Solar GmbH & Co. KG zum Erwerb der CIGSfab-Technologie
befasst. Ferner berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage
des Konzerns nach Abschluss des ersten Quartals des Geschäftsjahrs 2010. Die außerordentliche Aufsichtsratssitzung am 28. Juni 2010 hatte die Wahl von Herrn
Dipl.-Ing. Peter Leibinger zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden zum Gegenstand.
Des Weiteren wurde das weitere Vorgehen bei der geplanten Kooperation mit der Würth
Solar GmbH & Co. KG behandelt. Themenschwerpunkte der Sitzung am 13. September 2010 waren der Bericht des Vorstands
über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns nach Abschluss des zweiten
Quartals 2010 sowie die Erweiterung der Produktionskapazitäten in China und ein Immobilienerwerb
in der Slowakei. Erörtert haben wir zudem Fragen der Vorstandsvergütung sowie die
geplante "Namensänderung" der Manz Automation AG. In der Sitzung am 3. November 2010 berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäfts-
und Finanzlage des Konzerns nach Abschluss des dritten Quartals 2010. Ferner beriet
der Aufsichtsrat über die langfristige Planung der Finanzierung der Manz-Gruppe in
den Jahren 2011 bis 2015, den aktuellen Stand der Vermarktung der CIGSfab-Technologie,
den Projektfortschritt des Investitionsvorhabens in China sowie das Vorstandsvergütungssystem. In der Sitzung am 15. Dezember 2010 berichtete der Vorstand über das Risikomanagementsystem,
von dessen Leistungsfähigkeit sich der Aufsichtsrat überzeugt hat. Ferner wurden der
Forecast für das Geschäftsjahr 2010 sowie der Ausblick und die Umsatzplanung für die
Geschäftsjahre 2011 bis 2015 behandelt. Außerdem hat der Aufsichtsrat das Vorstandsvergütungssystem
auch im Hinblick auf die geänderten gesetzlichen Vorgaben und die Empfehlungen des
Deutschen Corporate Governance Kodex überprüft und beriet über die Weiterentwicklung
des Vergütungssystems. InteressenkonflikteDas in der Zeit vom 17. März bis 22. Juni 2010 amtierende Mitglied des Aufsichtsrats,
Herr Dr. Quass, ist Partner einer Anwaltssozietät, die für die Gesellschaft rechtliche
Beratungsleistungen erbringt. Soweit Beratungsaufträge in die Amtszeit fielen, hat
ihnen der Aufsichtsrat für jeden Einzelfall - gegebenenfalls unter Stimmenthaltung
von Herrn Dr. Quass - zugestimmt. Durch die geschäftliche Beziehung ist im Übrigen
kein konkreter Interessenkonflikt aufgetreten. Das seit dem 22. Juni 2010 dem Aufsichtsrat angehörende Mitglied, Herr Dipl.-Ing.
Leibinger, ist geschäftsführender Gesellschafter eines Unternehmens, das Lieferungen
an die Gesellschaft erbringt. Ein konkreter Interessenkonflikt ist durch diese geschäftliche
Beziehung nicht aufgetreten. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat
gegenüber offen zu legen sind und über deren Behandlung die Hauptversammlung zu informieren
ist, sind im Übrigen nicht aufgetreten. Corporate GovernanceHöchste Priorität hat eine verantwortungsbewusste, wertschöpfende Unternehmensleitung
und Kontrolle. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2010 mit
der Weiterentwicklung der Corporate Governance befasst und die neuen Empfehlungen
des Deutschen Corporate Governance Kodex, insbesondere in seiner geltenden Fassung,
eingehend diskutiert. Vorstand und Aufsichtsrat haben im März 2010 sowie im März 2011
jeweils die gemeinsame Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben und auf der
Internetseite der Manz Automation AG dauerhaft zur Verfügung gestellt. Zudem haben
wir die Effizienz unserer Tätigkeit gemäß Kodex unter Verwendung eines Fragebogens
im Wege der Selbstevaluation geprüft. Die Ergebnisse nutzen wir dafür, die Arbeit
des Aufsichtsrats kontinuierlich zu verbessern. Ausschüsse wurden aufgrund des aus
drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrats aus Effizienzgründen nicht gebildet. Jahres- und Konzernabschluss 2010Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und Konzernabschluss zum 31. Dezember
2010 sowie der Lagebericht und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 wurden
vom Abschlussprüfer der Gesellschaft und des Konzerns, der alltax gmbh Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehen. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung
vorgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum
31. Dezember 2010 sowie die Lageberichte für die Manz Automation AG und den Konzern
für das Geschäftsjahr 2010 unter Einbeziehung der den Mitgliedern des Aufsichtsrats
vor der Sitzung übersandten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers geprüft. In der Aufsichtsratssitzung am 17. März 2011 hat der Vorstand die Abschlüsse der Manz
Automation AG und des Konzerns erläutert. Der Abschlussprüfer berichtete in dieser
Sitzung über wesentliche Ergebnisse und Grundsätze seiner Prüfung sowie darüber, dass
nach seiner Prüfung keine wesentlichen Schwächen des internen Kontrollsystems und
des Risikomanagementsystems vorliegen. Der Abschlussprüfer ging ferner auf den Umfang
und die Schwerpunkte der Abschlussprüfung ein. Der Aufsichtsrat hat die Abschlussunterlagen
gemeinsam mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer ausführlich besprochen und keine
Einwände erhoben. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Aufsichtsrats sind
keine Einwendungen zu erheben. Mit Beschluss vom 17. März 2011 hat der Aufsichtsrat
den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 gebilligt. Der
Jahresabschluss der Manz Automation AG zum 31. Dezember 2010 ist damit festgestellt. Änderungen in der Besetzung des AufsichtsratsDer langjährige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Dr. Jan Wittig, ist am 6. März
2010 unerwartet verstorben. Wir werden Herrn Dr. Wittig stets ein ehrendes Andenken
bewahren. Aufgrund des Todes von Herrn Dr. Wittig hat das Amtsgericht Stuttgart durch Beschluss
vom 17. März 2010 Herrn Dr. Guido Quass zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Die
ordentliche Hauptversammlung vom 22. Juni 2010 wählte sodann Herrn Dipl.-Ing. Peter
Leibinger zum Mitglied des Aufsichtsrats. Hierdurch ist Herr Dr. Quass aus dem Aufsichtsrat
ausgeschieden, dem wir für seine wertvollen Beiträge zur Arbeit des Aufsichtsrats
danken. "Das Jahr 2010 stand ganz im Zeichen wirtschaftlicher Erholung, von der alle Geschäftsbereiche
der Manz Automation AG profitieren konnten, auch wenn die Folgen der Wirtschafts-
und Finanzkrise noch fortwirkten."
PROF. DR. HEIKO AURENZ Dank und AnerkennungDer Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die stets offene und konstruktive Zusammenarbeit
im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dank gilt ebenfalls allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
die einen entscheidenden Beitrag zur positiven Unternehmensentwicklung im zurückliegenden
Geschäftsjahr geleistet haben. Nicht zuletzt wollen wir uns auch bei Ihnen, werte
Aktionärinnen und Aktionäre, für das entgegengebrachte Vertrauen und die Bereitschaft
bedanken, mit uns gemeinsam die Zukunft der Manz Automation AG zu gestalten. Reutlingen, den 17. März 2011
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AKTIE DER MANZ AUTOMATION AGÜBERBLICKDie Aktien der Manz Automation AG sind seit Juli 2008 im Regulierten Markt (Segment:
Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
zeigten sich die Aktienmärkte in Deutschland uneinheitlich. Während sowohl DAX als
auch MDAX einen positiven Trend verzeichneten, zeigte sich der TecDAX entgegen der
grundsätzlich günstigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht in der Lage, an seine
sehr gute Performance aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Insgesamt zeigte sich das Kapitalmarktumfeld
für Technologiewerte schwierig. Dem konnte sich auch die Aktie der Manz Automation
nicht entziehen. Nachdem am 5. Januar 2010 der Jahreshöchstwert mit 70,01 EUR erreicht
wurde, war die Entwicklung im Jahresverlauf von einem rückläufigen Aktienkurs geprägt.
Am 8. Juni 2010 erreichte die Aktie ihren Jahrestiefstand bei einem Wert von 42,35
EUR. Im Jahresvergleich 2010 mit dem Sektorenindex Prime IG Renewable Energies (ISIN
DE0007237810) wird jedoch erkennbar, dass sich die Manz-Aktie besser entwickelte als
der Branchendurchschnitt, der im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Kursabschläge
hinnehmen musste. Der Jahresschlusskurs (30. Dezember 2010) lag bei 50,35 EUR, dies
entspricht einer Marktkapitalisierung von rund 225 Mio. EUR. AKTIE DER MANZ AUTOMATION AG 2010 (XETRA, in EUR)Manz-Aktie kann sich dem schwierigen Börsenumfeld nicht entziehen.![]() STAMMDATEN UND WICHTIGE ECKPUNKTEscroll
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Schlusskurse XETRA-Handelssystem der Deutsche Börse AG
AKTIONÄRSSTRUKTUR![]() AktionärsstrukturMit aktuell 50,81 % weist die Manz Automation einen hohen Streubesitz auf und verfügt
über eine breite Aktionärsbasis. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Dieter Manz
hält zum Stichtag am 31. Dezember 2010 insgesamt 44,49 % der Anteile. Daneben besitzt
Ulrike Manz weitere 4,70 % der Aktien an der Gesellschaft. INVESTOR RELATIONSEin signifikant verbessertes gesamtwirtschaftliches Umfeld geht mit einer verlässlicheren
Prognostizierbarkeit einher. Damit steigen die Anforderungen an eine offene und nachvollziehbare
Kommunikation von Unternehmen. Aus diesem Grund wurde dem aktiven Dialog mit Analysten,
Investoren und Finanzjournalisten auch im Geschäftsjahr 2010 eine besonders hohe Bedeutung
durch die Gesellschaft beigemessen. Die regelmäßige und zeitnahe Publikation von unternehmensrelevanten
Meldungen unterstreicht die Zielsetzung, umfassend über die Unternehmensentwicklung
zu informieren. Gleichzeitig verpflichtet bereits die Notierung im Prime Standard
die Manz Automation, den höchsten Transparenzanforderungen nachzukommen. Darüber hinaus
plant die Gesellschaft auch diese Standards weiterhin zu übertreffen und sucht den
regelmäßigen Kontakt zur Finanzgemeinde. So wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit
zahlreichen Maßnahmen ein kontinuierlicher Informationsfluss sichergestellt. Vielfältigkeit der IR-Aktivität unterstreicht hohe Bedeutung einer offenen Kommunikation für Manz.Neben den gesetzlichen Verpflichtungen führte die Manz Automation unter anderem folgende
IR-Aktivitäten durch:
Die Manz Automation AG wird derzeit von insgesamt elf Analysten gecovert, hierzu zählen
Institute wie:
HAUPTVERSAMMLUNGAm 22. Juni 2010 fand in der FILharmonie in Filderstadt die Hauptversammlung 2010
der Manz Automation statt. Insgesamt waren rund 290 Aktionäre anwesend und folgten
dem Bericht des Vorstands zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 und dem Ausblick für
das laufende Geschäftsjahr. In der Hauptversammlung stimmten nahezu alle vertretenen Aktionäre den einberufenen
Tagesordnungspunkten zu. Insgesamt waren 63,13 % des stimmberechtigten Grundkapitals
vertreten (Vorjahr: 64,54 %). scroll
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FINANZKALENDER 2011scroll
DIRECTORS' DEALINGSscroll
CORPORATE GOVERNANCE BERICHTVorstand und Aufsichtsrat der Manz Automation AG orientieren sich an den Empfehlungen
des Deutschen Corporate Governance Kodex (der "Kodex"). Dieser stellt wesentliche
gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften
(Unternehmensführung) dar und enthält international und national anerkannte Standards
guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Damit soll das Vertrauen der internationalen
und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die
Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften gefördert werden.
Vorstand und Aufsichtsrat sehen sich in der Verpflichtung, im Einklang mit den Prinzipien
der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige
Wertschöpfung zu sorgen. Nachfolgend berichten der Vorstand und der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Kodex
über die Corporate Governance bei der Manz Automation AG. UMSETZUNG DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEXVorstand und Aufsichtsrat haben sich auch in dieser Berichtsperiode intensiv mit den
Empfehlungen des Kodex befasst. EntsprechenserklärungAuf der Grundlage der Fassungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 18. Juni
2009 und vom 26. Mai 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat am 17. März 2011 die Entsprechenserklärung
März 2011 nach § 161 AktG abgegeben, die nachstehend wiedergegeben ist. Damit knüpften
sie an die vorangehende Entsprechenserklärung März 2010 vom 24. März 2010 an, die
auf der Grundlage der Fassungen des Kodex vom 6. Juni 2008 und vom 18. Juni 2009 abgegeben
worden war. Entsprechenserklärung März 2011
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| Für den Vorstand | Für den Aufsichtsrat |
| Dieter Manz | Prof. Dr. Heiko Aurenz |
| Vorsitzender des Vorstands | Vorsitzender des Aufsichtsrats |
Die Manz Automation AG hat für die Zukunft sämtliche Empfehlungen des Kodex umgesetzt.
Die einzige Abweichung bezieht sich auf die vergangene Berichtsperiode und knüpft
an die in der Entsprechenserklärung März 2010 enthaltene zukunftsbezogene Abweichung
von den Empfehlungen in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 und Absatz 5 des Kodex an. Vorstand
und Aufsichtsrat haben jedoch auch diese Empfehlungen durch am 17. März 2011 vereinbarte
Änderungen der Vorstandsverträge sämtlicher Vorstandsmitglieder umgesetzt und insbesondere
sogenannte Abfindungs-Caps vorgesehen. Den Empfehlungen soll darüber hinaus bei künftigen
Abschlüssen von Vorstandsverträgen entsprochen werden.
Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch intensiv mit den im Rahmen der Kodex-Änderung
im Jahr 2010 neu aufgenommenen Empfehlungen befasst.
Bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen achtet der Vorstand entsprechend
der Empfehlung in Ziffer 4.1.5 des Kodex auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei
insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Diese Ziele sollen neben
einer ausgewogenen fachlichen Qualifikation verfolgt werden. Als international tätiges
Unternehmen verfügt die Manz-Gruppe über einen hohen Anteil ausländischer Mitarbeiter
und Führungskräfte, insbesondere in Asien. In den verschiedenen Konzerngesellschaften
sind Mitarbeiter und Führungskräfte aus 27 Nationen und bei der Manz Automation AG
selbst aus 24 Nationen tätig. Zur Förderung einer größeren Internationalst auf der
oberen Führungsebene beabsichtigt der Vorstand, weitere Maßnahmen zu ergreifen.
Der Anteil der Frauen an den Mitarbeitern der Manz-Gruppe betrug Ende des Geschäftsjahres
2010 mehr als 16 %. In Führungspositionen sind Frauen jedoch noch nicht angemessen
repräsentiert. Die Gesellschaft verfügt über ein flexibles Arbeitszeitmodell, durch
das sowohl Teilzeitarbeit als auch gleitende Arbeitszeiten ermöglicht werden. Ferner
verfügt das Unternehmen über Belegplätze in zwei Kindertagesstätten, in denen auch
Kinder im Alter zwischen einem Jahr und drei Jahren während der Arbeitszeit der Mitarbeiter
von ausgebildeten Erzieherinnen betreut werden. Um gezielt Frauen zu fördern und für
künftige Führungspositionen vorzubereiten, beabsichtigt der Vorstand, weitere konkrete
Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen.
Zur Umsetzung der Empfehlung in Ziffer 5.1.2 Abs. 1 Satz 2 des Kodex hat der Aufsichtsrat
einen Beschluss gefasst, nach dem der Aufsichtsrat bei der Zusammensetzung des Vorstands
auch auf Vielfalt (Diversity) achten wird. Hierbei wird der Aufsichtsrat insbesondere
eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben, indem er sich im Rahmen des
Auswahlprozesses für Vorstandsmitglieder bemühen wird, dass dem Vorstand bei entsprechender
Qualifikation auch Frauen als Mitglieder angehören.
Ferner hat der Aufsichtsrat nach Maßgabe von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1 des Kodex
die nachstehenden konkreten Ziele für seine Zusammensetzung benannt und in die Geschäftsordnung
für den Aufsichtsrat aufgenommen. Diese berücksichtigen unter Beachtung der unternehmensspezifischen
Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte,
eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder sowie Vielfalt (Diversity)
und sehen insbesondere auch eine angemessene Beteiligung von Frauen vor:
| ― |
Der Aufsichtsrat strebt generell an, dass er stets so zusammengesetzt ist, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. |
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| ― |
Grundlegende Anforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats sind die persönliche Integrität, eine hinreichende Lebens- und Berufserfahrung, Unabhängigkeit sowie Kommunikationsfähigkeit. Die Mitglieder sollen ferner über betriebswirtschaftliche, unternehmensrechtliche und branchenbezogene technische Grundkenntnisse sowie Kenntnisse über die Manz-Gruppe verfügen oder bereit sein, sich diese Kenntnisse zu Beginn ihrer Amtszeit anzueignen. Ferner muss erkennbar sein, dass den Aufsichtsratsmitgliedern unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Verpflichtungen und weiteren Aufsichtsratsmandate für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gesellschaft genügend Zeit zur Verfügung steht. |
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| ― |
Der Aufsichtsrat soll stets so zusammengesetzt sein, dass er insgesamt über die erforderlichen
besonderen Kenntnisse und Erfahrungen aus verschiedenen fachlichen Bereichen verfügt,
die für die Gesellschaft wesentlich sind. Im Rahmen der Wahlvorschläge des Aufsichtsrats
an die Hauptversammlung ist der Aufsichtsrat bestrebt, dass die folgenden Anforderungsprofile
jeweils durch mindestens ein Mitglied erfüllt werden:
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| ― |
Zur Wahl als Mitglied des Aufsichtsrats sollen in der Regel nur Personen vorgeschlagen werden, die das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. |
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| ― |
Der Aufsichtsrat wird sich im Rahmen des Auswahlprozesses für Wahlvorschläge an die Hauptversammlung bemühen, dass ihm bei entsprechender Qualifikation auch Frauen als Mitglieder angehören. |
Die Amtszeit der amtierenden Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der am 28. Juni
2011 stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung 2011, so dass zu diesem Zeitpunkt
Neuwahlen zum Aufsichtsrat erforderlich sind. Die Vorschläge des Aufsichtsrats an
die Hauptversammlung zur Wahl von drei Aufsichtsratsmitgliedern werden die vorgenannten
Ziele entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 3 Satz 1 des Kodex berücksichtigen.
Im Interesse einer Kontinuität der Arbeit des Aufsichtsrats beabsichtigen Herr Prof.
Dr. Heiko Aurenz und Herr Dipl.-Ing. Peter Leibinger, sich für eine volle Amtszeit
erneut zur Wahl zu stellen. Im Hinblick auf die Altersgrenze wird Herr Prof. Dr.-Ing.
Dr. h.c. mult. Rolf D. Schraft auf eine erneute Kandidatur verzichten. Der Aufsichtsrat
wird der Hauptversammlung daher eine neue Kandidatin oder einen neuen Kandidaten zur
Wahl für das Amt des Aufsichtsrats der Gesellschaft vorschlagen.
Herr Prof. Dr. Heiko Aurenz und Herr Dipl.-Ing. Peter Leibinger erfüllen die genannten
Anforderungsprofile aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen und ihrer Sachkenntnisse
sowie ihrer persönlichen Eigenschaften in vollem Umfang. Insbesondere soll Herr Prof.
Dr. Heiko Aurenz aufgrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen aus seiner Tätigkeit in
der Wirtschaftsprüfung und als Unternehmensberater sowie seiner Lehrtätigkeit auf
dem Gebiet der Konzernrechnungslegung und Bilanzierung der Hauptversammlung als unabhängiges
Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung
(§ 100 Abs. 5 AktG) benannt werden. Ferner kann Herr Dipl.-Ing. Peter Leibinger neben
seinem technischen Sachverstand vor allem seine Kenntnisse und Erfahrungen aus seiner
Tätigkeit als Geschäftsführer der in der Maschinenbaubranche international agierenden
TRUMPF-Gruppe in die Arbeit des Aufsichtsrats einbringen.
Bei dem Verfahren für die Auswahl eines neuen Aufsichtsratsmitglieds bemühen sich
die Beteiligten insbesondere, eine Frau als Nachfolgerin für Herrn Prof. Dr.-Ing.
Dr. h.c. mult. Schraft zu gewinnen, die auch die weiteren in den Zielsetzungen benannten
Anforderungen erfüllt.
Schließlich betont der Kodex in der geänderten Ziffer 5.4.1. Abs. 4 Satz 2 die Verpflichtung
der Aufsichtsratsmitglieder, die für deren Aufgaben erforderlichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
eigenverantwortlich wahrzunehmen, wobei sie von der Gesellschaft angemessen unterstützt
werden sollen. Bei der Manz Automation AG wird diese Empfehlung dadurch umgesetzt,
dass den Aufsichtsratsmitgliedern verschiedene Bereiche des Unternehmens vorgestellt
werden, wozu auch Werksbesichtigungen gehören. Ferner wird die Weiterbildung der Aufsichtsratsmitglieder
durch die Überlassung von Informationsunterlagen zur Geschäftstätigkeit des Unternehmens
und zu fachspezifischen Themen gefördert. Schließlich prüft die Gesellschaft externe
Fortbildungsveranstaltungen auf ihre Qualität und spricht gegenüber den Aufsichtsratsmitgliedern
Empfehlungen aus.
Das in der Zeit vom 17. März bis 22. Juni 2010 amtierende Mitglied des Aufsichtsrats,
Herr Rechtsanwalt Dr. Guido Quass, ist Partner der Anwaltssozietät Menold Bezler Rechtsanwälte
Partnerschaft, die für die Gesellschaft rechtliche Beratungsleistungen erbringt. Soweit
Beratungsaufträge in die Amtszeit fielen, hat die Menold Bezler Rechtsanwälte Partnerschaft
für ihre Beratungsleistungen von der Gesellschaft insgesamt 34 TEUR erhalten. Der
Aufsichtsrat hat den Beratungsaufträgen - gegebenenfalls unter Stimmenthaltung des
betroffenen Aufsichtsratsmitglieds - für jeden Einzelfall zugestimmt. Durch die geschäftliche
Beziehung ist im Übrigen kein konkreter Interessenkonflikt aufgetreten.
Das seit dem 22. Juni 2010 amtierende Mitglied des Aufsichtsrats, Herr Dipl.-Ing.
Peter Leibinger, ist geschäftsführender Gesellschafter der TRUMPF GmbH + Co. KG, deren
Tochtergesellschaften Lasersysteme an die Gesellschaft liefern. Gesellschaften der
TRUMPF-Gruppe haben im Geschäftsjahr 2010 für ihre Lieferungen und Leistungen von
der Gesellschaft insgesamt 1.624 TEUR erhalten. Ein konkreter Interessenkonflikt ist
durch diese geschäftliche Beziehung nicht aufgetreten.
Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat
gegenüber offen zu legen sind, sind im Übrigen nicht aufgetreten.
Der Vorstandsvorsitzende Dieter Manz war am 28. Februar 2011 mit 1.993.248 Aktien
an der Gesellschaft beteiligt; dies entspricht 44,49 % des Grundkapitals der Manz
Automation AG. Die Ehefrau von Herrn Dieter Manz hielt zu diesem Zeitpunkt 210.709
Aktien; dies entspricht 4,70 % des Grundkapitals. Die weiteren Vorstandsmitglieder
hielten zum selben Tag insgesamt 919 Aktien der Gesellschaft; dies entspricht 0,02
% des Grundkapitals.
Die derzeitigen Mitglieder des Aufsichtsrats waren am 28. Februar 2011 mit 2.598 Aktien
an der Gesellschaft beteiligt; dies entspricht 0,06 % des Grundkapitals der Manz Automation
AG.
Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze für die Festsetzung der Gesamtvergütung
der Mitglieder des Vorstands der Manz Automation AG zusammen und erläutert die Struktur
sowie die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder. Ferner werden die Grundsätze
und die Höhe der Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats dargestellt.
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 17. März 2011 ein neues System der Vorstandsvergütung
für die Gesellschaft beschlossen, das nachstehend dargestellt wird.
Das Vergütungssystem für den Vorstand hat zum Ziel, die Vorstandsmitglieder entsprechend
ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs angemessen zu vergüten und dabei nicht
nur die persönliche Leistung des jeweiligen Vorstandsmitglieds, sondern auch die Lage
der Gesellschaft und den Unternehmenserfolg zu berücksichtigen. Die Vergütungsstruktur
ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet.
Die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands setzt sich aus festen und variablen
Bestandteilen zusammen. Bei der Bemessung der Höhe der Vergütungselemente wird jeweils
zwischen dem Vorsitzenden des Vorstands und den weiteren Vorstandsmitgliedern differenziert.
Die festen Bestandteile der Vorstandsvergütung bestehen aus einem monatlichen Festgehalt
und laufenden Sachbezügen sowie aus Beiträgen zur betrieblichen Altersversorgung.
Das Festgehalt wird in zwölf monatlich gleichbleibenden Teilbeträgen entrichtet. Die
Festbezüge sollen als Grundgehalt den Vorstandsmitgliedern und ihren Familien, unabhängig
vom Erfolg des Unternehmens, den laufenden Lebensunterhalt sichern.
Als Sachbezug wird den Vorstandsmitgliedern jeweils ein angemessener Dienstwagen zur
Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden kann. Die Gesellschaft hat zudem
zugunsten der Vorstandsmitglieder eine Unfallversicherung mit angemessenen Versicherungsleistungen
abgeschlossen, die auch Unfälle im Privatbereich abdeckt. Ferner besteht für die Vorstandsmitglieder
auf Kosten der Gesellschaft eine sogenannte Directors & Officers-Versicherung.
Mit dem Vorsitzenden des Vorstands, Dieter Manz, besteht eine Pensionsvereinbarung
für ein lebenslängliches Ruhegeld für den Fall des Ausscheidens nach dem vollendeten
65. Lebensjahr oder infolge Berufsunfähigkeit. Ferner ist für den Fall des Ablebens
zugunsten der Ehefrau eine lebenslängliche Hinterbliebenenrente vereinbart. Gegenüber
den Vorstandsmitgliedern, Martin Hipp und Volker Renz, hat sich die Gesellschaft zum
Abschluss einer Altersvorsorge in Form einer Unterstützungskasse nach zwei Jahren
ihres jeweiligen Dienstverhältnisses und zur Zahlung jährlicher Beiträge verpflichtet.
Die variable Vergütung umfasst zum einen eine jährliche, an den geschäftlichen Erfolg
gebundene Komponente in Form einer jährlichen Bartantieme (kurzfristige variable Vergütung)
und zum anderen eine aktienbasierte Komponente mit einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage
in Form von jährlich zu gewährenden Aktienbezugsrechten auf der Grundlage des Manz
Performance Share Plan 2011 (langfristige variable Vergütung).
Die variablen Bezüge dienen auf der Basis der festen Vergütungselemente dem gezielten
Anreiz zur Erzielung einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung und tragen zur Vermögensbildung
sowie wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Vorstandsmitglieder bei. Das Verhältnis
zwischen den festen und den variablen Vergütungselementen beträgt unter Zugrundelegung
der mittleren Zielgrößen der variablen Vergütungselemente 44 % fest zu 56 % variabel.
Im Interesse einer Ausrichtung der variablen Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung
überwiegt der nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelte Wert (Fair
Value) der aufgrund des Manz Performance Share Plan gewährten Bezugsrechte die jährliche
Bartantieme. Unter Zugrundelegung der mittleren Zielgrößen der variablen Vergütungselemente
beträgt das Verhältnis zwischen der kurzfristigen und der langfristigen variablen
Vergütung 43 % kurzfristig zu 57 % langfristig.
Die jährliche Bartantieme soll die Vorstandsmitglieder angesichts ihrer eigenverantwortlichen
Leitungstätigkeit am unternehmerischen Erfolg oder Misserfolg des Geschäftsjahrs beteiligen.
Ihre Bemessung wurde mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011 neu geregelt.
Die jährliche Bartantieme wird jährlich nachträglich in Abhängigkeit von der EBT-Rendite
des jeweiligen Geschäftsjahrs gewährt. Die EBT-Rendite errechnet sich aus dem Verhältnis
des Ergebnisses vor Steuern (EBT - Earnings before Taxes) zum Umsatz nach Maßgabe
des Konzernabschlusses nach IFRS. Die Bartantieme berechnet sich ferner in Abhängigkeit
von dem für das jeweilige Geschäftsjahr von dem Vorstandsmitglied bezogenen Festgehalt
(Jahresfestgehalt).
Die Gewährung der Bartantieme setzt voraus, dass eine EBT-Rendite von mindestens 4,1
% erreicht worden ist. Bei einer EBT-Rendite von 4,1 % erhält das Vorstandsmitglied
eine Bartantieme in Höhe von 1 % des Jahresfestgehalts. Je vollen 0,1 Prozentpunkt,
um die die EBT-Rendite eine EBT-Rendite von 4,1 % übersteigt, erhöht sich der für
die Berechnung der Bartantieme anwendbare Prozentsatz entsprechend um einen Prozentpunkt.
Mithin erhält das Vorstandsmitglied z. B. bei einer EBT-Rendite von 5,0 % eine Bartantieme
in Höhe von 10 % des Jahresfestgehalts sowie bei einer EBT-Rendite von 14 % eine Bartantieme
in Höhe von 100 % des Jahresfestgehalts. Die Obergrenze ist bei einer EBT-Rendite
von 20,0 % festgelegt, bei der die Bartantieme 160 % des Jahresfestgehalts beträgt.
Der Aufsichtsrat hat zum Zweck der Bestimmung des Verhältnisses zwischen den einzelnen
Vergütungselementen als mittlere Zielgröße der kurzfristigen variablen Vergütung eine
EBT-Rendite von 10 % festgelegt. Bei diesem mittleren Zielwert beträgt die Bartantieme
60 % des Jahresfestgehalts.
Die auf der Grundlage des Manz Performance Share Plan 2011 (langfristige variable
Vergütung) jährlich zu gewährenden Bezugsrechte auf Manz-Aktien, sollen die Vorstandsmitglieder
zu einer nachhaltigen Steigerung des internen und externen Unternehmenswerts anregen
und damit ihre Interessen mit denen der Aktionäre, aber auch der übrigen Stakeholder,
wirksam verknüpfen.
Der Aufsichtsrat hat bereits bisher als variablen, erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteil
mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter aufgrund des von der Hauptversammlung
beschlossenen Manz Performance Share Plan 2008 den Mitgliedern des Vorstands in den
Geschäftsjahren 2008, 2009 und 2010 Bezugsrechte auf Aktien der Manz Automation AG
gewährt. Es wurden insgesamt 7.151 Bezugsrechte zum Bezug von bis zu 21.453 Aktien
ausgegeben. Das für den Vorstand vorgesehene Kontingent des Manz Performance Share
Plan 2008 in Höhe von 7.200 Bezugsrechten ist hierdurch nahezu vollständig ausgeschöpft
worden.
Der Aufsichtsrat beabsichtigt, der ordentlichen Hauptversammlung 2011 einen neuen
Manz Performance Share Plan 2011 sowie die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals
zur Beschlussfassung vorzuschlagen und den Vorstandsmitgliedern auf dieser Grundlage
auch künftig jährlich Bezugsrechte auf Aktien der Manz Automation AG zu gewähren.
Die Wartezeit für die Ausübung der auf der Grundlage des Manz Performance Share Plan
2011 auszugebenden Bezugsrechte soll mehr als vier Jahre betragen. Bei Ausübung von
Bezugsrechten nach Ablauf der Wartezeit und innerhalb der Ausübungszeiträume von drei
Monaten nach der jeweiligen ordentlichen Hauptversammlung werden an die Vorstandsmitglieder
Manz-Aktien zum Preis von je 1,00 EUR ausgegeben.
Die Bezugsrechte können jedoch nur ausgeübt werden, wenn und soweit das jeweilige
Erfolgsziel erreicht wurde (Performance-Komponente). Das Erfolgsziel für jede einzelne
Tranche besteht in dem Mittelwert der EBIT-Margen (Betriebsergebnis (EBIT) im Verhältnis
zum Umsatz), die den geprüften und gebilligten Konzernjahresabschlüssen des Manz-Konzerns
nach IFRS für das Geschäftsjahr, in dem die Wartezeit endet, sowie für die drei vorangehenden
Geschäftsjahre zu entnehmen sind. Die Bezugsrechte sind nur dann ausübbar, wenn eine
durchschnittliche EBIT-Marge von mindestens 5 % (Mindestziel) erreicht wird. Wird
das Mindestziel erreicht oder übertroffen, ist bei der Berechnung der Anzahl der auf
ein Bezugsrecht auszugebenden Aktien ein Erfolgsfaktor anwendbar, der sich nach der
in dem Manz Performance Share Plan 2011 näher aufgeführten, oberhalb des Standardziels
progressiv ansteigenden Staffelung richtet. Die Staffelung des Erfolgsfaktors reicht
von dem Faktor 0,5 bei Erreichung des Mindestziels über den Faktor 1,00 bei Erreichung
einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 10 % (Standard-Ziel) bis zu dem Faktor 2,0
bei einer durchschnittlichen EBIT-Marge von mindestens 15 % (Stretch-Ziel).
Der Manz Performance Share Plan 2011 setzt die gesetzliche Vorgabe, dass variable
Vergütungsbestandteile eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben sollen, dadurch
um, dass sich der Erfolgsfaktor nach den EBIT-Margen der Konzernabschlüsse der vier
Geschäftsjahre nach der Ausgabe der Bezugsrechte bemisst. Die Vorstandsmitglieder
sollen hierdurch dazu motiviert werden, ihre Handlungen an dem Ziel einer nachhaltigen
positiven Entwicklung der EBIT-Marge auszurichten. Dies wird zusätzlich dadurch verstärkt,
dass jährlich eine neue Tranche von Bezugsrechten an die Vorstandsmitglieder ausgegeben
wird, die die Ausrichtung auf die künftigen EBIT-Margen laufend perpetuiert.
Die Anzahl der Aktien, zu deren Bezug die Bezugsrechte berechtigen, hängt ferner von
einer Treuekomponente ab, d. h. die Anzahl der bei Ausübung der Bezugsrechte zu gewährenden
Aktien erhöht sich mit zunehmender Haltedauer der Bezugsrechte durch das jeweilige
Vorstandsmitglied für den Zeitraum von bis zu vier weiteren Jahren nach Ablauf der
Wartezeit von mehr als vier Jahren. Dies entspricht wirtschaftlich einer Prämie für
eine längere Haltedauer von Bezugsaktien. Die Treuekomponente wird in dem Manz Performance
Share Plan 2011 dadurch umgesetzt, dass bei der Berechnung der Anzahl der Aktien,
die je Bezugsrecht zu gewähren sind, zusätzlich ein Treuefaktor angewendet wird. Dieser
reicht nach der in dem Manz Performance Share Plan 2011 näher aufgeführten Staffelung
von dem Faktor 1,0 bei Ausübung innerhalb des fünften Kalenderjahres nach Ausgabe
der Bezugsrechte bis zum Faktor 2,0 bei Ausübung innerhalb des achten Kalenderjahres
nach Ausgabe der entsprechenden Bezugsrechte.
Die Anzahl der von dem jeweiligen Vorstandsmitglied ausgeübten Bezugsrechte wird mit
dem jeweils anwendbaren Erfolgsfaktor, der sich nach dem Grad der Erreichung des Erfolgsziels
richtet, sowie mit dem jeweils anwendbaren Treuefaktor, der sich nach der Haltedauer
der Bezugsrechte richtet, multipliziert. Die so ermittelte Zahl entspricht der Anzahl
der Aktien, die das Vorstandsmitglied aufgrund der Ausübung der betroffenen Tranche
gegen Zahlung des Ausgabebetrags je Aktie erhält. Je ein Bezugsrecht berechtigt somit
- bei Anwendung des maximalen Erfolgsfaktors von 2,0 und des maximalen Treuefaktors
von 2,0 - zum Bezug von bis zu vier Manz-Aktien.
Der Aufsichtsrat wird in den Planbedingungen für den Fall außerordentlicher Entwicklungen
eine Begrenzungsmöglichkeit für die Ausübbarkeit der den Mitgliedern des Vorstands
gewährten Bezugsrechte vorsehen. Eine Begrenzung der Zuflüsse aus der langfristigen
variablen Vergütung kann erforderlich sein, um die gesetzlich geforderte Angemessenheit
der Vergütung sicherzustellen. Anlässe hierfür können sich durch außerordentliche
Entwicklungen ergeben, die zu sogenannten "Windfall-Profits" führen.
Der Aufsichtsrat kann die Anzahl der an die einzelnen Vorstandsmitglieder zu gewährenden
Bezugsrechte nach seinem freien Ermessen festlegen. Ein Anspruch der Vorstandsmitglieder
auf die Gewährung von Aktienbezugsrechten besteht nicht. Für die Bemessung der Ausgabe
von Bezugsrechten hat der Aufsichtsrat jedoch als Leitlinie festgelegt, dass die langfristige
variable Vergütung in Form von Bezugsrechten in der Regel 50 % der Gesamtbarvergütung
des jeweiligen Vorstandsmitglieds betragen soll. Die Gesamtbarvergütung besteht hierbei
aus dem Jahresfestgehalt sowie dem mittleren Zielwert der jährlichen Bartantieme in
Höhe von 60 % des Jahresfestgehalts.
Bei der Ausgabe erfolgt die Bewertung der zu gewährenden Bezugsrechte anhand des Fair
Value zum Zeitpunkt der Ausgabe der Bezugsrechte nach Maßgabe des Börsenkurses der
Manz-Aktie am Ausgabetag abzüglich des Ausgabebetrags von 1,00 EUR je Aktie. Hierbei
wird hinsichtlich der Performance-Komponente die Erreichung des Standard-Ziels einer
EBIT-Marge in Höhe von 10 % (Faktor 1,0) und hinsichtlich der Treuekomponente eine
Ausübung der Bezugsrechte erst kurz vor Ende der Laufzeit innerhalb des achten Kalenderjahres
nach Ausgabe der Bezugsrechte (Faktor 2,0) unterstellt.
Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sehen vor, dass im Falle einer vorzeitigen
Beendigung der Amtszeit und des Dienstverhältnisses, die nicht auf einem wichtigen
Grund beruht, Abfindungszahlungen an das Vorstandsmitglied einschließlich Nebenleistungen
den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht
mehr als die Restlaufzeit des Dienstverhältnisses vergüten werden. Für die Berechnung
des Abfindungs-Caps wird auf die Gesamtvergütung des abgelaufenen Geschäftsjahrs und
gegebenenfalls auch auf die voraussichtliche Gesamtvergütung für das zum Zeitpunkt
der vorzeitigen Beendigung laufende Geschäftsjahr abgestellt.
Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder, Martin Hipp und Volker Renz, sehen für
den Fall eines Kontrollwechsels vor, dass das Vorstandsmitglied berechtigt ist, den
Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats
zu kündigen und sein Amt als Mitglied des Vorstands mit derselben Frist niederzulegen.
Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn der Gesellschaft eine Mitteilung eines Meldepflichtigen
zugeht, dass der Meldepflichtige 25 % oder einen höheren Anteil der Stimmrechte an
der Gesellschaft erreicht oder überschritten hat.
Das Vorstandsmitglied hat im Falle der Kündigung Anspruch auf eine Abfindung in Höhe
des Festgehalts sowie der Bartantieme für die Restlaufzeit des Dienstverhältnisses.
Für die Berechnung der Bartantieme ist hierbei der Durchschnitt aus der EBT-Rendite
des vorangehenden Geschäftsjahrs und der nach den Planungen der Gesellschaft voraussichtlich
im laufenden Geschäftsjahr erzielten EBT-Rendite zu Grunde zu legen. Die Abfindung
ist jedoch auf den Betrag begrenzt, der sich bei einer Restlaufzeit des Dienstverhältnisses
von drei Jahren ergeben würde. Beträgt die Restlaufzeit des Dienstverhältnisses zum
Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Kündigung mehr als zwei Jahre, so verringert sich
die Abfindung, soweit sie für den übersteigenden Zeitraum gewährt wird, zudem um 75
% zum Zweck der pauschalierten Anrechnung der für die Zeit nach Beendigung des Dienstverhältnisses
zu erwartenden anderweitigen Einkünfte des Vorstandsmitglieds. Die bei der Abfindung
zu berücksichtigenden Beträge sind ferner jeweils mit 3 % p. a. auf den Tag der Fälligkeit
der Abfindung abzuzinsen. Ein Anspruch auf Abfindung besteht nicht, wenn die Gesellschaft
das Dienstverhältnis wirksam aus wichtigem Grund gekündigt hat.
Die Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010 eine
Vergütung in Höhe von insgesamt 944 TEUR (Vorjahr: 1.031 TEUR).
Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr
2010 an die einzelnen Mitglieder des Vorstands gewährten Vergütungen (Vorjahreswerte
in Klammern):
|
|
Erfolgsunabhängige Komponenten |
Erfolgsbezogene Komponenten (kurzfristig) |
Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung |
|
|
| (in TEUR) | Festgehalt | Sonstige Bezüge* |
Bartantieme | Bezugsrechte auf Aktien (Fair Value) |
Gesamt |
| Dieter Manz, Vorstandsvorsitzender |
276 (269) |
15 (15) |
18 (0) |
133 (159) |
442 (443) |
| Martin Hipp, Vorstand Finanzen |
156 (152) |
18 (18) |
11 (0) |
67 (80) |
252 (250) |
| Volker Renz, Vorstand Operations |
156 (152) |
16 (11) |
11 (0) |
67 (80) |
250 (243) |
| Otto Angerhofer** | 0 (89) |
0 (6) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (95) |
| Gesamt | 588 (662) |
49 (50) |
40 (0) |
267 (319) |
944 (1.031) |
*
Insbesondere geldwerte Vorteile der Sachbezüge und Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung
(Unterstützungskasse)
**
bis 31. Juli 2009
Die Bezugsrechte auf Aktien der Manz Automation AG auf der Grundlage des Manz Performance
Share Plan 2008 wurden anhand anerkannter finanzmathematischer Methoden als sogenannter
Fair Value zum Zeitpunkt der Ausgabe der Bezugsrechte nach Maßgabe des Börsenkurses
der Manz-Aktie am Ausgabetag abzüglich des Ausgabebetrags von 1,00 EUR je Aktie bewertet.
Hierbei wurde hinsichtlich der Performance-Komponente die Erreichung des Standard-Ziels
einer EBIT-Marge in Höhe von 12 % (Faktor 1,0) und hinsichtlich der Treuekomponente
eine Ausübung der Bezugsrechte erst kurz vor Ende der Laufzeit innerhalb des achten
Kalenderjahres nach Ausgabe der Bezugsrechte (Faktor 2,0) unterstellt.
Im Geschäftsjahr 2009 und 2010 setzte sich das Vergütungssystem für den Vorstand aus
festen und variablen Bestandteilen zusammen. Bei der Bemessung der Höhe der Vergütungselemente
wurde jeweils zwischen dem Vorsitzenden des Vorstands und den weiteren Vorstandsmitgliedern
differenziert.
Die festen Bestandteile der Vorstandsvergütung bestanden aus einem monatlichen Festgehalt
und laufenden Sachbezügen sowie aus Beiträgen zur betrieblichen Altersversorgung.
Das Festgehalt wurde in zwölf monatlich gleichbleibenden Teilbeträgen entrichtet.
Als Sachbezug wurde den Vorstandsmitgliedern jeweils ein angemessener Dienstwagen
zur Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden konnte. Die Gesellschaft hat
zudem zugunsten der Vorstandsmitglieder eine Unfallversicherung mit angemessenen Versicherungsleistungen
abgeschlossen, die auch Unfälle im Privatbereich abdeckt. Ferner bestand für die Vorstandsmitglieder
auf Kosten der Gesellschaft eine sogenannte D&O-Versicherung.
Mit dem Vorsitzenden des Vorstands, Dieter Manz, besteht eine Pensionsvereinbarung
für ein lebenslängliches Ruhegeld für den Fall des Ausscheidens nach dem vollendeten
65. Lebensjahr oder infolge Berufsunfähigkeit. Ferner ist für den Fall des Ablebens
zugunsten der Ehefrau eine lebenslängliche Hinterbliebenenrente vereinbart. Für die
Vorstandsmitglieder, Martin Hipp und Volker Renz, hat die Gesellschaft Beiträge zu
einer Altersvorsorge in Form einer Unterstützungskasse geleistet.
Die variable Vergütung umfasste zum einen eine jährliche, an den geschäftlichen Erfolg
gebundene Komponente in Form einer jährlichen Bartantieme (kurzfristige variable Vergütung)
und zum anderen eine aktienbasierte Komponente mit einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage
in Form von jährlich zu gewährenden Bezugsrechten auf der Grundlage des Manz Performance
Share Plan 2008 (langfristige variable Vergütung).
Die jährliche Bartantieme wurde in Abhängigkeit vom Konzernergebnis vor Steuern (EBT)
des jeweiligen Geschäftsjahrs gewährt. Für den Vorsitzenden des Vorstands, Dieter
Manz, betrug die Bartantieme 2,5 % des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT), höchstens
jedoch 25 % der sich nach Berechnung der Tantieme ergebenden jährlichen Gesamtvergütung.
Für die Mitglieder des Vorstands, Martin Hipp und Volker Renz, betrug die Bartantieme
1,5 % des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT), höchstens jedoch 20 % zuzüglich eines
im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden variablen Anteils von maximal 5 %, der sich
nach Berechnung der Tantieme ergebenden jährlichen Gesamtvergütung.
Der Aufsichtsrat hat den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2010 als langfristige
variable Vergütung Bezugsrechte auf Aktien der Manz Automation AG aufgrund des von
der Hauptversammlung beschlossenen Manz Performance Share Plan 2008 gewährt, die die
nachstehenden wesentlichen Merkmale aufweisen:
Die Wartezeit für die Ausübung der ausgegebenen Bezugsrechte beträgt mehr als zwei
Jahre. Bei Ausübung von Bezugsrechten nach Ablauf der Wartezeit und innerhalb der
Ausübungszeiträume von drei Monaten nach der jeweiligen ordentlichen Hauptversammlung
werden an die Vorstandsmitglieder Manz-Aktien zum Preis von je 1,00 EUR ausgegeben.
Die Bezugsrechte können jedoch nur ausgeübt werden, wenn und soweit das jeweilige
Erfolgsziel erreicht wurde (Performance-Komponente). Das Erfolgsziel für jede einzelne
Tranche besteht in der EBIT-Marge (Betriebsergebnis (EBIT) im Verhältnis zum Umsatz),
die dem geprüften und gebilligten Konzernjahresabschluss des Manz-Konzerns nach IFRS
für das Geschäftsjahr, in dem die Wartezeit endet, zu entnehmen ist. Die Bezugsrechte
sind nur dann ausübbar, wenn eine EBIT-Marge von mindestens 9 % (Mindestziel) erreicht
wird. Wird das Mindestziel erreicht oder übertroffen, ist bei der Berechnung der Anzahl
der auf ein Bezugsrecht auszugebenden Aktien ein Erfolgsfaktor anwendbar, der sich
nach der in dem Manz Performance Share Plan 2008 näher aufgeführten Staffelung richtet.
Die Staffelung des Erfolgsfaktors reicht von dem Faktor 0,75 bei Erreichung des Mindestziels
über den Faktor 1,00 bei Erreichung einer EBIT-Marge von 12 % (Standard-Ziel) bis
zu dem Faktor 1,5 bei einer EBIT-Marge von mindestens 15 % (Stretch-Ziel).
Die Anzahl der Aktien, zu deren Bezug die Bezugsrechte berechtigen, hängt ferner von
einer Treuekomponente ab, d. h. die Anzahl der bei Ausübung der Bezugsrechte zu gewährenden
Aktien erhöht sich mit zunehmender Haltedauer der Bezugsrechte durch das jeweilige
Vorstandsmitglied für den Zeitraum von bis zu vier weiteren Jahren nach Ablauf der
Wartezeit von mehr als zwei Jahren. Hierfür wird bei der Berechnung der Anzahl der
Aktien, die je Bezugsrecht zu gewähren sind, zusätzlich ein Treuefaktor angewendet.
Dieser reicht nach der in dem Manz Performance Share Plan 2008 näher aufgeführten
Staffelung von dem Faktor 1,0 bei Ausübung innerhalb des dritten Kalenderjahres nach
Ausgabe der Bezugsrechte bis zum Faktor 2,0 bei Ausübung innerhalb des sechsten Kalenderjahres
nach Ausgabe der entsprechenden Bezugsrechte.
Die Anzahl der von dem jeweiligen Vorstandsmitglied ausgeübten Bezugsrechte wird mit
dem jeweils anwendbaren Erfolgsfaktor, der sich nach dem Grad der Erreichung des Erfolgsziels
richtet sowie mit dem jeweils anwendbaren Treuefaktor, der sich nach der Haltedauer
der Bezugsrechte richtet, multipliziert. Die so ermittelte Zahl entspricht der Anzahl
der Aktien, die das Vorstandsmitglied aufgrund der Ausübung der betroffenen Tranche
gegen Zahlung des Ausgabebetrags je Aktie erhält. Je ein Bezugsrecht berechtigt somit
- bei Anwendung des maximalen Erfolgsfaktors von 1,5 und des maximalen Treuefaktors
von 2,0 - zum Bezug von bis zu drei Manz-Aktien.
Der Aufsichtsrat hat in den Planbedingungen für den Fall außerordentlicher Entwicklungen
eine Begrenzungsmöglichkeit für die Ausübbarkeit der den Mitgliedern des Vorstands
gewährten Bezugsrechte vorgesehen.
Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die bisherige Ausgabe von Bezugsrechten
auf Aktien der Manz Automation AG auf der Grundlage des Manz Performance Share Plan
2008 an die Mitglieder des Vorstands:
| (in Stück) |
|
|
|
|
(in TEUR) |
|
|
Ausgabe Tranche 2008 (nicht ausübbar) |
Ausgabe Tranche 2009 (ggf. ausübbar ab 2012) |
Ausgabe Tranche 2010 (ggf. ausübbar ab 2013) |
Gesamt | Fair Value der ggf. ausübbaren Bezugsrechte* |
| Dieter Manz | 546 | 1.660 | 1.367 | 3.573 | 292 |
| Martin Hipp | 273 | 830 | 686 | 1.789 | 147 |
| Volker Renz | 273 | 830 | 686 | 1.789 | 147 |
| Gesamt | 1.092 | 3.320 | 2.739 | 7.151 | 586 |
Die im Geschäftsjahr 2008 an die Mitglieder des Vorstands ausgegebenen Bezugsrechte
sind nicht ausübbar und ersatzlos entfallen, da im Geschäftsjahr 2010 das Mindestziel
(EBIT-Marge in Höhe von 9 %) nicht erreicht worden ist.
Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder, Martin Hipp und Volker Renz, sahen in
der seit Februar 2010 geltenden Fassung für den Fall eines Kontrollwechsels (Erwerb
von Aktien durch einen Aktionär im Umfang von mindestens 25 % des Grundkapitals der
Gesellschaft) vor, dass das Vorstandsmitglied berechtigt ist, innerhalb von sechs
Monaten nach der Wirksamkeit des Kontrollwechsels, das Vorstandsmandat unter Einhaltung
einer sechsmonatigen Frist zum Monatsletzten niederzulegen und aus dem Dienstverhältnis
auszuscheiden. Als Abfindung waren dem Vorstandsmitglied die Bezüge zu erstatten,
die es erhalten würde, wenn es seinen Dienstvertrag bis zum vereinbarten Ende erfüllt
hätte, aber mindestens ein Jahresgehalt.
Der Vorstand hat aufgrund des von der Hauptversammlung beschlossenen Manz Performance
Share Plan 2008 Mitgliedern der Geschäftsführungen von verbundenen Unternehmen der
Gesellschaft sowie Führungskräften der Gesellschaft unterhalb des Vorstands und Führungskräften
von verbundenen Unternehmen der Gesellschaft unterhalb der Geschäftsführungen in den
Geschäftsjahren 2008, 2009 und 2010 Bezugsrechte auf Aktien der Manz Automation AG
mit einer Ausrichtung auf eine im übernächsten Geschäftsjahr zu erreichende EBIT-Marge
von mindestens 9 % und einer Prämie für das mehrjährige Halten der ausübbaren Bezugsrechte
gewährt. Es wurden insgesamt 3.320 Bezugsrechte zum Bezug von bis zu 9.960 Aktien
ausgegeben. Die wesentlichen Merkmale des Manz Performance Share Plan 2008 sind oben
im Abschnitt "Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2010 - System der Vorstandsvergütung
im Geschäftsjahr 2010 - Variable Vergütungselemente" dargestellt.
Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der ordentlichen Hauptversammlung 2011 einen
neuen Manz Performance Share Plan 2011 sowie die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals
zur Beschlussfassung vorzuschlagen und ausgewählten Führungskräften auf dieser Grundlage
auch künftig jährlich Bezugsrechte auf Aktien der Manz Automation AG zu gewähren.
Die Ziele und die wesentlichen Merkmale des neuen Manz Performance Share Plan 2011
sind oben im Abschnitt "System der Vorstandsvergütung - Variable Vergütungselemente
- Manz Performance Share Plan 2011" dargestellt.
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt. Danach erhält jedes Aufsichtsratsmitglied
neben der Erstattung seiner Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahrs zahlbare
Vergütung in Höhe von 8.000,00 EUR sowie eine nach Billigung des IFRS-Konzernabschlusses
der Gesellschaft zahlbare Tantieme in Höhe von 25,00 EUR je 0,01 EUR Konzernergebnis
je Aktie (unverwässert), das über ein Konzernergebnis je Aktie (unverwässert) von
0,04 EUR hinaus erreicht wird, höchstens jedoch in Höhe von 8.000,00 EUR. Die Vergütung
beträgt für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats das Doppelte. Der stellvertretende
Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von 50 % auf die Vergütung. Aufsichtsratsmitglieder,
die nur während eines Teils des Geschäftsjahrs dem Aufsichtsrat angehören, erhalten
eine im Verhältnis geringere Vergütung. Eine auf ihre Bezüge zu entrichtende Umsatzsteuer
wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats von der Gesellschaft erstattet. Ferner besteht
zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder auf Kosten der Gesellschaft eine sogenannte
D&O-Versicherung.
Auf der Grundlage des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2010 erhalten die Mitglieder
des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2010 eine Vergütung in Höhe von 39 TEUR (Vorjahr:
36 TEUR).
Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die Vergütungen der einzelnen Mitglieder
des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2010 (Vorjahreswerte in Klammern):
| (in TEUR) | Feste Vergütung |
Variable Vergütung |
Gesamt |
| Dr. Jan Wittig, Vorsitzender (bis 6.3.2010) |
4 (16) |
0 (0) |
4 (16) |
| Prof. Dr. Heiko Aurenz, Vorsitzender |
15 (12) |
1 (0) |
16 (12) |
| Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Rolf D. Schraft |
8 (8) |
1 (0) |
9 (8) |
| Dr. Guido Quass, stellvertretender Vorsitzender (17.3.-22.6.2010) |
3 | 0 | 3 |
| Dipl.-Ing. Peter Leibinger, stellvertretender Vorsitzender (seit 22.6.2010) |
6 | 1 | 7 |
| Gesamt | 36 (36) |
3 (0) |
39 (36) |
Ferner bestand für die Aufsichtsratsmitglieder auf Kosten der Gesellschaft eine sogenannte
D&O-Versicherung.
Der Stellenwert des Aufsichtsrats mit der Aufgabe, den Vorstand bei der Leitung des
Unternehmens regelmäßig zu beraten und zu überwachen, hat in den letzten Jahren aufgrund
von gesetzlichen Reformen zugenommen. Der gestiegenen Verantwortung des Aufsichtsrats
und dem sich daraus auch ergebenden zeitlichen Aufwand sollte bei der Bemessung der
Vergütung des Aufsichtsrats Rechnung getragen werden. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen
daher, der ordentlichen Hauptversammlung 2011 vorzuschlagen, die Vergütung der Mitglieder
des Aufsichtsrats angemessen an das Vergütungsniveau vergleichbarer Unternehmen anzupassen
und der Hauptversammlung einen entsprechenden Beschlussvorschlag zur Änderung der
Satzung zu unterbreiten.
BHUSHAN BAJAJ, VERTRIEBSMANAGER, MANZ INDIEN
Die Manz Automation AG (später auch "Manz" oder "Manz Automation") mit Sitz in Reutlingen
ist einer der weltweit führenden Technologieanbieter von integrierten Systemlösungen
für die Photovoltaikindustrie. Darüber hinaus verfügt Manz über Einzelequipment innerhalb
des Solarsegments in den Bereichen Automatisierung, Qualitätssicherung und Laserprozesstechnik.
Für die FPD- und Leiterplattenindustrie werden vornehmlich Technologien in den Bereichen
Automatisierung und Nasschemie angeboten. Neben einer intensiven Forschungs- und Entwicklungstätigkeit
und der Bündelung des Know-hows auf Konzernebene will die Manz-Gruppe eine aktive
Rolle in der Konsolidierung der Solarbranche einnehmen, um die technologische Marktführerschaft
zu sichern und weiter auszubauen.
Im Geschäftsjahr 2010 waren die Produkte und Dienstleistungen der Manz Automation
in den Geschäftsbereichen "Solar", "FPD", "New Business" und "Sonstige" zusammengefasst.
Darüber hinaus wurde aufgrund der starken Umsatzentwicklung im Bereich des Drittkundengeschäfts
für Halbleitermaschinen rückwirkend zum 1. Januar 2010 ein fünftes Berichtssegment
Leiterplatten/OEM ins Leben gerufen. Im Rahmen der bis dahin geltenden Konzernstruktur
wären im Geschäftsbereich "Sonstige" ein Anteil von über 25 % an den Gesamtumsätzen
der Manz Automation erwirtschaftet worden. Damit waren die Kriterien für eine Aufschlüsselung
und für die Etablierung eines eigenen Berichtssegments im Sinne von IFRS 8 erfüllt.
Mit einem Umsatzanteil von 21,4 % sind die Kriterien für ein eigenes Berichtssegment
im Sinne von IFRS 8 erfüllt. Die Verpflichtung der Gesellschaft zum Ausweis dieses
Segments nach IFRS 8 könnte jedoch zukünftig mit einem sinkenden Anteil des Berichtssegments
Leiterplatten/OEM an den Gesamtumsätzen der Manz Automation wieder entfallen. Im neuen
Segment sind nun das Drittkundengeschäft der Manz Slowakei, welches die Fertigung
von Maschinen zur Herstellung von Halbleitern umfasst, sowie die Herstellung von Maschinen
zur Produktion von Leiterplatten der Manz Taiwan enthalten.
Dabei zeichnet sich die Reutlinger Muttergesellschaft Manz Automation AG für konzernübergreifende
Schlüsselfunktionen verantwortlich, vor allem die technologische Weiterentwicklung
des Produktportfolios, Marketing und Vertrieb sowie die administrative Steuerung der
gesamten Gruppe. Zudem erfolgt am Standort Reutlingen die Endmontage von Systemen.
Besonders hervorzuheben ist die Stärke der Gesellschaft im Bereich Forschung und Entwicklung.
So ist es der Manz Automation auch im Geschäftsjahr 2010 gelungen, mit technologischen
Entwicklungen Meilensteine für die Branche zu setzen. Die Zentralisierung der Produktentwicklung
am Heimatstandort Reutlingen ist ein wesentlicher Bestandteil des Intellectual-Property-Managements
des Konzerns. Um auch zukünftig hohe Investitionen in dem Bereich Forschung und Entwicklung
zu ermöglichen, müssen temporäre Wettbewerbsvorteile möglichst lange gehalten werden.
Neben einer geographischen Konzentration der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten,
gewährleisten Patente und Schutzrechte die Absicherung von Innovationen.
Insgesamt werden in dem Konzernabschluss der Manz Automation AG zum 31. Dezember 2010
19 Unternehmen einbezogen und entsprechend voll konsolidiert. Als Muttergesellschaft
des Konzerns hielt das Unternehmen am Stichtag jeweils 100 %-Beteiligungen an sieben
ausländischen und zwei inländischen Tochtergesellschaften in Reutlingen bzw. Tübingen
sowie drei Enkelgesellschaften in China und zwei Enkelgesellschaften in Taiwan. Darüber
hinaus bestehen eine Enkelgesellschaft in Indien, zwei Urenkelgesellschaften auf British
Virgin Island sowie eine Urenkelgesellschaft in China. Zwei Töchter haben ihren Sitz
in Ungarn und jeweils eine Gesellschaft besteht in den USA, der Slowakei, Spanien,
Israel und Hongkong.


| 1 | Deutschland Reutlingen, Tübingen, Karlstein, Leipzig Production, Sales & Service |
| 2 | Ungarn Debrecen Production & Service |
| 3 | Slowakei Nove Mesto nad Vahom Production, Sales & Service |
| 4 | Spanien Madrid Sales & Service |
| 5 |
USA North Kingstown Sales & Service |
| 6 |
Taiwan Taoyuan, Taichung, Tainan Production, Sales & Service |
| 7 | Süd-Korea Seoul, Incheon Sales & Service |
| 8 | China Shanghai, Suzhou, Wuxi, Yingkuo, Huaian, Jiangyin, Ningbo, Longhua, Xiamen Production, Sales & Service |
| 9 | Indien New Delhi, Bangladesh, Kalkutta, Bangalore, Hyderabad Sales & Service |
| 10 | Israel Petach-Tikva Development |
Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung in den Bereichen Robotik, Steuerungstechnik,
Bildverarbeitung, Qualitätssicherung, Laserprozesstechnik und nasschemische Prozesse
engagiert sich die Manz Automation vor allem in globalen Hightech-Wachstumsmärkten.
Dabei nehmen die angebotenen Systemlösungen bereits heute eine weltweit führende Marktposition
ein - sowohl im Hinblick auf den technologischen Standard als auch auf die Leistungsfähigkeit
und Qualität. Umfangreiche Maßnahmen zur Stärkung der globalen Marktposition sowie
die konsequente Umsetzung der Internationalisierungsstrategie des Unternehmens haben
zu dem Ergebnis geführt, dass Manz, verglichen mit dem Wettbewerb, über das mit Abstand
umfangreichste Netz eigener, weltweiter Vertriebs-, Service- und Produktionsstandorte
verfügt.
Der Sonne gehört die Zukunft. Während die weltweite Energiebereitstellung heute immer noch primär auf fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas beruht, besteht mittlerweile kaum noch ein Zweifel daran, dass dieser Energiemix perspektivisch nicht mehr haltbar sein wird. CO2 -Emissionen verstärken den Treibhauseffekt, nicht mehr hinnehmbare Umweltschäden wie kürzlich im Falle der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und eine begrenzte zeitliche Reichweite fossiler Brennstoffe - zu schwer wiegen mittlerweile die Nachteile, als dass sie in der globalen energiepolitischen Agenda weiter ignoriert werden könnten. Demgegenüber vereinen regenerative Energien und vor allem Photovoltaik viele Vorteile: So reduziert die Solartechnologie im alternativen Einsatz zu fossilen Energieträgern den Ausstoß des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid. Auf der anderen Seite erhalten die Energieverbraucherstaaten wieder mehr Souveränität im Hinblick auf ihre Energieversorgung. Bemerkenswert ist zudem, dass binnen einer halben Stunde so viel Sonnenstrahlung auf die Erde trifft, dass damit theoretisch der gesamte jährliche Energiebedarf gedeckt werden könnte. So kann durch die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie bereits heute der Energiebedarf durch einen zunehmenden Anteil regenerativer Energiequellen gedeckt werden. Zudem bietet die Photovoltaik sehr gute Möglichkeiten für eine dezentralisierte Energieversorgung in entlegenen Gegenden mit keiner oder nur einer unzureichenden Stromnetz-Infrastruktur. Die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie erfolgt in Solarzellen, dem Herzstück von Photovoltaikanlagen. Für die Wettbewerbsfähigkeit der Kunden der Gesellschaft im Bereich Photovoltaik sind die Reduzierung der Produktionskosten sowie die Steigerung der Wirkungsgrade von zentraler Bedeutung. Mit den Systemen der Manz Automation können die Kunden - weltweit führende Hersteller von Solarzellen - genau diese beiden Anforderungen erfüllen.
Der Geschäftsbereich Solar umfasst Systemlösungen für die Herstellung von kristallinen
Solarzellen sowie für die Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen. Mit der Eröffnung
des Entwicklungszentrums für Vakuumbeschichtungstechnologie in Karlstein wird der
zukünftige Anteil von in der Manz-Gruppe entwickelten und produzierten Maschinen auf
bis zu 90 % gesteigert - sowohl für kristalline Solarzellen als auch für Dünnschicht-Solarmodule.
Darüber hinaus wurde im vergangenen Geschäftsjahr mit dem Know-how Lizenzierungs-
und Kooperationsvertrag mit Würth Solar ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer
marktführenden Position als Anbieter komplett integrierter und wirtschaftlicher CIGS-Produktionslinien
(CIGSfab) erreicht.
Bei der Herstellung von kristallinen Solarzellen (cSi) werden verschiedene Produktionsschritte
durchlaufen. Klassischerweise wird dabei die Wertschöpfungskette in fünf Stufen unterteilt:

Dabei konzentriert sich die Manz Automation hauptsächlich auf die dritte Stufe der
Wertschöpfungskette zur Herstellung von kristallinen Solarzellen - die Verarbeitung
von Wafern zu photovoltaischen Zellen. Dieser Herstellungsprozess untergliedert sich
wiederum in zehn wesentliche Produktionsschritte, von der Eingangsprüfung der Silizium-Wafer
(dem Rohmaterial für Solarzellen) bis hin zur Prüfung der fertigen Solarzellen und
der Verpackung. In diesem Kontext dienen die Inline-Systemlösungen von Manz einer
effizienten Verkettung der einzelnen Prozessschritte, das heißt z. B. das Be- und
Entladen von Prozessmaschinen, aber auch komplette Automatisierungslösungen mit integrierten
Puffersystemen. Effizienzsteigernd wirken sich auch die innovativen Prozessanlagen
von Manz aus: In Kombination mit dem Manz High Accuracy Printer HAP 2400, zum Präzisionsdruck
der Leiterbahnen auf die Solarzellen, und durch den Einsatz der Manz Laseranlagen
zum Erzeugen von selektiven Emittern, kann ein um bis zu 0,5 % höherer Wirkungsgrad
erreicht werden - bei heute üblichen kristallinen Solarzellen demnach eine Steigerung
auf rund 16,5 bis 17 %. Dabei sammelt der Emitter - die sonnenzugewandte Schicht einer
Solarzelle - die vom Sonnenlicht erzeugten Ladungsträger ein und schickt sie über
dünne Leiterbahnen zum elektrischen Verbraucher. Damit wird die Manz Automation ihrem
eigenen Anspruch gerecht, mit der Entwicklung neuer Methoden für die Hersteller einen
signifikanten wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Insgesamt müssen die Solarzellenhersteller für den Aufbau einer vollautomatisierten
und damit kosteneffizienten und wirtschaftlichen Produktionslinie mit einer jährlichen
Produktionsleistung von 60 MW circa 10 Mio. bis 12 Mio. EUR investieren. Aktuell wird
ein Anteil von rund 70 % der Gesamtinvestitionen innerhalb der dritten Stufe der Wertschöpfungskette
von dem Leistungsangebot der Gesellschaft abgedeckt und bereits heute finden Manz-Systeme
bei nahezu allen großen Herstellern von Solarzellen weltweit Anwendung. Damit konnte
die Fertigungstiefe, die durch das breite Leistungsspektrum der Manz Automation abgedeckt
wird, im Vergleich zum Vorjahr signifikant gesteigert werden. Auch zukünftig plant
die Gesellschaft, diesen Trend weiter fortzusetzen und strebt einen Anteil von 90
% von Inhouse entwickelten und produzierten Maschinen für kristalline Solarzellen
an. Gewährleistet werden soll dies durch eine zusätzliche Intensivierung der Forschungs-
und Entwicklungsaktivität sowie durch die Integration weiterer Prozessschritte. Konkret
soll dies durch die Entwicklung der Silizium-Nitrit-Beschichtungsanlage erreicht werden.
Dadurch etabliert sich Manz als unverzichtbarer Partner und Anbieter innovativer Produktionslinien.
Bereits seit dem Geschäftsjahr 2009 bietet die Manz Automation durch eigene Produktentwicklungen
den zweiten Teil dieser gesamten Produktionslinie für kristalline Solarzellen - das
sogenannte Backend - vollständig aus einer Hand an.
Auch für die Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen ist ein besonders günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis
im Herstellungsprozess von zentraler Bedeutung. Grid Parity ist der langfristige Maßstab.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sowohl signifikante Effizienzsteigerungen wie
auch wesentliche Kosteneinsparungen realisiert werden. Dabei ermöglicht das Leistungsspektrum
der Manz Automation seinen Kunden, den gestiegenen Anforderungen durch den Wettbewerb
gerecht zu werden. Dünnschicht-Solarmodule werden durch Aufbringen von wenigen mikrometerdünnen
Schichten aus leitendem und halbleitendem Material auf Glassubstraten hergestellt.
Durch diese Technik können die Hersteller die Materialkosten deutlich reduzieren,
da Wafer aus kristallinem Silizium nicht erforderlich sind. Zwar weist die Dünnschicht-Technologie
einen geringeren Wirkungsgrad auf und benötigt bei der Installation der Solaranlagen
mehr Platz - jedoch ist diese Technik mit ihren niedrigeren Kosten pro Watt preiswerter
in der Herstellung und damit unter bestimmten Rahmenbedingungen sehr attraktiv für
Betreiber von Solaranlagen. Eine besondere Stärke von Dünnschicht-Solarmodulen besteht
darin, dass sie diffuse Sonneneinstrahlungen (z. B. bei einem bewölkten Himmel oder
bei Verschattung) besser als kristalline Zellen nutzen können. Durch einen besseren
Temperaturkoeffizienten eignen sich Dünnschicht-Solarmodule zudem hervorragend für
den Einsatz in heißen Klimazonen.
Der Produktionsprozess für Dünnschicht-Solarmodule besteht im Wesentlichen aus einem
mehrstufigen Beschichtungsprozess der Glassubstrate sowie einer jeweils anschließenden
Laser- bzw. mechanischen Strukturierung. Unter dem Gesamtkonzept "Total Fab Solution"
werden hierbei alle Produktkomponenten von Manz zur wirtschaftlichen Fertigung von
Dünnschicht-Solarmodulen zusammengefasst. Dabei zeichnen sich die Automatisierungslösungen
(Total Fab Automation) durch geringe Betriebskosten und eine hohe Produktivität aus
- hier profitieren die Kunden von umfassenden Synergien aus dem langjährigen und erfolgreichen
Engagement der Gesellschaft in der FPD-Industrie. Mit den Nutzungsrechten an der CIGS-Produktionstechnologie
der Würth Solar, die aus Sicht der Gesellschaft leistungsfähigste Dünnschicht-Technologie
im Markt, wurde das Geschäftsmodell der Gesellschaft nochmals erweitert. Manz ist
dadurch der weltweit einzige Anbieter von schlüsselfertigen, integrierten und vollproduktiven
Produktionslinien für CIGS-Dünnschicht-Solarmodule, die bereits heute wirtschaftlich
betrieben werden können. Darüber hinaus gelang es der Gesellschaft, die Innovationsführerschaft
im Bereich dieser Technologie weiter auszubauen. Neben Komplettlösungen aus einer
Hand fokussiert sich die Gesellschaft zudem auf die weitere Integration der Produktionsschritte
sowie auf die Entwicklung und Produktion von Systemen für die Laserstrukturierung,
mechanische Strukturierung und Laserrandentschichtung. Im Bereich der Laserstrukturierung
ist die Manz Automation mit einem Anteil von über 60 % Weltmarktführer. Einzelequipment,
wie Anlagen zum Laserschneiden von Glassubstraten sowie nasschemische Ätzanlagen zum
Reinigen oder Vorätzen der TCO-Schicht, runden das breite Leistungsportfolio der Gesellschaft
im Bereich Dünnschicht-Solarmodule ab.
Mit den Nutzungsrechten an der Würth CIGS-Solartechnologie konnte der prozentuale
Wertschöpfungsanteil am Gesamtvolumen einer vollautomatisierten Produktionslinie für
Dünnschicht-Solarmodule deutlich erhöht werden. So deckt die Gesellschaft in Verbindung
mit der ebenfalls im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 gegründeten Manz Coating für
Vakuumbeschichtungstechnologie einen Anteil von rund 90 % entlang der Wertschöpfungskette
für die CIGS-Dünnschicht-Technologie ab. Insgesamt beläuft sich das Umsatzpotenzial
für eine Produktionsanlage (CIGSfab) mit einer Kapazität von 120 MW pro Jahr auf rund
150 Mio. EUR.

Die Manz Automation blickt auf eine lange und ausgesprochen erfolgreiche Historie in der FPD-Industrie zurück. Bereits seit 1994 sind Automatisierungssysteme für die Handhabung von Glassubstraten unterschiedlichster Größe bereits am Markt etabliert. Zum Einsatz kommen diese Substrate derzeit vor allem bei der Produktion von Flachbildschirmen, die bereits heute sehr weit verbreitet sind und die vor allem im Bereich touch-fähiger Anwendungen in Zukunft einen noch größeren Stellenwert einnehmen werden (z. B. Apple iPhone® und iPad® ). Dabei erfolgt die Fertigung von LCD-Displays unter extremen Reinraumbedingungen, was mit sehr spezifischen Anforderungen an die eingesetzten Automatisierungs- und Produktionssysteme einhergeht. So wird z. B. der Vermeidung von Bruchraten eine besonders hohe Priorität zuteil, da selbst geringste Verunreinigungen, die auf mikroskopisch kleine Schwebeteilchen zurückzuführen sind, zwangsläufig zu Produktionsausfällen führen. Die Reinraumtauglichkeit des Manz Robotersystems für das Handling von Glassubstraten wurde vom Fraunhofer IPA Institut zertifiziert. Ein weiterer Schlüssel für das schonende und sichere Handling ist die innovative AirCushion-Technologie. Mit Hilfe dieses Verfahrens wird ein nahezu berührungsfreier Transport der Substrate ermöglicht, wodurch Verunreinigungen und Beschädigungen vermieden werden können. Darüber hinaus ist eine hohe Durchsatzgeschwindigkeit ein entscheidendes Wirtschaftlichkeitskriterium, um die Produktionskosten möglichst niedrig zu halten. Neben den Automatisierungssystemen für das Be- und Entladen von Inline-Sputteranlagen (Vakuumbeschichtungsanlagen für Glassubstrate) umfasst das Leistungsangebot der Gesellschaft auch Systeme für das Laserschneiden von Glassubstraten sowie die Inline-Inspektion. Gleichzeitig zeichnen sich die Maschinen der Manz Automation durch geringste Bruchraten aus - bei Reinraumanwendungen ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Produkte am Markt. Durch die Manz Taiwan Ltd. hat die Manz-Gruppe das Produktportfolio unter anderem um nasschemische Prozessanlagen für die LCD-Industrie ergänzt. Hierbei geht es um Prozesse wie Ätzen und Reinigen im Rahmen der Herstellung von Displays. Abgerundet wird das Produktportfolio in diesem Geschäftsbereich durch nasschemische Prozessanlagen zum Rework, d. h. das komplette Entfernen aller Schichten, um das Glassubstrat erneut in den Produktionsprozess einzuschleusen.
In dem zukunftsweisenden Geschäftsbereich New Business werden hauptsächlich Systemlösungen
für die industrielle Fertigung von Li-Ion-Batterien entwickelt. Dabei profitiert der
Bereich von den über lange Jahre gewachsenen Kernkompetenzen der Manz-Gruppe in den
Bereichen Robotik, Laserprozesstechnik, Steuerungs- und Antriebstechnik sowie im Verarbeiten
von Rollenmaterial. Mit der Entwicklung und Herstellung effizienter und wirtschaftlicher
Produktionstechnologien für Li-Ion-Batterien im Rahmen eines Forschungsprojekts hat
die Gesellschaft den Grundstein dafür gelegt, an der Entwicklung des zukunftsträchtigen
E-Mobility-Markts in hohem Maße zu partizipieren. Dabei erstreckt sich das Leistungsspektrum
der Manz Automation von der Batteriezellenfertigung ("Reel to Cell") bis zur Montage
der einzelnen Batteriezellen in ein Batteriesystem ("Cell to System"). Für eine nachhaltige
Ausgestaltung des Antriebskonzepts Elektromobilität ist es zwingend erforderlich,
dass der dafür notwendige Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Somit profitieren
auch der Geschäftsbereich Solar von dem Engagement der Gesellschaft im Bereich der
E-Mobility. Weitere Synergieeffekte können sich aus der langjährigen Erfahrung der
Manz Automation ergeben, innovative und zukunftsträchtige Technologien erfolgreich
im Markt zu etablieren.
Rückwirkend zum 1. Januar 2010 wurde mit der Etablierung des Berichtssegments "Leiterplatten/OEM"
der entsprechenden Stellung dieses Tätigkeitsfelds im Hinblick auf Umsatz und Ertrag
und der damit verbundenen Verpflichtung zur Segmentberichterstattung nach IFRS 8 Rechnung
getragen. Hierbei geht es um die Herstellung von Anlagen für die Halbleiterindustrie,
die weitgehend als sogenanntes OEM-Geschäft getätigt wird und zur besseren Auslastung
der Kapazitäten dient. Im Teilsegment Leiterplatten/OEM ist die Manz Automation einer
der Weltmarktführer im Hinblick auf nasschemische Prozesse und der Automatisierung
bei der Herstellung von Anlagen zur Herstellung und Bearbeitung von Leiterplatten
(PCBs).
Ergänzt wird das Produktportfolio der Manz Automation mit dem Geschäftsbereich Sonstige,
der neben Systemlösungen für die Verpackungsindustrie Anlagen für die automatisierte
Handhabung von Kleinteilen umfasst. Dabei beinhaltet das Leistungsangebot im Segment
der Papier- und Folienverarbeitung Maschinenlinien zur Produktion von zylindrischen
Texthülsen und Rohren aus Papier/Karton sowie Produktionsanlagen für die Herstellung
von Kombidosen, Schachteln, Flaschenkapseln aus PVC und weiteren Verbundmaterialien.
Der Geschäftsbereich Solar umfasst die Herstellung und den Vertrieb von Systemlösungen
sowohl für die Produktion von kristallinen Solarzellen als auch für die Produktion
von Dünnschicht-Solarmodulen. Außerhalb Japans zählen weltweit nahezu alle großen
Hersteller von Silizium-Solarzellen zu den Kunden der Manz Automation AG, z. B. Yingli
und Motech. Die Top-Kunden des Segments Dünnschicht-Solarmodule sind unter anderem
Schüco, Avancis und Abound Solar. Damit hat sich die Gesellschaft mit ihren Hightech-Maschinen
als bevorzugter Equipment-Lieferant weltweit führender Anbieter im Photovoltaikmarkt
etabliert.
Der Wachstumsmarkt FPD wird in hohem Maße von den Herstellern aus Fernost dominiert
- fast alle wesentlichen Produktionsstätten für Flachbildschirme haben ihren Standort
in Asien. Aus diesem Grund hat die Manz Automation sowohl ihre Entwicklung als auch
ihre Produktion in diesem Geschäftsbereich auf die Tochterunternehmen in Taiwan und
China fokussiert. Auch die Kunden der Gesellschaft sind fast ausschließlich in Asien
beheimatet. Hauptabsatzmärkte sind dort in erster Linie Taiwan, China und Südkorea.
Aktuell zählen drei der fünf weltweit größten Hersteller von LCD-Flachbildschirmen
zu den Kunden der Manz Automation AG, mit TPK, Wintek und Foxcon auch alle wichtigen
Hersteller der bekannten Apple-Produkte. Der Gesellschaft ist dabei immer der direkte
Kontakt mit dem Kunden vor Ort wichtig, um Servicedienstleistungen zu erbringen und
neue Produkte vertreiben zu können. Dies unterstreicht nochmals die Bedeutung der
Präsenz von Manz in Asien.
Im Rahmen der Beteiligung der Gesellschaft an der Innovationsallianz "Produktionsforschung
für Hochleistungs-Li-Ion-Batterien für Elektromobilität" wird der Manz Automation
eine gute Ausgangsbasis zuteil, um sich in dem dynamischen Wachstumsmarkt E-Mobility
als langfristig führender Systemlieferant zu etablieren. Nachdem im Geschäftsjahr
2009 erstmalig Umsätze in dem Bereich Li-Ion-Batterien erwirtschaftet werden konnten,
konnte diese positive Entwicklung im Berichtszeitraum weiter fortgesetzt werden. Aktuell
werden mehrere Projekte mit führenden Automobilherstellern und Zulieferern bearbeitet.
Mit einem Auslandsanteil von rund 90 % am Gesamtumsatz, verfügt die Manz Automation
bereits heute über einen internationalen Kundenstamm. Auch wenn der Solarsektor das
Krisenjahr 2009 weitgehend überwunden hat und sich die Auftragseingänge wieder dem
Vorkrisenniveau nähern, steigen die Anforderungen an eine vernetzte Vertriebsstruktur
in regionaler Nähe zu den Kunden. So wurde mit der Implementierung einer eigenständigen
Marketingabteilung für Asien der hohen Relevanz dieser Märkte für die Manz Automation
Rechnung getragen. Zudem gelang es im abgelaufenen Geschäftsjahr, mit der Konzeption
und Realisierung einer neuen Unternehmenswebseite, eine effektivere und zielgruppengerechtere
Nutzung des Informationskanals Internet zu ermöglichen. Bereits in der Vergangenheit
wurden zahlreiche zukunftsweisende Marketing- und Vertriebsmaßnahmen in die Wege geleitet,
um die Bekanntheit der Marke "Manz" und deren Produkte zu erhöhen. Zusätzlich zu dem
im Mai 2008 eröffneten Technologie- und Trainingszentrum (TTC) verfügt die Gesellschaft
seit Anfang 2009 über ein neues Kunden- und Konferenzzentrum (MCC) zur optimalen Betreuung
der Kunden am Stammsitz der Manz Automation in Reutlingen. Damit wurden optimale organisatorische
Voraussetzungen geschaffen, um die Unternehmensziele zu erreichen.
Abgerundet wird das umfassende Marketing- und Vertriebskonzept der Gesellschaft durch
die Teilnahme an Fachmessen sowie einer regelmäßig erscheinenden Kundenzeitschrift.
Zudem werden kontinuierlich Anzeigen in Online- und Printmedien geschaltet. Durch
Messeteilnahmen im In- und Ausland, wie z. B. der 25th European Photovoltaic Solar
Energy Conference and Exhibition (EU PVSEC) in Valencia, Spanien, der 4th International
Solar Photovoltaic Power Generation Conference and Exhibition (SNEC) in Shanghai,
China, und der kalifornischen Solar Power International in Anaheim, USA, stand Manz
in engem Austausch mit bestehenden und potenziellen Kunden. Im Ergebnis wurden im
Jahresverlauf Neuaufträge im Volumen von rund 260 Mio. EUR akquiriert.
Zur Sicherung und künftigen Ausweitung des Marktanteils wurde der Vertrieb durch weitere
erfahrene Mitarbeiter in allen Ländern verstärkt. Insgesamt verfügt die Gesellschaft
nun über ein Vertriebsteam von rund 50 hochqualifizierten und engagierten Spezialisten,
deren Fokus speziell auf dem Vertrieb der Produkte des Geschäftsbereichs Solar liegt.
Entscheidend für eine erfolgreiche Vertriebsstruktur sind, neben der regionalen Nähe
zu den Kunden, umfangreiche Serviceleistungen und die schnellen Reaktionszeiten. Um
diesen Anforderungen gerecht werden zu können, erfolgt die Auslieferung von Anlagen
außerhalb Europas nur in Märkte, in denen auch Service-Stützpunkte bestehen und eine
schnelle und kompetente Unterstützung der Kunden gewährleistet werden kann. Zu den
Dienstleistungen vor Ort zählen unter anderem die Wartung der Maschinen, die Versorgung
mit Ersatzteilen und insbesondere die kurzen Reaktionszeiten von maximal zwei Stunden
im Falle von Störungen. Die Serviceleistungen sind ein Grundpfeiler des Vertriebs,
die den fortwährenden Kundenkontakt sicherstellen und damit Wettbewerbsvorteile für
die Gesellschaft ermöglichen.
Der Bereich Forschung und Entwicklung ist ein zentraler Baustein für den Erfolg eines
Maschinenbauunternehmens. Aus diesem Grund ist es für Manz eine strategische Entscheidung,
auch zukünftig in neue Entwicklungen zu investieren. Diese Strategie hat sich auch
im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise als richtig erwiesen, da Know-how und Innovationskraft
erfolgreich gesichert und ausgebaut werden konnten. Im Geschäftsjahr 2010 lag der
strategische Fokus der Manz Automation auf einer weiteren Intensivierung der Forschung
und Entwicklung. Auch 2011 wird die Gesellschaft den bereits eingeschlagenen Kurs
fortsetzen, um die Positionierung als Innovationstreiber der Branche, durch den kontinuierlichen
Ausbau des Technologie- und Produktportfolios, noch stärker zu festigen. Dabei ist
es das erklärte Ziel der Gesellschaft, die bestehenden Produkte weiterzuentwickeln
und neue integrierte Systemlösungen auf den Markt zu bringen. Hierdurch wird Manz
eine exzellente Ausgangsposition zuteil, um an der bevorstehenden Investitionswelle
der Solarzellenhersteller vollumfänglich zu partizipieren. Dabei orientiert sich die
Gesellschaft an den hohen Anforderungen der Branche im Hinblick auf steigende Wirkungsgrade
sowie niedrige Produktionskosten. Zu diesem Zweck wurden hocheffiziente und hochintegrierte
Maschinen entwickelt, die in der Branche neue Maßstäbe setzen und den Innovationsvorsprung
der Gesellschaft im Wettbewerbsvergleich weiter untermauern.
Patente sind für die Manz Automation ein wichtiges Instrument, um die Ergebnisse aus
aufwändigen und teuren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vor Nachahmern zu schützen.
Derzeit hält die Manz Automation AG eine Vielzahl an internationalen Schutzrechten
und ist bestrebt, diese Position weiterhin auszubauen.
Die im Mai 2010 eingeführte und zukunftsweisende OneStep Selective Emitter-Technologie
hat sich mittlerweile erfolgreich am Markt etabliert. Zuvor wurde das innovative Verfahren
in zahlreichen Versuchsreihen erfolgreich getestet und im Rahmen der Pilot-Produktion
von Yingli, Bosch und Conergy in der Massenfertigung verifiziert. Damit ist Manz ein
entscheidender Schritt auf dem Weg von der Neuentwicklung zur Kommerzialisierung des
innovativen Selective Emitter-Prozesses gelungen.
Bei dem Manz OneStep Selective Emitter-Verfahren werden die selektiven Emitterstrukturen
durch einen Laserprozess erzeugt. Dabei sammelt der Emitter, d. h. die sonnenzugewandte
Schicht einer Solarzelle, die vom Sonnenlicht erzeugten Ladungsträger ein und schickt
sie über dünne Leiterbahnen zum elektrischen Verbraucher. Damit der Emitter möglichst
gut leitet, wird er mit Phosphor-Atomen gezielt verunreinigt (sogenannte Dotierung).
Allerdings sollte die Konzentration der Phosphor-Atome unter den Leiterbahnen höher
sein als in der Fläche, die dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, weil dort sonst zu viele
Ladungsträger verloren gehen. Um die Zahl der Phosphor-Atome unter den Kontaktflächen
gezielt zu erhöhen, treibt ein Laser Phosphor-Atome in den Silizium-Halbleiter und
reichert den Kristall in einem schmalen Bereich an. Dieser Laserprozess erfolgt bei
Manz in einem einzigen Schritt und erfordert keine teuren Masken wie bei vergleichbaren
Verfahren. Der selektive Emitter steigert im Ergebnis den Wirkungsgrad einer kristallinen
Solarzelle um bis zu 0,5 Prozentpunkte, bei den heute üblichen Zellen also auf rund
16,5 bis 17 %. Dies entspricht einer relativen Steigerung der Leistung von rund 3
%.
Um das volle Potenzial zur Steigerung des Wirkungsgrads zu erzielen, müssen die Leiterbahnen
exakt auf die schmalen Streifen des selektiven Emitters gedruckt werden. Genau dies
ermöglicht der von Manz neu entwickelte Hochpräzisionsdrucker HAP 2400. In umfangreichen
Tests und Versuchsreihen wurde eine reproduzierbare Genauigkeit von deutlich unter
zehn Mikrometern nachgewiesen.
Der HAP 2400 ist damit nach Einschätzung der Gesellschaft die mit Abstand präziseste
und schnellste Siebdruckmaschine im Markt. Als integraler Bestandteil der Manz Backend-Linie
stellt diese Maschine zusammen mit der OneStep Selective Emitter-Laseranlage eine
ideale Kombination zur Produktion von Hocheffizienz-Solarzellen dar. Diese Technologie
bietet, was Solarhersteller brauchen. Der von Manz entwickelte Prozess zur Erzeugung
selektiver Emitter hat die mit Abstand geringsten Produktionskosten und hilft den
Herstellern, einen höheren Wirkungsgrad bei den produzierten Solarzellen zu erreichen
und somit die Produktionskosten weiter zu reduzieren.
Mit dem im Juli 2010 geschlossenen Know-how Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag
ist die Gesellschaft in der Lage, eine integrierte, schlüsselfertige Produktionslinie
zur Herstellung von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen anzubieten, die auf den langjährig
bewährten Prozessen von Würth Solar beruht. Resultierend aus dem bestehenden Vertragsverhältnis
von Würth Solar mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg
(ZSW) erhält Manz Automation darüber hinaus den exklusiven Zugriff auf deren Forschungsergebnisse
für CIGS-Module auf Glassubstraten. Bei der CIGS-Technologie hält das ZSW derzeit
den Weltrekord mit dem höchsten bisher erreichten Zell-Wirkungsgrad im Labormaßstab
von 20,3 %. Damit zeichnet sich CIGS als die Dünnschicht-Technologie mit dem höchsten
Effizienzpotenzial aus.
Zudem kann die Gesellschaft ihren Kunden eine glaubhafte Technologie- und Kosten-Roadmap
präsentieren und gewährleistet damit ein Höchstmaß an Investitionssicherheit. Künftig
wird Manz Automation mit der CIGSfab-Produktionslinien für Dünnschicht-Module mit
dem höchsten derzeit in Massenproduktion erreichten Wirkungsgrad von aktuell 12,8
% auf einer Aperturfläche von 600 x 1.200 mm anbieten können. Die CIGSfab wird mit
einer Kapazität von 60 bzw. 120 MW angeboten. Des Weiteren bieten ausgewählte Partnerfirmen
sowohl die technische Gebäudeausrüstung als auch das Gebäude und die Infrastruktur
selbst an.
Mit der Weiterentwicklung der Laserstrukturierungsanlagen gelang es, vor allem die
Geschwindigkeit und die Präzision im Prozess zu erhöhen. Ein Dünnschicht-Photovoltaikmodul
besteht aus drei Schichten, die nacheinander in Beschichtungskammern aufgetragen werden.
Zur Verschaltung der einzelnen Zellen schreibt ein Laser feine Linien von rund 30
bis 60 Mikrometern Breite in die einzelnen Schichten und unterteilt die vorher durchgängigen
Schichten durch gezieltes Entfernen des Materials in einzelne Zellen. Der Einsatz
von Lasern bietet viele Vorteile für den Kunden: es erhöht den Durchsatz im Herstellungsprozess
und reduziert den Materialverlust. Für eine möglichst hohe Effizienz der Module sollte
der Abstand der einzelnen Linien möglichst klein sein, weil die Zwischenräume nicht
zur Erzeugung von Strom zur Verfügung stehen - daher auch die Bezeichnung Dead Area
(tote Fläche). Im Ergebnis können die sogenannten Dead Areas, Abstände zwischen den
leitenden Bahnen, auf unter 160 μm verkleinert werden. Dies ist ein deutlicher Wettbewerbsvorsprung
gegenüber anderen Systemen, die zwischen 350 μm und 500 μm aufweisen und damit einen
geringeren Wirkungsgrad erzielen. Möglich macht diese Präzision ein innovatives Regelungssystem
(IPCS = Inline Precision Control System). Die Besonderheit von IPCS ist ein schneller
Regelkreislauf, der die Position der unteren Linie durch den Einsatz von optischen
Komponenten verfolgt und die Position des Schreiblasers fortlaufend so justiert, dass
der Abstand so gering wie möglich ist - und das bei einem Schreibtempo von bis zu
1,6 Metern pro Sekunde. Weil die Linien so eng beieinander liegen, verbleibt mehr
Modulfläche, um Sonnenlicht in Strom zu verwandeln. Für die Hersteller der Dünnschicht-Solarmodule
geht dies mit einer Steigerung des Wirkungsgrads um rund 1 bis 2 % einher. Zudem können
bei der zweiten Generation bis zu 16 Laserquellen parallel in einem System arbeiten,
in Abhängigkeit von der gewählten Substratgröße. Abgerundet werden die Neuerungen
von einem geringeren Wartungsaufwand der Anlagen, wodurch sich die Stillstandzeiten
der gesamten Linie vermindern und damit die Produktionskosten für die Hersteller weiter
reduziert werden. Manz bietet das IPCS auch für die mechanische Strukturierung zur
Fertigung von CIGS-Solarmodulen an.
Die Entwicklung von Vakuumbeschichtungsanlagen für kristalline Solarzellen und Dünnschicht-Solarmodule
stellt einen wesentlichen Meilenstein in der Entwicklung der Gesellschaft dar. Infolgedessen
steigt der zukünftige Anteil von in der Manz-Gruppe entwickelten und produzierten
Maschinen bei beiden Technologien auf über 90 %. Dies ermöglicht eine deutlich optimierte
Integration von Einzelmaschinen und Prozessen. Gleichzeitig wird damit ein erhebliches
Potenzial zur weiteren Kostensenkung sowie zur Erhöhung der Wirkungsgrade geschaffen.
Dadurch kann sich die Manz-Gruppe als Anbieter für integrierte Anlagen zur Produktion
von kristallinen Solarzellen und Dünnschicht-Solarmodulen im Markt etablieren.
Erste hochmoderne Maschinen sollen innerhalb kürzester Entwicklungszeit, also bereits
in diesem Jahr, in den Markt eingeführt werden. Im Ergebnis wird dies ein entscheidender
Schritt für die Positionierung der Manz Automation als Hightech-Anbieter von Prozessmaschinen
und integrierten Systemen sein, vor allem aber die Zukunftsfähigkeit der ganzen Gruppe
nachhaltig stärken. Denn dadurch wird nicht nur das gesamte Produktportfolio abgerundet,
sondern auch eine breitere technologische Basis für die Erzielung von künftigen Effizienzsteigerungen
bei den Produkten aller Unternehmensbereiche geschaffen. Insgesamt weist die Manz
Automation AG für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 eine Forschungskostenquote von
11,3 % aus (Vorjahr: 14,1 %). Betrachtet man nur die aktivierten Entwicklungskosten,
beläuft sich die Forschungskostenquote auf 7,7 % (Vorjahr: 7,2 %).
Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind die Basis für unseren langfristigen
Unternehmenserfolg. Zum 31. Dezember 2010 waren insgesamt 1.768 Mitarbeiter (Vorjahr:
1.377) für das Unternehmen im In- und Ausland tätig, davon 432 am Unternehmenssitz
in Reutlingen.
Damit konnte die Entwicklung aus dem Vorjahr aufgrund der weltweiten Wirtschafts-
und Finanzkrise, die dazu führte, dass an ausländischen Standorten die Belegschaft
reduziert werden musste, wieder umgekehrt werden. Der kontinuierliche Ausbau des Technologie-
und Produktportfolios durch Forschung und Entwicklung ist ein zentraler Bestandteil
der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft. Im Zuge der Umsetzung dieser Fokussierung
wurde die Belegschaft an den deutschen Standorten, an denen vor allem Forschung und
Entwicklung betrieben wird, weiter erhöht.
Gemessen an der Zahl der Mitarbeiter ist die größte Tochtergesellschaft im Konzern
die Manz Taiwan Ltd. in Taiwan mit 440 Beschäftigten, gefolgt von der Manz China WuZhong
Ltd. in China mit 322 Werktätigen und der Manz Slovakia s.r.o. mit 253 Arbeitnehmern.
Zur Sicherstellung der Technologieführerschaft der Manz Automation werden im Rahmen
der Manz Academy Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten, um die Mitarbeiter
der Gesellschaft kontinuierlich zu fördern. Um der hohen Bedeutung der Beschäftigten
für die Geschäftsentwicklung gerecht zu werden, sind verschiedene Maßnahmen wie das
Kindertagesstättenprogramm ins Leben gerufen worden. Ausführliche Informationen hierzu
werden im Nachhaltigkeitsbericht detailliert dargestellt.

SASCHA GAISER, PROJEKTLEITER KONSTRUKTION, MANZ TÜBINGEN
Das Geschäftsjahr 2010 war nach dem Krisenjahr 2009 (BIP: -4,7 %) von einer kräftigen
Erholung der Konjunktur gekennzeichnet. Dieser wirtschaftliche Aufschwung, der im
Jahresverlauf deutlich an Dynamik gewann, hat auch den Geschäftsverlauf der Manz Automation
maßgeblich mitbestimmt. Im Ergebnis stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt
(BIP) nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 3,6 % und damit so stark
wie seit der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr. Dabei zeichnete sich erneut der
Außenhandel für das Gros der Wachstumsimpulse verantwortlich. So stieg das Exportvolumen
preisbereinigt gegenüber dem Vorjahr um 14,2 %, die Importe konnten nach negativen
Wachstumsraten in den Jahren 2008 und 2009 immerhin um 13,0 % zulegen. Im Gegensatz
zu den Vorjahren erwies sich jedoch auch die Inlandsnachfrage als wichtiger Konjunkturmotor
für die deutsche Wirtschaftsleistung und besonders in Ausrüstungen wurde deutlich
mehr investiert als noch 2009 (+9,4 %). Zudem stiegen die privaten Konsumausgaben
preisbereinigt um 0,5 %, die staatlichen sogar um 2,2 %. Als weitere wesentliche Treiber
dieser sehr positiven Entwicklung sind vor allem steigende Auftragseingänge sowie
das verbesserte Geschäftsklima zu nennen, die in einer Wiederbelebung der Industrienachfrage
resultierten.
Obwohl für das Kalenderjahr 2011 prognostiziert wird, dass die Wachstumsdynamik etwas
an Fahrt verliert, sehen die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) Deutschland
wirtschaftlich weiter auf einem sehr guten Weg und rechnen mit einem Wachstum von
2,2 %. Der aktuelle Ausblick der Bundesregierung ist mit 2,4 % sogar noch optimistischer.
Damit wird der deutschen Wirtschaft in zunehmendem Maße die Rolle des Zugpferdes für
die gesamte Eurozone zuteil, deren kumulierte wirtschaftliche Gesamtleistung im Geschäftsjahr
2010 um 1,8 % zulegen konnte und für die dieses Jahr ein Plus von 1,5 % zu erwarten
ist.
Auf globaler Ebene zeigt sich ein eher uneinheitliches Bild. Zwar konnte die globale
Wirtschaftsleistung laut IWF im Jahr 2010 um 5,0 % zulegen und auch die Prognose von
4,4 % für 2011 bietet Anlass für Optimismus, allerdings erweisen sich hier im Wesentlichen
die asiatischen Volkswirtschaften als die entscheidenden Impulsgeber. Im Gegensatz
dazu sehen sich viele der traditionellen Industrienationen mit schwerwiegenden Herausforderungen,
z. B. der Verschuldung der öffentlichen Haushalte, konfrontiert.
Unterdessen kann die USA kaum von dieser positiven Entwicklung der Weltwirtschaft
profitieren und liefert nach wie vor Anlass zur Sorge. So wuchs die US-Volkswirtschaft
im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,6 %, 2011 erwartet der IWF nur noch ein Plus in
Höhe von 2,3 %. Als kritische Faktoren erweisen sich dort hauptsächlich ein nach wie
vor schwacher Arbeitsmarkt, eine zu hohe Abhängigkeit vom Privatkonsum sowie die ausufernde
Staatsverschuldung.
Dabei wird der wirtschaftliche Aufschwung in hohem Maße von der Entscheidung der Europäischen
Zentralbank gestützt, das Leitzinsniveau auf einem Rekordtief von 1,0 % beizubehalten
- entgegen erster inflationärer Tendenzen. Experten sehen aber aufgrund der uneinheitlichen
Wachstumsdynamik innerhalb der Eurozone auch keine großen fiskalpolitischen Spielräume,
weswegen auch für 2011 von einer Fortsetzung der momentanen Geldpolitik ausgegangen
werden kann.
Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) konnte der deutsche
Maschinenbau im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Produktionsleistung um 8,8 % steigern.
Absolut belief sich der Branchenumsatz auf 174 Mrd. EUR (2009: 161,1 Mrd. EUR), wobei
die Produktionskapazitäten durchschnittlich zu rund 79,8 % ausgelastet waren (2009:
72,5 %). Die kumulierte Exportleistung lag 2010 bei etwa 123 Mrd. EUR (2009: 110,9
Mrd. EUR), was einer Exportquote von 74,8 % entspricht (2009: 73,6 %). Bereits 2009
hatte China die USA als wichtigster Absatzmarkt der deutschen Maschinenexporteure
überholt und auch im Berichtsjahr erwies sich das Reich der Mitte als wesentlicher
Impulsgeber für das Wachstum der Branche. Aufgrund von rekordverdächtigen Auftragszahlen
rechnet der Branchenverband sogar damit, dass das Wachstum für das laufende Geschäftsjahr
weiter an Fahrt gewinnen wird. So prognostizieren die Industrieexperten für 2011 eine
Ausweitung der realen Maschinenproduktion um rund 10 %.
Die Manz Automation erwartet mit dem gesamtwirtschaftlichen Aufschwung positive Wachstumsaussichten
aufgrund des innovativen Produktportfolios und dem damit einhergehenden Wettbewerbsvorsprung.
So dürfte aufgrund der mittlerweile deutlich verbesserten Finanzierungsbedingungen
und dem hohen Investitionsdruck mit einer weiteren Stimulation der Nachfrage in den
Zielmärkten der Gesellschaft zu rechnen sein.
Die Photovoltaikbranche blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück und der Sektor
konnte - von sinkenden Preisen für Solarprodukte, aber auch von signifikant verbesserten
Finanzierungsbedingungen beflügelt - seine dynamische Wachstumsstory aus den Vorjahren
weiter fortsetzen und erreichte nach Einschätzung der Schweizer Bank Sarasin eine
Zuwachsrate von 87 %. Absolut betrug die Summe der neuinstallierten Photovoltaikleistung
13,8 GW. Aber auch für die Zukunft besteht nach Expertenansicht Anlass für weiteren
Optimismus, obwohl das Wachstum in einigen Märkten an Fahrt verlieren könnte. Die
Bedeutung der Solarenergie für eine nachhaltige Ausgestaltung der weltweiten Energieerzeugung
nimmt stetig zu. Während momentan weltweit die 30-GW-Marke an Solarstromleistung überschritten
wird, prognostiziert Sarasin bis 2015 ein durchschnittliches globales Wachstum pro
Jahr (CAGR) in Höhe von 33 %. Auch das Marktforschungsunternehmen IMS Research rechnet
mit einem nicht näher bestimmten zweistelligen Prozentwachstum.
In den letzten Jahren hat sich die Photovoltaik zu einem reifen Markt mit Preisdruck
und intensivem Wettbewerb entwickelt. Infolgedessen sahen sich die in der Solarindustrie
engagierten Unternehmen mit der Notwendigkeit konfrontiert, die eigenen Geschäftsmodelle
an die Markterfordernisse anzupassen und sich konsequent international auszurichten.
Mit dem Preisverfall für Solarzellen und -module wurde der Reduzierung der Produktionskosten
sowie der Steigerung der Wirkungsgrade eine herausragende Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit
der Hersteller zuteil. Dadurch blieb die Preissituation auf dem Markt weiter angespannt
und der Kostendruck für die Produzenten verbleibt auf einem hohen Niveau. Manz hat
das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 genutzt, damit Hersteller diesem Kostendruck mit
neuestem Equipment erfolgreich begegnen können. Durch intensive F&E-Aktivitäten hat
die Gesellschaft innovative Technologien hervorgebracht z. B. den SpeedPicker und
den OneStep Selective Emitter. Mit den hocheffizienten und hochintegrierten Maschinen
von Manz können die Produktionskosten gesenkt und die Effizienz der produzierten Solarzellen
und -module gesteigert werden.
Trotz der Reduktion der Solarförderung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
(EEG) wird Deutschland seine Rolle als Weltmarktführer zunächst behaupten können.
So hat der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium
im Januar 2011 vereinbart, dass die kommenden Kürzungen der Einspeisetarife von der
jährlich zugebauten Solarstrommenge abhängig gemacht werden sollen. Als Berechnungsgrundlage
für den jährlich erwarteten Zubau 2011 sollen demnach die Neuinstallationen im Zeitraum
zwischen März und Mai 2011 dienen. Auf Grundlage dessen schätzt die Bundesnetzagentur
den Zubau für das laufende Jahr durch ein Multiplikatorverfahren. Konkret bedeutet
dies, dass für einen errechneten Photovoltaikzubau von 3.500 MW bereits zum 1. Juli
2011 weitere Kürzungen in Höhe von 3 % vorgesehen sind. Bei Zubauten in Höhe von 7.500
MW und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, würde die Degression sogar weitere
15 % betragen. Im Gegensatz dazu rechnet das in Kalifornien beheimatete Marktforschungsunternehmen
iSuppli, trotz der im abgelaufenen Geschäftsjahr beschlossenen Verlängerung der Laufzeiten
von Atomkraftwerken, nicht mit gravierenden negativen Auswirkungen auf die deutsche
Solarbranche. Neben Deutschland zeigen sich vor allem Italien, Frankreich und Tschechien
für signifikante Wachstumsimpulse auf dem europäischen Solarmarkt verantwortlich.
Chinesische Unternehmen haben bereits heute den größten Anteil an der Solarzellenproduktion
und sind die bedeutendsten Exporteure weltweit. Durch ambitionierte Subventionskonzepte
der Regierung in Peking ("Solar Roofs"- und "Golden Sun"-Programm) beflügelt, könnte
die Volksrepublik jedoch nach einer Studie des englischen Marktforschungsunternehmens
IMS Research bis 2013 zudem zum größten Einzelmarkt aufsteigen. Kontinuierlich positive
Impulse für die Industrie werden ferner aus den neuen Wachstumsmärkten wie den USA,
in zunehmendem Maße aber auch Indien, erwartet.
Auf internationaler Ebene dürfte die Grid Parity ebenfalls deutlich eher erreicht
werden als bisher angenommen. Denn aufgrund der enormen Überkapazitäten ist das Preisniveau
für Photovoltaikanlagen stark gesunken. So erwarten die Analysten von HWM Research
die Netzparität bereits für 2012 in vielen Ländern. Daher wird mittel- bis langfristig
mit einem regelrechten Nachfrageschub gerechnet, zunächst primär in Regionen mit vielen
Sonnenstunden und hohen Strompreisen.


Quelle: HWM Research, Juni 2009
Mit rund 46 % Marktanteil ist Deutschland zurzeit der mit Abstand größte Photovoltaikmarkt
laut IMS Research. Trotz der Anpassung der Einspeisevergütungen im Rahmen des EEG
scheinen die Bedingungen sowie die Renditeerwartungen für Investoren hierzulande stabil,
da etwaige negative Effekte aufgrund der veränderten Fördertatbestände durch stark
sinkende Preise für Solarmodule teilweise ausgeglichen werden konnten. Beachtenswert
in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass ein Zubau von mehr als 3,5 GW in diesem
Jahr nach dem Willen der Bundesregierung zu einer weiteren Absenkung der Subventionen
führen könnte. Diese Forderung wird mit dem technologischen Fortschritt und den daraus
resultierenden signifikant gesenkten Produktionskosten begründet. Für die Hersteller
geht dies insbesondere mit einem hohen Investitionsbedarf einher, um ihr Geschäftsmodell
an das gesunkene Preisniveau anzupassen. Insgesamt sind diese Aspekte für die Manz
Automation als führenden Equipment-Lieferanten positive Vorzeichen für weiteres Wachstum.
Hinsichtlich der erwarteten Zubauzahlen für 2011, zeigen sich die Experten jedoch
uneins. Den optimistischsten Blick in die Zukunft wagt iSuppli und geht von einem
Zubau in Höhe von 9 GW in diesem Jahr aus, die Industriespezialisten von Renewable
Analytics erwarten hingegen nur 4,5 GW. Zwar werde das Wachstum des deutschen Markts
unweigerlich an Dynamik verlieren, so eine Studie der Strategieberatungsgesellschaft
Oliver Wyman, allerdings sei immer noch mit einem jährlichen Zubau in Höhe von 3 bis
4 GW auf Sicht der kommenden vier Jahre zu rechnen. Diesen ambitionierten Prognosen
liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Maschinenbauer weiterhin stark für einen
rasanten technologischen Fortschritt einsetzen und Produktionskosten senken, Wirkungsgrade
der Solarzellen steigern und Hersteller in neue Wachstumsmärkte vorstoßen. Auf globaler
Ebene werden diese Märkte vor allem in China, USA und Indien liegen.
Die chinesischen Konzerne zeigen sich nach Einschätzung von iSuppli bestens auf die
zukünftigen Wachstumspotenziale auf dem Solarmarkt vorbereitet und haben ihre Produktionskapazitäten
signifikant ausgebaut. Demgegenüber befindet sich der heimische Absatzmarkt mit einer
installierten Gesamtleistung von 0,4 GW noch in einem frühen Entwicklungsstadium,
was jedoch durch ambitionierte Regierungsprogramme geändert werden soll. 2009 wurden
mehr als 95 % der in China produzierten Zellen und Module, fast 40 % der Weltproduktion,
exportiert. Bis 2020 soll sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix
der Volksrepublik auf 15 % verdoppeln, angestrebt wird zudem eine landesweit installierte
Photovoltaikleistung von 20 GW.
Neben der Deckung des eigenen Energiebedarfs durch Solarkraftwerke soll hierbei die
gesamte Wertschöpfungskette in der Produktion abgebildet werden. Bereits 2009 wurde
aus diesem Grund das "Solar Roofs"-Programm initiiert, das sowohl die Förderung von
gebäudeintegrierten Systemen als auch von Solardächern umfasst. Zudem wurden im Rahmen
des "Golden Sun"-Programms netzgebundene Freiflächenanlagen mit 50 % und netzunabhängige
Anlagen mit 70 % der Investitionssumme subventioniert. Aber auch Utility-Scale-PV-Projekte,
also Photovoltaikprojekte im Kraftwerksmaßstab, profitieren von dem politischen Wohlwollen
und der hohen Attraktivität des chinesischen Solarmarkts. So haben Recherchen von
econet china ergeben, dass sich die Gesamtkapazität aller geplanten Anlagen im Utility-Scale-Segment
auf 13 GW beläuft, davon alleine fünf GW für eine Solarfarm, die in den kommenden
Jahren in Wulan (Provinz Qinghai) realisiert werden soll. Im Juni 2010 wurde von der
"National Development and Reform Commission die Ausschreibung von 13 weiteren, staatlich
finanzierten Utility-Scale-PV-Projekten in Westchina in die Wege geleitet. Auch das
kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass China nicht nur der mit Abstand wichtigste
Produktionsstandort der Branche ist, sondern zudem einen wesentlichen Binnenmarkt
etabliert.
China bietet für Systemlieferanten ausgesprochen vielversprechende Perspektiven. Die
Manz Automation ist als einziger deutscher Systemlieferant mit eigenen Produktions-
und Vetriebsstätten in China und Taiwan im asiatischen Markt präsent und kann daher
von der zunehmenden Dominanz der chinesischen Solarhersteller auf dem Weltmarkt weiter
profitieren.
Der Studie "The United States PV market through 2013" von Greentech Media Research
zufolge, könnten sich die Vereinigten Staaten bis 2012 zum zweitgrößten und gleichzeitig
weltweit dynamischsten Wachstumsmarkt entwickeln. Dieses optimistische Szenario gründet
auf einer Nachfrage von bis zu 2.022 MW im Jahr 2012. Zurzeit ist die USA der drittgrößte
Solarmarkt hinter Deutschland und Spanien. Andere Marktforschungsinstitute wie Solarbuzz
rechnen sogar mit einer Verzehnfachung des US-Markts bis 2014 und damit mit einem
gegenläufigen Trend zur allgemeinen konjunkturellen Entwicklung. In absoluten Zahlen
erwarten die Experten eine Gesamtkapazität von 4,5 bis 5,5 GW bis 2014. Bereits zwischen
2000 und 2008 wuchs die jährlich installierte Photovoltaikleistung um durchschnittlich
71 %. Begünstigt wird diese positive Entwicklung durch eine Reihe politischer Vorgaben
wie den Federal Solar Investment Tax Credit (ITC), der im abgelaufenen Geschäftsjahr
bis 2016 verlängert wurde und 30 %ige Steuergutschriften für privat und gewerblich
genutzte Solaranlagen vorsieht. Des Weiteren wurden die Förderhöchstsätze für Solaranlagen
in Wohnimmobilien aufgehoben und auch Stromversorger in die Förderung mit einbezogen.
Dabei zeichnet sich hauptsächlich Kalifornien mit rund 50 % für das Gros der Nachfrage
verantwortlich, allerdings haben die Absatzmärkte in den anderen Bundesstaaten wie
New Jersey, Arizona, New York, Nevada und Massachusetts zuletzt deutlich an Relevanz
gewinnen können. Das am schnellsten wachsende Marktsegment in den USA sind Photovoltaikanlagen
im Kraftwerksmaßstab, die weitere Anteile auf dem gewerblichen Solarmarkt gewinnen
konnten und in einem auf administrativen Vorgaben beruhenden Szenario bis 2012 insgesamt
466 MW Gesamtkapazität umfassen sollten. GTM Research ergänzt zudem, dass die US-Solarindustrie
eine besonders hohe Wettbewerbsfähigkeit aufweist, da man aufgrund der Vielschichtigkeit
des regulatorischen Umfelds und dem komplexen Anforderungsprofil des Endkundenmarkts
bereits relativ früh diversifizierte Strategien entwickelt hat. Im Ergebnis wurde
bereits heute in Staaten mit einem hohen Strombedarf wie New Jersey und Kalifornien
die Grid Parity in speziellen Marktsegmenten erreicht und mindestens elf weitere Staaten
stehen unmittelbar davor.
Mittelfristig soll der Anteil an erneuerbaren Energien in den gesamten USA von aktuell
9 % auf 25 % ausgeweitet werden. Zur Umsetzung dieses Ziels sollen innerhalb der nächsten
Dekade insgesamt 150 Mrd. USD für neue Technologien mit höherer Energieeffizienz investiert
werden. Mit diesen Mitteln soll das mittlerweile vielerorts marode Stromnetz in den
USA saniert und weiter ausgebaut werden.
Manz ist bereits heute mit einer eigenen Niederlassung auf diesem sehr zukunftsträchtigen
Markt präsent und verfügt damit über die besten Voraussetzungen, um am erwarteten
Wachstum in den USA vollumfänglich zu partizipieren. Denn vor allem im Dünnschicht-Bereich
sind Produktionskapazitäten in unmittelbarer geographischer Nähe zu den Absatzmärkten
aufgrund hoher Logistik- und Transportkosten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Für den globalen Wachstumstreiber Indien entfaltet eine wohl diversifizierte und intakte
Energieversorgung höchste strategische Relevanz. In der Vergangenheit dominierten
fossile Rohstoffe wie Öl und Gas die Energieversorgung des aufstrebenden Landes, nun
rücken aber zunehmend erneuerbare Energien in den politischen Fokus. Dabei bietet
Indien primär für die Photovoltaikbranche sehr gute Bedingungen und stellt einen der
attraktivsten Märkte weltweit dar. Das immense Wachstumspotenzial in Indien wird anhand
folgender Fakten deutlich. Über 300 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität
und bereits heute kann das Stromdefizit in Spitzenzeiten bis zu 12 % betragen. Es
ist demnach akuter Handlungsbedarf für einen energiepolitischen Neuanfang erkennbar.
Weiterhin bietet der indische Subkontinent mit fast 300 Sonnentagen im Jahr ideale
klimatische Voraussetzungen für Solarenergie, insbesondere für kleine netzunabhängige
Photovoltaikanlagen ("Solar Home Systems"). Dabei entfalten sinkende Modulpreise vor
allem für die breite ländliche Bevölkerung, die bislang noch nicht über einen Anschluss
an das Elektrizitätsnetz verfügt, eine besonders hohe Attraktivität. Aus diesem Grund
wurden bis 2050 insgesamt 20 Mrd. USD staatliche Fördermaßnahmen im Rahmen der "Globalen
Klimawandel-Initiative" bereitgestellt, um die steigende Energienachfrage vermehrt
durch einheimische erneuerbare Energien abzudecken sowie bestehende Defizite in der
Energieversorgung zu beseitigen. Die Finanzierung der Subventionen soll über eine
höhere Besteuerung von Benzin und Diesel erfolgen. Aktuell werden diese Kraftstoffe
noch stark bezuschusst.
Im Ergebnis soll dadurch eine landesweite Kapazität von rund 200 GW entstehen. Bis
zum Jahr 2020 wird zunächst eine Kapazität von 20 GW angestrebt. Aktuell produziert
das Land einen zu vernachlässigenden Anteil an Solarstrom. Nach Einschätzung der Bank
Sarasin wird die Gesamtkapazität zwischen 2010 und 2012 mit einer jährlichen Wachstumsrate
von 100 % zulegen können - allerdings von einem tendenziell niedrigen Ausgangsniveau
kommend.
Von diesen Entwicklungen kann auch die Manz Automation profitieren. So sind für den
Aufbau einer einheimischen Solarindustrie zunächst hohe Anfangsinvestitionen in moderne
und leistungsstarke Anlagen notwendig, wie sie die Gesellschaft anbietet. Und bereits
heute engagieren sich Zulieferer und Hersteller entlang der gesamten Wertschöpfungskette
in Indien. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, ist die Gesellschaft seit 2008 mit
einem Tochterunternehmen in Indien präsent. Die Gesellschaft gehört zu 75 % der Manz-Gruppe
und der wesentlich beteiligten indischen Technicom Chemie Ltd. (25 %). Daraus resultiert
ein direkter Zugang zu den Kunden vor Ort, was einen wesentlichen Vorteil im internationalen
Wettbewerb darstellt.
Mit der Amity University in Indien wurde gemeinsam ein Studiengang für Solar Equipment
Engineering ins Leben gerufen. Dieser wird durch die Manz Automation inhaltlich, finanziell
und personell unterstützt, um genügend qualifizierten Nachwuchs für den Betrieb der
Produktionsanlagen im Land auszubilden.
Auch auf langfristige Sicht ergibt sich für die Photovoltaikbranche eine ausgezeichnete
Zukunftsperspektive. So rechnen die Branchenexperten der Bank Sarasin für den Zeitraum
zwischen 2012 und 2020 mit einem jährlichen Wachstum von ca. 30 % p. a., wobei vor
allem die außereuropäischen Märkte eine besonders hohe Wachstumsdynamik aufweisen
sollen. Auf Grundlage dieser Schätzung wird eine weltweit installierte Photovoltaikkapazität
von ca. 155 GW für das Jahr 2020 prognostiziert. Beachtenswert ist zudem der Umstand,
dass mehrere Teilmärkte bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr jeweils 500 MW oder
mehr Photovoltaikleistung verbaut haben. Damit reduziert sich die Abhängigkeit der
Solarindustrie von der Entwicklung in einzelnen Schlüsselmärkten.
Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens EuPD Research umfasste der Anteil
des Teilmarkts Dünnschicht-Solarmodule im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 20,5 % des
gesamten Solarmarkts. Es wird jedoch erwartet, dass diese Technologie auf mittelfristige
Sicht signifikant an Bedeutung gewinnen wird. So gehen die Experten davon aus, dass
sich bis 2015 der Marktanteil kristalliner Solarzellen zugunsten von Dünnschicht-Solarmodulen
weiter verringern wird, die dann bis zu 28,6 % zum Gesamtmarkt beitragen werden. Dies
kann als Trendumkehr interpretiert werden, denn vor allem in den Jahren der weltweiten
Wirtschafts- und Finanzkrise sah sich die Dünnschicht-Technologie mit großen Herausforderungen
konfrontiert, da diese Produktionsanlagen deutlich höhere Anfangsinvestitionen erfordern.
Gleichzeitig sind die Spotpreise für Silizium so stark gefallen, dass die Kostenvorteile
pro Watt, verglichen mit den kristallinen Pendants, stark geschrumpft bis nahezu verschwunden
sind. Trotz dieser Probleme liegt die durchschnittliche Wachstumsrate aufgrund der
höheren Effizienz im Teilbereich Dünnschicht-Solarmodule mit 50 % über der des Gesamtmarktes
(CAGR, 2008 bis 2012).

Quelle: EuPD Research

Quelle: EuPD Research
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z. B. organische Solarzellen, Farbstoffzellen etc.
Obwohl von vielen Experten bemängelt wird, dass die technischen Wirkungsgrade häufig
hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurückblieben, während die Produktionskosten
kaum gesenkt wurden, ist die Attraktivität dieses Teilsegments der Photovoltaik nach
wie vor gegeben. So ist diese Technologie aufgrund niedrigerer Temperaturkoeffizienten
gerade in Regionen mit heißen Umgebungstemperaturen überlegen. Auch bei diffusen Lichtverhältnissen
ist der Energieertrag mit Dünnschicht-Technologie höher als mit kristalliner Technik.
Letztlich entscheidet auch die zur Verfügung stehende Fläche über den Einsatz der
jeweils geeigneten Technologie. Ein weiteres Einsatzpotenzial bietet die Dünnschicht-Technologie
durch die sogenannte gebäudeintegrierte Photovoltaik (Building-Integrated Photovoltaics
(BIPV)). Hierbei profitieren Architekten und Gebäudeplaner neben der Möglichkeit zu
einem homogeneren Gesamtbild von einer größeren Farbenvielfalt. Zudem kann BIPV auch
auf gekrümmten Trägerflächen verbaut werden. Nach Berechnungen des US-amerikanischen
Marktforschungsunternehmens BCC Research betrug der globale Zubau im Bereich BIPV
2010 rund 1,2 MW. Bis 2015 erwarten die Industrieexperten eine Gesamtkapazität von
11,4 MW, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 56 % entspräche.
Notwendig ist zudem eine Unterscheidung, welches System sich innerhalb der Dünnschicht-Technologie
durchsetzen wird. Inzwischen gilt CIGS (Kupfer, Indium, Gallium, Schwefel und Selen)
als die führende Dünnschicht-Technologie und bietet im Vergleich zum amorphen Silizium
(a-Si) und Cadmium-Tellurid (CdTe) das höchste Potenzial im Hinblick auf die erzielbaren
Wirkungsgrade. Aus diesem Grund ist Manz die Kooperation zusammen mit Würth Solar
und dem ZSW eingegangen. Mit dieser Zusammenarbeit strebt die Manz Automation die
marktführende Position als Anbieter komplett integrierter und wirtschaftlicher CIGS-Produktionslinien
(CIGSfab) an. Mit dem Abschluss des Know-how Lizenzierungs- und Kooperationsvertrags
mit der Würth Solar GmbH & Co. KG im Juli 2010 konnte die Manz Automation ihren Technologievorsprung
in diesem Teilmarkt weiter ausbauen und wird zum einzigen Anbieter, der aktuell eine
integrierte und vollproduktive Produktionslinie für CIGS-Solarmodule anbietet, die
wirtschaftlich betrieben werden kann. Insgesamt beläuft sich das Umsatzpotenzial für
eine CIGSfab mit einer Kapazität von 120 MW pro Jahr auf rund 150 Mio. EUR.
Der Markt für Flat Panel Displays umfasst sämtliche Produkte mit Flachbildschirmen, d. h. LCD-TVs, aber auch Notebooks und Tablet-Computer (z. B. Apple iPad® ), Mobiltelefone (z. B. Apple iPhone® ) und MP3-Player mit entsprechendem Bildschirm (LCD- oder Plasmatechnologie). Dank der hohen Nachfrage nach LCD-Flachbildschirmen hat der Markt im Jahr 2010 stark zugelegt. Im Gegensatz zu 2009, als die durchschnittlichen Gerätekosten um 22 % zurückgingen, haben im abgelaufenen Geschäftsjahr die Einführung neuer Technologien wie 3D, LED-Hintergrundbeleuchtung sowie Internetkonnektivität die Preise nach Einschätzung von Displaysearch weitgehend stabil gehalten. Die Preisabschläge im Jahresvergleich reduzierten sich auf 6 %. Weltweit ist der TV-Markt besonders in den Schwellenländern, aber auch in Europa, kräftig gewachsen. So sei der Geräteabsatz um 17 % auf 247 Mio. Einheiten gestiegen, wobei das LCD-Segment mit 31 % fast doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt wuchs. Nach Prognosen der Marktforscher von Digitimes Research, soll der Markt für LCD-Fernseher 2011 ein Volumen von 210 Mio. Einheiten erreichen, nachdem im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 180 Mio. Einheiten abgesetzt wurden. Dabei dürften speziell 40- und 32-Zoll-Geräte eine besonders hohe Wachstumsdynamik aufweisen. Als wesentliche Impulsgeber für weiteres Wachstum identifizieren Experten vor allem sparsamere LCD-TVs (Green Technology), aber auch das zukunftsträchtige Teilsegment Touchpanels für mobile Endgeräte (z. B. Mobiltelefone, Navigationssysteme, Tablet-PCs und Laptops). Trotz rapide wachsender Absatzzahlen sind die Umsätze der Branche aufgrund des sinkenden Preisniveaus weiter rückläufig, so die Prognose von DisplaySearch bis 2014. Aufgrund dieser Asymmetrie sehen sich die Gerätehersteller mit der akuten Notwendigkeit konfrontiert, Produktionskosten signifikant zu reduzieren. Investitionen in Produktionsanlagen der neuesten Generation sind daher genauso unerlässlich für weiteres Marktwachstum wie effiziente und kostengünstige Herstellungsverfahren. Die Manz Automation profitiert von dieser Entwicklung als weltweit führender Anbieter von Handlingsystemen für Glassubstrate und nasschemischen Reinigungsanlagen in hohem Maße. Zurzeit sehen sich vor allem die Maschinen für die Herstellung von Touchpanels einer großen Kundennachfrage gegenüber und zeichnen sich für einen Großteil des Segmentumsatzes im Bereich FPD verantwortlich.
Der neue Geschäftsbereich New Business geht aus dem früheren Segment systems.aico
hervor und beinhaltet verschiedene Zukunftstechnologien, von denen vor allem das Engagement
der Gesellschaft im Bereich Li-Ion-Batterien einer gesonderten Erwähnung bedarf.
Mit dem Megatrend Elektroauto sind tiefgreifende Veränderungen in der Automobilindustrie
verbunden, mit der ausgezeichnete volkswirtschaftliche Perspektiven für Wachstum und
Beschäftigung einhergehen. Bis 2030 könnten weltweit bis zu 420.000 neue Arbeitsplätze
entstehen, so eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Das Marktvolumen könnte
sich im gleichen Zeitraum sogar auf 170 Mrd. EUR verdoppeln. Hinsichtlich der Zukunftsaussichten
des E-Mobility-Markts zeigt sich eine Studie von HSBC ähnlich euphorisch. Hier wird
der Marktanteil an PKWs, die mit der Li-Ion-Technologie angetrieben werden, auf 87
% bis 2020 prognostiziert. Dies entspricht einem globalen Verkaufsvolumen von ca.
45,8 Mrd. USD. Um den Übergang in das Elektrozeitalter im Straßenverkehr zu beschleunigen,
haben zahlreiche Regierungen ambitionierte Förderkonzepte entwickelt. Beispielsweise
sollen in Deutschland durch den "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" bis
2020 eine Million neue Elektrofahrzeuge zugelassen werden. Die Agenda umfasst dabei
unter anderem einen Subventionsfonds im Volumen von rund 500 Mio. EUR für Forschungs-
und Entwicklungsprojekte, Modellregionen sowie die Errichtung der "Nationalen Plattform
Elektromobilität" (NPE), welche sich für die Koordination der konkreten Umsetzungsschritte
verantwortlich zeigt. Größere staatliche Subventionsprogramme wurden ferner in China,
Südkorea, England und Portugal implementiert. Spanien, Frankreich und die USA bieten
potenziellen Käufern von Elektroautos staatliche Kaufprämien sowie Privilegien im
Straßenverkehr, wie etwa die Nutzung von Busspuren.

Elektrofahrzeuge ermöglichen eine umweltfreundliche, nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität, wobei bei den Anreizen für Elektromobilität neben Umwelt- und Klimaschutzaspekten (CO2 - und Schadstoffreduktion) zunehmend wirtschaftliche Gründe eine große Bedeutung entfalten. Für die Gesellschaft geht dies mit einem immensen Marktpotenzial einher. Aus heutiger Sicht beträgt das Gesamtvolumen im Equipmentbereich mit Blick auf die nächsten fünf Jahre mehrere hundert Millionen Euro. Zudem bieten sich Einsatzmöglichkeiten für Hochleistungsbatterien als Speichermedium, nicht nur in der Automobilindustrie. Perspektivisch ergeben sich für diese Energiespeicher auch Anwendungen in Sektoren wie Schifffahrt, Luft- und Raumfahrt, Nutzfahrzeuge sowie im industriellen und privaten Bereich. Beispielsweise eröffnen sich Einsatzmöglichkeiten in Sportbooten, der Flugzeug-Bord-Elektronik, bei Satelliten, der Landwirtschaft oder in dezentralen Photovoltaikanlagen, insbesondere in Ländern ohne flächendeckende Stromversorgung. Zusammenfassend sieht die Gesellschaft somit im Segment der Li-Ion-Batterien ein hochattraktives Wachstumsfeld, an dem die Manz Automation durch das umfangreiche Entwicklungs-Know-how mittelfristig stark partizipieren kann.

Seit Juli 2009 beteiligt sich Manz an der Innovationsallianz "Produktionsforschung
für Hochleistungs-Li-Ion-Batterien für Elektromobilität". Ziel des Forschungsprojekts
ist es, neue Fertigungstechnologien zu erforschen und auf die Anforderungen einer
Großserienfertigung von Li-Ion-Batteriesystemen zu übertragen. Zur Realisierung dieses
Ziels werden im Rahmen des Projekts sowohl neue, industrielle Produktionstechnologien
als auch Automationslösungen vorangetrieben. Gleichzeitig werden Lösungen zur Systemintegration
und Produktionsablaufplanung bei den Batteriezellenherstellern erarbeitet. Durch die
Beteiligung an dieser Industriepartnerschaft verschafft sich die Manz Automation eine
hervorragende Ausgangsposition, um sich auch in diesem dynamischen Wachstumsmarkt
als langfristig führender Systemlieferant zu etablieren.

Quelle: Deutsche Bank, Electric Vehicles: Plugged In 2. November 2009

Quelle: Deutsche Bank, Electric Vehicles: Plugged In 2. November 2009
Nach Einschätzung des Fachverbands PCB des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und
Elektronikindustrie e. V.) konnte der globale Markt für Leiterplatten im Geschäftsjahr
2010 um rund 18 % zulegen. Damit beläuft sich das Marktvolumen fast wieder auf das
Vorkrisenniveau von 2008. Als wesentliche Treiber hinter dieser positiven Entwicklung
sehen die Experten des ZVEI primär den konjunkturellen Aufschwung in zentralen Abnehmerbranchen
(z. B. Kfz-Elektronik), aber auch das Ende der Investitionszurückhaltung in den Industrieländern.
Zudem profitiere die Branche von Wachstumsimpulsen hinsichtlich der industriellen
Produktion in Asien, vor allem in China. Dabei konnte der deutsche Markt nach ZVEI-Berechnungen
um rund 16 % auf ca. 1,3 Mrd. EUR wachsen.

Quelle: ZVEI
Die Manz Automation blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück, das ganz im Zeichen
des wirtschaftlichen Aufschwungs mit positiven Effekten für das operative Geschäft
und die Umsatz- und Ertragslage stand. So näherten sich sowohl der Auftragsbestand
wie auch der Auslastungsgrad der Fertigungskapazitäten wieder dem Vorkrisenniveau
aus dem Rekordjahr 2008 an. Parallel dazu bildet die starke Marktposition der Gesellschaft
die Basis für weiteres Wachstum und stellt einen Erfolg der intensiven Forschungs-
und Entwicklungstätigkeit der Manz Automation dar. Darüber hinaus eröffnet sich für
die Gesellschaft ein enormes Potenzial durch ihr Engagement in Wachstumsindustrien
- z. B. Li-Ion-Batterien für Elektromobilität - und neuen Geschäftsfeldern wie der
CIGSfab.
Die Manz Automation AG verfolgt das strategische Ziel, ihre weltweite Stellung als
Technologie- und Marktführer für integrierte Systemlösungen im Bereich Automatisierung,
Nasschemie, Qualitätssicherung sowie Laserprozess- und Vakuumtechnik zu festigen und
weiter auszubauen. Ausgehend von den Bedürfnissen der Kunden nach einer Reduzierung
der Produktionskosten sowie einer Steigerung der Wirkungsgrade will sich die Gesellschaft
als unverzichtbarer Partner bei der Herstellung von Solarzellen und -modulen etablieren.
Aus diesem Grund hat Manz bei der Manz Coating GmbH sein Personal ausgebaut, um wichtige
Kernthemen voranzutreiben, wie etwa die Vakuumbeschichtung und die innovative Silizium-Nitrit-Anlage
für kristalline Solarzellen. Mit der Fokussierung auf Zukunftsbranchen kann die Manz
Automation AG am dynamischen internationalen Wachstum der Kunden und des Markts partizipieren.
Infolgedessen ergeben sich erhebliche Umsatz- und Ertragspotenziale für die Gesellschaft.
Über alle Branchen hinweg ist es die Zielsetzung der Manz Automation AG, die Vertriebs-
und Serviceleistungen kontinuierlich zu optimieren, um Marktanteile zu sichern bzw.
zu erhöhen.
Innovationen bilden die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft. Daher
sollen sowohl durch eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wie auch im Verbund
mit Kooperationspartnern innovative Technologien konsequent vorangetrieben werden.
Entsprechend den Anforderungen des Markts ist es das Ziel, den Herstellern neue Lösungen
mit verbesserter Effizienz und damit geringeren Produktionskosten anbieten zu können.
Ziel ist es, eine starke Position der Manz Automation als "Preferred Supplier" im
Photovoltaikmarkt zu etablieren. Dabei spielen vor allem Produktinnovationen und die
kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios eine große Rolle.
Manz will als Innovationsmotor die Branche voranbringen und wegweisende Technologie
entwickeln.
Neben der Akquisition neuer Technologien zur Erweiterung des Produktportfolios, soll
die Entwicklung von neuen Hightech-Produkten in allen Geschäftsbereichen zur Erhöhung
der Wertschöpfungsanteile bei Produktionslinien führen. Damit will die Gesellschaft
ihre weltweit marktführende Stellung ausbauen.
Zur Absicherung und zur Erweiterung der bisherigen Wettbewerbsvorteile und damit der
Marktführerschaft soll der technologische Vorsprung weiter ausgebaut werden. Neben
Forschung und Entwicklung spielt auch das anorganische Wachstum für den Ausbau des
Technologie- und Produktportfolios eine zentrale Rolle. Mit dem Zukauf von Technologien
und gezielten Akquisitionen wird auch Fach-Know-how erworben. Damit kann die Gesellschaft
auf ein noch breiteres Fundament gestellt und die Wettbewerbsposition gefestigt werden.
Ein wesentlicher Vorteil der Manz Automation sind die ausländischen Standorte, vor
allem in Asien, wo die wichtigsten Kunden und Absatzmärkte der Gesellschaft beheimatet
sind. Dieser Wettbewerbsvorsprung soll künftig noch stärker genutzt werden, um weitere
Kostenvorteile zu realisieren.
ANJA FREUDIGMANN, PERSONALSACHBEARBEITERIN, MANZ REUTLINGEN
Die Gewinn- und Verlustrechnung der Manz Automation gliedert sich nach dem Gesamtkostenverfahren.
Analog zu einem signifikant verbesserten gesamtwirtschaftlichen Umfeld konnte die
Gesellschaft im Geschäftsjahr 2010 Umsatzerlöse in Höhe von 181,4 Mio. EUR erzielen.
Im Ergebnis gelang es, das Umsatzniveau gegenüber dem Vorjahreswert von 85,9 Mio.
EUR mehr als zu verdoppeln. Dieser dynamische Anstieg ist im Wesentlichen auf die
wiedererstarkte Nachfrage der Kunden, vor allem nach neu entwickelten und innovativen
Produkten, zurückzuführen. Zugleich resultierten deutlich verbesserte Finanzierungsbedingungen
für die Zielbranchen der Manz Automation AG, insbesondere in der Photovoltaikindustrie,
in einer grundsätzlich gestiegenen Investitionsbereitschaft. Ein Auftragsbestand in
Höhe von 140,7 Mio. EUR (Stand: 28. Februar 2011) erlaubt zudem eine sehr zuversichtliche
Sichtweise für das laufende Geschäftsjahr hinsichtlich der operativen Entwicklung
sowie der Auslastung der Produktionskapazitäten.
Von dieser positiven Entwicklung konnten alle Geschäftsbereiche der Manz Automation
AG profitieren. Der größte Umsatzanteil entfällt mit 65,7 Mio. EUR oder 36,2 % auf
den Geschäftsbereich Solar. Im Vorjahr zeichneten sich Systemlösungen für die Herstellung
von kristallinen Solarzellen bzw. Dünnschicht-Solarmodulen noch für 46,9 Mio. EUR
oder 54,6 % der Konzernumsatzerlöse verantwortlich. Als besonders wachstumsintensiv
erwies sich zudem der Geschäftsbereich Flat Panel Display (FPD). Getrieben durch eine
dynamische Nachfrage nach Tablet-PCs und Smartphones, konnte der Segmentumsatz von
14,9 Mio. EUR auf 58,8 Mio. EUR nahezu vervierfacht werden. Damit zeichnet sich der
Geschäftsbereich FPD für rund 32,4 % der gesamten Umsätze verantwortlich (Vorjahr:
17,3 %). Wesentliche Umsätze in Höhe von 38,8 Mio. EUR erzielte auch das neu geschaffene
Berichtssegment Leiterplatten/OEM, das damit rund 21,4 % zu der Umsatzentwicklung
der Manz Automation beiträgt. 2009 summierten sich die Verkaufserlöse aus dem Leiterplattengeschäft
noch auf 10,0 Mio. EUR (11,7 %). Daneben resultieren wesentliche Umsatzbeiträge aus
dem Geschäftsbereich Sonstige mit 14,5 Mio. EUR oder 8,0 % (Vorjahr: 10,6 Mio. EUR
oder 12,3 %) bzw. dem Geschäftsbereich New Business mit 3,6 Mio. EUR oder 2,0 % (Vorjahr:
3,5 Mio. EUR oder 4,1 %).

Auch im Geschäftsjahr 2010 wurde der größte Anteil der Umsatzerlöse in Asien erwirtschaftet.
Zeichnete sich Fernost im Geschäftsjahr 2009 mit 44,0 Mio. EUR noch für etwas mehr
als die Hälfte des gesamten Umsatzvolumens verantwortlich (51,2 %), trugen die wachstumsstarken
Volkswirtschaften in Asien im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits zu 69,5 % oder 126,0
Mio. EUR zu den Gesamterlösen der Gesellschaft bei. Im deutschen Heimatmarkt waren
die Umsatzerlöse hingegen rückläufig und beliefen sich auf 18,3 Mio. EUR oder 10,1
% (Vorjahr: 25,1 Mio. EUR oder 29,2 %). Rund 32,3 Mio. EUR oder 17,8 % der Umsätze
entfielen im Berichtsjahr auf das restliche Europa (Vorjahr: 12,0 Mio. EUR oder 13,9
%). Daneben entfielen 2,3 % oder 4,1 Mio. EUR der Konzernumsätze auf die USA (Vorjahr:
5,5 % oder 4,7 Mio. EUR) bzw. 0,3 % oder 0,6 Mio. EUR auf die sonstigen Regionen (Vorjahr:
0,2 % oder 0,2 Mio. EUR).

Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen fertiger Erzeugnisse in Höhe von
9,6 Mio. EUR (Vorjahr: 9,0 Mio. EUR) sowie den aktivierten Eigenleistungen resultierend
aus der intensivierten Forschungs- und Entwicklungsaktivität in Höhe von 14,0 Mio.
EUR (Vorjahr: 6,2 Mio. EUR) verdoppelte sich die Gesamtleistung der Manz Automation
AG innerhalb des Berichtszeitraums von 101,1 Mio. EUR auf 205,0 Mio. EUR. Im Zuge
des ausgeweiteten operativen Geschäfts kletterten die Materialaufwendungen im Berichtszeitraum
von 60,4 Mio. EUR auf 121,6 Mio. EUR. Damit verbesserte sich die Materialaufwandsquote
leicht auf 59,3 % (Vorjahr: 59,7 %). Zusammen mit den sonstigen betrieblichen Erträgen
in Höhe von 6,4 Mio. EUR (Vorjahr: 9,5 Mio. EUR) resultiert hieraus ein signifikant
verbessertes Rohergebnis von 89,9 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (50,2
Mio. EUR) entspricht dies einer Steigerung von 79 %.
Per 31. Dezember 2010 belief sich die Mitarbeiterzahl der Gesellschaft auf 1.768 Beschäftigte.
Damit konnte der negative Trend aus dem Vorjahr wieder umgekehrt werden, als im Zuge
der Wirtschafts- und Finanzkrise Personalkapazitäten an ausländischen Standorten reduziert
werden mussten (31. Dezember 2009: 1.377 Mitarbeiter). Im Ergebnis stiegen die Personalaufwendungen
von 37,3 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf 51,7 Mio. EUR in 2010. Im Hinblick auf
die Gesamtleistung der Gesellschaft geht dies mit einer verbesserten Personalaufwandsquote
von 25,2 % einher - gegenüber den 36,9 % im Geschäftsjahr 2009.
Die Abschreibungen lagen mit 9,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 6,9 Mio. EUR.
Neben planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen inkl. Maschinen sowie auf aktivierte
Eigenleistungen (Entwicklungskosten) beinhaltet diese Position eine geplante Abschreibung
auf das Lizenzpaket an der CIGS-Technologie in Höhe von rund 1,5 Mio. EUR. Zudem stiegen
im Zuge der Geschäftsausweitung die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 21,9
Mio. EUR auf 28,3 Mio. EUR. Diese beinhalten u. a. Marketing- und Vertriebskosten,
Logistikkosten, Kosten für die Administration sowie Beratungskosten.
Insgesamt erzielte die Manz Automation ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
von 0,6 Mio. EUR nach dem negativen Vorjahreswert von -15,9 Mio. EUR. Dies ist insbesondere
auf die starke Umsatzausweitung im Vorjahresvergleich zurückzuführen. Zudem haben
die in den letzten Jahren erfolgreich eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen (u. a.
im Bereich Einkauf und Komponentenstandardisierung) sowie die deutlich verbesserte
Kapazitätsauslastung mit zur Rückkehr in die Gewinnzone beigetragen. Beim EBIT handelt
es sich bei der Gesellschaft um ein zentrales unternehmensinternes Steuerungsinstrument
auf Segment- und Konzernebene.
Bei Betrachtung der einzelnen Segmente stieg das EBIT des Berichtssegments FPD von
-1,3 Mio. EUR auf rund 3,5 Mio. EUR. Im Geschäftsbereich Solar konnte der operative
Verlust von -12,2 Mio. EUR auf -3,8 Mio. EUR reduziert werden. Das operative Ergebnis
im Berichtssegment Leiterplatten/OEM belief sich auf 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: -0,4 Mio.
EUR). Innerhalb des Geschäftsbereichs New Business ist es gelungen, ein positives
EBIT von 0,1 Mio. EUR zu erwirtschaften (Vorjahr: -0,1 Mio. EUR). Zudem trug der Geschäftsbereich
Sonstige mit 0,1 Mio. EUR zum operativen Gesamtergebnis der Manz Automation bei. Im
Geschäftsjahr 2009 wurde hier noch ein negatives EBIT in Höhe von -2,0 Mio. EUR erzielt.
Auf Ebene der Tochterunternehmen der Manz Automation bestehen zum Teil langfristige,
zinstragende Finanzverbindlichkeiten. Diesen Zinsaufwendungen stehen jedoch Zinserträge
und kurzfristig angelegte Gelder gegenüber. Im Ergebnis resultiert die solide Liquiditätslage
der Gesellschaft in einem positiven Finanzergebnis in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr:
2,9 Mio. EUR). Dabei gilt zu berücksichtigen, dass das vorjährige Finanzergebnis stark
von Sondereffekten wie den erzielten Kursgewinnen aus dem Verkauf von Wertpapieren
des Umlaufvermögens beeinflusst war. Das Vorsteuerergebnis (EBT) erhöhte sich aufgrund
des positiven operativen Ergebnisses somit auf 0,7 Mio. EUR nach -13,0 Mio. EUR im
Vorjahr.
Nach Steuern und Minderheitsanteilen verblieb ein Konzernergebnis von +1,6 Mio. EUR
(Vorjahr: -9,7 Mio. EUR). Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 4.480.054 ausstehenden
Aktien, entspricht dies einem Ergebnis je Aktie von +0,35 EUR (Vorjahr: -2,15 EUR).
Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2009 um 56,3 Mio. EUR auf 283,0
Mio. EUR (Vorjahr: 226,7 Mio. EUR). Parallel dazu erhöhte sich das Eigenkapital der
Gesellschaft im Berichtszeitraum von 179,0 Mio. EUR auf 187,9 Mio. EUR. Die Erhöhung
resultiert im Wesentlichen aus den ergebnisneutralen Effekten durch die Währungsumrechnung
in Höhe von 7,6 Mio. EUR. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 66,4 % nach
79,0 % zum 31. Dezember 2009.
Die langfristigen Schulden stiegen von 11,8 Mio. EUR auf 18,6 Mio. EUR. Hier wirkte
sich insbesondere der Anstieg der langfristigen Finanzschulden von 0,7 Mio. EUR auf
4,4 Mio. EUR aus, der primär auf die Aufnahme eines Darlehens zum Erwerb einer Immobilie
an den slowakischen Produktionsstandorten zurückzuführen ist. Zudem nahmen die passiven
latenten Steuern von 4,5 Mio. EUR auf 8,4 Mio. EUR zu, die hauptsächlich für aktivierte
Entwicklungskosten und aufgrund der Anwendung der Percentage of Completion-Methode
(PoC) gebildet wurden. Darüber hinaus erhöhten sich die Pensionsrückstellungen leicht
von 3,8 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR. Der deutliche Rückgang der sonstigen langfristigen
Rückstellungen von 2,5 Mio. EUR auf 1,5 Mio. EUR liegt vor allem in dem Rekordumsatzniveau
im Geschäftsjahr 2008 begründet, da diese Bilanzposition mehrheitlich auf zwei Jahre
befristete Gewährleistungsrückstellungen umfasst.
Des Weiteren erhöhten sich die kurzfristigen Schulden deutlich von 35,9 Mio. EUR auf
76,4 Mio. EUR. Darin enthalten sind zinstragende, kurzfristige Finanzschulden in Höhe
von 9,8 Mio. EUR nach 8,7 Mio. EUR im Vorjahr. Diese Banklinien wurden im Zuge der
Geschäftsausweitung an das operative Wachstum angepasst. Analog zu der Verdoppelung
der Gesamtleistung stiegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf
51,5 Mio. EUR (Vorjahr: 14,2 Mio. EUR), wobei sich die erhaltenen Anzahlungen auf
4,2 Mio. EUR beliefen (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR). Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen
summierten sich zum 31. Dezember 2010 auf 3,4 Mio. EUR (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR). Die
übrigen Verbindlichkeiten von 7,4 Mio. EUR enthalten Steuern (Lohn- und Kirchensteuern
sowie Umsatzsteuer), Sozialversicherungsbeiträge und Personalrückstellungen.
Auf der Aktivseite der Bilanz erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte von 66,7
Mio. EUR deutlich auf 122,3 Mio. EUR. Dabei stiegen insbesondere die immateriellen
Vermögensgegenstände von 47,0 Mio. EUR auf 90,0 Mio. EUR. Neben aktivierten Entwicklungskosten
beinhaltet diese Bilanzposition vor allem die Kaufpreisallokation der Nutzungsrechte
an der CIGS-Produktionstechnologie, die im Sommer 2010 von Würth Solar erworben wurde.
Bei den aktivierten Entwicklungskosten wurden im Berichtsjahr zusätzlich Abschreibungen
in Höhe von 169 TEUR vorgenommen, aus einer geänderten Schätzung der Restnutzungsdauer.
Der Anstieg der Sachanlagen von 16,6 Mio. EUR auf 23,6 Mio. EUR ist auf die Installation
zusätzlicher Produktionsanlagen im Zuge der Ausweitung des operativen Geschäfts zurückzuführen,
aber auch auf den Erwerb von Immobilien am slowakischen Produktionsstandort.
Weitgehend stabil zeigte sich hingegen das Umlaufvermögen, das sich zum 31. Dezember
2010 auf 160,7 Mio. EUR belief (Vorjahr: 160,0 Mio. EUR). Dabei stiegen die Vorräte
der Gesellschaft aufgrund des ausgeweiteten operativen Geschäfts und der verbesserten
Kapazitätsauslastung von 29,8 Mio. EUR auf 50,0 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres
2010. Ähnlich stark erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von
39,6 Mio. EUR auf 67,1 Mio. EUR. Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Forderungen
von 1,9 Mio. EUR auf 4,5 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf erweiterte Umsatzsteuerforderungen
zurückzuführen. Parallel hierzu wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die verbliebenen
Wertpapierbestände endgültig verkauft (Vorjahr: 28,8 Mio. EUR). Infolge der beglichenen
Lizenzgebühren für die CIGS-Technologie nahmen die flüssigen Mittel im Vorjahresvergleich
auf 38,9 Mio. EUR ab (Vorjahr: 59,3 Mio. EUR).
Als Cashflow im engeren Sinne (Jahresergebnis zzgl. Abschreibungen auf Gegenstände
des Anlagevermögens sowie Zunahme/Abnahme langfristiger Pensionsrückstellungen) resultierte
im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Betrag von insgesamt 8,5 Mio. EUR (Vorjahr: -6,6
Mio. EUR). Dieser verbesserte Mittelzufluss ist ein Beleg für die positive operative
Entwicklung der Manz Automation AG. Trotz des deutlich erhöhten Working Capital-Bedarfs
erzielte die Gesellschaft einen positiven operativen Cashflow von 2,0 Mio. EUR (Vorjahr:
39,7 Mio. EUR). Dies beruht im Wesentlichen auf der deutlichen Zunahme von Vorratspositionen
sowie Forderungen und andererseits Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
im Zuge des ausgeweiteten operativen Geschäfts.
Nach -5,8 Mio. EUR im Vorjahr belief sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit im
Berichtszeitraum auf -28,2 Mio. EUR. Diese Investitionen gehen vor allem auf den Erwerb
von immateriellen Vermögenswerten, zu denen Lizenzen für die Kooperation mit Würth
Solar zählen, sowie auf Sachanlagen zurück. Beglichen wurden diese Vertragszahlungen
mit flüssigen Mitteln sowie durch den Verkauf von Wertpapieren.
Demgegenüber erhöhte sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf 4,5 Mio. EUR
nach -8,6 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. In dieser Entwicklung kommt vor allem die
Veränderung der Kontokorrentkredite zum Ausdruck. Ein wesentlicher Mittelzufluss resultiert
aus einem lokalen Kredit für einen Immobilienerwerb in der Slowakei. Zum 31. Dezember
2010 verfügte die Manz Automation daher über flüssige Mittel in Höhe von 38,9 Mio.
EUR (Vorjahr: 59,3 Mio. EUR).
Das Finanzmanagement der Manz Automation ist zentral organisiert. Zur Minimierung
von Risiken und Nutzung konzernübergreifender Optimierungspotenziale bündelt die Gesellschaft
Finanzierungen, Geldanlagen sowie Wechselkurssicherungen von Tochtergesellschaften
innerhalb der Gruppe. Dabei werden wertorientierte Finanzierungsgrundsätze verfolgt,
um die Liquidität zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, finanzwirtschaftliche Risiken
zu begrenzen sowie Kapitalkosten zu optimieren. Darüber hinaus werden ein ausgewogenes
Fälligkeitsprofil und eine hohe Diversifikation von Investoren angestrebt.
Nachdem die Gesellschaft im Vorjahr noch intensiv mit den Auswirkungen der Wirtschafts-
und Finanzkrise konfrontiert wurde, konnte die Manz Automation im abgelaufenen Geschäftsjahr
von einem deutlich verbesserten wirtschaftlichen Umfeld profitieren. Dieser Aufschwung,
der in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Fahrt gewinnen konnte, erstreckt sich
auf alle Geschäftsbereiche. So ist es gelungen, die Umsatzerlöse von 85,9 Mio. EUR
auf 181,4 Mio. EUR zu erhöhen. Gleichzeitig konnte die Manz Automation ihre Gesamtleistung
von 101,1 Mio. EUR auf 205,0 Mio. EUR mehr als verdoppeln. Trotz hoher investiver
Lizenzzahlungen im Zusammenhang mit der Kooperation mit Würth Solar, verfügt die Gesellschaft
über freie liquide Mittel in Höhe von 38,9 Mio. EUR. Neben einer sehr guten Eigenkapitalquote
von rund 66,4 %, ist dies ein aussagekräftiger Beleg für die Finanzkraft und den Substanzwert
des Unternehmens.
Der im Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 33 bis 51 enthaltene Vergütungsbericht
2010 ist Bestandteil des Lageberichts. Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze
zusammen, die für die Vergütung der Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2010 maßgeblich
waren, und erläutert die Struktur und Höhe der Vorstandvergütung sowie die Vergütung
des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2010.
Das gezeichnete Kapital der Manz Automation AG beträgt 4.480.054 EUR und ist in 4.480.054
auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt.
Der Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihrer Aktien und Gewinnanteile ist ausgeschlossen,
soweit dies gesetzlich zulässig ist. Sämtliche Aktien der Gesellschaft sind in Sammelurkunden
verbrieft.
Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt
in der Hauptversammlung eine Stimme. Sämtliche Aktien sind in gleicher Weise gewinnanteilsberechtigt.
Hiervon ausgenommen sind von der Manz Automation AG gehaltene eigene Aktien, aus denen
der Gesellschaft keine Rechte zustehen. Die Gesellschaft hält derzeit keine eigenen
Aktien.
Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen
des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG.
Vereinbarungen über Beschränkungen, die die Ausübung von Stimmrechten oder die Übertragung
von Aktien betreffen, sind dem Vorstand der Manz Automation AG nicht bekannt.
Nach dem Wertpapierhandelsgesetz hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung
oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht,
überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen. Die Meldepflicht besteht ab einem Schwellenwert
von 3 % der Stimmrechte.
Ferner haben nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) Personen, die bei der Gesellschaft
Führungsaufgaben wahrnehmen, eigene Geschäfte mit Aktien der Gesellschaft der Gesellschaft
und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen.
Dem Vorstand ist aufgrund der zugegangenen Mitteilungen über bedeutende Stimmrechtsanteile
und über eigene Geschäfte von Personen mit Führungsaufgaben das Bestehen der folgenden
direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft bekannt, die 10
% der Stimmrechte überschreiten:
|
|
Anzahl der Stimmrechte |
Anteil der Stimmrechte |
| Dieter Manz | 1.993.248 | 44,49 % |
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei der Gesellschaft
nicht.
Soweit die Manz Automation AG im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligung anstelle der Auszahlung
der freiwilligen jährlichen Gewinnbeteiligung Manz-Aktien an ihre Mitarbeiter oder
Mitarbeiter von Konzernunternehmen ausgibt, können die Mitarbeiter die ihnen aus diesen
Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar nach den Bestimmungen der Satzung und
des Gesetzes ausüben.
Soweit die Manz Automation AG im Rahmen des von der Hauptversammlung vom 10. Juni
2008 beschlossenen Manz Performance Share Plan 2008 aufgrund der Ausübung von Bezugsrechten
Aktien an Mitglieder der Geschäftsführungen verbundener Unternehmen sowie an Führungskräfte
der Gesellschaft unterhalb des Vorstands und Führungskräfte verbundener Unternehmen
ausgeben wird, werden die Aktien den bezugsberechtigten Personen unmittelbar übertragen.
Diese können die ihnen aus den übertragenen Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar
nach den Bestimmungen der Satzung und des Gesetzes ausüben.
Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§ 84 und 85 AktG
geregelt. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre
bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für
höchstens fünf Jahre, ist zulässig.
Nach § 5 der Satzung der Gesellschaft kann der Vorstand aus einer oder mehreren Personen
bestehen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder nach den Bestimmungen
des Aktiengesetzes und bestimmt ihre Zahl.
Der Aufsichtsrat kann ein Mitglied zum Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Fehlt
ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat nach § 85 Absatz 1 AktG in dringenden
Fällen das Gericht auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen.
Der Aufsichtsrat kann nach § 84 Absatz 3 AktG die Bestellung zum Vorstandsmitglied
und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund
vorliegt.
Die Änderung der Satzung ist in den §§ 133 ff., 179 ff. AktG geregelt. Diese bedarf
grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat ist jedoch
gemäß § 7 Absatz 2 der Satzung befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die
nur die Fassung betreffen.
Gemäß § 16 Absatz 1 der Satzung der Gesellschaft werden die Beschlüsse der Hauptversammlung,
soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktiengesetzes etwas Abweichendes bestimmen,
mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst. Soweit das Aktiengesetz (AktG)
außerdem zur Beschlussfassung eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenden
Grundkapitals vorschreibt, genügt, soweit dies gesetzlich zulässig ist, die einfache
Mehrheit des vertretenen Kapitals.
Der Vorstand kann neue Aktien nur auf Grundlage von Beschlüssen der Hauptversammlung
über eine Erhöhung des Grundkapitals oder über genehmigte und bedingte Kapitalien
ausgeben. Der Erwerb eigener Aktien ist in den §§ 71 ff. AktG geregelt und in bestimmten
Fällen kraft Gesetzes oder aufgrund einer Ermächtigung der Hauptversammlung zulässig.
Der Vorstand der Gesellschaft ist gemäß § 3 Absatz 3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital
der Gesellschaft in der Zeit bis zum 15. Juni 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats
einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu 2.240.027 EUR durch Ausgabe von
insgesamt bis zu 2.240.027 neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien (Stückaktien),
gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2009).
Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen;
| ― |
bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags, die möglichst zeitnah zur Platzierung der neuen Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich im Sinne von §§ 203 Absatz 1 und 2, 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt nur insoweit, als auf die im Rahmen der Kapitalerhöhung auszugebenden Aktien insgesamt ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von nicht mehr als 448.005 EUR und insgesamt nicht mehr als 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung entfällt. Auf diesen Höchstbetrag für einen Bezugsrechtsausschluss ist der anteilige Betrag am Grundkapital von Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss ausgegeben oder veräußert werden; |
| ― |
bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen; |
| ― |
soweit es erforderlich ist, um den Inhabern von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder unmittelbaren oder mittelbaren Konzerngesellschaften der Gesellschaft ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung ihres Wandlungs- oder Optionsrechts bzw. nach Erfüllung ihrer Wandlungspflicht zustehen würde; |
| ― |
um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen. |
Die Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung
des Aufsichtsrats, bis zum 9. Juni 2013 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder
auf den Namen lautende Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte
und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen
"Schuldverschreibungen") mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von
bis zu 300 Mio. EUR zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen,
Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf Aktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag
des Grundkapitals von insgesamt bis zu 1.433.160 EUR nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen
der Schuldverschreibungen zu gewähren.
Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zu.
Soweit Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht
gegen Barleistung ausgegeben werden sollen, ist der Vorstand jedoch ermächtigt, mit
Zustimmung des Aufsichtsrats, Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/ oder Optionsrecht
bzw. Wandlungspflicht in entsprechender Anwendung des § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unter
Ausschluss des Bezugsrechts auszugeben, sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten
finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen
mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht nicht wesentlich unterschreitet.
Diese Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss gilt nur insoweit, als auf die zur Bedienung
der Wandlungs- und Optionsrechte bzw. bei Erfüllung der Wandlungspflicht auszugebenden
Aktien, insgesamt ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von nicht mehr als 358.290
EUR und insgesamt nicht mehr als 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung
der Ermächtigung entfällt. Auf diesen Höchstbetrag für einen Bezugsrechtsausschluss
ist der anteilige Betrag am Grundkapital von Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit
dieser Ermächtigung in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Absatz
3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.
Ferner ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht
der Aktionäre auf Schuldverschreibungen für Spitzenbeträge auszuschließen und das
Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch auszuschließen, soweit es erforderlich
ist, um den Inhabern von Wandlungs- bzw. Optionsrechten auf den Inhaber lautende Stückaktien
der Gesellschaft bzw. den Gläubigern von mit Wandlungspflichten ausgestatteten Wandelschuldverschreibungen
ein Bezugsrecht in dem Umfang gewähren zu können, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungs-
bzw. Optionsrechts oder bei Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Das Grundkapital ist gemäß § 3 Absatz 4 der Satzung der Gesellschaft um bis zu 1.433.160
EUR durch Ausgabe von bis zu 1.433.160 neuen Aktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital
I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw.
Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der vorgenannten Ermächtigung begeben
werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf Aktien der Gesellschaft gewähren bzw.
eine Wandlungspflicht bestimmen.
Die Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 31. Mai
2013, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, einmalig oder mehrmals Bezugsrechte zum Bezug
von insgesamt bis zu 50.400 Aktien der Gesellschaft an die Mitglieder der Geschäftsführungen
verbundener Unternehmen der Gesellschaft sowie an Führungskräfte der Gesellschaft
unterhalb des Vorstands und Führungskräfte verbundener Unternehmen, jeweils im In-
und Ausland, zu gewähren. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, bis zum 31. Mai 2013
einmalig oder mehrmals Bezugsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 21.600 Aktien der
Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft zu gewähren. Insgesamt dürfen
Bezugsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 72.000 Aktien der Gesellschaft ausgegeben
werden. Die Gewährung, Ausgestaltung und Ausübung der Bezugsrechte erfolgt nach Maßgabe
der in dem Beschluss der Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 festgelegten Bestimmungen.
Das Grundkapital ist gemäß § 3 Absatz 5 der Satzung der Gesellschaft um bis zu 72.000
EUR durch Ausgabe von bis zu 72.000 neuen Aktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital
II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Absicherung der Rechte der Inhaber von
Bezugsrechten, die aufgrund der vorgenannten Ermächtigung gewährt wurden.
Die Hauptversammlung vom 22. Juni 2010 hat den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Ziffer
8 AktG ermächtigt, in dem Zeitraum bis zum 21. Juni 2015, eigene Aktien mit einem
rechnerischen Anteil am derzeitigen Grundkapital von bis zu 10 % zu erwerben. Der
Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen
Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten
erfolgen.
Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eine Veräußerung
erworbener eigener Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in anderer
Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre vorzunehmen, wenn die
erworbenen eigenen Aktien zu einem Preis veräußert oder an ausländischen Börsen, an
denen sie nicht notiert sind, eingeführt werden, der den Börsenkurs von Aktien der
Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.
Als maßgeblicher Börsenkurs gilt der Durchschnitt der tagesvolumengewichteten Schlusskurse
der Aktie der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem an die Stelle des Xetra-Systems
getretenen Nachfolgesystem) während der letzten drei Börsenhandelstage vor der Veräußerung
der Aktien.
Dieser Ausschluss des Bezugsrechts ist auf insgesamt höchstens 10 %, sowohl des zum
Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch des im Zeitpunkt der Ausübung
dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft beschränkt. Auf diese
Begrenzung ist das auf diejenigen Aktien entfallende Grundkapital anzurechnen, die
zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/
oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) auszugeben
sind, die in entsprechender Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss
des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung ausgegeben werden oder die
während der Laufzeit dieser Ermächtigung in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung
von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, erworbene eigene Aktien, mit Zustimmung des
Aufsichtsrats, unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in anderer Weise als
über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre an Dritte im Zusammenhang mit
dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen zu
veräußern.
Der Vorstand und - sofern die Verpflichtung gegenüber Mitgliedern des Vorstands besteht
- der Aufsichtsrat, wurden ferner ermächtigt, erworbene eigene Aktien unter Ausschluss
des Bezugsrechts der Aktionäre zur Bedienung von Bezugsrechten zu verwenden, die im
Rahmen des von der ordentlichen Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 unter Punkt 7 der
Tagesordnung beschlossenen Manz Performance Share Plan 2008 ausgegeben wurden oder
werden.
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, erworbene eigene Aktien unter Ausschluss des
Bezugsrechts der Aktionäre zur Erfüllung von Bezugs- und Umtauschrechten zu verwenden,
die aufgrund der Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder der Erfüllung von
Wandlungspflichten entstehen, die im Rahmen der Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen,
Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente)
der Gesellschaft oder ihrer Konzerngesellschaften gewährt bzw. auferlegt wurden.
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, erworbene eigene Aktien, mit Zustimmung des
Aufsichtsrats, unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre an Mitarbeiter der
Gesellschaft oder von nachgeordneten verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff.
AktG auszugeben.
Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder, Martin Hipp und Volker Renz, sehen in
der seit Februar 2010 geltenden Fassung für den Fall eines Kontrollwechsels (Erwerb
von Aktien durch einen Aktionär im Umfang von mindestens 25 % des Grundkapitals der
Gesellschaft) vor, dass das Vorstandsmitglied berechtigt ist, innerhalb von sechs
Monaten nach der Wirksamkeit des Kontrollwechsels das Vorstandsmandat unter Einhaltung
einer sechsmonatigen Frist zum Monatsletzten niederzulegen und aus dem Dienstverhältnis
auszuscheiden. Als Abfindung sind dem Vorstandsmitglied die Bezüge zu erstatten, die
es erhalten würde, wenn es seinen Dienstvertrag bis zum vereinbarten Ende erfüllt
hätte, aber mindestens ein Jahresgehalt.
Es ist beabsichtigt, diese Regelungen in Kürze durch neue Regelungen zu ersetzen.
Im Übrigen bestehen keine Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung
eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen.
Es bestehen - abgesehen von den im vorstehenden Abschnitt genannten Vereinbarungen
mit den Vorstandsmitgliedern Hipp und Renz - keine Vereinbarungen der Gesellschaft
mit Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern, die für den Fall eines Übernahmeangebots
Entschädigungen vorsehen.
DR. FLORIAN SCHWARZ, ENTWICKLER, MANZ COATING KARLSTEIN
Nachhaltigkeit bedeutet für Manz, im Sinne zukünftiger Generationen verantwortungsvoll
zu agieren - wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Unternehmerische Verantwortung
ist nach Ansicht der Gesellschaft die zentrale Voraussetzung für langfristigen wirtschaftlichen
Erfolg. Gerade als hochinnovatives Technologieunternehmen, das bereits heute einen
wesentlichen Beitrag zur Nutzung von erneuerbaren Energien und deren Wirtschaftlichkeit
leistet, verfügt die Gesellschaft über herausragende Möglichkeiten, um ihre eigene,
aber auch die Zukunft ihrer Kunden entscheidend mitzugestalten.
Wirtschaftlicher Erfolg und verantwortungsvolles Handeln sind kein Widerspruch. Aus
diesem Grund hat die Gesellschaft ihr Produktportfolio konsequent auf Zielbranchen
ausgerichtet, die einen signifikanten Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung
mit exzellenten wirtschaftlichen Wachstumspotenzialen vereinen. Ökonomie steht demnach
nicht im Widerspruch zu Umweltschutz und sozialem Engagement. Im Gegenteil: Alle drei
Aspekte sind ein integraler Bestandteil von Nachhaltigkeit, die sich wechselseitig
bedingen.
Beispielhaft für solche Synergien ist die Kooperation von Manz mit der Amity University
in Indien. Im Rahmen dieser Partnerschaft fördert Manz den akademischen Abschluss
"Solar Engineer" - ein in dieser Form einzigartiger Studiengang auf dem indischen
Subkontinent. Insgesamt profitieren 15 Studenten von dem hohen Praxisbezug und dem
breiten Angebot an Praktikamöglichkeiten. Indien bietet aufgrund verschiedener Bedingungen
(z. B. klimatische Voraussetzungen, Notwendigkeit einer dezentralisierten Energieversorgung)
hervorragende Zukunftsperspektiven für die Photovoltaikindustrie und könnte bereits
zeitnah zu einem Kernmarkt für Solarprodukte heranreifen. Für die Gesellschaft ist
es daher von besonderem Interesse, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen.
Mit Hochschulpartnerschaften weckt Manz Begeisterung und Interesse bei den potenziellen
Nachwuchsingenieuren und verfügt damit über eine sehr gute Ausgangsbasis, den perspektivischen
Bedarf an Fachkräften und Spezialisten durch eigene Talente abdecken zu können.
Zudem bietet die Gesellschaft ein reiches Repertoire an Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen,
die in der Manz Academy zusammengefasst sind. Dieses Angebot richtet sich sowohl an
Mitarbeiter als auch an Kunden der Manz Automation. Im abgelaufenen Geschäftsjahr
wurden rund 670 Seminartermine angeboten und von über 600 Mitarbeitern und Kunden
besucht. Intensive Schulungsmaßnahmen garantieren eine signifikante Stärkung des Know-hows
der Belegschaft, was eine gute Basis für das Erreichen der Unternehmensziele bildet,
aber auch die persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter gewährleistet.
Neben Angeboten zur Optimierung interner Prozesse und der Selbstorganisation gibt
es Seminare zum Erwerb von Zusatzqualifikationen. Das fachspezifische Weiterbildungsangebot
beinhaltet Manz-Technologie-Schulungen für konzernspezifische Basistechnologien (z.
B. Steuerungs- und Antriebstechnik) sowie produktspezifische Vertiefungsschulungen
innerhalb der jeweiligen Geschäftsbereiche. Dabei werden nicht nur Inhouse-Workshops
durchgeführt, sondern auch externe Kurse, wie beispielsweise an der Laserakademie
sowie am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), koordiniert.
Gleichzeitig wurden einzelne Mitarbeiter zu Manz Academy Coaches (MACs) ausgebildet,
um zukünftig ein noch umfangreicheres Bildungsprogramm auf einem qualitativ hohen
Niveau anbieten zu können.
In der Manz Academy werden beispielsweise folgende Schulungsinhalte angeboten:
| ― |
Programmierung |
| ― |
Kalibrierung |
| ― |
Montage |
| ― |
Manz Interface Board |
| ― |
Systemkomponenten |
| ― |
Messtechnik/Prozesse |
Als Hightech-Maschinenbauer mit einem klaren Branchenfokus auf "Green Technologies"
leistet die Gesellschaft bereits heute einen signifikanten Beitrag für eine nachhaltige
und umweltschonende Energieversorgung. Der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen der
Erde ist für die Manz Automation keine abstrakte Begrifflichkeit, sondern ein wesentlicher
Bestandteil des Geschäftsmodells. Entsprechend dieser strategischen Ausrichtung ist
es für den Konzern selbstverständlich, photovoltaisch erzeugten Strom für die eigene
Nutzung zu produzieren.
So sind auf den Dächern und Fassaden der Montagehalle in Reutlingen Solarmodule angebracht,
die zur Stromerzeugung dienen. Mit insgesamt zwei großen Anlagen werden über 340.000
KWh Strom pro Jahr erzeugt. Die erste Anlage mit 100 KW wurde im Jahr 2004 in Betrieb
genommen, die Zweite mit 237 KW folgte im Dezember 2009. Eigentümer dieser Solaranlagen
ist dabei allerdings nicht die Manz Automation, sondern die Mitarbeiter der Gesellschaft.
Diese haben sich zusammengeschlossen und die Finanzierung der Anlage ermöglicht, um
damit ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen sowie ihre Überzeugung zur Wirksamkeit
der Photovoltaik zu demonstrieren. Im Ergebnis profitieren die Mitarbeiter von der
Einspeisung in das Stromnetz und der daraus resultierenden Vergütung. Ergänzt wird
das Energiekonzept von zwei kleineren Fassadenanlagen mit 8 KW bzw. 16 KW im Besitz
des Unternehmens, die die architektonisch anspruchsvolle Integration von Solarmodulen
in Fassaden demonstrieren. Insgesamt werden somit jährlich rund 340.000 KWh Ökostrom
produziert und ein Teil des Energieverbrauchs der Manz Automation gedeckt.
Die Manz Automation ist davon überzeugt, dass ein Unternehmen soziale Verantwortung
gegenüber der Gesellschaft trägt. Daher ist es sowohl für den Konzern als auch für
dessen Mitarbeiter eine Selbstverständlichkeit, sich im sozialen Bereich zu engagieren.
So absolvierten im Berichtsjahr 38 junge Menschen eine qualifizierte Berufsausbildung
an den deutschen Standorten der Manz Automation. Neben der Unterstützung von lokalen
Vereinen, der Universität Tübingen und öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde Kirchentellinsfurt
spendet Manz zudem regelmäßig Geld für soziale Zwecke.
Parallel dazu konnte auch im Jahr 2010 das Projekt "Metallwerkstatt" in Äthiopien
in enger Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Jugendwerk und dem YMCA Äthiopien erfolgreich
fortgesetzt werden. Dieses Engagement besteht nun mittlerweile seit 2008 und steht
unter dem Motto "Zukunft schenken". Ziel ist es, in einem der ärmsten Länder der Welt,
Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Dabei wurde im Rahmen des zweiten Kurses 15 engagierten
und motivierten Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren aus benachteiligten ethnischen
Gruppen eine Grundausbildung zum "General Metal Worker" ermöglicht, den 14 mit einer
erfolgreichen Abschlussprüfung beendeten. Zu diesem Zweck hat die Manz Automation
eine eigene Lehrwerkstatt für Metallverarbeitung in Addis Abeba, Äthiopien, gegründet.
2010 hat bereits die zweite Klasse erfolgreich ihren Abschluss gemacht und verfügt
nun über die notwendigen Voraussetzungen, um sich ins Arbeitsleben zu integrieren.
Bereits heute gilt die Metallwerkstatt von Manz als Modellprojekt für ganz Äthiopien.
Um in Zukunft noch besser zu werden, soll die Ausbildung in einem nächsten Schritt
auf zehn bis zwölf Monate verlängert werden. Neben einer Verbesserung der Räumlichkeiten
ist unter anderem der Aufbau einer kleineren Produktion vorgesehen, um die finanzielle
Abhängigkeit von Spendengeldern zu reduzieren.
Ein weiterer Bestandteil des sozialen Engagements der Manz Automation ist das Kindertagesstättenprogramm.
Mit einem besonderen Angebot für berufstätige Eltern kommt die Gesellschaft der Verantwortung
ihren Mitarbeitern gegenüber nach. Damit der freien Ideenentfaltung der Angestellten
des Unternehmens keine Sorgen über den Nachwuchs entgegenstehen, hat Manz das Kindertagesstättenprogramm
ins Leben gerufen. In zwei verschiedenen Einrichtungen können Kinder im Alter zwischen
ein und drei Jahren zur Betreuung während der Arbeitszeit in gut ausgebildete und
fürsorgliche Hände gegeben werden. Die Gesellschaft beteiligt sich dabei auch monetär
an der Unterstützung junger Familien.
Nach Ende des Berichtszeitraums sind keine Ereignisse eingetreten, die substanzielle
Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- oder Finanzlage gehabt hätten.
Die Manz Automation AG ist ein weltweit tätiges Technologieunternehmen und damit einer
Vielzahl unterschiedlichster Risiken ausgesetzt. Risiken können dabei sowohl aus eigenem
unternehmerischem Handeln als auch durch externe Faktoren entstehen. Die Manz Automation
AG versteht daher einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Risiken als eine Grundvoraussetzung
für nachhaltigen Geschäftserfolg. Das Risikomanagement ist aus diesem Grund direkt
in die Unternehmensführung eingebettet und darauf ausgerichtet, den Fortbestand des
Unternehmens zu sichern. Ingesamt gibt es derzeit keine Risiken, die den Bestand des
Unternehmens gefährden könnten.
Das Risikomanagement der Manz Automation AG hat das Ziel, potenzielle Risiken frühzeitig
zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen drohenden Schaden abzuwenden. Durch die
Anwendung eines in die Unternehmensführung integrierten Risikomanagements ist die
Manz Automation AG in der Lage, mögliche Gefahren konzernweit rechtzeitig zu identifizieren,
zu bewerten und mit entsprechenden Maßnahmen zu begegnen. Im Zuge des unternehmerischen
Handelns, also einem Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken, geht die Manz Automation
AG jedoch bewusst Risiken ein, die in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten
Nutzen aus der entsprechenden Geschäftstätigkeit stehen. Risiken lassen sich somit
nicht grundsätzlich vermeiden, werden aber soweit möglich minimiert bzw. transferiert.
Das Risikomanagement wird zentral vom Risikomanagementbeauftragten aus der Konzernkonsolidierung
gesteuert, regelmäßig auf seine Wirksamkeit und Angemessenheit hin überprüft und in
seiner Gesamtheit vom Finanzvorstand verantwortet. Die Verantwortung für die Risikoüberwachung
ist hingegen dezentral organisiert und obliegt in Abhängigkeit von Risikokategorie
und -tragweite den Bereichsleitern, Geschäftsführern bis hin zu den Vorständen der
Manz Automation AG. Durch regelmäßige Abfragen in mündlicher und schriftlicher Form
werden potenzielle Risiken in allen Geschäftsbereichen erfasst und gleichzeitig die
Möglichkeit geschaffen, negativen Entwicklungen durch frühzeitige Gegenmaßnahmen entgegenzuwirken.
Ein Gesamtbericht wird dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in einem jährlichen Turnus
für eine umfassende Beurteilung zur Verfügung gestellt.
Die regelmäßige Analyse und Bewertung der Risiken erfolgt anhand eines Risikomanagementsystems
bestehend aus einem definierten Kreis von Risikoverantwortlichen, festgelegten Risikokategorien
und einer Risikoklassifizierung, welche das Gefahrenpotenzial und die Dringlichkeit
des Handlungsbedarfs widerspiegelt. Die Identifikation und Handhabung von Risiken
ist in den Unternehmensgrundsätzen verankert und als Aufgabe aller Mitarbeiter der
Manz Automation AG definiert. Durch den Einbezug der gesamten Belegschaft werden Risiken
schnell erkannt und an den jeweiligen Risikoverantwortlichen kommuniziert, der in
Einklang mit den konzernweit definierten Handlungsgrundsätzen geeignete Maßnahmen
ergreifen muss. Die Risiken werden für eine möglichst ganzheitliche Erfassung nach
Themenfeldern gruppiert. Unterschieden werden grundsätzlich folgende Risikokategorien:
| ― |
Management & Unternehmensumfeld |
| ― |
Gebäude & Infrastruktur |
| ― |
Produkt & Markt |
| ― |
Vertrieb |
| ― |
Entwicklung und Konstruktion |
| ― |
Produktion & Montage |
| ― |
Informationstechnologie |
| ― |
Projektmanagement |
| ― |
Beschaffung |
| ― |
Personalwesen |
| ― |
Finanzwesen |
Ergänzend zu diesem Risikomanagementsystem finden im Rahmen eines halbjährlichen Planungsprozesses
weitere Aktivitäten zur Risikoidentifikation und -minderung statt. Mit Hilfe einer
kontinuierlichen Technologie- und Marktbeobachtung werden unterschiedliche Szenarien
entwickelt, die in Abhängigkeit der technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung
zum Tragen kommen. Das Ziel der Ausarbeitung und Nutzung dieser unterschiedlichen
Planungsszenarien ist letztlich den Wert des Unternehmens kontinuierlich und nachhaltig
zu steigern, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen und die Existenz
des Unternehmens langfristig zu sichern.
Die Wirksamkeit und Angemessenheit unseres Risikomanagementsystems wurden vom Wirtschaftsprüfer
beurteilt. Er stellte fest, dass alle notwendigen Maßnahmen zur Einrichtung eines
Frühwarnsystems ergriffen wurden und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen,
die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig zu erkennen. Somit entspricht
die Manz Automation AG den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz
im Unternehmensbereich (KonTraG).
Das Ziel des Risikomanagementsystems der Manz Automation AG im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Konzernabschlusses
entgegenstehen könnten. Das Risikomanagement beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen
Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer
Betätigung.
Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind bei Manz folgende Strukturen und
Prozesse implementiert:
Der Finanzvorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem
im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Über eine fest definierte Führungs- und
Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften
eingebunden. Die Einzelabschlüsse der Manz AG und der Tochtergesellschaften werden
nach dem jeweiligen Landesrecht erstellt und in einen Abschluss gemäß IFRS übergeleitet.
Die einheitliche Bilanzierung und Bewertung auf Grundlage der für das Mutterunternehmen
geltenden Vorschriften wird durch die Konzernbilanzierungsrichtlinien gewährleistet
und in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst.
Darüber hinaus werden den Konzerngesellschaften zu erstellende Berichtspakete vorgegeben.
Für den Konsolidierungsprozess wird seit dem Geschäftsjahr 2010 das SAP-Tool BCS eingesetzt.
Zur Überprüfung der Datenkonsistenz werden hier automatische Plausibilitätskontrollen
bereits bei der Datenerfassung vorgenommen. Die Konsolidierungsmaßnahmen sowie die
Überwachung der Einhaltung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben erfolgt durch
Mitarbeiter der Konsolidierungsabteilung auf Konzernebene.
Weitere Kontrollaktivitäten auf Konzernebene umfassen die Analyse und ggf. die Korrektur
der durch die Tochtergesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der
von den Abschlussprüfern vorgelegten Berichten.
Weitere wesentliche Elemente der Risikokontrolle im Rechnungslegungsprozess sind die
Funktionstrennung zwischen Eingabe, Prüfung und Freigabe sowie eine klare Zuordnung
von Verantwortlichkeiten in den betroffenen Bereichen. Die Verwendung von SAP als
IT-Finanzsystem leistet einen weiteren wichtigen Beitrag für die konsequente Fehlervermeidung.
Des Weiteren wird auf allen Prozessebenen das Vier-Augen-Prinzip angewandt. Bei speziellen
fachlichen und komplexen Fragestellungen werden außerdem externe Sachverständige mit
einbezogen. Neben der unternehmensinternen Kontrolle der rechnungslegungsrelevanten
Prozesse und Strukturen nimmt schließlich auch der Abschlussprüfer eine Beurteilung
im Rahmen seiner Prüfungstätigkeit vor.
Weitere Kontrollaktivitäten umfassen die Analyse und Plausibilitätskontrollen von
Geschäftsvorfällen sowie die kontinuierliche Überwachung der Projektkalkulationen.
Durch die dargestellten Strukturen, Prozesse und Merkmale des internen Kontroll- und
Risikomanagementsystems wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung der Manz Automation
AG einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften, den Grundsätzen
ordnungsmäßiger Buchführung, internationalen Rechnungslegungsstandards und konzerninternen
Richtlinien erfolgt.
Der Vorstand erachtet die eingerichteten Systeme, die regelmäßig hinsichtlich ihrer
Optimierungs- und Weiterentwicklungsfähigkeit überprüft werden, als angemessen und
funktionsfähig. Identifizierte Verbesserungspotenziale setzt der Vorstand in Zusammenarbeit
mit den Mitarbeitern der Manz Automation AG um.
Wie die massiven konjunkturellen Verwerfungen infolge der internationalen Wirtschafts-
und Finanzkrise gezeigt haben, kann die gesamt- und finanzwirtschaftliche Entwicklung
in den zentralen Absatzmärkten der Manz Automation mit negativen Effekten auf die
Geschäftsentwicklung verbunden sein. So könnten Investitionen in die Solartechnologie
aufgrund von Finanzierungsengpässen verschoben und damit weniger Solarmodule verkauft
werden. Zudem könnte sich in diesem Fall die Refinanzierung börsennotierter Unternehmen
über den Kapitalmarkt deutlich schwieriger gestalten. Für Solarunternehmen besteht
das Risiko, dass notwendiges Kapital für Investitionen in neue Anlagen nicht zur Verfügung
steht. Dies würde die Entwicklung des Solarmarktes spürbar bremsen. In einem solchen
Szenario wäre die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage, ihre Wachstumsziele
wie geplant zu realisieren. Durch einen stetigen Ausbau globaler Produktions- und
Vertriebskapazitäten, die Bereithaltung eines Liquiditätspolsters für Nachfrageeinbrüche
sowie einen klaren Fokus auf Wachstumsmärkte wie China und Indien, werden diese Risiken
durch die Gesellschaft diversifiziert.
Obwohl sich die Zukunftsaussichten und die Finanzierungsbedingungen für Systemlösungen
vor allem im Photovoltaiksektor gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert haben, besteht
doch die Gefahr fort, dass sich der Wettbewerb für Automatisierungs- und Qualitätssicherungslösungen
weiter intensiviert. Der fortschreitende Modulpreisverfall und der erhöhte Margendruck
der Solarhersteller sind für bestehende und potenzielle Wettbewerber mit dem Anreiz
verbunden, Marktanteile vor allem durch eine aggressive Preispolitik zu gewinnen.
Ein weiteres Risiko besteht durch die Herstellung von Plagiaten im asiatischen Raum.
Dies könnte einen direkten Einfluss auf die Umsatz- und vor allem die Ertragssituation
der Manz Automation und auch auf die Marktanteile der Gesellschaft entfalten. Um diesen
Risiken wirksam entgegenzutreten, verfolgt die Manz Automation den Anspruch, die derzeit
technologisch führende Marktstellung durch eine weitere Ausweitung der Forschungs-
und Entwicklungsaktivitäten zu behaupten und weiter auszubauen.
Durch den Konsolidierungsprozess der Solarbranche könnten wichtige Kunden wegfallen.
Ferner besteht das Risiko, dass der fortschreitende Subventionsabbau auf zentralen
Absatzmärkten wie Deutschland den Kostendruck der Hersteller von Solarmodulen weiter
verstärkt. Damit verbundene Margenbelastungen könnten negative Auswirkungen auf die
Ertragssituation der Manz Automation haben. Weiterhin würden sich eine mögliche Verschiebung
von Ersatzinvestitionen sowie eine längere Konsolidierungsphase negativ auf die Ertragslage
der Gesellschaft auswirken. Zur Minimierung dieser Risiken und als Reaktion auf die
Anforderungen des Markts hat die Gesellschaft den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt
auf Lösungen gelegt, die für die Hersteller mit einer verbesserten Effizienz und damit
geringeren Produktionskosten einhergehen.
Als Technologieführer sind Forschung und Entwicklung und ein innovatives Produktportfolio
für die Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Grund dafür ist ein kontinuierlich
stattfindender technologischer Wandel, vor allem in den beiden Branchen Photovoltaik
und FPD. In diesem Prozess ist nicht gesichert, dass die Gesellschaft stets die Technologien
anbieten kann, die vom Markt langfristig gefordert werden. Zudem besteht das Risiko,
dass Neuentwicklungen mit höheren Kosten verbunden sind als ursprünglich budgetiert,
so dass durch einzelne Entwicklungsprojekte Verluste entstehen können. Auch ist der
spätere Markterfolg für die Einführung neuer Produkte nicht garantiert, wodurch weitere
Risiken für die Umsatz- und Ertragslage resultieren können. Ferner besteht aufgrund
der hohen technologischen Dynamik in unseren Zielsektoren die Gefahr, dass Maschinen
und Systeme entwickelt werden, für die am Markt nur geringe Nachfrage besteht. Um
diese Risiken zu kontrollieren, pflegt die Manz Automation einen engen Kontakt zu
ihren Kunden, und kann so neue Trends frühzeitig erkennen. Zudem prüft die Gesellschaft
im Vorfeld sorgfältig die möglichen Marktpotenziale, um die Renditen von Entwicklungsprojekten
abschätzen und damit die Ressourcen optimal einsetzen zu können.
Mit dem Erwerb der Nutzungsrechte an der CIGS-Produktionstechnologie von Würth Solar
GmbH & Co. KG im Sommer 2010 wurde das Geschäftsmodell der Gesellschaft signifikant
erweitert. Als Gegenleistung für die Know-how-Lizenzierung sowie die intensive personelle
Unterstützung durch den Kooperationspartner hat sich die Gesellschaft zu einer Zahlung
von 50 Mio. EUR verpflichtet, die in mehreren Raten bis zur Abnahme der ersten CIGSfab
fällig wird. Davon wurden bereits mit Abschluss der Kooperation ein Betrag von 30
Mio. EUR beglichen. Zudem hat sich die Gesellschaft zur Zahlung von laufenden Lizenzentgelten
im Zusammenhang mit einem realisierten Verkauf verpflichtet. Obwohl sich die Manz
Automation derzeit in unterschiedlichen Verhandlungen mit potenziellen Pilotkunden
befindet, konnte bislang noch kein Neuauftrag für die Auslieferung einer ersten schlüsselfertigen,
vollintegrierten Produktionslinie gewonnen werden. Daher kann das Risiko nicht völlig
ausgeschlossen werden, dass für die CIGSfab keine ausreichende Nachfrage am Markt
besteht bzw. eine Finanzierungslösung für diese Technologie durch die Kunden nicht
möglich ist. Die Konsequenz wäre ein Verlust der im Rahmen des exklusiven Know-how
Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag mit der Würth Solar GmbH & Co. KG getätigten
Investitionszahlungen. Zudem wäre das zukünftige Umsatz- und Ergebnispotenzial der
Gesellschaft signifikant reduziert.
Zur Fortführung des Wachstumskurses ist es für die Gesellschaft von vitalem Interesse,
die für den laufenden Geschäftsbetrieb notwendigen Zahlungen sowie strategisch sinnvolle
Erweiterungs- und Erhaltungsinvestitionen in ausreichender Form gewährleisten zu können.
Der dafür notwendige Zufluss an liquiden Mitteln könnte durch eine Verschlechterung
des operativen Geschäfts bzw. durch externe Faktoren wie beispielsweise eine restriktivere
Kreditvergabepolitik durch Banken beeinträchtigt werden. Aufgrund der hohen Eigenkapitalausstattung
und Ertragskraft der Gesellschaft sind jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine Liquiditätsrisiken
zu erkennen.
Die Währungsrisiken der Manz Automation ergeben sich aus operativen Tätigkeiten. Soweit
sie die Cashflows der Gesellschaft beeinflussen, werden Risiken aus Fremdwährungen
gesichert. Im Geschäftsjahr 2010 war die Manz Automation Fremdwährungen ausgesetzt
im Zusammenhang mit bereits fixierten und geplanten Transaktionen in Fremdwährung.
Diese betrafen ausschließlich Transaktionen in US-Dollar im Zusammenhang mit dem Verkauf
von Produkten. Die Risiken hieraus wurden mit Hilfe von derivativen Finanzinstrumenten
(im Wesentlichen Devisentermingeschäfte und in geringerem Umfang Devisenoptions- und
Devisenswapgeschäfte) abgesichert. Für die geplanten Transaktionen lagen die Voraussetzungen
für ein Hedge-Accounting (Cashflow Hedge) vor. Das Risiko besteht allerdings, dass
sich die Liefertermine verschieben, wodurch Verluste bzw. Gewinne aus der Verlängerung
der derivativen Finanzinstrumente entstehen können. Zum Bilanzstichtag bestehen keine
wesentlichen offenen Fremdwährungspositionen und auch keine geplanten Fremdwährungsgeschäfte.
Das Zinsänderungsrisiko bei variablen Darlehen wird durch Zinssicherungsgeschäfte
begrenzt.
Obgleich sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Vorjahresvergleich deutlich verbessert
hat und die Zahl der Unternehmensinsolvenzen rückläufig ist, ist die Gesellschaft
auch zukünftig mit dem Risiko von Forderungsausfällen konfrontiert, die sich negativ
auf die Umsatz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken könnten. Darüber hinaus
geht mit der Insolvenz eines Kunden auch der Verlust von möglichen Folgeaufträgen
einher. Möglichen Kreditrisiken begegnen wir mit intensiven Bonitätsprüfungen vor
Vertragsschluss, dem Abschluss von Kreditversicherungen sowie einem konsequenten Forderungsmanagement.
Für einen Hightech-Maschinenbauer sind qualifizierte und motivierte Führungskräfte
und Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Das Abwandern
von Führungskräften oder Mitarbeitern in Schlüsselpositionen könnte sich negativ auf
die geschäftliche Entwicklung der Gesellschaft auswirken und dadurch die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage beeinträchtigen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass neue
geeignete Fach- und Führungskräfte oder zusätzliche Mitarbeiter nicht in ausreichender
Anzahl gewonnen werden können. Jedoch steht die Manz Automation als börsennotiertes
Unternehmen nun stärker im Blickfeld von potenziellen Arbeitnehmern und kann zugleich
die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Zudem bestehen mit der Börsennotierung
mittelfristig auch Möglichkeiten, die Mitarbeiter durch die Ausgabe von Aktien und
eine entsprechende Erfolgsbeteiligung enger an das Unternehmen zu binden.
Risiken können bei der Manz Automation auch durch Vertragsstrafen, sogenannte Pönale,
resultieren. So wird bei Auftragsvergabe ein festes Lieferdatum vereinbart, das beide
Parteien als verbindlich erachten. Sollte Manz, z. B. aufgrund von Lieferengpässen
oder knappen Ressourcen, nicht in der Lage sein, die vereinbarte Menge fristgerecht
auszuliefern, so kann dies die Projekterträge mindern. Dies hätte eine direkte Auswirkung
auf die Ertragslage des Konzerns. Zur Steuerung des Risikos werden jedoch frühzeitig
vorhandene Ressourcen überwacht und gegebenenfalls an das jeweilige Auftragsvolumen
angepasst. Damit ist die Gesellschaft in der Lage, das Ertragsrisiko auf ein Minimum
zu begrenzen.
Langfristige Verträge mit Lieferanten und Subunternehmen führen zur Verpflichtung,
bereits bestellte Komponenten auch in einer schwierigen Marktlage abzunehmen. Dies
kann zu einem Anstieg der Vorräte der Gesellschaft und damit zu einer erhöhten Kapitalbindung
führen. Im Ergebnis kann sich dies auf die Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätslage der
Gesellschaft auswirken.
Die Photovoltaikbranche hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Auch
wenn das vergangene Geschäftsjahr von einem verstärkten Preisdruck gekennzeichnet
war, der vor allem in sinkenden Preisen für Solarmodule resultierte, bietet der Sektor
auch in der Zukunft ausgezeichnete Wachstumsperspektiven, zumal sich die Bedingungen
für Projektfinanzierungen deutlich verbessert haben. Zudem scheint die Wettbewerbsfähigkeit
des Solarstroms (Grid Parity) in greifbare Nähe zu rücken. Trotz der Reduzierung der
Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird Deutschland seine
Stellung als Europas größter Nachfragemarkt für Solarmodule und -zellen vorerst behalten.
Die größten Zuwächse erwarten Experten hingegen in den USA, die mittelfristig zum
zweitgrößten Markt werden könnten. Darüber hinaus rücken nun andere Regionen außerhalb
Europas wie Indien oder China mit umfangreichen Förderprogrammen und der Mittlere
Osten und Afrika (MENA-Region) stärker ins Blickfeld. Infolgedessen gehen Marktexperten
von einem enormen Nachfrageanstieg nach Photovoltaikanlagen aus.
2010 betrug die Zuwachsrate der Photovoltaikindustrie aufgrund von Kostensenkungen
und Effizienzsteigerungen 87 %. Da mittlerweile in vielen Kernmärkten ein hohes Ausgangsniveau
erreicht wurde, wird das Wachstum auf mittelfristige Sicht etwas an Dynamik verlieren.
Marktforscher der Bank Sarasin prognostizieren in ihrer neuen Nachhaltigkeitsstudie
bis 2015 ein durchschnittliches Wachstum von 33 % an Solarstromleistung, was immer
noch ein sehr attraktives Niveau abbildet. Diesen ambitionierten Prognosen liegt auch
die Annahme zugrunde, dass sich die Maschinenbauer weiterhin stark für einen rasanten
technologischen Fortschritt einsetzen und Produktionskosten senken sowie die Wirkungsgrade
der Solarzellen und -module weiter steigern.
Besondere Synergieeffekte zwischen den Geschäftsbereichen Solar und FPD tragen in
verstärktem Maße zum Wachstum der Gesellschaft und gleichzeitig zur Steigerung der
Profitabilität bei. Diese Synergien resultieren insbesondere aus den technologisch
vergleichbaren Anforderungen bei der Automatisierung von Produktionsanlagen für Flachbildschirme
(LCD- oder Plasmatechnologie) sowie für Produktionslinien für Dünnschicht-Solarmodule.
Dies betrifft vor allem das Handling großflächiger Glassubstrate, in der die Manz
Automation seit Jahren hohe Kompetenzen aufgebaut hat und damit im Wachstumsmarkt
Dünnschicht-Technologie über klare Wettbewerbsvorteile verfügt. Dadurch ist es möglich,
Technologien, die bereits vollständig entwickelt wurden, in neuen Wachstumsbranchen
(Dünnschicht-Solarmodule) einzusetzen. So beträgt die Taktung von LCD-Maschinen im
bereits etablierten Einsatzgebiet nur 35 Sekunden, die Automation von Dünnschicht-Solarmodulen
hingegen rund 3 Minuten. Dies ist ein Beispiel für die noch realisierbaren Synergieeffekte.
Durch die Übernahme der Intech Machines Co. Ltd. erhielt die Manz Automation Zugriff
auf die Technologie für die nasschemische Reinigung von Glassubstraten. Diese Technologie
stellt sowohl bei der Herstellung von LCD-Displays als auch von Dünnsicht-Solarmodulen
einen wichtigen Produktionsschritt dar.
Dadurch kann die Gesellschaft ihre Wettbewerbsposition in beiden Geschäftsbereichen
festigen und zusätzliches Umsatz- und Ertragspotenzial erschließen.
Mit der Eröffnung des Entwicklungszentrums für Vakuumbeschichtungstechnologie in Karlstein
am Main hat die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr den Anteil von in der Manz-Gruppe
entwickelten und produzierten Technologien sowohl für kristalline Solarzellen wie
auch für Dünnschicht-Solarmodule auf 90 % gesteigert. Durch diesen sehr hohen internen
Anteil an eigenen Maschinen wird bereits heute eine weitgehende Integration von Einzelmaschinen
und Prozessen gewährleistet. Neben einer signifikanten Kostenreduktion der Produktionslinien
wird der Gesellschaft durch Steigerungspotenziale hinsichtlich der Wirkungsgrade ein
weiterer Wettbewerbsvorteil zuteil. Um die Wertschöpfungstiefe weiter zu optimieren,
arbeitet die Gesellschaft an verschiedenen F&E-Projekten, um auch in der Zukunft Maschinen
für weitere, erforderliche Produktionsschritte anbieten zu können. Aber auch die Geschwindigkeit
der Maschinen, deren Sicherheit sowie geringe Bruchraten sind wichtige Attribute,
die in der Weiterentwicklung der Anlagen Berücksichtigung finden. Künftig steht vor
allem die Erhöhung des Wirkungsgrades von Solarzellen im Mittelpunkt der Forschung.
Durch den Ausbau der Wertschöpfungstiefe wird die Gesellschaft ihre Marktposition
weiter verbessern können und auch die Position in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern
stärken. Mit Übernahme der Nutzungsrechte an der CIGS-Technologie von Würth Solar
im Sommer 2010 verfügt die Gesellschaft zudem über eine sehr gute Ausgangsbasis, um
sich auch im Dünnschicht-Segment als Systemanbieter weiter zu etablieren und die gegenwärtige
Marktposition signifikant zu stärken. Beides kann sich positiv auf die Umsatz- und
Ertragslage der Gesellschaft auswirken.
Gerade der Solarsektor eröffnet mittelfristig die Expansion in weitere Wachstumsmärkte.
Neben den asiatischen Märkten betrifft dies besonders die USA, die sowohl über günstige
klimatische Bedingungen, die weltweit höchste Energienachfrage sowie ein riesiges
Angebot an verfügbaren Flächen für Photovoltaikanlagen verfügt. Zudem trifft Solarstrom
in den Vereinigten Staaten auf zunehmendes politisches Wohlwollen. So hat sich die
US-Regierung das Ziel gesteckt, den Anteil an erneuerbaren Energien langfristig von
9 % auf 25 % zu erhöhen. Im Zuge dessen sollen 150 Mrd. USD in den kommenden zehn
Jahren für neue Energietechnologien eingesetzt werden, um die Energieeffizienz zu
steigern. Auch dem Mittleren Osten wird zukünftig eine größere strategische Bedeutung
zuteil. Im Angesicht zur Neige gehender fossiler Brennstoffe, scheint eine Neukonzeption
der energiepolitischen Agenda unausweichlich. Die erfolgreiche Erschließung dieser
Märkte kann sich daher positiv auf die Umsatz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken.
Des Weiteren können der Gesellschaft zusätzliche Wettbewerbsvorteile aus gezielten
Übernahmen erwachsen. Dies ermöglicht den Zugriff auf neue Technologien, Know-how
sowie qualifiziertes Personal (und damit auf sowohl knappe als auch im Wettbewerb
ausschlaggebende Faktoren). Ferner plant die Gesellschaft, durch attraktive Zukäufe
neue Kunden- und Produktgruppen zu erschließen und die Produktpalette weiter zu diversifizieren.
Das Unternehmen wird somit auf eine breitere Basis gestellt, mit stabilisierenden
Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragslage.
Mit der Ausweitung des Produktportfolios auf den Bereich E-Mobility haben sich der
Gesellschaft weitere Wachstumspotenziale eröffnet. Im Detail handelt es sich hierbei
um Maschinen für die industrielle Fertigung von Li-Ion-Batterien, die mehrheitlich
in Elektro- und Hybridfahrzeugen Verwendung finden. Diesem Bereich werden wegen steigender
Energiepreise aufgrund knapper werdender fossiler Energieträger und politisch geforderter
Klimaziele sehr hohe Wachstumsraten prognostiziert. Zu den potenziellen Kunden sind
vor allem große Automobilzulieferer zu zählen, die bereits mit der Kleinserienfertigung
dieser neuen, leistungsstarken Antriebstechnik begonnen haben. Im Rahmen des "Nationalen
Entwicklungsplans Elektromobilität" ist es das Ziel der Bundesregierung, dass bis
spätestens 2020 mindestens eine Million am Stromnetz aufladbare Elektrofahrzeuge und
Plugin-Hybrid-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren. Die Manz Automation hat sich
in diesem Markt bereits eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet und wird von
der weiter erstarkenden Nachfrage in besonderem Maße profitieren.
In unserem Prognosebericht gehen wir, soweit möglich, auf die erwartete künftige Entwicklung
der Manz Automation AG und des Umfelds des Unternehmens in den nächsten zwei Geschäftsjahren
ein.
Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2010 hat sich unsere Auftragslage deutlich verbessert.
So gelang es alleine im Dezember 2010, Neuaufträge im Volumen von mehr als 50 Mio.
EUR zu akquirieren, die im laufenden Geschäftsjahr umsatz- und ertragswirksam werden.
Diese positive Entwicklung konnten wir auf der "5th SNEC PV Power Expo" in Shanghai
erfolgreich fortsetzen und auf einer der weltweit wichtigsten Fachmessen für die Photovoltaikindustrie
weitere Aufträge und Absichtserklärungen im Volumen von insgesamt rund 25 Mio. EUR
gewinnen. Wir profitieren dabei insbesondere von unseren neuen Produkten, die vom
Markt sehr gut angenommen werden. Mit einem derzeitigen Auftragsbestand von 140,7
Mio. EUR (per Ende Februar 2011) haben wir allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft
zu blicken, denn unsere bestehenden Kapazitäten sind damit bereits für das erste Halbjahr
2011 gut ausgelastet.
Dabei profitieren wir über alle Geschäftsbereiche hinweg von einem sehr positiven
konjunkturellen Umfeld. Zudem entfalten unsere Zielbranchen aufgrund herausragender
Entwicklungspotenziale eine besonders hohe Attraktivität. Dennoch bleibt die Preissituation
auf dem Markt weiter angespannt. Mit dem Preisverfall für Solarzellen und -module
sind die Steigerung von Wirkungsgraden, Produktivität und Output mehr denn je die
entscheidenden Erfolgsparameter für die Industrie. Verstärkt wird diese Entwicklung
durch die weitere Reduktion der Einspeisevergütung im Zuge der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
(EEG) in Deutschland, dem nach wie vor weltweit größten Einzelmarkt. Da wir unser
Produktportfolio im Geschäftsbereich "Solar" konsequent den Bedürfnissen unserer Kunden
angepasst haben, verfügen wir über eine sehr gute Grundlage, um am Wachstum der Photovoltaik-Industrie
zu partizipieren. Daneben zeichnet sich der Markt für Flat Panel Displays durch herausragende
Entwicklungspotenziale aus. Hier zeigt sich insbesondere das zukunftsträchtige Teilsegment
Touchpanels (z. B. für Tablet-PCs und Smartphones) für das Gros der Wachstumsimpulse
verantwortlich. Wir fühlen uns durch die Entwicklung in unseren Zielmärkten bestätigt,
die Manz Automation konsequent auf weltweit schnell wachsende Branchen ausgerichtet
zu haben. Ein weiteres Beispiel für unser Engagement in einem hochattraktiven Wachstumsfeld
sind unsere Forschungen im Bereich der Großserienfertigung von Lithium-Ionen-Batteriesystemen,
durch die wir uns bereits heute mit ersten Pilotanlagen für Deutschland und Asien
im Zukunftsmarkt E-Mobility positionieren. Neben Synergieeffekten mit anderen Geschäftsbereichen
erwarten wir aus diesem Betätigungsfeld eine weitere Diversifikation unseres Geschäftsmodells.
Ein Schlüssel für nachhaltiges Wachstum sind unsere Investitionen in Forschung und
Entwicklung. Ausgehend von den Bedürfnissen unserer Kunden entwickeln wir technologisch
führende Produkte, die unsere Marktposition sichern und weiter steigern. Um auf langfristige
Sicht unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Unternehmenserfolg zu gewährleisten, wollen
wir bis Ende 2011 für kristalline Solarzellen bzw. bis Ende 2012 für Dünnschicht-Solarmodule
unseren Wertschöpfungsanteil auf 90 % des Investitionsvolumens einer Produktionslinie
erhöhen.
Eine zentrale Herausforderung für die Zukunft wird es sein, unsere CIGSfab erfolgreich
am Markt zu etablieren. Durch unsere Kooperation mit Würth Solar verfügen wir diesbezüglich
über eine hervorragende Ausgangsposition, denn zusammen mit unserem Partner sind wir
als weltweit einziger Equipment-Ausstatter in der Lage, solche Anlagen anzubieten,
die bereits heute wirtschaftlich betrieben werden können. Das künftige zusätzliche
Angebot wird komplette CIGS-Produktionsanlagen umfassen, die weltweit an Hersteller
von Dünnschicht-Solarmodulen geliefert werden sollen. Insgesamt beläuft sich das Umsatzpotenzial
für eine CIGSfab mit einer Kapazität von 120 MW pro Jahr auf rund 150 Mio. EUR. Mit
der erfolgreichen Umsetzung unseres erweiterten Geschäftsmodells in den nächsten Jahren
haben wir die Chance, neben dem Umsatz auch den Ertrag erheblich zu steigern.
Um diese Ziele realisieren zu können, investiert die Gesellschaft bereits heute gezielt
in Forschung und Entwicklung und in den weiteren Ausbau ihrer Produktionskapazitäten.
So stärkt die Manz Automation AG durch den Ausbau ihrer Fertigung am Standort Suzhou
mit Investitionen von rund 10 Mio. EUR ihre lokale Präsenz in dem besonders wachstumsintensiven
und zukunftsträchtigen chinesischen Markt. Darüber hinaus werden für das laufende
Geschäftsjahr weitere 10 Mio. EUR im Bereich Forschung und Entwicklung investiert,
der erneut allerhöchste Priorität einnimmt.
Damit wollen wir unsere Technologieführerschaft weiter ausbauen und unsere Wettbewerbsfähigkeit
steigern. Gleichzeitig planen wir weitere Investitionen zur Etablierung unserer CIGSfab.
Insgesamt werden mit sonstigen Investitionen 2011 rund 25 Mio. EUR für das weitere
Wachstum eingesetzt werden. Dieser Wert wird auch für das Geschäftsjahr 2012 angestrebt,
in Abhängigkeit vom Erfolg der CIGSfab, wodurch dann auch ein wesentlich höherer Bedarf
entstehen kann. Abgerundet wird die Investitionsstrategie der Gesellschaft von Ersatz-
und Rationalisierungsinvestitionen, die erfahrungsgemäß aufgrund des geringen Alters
der Anlagen und Maschinen des Unternehmens im niedrigen einstelligen Millionenbereich
liegen. Gleichzeitig werden weiterhin neue Mitarbeiter zur Realisierung des geplanten
Wachstums eingestellt. So wird die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2011 um rund 5 %
zunehmen. Auch 2012 soll sich diese Entwicklung konstant fortsetzen, in Abhängigkeit
vom Erfolg der CIGSfab, die dann einen noch deutlich höheren Personalbestand erfordern
könnte.
Für das Gesamtjahr 2011 gehen wir aufgrund der guten Auftragslage in allen Geschäftsbereichen
davon aus, einen Jahresumsatz von 240 Mio. bis 250 Mio. EUR zu erwirtschaften, wobei
wir vor allem aus den asiatischen Märkten wie China und Indien einen deutlichen Umsatzbeitrag
erwarten. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 35 % verglichen mit dem abgelaufenen
Geschäftsjahr. Dabei besteht in Abhängigkeit von der Marktentwicklung im Bereich der
Dünnschicht-Technologie das Potenzial, diese Ziele noch zu übertreffen. Konkret bedeutet
dies, dass die Auslieferung einer ersten CIGSfab im Jahresverlauf mit weiteren signifikanten
Umsatz- und Ertragssteigerungen verbunden wäre. Aufgrund der erhöhten Kapazitätsauslastung
sind wir zuversichtlich, unsere Ergebnissituation analog zu unserer Umsatzentwicklung
deutlich zu verbessern. Zu diesem Zweck haben wir verschiedene Maßnahmen zur Kostenreduktion
eingeleitet. So soll beispielsweise im Zuge einer zunehmenden Standardisierung unserer
Produktkomponenten die Profitabilität nachhaltig gesteigert werden. Vor diesem Hintergrund
rechnen wir für 2011 mit einer EBIT-Marge von mindestens 5 %. Für das Geschäftsjahr
2012 erwarten wir eine Fortsetzung des Wachstumstrends. Dabei erwarten wir ein Umsatzwachstum
im zweistelligen Prozentbereich, bei einer konstanten Entwicklung der EBIT-Marge von
mindestens 5 %.
Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen
Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Manz Automation AG beruhen. Solche
Aussagen sind Risiken und Ungewissheiten unterworfen. Diese und andere Faktoren können
dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklungen
oder die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen
abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten
Aussagen fortzuschreiben und an künftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
Reutlingen, den 11. März 2011
Der Vorstand
VLADIMIR MICHALEC, INBETRIEBNEHMER, MANZ SLOWAKEI
| (in TEUR) | Anhang | 2010 | 2009 |
| Umsatzerlöse | 1 | 181.402 | 85.915 |
| Bestandsveränderungen Erzeugnisse |
|
9.581 | 8.951 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 2 | 14.035 | 6.204 |
| Gesamtleistung |
|
205.018 | 101.070 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 3 | 6.429 | 9.513 |
| Materialaufwand | 4 | -121.558 | -60.359 |
| Rohergebnis |
|
89.889 | 50.224 |
| Personalaufwand | 5 | -51.653 | -37.310 |
| Abschreibungen |
|
-9.335 | -6.887 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 6 | -28.339 | -21.940 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) |
|
562 | -15.913 |
| Ergebnis aus at equity bilanzierten Finanzanlagen | 16 | -36 | -12 |
| Finanzerträge | 7 | 937 | 3.601 |
| Finanzaufwendungen | 8 | -775 | -660 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) |
|
688 | -12.984 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | 10 | 1.112 | 3.276 |
| Konzernergebnis |
|
1.800 | -9.708 |
| davon Ergebnisanteil Minderheitsanteile | 11 | 235 | -67 |
| davon Ergebnisanteil Aktionäre Manz Automation AG |
|
1.565 | -9.641 |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl Aktien |
|
4.480.054 | 4.479.100 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert = unverwässert) | 12 | 0,35 | -2,15 |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Konzernergebnis | 1.800 | -9.708 |
| Ergebnisneutrale Bestandteile des Periodenerfolgs |
|
|
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | 7.813 | 1.456 |
| Veränderung der Marktwerte von Wertpapieren | -129 | 2.726 |
| Veränderung der Marktwerte von Cashflow Hedges | 0 | -2.504 |
| Steuereffekt aus Bestandteilen des Periodenerfolgs | 29 | 727 |
|
|
7.713 | 2.405 |
| Konzern-Gesamtperiodenerfolg | 9.513 | -7.303 |
| davon Minderheitsanteile | 472 | 2 |
| davon Anteilseigner der Manz Automation AG | 9.041 | -7.305 |
| AKTIVA (in TEUR) | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|
|
|
|
|
| Langfristige Vermögenswerte |
|
|
|
| Immaterielle Vermögenswerte | 14 | 89.999 | 47.012 |
| Sachanlagen | 15 | 23.636 | 16.608 |
| Finanzanlagen, at equity bilanziert | 16 | 0 | 301 |
| Latente Steuern | 10 | 8.036 | 2.461 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte |
|
615 | 316 |
|
|
|
122.286 | 66.698 |
| Kurzfristige Vermögenswerte |
|
|
|
| Vorräte | 17 | 49.995 | 29.819 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 67.054 | 39.566 |
| Ertragsteuerforderungen |
|
164 | 524 |
| Derivative Finanzinstrumente | 19 | 89 | 0 |
| Sonstige kurzfristige Forderungen | 20 | 4.509 | 1.934 |
| Wertpapiere | 21 | 0 | 28.838 |
| Flüssige Mittel | 22 | 38.902 | 59.331 |
|
|
|
160.713 | 160.012 |
| Summe Aktiva |
|
282.999 | 226.710 |
| PASSIVA (in TEUR) | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Eigenkapital | 23 |
|
|
| Gezeichnetes Kapital |
|
4.480 | 4.480 |
| Kapitalrücklagen |
|
144.213 | 144.226 |
| Gewinnrücklagen |
|
28.182 | 26.497 |
| Währungsumrechnung |
|
9.577 | 2.001 |
| Anteilseigner der Manz Automation AG |
|
186.452 | 177.204 |
| Minderheitsanteile |
|
1.476 | 1.826 |
|
|
|
187.928 | 179.030 |
| Langfristige Schulden |
|
|
|
| Langfristige Finanzschulden | 24 | 4.390 | 666 |
| Langfristig abgegrenzte Investitionszuwendungen | 25 | 332 | 248 |
| Finanzverbindlichkeiten aus Leasing | 26 | 39 | 24 |
| Pensionsrückstellungen | 27 | 3.951 | 3.825 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 28 | 1.532 | 2.534 |
| Latente Steuern | 10 | 8.405 | 4.521 |
|
|
|
18.649 | 11.818 |
| Kurzfristige Schulden |
|
|
|
| Kurzfristige Finanzschulden | 29 | 9.794 | 8.686 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 30 | 51.535 | 14.222 |
| Erhaltene Anzahlungen | 18 | 4.246 | 1.045 |
| Ertragsteuerschulden |
|
47 | 474 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 31 | 3.363 | 3.055 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 32 | 7.433 | 8.367 |
| Finanzverbindlichkeiten aus Leasing | 26 | 4 | 13 |
|
|
|
76.422 | 35.862 |
| Summe Passiva |
|
282.999 | 226.710 |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit |
|
|
| Jahresergebnis | 1.800 | -9.708 |
| Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 9.335 | 6.887 |
| Verlust (+) / Gewinn (-) aus at equity Beteiligung | 36 | 12 |
| Zunahme (+) /Abnahme (-) von Pensionsrückstellungen und sonstigen langfristigen Rückstellungen | -974 | 533 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Erträge (-) und Aufwendungen (+) insbesondere latente Steuern | -1.704 | -4.301 |
| Cashflow | 8.493 | -6.577 |
| Gewinn (-) /Verlust (+) aus Anlageabgängen | -11 | -34 |
| Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva | -53.651 | 65.207 |
| Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva | 47.171 | -18.851 |
|
|
2.002 | 39.745 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit |
|
|
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen | 133 | 36 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -55.083 | -11.296 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen, abzüglich der zugeflossenen liquiden Mittel | -2.070 | -4.895 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren | 43.429 | 32.877 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren | -14.590 | -22.477 |
|
|
-28.181 | -5.755 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit |
|
|
| Erwerb eigener Aktien | -125 | -84 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finance-Lease-Verträgen | -8 | -33 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme langfristiger Kredite | 3.745 | 0 |
| Auszahlung für die Tilgung langfristiger Kredite | -157 | -5.531 |
| Veränderung der Kontokorrentkredite | 1.080 | -2.939 |
|
|
4.535 | -8.587 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode |
|
|
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes (Zwischensumme 1-3) | -21.644 | 25.403 |
| Wechselkursbedingte Wertänderung des Finanzmittelbestandes | 1.215 | -10 |
| Finanzmittelbestand am 1.1. | 59.331 | 33.938 |
| Finanzmittelbestand am 31.12. | 38.902 | 59.331 |
| Zusammensetzung des Finanzmittelbestands |
|
|
| Flüssige Mittel | 38.902 | 59.331 |
| Finanzmittelbestand am 31.12. | 38.902 | 59.331 |
Die Kapitalflussrechnung wird in Anhangsangabe 13 erläutert.
für das Geschäftsjahr 2010
|
|
|
|
|
Gewinnrücklagen | ||
| (in TEUR) | Gezeichnetes Kapital |
Kapital- rücklagen |
Eigene Aktien |
Ange- sammelte Gewinne |
Markt- bewertung Wertpapiere |
Cashflow Hedges |
| Stand 1. Januar 2009 | 4.480 | 144.122 | -203 | 33.483 | -2.650 | 1.801 |
| Gesamtperiodenerfolg |
|
|
|
-9.641 | 2.750 | -1.801 |
| Erwerb eigene Aktien |
|
|
-84 |
|
|
|
| Verwendung eigene Aktien |
|
|
287 |
|
|
|
| Aktienbasierte Vergütung |
|
104 |
|
|
|
|
| Veränderung Minderheitsanteile aus Aufstockung Anteile |
|
|
|
2.555 |
|
|
| Stand 31. Dezember 2009 | 4.480 | 144.226 | 0 | 26.397 | 100 | 0 |
| Stand 1. Januar 2010 | 4.480 | 144.226 | 0 | 26.397 | 100 | 0 |
| Gesamtperiodenerfolg |
|
|
|
1.565 | -100 | 0 |
| Erwerb eigene Aktien |
|
|
-125 |
|
|
|
| Verwendung eigene Aktien |
|
|
125 |
|
|
|
| Aktienbasierte Vergütung |
|
-13 |
|
|
|
|
| Veränderung Minderheitsanteile aus Aufstockung Anteile |
|
|
|
220 |
|
|
| Stand 31. Dezember 2010 | 4.480 | 144.213 | 0 | 28.182 | 0 | 0 |
| (in TEUR) | Währungs- umrechnung |
Anteilseigner der Manz automation AG |
Minderheits- anteile |
Gesamtes Eigenkapital |
| Stand 1. Januar 2009 | 614 | 181.647 | 9.581 | 191.228 |
| Gesamtperiodenerfolg | 1.387 | -7.305 | 2 | -7.303 |
| Erwerb eigene Aktien |
|
-84 |
|
-84 |
| Verwendung eigene Aktien |
|
287 |
|
287 |
| Aktienbasierte Vergütung |
|
104 |
|
104 |
| Veränderung Minderheitsanteile aus Aufstockung Anteile |
|
2.555 | -7.757 | -5.202 |
| Stand 31. Dezember 2009 | 2.001 | 177.204 | 1.826 | 179.030 |
| Stand 1. Januar 2010 | 2.001 | 177.204 | 1.826 | 179.030 |
| Gesamtperiodenerfolg | 7.576 | 9.041 | 472 | 9.513 |
| Erwerb eigene Aktien |
|
-125 |
|
-125 |
| Verwendung eigene Aktien |
|
125 |
|
125 |
| Aktienbasierte Vergütung |
|
-13 |
|
-13 |
| Veränderung Minderheitsanteile aus Aufstockung Anteile |
|
220 | -822 | -602 |
| Stand 31. Dezember 2010 | 9.577 | 186.452 | 1.476 | 187.928 |
Sonstige Angaben zur Eigenkapitalveränderungsrechnung können Anmerkung 23 entnommen
werden.
zum 31. Dezember 2010
| (in TEUR) | Umsätze mit Dritten |
Umsätze mit anderen Segmenten |
EBIT | Segment- vermögen* |
Segment- schulden |
Netto- vermögen |
| Solar |
|
|
|
|
|
|
| 2009 | 46.921 |
|
-12.164 | 69.690 | 5.125 | 64.565 |
| 2010 | 65.740 |
|
-3.844 | 120.180 | 9.959 | 110.221 |
| FPD |
|
|
|
|
|
|
| 2009 | 14.893 |
|
-1.266 | 31.751 | 6.431 | 25.320 |
| 2010 | 58.755 |
|
3.505 | 59.504 | 28.197 | 31.307 |
| New Business |
|
|
|
|
|
|
| 2009 | 3.512 |
|
-58 | 5.590 | 664 | 4.926 |
| 2010 | 3.643 |
|
92 | 6.363 | 1.128 | 5.235 |
| Leiterplatten / OEM |
|
|
|
|
|
|
| 2009 | 10.031 |
|
-392 | 16.741 | 3.411 | 13.330 |
| 2010 | 38.775 |
|
749 | 35.398 | 17.505 | 17.893 |
| Sonstige |
|
|
|
|
|
|
| 2009 | 10.558 | 8.574 | -2.033 | 3.739 | 47 | 3.692 |
| 2010 | 14.489 | 13.323 | 60 | 7.906 | 239 | 7.667 |
| Zentralfunktionen / Übriges |
|
|
|
|
|
|
| 2009 | 0 |
|
|
99.199 | 32.002 | 67.197 |
| 2010 | 0 |
|
|
53.648 | 38.043 | 15.605 |
| Konsolidierung |
|
|
|
|
|
|
| 2009 |
|
-8.574 |
|
|
|
|
| 2010 |
|
-13.323 |
|
|
|
|
| Konzern |
|
|
|
|
|
|
| 2009 | 85.915 | 0 | -15.913 | 226.710 | 47.680 | 179.030 |
| 2010 | 181.402 | 0 | 562 | 282.999 | 95.071 | 187.928 |
| (in TEUR) | Anlagen- zugänge |
Abschrei- bungen |
Mitarbeiter (Jahres- durchschnitt) |
| Solar |
|
|
|
| 2009 | 8.515 | 3.539 | 273 |
| 2010 | 41.326 | 4.765 | 414 |
| FPD |
|
|
|
| 2009 | 462 | 949 | 263 |
| 2010 | 1.056 | 1.398 | 306 |
| New Business |
|
|
|
| 2009 | 112 | 108 | 24 |
| 2010 | 1.642 | 112 | 40 |
| Leiterplatten / OEM |
|
|
|
| 2009 | 667 | 1.032 | 426 |
| 2010 | 5.293 | 1.375 | 407 |
| Sonstige |
|
|
|
| 2009 | 256 | 396 | 107 |
| 2010 | 2.028 | 527 | 94 |
| Zentralfunktionen / Übriges |
|
|
|
| 2009 | 1.284 | 863 | 253 |
| 2010 | 3.738 | 1.158 | 274 |
| Konsolidierung |
|
|
|
| 2009 |
|
|
|
| 2010 |
|
|
|
| Konzern |
|
|
|
| 2009 | 11.296 | 6.887 | 1.346 |
| 2010 | 55.083 | 9.335 | 1.535 |
zum 31. Dezember 2010
| (in TEUR) | Außenumsatz nach Standorten des Kunden |
Langfristige Vermögenswerte (ohne latente Steuern) |
| Deutschland |
|
|
| 2009 | 25.085 | 22.520 |
| 2010 | 18.345 | 66.419 |
| Übriges Europa |
|
|
| 2009 | 11.963 | 7.589 |
| 2010 | 32.293 | 8.595 |
| Asien |
|
|
| 2009 | 43.985 | 33.735 |
| 2010 | 126.019 | 36.289 |
| Amerika |
|
|
| 2009 | 4.698 | 92 |
| 2010 | 4.111 | 74 |
| Sonstige Regionen |
|
|
| 2009 | 184 | 301 |
| 2010 | 634 | 2.873 |
| Konzern |
|
|
| 2009 | 85.915 | 64.237 |
| 2010 | 181.402 | 114.250 |
SIEGBERT SCHMID, LOGISTIKMITARBEITER, MANZ REUTLINGEN
Die Manz Automation AG ("Manz AG") hat ihren Firmensitz in der Steigäckerstraße 5
in 72768 Reutlingen, Deutschland. Die Geschäftsaktivitäten der Manz Automation AG
und ihrer Tochtergesellschaften ("Manz-Gruppe" oder "Manz") bestehen in der Entwicklung
und Herstellung von Systemen und Komponenten für die Automatisierung und Qualitätssicherung.
Die Systeme werden vor allem bei der Herstellung von Solarzellen und LCD-Flachbildschirmen
eingesetzt. Die Aktien der Manz Automation AG werden im regulierten Markt (Prime Standard)
der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.
Der Konzernabschluss der Manz Automation AG zum 31. Dezember 2010 wurde in Übereinstimmung
mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden
sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften
erstellt. Alle verpflichtend anzuwendenden Standards und Auslegungen wurden berücksichtigt.
Noch nicht verpflichtend in Kraft getretene IFRS werden nicht angewendet. Der Konzernabschluss
wurde am 11. März 2011 durch Beschluss des Vorstands zur Vorlage an den Aufsichtsrat
freigegeben.
Im Interesse einer besseren Übersichtlichkeit sind in der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert aufgeführt
und erläutert. Das Geschäftsjahr der Manz-Gruppe umfasst den Zeitraum vom 1. Januar
bis zum 31. Dezember eines Jahres. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Die
Angaben im Anhang erfolgen, sofern nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (TEUR).
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
In den Konzernabschluss der Manz AG sind alle Unternehmen einbezogen, bei denen die
Manz AG mittelbar oder unmittelbar die Möglichkeit hat, die Finanz- und Geschäftspolitik
zu bestimmen ("Control"-Verhältnis).
Neben der Manz Automation AG gehören zum Kreis der konsolidierten Unternehmen folgende
in- und ausländische Tochterunternehmen:
|
|
|
Anteil in % |
| Manz Automation Tübingen GmbH | Tübingen / Deutschland | 100,0 % |
| Manz Coating GmbH | Reutlingen / Deutschland | 100,0 % |
| Manz USA Inc. | North Kingstown / USA | 100,0 % |
| Manz Hungary Kft. | Debrecen / Ungarn | 100,0 % |
| MVG Hungary Kft. | Debrecen / Ungarn | 100,0 % |
| Manz Slovakia s.r.o. | Nove Mesto nad Vahom /Slowakei | 100,0 % |
| Axystems Ltd. | Petach-Tikva/Israel | 100,0 % |
| Manz Automation Spain S.L. | Madrid / Spanien | 100,0 % |
| Manz Automation Asia Ltd. | Hong-Kong / China | 100,0 % |
| Manz Chungli Ltd.1) | Chungli / Taiwan | 100,0 % |
| Manz Automation Co. Ltd. (Shanghai)1) | Shanghai / China | 100,0 % |
| Manz China WuZhong Co. Ltd.1) | Suzhou / China | 100,0 % |
| Manz China Suzhou Ltd.1) | Suzhou / China | 100,0 % |
| Manz Automation India Private Limited1) | New Delhi / Indien | 75,0 % |
| Manz Taiwan Ltd.1) | Chungli / Taiwan | 97,1 % |
| Manz (B.V.I.) Ltd.2) | Road Town / British Virgin Island | 97,1 % |
| Intech Machines (B.V.I.) Co. Ltd2) | Road Town / British Virgin Island | 97,1 % |
| Intech Machines (Shenzhen) Co. Ltd3) | Shenzhen / China | 97,1 % |
1)
über Manz Automation Asia Ltd.
2)
über Manz Taiwan Ltd.
3)
über Intech Machines (B.V.I.) co. ltd.
Die Liste des Anteilsbesitzes ist im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
| Bisher | Neu |
| Manz Dünnschichttechnologie GmbH | Manz Coating GmbH |
| Manz Automation Hungary Kft. | Manz Hungary Kft. |
| Manz Automation Slovakia s.r.o | Manz Slovakia s.r.o |
| Manz Automation Inc. | Manz USA Inc. |
| Manz Automation Taiwan Ltd. | Manz Chungli Ltd. |
| Manz Intech Machines Co. Ltd. | Manz Taiwan Ltd. |
| Intech Machines (Suzhou) Co. Ltd | Manz China WuZhong Ltd. |
| Intech Enterprises (BVI) Co. Ltd. | Manz (B.V.I.) Ltd. |
Am 18. Juni 2010 hat die Manz AG einen Vertrag zum Erwerb der restlichen Anteile an
der Axystems Ltd., Petach-Tikva/Israel (Axystems), in Höhe von 76 % abgeschlossen.
Die wirtschaftliche Wirkung des Vertrags war am 30. Juni 2010 (Closing Date). Der
Kaufpreis belief sich auf 1.337 TEUR. Hiervon wurden 1.240 TEUR durch Barmittel beglichen
und 97 TEUR durch die Hingabe von 2.134 Stück eigener Aktien der Manz Automation AG
zu einem Kurswert von 45,59 EUR je Aktie. Insgesamt verursachte der Unternehmenserwerb
einen saldierten Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 1.056 TEUR, der vollständig durch
vorhandene Barmittel der Gesellschaft finanziert wurde. Mit dem vollständigen Erwerb
der Anteile der Axystems sichert sich die Manz AG den Zugriff auf die Basistechnologie
für die in einer Vielzahl von Manz-Maschinen eingesetzte Steuerungstechnik. Die Aktivitäten
der Axystems sind dem Segment "Solar" zugeordnet.
Axystems wurde bisher nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Seit Erwerb der restlichen Anteile ist das Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung
in den Manz-Konzernabschluss einbezogen. Neben den bereits vom erworbenen Unternehmen
angesetzten Vermögenswerten und Schulden wurden dabei immaterielle Vermögenswerte
in Form von Technologien in Höhe von 1.521 TEUR mit einer durchschnittlich geschätzten
Nutzungsdauer von 8 Jahren angesetzt. Die im Zusammenhang mit der Bilanzierung der
Technologien gebildeten passiven latenten Steuern in Höhe von 365 TEUR werden in den
Folgequartalen, analog zu den Abschreibungen, aufgelöst.
Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der Axystems
stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:
| (in TEUR) | Zeitwert zum Erwerbs- zeitpunkt |
Buchwert |
| Immaterielle Vermögenswerte |
|
|
| Technologie | 1.521 | 0 |
| Sonstige | 8 | 8 |
| Sachanlagen | 27 | 27 |
| Latente Steuern | 53 | 53 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 30 | 30 |
| Vorräte | 32 | 32 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 275 | 275 |
| Übrige kurzfristige Vermögenswerte | 284 | 284 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 184 | 184 |
|
|
2.414 | 893 |
| Latente Steuern | -365 | 0 |
| Kurzfristige Finanzschulden | -29 | -29 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -64 | -64 |
| Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | -354 | -354 |
|
|
-812 | -447 |
| Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens | 1.602 | 446 |
| Neubewertung aus sukzessivem Anteilserwerb | -422 |
|
| Erworbenes Nettovermögen | 1.180 |
|
| Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb | 157 |
|
| Zahlungswirksame Anschaffungskosten | 1.337 |
|
Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich wie folgt:
| (in TEUR) |
|
| Anschaffungskosten in bar | 1.240 |
| Hingabe von eigenen Aktien | 97 |
| Altanteile (beizulegender Zeitwert) | 422 |
|
|
1.759 |
| Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens | -1.602 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 157 |
Der Geschäfts- oder Firmenwert umfasst den beizulegenden Zeitwert des Mitarbeiterstammes
sowie Know-how. Aufgrund fehlender Separierbarkeit erfolgt kein gesonderter Ansatz
nach IAS 38.
Der beizulegende Zeitwert der Forderungen, die durch den Unternehmenszusammenschluss
erworben wurden, beläuft sich auf 589 TEUR. Der gesamte Betrag dieser Forderung ist
voraussichtlich einbringlich.
Der beizulegende Zeitwert des Eigenkapitalanteils vor dem Erwerbszeitpunkt beträgt
422 TEUR. Der aus der Neubewertung des bisherigen Anteils resultierende Ertrag beläuft
sich auf 157 TEUR und wird bei den Finanzerträgen ausgewiesen. Für die Transaktion
fielen keine wesentlichen Anschaffungsnebenkosten an.
Im Vergleich zur Berichterstattung im Halbjahresfinanzbericht 2010 und im Quartalsfinanzbericht
Januar bis September 2010 erhöhte sich im Rahmen der endgültigen Kaufpreisallokation
der Zeitwert der Immateriellen Vermögenswerte (Technologie) von 1.175 TEUR auf 1.521
TEUR. Hierdurch hat sich der Geschäfts- oder Firmenwert von 422 TEUR auf 157 TEUR
vermindert.
Die Axystems trug seit ihrer Vollkonsolidierung 228 TEUR zu den Umsatzerlösen und
-92 TEUR zum Ergebnis nach Steuern bei. Unter der Annahme, dass die Erstkonsolidierung
zum 1. Januar 2010 stattgefunden hätte, wären der Konzernumsatz um 311 TEUR höher
und das Konzernergebnis um 53 TEUR niedriger.
Am 21. Oktober 2010 wurde durch die Manz Asia Ltd. die 100 %ige Tochtergesellschaft
Manz China Suzhou Ltd. mit Sitz in Suzhou/China gegründet. Das Stammkapital beträgt
zum Bilanzstichtag 1.838 TEUR und wurde durch Bareinlage erbracht. An dem Firmensitz
wird eine weitere Produktionsstätte für den asiatischen Raum errichtet.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden die Anteile an der Manz Taiwan Ltd. (ehemals: Manz Intech
Machines Co. Ltd) um 1,62 % von 95,5 % auf jetzt 97,12 % aufgestockt. Die Bilanzierung
des Hinzuerwerbs erfolgt nach dem sog. Entity-Konzept. Hierbei wird der Hinzuerwerb
nur innerhalb des Eigenkapitals als Verschiebung zwischen den Mehrheits- und Minderheitsgesellschaftern
dargestellt. Die Bilanzansätze der Vermögenswerte und Schulden bleiben unberührt.
Die in Liquidation befindliche Helmut Majer Verwaltungs GmbH i.L. wurde im Dezember
2010 nach Ablauf der einjährigen Sperrfrist aufgelöst und endkonsolidiert.
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden auf den Stichtag des Konzernabschlusses,
der dem Stichtag der Manz AG entspricht, aufgestellt.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die erworbenen Vermögenswerte
und Schulden werden dabei zum Erwerbszeitpunkt mit ihren beizulegenden Zeitwerten
bewertet. Anschließend werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem
anteiligen neu bewerteten Eigenkapital des Tochterunternehmens verrechnet. Ein verbleibender
positiver Unterschiedsbetrag aus der Aufrechnung des Kaufpreises mit den identifizierten
Vermögenswerten und Schulden wird unter den immateriellen Vermögenswerten als Geschäfts-
oder Firmenwert ausgewiesen. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses entstandene
Kosten werden aufwandswirksam erfasst und stellen somit keinen Bestandteil der Anschaffungskosten
dar.
Ein Unterschiedsbetrag, der sich beim Erwerb weiterer Anteile oder bei der Veräußerung
von Anteilen nach Erstkonsolidierung ohne Verlust der Beherrschung an einem bereits
voll konsolidierten Tochterunternehmen ergibt, wird direkt mit dem Eigenkapital verrechnet
Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen
Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
neu bestimmt und der hieraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.
Bei der Endkonsolidierung eines bisherigen Tochterunternehmens wird die Differenz
zwischen der erhaltenen Gegenleistung und dem abgehenden Nettoreinvermögen zum Zeitpunkt
des Beherrschungsverlusts (einschließlich eines noch vorhandenen Geschäfts- oder Firmenwerts
aus der Kapitalkonsolidierung) erfolgswirksam erfasst.
Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen
konsolidierten Unternehmen werden aufgerechne, Zwischenergebnisse werden eliminiert.
Auf die Konsolidierungsvorgänge werden die erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Darüber hinaus werden Bürgschaften und Garantien, die von der Manz Automation AG oder
einer ihrer konsolidierten Tochterunternehmen zu Gunsten anderer konsolidierter Tochterunternehmen
übernommen werden, eliminiert.
Minderheitsanteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Reinvermögens dar, der
nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Minderheitsanteile werden in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der
Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner
des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital.
Die in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse der in den Konzern einbezogenen Tochterunternehmen
werden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung der einbezogenen
Gesellschaften entspricht fast immer der jeweiligen Landeswährung, da diese Tochterunternehmen
ihre Geschäftsaktivitäten in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer
Hinsicht selbständig führen. Für ein Tochterunternehmen ist die funktionale Währung,
abweichend zur Landeswährung, der Euro. Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten
werden mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag, das Eigenkapital mit historischen Kursen
umgerechnet. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zum Jahresdurchschnittskurs.
Aus der Umrechnung des Abschlusses resultierende Umrechnungsdifferenzen werden bis
zum Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral als gesonderter Posten im Eigenkapital
erfasst.
In den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden
Fremdwährungsposten bei ihrem Zugang mit dem Anschaffungskurs bewertet. Monetäre Posten
werden zum Stichtag mit dem Mittelkurs bewertet. Kursgewinne und -verluste zum Bilanzstichtag
werden ergebniswirksam erfasst.
|
|
|
Stichtagskurs | Durchschnittskurs | ||
| (in EUR) |
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | 2010 | 2009 |
| USA | USA | 1,3253 | 1,4406 | 1,3279 | 1,3946 |
| Taiwan | TWD | 38,9638 | 46,2077 | 41,8818 | 46,0681 |
| Hong-Kong | HKD | 10,3247 | 11,1170 | 10,3304 | 10,8197 |
| China | CNY | 8,7626 | 9,8000 | 9,0005 | 9,5403 |
| Ungarn | HUF | 278,75 | 270,4200 | 275,9354 | 281,1513 |
Die Vermögenswerte und Schulden der Manz AG und der im Wege der Vollkonsolidierung
einbezogenen Tochterunternehmen werden einheitlich nach den in der Manz-Gruppe geltenden
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum 31. Dezember 2010 angesetzt und bewertet.
Die Vergleichsinformationen für das Geschäftsjahr 2009 basieren auf den gleichen Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden, die auch für das Geschäftsjahr 2010 angewendet werden.
Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses
erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs bzw. Herstellungskosten
angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses
erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert
zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden
mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen
und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, angesetzt. Kosten für selbst geschaffene
immaterielle Vermögenswerte werden, mit Ausnahme von aktivierungsfähigen Entwicklungskosten,
nicht aktiviert und erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.
Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmbarer
Nutzungsdauer differenziert.
Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche
Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein
könnte. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen
Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden
Geschäftsjahres überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer
oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts
erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer werden
als Änderungen von Schätzungen behandelt.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig
abgeschrieben. Hierzu gehören Geschäfts- oder Firmenwerte und Markennamen aus Unternehmenszusammenschlüssen.
Die Unbestimmtheit der Nutzungsdauer der Marken beruht auf der Einschätzung, dass
der wirtschaftliche Nutzenzufluss aus diesen Vermögenswerten nicht auf einen bestimmten
Zeitraum festgelegt werden kann. Mindestens einmal jährlich wird für jeden einzelnen
Vermögenswert, oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE),
ein Wertminderungstest durchgeführt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter
Nutzungsdauer werden einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer
unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall,
wird die Änderung der Einschätzung von unbestimmter zur begrenzten Nutzungsdauer prospektiv
vorgenommen.
Die Entwicklungskosten für Anlagen und Anlagenkomponenten werden aktiviert, sofern
die Voraussetzungen der IAS 38 erfüllt sind. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten
umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene
Teile der entwicklungsbezogenen Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden
ab Produktionsstart planmäßig linear über den erwarteten Produktlebenszyklus von in
der Regel 3 bis 7 Jahren abgeschrieben. Die Forschungs- und nicht aktivierungsfähigen
Entwicklungskosten werden bei Entstehung als Aufwand erfasst.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert
um planmäßige Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer sowie
außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Wertminderungen. Kosten für Reparaturen
und Instandhaltung werden als laufender Aufwand erfasst. Die linearen Abschreibungen
werden entsprechend dem erwarteten Verlauf des Verbrauchs des künftigen wirtschaftlichen
Nutzens vorgenommen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen überwiegend folgende Nutzungsdauern
zugrunde:
|
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Jahre |
| Gebäude | 20 bis 50 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 6 bis 10 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4 bis 13 |
Die Restwerte, Nutzungsdauer und Abschreibungsmethoden der Vermögenswerte werden am
Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.
Sofern für den Erwerb oder die Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes ein
beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um diesen in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen
Zustand zu versetzen, werden die bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustands
angefallenen und direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten aktiviert. Im laufenden und
vorangegangenen Geschäftsjahr wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.
Im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen wird dem Leasingnehmer das wirtschaftliche
Eigentum in den Fällen zugerechnet, in denen er im Wesentlichen alle Chancen und Risiken
trägt (IAS 17), die mit dem Eigentum verbunden sind. Sofern das wirtschaftliche Eigentum
der Manz-Gruppe zuzurechnen ist, erfolgt die Aktivierung zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses
zum beizulegenden Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen.
Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Abschreibungsmethode auf der Grundlage
der wirtschaftlichen Nutzungsdauer bzw. der kürzeren Vertragslaufzeit. Die aus den
künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden unter den Finanzverbindlichkeiten
aus dem Leasing passiviert.
Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis
des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung
getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung
von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes oder bestimmter Vermögenswerte abhängig
ist, und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes einräumt.
Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten
und in den Folgejahren unter Fortschreibung um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten
Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen sowie den beim Erwerb aufgedeckten
stillen Reserven und Lasten bilanziert. Ein bilanzierter Goodwill wird im Beteiligungsansatz
ausgewiesen, auf ihn werden keine planmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Sofern sich
Indikatoren für eine Wertminderung der Beteiligung ergeben, wird ein Werthaltigkeitstest
durchgeführt. Notwendige Abwertungen werden zunächst auf den bilanzierten Goodwill
vorgenommen.
Ein Werthaltigkeitstest wird bei Geschäfts- oder Firmenwerten sowie bei immateriellen
Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich, bei aktivierten
Entwicklungskosten und anderen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer
sowie bei Sachanlagen und Finanzanlagen nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte
durchgeführt.
Eine Wertminderung wird ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des
Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert
grundsätzlich einzeln geschätzt. Sofern dies nicht möglich ist, erfolgt die Ermittlung
auf Basis einer Gruppe von Vermögenswerten, die eine Zahlungsmittel generierende Einheit
(ZGE) darstellt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert.
Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entspricht dem aus einem Verkauf
eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbaren Betrag abzüglich Veräußerungskosten.
Der Nutzungswert wird auf Basis der geschätzten künftigen Cashflows aus der Nutzung
und dem Abgang eines Vermögenswerts mit Hilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt.
Als Diskontierungssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern
verwendet.
Zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten wird grundsätzlich
der Nutzungswert der betreffenden Zahlungsmittel generierenden Einheit herangezogen.
Basis hierfür ist die vom Management erstellte aktuelle Planung. Die detaillierte
Planungsperiode erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren.
Für die Folgejahre werden plausible Annahmen über die künftige Entwicklung getroffen.
Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Dabei
werden angemessene Annahmen zu makroökonomischen Trends sowie historische Entwicklungen
berücksichtigt.
Sollten die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung
entfallen, werden - mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten - Zuschreibungen
auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Der Betrag darf nicht den Buchwert übersteigen,
der sich unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben würde, wenn in
der Vergangenheit kein Impairment für den Vermögenswert erfasst worden wäre.
Der Werthaltigkeitstest für die in den Konzernabschluss einbezogenen Markenwerte erfolgt
anhand des Nutzungswertes auf Basis des Lizenzpreisanalogieverfahrens.
Vorräte werden gemäß IAS 2 (Vorräte) zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw.
zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten
neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten
sowie fertigungsbedingte Abschreibungen und anteilige Verwaltungsgemeinkosten, die
direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Sofern erforderlich, wird
als Bewertungsvereinfachungsverfahren die Durchschnittsmethode angewandt.
Manz erwirtschaftet seine Umsatzerlöse überwiegend aus Fertigungsaufträgen, die nach
der Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) gemäß IAS 11 bilanziert werden.
Dabei werden die Umsatzerlöse und die geplante Marge entsprechend des Fertigstellungsgrades
eines Auftrags bilanziert. Grundlage sind die mit dem Kunden vereinbarten Auftragserlöse
und die erwarteten Auftragskosten. Der für die Höhe einer Teilgewinnrealisierung maßgebliche
Fertigstellungsgrad je Auftrag wird dabei durch das Verhältnis der am Abschlussstichtag
aufgelaufenen Auftragskosten zu den kalkulierten Gesamtkosten (Cost-to-Cost-Methode)
bestimmt. Durch diese Bilanzierungsmethode werden sowohl Umsatzerlöse als auch die
zugehörigen Kosten periodengerecht realisiert.
Soweit die Summe aus angefallenen Auftragskosten und ausgewiesenen Gewinnen die Anzahlungen
übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge aktivisch unter den künftigen
Forderungen aus Fertigungsaufträgen als Bestandteil der Position Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen. Ein negativer Saldo wird unter den erhaltenen Anzahlungen ausgewiesen.
Erwartete Verluste aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden sofort in voller
Höhe als Aufwand bilanziert, indem aktivierte Vermögenswerte wertberichtigt, und darüber
hinaus auch Rückstellungen, gebildet werden.
Die übrigen Umsatzerlöse werden in Übereinstimmung mit IAS 18 "Erträge" erfasst, wenn
die maßgeblichen Chancen und Risiken übertragen wurden. Dies ist üblicherweise der
Zeitpunkt, an dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert, beziehungsweise die Leistungen
erbracht wurden.
Finanzinstrumente sind nach IAS 39 Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen
Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem
Eigenkapitalinstrument führen. Sofern bei finanziellen Vermögenswerten Handels- und
Erfüllungstag zeitlich auseinander fallen können, ist für die erstmalige Bilanzierung
der Erfüllungstag maßgeblich. Die erstmalige Bewertung eines Finanzinstruments erfolgt
zum beizulegenden Zeitwert. Transaktionskosten werden einbezogen. Im Rahmen der Folgebewertung
werden Finanzinstrumente entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanziert.
Für die Bewertung unterscheidet IAS 39 finanzielle Vermögenswerte in die Kategorien:
| ― |
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte |
| ― |
bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen |
| ― |
zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögeswerte und |
| ― |
ausgereichte Kredite und Forderungen |
Finanzielle Verbindlichkeiten sind folgenden beiden Kategorien zuzuordnen:
| ― |
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten und zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten |
| ― |
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
Je nach Kategorisierung der Finanzinstrumente erfolgt die Bewertung entweder zum beizulegenden
Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Markt- oder Börsenpreis, sofern die zu bewertenden
Finanzinstrumente an einem aktiven Markt gehandelt werden. Sofern kein aktiver Markt
für ein Finanzinstrument besteht, wird der beizulegende Zeitwert mittels geeigneter
finanzmathematischer Methoden, wie zum Beispiel anerkannten Optionspreismodellen oder
der Diskontierung zukünftiger Zahlungszuflüsse mit dem Marktzinssatz, ermittelt und
durch Bestätigungen der Banken, die die Geschäfte abwickeln, überprüft.
Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen den Anschaffungskosten abzüglich
Tilgungen, Wertminderungen und der Amortisation einer Differenz zwischen den Anschaffungskosten
und dem bei Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag, welche entsprechend der Effektivzinsmethode
berücksichtigt wird. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald Manz Vertragspartei
des Finanzinstruments wird. Eine Ausbuchung erfolgt grundsätzlich dann, wenn das vertragliche
Recht auf Cashflows ausläuft oder dieses Recht auf einen Dritten übertragen wird.
Zu den originären Finanzinstrumenten gehören insbesondere Forderungen gegen Kunden,
Wertpapiere und Flüssige Mittel sowie Finanzschulden und Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen. Bei erstmaliger Erfassung werden die originären Finanzinstrumente
mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bei der Erstbewertung entspricht der beizulegende
Zeitwert grundsätzlich dem Transaktionspreis, d.h. der hingegebenen oder der empfangenen
Gegenleistung.
Nach dem erstmaligen Ansatz werden die originären Finanzinstrumente, je nach der Kategorie,
zu der sie gehören, entweder mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder mit ihren fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet.
Kredite und Forderungen, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, werden grundsätzlich
zu fortgeführten Anschaffungskosten, abzüglich der Wertminderungen, bilanziert. Wertminderungen
werden vorgenommen, wenn objektive Hinweise für eine solche vorliegen. Hinweise auf
eine Wertminderung können dann gegeben sein, wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass
der Schuldner oder eine Gruppe von Schuldnern erhebliche finanzielle Schwierigkeiten
hat, bei Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, der Wahrscheinlichkeit
einer Insolvenz und wenn beobachtbare Daten auf eine messbare Verringerung der erwarteten
künftigen Cashflows hinweisen, wie Änderung der Rückstände oder wirtschaftlichen Bedingungen,
die mit Ausfällen korrelieren. Diese Kategorie umfasst in der Manz-Gruppe vor allem
Forderungen gegen Kunden und sonstige Forderungen.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert
bewertet. In diese Kategorie fallen in der Manz Gruppe vor allem Wertpapiere. Der
Unterschied zwischen den Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert wird ergebnisneutral
behandelt und unter Berücksichtigung latenter Steuern im Eigenkapital unter Gewinnrücklagen
aus der Marktbewertung von Wertpapieren ausgewiesen. Liegt der beizulegende Zeitwert
dauerhaft oder wesentlich unter dem Buchwert, so wird die Wertminderung ergebniswirksam
erfasst. Bei Wertpapieren ist der beizulegende Zeitwert in der Regel ein Börsenkurs.
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.
In der Manz-Gruppe kommen diese originären Finanzinstrumente nicht vor.
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente werden mit ihren fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung werden erfolgswirksam
erfasst. Sie kommen in der Manz-Gruppe nicht vor.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung, mit Ausnahme der derivativen
Finanzinstrumente, zu fortgeführen Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode
bewertet.
Die Manz AG setzt derivative Finanzinstrumente nur zur Absicherung der aus operativen
Tätigkeiten resultierenden Zins- und Währungsrisiken ein.
Die derivativen Finanzinstrumente werden nach IAS 39 bei ihrer erstmaligen Erfassung
sowie in der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Zeitwerte
von gehandelten derivativen Finanzinstrumenten entsprechen den Marktpreisen. Nicht
gehandelte derivative Finanzinstrumente werden unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle,
basierend auf Discounted-Cashflow-Analysen und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter,
berechnet.
Für die Erfassung der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte - erfolgswirksame Erfassung
in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutrale Erfassung im Eigenkapital
- ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine wirksame Sicherungsbeziehung
gemäß IAS 39 eingebunden ist oder nicht. Liegt kein Hedge Accounting vor, werden die
Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente sofort
erfolgswirksam erfasst. Besteht hingegen eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS
39, wird der Besicherungszusammenhang als solcher bilanziert.
Bei Manz werden die Vorschriften des Hedge Accounting gemäß IAS 39 zur Sicherung von
zukünftigen Zahlungsströmen (Cashflow Hedges) angewandt. Hierbei wird zu Beginn der
Sicherungsbeziehung die Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft dokumentiert,
einschließlich der Risikomanagementziele. Des Weiteren wird bei Eingehen der Sicherungsbeziehung
als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert, ob das in die Sicherungsbeziehung
designierte Sicherungsinstrument hinsichtlich der Kompensation der Änderung der Cashflows
der Grundgeschäfte im hohen Maße effektiv ist.
Der effektive Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines Derivates oder eines
originären Finanzinstruments, das als Sicherungsinstrument designiert worden ist,
wird nach Abzug latenter Steuern im Eigenkapital unter Gewinnrücklagen aus Cashflow
Hedges erfasst. Der auf den ineffektiven Teil entfallende Gewinn oder Verlust wird
sofort erfolgswirksam in den "sonstigen betrieblichen Erträgen" oder "sonstigen betrieblichen
Aufwendungen" ausgewiesen.
Im Eigenkapital erfasste Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung
überführt, in der auch das Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Falls der Eintritt
des ursprünglich abgesicherten Grundgeschäfts nicht mehr erwartet wird, werden die
bis dahin innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesenen kumulierten, nicht realisierten
Gewinne und Verluste ebenfalls ergebniswirksam erfasst.
Zu den Bilanzstichtagen 31. Dezember 2010 und 31. Dezember 2009 bestanden keine derivativen
Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsschwankungen, weil keine wesentlichen
offenen Fremdwährungspositionen bestanden, bzw. keine Transaktionen in Fremdwährung
geplant waren. Zur Absicherung von Zinsschwankungen wurde im Dezember 2010 ein Zinsbegrenzungsgeschäft
für ein Bankdarlehen in Höhe von 3,7 Mio. EUR abgeschlossen. Ansonsten bestehen keine
weiteren derivativen Finanzinstrumente bei Manz.
Unter den als kurzfristig ausgewiesenen Wertpapieren sind im Wesentlichen börsennotierte,
überwiegend kurzfristig angelegte Investmentfondsanteile und festverzinsliche Wertpapiere,
die bei Erwerb eine Restlaufzeit von mehr als drei Monaten und weniger als einem Jahr
aufweisen. Die Wertpapiere gehören ausnahmslos der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar"
an und werden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bei der Erstbewertung werden
Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswertes
zuzurechnen sind; die Erstbewertung erfolgt zum Erfüllungstag. Unrealisierte Gewinne
und Verluste werden, unter Berücksichtigung latenter Steuern, bei den Gewinnrücklagen
erfasst. Bei Veräußerung wird der Gewinn oder Verlust erfolgswirksam. Liegen wesentliche
objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswertes vor, wird dieser erfolgswirksam
abgeschrieben.
Die flüssigen Mittel umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Form
von Geldkonten und kurzfristigen Geldanlagen bei Kreditinstituten, die beim Zugang
eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Sie werden mit den fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet.
Als Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten Mitarbeiter des Konzerns (einschließlich
der Führungskräfte) eine aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten.
Dieser sog. Performance Share Plan wurde im Geschäftsjahr 2008 erstmalig eingeführt.
Die Kosten aus der Gewährung der Aktienzusagen werden zum beizulegenden Zeitwert dieser
Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Der beizulegende Zeitwert
wird unter Anwendung eines geeigneten Bewertungsmodells ermittelt (zu Einzelheiten
siehe Angabe 9).
Die Erfassung der aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen
und die korrespondierende Erhöhung des Eigenkapitals erfolgt über den Zeitraum, in
dem die Ausübungs- bzw. Leistungsbedingungen erfüllt werden müssen (sog. Erdienungszeitraum).
Dieser Zeitraum endet am Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit, d.h. dem Zeitpunkt,
an dem der betroffene Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die an jedem
Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten
Aufwendungen aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente reflektieren den bereits
abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente,
die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich
ausübbar werden. Der im Periodenergebnis erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der
Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten
Aufwendungen.
Für Vergütungsrechte, die nicht ausübbar werden, wird kein Aufwand erfasst. Hiervon
ausgenommen sind Vergütungsrechte, für deren Ausübbarkeit bestimmte Marktbedingungen
erfüllt sein müssen. Diese werden unabhängig davon, ob die Marktbedingungen erfüllt
sind, als ausübbar betrachtet - vorausgesetzt, dass alle sonstigen Leistungsbedingungen
erfüllt sind.
Werden die Bedingungen einer Vergütungsvereinbarung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente
geändert, so werden Aufwendungen mindestens in der Höhe erfasst, in der sie angefallen
wären, wenn die Vertragsbedingungen nicht geändert worden wären. Die Gesellschaft
erfasst außerdem die Auswirkungen von Änderungen, die den gesamten beizulegenden Zeitwert
der aktienbasierten Vergütungsvereinbarung erhöhen oder mit einem anderen Nutzen für
den Arbeitnehmer verbunden sind, bewertet zum Zeitpunkt der Änderung.
Wird eine Vergütungsvereinbarung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente annulliert,
wird diese so behandelt, als ob sie am Tag der Annullierung ausgeübt worden wäre.
Der bislang noch nicht erfasste Aufwand wird sofort erfasst. Dies findet auf alle
Vergütungsvereinbarungen Anwendung, wenn Nicht-Ausübungsbedingungen, auf die entweder
das Unternehmen oder die Gegenpartei Einfluss haben, nicht erfüllt werden. Wird die
annullierte Vergütungsvereinbarung jedoch durch eine neue Vergütungsvereinbarung ersetzt
und die neue Vergütungsvereinbarung am Tag ihrer Gewährung als Ersatz für die annullierte
Vergütungsvereinbarung deklariert, werden die annullierte und die neue Vergütungsvereinbarung
wie eine Änderung der ursprünglichen Vergütungsvereinbarung bilanziert (vgl. hierzu
den obigen Abschnitt).
Der verwässernde Effekt der ausstehenden Aktienzusagen wird bei der Berechnung des
Ergebnisses je Aktie (verwässert) als zusätzliche Verwässerung berücksichtigt (zu
Einzelheiten siehe Angabe 12).
Erwirbt der Konzern eigene Aktien, so werden diese zu Anschaffungskosten erfasst und
vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf, die Ausgabe oder die Einziehung
von eigenen Aktien wird nicht erfolgswirksam erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür
besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen
Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über
den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen,
die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert werden
in der Bilanz als passivischer Abgrenzungsposten angesetzt und in gleichen Raten über
die geschätzte Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts ertragswirksam aufgelöst.
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode
werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde
bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden
die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den
Ländern gelten, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt.
Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital verbucht
werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst.
Latente Steuern werden auf alle temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen der
Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet. Latente Steuern auf Verlustvorträge werden
aktiviert, sofern damit gerechnet wird, dass diese genutzt werden können.
Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Realisationszeitpunkt
zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern gelten
oder erwartet werden. Latente Steuern, die sich auf direkt im Eigenkapital erfasste
Posten beziehen, werden im Eigenkapital ausgewiesen. Aktive und passive latente Steuern
werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung
der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hätte
und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der
gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected
Unit Credit Method") gemäß IAS 19 ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben den
am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende
Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Sofern Pensionsverpflichtungen
durch Planvermögen rückgedeckt wurden, werden diese saldiert ausgewiesen.
Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung
biometrischer Rechnungsgrundlagen. Die erfolgswirksame Erfassung versicherungsmathematischer
Gewinne und Verluste erfolgt erst dann, wenn die zu Beginn des Geschäftsjahres nicht
erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste zehn Prozent des höheren
Wertes von Anwartschaftsbarwert und Planvermögen (Korridormethode) übersteigen. Der
Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung
im Finanzergebnis. Der Zinssatz, der zur Abzinsung der Rückstellungen verwendet wird,
wird ausgehend von der Rendite langfristiger erstrangiger Industrieanleihen am Bilanzstichtag
bestimmt.
Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn aus einem Ereignis der Vergangenheit
eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht,
die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und dieser verlässlich
geschätzt werden kann. Rückstellungen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung
aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet. Der Erfüllungsbetrag
wird auf Basis der bestmöglichen Schätzung berechnet. Der Erfüllungsbetrag umfasst
auch die erwarteten Kostensteigerungen.
Rückstellungen für Gewährleistungen werden unter Berücksichtigung des bisherigen bzw.
des geschätzten zukünftigen Schadenverlaufs gebildet. Langfristige Rückstellungen
werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Als
Zinssatz wird ein Zinssatz vor Steuern verwendet, der die aktuellen Markterwartungen
im Hinblick auf den Zinseffekt sowie die für den Sachverhalt spezifischen Risiken
widerspiegelt. Der aus der Aufzinsung entstehende Zinsaufwand wird in den Finanzaufwendungen
ausgewiesen.
Abgegrenzte Schulden werden nicht unter den Rückstellungen, sondern sachverhaltsbezogen
unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bzw. unter den sonstigen
Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden,
entsprechend der Effektivzinsmethode, berücksichtigt. Kurzfristige Verbindlichkeiten
werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt grundsätzlich erst zu dem Zeitpunkt, zu dem
die Erzeugnisse oder Waren geliefert bzw. die Leistungen erbracht sind und der Gefahrenübergang
an den Kunden stattgefunden hat. Skonti, Kundenboni und Rabatte vermindern die Umsatzerlöse.
Bei Fertigungsaufträgen werden Umsätze nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode)
erfasst.
Die produktionsbezogenen Aufwendungen werden mit der Lieferung bzw. der Inanspruchnahme
der Leistung erfasst, alle sonstigen Aufwendungen im Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand.
Dies gilt auch für nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten. Rückstellungen für
Gewährleistung werden im Zeitpunkt des Verkaufs der Produkte gebildet. Zinsen und
sonstige Fremdkapitalkosten werden als Aufwand der Periode gebucht.
Die Eventualschulden stellen mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten dar, die aus
vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten
eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der
Kontrolle der Manz-Gruppe stehen, erst noch bestätigt werden müssen. Des Weiteren
entstehen Eventualschulden aus einer gegenwärtigen Verpflichtung, die auf vergangenen
Ereignissen beruht, die jedoch nicht bilanziert werden, weil der Abfluss von Ressourcen
nicht wahrscheinlich ist, bzw. die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich
geschätzt werden kann.
Zur Erstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen und Schätzungen notwendig, die
sich auf Ansatz, Bewertung und Ausweis der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen
sowie Eventualforderungen und -schulden auswirken. Die wesentlichen Sachverhalte,
die von solchen Ermessensentscheidungen und von Schätzung betroffen sind, beziehen
sich auf die Realisierbarkeit von Forderungen, die Ermittlung des Fertigstellungsgrads
bei langfristiger Auftragsfertigung, die Annahmen über zukünftige Cashflows von Zahlungsmittel
generierenden Einheiten (ZGE) und Entwicklungsprojekten sowie die Bilanzierung und
Bewertung von Rückstellungen. Die tatsächlich eintretenden Werte können im Einzelfall
von den Schätzungen abweichen. Die Buchwerte der durch Schätzungen betroffenen Vermögenswerte
und Schulden können den Aufgliederungen der einzelnen Bilanzposten entnommen werden.
Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell
verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Insbesondere werden bezüglich der erwarteten künftigen
Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden
Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des globalen
und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende
und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen
können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten
abweichen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende
Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht,
dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte
von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden im Folgenden erläutert:
Geschäfts- oder Firmenwerte: Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird
jährlich im Rahmen eines Impairment-Tests geprüft. Im Zuge dieses Tests müssen vor
allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden.
Zur Ermittlung des erzielbaren Betrags ist ein angemessener Diskontierungszinssatz
zu wählen. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation
in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse beziehungsweise
des Diskontierungszinssatzes und somit gegebenenfalls zu einer außerplanmäßigen Abschreibung
der Geschäfts- oder Firmenwerte führen.
Entwicklungskosten: Entwicklungskosten werden entsprechend den Angaben in den dargestellten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aktiviert. Für Zwecke der Ermittlung der zu
aktivierenden Beträge hat die Unternehmensleitung Annahmen über die Höhe der zu erwartenden
künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den
Zeitraum des Zuflusses von erwartenden zukünftigen Cashflows, die Vermögenswerte generieren,
zu treffen.
Sachanlagen: Technischer Fortschritt, eine Verschlechterung der Marktsituation oder
Schäden können zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Sachanlagen führen.
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen: Die Bilanzierung von Forderungen
aus Fertigungsaufträgen werden nach der Percentage-of-Completion-Methode gemäß IAS
11 vorgenommen. Die Umsätze werden entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen.
Hierbei ist eine exakte Schätzung des Auftragsfortschritts wesentlich für die Bilanzierung.
In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrads umfassen die
wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch
anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse und -risiken sowie andere Beurteilungen.
Pensionsrückstellungen: Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen kommt es durch
die Wahl der Prämissen wie Rechnungszins oder Trendannahmen sowie durch den Ansatz
biometrischer Wahrscheinlichkeiten zu Abweichungen im Vergleich zu den tatsächlichen
im Zeitablauf entstehenden Verpflichtungen.
Drohverlustrückstellungen: Drohverlustrückstellungen werden in der Regel für nachteilige
Bezugs- und Absatzverträge gebildet. Eine künftige Änderung der Marktpreise auf der
Bezugs- oder Absatzseite kann zu einer Anpassung der Drohverlustrückstellungen führen.
Ertragsteuern: Für die Bildung von Steuerrückstellungen sowie bei der Beurteilung
der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge sind gleichermaßen
Schätzungen vorzunehmen. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern
bestehen Unsicherheiten in Bezug auf die Auslegung komplexer Steuervorschriften sowie
auf die Höhe und den Zeitpunkt künftiger zu versteuernder Einkünfte.
Das IASB und das IFRIC haben folgende Standards und Interpretationen neu verabschiedet,
die ab dem Geschäftsjahr 2010 verpflichtend anzuwenden sind:
Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS (2009) "Verbesserung der International
Financial Reporting Standards": Die Änderungen sind das Ergebnis des jährlichen Verbesserungsprozesses
(Annual Improvement Process) des IASB und betreffen eine Vielzahl einzelner IFRS.
Die Änderungen sollen den Inhalt der Vorschriften konkretisieren und unbeabsichtigte
Inkonsistenzen zwischen den Standards beseitigen. Die erstmalige Anwendung dieser
Änderungen hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss.
IFRS 1 (2008) "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards":
Die Neufassung des IFRS 1 betrifft ausschließlich den formalen Aufbau des Standards.
Die Neufassung des IFRS 1 hatte keine Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss.
Zusätzliche Annahmen für Erstanwender - Änderung des IFRS 1 (2009) "Erstmalige Anwendung
der International Financial Reporting Standards": Die Änderungen betreffen die rückwirkende
Anwendung der IFRS in bestimmten Situationen und sollen gewährleisten, dass dem Erstanwender
bei der IFRS-Umstellung keine verhältnismäßig hohen Kosten entstehen. Die Änderungen
hatten keine Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss.
Aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich im Konzern: Änderungen des
IFRS 2 (2009) "Aktienbasierte Vergütung": Durch die Änderungen soll eine Klarstellung
hinsichtlich der Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich im
Konzern erfolgen. Die erstmalige Anwendung des geänderten IFRS 2 hatte keine Auswirkungen
auf den Manz-Konzernabschluss.
IFRS 3 (2008) "Unternehmenszusammenschlüsse": Die wesentlichen Änderungen betreffen
den Anwendungsbereich und die Bilanzierung sukzessiver Anteilserwerbe sowie die Einführung
eines Wahlrechts: Nicht beherrschende Anteile können entweder zum beizulegenden Zeitwert
oder mit dem anteiligen Nettovermögen bewertet werden. Je nach Ausübung des Wahlrechts
wird ein im Rahmen des Unternehmenserwerbs eventuell entstehender Geschäfts- oder
Firmenwert vollständig oder nur anteilig ausgewiesen. Darüber hinaus enthält der überarbeitete
Standard Neuerungen zum Ansatz und zur Bewertung übernommener Vermögenswerte und Schulden.
Die Änderungen des IFRS 3 wirken sich auf die Bilanzierung von Unternehmenserwerbe
im Manz-Konzernabschluss aus.
IAS 27 (2008) "Konzern- und Einzelabschlüsse": Die Neufassung des IAS 27 enthält insbesondere
geänderte Regelungen hinsichtlich der Bilanzierung von Änderungen der Beteiligungsquoten.
Künftig ist eine erfolgsneutrale Erfassung für Transaktionen vorgesehen, durch die
ein Mutterunternehmen seine Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen verändert,
ohne dabei die Beherrschung über das Tochterunternehmen zu verlieren. Die Neufassung
des IAS 27 wirkt sich auf die Bilanzierung von Änderungen der Beteiligungsquoten aus.
Geeignete Grundgeschäfte - Änderung des IAS 39 (2008) "Finanzinstrumente: Ansatz und
Bewertung": Durch die Änderung des IAS 39 werden die Anwendungsgrundsätze des Hedge
Accounting in den Bereichen Designation von Inflationsrisiken als Grundgeschäft sowie
Designation eines einseitigen Risikos in einem Grundgeschäft ergänzt. Die Änderung
hatte keine Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss.
IFRIC 12 "Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen": IFRIC 12 regelt die Bilanzierung
von Vereinbarungen, bei denen die öffentliche Hand als Konzessionsgeber Aufträge an
private Betreiber als Konzessionsnehmer vergibt und die der Bereitstellung öffentlicher
Dienstleistungen dienen, zum Beispiel von Flughäfen, Gefängnissen, Energie- und Wasserversorgungseinrichtungen
etc. Zur Erfüllung dieser Aufgaben nutzt der Betreiber eine Infrastruktur, die in
der Verfügungsmacht der öffentlichen Hand bleibt. Für Bau, Betrieb und Instandhaltung
jedoch ist der Betreiber zuständig. Die erstmalige Anwendung des IFRIC 12 hatte keine
Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss.
IFRIC 15 "Vereinbarungen zum Bau von Immobilien": Die Interpretation IFRIC 15 befasst
sich mit der Bilanzierung von Immobilienverkäufen, bei denen der Vertragsabschluss
mit einem Dritten bereits vor Fertigstellung der Immobilie erfolgt. IFRIC 15 stellt
hierzu klar, unter welchen Bedingungen IAS 11 "Fertigungsaufträge" oder IAS 18 "Erträge"
zur Anwendung kommt. Des Weiteren wird durch die Interpretation der Zeitpunkt der
Umsatzrealisierung festgelegt. Die Interpretation hatte keine Auswirkung auf den Manz-Konzernabschluss.
IFRIC 16 "Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb":
IFRIC 16 regelt die Fragen, was als Risiko bei der Absicherung einer Nettoinvestition
in einen ausländischen Geschäftsbetrieb anzusehen ist und wo innerhalb des Konzerns
das Sicherungsinstrument zur Minderung dieses Risikos gehalten werden darf. Die Interpretation
hatte keine Auswirkung auf den Manz-Konzernabschluss.
IFRIC 17 "Sachdividenden an Eigentümer": Die Interpretation regelt die bilanzielle
Behandlung von Sachdividenden im IFRS-Abschluss des zu leistenden Unternehmens. Die
Verpflichtung aus einer Sachdividendenausschüttung ist in Übereinstimmung mit den
Vorschriften des IAS 37 zu bewerten. Der bilanzielle Ansatz erfolgt zu dem Zeitpunkt,
ab dem die Ausschüttung ordnungsgemäß genehmigt wurde und nicht mehr im Ermessen des
zu leistenden Unternehmens liegt. Die erstmalige Anwendung der Interpretation von
IFRIC 17 hatte keine Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss.
IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten von Kunden": Die Interpretation regelt die
Bilanzierung von Vermögenswerten, die ein Unternehmen von einem Kunden erhält, um
diesen an ein Leitungsnetz anzuschließen oder ihm einen dauerhaft Zugang zur Versorgung
mit Gütern oder Dienstleistungen zu gewähren. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 18
hatte keine Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss.
Das IASB und das IFRIC veröffentlichten bereits folgende Standards und Interpretationen,
deren Anwendung für das Geschäftsjahr 2010 jedoch noch nicht verpflichtend ist. Die
künftige Anwendung setzt teilweise noch die Übernahme durch die EU in europäisches
Recht voraus.
Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS (2010) "Verbesserungen der International
Financial Reporting Standards": Die Änderungen sind das Ergebnis des jährlichen Verbesserungsprozesses
(Annual Improvement Process) des IASB und betreffen eine Vielzahl einzelner IFRS.
Die Änderungen sollen den Inhalt der Vorschriften konkretisieren und unbeabsichtigte
Inkonstistenzen zwischen den Standards beseitigen. Sofern im jeweiligen Standard nichts
anderes geregelt ist, sind die Änderungen erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden,
die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Die Änderungen sind noch nicht in europäisches
Recht übernommen. Die Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.
Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7 - Änderung
des IFRS 1 (2010) "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards":
Mit dieser Änderung werden Erstanwender von den im März 2009 eingeführten neuen Anhangsangaben
zu Finanzinstrumenten ausgenommen. IFRS 1 (2010) ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden,
die nach dem 30. Juni 2010 beginnen. Die Änderungen werden keine Auswirkungen auf
den Manz-Konzernabschluss haben.
Änderungen an IFRS 1 (2010) "Erstmalige Anwendungen der International Financial Reporting
Standards": Durch die erste Änderung wird der Verweis auf den festen Umstellungszeitpunkt
"1. Januar 2004" durch "Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS" ersetzt. Die zweite Änderung
gibt Anwendungsleitlinien vor, wie bei der Darstellung von IFRS-konformen Abschlüssen
vorzugehen ist, wenn ein Unternehmen für einige Zeit die IFRS-Vorschriften nicht einhalten
konnte, weil seine funktionale Währung starker Hochinflation unterlag. Die Änderungen
sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen. Die
Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Die Änderungen werden keine Auswirkungen
auf den Manz-Konzernabschluss haben.
Erweiterte Angabepflichten bei der Übertragung finanzieller Vermögenswerte - Änderungen
des IFRS 7 (2010) "Finanzinstrumente: Angaben": Die Änderungen führen zu erweiterten
Anhangsangaben bei der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten und sollen den
Bilanzadressaten einen besseren Einblick in derartige Transaktionen ermöglichen. Die
Änderungen wurden noch nicht in europäisches Recht übernommen. Die Änderungen sind
erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen.
Die Änderungen werden keine Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Manz-Konzernabschluss haben.
IFRS 9 "Finanzinstrumente": Mit den Veröffentlichungen des IFRS 9 (2009) und IFRS
9 (2010) schließt das IASB die erste von drei Phasen der Reform der Bilanzierung von
Finanzinstrumenten ab. Das IASB beabsichtigt mit IFRS 9 den bestehenden IAS 39 "Finanzintrumente:
Ansatz und Bewertung" vollständig zu ersetzen. Der Standard befasst sich in der ersten
Phase mit der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten. Durch IFRS 9 werden
die bisher bestehenden Bewertungskategeorien auf nunmehr zwei Bewertungskategorien
reduziert: zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert. Der Standard ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach
dem 1. Januar 2013 beginnen. IFRS 9 wurde noch nicht in europäisches Recht übernommen.
Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Manz werden derzeit geprüft.
Änderungen des IAS 12 "Ertragsteuern": Die Änderung stellt zumindest teilweise die
Behandlung temporärer steuerlicher Differenzen in Zusammenhang mit der Anwendung des
Zeitwertmodells von IAS 40 "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" klar. Als
weitere Konsequenz führt die Änderung des IAS 12 zu einer Anpassung des SIC 12 "Ertragsteuern
- Realisierung von neu bewerteten, nicht planmäßig abzuschreibenden Vermögenswerten".
Die Änderungen sind erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1.
Januar 2012 beginnen. Die Änderungen wurden noch nicht in europäisches Recht übernommen.
Die Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss werden derzeit noch geprüft.
IAS 24 (2009) "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen":
Durch die Überarbeitung des IAS 24 werden zunächst Berichtspflichten von Unternehmen,
an denen der Staat beteiligt ist, vereinfacht. Bestimmte Beziehungen zu nahestehenden
Unternehmen und Personen, die sich aus einer Beteiligung des Staates ergeben, sind
von den Angabepflichten des IAS 24 ausgenommen. Des Weiteren wurde die Definition
der nahestehenden Unternehmen und Personen grundlegend überarbeitet. Der überarbeitete
Standard ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2010
beginnen. Die Änderungen werden keine Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss haben.
Einstufung von Bezugsrechten - Änderungen des IAS 32 (2009) "Finanzinstrumente: Darstellung":
Die Änderung regelt die Bilanzierung von in Fremdwährung lautenden Bezugsrechten sowie
Optionen und Optionsscheinen beim Emittenten, auf dessen Eigenkapitalinstrumente sich
diese Rechte beziehen. Künftig sind diese Rechte als Eigenkapital und nicht mehr als
Schulden auszuweisen. Der überarbeitete Standard ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden,
die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen. Die Änderungen werden voraussichtlich
keine Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss haben.
Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen - Änderung des IFRIC
14 (2009) "IAS 19 - Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften
und ihre Wechselwirkung": Die Änderung von IFRIC 14 ist in den Fällen relevant, in
denen ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen unterliegt und Vorauszahlungen
leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung ermöglicht
es den Unternehmen, den Vorteil aus einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert
anzusetzen. IFRIC 14 ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach
dem 1. Januar 2011 beginnen. Die Änderungen werden voraussichtlich keine wesentlichen
Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss haben.
IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente": Durch
IFRIC 19 werden die Anforderungen in den IFRS verdeutlicht, wenn ein Unternehmen die
vollständige oder teilweise Tilgung einer finanziellen Verbindlichkeit durch die Ausgabe
von Aktien oder anderen Eigenkapitalintrumenten vornimmt. Die Interpretation ist erstmals
für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Die Änderungen
werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Manz-Konzernabschluss
haben.
Die sachliche und regionale Aufteilung der Umsatzerlöse ist in der Segmentberichterstattung
(Seite 144 & 145) wiedergegeben. Wir verweisen auch auf unsere Erläuterungen zur Segmentberichterstattung.
In den Umsatzerlösen sind Umsätze aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 168.268 TEUR
(Vj. 74.367 TEUR) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden insbesondere für folgende Projekte Entwicklungskosten
aktiviert:
| ― |
OneStep Selektiver Emitter-Technologie |
| ― |
Hochpräzisionsdruck HAP 2400 |
| ― |
Laserstrukturierung der Generation 2 |
| ― |
CIGS-Dünnschicht-Technologie |
| ― |
Vakuumbeschichtung für kristalline Solarzellen und Dünnschicht-Solarmodule |
| ― |
Weiterentwicklung des Metallisierungsprozesses |
| ― |
Weiterentwicklungen beim Laserstrukturierungsprozess im Bereich Dünnschicht-Technologie (tfs) |
| ― |
Weiterentwicklungen im Bereich des FPD-Handlings |
| ― |
Entwicklungen im Bereich der Lithium-Ionen-Batterien |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Kursgewinne | 826 | 4.647 |
| Erträge aus der Verminderung von Rückstellungen | 2.348 | 1.036 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 508 | 743 |
| Erträge aus Anlageverkäufen | 13 | 34 |
| Fördergelder | 222 | 232 |
| Veränderung Wertberichtigungen auf Forderungen | 1.837 | 1.981 |
| Investitionszuschüsse | 88 | 98 |
| Übrige | 586 | 742 |
|
|
6.429 | 9.513 |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 113.218 | 55.254 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 8.340 | 5.105 |
|
|
121.558 | 60.359 |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Löhne und Gehälter | 43.676 | 30.659 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 7.977 | 6.651 |
|
|
51.653 | 37.310 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt |
|
|
| Produktion | 931 | 755 |
| Kaufmännischer / technischer Bereich | 605 | 591 |
| Auszubildende | 28 | 20 |
|
|
1.564 | 1.366 |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Ausgangsfrachten, Verpackung | 1.580 | 1.184 |
| Werbe- und Reisekosten | 4.543 | 2.267 |
| Provisionen | 1.233 | 1.462 |
| Mieten und Leasing | 4.758 | 4.524 |
| Rechts- und Beratungskosten | 1.311 | 964 |
| Versicherungen | 386 | 528 |
| Kursverluste | 1.068 | 1.640 |
| Zuführung zu sonstigen Rückstellungen (v.a. Nacharbeiten, Gewährleistungen und Drohverluste) |
968 | 2.143 |
| Reparatur und Instandhaltung | 504 | 275 |
| Veränderung Wertberichtigungen auf Forderungen | 52 | 16 |
| Übrige | 11.937 | 6.937 |
|
|
28.339 | 21.940 |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
|
|
| Bankzinsen (Termingelder u.ä.) | 302 | 414 |
| Erträge aus Wertpapieren | 230 | 467 |
|
|
|
|
| Ertrag aus Neubewertung sukzessiver Anteilserwerb Axystems | 157 | 0 |
| Gewinne aus dem Abgang von Wertpapieren | 248 | 2.720 |
|
|
937 | 3.601 |
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
|
|
| langfristige Verbindlichkeiten | 47 | 163 |
| kurzfristige Verbindlichkeiten | 259 | 271 |
| Zinsanteil Pensionsrückstellungen | 268 | 217 |
| sonstige Zinsaufwendungen | 5 | 9 |
| Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren | 196 | 0 |
|
|
775 | 660 |
Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2008 für Mitglieder des Vorstands und andere teilnahmeberechtigte
Mitarbeiter einen Performance Share Plan eingeführt. Hierbei werden Aktienzusagen
mit einer Wartezeit (Vesting Period) von 3 Jahren und einer maximalen Gesamtlaufzeit
von 6 Jahren gewährt. Nach Ablauf der Wartezeit erhält der Empfänger eine Manz-Aktie
zum Preis von 1,00 EUR. Die Aktienzusagen verfallen, wenn das Beschäftigungsverhältnis
gekündigt oder ein Aufhebungsvertrag geschlossen wird. Die Aktienzusagen sind während
der Wartezeit nicht dividendenberechtigt. Die Manz AG kann die Aktienzusagen durch
neue ausgegebene Aktien, durch eigene Aktien oder durch Geldzahlung abgelten. Die
Art der Abgeltung legen Vorstand und Aufsichtsrat fest.
Die Aktienzusagen (Bezugsrechte) werden nach freiem Ermessen des Vorstandes mit Zustimmung
des Aufsichtsrates - soweit es sich um Vorstandsmitglieder handelt, nach freiem Ermessen
des Aufsichtsrates - in jährlichen Tranchen, binnen eines Zeitraums von drei Monaten
nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft, ausgegeben.
Die Anzahl der insgesamt auszugebenden Aktien richtet sich nach der Anzahl der Bezugsberechtigten
je Tranche, nach dem Grad der Erreichung der Erfolgsziele (Erfolgsfaktor) und nach
der Haltedauer der Bezugsrechte (Treuefaktor). Der Erfolgsfaktor bezieht sich für
die einzelnen Tranchen auf die jeweilige EBIT-Marge des Konzernabschlusses. Der Treuefaktor
wird bestimmt durch die Haltedauer der Bezugsrechte und kann sich bis zu einem Maximal-Faktor
von 2,00 erhöhen, wenn die Bezugsrechte erst innerhalb des sechsten Kalenderjahres
nach Ausgabe der Bezugsrechte ausgeübt werden.
Im Geschäftsjahr 2010 räumte die Gesellschaft 12 (Vj. 14) Mitarbeitern und Mitgliedern
des Vorstands 6.059 (Vj. 6.665) Aktienzusagen/Bezugsrechte ein. Hiervon entfallen
2.739 (Vj. 3.320) auf den Vorstand.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Aktienzusagen/Bezugsrechte mit
den entsprechenden gewichteten durchschnittlichen beizulegenden Zeitwerten je zugesagter
Aktie zum Zeitpunkt ihrer Gewährung:
|
|
(in Stück) | (in EUR) |
|
|
Aktienzusagen/ Bezugsrechte |
Gewichteter durchschnittlicher beizulegender Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt |
| Bestand am Jahresanfang (nicht erdient) | 9.053 | 122,20 |
| In der Berichtsperiode verfallen | -2.388 | 212,69 |
| In der Berichtsperiode gewährt | 6.059 | 83,38 |
| Bestand am Jahresende (nicht erdient) | 12.724 | 86,73 |
Die Bilanzierung der Aktienzusagen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert
der Zusagen zum Zeitpunkt der Gewährung und wird im Personalaufwand sowie einer korrespondierenden
Erhöhung des Eigenkapitals (Kapitalrücklage) erfasst. Die Ermittlung der Zeitwerte
erfolgt unter Anwendung des Black-Scholes-Modells. Folgende Parameter liegen der Berechnung
zugrunde:
|
|
2010 | 2009 |
| Ausübungspreis (in EUR) | 1,00 | 1,00 |
| Risikofreier Zinssatz p.a. | 1,09 % | 1,88 % |
| Volatilität | 80,50 % | 84,75 % |
| Erwartete Dividenden (in EUR) | 0,00 | 0,00 |
| Fair Value je Aktienzusage (in EUR) | 83,38 | 92,35 |
Der beizulegende Zeitwert der im Berichtsjahr gewährten Aktienzusagen beläuft sich
auf 505 TEUR (Vj. 598 TEUR). Im Berichtsjahr wurde aus dem Performance Share Plan
ein Aufwand von 169 TEUR (Vj. 104 TEUR) erfasst, der unter den Personalaufwendungen
ausgewiesen wird. Durch die im Berichtsjahr verfallenen 2.388 Aktienzusagen aus der
ersten Tranche im Geschäftsjahr 2008 wurden die bis dato in der Kapitalrücklage kumuliert
erfassten Aufwendungen in Höhe von 182 TEUR erfolgswirksam aufgelöst und im Personalaufwand
ausgewiesen.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag umfassen sowohl tatsächliche als auch latente
Ertragsteuern aus temporären Differenzen sowie aus bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen.
Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Tatsächlicher Steueraufwand |
|
|
| Laufende Periode | 912 | 125 |
| Vorperioden | -125 | 52 |
| Latenter Steueraufwand / -ertrag (-) aus temporären Differenzen | 3.703 | -1.933 |
| Latenter Steueraufwand / -ertrag (-) aus steuerlichen Verlustvorträgen | -5.602 | -1.520 |
|
|
-1.112 | -3.276 |
Die Berechnung des laufenden Ertragsteueraufwands erfolgt unter Anwendung der zum
Bilanzstichtag geltenden Steuersätze. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde
der inländische Steuersatz von 29,13 % (Vj. 28,08 %) berücksichtigt.
Der Ertragsteuerertrag im Berichtsjahr in Höhe von 1.112 TEUR (Vorjahr: 3.276 TEUR)
leitet sich wie folgt von einem "erwarteten" Ertragsteueraufwand ab, der sich bei
Anwendung des gesetzlichen Ertragsteuersatzes des Mutterunternehmens auf das Ergebnis
vor Ertragsteuern ergeben hätte:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 688 | -12.984 |
| Ertragsteuersatz der Manz Automation AG | 29,13 % | 28,08 % |
| Erwarteter Ertragsteueraufwand | 200 | -3.646 |
| Steuersatzunterschiede Ausland | -735 | 186 |
| Änderung des Steuersatzes | -180 | 0 |
| Abweichung steuerliche Bemessungsgrundlage | 337 | 141 |
| Steuern für Vorjahre | -125 | 52 |
| Steuerfreie Erträge | -395 | 0 |
| Steuergutschriften | -204 | 0 |
| Steuererstattung aufgrund Verlustrücktrag | 0 | -81 |
| Nichtansatz steuerlicher Verlustvorträge | 66 | 0 |
| Sonstiges | -76 | 72 |
| Ausgewiesener Ertragsteueraufwand | -1.112 | -3.276 |
| Effektive Steuerbelastung | -161,57 % | 25,23 % |
Die aktiven und passiven latenten Steuern auf Ebene der einzelnen Bilanzposten werden
in der folgenden Übersicht dargestellt:
|
|
Aktive Latente Steuern | Passive Latente Steuern | ||
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 0 | 0 | 6.298 | 2.866 |
| Sachanlagen | 4 | 8 | 535 | 96 |
| Vorräte | 5.454 | 1.033 | 0 | 192 |
| Forderungen | 292 | 453 | 6.988 | 2.244 |
| Wertpapiere | 0 | 13 | 0 | 53 |
| Pensionsrückstellungen | 227 | 194 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen | 343 | 130 | 14 | 0 |
| Rückstellungen | 0 | 13 | 0 | 0 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 7.147 | 1.547 | 0 | 0 |
| Bruttowert | 13.467 | 3.391 | 13.835 | 5.451 |
| Saldierung | -5.431 | -930 | -5.431 | -930 |
| Bestand laut Konzernbilanz | 8.036 | 2.461 | 8.404 | 4.521 |
| Nettobetrag der passiven latenten Steuern |
|
|
368 | 2.060 |
Der Verminderung des Netto-Betrages der passiven latenten Steuern in Höhe von 1.692
TEUR (Vj. 4.404 TEUR) setzt sich wie folgt zusammen:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Latenter Steuerertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung | 1.899 | 3.453 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | -312 | 0 |
| Neutrale Verminderung der latenten Steuern auf zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte | 29 | 40 |
| Neutrale Verminderung der latenten Steuern auf derivative Finanzinstrumente | 0 | 687 |
| Währungsumrechnung | 76 | 224 |
|
|
1.692 | 4.404 |
Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuern nur angesetzt, wenn ihre Realisierung
mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Diese Voraussetzung wird von dem Vorstand
als durchgehend gegeben angesehen, weil sich aus den laufend aktualisierten Businessplänen
und der zugrunde liegenden strategischen Ausrichtung des Konzerns die Erwartung ausreichender
zukünftiger positiver Ergebnisse begründet. Wertberichtigungen der aktiven latenten
Steuern wurden daher nicht vorgenommen.
Die steuerlichen Verlustvorträge belaufen sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt 25.101
TEUR (Vj. 5.960 TEUR) und sind unbegrenzt vortragsfähig. Davon entfallen auf Deutschland
23.269 TEUR (Vj. 4.593 TEUR) und Ungarn 1.492 TEUR (Vj. 1.313 TEUR). Daneben sind
341 TEUR (Vj. 53 TEUR) Verlustvorträge in sonstigen Ländern vorhanden. Für Verlustvorträge
in Höhe von 231 TEUR (Vj. 0 TEUR) wurden keine aktive latente Steuern gebildet.
Der Ergebnisanteil der Minderheitsaktionäre setzt sich zusammen aus den den Minderheiten
zugewiesenen Ergebnissen in Höhe von 235 TEUR (Vj. -67 TEUR). Hierbei handelt es sich
Minderheitsanteile bei der Manz Taiwan Ltd. und Manz India Limited.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Ergebnisanteils
der Aktionäre der Manz Automation AG und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl
der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien. Eine Verwässerung des
Ergebnisses je Aktie resultiert aus sogenannten potenziellen Aktien. Hierzu zählen
Options- und Bezugsrechte, wenn diese Rechte die Ausgabe von Aktien zu einem Wert
unter dem durchschnittlichen Börsenkurs der Aktie zur Folge haben. Es ergab sich ein
Verwässerungseffekt aus den Aktienzusagen im Rahmen des Performance Plan (siehe Angabe
9).
Das Ergebnis je Aktie wurde gemäß IAS 33 ermittelt.
|
|
|
2010 | 2009 |
| Den Anteilseignern der Manz AG zuzurechnendes Konzernergebnis | (EUR) | 1.565.400 | -9.641.290 |
| Gewichteter Durchschnitt ausstehender Aktien | (Stück) | 4.480.054 | 4.479.100 |
| Effekt aus aktienbasierter Vergütung | (Stück) | 19.779 | 9.154 |
| Gewichteter Durchschnitt ausstehender Aktien (verwässert) | (Stück) | 4.499.833 | 4.488.254 |
| Ergebnis je Aktie (verwässert = unverwässert) | (in EUR) | 0,35 | -2,15 |
Im Geschäftsjahr 2010 war der Konzern zunächst in die vier Geschäftsbereiche "Solar",
"FPD", "New Business" und "Sonstige" gegliedert. Aufgrund der Umsatzentwicklung im
Bereich des Drittkundengeschäfts für OEM und Leiterplatten wurde rückwirkend zum 1.
Januar 2010 ein weiterer Geschäftsbereich "Leiterplatten/OEM" gebildet, da sonst auf
den Geschäftsbereich "Sonstige" ein Anteil von mehr als 25 % des Gesamtumsatzes entfallen
würde.
Die Aktivitäten im Bereich "Solar" erstrecken sich auf Systemlösungen für die Herstellung
von kristallinen Solarzellen und Dünnschicht-Solarmodulen.
Im Segment "FPD" (Flat Panel Display) werden Komplettanlagen für die Handhabung empfindlicher
Produkte unter Reinraumbedingungen realisiert. Die Schwerpunkte liegen hierbei im
Bereich der Herstellung von LCD Flachbildschirmen und touch-fähigen Anwendungen.
Im Bereich "New Business" werden hauptsächlich Systemlösungen für die industrielle
Fertigung von Li-Ion-Batterien entwickelt.
Im Segment "Leiterplatten/OEM" werden Anlagen für die Herstellung und Bearbeitung
von Leiterplatten (PCBs) und Anlagen für die Halbleiterindustrie gefertigt.
Der Bereich "Sonstige" umfasst neben Systemlösungen für die Verpackungsindustrie auch
Anlagen für die automatisierte Handhabung von Kleinteilen.
Zentrale Größe für die Beurteilung und Steuerung der Ertragslage eines Segments ist
das operative Ergebnis (EBIT).
In der Segmentberichterstattung sind Erlöse, Ergebnisse sowie Vermögen und Schulden
der einzelnen Segmente des Konzerns dargestellt. Mit Ausnahme des Bereichs der Zentralfunktionen/Übriges
bestehen zwischen den einzelnen Segmenten nur in geringem Umfang Liefer- und Leistungsbeziehungen.
Die Liefer- und Leistungsbeziehungen innerhalb von Segmenten sind konsolidiert ausgewiesen.
Der Leistungsaustausch zwischen den Segmenten wird zu Preisen angesetzt, wie sie auch
mit Konzernfremden vereinbart würden.
Von den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2009 entfielen auf einen Kunden 21.631 TEUR,
die dem Segment Solar zuzuordnen waren. Im Geschäftsjahr 2010 entfällt auf keinen
Kunden ein Anteil von mehr als 10 % der Umsatzerlöse.
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der Manz-Gruppe im Laufe
des Berichtsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Entsprechend
IAS 7 (Kapitalflussrechnung) werden Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit
sowie Finanzierungstätigkeit unterschieden. Auswirkungen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises
und der Wechselkurse sind in den jeweiligen Positionen eliminiert. Die auf Änderungen
der Wechselkurse beruhende Veränderung der flüssigen Mittel ist gesondert ausgewiesen.
Die Zahlungsmittel der Kapitalflussrechnung umfassen alle in der Bilanz ausgewiesenen
flüssigen Mittel, die sich aus Kassenbeständen, Guthaben bei Kreditinstituten und
kurzfristig liquidierbaren Wertpapieren mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten
und nur unwesentlichen Wertschwankungen zusammensetzen.
Die Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit
werden nach der direkten Methode dargestellt. Die Mittelzu- und Mittelabflüsse aus
der Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts umfassen neben Zugängen im Sachanlagevermögen
auch Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten sowie Veränderungen der Geldanlagen
in Wertpapieren. Die Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen sind um die
übernommenen flüssigen Mittel vermindert. In der Finanzierungstätigkeit sind neben
Zahlungsmittelzuflüssen aus Eigenkapitalerhöhungen und der Begebung von sonstigen
Finanzverbindlichkeiten auch Zahlungsmittelabflüsse aus der Tilgung von Krediten ausgewiesen.
Demgegenüber wird, ausgehend vom Ergebnis nach Steuern, der Mittelzufluss und -abfluss
aus laufender Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet. Dazu wird das Ergebnis nach
Steuern um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge - das sind im Wesentlichen
Abschreibungen und die Veränderungen der langfristigen Rückstellungen und latenten
Steuern - korrigiert und um die Veränderung der betrieblichen Aktiva und Passiva ergänzt.
Im Mittelzufluss und -abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit sind enthalten:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Gezahlte Zinsen | -332 | -443 |
| Erhaltene Zinsen | 282 | 881 |
| Gezahlte Ertragsteuern | -258 | -195 |
| Erstattete Ertragsteuern | 56 | 0 |
Investitions- und Finanzierungsvorgänge, welche nicht zu einer Veränderung von Zahlungsmitteln
geführt haben, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung.
| (in TEUR) | Lizenzen, Markenrechte, Software und ähnliche Rechte |
Aktivierte Entwicklungs- kosten |
Geschäfts- oder Firmenwert |
Geleistete Anzahlungen |
Summe |
| Anschaffungskosten |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2009 | 13.283 | 10.702 | 21.913 | 2.841 | 48.739 |
| Währungsanpassung | 442 | 3 | 19 | 0 | 464 |
| Zugänge | 2.304 | 6.204 | 0 | 323 | 8.831 |
| Abgänge | -12 | 0 | 0 | 0 | -12 |
| Umgliederungen | 2.356 | 0 | 0 | -2.840 | -484 |
| Stand 31. Dezember 2009 | 18.373 | 16.909 | 21.932 | 324 | 57.538 |
| Abschreibungen |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2009 | 1.752 | 4.129 | 0 | 0 | 5.881 |
| Währungsanpassung | 28 | 0 | 0 | 0 | 28 |
| Zugänge | 2.322 | 2.307 | 0 | 0 | 4.629 |
| Abgänge | -12 | 0 | 0 | 0 | -12 |
| Stand 31. Dezember 2009 | 4.090 | 6.436 | 0 | 0 | 10.526 |
| Anschaffungskosten |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2010 | 18.373 | 16.909 | 21.932 | 324 | 57.538 |
| Währungsanpassung | 23 | 56 | 2.871 | 0 | 2.950 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 1.521 | 0 | 0 | 0 | 1.521 |
| Zugänge | 22.248 | 14.035 | 157 | 8.818 | 45.258 |
| Abgänge | -12 | 0 | 0 | 0 | -12 |
| Umgliederungen | 407 | 0 | 0 | -324 | 83 |
| Stand 31. Dezember 2010 | 42.559 | 31.000 | 24.960 | 8.818 | 107.338 |
| Abschreibungen |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2010 | 4.090 | 6.436 | 0 | 0 | 10.526 |
| Währungsanpassung | 27 | 7 | 0 | 0 | 34 |
| Zugänge | 3.734 | 2.638 | 0 | 419 | 6.791 |
| Abgänge | -12 | 0 | 0 | 0 | -12 |
| Stand 31. Dezember 2010 | 7.839 | 9.081 | 0 | 419 | 17.339 |
| Restbuchwert 31.12. 2009 | 14.283 | 10.473 | 21.932 | 324 | 47.012 |
| Restbuchwert 31.12. 2010 | 34.720 | 21.920 | 24.960 | 8.399 | 89.999 |
Im Berichtsjahr wurden im Rahmen der jährlichen Überprüfung der aktivierten Entwicklungskosten
zusätzliche Abschreibungen in Höhe von 169 TEUR (Vj. 0 TEUR) vorgenommen. Die zusätzlichen
Abschreibungen resultieren aus geänderter Abschreibungsdauer sowie geänderten Erwartungen
über den Verbrauch des wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswertes.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter
Nutzungsdauer (Markenrechte) entfallen wie folgt auf die einzelnen Segmente:
|
|
Geschäfts- oder Firmenwert | Markenrechte | ||
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Solar | 12.559 | 11.196 | 1.623 | 1.320 |
| FPD | 7.423 | 6.060 | 1.623 | 1.320 |
| New Business | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leiterplatten/ OEM | 2.491 | 2.188 | 812 | 660 |
| Sonstige | 2.488 | 2.488 | 0 | 0 |
|
|
24.960 | 21.932 | 4.058 | 3.300 |
Durch die Neubildung der Segmente im Geschäftsjahr 2010 kam es zu folgenden Verschiebungen
bei dem Geschäfts- oder Firmenwert bzw. bei den Markenrechten. Der Bereich systems.aico
im letzten Geschäftsjahr ist nun dem Bereich Sonstige zugeordnet. Der damit verbundene
Firmenwert zum 31.12.2009 in Höhe von 2.488 TEUR wird damit auch dem Bereich Sonstige
zugerechnet. Der Bereich Leiterplatten/OEM war zum 31.12.2009 dem Geschäftsbereich
Sonstige zugeordnet und wird nun zusammen mit dem dazu gehörenden Firmenwert in Höhe
von 2.491 TEUR und den Markenrechten mit 812 TEUR separat ausgewiesen. Ansonsten resultieren
die Veränderungen beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie bei den Markenrechten, mit
Ausnahme des Neuzugangs bei dem Firmenwert aus dem Erwerb von Axystems Ltd. in Höhe
von 157 TEUR, ausschließlich aus Währungsumrechnungen.
Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird mindestens einmal jährlich
getestet, indem die Buchwerte der dem jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwert zugrunde
liegenden Einheiten mit dem Nutzungswert verglichen werden. Der Nutzungswert wird
nach der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Ausgangspunkt ist die aktuelle Dreijahresplanung
für den jeweiligen Geschäftsbereich.
Zu den wesentlichen Planungsprämissen gehören vor allem die erwartete Marktentwicklung
in Relation zur Entwicklung der Manz-Gruppe, die Entwicklung wesentlicher Fertigungs-
und sonstiger Kosten sowie der Abzinsungsfaktor. Bei der Festlegung der Annahmen werden
sowohl allgemeine Marktprognosen, aktuelle Entwicklungen wie auch historische Erfahrungen
berücksichtigt.
Die Cashflows werden für jeden Geschäftsbereich, dem ein Geschäfts- oder Firmenwert
zugeordnet ist, individuell auf Basis der Umsatz- und Kostenplanung prognostiziert.
Die Wachstumsraten wurden mit Werten von 1,0 % bis 2,0 % angesetzt. Der für die Abzinsung
verwendete Diskontierungssatz vor Steuern (gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten
(WACC)) beträgt 16,4 % (Vj. 17,6 %). Dabei werden die Eigenkapitalkosten auf Basis
einer Vergleichsgruppe (Peer Group) ermittelt. Die Fremdkapitalkosten wurden aus den
Refinanzierungskosten der Manz AG abgeleitet.
Die Gewichtung der so ermittelten Eigen- und Fremdkapitalkostensätze erfolgte auf
Basis der durchschnittlichen Kapitalstruktur der Peer Group. Als Steuersatz wurde
mit 30 % der erwartete durchschnittliche Steuersatz der Peer Group gewählt.
Eine Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwertes liegt vor, wenn der Nutzungswert
kleiner ist als der Buchwert des Geschäftsbereichs. Für die Geschäftsjahre 2010 und
2009 wurde kein Wertberichtigungsbedarf der bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte
sowie der immateriellen Vermögenswerte ohne bestimmte Nutzungsdauer ermittelt.
Ein um 1 % höherer WACC und eine Berechnung ohne unterstelltes Wachstum in der ewigen
Rente beeinflusst die Werthaltigkeit der Firmenwerte nicht. Eine dann noch zusätzliche
Reduzierung der EBIT-Marge über die gesamte Planungsdauer von 10 % würde im Berichtsjahr
zu keiner Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwertes führen. Im Geschäftsjahr
2009 hätte es zu einer Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwertes im Segment Sonstige
in Höhe von 1,0 Mio. EUR geführt.
Der Werthaltigkeitstest für die Markenwerte erfolgt anhand des Nutzungswertes auf
Basis des Lizenzpreisanalogieverfahrens mit einer Lizenzrate von 3 % p.a. und einem
Diskontierungssatz von 5,88 % p.a. sowie einem Planungshorizont von fünf Jahren und
einer angenommenen Wachstumsrate von Null %.
Von den im Jahr 2010 insgesamt angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten erfüllen
14.035 TEUR (Vorjahr: 6.204 TEUR) die Aktivierungskriterien nach IFRS.
Folgende Beträge wurden erfolgswirksam verrechnet:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten gesamt | -20.563 | -12.136 |
| Abschreibungen auf Entwicklungskosten | -2.638 | -2.307 |
| Aktivierte Entwicklungskosten | 14.035 | 6.204 |
| Aufwandswirksam verrechnete Forschungs- und Entwicklungskosten | -9.166 | -8.239 |
| (in TEUR) | Grundstücke und Gebäude |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung |
Geleistete Anzahlungen |
Summe |
| Anschaffungskosten |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2009 | 7.982 | 5.049 | 5.981 | 243 | 19.255 |
| Währungsanpassung | 14 | -94 | -75 | -55 | -210 |
| Zugänge | 688 | 510 | 1.141 | 126 | 2.465 |
| Abgänge | 0 | -280 | -660 | -2 | -942 |
| Umgliederungen | 47 | -136 | 620 | -47 | 484 |
| Stand 31. Dezember 2009 | 8.731 | 5.049 | 7.007 | 265 | 21.052 |
| Abschreibungen |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2009 | 197 | 550 | 2.361 | 0 | 3.108 |
| Währungsanpassung | -3 | 8 | -5 | 0 | 0 |
| Zugänge | 264 | 789 | 1.206 | 0 | 2.259 |
| Abgänge | 0 | -277 | -646 | 0 | -923 |
| Umgliederungen | -4 | -25 | 29 | 0 | 0 |
| Stand 31. Dezember 2009 | 454 | 1.045 | 2.945 | 0 | 4.444 |
| Anschaffungskosten |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2010 | 8.731 | 5.049 | 7.007 | 265 | 21.052 |
| Währungsanpassung | 1.545 | 259 | 200 | 21 | 2.024 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 14 | 0 | 27 | 0 | 41 |
| Zugänge | 5.384 | 690 | 953 | 1.234 | 8.261 |
| Abgänge | 0 | -403 | -595 | -94 | -1.093 |
| Umgliederungen | 124 | 862 | 242 | -1.311 | -83 |
| Stand 31. Dezember 2010 | 15.798 | 6.457 | 7.834 | 114 | 30.203 |
| Abschreibungen |
|
|
|
|
|
| Stand 1. Januar 2010 | 454 | 1.045 | 2.945 | 0 | 4.444 |
| Währungsanpassung | 283 | 136 | 127 | 0 | 546 |
| Zugänge | 329 | 900 | 1.314 | 0 | 2.543 |
| Abgänge | 0 | -381 | -585 | 0 | -966 |
| Umgliederungen | 0 | 0 | 0 |
|
|
| Stand 31. Dezember 2010 | 1.066 | 1.700 | 3.801 | 0 | 6.567 |
| Restbuchwert 31.12. 2009 | 8.277 | 4.004 | 4.062 | 265 | 16.608 |
| Restbuchwert 31.12. 2010 | 14.732 | 4.757 | 4.033 | 114 | 23.636 |
Grundstücke und Gebäude der Manz Taiwan Ltd. mit einem Buchwert von 7.998 TEUR (Vj.
6.874 TEUR) sowie der Manz Slovakia s.r.o von 5.027 TEUR (Vj. 0 TEUR) dienen als Sicherheit
für Bankdarlehen.
Die Manz Automation AG hat im Geschäftsjahr 2009 24,0 % der Anteile an der Axystems
Ltd., Israel gehalten. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft umfasst die Entwicklung
und Herstellung von Steuerungssystemen. Die Axystems wurde 2009 gemäß IAS 28 im Konzernabschluss
nach der Equity-Methode als assoziiertes Unternehmen bilanziert, da ein maßgeblicher
Einfluss ausgeübt werden konnte. Mit Wirkung zum 30. Juni 2010 wurden die restlichen
76,0 % der Anteile gekauft und damit die Gesellschaft vollständig in den Konzernabschluss
einbezogen. Der auf die Manz AG entfallende Verlustanteil für den Zeitraum 1.1. bis
30.6.2010 betrug 36 TEUR (2009: Verlustanteil 12 TEUR).
Die folgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen zu den at equity
bilanzierten Finanzanlagen:
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Anteiliges Vermögen | 0 | 181 |
| Anteilige Schulden | 0 | 82 |
| Anteilige Umsatzerlöse | 0 | 343 |
| Anteiliges Jahresergebnis | 0 | -12 |
| Buchwert der Beteiligung | 0 | 301 |
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 22.298 | 12.570 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 24.480 | 15.776 |
| Fertige Erzeugnisse, Waren | 884 | 879 |
| Geleistete Anzahlungen | 2.332 | 594 |
|
|
49.995 | 29.819 |
Bei den Vorräten wurden Wertminderungen aufgrund von Markt- und Gängigkeitsrisiken
in Höhe von 3.510 TEUR (Vj. 4.369 TEUR) vorgenommen. Die Zuführung zu den Wertberichtigungen
im Berichtsjahr in Höhe von 859 TEUR (Vj. 1.050 TEUR) wurde erfolgswirksam im Materialaufwand
erfasst.
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen | 23.662 | 13.469 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 43.392 | 26.097 |
|
|
67.054 | 39.566 |
Die nach dem Grad der Fertigstellung bilanzierten künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen
ermitteln sich wie folgt:
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Herstellungskosten einschließlich Auftragsergebnis der Fertigungsaufträge | 54.075 | 32.921 |
| abzüglich erhaltene Anzahlungen | -30.413 | -19.452 |
|
|
23.662 | 13.469 |
Soweit die erhaltenen Anzahlungen die Summe aus angefallenen Auftragskosten und ausgewiesenen
Gewinnen übersteigt, erfolgt der Ausweis passivisch unter den erhaltenen Anzahlungen.
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Herstellungskosten einschließlich Auftragsergebnis | 1.316 | 1.360 |
| abzüglich erhaltene Anzahlungen | -5.561 | -2.405 |
|
|
-4.245 | -1.045 |
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Einzelwertberichtigungen | 130 | 2.223 |
| Pauschalierte Einzelwertberichtigungen | 1.487 | 722 |
|
|
1.616 | 2.945 |
Die Wertberichtigungen haben sich wie folgt entwickelt:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Stand 1.1. | 2.945 | 5.073 |
| Währungsumrechnung | 454 | 4 |
| Verbrauch | 195 | 65 |
| Auflösung | 1.837 | 2.148 |
| Zuführungen | 249 | 81 |
| Stand 31.12. | 1.616 | 2.945 |
Im Geschäftsjahr 2010 wurden Forderungen in Höhe von 298 TEUR (Vj. 65 TEUR) ausgebucht,
wovon 195 TEUR (Vj. 58 TEUR) bereits im Vorjahr wertberichtigt waren.
Für die künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sind keine Wertberichtigungen
erforderlich. Die Wertberichtigungen werden von den Forderungen direkt abgesetzt.
Am Bilanzstichtag bestand ein Zinsbegrenzungsgeschäft mit einem Nominalwert von 3.745
TEUR zur Absicherung der Zinsschwankungen für ein Bankdarlehen in derselben Höhe.
Die Laufzeit des Zins-Cap bis 31. Dezember 2015 entspricht der Laufzeit des langfristigen
Darlehens. Der Marktwert des Zinsbegrenzungsgeschäfts beläuft sich zum Bilanzstichtag
auf 88 TEUR. Das Geschäft wird als Held-For-Trading eingestuft und mit seinem Marktwert
erfolgswirksam ausgewiesen.
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Steuerforderungen (keine Einkommen- und Ertragsteuern) | 2.810 | 321 |
| Forderungen Personal | 231 | 75 |
| Zinsabgrenzungen | 26 | 180 |
| Sonstige Abgrenzungen (v.a. Versicherungen) | 496 | 566 |
| Übrige | 947 | 792 |
|
|
4.509 | 1.934 |
Die sonstigen kurzfristigen Forderungen sind weder überfällig noch wertgemindert.
Bei den Wertpapieren des Vorjahres handelt es sich um börsennotierte, überwiegend
kurzfristig angelegte Investmentfondsanteile und festverzinsliche Wertpapiere, die
der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet sind.
Bei den flüssigen Mitteln handelt es sich um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
in Form von Geldkonten und kurzfristigen Geldanlagen bei Kreditinstituten, die beim
Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Sie werden mit den fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet.
Die Entwicklung des Eigenkapitals und des Gesamtergebnisses sind im "Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung"
gesondert dargestellt. Die Bestandteile des Gesamtergebnisses sind in der Gesamtperiodenerfolgsrechnung
aggregiert dargestellt.
Als gezeichnetes Kapital wird das Grundkapital des Mutterunternehmens Manz Automation
AG ausgewiesen.
Das gezeichnete Kapital beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf 4.480.054,00 EUR
und ist eingeteilt in unverändert 4.480.054 auf den Inhaber lautende Stückaktien.
Der Nennbetrag einer Stückaktie entspricht damit 1,00 EUR.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Juni 2009 wurde der Vorstand ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 15. Juni 2014 um bis zu
insgesamt 2.240.027,00 EUR durch Ausgabe von insgesamt bis zu 2.240.027 neuen, auf
den Inhaber lautenden Aktien (Stückaktien) zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären ein
Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats
das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Das genehmigte
Kapital soll für Bar- oder Sachkapitalerhöhungen zur Verfügung stehen und das bisherige
genehmigte Kapital ersetzen, das der Vorstand in den Geschäftsjahren 2007 und 2008
zum Großteil ausgeübt hatte.
In der Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 wurde die bedingte Erhöhung des Grundkapitals
um bis zu 1.433.160,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.433.160 neuen, auf den Inhaber
lautenden Stückaktien beschlossen (bedingtes Kapital I).
Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien
an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten
und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombination dieser Instrumente).
Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 9. Juni 2013
einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- und/oder
Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw.
Kombination dieser Instrumente) mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag
von bis zu 300 Mio. EUR zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern dieser Instrumente
auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag
des Grundkapitals von insgesamt bis zu 1.433.160,00 EUR nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen
der Schuldverschreibungen zu gewähren.
In der Hauptversammlung vom 10. Juni 2008 wurde die bedingte Erhöhung des Grundkapitals
um bis zu 72.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 72.000 neuen, auf den Inhaber lautenden
Stückaktien beschlossen (bedingtes Kapital II, Manz Performance Share Plan 2008).
Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Gewährung von Bezugsrechten
(Aktienoptionen) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Mitglieder der Geschäftsführung
verbundener Unternehmen der Gesellschaft sowie an Führungskräfte der Gesellschaft
unterhalb des Vorstands und Führungskräfte verbundener Unternehmen unterhalb der Geschäftsführung,
jeweils im In- und Ausland.
Der Vorstand wird ermächtigt, bis zum 31. Mai 2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrats
einmalig oder mehrmals Bezugsrechte zum Bezug von insgesamt 50.400 auf den Inhaber
lautenden Stückaktien der Gesellschaft an die Mitglieder der Geschäftsführung verbundener
Unternehmen der Gesellschaft sowie an Führungskräfte der Gesellschaft unterhalb des
Vorstands und Führungskräfte verbundener Unternehmen, jeweils im In- und Ausland,
zu gewähren.
Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, bis zum 31. Mai 2013 einmalig oder mehrmals Bezugsrechte
zum Bezug von insgesamt bis zu 21.600 auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft
an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft zu gewähren.
Insgesamt dürfen bis zu 24.000 Bezugsrechte ausgegeben werden.
Die Zahl der zum Bilanzstichtag ausgegebenen Bezugsrechte beläuft sich auf 12.724
(Vj. 9.053) (siehe Anmerkung 9).
Die Kapitalrücklage enthält im Wesentlichen die Einzahlungen von Aktionären nach §
272 Abs. 2 Nr. 1 HGB abzüglich der Kosten der Kapitalbeschaffung nach Steuern. Desweiteren
ist der Wert der als Gehaltsbestandteil an Führungskräfte (einschließlich Vorstand)
in Form von Eigenkapitalinstrumenten gewährten anteilsbasierten Vergütung erfasst.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Juni 2009 wurde die Gesellschaft ermächtigt
gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG in dem Zeitraum bis zum 10. August 2011 eigene Aktien
mit einem rechnerischen Wert von bis zu 10 % des Grundkapitals, welches am Tag der
Hauptversammlung vorlag, zu erwerben.
Ferner wurde die Gesellschaft mit Beschluss der Hauptversammlung vom 22. Juni 2010
ermächtigt gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG in dem Zeitraum bis zum 21. Juni 2015 eigene
Aktien mit einem rechnerischen Wert von bis zu 10 % des Grundkapitals, welches am
Tag der Hauptversammlung vorlag, zu erwerben.
Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen
Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Kaufangeboten erfolgen.
Der Vorstand wird ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer
früheren Ermächtigung erworben wurden, zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu
verwenden. Die Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien, zu ihrer Einziehung und ihrer
Wiederveräußerung oder Verwertung auf andere Weise können einmal oder mehrmals, einzeln
oder gemeinsam, jeweils auch in Teilen ausgeübt werden. Das gesetzliche Bezugsrecht
der Aktionäre auf die eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien
gemäß den definierten Ermächtigungen verwendet werden.
Im Geschäftsjahr 2010 erwarb die Gesellschaft 2.144 Stück (Vj. 2.348 Stück) eigene
Aktien zu einem Durchschnittspreis von 58,20 EUR (Vj. 35,57 EUR) pro Aktie mit einem
Kurswert von 125 TEUR (Vj. 84 TEUR). Der Erwerb der eigenen Aktien im Berichtsjahr
erfolgte zur Begleichung eines Teils des Kaufpreises der restlichen Anteile an der
Axystems Ltd., Petach-Tikva/Israel. Hierfür wurden insgesamt 2.134 Stück mit einem
Preis von 45,59 EUR verwendet. Ein verbleibender Restbestand von 10 Aktien wurde am
10. August 2010 zu einem Kurs von 57,15 EUR an einen Mitarbeiter der Gesellschaft
ausgegeben. Im Geschäftsjahr 2009 wurden die eigenen Aktien zur Bedienung der Mitarbeitererfolgsbeteiligung
2008 verwendet. Zu den Bilanzstichtagen 31. Dezember 2010 und 31. Dezember 2009 sind
keine eigenen Aktien im Bestand.
Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich um Rücklagen für angesammelte Gewinne, Rücklagen
für die Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und Rücklagen
für Cashflow Hedges. Die angesammelten Gewinne enthalten die laufenden und die in
Vorjahren von der Manz AG und den einbezogenen Tochterunternehmen erwirtschafteten,
noch nicht ausgeschütteten Gewinne.
In den Geschäftsjahren 2009 und 2010 erfolgte jeweils eine Erhöhung der Anteilsquote
bei der Manz Taiwan Ltd. Die Bilanzierung erfolgte erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion
zwischen den Mehrheits- und Minderheitsgesellschaftern. Hierbei entstand jeweils ein
positiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 220 TEUR (Vj. 2.555 TEUR), der in den Rücklagen
für angesammelte Gewinne ausgewiesen wird.
In der Rücklage für die Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
werden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts dieser Wertpapiere erfasst.
In der Rücklage für die Absicherung von Cashflows wird der Teil des Gewinns oder Verlusts
aus einem Sicherungsinstrument zur Absicherung von Cashflows erfasst, der als effektive
Absicherung ermittelt wurde.
Die Rücklage für Währungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen aus der Umrechnung
der Abschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften.
Die Minderheitsanteile betreffen die Manz Taiwan Ltd., bei der die Manz Automation
Asia Ltd. einen Anteil von 97,12 % hält. Darüberhinaus bestehen bei der im Geschäftsjahr
2008 neu gegründeten Manz Automation India Private Limited Minderheitsanteile in Höhe
von 25 %. Der den Minderheitsgesellschaftern zuzurechnende Anteil am Eigenkapital
und Jahresergebnis wird in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung jeweils gesondert
ausgewiesen. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf die Erhöhung der Anteilsquote
bei der Manz Taiwan Ltd. von 95,5 % auf 97,12 % sowie dem Erwerb der restlichen Anteile
von 10 % an der Manz Slovakia s.r.o. zurückzuführen.
Die Dividendenausschüttung der Manz Automation AG richtet sich gemäß § 58 Abs. 2 AktG
nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss (Einzelabschluss) zum 31. Dezember
2010 der Manz Automation AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Der Bilanzverlust der Manz
Automation AG zum 31. Dezember 2010 in Höhe von 118.540,35 EUR ist auf neue Rechnung
vorzutragen.
Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements im Manz-Konzern ist eine kontinuierliche und
langfristige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherung der Liquidität. Ein
hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote sind hierzu wichtige Bausteine.
Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen vor, unter Berücksichtigung
des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Der Manz-Konzern überwacht sein Kapital regelmäßig auf der Basis verschiedener Kennzahlen.
Das Verhältnis von Netto-Finanzverbindlichkeiten zum bilanziellen Eigenkapital vor
Minderheitsanteilen (Gearing) und die Eigenkapitalquote sind hierbei wichtige Kennzahlen.
Die Netto-Finanzverbindlichkeiten werden dabei ermittelt als Summe der Finanzverbindlichkeiten
und Leasingverbindlichkeiten abzüglich der flüssigen Mittel und Wertpapiere.
Aufsichtsrat und Vorstand haben als Ziel eine Mindesteigenkapitalquote von 40 % und
ein Gearing von weniger als 50 % definiert.
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Flüssige Mittel und Wertpapiere | 38.902 | 88.169 |
| Finanzverbindlichkeiten | 14.559 | 9.613 |
| Nettofinanzverbindlichkeiten | -24.343 | -78.556 |
| Summe Eigenkapital Anteilseigner Manz Automation AG | 186.452 | 177.204 |
| Eigenkapitalquote | 66,4 % | 78,2 % |
| Gearing | -13,1 % | -44,3 % |
Die beiden Kennzahlen Eigenkapital und Gearing haben sich im Berichtsjahr etwas verschlechtert.
Die Eigenkaptialquote ist aufgrund der erhöhten Mittelbindung auf der Aktivseite auf
66,4 % (Vorjahr: 78,2 %) gesunken. Das Gearing hat sich aufgrund der deutlichen Abnahme
der flüssigen Mittel und Wertpapiere und der erhöhten Finanzverbindlichkeiten auf
-13,1 % (Vorjahr: -44,3 %) verschlechtert. Beide Kennzahlen liegen aber noch deutlich
über den gesetzten Zielen.
Von den Finanzverbindlichkeiten unterlagen im Geschäftsjahr 2010 7.000 TEUR einer
sog. Covenants-Regelung die eine Eigenmittelquote von 30 % und einen Auftragsbestand
für den Konzernabschluss von 100,00 Mio. EUR vorsahen. Im Geschäftsjahr 2009 unterlagen
1.500 TEUR einer Covenants-Regelung die unter anderem eine Eigenmittelquote von 30
% für den Einzelabschluss der Manz Automation AG vorsahen. Die Finanzauflagen waren
in beiden Geschäftsjahren erfüllt.
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Langfristige Verbindlichkeiten Kreditinstitute | 4.390 | 666 |
|
|
4.390 | 666 |
Die langfristigen Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten betreffen die Manz Slovakia
und die Manz Taiwan. Das im Geschäftsjahr 2010 aufgenommene Darlehen der Manz Slovakia
über 3.750 TEUR hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2015 und besitzt eine variable
Verzinsung. Das Zinsänderungsrisiko wurde mittels eines Zins-Cap begrenzt (siehe Angabe
19).
Der Posten beinhaltet abgegrenzte Investitionszuschüsse, auch soweit sie bereits im
Folgejahr aufzulösen sein werden, da sie ausschließlich im Zusammenhang mit dem Sachanlagevermögen
stehen. Sie betreffen ausnahmslos die Manz Hungary in Ungarn.
Die Investitionszuschüsse sind mit einer Reihe von Auflagen verbunden. Nach dem derzeitigen
Kenntnisstand werden diese Auflagen vollständig erfüllt, so dass mit keinen Rückzahlungen
zu rechnen ist.
Die Leasingverbindlichkeiten resultieren aus den gemäß IAS 17 aktivierungspflichtigen
Vermögenswerten. Es handelt sich um Finanzierungsleasingverträge über PKWs, die in
dem Posten Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung mit einem Buchwert von
45 TEUR (Vorjahr: 38 TEUR) ausgewiesen sind.
Die in der Zukunft fälligen Leasingzahlungen mit ihren Barwerten ergeben sich aus
der folgenden Tabelle:
|
|
Mindestleasing- zahlungen |
Barwert der Mindestleasing- zahlungen |
Mindestleasing- zahlungen |
Barwert der Mindestleasing- zahlungen |
| (in TEUR) | 2010 | 2010 | 2009 | 2009 |
| Bis 1 Jahr | 4 | 4 | 13 | 13 |
| 1 bis 5 Jahre | 39 | 33 | 24 | 22 |
| Summe Mindestleasingzahlungen | 43 |
|
37 |
|
| Abzüglich des Zinsanteils | -6 |
|
-2 |
|
| Barwert der Mindestleasingzahlungen | 37 | 37 | 35 | 35 |
In den folgenden Tabellen werden die Bestandteile der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
erfassten Aufwendungen für Versorgungsleistungen sowie die in der Konzernbilanz angesetzten
Beträge dargestellt.
Das Planvermögen besteht bei den inländischen Versorgungszusagen ausschließlich aus
Rückdeckungsversicherungen. Beim Planvermögen der Manz Intech Machines handelt es
sich um gesetzlich vorgeschriebene Dotierungen durch den Arbeitgeber in ein zentrales
externes Treuhandvermögen (Central Trust).
Dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Jahresende wird das Planvermögen
zum beizulegenden Zeitwert gegenübergestellt (Finanzierungsstatus). Nach Abzug der
noch nicht berücksichtigten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste ergeben
sich die Pensionsrückstellungen.
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Veränderung des Anwartschaftsbarwertes |
|
|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 1.1. | 5.133 | 4.736 |
| Dienstzeitaufwand | 48 | 50 |
| Zinsaufwand | 235 | 238 |
| Gezahlte Leistungen | -232 | -259 |
| Versicherungsmathematische Verluste / Gewinne (-) | 640 | 366 |
| Währungsdifferenzen aus ausländischen Plänen | 217 | 2 |
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 31.12. | 6.041 | 5.133 |
| Veränderung des Planvermögens |
|
|
| Planvermögen zum Zeitwert 1.1. | 1.520 | 1.495 |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | 34 | 21 |
| Beiträge durch die Gesellschaft | 65 | 60 |
| Gezahlte Leistungen | -36 | -58 |
| Versicherungsmathematische Verluste / Gewinne (-) | -9 | 1 |
| Währungsdifferenzen aus ausländischen Plänen | 214 | 1 |
| Planvermögen zum Zeitwert 31.12. | 1.788 | 1.520 |
| Finanzierungsstatus | 4.253 | 3.613 |
| Noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Gewinne (+) /Verluste (-) | -188 | 212 |
| Pensionsrückstellungen | 4.065 | 3.825 |
| hiervon entfallen auf: |
|
|
| Manz Automation Tübingen GmbH, Tübingen | 3.587 | 3.371 |
| Manz Taiwan Ltd., Taiwan | 386 | 369 |
| Manz Automation AG, Reutlingen | 93 | 85 |
Die Pensionsverpflichtungen der Manz Automation Tübingen GmbH bestehen aus einer betrieblichen
Versorgungsordnung, welche für Neuzugänge ab dem 15. Juli 1997 geschlossen wurde.
Bei der Manz Taiwan besteht sowohl ein leistungsorientierter als auch beitragsorientierter
Pensionsplan für die Mitarbeiter. Für Mitarbeiter seit dem 1. Juli 2005 besteht nur
noch die Möglichkeit dem beitragsorientierten Pensionsplan beizutreten. Die Mitarbeiter
die schon vor dem 1. Juli 2005 beschäftigt waren, haben die Wahl zwischen beiden Pensionsplänen.
Die Pensionsverpflichtungen der Manz Automation AG Reutlingen bestehen gegenüber dem
Vorstandsvorsitzenden Dieter Manz und dem ehemaligen Vorstandsmitglied Otto Angerhofer.
Folgende Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Dienstzeitaufwand | -48 | -50 |
| Zinsaufwand | -235 | -238 |
| Erwarteter Ertrag aus Planvermögen | 34 | 21 |
Der Dienstzeitaufwand wird unter den Personalaufwendungen, der Zinsaufwand und der
erwartete Ertrag aus dem Planvermögen dagegen unter den Finanzaufwendungen ausgewiesen.
Die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen werden auf der Grundlage der zu diesem
Zeitpunkt gängigen Marktpreise für den Zeitraum, über den die Verpflichtung erfüllt
wird, berechnet. Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen im Berichtsjahr
24 TEUR (Vorjahr: 21 TEUR).
Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Fondsvermögen voraussichtlich
auf 37 TEUR (Vj. 63 TEUR) belaufen. Das Fondsvermögen setzt sich zu 20 % aus Rückdeckungsversicherungen
(Deutschland) und zu 80 % aus einem Treuhandvermögen (Taiwan) zusammen.
Für beitragsorientierte Pensionspläne sind Zahlungen in Höhe von 289 TEUR (Vj. 238
TEUR) erfolgt. Darüberhinaus wurden bei den inländischen Gesellschaften, aufgrund
gesetzlicher Bestimmungen, Beiträge an die staatliche Rentenversicherungsanstalt in
Höhe von 2.465 TEUR (Vj. 2.116 TEUR) abgeführt.
Der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurden die folgenden Annahmen zugrunde gelegt:
|
|
Deutschland | Taiwan | ||
| (in %) | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 |
| Abzinsungssatz | 4,70 | 5,50 | 1,75 | 2,00 |
| Lohn- und Gehaltssteigerungen | 2,50 | 2,50 | 2,00 | 1,00 |
| Rentensteigerungen | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 1,00 |
| Erwartete Renditen des Planvermögens | 3,00 | 3,00 | 1,75 | 2,00 |
In den zurückliegenden fünf Jahren hat sich der Finanzierungsstatus, bestehend aus
dem Barwert aller Versorgungszusagen und dem Zeitwert des Planvermögens, wie folgt
geändert:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Barwert aller Versorgungszusagen | -6.041 | -5.133 | -4.736 | -224 | -184 |
| Planvermögen | 1.788 | 1.520 | 1.495 | 149 | 136 |
| Finanzierungsstatus | -4.253 | -3.613 | -3.241 | -75 | -48 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Planschulden | 681 | 296 | -23 | -18 | 12 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen des Planvermögens | -10 | -14 | 26 | 1 | 2 |
Die erfahrungsbedingten Anpassungen stellen die Abweichung dar, zwischen der gemäß
den versicherungsmathematischen Annahmen erwarteten und der tatsächlichen Entwicklung
der Verpflichtungen und Vermögenswerte.
Die sonstigen langfristigen Rückstellungen betreffen Rückstellungen für Gewährleistungen
und langfristige Personalverpflichtungen aus Altersteilzeit. Sie haben sich im Berichtsjahr
wie folgt entwickelt:
| (in TEUR) | 1.1.2010 | Währungs- anpassung |
Verbrauch | Auflösung | Zuführung | 31.12.2010 |
| Personal | 298 | 0 | 0 | 51 | 0 | 247 |
| Gewährleistungen | 2.236 | 12 | 1.286 | 216 | 539 | 1.285 |
|
|
2.534 | 12 | 1.286 | 267 | 539 | 1.532 |
Die Rückstellung für Gewährleistungsverpflichtungen wird auf Basis von Erfahrungswerten
der Vergangenheit gebildet. Es ist zu erwarten, dass die Kosten innerhalb der nächsten
beiden Geschäftsjahre anfallen werden.
Die kurzfristigen Finanzschulden betreffen verschiedene kurzfristige Kreditlinien
und Kontokorrentkredite zur Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit. Für die
kurzfristigen Kredite sind marktübliche Zinssätze vereinbart.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten
angesetzt. Ihre Bilanzwerte entsprechen im Wesentlichen den Marktwerten; sie sind
innerhalb eines Jahres fällig.
Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:
| (in TEUR) | 1.1.2010 | Währungs- anpassung |
Verbrauch | Auflösung | Zuführung | 31.12.2010 |
| Nacharbeiten | 1.348 | 0 | 1.205 | 165 | 838 | 816 |
| Übrige | 1.707 | 62 | 1.428 | 76 | 2.282 | 2.547 |
|
|
3.055 | 62 | 2.633 | 241 | 3.120 | 3.363 |
Im Bereich Übrige sind insbesondere Rückstellungen für Drohverluste aus Kundenaufträgen,
Provisionen und Jahresabschlusskosten ausgewiesen.
Die Rückstellungen führen in der Regel im Folgejahr zu Auszahlungen.
Die übrigen Verbindlichkeiten setzen sich zum Stichtag wie folgt zusammen:
| (in TEUR) | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Steuerverbindlichkeiten (keine Einkommen- und Ertragsteuern) | 1.495 | 6.232 |
| Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich | 5.593 | 1.647 |
| Sonstige | 345 | 488 |
|
|
7.433 | 8.367 |
Die Steuerverbindlichkeiten (keine Einkommens- und Ertragsteuern) setzen sich v. a.
aus Umsatzsteuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer
zusammen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzposten zu den Klassen von
Finanzinstrumenten, aufgeteilt nach den Buchwerten und Fair Values der Finanzinstrumente.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen, flüssige
Mittel, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der wesentliche Teil
der übrigen Schulden aus dem Anwendungsbereich des IFRS 7 haben überwiegend kurze
Restlaufzeiten. Es wird daher unterstellt, dass die Buchwerte dieser Finanzinstrumente
näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.
Die Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, so dass sich hieraus
keine Unterschiede zwischen Buchwert und Zeitwert ergeben. Die Zeitwerte basieren
hierbei auf dem an einem aktiven Markt notierten Marktpreis.
| (in TEUR) | Beizulegender Zeitwert |
Kredite und Forderungen |
Fair Value erfolgswirksam |
Nicht im Anwendungs- bereich IFRS 7, IAS 39 |
Buchwert 31.12.2010 |
| Aktiva per 31.12.2010 |
|
|
|
|
|
| Derivative Finanzinstrumente | 89 | - | 89 | - | 89 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 67.054 | 43.392 | - | 23.662 | 67.054 |
| Sonstige kurzfristige Forderungen | 4.509 | 1.699 | - |
2.810 | 4.509 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - |
| Flüssige Mittel | 38.902 | 38.902 | - | - | 38.902 |
|
|
110.554 | 83.993 | 89 | 26.471 | 110.554 |
| (in TEUR) | Beizulegender Zeitwert |
Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet |
Wertansatz nach IAS 17 |
Nicht im Anwendungs- bereich IFRS 7, IAS 39 |
Buchwert 31.12.2010 |
| Passiva per 31.12.2010 |
|
|
|
|
|
| Finanzschulden | 14.184 | 14.184 | - | - | 14.184 |
| Finanzverbindlichkeiten Leasing | 43 | - | 43 | - | 43 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 51.535 | 51.535 | - | - | 51.535 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 7.433 | 5.938 | - | 1.495 | 7.433 |
|
|
73.195 | 71.657 | 43 | 1.495 | 73.195 |
| (in TEUR) | Beizulegender Zeitwert |
Zur Veräußerung verfügbar |
Kredite und Forderungen |
Nicht im Anwendungs- bereich IFRS 7, IAS 39 |
Buchwert 31.12.2009 |
| Aktiva per 31.12.2009 |
|
|
|
|
|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 39.566 | - |
26.097 | 13.469 | 39.566 |
| Sonstige kurzfristige Forderungen | 1.934 | - | 1.613 | 321 | 1.934 |
| Wertpapiere | 28.838 | 28.838 | - | - | 28.838 |
| Flüssige Mittel | 59.331 | - | 59.331 | - | 59.331 |
|
|
129.669 | 28.838 | 87.041 | 13.790 | 129.669 |
| (in TEUR) | Beizulegender Zeitwert |
Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet |
Wertansatz nach IAS 17 |
Nicht im Anwendungs- bereich IFRS 7, IAS 39 |
Buchwert 31.12.2009 |
| Passiva per 31.12.2009 |
|
|
|
|
|
| Finanzschulden | 9.347 | 9.352 | - | - | 9.352 |
| Finanzverbindlichkeiten Leasing | 37 | - | 37 | - | 37 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14.222 | 14.222 | - | - | 14.222 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 8.367 | 2.135 | - | 6.232 | 8.367 |
|
|
31.973 | 25.709 | 37 | 6.232 | 31.978 |
Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender
Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:
Stufe 1: auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
Stufe 2: für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preis)
oder indirekt (in Ableitung von Preisen) beobachtbare Inputdaten, die keinen notierten
Preis nach Stufe 1 darstellen.
Stufe 3: herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten für die
Bewertung des Vermögenswerts und der Verbindlichkeit basieren (nicht beobachtbare
In-putdaten).
Zum 31. Dezember 2010 fallen die derivativen Finanzinstrumente in Höhe von 89 TEUR
in den Anwendungsbereich von IFRS 7.27 mit der Stufe 2 in der Fair-Value-Hierarchie.
Zum 31. Dezember 2009 entfielen die Wertpapiere in Höhe von 28.838 TEUR in den Anwendungsbereich
von IFRS 7.27 mit der Stufe 1 in der Fair-Value-Hierarchie.
| (in TEUR) | Nettogewinne/ -verluste |
Gesamt- zinserträge/ -aufwendungen |
| Geschäftsjahr 2010 |
|
|
| Kredite und Forderungen | 1.647 | 298 |
| Derivative Finanzinstrumente | -21 | 0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 52 | 234 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -82 | -317 |
|
|
1.596 | 215 |
| Geschäftsjahr 2009 |
|
|
| Kredite und Forderungen | 4.220 | 405 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 2.720 | 476 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 24 | -434 |
|
|
6.964 | 447 |
Die Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen beinhalten im Wesentlichen
Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung und Veränderungen von Wertberichtigungen
auf Forderungen.
Die Nettogewinne bzw. -verluste der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte
beinhalten im Wesentlichen Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren. Im
Geschäftsjahr 2009 wurden aus der Rücklage für Marktbewertung von Wertpapieren -2.605
TEUR in die Finanzerträge umgebucht und mit dem Gewinn aus dem Abgang von Wertpapieren
verrechnet.
Das Zinsergebnis für die Finanzinstrumente der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte" betrifft die Zinserträge der Wertpapiere.
Die Zinserträge für die Finanzinstrumente der Kategorie "Kredite und Forderungen"
stammen aus der Anlage der flüssigen Mittel. Das Zinsergebnis bei der Kategorie "Zu
Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" betrifft im Wesentlichen
Zinsaufwendungen aus den langfristigen Finanzschulden sowie aus den Finanzverbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten.
Die Manz-Gruppe ist als international tätiges Unternehmen bei seiner gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken ausgesetzt. Marktrisiken
resultieren insbesondere aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen. Aufgabe
des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Marktrisiken durch die laufenden
operativen und finanziellen Aktivitäten zu steuern und zu begrenzen. Je nach Risikoeinschätzung
werden derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt, wobei grundsätzlich nur Cashflow-Risiken
gesichert werden. Derivative Finanzinstrumente kommen ausschließlich zu Sicherungszwecken
zum Einsatz und werden somit nicht als Handels- oder Spekulationsposition gehalten.
Zur Reduzierung des Ausfallrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit führenden
Finanzinstituten mit einwandfreier Bonität abgeschlossen.
Die Grundzüge der Finanzpolitik werden regelmäßig im Vorstand abgestimmt und vom Aufsichtsrat
überwacht.
Die Sensitivitätsanalysen in den folgenden Abschnitten beziehen sich jeweils auf den
Stand zum 31. Dezember 2010 bzw. 2009. Die Sensitivitätsanalysen wurden auf der Grundlage
der am 31. Dezember 2010 bestehenden Sicherungsbeziehungen und unter der Prämisse
erstellt, dass die Nettoverschuldung, das Verhältnis von fester und variabler Verzinsung
von Schulden und Derivaten und der Anteil von Finanzinstrumenten in Fremdwährung konstant
bleiben.
Die Sensitivitätsanalysen wurden unter folgenden Annahmen aufgestellt:
| ― |
Die Sensitivität der Bilanz bezieht sich auf Derivate und auf zur Veräußerung gehaltene Schuldinstrumente. |
| ― |
Die Sensitivität des relevanten Postens der Gewinn- und Verlustrechnung spiegelt den Effekt der angenommenen Änderungen der entsprechenden Marktrisiken wider. Dies basiert auf den zum 31. Dezember 2010 und 2009 gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, einschließlich des Effekts der Sicherungsbeziehung. |
| ― |
Die Sensitivität des Eigenkapitals wird berechnet, indem der Effekt verbundener Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows zum 31. Dezember 2010 und 2009 auf die angenommenen Änderungen des gesicherten Grundgeschäfts berücksichtigt wird. |
Kreditrisiko ist das Risiko, dass Geschäftspartner ihrer vertraglichen Verpflichtung
nicht nachkommen können und der Manz-Gruppe somit ein finanzieller Verlust entsteht.
Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken, insbesondere
bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit,
einschließlich Geldanlagen bei Banken und derivativen Finanzinstrumenten, ausgesetzt.
Das Kreditrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird auf Gesellschaftsebene (lokal)
gesteuert und fortlaufend überwacht. Im Projektgeschäft wird das Ausfallrisiko durch
Anzahlungen minimiert. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar
sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Das Ausfallrisiko bezüglich
der Geldanlagen und derivativen Finanzinstrumenten wird durch die Streuung der Anlagen
bei verschiedenen Banken reduziert.
Das maximale Kreditrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Buchwert der finanziellen
Vermögenswerte.
Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich aus
folgender Tabelle:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Nicht überfällig und nicht wertgemindert | 29.518 | 9.178 |
| Überfällig und nicht einzelwertberichtigt |
|
|
| bis 30 Tage | 4.645 | 5.359 |
| zwischen 31 und 60 Tagen | 1.189 | 1.014 |
| zwischen 61 und 90 Tagen | 2.806 | 193 |
| zwischen 91 und 180 Tagen | 2.370 | 955 |
| mehr als 180 Tage | 2.802 | 108 |
| Einzelwertberichtigte Forderungen | 62 | 9.290 |
|
|
43.392 | 26.097 |
Für die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen keine
Anzeichen eines Wertberichtigungsbedarfs vor. Die Werthaltigkeit der weder überfälligen
noch wertgeminderten Forderungen wird als sehr hoch angesehen. Diese Einschätzung
wird dabei vor allem auf die langjährige Geschäftsbeziehung zu den meisten Abnehmern
und der Bonität der Kunden zurückgeführt. Die historischen Ausfallraten im Konzern
sind sehr gering.
Als Ausfluss aus der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft
wurden durch die Manz-Gruppe frühzeitig Maßnahmen eingeleitet, um die Risiken aus
möglichen Kreditausfällen so gering wie möglich zu halten. Hierzu wurde das Forderungsmanagement
weiter intensiviert, und es werden die Maßnahmen zur Kreditrisikosteuerung fortlaufend
an die sich ändernden Marktbedingungen angepasst.
Die Liquiditätsrisiken, d. h. das Risiko, dass Manz seinen finanziellen Verpflichtungen
nicht nachkommen kann, werden durch Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität
als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. Zur Steuerung der zukünftigen
Liquiditätssituation setzen wir entsprechende Finanzplanungsinstrumente ein. Nach
unserer derzeitigen Planung sind keine Liquiditätsengpässe erkennbar.
Zum Bilanzstichtag bestehen nicht ausgenutzte Kontokorrent-/Avalkreditlinien bei Banken
in Höhe von 49.715 TEUR (Vj. 36.350 TEUR); wahlweise ausnutzbar als Kontokorrentkredit
und/oder Avalkredit (Inanspruchnahme Avale zum 31.12.2010: 2.899 TEUR (Vj. 5.822 TEUR)).
Ferner bestehen nicht ausgenutzte Avalkreditlinien bei Kreditversicherungen in Höhe
von 10.114 TEUR (Vj. 10.624 TEUR); deren Inanspruchnahme beläuft sich auf 4.886 TEUR
(Vj. TEUR 4.376).
Die nachfolgenden Aufstellungen zeigen die vertraglich vereinbarten undiskontierten
Zins- und Tilgungszahlungen für die unter IFRS 7 fallenden originären finanziellen
Verbindlichkeiten. Ist der Fälligkeitstermin nicht fixiert, wird die Verbindlichkeit
auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen. Zinszahlungen mit variabler Verzinsung
werden entsprechend den Konditionen zum Stichtag berücksichtigt. Im Wesentlichen wird
davon ausgegangen, dass die Zahlungsmittelabflüsse nicht früher als dargestellt eintreten
werden.
| (in TEUR) | Gesamt | 2011 | 2012 | > 2013 |
| 31.12.2010 |
|
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| Finanzschulden | 14.496 | 10.198 | 711 | 3.587 |
| Finanzierungsleasing | 44 | 15 | 11 | 18 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 51.535 | 51.535 |
|
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| Übrige Verbindlichkeiten | 5.938 | 5.938 |
|
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72.013 | 67.686 | 722 | 3.605 |
| (in TEUR) | Gesamt | 2010 | 2011 | > 2012 |
| 31.12.2009 |
|
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| Finanzschulden | 9.713 | 9.038 | 125 | 550 |
| Finanzierungsleasing | 37 | 13 | 19 | 5 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14.222 | 14.222 |
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| Übrige Verbindlichkeiten | 2.135 | 2.135 |
|
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26.107 | 25.408 | 144 | 555 |
Für die zum Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kredite sowie Avalkredite der Manz-Gruppe
gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherheiten in Form von Grundschulden auf die
Fabrikgebäude der Manz Intech Machines in Taiwan und von Manz Slovakia. Ansonsten
bestehen keine Sicherheiten.
Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows
eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Die Manz-Gruppe
ist vor allem aus seiner Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen
auf eine von der funktionalen Währung der jeweiligen Manz-Gesellschaft abweichende
Währung lauten) dessen ausgesetzt. Um die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen
zu reduzieren, quantifiziert die Manz AG fortlaufend das Wechselkursrisiko und sichert
alle wesentlichen Risiken, sofern wirtschaftlich sinnvoll mit Devisentermingeschäften
und Devisenoptionen ab. Bei der Absicherung von Wertschwankungen künftiger Cashflows
aus erwarteten Transaktionen handelt es sich um geplante Umsätze in Fremdwährung.
Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung
bleiben unberücksichtigt.
Zum Bilanzstichtag bestanden keine Fremdwährungsabsicherungen, da keine wesentlichen
Fremdwährungspositionen bestanden haben und auch keine geplanten Transaktionen in
Fremdwährung vorliegen.
Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche mögliche
Auswirkungen aus Veränderungen relevanter Risikovariablen (z. B. Wechselkurse, Zinssätze)
auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Um die periodischen Auswirkungen zu ermitteln,
wird eine mögliche Änderung der Risikovariablen auf den Bestand an Finanzinstrumenten
zum Abschlussstichtag vorgenommen. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Jahresultimo
repräsentativ für das Geschäftsjahr ist. Devisenderivate sind stets originären Grundgeschäften
zugeordnet, so dass aus diesen Instrumenten keine Währungsrisiken entstehen.
Für den US-Dollar als wesentliche Fremdwährung für die Manz-Gruppe ergibt sich folgendes
Währungsszenario:
Wenn der EUR gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2010 (2009) um 10 % aufgewertet
gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 959 TEUR (312 TEUR) niedriger ausgefallen.
Wenn der EUR gegenüber dem USD zum 31. Dezember 2010 (2009) um 10 °% abgewertet gewesen
wäre, wäre das Konzernergebnis um 1.172 TEUR (382 TEUR) höher ausgefallen.
Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows
eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das
Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert
überwiegend aus den variabel verzinslichen Darlehen.
Der Konzern steuert sein Zinsrisiko bei den Finanzschulden durch ein ausgeglichenes
Portfolio von fest und variabel verzinslichen Darlehen. Derivative Finanzinstrumente
werden seit dem Geschäftsjahr 2010 in Form eines Zinsbegrenzungsgeschäftes für ein
langfristiges Darlehen der slowakischen Tochtergesellschaft über 3,7 Mio. EUR eingesetzt.
Zinsrisiken im Sinne von IFRS 7 werden mittels Sensitivitätsanalyse ermittelt. Hierbei
werden Effekte der risikovariablen Marktzinssätze auf das Finanzergebnis dargestellt.
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2010 (2009) um 100 Basispunkte höher (niedriger)
gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 72 TEUR (26 TEUR) niedriger (höher) gewesen.
Am Bilanzstichtag bestehen Bürgschaften der Manz Automation AG für Bankverbindlichkeiten
für Dritte in Höhe von 700 TEUR.
Die Manz-Gruppe hat verschiedene Mietverträge über Gebäude sowie Leasingverträge über
Betriebs- und Geschäftsausstattung und PKW abgeschlossen. Die Fälligkeiten der Mindestleasingzahlungen
aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen und Mietverträgen stellen sich wie
folgt dar:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Mindestleasingzahlungen |
|
|
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | 3.575 | 3.521 |
| Restlaufzeit 1-5 Jahre | 14.655 | 11.520 |
| Restlaufzeit größer 5 Jahre | 31.345 | 32.456 |
Im Geschäftsjahr 2010 wurden Miet- und Leasingzahlungen in Höhe von 4.758 TEUR (Vj.
4.524 TEUR) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Im Zusammenhang mit einem bestehenden Vertrag besteht in Abhängigkeit vom Eintritt
einer Bedingung eine Verpflichtung zur Leistung einer Zahlung in Höhe von 20.000 TEUR.
Es ist davon auszugehen, dass die Bedingung innerhalb der nächsten 18 Monate eintritt.
Nach dem Stichtag 31. Dezember 2010 sind keine Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen
Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage gehabt hätten.
Gemäß IAS 24 sind Personen oder Unternehmen, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst
werden bzw. die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können, soweit sie nicht bereits
als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wurden, anzugeben.
Als nahestehende Personen im Manz-Konzern kommen grundsätzlich Mitglieder des Vorstands
und des Aufsichtsrats in Frage, einschließlich deren Familienangehörige sowie Unternehmen,
auf die die Manz AG, die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder und deren nahe Familienangehörige
einen maßgeblichen Einfluss ausüben können.
Mit dem bis zum vollständigen Erwerb der Anteile am 30. Juni 2010 nach at equity bilanzierten
Unternehmen Axystems Ltd., Israel, bestehen Liefer- und Leistungsbeziehungen mit der
Manz Automation AG. Im Zeitraum 1.1 .-30.6.2010 hat die Manz Automation AG Lieferungen
und Leistungen in Höhe von 514 TEUR (GJ 2009: 705 TEUR) erhalten. Zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2009 bestanden Verbindlichkeiten gegenüber der Axystems Ltd. in Höhe
von 23 TEUR.
Die Grundzüge des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütungen von Vorstand und
Aufsichtsrat sowie der früheren Vorstandsmitglieder sind im Vergütungsbericht dargestellt,
der Bestandteil des Lageberichts ist.
Die Gesamtbezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2010 betragen 944 (Vj. 1.031
TEUR). Die erfolgsunabhängigen Leistungen betragen 637 TEUR (Vj. 712 TEUR), die erfolgsabhängigen
Leistungen 40 TEUR (Vj. 0 TEUR) und die langfristig fälligen Leistungen 267 TEUR (Vj.
319 TEUR). Bei den langfristig fälligen Leistungen handelt es sich um die Aktienzusagen/Bezugsrechte
im Rahmen des Performance Share Plan. Hier wurden im Berichtsjahr insgesamt 2.739
Stück (Vj. 3.320 Stück) Bezugsrechte an die Vorstandsmitglieder mit einem beizulegenden
Zeitwert von insgesamt 267 TEUR (Vj. 319 TEUR) gewährt.
Für den Vorstandsvorsitzenden Dieter Manz besteht eine Pensionsverpflichtung (Defined
Benefit Obligation) nach IFRS in Höhe von 214 TEUR (Vj. 162 TEUR). Für die Pensionszusage
ist eine Rückdeckungsversicherung mit einem beizulegenden Zeitwert von 103 TEUR (Vj.
98 TEUR) abgeschlossen.
Das frühere Vorstandsmitglied Otto Angerhofer erhielt im Geschäftsjahr 2010 eine Rentenzahlung
in Höhe von 10 TEUR (Vj. 4 TEUR). Es besteht eine Pensionsverpflichtung gegenüber
dem früheren Vorstandsmitglied nach IFRS in Höhe von 177 TEUR (Vj. 140 TEUR). Für
die Pensionszusage ist ebenfalls eine Rückdeckungsversicherung mit einem beizulegenden
Zeitwert von 88 TEUR (Vj. 94 TEUR) abgeschlossen.
Der Vorstandsvorsitzende Dieter Manz hielt am Bilanzstichtag 44,49 % (Vj. 44,49 %)
der Anteile an der Manz Automation AG.
Für das Vorstandsmitglied Martin Hipp besteht seit dem Geschäftsjahr 2009 und für
das Vorstandsmitglied Volker Renz seit dem Geschäftsjahr 2010 eine beitragsorientierte
Leistungszusage. Hierfür werden jeweils 6 TEUR p. a. in eine externe rückgedeckte
Unterstützungskasse eingezahlt.
Prof. Dr. Heiko Aurenz, Dipl. oec. (Vorsitzender seit 6. März 2010), Partner bei Ebner
Stolz Mönning Bachem Unternehmensberatung GmbH, Stuttgart
Dr. Jan Wittig (Vorsitzender, verstorben am 6. März 2010), Rechtsanwalt, Partner bei
Rechtsanwälte Dr. Schaudt und Kollegen, Stuttgart
Dipl.-Ing. Peter Leibinger (Mitglied seit 22. Juni 2010, stellvertretener Vorsitzender
seit 28. Juni 2010), geschäftsführender Gesellschafter der Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen
Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Rolf D. Schraft
Dr. Guido Quass, (Mitglied vom 17. März 2010 bis 22. Juni 2010) Rechtsanwalt, Partner
bei Menold Bezler Rechtsanwälte Partnerschaft, Stuttgart
Der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Heiko Aurenz ist auch Mitglied des Aufsichtsrats
der IBS AG, Know How! Aktiengesellschaft für Weiterbildung, Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus
e. V., ASB Grünland Helmut Aurenz GmbH und der Monument Vermögensverwaltung GmbH.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden von Ebner Stolz Mönning Bachem Unternehmensberatung GmbH
keine Dienstleistungen erbracht (Vj. 4 TEUR für Management-Informationssystem-Support-Leistungen).
Dr. Wittig war auch Mitglied des Aufsichtsrats bzw. Beirats der Euwax AG, Börse Stuttgart
AG, Börse Stuttgart Holding GmbH, Otto Ficker GmbH, Diakonie Stetten e. V., Zieglersche
Anstalten e. V. und Anna-Haag-Haus Stuttgart e. V.
Das Aufsichtsratsmitglied Peter Leibinger ist auch stellvertretender Vorsitzender
des Verwaltungsrats der INDEX-Werke GmbH & Co. KG Hahn & Tessky, Mitglied des Verwaltungsrats
der TRUMPF Laser GmbH + Co. KG, Commissioner der PT TRUMPF Indonesia sowie Mitglied
des Beirats der Hüttinger Elektronik GmbH + Co. KG. Ferner ist Herr Leibinger Mitglied
des Boards of Directors der SPI Lasers plc, der TRUMPF Korea Co. Ltd., der TRUMPF
Management Consulting (Shanghai) Co. Ltd., der TRUMPF Pte. Ltd., Singapur und der
TRUMPF Taiwan Industries Co. Ltd.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden von Tochtergesellschaften der TRUMPF GmbH + Co. KG, bei
der Peter Leibinger geschäftsführender Gesellschafter ist, Lasersysteme im Wert von
1.624 TEUR von der Manz AG gekauft. Zum 31. Dezember 2010 bestehen Verbindlichkeiten
gegenüber der TRUMPF-Gruppe in Höhe von 657 TEUR.
Das Aufsichtsratsmitglied Prof. Rolf D. Schraft ist auch Mitglied des Executive Boards
der International Federation of Robotics (IFR) sowie Beiratsmitglied des Forschungskuratoriums
der Alfred Kärcher GmbH und der Hock Holding GmbH & Co. KG.
Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Guido Quass hat während seiner Mitgliedschaft als Aufsichtsrat
der Manz AG als Partner der Anwaltssozietät Menold Bezler Rechtsanwälte Partnerschaft,
für die Manz AG rechtliche Beratungsleistungen in Höhe von 34 TEUR erbracht. Zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2010 bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der Anwaltssozietät Menold
Bezler in Höhe von 25 TEUR.
Das Vergütungssystem des Aufsichtsrats wird ebenfalls im Vergütungsbericht dargestellt,
der Bestandteil des Lageberichts ist.
Für das Geschäftsjahr 2010 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats eine Vergütung von
insgesamt 39 TEUR (Vj. 36 TEUR) gewährt. Die Vergütung beinhaltet fixe und variable
Bestandteile.
Die Honorare des Abschlussprüfers alltax gmbh Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
für Dienstleistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (in TEUR) | 2010 | 2009 |
| Abschlussprüfung | 116 | 106 |
| Sonstige Bestätigungsleistungen | 16 | 20 |
| Steuerberatungsleistungen | 16 | 19 |
| Sonstige Leistungen | 24 | 40 |
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Manz Automation AG haben eine Erklärung gemäß
§ 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Manz Automation
AG www.manz.com dauerhaft zugänglich gemacht.
On May 27, 2010, FMR LLC, Boston, USA, has notified us pursuant to section 21 (1)
WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation AG, Reutlingen, Germany,
crossed above the threshold of 3 % and amounted to 3.22 % of the voting rights (144,241
voting rights) as of May 21, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to FMR LLC pursuant to section
22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG. The voting rights were attributed
to FMR LLC from Fidelity Advisor Series I, being a shareholder holding 3 % or more
of the voting rights in Manz Automation AG.
On May 27, 2010, Fidelity Management & Research Company, Boston, USA, has notified
us pursuant to section 21 (1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation
AG, Reutlingen, Germany, crossed above the threshold of 3 % and amounted to 3.22 %
of the voting rights (144,241 voting rights) as of May 21, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to Fidelity Management & Research
Company pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 WpHG. The voting rights were attributed
to Fidelity Management & Research Company from Fidelity Advisor Series I, being a
shareholder holding 3 % or more of the voting rights in Manz Automation AG.
On May 27, 2010, Fidelity Advisor Series I, Boston, USA, has notified us pursuant
to section 21 (1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation AG,
Reutlingen, Germany, crossed above the threshold of 3 % and amounted to 3.22 % of
the voting rights (144,241 voting rights) as of May 21, 2010.
On September 2, 2010, FMR LLC, Boston, USA, has notified us pursuant to section 21
(1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation AG, Reutlingen, Germany,
fell below the threshold of 3 % and amounted to 2.68 % of the voting rights (120,241
voting rights) as of September 1, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to FMR LLC pursuant to section
22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG.
On September 2, 2010, Fidelity Management & Research Company, Boston, USA, has notified
us pursuant to section 21 (1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation
AG, Reutlingen, Germany, fell below the threshold of 3 % and amounted to 2.68 % of
the voting rights (120,241 voting rights) as of September 1, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to Fidelity Management & Research
Company pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 WpHG.
On September 10, 2010, Fidelity Advisor Series I, Boston, USA, has notified us pursuant
to section 21 (1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation AG,
Reutlingen, Germany, fell below the threshold of 3 % and amounted to 2.68 % of the
voting rights (120,241 voting rights) as of September 1, 2010.
On September 27, 2010, FMR LLC, Boston, USA, has notified us pursuant to section 21
(1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation AG, Reutlingen, Germany,
crossed above the threshold of 3 % and amounted to 3.20 % of the voting rights (143,302
voting rights) as of September 22, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to FMR LLC pursuant to section
22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG.
On September 27, 2010, Fidelity Management & Research Company, Boston, USA, has notified
us pursuant to section 21 (1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation
AG, Reutlingen, Germany, crossed above the threshold of 3 % and amounted to 3.20 %
of the voting rights (143,302 voting rights) as of September 22, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to Fidelity Management & Research
Company pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 WpHG.
On October 28, 2010, FMR LLC, Boston, USA, has notified us pursuant to section 21
(1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation AG, Reutlingen, Germany,
crossed above the threshold of 5 % and amounted to 5.04 % of the voting rights (225,771
voting rights) as of October 20, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to FMR LLC pursuant to section
22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG.
On October 28, 2010, Fidelity Management & Research Company, Boston, USA, has notified
us pursuant to section 21 (1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation
AG, Reutlingen, Germany, crossed above the threshold of 5 % and amounted to 5.04 %
of the voting rights (225,771 voting rights) as of October 20, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to Fidelity Management & Research
Company pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG.
On December 15, 2010, FMR LLC, Boston, USA, has notified us pursuant to section 21
(1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation AG, Reutlingen, Germany,
fell below the threshold of 5 % and amounted to 4.95 % of the voting rights (221,641
voting rights) as of December 9, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to FMR LLC pursuant to section
22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG.
On December 15, 2010, Fidelity Management & Research Company, Boston, USA, has notified
us pursuant to section 21 (1) WpHG that its percentage of voting rights in Manz Automation
AG, Reutlingen, Germany, fell below the threshold of 5 % and amounted to 4.95 % of
the voting rights (221,641 voting rights) as of December 9, 2010.
All voting rights in Manz Automation AG were attributed to Fidelity Management & Research
Company pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 WpHG.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen,
der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnisssen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung
des Konzerns beschrieben sind.
Reutlingen, den 11. März 2011
Der Vorstand der Manz Automation AG
| Dieter Manz | Martin Hipp | Volker Renz |
| Vorstandsvorsitzender |
|
|
Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk
erteilt:
Wir haben den von der Manz Automation AG, Reutlingen, aufgestellten Konzernabschluss
- bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtperiodenerfolgsrechnung, Bilanz,
Kapitalflussrechnung, Entwicklung des Eigenkapitals sowie Anhang - und den Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung
von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften
liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe
ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung, eine Beurteilung über
den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut
der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten
und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung
der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten
Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender
Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse
über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des
Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der
Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend
auf der Basis von Stichproben beurteilt.
Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss
einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten
Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der
gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses
und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend
sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung, aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse, entspricht
der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den ergänzend
nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt
unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht
steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Reutlingen, 11. März 2011
alltax gmbh
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
| Klatte | Schäuffele |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |
OLIVER KOCH, MONTEUR MECHANIK, MANZ REUTLINGEN
Im Rahmen des Handlings mit großen, aber auch sehr dünnen Glassubstraten dient die
AirCushion-Technologie ("Luftkissen") dem nahezu berührungslosen Transport der Substrate
und der Verminderung von Verunreinigungen.
Amorphes Silizium (a-Si) ist eine nichtkristalline Form des reinen Halbleiters Silizium.
Es verfügt über ein hohes Absorptionsvermögen und kann daher bei Solarmodulen mit
besonders geringen Schichtdicken verwendet werden. Aufgrund der Struktur wird damit
jedoch nur ein vergleichsweise niedriger Wirkungsgrad von rund 6 bis 8 % erreicht.
Die Aperturfläche ist die Glasfläche eines Kollektors, durch die Solarstrahlung eintreten
kann. Werden z. B. Spiegel eingesetzt, um die Solarstrahlung auf einen Kollektor oder
einen Punkt zu konzentrieren, ist der Spiegel die Aperturfläche.
Unter Automatisierung versteht man die Übertragung von Funktionen des Produktionsprozesses,
insbesondere Prozesssteuerungs- und -regelungsaufgaben vom Menschen auf technische
Systeme. Automatisierungssysteme der Manz Automation AG dienen der Verkettung einzelner
Produktionsschritte und haben durch Präzision und hohe Durchsatzzahlen einen hohen
Anteil an der Kostenreduzierung für Photovoltaiksysteme.
Hinterer Teil der Produktionslinie für kristalline Solarzellen, die Manz aus einer
Hand liefern kann.
BIPV ist die englische Abkürzung für "Gebäudeintegrierte Photovoltaik" (Building-Integrated
Photovoltaics). Während konventionelle Solartechnik vor allem auf bestehende Dächer
montiert wird, ermöglicht BIPV die direkte Integration der Photovoltaikprodukte -
vor allem der Dünnschicht-Module - in die Fassade. Im Ergebnis kann hier ein ästhetischeres
Gesamtbild erzielt werden.
Cadmium-Tellurid (CdT) ist ein Absorbermaterial für Dünnschicht-Solarmodule. Vor allem
wegen seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften ist CdT ein für Dünnschicht-Solarmodule
gut geeignetes Material, da aufgrund des sehr hohen Absorptionsvermögens wenige Mikrometer
dünne Schichten ausreichen, bei vergleichsweise hohen Wirkungsgraden. Zudem können
Solarmodule aus CdT in kostengünstigen Prozessschritten gefertigt werden.
CIGS ist eine Dünnschicht-Technologie und steht als Abkürzung für die verwendeten
Elemente Kupfer, Indium, Gallium, Sulfur und Selenium (engl. copper, indium, gallium,
sulfur, and selnium). Im Gegensatz zu kristallinen Silizium-Solarzellen besitzen CIGS-Solarmodule
einen Absorber mit einer direkten Bandlücke. Aufgrund der geringen Breite der CIGS-Schicht
ist es möglich, deutlich weniger Halbleitermaterial zu verwenden. Zudem sind dadurch
die Anforderungen an das Absorbermaterial geringer. Der Wirkungsgrad der Module liegt
zurzeit bei rund 10 bis 12 % (Weltrekord unter Labormaßstab: 20,3 %).
Mit der CIGSfab bietet die Manz Automation AG eine integrierte, schlüsselfertige Produktionslinie
zur Herstellung von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen, die höchste Effizienz und geringe
Produktionskosten vereint.
Bei dieser Technologie wird z. B. amorphes Silizium oder Cadmium-Tellurid dünn auf
ein Glassubstrat aufgebracht. Der Wirkungsgrad liegt je nach Technologie bei rund
6 bis 12 %, im Rahmen der CIGS-Technologie wurde im Labormaßstab sogar ein Wirkungsgrad
von 20,3 % realisiert. Da die Schichtdicke nur ein Hundertstel des kristallinen Siliziums
beträgt, ist der Einsatz von Dünnschicht-Technologie für die Solarindustrie attraktiv.
Durch eine Beschichtung aus mikrokristallinem Silizium ist es zusätzlich möglich,
den Wirkungsgrad dieser Module weiter zu erhöhen.
In der LCD-Industrie und im Bereich der Dünnschicht-Solarmodule wird die Glasscheibe
auch Substrat genannt.
Ein Halbleiter beschreibt einen festen Körper, der eine gewisse elektrische Leitfähigkeit
besitzt, die ihn wiederum als Leiter oder Nichtleiter spezifiziert. Man unterscheidet
zwischen Halbleitern, die aus einem Element bestehen und Verbindungshalbleitern, die
aus mehreren Elementen bestehen. Solarzellen sind ein Beispiel für Halbleiter.
Durch einen HAP (High Accuracy Printer) Hochpräzisionsdrucker mit einer speziellen
Bildverarbeitung und genauester Automation werden vorprozessierte Strukturen erkannt
und mit einer Positioniergenauigkeiten von +/- 10 ,um bedruckt. Um das volle Potenzial
zur Steigerung des Wirkungsgrads zu erzielen, müssen die Leiterbahnen exakt auf die
schmalen Streifen des selektiven Emitters gedruckt werden, um eine möglichst geringe
Verschattung der kristallinen Zelle zu erreichen.
Bei IPCS (= Inline Precision Control System) handelt es sich um ein innovatives Regelungssystem
der Manz Automation für die Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen. Die Besonderheit
von IPCS ist ein schneller Regelkreislauf, der die Position der unteren Linie durch
den Einsatz optischer Komponenten fortwährend verfolgt und die Position des Schreiblasers
entsprechend justiert.
Der Begriff Inline-Produktion bezeichnet die kontinuierliche bzw. Fließfertigung.
Diese ist im Gegensatz zur sogenannten Batch-Produktion zu sehen, die die Fertigung
bestimmter Einzellose zugrunde legt.
Kontaktfinger leiten den Strom aus der Solarzelle zu den Stromsammelschienen, über
die Zellen zu einem Modul verschaltet werden.
Man unterscheidet zwischen Einkristall- (monokristallin) und Multikristall- (polykristallin)
Silizium-Solarzellen. Bei monokristallinen Solarzellen wird ein bis zu 20 % höherer
Wirkungsgrad erreicht als bei polykristallinen Solarzellen, welche die gleiche Fläche
aufweisen.
Um die Solarzelle wirkungsfähig zu machen und den vollen Leistungsbereich auszuschöpfen,
werden die Vorder- und Rückseite der Silizium-Solarzelle elektrisch getrennt. Dies
geschieht durch Entfernen einer schmalen Spur entlang des Zellenrands mittels Laser.
Zur Herstellung qualitativ hochwertiger Dünnschicht-Solarmodule ist ein höchst zuverlässiger
Laserrandentschichtungsprozess notwendig. Dieser Prozess ist der Lamination des Deckglases
vorgelagert und gewährleistet eine gute Isolation des beschichteten Glases. Das Laserrandentschichtungssystem
vereint dynamische Linearmotoren, abtragsstarke Laser, effiziente Absaugung und nahtlose
Integrationsfähigkeit in die Prozessketten.
Durch die (Laser)Strukturierung von Dünnschicht-Solarmodulen werden diese elektrisch
verschaltet.
Ein Leiter ist ein Medium, das frei bewegliche Ladungsträger besitzt und somit zum
Transport geladener Teilchen (Strom) benutzt werden kann.
PCB steht für Printed Circuit Board und bezeichnet elektronische Leiterplatten. Leiterplatten
bestehen aus elektrisch isolierendem Material mit daran haftenden, leitenden Verbindungen
(Leiterbahnen) und sind in nahezu jedem technischen Gerät verbaut. Dort dienen sie
der elektrischen Verbindung oder als mechanische Befestigung.
Li-Ion-Batterien besitzen von allen aufladbaren Batteriesystemen die höchste Batteriedichte
und können daher, bezogen auf ein bestimmtes Volumen oder Gewicht, am meisten Energie
speichern und abgeben. Daher ist Li-Ion das Sekundärbatteriesystem die Wahl, wenn
der Fokus der Anwendung auf hohen Energiedichten liegt (z. B. im Mobilfunk- und Notebookbereich).
Als Großbatterie finden Li-Ion-Systeme vor allem im Bereich der Hybrid- und Elektrofahrzeuge
Anwendung.
Hier werden die funktionswichtigen Strukturen per Stichel in die Module eingearbeitet.
Linearmotoren, Bildverarbeitung, verschiedene Stichelköpfe, effiziente Absaugung,
hoch präziser Aufbau etc. erlauben einen hohen Durchsatz und die Bearbeitung von sehr
groß dimensionierten Substraten.
Für die Kontaktierung der Solarzellen werden beidseitig Kontakte aus Metall benötigt.
Zudem wird auf der Rückseite eine ganzflächige Metallschicht benötigt. Diese werden
in drei aufeinanderfolgenden Siebdruckmaschinen auf die Solarzelle aufgebracht.
Nasschemische Verfahrenstechnik findet vielfachen Einsatz innerhalb der Prozesskette
zur Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen. Insbesondere die Texturierung,
die Reinigung sowie die Entfernung dielektrischer Schichten stellen wichtige Prozessschritte
dar.
Die "Netz-Gleichwertigkeit" beschreibt den Moment, ab dem der Strom aus Photovoltaik-Anlagen
für den Endverbraucher genauso viel kostet wie "konventioneller" Strom, der nicht
aus regenerativen Energieträgern gewonnen wird.
Photovoltaik beschreibt allgemein die Nutzbarmachung des Lichtes durch Umwandlung
in elektrische Energie. Der photovoltaische Effekt konnte 1954 zum ersten Mal zur
Erzeugung von Strom genutzt werden. Der Wirkungsgrad der Solarzellen reicht von ca.
6 % bis zu 35 % (Laborversuche).
Robotik bezeichnet als Oberbegriff die Entwicklung und Steuerung von Robotern. Roboter
sind hier stationäre oder mobile Maschinen. Dabei wird auf ein optimales Zusammenarbeiten
zwischen Roboter-Elektronik und Roboter-Mechanik geachtet.
Bei dem OneStep Selective Emitter-Verfahren werden die selektiven Emitterstrukturen
durch einen Laserprozess erzeugt. Damit der Emitter, d. h. die sonnenzugewandte Schicht
einer Solarzelle, möglichst gut leitet, wird er durch einen Laser mit PhosphorAtomen
gezielt verunreinigt (sogenannte Dotierung). Damit kann die Leitfähigkeit zwischen
dem Siliziumwafer und den Kontaktfingern signifikant gesteigert werden. Diese Technologie
erhöht den Wirkungsgrad von kristallinen Solarzellen um bis zu 0,5 %, bei den heute
üblichen Zellen also auf rund 16,5 bis 17 %.
Ein Solarmodul besteht aus in Reihe und Serie geschalteten Solarzellen. Die Anzahl
der Solarzellen bestimmt die Leistung des Moduls.
Eine Solarzelle bzw. eine photovoltaische Zelle ist ein elektrisches Bauelement. Es
wandelt die auftreffende Strahlungsenergie der Sonne direkt in elektrische Energie
um.
Der SpeedPicker ist ein Automationssystem der Manz Automation für das Be- und Entladen
von Prozessmaschinen mit integrierten Puffersystemen und Anbindung an Produktionsleitrechner-Systeme,
das speziell für die Anforderungen des Solarmarktes entwickelt wurde. Mit dem SpeedPicker
wird ein hoher Durchsatz kristalliner Zellen bei minimalen Bruchraten im Be- und Entladeprozess
der Anlagen ermöglicht, wodurch die Hersteller ihre Produktionskosten weiter senken
können.
Das Sputter-Verfahren ist eine bekannte Beschichtungsmethode in der Industrie, um
dünne Schichten aufzutragen. Sputteranlagen gehören zu den Vakuumbeschichtungsanlagen
für Labor- und Industrieanwendungen, z. B. für Silizium-Wafer, Displays, CDs etc.
TCO steht für transparente und leitfähige Oxide; unter einer TCO-Ätzung versteht man
die Texturierung der TCO-Schicht. Dadurch wird in einem Dünnschicht-Solarmodul weniger
Licht reflektiert und mehr Strom erzeugt
Unter dem Konzept "Total Fab Solution" ist das gesamte Leistungsspektrum der Manz
Automation AG zur effizienten Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen zusammengefasst.
Neben einem breiten Produktportfolio zum Glashandling, zur Lagerung und Pufferung
von Gläsern sowie von Förderstrecken beinhaltet dies Anlagen zur mechanischen Strukturierung
und zum Laserschneiden von Glassubstraten. Nasschemische Ätzanlagen zum Reinigen oder
Vorätzen der TCO-Schicht vervollständigen das Gesamtkonzept.
Utility-Scale-Photovoltaik umfasst große, kommerzielle Solarkraftwerke und ist eines
der am schnellsten wachsenden Marktsegmente der Branche. Photovoltaik im Kraftwerksmaßstab
ist aber auch mit besonderen Anforderungen an die Hersteller verbunden, z. B. großformatige
Module, MW Wechselrichter oder spezielle Systemlösungen.
Die leitenden Absorberschichten eines Dünnschicht-Solarmoduls werden in einem Vakuumverfahren
auf den Glasträger in einem mehrfachen Beschichtungsprozess mit anschließender Laserstrukturierung
aufgetragen. Die Vakuumbeschichtung gilt auch als Herzstück von Produktionsanlagen
für Dünnschicht-Solarmodule.
Der Wafer ist das Ausgangsmaterial für die Silizium-Solarzelle. Er besteht aus höchstreinem
mono- oder multikristallinen Silizium, welches zu Platten gegossen wird und dann zu
ca. 0,2 mm dicken Wafern geschnitten wird, aus denen wiederum Solarzellen gefertigt
werden.
| AktG | Aktiengesetz |
| BIP | Bruttoinlandsprodukt |
| CAGR | Compound annual growth rate |
| CIGS | Cu(In,Ga)(S,Se)2 - Kupfer, Indium, Gallium, Schwefel und Selen |
| CO2 | Kohlenstoffdioxid (chem.) |
| cSi | kristallines Silizium |
| DAX | Deutscher Aktienindex |
| EBIT | Earnings before interest and taxes |
| EBT | Earnings before taxes |
| EEG | Erneuerbare-Energien-Gesetz |
| EUR | Euro |
| FPD | Flat Panel Display/Flachbildschirm |
| GuV | Gewinn- und Verlustrechnung |
| GW | Gigawatt |
| HAP | High Accuracy Printer/Hochpräzisionsdrucker |
| HDTV | High Definition Television |
| IAS | International Accounting Standards |
| IFRIC | International Financial Reporting |
|
|
Interpretations Committee |
| IFRS | International Financial Reporting Standards |
| ISIN | International Security Identification Number |
| kWh | Kilowattstunde |
| LCD | Liquid Crystal Display |
| LED | Light Emitting Diode/Licht emittierende Diode |
| MDAX | Deutscher Aktienindex für Mid Cap-Werte |
| MENA | Middle East and North Africa/Mittlerer Osten und Nordafrika |
| MW | Megawatt |
| PC | Personal Computer |
| PCB | Printed Circuit Board/Leiterplatte |
| PoC | Percentage of Completion |
| PV | Photovoltaik |
| Si | Silizium (chem.) |
| TCO | Transparent and Conductive Oxide Layers/Transparente leitfähige Oxidschicht |
| TecDAX | Deutscher Aktienindex der Technologiewerte |
| TFS | Thin-film Solar/Dünnschicht-Solar |
| USD | US Dollar |
| VDMA | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer e. V. |
| Wh | Wattstunde |
| WKN | Wertpapierkennnummer |
| Wp | Watt Peak |
| WpHG | Wertpapierhandelsgesetz |
| XETRA | Exchange Electronic Trading |
DAPHNE CHEN, MARKETING MANAGERIN, MANZ ASIEN
Manz Automation AG
Steigäckerstraße 5
72768 Reutlingen
Tel.: +49 (0) 7121 9000-0
Fax: +49 (0) 7121 9000-99
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www.manz.com
cometis AG
Unter den Eichen 7/Gebäude D
65195 Wiesbaden
Tel.: +49 (0) 611 20 585 5-0
Fax: +49 (0) 611 20 585 5-66
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Art Crash Werbeagentur GmbH
Weberstraße 9
76133 Karlsruhe
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