![]() MEDION AGEssenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2017 bis zum 31.03.20182 Bericht des AufsichtsratesSehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,Die MEDION AG kann in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld und bei unverändert schwierigen Bedingungen für die Nachfrage nach Consumer-Electronics-Produkten, insbesondere im Bereich Desktop-PCs und Notebooks, auf ein besser als erwartes Jahr 2017/2018 zurückblicken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 gingen die Umsätze zwar insgesamt wie erwartet auf € 1.285,7 Mio. zurück (Vorjahr € 1.400,5 Mio.) Darin enthalten sind die Umsätze mit Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern, die von € 120,7 Mio. im Vorjahr um € -70,7 Mio. auf € 50,0 Mio. zurück gefallen sind. Jedoch ist das operative Ergebnis auf Grund des guten Ergebnisbeitrages aus dem Direktgeschäft aus der Vermarktung digitaler Dienstleistungen und einiger Sondereffekte deutlich auf € 38,2 Mio. angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Steueraufwendungen führten dann zu einem erheblich über dem Vorjahreswert (€ 22,6 Mio.) liegenden Konzernergebnis 2017/2018 von € 31,2 Mio. Angesichts des unverändert wettbewerbsintensiven Umfelds sind Vorstand und Aufsichtsrat mit dieser Entwicklung bei MEDION sehr zufrieden. Seit Juli 2011 ist die internationale Lenovo-Gruppe, weltweit agierender Hersteller von PCs, Servern und Smartphones, Hauptaktionär der MEDION AG. Lenovo ist dabei seit mehr als sieben Jahren einer der am schnellsten wachsenden PC-Hersteller der Welt und hat sich mit der Übernahme der Mobilfunksparte von Motorola und dem Server-Geschäft von IBM bei Produktangebot und Kompetenzen nochmals vergrößert. Lenovo entwickelt eine breite Palette von Computertechnologien - von Desktop-PCs, Notebooks, Server Stations, Smartphones über Tablets bis zu digitalen Anwendungstechnologien und zunehmend auch digitalen Dienstleistungen für Geschäfts- und Privatkunden, die weltweit vertrieben werden. MEDION ist Teil der Lenovo EMEA-Organisation (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) und arbeitet in vielen Bereichen mit Lenovo an der Entwicklung neuer innovativer Produkte zusammen. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage und Compliance sowie über das Risikomanagement. Die Zusammenarbeit mit dem unverändert amtierenden Vorstand war durch einen intensiven und offenen Austausch gekennzeichnet. Abweichungen des Geschäftsverlaufes von den aufgestellten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Zusammenarbeit mit Lenovo wurden mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge sind anhand der Berichte des Vorstandes im Aufsichtsrat ausführlich erörtert worden. Im Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 fanden vier Aufsichtsratssitzungen statt. An diesen Sitzungen haben alle Mitglieder des Aufsichtsrates teilgenommen. Darüber hinaus gab es auf Seiten der Aufsichtsratsmitglieder interne Vorgespräche und Nachbereitungen der Sitzungen. Über Projekte und Vorhaben, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung oder eilbedürftig waren, wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen ausführlich informiert. Zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats sind im Berichtsjahr nicht angefallen. In der Sitzung am 23. Juni 2017 wurde unter anderem der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. März 2017 sowie der Vergütungsbericht behandelt. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auch die Geschäftslage erörtert und die Planung für das Geschäftsjahr 2017/2018 ausführlich diskutiert und verabschiedet. Die Sitzung des Aufsichtsrates am 12. September 2017 diente der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung 2017. Zusätzlich hat der Vorstand den Aufsichtsrat über die Entwicklung des operativen Geschäfts und die Produktneuheiten zur Internationalen Funkausstellung (IFA) informiert. Die Änderungen des Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. April 2017 wurden in der Sitzung des Aufsichtsrates am 24. November 2017 diskutiert. Die aktualisierte Version der Entsprechenserklärung vom Aufsichtsrat ist ebenfalls an dem Tag verabschiedet worden. Außerdem wurde über den Verlauf der Hauptversammlung 2017, die am 21. November 2017 stattgefunden hatte, und die aktuelle Geschäftslage berichtet. In der letzten Sitzung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2017/2018, die am 20. Februar 2018 stattgefunden hat, wurden unter anderem die Effizienzprüfung des Aufsichtsrates sowie der Compliance-Bericht thematisiert und zur Kenntnis genommen. Des Weiteren hat der Vorstand über die Geschäftslage zum 31. Dezember 2017 (3. Quartal 2017/2018) berichtet und einen Ausblick auf das Ende des Geschäftsjahres 2017/2018 sowie einen ersten Ausblick auf die Planung von Umsatz, Ergebnissen und Investitionen im Geschäftsjahr 2018/2019 gegeben. Außerdem wurden in dieser Sitzung die Schwerpunkte der Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2017/2018 erläutert und verabschiedet. Auch außerhalb dieser Sitzungen stand insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und ließ sich auf der Grundlage von Kennziffern über die aktuelle Entwicklung der Geschäfte und über wesentliche Geschäftsvorfälle informieren. Der Corporate-Governance-Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex kann dem nachfolgenden Kapitel entnommen werden. Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte handelsrechtliche Jahresabschluss (Einzelabschluss) für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 und der Lagebericht (gemäß § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasster Konzernlagebericht und Lagebericht) der MEDION AG wurden von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, geprüft. Den Prüfungsauftrag hat der Aufsichtsrat durch seinen Vorsitzenden entsprechend dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 21. November 2017 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes festgestellt und bestätigt, dass der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht unter Beachtung der übrigen geltenden Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermitteln. Der Abschlussprüfer erteilte auch hier einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Das Auftragsverhältnis zwischen der MEDION AG und der Prüfungsgesellschaft hat die Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erfüllt. Der Aufsichtsrat beauftragte den Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses. Dem Aufsichtsrat liegt eine Unabhängigkeitserklärung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, vor. Darin wurde bestätigt, dass keinerlei berufliche, finanzielle oder sonstige Beziehungen zur MEDION AG und zu ihren Organen bestehen, die Zweifel an der Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft begründen könnten. Darüber hinaus hat der Abschlussprüfer das bei der MEDION AG bestehende Risikofrüherkennungssystem geprüft. Er bescheinigt der MEDION AG, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen getroffen hat und das Risikofrühwarnsystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können, frühzeitig zu erkennen. Auch der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass der Vorstand angemessene Maßnahmen zur Risikofrüherkennung ergriffen und insbesondere ein Überwachungssystem installiert hat. Die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte sowie der Nichtfinanzielle Bericht gingen allen Aufsichtsratsmitgliedern zu. Sie waren in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates am 20. Juni 2018 Gegenstand ausführlicher Beratung. Der Abschlussprüfer, der bereits im Vorfeld Fragen des Aufsichtsrates beantwortet hatte, nahm an der Sitzung teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat auf Grund der seit vielen Jahren unveränderten Struktur und der Zukunftsfähigkeit des MEDION-Geschäftsmodells sowie der erkennbar transparenten Darstellung von Nachhaltigkeitsaspekten keine Notwendigkeit gesehen, den Inhalt des Nichtfinanziellen Berichts durch den Abschlussprüfer zusätzlich prüfen zu lassen. Nach seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses der MEDION AG, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes sowie des Nichtfinanziellen Berichts hat der Aufsichtsrat die Berichte des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind vom Aufsichtsrat keine Einwendungen zu erheben. Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der MEDION AG zum 31. März 2018 sowie den Konzernabschluss zum 31. März 2018 hat der Aufsichtsrat am 20. Juni 2018 gebilligt. Der Jahresabschluss der MEDION AG zum 31. März 2018 ist damit festgestellt. Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrages weist die MEDION AG im Jahresabschluss 2017/2018 keinen Bilanzgewinn aus. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten für die Dauer des Vertrages eine jährliche Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Ausgleichszahlung beträgt brutto EUR 0,82 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von EUR 1,00 für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrags für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Es kommen 15 % Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer zum Abzug. Daraus ergibt sich eine Ausgleichszahlung in Höhe von EUR 0,69 je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Ausgleichszahlung ist fällig am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung 2018, die für den 20. November 2018 geplant ist. Im Berichtszeitraum ergaben sich keine Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat der MEDION AG. Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder hat es im Berichtsjahr nicht gegeben. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MEDION AG im In- und Ausland sowie der Arbeitnehmervertretung für ihr persönliches Engagement und die in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld geleistete Arbeit.
Essen, am 20. Juni 2018 Der Aufsichtsrat Dr. Rudolf Stützle, Vorsitzender 3 Corporate-Governance-Bericht3.1 GrundsätzeCorporate Governance - das Handeln nach den Prinzipien verantwortungsvoller, an nachhaltiger Wertschöpfung orientierter Unternehmensführung - ist für MEDION ein umfassender Anspruch, der alle Bereiche des Unternehmens einbezieht. Transparente Berichterstattung und Unternehmenskommunikation, eine an den Interessen aller relevanten Akteure ausgerichtete Unternehmensführung, die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl von Vorstand und Aufsichtsrat als auch der Mitarbeiter untereinander sowie die Einhaltung geltenden Rechts sind wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur. MEDION hat daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten. Daran hat sich auch durch die Übernahme des Mehrheitsbesitzes an der Gesellschaft durch die internationale Lenovo-Gruppe nichts geändert. Lenovo und MEDION wollen gemeinsam mit guter Corporate Governance das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger fördern und richten die Leitung und Kontrolle des Unternehmens nach den Bedürfnissen der Kunden, der Mitarbeiter, der Finanzmärkte und der anderen Geschäftspartner sowie der Öffentlichkeit aus. 3.2 Umsetzung des Deutschen Corporate Governance KodexDer Deutsche Corporate Governance Kodex beinhaltet international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung in Form von Empfehlungen und Anregungen. Ziel ist, die in Deutschland geltenden Regeln für die Unternehmensleitung und -überwachung transparenter und besser nachvollziehbar zu gestalten. Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat am 7. Februar 2017 eine Aktualisierung des Kodex beschlossen, die am 24. April 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Nach den Beratungen von Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer gemeinsamen Sitzung am 24. November 2017 wurde eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet und am 24. November 2017 auf der Website der Gesellschaft bekannt gemacht. Unverändert gegenüber den Vorjahren gilt die Ausnahme vom Kodex, dass aufgrund der Größe des Aufsichtsrates keine Ausschüsse gebildet werden können. Der Aufsichtsrat hat auch keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach seiner Überzeugung insbesondere von den spezifischen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Mitglieder des Aufsichtsrats ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hält er daher nicht für sinnvoll, da der MEDION AG auch die besonderen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ihrer Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen sollen. Seit 2010 hat die "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" Empfehlungen beschlossen, nach denen der Aufsichtsrat künftig konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benennen soll. Der Aufsichtsrat der MEDION AG sieht die Zusammensetzung seines Gremiums insbesondere an den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells und an der seit Juli 2011 geänderten Eigentümerstruktur von MEDION ausgerichtet. Der Aufsichtsrat soll danach so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Insbesondere sollen die Aufsichtsratsmitglieder für die Wahrnehmung des Mandats ausreichend Zeit haben. Die Besetzung des Aufsichtsrates soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstandes durch den Aufsichtsrat sicherstellen. Dabei soll insbesondere auch auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, internationale Erfahrung und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der unternehmerischen Aktivitäten und zukünftigen Ausrichtung von MEDION als wesentlich erachtet werden. Bei MEDION besteht der Aufsichtsrat mit Herrn Dr. Rudolf Stützle seit dem Börsengang 1999 aus einem ausgewiesenen Kenner des internationalen Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat, als unabhängigem Mitglied in der Person des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Vom Mehrheitsaktionär Lenovo sind seit Dezember 2011 zwei Mitglieder des Lenovo Executive Committee im Aufsichtsrat vertreten. Dabei vertritt seit 2011 der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Wai Ming Wong, den Finanzbereich und die internationale Expansionsstrategie von Lenovo. Des Weiteren ist Herr Gianfranco Lanci seit dem 19. Dezember 2013 Mitglied des Aufsichtsrates. Herr Gianfranco Lanci ist im Lenovo Executive Committee als Corporate President und Chief Operating Officer unter anderem für die größte Produktsparte PC (Personal Computer) und für wesentliche Auslandsmärkte zuständig. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates wurden in der Hauptversammlung am 1. Oktober 2015 für die in § 8 Abs. 2 der Satzung bestimmte Amtszeit wiedergewählt. Zum 1. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst in Kraft getreten. Für die MEDION AG gilt danach die Verpflichtung als börsennotiertes Unternehmen, Zielgrößen zum Frauenanteil und Fristen zu deren Erreichung in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die MEDION AG hat am 29. September 2015 die entsprechende erste Erklärung mit einer Geltungsdauer bis zum 30. Juni 2017 auf ihrer Homepage veröffentlicht. Die dort genannten Zielgrößen wurden im Berichtsjahr erreicht. Seitdem gelten diese Zielgrößen unverändert weiter. Aufgrund der Größe des Aufsichtsrates und der spezifischen Situation der Gesellschaft sowie der Zusammensetzung der Leitungsgremien bei Lenovo verfügt der Aufsichtsrat zurzeit über kein weibliches Mitglied. Der Aufsichtsrat wird jedoch über dieses Thema weiter beraten und strebt in Abstimmung mit dem Vorstand an, den Anteil weiblicher Führungskräfte im Unternehmen weiter zu erhöhen. Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung beziehungsweise dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme in 2011 durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder sind seit dem Börsengang 1999 bestellt, verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Vertrieb, Personal und Strategie enthalten sind. Die beiden Vorstandsmitglieder Gerd Brachmann und Christian Eigen wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2017 wiederbestellt und die Anstellungsverträge der beiden Vorstandsmitglieder in der Sitzung des Aufsichtsrats am 23. Februar 2016 bis zum 31. März 2020 verlängert. Die so genannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich. Die Führungspositionen sind seit Jahren langfristig und kompetent besetzt, circa 28 % davon mit Frauen. MEDION hat mitgeteilt, den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 23 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 29 % zu erhöhen und nimmt aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil. Die Rekrutierungs- und Einstellungspraxis von MEDION sowie die Auswahlentscheidungen hinsichtlich der Anstellung und Beförderung in die obersten Führungsebenen wird auch zukünftig weiterhin maßgeblich anhand der spezifischen Qualifikationen des Einzelnen erfolgen. Daher werden Kandidaten für Positionen in obersten Führungsebenen nach Maßgabe ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer Eignung für die spezifischen Funktionen in dieser Führungsrolle ausgewählt und damit unabhängig von Abstammung, Geschlecht oder anderen nichtleistungsbezogenen Eigenschaften. MEDION wird ein integratives Arbeitsumfeld weiter fördern und sicherstellen, dass den Arbeitsnehmern weiterhin gleiche Karrieremöglichkeiten offenstehen. Abweichungen vom KodexMEDION folgt bereits seit Jahren den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat befassen sich regelmäßig intensiv mit der Erfüllung der Kodex-Vorgaben. Auf Basis dieser Beratungen haben Vorstand und Aufsichtsrat am 24. November 2017 die aktuelle Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und auf der Website der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat am 24. April 2017 den Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 als Neufassung im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Vorstand und Aufsichtsrat der MEDION AG erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 24. April 2017, mit den nachstehend erwähnten Abweichungen zu den Kodex-Ziffern 5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3 sowie 5.4.1 entsprochen wird. Kodex-Ziffern 5.3.1/5.3.2/5.3.3Der aus drei Mitgliedern bestehende Aufsichtsrat der MEDION AG bildet aufgrund der Größe des Aufsichtsrats keine Ausschüsse. Kodex-Ziffer 5.4.1Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung insbesondere von den spezifischen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Mitglieder des Aufsichtsrats ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da der MEDION AG auch die besonderen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ihrer Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen sollen. Umsetzung der AnregungenNeben den Empfehlungen enthält der Kodex eine Reihe von Anregungen für eine gute und verantwortungsbewusste Corporate Governance und Unternehmensführung, deren Einhaltung nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht offengelegt werden muss. MEDION erfüllt sämtliche Anregungen bis auf Kodex-Ziffer 2.2.1, nach der die Hauptversammlung über die Billigung des Systems der Vergütung der Vorstandsmitglieder beschließen kann. Aufgrund der besonderen Eigentümerstruktur bei MEDION wurde eine entsprechende Beschlussfassung bisher nicht vorgesehen. Außerdem erfolgt keine Übertragung der Hauptversammlung im Internet (Kodex-Ziffer 2.3.3). Des Weiteren besteht für Dritte nicht die Möglichkeit, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße bei MEDION zu geben (Kodex-Ziffer 4.1.3). 3.3 Vorstand und AufsichtsratZusammenarbeit von Vorstand und AufsichtsratVorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen; ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Für bedeutende Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat den Vorbehalt seiner Zustimmung festgelegt. MEDION hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (so genannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat und die Vorstandsmitglieder der MEDION AG abgeschlossen. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf. Kein Mitglied des Aufsichtsrates der MEDION AG ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Führungs- und KontrollstrukturEntsprechend dem deutschen Aktienrecht, dem die MEDION AG mit Sitz in Essen unterliegt, verfügt das Unternehmen über eine zweigeteilte Führungs- und Kontrollstruktur, die einen zweiköpfigen Vorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat umfasst. Der VorstandDer Vorstand der MEDION AG besteht seit dem 1. Oktober 2009 aus zwei Personen. Der Vorstand führt den MEDION-Konzern in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstandes sind an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Vorstandes. Seit dem Jahr 2012 ist ein mit dem Mehrheitsaktionär Lenovo abgeschlossener Unternehmensvertrag wirksam, der seit dem 1. Januar 2012 eine Beherrschung und seit dem 1. April 2012 eine Gewinnabführung beziehungsweise Verlustausgleichsverpflichtung vorsieht. Der Mehrheitsaktionär ist dadurch berechtigt, dem Vorstand der MEDION AG hinsichtlich der Leitung der Gesellschaft allgemeine oder auf Einzelfälle bezogene Weisungen zu erteilen. Der Vorstand hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die vom Aufsichtsrat gebilligt worden ist. In dem Geschäftsverteilungsplan sind die individuellen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche des Vorstandes festgelegt. Außerdem gibt es Regelungen zur Altersgrenze und strenge Wettbewerbsverbote für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand. Bei Erstbestellung ist die maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Regel. Der Aufsichtsrat berät über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft diese regelmäßig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung etwaiger Konzernbezüge in angemessener Höhe auf der Grundlage einer individuellen Leistungsbeurteilung festgelegt. Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus Fixum und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, während die erfolgsbezogenen Komponenten in eine kurz- und langfristige variable Vergütung und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung aufgeteilt sind. Aufgrund der Übernahme zusätzlicher Funktionen in den internationalen Gremien der Lenovo-Gruppe werden die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung für den MEDION-Vorstand in Form von Aktien und Optionsrechten auf Aktien der börsennotierten Lenovo-Gruppe direkt von dieser geleistet. Diese Vergütung bemisst sich nach dem Erreichungsgrad individuell vereinbarter Ziele. Die gewährten Aktien und Optionsrechte unterliegen mehrjährigen Sperrfristen (vier und fünf Jahre), innerhalb derer sie nicht verkauft oder anderweitig übertragen werden dürfen. Da MEDION auf die Ermittlung der Zielerreichung des Vorstands für seine Tätigkeit bei Lenovo keinen Einfluss hat und auch in der Gewinn- und Verlustrechnung für die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung von Lenovo nicht belastet wird, werden die entsprechenden Beträge seit dem Geschäftsjahr 2014/2015 auch nicht mehr im Vergütungsbericht als Aufwand ausgewiesen. Die Höhe der Vergütung durch Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung ist gegenüber den Vorjahren unverändert und entspricht den Vereinbarungen aus den Vorstandsverträgen. Die variable Vergütung gemäß den seit dem 1. Januar 2017 bestehenden vertraglichen Regelungen besteht aus folgenden Elementen: erstens aus einer gewinnabhängigen Tantieme, deren Höhe sich unter anderem nach dem operativen Ergebnis (EBIT) der Gesellschaft und weiteren überprüfbaren Kriterien bestimmt. Diese enthält die Bezugnahme auf die Erreichung jährlicher Ziele. Zweitens, der langfristige Leistungsbonus verwendet ein Jahresziel und wird während der Laufzeit des Anstellungsvertrages zweimal berechnet. Der erste langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 27 Monate (27 Monate vom 1. Januar 2017 bis zum 31. März 2019). Der zweite langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 12 Monate (12 Monate vom 1. April 2019 bis zum 31. März 2020). Für ein Vorstandsmitglied besteht eine zusätzliche Vergütungsoption in Höhe von € 25.000 p.a. für die Übernahme internationaler Verantwortung im Bereich strategischer Allianzen. Für außerordentliche, nicht vorhersehbare Entwicklungen hat der Aufsichtsrat einen für jedes Vorstandsmitglied individuellen Höchstbetrag festgelegt, der maximal vergütet wird. Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert der privaten Dienstwagennutzung sowie von Versicherungsprämien. Als Vergütungsbestandteil sind diese Nebenleistungen vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern. Eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeiten infolge eines Kontrollwechsels ("Change-of-Control-Regelung") besteht nicht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates informiert die Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems und anschließend über deren Veränderung. Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Vorstandes erfolgt im Konzernanhang. Diese wird separat individualisiert nach den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt nach Fixum, erfolgsbezogenen Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung sowie unterteilt nach Zuwendungen und Zuflüssen. Der Vergütungsbericht mit den individualisierten Bezügen des Vorstandes ist auf den folgenden Seiten 106-109 im Lagebericht und zusammengefassten Konzernlagebericht abgedruckt. Der AufsichtsratDer auf der Hauptversammlung am 1. Oktober 2015 wiedergewählte Aufsichtsrat der MEDION AG besteht aus drei Personen. Er berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des MEDION-Konzerns. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für den MEDION-Konzern wird er eingebunden. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes und sorgt dabei gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrates nach außen wahr. Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Aufgrund der unterschiedlichen beruflichen Werdegänge ist gewährleistet, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Aufsichtsrates erfolgt im Konzernanhang. Der Vergütungsbericht mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrates ist auf der folgenden Seite 110 abgedruckt. Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, sind von jedem Aufsichtsratsmitglied dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keinerlei Interessenkonflikte aufgetreten. Sollten wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitgliedes auftreten, führen diese zu einer Beendigung des Mandates. Der Aufsichtsrat hat bei der turnusgemäßen Effizienzprüfung festgestellt, dass der Aufsichtsrat effizient organisiert ist und dass das Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat sehr gut funktioniert. Aktiengeschäfte von Vorstand und AufsichtsratMitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind nach § 15a WpHG und der seit dem 3. Juli 2016 geltenden europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der MEDION AG offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von € 5.000 erreicht oder übersteigt. Der Aufsichtsrat der MEDION AG hielt zum 31. März 2018 unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien. Zum Stichtag 31. März 2018 hielt der Vorstand unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien. Veröffentlichungspflichtige Geschäfte werden auf der Website des Unternehmens unter www.medion.com im Bereich Investor Relations veröffentlicht. 3.4 Börsennotierung, Hauptversammlung und Internet-InformationenDie Aktie der MEDION AG ist börsennotiert. Durch Beschluss der Frankfurter Wertpapierbörse vom 19. März 2012 wurde die Zulassung der MEDION-Aktie zum Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) widerrufen. Der Widerruf wurde mit Ablauf des 19. Juni 2012 wirksam. Die Aufnahme des Handels der Aktien im regulierten Markt (General Standard) erfolgte ab dem 20. Juni 2012. Die Aktionäre der MEDION AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, in der der Vorsitzende des Aufsichtsrates den Vorsitz führt. In der jährlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Weisungen zur Stimmrechtsausübung an diesen Stimmrechtsvertreter konnten im Geschäftsjahr 2017/2018 vor und während der Hauptversammlung am 21. November 2017 bis zum Ende der Generaldebatte erteilt werden. Auch während der kommenden Hauptversammlung am 20. November 2018 in Essen werden die Aktionäre diese Möglichkeit haben. Sämtliche Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind auf der MEDION-Webseite verfügbar. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung werden die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet veröffentlicht. Bei der MEDION AG ist das Anmelde- und Legitimationsverfahren zur Hauptversammlung auf den international üblichen so genannten Record Date umgestellt und dadurch vereinfacht worden. Bei MEDION gilt der 21. Tag vor der Hauptversammlung als maßgeblicher Stichtag für die Legitimation und Anmeldung der Aktionäre. Somit erhöht MEDION insbesondere für ihre ausländischen Aktionäre den Anreiz, an der Hauptversammlung teilzunehmen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Bei der Einladung zur Hauptversammlung werden die Anforderungen hinsichtlich der Angaben zur Vollmachtserteilung und zum stimmberechtigten Aktienbesitz sowie zum Teilnahmerecht umgesetzt. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung, zur Ausübung des Stimmrechts und zur Stellung von Anträgen sind nur diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig vor der Hauptversammlung anmelden. Die Anmeldung muss der Gesellschaft oder einer in der Einladung zur Hauptversammlung bezeichneten Stelle mindestens sechs Tage vor der Versammlung zugehen. Der Tag der Versammlung und der Tag des Zugangs sind nicht mitzurechnen. Die Aktionäre haben in der jährlichen Hauptversammlung die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen und dort ihr Stimmrecht auszuüben. Das Stimmrecht kann von den Aktionären entweder selbst oder durch einen von ihnen gewählten Bevollmächtigten oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausgeübt werden. Die Hauptversammlung beschließt unter anderem über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Auch Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden von der Hauptversammlung beschlossen. Eine Beschlussfassung über die Gewinnverwendung findet während der Wirksamkeit des Gewinnabführungsvertrages mit der Lenovo Germany Holding GmbH nicht statt. Offene und transparente KommunikationÜber wesentliche Termine werden die Aktionäre regelmäßig durch einen Finanzkalender unterrichtet, der im Geschäftsbericht sowie auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist. Die Unternehmenskommunikation und die Investor-Relations-Aktivitäten der Gesellschaft folgen dem Ziel, allen Zielgruppen die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Zur Gewährung größtmöglicher Transparenz werden Aktionäre, alle Teilnehmer am Kapitalmarkt, Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen sowie die Medien zeitnah und regelmäßig über den Geschäftsverlauf informiert. Zu diesem Zweck wird insbesondere das Internet genutzt. Hier werden unter anderem Geschäfts- und Zwischenberichte sowie Ad-hoc- und sonstige Meldungen in deutscher Sprache bereitgestellt. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst. Unverzüglich nach Kenntnisnahme, dass jemand durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der MEDION AG erreicht, über- oder unterschreitet, veröffentlicht der Vorstand eine entsprechende Meldung. Der MEDION AG sind am 18. Januar 2017 Meldungen über den Stimmrechtsbesitz von Paul E. Singer, U.S.A., und von ihm kontrollierten Unternehmen (Elliott) zugegangen. Diese Unternehmen informierten im Rahmen freiwilliger Konzernmitteilungen am 18. Januar 2017, dass sie am 13. Januar 2017 9,83 % des Grundkapitals der MEDION AG hielten. Im Berichtsjahr sind der MEDION AG keine weiteren Stimmrechtsmitteilungen zugegangen. Weiterhin hielt Lenovo unverändert circa 80 % des Grundkapitals der MEDION AG zum Bilanzstichtag 31. März 2018. 3.5 ComplianceZu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Das Risikomanagement des MEDION-Konzerns wird durch die beiden Instrumente Controlling und Frühwarnsystem geführt. Das interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Elemente sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert. Das systematische Risikomanagement im Rahmen des wertorientierten Konzernmanagements bei MEDION soll dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt und die Risikopositionen optimiert werden. Ein ausführlicher Risikobericht ist im Konzernlagebericht in diesem Geschäftsbericht veröffentlicht. Ein Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen. Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten. MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden. Der bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstandes für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Investor Relations. MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften bzw. Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus so genannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2017/2018 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben. Compliance-AufklärungAm 18., 20., 23. und 30. Januar 2017 sowie am 3. Mai 2017 wurden alle betroffenen Mitarbeiter in fünf Informationsveranstaltungen über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern sowie über die Grundzüge der Lenovo-Compliance informiert. Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung so genannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche berichtet. Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen - Mitarbeiter und Außenstehende - für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist, um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert. Dabei werden die neuen Vorschriften und Änderungen, die sich aus der am 3. Juli 2016 in Kraft getretenen EU-Richtlinie zur Marktmissbrauchsverordnung (MAR) ergeben, eingehalten und umgesetzt. 3.6 Rechnungslegung und AbschlussprüfungDie Rechnungslegung des MEDION-Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der IFRS (International Financial Reporting Standards), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der gesetzlich vorgeschriebene Einzelabschluss der MEDION AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt. Der Abschlussprüfer wird durch die Hauptversammlung gewählt und erhält vom Aufsichtsrat den Prüfungsauftrag. Um die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zu gewährleisten, holt der Aufsichtsrat von ihm eine Erklärung über eventuell bestehende Ausschluss- und Befangenheitsgründe ein. Anlässlich der ordentlichen Hauptversammlung am 21. November 2017 wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrates die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, zum Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der MEDION AG für das Geschäftsjahr 2017/2018 bestellt. Im Rahmen der Erteilung des Prüfungsauftrages vereinbart der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrates über Ausschluss- oder Befangenheitsgründe, die während der Prüfung auftreten, unverzüglich informiert wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Des Weiteren soll der Abschlussprüfer über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrates wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten. Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren beziehungsweise im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er im Zuge der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die mit der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung nicht vereinbar sind.
Für den Aufsichtsrat der MEDION AG Dr. Rudolf Stützle, Vorsitzender Für den Vorstand der MEDION AG Gerd Brachmann, Vorsitzender 4 Nichtfinanzielle Erklärung gem. § 289b HGB4.1 EinführungFür das Geschäftsjahr 2017/18 veröffentlicht die MEDION AG entsprechend dem am 19. April 2017 verabschiedeten CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) erstmals und ab dann jährlich eine in den Geschäftsbericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung in Übereinstimmung mit den §§ 289c bis 289e in Verbindung mit den §§ 315b und 315c HGB. Diese nichtfinanzielle Erklärung wurde von den Abschlussprüfern der Gesellschaft nicht gesondert geprüft. Neben einer kurzen Beschreibung des Geschäftsmodells fasst diese Erklärung die wesentlichen Sachverhalte zu den fünf Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte sowie Sozialbelange inhaltlich zusammen. Für die Erstellung der nichtfinanziellen Erklärung hat die MEDION AG aufgrund der besonderen und im Wettbewerbsumfeld nicht direkt vergleichbaren Unternehmensstruktur kein Rahmenwerk im Sinne von § 289d HGB nutzen können. 4.2 GeschäftsmodellDas MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten und damit für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Zudem bietet MEDION Unterhaltungselektronik und komplementäre Dienstleistungen an, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation (MEDIONmobile), Fotoservice, Software-Downloads, Musik-Plattformen und Online-Dienste und vertreibt ausgewählte Produkte im Online-Handel. Neben den im Folgenden dargestellten Aspekten gibt es bei MEDION keine weiteren bedeutsamen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die im Sinne von § 29c Abs. 3 Nr. 5 HGB für die Geschäftstätigkeit und das Geschäftsmodell von Bedeutung sind. 4.3 Umweltmanagement4.3.1 Darstellung der verfolgten Ziele und KonzepteAls Teil des weltweiten Lenovo-Nachhaltigkeitsprogramms hat sich MEDION in Bezug auf all seine Geschäftsbereiche - von den Betriebsabläufen über das Produktdesign bis hin zum Recycling - dem Umweltschutz verschrieben. In der Umweltrichtlinie von Lenovo und MEDION bekennt sich MEDION gemeinsam mit Lenovo zum Einsatz nachhaltiger Geschäftspraktiken und -prozesse. Die Umweltrichtlinie wurde vom CEO von MEDION unterschrieben und steht auf unserer Website zur Verfügung (http://www.medion.com/de/untemehmen/verantwortung.php'). 4.3.2 Beschreibung des Due-Dilligence-ProzessesZur Sicherstellung der effektiven Umsetzung der Umweltrichtlinie wurde am MEDION-Hauptsitz in Essen ein Umweltmanagementsystem (UMS) implementiert, das seit 2014 nach dem internationalen Standard DIN EN ISO 14001 zertifiziert ist. Im Rahmen des globalen UMS identifizieren und evaluieren wir jährlich die für uns relevanten Umweltaspekte. Die signifikanten Umweltaspekte von MEDION umfassen:
Unter Berücksichtigung der signifikanten Umweltaspekte und der Umweltrichtlinie, Kundenanforderungen, Stakeholder-Beiträgen sowie ökologischen und finanziellen Auswirkungen und anderen Managementanforderungen werden für ausgewählte signifikante Umweltaspekte jährliche Umweltziele definiert. Eine der wichtigsten Grundpfeiler der Due Diligence im UMS ist darüber hinaus die Sicherstellung der Einhaltung aller einschlägigen Umweltvorschriften. Hierzu zählen sowohl alle rechtlichen Vorschriften als auch freiwillige Verpflichtungen, zu denen Lenovo und MEDION sich bekannt haben. Wir kooperieren mit unterschiedlichen Stakeholdern, um so Umweltrisiken zu vermeiden, die Einhaltung von Vorschriften sicherzustellen und Kundenanforderungen zu erfüllen. Die Teilnahme an internen und externen Schulungen und Trainings, ein kontinuierliches Monitoring regulatorischer und gesetzlicher Veröffentlichungen, die Nutzung unterschiedlicher Datenbanken sowie Newsletter verschiedener Behörden, Initiativen und Labore unterstützen uns dabei, normative Änderungen und Neuerungen frühzeitig zu erkennen und zu berücksichtigen. 4.3.3 Ökologische Verantwortung von MEDIONUm unserer ökologischen Verantwortung nachzukommen und die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistung voranzutreiben, fokussieren wir uns auf das Management der oben genannten signifikanten Umweltaspekte. Energieverbrauch und die damit verbundenen C02-EmissionenGemeinsam mit Lenovo haben wir uns verpflichtet, unseren Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen kontinuierlich zu verringern. Gemäß des konzernweit gültigen Klimaschutzziels streben wir an, bis 2020 die Scope-11 - und Scope-22 -Emissionen um 40 % im Vergleich zum Basisjahr 2009/2010 zu reduzieren. Die Aktionspläne zum Erreichen der Klimaschutzziele werden jährlich aktualisiert. Darauf aufbauend werden Maßnahmen definiert, welche zur Reduktion des Energieverbrauchs und der damit verbundenen C02 -Emissionen beitragen. Dabei wird folgende Projekthierarchie berücksichtigt: 1. Steigerung der Energieeffizienz 2. Nutzung von erneuerbaren Energien 3. Kompensation durch Projekte zum Klimaschutz und Erneuerbare Energien
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Scope-1-Emissionen umfassen Treibhausgasemissionen
aus dem direkten Energieverbrauch. Bei MEDION zahlt dazu der Erdgas-,
Flüssiggas, Heizöl und Kraftstoffverbrauch (von Poolfahrzeugen). Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit Lenovo neben dem UMS innerhalb der EU ein Energiemanagementsystem implementiert, welches im Dezember 2015 nach dem internationalen Standard DIN EN ISO 50001 zertifiziert wurde. Die weltweit gültige Norm unterstützt uns dabei, durch spezifische Prozesse und Abläufe Energiesparpotenziale aufzuzeigen, Energiekosten zu verringern und so die Energieleistung und -effizienz kontinuierlich zu verbessern. Mit der Einführung und Zertifizierung des Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001 gehen wir über die seit 2015 durch das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verpflichtende Anforderung zur Durchführung eines Energieaudits hinaus. Damit zeigen wir unser Engagement für die kontinuierliche Verbesserung unserer energiebezogenen Leistung. AbfallUnser erklärtes Ziel ist es, das Abfallaufkommen so gering wie möglich zu halten und durch eine umfangreiche Mülltrennung das Recycling zu erleichtern, um so wertvolle Ressourcen zu schonen. Den Mitarbeitern stehen zahlreiche Sammelstellen für die getrennte Entsorgung von unterschiedlichen Abfallfraktionen zur Verfügung. Alle anfallenden gefährlichen und ungefährlichen Abfälle werden von zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben abgeholt und umweltgerecht verwertet oder beseitigt. LogistikEin wichtiges Umweltziel bei MEDION betrifft die Reduzierung der Scope-3-Emissionen. Diesbezüglich ergeben sich für MEDION große Einflussmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Logistik. Dabei verfolgen wir die fortlaufende Optimierung von Produktverpackungen hinsichtlich Volumen und Gewicht und streben bei der Auswahl der Transportart die emissionsärmste Variante an. So versuchen wir, einen möglichst hohen Anteil der Produkte per Seefracht von Asien nach Deutschland transportieren zu lassen. Diese Art des Produkttransports verursacht mit Abstand die geringsten CO2 -Emissionen pro transportierten brutto kg. Darüber hinaus haben wir auch wieder einen Teil der Transporte auf die Bahn verlegt, wodurch die zuvor häufige Nutzung der Luftfracht auch in diesem Geschäftsjahr sehr gering ausfällt. 4.3.4 Ökologische ProduktverantwortungDurch das unternehmensinterne Qualitätsmanagement und mit Unterstützung externer Prüflabore wird gewährleistet, dass MEDION-Produkte die gesetzlichen und MEDION-spezifischen Anforderungen hinsichtlich der gesundheitlichen und ökologischen Verträglichkeit einhalten. Im Rahmen unserer ökologischen Produktverantwortung spielen dabei der Energieverbrauch, Produktmaterialien, -sicherheit und -kennzeichnung sowie die Entsorgung von Elektroaltgeräten eine wichtige Rolle. Neben Gesetzen und Normen gelten in vielen Bereichen eigene MEDION-Limits, teils mit einem noch höheren Anspruch an den Energieverbrauch, die Schadstofffreiheit und Produktsicherheit. Unsere Hersteller werden zur Einhaltung der gesetzlichen und freiwilligen Anforderungen verpflichtet. Durch zahlreiche und umfangreiche Prüfungen in den unterschiedlichen Produkt Entwicklungsphasen bis zur letztendlichen Markteinführung wird die Produktkonformität sichergestellt und Verbesserungspotentiale identifiziert. Neben internen Kontrollen durch unsere Techniker und Qualitätsinspekteure lassen wir unsere Produkte von unabhängigen und akkreditierten Prüflaboren überprüfen. 4.3.5 Weitere UmweltaspekteÜber die oben genannten signifikanten Umweltaspekte hinaus lassen wir weitere Umweltaspekte nicht außer Acht, um auch hier unserer ökologischen Verantwortung nachzukommen. So gibt es ein Gefahrstoff- und Notfallmanagement für die vergleichsweise geringe Menge von Gefahrstoffen, die an den MEDION-Standorten verwendet werden. Dadurch wird v.a. ein sorgsamer Umgang mit unseren Wasserressourcen sichergestellt. Im Geschäftsjahr 2017/2018 wurde die Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation Forest Stewardship Council(r) (FSC(r)) weiter fortgesetzt. Der FSC(r) ist ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft, das garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Mithilfe des Siegels wird diese ökologische und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung auf Produkten sichtbar gemacht. Für die interne und externe Bürokommunikation nutzten wir ausschließlich FSC(r)-zertifiziertes Papier. 4.3.6 Ergebnisse aus den verfolgten Konzepten und Zielen4.3.6.1 EnergieverbrauchDer Energieverbrauch bei MEDION setzt sich aus Strom- und Heizenergie- sowie Kraftstoffverbrauch zusammen. Durch kleinere und größere Projekte zur Energieeinsparung haben wir den Stromverbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich senken können. Dazu zählen u.a. die kontinuierliche Modernisierung unserer Serverstruktur, der Austausch von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen gegen LEDs und der Austausch von Wasserboilern gegen Durchlauferhitzer. Ein größeres Projekt, das im Juni 2017 abgeschlossen werden konnte, war der Umzug von ca. 40 Mitarbeitern an den MEDION-Hauptstandort in Essen-Kray. Dem Umzug sind umfangreiche Umbauarbeiten vorausgegangen, einschließlich des Ausbaus und der verbesserten Dämmung eines Dachgeschosses auf dem MEDION Campus. In den neuen Büroräumen werden ausschließlich LEDs zur Beleuchtung eingesetzt. Weiterhin wurde im Dezember 2017 das MEDION-Kundencenter von Mülheim an der Ruhr an den MEDION-Hauptstandort in Essen verlegt. 14 Mitarbeiter stehen unseren Kunden nun direkt neben unserem Fabrikverkauf beratend zur Seite. Die Konsolidierung der Standorte führt zu einer verbesserten Energieeffizienz. Um unserer Verantwortung für den Klimaschutz nachzukommen und wertvolle Ressourcen zu schonen, stellen wir zudem seit Januar 2016 die CO2 -Neutralität unseres Stromverbrauchs sicher. Dazu erwerben wir jährlich 2.500 MWh Strom aus regenerativen Quellen, was den Stromverbrauch unserer Standorte abdeckt. Entsprechend der europäischen Rechtsvorschriften wird durch so genannte Herkunftsnachweise vom Umweltbundesamt bestätigt, dass die eingekaufte Energiemenge zu 100 % aus erneuerbaren und CO2 -freien Energiequellen stammt. Der aus Strom- und witterungsbereinigtem Heizenergieverbrauch3 bestehende Gesamtenergieverbrauch von MEDION am Hauptsitz in Essen betrug im abgelaufenden Geschäftsjahr 5.263 MWh. Durch die zusätzlichen Mitarbeiter am Hauptsitz aufgrund der Konsolidierung der Standorte ist der Gesamtenergieverbrauch zwar leicht angestiegen, die Energieintensität konnte aber um 1 % auf 6.412 kWh pro Mitarbeiter reduziert werden. Die Scope-l-Emissionen4 haben sich im letzten Jahr, analog zum Heizenergieverbrauch, auf 646 t CO2 e erhöht. Durch CO2 -Neutralität des Stromverbrauchs und den damit wegfallenden Scope-2-Emissionen5 , sind die Treibhausgasemissionen insgesamt aber auf einem sehr niedrigen Niveau.
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Am MEDION Campus wird hauptsächlich mit Erdgas
geheizt. Daneben gibt es je eine Flüssiggas- und eine Heizöl-Heizung. 4.3.6.2 Abfall vermeiden und Recycling fördernAuch 2017 haben wir uns wieder an den "Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit", die vom 30. Mai bis 5. Juni 2017 stattfanden, beteiligt. Sowohl im Unternehmen also auch in unserem Fabrikverkauf engagierten wir uns mit einer Handysammeiaktion. Mit gesammelten Althandys wird die Kampagne "Alte Handys für die Havel" vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützt und damit gleich doppelt für mehr Umweltschutz gesorgt: Zum einen wird sichergestellt, dass wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen und wiederverwendet werden und Schadstoffe nicht auf dem Müll landen. Zum anderen erhält der NABU für jedes eingegangene Althandy 1,60 Euro. Dieses Geld fließt zu 100 % in das NABU-Projekt zur Renaturierung der Unteren Havel. Darüber hinaus erhielten die Mitarbeiter wieder täglich einen Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Büroalltag. Diese sollen die Mitarbeiter insbesondere zum Energiesparen, zur Mülltrennung und zum sparsamen Drucken motivieren. Die Gesamtmenge der Abfälle am MEDION-Hauptsitz hat sich von 241 Tonnen auf 291 Tonnen erhöht. Dies lag zum einen an einem erhöhten Aufkommen von Metallabfällen durch die Rücknahme von Elektroaltgeräten am Fabrikverkauf. Zudem wurde erneut eine größere Menge Akten entsorgt. Beide Abfallfraktionen werden überwiegend recycelt bzw. stofflich verwertet, so dass der Anteil der Verwertungsquote aus Recycling und stofflicher Verwertung auf knapp 81 % gestiegen ist. 4.3.6.3 Logistik: umweltschonende ProzesseIm letzten Finanzjahr wurden 90 % unserer transportierten Waren6 per Seefracht nach Deutschland importiert. Durch die Optimierung interner Prozesse konnte zudem ein zunehmender Anteil bisher per Luftfracht transportierter Sendungen auf die Schiene verlegt werden.
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90% der transportierten Ware in Kubikmeter
(m3) Die Schienentransportlösung, die in Kooperation mit DHL Global Forwarding umgesetzt wird, verursacht im Vergleich zur vorher häufig genutzten Luftfracht ca. 90 % weniger CO2 -Emissionen (kg CO2 -Well-to-Wheel je transportierten Brutto kg7). Um die Umweltauswirkungen der Logistik weiter zu reduzieren, nutzen wir für den nationalen Paketversand den DHL Service "Go Green". Das Programm zielt auf die Vermeidung, Reduktion und Kompensation der beim Versand entstehenden Treibhausgasemissionen ab. Durch die Verwendung klimaneutraler "GoGreen" Produkte und Services wurden 2017 Treibhausgasemissionen in Höhe von 401,26 Tonnen CO2e ausgeglichen. 4.3.6.4 Energieverbrauch der ProdukteDie Energieeffizienz unserer Produkte ist ein zentrales Anliegen von MEDION. Der rechtliche Rahmen ist hier durch die Öko-Design-Richtlinie gesetzt, welche Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte festlegt. Die strengen Anforderungen der Richtlinie an die Energieeffizienz stellen wir bei unseren Produkten sicher und gehen oftmals sogar noch darüber hinaus. Neben den Bestrebungen, den Energieverbrauch unserer Produkte möglichst gering zu halten, enthält das MEDION-Portfolio auch einige Produkte, die Kunden beim Energiesparen unterstützen. Hier seien insbesondere die Smart-Home-Produkte genannt, die Nutzern durch intelligente Heizungs- und Lichtsteuerung ermöglichen, wertvolle Ressourcen zu sparen. 4.3.6.5 ProduktmaterialienFür Elektro- und Elektronikgeräte ist die Verwendung von (potentiell) umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Materialien auf europäischer Ebene gesetzlich geregelt. Die sogenannte RoHS-Richtlinie8 zielt darauf ab, bestimmte gefährliche Stoffe, wie z.B. Blei, Quecksilber und Weichmacher, aus Elektro- und Elektronikgeräten zu verbannen. Darüber hinaus schränkt die REACH-Verordnung9 die Verwendung weiterer bestimmter Stoffe ein und verpflichtet über die etwaige Verwendung dieser Stoffe und zur sicheren Handhabung Auskunft zu erteilen. Alle relevanten Informationen dazu werden von uns bereitgehalten und können auf Anfrage an den Kunden weitergegeben werden. Mit der Einhaltung dieser Stoffbeschränkungen leisten wir dem Vorsorgeprinzip Folge, um potentielle Belastungen und Schäden für Umwelt und Gesundheit zu vermeiden. 4.3.6.6 ProduktsicherheitGrundlage für die Bewertung der Produktsicherheit bei MEDION sind sowohl gesetzliche Regelungen als auch eigene strengere, interne MEDION-Vorgaben. Die Einhaltung der Niederspannungsrichtlinie, EMV-Richtlinie10 und Funkanlagenrichtlinie sind hier die wichtigsten Regelungsinstrumente, um ein hohes Schutzniveau von elektrischen Geräten bezüglich Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten. MEDION stellt Kunden umfangreiche Informationen zum bestimmungsgemäßen und damit sicheren Gebrauch unserer Produkte zur Verfügung. Diese finden sich insbesondere in den Bedienungsanleitungen und darin enthaltenen Sicherheitshinweisen sowie in Form von Gefahrenkennzeichnungen auf Verpackungen und Geräteteilen.
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Die Well-to-Wheel Analyse ermittelt alle direkten
und indirekten Emissionen über den kompletten Pfad der Bereitstellung
eines Energieträgers - angefangen bei der Rohstoffgewinnung des Kraftstoffs
bis zur Verwendung im Fahrzeug. 4.3.6.7 Kennzeichnung von Produkten und DienstleistungenUm unseren Endkunden die Kaufentscheidung zu erleichtern, werden alle relevanten Produktspezifikationen auf den Produktverpackungen angegeben. Daneben können weitere Details online auf unserer Website und in beiliegenden Prospekten nachgesehen werden. So bieten Energielabel, wie das EU-Energie-Label oder der Energy Star, eine Orientierung hinsichtlich der Energieeffizienz des jeweiligen Produktes. Prüfzeichen wie LGA tested Quality und GS-Zeichen zeigen auf, dass Produkte besonders schadstofffrei und sicher sind. Auch bei unseren digitalen Dienstleistungen kommen Nachhaltigkeitssiegel zum Einsatz. So werden bei unserem Fotoservice zahlreiche FSC(r)-zertifizierte Produkte angeboten und so eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung unterstützt und sichtbar gemacht. 4.3.6.8 Entsorgung von ElektroaltgerätenDie Rücknahme und Verwertung von Elektroaltgeräten ist in der EU durch die WEEE-Richtlinie (Waste of Electrical and Electronic Equipment) gesetzlich geregelt und durch das ElektroG (Elektro- und Elektronikgerätegesetz) in deutsches Recht umgesetzt. MEDION kommt der seit 2015 in den Gesetzen enthaltenen Pflicht zur Rücknahme von Elektroaltgeräten im stationären und Online-Handel in vollem Umfang nach. Zusammen mit unserem Kooperationspartner WEEEReturn können Kunden kleine Elektroaltgeräte11 jederzeit und ohne den Kauf eines neuen Gerätes an einer von mehr als 3.700 Rückgabestellen abgeben. Falls ein neues, größeres Produkt gekauft wird, organisiert der MEDION Service bei Bedarf die Rücknahme des Altprodukts. Über diese zahlreichen Rücknahmestellen hinaus werden Elektroaltgeräte auch in unserem Fabrikverkauf zurückgenommen. Die fachgerechte Sammlung und Entsorgung der Elektroaltgeräte unterstützt die Schonung knapper werdender Ressourcen. 4.3.6.9 Wesentliche Risiken in Bezug auf Geschäftsbeziehungen bzw. ProdukteDie Bewertung von ökologischen Risiken und Chancen in Bezug auf Geschäftsbeziehungen und Produkte erfolgt im Zusammenhang mit der jährlichen Bewertung der signifikanten Umweltaspekte. Drei Risiken, die gleichzeitig auch als Chancen gesehen werden können, spielen dabei eine besondere Rolle: 1. Regulatorische Risiken betreffen u.a. umfassendere Berichtspflichten, steigende Produktanforderungen (z.B. Energieeffizienz, Lebenszyklusanalysen) und Anforderungen hinsichtlich des unternehmensweiten Energiemanagements. 2. Physische Risiken beziehen sich z.B. auf potentielle Schäden und Betriebsunterbrechungen durch extreme Wettereignisse bei unseren Zulieferern sowie steigende Versicherungskosten.
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Keine äußere Abmessung größer als 25 cm. 3. Reputationsrisiken entstehen durch nicht ausreichend wahrgenommenes Engagement zum Klimaschutz sowohl auf Unternehmens- also auch Produktebene. Der ICT-Sektor steht hier immer stärker im Fokus von Nichtregierungsorganisationen und einer steigenden Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten. Durch das konzernweite Umweltmanagementsystem managen wir diese Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel und weiteren Umweltaspekten. Dabei ergeben sich aus einem verbesserten Klimaschutz auch Chancen, wie z.B. Kostenersparnisse durch eine Reduktion des Energieverbrauchs und die Vermeidung von Umweltbelastungen durch unsere Produkte. 4.3.7 Bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren4.3.8 Sonstige BerichtspflichtenBezugnehmend auf die Punkte Beträge und Erläuterungen im Jahresabschluss und die wesentlichen Risiken der eigenen Geschäftstätigkeit besteht bei MEDION keine gesonderte Berichtspflicht. 4.4 ArbeitnehmerbelangeDarstellung der verfolgten Ziele und KonzepteAls verantwortungsvoller Arbeitgeber sind wir uns unserer sozialen Verantwortung bewusst und stellen den Menschen in all seiner Vielfalt in den Vordergrund unserer unternehmerischen Entscheidungen. Unser Ziel ist es, unseren Mitarbeitern ein gesundes betriebliches Umfeld zu bieten, in dem sie ihre Potenziale entfalten, ihre Ideen einbringen und sich entsprechend ihrer Fähigkeiten und Neigungen weiter entwickeln können. Darüber hinaus wollen wir eine Arbeitskultur schaffen, die die Motivation, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter und Führungskräfte fördert. Die Basis für die Umsetzung dieser übergeordneten Ziele ist eine professionelle HR-Organisation und effiziente betriebliche Prozesse, aus denen wir zentrale Handlungsfelder und konkrete Ziele abgeleitet haben. Als Steuerungsinstrumente dienten uns neben unserer HR-Scorecard unser HR Fact Book. Die darin enthaltenen Key-Performance-Indikatoren geben Aufschluss über die Nachhaltigkeit von Maßnahmen in den Bereichen HR Management und -entwicklung sowie Gesundheitsmanagement und Sicherheit am Arbeitsplatz. Einen Fokus legen wir auf die Ausbildung und Personalentwicklung unserer Mitarbeiter. Weiterhin kommt dem Arbeitsschutz und dem Gesundheitsmanagement sowie dem Betrieblichen Vorschlagswesen bei MEDION eine hohe Bedeutung zu. Der Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte und technisches Personal ist in der Consumer-Electronics-Branche nach wie vor sehr groß. Gerade im Projektgeschäft und bei dem zunehmenden Grad der Digitalisierung stellen erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter eine sehr wichtige Ressource dar. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, muss daher auf die Bindung von Know-how-Trägern an das Unternehmen sowie auf die Gewinnung und das erfolgreiche Onboarding von Talenten vom externen Markt durch geeignete Maßnahmen besonderes Gewicht gelegt werden. Nur gut geschulte und qualifizierte Mitarbeiter können Risiken beherrschen und vermeiden. Daher fördert MEDION gezielt die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. Im März 2018 sind insgesamt 57 Auszubildende (Vorjahr: 55) im MEDION-Konzern beschäftigt. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von 6,4 % (Vorjahr: 6,0 %). Die Auszubildenden teilen sich auf folgende Ausbildungsgänge auf: 15 kaufmännische, 5 technische, 3 im Dialogmarketing sowie 1 Mediengestalter. Zusätzlich hat die MEDION AG 33 jungen Menschen einen dualen Studiengang in den Fachbereichen Wirtschaft/ Wirtschaftsinformatik/ Angewandte Informatik/ Mediendesign angeboten. Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und der Beijing University of Technology konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr den dualen Studenten im Unternehmen die Möglichkeit zur Teilnahme an der Beijing Summer School angeboten werden. Da MEDION ausschließlich für den eigenen Bedarf ausbildet, können wir in der Regel allen Ausgebildeten ein Arbeitsplatzangebot unterbreiten. Darüber hinaus fördern wir die Nachwuchsgewinnung durch sogenannte Berufsfelderkundungstage, in denen sich Schüler in einem eintägigen Praktikum einen Überblick über die verschiedenen Berufsfelder verschaffen können. Hohe Attraktivität als ArbeitgeberInsgesamt arbeitet bei MEDION ein motiviertes und hochprofessionelles Team - eine gesunde Mischung aus erfahrenen Mitarbeitern, die das Unternehmen schon lange begleiten, jungen Kolleginnen und Kollegen, die ihre berufliche Karriere bei MEDION beginnen und Kollegen, die aus anderen Unternehmen zu MEDION gekommen sind und mit ihren Erfahrungen zum Unternehmenserfolg beitragen. Um bei einem Personalwechsel die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern und Probleme durch Know-how-Verluste möglichst zu vermeiden, sind im Rahmen des Workflow-Managements alle unternehmensinternen Prozesse so dokumentiert, dass sie personenunabhängig ausgeführt werden können. Bei der Besetzung von vakanten Positionen legen wir großen Wert darauf, einerseits die Fähigkeiten und Potentiale von Mitarbeitern, andererseits aber auch deren persönliche Karriereziele zu berücksichtigen. Dies beinhaltet, dass Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg persönlich begleitet und zielgerichtet für eine Funktion qualifiziert und entwickelt werden. Damit werden eine den Anforderungen entsprechende interne Stellenbesetzung gefördert, Einarbeitungszeiten reduziert und den Mitarbeitern somit interessante Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt. Mitarbeiter haben im Rahmen von Einarbeitungsplänen die Möglichkeit, sich schnell in die Unternehmensstrukturen und -prozesse einzufinden. Praktikanten können "on the Job" Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der gesamten Supply Chain gewinnen. Darüber hinaus werden den Mitarbeitern externe fachbezogene Weiterbildungsmaßnahmen und IT-bezogene Schulungen angeboten, die im Bereich SAP R/3 durch ein SAP-Inhouse-Competence-Center und im Bereich von Microsoft Office durch die MEDION-Trainingsakademie intern durchgeführt wurden. Im Berichtsjahr wurde das Angebot unserer MEDION-Akademie mit intern durchgeführten Englischkursen erweitert. Unsere Mitarbeiter zu motivieren und zu Höchstleistungen anzuspornen, ist die Aufgabe unserer Führungskräfte. Daher legen wir großen Wert auf exzellente Führungskompetenzen im Management. Zu diesem Zweck wurde in Zusammenarbeit mit unserem Mutterkonzern Lenovo ein Trainingskonzept "For those who manage" aufgesetzt. Darüber hinaus findet einmal im Quartal ein sogenannter "Führungskräftestammtisch" statt. Die Höhe des Entgelts richtet sich in unserem Unternehmen nach den Aufgaben und Leistungen der Beschäftigten sowie nach ihrer Qualifikation und Erfahrung. Weder Geschlecht noch Herkunft, sondern allein Funktion und Verantwortung der Mitarbeiter zählen für uns bei der Festlegung des Entgelts. Unsere Arbeitsbedingungen werden zunehmend durch flexible Arbeitszeiten, einen damit einhergehenden höheren Grad der Selbstbestimmung, modern ausgestattete Arbeitsplätze sowie eine moderne Führungskultur geprägt. Das Ergebnis unserer Bemühungen ist eine hohe Mitarbeitermotivation. Diese und die Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren unseres Unternehmens. Aufgrund einer schlanken Organisationsform und kurzer Entscheidungswege werden unsere Mitarbeiter in wichtige Entscheidungsprozesse aktiv einbezogen. Die Nähe zu unseren Mitarbeitern ist uns sehr wichtig, um die immer komplexer werdenden Arbeitsabläufe in den unterschiedlichen Bereichen an die veränderten Marktbedingungen und die damit verbundenen steigenden Anforderungen anzupassen. MEDION kann sein Angebot an attraktiven, interessanten Aufgaben und Positionen, u.a. auch durch die Zugehörigkeit zum Lenovo-Konzern, stetig erweitern. Mittlerweile haben viele Mitarbeiter innerhalb des Lenovo-Konzerns neue Aufgaben übernommen. Auch durch die Schaffung neuer Positionen im Digitalgeschäft steigt die Attraktivität der MEDION AG als Arbeitgeber. So sind wir stolz darauf, im abgelaufenen Berichtsjahr als Arbeitgeber mit Top Karriere Chancen für IT-Spezialisten und Hochschulabsolventen ausgezeichnet worden zu sein. Die hohe Bindung unserer Mitarbeiter an unser Unternehmen zeigt sich in der weiterhin steigenden durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit. Die Durchschnittsdauer der Beschäftigung bei der MEDION AG und deren Tochtergesellschaften lag im Geschäftsjahr 2017/2018 bei 9,1 Jahren (Vorjahr: 8,7 Jahre). Partnerschaft mit den BeschäftigtenMEDION legt großen Wert auf eine offene und freundliche Unternehmenskultur und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung und den einzelnen Mitarbeitern. In unterschiedlichen Gremien informieren wir die Arbeitnehmervertreter regelmäßig über die wirtschaftliche Lage und über alle wichtigen Veränderungen im MEDION-Konzern. Dabei war die Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von einem konstruktiven Miteinander geprägt. Vorstand und Mitarbeitervertretung sind gemeinsam davon überzeugt, dass sozialkompetente Verhaltensweisen das Betriebsklima nachhaltig positiv beeinflussen, die Arbeitsprozesse verbessern, damit die Produktivität und die Qualität der Arbeitsergebnisse steigern und somit vielfältige positive Auswirkungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter bringen. Aus diesem Grunde gibt es im MEDION-Konzern eine Reihe von wichtigen Betriebsvereinbarungen, die zum einen der langfristigen Mitarbeiterbindung und zum anderen einer den Markterfordernissen angepassten höheren Flexibilisierung innerhalb des Unternehmens dienen. Im Berichtsjahr wurde eine Novelle der Betriebsvereinbarung über "Flexible Arbeitszeit bei MEDION" geschlossen. Unternehmensleitung und Betriebsrat wollen mit dem System der Flexiblen Arbeitszeit weiterhin Rahmenbedingungen und Gestaltungsspielräume schaffen, welche es den Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeitszeit bedarfs- und ergebnisorientiert einzusetzen und dabei Arbeitszeit und Freizeit gut zu vereinbaren. Die betrieblichen Belange und die persönlichen Belange aller Mitarbeiter sollen unter Wahrung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen bestmöglich aufeinander abgestimmt werden. Im Rahmen der Vereinbarung über das Betriebliche Eingliederungsmanagement verfolgen Vorstand und Mitarbeitervertretung gemeinsam das Ziel, arbeitsunfähige Mitarbeiter möglichst bald wieder in die Arbeitsorganisation zu integrieren. Darüber hinaus wollen sie klären, mit welchen Maßnahmen einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann. Der Arbeitsplatz von Arbeitnehmern, die von Krankheit oder Behinderung betroffen sind, soll möglichst erhalten bleiben. Vor diesem Hintergrund werden betriebliche Organisationsstrukturen, Verfahrensabläufe und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) vereinbart. Jedes Unternehmen lebt von der Innovationskraft und der Kreativität seiner Mitarbeiter. Diesem Grundsatz trägt das Unternehmen durch das betriebliche Vorschlagswesen, das unter dem Begriff "Ideengarten" eingeführt wurde, Rechnung. Hierdurch soll allen Mitarbeitern ein zusätzlicher Anreiz geboten werden, mit eigenen Anregungen das betriebliche Geschehen zum Nutzen des Unternehmens und der Mitarbeiter mitzugestalten. Weiter soll damit die Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation erhalten sowie nachhaltig gesteigert werden. Neben einer Vereinbarung über Jubiläumszuwendungen in Form von Sonderurlaub bieten die MEDION AG und ihre inländischen Tochtergesellschaften allen Beschäftigten die Inanspruchnahme einer betrieblichen Altersversorgung in Form von Direktversicherung und Pensionskasse an. Gesundheitsmanagement und Sicherheit am ArbeitsplatzUnser Ziel ist es, die Gesundheit unserer Mitarbeiter dauerhaft zu erhalten. Angefangen von einer ergonomischen Ausgestaltung der Arbeitsplätze über gesundheitserhaltene Maßnahmen wie unserer jährlichen kostenlosen Grippeschutzimpfung bis hin zu dem bereits zuvor beschriebenen Betrieblichen Eingliederungsmanagement legt MEDION großen Wert auf die Förderung eines gesunden Lebensstils. Die o. a. Maßnahmen tragen dazu bei, dass die Krankenquote bei der MEDION AG weiterhin weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Die Krankenstatistik lag im Berichtsjahr bei 3,3 % (Vorjahr: 2,9 %), während der Bundesdurchschnitt 4,2 % betrug. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatten wir 3 Unfälle (im Vorjahr: 5) zu verzeichnen. Alle 3 Unfälle waren Wegeunfälle (im Vorjahr: 4). Es gab keinen Arbeitsunfall (im Vorjahr: 1). Die Ausfallkalendertage sind gegenüber 2016/17 um 21 Prozent gesunken und betrugen im Berichtsjahr 77 (Vorjahr: 97). Der positive Trend der letzten drei Jahre zeigt sowohl bei den Wege- wie auch bei den Arbeitsunfällen eine stetige Verbesserung der Vergleichswerte. Die Tausend-Mann-Quote (TQM, Arbeitsunfälle je 1000 Beschäftigte) liegt bei 0 (im Vorjahr 1,2, davor 3,3). Der positive Trend der Vorjahre wurde damit fortgesetzt. 4.5 SozialbelangeUnser soziales Engagement ist Ausdruck unseres Selbstverständnisses als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft. Getreu dem Motto unseres Mutterkonzerns Lenovo "We do what we say" verstehen wir uns als verlässlichen Partner, der zu seinem Wort steht, egal ob es um unsere Mitarbeiter, unsere Kunden, unsere Lieferanten oder andere Wirtschaftspartner geht. Transparenz und Integrität stehen bei unseren Geschäften an erster Stelle, um Vorteilsnahme zu verhindern oder fragwürdige Praktiken bei Angestellten oder Dienstleistern zu vermeiden (Verweis auf Corporate Governance oder Compliance Teil im Geschäftsbericht). Für unser gesellschaftliches Engagement gelten dieselben strengen Standards wie für unser Kerngeschäft. Unsere Zielsetzung ist es in erster Linie, soziale Projekte in den Bereichen Talentförderung und Standortentwicklung im Ruhrgebiet zu unterstützen, um unsere Region auch für künftige Generationen attraktiv zu gestalten und insbesondere Jugendlichen aus bildungsfernen Familien und mit Integrationshintergrund Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsangeboten zu ermöglichen. In enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Essener Wirtschaftsförderung unterstützen wir langfristige Infrastrukturprojekte und setzen uns dafür ein, den Standort Essen und seine Wirtschaft vor Ort zu stärken. Unter anderem kooperieren wir eng mit verschiedenen lokalen Gremien und konnten gemeinsam ein Projekt zur nachhaltigen Luftverbesserung in Essen-Kray realisieren, das beinhaltete, dass eine Autobahnausfahrt nach Umweltgesichtspunkten angelegt wurde. Unter dem Motto "Sauber Zauber" findet jährlich in verschiedenen deutschen Städten eine stadtweite Aufräumaktion statt. MEDION hat wie viele andere Bürgerinnen und Bürger von Kettwig bis Karnap zu Zange und Müllsack gegriffen, um unsere Stadt ein wenig lebens- und liebenswerter zu machen. Das Thema Talentförderung ist für MEDION ein sehr wichtiges Zukunftsthema. Beim Schülerstipendium-Programm "RuhrTalente" über die Westfälische Hochschule ist die Ausbildungsleiterin der MEDION AG Teil der Jury. In diesem Programm werden Schüler aus bildungsfernen Familien mit sehr guten schulischen Noten und sozialem Engagement gefördert. Seit 2017 fördert MEDION zwei Stipendien finanziell. Weiterhin beteiligen wir uns aktiv an der Ausbildungsförderung zusammen mit der IHK Essen, wo MEDION im Prüfungsausschuss vertreten ist. Die zwischen MEDION und Joblinge gemeinnützige AG Ruhr laufende Kooperation zur Unterstützung der Initiative JOBLINGE war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich. JOBLINGE ist als gemeinnütziges Angebot der Wirtschaft gegen Jugendarbeitslosigkeit und Nachwuchskräftemangel konzipiert. Das Ziel ist. Jugendlichen ohne Abschluss ("Joblinge") durch individuelle Betreuung, Weiterbildung und Qualifizierung die Chance zu geben, sich auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu positionieren. MEDION beteiligt sich mit einer jährlichen Spende sowie durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen in Form von Qualifizierungs- und Bewerbungspraktika und hat über JOBLINGE im abgelaufenen Geschäftsjahr zwei Auszubildende beschäftigt. Des Weiteren unterstützt MEDION mit Sachspenden eine Reihe von Berufsschulen im Ruhrgebiet sowie mit Geldspenden die Deutsche Sporthilfe. Durch unsere Investitionen und Spenden sowie durch das ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeiter unterstützen wir zudem Menschen in Notsituationen wie Armut, Migration, Arbeits- und Obdachlosigkeit. Außerdem leisten wir Soforthilfe bei Naturkatastrophen. So ist zum Beispiel das Ergebnis einer von einem Mitarbeiter erfolgreich eingebrachten Idee über das Betriebliche Vorschlagswesen die unternehmensweite Sammlung von Pfandflaschen und die Unterstützung von sozialen Einrichtungen und Projekten mit dem eingenommenen Pfandgeld über Spenden. MEDION unterstützt die DKMS gemeinnützige GmbH im Kampf gegen Blutkrebs. Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, freiwillig an der Registrierungsaktion als Stammzellspender teilzunehmen und übernehmen für jeden Mitarbeiter, der sich freiwilig an der Aktion beteiligt, die Kosten. Über 7,6 Millionen Freiwillige haben sich bislang in den weltweit größten Dateienverbund aufnehmen lassen. Dank dieser fantastischen Hilfe konnte die DKMS bereits mehr als 65.000 Stammzellspenden ermöglichen und damit die Chance auf neues Leben geben. 4.6 Achtung der MenschenrechteDarstellung der verfolgten Ziele und KonzepteMEDION bekennt sich zu seiner Verantwortung, Menschenrechte zu respektieren. In unseren eigenen Geschäftstätigkeiten ist es unser Ziel, Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden. Als Akteur in zahlreichen globalen Wertschöpfungsketten sind wir auf Partner angewiesen und fordern ein, dass diese die Menschenrechte und damit einhergehende Standards ebenfalls respektieren. Dazu bieten wir unseren Partnern Unterstützung in ihrem Bemühen an, ihrer menschenrechtlichen Verantwortung nachzukommen. Seit 2010 ist MEDION Mitglied von amfori (ehemals Foreign Trade Association - FTA) und der amfori Business Social Compliance Initiative (BSCI). Als Teil dieser führenden Unternehmensinitiative, die auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette hinarbeitet, sind wir bestrebt, unsere Produkte nach sozialen Gesichtspunkten fertigen zu lassen und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen Lieferkette beizutragen. Auf Basis des amfori BSCI-Verhaltenskodex haben wir unternehmensweit gültige Sozialstandards definiert, mit denen wir die Werte und Grundsätze bei der Herstellung unserer Produkte festlegen. Der amfori BSCI-Verhaltenskodex stützt sich auf internationale Übereinkommen, wie die
Neben den oben aufgeführten, internationalen Übereinkommen beinhaltet eine Verpflichtung nach dem amfori BSCI-Verhaltenskodex ebenso die Einhaltung der in der Grafik dargestellten Arbeitsprinzipien. Im Rahmen unserer Mitgliedschaft bei amfori haben wir ein Programm zur Überwachung der Einhaltung gültiger Sozialstandards etabliert. Dabei legen wir großen Wert auf einen entwicklungsorientierten und kooperativen Ansatz, der auf den drei Säulen Überwachung, Befähigung und Einbindung von Anspruchsgruppen basiert. Ein zentraler Bestandteil dieses Programms ist die Durchführung von unabhängigen Audits in Produktionsstätten (Tier 1) in Risikoländern12 (Überwachung). Dabei kontrollieren externe, akkreditierte Prüfungsunternehmen bei unseren Zulieferunternehmen den Umsetzungsgrad des amfori BSCI-Verhaltenskodex sowie die Einhaltung der vor Ort anwendbaren, nationalen Gesetze. Die Audits werden nach einem einheitlichen Standard durchgeführt, der in 13 unterschiedlichen Kapiteln die 11 Prinzipien des amfori BSCI-Verhaltenskodex adressiert. Dazu gehören u.a. Managementpraktiken, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Aspekte des Umweltschutzes sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit und Diskriminierung. Während eines Audits, welches sich, in Abhängigkeit von der Anzahl der in der Fabrik tätigen Arbeitnehmer, über 1,5 bis 5 Manntage erstreckt, finden Begehungen der Produktionsstätten statt, es werden relevante Dokumente überprüft und zufällig ausgewählte Arbeitnehmer, Arbeitnehmervertreter und Vertreter des Managements interviewt. Nach Abschluss des Audits werden in einem Bericht Ergebnisse der einzelnen Leistungsbereiche und festgestellte Abweichungen zusammengefasst. Sowohl um das Bewusstsein unserer Produzenten für nachhaltige Geschäftspraktiken zu stärken, als auch um fortwährende Verbesserungen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in unseren Zulieferbetrieben zu erreichen, stellen wir unseren Lieferanten unterschiedliche Tools und Informationsdokumente zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir unseren Produzenten die Möglichkeit, an unterschiedlichen Onlinetrainings sowie Workshops, die in den Zulieferländern durchgeführt werden, kostenfrei teilzunehmen (Befähigung). Bleiben Fortschritte bei der Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen längerfristig aus oder zeigt sich eine Produktionsstätte fortdauernd unkooperativ, wird die Geschäftsbeziehung vorübergehend oder - als letztes Mittel - dauerhaft beendet. Als international ausgerichtetes Unternehmen sind wir durch die Beziehungen mit unseren Anspruchsgruppen und deren Interessen geprägt. Im Rahmen unserer amfori BSCI-Mitgliedschaft verfolgen wir daher einen konstruktiven Dialog mit relevanten Stakeholdern in Europa und in den Zulieferländern, wie z.B. unseren Lieferanten, anderen BSCI-Mitgliedern, unseren Kunden und Nichtregierungsorganisationen (Einbindung von Anspruchsgruppen). Ergebnisse aus den verfolgten Konzepten und ZielenIm letzten Jahr wurden bei unseren 224 Zulieferern insgesamt 158 Audits durchgeführt. Bei unseren Zulieferbetrieben aus China sehen wir uns überwiegend mit Abweichungen hinsichtlich der nationalen Arbeitszeitgesetze auf Grund fehlender oder eines nur unzureichend umgesetzten Managementsystems sowie mit Nichtkonformitäten bei Arbeitsschutzvorschriften konfrontiert. Beschreibung des Due-Dilligence-ProzessesInnerhalb unseres Einflussbereichs fordern wir unsere Lieferanten dazu auf, ihre Geschäftspraktiken am amfori BSCI-Verhaltenskodex auszurichten und die dafür notwendigen Managementsysteme und -prozesse zu implementieren. Zusätzlich erwarten wir, dass unsere Lieferanten die Anforderungen an ihre Vorlieferanten weitergeben, also tiefer in die Lieferkette hineintragen, um einen positiven Kaskadeneffekt zu erreichen. Werden während eines amfori BSCI-Audits oder der regelmäßigen Fabrikbesuche durch MEDION-Mitarbeiter wesentliche Beanstandungen festgestellt, verpflichten und unterstützen wir unseren Zulieferer, einen Corrective Action Plan (CAP) bzw. Maßnahmenplan zur Erreichung von Verbesserungen zu entwickeln und die geplanten Korrekturen entsprechend umzusetzen. Mithilfe von Nachweisen, wie z.B. Fotos und Dokumenten wird die Umsetzung der Abhilfemaßnahmen überwacht. Der Umsetzungsgrad der geplanten Maßnahmen wird anschließend im Rahmen von Folgeaudits durch unabhängige Dritte überprüft. Dabei verfolgen wir einen kooperativen Ansatz, der zu einer kontinuierlichen Entwicklung führen soll. Zulieferer, welche neu in unseren Produzentenpool aufgenommen werden, müssen die Einhaltung anwendbarer Sozialstandards nachweisen oder sich bereit erklären, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens die notwendigen Managementprozesse und Standards zu etablieren. Neben dem amfori BSCI-Standard akzeptieren wir als Nachweis der Einhaltung zudem SA8000 (Social Accountability) und ICTI-Zertifikate (International Council of Toy Industry) sowie ETI-Audits (Ethical Trade Initiative), sofern diese gemäß der SMETA-Richtlinien (Sedex Members Ethical Trade Audit) stattfanden, und Überprüfungen, die gemäß des RBA-Standards (Responsible Business Alliance) durchgeführt wurden. Bei den Auditstandards erwarten wir von unseren Zulieferern, dass erfasste maßgebliche Abweichungen behoben wurden. Alle amfori BSCI-Auditberichte und -Maßnahmenpläne werden in einer zentralen Datenbank verwaltet. Auf diese Informationen können alle amfori BSCI-Mitgliedsunternehmen zugreifen. Unsere SEDEX-Mitgliedschaft gewährt uns zudem Zugriff auf Auditberichte, die gemäß der SMETA-Methodologie durchgeführt wurden. Insgesamt versuchen wir dadurch den Aufwand für alle Beteiligten zu reduzieren, insbesondere die Mehrfachauditierung bei Zulieferern. Wesentliche Risiken in Bezug auf das eigene GeschäftsmodellDie Integration von Prozessen menschenrechtlicher Sorgfalt unterstützt uns, nachteilige Auswirkungen zu mindern, die Zukunftsfähigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz unserer Geschäftstätigkeit zu sichern sowie unsere Reputation zu schützen. Wesentliche Risiken in Bezug auf Geschäftsbeziehungen bzw. ProdukteDarüber hinaus bringt dieser Ansatz Vorteile hinsichtlich der Erfüllung von Kundenanforderungen und bei der Vorbereitung auf oder Umsetzung von regulatorischen Maßnahmen. 4.7 Bekämpfung von Korruption und BestechungDarstellung der verfolgten Ziele und KonzepteEin Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen. Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten. MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden. Dabei gelten folgende Grundsätze: 1. Strikte Einhaltung von Gesetzen und sonstigen Bestimmungen im In- und Ausland: Bei geschäftlichen Entscheidungen und Handlungen sind die geltenden Gesetze und sonstigen maßgebenden Bestimmungen im In- und Ausland zu beachten. Der Vorstand hat Vorkehrungen getroffen, dass die Mitarbeiter sich fair verhalten und die relevanten Gesetze und Bestimmungen beachten. Dies gilt sowohl im Verhältnis des Unternehmens zur öffentlichen Hand (business-to-government) als auch für alle Arten von Geschäften zwischen Unternehmen. 2. Vorbildfunktion der Unternehmensleitung: Entschiedenes Vorgehen gegen Korruption beginnt bei der Unternehmensleitung. Vom Vorstand erwarten Mitarbeiter und Öffentlichkeit zu Recht vorbildhaftes Handeln. Das gilt sowohl für die Einhaltung der internen Richtlinien und der Gesetze als auch für das persönliche Engagement zur Korruptionsbekämpfung. 3. Umgang mit Zulieferern und Abnehmern: Zulieferer sind allein auf wettbewerblicher Basis (von Preis, Qualität und Eignung ihrer Leistung) auszuwählen. Der Versuch eines Lieferanten, Mitarbeiter des Kunden durch Zuwendungen, die über den normalen Rahmen einer Bewirtung oder Aufmerksamkeit hinausgehen, in ihrer Entscheidung zu beeinflussen, wird bei MEDION streng geahndet. Eigene Mitarbeiter, die sich in unlauterer Weise von Lieferanten haben beeinflussen lassen, werden ungeachtet strafrechtlicher Konsequenzen disziplinarisch und arbeitsrechtlich zur Verantwortung gezogen. 4. Geschenke und sonstige Zuwendungen: Bei Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Zuwendungen wird äußerst restriktiv verfahren. Mitarbeiter und deren unmittelbare Familienangehörige dürfen von Personen oder Unternehmen, mit denen geschäftliche Beziehungen bestehen, keinerlei Geldgeschenke annehmen. Geringe Zuwendungen und Gefälligkeiten müssen im Rahmen des Üblichen bleiben. Dies gilt insbesondere auch für Werbegeschenke und Dienstleistungen. Im Zweifelsfall ist die Entscheidung des Vorgesetzten oder der Compliance Abteilung einzuholen. Einladungen durch Lieferanten, die nicht im Zusammenhang mit Geschäftsbesuchen stehen, bedürfen immer der internen Genehmigung. Gleiches gilt für Einladungen an Mitarbeiter von Kunden. Werbegeschenke an Vertreter der Behörden dürfen nur entsprechend den Richtlinien im öffentlichen Dienst erfolgen. 5. Trennung zwischen geschäftlichen und privaten Aufwendungen: Private und geschäftliche Interessen sind strikt zu trennen. Für Aufwendungen, bei denen sich geschäftlicher und privater Anlass so vermischen, dass eine genaue Trennung schwierig ist, werden die Kosten insbesondere auch für Geschenke oder Bewirtungen privat übernommen. 6. Beauftragung von Geschäftspartnern für private Zwecke: Um eine Interessenkollision zwischen Unternehmen und Privatbereich auszuschließen, müssen Unternehmensangehörige von der Beauftragung eines Geschäftspartners für private Zwecke Abstand nehmen oder eine ausdrückliche vorherige Zustimmung unter Offenlegung des gesamten Sachverhalts einholen. 7. Interessenkonflikte durch Nebentätigkeiten und Kapitalbeteiligungen: Vertraglich ist sichergestellt, dass Nebentätigkeiten und Kapitalbeteiligungen von Betriebsangehörigen nicht zum Schaden des Unternehmens ausgenutzt werden. Vertrauliches Insiderwissen wird durch Schulungen und individuelle Vereinbarungen geschützt. Ein betrieblich vorgegebenes Meldeverfahren für Betriebsangehörige stellt die entsprechende Transparenz sicher. 8. Einschaltung von Dritten: Bei Zahlungen an Dritte aus dem Bereich Berater, Makler, Sponsoren, Vertreter wird darauf geachtet, dass diese nicht Gelder für Zwecke der Bestechung weiterleiten. Dieses wird dadurch gewährleistet werden, dass die Zahlungen lediglich eine angemessene Vergütung für legitime Dienstleistungen darstellen. 9. Spenden an Parteien und Politiker: Auch bei Spenden an politische Parteien und Vereinigungen sowie an Politiker ist das geltende Recht strikt einzuhalten. Allen Erfordernissen an die Bekanntmachung ist in vollem Umfang zu entsprechen. Über jede derartige Spende ist die Compliance-Abteilung und der MEDION-Vorstand zu unterrichten. Zur Zeit sind Spenden an Parteien und Politker durch MEDION nicht zulässig. Beschreibung der ProzesseDer bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstandes für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Corporate Affairs. MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften bzw. Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus so genannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2017/2018 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben. In 2017 wurden alle betroffenen Mitarbeiter in fünf Informationsveranstaltungen über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern sowie über die Grundzüge der Lenovo-Compliance informiert. Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung so genannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche berichtet. Im März 2018 hat MEDION eine Online-E-Learning-Plattform zum Thema Compliance für alle Mitarbeiter geöffnet. Darin werden neben den zentralen Compliance-Bereichen auch die Themen Arbeitssicherheit und Datenschutz vertieft behandelt. Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen - Mitarbeiter und Außenstehende - für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist, um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert. Dabei werden die neuen Vorschriften und Änderungen, die sich aus der am 3. Juli 2016 in Kraft getretenen EU-Richtlinie zur Marktmissbrauchsverordnung (MAR) ergeben, eingehalten und umgesetzt. Bedeutsamste nichtfinanzielle LeistungsindikatorenMEDION ermittelt die Anzahl, die Ursachen, die Fehlerquellen, das Fehlverhalten der Mitarbeiter getrennt nach Führungsverantwortlichkeit und die Schwere der stattgefundenen Compliance-Verstöße im Mehr-Jahres-Vergleich und hat besondere Risikofelder definiert (z.B. Einkauf). Daneben werden vierteljährlich die Risikobereiche geprüft, neue Risiken identifiziert und - soweit notwendig - die Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert. Bei allen Geschäften mit Sonderkonditionen bei MEDION erfolgt monatlich eine Überprüfung anhand von ausgewählten Stichproben. Für alle wesentlichen Unternehmensbereiche besteht eine Gefährdungsbeurteilung. Bezug auf Beträge und Erläuterungen im JahresabschlussWeitere Ausführungen zur Compliance und den bei MEDION eingesetzten Maßnahmen zur Vermeidung von Korruption und Bestechung finden sich im Corporate-Governance-Bericht auf Seiten 13 - 22 dieses Geschäftsberichts. 6 Zusammengefasster Konzernlagebericht und Lagebericht der MEDION AG6.1 Grundlagen des Konzerns6.1.1 Geschäftsmodell und Verbindung zu LenovoDie MEDION AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Die Aktie wurde bis zum 19. Juni 2012 im Börsensegment "Prime Standard" im regulierten Markt in Frankfurt geführt. Mit Ablauf des 19. Juni 2012 schied die Aktie aus dem Prime Standard aus und wird seit dem 20. Juni 2012 im regulierten Markt (General Standard) geführt. Mehrheitsaktionär mit rund 80 % ist der ebenfalls börsennotierte Lenovo-Konzern (gelistet seit 1994 an der Börse in Hongkong und in den USA). MEDION ist seit einem freiwilligen Übernahmeangebot im Juli 2011 Teil der internationalen Lenovo-Gruppe. MEDION wird dabei auf der Berichtsebene als Teil der EMEA-Organisation (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) von Lenovo geführt. Lenovo ist mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat der MEDION AG vertreten. Seit dem Börsengang von MEDION in 1999 führen unverändert Gerd Brachmann und Christian Eigen als Vorstandsmitglieder die MEDION AG. MEDION-GeschäftsmodellDas seit über 25 Jahren national wie international bewährte MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten und damit für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheits-Produkte sind weitere Felder, in denen MEDION über jahrzehntelange Erfahrung verfügt. Ergänzend zu dem klassischen Aktionsgeschäft mit Consumer-Electronics-Produkten entwickelt und vermarktet MEDION komplementäre Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation (MEDIONmobile), Fotoservice, Software-Downloads, Musik-Plattformen und Online-Dienste und vertreibt ausgewählte Produkte im Online-Handel. Dieses Geschäftsgebiet ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und generiert mittlerweile den größeren Umsatz- und Ergebnisanteil. MEDION übernimmt gegenüber seinen Kunden, den international aufgestellten großen Handelsketten, nicht nur die Rolle des Lieferanten der Produkte, sondern - weit darüber hinausgehend - die Funktion eines Full-Service-Dienstleisters, der für seine Kunden die gesamte Wertschöpfungskette - von der Entwicklung der Produktidee über die Herstellung und Logistik bis hin zum After-Sales-Service - managt und kontrolliert. Zusammen mit den Kunden werden in der Regel hochvolumige Vertriebsaktionen strukturiert und abgewickelt, die in vielen Fällen gleichzeitig in mehreren Ländern stattfinden. Die MEDION-Kernkompetenzen liegen außer bei den innovativen und nutzerorientierten Multimedia-Produkten im preisgekrönten Design und der Entwicklung von neuen Angeboten für die Konsumenten auch in einer sehr effizienten eigenen IT-Struktur, hoher Logistik-Kompetenz und einem spezialisierten nationalen und internationalen After-Sales-Service. Zusätzlich sind in den letzten Jahren besondere Kompetenzen im Bereich der Angebote digitaler Produkte und Dienstleistungen entwickelt worden. LenovoLenovo ist ein international agierender Computertechnologie-Konzern. Mit einem Umsatz von USD 43 Mrd. im Geschäftsjahr 2016/2017 und einem weltweiten Marktanteil von zuletzt 20 % (Ql 2018, Gärtner) ist Lenovo der zweitgrößte PC-Anbieter der Welt. Das Unternehmen beschäftigt rund 60.000 Mitarbeiter in mehr als 60 Ländern und hat Kunden in rund 160 Ländern. Der in Hongkong und New York börsennotierte Konzern gehört zu den "Fortune Global 500"-Unternehmen und hat seine Hauptniederlassungen in Peking (China) und Morrisville, North Carolina (USA). Lenovo unterhält große Forschungszentren und Fertigungsanlagen in aller Welt und ist durch Übernahmen und seine Geschäftserfolge der am schnellsten gewachsene große PC-Hersteller der Welt. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt eine breite Palette von Computertechnologien: neben den klassischen Desktop-PCs und Notebooks - insbesondere für den Businessbereich - sind auch Smartphones und Tablets sowie Smart-TV-Geräte und Server-Technologien im Angebotsspektrum vorhanden. Im Jahr 2011 übernahm Lenovo die Mehrheit der Aktien an MEDION. Durch den Erwerb der x86-Server-Sparte von IBM und den Kauf der Motorola Mobility Services im Jahr 2014 hat Lenovo seine Geschäftsbasis nochmals verbreitert. Diese wird in die Segmente "PC und Smart Devices (PCSD)", "Mobile Business" (MBG) und "Data Center" (DCG) untergliedert. Global hat Lenovo sein Geschäft nach Asien, Amerika und EMEA unterteilt. MEDION ist Teil der EMEA Organisation. Gesellschaftsrechtliche Verbindung von Lenovo und MEDIONLenovo hält zum 31. März 2018 einen Anteil von 79,83 % des Grundkapitals der MEDION AG, der sich durch die gemäß §§ 21, 22 Wertpapierhandelsgesetz zuzurechnenden Stimmrechte von 7,72 % der von MEDION gehaltenen eigenen Aktien auf 87,55 % erhöht. Die Aktionäre der MEDION AG haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. Dezember 2011 in Essen dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH mit der erforderlichen Mehrheit zugestimmt. Darüber hinaus wurde das Geschäftsjahr der MEDION AG auf den Zeitraum vom 1. April eines Jahres bis zum 31. März des darauf folgenden Jahres geändert. Der Unternehmensvertrag bestimmt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH verpflichtet ist, auf Verlangen eines außenstehenden Aktionärs der MEDION AG dessen Aktien gegen eine Barabfindung im Sinne des § 305 Abs. 2 Nr. 3 AktG von € 13,00 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 zu erwerben. Denjenigen Aktionären, die dieses Abfindungsangebot nicht annehmen, garantiert die Lenovo Germany Holding GmbH für die Dauer des Unternehmensvertrages eine jährliche Ausgleichszahlung. Der Betrag der Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der geltenden Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags erhält, gegenwärtig, wie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, € 0,69 je Aktie. Daneben haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH einen Steuerumlagevertrag abgeschlossen. In dem Spruchstellenverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Ausgleichszahlung und Abfindungsangebot ist im Geschäftsjahr 2017/2018 keine gerichtliche Entscheidung ergangen. 6.1.2 Wesentliche Märkte und WettbewerbspositionDeutschland bleibt wichtigster Markt für MEDION. Der Umsatz sank zwar von € 986,1 Mio. im Vorjahr um € -30,5 Mio. auf € 955,6 Mio., der Umsatzanteil stieg jedoch von 70,4 % auf 74,3 %. Die Umsätze im übrigen Europa gingen von € 252,2 Mio. um € -48,1 Mio. (-19,1 %) auf € 204,1 Mio. zurück. Gründe sind u.a. bewusste Reduzierungen des PC-Geschäftes und Änderungen in den Abrechnungsprozessen für den Lenovo-Kundenservice. Der Rückgang der Umsätze im übrigen Ausland von 11,6 % auf einen Anteil von 9,8 % resultiert aus der Reduzierung der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern, die sich um € 53,4 Mio. auf € 44,6 Mio. verminderten (Vorjahr: € 98,0 Mio.). Ohne diese Dienstleistungen stiegen die Umsätze im übrigen Ausland von € 64,2 Mio. um € +17,2 Mio. auf € 81,4 Mio., erneut hauptsächlich aufgrund des Mobilfunkgeschäftes in Australien. MEDION gehört in den wesentlichen Produktgruppen PC, Notebook und Tablet-PC sowie mit den Mobilfunktarifen seit Jahren zu den führenden Anbietern in Deutschland. Dies bezieht sich nicht nur auf die Produkte aus dem IT- und CE-Umfeld, wie PCs, Notebooks und Fernseher, sondern auch auf Produkte aus dem Bereich der digitalen Dienstleistungen wie das Angebot von Mobilfunktarifen und Musik-Download-Plattformen oder im Bereich Fotoservice. MEDION wird seit Jahren - auch in 2017/2018 - als eine der innovativsten Marken in Deutschland ausgezeichnet und hat darüber hinaus viele renommierte Preise für das Design und die bedienerfreundliche Nutzbarkeit seiner Produkte und die digitalen Dienstleistungsangebote erhalten. 6.1.3 Ziele und StrategienStrategische Einbindung von MEDION in den Lenovo-KonzernLenovo beschäftigt nach der Übernahme von x86 Server und Motorola Mobility mehr als 4.000 Techniker, Forscher und Wissenschaftler. Die Forschungs- und Entwicklungsteams von Lenovo haben viele Leistungsmerkmale vorgestellt, die absolute Branchenneuheiten sind, und kontinuierlich innovative Lösungen entwickelt. Davon zeugen mehr als 6.500 weltweit anerkannte Patente von Lenovo. In diesem Sinne arbeiten auch Lenovo und MEDION zusammen. Aufgrund immer globaler werdender Wettbewerbsstrukturen, schnellerer Produktlebenszyklen und zunehmender Konvergenzen von Consumer-Electronics-Produkten sowie der Vernetzung von stationären Produkten mit webbasierten Cloud-Lösungen ist es für MEDION vorteilhaft, im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern Unterstützungen beim Ausbau der eigenen Kernkompetenzen, dem Zugriff auf weltweite Einkaufsverbindungen von Lenovo und bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder bekommen zu können. Sowohl bei Lenovo als auch bei MEDION gilt es grundsätzlich, zwischen kurz- und mittelfristigen Ergebnispotentialen sowie langfristigen Geschäftszielen abzuwägen und entsprechende Strategien zu definieren. In diesem Sinne unterscheidet man die so genannten "Protect"- von den "Attack"-Strategien. Für MEDION bedeutet dieses auf der einen Seite, die erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu großen Handelsketten und die bekannte Kosteneffizienz weiter zu stabilisieren und auf deren Nachhaltigkeit zu setzen. Behilflich ist hier die organisatorische Effizienz, die es MEDION ermöglicht, in kurzen Zeiträumen neue Produktideen zu erfolgreichen Vertriebskonzepten weiterzuentwickeln. Bei den so genannten Multimode-Produkten, Notebooks, die zugleich als All-In-One, Desktop oder Tablet genutzt werden können, hat MEDION seine Kompetenz bereits bewiesen. Diese immer wieder neuen Produktideen dienen auch künftig dazu, etablierte Handelskanäle als zuverlässige Strategiebestandteile zu nutzen. Der kontinuierliche Ausbau des so genannten Private Label Business im Ausland im Berichtsjahr ist ebenfalls Konsequenz dieser strategischen Ausrichtung. Auf der anderen Seite ist es wichtig, den in den Vorjahren gewonnenen Schwung beim Ausbau digitaler Produkte und Kanäle beizubehalten und den Eintritt in neue Märkte im Fokus zu behalten. Darüber hinaus stehen weitere Entwicklungen im Bereich digitaler Dienstleistungen oder auch Technologien zu Vernetzungen digitaler Produkte und Online-Aktivitäten im Fokus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden beispielsweise, Spiele über eine Download-Plattform angeboten. Diese neueren Geschäftsfelder sind im MEDION-Konzern im Direktgeschäft strategisch gebündelt und sollen ihren Anteil am Gesamtumsatz weiter erhöhen. Gemäß diesen Strategien werden auch grundsätzlich geeignete Investitionen diskutiert. Investitionen sind dabei beispielsweise für die weitere Automatisierung der nationalen und internationalen After-Sales-Kapazitäten und insbesondere in die IT-Struktur und neue Software-Applikationen am Standort Essen vorgesehen. Wesentlicher Erfolgsfaktor zur Erreichung der Gesamtstrategie bleibt das klassische und seit Jahren immer weiter diversifizierte und verfeinerte MEDION-Konzept zu einem One-Stop-Agency-Approach, der den Handelskunden von der Vermarktungsidee, Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, über den Vertrieb bis hin zum After-Sales-Service ein attraktives Wertschöpfungspaket und gute Vermarktungschancen bietet. Daneben wird das Online-Vermarktungsgeschäft weiter ausgebaut und die digitalen Dienstleistungsangebote werden sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag weiter zunehmen. 6.1.4 Steuerungssystem6.1.4.1 UnternehmenssteuerungDer MEDION-Vorstand legt zu Beginn eines Geschäftsjahres die strategischen und operativen Ziele für das klassische MEDION-Geschäft fest. Seit der Mehrheitsübernahme durch Lenovo geschieht dieses in enger Abstimmung mitverantwortlichen innerhalb der EMEA-Organisation. Im operativen Bereich verantworten Key-Account-Manager die wesentlichen Kunden und Vertriebskanäle. Unabhängig hiervon verantworten Produktmanager die wesentlichen Produktgruppen, wie zum Beispiel Notebook, PC, Tablet-PC, LED-TV, Haushalts-Elektronik sowie die relevanten Angebote im Dienstleistungsbereich (z.B. MEDIONmobile und MEDION Fotoservice). Einkauf, Design, Qualitätskontrolle, Logistik und Marketing sind als Querschnittsfunktionen unternehmensübergreifend tätig. Administrative Bereiche, insbesondere kaufmännische Entscheidungs- und Kontrollfunktionen sowie die EDV-Organisation, sind zum Zweck erhöhter Transparenz, besserer Entscheidungsmöglichkeiten und somit zur Steigerung der Flexibilität und Effizienz im MEDION-Konzern weitestgehend zentralisiert. Die Erreichungsgrade der operativen und strategischen Ziele werden in einem Management-Informationssystem und einer Balanced Scorecard dokumentiert und laufend auf nationaler wie internationaler Ebene diskutiert. Alle Geschäfte im MEDION-Konzern werden einer renditeorientierten Vor- und Nachprüfung unterzogen. Zentraler Werttreiber der Renditeorientierung im MEDION-Konzern ist die Anforderung, dass jedes abgewickelte Projekt eine bestimmte EBIT-Marge erwirtschaften muss. Für das Projektgeschäft gilt zusätzlich, einen Rohertrag zu erwirtschaften, der unter Berücksichtigung der bekannten Struktur- und erwarteten Servicekosten die Ziel-EBIT-Marge sicherstellen kann. Zusammenhängend mit diesen beiden zentralen Werttreibern ist auch ein gewisser Mindestumsatz für einzelne Aufträge erforderlich, um bei bekannten Kostenrelationen und Aufwendungen die Erreichung von Ziel-Rohertrag und -EBIT zu gewährleisten. Abweichungen in der Projekt- oder Produktrendite von den Zielmargen werden dokumentiert und durchlaufen einen gesonderten Prüfungsprozess. Bei der Kalkulation der Zielmargen im Direktgeschäft wird unterschieden zwischen dem Hardwaregeschäft und digitalen Dienstleistungen. Im Hardwaregeschäft wird einerseits betrachtet, welche übliche Marge eines weiteren Zwischenhändlers erzielt werden könnte, andererseits wird aber auch berücksichtigt, dass die Produkte des Direktgeschäftes einem verstärkten Preisverfall und einem erhöhten Retourenrisiko (Fernabsatzgesetz) unterliegen können. Auch hier werden Preisgestaltungen, die nicht geeignet sind, Mindestdeckungen zu erzielen, gesondert untersucht. Für digitale Dienstleistungen ist es erforderlich, den permanenten Preisverfall bei Tarifen und notwendige, eventuell größere Werbemaßnahmen sowie Aufwendungen für komplexere IT-Systeme und -Sicherheitserfordernisse ausreichend in den Produktkalkulationen zu antizipieren. Aufgrund der Notwendigkeit, digitale Produkte und Vertriebswege mit einem hohen Grad an technischer Standardisierung zu versehen, werden im Vorfeld einer Produkteinführung umfangreiche Planungsrechnungen erstellt und Rahmenverträge erarbeitet. Erst danach wird über Einführungen oder Erweiterungen von Produkten und Vertriebswegen entschieden. 6.1.4.2 Die Struktur des MEDION-KonzernsDas operative Geschäft von MEDION wird zu über 90% in der deutschen Aktiengesellschaft mit Sitz in Essen abgewickelt. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG handelt es sich zumeist um Unternehmen, die im Projektgeschäft Vertriebs- und Servicedienstleistungen für MEDION in den jeweiligen Ländern erbringen. Über diese Gesellschaften werden so gut wie keine Umsätze mit MEDION-Produkten im Projektgeschäft abgewickelt und daher leisten diese Gesellschaften auch keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zum Konzernergebnis. Lediglich im Direktgeschäft werden durch die Tochtergesellschaften eigene Umsätze und Ergebnisbeiträge erwirtschaftet. Die eigentliche Projektabwicklung und die Logistik werden grundsätzlich zentral von der MEDION-Organisation in Deutschland gesteuert. Im Rahmen der Deutschland-Organisation sind die Call-Center-Aktivitäten in der Allgemeine Multimedia Service GmbH und die Reparatur- und Logistikdienstleistungen in der MEDION Service GmbH gebündelt. TOCHTERGESELLSCHAFTEN DER MEDION AGAktiv in die Geschäftsabläufe des MEDION-Konzerns eingebundene Tochtergesellschaften der MEDION AG sind: Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen MEDION Shared Services GmbH, Essen (vormals MEDION Mobile GmbH, Essen)* MEDION Service GmbH, Essen MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich MEDION B.V., Panningen, Niederlande MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien MEDION NORDIC A/S, Glostrup, Dänemark MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz MEDION USA Inc., Delaware, USA Seit dem 01. Januar 2018 wird die 100%ige Tochtergesellschaft MEDION Shared Services GmbH (ehemals MEDION Mobile GmbH) mit Sitz in Essen in die Geschäftsabläufe des MEDION-Konzerns einbezogen und entsprechend konsolidiert. Zweck der Gesellschaft ist die Erbringung und Vermittlung von Service-Leistungen aller Art, insbesondere in den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltung- und Konsumelektronik, Telekommunikation und Satellitentechnik. Durch den Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages unterstellt die MEDION AG seit Januar 2012 die Leitung ihrer Gesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH und verpflichtet sich, ab dem 1. April 2012 ihren ganzen Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen. 6.1.5 Forschung und EntwicklungMEDION arbeitet sehr eng mit Lenovo und weiteren führenden Herstellern von Komponenten und Produkten aus den Bereichen Multimedia und Unterhaltungselektronik sowie Telekommunikation zusammen. Dadurch besteht seit Jahren auch ein ständiger Zugang zu den neuesten Ergebnissen aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Entsprechend dem MEDION-Geschäftsmodell erfolgt jedoch eine Konzentration darauf, innovative Technologien schnell einem breiten Konsumentenkreis zugänglich zu machen. MEDION verfügt daher über keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Bereich so genannter Basistechnologien. Die jeweiligen Projektentwicklungskosten werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern in die Kalkulation des einzelnen Produkts beziehungsweise Projekts mit einbezogen. Würde man Projekt- und Produktentwicklungsausgaben gesondert ausweisen, würden diese einen niedrigen einstelligen Prozentsatz des Umsatzes von MEDION betragen. Allerdings arbeitet MEDION in zahlreichen Projekten zusammen mit anderen Partnern daran, im Rahmen der Digitalisierung die Integration der PC-/Multimedia-Technologie mit den Geräten der klassischen Unterhaltungselektronik voranzubringen. Dies gilt auch für die neuen Angebote digitaler Dienstleistungen, die mit weltweit agierenden Partnern entwickelt wurden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat MEDION darüber hinaus Produkte in den Bereichen Smart Home Sicherheit, Energie und Komfort erfolgreich in den Markt eingeführt. MEDION wird dabei von führenden Technologiepartnern wegen seiner Fähigkeit als schneller Technologieintegrator von neuen Anwendungen für den Massenmarkt geschätzt. Die MEDION-Tablet-PCs erhalten mit neuen Software-Applikationen Zugang zum weltweiten Markt mit Apps und mit neuen, innovativen, integrierten Multimedia-Funktionalitäten wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr an der nächsten Generation von Tablet-PCs gearbeitet. Die neuen ultramobilen MEDION-Notebooks mit besonders flachem Design verbinden geringes Gewicht (1,2 Kilogramm) mit maximaler Mobilität. Die MEDION-Produkte erhielten für Benutzerfreundlichkeit und die schnelle Nutzbarkeit der verwendeten neuen Technologien für Tablet-PCs verschiedene Auszeichnungen und gute Testergebnisse. Darüber hinaus wurden Notebooks mit neuen Grafikkarten und SSD-Speichern weiterentwickelt und so genannte Multimode-Geräte mit abnehmbarem Bildschirm auch für die unteren Preissegmente zur erfolgreichen Marktreife gebracht. Seit Anfang 2012 arbeitet MEDION mit Lenovo zusammen, um anwenderorientierte technologische Lösungen auf den Gebieten Desktop-PC, Notebook, Tablet-PC und Smartphones und bei weiteren mobilen Produkten mit Zugang zum Internet gemeinsam zu entwickeln und anschließend zur Marktreife zu bringen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 erfolgte hier eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Plattformstrategien für Desktop-PCs und Notebooks sowie der Optimierung von Prozessor-Leistungsmerkmalen bei unterschiedlichen Betriebssystemen und der Verlängerung von Batterielaufzeiten durch eine Verbesserung der Energieeffizienz im Bereich der Bildschirmdarstellung. Darüber hinaus wird an bedienerfreundlichen Cloud-Lösungen für Konsumenten gearbeitet. 6.2 Wirtschaftsbericht6.2.1 Rahmenbedingungen6.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche EntwicklungIm Geschäftsjahr 2017/18 erlebte die deutsche Wirtschaft einen kräftigen Konjunkturaufschwung. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahm das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2017 um 2,2 % zu. Damit liegt es nicht nur deutlich über den in der Jahresprojektion 2017 erwarteten 1,4 % Zuwachs. Die Steigerung stellt zugleich das höchste Wirtschaftswachstum seit dem Jahr 2011 dar. Diese Entwicklung auf dem nach wie vor wichtigsten Markt für MEDION ist das Resultat einer über den Erwartungen liegenden Expansion der binnenwirtschaftlichen Kräfte: zum einen trug das wieder freundlichere weltwirtschaftliche Umfeld zur Belebung des Außenhandels und zum Anstieg der Investitionstätigkeit bei. Zum anderen wuchs auch der private Konsum dynamischer als prognostiziert. Dies ist auf die gute Lage am Arbeitsmarkt zurückzuführen: die Zahl der Erwerbstätigen lag im Jahre 2017 bei rund 44,3 Millionen und somit auf einem neuen Höchststand, während die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit über 25 Jahren fiel. Auch die konjunkturellen Perspektiven für den Euroraum haben sich verbessert: nach der Schwächephase der Vorjahre im Zuge der Schuldenkrise hat sich der wirtschaftliche Aufschwung im Jahr 2017 noch einmal beschleunigt und alle Mitgliedstaaten erreicht. Das Wachstum ist das höchste der letzten zehn Jahre, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit neun Jahren nicht mehr (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung 2018, S. 7 ff.). 6.2.1.2 Entwicklung rechtlicher RahmenbedingungenDie rechtlichen Rahmenbedingungen für die MEDION-Geschäftstätigkeit in Deutschland und Europa und den weiteren Märkten, auf denen MEDION seine Produkte und Dienstleistungen anbietet, blieben im Geschäftsjahr 2017/2018 im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren im Wesentlichen unverändert. Damit hatten unverändert die rechtlichen Rahmenbedingungen keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung und es fanden auch keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen solchen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten. 6.2.1.3 Markt für Consumer Electronics/Digitale Medien/MobilfunkdienstleistungenEbenso wie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung waren auch die für MEDION relevanten Marktsegmente insgesamt von einem deutlichen Aufschwung geprägt. Der Markt für Consumer Electronics in Deutschland verzeichnete 2017 bei einem Gesamtumsatz von € 27,4 Mrd. (Vorjahr: € 26,6 Mrd.) einen Anstieg um 3,0 %. Er entwickelte sich damit um 0,8 Prozentpunkte stärker als die Gesamtwirtschaft. Als wesentliche Wachstumskomponenten sind dabei die Produktbereiche TV-Geräte, Set-Top-Boxen, Videogames-Konsolen und Smartphones aus dem Consumer Electronics-Segment zu identifizieren. Der Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik wuchs gegenüber dem Vorjahr um 8,2 % auf knapp € 10 Mrd. Die Sparte der privat genutzten Telekommunikation verzeichnete mit einem Umsatz von € 10,9 Mrd. einen Zuwachs um 5,2 %. Im Segment der privat genutzten IT-Produkte fiel der Umsatzverlust mit einem Minus von 5,3 % auf € 6,5 Mrd. geringer aus als im Vorjahr (2016: -8,6%) (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 23. Februar 2018). Unveränderte Basis für die Marktentwicklung ist die immer mehr zunehmende Digitalisierung von Produkten, Inhalten und Übertragungswegen, die sich auch bei Fernsehern und mobilen Endgeräten weiter fortsetzte. Die positive Entwicklung im Bereich Audio und Video bei innovativen Produkten mit verbesserter Bild- und Tonwiedergabe, größeren Bildschirmen oder gesteigerter Energieeffizienz sowie einer Vielzahl neuer Nutzungs- und Vernetzungsmöglichkeiten und die anhaltend hohe Nachfrage nach Smartphones stehen dem gesunkenen Absatz von Desktop-PCs und Notebooks gegenüber und sorgen somit für eine stabile Marktentwicklung. MEDION hat an dieser Marktentwicklung nicht partizipiert, da das Geschäftsmodell anders aufgebaut ist. Dies betrifft insbesondere den Absatz von PC-Produkten, da MEDION nur auftragsbezogen produzieren lässt. TV und AudioDen größten Umsatzanteil der klassischen Unterhaltungselektronik stellt mit mehr als € 4,2 Mrd. der TV-Bereich. Der Umsatz weist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 5,6 % auf. Der Trend zu größeren Bilddiagonalen und gut ausgestatteten Geräten hat sich 2017 weiter fortgesetzt. Geräte mit Bildschirmen von 37 Zoll (94 cm) und größer stellen mit mehr als € 3,6 Mrd. und entsprechend 85 % den größten Umsatzanteil. Der TV-Durchschnittspreis ist 2017 um 3,4 % auf € 604 gestiegen. Im Jahr 2017 erfolgte die Umstellung der DVB-T-Ausstrahlung in Deutschland auf DVB-T2 HD sowie die Abschaltung der analogen Signalübertragung in den Kabelnetzen dreier Bundesländer. Entsprechend konnte der Bereich der Set-Top-Boxen im Jahr 2017 außergewöhnliche Zuwächse verzeichnen: mehr als 5,3 Millionen verkaufte Set-Top-Boxen (+87,7 %) stehen für einen Umsatz von € 545 Mio. (+104 %). Seine positive Entwicklung des Vorjahres setzte 2017 der Bereich Lautsprecher fort. Soundbars (+3,3 %) und klassische Lautsprecher (+15 %) sorgten für Umsatzsteigerungen. Erfolgreich sind auch Dockinglautsprecher zur Audio-Wiedergabe mit Bluetooth-Funkverbindung und Kopfhörer. Hier wurden 2017 mehr als 4,6 Millionen Stück Dockinglautsprecher verkauft (+38 %) und damit € 444 Mio. (+42 %) Umsatz generiert. Die Kopfhörer erreichten eine Stückzahl von knapp 12 Millionen (+4,4 %) und einen Umsatz von € 478 Mio. (+10,2 %). Empfänger für Digitalradio (DAB+) verzeichneten in 2017 einen Stückzahlzuwachs um 11 % auf knapp 1,3 Millionen Geräte. Der Umsatz stieg in diesem Segment auf € 198 Mio. (+13 %) (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 23. Februar 2018). Desktop-PC, Notebook und TabletAlle drei PC-Sparten verzeichneten auch im Jahr 2017 Einbußen bei Absatz und Umsatz. Desktop-PCs zeigten einen Rückgang um 13,5 % auf 0,96 Millionen Stück. Tablet-PCs gingen um fast 15 % auf rund 4,1 Millionen Stück zurück. Notebooks büßten 11 % auf rund 4,2 Millionen Stück ein. Beim Umsatz lagen die Desktop-PCs bei € 0,6 Mrd. (-5,8 %), Notebooks bei knapp € 2,9 Mrd. (-2,7 %) und Tablet-PCs bei rund € 1,2 Mrd. (-11,8 %). Insgesamt ging der Umsatz mit privat genutzten IT-Produkten auf rund € 6,5 Mrd. zurück, ein Minus von 5,3 % (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 23. Februar 2018). Die Gründe für die anhaltenden Rückgänge auf dem PC-Markt sind vielfältig: zum einen sorgt die stabile Entwicklung im Bereich Smartphones für eine Verlagerung, zum anderen geben sich inzwischen deutlich mehr Verbraucher und Unternehmen länger mit der Leistung ihrer aktuellen PCs zufrieden als noch vor einem Jahrzehnt - damals waren schnellere Prozessoren und mehr Speicher noch sichere Kaufanreize. Diese Entwicklung hat sich nicht nur in Deutschland gezeigt. Laut den Zahlen des Marktforschungsinstituts Gärtner wurden 2017 weltweit 262,5 Millionen Geräte verkauft, was einem Rückgang von 2,8 % gegenüber 2016 entspricht. Damit war 2017 das sechste Jahr nacheinander mit sinkenden Verkaufszahlen. Die Analysten von Gärtner sehen aber auch positive Aspekte. Sie sind der Auffassung, dass sich die Rolle der Computer bei den Verbrauchern im Wandel befinde. Statt aus den Haushalten zu verschwinden, würden sich PCs vielmehr zu spezialisierten Geräten entwickeln, die für ganz bestimmte Einsatzzwecke genutzt würden. Die PC-Käufer würden deshalb stärker auf Qualität und Funktionen achten als nur nach dem günstigsten Preis zu suchen. Das würde langfristig zu höheren Verkaufspreisen führen und bei den Herstellern auch zu einer verbesserten Profitabilität. Bis dahin würde der Markt aber einen Schrumpfungsprozess mit immer weniger Nutzern durchlaufen (Quelle: Gärtner). SmartphonesSmartphones generierten den nach wie vor größten Umsatz im Segment Consumer Electronics, trotz eines Stückzahl-Rückgangs um 1 % auf knapp 23 Millionen Stück. Dennoch stieg der Umsatz um 4,6 % auf € 10 Mrd. Der Durchschnittspreis der Smartphones stieg 2017 um 5,7 % auf € 436 (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 23. Februar 2018). Digitale MedienDigitale Medien umfassen audiovisuelle Medien und Anwendungen, die als Digitalformate über das Internet an den Endnutzer vertrieben werden. Hierzu zählen digitale Videoinhalte (Filme, Serien und Show), digitale Musik als Download oder Internet-Stream, digitale Spiele für verschiedene Endgeräte und elektronische Publikationen (ePublishing), also Bücher, Magazine und Zeitungen als Digitalversionen z.B. für eReader oder Tablets. Laut der Initiative D21 steigt die Offenheit der Gesellschaft gegenüber digitalen Anwendungen und Medien: so war im Jahr 2017 nicht nur eine leichte Steigerung der Internetnutzung um 2 Prozentpunkte auf 81 % der Bevölkerung zu beobachten. Zwei Drittel der Deutschen erwarten zudem, dass der Umgang mit digitalen Medien bereits in den Schulen vermittelt wird (Quelle: D21-Digital-Index 2017/2018, Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft). TelekommunikationDer Telekommunikationsumsatz (Telekommunikationsdienste, -geräte und -infrastruktursysteme) fiel 2017 leicht um 0,3 % auf ca. 57,7 Mrd. €. Die positive Entwicklung bei den Datendiensten konnte die weiter abnehmenden Umsätze mit Festnetz- und Mobilfunk-Diensten nicht kompensieren. Hauptgrund für das leichte Minus bei den Telekommunikationsdiensten waren Regulierungseffekte wie z. B. die Reduktion der EU-Roaming-Aufpreise und Interconnection-Entgelte. Der Breitband-Markt in Deutschland legte 2017 um 3,5 % zu, zum Jahresende gab es rund 33 Millionen Breitband-Anschlüsse. Sowohl im Kabel- als auch im VDSL-/Vectoring-Netz werden immer mehr Anschlüsse mit hohen Bandbreiten vermarktet. Im deutschen Mobilfunk-Markt sanken die Service-Umsätze gegenüber 2016 geringfügig um etwa 0,7 % auf ca. 18,1 Mrd. €. Hauptgrund dafür ist - neben den bereits genannten Regulierungseffekten - der anhaltende Preisdruck. Die Nutzung von mobilen Daten wächst exponentiell, der Anteil von Sprach- und Datentarifen nimmt stetig zu. Klassische Sprach- und SMS-Dienste werden mehr und mehr durch kostenfreie IP-Messaging-Dienste wie WhatsApp und soziale Netzwerke wie Facebook ersetzt. Vernetzte Produkte wie Smartphones und Tablets, aber auch vernetzte Uhren, Schuhe, Fahrräder etc. werden immer beliebter; dies steigert die Nachfrage nach hohen mobilen Breitband-Geschwindigkeiten und großen Datenvolumina in den Tarif-Portfolios (Quelle: EITO). 6.2.2 Geschäftsverlauf6.2.2.1 Geschäftsentwicklung 2017/2018Das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/2018 verlief insgesamt besser als erwartet. Insbesondere die Einführung des Anti-Terror-Gesetzes zum 1. Juli 2017 hatte auf das Mobilfunkgeschäft eine mildere Auswirkung als noch zu Geschäftsjahresbeginn für möglich gehalten, wenngleich es deutlich spürbar ist. Darüber hinaus konnte der Trend vom unter Margendruck stehenden Multimedia-Geschäft hin zu Haushalts- und Consumer-Elektronik sowie die Schaffung einer stabilen Geschäftsbasis für neue digitale Produkte fortgesetzt werden. Im Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2016/2017 wurde im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017/2018 erläutert, dass aufgrund erwarteter Umsatzrückgänge im Bereich der Konzerndienstleistungen und im Projektgeschäft, die vorausssichtlich nicht vollständig durch das Direktgeschäft kompensiert werden können, insgesamt mit einem Umsatzrückgang von bis zu -10 % gerechnet wird, aufgrund der anhaltend schwierigen Marktsituation im Multimedia-Bereich und der Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen des Anti-Terror-Gesetzes auf das Mobilfunkgeschäft jedoch auch ein höherer Umsatzrückgang von bis zu -15 % nicht ausgeschlossen werden kann. Bezogen auf das reine MEDION-Geschäft ohne Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern wurde ein Umsatzrückgang von bis zu -5 % erwartet. Für die Rohertragsmarge wurde weiterhin ein Niveau von rund 15 % für möglich gehalten. Das EBIT wurde auf Vorjahresniveau geplant, aufgrund der zur Umsatzerwartung erläuterten Unsicherheiten konnte ein Rückgang des operativen Ergebnisses von bis zu -20 % jedoch nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurde im Bereich Personal Computer ein rückläufiges Absatzvolumen von bis zu -5 %, bei anhaltender ungünstiger Euro-US-Dollar-Parität und weiterhin gesättigtem Markt sogar von bis zu -10 % erwartet. Für den Umsatz im Personal Computer-Geschäft wurde entsprechend mit einem Rückgang von bis zu -10 % gerechnet, aber auch in Abhängigkeit zur Mengenentwicklung ein höherer Rückgang von bis zu -15 % nicht ausgeschlossen. Aufgrund der ebenfalls zunehmenden Sättigung in den übrigen Bereichen der Consumer Electronics und der erst begonnenen Neuausrichtung der Produktkategorien im Bereich Haushalts-Elektronik wurde insgesamt eine Abschwächung im Umsatz des Projektgeschäftes von bis zu -15 % erwartet. Das Geschäft mit Personal Computern blieb aufgrund des schwierigen Marktumfeldes erneut unter den Erwartungen. Hier wurden Rückgänge bei Mengen und Umsätzen zwischen rund -20 % (Mengen) und rund -25 % (Umsätze) realisiert. Auch im Bereich der Tablet-PCs setzte sich der negative Trend des Vorjahres fort, die Mengen- und Umsatzveränderungen fielen aufgrund großer Marktsättigung und des Trends zu größeren Smartphones mit Rückgängen zwischen rund -35 % (Umsätze) und rund -40 % (Mengen) ebenfalls höher aus als erwartet (bis -30 % bzw. -35%). Das übrige Projektgeschäft erholte sich hingegen, so dass der Gesamtumsatz im Projektgeschäft mit einem Rückgang in Höhe von rund -11 % noch innerhalb des Erwartungskorridors lag. Im Bereich des Direktgeschäftes verlief das Geschäft unterschiedlich. Geplant wurde mit einem Umsatzwachstum von bis zu +5 %, eine Kompensation des Rückganges im Projektgeschäft wurde nicht erwartet. Das Direktgeschäft im Hardware-Bereich blieb mit rund -14 % deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch hier machte sich der gestiegene Markt- und Preisdruck im Multimedia-Segment bemerkbar. Positiv verlief das Geschäftsjahr in den digitalen Dienstleistungen. Die im Bereich Mobilfunk aufgrund der zum 1. Juli 2017 neu geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen im Zuge der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes für möglich gehaltenen Auswirkungen auf Umsatz und EBIT fielen schwächer aus als erwartet. Aufgrund der ebenfalls positiven Entwicklungen bei anderen digitalen Dienstleistungen stiegen die digitalen Dienstleistungen insgesamt um rund +5 %, was ein Gesamtwachstum für das Direktgeschäft von rund +1 % bedeutet. Der Umsatzrückgang im Projektgeschäft konnte erwartungsgemäß nicht kompensiert werden. Die für den Lenovo-Konzern erbrachten Dienstleistungen gingen weit geringer zurück als erwartet. Aufgrund nach wie vor bestehender Verzögerungen bei der Änderung der Ablauf- und Abrechnungsprozesse im Lenovo-Konzern, insbesondere für die Aktivitäten im Kundenservice in Osteuropa, ging das Dienstleistungsvolumen entgegen den Erwartungen um bis zu -90 % nur um rund -60 % zurück. In der nachfolgenden Tabelle sind die Erwartungsquote und realisierte Werte gegenüber gestellt: scroll
Umsatz- und ergebnisseitig verlief das Geschäftsjahr 2017/2018, bezogen auf das MEDION-eigene Kerngeschäft, dabei unterschiedlich. Während der Gesamtumsatz im ersten Geschäftshalbjahr mit +4 % noch über den Erwartungen lag, blieb er im zweiten Geschäftshalbjahr mit -2 % leicht unter den Erwartungen. Insgesamt entspricht der Konzernumsatz somit den Erwartungen. Berücksichtigt man allerdings, dass die erbrachten Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern weniger stark als geplant zurückgingen, blieb der Umsatz im MEDION-eigenen Geschäft knapp (-1 %) unter den Erwartungen. Positiv konnte sich das Projektgeschäft umsatzseitig entwickeln. Insgesamt wurden die Erwartungen um +3 % übertroffen, wobei insbesondere das erste Geschäftshalbjahr mit einem um +6 % über Plan liegenden Umsatz zum Erfolg beitrug. Erstmalig schwächer als erwartet verlief die Umsatzentwicklung im Direktgeschäft, die um -4 % hinter dem Zielumsatz zurückblieb. Maßgeblich begründet ist dieses durch den Hardwareumsatz im Onlinebereich im zweiten Geschäftshalbjahr. Ergebnisseitig (EBIT) verlief das Geschäftsjahr hingegen in allen vier Quartalen deutlich besser als erwartet (+17 % ggü. Plan). Bereits im ersten Geschäftshalbjahr konnte ein um +28 % über den Erwartungen liegendes EBIT erwirtschaftet werden. Zwar sind im ersten Halbjahr einmalige, teilweise periodenfemde Erträge enthalten (i.W. Lieferantenzuschüsse), bereinigt man diese, lag das operative Ergebnis im Zeitraum vom 1. April 2017 bis zum 30. September 2017 jedoch immer noch +10 % über den Erwartungen. Mit ebenso +10 % über den Erwartungen lag auch das zweite Geschäftshalbjahr. 6.2.2.2 BeteiligungenNach wie vor wird aus Kosten- und Effizienzgründen innerhalb des MEDION-Konzerns der Hauptteil des Umsatzes - auch im Ausland - aus der MEDION AG heraus realisiert. Im Rahmen der Internationalisierung des Direktgeschäftes werden Aktivitäten bei Bedarf auch im Ausland aufgebaut, weil es im direkten Geschäft mit Endverbrauchern vorteilhaft sein kann, lokale Besonderheiten besser zu erkennen und zu steuern. Beim Ausbau der digitalen Produkt- und Vertriebsbereiche werden zwar aus Gründen lokaler rechtlicher Rahmenbedingungen zunehmend Geschäfte über die internationalen Tochtergesellschaften abgewickelt, die operative Steuerung erfolgt dennoch in der Regel aus der MEDION AG heraus. Der operative Ergebnisbeitrag der Tochtergesellschaften ist außer in Australien sehr gering. 6.2.2.3 Aktie und Dividende/SpruchstellenverfahrenDie MEDION-Aktie wird seit 2012 im Bereich "Geregelter Markt" der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Aufgrund der Mehrheitsübernahme durch Lenovo und des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages wird die MEDION-Aktie in keinem Index mehr abgebildet, erhält keine Coverage mehr von Analysten und wird an den Börsen Frankfurt und Düsseldorf nur noch mit Tagesumsätzen von wenigen Stück gehandelt. Die Kursentwicklung hat mit der operativen Performance des Unternehmens nichts mehr zu tun und ist getragen von wenigen, meist zufälligen, Kauf- oder Verkaufsentscheidungen der Anleger. MEDION zahlt seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 keine Dividende mehr. In dem 2012 eingeleiteten Spruchstellenverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Abfindungsangebot und Ausgleichszahlung hat im Januar 2018 eine erste mündliche Verhandlung stattgefunden. Eine gerichtliche erstinstanzliche Entscheidung kann daher im Geschäftsjahr 2018/2019 erwartet werden. 6.2.3 Lage des Konzerns6.2.3.1 ErtragslageERTRAGSLAGEscroll
UmsatzentwicklungIm abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 liegen die Umsätze insgesamt mit € 1.285,7 Mio. um -8,2 % unter dem Vorjahreswert von € 1.400,5 Mio. und somit leicht besser als der Erwartungskorridor von -10 % bis -15 %. Berücksichtigt man die Umsätze der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern, die von € 120,7 Mio. im Vorjahr um € -70,7 Mio. auf € 50,0 Mio. zurückgingen, ergibt sich für das MEDION-eigene Geschäft mit € 1.235,7 Mio. ein Umsatz, der um -3,4 % (€ -44,1 Mio.) im Rahmen der Erwartungen (bis zu -5%) unter Vorjahresniveau (€ 1.279,8) liegt. UMSÄTZE NACH REGIONENscroll
Deutschland bleibt wichtigster Markt für MEDION. Der Umsatz sank zwar von € 986,1 Mio. im Vorjahr um € -30,5 Mio auf € 955,6 Mio., der Umsatzanteil stieg jedoch von 70,4 % auf 74,3 %. Hintergrund des gestiegenen Umsatzanteiles ist unter anderem der Rückgang der Umsätze in den übrigen Ländern, die maßgeblich auf die Reduzierung der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern zurückzuführen sind. Die Umsätze im übrigen Europa gingen von € 252,2 Mio. um € -48,1 Mio. auf € 204,1 Mio. zurück. Die Rückgänge resultieren hauptsächlich aus einer bewussten Reduzierung des PC-Geschäftes und Änderungen in den Abrechnungsprozessen für den Lenovo-Kundenservice (hierzu verweisen wir auf unsere nachfolgenden Ausführungen zu den Segmenten im Kapitel 6.2.3.2). Die Umsätze im übrigen Ausland verminderten sich zwar deutlich von € 162,2 Mio. um € -36,2 Mio auf € 126,0 Mio. Dieser Rückgang begründet sich jedoch ausschließlich durch die Reduzierung der Dienstleistungen im Bereich des Kundenservice für den Lenovo-Konzern, die sich um € 53,4 Mio. auf € 44,6 Mio. verminderten (Vorjahr: € 98,0 Mio.). Ohne diese Dienstleistungen stiegen die Umsätze im übrigen Ausland von € 64,2 Mio. um € +17,2 Mio. auf € 81,4 Mio., erneut hauptsächlich aufgrund des Mobilfunkgeschäftes in Australien. RohertragDie Rohertragsquote liegt mit 16,9 % auf Vorjahresniveau (16,7 %) und somit trotz einer nach wie vor intensiven Wettbewerbssituation aufgrund von Marktsättigungen sowie steigender Preiswettbewerbe im digitalen Bereich deutlich über den erwarteten rd. 15 %. Bereinigt um die mit überdurchschnittlichen Roherträgen versehenen Umsätze aus Konzerndienstleistungen im Rahmen des Kundenservices für den Lenovo-Konzern ergibt sich eine Verbesserung der Rohertragsmarge im klassischen MEDION-Geschäft von 14,1 % im Vorjahr auf 16,0 % in 2017/2018 als Folge des höheren Umsatzanteiles des Direktgeschäftes. PersonalaufwandIm Geschäftsjahr 2017/2018 waren durchschnittlich 1.043 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) im MEDION-Konzern beschäftigt. Die Beschäftigtenzahl liegt damit marginal unter dem Vorjahreswert (1.050), entsprechend ergibt sich ein Personalaufwand von € 59,0 Mio. (Vorjahr: € 59,3 Mio.). scroll
Sonstige betriebliche Aufwendungen/ErträgeSONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGEscroll
Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um € -24,7 Mio. auf € 120,3 Mio. (Vorjahr: € 145,0 Mio.) resultiert wie in den Vorjahren maßgeblich aus den Veränderungen der Vertriebsaufwendungen, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von € 111,8 Mio. im Vorjahr um € -21,0 Mio. auf € 90,8 Mio. reduziert haben. Ein wesentlicher Veränderungsgrund sind die Aufwendungen für Kundenservice, die sich um € 26,1 Mio. auf € 28,4 Mio. verminderten (Vorjahr: € 54,5 Mio.). Dieses resultiert, analog zu den Vorjahren, nahezu ausschließlich aus der Reduzierung der Dienstleistungen für den Kundenservice für den Lenovo-Konzern. Die Marketingaufwendungen konnten von € 36,2 Mio. im Vorjahr auf € 32,3 Mio. (€ -3,9 Mio.) gemindert werden. Zwei weitere Gründe zeigen sich im deutlichen Anstieg der sonstigen Vertriebsaufwendungen von € 21,1 Mio. um € +9,0 Mio. auf € 30,1 Mio., maßgeblich resultierend aus Aufwendungen für ein neu eingeführtes Video-Ident-Verfahren im Bereich des Mobilfunkgeschäftes (C +4,1 Mio.) als Folge der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes zum 1. Juli 2017 sowie aus gestiegenen Vertriebsprovisionen (€ +5,9 Mio.) an Handelspartner im Rahmen der Erweiterung der digitalen Kanäle und Produkte im Direktgeschäft. Der Rückgang der Verwaltungsaufwendungen von € 27,2 Mio. um € -3,2 Mio. auf € 24,0 Mio. erklärt sich maßgeblich durch das Ausphasen externer Dienstleister im Rahmen des Ausbaus und der Optimierung der digitalen Dienstleistungen und des Onlinehandels sowie dadurch, dass geringere Gebühren für Zahlungsdienstleister im Direktgeschäft angefallen sind. Der leichte Rückgang der Betriebsaufwendungen von € 4,6 Mio. im Vorjahr auf € 3,5 Mio. (€ -1,1 Mio.) begründet sich durch im Vorjahr höhere Aufwendungen aus der Erweiterung von Geschäftsgebäuden. Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben mit € 5,5 Mio. leicht unter Vorjahresniveau (€ 7,0 Mio.). Um € +2,2 Mio. höheren periodenfremden Erträgen, im Wesentlichen durch Kostenerstattungen, stehen um € -2,4 Mio. geringere Schadenerstattungsleistungen und um € -1,6 Mio. geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen gegenüber. AbschreibungenAufgrund fortlaufender Investitionen zum Ausbau des Direktgeschäftes haben sich erneut die Abschreibungen erhöht und beliefen sich in 2017/2018 auf € 4,9 Mio. nach € 4,4 Mio. im Vorjahr. Der hierin erneut größte Posten sind die Abschreibungen auf Software und Lizenzen, die sich nach € 3,0 Mio. im Vorjahr auf € 3,5 Mio. erhöhten. Operatives Ergebnis (EBIT)Das erwirtschaftete operative Ergebnis (EBIT) in Höhe von € 38,2 Mio. liegt um € +6,0 Mio. (+18,6 %) deutlich über dem Vorjahr (€ 32,2 Mio.) und somit auch weit über den Erwartungen (bestenfalls auf Vorjahresniveau). Zum einen haben sich die digitalen Dienstleistungen stabiler entwickelt und Auswirkungen im Rahmen der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes im Mobilfunkgeschäft zum 1. Juli 2017 waren schwächer als erwartet. Zum anderen konnte MEDION aber auch einmalige, teilweise periodenfremde Erträge von insgesamt € 3,9 Mio. realisieren, die aus nachträglichen Rabatten oder Kostenerstattungen für Vorjahre resultieren. FinanzergebnisDas Finanzergebnis bleibt mit € -0,3 Mio. leicht negativ und auf Vorjahresniveau. Aufgrund neuer Vereinbarungen über Kostenerstattungen für die Wiederaufnahme des ABS-Programmes liegen die Gründe im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch in einem Überhang von Zinsaufwendungen (€ -0,9 Mio.) über den realisierten Zinserträgen (€ 0,6 Mio.), im Wesentlichen aufgrund von höheren Zinsaufwendungen für Rückstellungen. Ertragsteuernscroll
Die effektiv zahlungswirksamen Steuern betreffen hauptsächlich die Tochtergesellschaften der MEDION AG. Die im Vorjahresvergleich höheren Steuern für Vorjahre betreffen die MEDION AG und ergeben sich aus Feststellungen im Rahmen von Betriebsprüfungen. Der Ertrag aus latenten Steuern resultiert im Wesentlichen aus Umkehreffekten bezüglich Steuern für Vorjahre und Abzinsungen von Rückstellungen. Bedingt durch einen Steuerumlagevertrag zwischen der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin der MEDION AG werden bei MEDION € 6,4 Mio. als Umlagen vom Organträger ausgewiesen (Vorjahr: € 4,5 Mio.). Vor dem Hintergrund des seit dem 1. April 2012 wirksamen Gewinnabführungsvertrages der MEDION AG mit der Lenovo Germany Holding GmbH sind die steuerlichen Verlustvorträge der MEDION AG für die Dauer des Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar. KonzernergebnisAufgrund des verbesserten operativen Ergebnisses und der geringeren Ertragsteuern (aufgrund von Effekten latenter Steuern) hat sich insgesamt auch das Konzernergebnis deutlich verbessert und stieg von € 22,6 Mio. im Vorjahr um € +8,6 Mio. (+38,1 %) auf € 31,2 Mio. 6.2.3.2 SegmenteDer MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft, Direktgeschäft und Konzerndienstleistungen. ProjektgeschäftDas Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen im Rahmen der so genannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee bis zur Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement). Das Angebot solcher umfangreichen Dienstleistungen bedarf naturgemäß einer hinreichenden Auftragssicherheit und Größenordnung. Beim Projektgeschäft handelt es sich daher grundsätzlich um so genanntes Volumengeschäft. DirektgeschäftDas Direktgeschäft beschreibt das Dienstleistungsgeschäft mit Endkonsumenten sowie den Online-Handel, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Kundentreue. Im Hardwarebereich ist es MEDION bislang immer gelungen, durch gezielte Bewerbung ein hohes Kundenaufkommen zu generieren und somit einen verlässlichen Basisumsatz zu realisieren. Der Bereich der digitalen Dienstleistungen ist durch eine sehr hohe Kundenloyalität und somit wiederkehrende Umsätze gekennzeichnet, die man als verlässliches Grundgeschäft bezeichnen kann. KonzerndienstleistungenSeit dem Geschäftsjahr 2015/2016 weist MEDION entsprechend der erweiterten Management-Berichterstattung die für den Lenovo-Konzern erbrachten Konzerndienstleistungen aus. Diese umfassen neben den erbrachten Dienstleistungen im Rahmen des Kundenservices auch weitere Dienstleistungen im Rahmen von Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen. Jedoch ergaben sich in 2016 mehrere organisatorische Veränderungen im Lenovo-Konzern, die sich auch auf das MEDION-Geschäft auswirken. Neben einer regionalen Neuordnung von Vertriebs- und Verantwortungsbereichen innerhalb des Lenovo-Konzerns gab es auch eine Änderung in den Abrechnungsprozessen mit Geschäftspartnern für die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich des Kundenservices. Dieses hat zur Folge, dass MEDION zwar noch weite Teile des Kundenservices für den Lenovo-Konzern in den EMEA-Regionen steuert, die Abrechnungen von Reparatur-, Logistik- oder sonstigen Dienstleistungen sowie Materialbewegungen werden seit Oktober 2016 jedoch schrittweise in eine direkte Abrechnung der Geschäftspartner mit Lenovo selbst überführt. Seit dem Geschäftsjahr 2017/2018 werden daher fast ausschließlich die reinen Management-Tätigkeiten, nicht mehr jedoch andere Dienstleistungen wie Reparaturen, Logistik oder Materialversorgung über MEDION abgerechnet. Die im Rahmen dieses Segmentes erwirtschafteten Umsatzerlöse werden voraussichtlich im niedrigen zweistelligen, mittelfristig sogar voraussichtlich nur noch im einstelligen Millionenbereich liegen. Das Segment Konzerndienstleistungen wird daher voraussichtlich im Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2018/2019 nicht mehr gesondert ausgewiesen. UMSÄTZE NACH SEGMENTENscroll
Der Umsatz des Projektgeschäftes hat sich im Rahmen der Erwartungen (bis zu -15 %) entwickelt und liegt mit € 450,9 Mio. um € -52,1 Mio. (-10,4 %) unter dem Vorjahreswert von € 503,0 Mio. Das Direktgeschäft hingegen blieb umsatzseitig unter den Wachstumserwartungen von bis zu +5 % und liegt mit € 784,8 Mio. nur um +1 % (€ +8,0 Mio.) über Vorjahresniveau (€ 776,8 Mio.). Hintergrund für das geringer als erwartet ausgefallene Wachstum sind der stetig steigende Preisdruck im Multimediabereich, der sich direkt auch auf den Onlinehandel mit Hardware-Produkten auswirkt, Auswirkungen des Anti-Terror-Gesetzes im Mobilfunkbereich und teilweise Verzögerungen beim Ausbau weiterer digitaler Dienstleistungen. Die Konzerndienstleistungen gingen entgegen den Erwartungen von bis zu -90 % nur um rund -59 % zurück und betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr € 50,0 Mio. nach € 120,7 Mio. im Vorjahr. Hintergrund sind Verzögerungen im Rahmen der Änderungen in den Abrechnungsprozessen von Dienstleistungen im Bereich des Kundenservice für Lenovo. Den größten Anteil der Konzerndienstleistungen stellen nach wie vor die Aktivitäten im Kundenservice, die sich von € 98,0 Mio. im Vorjahr um € -53,4 Mio. auf € 44,6 Mio. verminderten. Die übrigen Dienstleistungsumsätze betreffen Verwaltungsdienstleistungen. Im Vorjahr waren darüber hinaus noch Umsätze aus dem Rückverkauf von Materialien enthalten. EBIT NACH SEGMENTENscroll
Da die Steuerung von Projekt- und Direktgeschäft unterschiedlich ist und die Umsätze entsprechend getrennt aufgezeichnet werden, können auch Großteile der Aufwendungen eindeutig zugeordnet werden. Indirekte Aufwendungen oder Aufwendungen für Maßnahmen, die alle Unternehmensbereiche betreffen, werden nach plausiblen Verteilungsschlüsseln zugeordnet. Das können beispielsweise Umsatzschlüssel oder Anzahl von Aktionen sein. Wie schon im Vorjahr entwickelte sich das Projektgeschäft auch im abgelaufenen Geschäftsjahr rückläufig. Das EBIT sank zwar im Vergleich zum Umsatzrückgang von -10,4 % nur unterproportional von € 3,8 Mio. im Vorjahr um € -0,2 Mio. oder -5,3 % auf € 3,6 Mio. In diesem Ergebnis sind jedoch einmalige Erträge in Höhe von € 2,1 Mio. enthalten. Bereinigt man diese, ergibt sich ein Rückgang des EBITs im Projektgeschäft um € -2,3 Mio. (rund -61 %). Aufgrund des erwarteten Umsatzrückgangs konnten die erwirtschafteten Roherträge die nachlaufenden Aufwendungen nicht mehr vollständig decken. Insbesondere im Multimedia-Bereich bedürfen die klassischen Projektgeschäftsstrukturen gewisser Skalenvorteile, die sich mit Umsatzerlösen in der Größenordnung des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht realisieren lassen. Bereits im Halbjahresbericht zum 30. September 2017 wurde ein negatives EBIT im Projektgeschäft in Höhe von € -1,0 Mio. ausgewiesen. Durch das umsatzstärkere Winterhalbjahr konnte das Projektgeschäft im zweiten Geschäftshalbjahr jedoch etwas stabilisiert werden, sodass insgesamt, ohne die einmaligen Erträge, ein leicht positives EBIT erzielt wurde. Die Entwicklung des operativen Ergebnisses nach Segmenten zeigt kontinuierlich die Erfolge der strategischen Ausrichtung der Geschäftsfeld- und Produktpolitik. Das operative Ergebnis im Direktgeschäft konnte trotz ausbleibendem Umsatzwachstum deutlich gesteigert werden und liegt mit € 33,7 Mio. um € +7,7 Mio (+29,6 %) über dem Vorjahresergebnis von € 26,0 Mio. Hier zahlten sich die in den beiden abgelaufenen Geschäftsjahren getätigten Investitionen in den Ausbau der digitalen Geschäfte aus und es konnten in diesem Zusammenhang Beratungsdienstleistungen reduziert werden. Auch die bewusste Reduzierung des unter Preisdruck geratenen Hardware-Onlinehandels konnte einen Beitrag zur Ergebnisstabilisierung leisten. Weiterhin können durch technische Standardisierungen, sowohl im Hardware- als auch im digitalen Produktbereich, schrittweise Skalenvorteile erzielt werden. Bei den Konzerndienstleistungen hat sich das EBIT in etwa umsatzproportional um € -1,5 Mio. auf € 0,9 Mio. (Vorjahr: € 2,4 Mio.) vermindert. 6.2.3.3 Vermögens- und FinanzlageBilanzstruktur (IFRS)scroll
Die Bilanzsumme des MEDION-Konzerns hat sich zum 31. März 2018 im Vergleich zum Vorjahresstichtag um € -24,7 Mio. (-3,3 %) auf € 720,8 Mio. (31. März 2017: € 745,5 Mio.) vermindert. Auf der Aktivseite verminderte sich insbesondere das Vorratsvermögen um € -28,8 Mio. auf € 143,7 Mio. (Vorjahr: € 172,5 Mio.) aus saisonalen Gründen (Ostergeschäft) und im Rahmen der weiteren Reduzierung der Dienstleistungen im Bereich des Kundenservices für den Lenovo-Konzern. Ebenfalls saisonal begründet sich der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von € 171,4 Mio. im Vorjahr auf € 182,0 Mio. zum Bilanzstichtag. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich zwar nur leicht um € +14,1 Mio. auf € 225,8 Mio. (Vorjahr: € 211,7 Mio.), jedoch erhöhten sich die darin enthaltenen Forderungen aus der Bereitstellung liquider Mittel deutlich von € 140,0 Mio zum 31. März 2017 auf € 200,0 Mio. Berücksichtigt man diese Veränderung, verminderten sich die Forderungen aus Dienstleistungen mit verbundenen Unternehmen von € 71,7 Mio. im Vorjahr um € -45,9 Mio. auf nur noch € 25,8 Mio. Dieses korrespondiert mit dem geringeren Dienstleistungsumfang im Bereich des Kundenservice für den Lenovo-Konzern. Darüber hinaus waren zum Vorjahresstichtag noch höhere Forderungen aus dem Rückverkauf von Servicematerialien aufgrund von Änderungen der Abrechnungsprozesse enthalten. Der deutliche Rückgang der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um € -17,4 Mio. (-31,8 %) erklärt sich maßgeblich durch geringere Lieferantengutschriften und Werbekostenzuschüsse. Die in der Bilanz dargestellten Zahlungsmittel und -äquivalente verminderten sich zwar leicht um € -10,6 Mio. auf € 90,7 Mio. (Vorjahr: € 101,3 Mio.). Inklusive der höheren im Lenovo-Konzern bereitgestellten Mittel ergibt sich jedoch ein Anstieg von € 241,3 Mio. um € +49,4 Mio. (+20,5 %) auf € 290,7 Mio. Auf der Passivseite verminderten sich, ebenfalls saisonal bedingt, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von € 122,4 Mio. zum Vorjahresstichtag auf € 88,3 Mio. (€ -34,1 Mio.; -27,9 %). Insgesamt erhöhte sich so das Working Capital zum 31. März 2018 um € +15,9 Mio. auf € 237,4 Mio. (Vorjahr: € 221,5 Mio.). Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen von € 125,0 Mio. im Vorjahr um € -10,4 Mio. auf € 114,6 Mio. ist hauptsächlich (€-10,9 Mio.) begründet durch geringere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Die Erhöhung der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten von € 84,9 Mio. im Vorjahr um € +14,3 Mio. auf € 99,2 Mio. resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg von Verbindlichkeiten aus dem ABS-Programm, die sich von € 71,0 Mio. im Vorjahr auf € 79,4 Mio. erhöhten. Darüber hinaus gab es zum Bilanzstichtag höhere Verbindlichkeiten aus dem digitalen Direktgeschäft. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 17,3 Mio. zum 31. März 2018 (Vorjahr: € 23,9 Mio.) sind neben Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung (€ 16,3 Mio.; Vorjahr: € 20,1 Mio.) auch Verbindlichkeiten aus dem Bezug von Servicematerialien enthalten. Das Eigenkapital liegt mit € 389,0 Mio. um +3,5 % über Vorjahresniveau (€ 375,9 Mio.), aufgrund der verminderten Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 50,4 % im Vorjahr auf 54,0 % zum 31. März 2018 und liegt somit nach wie vor über 50 %. Aufgrund der anstehenden Änderungen im Kundenservice für den Lenovo-Konzern und den daraus resultierenden Rückgängen von Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Servicematerialien ist es möglich, dass die Eigenkapitalquote des MEDION-Konzerns dauerhaft über 50 % bleibt. Zu den von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien wird gemäß § 315 Abs. 2 S. 2 HGB und § 289 Abs. 2 S. 2 HGB auf die im Anhang der MEDION AG im Abschnitt 3.1 "Angaben zur Bilanz" und "Eigenkapital" gemachten Angaben gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verwiesen. Kapitalflussrechnungscroll
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit liegt mit € +67,6 Mio. leicht über dem Vorjahreswert (€ +62,6 Mio.) und korrespondiert zur Veränderung des Betriebsergebnisses. Beim Kapitalfluss der Investitionstätigkeit ergibt sich nach einem Mittelzufluss im Vorjahr in Höhe von € +6,9 Mio. im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Mittelabfluss in Höhe von € -64,2 Mio. Die Veränderungen resultieren in beiden Geschäftsjahren nahezu ausschließlich aus der Veränderung der Bereitstellung liquider Mittel im Lenovo-Konzern. Der im Vergleich zum Vorjahr um € 10,9 Mio. niedrigere Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (€ -12,3 Mio.) entspricht im Wesentlichen dem zum 31. März 2018 bilanzierten höheren Volumen aus der Nutzung eines ABS-Programmes. Obwohl sich die Bereitstellung liquider Mittel im Lenovo-Konzern deutlich von € 140,0 Mio. im Vorjahr um € +60,0 Mio. auf € 200,0 Mio. erhöht hat, liegt der ausgewiesene Finanzmittelfonds mit € 90,7 Mio. nur um € -10,6 Mio. unter dem Vorjahresbestand von € 101,3 Mio. StichtagsliquiditätAufgrund der vereinbarten Finanzierungsrahmenbedingungen im Wege der Integration in den Lenovo-Konzern erfolgen die Anlagen liquider Mittel nicht mehr durch MEDION selbst, sondern durch den Lenovo-Konzern. Die sonst durch MEDION angelegte Liquidität wird temporär dem Konzern zur Verfügung gestellt und zu marktüblichen Bedingungen sowie unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen verzinst. Diese Beträge werden unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen und reduzieren daher den in der MEDION-Bilanz ausgewiesenen Liquiditätssaldo. Darüber hinaus nimmt MEDION seit November 2015 wieder an einem ABS-Programm teil, um innerhalb des Lenovo-Konzerns temporär eine höhere Liquidität zur Verfügung stellen zu können. Unter Berücksichtigung der im Konzern zur Verfügung gestellten Liquidität hat sich die dem MEDION-Konzern insgesamt zur Verfügung stehende Liquidität von € 241,3 Mio. im Vorjahr um € +49,4 Mio. auf € 290,7 Mio. erhöht. Abzüglich im Vergleich zum Vorjahr höherer ABS-Verbindlichkeiten ergibt sich eine Erhöhung der Netto-Liquidität um € +41,0 Mio. von € 170,3 Mio. im Vorjahr auf € 211,3 Mio. zum 31. März 2018. scroll
Der MEDION-Konzern verfügt nach wie vor über eine deutlich positive "Net Cash"-Position. Ebenso verfügt MEDION mit dem hohen Eigenkapital von € 389,0 Mio., einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 54,0 % und einer Liquidität inklusive der Geldanlagen im Konzern (€ 200,0 Mio.) von € 290,7 Mio. über sehr gute Finanzierungsrahmenbedingungen. 6.2.3.4 MEDION AG (ergänzende Erläuterungen auf Basis HGB)Der Lagebericht der MEDION AG und der Konzernlagebericht über das Geschäftsjahr 2017/2018 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der MEDION AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im Bundesanzeiger veröffentlicht. Da das MEDION-Geschäft nahezu vollständig über die MEDION AG abgewickelt und aus Gründen der bekannten Kosteneffizienz entsprechend zentral gesteuert wird, entspricht die Ertrags- sowie die Vermögens- und Finanzlage im Wesentlichen den Informationen über die wirtschaftliche Lage des MEDION-Konzerns. Ergänzende Erläuterungen zu wesentlichen Kennzahlen stellen sich wie folgt dar: Ertragslage MEDION AG nach HGBscroll
Der im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die MEDION AG erwirtschaftete Umsatz in Höhe von € 1.216,4 Mio. liegt deutlich um € -135,4 Mio. unter dem Vorjahr (€ 1.351,8 Mio.), entspricht im Rückgang von -10,0 % aber auch den Veränderungen im Konzern (-8,2 %). Der Umsatzanteil am Konzernumsatz liegt mit 94,6 % leicht unter dem Vorjahresanteil von 96,5 %, was sich durch das stetig wachsende Direktgeschäft im Ausland, insbesondere Australien, erklären lässt. Die durch die MEDION AG erwirtschaftete Rohertragsmarge liegt mit 16,6 % insgesamt auf Konzern-Niveau (16,9 %) und leicht (+0,6 %-Punkte) über dem Vorjahresniveau von 16,0 %, was sich durch den steigenden Umsatzanteil des Direktgeschäftes begründet. Nach wie vor liegt die Rohertragsquote der MEDION AG leicht unter der des Konzerns, weil das Projektgeschäft ausschließlich über die MEDION AG abgewickelt wird. Der Personalaufwand der MEDION AG blieb im Geschäftsjahr 2017/2018 mit € 34,9 Mio. leicht (2,2 %) unter Vorjahresniveau (€ 35,7 Mio.), was mit der Veränderung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl (Vollzeitäquivalente) der MEDION AG korrespondiert, die im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 525 um -0,8 % unter Vorjahresniveau (529) lag. Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge der MEDION AG nach HGBscroll
Da im MEDION-Konzern der maßgebliche Anteil des Geschäftes durch die MEDION AG realisiert wird und sich die Organisationsstrukturen entsprechend hauptsächlich in der AG befinden, lässt sich auch die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge mit der des Konzerns vergleichen. Wesentlicher Veränderungsgrund sind die Aufwendungen für Kundenservice, die sich um € -27,1 Mio. auf € 45,5 Mio. verminderten (Vorjahr: € 72,6 Mio.). Dieses resultiert, analog zu den Vorjahren, nahezu ausschließlich aus der Reduzierung der Dienstleistungen für den Kundenservice für den Lenovo-Konzern. Die insgesamt in der MEDION AG höheren Aufwendungen für Kundenservice gegenüber dem Konzern resultieren aus der Rechnungsstellung der Tochtergesellschaften für diese Dienstleistungen an die MEDION AG. Einer Reduzierung der Marketingaufwendungen von € 35,9 Mio. im Vorjahr auf € 31,9 Mio. (€ -4,0 Mio.) steht ein Anstieg der sonstigen Vertriebsaufwendungen von € 23,5 Mio. um € +10,6 Mio. auf € 34,1 Mio. gegenüber. Dieser Anstieg betrifft hauptsächlich Aufwendungen für ein neu eingeführtes Video-Ident-Verfahren im Bereich des Mobilfunkgeschäftes als Folge der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes zum 1. Juli 2017 und gestiegenen Vertriebsprovisionen an Handelspartner im Rahmen der Erweiterung der digitalen Kanäle und Produkte im Direktgeschäft. Der deutliche Rückgang der Verwaltungsaufwendungen von € 28,5 Mio. um € -3,3 Mio. auf € 25,2 Mio. erklärt sich maßgeblich durch das Ausphasen externer Dienstleister im Rahmen des Ausbaus und der Optimierung der digitalen Dienstleistungen und des Onlinehandels sowie in geringeren Gebühren für Zahlungsdienstleister im Direktgeschäft. Der leichte Rückgang der Betriebsaufwendungen von € 3,2 Mio. im Vorjahr auf € 2,1 Mio. (€ -1,1 Mio.) begründet sich durch im Vorjahr höhere Aufwendungen aus der Erweiterung von Geschäftsgebäuden. Die sonstigen betrieblichen Erträge der MEDION AG liegen mit € 6,5 Mio. um € -6,9 Mio. unter denen des Vorjahres in Höhe von € 13,4 Mio. Begründet ist dieser Rückgang durch geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Der Anstieg der Abschreibungen ist entsprechend eine Folge verstärkter Investitionen in die IT. Insgesamt resultiert das von € 24,4 Mio. auf € 28,0 Mio verbesserte EBIT im Vergleich zum Vorjahr den Erläuterung im Konzern entsprechend aus einmaligen Erträgen von € 3,9 Mio. Das leicht negative Finanzergebnis resultiert aus einem Überhang von Zinsaufwendungen über den realisierten Zinserträgen aufgrund von Zinsaufwendungen für Rückstellungen sowie Negativzinsen aufgrund des gegenwärtigen Zinsniveaus. Das deutlich positive Finanzergebnis im Vorjahr resultierte aus der Vereinnahmung von Dividenden aus Tochtergesellschaften. Aufgrund eines Steuerumlagevertrages zwischen der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin von MEDION und der MEDION AG sind in den Ertragsteuern der MEDION AG (€ 11,3 Mio.; Vorjahr: € 6,6 Mio.) Umlagen vom Organträger für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von € 6,4 Mio. (Vorjahr: € 4,5 Mio.) enthalten. Insgesamt erhöhte sich der Steueraufwand von € 6,8 Mio. im Vorjahr auf € 11,4 Mio., maßgeblich aufgrund von Steuern für Vorjahre. Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Steuern führen dazu, dass der im Geschäftsjahr 2017/2018 erwirtschaftete Jahresüberschuss der MEDION AG vor Gewinnabführung mit € 16,3 Mio. um € -3,8 Mio. unter dem Vorjahresniveau (€ 20,1 Mio.) liegt. Bilanzstruktur der MEDION AG nach HGBscroll
Entsprechend der Konzernbilanz hat sich auch die Bilanzsumme der MEDION AG zum 31. März 2018 im Vergleich zum 31. März 2017 vermindert und liegt mit € 680,5 Mio. um € -38,9 Mio. unter dem Vorjahreswert von € 719,4 Mio. Auf der Aktivseite erklärt sich diese Minderung aus einem, im Wesentlichen stichtagsbedingten, Rückgang des Vorratsvermögens und geringeren übrigen Vermögensgegenständen. Die in der Bilanz dargestellten flüssigen Mittel verminderten sich zwar um € -22,3 Mio. auf € 62,0 Mio. (Vorjahr: € 84,3 Mio.). Inklusive der höheren im Lenovo-Konzern bereitgestellten Mittel ergibt sich jedoch ein Anstieg von € 224,3 Mio. auf € 262,0 Mio. (+16,8 %). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen der Konzernbilanz entsprechend hauptsächlich die Geschäftsbeziehungen zum Lenovo-Konzern (€ 225,8 Mio.; Vorjahr: € 211,7 Mio.). Die verbleibenden Forderungen betreffen die laufenden Geschäftsbeziehungen mit eigenen Tochtergesellschaften im Rahmen des internationalen Direktgeschäftes. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ebenfalls der Konzernbilanz entsprechend überwiegend die Verpflichtung zur Gewinnabführung (€ 16,3 Mio.; Vorjahr: € 20,1 Mio.). Die verbleibenden Verbindlichkeiten resultieren aus Dienstleistungen der eigenen Tochtergesellschaften für die MEDION AG oder aus dem Warenbezug innerhalb des Lenovo-Konzerns. Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von € 117,8 Mio. im Vorjahr um € -46 Mio. auf € 71,8 Mio. ist entsprechend der Konzernbilanz stichtagsbedingt. Das Eigenkapital bleibt mit € 366,1 Mio. unverändert, aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme erhöht sich dadurch die Eigenkapitalquote zum 31. März 2018 auf 53,8 % nach 50,9 % im Vorjahr. 6.2.3.5 Wesentliche Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung - Finanzielle LeistungsindikatorenIm Rahmen der Unternehmenssteuerung und des Risikomanagements greift MEDION auf ein Kennzahlensystem zurück, um sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zu beobachten. Neben den wesentlichen GuV-Kennzahlen wie Umsatz und EBIT als finanzielle Leistungsindikatoren oder Bilanzkennzahlen wie die Eigenkapitalquote werden sowohl Planerreichungsgrade als auch prozessorientierte Kennzahlen und das Working Capital beobachtet, die Auswirkungen auf die operative Leistungsfähigkeit haben können. Eine Working-Capital-Quote in Prozent der Bilanzsumme gibt einen Hinweis darauf, wie viele Mittel für die Erwirtschaftung des Umsatzes gebunden sind. Aufgrund der langen Laufzeiten des Projektgeschäftes, bei denen auch der lange Transportweg zu berücksichtigen ist, gilt für MEDION eine Quote unter 40 % als sehr gut. Zum 31. März 2018 liegt die Gesamt-Working-Capital-Quote ohne Berücksichtigung der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern mit 33 % nur leicht über dem Vorjahreswert von 30 % und somit erneut auf sehr gutem Niveau. Da der konsequente Ausbau des Online-Handels und des Private-Label-Geschäftes steigender Vorratsbestände bedarf, bleibt eine Working-Capital-Ziel-Quote von unter 40 % zunächst relevant. Es ist jedoch möglich, dass Änderungen in den Umsatzstrukturen, vornehmlich durch das geplante Wachstum bei digitalen Dienstleistungen, zur Anpassung dieser Zielgröße führen. Zur Steuerung des Vertriebs sind insbesondere die Kennzahlen Plan-Ist-Abweichung des Umsatzes und frei verfügbarer Warenbestand sowie Umschlagshäufigkeit der Vorräte im Fokus. Wie schon bei den Ausführungen zum Geschäftsverlauf dargestellt, hat sich das abgelaufene Geschäftsjahr umsatzseitig erwartungsgemäß entwickelt. Insgesamt wurde der Planumsatz zu 101,9 % erreicht. Im alleinigen klassischen MEDION-Geschäft wurde zwar nur eine Planerreichung von 98,8 % realisiert (Vorjahr: 100,4 %), jedoch zeigt auch dieser Erfüllungsgrad nach wie vor eine sehr hohe Planungsqualität. Diese ist erforderlich, weil MEDION für großvolumige Aufträge im Projektgeschäft immer auch eine gewisse Vorlaufzeit benötigt und für das Direktgeschäft eine durchgängige Warenversorgung erforderlich ist. Im separat betrachteten Projektgeschäft, für welches aufgrund der langen Vorlaufzeiten eine Planungsgenauigkeit sehr wichtig ist, konnte eine Planerfüllung von 103,3 % erreicht werden. Es ist jedoch auch darauf zu achten, dass die freie Warenverfügbarkeit gering und der Umschlag hoch ist, um Bestandsrisiken zu vermeiden. Im Idealfall beträgt eine Projektdauer im Multimedia-Bereich rund sechs bis acht Wochen. Durch Änderungen in der Umsatzstruktur, hin zu Consumer- und Haushalts-Elektronik, ändern sich jedoch auch Laufzeiten aufgrund von Lieferfenstern und saisonabhängigen Produktschwerpunkten. Insgesamt wird von Laufzeiten von durchschnittlich zehn bis zwölf Wochen ausgegangen, was einen Zielumschlag von 4,3 bis 5,2 im Projektgeschäft ergibt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Umschlagshäufigkeit in diesem Segment mit einem Wert von 4.3 etwas höher als im Vorjahr (3,9) und somit im Zielkorridor. Dazu passend liegt auch die freie Warenverfügbarkeit mit 16,7 % im Zielkorridor von bis zu 25 % (Vorjahr: 16.0 %). 6.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht6.3.1 Prognosebericht6.3.1.1 Konjunktureller RahmenDie deutsche Wirtschaft ist gut ins Jahr 2018 gestartet, nachdem sie im vergangenen Jahr kräftig um 2,2 % gewachsen war. Die aktuellen Konjunkturindikatoren sprechen dafür, dass sich der lang anhaltende Aufschwung weiter fortsetzt. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zeigen nach wie vor einen aufwärtsgerichteten Trend und liegen weit über ihrem Vorjahresniveau. Die Dynamik kommt dabei von den Auslandsaufträgen. Auch bei der Industrieproduktion lässt sich auf hohem Niveau eine positive Entwicklung beobachten. Sie stieg im Januar um 0,6 %, womit sich der aufwärtsgerichtete Trend zuletzt fortsetzte. Im Dreimonatsvergleich konnte die Industrie einen beachtlichen Zuwachs um 2,2 % verbuchen. Die Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass die Konjunktur in den kommenden Monaten gut verläuft, auch wenn der ifo Geschäftsklimaindex zuletzt spürbar gesunken ist. Die Handelspolitik der Vereinigten Staaten dürfte hierfür den Ausschlag gegeben und deutlich auf die Stimmung der deutschen Exporteure gedrückt haben. Der starke Euro trägt dazu sicherlich ebenfalls bei. Im langjährigen Vergleich bleibt das Geschäftsklima in Anbetracht guter Wachstumsaussichten für die Weltkonjunktur und günstiger Finanzierungsbedingungen hierzulande aber weiterhin gut (Quelle: BMWi, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht April 2018, S. 10 ff.). Weltwirtschaft und EuroraumDie Weltwirtschaft entwickelt sich aktuell sehr dynamisch. Die Weltindustrieproduktion lag im Dezember 2017 um 3,9 % über dem Vorjahresniveau. Vor allem die Industriestaaten haben ihre Schwächephase überwunden. Erstmals seit 20 Jahren ist die Industrieproduktion im Jahresverlauf stärker gestiegen als in den Schwellenländern. In den Vereinigten Staaten und im Euroraum fiel das Wachstum im vierten Quartal 2017 zwar etwas schwächer aus. Die überwiegend gute Indikatorenlage spricht jedoch für eine Fortsetzung des dynamischen Aufschwungs in beiden Wirtschaftsregionen. Die OECD geht in ihrer aktuellen Prognose von einem Anstieg des BIP im Eurogebiet von 2,3 % im Jahr 2018 und von 2,1 % im Jahr 2019 aus. Der Brexit-Prozess bleibt aber ein Risikofaktor für die Konjunktur. In den Schwellenländern hat sich das Expansionstempo ebenfalls belebt. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft wirkt gefestigt, bleibt aber hinter den Raten früherer Jahre zurück. Russland und Brasilien haben ihre Rezessionsphasen überwunden. In Japan hingegen hat die konjunkturelle Dynamik etwas nachgelassen. Auch die weiteren Wachstumsaussichten für die Weltkonjunktur bleiben positiv. Der globale IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex liegt deutlich in der Wachstumszone und das ifo Weltwirtschaftsklima stieg zu Jahresbeginn auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2007. Dabei dürfte auch die Steuerreform in den Vereinigten Staaten einen spürbaren konjunkturellen Impuls auslösen. Internationale Organisationen haben ihre Prognose für die Vereinigten Staaten vor diesem Hintergrund deutlich angehoben. Für die Weltwirtschaft rechnen IWF und jüngst auch die OECD für die Jahre 2018 und 2019 nun mit einem Wachstum von jeweils 3,9 % nach einem Plus von 3,7 % im Jahr 2017. Darin sind allerdings noch nicht die kürzlich eingeführten US-Zölle auf Stahl und Aluminium berücksichtigt. Diese könnten den Handel in einigen Regionen merklich beeinträchtigen. Die Auswirkungen für die Weltwirtschaft insgesamt dürften aber überschaubar bleiben. Wachsende Unsicherheit unter den Marktteilnehmern im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik könnte allerdings spürbare Schäden verursachen (Quelle: BMWi, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht April 2018, S. 10 ff.). Konsumaussichten DeutschlandDer Anstieg des privaten Konsums war 2017 so hoch wie zuletzt 1994. Die privaten Konsumausgaben nahmen im Jahr 2017 um 1,9 % zu. Alle Teilbereiche des privaten Konsums konnten Zuwächse verzeichnen. Angesichts der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie der zuletzt höheren Tarifabschlüsse bleiben die Rahmenbedingungen und damit die weiteren Aussichten positiv. Zwar sanken die Einzelhandelsumsätze im Januar 2018 (-0,3 %) im Vergleich zum Vormonat erneut, sie lagen aber noch merklich über ihrem Vorjahresniveau. Das ifo Geschäftsklima für den Einzelhandel hat sich im Februar 2018 erneut verschlechtert, befindet sich jedoch weiterhin oberhalb seines langjährigen Durchschnitts. Insgesamt dürfte sich angesichts der guten Einkommensentwicklung die positive Konsumkonjunktur fortsetzen (Quelle: BMWi, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht April 2018, S. 10 ff.). Die Stimmung im Handel ist weiterhin sehr gut, nach Prognose des HDE wird der Umsatz im Einzelhandel 2018 um 2 % auf € 523 Mrd. steigen. Wachstumstreiber der Branche bleibt der Online-Handel, der um rund 10 % auf € 53,4 Mrd. zulegen wird. Davon profitieren auch die Multichannel-Unternehmen, die auf die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel setzen (Quelle: HDE-Pressemitteilung vom 18. April 2018). Auch die GfK bekräftigt ihre zu Beginn dieses Jahres veröffentlichte Prognose, wonach die realen privaten Konsumausgaben 2018 mit etwa 2 % in etwa so stark zunehmen werden wie im vergangenen Jahr, als nach Angaben des Statistischen Bundesamtes knapp 2 % gemessen wurden (Quelle: GfK-Konsumklimastudie, März 2018). 6.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer ElectronicsGesamtmarktDer Markt für Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) in Deutschland wächst: Im Bereich der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird für 2018 ein Umsatz von € 164 Mrd. (+1,7 %) erwartet. Die Informationstechnik zeigt sich mit einem voraussichtlichen Umsatz von € 88,8 Mrd. und einem Wachstum von 3,1 % nach wie vor als Wachstumstreiber der ITK- Branche. Mit einem Volumen von € 24,4 Mrd. legt das Software-Segment auch im Jahr 2018 kräftig zu und wird mit Abstand am meisten nachgefragt (+6,3%). Auch die IT-Services verzeichnen mit einem Plus von 2,6 % ein ordentliches Wachstum auf ein Marktvolumen von € 40 Mrd. Die IT-Hardware wächst auf € 24,4 Mrd. (+0,9%). Leichtes Wachstum zeigt die Telekommunikation mit einem Plus von 0,4 % bei € 65,9 Mrd. Während der Markt für Telekommunikationsinfrastruktur um 1,4 % auf € 6,7 Mrd. wächst, stabilisiert sich der Markt für Telekommunikationsdienste nach einem Abwärtstrend der vergangenen Jahre bei einem leichten Wachstum von 0,1 % auf € 48,5 Mrd. MEDION wird an dieser erwarteten Marktentwicklung nicht partizipieren, da das Geschäftsmodell anders aufgebaut ist. In der Unterhaltungselektronik gehen die Umsätze im Jahr 2018 voraussichtlich nach einem Plus von 2,6 % im letzten Jahr wieder zurück und sinken um 1,9 % auf € 9,3 Mrd. (Quelle: Bitkom, ITK-Märkte, Februar 2018). Grund für das erwartete Minus sind insbesondere weitere Umsatzrückgänge in allen drei PC-Bereichen. So prognostiziert die gfu für das Jahr 2018 im Bereich der privat genutzten IT-Geräte einen Rückgang von rund 4 % (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 23. Februar 2018). scroll
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Quelle: Bitkom Research GmbH Der Markt für Consumer-Electronics-Produkte ist weiterhin geprägt von der Digitalisierung der Inhalte und Übertragungswege sowie der Konvergenz. Konvergenz bedeutet dabei das Verschmelzen der bislang unterschiedlichen Märkte Unterhaltungselektronik, Medien, Informationstechnologie und Telekommunikation. Basis hierfür ist die digitale Technik, die zum einen die Vernetzung unterschiedlicher Produktgruppen ermöglicht und zum anderen die Nutzung digitaler Komponenten in unterschiedlichen Produktbereichen erlaubt. Neue, insbesondere auch drahtlose Vernetzungslösungen, eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, hochauflösende Inhalte zu nutzen. Die große Anzahl an Bildschirmen in den Haushalten führt zu einem massiven Wandel des Medienkonsums und der Medienbereitstellung. Denn immer mehr Inhalte sind auf noch mehr vernetzten Endgeräten jederzeit verfügbar. Bewegtbild, ob live oder on-demand, verteilt sich auf mehrere Geräte. Inmitten der anderen vernetzten Bildschirme ist der Fernseher einer von vielen. Sein besonderes Merkmal sind nicht die Inhalte, sondern die Größe und Qualität der Darstellung. Und die Inhalte kommen zunehmend aus dem Netz. Je hochauflösender die Inhalte werden, desto wichtiger ist die Größe des Bildschirms. Neben Ultra-HD (UHD) kommen nun weitere Features wie HDR (High Dynamic Range), welche die verbesserte Bildqualität gerade auf großen Bildschirmen deutlich zeigen. Diese Erkenntnis setzt sich auch bei den Verbrauchern durch, TV-Geräte in den Haushalten werden entsprechend immer größer. In Deutschland wurden im Jahr 2017 so viele smarte Geräte für die Mediennutzung zu Hause verkauft wie nie zuvor. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wanderten 2017 insgesamt sechs Millionen internetfähige TV-Geräte, Set-Top-Boxen sowie Video-Player & Rekorder mit "schlauen" Funktionen über die Ladentheken. Das entspricht einer Steigerung von 9 % gegenüber dem Vorjahr (2016: 5,5 Millionen). Der Hauptanteil entfiel mit 4,9 Millionen Stück (2016: 4,4 Mio.) auf smarte TV-Geräte. Im Vergleich zur Zahl aller verkauften TV-Geräte (7 Mio.) waren im Jahr 2017 mehr als zwei Drittel der Fernseher (69 %) mit smarten Services ausgestattet - fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (Quelle: GfK). Passenden Ton liefern Soundbars, die oft sogar die Wiedergabe von 3D-Tonspuren beherrschen. Dazu strahlen spezielle Lautsprecher-Chassis nach oben gegen die Wohnzimmerdecke, die den Schall dann reflektiert und so dem Zuhörer einen Eindruck von der Höhe des Aufnahmeraums vermittelt. Auch Funklautsprecher zählen weiterhin zu den begehrtesten Gerätearten der Consumer Electronics. Viele Modelle lassen sich zu Multi-Room-Systemen vernetzen, und sie alle wetteifern um die Gunst der Kunden mit einem immer größeren Musikangebot aus Streaming-Diensten, auch solchen, die Musik in hochauflösender Qualität über das Internet liefern. Interessante Neuheiten gibt es auch bei den mobilen Geräten. Die jüngste Smartphone-Generation überzeugt vor allem mit außergewöhnlichen Kamera-Eigenschaften. Optische Systeme mit zwei oder gar drei Objektiven liefern eine sehr gute Bildqualität, sogar weit entfernte Motive oder Szenen im Dämmerlicht lassen sich so einfangen. Die neuen Bildschirme sind mit 8k-Auflösung und flexiblen Displays ausgestattet, die sich wie ein Rollo aufrollen lassen. Zudem gibt es große Videowände, die für jeden Farbtupfer einen Drilling aus einer roten, einer grünen und einer blauen Leuchtdiode einsetzen. Neue HDR-Techniken - so das Kürzel für die Spanne zwischen gleißend hellen und tiefschwarzen Bildpartien - beeindrucken mit hochqualitativen Bildern (Quelle: gfu, Consumer Electronics, Trends 2018). Auch die Sprachsteuerung gewinnt an Einfluss: nach aktuellen Zahlen aus der Marktforschung wurden 2017 in Deutschland rund zwei Millionen Geräte mit Sprachsteuerungs-Funktion verkauft. Auch für das laufende Jahr wird ein starkes Wachstum in diesem Segment prognostiziert. Längst existieren sprachsteuerbare Apps nicht mehr nur auf Mobiltelefonen, im Gegenteil: immer mehr Geräte im Haushalt können mittlerweile von den Sprachassistenten gesteuert werden. Neben bekannteren Beispielen wie Lautsprechern oder anderer Unterhaltungselektronik sind mittlerweile auch Einrichtungsequipment wie Lampen und Haustechnik (beispielsweise Rollläden oder Heizungen) sowie Küchengeräte wie Geschirrspüler und Kaffeemaschinen per Sprache steuerbar. Statt das Smartphone zu zücken und eine App zu öffnen, sagt der Benutzer einfach was gewünscht ist. Die Sprachsteuerung meldet mit einer natürlich klingenden Stimme die Ausführung der Befehle. Die Vorteile in der Bedienung mit Sprachsteuerung liegen auf der Hand: Die Sprache ist oftmals schlicht praktischer als die Bedienung eines Touchscreens, der Computermaus oder der Fernbedienung. Geräte mit Sprachsteuerung bleiben auch mit "vollen Händen" noch bedienbar, ein klarer (Komfort-) Vorteil. Die Anwendungsmöglichkeiten werden weiter auf immer mehr Bereiche, gerade im Segment der Haussteuerung im Smart Home, ausgeweitet. Diese Entwicklungen dürften den Aufstieg der Sprachsteuerung in Zukunft weiter befeuern (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 08. März 2018). Dem von Cisco herausgegebenen Visual Networking Index (VNI) zufolge wird es im Jahr 2020 in Deutschland 767,5 Mio. vernetzte Geräte geben - mehr als die Hälfte davon werden Maschinen sein, die nicht direkt mit Menschen kommunizieren. Die erzeugte Datenmenge der Maschinen wird jedoch nur 6 % der Gesamtsumme betragen. Der klassische Computer (36 %) wird laut VNI in Sachen Datenverbrauch vom Fernsehen eingeholt (32 %), Smartphones und Tablets folgen dahinter mit 26 % (Quelle: Cisco, 11. Visual Networking Index 2016). Connected Audio - StreamingDer Audio Streamingmarkt ist sehr dynamisch. Mit strategischen Partnerschaften, Übernahmen und Aufgaben hat sich der Markt in den vergangenen beiden Jahren konsolidiert. Dazu zählen etwa die Übernahme von Ampya durch Deezer und das Ersetzen von Sonys Streamingservice Music Unlimited auf der Playstation durch Spotify. Zudem ergaben sich strategische Partnerschaften bei der Geschäftsaufgabe und der Kundenübernahme von Simfy durch Deezer bzw. von Wimp durch Tidal. Diese Dynamik macht sich auch in Deutschland bemerkbar: der Digitalmarkt in Deutschland legte 2017 mit 22,7 % weiter zu. Von den knapp € 1,6 Mrd. Gesamtumsatz entfielen 34,6 % auf das Audio-Streaming, was einen starken Zuwachs von 42,8 % gegenüber 2016 darstellt. Der physische Markt gab im gleichen Zeitraum zwar um 14,3 % nach, lag aber mit 53,4 % auch 2017 noch immer vor dem Digitalgeschäft (46,6 %) (Quelle: Bundesverband Musikindustrie Pressemitteilung vom 01. März 2018). VertriebskanäleIm Bereich der Vertriebsformen hat das Internet als Einkaufsstätte kontinuierlich an Marktbedeutung gewonnen und sich als eigenständige Vertriebsform mit einem zweistelligen Marktanteil in Deutschland und im Euroraum etabliert. Mit einem Plus von 10,9 % auf rund € 58,5 Mrd. ist 2017 der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce kräftig gewachsen. Besonders erfolgreich waren die Multichannel-Händler. 2017 legten Unternehmen, die über mehrere Vertriebskanäle verfügen, im Online- und Versandhandel um 21 % auf € 20,1 Mrd. zu und setzten so fast € 3,5 Mrd. mehr um als im Jahr 2016. Daran hatten Anbieter mit Herkunft aus dem stationären Einzelhandel den größten Anteil. Sie haben in 2017 ein Plus von 26,2 % erreicht. Die Onlinemarktplätze konnten ihr Volumen um 4,4 % auf € 27,9 Mrd. steigern. Online-Pureplayer legten um 12,6 %, also um fast € 1 Mrd. auf € 8,56 Mrd. zu (Quelle: bevh Pressemitteilung vom 22. Januar 2018). Ein Ende des Wachstums in Deutschland ist nicht in Sicht: die Handelsexperten des IFH Köln prognostizieren einen Anstieg des Onlineumsatzes auf € 80,4 Mrd. bis 2021 (IFH Köln Pressemitteilung vom 23. November 2017). Neben dem Kauf von Waren ist das Internet vor allen Dingen als Quelle für Informationen über Produkte und damit für Kaufentscheidungen der Konsumenten eine aktuelle und transparente Plattform. In vielen Produktkategorien legen Multichannelkäufer mehr Wert auf Leistungs- und Qualitätsmerkmale als auf den reinen Preisvergleich. Im Bereich der Consumer-Electronics-Produkte und beim Angebot digitaler Dienstleistungen - wie zum Beispiel dem Fotoservice - wird der Online-Vertriebskanal noch weiter an Bedeutung gewinnen. Im Bereich hochwertiger Consumer-Electronics-Produkte in den Preissegmenten über € 700 spielt zunehmend auch eine Rolle, inwieweit den Konsumenten Ratenzahlungen mit sehr günstigen Finanzierungsmodellen angeboten werden können. Notebook und Desktop-PCEs ist unverändert erkennbar, dass es immer mehr klassische Produkte der Unterhaltungselektronik geben wird, die aufgrund der Digitalisierung Zugang zum Internet haben. Dies stellt neue Anforderungen an die Hersteller von Unterhaltungselektronik, leistungsstarke Prozessoren in ihre Geräte zu integrieren. Multikern-Prozessoren und leistungsstarke Grafik-Chips sorgen für schnellen Aufbau von Internet-Seiten, flüssige Bedienung und ruckelfreie Videos aus dem Web. Mit dem weitestgehend vollzogenen Ausbau einer flächendeckenden Infrastruktur für das drahtlose Breitbandinternet wird sich der Trend zu kompakten und leistungsfähigen sowie leichteren Notebooks noch verstärken. Hochleistungsprozessoren für Desktop-PCs sind gefragt, wenn es um die Darstellung von 1080p bei Videoformaten in 7.1-Surround-Sound geht, bei hochauflösenden 3-D-Grafikelementen und vernetzten Online-Spielen, aber auch, um parallele Anwendungen in der Audio- und Videoverarbeitung zu ermöglichen. Neben sehr leistungsfähigen Notebooks und Smartphones mit mehr Arbeitsspeicher und leistungsfähigen Betriebssystemen etablieren sich Geräte, so wie die Tablet-PCs und Phablets, mit berührungsempfindlichen Bildschirmen für die Steuerung von Software und das Navigieren im Netz. Die Geräte verfügen in der Regel über eine Internetanbindung per WLAN oder modernen Funkstandards wie LTE. Der Markt für PCs und Notebooks ist aufgrund der hohen Ausstattungsdichte der Haushalte seit Jahren vorrangig von Ersatzbedarf bestimmt, technologische Innovationen geben dagegen im gegenwärtigen Marktumfeld nur geringere Kaufanreize. Interessante Produktbereiche und Entwicklungen der Consumer Electronics sind in dem für MEDION relevanten Marktumfeld:
Mobilfunk und digitale DienstleistungenDer weiterhin stabile Absatz von Smartphones sorgt für einen anhaltenden Zuwachs der mobilen Internetnutzung mit hohen Datenübertragungsraten. Im Mobilfunk wird daher unverändert in den Ausbau der Übertragungstechnik LTE und die Glasfasernetze investiert. Die Nachfolgetechnik von UMTS erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/Sekunde. Inhaltlich stehen dabei für Mobilfunkkunden unter anderem das Bedürfnis nach sozialer Vernetzung und der Wunsch nach End-to-end-Crossmedia-Angeboten sowie die ständige Verfügbarkeit des Internets zu Flatrate-Tarifen im Vordergrund. Nachdem der Markt für Telekommunikationsdienstleistungen in Deutschland 2017 rückläufig blieb -gegenüber 2016 wies er ein Minus von 0,3 % aus - dürfte er sich 2018 stabilisieren. Zurückzuführen ist dies auf mehrere Gründe: Zum einen dürfte sich der regulierungsbedingte Umsatzrückgang abschwächen, zum anderen ist davon auszugehen, dass die Negativtendenzen in der klassischen Festnetztelefonie durch die wachsende Nachfrage nach mobilem Datenvolumen sowie nach schnellerer Konnektivität im Privat- und Geschäftskundenbereich kompensiert werden. Für den weiter gefassten ITK-Markt, der neben der Telekommunikation auch IT-Dienste mit einschließt, prognostiziert EITO für 2018 ein Plus von 1,7 %. Diese Prognose stützt sich in erster Linie auf das Wachstum des IT-Markts, welches derzeit bei 3,0 % liegt und v. a. auf die hohe Nachfrage in zwei Bereichen zurückzuführen ist: Dienstleistungen für Geschäftskunden (z. B. Outsourcing, Projektgeschäft, Beratung) und Software-gestützte Dienstleistungen (Virtualisierung und Cloud-Geschäft, z. B. in Form von Software as a Service, Plattform as a Service oder Infrastruktur as a Service). Der Mobilfunk-Markt in Deutschland wird von drei Anbietern mit eigener Netzinfrastruktur geprägt, die mit der 4G/LTE-Technologie einen Großteil der Bevölkerung mit mobilem Hochgeschwindigkeitsinternet versorgen. Dem stetig steigenden Datenbedarf wollen die Netzbetreiber mit dem Ausbau mobiler Datennetze begegnen. Mit Hochdruck arbeiten sie an der Umsetzung des schnellen 5G-Standards. Im Unterschied dazu ist der Markt für Festnetz-Breitband durch eine Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen Infrastrukturen gekennzeichnet - vom überregionalen Anbieter bis hin zum regionalen Versorger. Es ist davon auszugehen, dass der Wettbewerb von Seiten der Kabelnetzbetreiber intensiv bleibt und die Zahl der Anbieter mit eigenem DSL- oder Glasfasernetz zunehmen wird (Quelle: EITO, European Information Technology Observatory). Der Trend zu Online- und Multiplayer-Titeln hält seit Jahren an und lässt sich an vielen Stellen besichtigen - in den Appstores genauso wie in den Verkaufs-Charts. Zu den erfolgreichsten Neuheiten gehörten zuletzt Spiele wie "FIFA 17", "Grand Theft Auto 5", "Mario Kart 8 Deluxe" - allesamt profitieren von umfangreichen Mehrspieler-Modi, überwiegend via Internet. Kostenpflichtige Dienste wie Playstation Plus oder Xbox Live sind auch deshalb so erfolgreich, weil sie das Online-Spielen von "FIFA 17" & Co. überhaupt erst ermöglichen. Neue Konsolen wie die Nintendo Switch haben das Immer und-überall-Spielen zum Prinzip erhoben. Der Hybrid aus tragbarem Spielgerät und stationärer Wohnzimmer-Konsole ist so gefragt, dass Nintendo kaum mit der Produktion hinterherkommt. Im Zusammenspiel mit mittlerweile erschwinglichen 4K-Fernsehern profitiert die kommende Games-Generation von höheren Auflösungen, mehr Details, besserer Bildqualität und größeren Spielwelten. Ein großes Thema ist weiterhin Virtual Reality. Das Abtauchen in programmierte Parallelwelten funktioniert mithilfe von Brillen, die von verschiedenen Anbietern bereitgestellt werden. Sie versprechen ein völlig neues Spielerlebnis: Dinosauriern ins Auge zu schauen oder in Mittelerde Jagd auf Orks zu machen - das wirkt fast echt, wenn das Gerät über den Kopf gezogen wird. Tatsächlich halfen die Versprechen der Hersteller bisher wenig - VR ist so etwas wie der ewige Trend, der nicht so recht vorankommen will. Dabei sind die Vorhersagen für die Holodeck-Technologie gar nicht schlecht: der Marktforscher IDC schätzt, dass die Zahl der genutzten Geräte für Virtual und Augmented Reality von rund zehn Millionen 2016 auf rund 91 Millionen im Jahr 2021 steigen könnten - zum großen Teil für Computerspiele (Quelle: Handelsblatt, Trends der Gamescom, 22.08.2017). Im Bereich des Fotoservice wird ein noch differenzierteres Angebot neben Bildern und Fotobüchern beispielsweise bei großflächigen Leinwänden erwartet. Die Wettbewerbssituation der vielen Online-Anbieter und ein unverändert stabiler stationärer Handel werden Preiserhöhungen nicht ermöglichen, so dass der Margendruck auch in den Jahren 2018 und 2019 erhalten bleibt. 6.3.1.3 Unternehmensentwicklung und GeschäftsmodellMEDION wird sich im mittlerweile etablierten Konzernverbund mit Lenovo als führender deutscher Anbieter von Consumer-Electronics-Produkten und digitalen Dienstleistungsangeboten weiterentwickeln. Bei der Vermarktung von Consumer-Electronics-Produkten werden sich die Diversifizierungen der Vertriebswege in den klassischen Consumer-Electronics-Fachhandel, Selbstbedienungs- und Discountermärkte sowie den anhaltend wachsenden Online-Handel/ E-Commerce über das Internet auch in 2018 und 2019 fortsetzen. Das digitale Dienstleistungsangebot wird weiter fokussiert, um neue Downloadangebote ergänzt, und an die Bedürfnisse in Deutschland und die ausländischen Märkte sowie neue Kunden angepasst. MEDION als eines der ganz wenigen Unternehmen mit einem umfassenden Angebot von Produkten der klassischen Unterhaltungselektronik und der Informationstechnologie sowie komplementären digitalen Dienstleistungen kann damit die Herausforderungen des digitalen und vernetzten Weltmarktes mit anwenderfreundlichen Produktangeboten in allen Geschäftsbereichen umsetzen. Das MEDION-Geschäftsmodell bleibt darauf ausgerichtet, hochwertige, innovative Trendprodukte mit attraktivem, ausgezeichnetem Design zu günstigen Preisen im Bereich der Consumer Electronics für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Entsprechend der bei MEDION seit Jahren bestehenden und umgesetzten grundsätzlichen strategischen Ausrichtung soll der Zuwachs im Direktgeschäft den Rückgang im Projektgeschäft insbesondere aufgrund der Veränderung des Einkaufsverhaltens der Konsumenten teilweise kompensieren. Ergänzend zu dem klassischen europäischen Aktionsgeschäft mit Consumer-Electronics-Produkten im Projektgeschäft entwickelt und vermarktet MEDION im Unternehmensbereich Direktgeschäft komplementäre Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation (MEDIONmobile), Fotoservice und weitere Online-Dienste wie beispielsweise die digitale Distribution von Downloads oder Gutscheinen (PINs). Hier bestehen jedoch unverändert bei allen Marktteilnehmern Unsicherheiten über die langfristigen Auswirkungen der gesetzlich seit dem 1. Juli 2017 vorgeschriebenen Identitätsüberprüfung bei der Freischaltung neuer Mobilfunkverträge. Die für den Lenovo-Konzern erbrachten Dienstleistungen werden sich auf die Steuerung und Überwachung der Kundenservice-Prozesse sowie damit zusammenhängende administrative Tätigkeiten beschränken. Der erwartete deutliche Umsatzrückgang in diesem Bereich wird jedoch keine kurzfristigen strukturellen Auswirkungen haben. 6.3.1.4 Entwicklung von MEDION in den Jahren 2018 und 2019Wirtschaftliche Entwicklung von MEDION in den Jahren 2018 und 2019MEDION hat durch ein straffes Kostenmanagement und die konsequente Ausrichtung auf Produkte mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die erfolgreiche Weiterentwicklung seines Direktgeschäftes seine Profitabilität gehalten und die Bilanzstrukturen bei einer Eigenkapitalquote von rund 50 % auf einem sehr guten Niveau gefestigt. Von einer nachhaltigen Eigenkapitalquote in dieser Größenordnung wird auch weiterhin ausgegangen. Der Umsatzanteil des Projektgeschäftes wird bei einem Wert von deutlich unter 50 % bleiben. Das Direktgeschäft wächst grundsätzlich weiterhin, liefert einen überproportionalen Ergebnisbeitrag und profitiert neben dem Anstieg bei dem Angebot von Telekommunikationsdienstleistungen auch von dem Ausbau der weiteren digitalen Dienstleistungsangebote. Wesentlicher Baustein auf dem Weg der Weiterentwicklung war und ist - auch im Interesse der Kunden und Partner im Markt - die weitere Stärkung der Marke MEDION als Markenzeichen für Produkte und Dienstleistungen von hoher Qualität mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis und einem exzellenten Design. Daneben kommt es entscheidend darauf an, in Verbindung mit den Handels- und Kooperationspartnern, die existierenden Vertriebs- und Serviceeinheiten auch für neue Produktangebote und erweiterte digitale Dienstleistungen zu nutzen. Die zukünftige Entwicklung von MEDION in 2018 und 2019 als einem führenden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Consumer Electronics für den Massenmarkt hängt neben den effizienten und konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und Verbraucher ausgerichteten Strukturen und neuen innovativen Produkten des Unternehmens in hohem Maße davon ab, wie sich der konjunkturelle Rahmen, die Währungsrelationen und die Konsumneigung der Verbraucher beim Wettbewerb der Einkaufsstätten in Deutschland und in den wichtigsten europäischen Ländern entwickeln. Unverändert besteht der Trend der hohen Wettbewerbsintensität und der Verlagerung des Einkaufsverhaltens ins Internet. Zu berücksichtigen sind damit auch in besonderem Maße die Erwartungen der Handelspartner hinsichtlich der Absatzchancen von Consumer-Electronics-Produkten mit dem daraus resultierenden Bestellverhalten. Strukturänderungen/SpruchstellenverfahrenAufgrund des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH hat sich die MEDION AG verpflichtet, während der Vertragsdauer ihren ganzen, nach Maßgabe der handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen. Damit ist auch das Recht der Aktionäre der MEDION AG entfallen, über die Verwendung eines Ergebnisses zu entscheiden. Als Kompensation für den Verlust des Dividendenanspruchs ist in dem Unternehmensvertrag festgelegt, dass Lenovo zur Zahlung eines jährlichen Ausgleichsbetrages an die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG verpflichtet ist. Diese Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Der Steuerabzug ist nur bei Gewinnen der MEDION AG vorzunehmen, die der deutschen Körperschaftsteuer unterliegen. Damit entspricht die Ausgleichszahlung bei der zurzeit gültigen Körperschaftsteuerbelastung einem Betrag von € 0,69 je MEDION-Aktie. Die gerichtliche Überprüfung der Angemessenheit von Abfindung und Ausgleichszahlung könnte im laufenden Geschäftsjahr 2018/2019 zu einem erstinstanzlichen Urteil führen. 6.3.1.5 AuftragslageMEDION unterscheidet im Rahmen der Unternehmenssteuerung zwischen dem Projektgeschäft und dem Direktgeschäft. Hintergrund dieser Unterscheidung ist neben den Eigenschaften von Produkten oder Vertriebskanälen insbesondere die Charakteristik der Ablauforganisationen. Während im Projektgeschäft eine mittelfristige Planung von der Produktidee bis zur Distribution erforderlich ist, zeichnet sich das Direktgeschäft durch kurzfristige Realisationsmöglichkeiten aufgrund sofort verfügbarer Produkte aus. Dementsprechend gilt, dass das Projektgeschäft einen gewissen Vorlauf benötigt und daher auf Basis der Auftragslage oder deren Erwartungen eine Prognose erstellt werden kann. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass das geplante Umsatzvolumen der nächsten drei bis vier Monate bereits mit fixierten Aufträgen und somit hinreichender Sicherheit hinterlegt ist. Für das Volumen der nächsten fünf bis acht Monate befinden sich die Projekte in finalen Phasen, womit man von einer mittleren Sicherheit der Auftragslage ausgehen kann. Das Direktgeschäft hat naturgemäß keinen Auftragsbestand, da es sich um direkte Beziehungen zu Endkunden handelt. Hier kann jedoch, insbesondere im Bereich der digitalen Dienstleistungen, erfahrungsgemäß von einem stabilen Basisgeschäft ausgegangen werden. Auf die innerhalb des Lenovo-Konzerns erbrachten Dienstleistungen hat MEDION keinen Einfluss, soweit es um die Beauftragung oder Entscheidung geht. Seit Oktober 2016 wickelt Lenovo die Materialversorgungs- und Abrechnungsprozesse nicht mehr über MEDION, sondern selbst direkt mit den entsprechenden externen Dienstleistern ab. MEDION bleibt in den Prozessen zwar in Steuerungs- und administrativen Funktionen tätig, wird Materialversorgungen und Reparatur- sowie Logistikdienstleistungen jedoch nicht mehr vollständig verauslagen und anschließend an Lenovo weiterbelasten. Auch wenn der für 2017/2018 geplante Rückgang der Dienstleistungen geringer ausfiel als erwartet, rechnet MEDION für das Geschäftsjahr 2018/2019 mit einem weiter reduzierten Auftragsvolumen im unteren zweistelligen Millionenbereich. 6.3.1.6 Umsatz und Ergebnis (EBIT) im MEDION-Konzern und in der MEDION AG in den Geschäftsjahren 2018/2019 und 2019/2020Insgesamt gilt, dass die Geschäftssituation und somit der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr mit mittlerer Sicherheit auftragsseitig hinterlegt ist. Dennoch gilt grundsätzlich, dass die Entwicklung insbesondere im zweiten Geschäftshalbjahr 2018/2019 branchentypisch noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit prognostizierbar ist. Prinzipiell bietet MEDION durch die konsequente Ausrichtung auf Produkte mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sowie mit der erfolgreichen Weiterentwicklung seines Direktgeschäftes, insbesondere im Bereich der digitalen Produkte und Dienstleistungen, eine solide Grundlage für die weitere Unternehmensentwicklung. Nach wie vor ist zu berücksichtigen, dass das konjunkturell unsichere Umfeld, der Trend weiterhin rückläufiger Durchschnittspreise und das Fehlen bedeutender Produktinnovationen auch weiterhin einen hohen Druck auf Abverkäufe und Margen verursacht. Zwar hat sich die zuvor anhaltende, ungünstige Euro-US-Dollar-Parität abgeschwächt, jedoch kann hieraus ein weiterer negativer Effekt entstehen, wenn Kunden erwarten, dass eben aufgrund ausbleibender Innovationen günstigere Einkaufspreise direkt an den Markt weitergegeben werden. Die sich ergebenden Chancen aus Trends zu neuen modernen Produkten und der durch die Exportmöglichkeiten makroökonomisch positive Ausblick müssen daher nicht kurzfristig im durch Sättigung und Preisdruck geprägten Multimedia- und Consumer-Electronics-Markt zu steigenden Umsätzen und Ergebnissen führen. Aufgrund ausbleibender Innovationen ist es nur bedingt möglich, höhere Preise an den Kunden weiterzugeben. Bei der gegenwärtig günstiger werdenden Euro-US-Dollar-Parität muss sogar mit weiteren Preisrückgängen gerechnet werden. Darüber hinaus haben viele klassische Handelskunden von MEDION nur geringe Online-Verkaufs-Aktivitäten und daher keinen breiten Zugang zu neueren Vertriebswegen. Ein Ausbau alternativer Private-Label-Produktserien ist zwar geeignet, kompensatorisches Geschäft zu generieren, bedarf naturgemäß jedoch einer längeren Marketing- und Implementierungsphase seitens der Handelskunden. Auch wenn MEDION im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere wichtige Grundsteine für langfristige Kundenbeziehungen gelegt hat, rechnet MEDION vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen im Multimedia-Bereich bei Personal Computern erneut mit einem rückläufigen Absatzvolumen von bis zu -10 %, bei steigendem Preisdruck aufgrund sich verändernder Euro-US-Dollar-Parität und weiterhin gesättigtem Markt kann auch ein Rückgang des Absatzvolumens von bis zu -15 % nicht ausgeschlossen werden. Für den Umsatz in diesem Produktbereich gelten entsprechende Erwartungen. Aufgrund der zunehmenden Sättigung in den übrigen Bereichen der Consumer Electronics und der erst begonnenen Neuausrichtung der Produktkategorien im Bereich Haushaltselektronik wird insgesamt ein Rückgang im Umsatz des Projektgeschäftes von bis zu -15 % erwartet. Im Berichtssegment des Direktgeschäftes haben sich im Bereich Mobilfunk die zum 1. Juli 2017 neu geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen im Zuge der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes zwar spürbar, aber nicht so gravierend ausgewirkt wie erwartet. Die erschwerten Rahmenbedingungen werden aber den Druck auf Preise und Margen bei der Kundengewinnung und -bindung weiter erhöhen. Für die anderen digitalen Dienstleistungen werden steigende Umsätze und Ergebnisbeiträge erwartet, sodass für die digitalen Dienste insgesamt ein leichter Umsatzanstieg von bis zu 5 % für möglich gehalten wird. Nach den hohen Investitionen in den Geschäftsjahren 2016/2017 und 2017/2018 wird auch für den klassischen E-Commerce ein Umsatzwachstum von 10 % bis 15 % für möglich gehalten, sodass sich insgesamt für das Direktgeschäft ein Umsatzwachstum von bis zu 5 % ergeben kann. Wie auch in 2017/2018 wird jedoch aufgrund der erst anlaufenden neuen digitalen Dienstleistungen sowie der naturgemäß hier niedrigeren Verkaufspreise der Umsatzrückgang im Projektgeschäft dadurch voraussichtlich noch nicht kompensiert werden können. Die für den Lenovo-Konzern erbrachten Dienstleistungen werden sich weiter in Richtung reine Steuerung und Überwachung der Kundenservice-Prozesse sowie damit zusammenhängende administrative Tätigkeiten entwickeln. Da die direkte Abrechnung mit Dienstleistern sowie Materiallieferanten zunehmend nur noch vereinzelt durch MEDION erfolgt, wird hier ein Umsatzrückgang von mehr als -50 % erwartet. Aufgrund der erwarteten Umsatzrückgänge im Bereich der Konzerndienstleistungen und im Projektgeschäft, die voraussichtlich nicht vollständig durch das Direktgeschäft kompensiert werden können, rechnet MEDION daher insgesamt mit einem Umsatzrückgang von bis zu -5 %. Für das reine MEDION-Geschäft ohne Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern wird gegenwärtig ein Gesamtumsatz knapp unter Vorjahresniveau geplant, auch wenn ein leichter Rückgang von bis zu -5 % aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen nicht gänzlich auszuschließen ist. In Abhängigkeit lokaler regulatorischer Rahmenbedingungen im internationalen Umfeld können Umsatzerlöse im Rahmen des internationalen Ausbaus der digitalen Dienstleistungen und Produkte gegebenenfalls durch die jeweilige MEDION-Tochtergesellschaft realisiert werden. Der Umsatzanteil der MEDION AG am Konzernumsatz kann daher in den folgenden Geschäftsjahren unter dem Anteil des Geschäftsjahres 2017/2018 (94,6 %) liegen. Da weiterhin die ausschließlich in der MEDION AG realisierten Umsätze aus Konzerndienstleistungen zurückgehen, ist ein Umsatzrückgang der MEDION AG zwischen -5 % und -10 % möglich. Der Anteil am Konzernumsatz wird in einem Korridor von 90 % bis 95 % erwartet. Die Rohertragsmargen werden bei MEDION aufgrund der unverändert hohen Wettbewerbsintensität und der sich sehr volatil verhaltenden Währungsparitäten weiterhin unter Druck stehen. Da MEDION seit Jahren dem Trend zu digitalen Vertriebswegen und digitalen Dienstleistungen folgt und in einzelnen Bereichen mittlerweile führend ist, geht der MEDION-Vorstand jedoch zunächst auch weiter davon aus, dass eine Rohertragsmarge auf einem Niveau von mindestens 15 % oder leicht darüber möglich bleibt. Da MEDION durch sein Kostenmanagement bereits den Anteil der variablen Kosten gesenkt hat und nur noch in geringem Umfang hier Einsparungen vornehmen kann, wird der zunehmende Preisverfall auf der Verkaufsseite im Projektgeschäft nach wie vor einen überproportionalen Ergebnisdruck begründen. Insofern kann im Projektgeschäft aufgrund der zuvor erläuterten Umsatzrisiken auch ein weiterer Rückgang des EBIT nicht ausgeschlossen werden. Im Direktgeschäft werden zwar steigende Skalenvorteile erwartet, aber auch hier kann ein steigender Preisdruck, insbesondere im Telekommunikationsgeschäft sowie durch steigende Produkttransparenz und Anbieterzahlen, eine zur geplanten Geschäftsentwicklung korrespondierende Erhöhung der Rentabilität insgesamt verzögern. Für neue digitale Dienstleistungen und Vertriebskanäle wird auch für das Geschäftsjahr 2018/2019 erwartet, mögliche erwirtschaftete Überschüsse direkt in den weiteren Auf- und Ausbau reinvestieren zu müssen, so wie bereits in den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren höhere Aufwendungen für Marketing, IT und Beratungsdienstleistungen erforderlich waren. Ferner ist zu beachten, dass das erfolgreich verlaufene Geschäftsjahr 2017/2018 durch einmalige, teilweise periodenfremde Erträge geprägt war. Insgesamt wird daher für 2018/2019 mit einem EBIT auf Planniveau des Geschäftsjahres 2017/2018, welches dem EBIT des diesem vorangegangen Geschäftsjahres 2016/2017 entspricht, von rund € 33 Mio. gerechnet. Den zuvor dargestellten Erläuterungen zur Entwicklung des Umsatzanteiles der MEDION AG am Konzernumsatz folgend, kann auch der EBIT-Anteil der MEDION AG am Konzern-EBIT, bereinigt um die einmaligen, teilweise periodenfremden Erträge, in den folgenden Geschäftsjahren niedriger sein als in 2017/2018. Gegenwärtig wird, dem Ausblick des Konzernergebnisses folgend, ein EBIT der MEDION AG auf Niveau des abgelaufenden Geschäftsjahres, dieses um einmalige Erträge bereinigt, geplant. In dem wettbewerbsintensiven Umfeld, von einem starken Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Umsatz geprägten Markt und vor dem Hintergrund der anhaltenden unter Druck geratenen Rentabilität des Hardwaregeschäftes wäre eine in das Geschäftsjahr 2019/2020 hineinreichende detaillierte Prognose zu Umsatz und Ergebnis (EBIT) mit hohen Unsicherheiten behaftet und von nicht planbaren Prämissen begleitet. Aufgrund der Erfahrungen mit neuen digitalen Dienstleistungen und Vertriebswegen in den beiden abgelaufenen Geschäftsjahren geht der Vorstand jedoch davon aus, dass es im Geschäftsjahr 2019/2020 nicht zu weiteren Unsicherheiten mit der Folge eines Umsatz- oder Ergebnisrückganges kommen wird, sondern aufgrund des erwarteten Wachstums bei digitalen Produkten der in den letzten Jahren kontinuierliche Umsatzrückgang abnimmt und im operativen Ergebnis wieder ein moderates Wachstum möglich ist. 6.3.1.7 Liquidität und BilanzstrukturMEDION wird auch in den Jahren 2018/2019 und 2019/2020 voraussichtlich keine Fremdmittel zur Finanzierung großvolumiger Projekte oder zum Ausbau des digitalen Direktgeschäftes benötigen. Die Bilanzrelationen werden sich daher im Rahmen des MEDION eigenen Geschäftes kaum verändern, lediglich die Leistungssalden mit verbundenen Unternehmen werden sich voraussichtlich weiter vermindern. MEDION geht davon aus, dass die Eigenkapitalquote in der Größenordnung von leicht über 50 % der Bilanzsumme verbleibt und nur temporär durch saisonale Verschiebungen etwas darunter liegen kann. 6.3.2 Risikobericht6.3.2.1 RisikomanagementDas Risikomanagement ist integraler Bestandteil der MEDION-Geschäftsstrategie. Es dient dazu, in einem strukturierten Prozess die wesentlichen Risikofelder laufend zu beobachten, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, möglichst frühzeitig Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken ergreifen zu können. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses sind die verantwortlichen Personen in den verschiedenen Geschäftsbereichen verpflichtet, die spezifischen Risikofelder im eigenen Aufgabenbereich zu beobachten, die Risikoausprägungen zu messen und das Eingehen unangemessener Risiken zu vermeiden. Sie berichten die Risikoposition in regelmäßigen Abständen unter Zuhilfenahme der unternehmensinternen Kontrollsysteme an das Controlling und bei Bedarf unmittelbar und ad hoc an die Unternehmensleitung. Im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern sind einige Berichtswege um Berichterstattungen an weitere Managementfunktionen erweitert worden. 6.3.2.2 Risikomanagementsysteme und internes KontrollsystemKernelement des MEDION-Risikomanagementsystems ist ein integratives Management-Informationssystem, welches als dynamisches Informations- und Steuerungsinstrument dient. Durch Verzahnung verschiedener Managementberichte werden operative Kennzahlen, die zur täglichen Kurzfriststeuerung dienen, direkt unter dem Aspekt eines Planerreichungsgrades im Sinne der konzernweiten operativen und finanzwirtschaftlichen Ziele betrachtet. Hiermit zusammenhängend dient eine Balanced Scorecard als Instrument des Risikomanagementsystems, um die Umsetzung definierter Maßnahmen zur Steuerung risikorelevanter Positionen zu messen. Ergänzend gibt es eine Risikomanagement-Ablauf-Organisation, im Rahmen derer regelmäßig von Führungskräften als Entscheidungsträger im Unternehmen Einschätzungen aktueller Chancen und Risiken, die Einfluss auf das Unternehmensergebnis haben können, dokumentiert werden. Diese Einschätzungen können qualitativer und quantitativer Natur sein, werden entsprechend ihrer Charakteristik in Risikocluster zusammengeführt und bedarfsweise gesamthaft bewertet. Weitere wesentliche Elemente des integrierten MEDION-Risikomanagementsystems sind das interne Kontrollsystem (IKS) und die Interne Revision. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Prinzipien sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert. Im Rahmen der Arbeiten einer Internen Revision entscheidet entweder der Aufsichtsrat über einen durch den Vorstand vorgelegten Revisionsplan mit Themen zu prozessunabhängigen Kontrollen in allen Unternehmensbereichen, oder Themen werden durch die Lenovo-Konzernrevision angekündigt. Die Arbeiten der Internen Revision decken dabei nicht nur MEDION-spezifische Anforderungen ab, sondern sind auch auf Anforderungen durch etwaige veränderte Rechts- und Geschäftssituationen im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern ausgelegt. Die ausgewählten Themen werden vorzugsweise durch auf diese Themen spezialisierte externe Dienstleister bearbeitet. Die Berichterstattung erfolgt unmittelbar an den Vorstand, der dem Aufsichtsrat berichtet. Ergänzend zu etwaigen selbst ausgewählten Themen werden das Risikomanagement und die Geschäftsprozesse des MEDION-Konzerns in regelmäßigen Abständen durch die Lenovo-Konzernrevision einer Prüfung unterzogen. 6.3.2.3 Absatzbezogene RisikopositionDas MEDION-Geschäftsmodell ist auf den Absatz von Consumer-Electronics-Produkten und komplementären Dienstleistungen mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis in großen Stückzahlen für den Konsumentenmarkt ausgerichtet. MEDION ist wie jedes Unternehmen, das im Konsumgüterbereich tätig ist, stark von der Kaufkraft und Kaufneigung der Verbraucher abhängig. Während die Kaufkraft von gesamtwirtschaftlichen Parametern wie Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsen und Arbeitslosigkeit beeinflusst wird, hängt die Kaufneigung stark von weichen Faktoren wie etwa der wirtschaftlichen Grundstimmung und dem Verbrauchervertrauen ab. Aufgrund des Absatzschwerpunktes über große Handelsketten ist MEDION wesentlich von der Kaufneigung der Verbraucher und den darauf gerichteten Absatzerwartungen seiner großen Kunden in diesem Marktsegment abhängig. Die MEDION-Kunden gehören überwiegend zu den namhaften Adressen des internationalen Retail-Marktes. Durch den Charakter des Projektgeschäftes werden mit einzelnen Kunden in kurzen Zeiträumen hohe Umsatzvolumina realisiert. Im Rahmen dieses seit langen Jahren erfolgreichen Geschäftsmodells ist die Vertriebstätigkeit auf multinationale, leistungsfähige Partner im Retail-Markt ausgerichtet. MEDION unterhält daher Geschäftsbeziehungen zu wichtigen Kunden, die für die Geschäftsentwicklung von MEDION wesentlich sind und die bei Wegfall einzelner solcher Kundenbeziehungen zu signifikanten Umsatzveränderungen und entsprechenden nachteiligen Auswirkungen für die weitere Geschäftsentwicklung von MEDION führen können. Andererseits können sich durch den Hinzugewinn einzelner Kunden oder Projekte auch große Umsatzveränderungen zum Positiven ergeben. Dabei ist MEDION aufgrund seiner führenden Wettbewerbsposition im für den Handelskunden individualisierten Aktionsgeschäft und des guten Verhältnisses von Qualität, Design und Preis der Produkte national wie international ein attraktiver Partner für seine Kunden und verfügt über stabile Kundenbeziehungen. Den im Bereich hochwertiger Produkte der Consumer Electronics aufgrund der dynamischen technologischen Entwicklung typischerweise innewohnenden Bestandsrisiken der technologischen Veralterung und den damit verbundenen Abwertungsrisiken begegnet MEDION bei seinen Produkten durch eine strikte Anwendung des Build-to-Order-Prinzips. Bei den Vorratsbeständen handelt es sich daher im Wesentlichen um bereits fest disponierte Ware im Projektgeschäft beziehungsweise um Serviceware für Reparatur und Austausch im After-Sales-Service-Prozess. Die für den Direktverkauf bereitgestellte Ware beruht auf einer rollierenden, den täglich ermittelten Abverkäufen angepassten Bedarfsplanung mit kurzen Produktzyklen. Damit werden eine kurze Zeitspanne zwischen Beschaffung und Absatz und eine an den aktuellen Absatzchancen orientierte große Flexibilität im Produktmix erreicht und damit die Bestandsrisiken auf ein Mindestmaß begrenzt. Die Bestandsdisposition und -bewertung wird durch ein prozessunabhängiges Bestandscontrolling überwacht und gesteuert. Bei den MEDION-Handelskunden besteht ein allgemeines Abverkaufsrisiko für die georderten Waren. Durch gezielte Marktforschung, Testaktionen bei Produktneueinführungen und dosierte Mengenplanungen wird dieses Risiko der MEDION-Handelspartner in engen Grenzen gehalten. Aufgrund der in weiten Teilen des Handels in einem begrenzten Zeitraum üblichen Geld-zurück-Garantie haben die Konsumenten das Recht, auch funktionell einwandfreie Ware als Retourenware an den Handel zurückzugeben. Diese Retourenwaren werden zumeist an den Hersteller weitergeleitet und von diesem einer alternativen Vermarktung zugeführt. Solche Bestände unterliegen einem besonderen Abverkaufsrisiko. MEDION hat in Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit den Handelskunden Verfahren entwickelt und vereinbart, um Missbräuche im Retourenprozess zu verhindern und die Risiken aus der Rückgabe einwandfreier Waren zu begrenzen. Im Hinblick auf die Zweitvermarktung von Retourenwaren hat MEDION durch ein gezieltes Retourenmanagement die Prozesssteuerung und die Abverkaufskanäle über Dritte optimiert und ergänzend dazu durch den MEDION-Fabrikverkauf und den Abverkauf über den MEDION-Shop im Internet im In- und Ausland eigene Vertriebswege für eine Folgevermarktung geschaffen. Durch dieses Bündel von Maßnahmen konnte die Risikoposition verbessert werden. Forderungen gegen KundenMEDION reduziert das Bonitätsrisiko dadurch, dass sich die Vertriebsaktivitäten im Wesentlichen auf international tätige Handelskonzerne mit A-Bonitäten konzentrieren. Kunden, die nicht in diese Kategorie fallen, haben für MEDION im Projektgeschäft nur untergeordnete Bedeutung und werden größtenteils kreditversichert beziehungsweise nur gegen Garantien oder auf Vorkasse beliefert. An dieser Vorgehensweise wird auch in der Zusammenarbeit mit Lenovo festgehalten. Darüber hinaus wird durch punktuelle Nutzung externer Vertriebspartner ein potentielles Risiko vermieden. Im Direktgeschäft werden grundsätzlich sogenannte sichere Zahlungsmethoden angeboten oder übliche Bonitätsprüfungen vor Verkauf, Versand oder Bereitstellung von Produkten durchgeführt. 6.3.2.4 BetriebProduktideeKern des MEDION-Geschäftsmodells ist die Vermarktung von attraktiven und designorientierten Trendprodukten mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis an breite Käuferschichten. Neue Produkte schaffen neue Absatzchancen, sind jedoch erst nach einer gewissen Zeit in Abhängigkeit vom individuellen Produktlebenszyklus ausgereift und preislich für den Massenmarkt tauglich. Ältere Produkte unterliegen bei dem schnellen technologischen Wandel dem Risiko der technischen Veralterung, verlieren damit schnell an Attraktivität und sind einem hohen Preisverfall ausgesetzt. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Produktidee zum richtigen Zeitpunkt zu platzieren. Über das seit vielen Jahren gewachsene MEDION-Einkaufsnetzwerk wird eine Vielzahl von Ideen generiert und an die Kunden herangetragen. Daneben werden laufend Erkenntnisse der Marktforschung ausgewertet und durch eigene Präsenz auf wichtigen Messen und im unmittelbaren Kontakt mit innovativen Herstellern aktiv neue attraktive Produktideen gesucht. Das MEDION-Produktmanagement verfügt über langjährige Markt- und Branchenkenntnisse und hat unmittelbaren Kontakt zu den im Markt generierten Neuheiten und Trends. Aus diesem systematischen Ansatz heraus hat sich MEDION im Markt sowohl bei den Kunden als auch bei den Lieferanten einen guten Namen als schneller und leistungsfähiger Technologieintegrator für den Massenmarkt gemacht. Nicht zuletzt wurden darüber auch die Ideen zu den erfolgreich eingeführten Dienstleistungen generiert und umgesetzt. Durch den Zugriff auf Produktideen und Technologien von Gesellschaften des Lenovo-Konzerns können sich weitere Vorteile für das MEDION-Geschäftsmodell bei der Entwicklung und Vermarktung von Produkten ergeben. Im Bereich der digitalen Produkte hat MEDION seit Einführung des Lifestores in 2015 auch im Geschäftsjahr 2017/18 neue digitale Produkt- und Vertriebsideen mit innovativem Charakter auf den Markt gebracht. Hier arbeitet MEDION ausschließlich mit erfahrenen und erfolgreichen Dienstleistern zusammen. Beschaffung und AbsatzMEDION greift bei wesentlichen Teilen der Wertschöpfungskette auf externe Partner zurück. Dies gilt insbesondere für die Herstellung von Produkten und Komponenten, für die Abwicklung logistischer Prozesse und auch für Prozesse im After-Sales-Service. Insofern ist MEDION sowohl qualitativ als auch preislich auf eine Vielzahl von Partnern angewiesen. Insbesondere die Beschaffungsmärkte für PC-Komponenten und Logistikdienstleistungen sind dabei von einer hohen Verfügbarkeits- und Preisvolatilität bei Dienstleistungen, wichtigen Bauteilen und Komponenten (zum Beispiel Speicherkomponenten und CPUs) geprägt, die teilweise durch die Entwicklung der Fremdwährungsparitäten gegenüber dem US-Dollar und dem Britischen Pfund noch verstärkt wird. Während sinkende Einkaufspreise regelmäßig durch den Wettbewerbsdruck an Handels- und Endkunden weitergegeben werden müssen, können steigende Einkaufspreise nur sehr selten, und in der Regel nur verzögert, weitergegeben werden. Dieses kann in vielen wesentlichen MEDION-Produktbereichen zu einem entsprechenden Druck auf die Umsatz- und Rohertragsentwicklung führen. Potentielle Risiken für MEDION bestehen im Falle der Insolvenz von Lieferanten, was die Nichtrealisierung des Kunden Projektes zur Folge hätte. MEDION begegnet diesem Risiko durch Konzentration auf große, international bekannte Hersteller. Potentielle Risiken durch Lieferengpässe bei Hauptlieferanten können zu Preisrisiken und gegebenenfalls Umsatzeinbußen führen. MEDION verfügt jedoch aufgrund des großen, über viele Jahre hinweg gewachsenen Einkaufsnetzwerkes über sehr stabile Lieferantenbeziehungen und wird bedingt durch die hohen Beschaffungsvolumina bei bekannter Flexibilität und Finanzkraft in der Regel als A-Kunde eingestuft und bei Kapazitätsengpässen bevorzugt beliefert. Darüber hinaus kann MEDION teilweise bei der Beschaffung von der Zugehörigkeit zum Lenovo-Konzern profitieren. Weitere potentielle Risiken können durch Qualitätsmängel bei den Produkten erwachsen und insbesondere im Bereich der Service- und After-Sales-Kosten zu höherem Aufwand führen und eine Imageschädigung nach sich ziehen. MEDION bezieht seine Waren von international führenden Herstellern mit hohen Qualitätsstandards, die grundsätzlich das Qualitätsrisiko tragen. Um eine größtmögliche Sicherheit hinsichtlich der Produktqualität zu gewährleisten und Probleme möglichst in einem frühen Stadium des Projektes zu erkennen und gegebenenfalls frühzeitig gegensteuern zu können, führt MEDION vor, während und nach der Produktion eigene Qualitätskontrollen zumeist vor Ort beim Lieferanten durch. Neben der professionellen Projektabwicklung im Verkaufs- und Beschaffungsprozess ist ein hocheffizienter und verlässlicher After-Sales-Prozess der wesentliche Erfolgsfaktor für den nachhaltigen Markterfolg. Bei Beeinträchtigung der Servicequalität kann es zu Imageschädigungen und negativen Folgen für die Kundenbeziehungen, das Ansehen und die Akzeptanz der Marke MEDION kommen. Um im Bereich der After-Sales-Prozesse ein hohes Qualitätsniveau zu gewährleisten, werden nur erfahrene Dienstleister eingesetzt. Die Auftragsabwicklung wird laufend dokumentiert und die Arbeitsergebnisse und die Effektivität über ein parallel laufendes Qualitätsmanagementsystem überwacht und optimiert. Dadurch ist es über lange Jahre hinweg gelungen, bei den Partnern im Handel und bei den Endkunden ein großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit von MEDION-Produkten und in den MEDION Service aufzubauen. DirektgeschäftAbweichend vom Projektgeschäft unterliegt das Direktgeschäft bei der Geschäftsbeziehung zum Endkunden naturgemäß einem größeren finanziellen Risiko. Insbesondere im Online-Handel kommen dem Verbraucher die hier anzuwendenden gesetzlichen Regelungen zugute. MEDION hat daher in seine Geschäftsprozesse mit externen Dienstleistern umfangreiche Kontrollen eingebunden, um sowohl in der Logistik als auch im Zahlungsprozess Risiken zu vermeiden. Darüber hinaus erfolgt der Aufbau von für das Direktgeschäft verfügbaren Warenbeständen streng den Verläufen des Projektgeschäftes, um ein gemäß den Markttrends inhärentes Bestandsrisiko zu minimieren. Im Bereich der Vermarktung digitaler Dienstleistungen bestanden diese Risiken aufgrund der Vertriebsstruktur jedoch nicht. Im Bereich der digitalen Produkte ist es zudem erforderlich, sichere, aber auch sehr schnelle Bewegungen digitaler Produkte an Ein- und Verkaufsschnittstellen zu gewährleisten. Entscheidend für den Erfolg in diesem Segment ist eine dauerhaft leistungsfähige und sichere technische Infrastruktur. Hier arbeitet MEDION ausschließlich mit erfahrenen und erfolgreichen Dienstleistern zusammen und fungiert in der Regel als Plattformbetreiber zwischen Rechte- oder Contentlieferanten und den Endverbrauchern. Die Einführung des Anti-Terror-Gesetzes zum 1. Juli 2017 hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 erwartungsgemäß Auswirkungen gehabt. Die gesetzlichen Vorgaben zur Einführung der verpflichtenden Identitätsprüfung bei Kauf und Aktivierung der SIM-Karten haben Spontankäufe sowie den Erwerb von Zusatz- oder Ersatz-SIM-Karten reduziert, mit entsprechenden Auswirkungen auf Umsatzerlöse und Ergebnisbeiträge. Zur Vermeidung oder Abmilderung weiterer negativer Effekte sind weiterhin erhöhte Kontrollen und Analysen in der Steuerung des Mobilfunkgeschäftes erforderlich. DatenverarbeitungFür das Funktionieren des Projekt- und Direktgeschäftes und des After-Sales-Service sind effiziente und sichere EDV-Lösungen unerlässlich. Im Falle nicht funktionierender EDV-Prozesse könnte die zeitgerechte Projektabwicklung gefährdet werden und gegebenenfalls weitere wesentliche Beeinträchtigungen des Geschäftsablaufes eintreten. Im Zuge der zunehmenden EDV-Prozessintegration kommt dabei auch der Einbeziehung der Systeme und Schnittstellen zu Lieferanten, Service-Providern und Kunden besondere Bedeutung zu. Die bei MEDION und den in die Wertschöpfungskette einbezogenen Partnern eingesetzten Informationstechnologien werden von eigenen und externen EDV-Fachleuten ständig überprüft und aktualisiert. Die Systeme zur Informationssicherheit werden laufend weiterentwickelt. Darüber hinaus werden Reviews für die EDV-Prozessqualität und -Sicherheit von externen Prüforganisationen sowie von der Lenovo-Konzern-Revision durchgeführt. Dadurch wird ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Abwicklung von IT-gestützten Geschäftsprozessen gewährleistet. LogistikDa sich MEDION in wesentlichen Umsatzbereichen auf das Projektgeschäft konzentriert, kommt der Fähigkeit, die Produkte innerhalb eines vertraglich vereinbarten Zeitfensters an die Kunden auszuliefern, besondere Bedeutung zu. Verzögerungen können zu Konventionalstrafen oder infolge der Notwendigkeit von Änderungen des Transportmittels zu erhöhten Kosten führen. MEDION arbeitet mit einer begrenzten Anzahl international tätiger Speditionen zusammen, die für hohe Qualitätsstandards und Liefertreue stehen. Die Logistikprozesse bei diesen Spediteuren sind in die eigene IT-Prozesssteuerung von MEDION integriert. Dadurch wird ein hohes Maß an Prozesssicherheit im Bereich Logistik erreicht. Außerhalb des Projektgeschäftes erfolgt die Distribution von Waren mit national und international erfahrenen Logistikpartnern. Zu diesen Partnern bestehen individuelle Vertragsbeziehungen, in denen unter anderem auch die Standards für die Servicequalität und Sicherheit festgelegt sind. Die Servicequalität und Sicherheit der Logistikprozesse und die Einhaltung der vertraglich festgelegten Standards werden über das Risikomanagementsystem laufend überwacht. 6.3.2.5 RechtEs bleibt festzustellen, dass von verschiedenen Seiten verstärkt Ansprüche wegen angeblicher Verletzung von gewerblichen Schutzrechten, insbesondere von Patenten, geltend gemacht werden. Dies erfolgt teilweise durch die Schutzrechtsinhaber selbst, teilweise werden die Ansprüche auch kommerziell über Dritte, insbesondere so genannte Patentverwertungsgesellschaften, zunächst außergerichtlich geltend gemacht. Dabei werden verstärkt die Verletzungsansprüche gegen den Inhaber der jeweiligen Marke, die auf den Geräten abgebildet ist, geltend gemacht und konsequenterweise auch nur eine Lizenzierung durch den Markeninhaber akzeptiert. Generell gilt, dass behauptete Schutzrechtsverletzungen und Ansprüche oftmals als nicht gerechtfertigt beurteilt werden können. Für bestehende Risiken wurden im Abschluss, soweit kalkulierbar, angemessene Rückstellungen, auch für Schutzrechtsverletzungen, passiviert. Um die Risiken für MEDION daraus weitestmöglich zu begrenzen, vereinbart MEDION im Einkaufsbereich, wenn möglich, mit den Lieferanten, dass diese für eine mögliche Verletzung von Schutzrechten Dritter für die gelieferte beziehungsweise hergestellte Ware allein verantwortlich sind und MEDION von allen diesbezüglichen Ansprüchen freigestellt wird. Es ist jedoch erkennbar, dass die Durchsetzung dieser Ansprüche vor allem gegenüber Lieferanten aus dem asiatischen Raum mit erheblichen rechtlichen Problemen verbunden ist, sodass trotz möglicher Freistellungsvereinbarungen Risiken bei der Durchsetzung bestehen bleiben. Sollte sich im Rahmen der Rechtsstreitigkeiten und Vergleichsverhandlungen herausstellen, dass die möglicherweise nachträglich zu zahlenden Lizenzgebühren oder sonstigen Schadensersatzzahlungen von den zurückgestellten Beträgen abweichen, so würden sich daraus entsprechende Auswirkungen auf das Ergebnis ergeben. 6.3.2.6 Finanzen und FinanzinstrumenteDie MEDION-typische Ausrichtung auf das Projektgeschäft erfordert für kurze Zeiträume die Verfügbarkeit von erheblichen Finanzmitteln zur Vorfinanzierung großvolumiger Aufträge. Fehlende Finanzierungsmöglichkeiten könnten ansonsten die Unternehmensentwicklung bremsen. Im Rahmen des MEDION-Geschäftsmodells werden viele kapitalintensive Teile des Wertschöpfungsprozesses wie Forschung und Entwicklung, Produktion, Logistik oder Verkauf am Point of Sale von Partnerunternehmen wahrgenommen. Aufgrund der langjährigen Geschäftsbeziehungen und vor dem Hintergrund der soliden Kapital- und Finanzstruktur stehen MEDION in erheblichem Maße Lieferantenlinien zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der guten Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung beschränkt sich ein möglicher Finanzkreditbedarf von MEDION ausschließlich auf die kurzfristige Abdeckung von Finanzierungsspitzen bei großvolumigen Projekten im klassischen Saisongeschäft. Ein kurzfristiger Finanzbedarf hat sich jedoch seit mehreren Jahren nicht mehr ergeben. Seit Integration in den Lenovo-Konzern hat MEDION dauerhaft freie Liquidität anderen Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt. Als international agierendes Unternehmen ist MEDION Risiken durch Wechselkurseinflüsse ausgesetzt. Insbesondere auf der Beschaffungsseite fallen Zahlungsströme in ausländischer Währung an, da die überwiegende Zahl der Lieferanten in Asien beheimatet ist und die Transaktionen daher in US-Dollar abgewickelt werden. MEDION sichert sich gegen die Risiken aus Fremdwährungsschwankungen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von marktüblichen Devisentermingeschäften und teilweise ergänzenden Swap-Geschäften ab. Dieses geschieht nach Konzern-Richtlinien innerhalb des Lenovo-Konzerns. Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Der Einsatz von Währungssicherungsinstrumenten ist im Wesentlichen gekoppelt an die Auftragsstruktur des Projektgeschäftes. Auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang auf Seite 167-171 wird verwiesen. 6.3.2.7 PersonalDer Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte und technisches Personal ist in der Consumer-Electronics-Branche nach wie vor sehr groß. Nicht nur im Projektgeschäft, sondern insbesondere auch im Rahmen neuer digitaler Kanäle und Produkte und dem zunehmenden Grad der Digitalisierung des Hardwarevertriebes stellen erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter eine sehr wichtige Ressource dar. Daher muss auf die Bindung von Know-how-Trägern an das Unternehmen sowie auf die Gewinnung und das erfolgreiche Onboarding von Talenten vom externen Markt durch geeignete Maßnahmen besonderes Gewicht gelegt werden. Nur gut geschulte und qualifizierte Mitarbeiter können Risiken beherrschen und vermeiden. Daher fördert MEDION gezielt die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. Um bei einem Personalwechsel die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern und Probleme durch Know-how-Verluste möglichst zu vermeiden, sind im Rahmen des Workflow-Managements alle unternehmensinternen Prozesse so dokumentiert, dass sie personenunabhängig ausgeführt werden können. Insgesamt arbeitet bei MEDION ein motiviertes und hochprofessionelles Team - eine gesunde Mischung aus erfahrenen Mitarbeitern, die das Unternehmen schon lange begleiten, jungen Kolleginnen und Kollegen, die ihre berufliche Karriere bei MEDION beginnen und Kollegen, die aus anderen Unternehmen zu MEDION gekommen sind und mit ihren Erfahrungen zum Unternehmenserfolg beitragen. 6.3.2.8 RisikoszenarienInsgesamt sieht sich MEDION, trotz der zunehmenden Sättigung im Verbraucherumfeld und dem dadurch begründeten stärkeren Wettbewerb, gut aufgestellt, weil durch die langjährige Nähe zu Geschäftspartnern und neuen Informationsmöglichkeiten durch Lenovo kritische Tendenzen rechtzeitig erkannt und durch die Einleitung geeigneter Maßnahmen Risiken vermindert werden können. Insbesondere die Erfolge der neuen digitalen Kanäle und Produkte haben bei bestehenden und neuen Kunden zu großem Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit geführt. Die geringen Planabweichungen deuten bereits auf ein gut funktionierendes Risikomanagement einschließlich eines hohen Maßes an Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Entwicklungen hin. Aufgrund guter Kundenbeziehungen, durch die Entwicklungen im Projektgeschäft mit ausreichender Planungssicherheit in der Geschäftsplanung berücksichtigt werden können, unterstützt durch flexible Produktmanagement- und -entwicklungsprozesse sowie aufgrund der langjährig stabilen Kundenbasis im Direktgeschäft ergeben sich aus dem Geschäftmodell von MEDION bei erwarteten oder bekannten Entwicklungen von wirtschaftlichen oder rechtlichen Rahmenbedingungen in der Regel keine weiteren Risiken, die die Erreichung von Umsatz- oder Ergebniszielen wesentlich gefährden können. Im Rahmen der Abläufe in der Risikomanagement-Organisation sind die dokumentierten Risiken und Chancen demnach überwiegend qualitativer Natur. Finanzielle Auswirkungen können naturgemäß nicht gänzlich ausgeschlossen werden, würden sich jedoch mehrheitlich in nicht eindeutig identifizierbaren prozessbezogenen Aspekten und somit wenig quantifizierbaren Auswirkungen widerspiegeln. Unabhängig von einer möglichen Quantifizierung werden für dokumentierte Risiken und Chancen Maßnahmen in Abhängigkeit der Eintrittswahrscheinlichkeit definiert. Dabei teilt MEDION die Risikoaspekte in drei Wahrscheinlichkeitscluster ein:
Aus zuvor beschriebenen im Geschäftsmodell von MEDION liegenden Gründen haben Quantifizierungen zum Zwecke einer möglichen Zielabweichung nur untergeordnete Relevanz. Da in der Geschäftsplanung wesentliche Trends bereits berücksichtigt sind und das dritte Geschäfts- bzw. das vierte Kalenderquartal aufgrund des Weihnachtsgeschäftes nach wie vor das wichtigste Geschäftsquartal ist, sind für eine Quantifizierung relativ niedrige Abweichungen vom Ergebnisziel zwecks einer Einstufung definiert. Diese Risiko-Einstufung ist wie folgt:
Risken, welche geeignet sind, eine höhere Zielabweichung als 15 % zu beanspruchen, werden als Sonderrisiko eingestuft und nicht in die Regelszenariotabelle inkludiert. Für die zuvor beschriebenen Risikofelder werden dabei insbesondere die nachfolgend aufgeführten Risiken mit individuellen Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen finanziellen Auswirkungen berücksichtigt. RISIKOSZENARIENscroll
6.3.3 ChancenberichtNeben den allgemeinen Entwicklungen beobachtet MEDION auch spezifische Markttendenzen, die dem Geschäftsmodell entgegenkommen und Chancen nicht nur zum Wachstum, sondern insbesondere auch zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und somit zur Ertragsstabilisierung bieten. Diese Entwicklungen zeigen zu den Möglichkeiten, die bereits in der Prognose berücksichtigt sind, weitere operative, aber nicht mit ausreichender Sicherheit quantifizierbare Chancen. White Label/Private LabelProdukte aus dem Consumer-Electronics-Umfeld vereinen immer mehr verschiedene Funktionen in einem Gerät. Der Wettbewerb um Marktanteile wird somit immer intensiver und die Produktlebenszyklen immer kürzer. Aus diesem Grund werden neue Produktideen wiederum immer schneller zu Commodities. Die mit dieser Entwicklung verbundene immer bessere Leistungsfähigkeit von Consumer-Electronics-Produkten bietet zwischen den Produkten selbst jedoch auch immer weniger Differenzierungsmerkmale, die zur Kundengewinnung entscheidend sein können. Zusätzlich wird der Preiswettbewerb durch intelligente Suchmaschinen immer intensiver und Preise können sich angleichen. Neben den Differenzierungsmerkmalen Preis und Design wird daher für den Verbraucher auch immer mehr das Vertrauen in den Anbieter entscheidend. Das Vertrauen in den Produzenten ist dabei nicht ganz genau abzugrenzen von dem Vertrauen in den Händler. Dieses Vertrauen wird durch umfangreiche Kundenservices, die dem Verbraucher ein Gefühl von bekanntem, sicherem Einkauf geben, immer mehr gefördert. Hier bieten sich im Bereich von White-Label-Produktserien, wie sie im Lebensmittelbereich bereits alltäglich sind, neue Potentiale. MEDION hat seit vielen Jahren neben dem Vertrieb von Produkten unter dem eigenen Markennamen auch Erfahrungen als Lieferant von White-Label-Elektronik und ist für diesen Markttrend entsprechend aufgestellt. Entsprechend den schwierigen Marktentwicklungen im Multimedia-Segment hat sich auch die Strategie von MEDION, die Produktkategorien in den Bereichen Consumer-Electronics und Haushaltselektronik zu stärken und auszubauen, bewährt. Insbesondere der Zugang zu großen internationalen Handelsketten bietet hier attraktive Möglichkeiten. Hochauflösendes Ultra HDTVDie bereits erhältliche Technologie für das hochauflösende Ultra-HD oder 4k-Fernsehen ist immer noch nicht vollumfänglich im Massenmarkt angekommen. Zwar werden neuere TV-Geräte zunehmend mit dieser Technologie angeboten, was auch hier mittlerweile zu einem Preisrückgang geführt hat. Solange es jedoch weiterhin an entsprechenden Inhalten fehlt, fehlt auch der Kaufanreiz für den Endkunden, solange keine Ersatzinvestition zwingend ist. Ein größeres Film- und Fernseh-Angebot mit dieser Technologie ist absehbar, gegenwärtig jedoch noch nicht vollumfänglich frei, sondern in der Regel nur im Pay-TV-Bereich verfügbar. Aufgrund der Flexibilität und der Fähigkeit von MEDION, in kurzer Zeit Produktideen zu großvolumigen Aktionsgeschäften zu entwickeln, ist MEDION auch für den Vertrieb von preislich attraktiven Ultra-HD-Geräten vorbereitet. Digitale DienstleistungenNicht zuletzt wegen des weltweiten Erfolges von Smartphones und Tablet-PCs wird das Geschäft mit digitalen Medien und Inhalten bedeutender für den Consumer-Electronics-Markt. MEDION betreibt seit mehreren Jahren erfolgreich das Telekommunikationsgeschäft sowie einen Online-Fotoservice und hat mit dem Vertrieb von eigenen Tablet-PCs und Smartphones Zugang zu wichtigen Technologien und Trends für den Ausbau digitaler Dienstleistungen. Weiterhin hat MEDION aufgrund seiner jahrelangen Kontakte in den Beschaffungs- und Vertriebskanälen vielversprechende Möglichkeiten, die gewonnenen Kunden durch zusätzliche digitale Dienstleistungen zu binden. Beispiele sind die Life-Produkte wie der im September 2015 in den Markt gebrachte Musik-Streamingdienst über den Lifestore, der mittlerweile um E-Books erweitert und auch im Ausland gestartet wurde, oder die in 2016 begonnene digitale Distribution digitaler Gutschein-Codes für Gaming, Telefonie oder Online-Shopping bei verschiedenen Anbietern, welche ebenfalls bereits im In- und Ausland mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten vertrieben werden. In diesem Bereich hat MEDION mit echten technischen USPs gegenwärtig auch First-Mover-Vorteile, die konsequent ausgebaut und für internationales Wachstum genutzt werden. Im Bereich des klassischen Online-Handels hat MEDION seine Aktivitäten dahingehend geändert, dass eigene Webshops nur noch für Regionen betrieben werden, die in den für MEDION adressierbaren Markt- und Produktsegmenten ausreichende Volumengrößen ermöglichen. Daneben werden verstärkt Investitionen in sogenannte Marktplatz-Portale sowie den Ausbau der Anbindung des MEDION-Online-Shops an bereits bestehende Kunden-Webshops getätigt oder in im Sinne einer White-Label-Strategie betriebenen Vertriebsplattformen, die an andere Kunden-Websites angebunden sind, aber durch MEDION betrieben werden. Die langjährige technische und logistische Erfahrung bietet MEDION nachhaltige Geschäftsmöglichkeiten. Internationaler KundenserviceDer im Rahmen der zuvor beschriebenen Produkt- und Marktentwicklungen begründete Preisdruck wirkt sich auch auf die Erbringung von Kundendienstleistungen im Rahmen gesetzlicher Gewährleistungen oder auch von Zusatzdiensten aus. MEDION hat schon vor langem diesen Trend erkannt und seine Servicestrukturen angepasst. Die seit 2012 geleistete Erbringung von Kundendienstleistungen für Lenovo zeigt, dass MEDION ideale Voraussetzungen für einen internationalen kosteneffizienten Kundendienst hat, oder auch nur die Steuerung von Kundendienstleistungen aufgrund der Möglichkeiten in einem breiten, internationalen Partner-Netzwerk effizient anbieten kann. MEDION ist hier auch in der Lage, für Drittanbieter Service-Dienstleistungen für Produkte zu erbringen, die selbst nicht durch MEDION vertrieben werden. 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren6.4.1 Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenPersonalDie Anzahl der im MEDION-Konzern zum Bilanzstichtag 31. März 2018 beschäftigten Mitarbeiter hat sich, umgerechnet auf Vollzeitäquivalente, von 1.052 um -25 oder -2,4 % auf 1.027 vermindert. Der Personalaufwand liegt im Berichtsjahr mit € 59,0 Mio. hingegen noch auf Vorjahresniveau (€ 59,3 Mio.). Dieser im Vergleich zur Beschäftigtenzahl unterproportionale Rückgang ist dadurch begründet, dass entsprechende Austritte erst in der zweiten Jahreshälfte erfolgten. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Veränderung der Mitarbeiterzahlen zum 31. März 2018 gegenüber dem Vorjahresstichtag. VERÄNDERUNG MITARBEITERKENNZAHLEN (VOLLZEITÄQUIVALENTE)scroll
MitarbeiterzufriedenheitIm Bereich interner Prozesse ist die Mitarbeiterzufriedenheit relevant. Entsprechend wird ein Fluktuationswert von 0,5 % oder darunter angestrebt, bis zu 1 % gilt jedoch noch als akzeptabel. Im abgelaufenen Geschäftsjahr liegt die Fluktuationsrate mit 0,8 % über dem Vorjahreswert von 0,6 % und somit erneut im mittleren Zielkorridor (0,5 % bis 1,0 %). KundenserviceIm Rahmen des Kundenservice haben Kennzahlen verschiedener Service-Level eine hohe Relevanz, weil diese sowohl Rückschlüsse auf die Qualität der Serviceprozesse zulassen als auch Indikatoren für Kundenzufriedenheit sein können. Für Servicelevelkennzahlen gilt grundsätzlich eine Quote ab 90 % als sehr gut. Im Bereich der Reparaturdurchlaufzeiten konnten die Zielwerte wie im Vorjahr jedoch nicht erreicht werden. Nach 87,1 % im Vorjahr verringerten sich diese nochmals leicht auf 85,8 %. Zurückzuführen ist diese temporäre Minderung auf Sonderthemen im Bereich der Kundendienstleistungen für Lenovo. Damit korrespondiert die erneute Erhöhung der Reparaturdurchlaufzeiten von 8,0 Tagen im Vorjahr auf 8,7 Tage in 2017/2018. Nach wie vor im Zielbereich ab 90 % liegen mit 90 % die Annahmen der Kundengespräche innerhalb der vorgegebenen Zeit (Vorjahr: 92,4 %). 6.4.2 Vergütungsbericht6.4.2.1 VorstandsvergütungenDurch Beschluss des Aufsichtsrates vom 23. Februar 2016 und unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des in 2011 erfolgten Erwerbs von MEDION durch Lenovo sind die Vorstandsmitglieder Gerd Brachmann und Christian Eigen mit Wirkung vom 1. Januar 2017 bis zum 31. März 2020 zu Mitgliedern des Vorstandes der Gesellschaft bestellt worden. Gemäß den in diesem Zusammenhang mit den Vorstandsmitgliedern geschlossenen Anstellungsverträgen besteht die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder aus einer Reihe von Vergütungsbestandteilen. Im Einzelnen handelt es sich um das Fixum, die variable Vergütung, eine zusätzliche von Lenovo zu ermittelnde und zu leistende aktienbasierte Vergütung sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen. Maßgebend für die Festlegung der Gesamtvergütungsstruktur des Vorstandes ist der Aufsichtsrat, der die Angemessenheit der Vergütungen bestimmt. Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus Fixum, Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, während die erfolgsbezogenen kurz- und langfristigen Komponenten in eine variable Vergütung einfließen. Die feste Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Nebenleistungen umfassen im Wesentlichen Versicherungen sowie die Zurverfügungstellung von Dienstwagen, die als Vergütungsbestandteil vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern sind. Sie stehen allen Vorstandsmitgliedern prinzipiell in gleicher Weise zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation. Kredite oder Gehaltsvorschüsse wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt. Die erfolgsabhängige Tantieme für Gerd Brachmann und Christian Eigen besteht aus einem kurzfristigen jährlichen Leistungsbonus und einem langfristigen Leistungsbonus und wird in Bezug auf die Leistung des jeweiligen Vorstandsmitgliedes und die Leistung der Gesellschaft gemäß der Methode des Lenovo-Leistungsbonusplans berechnet. Der kurzfristige jährliche Leistungsbonus hat ein Jahresziel und wird jährlich bezogen auf einen Geschäftsjahreszyklus gemäß der Methode des Lenovo-Leistungsbonusplans berechnet und ausgezahlt. Diese Methode enthält zwei variable Komponenten, nämlich Ziele und individueller Leistungsmodifikator, die vom Aufsichtsrat festgelegt werden. Der Aufsichtsrat legt die Ziele zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres und den individuellen Leistungsmodifikator am Ende eines jeden Geschäftsjahres fest. Der tatsächlich gezahlte Bonus kann in Abhängigkeit von den variablen Komponenten erhöht oder gesenkt werden, wobei die maximale Erhöhung bei 300 % des Zielbetrages gedeckelt ist. Der langfristige Leistungsbonus verwendet ein Jahresziel und wird während der Laufzeit des Anstellungsvertrages zweimal berechnet. Der erste langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 27 Monate (27 Monate vom 1. Januar 2017 bis zum 31. März 2019). Der zweite langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 12 Monate (12 Monate vom 1. April 2019 bis zum 31. März 2020). Die tatsächliche Bonuszahlung wird ebenfalls unter Verwendung der Methode des Lenovo-Leistungsbonusplans berechnet. Diese Methode enthält zwei vom Aufsichtsrat festgelegte variable Komponenten, nämlich Ziele und individueller Leistungsmodifikator. Der Aufsichtsrat legt die Ziele zu Beginn eines jeden Zeitraums und den individuellen Leistungsmodifikator am Ende eines jeden Zeitraums fest. Der tatsächlich gezahlte Bonus kann in Abhängigkeit von den variablen Komponenten erhöht oder gesenkt werden, wobei die maximale Erhöhung bei 300 % des Zielbetrages gedeckelt ist. Bei der Ermittlung der Vorstandsvergütung nach HGB werden die jährlichen Vorauszahlungen aus dem langfristigen Bonus nicht einbezogen. Überdies erhält Christian Eigen eine zusätzliche variable Vergütung für die Übernahme von Sonderaufgaben im Lenovo-Konzern, die sich ebenfalls aus einem kurzfristigen Bonus und einem langfristigen jährlichen Bonus zusammensetzt. Die Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf jährliche Zuteilungen von Kapitalbeteiligungen im Rahmen des so genannten Lenovo Long Term Incentive Program (LTI). Aufgrund der Übernahme zusätzlicher Funktionen in den internationalen Gremien der Lenovo-Gruppe werden die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung für den MEDION-Vorstand in Form von Aktien und Optionsrechten auf Aktien der börsennotierten Lenovo-Gruppe direkt von dieser geleistet. Demnach haben die Vorstandsmitglieder eine Option auf Zuteilung von Kapitalbeteiligungen in Form von "Share Appreciation Rights (SARs)" und "Restricted Share Units (RSUs)" bezogen auf Aktien der Lenovo Group Limited. Die tatsächliche Anzahl der Anteile hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie zum Beispiel der Allokation der Zuteilung nach SARs und RSUs, Aktienkursen und Wechselkursen. Die SARs und RSUs werden nach Maßgabe der Bedingungen des Lenovo-SAR-Plans und des Lenovo-RSU-Plans über einen Zeitraum von vier Jahren zu 25 % jährlich unverfallbar. Für die Ausübung oder den Verkauf von SARs und RSUs durch die Vorstandsmitglieder gelten bestimmte Sperrfristen, die in den jeweiligen Plänen näher dargelegt werden. Für die Zuteilung von Kapitalbeteiligungen gelten die Bedingungen des LTI, des SAR- und RSU-Plans sowie die Zuteilungsvereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern. Die Zuteilungsvereinbarungen enthalten Beschränkungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Lenovo und des Abwerbens von Lenovo-Mitarbeitern nach Beendigung der Anstellung. Die Zuteilungsvereinbarungen, die sich in Zukunft ändern können, sehen derzeit vor, dass leitende Angestellte im Fall der Zuwiderhandlung gegen diese Beschränkungen alle Barzahlungen oder Aktien zurückerstatten müssen, die sie in den 12 Monaten vor ihrem Ausscheiden im Rahmen des LTI erhalten haben. Da MEDION auf die Errechnung der Zuteilung der Lenovo-Kapitalbeteiligungen keinen Einfluss hat und die entsprechenden Parameter allein von Lenovo aufgrund der Tätigkeit des MEDION-Vorstands für Lenovo und des dementsprechenden Erfolgs ermittelt werden, wurde im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat seit dem Berichtsjahr 2014/2015 kein entsprechender Aufwand mehr gebucht. Lenovo hat auch für die zurückliegenden Geschäftsjahre die entsprechenden Kapitalbeteiligungen direkt an den MEDION-Vorstand geleistet und erklärt, dies auch zukünftig tun zu wollen. Gerd Brachmann | Vorstandsvorsitzenderscroll
Christian Eigen | stellvertretender Vorstandsvorsitzenderscroll
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Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 Die individuellen Pensionsrückstellungen betragen nach IFRS für Herrn Brachmann T€ 5.954 (Vorjahr: T€ 5.746) und Herrn Eigen T€ 3.371 (Vorjahr: T€ 3.314) sowie nach HGB für Herrn Brachmann T€ 4.834 (Vorjahr: T€ 4.192) und Herrn Eigen T€ 2.497 (Vorjahr: T€ 2.123). Hierfür wurden im Geschäftsjahr nach IFRS für Herrn Brachmann T€ 208 und für Herrn Eigen T€ 58 sowie nach HGB für Herrn Brachmann T€ 642 und für Herrn Eigen T€ 374 zurückgestellt. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet. Das monatliche Ruhegeld beträgt 30 % des im Durchschnitt der letzten drei Jahre des Anstellungsvertrages vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes und erhöht sich für jedes vollendete Dienstjahr, gerechnet ab dem 17. September 1998, als Vorstandsmitglied der Gesellschaft um 20/27 % dieses Monatsgehaltes bis zu einer für die Vorstandsmitglieder individuell festgelegten maximalen Höhe. Weitere Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden. Auch hat kein Mitglied des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten. 6.4.2.2 AufsichtsratsvergütungenAufsichtsratsvergütungen sind in § 11 der Satzung geregelt. Sie orientieren sich an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder. Durch Beschlussfassung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 14. Dezember 2011 wurde die Vergütung des Aufsichtsrates auf T€ 120 für den Vorsitzenden des Aufsichtsrates und auf T€ 50 für die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrates festgesetzt. Die Vergütung ist zahlbar nach Feststellung des Jahresabschlusses. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihrer Aufsichtsratszugehörigkeit. Insgesamt betrug die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2017/2018 T€ 120 (Vorjahr: T€ 120). Davon entfallen auf Herrn Dr. Stützle T€ 120, wobei die anderen Aufsichtsratsmitglieder aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo auf ihre Vergütung verzichtet haben. scroll
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Darüber hinaus haben Aufsichtsratsmitglieder im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt. 6.4.3 Sonstige Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB1. Das € 48.418.400,00 betragende Grundkapital der MEDION AG ist in die entsprechende Anzahl auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Es bestehen keine Vorzugsrechte oder andere besondere Rechte. 2. Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte oder der Übertragbarkeit der Aktien bestehen nach der Satzung der Gesellschaft nicht und sind darüber hinaus auch nicht bekannt. 3. Am Kapital der MEDION AG ist Lenovo seit 2011 mehrheitlich (79,83%) beteiligt. Darüber hinaus besteht eine zum 19. September 2012 mitgeteilte und im Januar 2017 aktualisierte Beteiligung der amerikanischen Fondsgesellschaft Elliott in Höhe von 9,83 %. 4. Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind Aktionären nicht eingeräumt. 5. Es gibt keine vom Gesetz abweichenden Regelungen zur Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind. 6. Die Satzung der MEDION AG legt in § 6 Ziff. 1 und 2 fest, dass der Vorstand der Gesellschaft aus mindestens zwei Personen zu bestehen hat und die Bestellung der ordentlichen Vorstandsmitglieder sowie eventueller stellvertretender Vorstandsmitglieder, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung und die Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden durch den Aufsichtsrat erfolgen. Darüber hinaus enthält die Satzung keine Regelungen zur Bestellung und zum Widerruf der Bestellung von Mitgliedern des Vorstandes sowie zum Abschluss und zur Beendigung von Anstellungsverträgen, so dass die Vorschriften der §§ 84, 85 AktG maßgeblich sind. Einschlägig für Satzungsänderungen der MEDION AG sind die Bestimmungen des § 10 Ziff. 7 und des § 15 Ziff. 4 und 5 der Satzung in Verbindung mit den §§ 179 ff. AktG. 7. Es gibt keine Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen. 8. Bei der MEDION AG gibt es keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen. 9. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes sind mit den Mitgliedern des Vorstandes oder den Arbeitnehmern ebenfalls nicht getroffen worden. 6.4.4 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGBDie nachfolgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB gibt die aktuelle Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der MEDION gemäß § 161 AktG wieder und enthält eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und besonderen Qualifikationen des Aufsichtsrats. Ferner enthält die Erklärung zur Unternehmensführung Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken und Erläuterungen zum Diversitätskonzept von MEDION. Darüber hinausgehende Informationen zur Corporate Governance im Unternehmen sind hier im Geschäftsbericht im Corporate-Governance-Bericht veröffentlicht. Die Unternehmensführung von MEDION - als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft - wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Corporate Governance ist für MEDION ein zentraler Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens umfasst. Die Weiterentwicklung von Corporate Governance und Compliance bei MEDION dient dem Vertrauen, das Aktionäre, Geschäftspartner, die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit in eine gute Unternehmensführung setzen. Wir haben daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten. Ein wesentliches Element der Corporate Governance deutscher Aktiengesellschaften ist die Trennung von Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt MEDION dem so genannten dualen Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen. Der Vorstand leitet das Unternehmen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Der Vorstand leitet die MEDION AG und den Konzern in eigener Verantwortung. Zu den wesentlichen Führungsaufgaben des Vorstandes zählen die Festlegung der Unternehmensziele und der strategischen Ausrichtung des Konzerns, dessen Steuerung und Überwachung sowie die Unternehmensplanung. Darüber hinaus sichert der Vorstand die Verfügbarkeit von Investitionsmitteln, entscheidet über deren Vergabe innerhalb des Konzerns und ist verantwortlich für die Gewinnung und Förderung hoch qualifizierter Führungskräfte. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Vorstandes von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Vorstandes zusammengefasst. Diese regelt insbesondere die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die der Zustimmung des Aufsichtsrates vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstandes. Der Vorstand von MEDION besteht seit Jahren unverändert aus zwei Mitgliedern. Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung beziehungsweise dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Vertrieb, Personal und Strategie enthalten sind. Die so genannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich. Am 25. Oktober 2011 haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH als herrschendes Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Durch den Vertrag unterstellt die MEDION AG die Leitung ihrer Gesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH und verpflichtet sich ab dem 1. April 2012, ihren ganzen Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für den MEDION-Konzern wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet. Außerdem berichtet der Vorstand regelmäßig über das Thema Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien, das gleichfalls im Verantwortungsbereich des Vorstandes liegt. Funktionsfähige Kontrollsysteme sind wesentlicher Bestandteil der Geschäftsprozesse bei MEDION. Dazu gehört ein konzernweites Risikomanagementsystem, das Funktionen, Prozesse, potentielle Ergebnisbelastungen und unternehmensspezifische Risiken erfasst. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für MEDION von grundlegender Bedeutung sind. Der Aufsichtsrat von MEDION besteht aus drei Mitgliedern. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Aufsichtsrates von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates geregelt. Schließlich enthalten die Satzung der MEDION AG sowie die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf. Kein Mitglied des Aufsichtsrates von MEDION ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Nach den Beratungen von Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer gemeinsamen Sitzung am 24. November 2017 wurde eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet und am 24. November 2017 auf der Website der Gesellschaft bekannt gemacht. Unverändert gegenüber den Vorjahren gilt die Ausnahme vom Kodex, dass aufgrund der Größe des Aufsichtsrates keine Ausschüsse gebildet werden können. Der Aufsichtsrat hat auch keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach seiner Überzeugung insbesondere von den spezifischen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Mitglieder des Aufsichtsrats ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hält er daher nicht für sinnvoll, da der MEDION AG auch die besonderen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ihrer Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen sollen. Frühere, nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen von MEDION sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Weitere Einzelheiten der Corporate-Governance-Praxis von MEDION können dem aktuellen Corporate-Governance-Bericht entnommen werden, der gleichzeitig Bestandteil dieser Erklärung zur Unternehmensführung ist und im Geschäftsbericht abgedruckt ist. DiversitätskonzeptGemäß § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG haben Aufsichtsrat und Vorstand im Kalenderjahr 2015 Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungspositionen und Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen beschlossen. Für die MEDION AG gilt danach die Verpflichtung als börsennotiertes Unternehmen, Zielgrößen zum Frauenanteil und Fristen zu deren Erreichung in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die festzulegende Frist bis zur Erreichung dieser ersten Zielmarke darf nicht länger als bis zum 30. Juni 2017 dauern. Die MEDION AG hat veröffentlicht, dass bis zum 30. Juni 2017 aufgrund der besonderen Struktur der Gesellschaft im Vorstand und Aufsichtsrat keine Frauen vertreten sein werden und der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 23 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands 29 % betragen soll. Im Geschäftsjahr 2017/2018 wurden diese Zielgrößen erreicht. Seitdem gelten diese Zielgrößen unverändert weiter. Die Zusammensetzung des Vorstands ist seit dem Börsengang unverändert und danach ausgerichtet, dass das besondere Geschäftsmodell im Interesse aller stakeholder der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt wird. Bisher bestand keine Veranlassung diese Zusammensetzung nach anderen Kriterien ausrichten und damit gab es im Geschäftsjahr 2017/2018 und voraussichtlich auch im Geschäftsjahr 2018/2019 keine Möglichkeit, einen Frauenanteil im Vorstand zu berücksichtigen. MEDION nimmt aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil. Der Aufsichtsrat soll nach dem Diversitätskonzept so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Insbesondere sollen die Aufsichtsratsmitglieder für die Wahrnehmung des Mandats ausreichend Zeit haben. Die Besetzung des Aufsichtsrates soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstandes durch den Aufsichtsrat sicherstellen. Dabei soll insbesondere auch auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, internationale Erfahrung und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der unternehmerischen Aktivitäten und zukünftigen Ausrichtung von MEDION als wesentlich erachtet werden. Im Aufsichtsrat sind im Geschäftsjahr 2017/2018 weiterhin keine Frauen vertreten, da der nur mit drei Personen besetzte Aufsichtsrat seit 2011 unverändert besteht, um in dem herausfordernden Marktumfeld eine kontinuierliche und effektive Arbeit zu gewährleisten. Bei MEDION besteht der Aufsichtsrat mit Herrn Dr. Rudolf Stützle seit dem Börsengang 1999 aus einem ausgewiesenen Kenner des internationalen Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat, als unabhängigem Mitglied in der Person des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Vom Mehrheitsaktionär Lenovo sind seit Dezember 2011 zwei Mitglieder des Lenovo Executive Committee im Aufsichtsrat vertreten. Dabei vertritt seit 2011 der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Wai Ming Wong, den Finanzbereich und die internationale Expansionsstrategie von Lenovo. Des Weiteren ist Herr Gianfranco Lanci seit dem 19. Dezember 2013 Mitglied des Aufsichtsrates. Herr Gianfranco Lanci ist im Lenovo Executive Committee als Corporate President und Chief Operating Officer unter anderem für die größte Produktsparte PC (Personal Computer) und für wesentliche Auslandsmärkte zuständig. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates wurden in der Hauptversammlung am 1. Oktober 2015 für die in § 8 Abs. 2 der Satzung bestimmte Amtszeit wiedergewählt.
Essen, 30. Mai 2018 Gerd Brachmann, Vorsitzender des Vorstandes Christian Eigen, Stellv. Vorsitzender des Vorstandes 7 Entgelttransparenzberichtscroll
Im Kalenderjahr 2016 waren in der MEDION AG insgesamt 543 Mitarbeiter beschäftigt, davon im Durchschnitt 39,2% Frauen. Ein Anteil von 20,6% der weiblichen Mitarbeiter war in Teilzeit tätig. Der Anteil an männlichen Mitarbeitern in Teilzeit betrug 3,6%. MEDION hat die gesellschaftspolitische Diskussion über Frauen im Beruf und speziell in Führungspositionen bereits im Jahr 2015 aufgegriffen und in der HR Strategie verankert. Es wurden Ziele abgeleitet, die eine Gleichstellung von Frauen und Männern fördern. Auf der Basis von regelmäßig durchgeführten Analysen wurde insbesondere die Rekrutierungsstrategie angepasst. So legen wir bei der Besetzung von Positionen, insbesondere im Führungsbereich, großen Wert auf eine adäquate Berücksichtigung weiblicher Bewerber. Aus diesem Grund sieht unser Recruiting Prozess vor, dass wir mindestens einen weiblichen Bewerber in der finalen Auswahlrunde für die Besetzung von Führungspositionen haben. Bei MEDION herrscht das Verständnis, dass die Förderung von Frauen im Beruf schon in der Ausbildung von jungen Menschen anfangen muss. Im Berichtsjahr verzeichnen wir bei unseren Auszubildenden und Dualen Studenten einen Frauenanteil von 22,5 Prozent. Diesen Anteil wollen wir zukünftig schrittweise auf 30 Prozent steigern. Wir ermutigen alle Beschäftigten in Elternzeit, anschließend ihre Arbeit, gerne auch in Teilzeit, wieder aufzunehmen, um die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter und Führungskräfte besonders hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu stärken. Damit erhalten wir unserem Unternehmen ihr Wissen und ihre Erfahrung nachhaltig. Im Berichtsjahr initiierten Unternehmensleitung und Mitarbeitervertretung gemeinsame Gespräche zur Einführung einer flexiblen Arbeitszeit, um insbesondere die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben zu verbessern. Bei einer Frauenquote von insgesamt 39 Prozent im Berichtsjahr (Vorjahr: 38 Prozent) lag der Anteil an weiblichen Führungskräften auf der ersten Führungsebene unterhalt des Vorstands bei 25% und übertrifft somit unsere selbst auferlegte Zielgröße von 23%. Auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands haben wir mit 33 Prozent unsere Zielgröße von 29 Prozent Frauen in Führungspositionen übertroffen. MEDION arbeitet in dieser Hinsicht eng mit unserem Mutterkonzern Lenovo zusammen. Getreu dem Motto "Different is better" misst Lenovo der Förderung von Frauen in Führungspositionen ebenfalls einen hohen Stellenwert bei. Die Direktorin Human Resources von MEDION ist "WILL Beauftragte". "WILL" steht für "Women in Lenovo Leadership" und steht für die Förderung von weiblichen Führungspositionen bei MEDION. Es findet ein enger Austausch mit unserem Mutterkonzern statt, der vor allem auf die Nutzung von Synergien und sog. Best Practices abzielt. Dazu gehört auch die jährliche Durchführung von konzernweiten Aktionen zum internationalen Frauentag. Die Höhe des Entgelts richtet sich in unserem Unternehmen nach den Aufgaben und Leistungen der Beschäftigten sowie nach ihrer Qualifikation und Erfahrung. Weder Geschlecht noch Herkunft, sondern allein Funktion und Verantwortung der Mitarbeiter zählen für uns bei der Festlegung des Entgelts. Eine gerechte Entlohnung unabhängig vom Geschlecht ist aus unserer Sicht ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Eine hohe Mitarbeitermotivation wiederum trägt maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei. 5 Diversitätsbericht5.1 DiversitätskonzeptDarstellung der verfolgten Ziele und KonzepteWettbewerbsfähige BelegschaftWir bei MEDION legen bei der Zusammenstellung unserer Belegschaft von je her großen Wert auf Vielfalt - ungeachtet von Geschlecht, Nationalität, Religion oder ethnischer Herkunft. Diese Haltung ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren unseres Unternehmens. Mit dem MEDION-Geschäftsmodell bilden wir die gesamte Wertschöpfungskette mit vielen verschiedenen Funktionsbereichen ab und arbeiten weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Für ein solch differenziertes Arbeitsumfeld ist eine vielfältige Mitarbeiterstruktur elementar. In der MEDION-Belegschaft sind alleine in Deutschland 22 Nationalitäten vertreten, die in einem integrativen Arbeitsumfeld für unsere internationalen Kunden optimale Ergebnisse erzielen. Vielfalt bildet somit ein wichtiges Element für unsere Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere auch bei dem Wettbewerb um Talente, und trägt maßgeblich zu unserem Geschäftserfolg bei. Die gesellschaftspolitische Diskussion über Frauen im Beruf und speziell in Führungspositionen hat MEDION bereits im Jahr 2015 aufgegriffen. MEDION arbeitet in dieser Hinsicht eng mit unserem Mutterkonzern Lenovo zusammen. Getreu dem Motto "Different is better" misst Lenovo der Förderung von Frauen in Führungspositionen ebenfalls einen hohen Stellenwert bei. Die Direktorin Human Resources von MEDION ist "WILL Beauftragte". "WILL" steht für "Women in Lenovo Leadership" und steht für die Förderung von weiblichen Führungspositionen bei MEDION. Es findet ein enger Austausch mit unserem Mutterkonzern statt, der vor allem auf die Nutzung von Synergien und sog. Best Practices abzielt. Dazu gehört auch die jährliche Durchführung von konzernweiten Aktionen zum internationalen Frauentag. Um die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter und Führungskräfte besonders hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu stärken, ermutigen wir alle Beschäftigten in Elternzeit, anschließend ihre Arbeit, gerne auch in Teilzeit, wieder aufzunehmen. Damit erhalten wir unserem Unternehmen ihr Wissen und ihre Erfahrung nachhaltig. Nicht zuletzt die im Jahr 2016 eingeführte Flexible Arbeitszeit bei MEDION ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf speziell von Frauen fördert. Auch Führungskräftetrainings sowie der in 2017 neu eingerichtete Führungskräftestammtisch richtet sich insbesondere auch an die weiblichen Führungskräfte, die teilweise in Teilzeit bei MEDION tätig sind. Bei einer Frauenquote von insgesamt 39 Prozent im Berichtsjahr (Vorjahr: 38 Prozent) nähern wir uns mit 22 Prozent im Berichtsjahr einer selbst auferlegten Quote von 23 Prozent weiblicher Führungskräfte auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands. Das ist unser erklärtes und veröffentlichtes Ziel für 2018. Auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands haben wir mit 30 Prozent unsere Zielgröße von 29 Prozent Frauen in Führungspositionen für 2018 leicht überschritten. Bei MEDION herrscht das Verständnis, dass die Förderung von Frauen im Beruf schon in der Ausbildung von jungen Menschen anfangen muss. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnen wir bei unseren Auszubildenden und Dualen Studenten einen Frauenanteil von 35 Prozent und haben damit unsere selbst auferlegte Zielgröße von 30 Prozent übertroffen. Die Zielgröße von 30 Prozent wollen wir auch in Zukunft erreichen. Der Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte und technisches Personal ist in der Consumer-Electronics-Branche nach wie vor sehr groß. Gerade im Projektgeschäft und bei dem zunehmenden Grad der Digitalisierung stellen erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter eine sehr wichtige Ressource dar. Hier sehen wir uns vor die Herausforderung gestellt, dass sich gerade für Positionen in technischen Bereichen nur wenige weibliche Kandidaten bewerben. Bei der Besetzung von Positionen, insbesondere im Führungsbereich, legen wir Wert auf eine adäquate Berücksichtigung weiblicher Bewerber. Aus diesem Grund sieht unser Recruiting-Prozess vor, dass wir mindestens einen weiblichen Bewerber in der finalen Auswahlrunde für die Besetzung von Führungspositionen haben. Bei der Zusammensetzung unserer Belegschaft spielt auch die Generationenvielfalt eine große Rolle. Bei MEDION finden wir eine gute Mischung aus langjährig erfahrenen Mitarbeitern und sogenannten Young Professionals, die wir, wie eingangs beschrieben, nicht zuletzt selber aus- und weiterbilden. Somit ist sichergestellt, dass ein Wissenstransfer der seniorigen Mitarbeiter an die juniorigen stattfindet und die seniorigen durch die enge Zusammenarbeit mit jüngeren Kollegen den Anschluss an moderne Arbeitsweisen behalten. Unser Generationenmanagement setzt daher auf Maßnahmen, die den Erhalt der Leistungsfähigkeit und die Gesundheit sowohl der älteren und jüngeren Mitarbeiter und besonders die generationenübergreifende Zusammenarbeit fördern. Das Durchschnittsalter hat sich im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert und lag in 2017/2018 bei 40,1 Jahren (Vorjahr: 40,0). Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die Altersstruktur der Mitarbeiter, getrennt nach Frauen und Männern. 8 Konzernabschlussder MEDION AG8.1 Ausgewählte Kennzahlenscroll
8.2 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungscroll
8.3 Konzern-Gesamtergebnisrechnungscroll
8.4 Konzern-Kapitalflussrechnungscroll
8.5 KonzernbilanzAktiva scroll
8.6 Eigenkapitalveränderungsrechnungscroll
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9 Konzernanhangder MEDION AG9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss9.1.1 AufstellungsgrundsätzeDie MEDION AG als Muttergesellschaft des MEDION-Konzerns ist eine kapitalmarktorientierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und hat ihren Sitz in Essen, Deutschland. Die Anschrift lautet: MEDION AG, Am Zehnthof 77, 45307 Essen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichtes Essen (HRB 13274) eingetragen. Die Aktie wird im regulierten Markt (General Standard) geführt. Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen und der Vertrieb von Produkten aus den Bereichen Multimedia Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik sowie weiteren Non-Food-Artikeln aller Art und der Handel mit Telekommunikationsdienstleistungen sowie der Handel mit digitalen Inhalten. Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Rechnungslegungsgrundsätzen "International Financial Reporting Standards (IFRS)" und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Zur Anwendung kamen alle für das Geschäftsjahr 2017/2018 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen des IASB, die von der EU übernommen wurden. Das Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. April eines Kalenderjahres und endet am 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres. Auf die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden einheitlich für den Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Grundlage der IFRS angewandt. Auf die Bewertungsunterschiede gegenüber der Steuerbilanz wurden entsprechende latente Steuern berechnet. Der Konzernabschluss zum 31. März 2018 wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge wurden - soweit nicht anders dargestellt - in T€ angegeben. Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung findet das Gesamtkostenverfahren Anwendung. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang teilweise detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres fällig sind. Anwendung und Auswirkungen neuer bzw. überarbeiteter RechnungslegungsvorschriftenErstmalig im Geschäftsjahr angewandte neue bzw. überarbeitete RechnungslegungsvorschriftenIm Abschluss für das Geschäftsjahr 2017/2018 wurden erstmals folgende neue oder überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften angewandt: scroll
Die Änderungen von Standards hatten keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns, so dass auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2017/2018 noch nicht angewandte neue bzw. überarbeitete RechnungslegungsvorschriftenDie nachfolgend aufgeführten neuen Standards und Interpretationen sowie Änderungen an bestehenden Standards wurden vom IASB herausgegeben, waren jedoch im Geschäftsjahr 2017/2018, sofern bereits in europäisches Recht übernommen, noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ein eventuelles Wahlrecht zur freiwilligen vorzeitigen Anwendung wird für diese Rechnungslegungsvorschriften nicht in Anspruch genommen. scroll
Die diversen Änderungen im Rahmen der Verbesserung der IFRS enthalten in der Regel nur kleinere Klarstellungen oder redaktionelle Anpassungen, so dass aus der erstmaligen Anwendung dieser Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet werden. Aus der erstmaligen Anwendung der nachfolgenden neuen Standards oder Standardänderungen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet:
Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung dieser neuen Standards und Standardänderungen verzichtet. Aus der erstmaligen Anwendung der übrigen Standards und Interpretationen sowie der Änderungen an Standards werden die nachfolgend dargestellten Auswirkungen erwartet. • IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit KundenDer neue Standard gibt einheitliche Grundprinzipien zur Umsatzrealisation für alle Branchen und für alle Kategorien von Transaktionen vor und ersetzt die Vielzahl der diesbezüglichen Einzelregelungen und somit vor allem IAS 18 und IAS 11. Diese Grundprinzipien helfen den Unternehmen bei der Zusammenstellung entscheidungsnützlicher Informationen über die Art, die Höhe, den Zeitpunkt des Anfalls sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und resultierenden Zahlungsströmen aus einem Vertrag mit einem Kunden. Zeitpunkt und Höhe von Umsatzerlösen orientieren sich dabei an einem fünfschrittigen Modell. Im Ergebnis ist hiernach mit Übertragung der Verfügungsgewalt über eine Leistung die dieser Leistung zuzurechnende anteilige Gegenleistung als Umsatzerlös zu realisieren. Die Übertragung der Verfügungsgewalt kann dabei nach wie vor zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfolgen. Daneben werden zahlreiche Detailfragen geklärt, wie etwa der Umgang mit Vertragsänderungen sowie die Bewertung von variablen Gegenleistungen wie etwa Rabatten, Rückgaberechten und Leistungsvergütungen. Außerdem enthält der Standard neue Leitlinien zu Prinzipal-Agenten-Beziehungen und zu Kosten zur Erlangung eines Vertrages. Auch die Anhangangaben zu Umsatzerlösen wurden deutlich ausgeweitet. Die Änderungen werden nach derzeitigem Stand der Analysen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. • IFRS 9: Finanzinstrumente inklusive Änderungen an diesem StandardDieser Standard wird die bisherigen Regelungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten ersetzen. Der neue Standard ersetzt die bisherigen Bewertungskategorien des IAS 39 durch die beiden Kategorien "fortgeführte Anschaffungskosten" und "beizulegender Zeitwert". Beim Ansatz und der Bewertung von Finanzinstrumenten gilt der Grundsatz der Bewertung zum Fair Value. Die Einordnung eines Instruments in die Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten" hängt sowohl von dessen Produktmerkmalen als auch vom Geschäftsmodell des Unternehmens ab. Bei Einordnung eines Instruments in die Kategorie "beizulegender Zeitwert" ist ähnlich zur bisherigen Abbildung nach IAS 39 entweder eine ergebniswirksame Neubewertung oder eine Neubewertung mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis und somit im Eigenkapital möglich. Ausnahmen bestehen für die Veränderung des Zeitwerts finanzieller Verbindlichkeiten aufgrund von Änderungen des eigenen Kreditrisikos. Zudem beinhaltet der neue Standard Neuregelungen zur Ermittlung von Wertminderungen. Hierbei wird das bisherige Modell zur Berücksichtigung eingetretener Verluste durch ein Modell zur Berücksichtigung erwarteter Verluste ersetzt. Daneben werden die Regelungen des IFRS 9 mehr Flexibilität zur bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen bieten. Ergänzend wird der Umfang der Anhangangaben deutlich zunehmen. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, erstmalig anzuwenden. Die Neuerung wird Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben, insbesondere im Bereich der Wertminderungen auf Forderungen. Aus der erstmaligen Anwendung der neuen Vorschriften resultiert eine zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von voraussichtlich 3,1 Mio. €, die gemäß IFRS 9 Tz. 7.2.15 erfolgsneutral im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen zum 01. April 2018 erfasst wird. • IFRS 15: Klarstellungen und ÄnderungenDas IASB hat am 12. April 2016 Änderungen an IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht. Die Änderungen enthalten zum einen Klarstellungen zu verschiedenen Regelungen des IFRS 15 und zum anderen Vereinfachungen bezüglich des Übergangs auf den neuen Standard. Die Klarstellungen betreffen folgende Punkte:
Über die Klarstellungen hinaus enthält der Änderungsstandard zwei weitere Erleichterungen zur Reduzierung der Komplexität und der Kosten der Umstellung auf den neuen Standard. Diese betreffen Wahlrechte bei der Darstellung von Verträgen, die entweder zu Beginn der frühesten dargestellten Periode abgeschlossen sind oder die vor Beginn der frühesten dargestellten Periode geändert wurden. Die Änderungen sind ebenso wie IFRS 15 insgesamt zum 1. April 2018 erstmalig anzuwenden und werden nach derzeitigem Stand der Analysen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. • IFRS 17: VersicherungsverträgeDas IASB hat am 18. Mai 2017 IFRS 17 Versicherungsverträge veröffentlicht. Der Standard regelt die Grundsätze in Bezug auf Ansatz, Bewertung und Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge. Die Zielsetzung besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu können. In den Anwendungsbereich von IFRS 17 fallen Versicherungsverträge, aktive und passive Rückversicherungsverträge sowie Kapitalanlageverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung, die ein Unternehmen im Bestand hält, vorausgesetzt, dass das Unternehmen ebenso Versicherungsverträge ausgibt. Der neue Standard wird nach derzeitigem Stand der Analysen keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. • IFRIC 23: Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen BehandlungAm 7. Juni 2017 wurde die Interpretation IFRIC 23 veröffentlicht; hierin wird die Bilanzierung von Unsicherheit in Bezug auf Ertragsteuern klargestellt. Sie ist auf zu versteuernde Gewinne (steuerliche Verluste), steuerliche Basen, nicht genutzte steuerliche Verluste, nicht genutzte Steuergutschriften und Steuersätze anzuwenden, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung nach IAS 12 besteht. Die Interpretation wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. • Änderungen des IAS 19: Planänderung, -kürzung oder -abgeltungAm 7. Februar 2018 hat der IASB Änderungen an IAS 19 veröffentlicht. Es wird zukünftig zwingend verlangt, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln sind, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) verwendet wurden. Ferner wurden Ergänzungen zur Klarstellung aufgenommen, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze auswirkt. Die Änderungen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. • Überarbeitetes RahmenkonzeptDer IASB hat am 29. März 2018 ein überarbeitetes Rahmenkonzept veröffentlicht. Enthalten sind überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden sowie neue Leitlinien zur Bewertung, Ausbuchung, Ausweis und Angaben. Das neue Rahmenkonzept stellt keine grundlegende Überarbeitung des bisherigen dar, sondern beschränkt sich auf die Themengebiete, die bislang ungeregelt waren oder erkennbare Defizite aufwiesen. Zusammen mit dem überarbeiteten Rahmenkonzept hat der IASB auch Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS-Standards herausgegeben. Nicht alle Änderungen gelten jedoch der Aktualisierung dieser Verlautbarungen; einige Verlautbarungen wurden lediglich aktualisiert, um anzugeben, auf welche Version des Rahmenkonzepts sie verweisen. Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. • IFRS 16: LeasingverhältnisseIFRS 16 ersetzt IAS 17 sowie die dazugehörigen Interpretationen IFRIC 4, SIC 15 sowie SIC 27. IFRS 16 ist grundsätzlich auf alle Leasingverhältnisse anzuwenden. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Bezüglich immaterieller Vermögenswerte hat der Leasingnehmer ein Wahlrecht zur Anwendung der neuen Vorschriften. Leasingnehmer haben zukünftig ein Nutzungsrecht an dem Leasinggegenstand zu aktivieren und die aus dem Leasingvertrag resultierende Zahlungsverpflichtung zu passivieren. Maßgeblich für die Erstbewertung der Verpflichtung ist die Höhe des Barwerts der im Leasingvertrag vereinbarten Leasingzahlungen. Zukünftige variable Leasingzahlungen sind gemäß der erwarteten Zahlungen zu berücksichtigen. Die Abzinsung erfolgt mit dem Zinssatz, den der Leasinggeber dem Leasingnehmer in Rechnung stellt. Sofern dieser dem Leasingnehmer nicht bekannt ist, erfolgt die Abzinsung mit seinem Grenzfremdkapitalzinssatz. Der Ansatz des Nutzungsrechts orientiert sich im Erstzugangszeitpunkt grundsätzlich an der Höhe der Leasingverbindlichkeit. Darüber hinaus sind direkte Kosten des Leasingnehmers in Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss sowie Leasingzahlungen, die der Leasingnehmer vor Leasingbeginn zahlt, zu aktivieren. Der Ausweis des Nutzungsrechtes in der Bilanz kann separat erfolgen oder sich an der Art des Leasinggegenstandes orientieren. Die Leasingverbindlichkeit kann separat oder als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen werden. Sofern kein separater Ausweis erfolgt, sind entsprechende Anhangangaben erforderlich. Für den Leasinggeber sind die Bilanzierungsvorschriften dagegen weitestgehend unverändert geblieben. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist ein Zinsaufwand aus der Leasingverpflichtung und eine Abschreibung auf das Nutzungsrecht zu zeigen. Der Aufwandsverlauf zeigt somit zukünftig für alle Leasingverhältnisse einen degressiven Verlauf ("cost frontloading") wie bei einem Finance Lease nach IAS 17. Die Auswirkungen des neuen Standards werden aufgrund des geringen Umfangs an Leasing-Transaktionen keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. 9.1.2 KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss zum 31. März 2018 wurden neben der Muttergesellschaft MEDION AG, Essen, die nachfolgenden Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung nach der Erwerbsmethode einbezogen. scroll
Die AMS erbringt Call-Center-Dienstleistungen. Die Geschäftstätigkeit der MSG umfasst Reparatur-sowie Logistikdienstleistungen für den After-Sales-Service und für Online-Geschäfte. Seit dem 01. Januar 2018 wird die 100%ige Tochtergesellschaft MEDION Shared Services GmbH (ehemals MEDION Mobile GmbH) mit Sitz in Essen mit in die Konsolidierung einbezogen. Die Gesellschaft hatte vom 01. Januar 2018 bis zum 31. März 2018 ein Rumpfgeschäftsjahr. Die Gesellschaft war bis zum 31. Dezember 2017 nicht operativ tätig. Zweck der Gesellschaft ist die Erbringung und Vermittlung von Service-Leistungen aller Art, insbesondere in den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltung- und Konsumelektronik, Telekommunikation und Satellitentechnik. Da die Gesellschaft ausschließlch interne Dienstleistungen für den MEDION-Konzern erbringt, die vorher durch die MEDION AG erbracht wurden, hat die erstmalige Einbeziehung der MEDION Shared Service GmbH keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die MEDION AP, die seit dem 1. April 2016 mit in den Konsolidierungskreis einbezogen wird, unterstützt den MEDION-Konzern bei der Entwicklung und Beschaffung von Consumer- und Haushalts-Elektronik-Produkten. Die Gesellschaft erbringt ausschließlich Dienstleistungen für den MEDION-Konzern. Bei den übrigen ausländischen Tochtergesellschaften handelt es sich um Unternehmen, die im Wesentlichen Vertriebs- und Service-Dienstleistungen für die MEDION AG in den jeweiligen Ländern erbringen. Darüber hinaus haben einige Tochtergesellschaften eigenes Geschäft im Segment Direktgeschäft. Grundlage für die Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss waren die nach Landesrecht aufgestellten und an IFRS sowie Konzernbilanzierungsregeln angepassten Jahresabschlüsse der Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018. Zwei ausländische Tochtergesellschaften der MEDION AG sowie ein inländisches Tochterunternehmen (vgl. unter "9.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen") wurden aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen. 9.1.3 KonsolidierungsmethodenDie Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach konzerneinheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode auf den jeweiligen Anschaffungszeitpunkt der Beteiligung. Soweit zum Zeitpunkt des Erwerbs die Anschaffungskosten der Beteiligungen den Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden der jeweiligen Gesellschaft übersteigen, entstehen zu aktivierende Geschäftswerte (Goodwill). Deren Werthaltigkeit ist gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich durch Impairment-Tests zu verifizieren. Darüber hinaus wurden eine Schuldenkonsolidierung und eine Aufwands- und Ertragskonsolidierung durchgeführt. Die aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung entstandenen Differenzen wurden ergebniswirksam verrechnet. Zwischengewinneliminierungen waren nicht erforderlich. 9.1.4 Grundsätze der WährungsumrechnungFremdwährungstransaktionen in den Gesellschaften werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen oder im Materialaufwand erfasst. Soweit sie auf Finanzposten entfallen, werden sie im Finanzergebnis erfasst. Die ausländischen Tochtergesellschaften, deren landesrechtlicher Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, sind nach den in IAS 21 vorgesehenen Abgrenzungskriterien als wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheit ("Foreign Entity") anzusehen. Die jeweilige Landeswährung stellt die funktionale Währung für die Geschäfte dieser Tochtergesellschaften dar. Die Abschlüsse von Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach der so genannten modifizierten Stichtagskursmethode (IAS 21.39) umgerechnet. Dementsprechend sind sämtliche monetären und nicht monetären Vermögenswerte und Schulden der Bilanz mit dem Bilanzstichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs zum Erwerbszeitpunkt beziehungsweise zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen dieser ausländischen Konzernunternehmen werden aus Vereinfachungsgründen entsprechend IAS 21.40 zu Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Konzernbilanz unter der Position "Währungsumrechnungsdifferenzen" im Eigenkapital ausgewiesen. Die für die Umrechnung verwendeten Kurse ergeben sich aus der folgenden Tabelle: scroll
9.1.5 Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Neubewertungen des Sachanlagevermögens wurden nicht vorgenommen. Die Anschaffungskosten der Sachanlagen umfassen den Kaufpreis sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Es kommen folgende Nutzungsdauern zur Anwendung: scroll
Immaterielle Vermögenswerte (entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und andere Rechte sowie Software) werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen einem Jahr und zehn Jahren. Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten gemäß Vereinfachungsregelung (IAS 39.46 c) bilanziert. In der Folgebewertung werden die Finanzanlagen auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls wertberichtigt. Die Vorräte werden im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt dabei grundsätzlich nach der gewogenen Durchschnittskostenmethode. Der Bewertung der Vorräte zum Abschlussstichtag liegt der niedrigere Betrag aus gewogenem Durchschnittswert und Nettoveräußerungswert zugrunde. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden als finanzielle Vermögenswerte gemäß IAS 39.9 der Kategorie Kredite und Forderungen zugeordnet und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die fortgeführten Anschaffungskosten berechnen sich aus dem Rechnungsbetrag abzüglich Wertberichtigungen. Die Wertberichtigungen werden für wesentliche Forderungen im Rahmen einer Einzelbetrachtung vorgenommen, wenn objektive Hinweise für eine Wertminderung vorliegen. Darüber hinaus werden bestimmte Forderungen, für die keine Einzelwertberichtigungen gebildet wurden, anhand gleichartiger Risikomerkmale zu Gruppen zusammengefasst und auf Basis der Erfahrungen der Vergangenheit auf Portfoliobasis wertberichtigt. Die Wertberichtigungen werden über Wertberichtigungskonten gebucht und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Sobald eine Forderung uneinbringlich wird, erfolgt ihre Ausbuchung und die Entlastung des Wertberichtigungskontos. Im Rahmen von Asset-Backed-Security-Transaktionen (ABS-Transaktionen) werden finanzielle Vermögenswerte verkauft. Die Risiken werden in Form von Kaufpreisabschlägen berücksichtigt. Die Abschläge betreffen Risiken für Verwässerung, Transaktionskosten und Bonität. Da die Voraussetzungen gemäß IAS 39.17 ff. für einen Abgang der Forderungen nicht vorliegen, werden die in die ABS-Transaktionen einbezogenen finanziellen Vermögenswerte weiterhin bei der Gesellschaft bilanziert. Sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen, die den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung tragen, bewertet. Soweit es sich um finanzielle Vermögenswerte (Finanzinstrumente) handelt, werden diese gemäß IAS 39.9 der Kategorie Kredite und Forderungen zugeordnet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Barmittel, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten mit originären Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten, im Falle von Fremdwährungsposten zum Fair Value. Fremdkapitalkosten werden mangels Anschaffung qualifizierter Vermögenswerte und der Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft nicht aktiviert. Die Pensionsrückstellungen bestehen für Versorgungszusagen an Vorstandsmitglieder. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet. Das monatliche Ruhegeld beträgt 30 % des im Durchschnitt der letzten drei Jahre des Anstellungsvertrages vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes und erhöht sich für jedes vollendete Dienstjahr, gerechnet ab dem 17. September 1998, als Vorstandsmitglied der Gesellschaft um 20/27 % dieses Monatsgehaltes bis zu einer für die Vorstandsmitglieder individuell festgelegten maximalen Höhe. Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschafts-Barwertverfahren berechnet. Hiernach werden sowohl die zum Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften als auch künftig erwartete Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die im Berichtsjahr auftretenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.120C erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet. Im Rahmen der Berechnung wird auf die "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zurückgegriffen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten werden zu ihren Erfüllungsbeträgen - Fremdwährungsposten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet - ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen. Die Höhe der Rückstellungen wird durch bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtungen erforderlichen Ausgaben ermittelt. Damit beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hat oder die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheit können die tatsächlichen Verluste gegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem können sich Schätzungen aufgrund neuer Informationen ändern und sich gegebenenfalls erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Finanzinstrumente), die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in eine der drei folgenden Hierarchiestufen einzuordnen:
Die MEDION AG verwendet derivative Finanzinstrumente, um Marktrisiken aus Wechselkursschwankungen bei den Einkaufsgeschäften, die im Wesentlichen in US-Dollar abgewickelt werden, zu reduzieren. Dazu schließt die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Abschlusses des Einkaufskontraktes Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften ab. Diese entsprechen bezüglich Laufzeit und Betragshöhe im Wesentlichen den zugrundeliegenden Einkaufsgeschäften. Die von MEDION eingesetzten Devisentermingeschäfte erfüllen die Effektivitätsanforderungen nach IAS 39.88 für die Anwendung der Hedge-Accounting-Grundsätze. Dementsprechend werden die Devisentermingeschäfte gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Dabei werden die Marktwerte der Devisentermingeschäfte, die der Absicherung zukünftiger Zahlungsströme dienen (Cashflow-Hedges), erfolgsneutral über eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital abgegrenzt. Da die Finanzinstrumente ausschließlich zur Kurssicherung der bei den Einkaufsgeschäften zugrunde gelegten Kalkulationskurse dienen, werden die aus der Währungsumrechnung und der Währungssicherung durch Devisentermingeschäfte entstehenden Erträge und Aufwendungen im Materialaufwand erfasst. Weiterhin werden Devisenswaps mit einer kurzen Laufzeit eingesetzt, um Abweichungen zwischen den geplanten und tatsächlichen Fremdwährungszahlungsströmen Rechnung zu tragen. Diese Derivate werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden (Discounted-Cash-Flow-Methode) unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) vom Konzerntreasury ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- und Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen zum Erfüllungszeitpunkt. Eigene Aktien werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und gemäß IAS 32.33 im Eigenkapital als Abzugsposten ausgewiesen. Die eigenen Aktien stellen nach IAS 32.11 keinen finanziellen Vermögenswert dar. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten werden zum Zeitpunkt des Gefahrenüberganges erfolgswirksam erfasst. Die Umsätze werden abzüglich Retouren, Skonti sowie umsatzabhängiger Boni und anderer Erlösschmälerungen ausgewiesen. Darüber hinaus werden Erlöse für erbrachte Dienstleistungen im Rahmen des Direktgeschäftes, insbesondere im Bereich Mobilfunk, sowie im Bereich der Konzerndienstleistungen bei Leistungserbringung erfolgswirksam vereinnahmt. Insbesondere bei den (neuen) digitalen Dienstleistungen erfassen wir Umsätze abhängig von unserer Stellung als Prinzipal oder Agent. Im Falle der Prinzipalstellung wird der erzielte Erlös als Umsatz erfasst, während im Falle der Agentenstellung im Wesentlichen die erzielte Bruttomarge als Umsatz ausgewiesen wird. Die Unterscheidung in Prinzipal- oder Agentenstellung ist maßgeblich abhängig von der Verteilung der wesentlichen Chancen und Risiken auf Basis der bestehenden Verträge. Die Ertragsteuern und daraus resultierende Forderungen oder Erstattungsansprüche sowie Verpflichtungen enthalten sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, Steuerumlagen aufgrund des Steuerumlagevertrages der MEDION AG mit der Organträgerin Lenovo Germany Holding GmbH als auch latente Steuern. In den Steuerforderungen werden als sicher einzustufende Ansprüche gegen die Finanzverwaltung berücksichtigt. Steuerrückstellungen sowie Steuerverbindlichkeiten werden in Höhe des erwarteten Zahlungsmittelabflusses erfasst. Latente Steuern werden gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode gebildet. Soweit hiernach temporäre Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS Konzernabschluss und dem steuerlichen Abschluss vorliegen, führen diese zum Ansatz von aktiven und/oder passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern (auch auf Verlustvorträge) werden aktiviert, sofern damit gerechnet werden kann, dass diese in den zukünftigen Perioden voraussichtlich durch ein ausreichend zur Verfügung stehendes steuerliches Einkommen auch genutzt werden können. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Realisationszeitpunkt zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge der MEDION AG werden aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages nicht mehr gebildet. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird entsprechend den Regelungen des IAS 12 nicht vorgenommen. Der Berechnung von tatsächlichen und latenten Steuern liegen Beurteilungen und Schätzungen der Gesellschaften/ des Konzerns zugrunde. Weichen die tatsächlichen Ereignisse von diesen Schätzungen ab, könnte dies sowohl positive als auch nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. MEDION ist kein Leasinggeber. In geringem Umfang unterhält die Gesellschaft operate Lease Verträge im Bereich Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie PKWs. 9.1.6 Verwendung von Annahmen und SchätzungenBei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Bewertung von Vorräten und Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Rückstellungen, die Realisierbarkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. 9.1.7 KapitalmanagementZiele der Kapitalmanagementstrategie von MEDION sind die Sicherung des Geschäftsbetriebes, die Steigerung des Unternehmenswertes und die Schaffung einer soliden Kapitalbasis zur Finanzierung des zukünftigen Wachstums. Dazu arbeitet MEDION auch mit dem Bereich Kapitalmanagement bei Lenovo zusammen. Die seit Jahren bestehende Bilanzstruktur mit einer um 50 % liegenden Eigenkapitalquote, keinen langfristigen Bankverbindlichkeiten und der Möglichkeit eines zeitlich begrenzten Fremdkapitaleinsatzes (Aval-Linien) für das Projektgeschäft soll dabei erhalten bleiben. Im Segment Direktgeschäft wird aufgrund der Struktur des Geschäfts unverändert zu den Vorjahren kein Fremdkapital eingesetzt. MEDION hat mit Ausnahme von ABS-Transaktionen keine Anleihen oder sonstige Fremdkapitalinstrumente begeben und plant auch nicht, solche zu begeben. Die überschüssigen Barmittel werden unter Beachtung einer strengen Risikoallokation im Lenovo-Konzern befristet angelegt. 9.1.8 ABS-TransaktionenIm abgelaufenen Geschäftsjahr wurden ABS-Vereinbarungen über monatlich revolvierende Verkäufe für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Da die wesentlichen Risiken (Kreditrisiken und Spätzahlungsrisiken) und Chancen bei der MEDION AG verblieben sind, führte dies nicht zum bilanziellen Abgang der verkauften Forderungen. Zum Bilanzstichtag sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 99.250 (Vorjahr: T€ 88.707) verkauft. MEDION hat im Rahmen eines Kreditgeschäftes vom Erwerber T€ 79.400 (Vorjahr: T€ 70.966) vereinnahmt, die unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gezeigt werden. In Höhe von T€ 19.850 (Vorjahr: T€ 17.741) besteht hinsichtlich des Erwerbes noch ein Rückbehalt, der abhängig vom Zahlungseingang beim Erwerber an MEDION ausgezahlt wird. Die Einbehalte aus ABS-Transaktionen beziehen sich auf kalkulatorische Kaufpreisabschläge für Verwässerung, Transaktionskosten sowie einen Abschlag für Bonitätsrisiken. Die Abrechnung erfolgt jeweils nach Ende einer Transaktion. 9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz9.2.1 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung(1) Die Umsatzerlöse setzen sich nach Regionen wie folgt zusammen: scroll
In den Umsatzerlösen von € 1.285,7 Mio. (Vorjahr: € 1.400,5 Mio.) sind Beträge aus Dienstleistungen (Konzerndienstleistungen und Direktgeschäft) in Höhe von € 188,7 Mio. (Vorjahr: € 254,6 Mio.) enthalten. Die Reduzierung korrespondiert zum Rückgang der Konzerndienstleistungen. Die verbleibenden Beträge entfallen auf den Verkauf von Gütern. (2) Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Bei den periodenfremden Erträgen handelt es sich im Wesentlichen um Kostenerstattungen (T€ 1.748) sowie Ausbuchungen nicht gezogener Gutschriften (T€ 400). (3) Bei den Materialaufwendungen handelt es sich um die Aufwendungen für die Beschaffung oder Lohnfertigung in den Bereichen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik/ Dienstleistungen einschließlich der Anschaffungsnebenkosten und der bezogenen Leistungen. (4) Die Personalaufwendungen setzen sich aus folgenden Posten zusammen: scroll
Im Geschäftsjahr 2017/2018 betrug die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 1.086,8 (Vorjahr: 1.089,8). Bezogen auf Vollzeitäquivalente entwickelte sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter wie folgt: scroll
(5) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Der wesentliche Posten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Vertriebsaufwendungen, die sich wie folgt aufgliedern: scroll
Der Rückgang der Vertriebsaufwendungen lässt sich im Wesentlichen durch rückläufige Aufwendungen für Kundenservice erklären. Diese resultieren nahezu ausschließlich aus der Reduzierung der Dienstleistungen an den Lenovo-Konzern. Die Verwaltungsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern: scroll
Die innerhalb der Verwaltungsaufwendungen erfassten Honorare für den Abschlussprüfer gliedern sich wie folgt: scroll
Die sonstigen Leistungen betreffen die prüfungsnahe Beratung bei der Weiterentwicklung des Risikomanagements. Die Betriebsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern: scroll
Die übrigen Aufwendungen beinhalten folgende Sachverhalte: scroll
(6) Das Finanzergebnis stellt sich wie folgt dar: scroll
Die Zinserträge und -aufwendungen sowie die Finanzierungskosten sind mit Ausnahme von abgegrenzten Zinserträgen in Höhe von T€ 320 (Vorjahr: T€ 57) sowie abgegrenzten Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 67 (Vorjahr: T€ 50) und des Zinseffektes aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von von T€ 203 (Vorjahr: T€ 179) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden. Der Gesamtzinsertrag und -aufwand für nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente entspricht im Wesentlichen dem genannten Zinsaufwand und Zinsertrag. Im Zusammenhang mit den Bewertungskategorien nach IAS 39 ergibt sich das folgende Nettofinanzergebnis: scroll
Das Nettoergebnis gem. IFRS 7 umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert. (7) Die Ertragsteuern (-/+ Aufwand/Ertrag) setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom theoretisch erwarteten Steueraufwand zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand gemäß IAS 12.79 ff.: scroll
Der Konzernsteuersatz von 32,28 % errechnet sich aus der Gewerbesteuerbelastung von 16,45 %, der Körperschaftsteuer von 15,0 % und einem Solidaritätszuschlag von 5,5 %. Die latenten Steuern (-/+ Aufwand/Ertrag) haben sich wie folgt entwickelt: scroll
Zum Abschlussstichtag verfügt der MEDION-Konzern über inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 2.848 (Vorjahr: T€ 9.024) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T€ 2.125 (Vorjahr: T€ 8.467) sowie ausländische Verlustvorträge in der MEDION USA von T€ 5.780 (Vorjahr: T€ 5.790) zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen. Die Verluste sind zeitlich unbegrenzt verrechenbar. Latente Steuern auf die Verlustvorträge der MEDION AG wurden nicht gebildet, da diese während der Laufzeit des Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar sind. Für MEDION USA werden ebenfalls keine latenten Steuern gebildet, da kein ausreichend positives steuerliches Ergebnis erwartet wird. Für steuerpflichtige Differenzen zwischen dem Nettovermögen und dem steuerlichen Buchwert von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 364 (Vorjahr: T€ 176) wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da die MEDION AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und mit einer Umkehr der temporären Differenzen in naher Zukunft nicht zu rechnen ist. Die latenten Steuern entfallen auf folgende wesentliche Bilanzposten: scroll
Die auf Pensionsrückstellungen entfallenen latenten Steuern werden sich voraussichtlich in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr umkehren. 9.2.2 Angaben zur BilanzLangfristige Vermögenswerte(8) Das Gesamtinvestitionsvolumen im Bereich des Sachanlagevermögens belief sich in 2017/2018 auf T€ 1.303, wobei ein Großteil in Hardware, Gebäude, Bauten und Büroausstattung investiert wurde. (9) Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte von insgesamt T€ 3.175 betreffen externe Entwicklungs- und Softwarekosten für verschiedene Softwareentwicklungsprojekte insbesondere für das Direktgeschäft. (10) Als Beteiligungen werden die nicht konsolidierten Unternehmen ausgewiesen. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist dem Konzernanlagenspiegel auf den Seiten 162 - 163 zu entnehmen. Kurzfristige Vermögenswerte(11) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegen international tätige Handelskonzerne. Die Wertberichtigungen haben sich wie folgt entwickelt: scroll
Die Wertberichtigungen betreffen Einzelwertberichtigungen sowie Wertberichtigungen auf Portfoliobasis. Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen in Höhe von T€ 182.006 (Vorjahr: T€ 171.441) waren T€ 161.746 (Vorjahr: T€ 156.042) zum Abschlussstichtag nicht fällig. Die übrigen (fälligen) Forderungen sind innerhalb folgender Zeitbänder per 31. März überfällig: scroll
Hinsichtlich der nicht wertberichtigten, der noch nicht fälligen und überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen zum Abschlussstichtag keine Anhaltspunkte vor, die darauf hindeuteten, dass die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen werden. Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen resultieren im Wesentlichen aus abweichenden Liefer- und Verrechnungsprozessen mit Dienstleistern, vorrangig im Bereich des Kundenservice, mit denen aufgrund einer Vielzahl von kleinteiligen Warenbewegungen vierteljährliche oder jährliche Abrechnungen erfolgen. Darüber hinaus sind Forderungen aus Jahresvereinbarungen mit Lieferanten enthalten, die ebenfalls nur viertel-, halb- oder sogar jährliche Abrechnungszyklen haben. Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 167 (Vorjahr: T€ 484). Erträge aus bereits ausgebuchten Forderungen waren von untergeordneter Bedeutung. Forderungsverluste sind innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter den übrigen Aufwendungen ausgewiesen. (12) Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Lenovo PC Hong Kong Ltd., Hong Kong aus der Bereitstellung von liquiden Mitteln sowie aus erweiterten Dienstleistungen im Rahmen des Kundenservice. (13) Die Vorräte betreffen im Wesentlichen bei fremden Lagerhaltern und Spediteuren gelagerte Handelswaren für größtenteils fest disponierte Projektaufträge, schwimmende Waren sowie Service- und Retourenwaren. Die Vorräte gliedern sich wie folgt auf: scroll
Die Vorräte betreffen mit T€ 90.930 (Vorjahr: T€ 119.169) PC/Multimedia und mit T€ 52.744 (Vorjahr: T€ 53.377) Unterhaltungselektronik/Dienstleistungen. Zum Abschlussstichtag sind in den Vorräten die folgenden Abwertungen enthalten: scroll
(14) Die sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die ausstehenden Lieferantengutschriften betreffen noch erwartete Preisgutschriften für gelieferte Produkte sowie Ansprüche aus der Abwicklung von Defektmaterialien. In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen Lizenzgebühren, Servicekosten sowie Wartungs- und Mietvorauszahlungen ausgewiesen. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte hat sich wie folgt entwickelt: scroll
Die nicht wertberichtigten sonstigen finanziellen Vermögenswerte weisen keine Überfälligkeiten auf. (15) EigenkapitalDas Grundkapital beträgt zum Abschlussstichtag unverändert € 48.418.400,00. Es ist in 48.418.400 nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am gezeichneten Kapital von je € 1,00 eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Zum Abschlussstichtag befanden sich 44.681.430 Aktien (31. März 2017: 44.681.430 Aktien) im Umlauf. Die durch die Hauptversammlungen vom 11. Mai 2007 und vom 14. Mai 2008 erteilten und zuletzt durch die Hauptversammlung vom 15. Mai 2009 bis zum 12. November 2010 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zu 10 % des Grundkapitals ist teilweise wie folgt ausgenutzt: scroll
Das erste Rückkaufprogramm wurde vom 5. Juli 2007 bis zum 21. Februar 2008 ausgeübt. Im Rahmen des zweiten Rückkaufprogramms wurden Anteile in der Zeit vom 23. September bis zum 13. November 2008 erworben. Das dritte Rückkaufprogramm wurde in der Zeit vom 4. Dezember 2008 bis zum 12. März 2009 durchgeführt. Im Rahmen aktienbasierter Vergütung wurden insgesamt 136.502 Aktien in früheren Geschäftsjahren (zuletzt im Geschäftsjahr 2011) verwendet. Infolgedessen beträgt der Bestand eigener Aktien per 31. März 2018 unverändert zum Vorjahresstichtag 3.736.970 Aktien (7,72 % vom Grundkapital). Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen und RücklagenDie Kapitalrücklage in Höhe von T€ 142.068 beinhaltet vor allem das Agio aus Kapitalerhöhungen seit Gründung der MEDION AG. Die Gewinnrücklagen beinhalten thesaurierte Ergebnisse der Vorjahre sowie die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 2 in 2005 in Höhe von unverändert T€ -3.341, sowie die aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen erfassten Beträge. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erfolgte keine Ausschüttung aus dem Eigenkapital. Es erfolgte eine Ergebnisabführung in Höhe von € 16,3 Mio. an die Lenovo Germany Holding GmbH aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages. Daneben haben T€ 1.724 Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital reduziert (Vorjahr: Erhöhung um TC 389). Sie resultieren im Wesentlichen aus den Tochtergesellschaften in den USA, der Schweiz, Großbritannien und Australien. Die Marktwertbewertung von Finanzinstrumenten (Cashflow-Hedge) führte zu einer Reduzierung des Eigenkapitals um T€ 348 (Vorjahr: Erhöhung um T€ 2.056). Für die Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf die Seite 126 dieses Berichtes. Die Lenovo Germany Holding GmbH hält zum 31. März 2018 eine Gesamtzahl von 38.651.822 Aktien (79,83 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo gemäß §§ 21, 22 WpHG zuzurechnen sind. Somit ist die Lenovo Germany Holding GmbH mehrheitlich an der MEDION AG im Sinne des § 16 AktG beteiligt. Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen(16) Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Pensionsrückstellungen wie folgt entwickelt: scroll
Die versicherungsmathematischen Gewinne aus Neubewertungen des Geschäftsjahres 2017/2018 ergeben sich aus den Auswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes (2,23 % p.a.) gegenüber dem Vorjahr (2,02 % p.a.) in Höhe von T€ -379. Der Rechnungszinssatz basiert auf dem vom Gutachterbüro Mercer entwickelten Ersatzzinssatzverfahren. Er entspricht dem zum 31. März 2018 veröffentlichten Rechnungszins von Mercer unter Berücksichtigung der Struktur der Pensionsberechtigten bei der MEDION AG. Der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO = Defined Benefit Obligation) liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde: scroll
Bei einer um 1 Jahr höheren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 250 (Vorjahr: T€ 260) höhere Rückstellung. Bei einer um 1 Jahr niedrigeren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 157 (Vorjahr: T€ 162) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 824 (Vorjahr: T€ 852) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 939 (Vorjahr: T€ 975) höhere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 671 (Vorjahr: T€ 662) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Paramentern eine um T€ 746 (Vorjahr: T€ 738) höhere Rückstellung. Zur Bestimmung der Sensitivitätsangaben wurden die Verpflichtungswerte mit demselben Verfahren berechnet, das auch zur Berechnung der Verpflichtung am Bilanzstichtag herangezogen wurde. Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss der Gesamtbetrag nicht zwingend der Summe der Einzeleffekte aufgrund der Änderung dieser Annahmen entsprechen. Die Rückstellung berücksichtigt die Ansprüche von zwei aktiven Versorgungsberechtigten, so dass derzeit keine Rentenzahlungen erwartet werden. Die Duration der Verpflichtung beträgt 19,3 Jahre (Vorjahr: 20,5 Jahre). Zum Abschlussstichtag besteht keine Abweichung zwischen der Pensionsrückstellung und dem Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO). Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO) hat sich wie folgt entwickelt: scroll
Zusätzliche Belastungen können sich ergeben durch eine höhere Lebenserwartung sowie eine höhere Inflationsrate. Darüber hinaus ergeben sich keine planspezifischen Risiken. Die Zusagen unterliegen dem deutschen Betriebsrentengesetz. Eine Anpassungsprüfung hat grundsätzlich alle 3 Jahre zu erfolgen. Die Beiträge zur Rentenversicherung belaufen sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf T€ 3.163 (Vorjahr: T€ 3.109). Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen(17) Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 88.270 (Vorjahr: T€ 122.408) waren T€ 86.184 (Vorjahr: T€ 118.125) zum Abschlussstichtag nicht fällig. Die übrigen (fälligen) Verbindlichkeiten sind innerhalb folgender Zeitbänder per 31. März überfällig: scroll
(18) Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus der Verpflichtung zur Gewinnabführung (€ 16,3 Mio.; Vorjahr: € 20,1 Mio.) gegenüber der Lenovo Germany Holding GmbH sowie aus dem Bezug von Servicematerialien. (19) Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen: scroll
(20) Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt: scroll
Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen werden seit dem Geschäftsjahr 2017/2018 unterteilt in Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sowie Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten/Dienstleistern. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betreffen im Wesentlichen Retouren und Bonusvereinbarungen für den Zeitraum bis März 2018, die in Folgejahren zu Mittelabflüssen führen. Rückstellungen für Lizenzen und Schutzrechte umfassen laufende Verpflichtungen für geltend gemachte Lizenzansprüche und für noch zu leistende Urheberrechtsabgaben sowie Risiken möglicher Ansprüche aufgrund geführter Vergleichsverhandlungen. Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Gewährleistungsrückstellung wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, den in den Verkehr gebrachten Mengen und den statistisch erfassten Gewährleistungsverläufen verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt. In den Personalrückstellungen sind ausstehende Belastungen aus Urlaubsverpflichtungen, Tantiemen und Sonderzahlungen an Vorstand und Mitarbeiter sowie Beiträge zur Berufsgenossenschaft enthalten. Die Rückstellungen werden voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen. Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Abschlusskosten, Rechts- und Beratungskosten und Aufsichtsratsvergütungen, die auch voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen werden. Auflösungen von Rückstellungen, die im Zusammenhang mit operativen Geschäftsvorgängen der Warenbeschaffung und des Vertriebes von Produkten stehen, werden in den entsprechenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, über die sie gebildet wurden. (21) Die sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Bei den Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, die im Rahmen des ABS-Vertrages revolvierend zurückgezahlt werden. (22) In den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten sind nachfolgende finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Fälligkeitsstrukturen der zukünftigen (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar: scroll
Die finanziellen Verbindlichkeiten sind ausschließlich kurzfristiger Natur, so dass die Tilgung der entsprechenden Beträge innerhalb eines Jahres zu erfolgen hat. Die Liquiditätssteuerung erfolgt über das Konzerntreasury, das die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherstellt. Die überschüssige Liquidität der MEDION AG ist im Rahmen eines Intercompany Loan Agreements bei der Konzernmutter Lenovo verzinslich angelegt und kann dort jederzeit abgerufen werden. Mit der Deutschen Bank und der Commerzbank sind zusätzlich bilaterale Kreditlinien ausgehandelt, die im Tagesgeschäft zur Stellung von Akkreditiven und Avalen für Lieferanten genutzt werden. Weiterhin wurden mit der Commerzbank Verträge über Asset-Backed-Security-Transaktionen geschlossen. (23) Kategorien der Finanzinstrumente nach IFRS 7Zum 31. März 2018 werden folgende Buchwerte nach Bewertungskategorien ausgewiesen: scroll
Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumentenscroll
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Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen grundsätzlich mit ihren beizulegenden Werten überein. Die Finanzinstrumente in Höhe von insgesamt T€ 721.439 (Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) beinhalten langfristige Beträge in Höhe von T€ 447 und sind somit fast ausschließlich kurzfristig. Die Voraussetzungen für eine Saldierung von Finanzinstrumenten nach IAS 32 Absatz 42 sind im Konzernabschluss nicht gegeben. Weiterhin bestanden keine durchsetzbaren Netting-Rahmenvereinbarungen. 9.2.3 Konzernanlagenspiegelscroll
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9.3 Ergänzende Angaben9.3.1 Angaben zur KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7 zeigt, wie sich Zahlungsmittel und -äquivalente im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse/Mittelabflüsse verändert haben. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist nach der indirekten Methode ermittelt. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel beziehungsweise -äquivalente in Form von Schecks, Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Im Geschäftsjahr 2017/2018 wurden die Bereitstellung der liquiden Mittel sowie die Einzahlungen aus Zinsen im Cash Flow aus Investitionstätigkeit dargestellt, da sich die Geldanlage nunmehr entsprechend verstetigt hat (vormals: Cash Flow aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit bzw. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit). Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Der Finanzverbindlichkeitenspiegel gem. IFRS 7.44 a stellt sich wie folgt dar: scroll
9.3.2 SegmentberichterstattungNach IFRS 8 ist über die wirtschaftliche Lage der Segmente nach dem so genannten Management-Approach zu berichten. Berichtspflichtig sind diejenigen operativen Segmente, die Komponenten eines Unternehmens darstellen, für die getrennte Finanzinformationen verfügbar sind und die regelmäßig aufgrund der internen Berichterstattung durch die Hauptentscheidungsträger überprüft werden. Der MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft, Direktgeschäft sowie Konzerndienstleistungen. Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Konsumelektronik mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik. Das Direktgeschäft beschreibt das Dienstleistungsgeschäft mit Endkonsumenten sowie den Online-Handel. Die Konzerndienstleistungen umfassen neben den erbrachten Dienstleistungen im Rahmen des Kundenservice auch weitere Dienstleistungen im Rahmen von Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen. Als "Überleitung Konzern" werden alle Konsolidierungseffekte und sonstigen Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, sofern sie den Segmenten nicht direkt zuordenbar sind. Die Segmentberichterstattung erfolgt nach folgenden Grundsätzen:
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Die Erlöse mit externen Kunden nach Regionen sind in den Erläuterungen zu den Umsatzerlösen dargestellt. Gemäß IFRS 8.34 hat MEDION Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von seinen wichtigen Kunden vorzulegen. MEDION unterhält im Projektgeschäft und Direktgeschäft Geschäftsbeziehungen zu Kunden, die für die Geschäftsentwicklung von MEDION wesentlich sind und die bei Wegfall einzelner solcher Kundenbeziehungen zu Auswirkungen für die weitere Geschäftsentwicklung von MEDION führen können. Derzeit ist nicht ersichtlich, dass wichtige Kunden ihre Geschäftsverbindung zu MEDION lösen werden. Im Geschäftsjahr 2017/2018 wurden mit drei Kunden Umsätze realisiert, die jeweils mehr als zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachen. Dabei entfielen auf einen Kunden 315.148 T€ (Vorjahr: 356.006 T€) in den Segmenten Direktgeschäft und Projektgeschäft, auf einen Kunden 365.061 T€ (Vorjahr: 347.515 T€) in ebenfalls diesen beiden Segmenten sowie auf einen weiteren Kunden 133.185 T€ (Vorjahr: 150.510 T€), ausschließlich im Segment Direktgeschäft. Die Überleitung der Segmentschulden betrifft im Wesentlichen die kreditorischen Debitoren in Höhe von T€ 4.854, Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 4.759 sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 8.204. 9.3.3 Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der MEDION AG zurechenbaren Konzernergebnisses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2017/2018 beträgt die durchschnittliche Anzahl an Aktien 44.681.430. In der dargestellten Berichtsperiode gab es keine Verwässerungseffekte, die sich aus potentiellen Stammaktien ergeben. scroll
9.3.4 Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten Mietverträge für Geschäfts- und Lagerräume und sonstige Operating-Leasingverhältnisse. Letztere beinhalten PKW, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Wartungsverträge. Die künftigen Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar: scroll
9.3.5 Risikomanagement und Finanzderivate1. KreditrisikenUnter Kreditrisiko wird nach IFRS 7 das Risiko verstanden, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Im MEDION-Konzern können Kreditrisiken insbesondere in Form von Ausfallrisiken entstehen. Wesentliche Ausfallrisiken können bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen fristgerecht zu begleichen. Das maximale Ausfallrisiko wird durch den Wert der nicht kreditversicherten Netto-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 62.351 (Vorjahr: T€ 50.949) wiedergegeben. Die Reduktion des Risikos erfolgt grundsätzlich durch die Konzentration auf Kunden mit A-Bonität. Kunden, die nicht in diese Kategorien fallen, sind von untergeordneter Bedeutung und werden in der Regel kreditversichert. Für Kundenforderungen, die im Rahmen von ABS-Transaktionen veräußert werden, besteht ein maximales Ausfallrisiko von 3 %. Die Fälligkeiten und Überfälligkeiten werden kontinuierlich überwacht und monatlich an den Vorstand gemeldet. Die Risikominderung erfolgt über Einzelwertberichtigungen und Wertberichtigungen auf Portfoliobasis. MEDION erachtet das Ausfallrisiko von Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den Derivaten mit positivem Marktwert als sehr gering, da die zugrunde liegenden Geschäfte entweder mit dem Mutterkonzern Lenovo oder mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgeschlossen wurden. Das maximale Ausfallrisiko bei den Zahlungsmitteln (T€ 90.773; Vorjahr: T€ 101.299) und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wird durch den Buchwert (T€ 225.814; Vorjahr: T€ 211.697), bei den Derivaten mit positivem Marktwert wiedergegeben (T€ 131; Vorjahr: T€ 867). 2. LiquiditätsrisikenDas Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, Verpflichtungen aus finanziellen Schulden nicht erfüllen zu können. Eine Analyse der Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten sind unter Punkt (22) erfolgt. 3. Marktrisiken/WährungsrisikenWährungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind. Die folgende Auflistung zeigt die wesentlichen Fremdwährungsposten zum Abschlussstichtag: scroll
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Die zum Abschlussstichtag zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte haben ein Nominalvolumen von USD 61,0 Mio. (Vorjahr: USD 105,0 Mio.) Aus der Kursentwicklung resultierten zum Abschlussstichtag negative Marktwerte in Höhe von T€ 939 (Vorjahr: T€ 150), die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden, sowie positive Marktwerte in Höhe von T€ 128 (Vorjahr: T€ 848), die in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen wurden. Für die Devisentermingeschäfte, die der Absicherung der einkaufsseitigen USD-Zahlungsströme im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/2018 dienen und somit als Cashflow-Hedge designiert wurden, erfolgte die Gegenbuchung der Marktwerte von T€ -811 (Vorjahr: T€ 698) erfolgsneutral im Eigenkapital als Bewertungsrücklage. Auf diesen Teil der Bewertungsrücklage entfallen aktive latente Steuern von T€ 262 (Vorjahr: passive latente Steuern von T€ 225). Der erfolgsneutralen Bewertungsrücklage aus den Devisentermingeschäften stehen die Wechselkursanpassungen aus den gesicherten USD-Fremdwährungsverbindlichkeiten der Einkaufsverträge sowie entsprechende, zum Abschlussstichtag noch nicht bilanzwirksam gewordene Währungsgewinne/-verluste aus den zugehörigen schwebenden Einkaufskontrakten gegenüber. Für den gesicherten Teil der Fremdwährungsverbindlichkeiten wurden T€ 577 (Vorjahr: -419) im Eigenkapital erfasst. Auf diesen Teil der Bewertungsrücklage entfallen passive latente Steuern von T€ 186 (Vorjahr: aktive latente Steuern von T€ 135). Für den nicht gesicherten Teil der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten wurden insgesamt T€ 201 (Vorjahr: T€ 21) ergebniswirksam erfasst. scroll
Der Marktwert wird aus dem Devisenmittelkurs vom Abschlussstichtag abgeleitet. Die MEDION AG legt grundsätzlich nur in € an bzw. nimmt grundsätzlich nur Gelder in € auf. Aus diesem Grund nutzt die MEDION AG Devisenswaps, um Überhänge in Fremdwährungen bis zum nächsten Zeitpunkt, an dem diese Währungen benötigt werden, in € zu konvertieren und somit eine Geldanlage oder -aufnahme in diesen Währungen zu vermeiden. scroll
Für Marktwertrisiken sind Rückstellungen in Höhe von T€ 7 gebildet. Für die systematische Darstellung der Marktpreisrisiken, denen das Unternehmen am Bilanzstichtag ausgesetzt ist, ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen. Die Sensitivitätsanalyse dient der Ermittlung der Auswirkungen von hypothetischen Änderungen relevanter Risikovariablen auf das Ergebnis und Eigenkapital. Zur Bestimmung der Auswirkungen dieser Risikovariablen auf die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag die Effekte hypothetischer Änderungen der Risikovariablen auf den Marktwert und die Zahlungsströme zu ermitteln. MEDION ist vor allem Währungsrisiken ausgesetzt. Bei den Währungsrisiken wird eine Schwankung um 10 % gegenüber dem Euro angenommen. Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2018 um 10 % abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte die Bewertungsrücklage die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt: scroll
Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2018 um 10 % abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte das Ergebnis die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt: scroll
Aus der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten werden keine nachteiligen Einflüsse auf die Finanzlage des Konzerns erwartet. Die Gesellschaft setzt keine Finanzinstrumente zu Handels- oder Spekulationszwecken ein. 4. Marktrisiken/ZinsrisikenMit Zinsrisiko wird das Risiko beschrieben, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Marktzinsänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit vorhandene liquide Mittel als kurzfristige Festgeldanlagen mit fix verhandelten Zinssätzen gehalten werden, unterliegen diese damit keinem Zinsrisiko. Darüber hinaus sind Geldanlagen auch zu Vereinbarungen angelegt, die variable Zinskomponenten enthalten. Zinsänderungsrisiken, insbesondere Zinsminderungsrisiken, sind hierbei jedoch von untergeordneter Bedeutung. 5. Marktrisiken / Sonstige PreisrisikenAls sonstige Preisrisiken im Sinne von IFRS 7 kommen insbesondere Risiken aus Marktpreisänderungen von Aktien sowie handelbaren Rohstoffen infrage. Zum 31. März 2018 hat MEDION keine Bestände an Aktien. Eigene Anteile sind keine Finanzinstrumente in diesem Sinne, da IAS 32.11 ausdrücklich auf Eigenkapitalinstrumente anderer Unternehmen abstellt. 9.3.6 Ereignisse nach dem AbschlussstichtagBis zum 30. Mai 2018 (Freigabe des Abschlusses durch den Vorstand an den Aufsichtsrat) ergaben sich keine nennenswerten Ereignisse. 9.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personenscroll
Neben den genannten Gesellschaften sowie Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates gelten darüber hinaus auch sämtliche Gesellschaften der Lenovo-Gruppe als nahestehende Unternehmen. Mutterunternehmen der MEDION AG ist die Lenovo Germany Holding GmbH mit Sitz in Essen. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist die Lenovo Group Limited mit Sitz in Hongkong. Der Konzernabschluss der Lenovo Group Limited ist am Sitz der Gesellschaft bzw. über www.lenovo.com erhältlich. Die Geschäftsbeziehungen zwischen der MEDION AG und den Tochtergesellschaften, die als nahestehende Unternehmen anzusehen sind, sind durch Konsolidierung eliminiert und werden daher nicht weiter erläutert. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit bestehen auch Liefer- und Leistungsbeziehungen zu nicht zum Anteilsbesitz des MEDION-Konzerns gehörenden nahestehenden Unternehmen. Es bestehen vertragliche Vereinbarungen. Im Berichtsjahr sind folgende Geschäftsbeziehungen gemäß IAS 24 zum Mutterunternehmen und zu sonstigen nahestehenden Unternehmen darzustellen. Alle Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Die Beziehungen zu Vorstand und Aufsichtsrat betreffen die Vergütung und sind in den folgenden Abschnitten dargestellt. scroll
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Im Berichtsjahr betrugen die für kurzfristig fällige Leistungen erfassten Aufwendungen an Vorstand und Aufsichtsrat T€ 2.412 bzw. T€ 120 (Vorjahr: T€ 1.721 bzw. T€ 120) und für andere langfristige Leistungen T€ 71 (Vorjahr: T€ 71). Für die Vorstandsversorgung wurde Dienstzeitaufwand in Höhe von T€ 441 (Vorjahr: T€ 427) erfasst. 9.3.8 VorstandIm Berichtszeitraum gehörten folgende Herren dem Vorstand an: Kaufmann Gerd Brachmann, Essen (Vorsitzender des Vorstandes) Diplom-Ökonom Christian Eigen, Essen (stellv. Vorsitzender des Vorstandes) Mitglied in anderen Aufsichtsräten: Adinotec AG, München, bis zum 19.06.2017, Mitglied des Aufsichtsrats der FUNKE Mediengruppe GmbH & Co. KGaA und Mitglied des Gesellschafterausschusses der FUNKE Management GmbH, beide Essen, seit dem 01.07.2017 Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder, die erfolgswirksam erfasst wurden, beliefen sich im Geschäftsjahr 2017/2018 ohne die Veränderung der Pensionsrückstellungen (T€ 265; Vorjahr: T€ 1.012) auf insgesamt T€ 2.134,5 (Vorjahr: T€ 1.782,4). Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben der Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a S. 5-8 HGB sind im Vergütungsbericht im zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht dargestellt, auf den verwiesen wird. Der Vorstand hielt zum 31. März 2018 keine Aktien der Gesellschaft. 9.3.9 AufsichtsratIm Berichtsjahr waren folgende Herren Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft: Dr. Rudolf Stützle, Essen (Vorsitzender) (Ehem. Managing Director der Deutsche Bank AG, Global Banking, Frankfurt am Main) Herr Dr. Stützle nimmt keine Mandate in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften wahr. Bei folgenden in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen übt Herr Dr. Stützle vergleichbare Mandate aus: Carl Spaeter GmbH, Duisburg (stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates) Wai Ming Wong (stellv. Vorsitzender), Executive Vice President und Chief Financial Officer, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Discovery Bay, Lantau, Hongkong, Volksrepublik China Herr Wong ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten. Herr Wong übt jedoch bei folgenden in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen vergleichbare Mandate aus: China Unicom (Hong Kong) Limited, Hongkong, Volksrepublik China Gianfranco Lanci (Mitglied), Corporate President und Chief Operating Officer, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Lugano, Schweiz Herr Lanci ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten oder übt vergleichbare Mandate bei in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen aus. Herr Dr. Rudolf Stützle erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2017/2018 eine Vergütung in Höhe von T€ 120 (Vorjahr: T€ 120). Herr Wai Ming Wong erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2017/2018 aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo keine Vergütung (Vorjahr: T€ 0). Herr Gianfranco Lanci erhält für seine Tätigkeit aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo keine Vergütung (Vorjahr: T€0). Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates beläuft sich somit im Geschäftsjahr 2017/2018 auf T€ 120 (Vorjahr: T€ 120). Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr wurden Aufwandsentschädigungen gezahlt. scroll
Die Aufsichtsratsmitglieder hielten zum 31. März 2018 unverändert keine Aktien. Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben der Aufsichtsratsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 5-8 HGB sind im Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Konzernlageberichtes und Lageberichtes ist, dargestellt, auf den verwiesen wird. 9.3.10 Corporate Governance - Angabe gemäß § 161 AktGDer Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt die wesentlichen Empfehlungen zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält Standards verantwortungsvoller Unternehmensführung in der Fassung vom 7. Februar 2017. Am 24. November 2017 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und am 24. November 2017 den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. 9.3.11 Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des MutterunternehmensAufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages steht bei der MEDION AG kein verteilungsfähiger Bilanzgewinn zur Verfügung. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten am dritten Bankarbeitstag nach dem Tag der Hauptversammlung 2018, die über das Geschäftsjahr 2017/2018 beschließt, die vertraglich festgesetzte Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Hauptversammlung der MEDION AG findet voraussichtlich am 20. November 2018 statt.
Essen, 30. Mai 2018 Gerd Brachmann, Vorsitzender des Vorstandes Christian Eigen, Stellv. Vorsitzender des Vorstandes Versicherung der gesetzlichen Vertreter"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
Essen, 30. Mai 2018 Gerd Brachmann, Vorsitzender des Vorstandes Christian Eigen, Stellv. Vorsitzender des Vorstandes 10 Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersBestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die MEDION AG, Essen VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der MEDION AG, Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2018, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der MEDION AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst, f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Umsatzrealisierung aus digitalen Dienstleistungen und Produkten unter Beachtung des zutreffenden Ausweises von Prinzipal- oder Agent-Umsätzen (2) Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: (1) Sachverhalt und Problemstellung (2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse (3) Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: (1) Umsatzrealisierung aus digitalen Dienstleistungen und Produkten unter Beachtung des zutreffenden Ausweises von Prinzipal- oder Agent-Umsätzen(1) Im Konzernabschluss der MEDION AG werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzerlösen Umsatzerlöse aus (neuen) digitalen Dienstleistungen und Produkten in Höhe von € 17,5 Mio erfasst, deren Erfassung und Abgrenzung gemäß IAS 18 in Abhängigkeit von den getroffenen einkaufs- und verkaufsseitigen Vereinbarungen als Prinzipal- oder Agent-Umsätze erfolgt. Abhängig von der Prinzipal- oder Agentenstellung des MEDION-Konzerns sind der Ein- und Verkauf von digitalen Dienstleistungen und Produkten entsprechend dem Bruttoprinzip im Materialaufwand und unter den Umsatzerlösen zu erfassen (Prinzipalstellung) oder es ist lediglich die erzielte Bruttomarge in den Umsatzerlösen auszuweisen (Agentenstellung). Bei der Zuordnung sind insbesondere das sich fortwährend verändernde Marktumfeld, neue Geschäftsfelder und individuelle Preis- und Tarifmodelle bei nicht (mehr) körperlichen Produkten zu berücksichtigen, woraus sich ein erhöhtes Risiko für die zutreffende Beurteilung der Prinzipal- bzw. Agentenstellung und die zutreffende Erfassung der Umsatzerlöse ergibt. Für die zutreffende Beurteilung ist daher eine sachgerechte Einschätzung aller in den verschiedenen Verträgen enthaltenen Komponenten zur Chancen- und Risikenverteilung durch die gesetzlichen Vertreter erforderlich. Vor diesem Hintergrund war die Erfassung der Umsatzerlöse aus digitalen Dienstleistungen und Produkten vor allem aufgrund der in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter abhängigen Beurteilung der Prinzipal- oder Agentenstellung des Konzerns im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. (2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen zur Prinzipal- oder Agentenstellung des MEDION-Konzerns anhand der uns zur Verfügung gestellten Unterlagen (insbesondere Ein- und Verkaufsverträge) nachvollzogen. Unter Berücksichtigung der Kenntnis, dass aufgrund der Komplexität und der vorzunehmenden Einschätzungen und Annahmen ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungslegung besteht, haben wir die Angemessenheit und Wirksamkeit der von dem MEDION-Konzern eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur zutreffenden Erfassung und Abgrenzung von Umsatzerlösen aus digitalen Produkten beurteilt. Darüber hinaus haben wir die bilanziellen Konsequenzen neuer Geschäftsmodelle für die Erfassung der Umsatzerlöse gewürdigt. Wir konnten uns insgesamt davon überzeugen, dass die eingerichteten Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Erfassung und Abgrenzung der Umsatzerlöse zu gewährleisten. (3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Umsatzerlösen im Konzern sind im Konzernanhang im Abschnitt 9.1.5 und 9.2.1 enthalten. (2) Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen(1) Die Realisierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist grundsätzlich mit Ausfallrisiken behaftet, die sich negativ auf das Jahresergebnis des Konzerns auswirken können. Im Konzernabschluss der MEDION AG werden unter dem Bilanzposten "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" Forderungen in Höhe von € 182 Mio (25 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Für Ausfallrisiken besteht zum 31. März 2018 eine bilanzielle Risikovorsorge aus Einzelwertberichtigungen und Portfoliowertberichtigungen. Die Bemessung der Risikovorsorge wird insbesondere durch die Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich eingetretener Ereignisse, die objektive Hinweise auf zukünftige Zahlungsausfälle sowie der Struktur und Qualität des Forderungsportfolios insgesamt bieten, bestimmt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum einen betragsmäßig für die Vermögenslage des MEDION-Konzerns von hoher Bedeutung und zum anderen sind die dazu gebildeten Wertberichtigungen mit erheblichen Ermessensspielräumen der gesetzlichen Vertreter verbunden. Darüber hinaus haben die angewandten, mit Unsicherheiten behafteten Bewertungsparameter einen bedeutsamen Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Wertberichtigungen. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. (2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Angemessenheit der Ausgestaltung der Kontrollen im relevanten internen Kontrollsystem des Konzerns beurteilt und die Funktionsfähigkeit der Kontrollen getestet. Darüber hinaus haben wir die von den gesetzlichen Vertretern zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vorgenommenen Einschätzungen hinsichtlich eingetretener Wertminderungen bzw. zukünftiger Zahlungsausfälle sowie die Struktur und Qualität des Forderungsportfolios anhand der uns zur Verfügung gestellten Unterlagen (Altersstrukturliste, Unterlagen zur Portfoliobildung) nachvollzogen. Zur Beurteilung der vorgenommenen Einzelwertberichtigungen und der Portfoliowertberichtigungen haben wir die von dem MEDION-Konzern angewandten Berechnungsmethoden sowie die zugrundeliegenden Annahmen und Parameter gewürdigt. Auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns insgesamt von der Angemessenheit der bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen sowie der Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse des MEDION-Konzerns überzeugen. (3) Die Angaben der Gesellschaft zur Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Konzern sind im Konzernanhang im Abschnitt 9.2.2 enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks und den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 21. November 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 22. Dezember 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Konzernabschlussprüfer der MEDION AG, Essen, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem "zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss" nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Rohkämper.
Essen, den 8. Juni 2018 PricewaterhouseCoopers GmbH Michael Rohkämper, Wirtschaftsprüfer ppa. Joachim Möglich, Wirtschaftsprüfer |
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