![]() Allianz Direct Versicherungs-AGMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024INHALT Mitglieder des Vorstands Lagebericht Allgemeine Rahmenbedingungen Geschäftsverlauf Risikobericht Prognose- und Chancenbericht Betriebene Versicherungszweige und -arten Jahresabschluss Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang Angaben zu den Aktiva Angaben zu den Passiva Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige Angaben Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Bericht des Aufsichtsrats Mitglieder des Aufsichtsrats Hinweis bezüglich Rundungen Als Folge der Rundungen können sich bei der Berechnung von Summen und Prozentangaben geringfügige Abweichungen gegenüber den im Bericht ausgewiesenen Zahlen ergeben. MITGLIEDER DES VORSTANDS PHILIPP KROETZ Chief Executive Officer BIRGIT BACHER Chief Operating Officer PHILIP HOFFMAN Chief Financial Officer LAGEBERICHTIm Geschäftsjahr 2024 führte die Allianz Direct Versicherungs-AG die Umsetzung ihrer Strategie zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Erzielung eines profitablen Wachstums in allen Märkten fort. Dabei erzielte die Allianz Direct Versicherungs-AG bedeutende Fortschritte in mehreren strategischen Bereichen. Dazu zählten die Expansion in neue Märkte durch die Übernahme des französischen Versicherungsportfolios der Luko Insurance AG, die Realisierung deutlicher Verbesserungen der versicherungstechnischen Rentabilität und die Stärkung der Wettbewerbsposition in den Niederlanden und in Deutschland mit starkem zweistelligem Wachstum. Die Vereinbarung zur Übernahme des Versicherungsportfolios von Friday Insurance S.A. wurde im Oktober 2024 unterzeichnet, gefolgt von der Akquisition der iptiQ EMEA P&C B.V. von der Swiss RE im November 2024. Beide Transaktionen, die voraussichtlich im Sommer 2025 vollzogen werden, führen dazu, dass die AZ Direct Versicherungs-AG in allen vertretenen Versicherungsmärkten weiter expandieren kann. Das für die Gesellschaft selbst und andere Versicherungsgesellschaften des Allianz Konzerns auf der europäischen Direktplattform verwaltete Versicherungsgeschäft wuchs auf insgesamt 2,5 Millionen Versicherungsverträge (2,3 Millionen im Jahr 2023). Zurückzuführen war dies vor allem auf Wachstum in Deutschland und den Niederlanden. Das Gesamtprämienvolumen der Allianz Direct Versicherungs-AG stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 27%. Dieser Zuwachs war mit 7 Prozentpunkten auf die Übernahme des französischen Versicherungsportfolios der Luko Insurance AG zurückzuführen. Deutschland verzeichnete im Vorjahresvergleich ein erneutes Wachstum im Kraftfahrtversicherungsgeschäft. Gegenüber 2023 stiegen der Bestand an Kraftfahrtversicherungen um 9% und die gesamten Beitragseinnahmen um 32 %. In den Niederlanden nahm der Gesamtbestand an Versicherungsverträgen um 7 % zu, was in Verbindung mit fortgesetzten Prämienerhöhungen zu einem Wachstum der Beitragseinnahmen von 21 % führte. In Spanien entwickelte sich das Versicherungsportfolio im Jahr 2024 weiter rückläufig, wobei dies primär auf Prämienerhöhungen zur Steigerung der Rentabilität zurückzuführen ist. Der Bestand an Versicherungsverträgen sank um 36 %, gleichzeitig verringerten sich die Beitragseinnahmen um 30 %. Das Finanzergebnis wurde im Jahr 2024 durch die Übernahme des Portfolios der Luko Insurance AG durch die französische Niederlassung der Allianz Direct Versicherungs-AG stark belastet. Die französische Niederlassung wies ein versicherungstechnisches Nettoergebnis von -21,3 Millionen Euro aus, was sowohl auf die geringere relative Rentabilität des neu erworbenen Geschäfts als auch auf die hohen damit verbundenen Integrationskosten zurückzuführen war. Zusätzlich wirkten sich die Bewertungsanpassungen auf HGB negativ auf das versicherungstechnische Nettoergebnis aus. Die Gesamtaufwendungen stiegen im Vorjahresvergleich aufgrund höherer Akquisitionsaufwendungen an, was im Einklang steht mit der Strategie der Allianz Direct Versicherungs AG, erheblich zu wachsen. Zugleich stieg jedoch die zugrunde liegende Rentabilität des Geschäfts der Niederlassungen in den Niederlanden, Deutschland und Spanien durchgängig an. Des Weiteren war eine Zuführung zur Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen von 8,7 Millionen Euro notwendig, verglichen mit einer Auflösung von 10,3 Millionen Euro im Jahr 2023, da die Schadenquoten der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und der Sonstigen Kraftfahrtversicherung unter dem historischen Durchschnitt lagen. Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung vor Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen der Allianz Direct Versicherungs-AG belief sich einschließlich eines Ergebnisses in Höhe von -21,3 Millionen Euro aus der französischen Niederlassung auf -57,8 Millionen Euro gegenüber -53,3 Millionen Euro im Jahr 2023. Das versicherungstechnische Nettoergebnis nach Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen belief sich auf -66,5 Millionen Euro gegenüber -42,9 Millionen Euro im Jahr 2023. Das Gesamtergebnis nach Steuern und vor Verlustübernahme belief sich im Berichtsjahr auf -79,8 Millionen Euro gegenüber -74,5 Millionen Euro im Jahr 2023. ALLGEMEINE RAHMENBEDINGUNGENGesamtwirtschaftliche Entwicklung WIRTSCHAFTLICHER WANDEL Im Jahr 2024 erlebte die Weltwirtschaft ein weiteres solides Wachstum von 2,8%, trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Die US-Wirtschaft zeigte sich erneut widerstandsfähig, gestützt durch einen starken privaten Konsum, und verzeichnete ein Wachstum von 2,8%. Europa und China sahen sich mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, was zu einem moderaten Wirtschaftswachstum von 0,8 % in der Eurozone und 5,0% in China führte. Die Inflation ging weltweit zurück und näherte sich in den meisten Regionen dem Zielwert von 2 % an, mit Ausnahme Chinas, das weiterhin mit einer zu niedrigen Inflation zu kämpfen hatte. In Deutschland verzeichnete die Wirtschaftsleistung im zweiten Jahr in Folge einen Rückgang. Nach einem Minus von 0,3 % im Jahr 2023 sank das Bruttoinlandsprodukt im Laufe des Jahres 2024 um weitere 0,2%. Hauptursachen waren die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, die zu einem Rückgang der Exporte um 0,8 % führte, und eine Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte, aufgrund der die Konsumausgaben lediglich um 0,3 % stiegen. Zudem belasteten wirtschaftliche Unsicherheiten und ein erhöhtes Zinsniveau die Investitionen, die um 2,8% zurückgingen. Der einzige Wachstumsimpuls ging im Jahr 2024 von den staatlichen Konsumausgaben aus, die um 2,6% zulegten. In Spanien lag die Inflationsrate im Dezember des Jahres 2024 bei 2,8%, und somit um 0,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 3,2%. Zu diesem Wachstum trug die inländische Nachfrage 2,8 Prozentpunkte bei - ein Anstieg um 1,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die ausländische Nachfrage trug 0,4 Prozentpunkte zum Bruttoinlandsprodukt bei, ein Rückgang um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswert. Die Beschäftigung stieg um 2,3%, was zu einem Anstieg der Arbeitsproduktivität um 0,8 % führte. Diese Entwicklungen stellten eine starke wirtschaftliche Dynamik mit starker Binnennachfrage und moderater Inflation unter Beweis. Trotz Herausforderungen im Außenhandel und geopolitischer Unsicherheiten deutet der Produktivitätsanstieg auf eine erhöhte Effizienz der Arbeitskräfte hin, was langfristig der Wettbewerbsfähigkeit Spaniens zugutekommen wird. Das niederländische Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal des Jahres 2024 um 1,8% im Vergleich zum Vorjahr. Im Gesamtjahr 2024 stieg das Bruttoinlandsprodukt um 0,9%, nach einem geringen Wachstum von 0,1 % im Jahr 2023. Mit einem Anstieg von 3,1 % waren staatliche Konsumausgaben der größte Wachstumstreiber, während der private Konsum lediglich um 1,1 % wuchs. Die Handelsbilanz trug positiv zum Wachstum bei. Dabei stiegen die Exporte um 0,4%. Maßgeblich für diesen Anstieg waren Dienstleistungsexporte, denn die Warenexporte entwickelten sich rückläufig. Während die Importe um 0,1% stiegen, verzeichneten die Investitionen einen leicht negativen Beitrag. Pflege, Unternehmensdienstleistungen und Handel waren die stärksten Wachstumsbereiche. Diese Zahlen lassen die Bedeutung staatlicher Konsumausgaben und der Dienstleistungsexporte für die nachhaltige wirtschaftliche Erholung der Niederlande, trotz Herausforderungen bei Warenexporten und Investitionen, erkennen. Das französische Bruttoinlandsprodukt wuchs im Jahr 2024 um 1,1 %. Dieses Wachstum wurde durch die Olympischen Spiele unterstützt. Während der private Konsum stabil blieb, stagnierten die Investitionen und der Außenhandel wurde durch rückläufige Exporte und sich erholende Importe belastet. Die inländische Nachfrage schwächte sich leicht ab und trug 0,7 Prozentpunkte zum Wachstum bei, nach 0,9 Prozentpunkten im Vorjahr. Die Investitionen gingen zurück und machten -0,3 Prozentpunkte des Wachstums aus, verglichen mit einem positiven Betrag von +0,2 Prozentpunkten im Jahr 2023. Auf den Außenhandel entfielen 0,9 Prozentpunkte, gegenüber 0,6 Prozentpunkten im Jahr 2023. Trotz des positiven Effekts der staatlichen Ausgaben halten wirtschaftliche Unsicherheiten aufgrund geopolitischer und politischer Krisen an. ZINSPOLITIK UND KAPITALMÄRKTE Mit dem Rückgang der Inflation begannen die Zentralbanken, die Zinssätze zu senken. Die Europäische Zentralbank reduzierte den Einlagenzinssatz um 100 Basispunkte auf 3,0%. Die US-Notenbank folgte diesem Beispiel und senkte ihren Leitzins ebenfalls um 100 Basispunkte auf 4,5%. Langfristige Zinsen reagierten jedoch nicht in gleichem Maße, da Sorgen über die wachsende Staatsverschuldung zunahmen. Die Renditen deutscher Staatsanleihen stiegen im Jahresverlauf um 33 Basispunkte auf 2,4%, während die Renditen von US-Staatsanleihen um 71 Basispunkte auf 4,6% anstiegen. Die Aktienmärkte verzeichneten im Jahr 2024 deutliche Kursgewinne. Die Zinssenkungen der Notenbanken und die anhaltende Begeisterung für Künstliche Intelligenz trieben die Kurse in die Höhe. US-Aktien (S&P 500) stiegen um 23,3%, während deutsche Aktien (DAX) trotz einer schrumpfenden Wirtschaft ein Plus von 18,8% erzielten. VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT BEITRAGSWACHSTUM DURCH ANPASSUNGEN Im Geschäftsjahr 2024 verlief das Geschäft der Versicherer insgesamt zufriedenstellend, mit einem deutlichen Beitragsplus über die meisten Sparten hinweg. Die Schaden- und Unfallversicherung war stark von Beitragsanpassungen geprägt, besonders in der Kraftfahrzeug- und Sachversicherung. Zurückzuführen war diese Entwicklung auf gestiegene Schadenaufwendungen wie höhere Preise für Autoreparaturen und Baukosten. Die Kraftfahrzeugversicherung verzeichnete ein besonders starkes Beitragswachstum, während die Sachversicherungsbranchen voraussichtlich schwächer als im Vorjahr wuchsen. Ursache hierfür sind die hohen Inflationsindizes und die daraus resultierenden Anpassungen der Versicherungssummen und Beiträge. Auch die Nachfrage nach Elementardeckung trug zur Steigerung der Beitragseinnahmen bei. Alle anderen Branchen verzeichneten ebenfalls Beitragszuwächse, die auf Beitragsanpassungen und teilweise auf Bestandswachstum zurückzuführen sind. Diese Entwicklungen stellen die Anpassungsfähigkeit der Versicherungsbranche an wirtschaftliche Veränderungen unter Beweis. STEIGENDE SCHADENAUFWÄNDE Im Jahr 2024 stiegen die Schadenaufwände in der Schaden- und Unfallversicherung moderat und weniger stark als die Beitragsentwicklung. In der Kraftfahrtversicherung führten gestiegene Kosten für Ersatzteile und Werkstattarbeiten zu höheren Aufwendungen, was die Schaden-Kosten-Quote belastete. In der Sachversicherung fiel der Anstieg der Schadenaufwände geringer aus als der Zuwachs der Beitragseinnahmen, begünstigt durch eine niedrige Feuer-Großschaden-Last und ein durchschnittliches Naturgefahrenjahr. In den anderen Versicherungszweigen der Schaden- und Unfallversicherung überstiegen die Geschäftsjahresschäden das Beitragswachstum, infolgedessen verschlechterte sich die Schaden-Kosten-Quote. GESCHÄFTSVERLAUF Ausweitung des Versicherungsgeschäfts auf Frankreich Im Geschäftsjahr 2024 erfolgte die Ausweitung des Versicherungsgeschäfts auf Frankreich durch die Aufnahme des Versicherungsbetriebs in der im Jahr 2023 neu gegründeten französischen Niederlassung. Dies erfolgte im Wesentlichen durch einen Asset Deal mit Luko Cover SAS, Paris, sowie einen Portfoliotransfer von der Luko Insurance AG. Unter der Muttergesellschaft Demain ES fungierte die Luko Cover SAS als Versicherungsvermittler für vier Risikoträger. Einer dieser Risikoträger war die Luko Insurance AG. Im Rahmen der Transaktion übernahm die Allianz Direct Versicherungs-AG das Vermittlungsgeschäft von Luko Cover SAS sowie das Versicherungsportfolio der Luko Insurance AG. PORTFOLIOTRANSFER VON DER LUKO INSURANCE AG Die Allianz Direct Versicherungs-AG übernahm mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2024 einen Bestand von 406 861 Erstversicherungsverträgen von der Luko Insurance AG. Dies führte zu einer Übernahme von versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe von 11,0 Millionen Euro und liquiden Mitteln in Höhe von 18,3 Millionen Euro. Die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten wurden bei Zugang zunächst zu ihren Zeitwerten in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG angesetzt. Im Einklang mit dem Vorsichtsgedanken des HGB erfolgte im Geschäftsjahr 2024 eine Bewertungsanpassung der zu Zeitwerten übernommenen Salden der versicherungstechnischen Rückstellungen. Die Bestimmung der transferierten liquiden Mittel auf Basis des Portfolioübernahmevertrags erfolgte zum 30.06.2024. Eine tabellarische Übersicht der Beträge zum 30.06.2024 ist auf den Folgeseiten dargestellt. ÜBERNAHME VON VERMÖGENSGEGENSTÄNDEN, VERBINDLICHKEITEN, UND MITARBEITENDEN VON DER LUKO COVER SAS Mit bilanzieller Wirkung zum 1. Februar 2024 übernahm die Allianz Direct Versicherungs-AG im Wesentlichen alle Vermögensgegenstände und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die IT-Infrastruktur und die Markenrechte von der Luko Cover SAS. Grundlage dafür waren Urteile des Handelsgerichts von Bobigny (Tribunal de Commerce de Bobigny) vom 24. Januar 2024 aus den Insolvenzverfahren über die Vermögen der Luko Cover SAS, eines in Paris ansässigen Maklerunternehmens, und deren Muttergesellschaft Demain ES. Sämtliche übernommenen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden zum 1. Februar 2024 in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG angesetzt. Dabei wurden im Wesentlichen Markenrechte erworben. Zusätzlich erfolgte die Übernahme von personalbezogenen Verbindlichkeiten und übrigen Verbindlichkeiten mit einem Erfüllungsbetrag von 0,5 Millionen Euro und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Den erworbenen Markenrechten wurde ein Wert von 4,2 Millionen Euro beigemessen; es erfolgt eine planmäßige Abschreibung über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren. Des Weiteren wurde ein Kundenstamm aus dem Vermittlungsgeschäft erworben, welchem ein Wert von 1,7 Millionen Euro beigemessen wurde. Ein Teil dieses Kundenstamms in Höhe von 0,6 Millionen Euro wurde im November 2024 zu Buchwerten veräußert. Der verbleibende Wert wurde dem kurzläufigen Geschäft Rechnung tragend im Geschäftsjahr vollständig abgeschrieben. Die sonstigen Rückstellungen für Rückzahlungen bereits erhaltener Versicherungsprämien im Falle der Kündigung von Versicherungsnehmenden wurden im Geschäftsjahr vollständig verbraucht. Es wurden 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Luko Cover SAS übernommen. AUSWIRKUNG DER TRANSAKTIONEN AUF VERMÖGENS- UND ERTRAGSLAGE AUSWIRKUNGEN DES PORTFOLIOTRANSFERS AUF DIE VERMÖGENSLAGE ZUM 01.01.2024 UND 30.06.2024 €
€
AUSWIRKUNGEN DES PORTFOLIOTRANSFERS AUF DIE ERTRAGSLAGE ZUM 30.06.2024 €
AUSWIRKUNGEN DER ÜBERNAHME VON VERMÖGENSGEGENSTÄNDEN UND VERBINDLICHKEITEN ZUM 01.02.2024
Versicherungsgeschäft Die Allianz Direct Versicherungs-AG betreibt in Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Frankreich in verschiedenen Versicherungszweigen das Erstversicherungsgeschäft, im Wesentlichen in der Vertriebsform eines Direktgeschäfts. Das französische Geschäft wurde im Juli 2024 durch die Übernahme des von der Luko Insurance AG gezeichneten französischen Versicherungsportfolios verstärkt. Im Oktober 2024 unterzeichnete die Allianz Direct Versicherungs-AG mit der Friday Insurance S.A., einem Versicherungsunternehmen der Baloise Gruppe mit Sitz in Luxemburg, eine Bestandsübertragungsvereinbarung. Die Allianz Direct Versicherungs-AG übernimmt somit ein Versicherungsportfolio in Deutschland und Frankreich mit einem Beitragsvolumen von circa 50 Millionen Euro. Das Portfolio umfasst im Wesentlichen Gebäude- und Hausratversicherungen sowie Kraftfahrtversicherungen. Zudem werden Markenrechte an der Marke Friday übernommen. Der Abschluss der Transaktion wird nach der regulatorischen Freigabe Mitte des Jahres 2025 erwartet. Aus der bereits erfolgten Teilerfüllung des Kaufpreises erfolgte im Geschäftsjahr 2024 die Aktivierung immaterieller Vermögensgegenstände in Höhe von 0,8 Millionen Euro für Verlängerungsrechte von Versicherungsverträgen. Des Weiteren wird zum Vollzugsdatum eine Zahlung in Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen gemäß vertraglicher Regelung vorgenommen. Im November 2024 schloss die Allianz Direct Versicherungs-AG zudem eine Vereinbarung mit der zum Swiss Re Konzern gehörenden iptiQ EMEA P&C Holding B.V über den Kauf von 100% der Anteile an der iptiQ EMEA P&C S.A. mit Sitz in Luxemburg ab. Die Gesellschaft zeichnet Versicherungsverträge über externe Partner in Deutschland, den Niederlanden, Italien, Spanien und der Schweiz. Der Abschluss der Transaktion wird Mitte des Geschäftsjahres 2025 nach regulatorischer Freigabe erwartet. Im Anschluss wird zeitnah eine Verschmelzung auf die Allianz Direct Versicherungs-AG angestrebt. In Vorbereitung auf das geplante Neugeschäft in Italien wurde im Jahr 2024 eine italienische Niederlassung neu gegründet, die jedoch zum 31. Dezember 2024 noch kein Versicherungsgeschäft betrieb. Mit Wirkung zum Beginn des Jahres 2021 übernahm die Allianz Direct Versicherungs-AG die Verantwortung für die Entwicklung und den Betrieb der europäischen Direktplattform. In diesem Rahmen schloss die Allianz Direct Versicherungs-AG auch den konzerninternen Erwerb der zugehörigen immateriellen Vermögenswerte ab. Mittlerweile wird die Plattform für die Portfolios der Niederlassungen in Spanien und den Niederlanden, die italienische Gesellschaft Allianz Direct S.p.A. und die Allianz Benelux S.A. bereitgestellt. Zum Ende des Berichtsjahrs wurden über die Plattform 2,5 Millionen Versicherungsverträge verwaltet. Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein starker Anstieg der Zahl der über die Plattform verwalteten Verträge erwartet, da die Abwicklung der Portfolios der Luko Insurance AG und der Allianz Direct S.p.A. überwiegend über die Plattform erfolgen wird. Dafür wurde im Geschäftsjahr 2024 bereits die Kapitalrücklage um 39.900 Tausend Euro gestärkt. BEITRAGSEINNAHMEN Die Bruttobeitragseinnahmen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 27,0% auf 590.311 (2023: 464.898) Tausend Euro. Der erwartungsgemäße Zuwachs der Beitragseinnahmen betrug im Inland 204.977 (2023:154.855) Tausend Euro und in den Niederlanden 325.062 (2023: 269.217)Tausend Euro. Dies ist im Wesentlichen auf organisches Wachstum zurückzuführen, was sowohl aus der erhöhten Anzahl der Policen als auch aus Preissteigerungen resultiert. Zusätzlich wirkte sich die Portfolioübernahme von der Luko Insurance AG mit 31.897 Tausend Euro positiv auf die Beiträge aus. Lediglich das Geschäft der spanischen Niederlassung, auf welches im Vorjahr die Fénix Directo verschmolzen wurde, wies einen Beitragsrückgang auf 28.374 (2023: 40.826) Tausend Euro aus. Maßgeblich hierfür war eine Bereinigung des Portfolios, die sich negativ auf die Anzahl der Policen auswirkte. Gegenläufig wirkten sich Preissteigerungen aus, die aber den negativen Effekt der Portfoliobereinigung nicht vollumfänglich kompensieren konnten. Die Bruttobeitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung nahmen gegenüber 2023 um 21,6% auf 510.965 (2023: 420.124) Tausend Euro zu. Im Inland stiegen die Beitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung um 31,6% auf 201.428 (2023:153.103) Tausend Euro, in der spanischen Niederlassung gingen die Beiträge im Jahr nach der Verschmelzung mit Fénix Directo um -31,0% auf 25.765 (2023: 37.348) Tausend Euro zurück und das niederländische Direktgeschäft verzeichnete einen Beitragszuwachs um 23,6% auf 283.771 (2023: 229.673) Tausend Euro. In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung nahmen die Beitragseinnahmen um 21,3 % auf 360.338 (2023: 297.139) Tausend Euro zu. Die inländischen Beitragseinnahmen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung wuchsen um 34,2% auf 130.561 (2023: 97.254) Tausend Euro, die Beiträge der spanischen Niederlassung gingen im Jahr nach der Verschmelzung mit Fénix Directo um 25,4% auf 18.261 (2023: 24.476) Tausend Euro zurück und das Geschäft der Niederlande stieg um 20,6% auf 211.516 (2023: 175.409) Tausend Euro an. In den Sonstigen Kraftfahrtversicherungen stiegen die Beitragseinnahmen um 22,5 % auf 150.627 (2023: 122.985) Tausend Euro. Im Inland stiegen die Beitragseinnahmen in der Sonstigen Kraftfahrtversicherung um 26,9% auf 70.867 (2023: 55.850) Tausend Euro, in Spanien nahmen die Beiträge um 41,7 % auf 7.505 (2023:12.872) Tausend Euro ab und das niederländische Direktgeschäft konnte eine Zunahme der Beiträge um 33,2 % auf 72.255 (2023: 54.263) Tausend Euro verzeichnen. Die Beitragseinnahmen in der Haftpflichtversicherung nahmen gegenüber dem Vorjahr um 31,0% auf 5181(2023: 3.956) Tausend Euro zu. Die inländischen Beiträge in der Haftpflichtversicherung legten um 12,8% auf 522 (2023: 463) Tausend Euro zu und das niederländische Direktgeschäft verzeichnete ein Beitragswachstum von 15,0% auf 4.018 (2023: 3.493) Tausend Euro. Die Beiträge der französischen Niederlassung wurden im Jahr 2024 erstmalig nach der Portfolioübernahme von der Luko Insurance AG in Höhe von 641 Tausend Euro ausgewiesen. In der Verbundenen Hausratversicherung stiegen die Bruttobeiträge um 111,8% auf 17.991 (2023: 8.493) Tausend Euro an. Im Inland zogen die Beitragseinnahmen in der Verbundenen Hausratversicher rung um 6,9% auf 674 (2023: 630) Tausend Euro an und die Beiträge des niederländische Direktgeschäfts wuchsen um 7,4% auf 8.445 (2023: 7.862) Tausend Euro. Durch die Portfolioübernahme wies die französische Niederlassung dort Beiträge von 8.872 Tausend Euro aus. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung nahmen die Beitragseinnahmen um 208,6% auf 33.059 (2023: 10.712) Tausend Euro zu. Das niederländische Geschäft verzeichnete ein Beitragswachstum um 21,4% auf 13.007 (2023: 10.712) Tausend Euro. Das französische Geschäft zeigte bei erstmaligem Ausweis nach der Portfolioübernahme von der Luko Insurance AG Beiträge in Höhe von 20.052 Tausend Euro. In der Unfall- und Krankenversicherung wiesen die Beitragseinnahmen von 13.381 (2023: 10.417) Tausend Euro ein Wachstum von 28,4% auf. Im Inland stiegen die Beitragseinnahmen in der Unfall- und Krankenversicherung um 35,2% auf 337 (2023: 250) Tausend Euro, in der spanischen Niederlassung entwickelten sich die Beiträge um 26,8% rückläufig auf 1.211 (2023: 1.654) Tausend Euro und das niederändische Direktgeschäft wies ein Beitragswachstum um 39,0 % auf 11.833 (2023: 8.514) Tausend Euro auf. In der Rechtsschutzversicherung nahmen die Beitragseinnahmen um 64,4% auf 3.663 (2023:10.290) Tausend Euro ab. Die Beiträge der spanischen Niederlassung gaben um 50,7% auf 895(2023: 1.814) Tausend Euro nach und die Beiträge des niederländischen Direktgeschäfts fielen um 67,3 % auf 2.768 (2023: 8.477) Tausend Euro. GEBUCHTE BRUTTOBEITRÄGE NACH LAND Die gebuchten Bruttobeiträge verteilten sich wie folgt auf die vier Niederlassungen: €
NEUGESCHÄFT Die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge stieg im Berichtsjahr deutlich an, da sich die Neuverträge im Vergleich zum Vorjahr um 43,3 % auf 1.122.989 (2023: 783.917) erhöhten. Dies betrifft sowohl die Kraftfahrtversicherung als auch die Nichtkraftfahrt-Sparten. Das niederländische sowie das inländische Neugeschäft verzeichneten ein Wachstum um 42,5 % auf 534.574 (2023: 375.183) Policen und um 15,8 % auf 390.910 (2023: 337.550) Policen. Das Neugeschäft in der spanischen Niederlassung verringerte sich jedoch aufgrund von Maßnahmen zur Portfoliobereinigung um 53,5 % auf 33.117 (2023: 71.184) Policen. Das Neugeschäft der französischen Niederlassung wurde mit 164.388 Policen erstmalig unter der Allianz Direct Versicherungs-AG ausgewiesen. BESTAND Der Bestand an Verträgen mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr erhöhte sich um 23,6% und lag damit am Jahresende 2024 bei 2.694.341 (2023: 2.179.509) Verträgen. Das inländische Geschäft verzeichnete im Gesamtjahresvergleich einen Zuwachs um 7,6% auf insgesamt 657.214 (2023: 610.766) Verträge. Das Geschäft der spanischen Niederlassung nahm im Zuge von Maßnahmen der Portfoliobereinigung um 10,9% auf 189.305 (2023: 212.566) Verträge ab Der Bestand der niederländischen Niederlassung verzeichnete einen Zuwachs von 5,6% auf 1.432.429 (2023: 1.356.177) Policen. Die französische Niederlassung wurde erstmalig mit einem Bestand von 415.393 Policen ausgewiesen. Der Gesamtbestand an versicherten Kraftfahrzeugen sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 % und belief sich am Ende des Geschäftsjahres auf 911.347 (2023: 914.297) Fahrzeuge. LEISTUNGEN AN KUNDEN Die Aufwendungen für Versicherungsfälle (brutto) der Allianz Direct Versicherungs-AG erhöhten sich um 12,2% auf 502.775 (2023: 448.066) Tausend Euro. Im Inland nahm der Schadenaufwand um 35,6% auf 186.026 (2023: 137.138) Tausend Euro zu. Dies ist im Wesentlichen auf Beitragswachstum, Inflation und steigendes Neugeschäft zurückzuführen. Der Schadenaufwand der spanischen Niederlassung fiel hingegen um 47,3% auf 23.637 (2023: 44.861) Tausend Euro. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Wegfall des einmaligen negativen Effekts aus der Verschmelzung im Vorjahr zurückzuführen. Zusätzlich wirkte sich die Portfoliobereinigung, deren Ziel es ist, sich auf profitable Kunden zu fokussieren, auf den Rückgang aus. Auch die Aufwendungen für Versicherungsfälle der niederländischen Niederlassung nahmen um 0,6% auf 264.472 (2023: 266.067) Tausend ab. Dabei wurde der negative Einmaleffekt aus dem Portfoliotransfer durch den starken Anstieg der Policen und die Inflation überkompensiert. Der Schadenaufwand der französischen Niederlassung betrug 28.640 (2023: 0) Tausend Euro. Im Geschäftsjahr 2024 kam es zu einer Verbesserung der Schadenquote. Die angekündigten fortgesetzten inflationsbedingten Beitragsanpassungen wirkten sich positiv auf die Schadenquote aus, wurden aber teilweise von negativ wirkenden Schadendurchschnitten aufgrund gestiegener Verbraucherpreise für Reparaturen kompensiert. Wesentlicher Treiber für den Anstieg der Schadendurchschnitte waren Inflationseffekte. Zur Reduktion der Geschäftsjahresschadenquote, das heißt der Schadenquote vor Abwicklungsergebnis, trugen vor allem das inländische und spanische Geschäft bei. In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung nahm der Schadenaufwand um 8,2% auf 305.572 (2023: 282.420) Tausend Euro zu. In den Sonstigen Kraftfahrtversicherungen belief er sich auf 141.820 (2023: 135.251)Tausend Euro und lag damit um 4,9% über dem Vorjahr. Der Schadenaufwand in der Haftpflichtversicherung fiel um 51,8% auf 1.546 (2023: 3.204) Tausend Euro. In der Verbundenen Hausratversicherung nahm der Schadenaufwand im Zuge der Portfolioübernahme von der Luko Insurance AG um 249,6% auf 19.649 (2023: 5.620) Tausend Euro zu. Der Schadenaufwand der Verbundenen Wohngebäudeversicherung stieg um 162,2% auf 22.766 (2023: 8.684) Tausend Euro. In der Unfall- und Krankenversicherung nahm der Schadenaufwand um 28,3 % auf 9.238 (2023: 12.876) Tausend Euro ab. Der Schadenaufwand der Rechtsschutzversicherung fiel um 44,9% auf 2 (2023: 3) Tausend Euro. Das Abwicklungsergebnis (brutto) der Allianz Direct Versicherungs-AG war, wie auch im Vorjahr, negativ. Der Abwicklungsverlust betrug 1.799 (2023: 47.492) Tausend Euro. Diese Entwicklung ist auf das verbesserte Abwicklungsergebnis der niederländischen Niederlassung in Höhe von 2.734 (2023: 55.757) Tausend Euro zurückzuführen. Das inländische Geschäft zeigte einen Abwicklungsverlust von 2.341 Tausend Euro nach einem Abwicklungsgewinn im Vorjahr von 5.847 Tausend Euro. Die spanische Niederlassung wies einen Abwicklungsgewinn von 5.903 (2023: 2.418) Tausend Euro aus. Die französische Niederlassung berichtete einen Abwicklungsverlust von 2.628 (2023: 0) Tausend Euro. In Summe über alle Versicherungszweige sank die Schadenquote (brutto), also das Verhältnis von Schadenaufwand zu den verdienten Beiträgen, um 10,6 Prozentpunkte auf 86,2% (2023: 96,8 %). AUFWENDUNGEN FÜR DEN VERSICHERUNGSBETRIEB Der Betriebskostensatz (brutto), der das Verhältnis der Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb zu den gebuchten Beitragseinnahmen abbildet, erhöhte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 21,8% (2023: 20,2%). Die Erhöhung resultiert sowohl aus dem Verwaltungskostensatz als auch aus dem Abschlusskostensatz bzw. den absoluten Abschlusskosten, die im Zuge des hohen Niveaus an Neugeschäft über dem Vorjahr lagen. NIEDERLASSUNGEN Die Allianz Direct Versicherungs-AG betreibt Niederlassungen in Spanien, den Niederlanden und Frankreich. Zu Beginn des Jahres 2024 wurde eine Niederlassung in Italien gegründet, die jedoch zum 31. Dezember 2024 noch kein Versicherungsgeschäft betrieb. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der spanischen Niederlassung beliefen sich auf 28.374 (2023: 40.826) Tausend Euro bzw. 4,8 % des Gesamtgeschäfts. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der niederländischen Niederlassung beliefen sich auf 325.062 (2023: 269.217) Tausend Euro bzw. 55,1 % des Gesamtgeschäfts. Die im Jahr 2023 gegründete französische Niederlassung wies im Geschäftsjahr nach der Portfolioübernahme von der Luko Insurance AG Beitragseinnahmen in Höhe von 31.897 Tausend Euro bzw. 5,4% des Gesamtgeschäfts aus. IN RÜCKDECKUNG GEGEBENES VERSICHERUNGSGESCHÄFT Es bestehen vier Quoten-Rückversicherungsverträge und zwei „Loss Portfolio Transfer"-Rückversicherungsverträge mit der Allianz SE für das Gesamtportfolio. Bis auf einen Quoten-Rückversicherungsvertrag wurden die Verträge auf Funds-Withheld-Basis abgeschlossen. Funds-Withheld-Basis bedeutet, dass die Allianz Direct Versicherungs-AG die Kapitalanlagen in Höhe aller von diesem Quoten-Vertrag betroffenen versicherungstechnischen Rückstellungen behält und über diese verfügt. Dafür wird im Gegenzug eine Depotverbindlichkeit in entsprechender Höhe gebildet und ausgewiesen. Aus den Quoten-Rückversicherungsverträgen und „Loss Portfolio Transfer“-Rückversicherungsverträgen ergeben sich im Wesentlichen Auswirkungen auf folgende versicherungstechnische Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung: Verdiente Beiträge, Aufwendungen für Versicherungsfälle, Veränderungen der übrigen versicherungstechnischen Nettorückstellungen und Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb. Kapitalanlagen Die Allianz Direct Versicherungs-AG hielt auch im Jahr 2024 an ihrer sicherheitsorientierten Anlagestrategie fest, die darauf abzielt, eine attraktive Rendite bei angemessenem Risiko zu erwirtschaften. Die strategische Anlageallokation bestand im gesamten Berichtsjahr ausschließlich aus festverzinslichen Anlagen. Im Jahr 2024 erlebte die Weltwirtschaft ein weiteres solides Wachstum von 2,8%, trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Die US-Wirtschaft zeigte sich erneut widerstandsfähig, gestützt durch einen starken privaten Konsum, und verzeichnete ein Wachstum von 2,8%. Europa und China sahen sich mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, die zu einem moderaten Wirtschaftswachstum von 0,8 % in der Eurozone und 5,0% in China führte. Die Inflation ging weltweit zurück und näherte sich in den meisten Regionen dem Zielwert von 2,0 % an, mit Ausnahme Chinas, das weiterhin mit einer zu niedrigen Inflation zu kämpfen hatte. Mit dem Rückgang der Inflation begannen die Zentralbanken, die Zinssätze zu senken. Die Europäische Zentralbank reduzierte den Einlagenzinssatz um 100 Basispunkte auf 3,0%. Die US-Notenbank folgte diesem Beispiel und senkte ihren Leitzins ebenfalls um 100 Basispunkte auf 4,5%. Die Euro-Swap Kurve verzeichnete ein rückläufiges Zinsniveau über das gesamte Laufzeitenspektrum, insbesondere jedoch am kürzeren Ende. Der Kapitalanlagenbestand der Allianz Direct Versicherungs-AG wuchs im Berichtsjahr um 17,5% auf 568436 (2023: 483.608) Tausend Euro. Die Bruttoneuanlage betrug 120.910 (2023: 329.833) Tausend Euro, davon entfielen 70.005 (2023: 180.026) Tausend Euro auf Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und 35.905 (2023: 62.025) Tausend Euro auf sonstige Ausleihungen. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen wurden in Höhe von 15.000 (2023:30000) Tausend Euro getätigt. Insgesamt gab es 36.083 (2023: 58.739) Tausend Euro Abgänge, insbesondere bei festverzinslichen Wertpapieren und sonstigen Ausleihungen. BEWERTUNGSRESERVEN DER KAPITALANLAGEN Der Saldo der Bewertungsreserven der Kapitalanlagen belief sich zum Berichtsjahresende auf 38.534 (2023: 24.637) Tausend Euro. Hauptgrund für den Zuwachs ist der Marktwertanstieg bei Anleihen durch den Zinsrückgang im Jahr 2024. Die stillen Lasten betrugen 350 (2023: 580) Tausend Euro. KAPITALANLAGEERGEBNIS Vor allem aufgrund der Nettoneuanlage in Höhe von 84828 Tausend Euro lag das Anlageergebnis mit 10.558 Tausend Euro deutlich über dem im Vorjahr erzielten Wert von 6.446 Tausend Euro. Die laufenden Erträge summierten sich auf 11.209 (2023: 6.763) Tausend Euro. Davon entfielen 10.284 Tausend Euro auf festverzinsliche Anlagen, 9 Tausend Euro auf Beteiligungen und 916 Tausend Euro auf Ausschüttungen von Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen. Die Gewinne in Höhe von 302 Tausend Euro sind auf den Verkauf von Zinsträgern mit positiver Wertentwicklung zurückzuführen. Die Aufwendungen für Kapitalanlagen betrugen im Berichtsjahr 953 Tausend Euro und fielen insbesondere aufgrund des höheren Anlagevolumens größer aus als in der Vergleichsperiode (2023: 493 Tausend Euro). Bei den Abschreibungen auf Kapitalanlagen handelte es sich um außerplanmäßige Abschreibungen, die nach den Vorschriften des Umlaufvermögens nach §253 Absatz 4 HGB bewertet werden. Dazu gehören Aktien, Anteile an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere. Weiterhin gab es außerplanmäßige Verluste auf Kapitalanlagen in Höhe von 112 Tausend Euro, die auf Zinsträger mit negativer Wertentwicklung zurückzuführen sind. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen belief sich auf 0,9% (2023: 0,9%1 ). Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNIS Nach der gesetzlich vorgeschriebenen Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 8.721 Tausend Euro (2023: Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 10.354 Tausend Euro), sowie der Bildung einer Drohverlustrückstellung in Höhe von 8.005 Tausend Euro (2023: Auflösung der Drohverlustrückstellung in Höhe von 1.411 Tausend) war das gesamte versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung negativ mit einem Verlust von 66.507 (2023: Verlust von 42.917) Tausend Euro. Im Inland wies das versicherungstechnische Ergebnis dabei einen Verlust von 24 945 Tausend Euro auf nach einem Gewinn von 10.738 Tausend Euro im Vorjahr. Die spanische Niederlassung wies einen Verlust von 9.596 (2023: 8.672) Tausend Euro, die niederländische Niederlassung einen Verlust in Höhe von 10.646 (2023: 44.982) Tausend Euro und die französische Niederlassung einen Verlust von 21.320 Tausend Euro aus. In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung lag der Verlust nach einer vorgeschriebenen Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 7.925 (2023: Entnahme von 3.994) Tausend Euro bei 34.089 (2023: 27.788) Tausend Euro. Bei den Sonstigen Kraftfahrtversicherungen belief sich der Verlust in der versicherungstechnischen Rechnung auf 10577 (2023: 9.046) Tausend Euro. Vorangegangen war eine Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 1.149 Tausend Euro nach einer Entnahme im Vorjahr von 7.896 Tausend Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis in der Haftpflichtversicherung zeigte einen Verlust von 294 (2023:938) Tausend Euro nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung von 675 Tausend Euro und einer im Vorjahr erfolgten Entnahme von 94 Tausend Euro. In der Verbundenen Hausratversicherung entsprach das Ergebnis für eigene Rechnung einem Verlust von 14744 (2023: 648) Tausend Euro; einbezogen sind dabei eine Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 5 Tausend Euro im Vergleich zu einer entsprechenden Zuführung von 5 Tausend Euro im Vorjahr. Das Ergebnis der Verbundenen Wohngebäudeversicherung endete mit einem Verlust in Höhe von 6.578 (2023: 1.830) Tausend Euro. Die Unfall- und Krankenversicherung verzeichnete einen Gewinn in Höhe von 124 Tausend Euro nach einem Verlust von 6.552 Tausend Euro im Vorjahr. Die Rechtsschutzversicherung verzeichnete einen Gewinn von 2.388 (2023: 4.257)Tausend Euro nach einer vorgeschriebenen Entnahme aus der Schwankungsrückstellung von 1.024 Tausend Euro und einer Zuführung von 1.626 Tausend Euro im Vorjahr. Die Schaden-Kosten-Quote verzeichnete im Berichtsjahr einen Rückgang um 8,9 Prozentpunkte auf 108,0% (2023: 117,2%). NICHTVERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNIS Das nichtversicherungstechnische Ergebnis umfasst zum einen das Ergebnis aus Kapitalanlagen nach Abzug des in der versicherungstechnischen Rechnung zu berücksichtigenden technischen Zinsertrags von 7 (2023: 7) Tausend Euro und zum anderen das übrige allgemeine Ergebnis in Höhe von -10.898 (2023: -12.554) Tausend Euro. Enthalten ist darin unter anderem der Dienstleistungsaufwand, der sich aus dem Betrieb der europäischen Direktplattform ABS Direct und den angebotenen Serviceleistungen ergibt, sowie der korrespondierende Dienstleistungsertrag. Insgesamt verbesserte sich das nichtversicherungstechnische Ergebnis auf -348 (2023: - 6.115) Tausend Euro, vor allem aufgrund höherer Erträge aus anderen Kapitalanlagen von 11.120 (2023: 6.757) Tausend Euro im laufenden Geschäftsjahr. AUßERORDENTLICHES ERGEBNIS Das außerordentliche Ergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG wies zum Stichtag einen Verlust in Höhe von 5.141 (2023: Verlust in Höhe von 14.530) Tausend Euro aus. Im Geschäftsjahr 2024 fielen keine außerordentlichen Erträge an (2023: 1.436 Tausend Euro). Die außerordentlichen Aufwendungen entfallen vollumfänglich auf die Ablösung der bisher genutzten IT-Systeme der Allianz Direct Versicherungs-AG. GESAMTERGEBNIS Die Allianz Direct Versicherungs-AG schloss das Geschäftsjahr 2024 mit einem Verlust in Höhe von 79.827 (2023: 74.524) Tausend Euro ab. Dieser wird gemäß dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag von der Allianz SE übernommen. Vergleich der Geschäftsentwicklung mit der Prognose Im Jahr 2024 wurde ein erhebliches Wachstum der gesamten Bruttobeitragseinnahmen mit einem Anstieg um 27% gegenüber dem Vorjahr und um 7 % gegenüber dem Plan erzielt. Dies war auf die Übernahme des französischen Geschäfts von der Luko Insurance AG und das organische Wachstum in den Niederlanden und Deutschland zurückzuführen, das stärker als erwartet verlief. Das Geschäft in Spanien war sowohl deutlich gegenüber dem Vorjahr als auch deutlich gegenüber dem Plan rückläufig, da der Schwerpunkt weiterhin auf der Rentabilität lag. Die Kostenquote verschlechterte sich leicht im Vergleich zu den Erwartungen. Dies war auf die Übernahme des Portfolios von der Luko Insurance AG und Einmalaufwendungen im Rahmen der Vertragsabschlüsse der Transkationen von iptiQ und Friday zurückzuführen. Bereinigt um diese Kosten verbesserte sich die Kostenquote etwas gegenüber dem Plan, unterstützt durch ein etwas stärkeres Wachstum und die Umsetzung neuer Initiativen zur Produktivitätssteigerung. Bereinigt um den Luko-Portfoliotransfer verschlechterte sich die Schadenquote im Jahr 2024 nur leicht gegenüber dem Plan. Ausschlaggebend dafür waren ein höherer Anteil an Neugeschäft in Deutschland sowie eine negative Entwicklung der Vorjahresreserven des Kraftfahrthaftpflichtgeschäfts in den Niederlanden. Erwartungsgemäß verbesserte sich das Kapitalanlageergebnis im Jahr 2024 stark, unterstützt durch ein günstiges Renditeumfeld. Ausgelagerte Funktionen Für die Allianz Direct Versicherungs-AG sind insbesondere mehrere Allianz Konzernunternehmen als Dienstleister tätig. So war bis zum 31. Juli 2024 die Schlüsselfunktion Berichts- und Rechnungswesen an die Allianz SE ausgegliedert. Seit dem 1. August 2024 sind sämtliche Schlüsselfunktionen in die Allianz Direct Versicherungs-AG eingegliedert. Im Bereich Berichts- und Rechnungswesen werden allerdings weiterhin Dienstleistungen durch die Allianz SE aufgrund eines Dienstleistungsvertrages erbracht. Die Vermögensanlage und -verwaltung ist auf die Allianz Investment Management SE sowie in Teilbereichen auf die PIMCO Deutschland GmbH und die Allianz Global Investors GmbH ausgegliedert. Im Übrigen liegt der Schwerpunkt der zahlreichen Ausgliederungen im Bereich der IT-Technologie, weshalb der wichtigste Dienstleister die Allianz Technology SE mit ihren Tochtergesellschaften ist. Sowohl in Deutschland als auch für die Niederlassungen im europäischen Ausland gliedert die Allianz Direct Versicherungs-AG zudem einzelne operative Aufgaben an andere Allianz Konzerngesellschaften aus. Finanzlage Die Liquiditätsplanung ist ein wesentlicher Teil der gesamten Finanzplanung; ihre Basis sind die Liquiditätsströme, die sich vor allem aus den erwarteten Prämien, Schadenzahlungen, Kosten, Kapitalanlagen Steuerumlagen und Ergebnisabführungen bzw. Dividenden ergeben Weitere Kernelemente sind die strategische und taktische Kapitalanlageplanung sowie die Eigenmittelplanung. Liquidität fließt der Allianz Direct Versicherungs-AG aus dem operativen Geschäft und aus den Kapitalanlagen zu. Durch die Teilnahme am konzernweiten Cash-Pool wird gewährleistet, dass überschüssige Liquidität zu marktüblichen Konditionen angelegt und kurzfristiger Liquiditätsbedarf ausgeglichen werden kann. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Im Jahr 2024 wurde ein bedeutendes Umsatzwachstum erzielt, während sich der zugrunde liegende Geschäftsverlauf in Deutschland, den Niederlanden und Spanien deutlich verbesserte. Das versicherungstechnische Gesamtergebnis ging im Jahr 2024 zurück, was auf die negativen Effekte der Einbeziehung des Versicherungsportfolios von der Luko Insurance AG, die Bildung der Schwankungsrückstellung, höhere Marketingausgaben und einmalige Aufwendungen für die Neuerwerbungen zurückzuführen war. In Deutschland entwickelten sich die Schadenquoten trotz eines zweistelligen Wachstums kontinuierlich rückläufig. In den Niederlanden wurde im Jahr 2024 erneut ein starkes Wachstum bei attraktiven Margen erzielt. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr wurde durch den Neubewertungseffekt auf die im Jahr 2023 mit dem niederländischen Portfolio übertragenen Rückstellungen verzerrt. In Spanien ging der Umsatz weiter zurück, da der Schwerpunkt nochmals auf der Verbesserung der Schadenquote lag. Im Jahr 2024 wurde eine deutliche Verbesserung der Schadenquote erzielt und die Rentabilitätsziele wurden erreicht. Im Geschäftsjahr 2024 wurde erstmals das französische Geschäft in das Portfolio einbezogen. Die hohe Kostenbasis wirkte sich negativ auf die Gesamtleistung aus. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Um die strategischen Schwerpunkte zum Erfolg zu führen, hat sich die Allianz Direct Versicherungs-AG einer Unternehmenskultur verschrieben, in der die erzielte Leistung und das Miteinander gleichermaßen zählen. Dabei fußt die Kultur auf vier „People Attributes“. Diese beschreiben das Verhalten in den Unternehmen der Allianz weltweit und helfen dabei, sowohl die Unternehmensziele zu erreichen als auch die Spitzenposition im Wettbewerb zu halten. Diese vier „People Attributes" lauten:
Diese Verhaltensweisen nachhaltig im Unternehmen zu implementieren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu begeistern und aktiv einzubinden sind demnach der Schlüssel zum Erfolg. Das Unternehmen gewinnt und hält exzellent qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ein attraktives Arbeitsumfeld, flache Hierarchien sowie einen hohen Grad an Verantwortung und Selbstbestimmung - auch dank einer agilen Organisation. Innerhalb der Unternehmensgruppe der Allianz gilt die Allianz Direct Versicherungs-AG als Pionier: ein komplett digitaler Player mit einem neuen Businessmodell und einer selbstentwickelten IT-Plattform - inmitten eines traditionellen Unternehmens. Für dessen Belegschaft ergibt sich mit Blick auf das People Attribute „Entrepreneurship", also das unternehmerische Denken und Handeln, eine besondere Chance zur Mitgestaltung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt des Unternehmens. Sie sind das Herz der Organisation und deshalb wird großer Wert auf ihre Meinungen, Ideen und Vorschläge gelegt. In den vergangenen Jahren wurden Strategietage durchgeführt, um die Zukunft des Unternehmens zu planen und zu gestalten. Im Geschäftsjahr 2024 wurde dieser Ansatz erweitert und ein Mitarbeitendenprogramm namens „THE BEAT“ ins Leben gerufen. „THE BEAT“ ist eine Initiative von Mitarbeitenden für Mitarbeitende. Es handelt sich um ein Programm, das auf den Ergebnissen der Mitarbeitendenbefragung AES basiert. Die Themen, die die Allianz Direct Versicherungs-AG in den Fokus stellt, sind direkt aus diesen Ergebnissen abgeleitet. Sie spiegeln die Anliegen und Wünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider und bieten ihnen die Möglichkeit, aktiv an Verbesserungen mitzuarbeiten. Die Mitarbeitenden haben die Gelegenheit, sich dazu in internationalen Arbeitsgruppen zu widmen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Jede Arbeitsgruppe wird von einem Vorstandsmitglied oder einem Mitglied des Executive Management Teams (EMT) gesponsert, was die Wichtigkeit und den Stellenwert dieser Initiativen unterstreicht. Die besten Ideen und Vorschläge werden zur Abstimmung gestellt. Auf diese Weise kann die gesamte Belegschaft entscheiden, welche Initiativen umgesetzt werden sollen. Dieses Vorgehen fördert nicht nur die Partizipation und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern sorgt auch dafür, dass die umgesetzten Maßnahmen den tatsächlichen Bedürfnissen und Wünschen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechen. „THE BEAT“ hat im AES 2024 bereits zu erheblichen Verbesserungen in der Belegschaft geführt. Die Rückmeldungen und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren überwältigend und die Gesellschaft ist stolz darauf, eine Unternehmenskultur zu fördern, die auf Zusammenarbeit, Innovation und kontinuierliche Verbesserung setzt. In der Allianz Direct Versicherungs-AG haben Equal Pay und Gender Equality einen hohen Stellenwert. Mit einem Frauenanteil von 50 % wird die Quote in der IT-Branche übertroffen. Kontinuierlich arbeitet die Gesellschaft daran diesen Anteil nachhaltig hochzuhalten bzw. zu erhöhen. Zudem wurde in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge, das „Women of Allianz Direct“ (WOAD)-Event, organisiert. Diese Initiative zielte darauf ab, die vielfältigen Talente von Frauen auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Ländern innerhalb der Organisation zu präsentieren und zu feiern. Das Hauptziel war, Frauen zu ermutigen, ihr Wissen, ihre Stärken und ihre Expertise zu teilen und eine Kultur der Zusammenarbeit und des Empowerments zu fördern. Die Veranstaltung war in Themenblöcke gegliedert, die inspirierende, technische und geschäftliche Themen abdeckten, zum Beispiel: Work-Life-Balance, Social Responsibility sowie die Veranschaulichung von Karriereentwicklungen, die Frauen bisher in der Allianz erlebt haben. Die Allianz Direct Versicherungs-AG ist davon überzeugt, dass kooperative Zusammenarbeit, offene und ehrliche Kommunikation und Führung die Grundpfeiler für den Erfolg und die Kultur des Unternehmens sind. Mit der Personalagenda wird die Führungskultur weiterentwickelt und es werden neue Arbeits- und Lernformen etabliert, insbesondere in Richtung agiles Arbeiten. Das Unternehmen bietet moderne Bürowelten und fördert die Flexibilität und Mobilität der Beschäftigten. Bei alledem verdient und findet die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spezielle Beachtung. Durch das Kaufangebot vergünstigter Mitarbeitendenaktien der Allianz SE sowie durch eine variable Vergütungskomponente wurde die Belegschaft im Berichtsjahr 2024 erneut am Unternehmenserfolg beteiligt. Zusätzlich wurde als Anerkennung für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2023 jedem Mitarbeitenden eine Gratisaktie angeboten und damit die Mitarbeitendenbeteiligung am Unternehmenserfolg weiter erhöht. ANZAHL DER BESCHÄFTIGTEN Die Allianz Direct Versicherungs-AG beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 906 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dabei nicht einberechnet sind Vorstandsmitglieder, Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten, Personen im Bundesfreiwilligendienst, in der passiven Altersteilzeit oder im Vorruhestand. Bezieht man alle genannten Beschäftigten mit ein, ergeben sich die nachstehenden Lohn- und Gehaltssummen, sozialen Abgaben, Aufwendungen für die Altersversorgung und für Unterstützungszahlungen. Zahlen und Fakten
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_Lediglich diese Angabe beinhaltet alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter exklusive
Vorstandsmitglieder, Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten, Personen im
Bundesfreiwilligendienst, in der passiven Altersteilzeit oder im Vorruhestand. Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter betrugen im Berichtsjahr 64.537 (2023: 47.855) Tausend Euro. Die Summe aus sozialen Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung und für Unterstützungszahlungen belief sich auf 15 .883 (2023: 9.653) Tausend Euro. RISIKOBERICHTRisikoorganisation Die unabhängige Risikomanagementfunktion der Allianz Direct Versicherungs-AG wird von einer organisatorischen Einheit innerhalb der Gesellschaft unter Leitung des Chief Risk Officers im Auftrag des Vorstands der Allianz Direct Versicherungs-AG wahrgenommen. Die unabhängige Risikomanagementfunktion überwacht nicht nur die Risiken systematisch mit qualitativen und quantitativen Risikoanalysen und -bewertungen, sondern prüft auch Handlungsalternativen und spricht Empfehlungen an die Geschäftseinheiten beziehungsweise den Vorstand aus. Durch die regelmäßige und bedarfsweise (ad hoc) Berichterstattung des Chief Risk Officers an den Vorstand der Allianz Direct Versicherungs-AG ist gewährleistet, dass der Vorstand über die aktuelle Risikosituation der Allianz Direct Versicherungs-AG entsprechend informiert ist. Zum laufenden Austausch bezüglich der Risikosituation ist ein Risikokomitee installiert. Das Risikokomitee unterstützt den Vorstand bei der Risikoidentifikation, -bewertung und -steuerung mit Analysen und Empfehlungen im Rahmen seiner in der Geschäftsordnung festgeschriebenen Aufgaben und Kompetenzen. Der Vorstandsvorsitzende, der Finanzvorstand sowie der Chief Risk Officer der Allianz Direct Versicherungs-AG sind ständige Mitglieder des Risikokomitees. Als ständige Gäste sind unter anderem ein Vertreter von Group Risk und der Versicherungsmathematischen Funktion der Allianz Direct Versicherungs-AG eingeladen. Die für die Allianz Direct Versicherungs-AG zuständige Risikomanagementfunktion ist in die Risikosteuerung der Allianz SE eingebunden. Zudem wird sichergestellt, dass die für die Risikomanagementfunktion relevanten Standards lokal umgesetzt werden. Risikostrategie Das Risikomanagement der Allianz Direct Versicherungs-AG ist auf Wertschöpfung ausgerichtet. Zur Erzielung von Ertrag für die Kundinnen und Kunden sowie Aktionärinnen und Aktionären ist die Allianz Direct Versicherungs-AG bereit, kalkulierte Risiken in ihrem Kerngeschäft, der Direktversicherung, einzugehen und zu akzeptieren. Vor diesem Hintergrund hat sich der Vorstand der Allianz Direct Versicherungs-AG unter Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben sowie der Vorgaben der Allianz SE auf eine grundsätzlich konservative Risikoneigung verständigt. Erfüllung der Anforderungen von Solvency II Die Erfüllung der Anforderungen von Solvency II hat für die Allianz Direct Versicherungs-AG einen hohen Stellenwert. Dies gilt unter anderem für die Solvabilitätskapitalanforderung und die Anforderungen an das Governance-System. Die Allianz Direct Versicherungs-AG erfüllt aufgrund ihrer kommunizierten und gelebten Prozesse des Kapital- und Risikomanagements die aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Die Schlüsselfunktionen Versicherungsmathematische Funktion, Risikomanagement- und Compliance-Funktion sowie Interne Revision stellen einen wesentlichen Bestandteil des Governance-Systems dar, welches regelmäßig überprüft wird. Der Risikomanagementprozess wird vom Vorstand der Allianz Direct Versicherungs-AG als zentrales Element gesehen und im Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (Own Risk and Solvency Assessment) zusammengefasst. Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit ist hier ein wesentlicher Bestandteil. Die Erkenntnisse aus der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung für das Geschäftsjahr 2024 der Allianz Direct Versicherungs-AG stützen die Überzeugung, dass das Risikomanagementsystem der Allianz Direct Versicherungs-AG geeignet ist, Risiken klar zu identifizieren und zu bewerten sowie diese sowohl kurz- als auch langfristig zu steuern. Risikoprofil Das Risikoprofil der Allianz Direct Versicherungs-AG umfasst insbesondere alle wesentlichen Risiken und deckt Risiken ab, die sich sowohl kurz-, als auch mittel- und langfristig auswirken können. Als Risiko wird die Möglichkeit der Abweichung von einem explizit formulierten oder sich implizit ergebenden Ziel verstanden. Die Bewertung von Risiken erfolgt bei der Allianz Direct Versicherungs-AG zum einen über die Standardformel gemäß Solvency II, welche die wesentlichen Treiber der quantifizierbaren Risiken abbildet und als Grundlage für die Berechnung der regulatorischen Solvabilitätskapitalanforderung dient, und zum anderen über die jährliche Risikoinventur im Rahmen des Top Risk Assessment. Dies beinhaltet auch die fortlaufende Bewertung der aus aktuellen Ereignissen, wie zum Beispiel den aktuellen Transformationsaktivitäten der Allianz Direct Versicherungs-AG, erweiterten regulatorischen Anforderungen (zum Beispiel DORA, EU AI-Act) oder der geopolitischen Situation, resultierenden Risiken. Die gesamthafte Beurteilung aller Risiken im Top Risk Assessment ermöglicht die Ableitung von Risikosteuerungsmaßnahmen. Die Festlegung der Wesentlichkeit erfolgt über eine Verknüpfung der Eintrittshäufigkeit und der Schadenauswirkung aus Schadenhöhe beziehungsweise Reputationsverlust. Daraus ergibt sich die Gesamtrisikostufe. Risiken, welche im Rahmen des Top Risk Assessment gemäß der Gesamtrisikostufe als hoch beziehungsweise sehr hoch bewertet sind, werden als wesentliche Risiken bezeichnet. Durch diese Wesentlichkeitseinstufung erfolgt die Bestimmung des Risikoprofils. Auf dieser Basis entscheidet der Gesamtvorstand, ob die identifizierten Risiken in ihrer gegenwärtigen Form akzeptiert werden oder ob ein anderes Risikoniveau angestrebt werden soll. Bei Bedarf werden zusätzliche Maßnahmen zur Risikominderung definiert und umgesetzt. Die Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderung auf Basis der Standardformel umfasst die Risikokategorien versicherungstechnisches Risiko, Marktrisiko, Kreditrisiko und operationelles Risiko. Das Liquiditätsrisiko, das Reputationsrisiko und das strategische Risiko werden ausschließlich qualitativ bewertet. Das Konzentrationsrisiko, neue potenzielle Risiken (Emerging Risks) sowie Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) werden nicht als separate Risikokategorien verstanden, sondern als Querschnittsthemen im Rahmen aller Kategorien betrachtet. Nachhaltigkeitsrisiken betreffen Faktoren im Bereich Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung (ESG), die bei Eintritt möglicherweise erhebliche negative Auswirkungen auf das Vermögen, die Rentabilität oder das Ansehen der Allianz Direct Versicherungs-AG haben können. Um jedoch ein nachhaltiges Bewusstsein zum Thema ESG zu generieren, wurde dieses Risiko, obwohl nicht als wesentlich eingeschätzt, in das Top Risk Assessment mit aufgenommen und wird als mögliches Emerging Risk weiterhin betrachtet. Das Transformationsrisiko wurde aufgrund der wachsenden Anzahl an Transformationsprojekten in das Top Risk Assessment mit aufgenommen. Im Folgenden werden die Risiken nach Risikokategorien beschrieben und bewertet sowie etwaige Risikokonzentrationen dargestellt. Zudem werden Maßnahmen zur Steuerung und Minderung von Risiken beschrieben. Die Reihenfolge ist dabei unabhängig von der Bedeutung der Risiken für die Allianz Direct Versicherungs-AG. Sofern in der jeweiligen Risikokategorie nicht anders ausgewiesen, gab es in Bezug auf das Risikoprofil im Berichtszeitraum keine wesentlichen Änderungen. VERSICHERUNGSTECHNISCHES RISIKO RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG Das versicherungstechnische Risiko bezeichnet das Risiko, dass bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung der tatsächliche Aufwand für Schäden und Leistungen vom erwarteten Aufwand abweicht. Es besteht für die Allianz Direct Versicherungs-AG im Wesentlichen aus dem Prämien- beziehungsweise dem Reserverisiko. Das Prämienrisiko erfasst für zukünftige Verpflichtungen die negative Abweichung des versicherungstechnischen Ergebnisses von der Erwartung. Das Reserverisiko entsteht aus der Unsicherheit der Vorhersage der Abwicklung bereits eingetretener Schäden. Die Quantifizierung des versicherungstechnischen Risikos erfolgt anhand der Standardformel. Das versicherungstechnische Risiko wird zusätzlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet und weiterhin als wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft. Hierbei wird unter anderem das Inflationsrisiko betrachtet. Die für die Berechnung von versicherungstechnischen Rückstellungen verwendeten Rechnungsgrundlagen und Modelle werden regelmäßig qualitätsgesichert und bei Bedarf aktualisiert. RISIKOUMFANG Der größte Teil der Solvabilitätskapitalanforderung für das versicherungstechnische Risiko entfällt auf das Prämienrisiko und das Reserverisiko der Nichtkatastrophenschäden, gefolgt von Katastrophenschäden, ausgelöst durch Massenunfallereignisse, Menschen oder Elementarereignisse. RISIKOKONZENTRATION Eine Konzentration von Schäden ergibt sich, wenn mehrere versicherte Risiken (zum Beispiel Fahrzeuge) und/oder Sparten von einem Ereignis betroffen sind. Dies ist insbesondere bei Naturkatastrophen, bei von Menschen verursachten Katastrophen, Terror- beziehungsweise Cyber-Angriffen der Fall. Bei einem Cyber-Kumulrisiko kann eine Vielzahl von versicherten Risiken von einem Ereignis betroffen sein, allerdings ist aufgrund der Vernetzung der Risiken eine geografische Eingrenzung nicht zwingend gegeben. Die zeitliche Konzentration ist die zufallsbedingte außergewöhnliche Häufung von Schadenereignissen in einem Jahr. Insbesondere die zeitliche Konzentration von Großschäden aus Naturkatastrophen kann trotz Rückversicherungsschutz zu außergewöhnlichen Verlusten führen. Die Konzentration von Schäden aus Naturkatastrophen, von Menschen verursachten Katastrophen, Cyber- beziehungsweise Terrorangriffen kann sich negativ auf die Erreichung finanzieller Ziele auswirken. Versicherungstechnische Konzentrationen sind Teil des Geschäftsmodells und werden bewusst eingegangen. RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG Zur effizienten Risikosteuerung versicherungstechnischer Risiken zählen insbesondere Prozesse und Instrumente wie beispielsweise risikogerechtes Pricing, der Produktentwicklungsprozess, die Einhaltung von Zeichnungsrichtlinien sowie Rückversicherung. Im Produktentwicklungsprozess wird die Auswirkung neuer Produkte unter anderem auf die Risikotragfähigkeit und das Risikoprofil der Allianz Direct Versicherungs-AG hin bewertet. Insbesondere etwaige Kumulrisiken neuer Produkte werden frühzeitig identifiziert und adressiert. Neue Risiken, die sich aufgrund einer sich stetig weiterentwickelnden Produktlandschaft ergeben, werden so überwacht und frühzeitig erkannt. Prämienrisiken werden hauptsächlich über versicherungsmathematische Modelle zur Tarifierung und zur Überwachung von Schadenverläufen und einer statistisch gestützten Risikoselektion, verbunden mit einer nachhaltigen Tarifpolitik gesteuert. Die Einhaltung angemessener Zeichnungsrichtlinien im Underwriting steuert systematisch die Risikoübernahme. Technisches Underwriting und Vermeidung übermäßig großer Einzel- und Kumulrisiken sind die wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass das Kapital der Allianz Direct Versicherungs-AG geschützt und die Geschäftskontinuität gewährleistet wird. Zur optimalen Verzahnung von Underwriting, aktuarieller Kompetenz, Risikobewertung sowie der Schadenbearbeitung sind angemessene lokale Verfahren und Infrastrukturen etabliert. Diese umfassen auch die Erfassung, Bereitstellung und Verbesserung der Qualität der Daten, die zur Bewertung sowohl von Einzel- als auch von Kumulrisiken benötigt werden. Weiterhin wird ein operatives Schadencontrolling sichergestellt. Das Reserverisiko wird durch vorsichtige Einzelfallreservierung und ausreichende Bemessung der Reserven mittels aktuarieller Berechnungen und Analysen begrenzt. Dabei werden die notwendigen Reserven von der unabhängigen Versicherungsmathematischen Funktion ermittelt. Zur übergreifenden Steuerung und Überwachung sind spezialisierte Gremien, wie zum Beispiel ein Reserve Committee, eingerichtet. Die Rückversicherung ist ein Element zur Reduktion der Ergebnisvolatilität und zum Schutz des Kapitals und steuert die Einhaltung des Risikoappetits. Bei der Bewertung der Rückversicherungsstruktur aus Risikosicht werden jährlich die Konsistenz der Rückversicherung mit dem Risikoappetit und die Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit überprüft. Weiter wird durch die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste gewährleistet, dass etwaige Verluste aus dem Versicherungsgeschäft, das bis zum Ende des Geschäftsjahres geschlossen wurde, gedeckt sind. MARKTRISIKO RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG Das Marktrisiko ergibt sich aus Kursschwankungen an den Kapitalmärkten, welche die Bewertung der Kapitalanlagen (insbesondere Aktien, Rentenpapiere und Immobilien) und die Bewertung der Verbindlichkeiten betreffen. Das Marktrisiko schließt das Zinsänderungs-, Credit-Spread-, Aktien-, Immobilien-, Zinsvolatilitäts-, Aktienvolatilitäts-, Währungs- und Inflationsrisiko mit ein. Die Quantifizierung des Marktrisikos erfolgt anhand der Standardformel. Es wird jedoch kein Zinsvolatilitäts-, Aktienvolatilitäts- oder Inflationsrisiko bewertet. Das Marktrisiko wird zusätzlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet und als wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft. GRUNDSATZ DER UNTERNEHMERISCHEN VORSICHT Die Allianz Direct Versicherungs-AG hat die Vermögensanlage und -verwaltung auf die Allianz Investment Management SE ausgegliedert. Diese tätigt die Kapitalanlage in Übereinstimmung mit dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht (§ 124 VAG). Die Umsetzung des Grundsatzes der unternehmerischen Vorsicht („Prudent Person Principle“) umfasst dabei zwei Dimensionen:
RISIKOUMFANG Die für das Marktrisiko spezifische Solvablitätskapitalanforderung der Allianz Direct Versicherungs-AG ist im Vergleich zu den versicherungstechnischen Risiken von untergeordneter Bedeutung. Der größte Teil des Marktrisikos der Allianz Direct Versicherungs-AG entfällt auf Credit-Spread-Risiken1 und Zinsrisiken. RISIKOKONZENTRATION Aufgrund des hohen Anteils an Zinstiteln im Investmentportfolio sieht sich die Allianz Direct Versicherungs-AG mit einer Konzentration der damit verbundenen Risiken konfrontiert, vor allem Zins- und Credit-Spread-Risiken. Trotz des gegenüber einzelnen Emittenten wohldiversifizierten Investmentportfolios der Allianz Direct Versicherungs-AG bleibt die zugrunde liegende Exponierung gegenüber dem risikofreien Zins für alle Emittenten von Zinstiteln im selben Währungsraum bestehen. RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG Das Marktrisiko wird im Wesentlichen über Limite und Vorgaben für das strategische Zielportfolio der Kapitalanlagen gesteuert. Das strategische Zielportfolio reflektiert die Struktur der Verbindlichkeiten, insbesondere die der versicherungstechnischen Rückstellungen, berücksichtigt Kapitalrestriktionen sowie zukünftiges Geschäft und stellt die Robustheit der Risikotragfähigkeit gegenüber adversen Szenarien sicher. Bei der Herleitung der Anlagestrategie werden gemäß dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht die internen Vorgaben für zulässige Anlagen berücksichtigt, welche die Qualität, Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und Verfügbarkeit des Portfolios gewährleisten. Im gesamten Investmentprozess werden Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Hierfür ist seit dem Jahr 2011 die Umsetzung der Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren („Principles for Responsible Investment") der UN im Investmentprozess verankert. Zudem hat sich die Allianz im Rahmen der UN-gestützten Net-Zero Asset Owner Alliance verpflichtet, das Pariser Klimaabkommen in ihren Portfolios zu erfüllen. Das Kapitalanlagemanagement ist an die Allianz Investment Management SE ausgelagert, um Effektivitäts- und Effizienzvorteile zu nutzen. Durch das dadurch verfügbare umfangreiche Know-how sind die Marktrisiken besser beherrschbar. Gleichwohl wird in allen Prozessen, Richtlinien und Entscheidungen die uneingeschränkte Risikoverantwortung der Allianz Direct Versicherungs-AG berücksichtigt. Neue Finanzmarktprodukte durchlaufen vor Einsatz einen Prozess, der sicherstellt, dass deren Konformität mit geltenden regulatorischen und internen Anforderungen geprüft ist, Risiken identifiziert und bemessen werden, entsprechende Expertise im Unternehmen aufgebaut wird und die Einbindung in alle relevanten Unternehmensprozesse gewährleistet ist. KREDITRISIKO RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG Das Kreditrisiko ergibt sich aufgrund eines unerwarteten Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Geschäftspartners. Das Kreditrisiko resultiert hauptsächlich aus Kapitalanlagen (Investments) und daneben aus dem Ausfall von Forderungen. Die Quantifizierung des Kreditrisikos erfolgt anhand der Standardformel. Das Kreditrisiko, das sich aus unerwarteten Ausfällen oder Bonitätsveränderungen bei Kapitalanlagen ergibt, wird innerhalb des Moduls Marktrisiko über das Untermodul Credit-Spread-Risiko abgebildet. Der Ausfall von Forderungen wird hingegen im Modul Ausfallrisiko erfasst. Das Kreditrisiko wird zusätzlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet und weiterhin als nicht wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft. RISIKOUMFANG Aufgrund des sehr hohen Anteils von Zinsträgern im Portfolio sind Kreditrisiken ein Treiber des Risikoprofils. Der Umfang ist allerdings durch die hohe Kreditqualität und Diversifikation begrenzt. Die für das Ausfallrisiko spezifische Solvabilitätskapitalanforderung der Allianz Direct Versicherungs-AG ist im Vergleich zu den versicherungstechnischen Risiken und den Marktrisiken von untergeordneter Bedeutung.
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_In der Standardformel enthält das Credit-Spread-Risiko auch Anteile des Kreditrisikos. Ferner ergeben sich Kreditrisiken aus der engen Verflechtung der Allianz Direct Versicherungs-AG innerhalb des Allianz Konzerns. RISIKOKONZENTRATION Festverzinsliche Anlagen sind mit Ausfallrisiken verbunden und machen insgesamt einen sehr hohen Anteil am Investmentportfolio aus. Allerdings sind die Anlagen breit diversifiziert. Ein Konzentrationsrisiko ergibt sich also im Wesentlichen aus Szenarien wie einer Banken- oder Eurokrise, die die Kreditqualität auf dem Markt für festverzinsliche Wertpapiere in der Breite betreffen würde. Die Summe der zehn (gemessen am Marktwert) größten Positionen des kreditrisikorelevanten Portfolios aus Kapitalanlagen und Rückversicherung beträgt 527.573 Tausend Euro. Dies entspricht 49,4% des gesamten Kreditportfolios. Die zwei größten Gegenparteien sind die Allianz SE und das Land Spanien aufgrund großer Volumina im Bereich Rückversicherung beziehungsweise Staatsanleihen. RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG Das Kreditrisiko wird über Vorgaben für das strategische Zielportfolio und Limite gesteuert. Hierbei wird der Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht stets berücksichtigt. Kumullimite sorgen für die effektive Begrenzung von zu großen Exponierungen in beispielsweise einzelnen Ländern und Kontrahenten. Klar definierte Prozesse gewährleisten, dass Risikokonzentrationen und die Auslastung von Limiten angemessen überwacht und gesteuert werden. Des Weiteren mindert die Besicherung der Rückversicherungsforderungen das Kreditrisiko. Neben dem vorhandenen Limitsystem wird eine konservative Anlagestrategie durch eine hohe Qualität der Ratingstruktur des Portfolios der Allianz Direct Versicherungs-AG, einen hohen Anteil besicherter Wertpapiere und hohe Diversifikation sichergestellt. Die Allianz Direct Versicherungs-AG hält 100% ihrer Kapitalanlagen in Nominalwerten. Davon haben 99,4% ein Investment-Grade-Rating. Unter „Investment Grade“ fallen Forderungstitel und Emittenten, deren Bonität von führenden Ratingagenturen hoch eingestuft ist. Rund 57,9% haben sogar ein AAA- oder AA-Rating. Damit wird die Qualität der Anlagen von unabhängigen Experten sehr positiv bewertet. Insgesamt 0,6% haben ein Non-Investment-Grade-Rating oder sind nicht geratet. Für neue Kapitalmarktprodukte wird zudem im Rahmen des „New Financial Instrument“-Prozesses geprüft, ob auch Kreditrisiken im gruppenweiten Risikomodell angemessen reflektiert werden. LIQUIDITÄTSRISIKO RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass ein Unternehmen nicht über die notwendigen Barmittel verfügt beziehungsweise nicht in der Lage sein könnte, Anlagen und andere Vermögenswerte in Barmittel umzuwandeln, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Anhand der Standardformel erfolgt keine Quantifizierung des Liquiditätsrisikos. Das Liquiditätsrisiko wird qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet. Zusätzlich wird es über eine Szenarioanalyse im Rahmen der Liquiditätsrisikobeurteilung quantitativ erfasst. Vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells und der getroffenen Vorkehrungen wird das Liquiditätsrisiko für die Allianz Direct Versicherungs-AG als nicht wesentlich eingestuft. RISIKOUMFANG Ein Liquiditätsrisiko kann für die Allianz Direct Versicherungs-AG aus erwarteten und unerwarteten Zahlungsverpflichtungen entstehen. Es resultiert in erster Linie aus Zahlungsverpflichtungen aufgrund fälliger Versicherungsleistungen sowie weiterer Zahlungsverpflichtungen gegenüber Vertragspartnern. Ausbleibende Mittelrückflüsse aus Investitionen können gleichermaßen zu Liquiditätsengpässen führen. RISIKOKONZENTRATION Die Allianz Direct Versicherungs-AG hat überwiegend in liquide marktgängige Kapitalanlagen verschiedener Anlageklassen investiert, um sicherzustellen, dass auch potenzielle Fälle mit größerem Auszahlungsbedarf auskömmlich abgedeckt werden können. Es wurde im Liquiditätsrisiko keine Risikokonzentration identifiziert. RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG Die Auslagerung des Kapitalanlagemanagements an die Allianz Investment Management SE beinhaltet auch die Liquiditätsplanung der Allianz Direct Versicherungs-AG, die in Abstimmung mit der strategischen und taktischen Kapitalanlageplanung und dem geplanten Liquiditätsbedarf erfolgt. Die Risikoverantwortung verbleibt ungeachtet der Auslagerungen bei der Allianz Direct Versicherungs-AG. Jede Investmententscheidung wird nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht vorgenommen, welcher fordert, dass die Liquidität auf Gesamtportfolioebene stets gewährleistet ist. Außerdem wird im Rahmen einer detaillierten vorausschauenden Liquiditätsplanung der Liquiditätsbedarf ermittelt und die Realisierbarkeit sichergestellt. Das Liquiditätsrisiko wird zudem mittels entsprechender Liquiditätslimite überwacht und gesteuert. Teil des vollumfänglichen Liquiditätsrisikomanagement-Prozesses ist ein Liquiditätsrisikobericht, der regelmäßig erstellt wird. Hauptmerkmale sind unter anderem die Betrachtung von Mittelzuflüssen und -abflüssen unter adversen Szenarien und über verschiedene Zeithorizonte hinweg sowie eine Bewertung verfügbarer Gegenmaßnahmen einschließlich des Verkaufs liquider Aktiva. Dabei werden Schwellenwerte für Warnstufen und Limitverstöße definiert, welche sicherstellen, dass der Vorstand in der Lage ist, die Liquiditätssituation angemessen zu bewerten. Erhöhter Liquiditätsbedarf kann über laufende Kapitalrückflüsse sowie den Verkauf von hoch liquiden Kapitalanlagen gedeckt werden. Zusätzlich werden kurzfristige Zahlungsverpflichtungen über den konzernweiten Cash-Pool sichergestellt. Aufgrund der Höhe der Prämieneinnahmen und des zusätzlich großen Bestandes an hoch liquiden Anlagen ist die Allianz Direct Versicherungs-AG in der Lage, ihren Leistungsverpflichtungen jederzeit vollumfänglich nachzukommen. OPERATIONELLES RISIKO RISIKODEFINITION UND -BEWERTUNG Das operationelle Risiko bezeichnet das Risiko von Verlusten die aus unzureichenden oder fehlgeschlagenen internen Prozessen, Personen, Systemen oder externen Ereignissen resultieren, einschließlich (digitaler) Vorfälle im Zusammenhang mit der Integrität, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien. Das operationelle Risiko umfasst auch digitale Risiken, Compliance-Risiken (zum Beispiel aus DORA oder dem EU Al Act) sowie rechtliche Risiken, jedoch nicht das strategische Risiko oder das Reputationsrisiko. Das operationelle Risiko wird in der Standardformel quantifiziert, liefert aber durch die vergleichsweise niedrigen finanziellen Schadenauswirkungen einen geringen Beitrag zur Solvabilitätskapitalanforderung. Es wird daher vornehmlich qualitativ bewertet. Aus qualitativer Sicht kommt dem operationellen Risiko eine vergleichsweise hohe Bedeutung zu und es wird für die Allianz Direct Versicherungs-AG weiterhin als wesentlich eingestuft. Die Allianz Direct Versicherungs-AG wird sich weiter auf den Kundennutzen fokussieren. Dies führt auch zu Änderungen an der IT-Systemlandschaft. Während sich aus der Umstellung auf neue Prozesse und IT-Systeme klare Vorteile für die Kundschaft und das Unternehmen ergeben, sind damit auch Risiken verbunden. Diese Risiken - wie etwa der vorübergehende Ausfall eines Systems - werden sorgfältig bewertet und bestmöglich minimiert. Risiken, die sich aus Transformationsaktivitäten (z.B. Unternehmensübernahmen) ergeben können, werden grundsätzlich im Rahmen des operationellen Risikomanagements bewertet und mitigiert. RISIKOUMFANG Das operationelle Risiko ist eine notwendige Konsequenz aus der Geschäftstätigkeit und lässt sich typischerweise nicht vollständig vermeiden. Folglich wird das operationelle Risiko insoweit akzeptiert, als es für den Geschäftsbetrieb unter Kosten-/Nutzenaspekten unvermeidbar ist. Unter dieser Voraussetzung wird so weit wie möglich eine Minimierung des operationellen Risikos angestrebt. RISIKOKONZENTRATION Da für sehr viele Prozesse IT-Unterstützung notwendig ist, sind das Vermeiden von IT-Ausfällen sowie der Schutz von Daten und Systemen im Rahmen der Informationssicherheit von zentraler Bedeutung. Zudem sind innerhalb des Allianz Konzerns und bei der Allianz Direct Versicherungs-AG viele Tätigkeiten ausgelagert. Bei den Auslagerungen werden mögliche Risiken identifiziert und Kontrollen aufgesetzt, die im Rahmen des operationellen (digitalen) Risikomanagements nachgehalten werden. Die Wiederherstellungsfähigkeit kritischer Geschäftsprozesse wird über das Betriebskontinuitätsmanagement sichergestellt, um die Risikokonzentration in einem Katastrophenszenario zu verringern. RISIKOSTEUERUNG UND -MINDERUNG Im Rahmen des Managements operationeller (digitaler) Risiken werden für Geschäftsprozesse, die mit wesentlichen Risiken behaftet sind, geeignete Kontrollen und Maßnahmen zur Risikomitigierung aufgesetzt. Die Einrichtung und Durchführung adäquater Kontrollen zur Mitigation der identifizierten operationellen Risiken (inklusive digitaler Risiken) liegt in der Verantwortung der risikoverantwortlichen Bereiche und erfolgt in enger Abstimmung mit der zentralen Risikomanagement Funktion. Die Kontrollen sind Bestandteil des internen Kontrollsystems. Um das Risiko wesentlicher Fehler in der Finanzberichterstattung zu vermindern, haben die Versicherungsunternehmen der Allianz im Rahmen des internen Kontrollsystems (IKS) umfassende Kontrollen implementiert. Dieses Kontrollsystem umfasst sämtliche Komponenten der Finanzberichterstattung. Die Funktionsfähigkeit des IKS für die Finanzberichterstattung wurde für den Berichtszeitraum geprüft und als gegeben angesehen. Die Angemessenheit und Wirksamkeit von Kontrollen für ausgewählte wesentliche ausgelagerte Prozesse wird durch einen Wirtschaftsprüfer gemäß internationalem Prüfungsstandard (International Standard on Assurance Engagements - ISAE 3402) überprüft. Zusätzlich werden einzelne operationelle (digitale) Risiken durch das eigene Versicherungsmanagement begrenzt, zum Beispiel Cyber-Versicherungsschutz. Das Management des operationellen (digitalen) Risikos wird durch die Meldung operationeller Verluste und in diesem Rahmen aufgesetzte Maßnahmen unterstützt. WEITERE RISIKEN STRATEGISCHES RISIKO Das strategische Risiko ergibt sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen und diesen zugrunde liegenden Annahmen. Hierzu zählt auch das Risiko, dass Geschäftsentscheidungen nicht oder nicht aus reichend an ein geändertes Wirtschaftsumfeld oder das Verhalten der Kundschaft angepasst werden. Innerhalb der Standardformel erfolgt keine Quantifizierung des strategischen Risikos. Dieses wird ausschließlich qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet. Das strategische Risiko ist aufgrund seiner Geschäftsmodellimmanenz von langfristiger Natur und wird weiterhin grundsätzlich als wesentlich für die Allianz Direct Versicherungs-AG eingestuft. GESCHÄFTSRISIKO Das Geschäftsrisiko ergibt sich aufgrund einer unerwarteten Änderung des Geschäftsvolumens, der Kostenentwicklung oder der Margen des zukünftigen Geschäftes. Dabei umfasst das Geschäftsrisiko auch das Stornorisiko und anderes nicht vorhersehbares Kundenverhalten. In der Standardformel erfolgt lediglich eine Quantifizierung des Stornorisikos im Untermodul der versicherungstechnischen Risiken. Die auf das Stornorisiko entfallene Solvabilitätskapitalanforderung ist von sehr geringer Bedeutung. Geschäftsrisiken (Kosten- und Stornorisiko) werden qualitativ im Rahmen des Top Risk Assessment bewertet. Dabei wird das Geschäftsrisiko als wesentliches Risiko eingestuft, da es einen hohen Einfluss auf das unmittelbare operative Ergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG hat. Die Entwicklung des Neugeschäftes und der Kündigungsquoten wird regelmäßig beobachtet und bewertet. Zur Beurteilung des Stornorisikos wird unter anderem die Zufriedenheit der Kundschaft laufend systematisch gemessen. Durch verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel gezielte Ansprache treuer Kundinnen und Kunden, systematische Kommunikation mit der Kundschaft oder Stornofrüherkennung, wird die Stornowahrscheinlichkeit reduziert. Das Kostenrisiko wird unter anderem im Rahmen der laufenden Controlling-Prozesse sowie der versicherungsmathematischen Prozesse überwacht. REPUTATIONSRISIKO Das Reputationsrisiko ergibt sich aus einer möglichen Beschädigung des Ansehens des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Dabei geht es um die Unternehmenswahrnehmung sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch bei (potenziellen) Kundinnen und Kunden, anderen Geschäftspartnern, Nichtregierungsorganisationen, Belegschaft, Aktionärinnen und Aktionären oder Behörden. Anhand der Standardformel erfolgt keine Quantifizierung des Reputationsrisikos. Dieses wird ausschließlich qualitativ erfasst und ist als eigene Bewertungsdimension bei der Wesentlichkeitseinschätzung aller Risiken enthalten. Ein entsprechender Steuerungs- und Kontrollprozess zur Identifikation, Bewertung und Mitigation des Reputationsrisikos ist installiert. Zur Identifikation von Reputationsrisiken arbeiten sämtliche betroffenen Funktionen auf Konzern- und lokaler Ebene eng zusammen. Hier sind insbesondere die Risiken in den Bereichen Recht und Compliance, Datenschutz, Informationssicherheit, IT (zum Beispiel Fehler in IT-Systemen), Betriebskontinuitätsmanagement, Third Party Risk Management sowie die Bearbeitung im Betrieb von hoher Bedeutung. Risiken, die sich aus Transformationsaktivitäten (z.B. Unternehmensübernahmen) ergeben können, werden grundsätzlich im Rahmen des operationellen Risikomanagements bewertet und mitigiert. Prinzipien des Risikomanagements Als Finanzdienstleistungsunternehmen betrachtet die Allianz Direct Versicherungs-AG das Risikomanagement als eine ihrer Kernkompetenzen. Es ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsprozesse der Allianz Direct Versicherungs-AG. Das Risikomanagementsystem deckt mit seinem risikoorientierten Ansatz alle Risikodimensionen ab. Elemente des Risikomanagementsystems sind:
Dieser umfassende Ansatz stellt sicher, dass Risiken angemessen identifiziert, analysiert, bewertet und gesteuert werden. In der Risikostrategie werden der Risikoappetit sowie übergreifende Risikotragfähigkeitslimite definiert. Das ganzheitliche Limitsystem wird in einem internen Limitframework dokumentiert. Eine strenge Risikoüberwachung und die entsprechende Berichterstattung ermöglichen es, frühzeitig Limitauslastungen zu erkennen und darauf zu reagieren. Risikosituation Die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen (Solvency II) werden erfüllt. Die aktuelle Risikosituation liegt innerhalb der Risikotragfähigkeit des Unternehmens. PROGNOSE- UND CHANCENBERICHT Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Allianz Research prognostiziert für das Jahr 2025 ein konstantes Wachstum der Weltwirtschaft von 2,8%. Die US-amerikanische Wirtschaft wird voraussichtlich mit einer Rate von 2,3 % weiterhin robust expandieren. Dabei könnte die Politik des neuen US-amerikanischen Präsidenten potenziell sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf dieses Wachstum haben. Europa und China werden voraussichtlich weiterhin mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert sein, zusätzlich zu möglichen Handelskonflikten mit den USA. Infolgedessen wird für beide Regionen ein moderates Wachstum erwartet: Die Eurozone könnte um 1,2% und China um 4,6% wachsen. Deutschland wird voraussichtlich mit einem Wachstum von 0,4% in die Wachstumszone zurückkehren, hinkt jedoch im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften hinterher. Eine rasche Lösung der strukturellen Probleme und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sind trotz der Neuwahlen nicht zu erwarten. Der Abwärtstrend der Inflation wird sich voraussichtlich fortsetzen, wobei die Inflationsrate in Europa unter das Ziel von 2% fallen könnte. Dies wird der Europäischen Zentralbank die Möglichkeit geben, ihre Zinssenkungen um weitere 100 Basispunkte im Jahr 2025 fortzusetzen. Im Gegensatz dazu wird die US-Notenbank vorsichtiger vorgehen und die Zinssätze um 50 Basispunkte senken. Die sich vergrößernde Zinsdifferenz zwischen Europa und den USA wird wahrscheinlich zu einer Schwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar führen. Aufgrund der anhaltend hohen Staatsverschuldung werden die langfristigen Renditen im Jahresverlauf voraussichtlich nur geringfügig sinken, begleitet von hoher Volatilität. Angesichts der weiterhin angespannten geopolitischen Lage, der Möglichkeit disruptiver politischer Maßnahmen und der zunehmenden sozialen Polarisierung überwiegen die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum die Chancen. Diese Faktoren werden im kommenden Jahr entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung sein. Prognose für die deutsche Versicherungswirtschaft Für das Jahr 2025 rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weiterhin mit einem positiven Wachstum. Über alle Sparten hinweg wird ein Anstieg der Beitragseinnahmen von circa 5,1 % erwartet. Für die Schaden- und Unfallversicherung insgesamt rechnet der GDV mit einem Zuwachs bei den Beiträgen von 7,6%, was vor allem auf nachgelagerte Anpassungen an die hohen Teuerungsraten der letzten Jahre zurückzuführen sein wird. Dabei wird in der Kfz-Versicherung im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von steigenden Ersatzteilpreisen und Stundenverrechnungssätzen in den Werkstätten ausgegangen. Durch die dadurch notwendigen Beitragsanpassungen rechnet der GDV mit einem Beitragszuwachs von circa 14,0 % In der privaten Sachversicherung insgesamt könnten im Jahr 2025 die Beitragseinnahmen um knapp unter 5 %, in der nicht-privaten Sachversicherung um etwa 5 % steigen. In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung geht der GDV aufgrund steigender Nominallöhne und Umsätze von einem Plus von 3 % aus. In der Allgemeinen Unfallversicherung könnte sich in der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr ein Impuls aus der Anhebung des Höchstrechnungszinses ergeben, wodurch sich der Bestandsabrieb weiter moderat reduzieren könnte. Zusätzlich dürfte sich auch die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze positiv auf die Beitragsentwicklung in der Unfallversicherung mit steigenden Versicherungssummen auswirken. Der GDV prognostiziert in der Unfallversicherung insgesamt ein leichtes Wachstum des Beitragsvolumens von 0,5%. In der Rechtsschutzversicherung greift eine ab dem 4. Quartal 2024 mögliche Beitragsanpassung, die sich hauptsächlich im Jahr 2025 auswirkt und so für ein Beitragsplus von 4% sorgen könnte. Prognose für die niederländische Versicherungswirtschaft Für den gesamten Nichtlebensversicherungsmarkt in den Niederlanden wird für die Jahre 2025 bis 2029 eine jährliche Wachstumsrate der gebuchten Bruttobeiträge von 2,3 % erwartet. Für den niederländischen Kraftfahrtversicherungsmarkt wird für 2025 mit moderaten Prämienerhöhungen gerechnet, da der Markt nach Jahren hoher Inflation und entsprechender Beitragssteigerungen seine Rentabilität wiedererlangt. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 wurden erste Prämienerhöhungen verzeichnet. Der erwartete Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge im Markt beträgt 3,7%. Davon entfallen 1,8% auf Zuwächse beim versicherten Fahrzeugbestand und der Rest auf Inflationsbereinigungen. Aufgrund der im Jahr 2024 verzeichneten Nachholeffekte infolge des Chipmangels im Jahr 2023 dürfte der Zuwachs beim Fahrzeugbestand geringer ausfallen als im Jahr 2024. Im Jahr 2025 wird sich die Verschiebung von traditionellen Fahrzeugen hin zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen fortsetzen. Dies verspricht positive Auswirkungen auf die Gesamtmarktprämie. Im kommenden Jahr dürfte die Anzahl der Elektro- und Hybridfahrzeuge auf das Doppelte der Anzahl der Dieselfahrzeuge anwachsen. Privat- und Finanzierungsleasing werden ihren Marktanteil weiter ausbauen, das erwartete Wachstum der Fahrzeuge in diesem Segment beträgt 4,2% Im Jahr 2025 dürfte die Inflation auf einem ähnlichen Niveau wie 2024 verharren. Zum Teil geht die Inflation auch auf die Tarifverträge für Versicherungsunternehmen zurück, die aktuell Gehaltserhöhungen von etwa 4% vorsehen. Insgesamt wies der Kraftfahrtversicherungsmarkt eine Schaden-Kosten-Quote von knapp 100% auf. Daher sollten Entwicklungen der Inflationsrate jeweils unmittelbar bei Eintritt in die Tarife einfließen. Für den Wohngebäudeversicherungsmarkt wird für 2025 ein Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge um 1,4% erwartet. Davon entfällt 1 % auf das Wachstum des gesamten Gebäudebestands. In der allgemeinen Haftpflicht- und Reiseversicherung dürften die gebuchten Bruttobeiträge aufgrund steigender Nominallöhne und sonstiger Preisentwicklungen ebenfalls moderat steigen. Prognose für die spanische Versicherungswirtschaft In den letzten zwei Jahren wuchsen die gebuchten Bruttobeiträge im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft in Spanien um 7,3 %. Dabei stiegen die gebuchten Bruttoprämien in der Kraftfahrtversicherung, die knapp 17,5% des Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts ausmacht, in den Jahren 2023 und 2024 um 6,7% beziehungsweise 8,9%. Durch diese Prämienerhöhungen wurde die versicherungstechnische Rentabilität, die seit 2022 durch die Inflation belastet war, ausgeglichen. Die Schaden-Kosten-Quote für den Kraftfahrtversicherungsmarkt dürfte Ende 2024 bei rund 100% und die Inflation in den Jahren 2025 und 2026 bei etwa 2,3% liegen. Folglich dürften sich Prämienerhöhungen im Jahr 2025 in Grenzen halten. Darüber hinaus machen gewisse Branchenmechanismen den Anstieg der Schadenskosten vorhersehbarer: die Entschädigungstabellen für Personenschäden (Anhebung um 2,8% für 2025) und die im April zu genehmigenden „Knock-for-Knock“-Vereinbarungen für Sachschäden mit einer Erhöhung um etwa 2%. Der Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge in der Kraftfahrtversicherung ist zum größten Teil auf Prämienerhöhungen und zum geringeren Teil auf den versicherten Fahrzeugbestand (34 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2024) zurückzuführen, der in den letzten fünf Jahren mit einer positiven durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 1,0% relativ stabil war. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Neufahrzeugen (etwa 1 Millionen Fahrzeuge pro Jahr) dürfte jedoch das Alter des gesamten Fahrzeugbestands in Spanien von 13 Jahren im Jahr 2020 auf ein Durchschnittsalter von knapp 15 Jahren bis Ende 2025 steigen. Prognose für die französische Versicherungswirtschaft Für den Schaden- und Unfallversicherungsmarkt in Frankreich wird ein Zuwachs erwartet, der hauptsächlich auf gestiegene Beiträge und nicht auf eine Ausweitung des Versicherungsschutzes zurückzuführen ist. Vor allem die Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen stehen infolge von Klimarisiken und steigenden Reparaturkosten unter Druck. Im Jahr 2024 stiegen die Prämien für Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen um durchschnittlich 6%, und für 2025 wird mit weiteren Erhöhungen um 12% bis 20% gerechnet. Dies ist vor allem auf die zunehmende Häufigkeit von Naturkatastrophen zurückzuführen. Sollte dieser Trend anhalten, könnten sich die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung in einigen Regionen bis 2050 verdreifachen. Der Kraftfahrtversicherungsmarkt passt sich der Vorbereitung von Elektrofahrzeugen und autonomen Fahrzeugen an, welcher neue Tarifierungsmodelle und Schadenmanagementstrategien erfordert. Höhere Reparaturkosten aufgrund fortschrittlicher Fahrzeugtechnologie führen zu höheren Beiträgen. Ab dem 1. Januar 2025 führen in Frankreich die ansteigenden Risiken aufgrund des Klimawandels zu einer Anpassung der Abgabe für die Absicherung von Naturgefahren. Diese Abgabe zur Absicherung wird gemäß der Verordnung vom 22. Dezember 2023 von 12% der Wohngebäudeversicherungsprämie auf 20% und von 6% der Kraftfahrtversicherungsprämie auf 9% erhöht. Der französische Reiseversicherungsmarkt verzeichnet ein deutliches Wachstum. Im Jahr 2023 wurde der Markt auf circa 1 Milliarde Euro geschätzt und dürfte bis 2030 auf 2 Milliarden Euro steigen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,8% für den Zeitraum von 2024 bis 2030 entspricht. Die wesentlichen Einflussfaktoren für dieses Wachstum sind die zunehmende Zahl von Reisenden, das Bewusstsein für Reiserisiken sowie steigende Löhne und Gehälter. Veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN SOLVENCY II REVIEW 2020 Nach der Einigung im Trilog zwischen der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat wurde die Solvency II (Level 1)-Richtlinie vom Europäischen Parlament im Oktober 2024 und vom Europäischen Rat im November 2024 formal angenommen. Am 8. Januar 2025 erfolgte die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt, woraus sich ein Anwendungsbeginn ab dem 30. Januar 2027 ergibt. Die veröffentlichten Änderungen der (Level 1-) Richtlinie entsprechen den Erwartungen und wirken sich auf Themen aus den verschiedensten Bereichen aus - von den Kapitalanforderungen über das Reporting bis zur Proportionalität. Weitere Änderungen können sich noch aus der Überarbeitung der Delegierten Verordnung (Level 2) ergeben. Die Allianz Direct Versicherungs-AG sieht sich aufgrund ihrer Kapitalstärke und ihres wirksamen Risikomanagementsystems im Hinblick auf die geplanten Änderungen gut aufgestellt. Geschäftsentwicklung Für die Allianz Direct Versicherungs-AG wird erwartet, dass die Gesamtrentabilität im Geschäftsjahr 2025 stabil bleibt, da zugrunde liegende Rentabilitätsverbesserungen und profitables Wachstum großteils durch die Kosten für die Integration und IT-Migration im Rahmen der Portfolioübernahme von Friday und dem iptiQ-Erwerb kompensiert werden. Die Übernahme des Portfolios von der Friday Insurance S.A dürfte der Allianz Direct Versicherungs-AG 35 bis 40 Millionen Euro an Bruttobeitragseinnahmen einbringen. Zudem werden zusätzliche Bruttobeiträge aus der Akquisition des Geschäfts von iptiQ erwartet. Der Nettoeffekt wird sich jedoch lediglich auf circa 30 Millionen Euro belaufen, da die Neuakquisition zu einem Großteil rückversichert ist Darüber hinaus sondiert die Allianz Direct Versicherungs-AG auch nach dem erfolgreichen Start der Partnerschaft mit ING in den Niederlanden im Juli 2024 weiterhin neue Vertriebspartnerschaften und Bancassurance-Partnerschaften. Für das bestehende Geschäft erwartet die Allianz Direct Versicherungs-AG eine Fortsetzung des im Jahr 2024 erzielten starken Wachstums, wobei auch Spanien nach der erfolgreichen Verbesserung der Rentabilität des Portfolios wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren dürfte. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Schadenquoten weiter verbessern, insbesondere in Deutschland und Frankreich, während die Niederlande und Spanien bereits das angestrebte Rentabilitätsniveau erreicht haben. Preismaßnahmen und neue Initiativen zur Schadenoptimierung in allen Märkten zielen darauf ab, weitere Rentabilitätsverbesserungen zu erzielen und den Inflationsdruck zu mindern. Die verbesserte versicherungstechnische Rentabilität, insbesondere in den Niederlanden und Deutschland, dürfte teilweise durch eine Erhöhung der Schwankungsrückstellung kompensiert werden. Im bestehenden Geschäft erwartet die Allianz Direct Versicherungs-AG eine Fortsetzung des starken Wachstums, das im Geschäftsjahr 2024 in Deutschland und den Niederlanden erzielt wurde. Zudem verzeichnet Spanien nach der erfolgreichen Wiederherstellung der Profitabilität eine Rückkehr zum Wachstum. Das französische Geschäft wird voraussichtlich ein moderates Wachstum aufweisen, da der Schwerpunkt auf der Erholung der Rentabilität und der Durchführung der Integration liegt. Insgesamt plant die Allianz Direct Versicherungs-AG für das Geschäftsjahr 2025 ein organisches Wachstum von mehr als 10%. Die Kostenquoten werden sich im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich verschlechtern, vor allem aufgrund der iptiQ- und Friday-Transaktionen sowie der damit verbundenen Verschmelzungs- und Integrationskosten. Darüber hinaus umfasst die Übernahme von iptiQ ein großes Managing General Agent-Portfolio in Italien, das vollständig rückversichert ist und 2025 aufgelöst wird, jedoch eine hohe Provision beinhaltet, so dass ein Vergleich der Kennzahlen für die Jahre 2025 und 2024 nicht aussagekräftig sein wird. Bereinigt um die Neuakquisitionen wird für 2025 eine Verbesserung der Kostenquote erwartet. Die Kosten für Abschlussaufwendungen werden stabil bleiben, wobei es zu Verschiebungen zwischen Provisionen an externe Dritte und internen Marketingausgaben kommen wird. Bei den Kosten für Verwaltungsaufwendungen erwartet die Allianz Direct Versicherungs-AG weitere Verbesserungen, unterstützt durch laufende Initiativen zur Produktivitätssteigerung, die mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz, einer Neugestaltung von Prozessen, der Integration der IT-Prozesse in Frankreich und einem starken Wachstum in allen Niederlassungen in Verbindung mit einer strikten Kostenkontrolle einhergehen. Daneben wurde eine signifikante Änderung der proportionalen Rückversicherungsstruktur vereinbart. Aktuell besteht ein Quoten-Rückversicherungsvertrag mit der Allianz SE mit einer Quote von 50 % für alle Niederlassungen. Im Rahmen einer neu getroffenen Vereinbarung wird der Anteil des in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäfts ab 2025 in den Niederlanden, Spanien und Frankreich auf 60 % steigen. Der Anteil des in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäfts in Deutschland wird im Jahr 2025 auf 90 % steigen. Diese Änderung unterstützt die Kapitaloptimierungsziele der Allianz Direct Versicherungs-AG und des Allianz Konzerns und trägt zur Stärkung der Kapitalposition der Allianz Direct Versicherungs-AG bei. Die Allianz Direct Versicherungs-AG setzte auch im Jahr 2024 ihre sicherheitsorientierte Anlagestrategie fort mit dem Ziel, eine attraktive Rendite bei angemessenem Risiko zu erwirtschaften. Gemäß der strategischen Anlageallokation für 2024 wurde das Portfolio komplett in festverzinsliche Anlagen investiert und breit diversifiziert. Dabei wurde weiterhin auf die fundierten Kenntnisse des Allianz Konzerns bei der Kapitalanlage im In- und Ausland vertraut. Aufgrund eines deutlich höheren Anlagevolumens wurde im Berichtsjahr ein signifikant besseres Anlageergebnis im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Das gestiegene Anlagevolumen ist insbesondere auf die Integration des niederländischen Direktversicherungsgeschäfts und der Verschmelzung der Fénix Directo zurückzuführen. Ziel der Allianz Direct Versicherungs-AG, als Teil des Allianz Konzerns, ist es, ihre Stakeholder beim Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft als Partner zu unterstützen. Dabei will das Unternehmen spürbare Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Umwelt erzielen. Dazu gehört auch, die Wirtschaft so mitzugestalten, dass sie eine Minimalabsicherung für alle bietet, ohne der Umwelt zu schaden. Die Allianz Direct Versicherungs-AG hat sich daher klare Ziele im Bereich der Nachhaltigkeit gesetzt. Die Allianz Direct Versicherungs-AG nimmt Aspekte der Nachhaltigkeit ernst und strebt danach, ihren eigenen ökologischen Fußabdruck im Einklang mit den Zielen der Allianz Direct Versicherungs-AG zu verringern. Dazu leistet die Gesellschaft ihren Beitrag, die Treibhausgasemissionen pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter zu senken. Dar- über hinaus engagiert sie sich im Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien. Ebenso strebt die Gesellschaft an, die Treibhausgasemissionen des eigenen Anlagenportfolios zu reduzieren. Den Fortschritt zu einer Unternehmenskultur, in der Miteinander und erzielte Leistung gleichermaßen zählen, ermittelt die Gesellschaft über den Inclusive Meritocracy Index (IMIX), der durch die jährliche Allianz Engagement Survey (AES) erhoben wird. Ziel ist es, den IMIX auf dem bisher konstant hohen Niveau (78%) zu halten. Darüber hinaus setzt sich die Gesellschaft für ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit, beruflichem Umfeld und Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, welches über den Work Well Index (WWi+) ermittelt wird. Die Förderung von lebenslangem Lernen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein weiterer Baustein, den sich die Gesellschaft zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur zum Ziel gesetzt hat.
München, 27. März 2025 Allianz Direct Versicherungs-AG Der Vorstand Kroetz Bacher Hoffman BETRIEBENE VERSICHERUNGSZWEIGE UND -ARTEN Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft ALLGEMEINE UNFALLVERSICHERUNG Kraftfahrtunfallversicherung HAFTPFLICHTVERSICHERUNG Privathaftpflichtversicherung KRAFTFAHRTVERSICHERUNG Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung, Sonstige Kraftfahrtversicherung (Fahrzeugvoll-, Fahrzeugteilversicherung) VERBUNDENE HAUSRATVERSICHERUNG VERBUNDENE WOHNGEBÄUDEVERSICHERUNG RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG SONSTIGE SCHADENVERSICHERUNG Reiseversicherung Vorbehalt bei Zukunftsaussagen Soweit wir in diesem Geschäftsbericht Prognosen oder Erwartungen äußern oder die Zukunft betreffende Aussagen machen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen können sich Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschließenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmaßnahmen ergeben. Abweichungen können außerdem aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen (zum Beispiel durch Naturkatastrophen), der Entwicklung von Schadenkosten, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen und, insbesondere im Kapitalanlagebereich, aus dem Ausfall von Kreditnehmenden und sonstigen Schuldnern resultieren. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte (zum Beispiel durch Marktschwankungen) und der Wechselkurse sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können entsprechenden Einfluss haben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, Zukunftsaussagen zu aktualisieren. Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember 2024AKTIVA €
PASSIVA €
Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter dem Posten B.II der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von §341f HGB und §341g HGB sowie unter Beachtung der aufgrund des §88 Absatz 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist.
München, 5. Februar 2025 Michael Schosser, Verantwortlicher Aktuar Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024€
ANHANGAngaben gemäß §264 Absatz 1a HGB Allianz Direct Versicherungs-AG Königinstraße 28, 80802 München Handelsregister B des Amtsgerichts München Handelsregisternummer HRB 95802 Maßgebliche Rechtsvorschriften Die Allianz Direct Versicherungs-AG erstellt den Jahresabschluss und den Lagebericht nach Maßgabe der Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV). Der Jahresabschluss wurde, sofern nicht anders angegeben, in Euro (€) aufgestellt. Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND SACHANLAGEN Die immateriellen Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungs-bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer bis zu zehn Jahren, angesetzt. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden zu ihrem Nennwert bilanziert. Im Fall einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände, für die das Aktivierungswahlrecht angewendet wird, werden nach § 248 Absatz 2 Satz 1 HGB aktiviert. Sachanlagen werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer, angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter im Wert bis 250 Euro netto werden sofort abgeschrieben. Für bewegliche Wirtschaftsgüter im Wert ab 250 Euro netto bis 1000 Euro netto, die der selbstständigen Nutzung fähig sind, wird ein steuerlicher Sammelposten gemäß §6 Absatz 2a EStG gebildet, der im Jahr der Bildung und den folgenden vier Jahren pauschal mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst wird. AUSLEIHUNGEN AN VERBUNDENE UNTERNEHMEN Unter diesem Posten werden Genussscheine geführt. Sie werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Abschreibungen werden vorgenommen, sofern am Bilanzstichtag die fortgeführten Anschaffungskosten über dem Marktwert und dem langfristig beizulegenden Wert liegen. BETEILIGUNGEN Sie werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und zu fortgeführten Anschaffungskosten oder dem niedrigeren auf Dauer beizulegenden Wert angesetzt. Abschreibungen werden vorgenommen, sofern am Bilanzstichtag die fortgeführten Anschaffungskosten über dem Marktwert und dem langfristig beizulegenden Wert liegen. AKTIEN, ANTEILE ODER AKTIEN AN INVESTMENTVERMÖGEN, INHABERSCHULDVERSCHREIBUNGEN, ANDERE FESTVERZINSLICHE UND NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE Unter diesem Posten führt die Allianz Direct Versicherungs-AG nur Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und Inhaberschuldverschreibungen. Die nach den Grundsätzen des Umlaufvermögens geführten Wertpapiere werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet und mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren Marktwert angesetzt. Die nach den Vorschriften des Anlagevermögens bilanzierten Kapitalanlagen sind dazu bestimmt, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Eine Zuordnung der Zweckbestimmung erfolgt bei Zugang der Kapitalanlage. Die Widmung wird jeweils bei Änderung der Anlagestrategie beziehungsweise bei geplanten Verkäufen geprüft. Diese Wertpapiere werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder einem niedrigeren langfristig beizulegenden Wert angesetzt. Bei dauerhaften Wertminderungen werden Abschreibungen erfolgswirksam durchgeführt. Bei voraussichtlich vorübergehenden Wertminderungen besteht ein Abschreibungswahlrecht. Das Wahlrecht wurde dahingehend in Anspruch genommen, dass Abschreibungen wegen voraussichtlich vorübergehender Wertminderungen nicht vorgenommen wurden. Weitere Informationen finden sich im Anhang in der Tabelle „Wertpapiere, die der dauernden Vermögensanlage gewidmet wurden". NAMENSSCHULDVERSCHREIBUNGEN, SCHULDSCHEINFORDERUNGEN UND DARLEHEN Sie werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet und zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die Differenz zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag wird mithilfe der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit erfasst und verteilt. Abschreibungen werden vorgenommen, sofern am Bilanzstichtag die fortgeführten Anschaffungskosten über dem Marktwert und dem langfristig beizulegenden Wert liegen. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE Hier werden Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände mit Ausnahme der Sachanlagen betrachtet. Sie werden grundsätzlich mit den Nominalbeträgen angesetzt. Auf die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und auf einen Teil der Sonstigen Forderungen werden Wertberichtigungen vorgenommen, um das Bonitätsrisiko zu berücksichtigen. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN Die abgegrenzten Zinsen sind grundsätzlich mit den Nominalbeträgen angesetzt. AKTIVE LATENTE STEUERN Aufgrund der bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft werden latente Steuern unter analoger Anwendung des §274 HGB grundsätzlich auf Ebene des Organträgers berücksichtigt. Wesentliche Abweichungen zwischen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen ergeben sich bei den Spezialfondsinvestments, den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen und den Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, die jeweils zu aktiven latenten Steuern führen sowie bei den immateriellen Vermögensgegenständen (Software), die zu passiven latenten Steuern führen. Die Bewertung der inländischen Steuerlatenzen erfolgt mit einem Steuersatz in Höhe von 31,0%, Steuerlatenzen in Spanien werden mit einem Steuersatz von 25,0%, Steuerlatenzen in Frankreich mit einem Steuersatz von 25,0% und Steuerlatenzen in den Niederlanden mit einem Steuersatz von 25,8 % bewertet. VERMÖGEN ZUR ERFÜLLUNG VON SCHULDEN AUS ALTERSVERSORGUNGSVERPFLICHTUNGEN Das Vermögen zur Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen wird gemäß §253 Absatz 1 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt und in Verbindung mit § 246 Absatz 2 HGB mit den Schulden verrechnet. Sofern die Schulden den beizulegenden Zeitwert übersteigen, wird der übersteigende Betrag unter dem Posten Rückstellungen ausgewiesen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert den Betrag der Schulden, so wird der übersteigende Betrag unter dem Posten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode des aktiven Unterschiedsbetrags entspricht derjenigen, die in den Abschnitten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie sonstige Rückstellungen beschrieben ist. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RÜCKSTELLUNGEN BEITRAGSÜBERTRÄGE Im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft werden die Beitragsüberträge nach der taggenauen Berechnungsmethode ermittelt. Als nicht übertragsfähige Teile werden die Vertreterbezüge gemäß den steuerlichen Richtlinien abgesetzt. Die von den Bruttobeitrags überträgen abgesetzten Anteile für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft werden nach denselben Grundsätzen berechnet wie die Bruttobeträge, ebenfalls unter Kürzung nicht übertragsfähiger Teile. RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE Die Bruttorückstellung für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wird für die nachstehenden Teilrückstellungen gesondert ermittelt. Die Rückstellungen für bekannte Versicherungsfälle (ohne Renten) werden grundsätzlich je Schadenfall einzeln nach der zu erwartenden Leistung bemessen. Die Schadenrückstellungen für Spätschäden (ohne Renten) werden für inzwischen bekannte Fälle wie im vorigen Absatz beschrieben ermittelt. Für unbekannte Fälle, also für bereits eingetretene oder verursachte, aber noch nicht gemeldete Schäden, werden nach den Erfahrungen der Vorjahre ermittelte Spätschadenrückstellungen bilanziert. Die Renten-Deckungsrückstellung wird im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft für jede einzelne Rente nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Dabei wird die Sterblichkeit gemäß der Sterbetafel DAV 2006 HUR berücksichtigt. Der Rechnungszins richtet sich nach dem Datum, zu dem feststand, dass eine Rentenverpflichtung entsteht. Für Schäden, bei denen der Eintritt der Rentenverpflichtung vor dem 1. Januar 2017 feststand, beträgt der Rechnungszins 1,25%, bei Renten mit Eintrittsdatum ab dem 1. Januar 2017 und vor dem 1. Januar 2022 beträgt der Rechnungszins 0,90 % und bei Renten mit Eintrittsdatum ab dem 1. Januar 2022 beträgt der Rechnungszins 0,25 %. Den bei der Abwicklung der offenen Schäden noch zu erwartenden Schadenregulierungsaufwendungen wird durch Rückstellungen nach Maßgabe des BMF-Schreibens vom 2. Februar 1973 Rechnung getragen. Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen werden in Höhe ihrer feststellbaren beziehungsweise bestimmbaren Realisierbarkeit angesetzt. Die Anteile des Rückversicherers an den Rückstellungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen ermittelt. SCHWANKUNGSRÜCKSTELLUNG Die Rückstellung zum Ausgleich der Schwankungen im jährlichen Schadenbedarf wird gemäß §341h HGB in Verbindung mit § 29 RechVersV für den Selbstbehalt ermittelt. SONSTIGE VERSICHERUNGSTECHNISCHE RÜCKSTELLUNGEN AUS DEM SELBST ABGESCHLOSSENEN VERSICHERUNGSGESCHÄFT Stornorückstellung Die Stornorückstellung wird aufgrund von Erfahrungssätzen der Vorjahre ermittelt, bei denen alle den Stornovorgang betreffenden Vertragskomponenten berücksichtigt werden. Rückstellung für drohende Verluste Ausgangspunkt für die Bemessung bildet grundsätzlich die voraussichtliche Beitrags-, Schaden- und Kostenentwicklung der jeweiligen Versicherungszweige und -arten. Die Rückstellung wird unter Berücksichtigung anteiliger Zinserträge aus den versicherungstechnischen Rückstellungen nur für den Selbstbehalt berechnet. Rückstellung aufgrund der Verpflichtungen aus der Mitgliedschaft in der Verkehrsopferhilfe e. V. und in der Stichting Waarborgfonds Motorverkeer Die Rückstellung für Leistungen an den Verein wird für Deutschland auf der Basis der von der Verkehrsopferhilfe e. V. gemeldeten Rückstellungen der Abrechnung 2021 gebildet. In den Niederlanden wird die Rückstellung für Leistungen an die Stichting Waarborgfonds Motorverkeer basierend auf dem erwarteten Anteil der offenen Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmenden und Staat (inklusive Risikomarge) im Verhältnis zum Beitrag ermittelt. In Rückdeckung gegebenes Versicherungsgeschäft Die Anteile der Rückversicherer werden den vertraglichen Bestimmungen entsprechend ermittelt. ANDERE RÜCKSTELLUNGEN Die Pensionsrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Die Rückstellungen für Jubiläumsgaben werden ebenfalls nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und in voller Höhe passiviert. Laut §253 HGB ist der Erfüllungsbetrag für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und für sonstige Personalverpflichtungen aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren abzuzinsen. Sofern die Bewertung der Altersversorgungsverpflichtungen mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zu einer höheren Verpflichtung führt als die Bewertung mit dem zehnjährigen Durchschnittszins, unterliegt der Unterschiedsbetrag nach §253 Absatz 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre. Bei der Ermittlung des Diskontierungszinssatzes nimmt die Allianz Direct Versicherungs-AG die Vereinfachungsregelung gemäß §253 Absatz 2 Satz 2 HGB (Restlaufzeit von 15 Jahren) in Anspruch, wobei wie im Vorjahr ein zum Bilanzstichtag prognostizierter Zinssatz zugrunde gelegt wurde. Der Effekt aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes wird im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Weitere Erläuterungen zur Bilanzierung der Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen finden sich im Anhang unter Angaben zu den Passiva und unter Haftungsverhältnisse. Die übrigen Rückstellungen werden mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz der Deutschen Bundesbank abgezinst. DEPOTVERBINDLICHKEITEN AUS DEM IN RÜCKDECKUNG GEGEBENEN VERSICHERUNGSGESCHÄFT Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft bestehen gegenüber der Allianz SE aus Quotenrückversicherungsverträgen bei sämtlichen Niederlassungen. Bis auf einen Quoten-Rückversicherungsvertrag wurden die Verträge auf Funds-Withheld-Basis abgeschlossen, sodass Depotverbindlichkeiten in Höhe aller von diesem Quotenvertrag betroffenen versicherungstechnischen Rückstellungen bilanziert werden. ANDERE VERBINDLICHKEITEN Andere Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Grundsätzlich werden alle Geschäftsvorgänge in der Originalwährung erfasst und zum jeweiligen Tageskurs (Devisenkassamittelkurs) in Euro umgerechnet. Am Abschlussstichtag werden die auf fremde Währung lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet und nach den handelsrechtlichen Regeln zur Währungsumrechnung angesetzt. Bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger werden die Gewinne und Verluste aus der Umrechnung gemäß § 256a HGB erfolgswirksam erfasst. Gemäß § 277 Absatz 5 HGB werden die Erträge aus der Währungsumrechnung unter dem Posten Sonstige Erträge und die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung unter dem Posten Sonstige Aufwendungen ausgewiesen. WERTAUFHOLUNGSGEBOT, ZUSCHREIBUNGEN Auf Vermögensgegenstände, die in früheren Jahren auf einen niedrigeren Marktwert abgeschrieben wurden, muss zugeschrieben werden, wenn diesen Vermögensgegenständen am Bilanzstichtag wieder ein höherer Wert beigelegt wird. Die Zuschreibungen erfolgen bis zur Höhe der fortgeschriebenen Anschaffungswerte, auf einen niedrigeren langfristig beizulegenden Zeitwert oder auf einen niedrigeren Marktwert. QUOTEN-RÜCKVERSICHERUNGSVERTRAG Es bestehen vier Quotenrückversicherungsverträge mit der Allianz SE für das Gesamtportfolio: Für das deutsche Geschäft ein Vertrag mit einer Quote von 17,5% ohne Funds-Withheld-Basis und ein Vertrag mit einer Quote von 32,5 % auf Funds-Withheld-Basis; für das spanische Portfolio ein Vertrag mit einer Quote von 50 % auf Funds-Withheld-Basis, sowie für das niederländische Geschäft ein Vertrag mit einer Quote von 50 % auf Funds-Withheld-Basis. Funds-Withheld-Basis bedeutet, dass die Allianz Direct Versicherungs-AG die Kapitalanlagen in Höhe aller von diesem Quotenvertrag betroffenen versicherungstechnischen Rückstellungen einbehält und über diese verfügt. Dafür wird im Gegenzug eine Depotverbindlichkeit in entsprechender Höhe gebildet und ausgewiesen. Aus den Quotenrückversicherungsverträgen ergeben sich im Wesentlichen Auswirkungen auf folgende versicherungstechnische Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung: Verdiente Beiträge, Aufwendungen für Versicherungsfälle, Veränderungen der übrigen versicherungstechnischen Nettorückstellungen und Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb. Ausweitung des Versicherungsgeschäfts auf Frankreich Im Geschäftsjahr 2024 erfolgte die Ausweitung des Versicherungsgeschäfts auf Frankreich durch die Aufnahme des Versicherungsbetriebs in der im Jahr 2023 neu gegründeten französischen Niederlassung. Dies erfolgte im Wesentlichen durch einen Asset Deal mit Luko Cover SAS, Paris, sowie einen Portfoliotransfer von der Luko Insurance AG. Unter der Muttergesellschaft Demain ES fungierte die Luko Cover SAS als Versicherungsvermittler für vier Risikoträger. Einer dieser Risikoträger war die Luko Insurance AG. Im Rahmen der Transaktion übernahm die Allianz Direct Versicherungs-AG das Vermittlungsgeschäft von Luko Cover SAS sowie das Versicherungsportfolio der Luko Insurance AG. PORTFOLIOTRANSFER VON DER LUKO INSURANCE AG Die Allianz Direct Versicherungs-AG übernahm mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2024 einen Bestand von 406 861 Erstversicherungsverträgen von der Luko Insurance AG. Dies führte zu einer Übernahme von versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe von 11,0 Millionen Euro und liquiden Mitteln in Höhe von 18,3 Millionen Euro. Die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten wurden bei Zugang zunächst zu ihren Zeitwerten in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG angesetzt. Im Einklang mit dem Vorsichtsgedanken des HGB erfolgte im Geschäftsjahr 2024 eine Bewertungsanpassung der zu Zeitwerten übernommenen Salden der versicherungstechnischen Rückstellungen. Die Bestimmung der transferierten liquiden Mittel auf Basis des Portfolioübernahmevertrags erfolgte zum 30.06.2024. Eine tabellarische Übersicht der Beträge zum 30.06.2024 ist auf den Folgeseiten dargestellt. ÜBERNAHME VON VERMÖGENSGEGENSTÄNDEN, VERBINDLICHKEITEN, UND MITARBEITENDEN VON DER LUKO COVER SAS Mit bilanzieller Wirkung zum 1. Februar 2024 übernahm die Allianz Direct Versicherungs-AG im Wesentlichen alle Vermögensgegenstände und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die IT-Infrastruktur und die Markenrechte von der Luko Cover SAS. Grundlage dafür waren Urteile des Handelsgerichts von Bobigny (Tribunal de Commerce de Bobigny) vom 24. Januar 2024 aus den Insolvenzverfahren über die Vermögen der Luko Cover SAS, eines in Paris ansässigen Maklerunternehmens, und deren Muttergesellschaft Demain ES. Sämtliche übernommenen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden zum 1. Februar 2024 in der Bilanz der Allianz Direct Versicherungs-AG angesetzt. Dabei wurden im Wesentlichen Markenrechte erworben. Zusätzlich erfolgte die Übernahme von personalbezogenen Verbindlichkeiten und übrigen Verbindlichkeiten mit einem Erfüllungsbetrag von 0,5 Millionen Euro und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Den erworbenen Markenrechten wurde ein Wert von 4,2 Millionen Euro beigemessen; es erfolgt eine planmäßige Abschreibung über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren. Des Weiteren wurde ein Kundenstamm aus dem Vermittlungsgeschäft erworben, welchem ein Wert von 1,7 Millionen Euro beigemessen wurde. Ein Teil dieses Kundenstamms in Höhe von 0,6 Millionen Euro wurde im November 2024 zu Buchwerten veräußert. Der verbleibende Wert wurde dem kurzläufigen Geschäft Rechnung tragend im Geschäftsjahr vollständig abgeschrieben. Die sonstigen Rückstellungen für Rückzahlungen bereits erhaltener Versicherungsprämien im Falle der Kündigung von Versicherungsnehmenden wurden im Geschäftsjahr vollständig verbraucht. Es wurden 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Luko Cover SAS übernommen. AUSWIRKUNG DER TRANSAKTIONEN AUF VERMÖGENS- UND ERTRAGSLAGE AUSWIRKUNGEN DES PORTFOLIOTRANSFERS AUF DIE VERMÖGENSLAGE ZUM 01.01.2024 UND 30.06.2024 €
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AUSWIRKUNGEN DES PORTFOLIOTRANSFERS AUF DIE ERTRAGSLAGE ZUM 30.06.2024 €
AUSWIRKUNGEN DER ÜBERNAHME VON VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND VERBINDLICHKEITEN ZUM 01.02.2024
Angaben zu den Aktiva 1 _ ENTWICKLUNG DER AKTIVPOSTEN A UND B IM GESCHÄFTSJAHR 2024 €
Die Nettoveränderung der Immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von 46.100.914 (2023: 64.193.900) Euro beruht im Wesentlichen auf der Aktivierung der Aufwände für die Weiterentwicklung der europäischen Direktplattform. Im laufenden Geschäftsjahr beläuft sich der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten auf 62.541.523 Euro, wovon 59.834.161 Euro auf selbst geschaffene, immaterielle Vermögensgegenstände entfielen und aktiviert wurden. Ausleihungen an verbundene Unternehmen In dieser Position wird im Geschäftsjahr 2024 ein (2023: ein) Genussschein in Höhe von 45.000.000 (2023: 30.000.000) Euro geführt, der nach Luxemburger Recht verbrieft ist. Der Genussschein enthält eine erfolgsabhängige Gewinnbeteiligung, bezogen auf das zugrundeliegende Investment. Es besteht keine Nachschusspflicht. 2 _ ZEITWERTE DER KAPITALANLAGEN (AKTIVA B) Gliederung nach Bilanzposten €
Der Zeitwert der Kapitalanlagen beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf 606.970.516 (2023: 508.245.019) Euro. Der entsprechende Bilanzwert dieser Kapitalanlagen liegt bei 568.436.209 (2023: 483.608.381) Euro. Die Bewertungsreserven von saldiert 38.534.307 (2023: 24.636.638) Euro setzen sich zusammen aus stillen Reserven in Höhe von 38.884.397 (2023: 25.216.366) Euro und stillen Lasten in Höhe von 350.090 (2023: 579.728) Euro. Bei der Ermittlung der Zeitwerte werden folgende Methoden angewandt:
Bei nicht börsennotierten Kapitalanlagen mit fester Laufzeit (Namensschuldverschreibungen und Schuldscheinforderungen) wird der Zeitwert nach der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wird der Effektivzins ähnlicher Schuldtitel verwendet. Bei Ausleihungen an verbundene Unternehmen (Genussscheine) wird der Zeitwert aus den Net-Asset-Values der zugrunde liegenden Beteiligungen ermittelt und angesetzt. Wertpapiere, die der dauernden Vermögensanlage gewidmet wurden €
ANGABEN GEMÄSS §285 NR. 18 HGB ZU KAPITALANLAGEN, DIE ÜBER IHREM BEIZULEGENDEN ZEITWERT AUSGEWIESEN WERDEN Inhaberschuldverschreibungen in Höhe von 4.368.731 (2023: 4.533.585) Euro, die nach §341b Absatz 2 HGB wie Anlagevermögen behandelt werden, werden über ihrem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 4.311.730 (2023: 4.508.040) Euro ausgewiesen. Es werden Abschreibungen in Höhe von 57.001 (2023: 25.545) Euro vermieden. Bei Inhaberschuldverschreibungen wurde untersucht, ob aufgrund einer zinsinduzierten bzw. vorübergehenden Wertminderung die Nennwerte der Rententitel grundsätzlich realisierbar sind. Hierbei wurde zudem das Ausfallrisiko im Rahmen einer Bonitätsprüfung analysiert. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß §253 Absatz 3 Satz 6 HGB wurde jeweils wegen nicht dauerhaften Charakters der Wertminderung verzichtet. Sonstige Ausleihungen in Höhe von 9.052.111 (2023: 15.081.869) Euro werden über ihrem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 8.759.022 (2023: 14.527.686) Euro ausgewiesen. Auf eine außerplanmäßige Abschreibung gemäß §253 Absatz 3 Satz 6 HGB wurde jeweils wegen nicht dauerhaften Charakters der Wertminderung verzichtet. Bei diesen Ausleihungen handelt es sich hauptsächlich um zinsinduzierte Wertminderungen, die bis zum Ende der Laufzeit wieder aufgeholt werden. Es handelt sich hierbei aufgrund der Erwartung bezüglich der Marktentwicklung um eine voraussichtlich vorübergehende Wertminderung. Angaben gemäß §285 Nr. 26 HGB zu Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen €
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_Fonds enthält Asset Backed Security Papiere in geringem Umfang Bei Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen mit einem Bilanzwert in Höhe von 398.077.776 (2023: 328.098.184) Euro hält die Gesellschaft mehr als 10% der Anteile. 3 _ FORDERUNGEN (AKTIVA C) Die in der Bilanz aufgeführten Forderungen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr betragen 23.9982.112 Euro, während Forderungen, die eine Laufzeit von einem bis fünf Jahren haben, sich auf 4.557.586 Euro belaufen. Angaben zu den Passiva 4 _ GEZEICHNETES KAPITAL (PASSIVA A.I) Das gezeichnete Kapital der Allianz Direct Versicherungs-AG beträgt 819.200 (2023: 819.200) Euro. Es ist eingeteilt in 1 600 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 512 Euro je Aktie. Die Aktien können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden. Die Allianz SE, München, hat der Allianz Direct Versicherungs-AG gemäß §20 Abs. 1, Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr 100% der Aktien an der Allianz Direct Versicherungs-AG gemäß unmittelbar gehören. 5 _ KAPITALRÜCKLAGE (PASSIVA A.II) €
Die Kapitalrücklage der Allianz Direct Versicherungs-AG beträgt 206.179.615 (2023: 166.279.615) Euro. Sie setzt sich zusammen aus der Kapitalrücklage gemäß §272 Absatz 2 Nr. 1 HGB in Höhe von 31.123.155 (2023: 31.123.155) Euro und der Kapitalrücklage gemäß §272 Absatz 2 Nr. 4 HGB in Höhe von 175.056.459 (2023: 135.156.460) Euro. Letztere wurde im Geschäftsjahr um 39.900.000 Euro gestärkt. ANGABE GEMÄSS §285 NR. 28 HGB UND §253 ABSATZ 6 SATZ 3 HGB Aus der Zeitwertbewertung des Deckungsvermögens zu Personalrückstellungen ergeben sich im Geschäftsjahr 2024 unrealisierte Gewinne in Höhe von 229.998 (2023: 41.560) Euro. Der mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zum 31. Dezember 2024 ermittelte Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt 7.306.456 Euro. Der mit dem zehnjährigen Durchschnittszins zum 31. Dezember 2024 ermittelte Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt 7.318.646 Euro. Somit beträgt der Unterschiedsbetrag 12.190 Euro. Weiterhin entfallen 78.511.266 (2023: 37.563.278) Euro auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände gemäß §268 Absatz 8 Satz 1 HGB. 6 _ GEWINNRÜCKLAGEN (PASSIVA A.III) €
7_ VERSICHERUNGSTECHNISCHE BRUTTORÜCKSTELLUNGEN NACH VERSICHERUNGSZWEIGGRUPPEN, VERSICHERUNGSZWEIGEN UND VERSICHERUNGSARTEN (PASSIVA B) €
8 _ RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE (PASSIVA B.II) Bei der Ermittlung der Rückstellungsbeträge werden Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen mit einem Bruttobetrag in Höhe von 4.104.103 (2023: 1.440.369) Euro abgesetzt. 9 _ SONSTIGE VERSICHERUNGSTECHNISCHE RÜCKSTELLUNGEN (PASSIVA B.IV) Davon entfallen 11.798.000 (2023: 3.793.000) Euro auf die Rückstellung für drohende Verluste und 6.529.284 (2023: 3.364.708) Euro auf die Rückstellung für Verkehrsopferhilfe. 10 _ ANDERE RÜCKSTELLUNGEN (PASSIVA C) Die in der Bilanz ausgewiesenen anderen Rückstellungen in Höhe von 28.283.921 (2023: 14.054.408) Euro setzen sich aus den folgenden Positionen zusammen: RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN Die Allianz Direct Versicherungs-AG hat Pensionszusagen erteilt, für die Pensionsrückstellungen gebildet werden. Ein Teil der Pensionszusagen ist im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (Methusalem Trust e.V.) abgesichert. Dieses Treuhandvermögen stellt saldierungspflichtiges Deckungsvermögen dar, wobei als beizulegender Zeitwert der Aktivwert beziehungsweise der Marktwert zugrunde gelegt wird. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis der Projected Unit Credit-Methode (dies bezeichnet ein Anwartschaftsbarwertverfahren bezogen auf den verdienten Teil) ermittelt beziehungsweise als Barwert der erworbenen Anwartschaft ausgewiesen. Sofern es sich um wertpapiergebundene Pensionszusagen handelt, wird der Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände angesetzt. %
Abweichend hiervon wird bei einem Teil der Pensionszusagen die garantierte Rentendynamik von 1,0% pro Jahr zugrunde gelegt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen werden die Heubeck- Richttafeln RT2018G verwendet, die bezüglich der Sterblichkeit, Invalidisierung und Fluktuation an die Verhältnisse im Allianz Konzern angepasst wurden. Als Pensionierungsalter wird die vertragliche oder gesetzlich frühestmöglich vorgesehene Altersgrenze angesetzt. €
Der mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zum 31. Dezember 2024 ermittelte Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt 7.306.456 (2023: 5.242.501) Euro. Somit ist ein Betrag von 0 (12.524) Euro gemäß §253 Absatz 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt. Die Allianz Direct Versicherungs-AG bildet Pensionsrückstellungen in Höhe von 426.355 (2023: 417.617) Euro, die sich nach der Saldierung der Verpflichtungen aus Pensionszusagen mit dem Zeitwert der verrechneten Vermögenswerte ergeben. Der zum 31. Dezember 2021 neben der Pensionsrückstellung ausgewiesene passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 274.561 Euro wurde planmäßig abgeschrieben. Der Wert des passiven Rechnungsabgrenzungsposten beläuft sich somit zum 31. Dezember 2024 auf 87.865 (2023: 101.740) Euro. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN Die Gesellschaft hat Verpflichtungen aus Jubiläumsgaben und einem Wertkontenmodell, die unter den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen werden. Das für das Wertkontenmodell reservierte Vermögen stellt saldierungsfähiges Deckungsvermögen dar, wobei als beizulegender Zeitwert der Aktivwert beziehungsweise der Marktwert zugrunde gelegt wird. Die Bewertung dieser Verpflichtungen erfolgt im Wesentlichen analog zu den Pensionszusagen und auf Basis der gleichen Rechnungsannahmen (mit Ausnahme des Diskontierungszinssatzes). Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände für das Wertkontenmodell beläuft sich auf 318.102 (2023: 217.063) Euro, der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt ebenfalls 318.102 (2023: 217.063) Euro. Die Sonstigen Rückstellungen inklusive der Rückstellung für Jubilaumsabgaben betragen insgesamt 27.859.532 (2023: 13.637.926) Euro. Sie enthalten eine Rückstellung für ausstehende Rechnungen für im Geschäftsjahr bezogene Fremdleistungen in Höhe von 17.681.390 (2023: 7.580.192) Euro. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus höheren Akquisitionsaufwendungen sowie Integrationskosten im Rahmen der Portfolioübernahme von der Luko Insurance AG. Des Weiteren ist eine Rückstellung im Zusammenhang mit dem AEI (Allianz Equity Incentive) Plan in Höhe von 2.263.570 (2023: 1.014.817) Euro enthalten. Diese und weitere Rückstellungsbeträge sind in der folgenden Tabelle aufgeführt, jedoch nicht abschließend. €
11 _ DEPOTVERBINDLICHKEITEN AUS DEM IN RÜCKDECKUNG GEGEBENEN VERSICHERUNGSGESCHÄFT (PASSIVA D) Die Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft haben sich um 49.508.848 Euro auf 324.919.986 Euro erhöht. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Entwicklung der zedierten Reserven im Geschäftsjahr bei dem niederländischen Portfolio zurückzuführen. 12 _ ANDERE VERBINDLICHKEITEN (PASSIVA E) Die in der Bilanz ausgewiesenen anderen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr betragen 59.083.919 Euro, während die anderen Verbindlichkeiten die eine Restlaufzeit von einem bis fünf Jahren haben, 6.231.907 Euro ausmachen. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung 13 _ ANGABEN ZU VERSICHERUNGSZWEIGGRUPPEN, VERSICHERUNGSZWEIGEN UND VERSICHERUNGSARTEN (GUV I.1, GUV I.4, GUV I.10) €
ANZAHL DER MINDESTENS EINJÄHRIGEN VERSICHERUNGSVERTRÄGE UND DER GEMELDETEN SCHÄDEN Stück
GEBUCHTE BRUTTOBEITRÄGE NACH HERKUNFT (GUV I.1.A) €
Die wesentlichen Änderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zum Vorjahr resultieren vornehmlich aus der Übernahme des Portfolios der Luko Insurance AG in Frankreich. Dies gilt insbesondere für die beiden Sparten Verbundene Hausratversicherung und Verbundene Wohngebäudeversicherung. Gemessen an den gebuchten Bruttobeiträgen lag der französische Anteil an der absoluten Veränderung der oben genannten Sparten jeweils bei 53 % bzw. 92%. Darüber hinaus trug die französische Zweigniederlassung zur absoluten Veränderung der gebuchten Bruttobeiträge in den Sonstigen Versicherungen (vorwiegend Reiseversicherungsgeschäft) mit 45 % bei. Das versicherungstechnische Ergebnis über alle Zweigniederlassungen verschlechterte sich um 23.590.092 Euro auf -66.506.605 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die deutsche und französische Zweigniederlassung beeinflusst. Dem stand jedoch eine positive Entwicklung des versicherungstechnischen Ergebnisses der niederländischen Zweigniederlassung gegenüber. Das versicherungstechnische Ergebnis in Deutschland verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um 35.682.424 Euro auf -24.944.516 Euro aufgrund des versicherungstechnischen Ergebnisses der Sparten Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung in Höhe von 13.921.511 Euro (im Vorjahr +8.383.555 Euro) und Sonstige Kraftfahrtversicherung in Höhe von -8.240.297 Euro (im Vorjahr +2.641.390 Euro). Frankreich verzeichnete im Geschäftsjahr ein versicherungstechnisches Ergebnis von -21.320.333 Euro. Dabei sind die Sparten Verbundene Wohngebäudeversicherung (-6.346.923 Euro) und Verbundene Hausratversicherung (-13.652.409 Euro) die wesentlichen Treiber. Gegenläufig wirkte sich die Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses in den Niederlanden in Höhe von 34.336.464 Euro auf -10.646.007 Euro aus. Maßgeblich dafür war zum einen die Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses in den Sparten Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und Sonstige Kraftfahrtversicherung auf -12.565.187 Euro (im Vorjahr -27.698.196) beziehungsweise auf 746.331 Euro (im Vorjahr -9.458.074 Euro). Auch die Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses von Unfall- und Krankenversicherung auf +727.718 Euro (im Vorjahr -7.330.870 Euro) trug maßgeblich zum niederländischen versicherungstechnischen Ergebnis bei. 14 _TECHNISCHER ZINSERTRAG FÜR EIGENE RECHNUNG (GUV I.2, GUV II.3) Die Berechnung und die Übertragung des technischen Zinsertrags von der nichtversicherungstechnischen in die versicherungstechnische Rechnung erfolgten gemäß § 38 RechVersV. Hierin enthalten ist die Zinszuführung zur Brutto-Rentendeckungsrückstellung in der selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. 15 _ VERÄNDERUNG DER ÜBRIGEN VERSICHERUNGSTECHNISCHEN NETTO-RÜCKSTELLUNGEN (GUV I.5) Hiervon entfiel auf die Rückstellung für drohende Verluste eine Zuführung in Höhe von 8.005.000 Euro, im Vorjahr eine Auflösung in Höhe von 1.410.541 Euro. Treiber war die Planung des versicherungstechnischen Ergebnisses vor Abzug der Schwankungsrückstellung. Auf die Stornorückstellung (brutto) entfiel eine Zuführung von 3.164,576 Euro, im Vorjahr eine Zuführung von 1.277,075 Euro. 16 _ AUFWENDUNGEN FÜR DEN VERSICHERUNGSBETRIEB FÜR EIGENE RECHNUNG (GUV I.6) €
Von den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb entfallen 75.635.943 (2023: 56.939.630) Euro auf Abschluss- und 52.941.560 (2023: 36.582.996) Euro auf Verwaltungsaufwendungen. PROVISIONEN UND SONSTIGE BEZÜGE DER VERSICHERUNGSVERTRETER, PERSONALAUFWENDUNGEN €
Unter Sonstigen Bezügen der Versicherungsvertreter im Sinne des §92 HGB sind im Wesentlichen Abschlussaufwendungen aus Kostenallokation enthalten. 17 _ ERTRÄGE AUS KAPITALANLAGEN (GUV II.1) €
ERTRÄGE AUS KAPITALANLAGEN Die Erträge aus Kapitalanlagen betrugen im Berichtsjahr 11.510.673 (2023: 6.939.269) Euro. Bei den Erträgen aus anderen Kapitalanlagen entfielen 10.283.573 Euro auf festverzinsliche Anlagen, 9.000 Euro auf Beteiligungen und 916.115 Euro auf Ausschüttungen von Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen. Im Vergleich zu 2023 hat insbesondere das höhere Anlagevolumen zu einem deutlichen Mehrertrag im Jahr 2024 geführt. Die Gewinne in Höhe von 301.985 Euro sind auf den Verkauf von Zinsträgern mit positiver Wertentwicklung zurückzuführen. 18 _ AUFWENDUNGEN FÜR KAPITALANLAGEN (GUV II.2) €
ABSCHREIBUNGEN AUF KAPITALANLAGEN Die Aufwendungen für Kapitalanlagen betrugen im Berichtsjahr 953011 Euro und fielen insbesondere aufgrund des höheren Anlagevolumens größer aus als in der Vergleichsperiode (2023: 493492 Euro). Bei den Abschreibungen auf Kapitalanlagen handelte es sich um außerplanmäßige Abschreibungen, entsprechend den Vorschriften zur Bewertung des Umlaufvermögens nach §253 Absatz 4 HGB. Dazu gehören Aktien, Anteile an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere. Weiterhin gab es außerplanmäßige Verluste auf Kapitalanlagen in Höhe von 111642 Euro, die auf Zinsträger mit negativer Wertentwicklung zurückzuführen sind. 19 _ ÜBRIGES ALLGEMEINES ERGEBNIS (GUV II.4, GUV II.5) Das übrige allgemeine Ergebnis schließt mit einem Verlust in Höhe 10.897.890 (2023: Verlust in Höhe von 12.553.944) Euro. Darin enthalten sind Abschreibungen auf immaterielle Vermögengegenstände in Höhe von 4.950.000 (2023: 3.750.00) Euro sowie das negative Ergebnis aus erbrachten Dienstleistungen in Höhe von 4.405.904 (2023: 9.923.812) Euro. VERRECHNETE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE IM SINNE DES §285 NR. 25 HGB Aus der Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden nach § 246 Absatz 2 HGB ergab sich eine Saldierung folgender Aufwendungen und Erträge: €
ZINSEN AUS AB- UND AUFZINSUNG Das Jahresergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG wird beeinflusst durch Zinsanpassungen bei der Bewertung langfristiger Rückstellungen und deren Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr 2024 beläuft sich der Zinsaufwand auf 230.638 (2023: 112.555) Euro, bei den zugehörigen Anlagen wurden Zinserträge in Höhe 273.314 (2023: 90.011) Euro gebucht. EFFEKTE AUS DER WÄHRUNGSUMRECHNUNG Die Währungsgewinne betragen 456.444 (2023: 721.403) Euro, die Währungsverluste belaufen sich auf 501.865 (2023: 578.177) Euro. 20 _ AUBERORDENTLICHES ERGEBNIS (GUV II.10) Das Außerordentliche Ergebnis der Allianz Direct Versicherungs-AG weist zum Stichtag einen Verlust in Höhe von 5.140.799 (2023: Verlust in Höhe von: 14.529.509) Euro auf. Im Geschäftsjahr 2024 sind keine außerordentlichen Erträge entstanden (2023:1.435.882 Euro). Die außerordentlichen Aufwendungen entfallen vollumfänglich auf die Ablösung und infolgedessen Abschreibung der bisher genutzten IT-Systeme der Allianz Direct Versicherungs-AG. 21 _ STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG (GUV II.11) Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfielen vollständig auf die ausländischen Niederlassungen in den Niederlanden, in Spanien und in Frankreich. Die steuerliche Bemessungsgrundlage in den Ländern bestimmt sich jeweils anhand der lokalen Steuervorschriften. In den Niederlanden betrug der steuerliche Aufwand 7.805.244 (2023: 10.382.509) Euro. Auf Spanien entfiel ein Steueraufwand in Höhe von 30.095 (2023: 580.262) Euro. In Frankreich betrug der Steuerertrag 3.728 (2023: 0) Euro. Für das deutsche Stammhaus betrugen die Steuern aufgrund des negativen Ergebnisses wie im Vorjahr 0 Euro. Sonstige Angaben HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFICHTUNGEN Haftungsverhältnisse bestehen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Grundlage der betrieblichen Altersversorgung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Allianz Gesellschaften, die bis zum 31. Dezember 2014 eingetreten sind, ist in der Regel die Mitgliedschaft in der Allianz Versorgungskasse VVaG (AVK), die als rechtlich selbstständige und regulierte Pensionskasse der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterliegt. Die Leistungen der AVK werden nach dem Einmalbeitragssystem über Zuwendungen der Trägergesellschaften an die Kasse durch Gehaltsumwandlung und Arbeitgeberbeiträge finanziert. Zu den Trägergesellschaften gehört neben der Allianz SE, der Allianz Versicherungs-AG und der Allianz Lebensversicherungs-AG unter anderem auch die Allianz Direct Versicherungs-AG. Die Allianz Direct Versicherungs-AG ist verpflichtet, anteilige Verwaltungskosten der AVK zu tragen und entsprechend den Rechtsgrundlagen gegebenenfalls Zuschüsse zu leisten. Außerdem leisten die Trägergesellschaften für bis zum 31. Dezember 2014 eingetretene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zuwendungen an den Allianz Pensionsverein e. V. (APV). Weil die Anpassungsverpflichtung nach § 16 Absatz 2 BetrAVG im Alttarif des APV nicht rückgedeckt ist, ist zum 31. Dezember 2024 das Deckungsvermögen des APV geringer als die Versorgungsverpflichtungen. Der Fehlbetrag zum 31. Dezember 2024 beläuft sich auf 451.128 (2023: 371.928) Euro. Die Allianz Direct Versicherungs-AG macht von dem Wahlrecht nach Artikel 28 Absatz 1 Satz 2 EGHGB grundsätzlich Gebrauch, hierfür keine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden, da die gesetzlich vorgeschriebene Anpassung der Renten an den Verbraucherpreisindex durch zusätzliche Beiträge an den APV finanziert wird. Für die entgeltliche Übertragung der Pensionsverpflichtung im Rahmen eines Betriebsübergangs greift das Wahlrecht nach Artikel 28 Absatz 1 Satz 2 EGHGB nicht. Deshalb werden in der Bilanz eine Pensionsrückstellung in Höhe von 248.000 (2023: 248.000) Euro und ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 42.824 (2023: 49.587) Euro ausgewiesen. Demzufolge beträgt der nicht bilanzierte Fehlbetrag 203.128 (2023: 123.928) Euro Sowohl die AVK als auch der APV wurden für Neueintritte ab 1. Januar 2015 geschlossen. Für Neueintritte ab 1. Januar 2015 wurde die betriebliche Altersversorgung einheitlich neu geregelt. Die Allianz Direct Versicherungs AG leistet für diese einen monatlichen Beitrag in eine Direktversicherung bei der Allianz Lebensversicherungs-AG, welcher im Rahmen der Entgeltumwandlung finanziert wird. Außerdem wird monatlich ein Arbeitgeberbeitrag im Rahmen einer Direktzusage gewährt. Die Allianz SE haftet durch Schuldbeitritt gesamtschuldnerisch für einen Teil der Pensionszusagen der Allianz Direct Versicherungs-AG. Diese erstattet die Kosten; die Allianz SE hat die Erfüllung übernommen. Daher werden diese Pensionsverpflichtungen bei der Allianz SE und nicht bei der Allianz Direct Versicherungs-AG bilanziert. Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 erstatten die Gesellschaften für ihre Angestellten lediglich noch die Dienstzeitaufwände. Für die Risiken aus Zins, Inflation und Biometrie erfolgt keine Erstattung mehr. Die gesamtschuldnerische Haftung der Allianz Direct Versicherungs-AG aus diesen Pensionszusagen sowie die diesen Haftungsverbindlichkeiten gegenüberstehenden Rückgriffsforderungen an die Allianz SE betragen. €
Als Mitglied des Vereins Verkehrsopferhilfe e. V. in Deutschland und der Stichting Waarborgfonds Motorverkeer in den Niederlanden ist die Gesellschaft verpflichtet, anteilig die zur Durchführung des Vereinszwecks erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Hierfür wurde eine Rückstellung gebildet. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Die Sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich auf 13.234.421 (2023: 4. 255.745) Euro, davon werden 12.040.421 (2023: 3.379.502) Euro gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Aus langfristigen Mietverhältnissen bestehen Zahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 7.040 421 (2023: 3.379.502) Euro. Aus Immobilien-Leasingverträgen bestehen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 360.608 (2023: 696.650) Euro für den Standort Halle und 630000 (2023: 0) Euro für den Standort Paris. Des Weiteren besteht eine Zahlungsverpflichtung gegenüber einem verbundenen Unternehmen in Höhe von 5.000.000 (2023: 0) Euro aus einem Darlehensvertrag. TREUHANDKONTEN Die Allianz Direct Versicherungs-AG unterhält Treuhandkonten, die außerhalb der Bilanz geführt werden, da sie lediglich als Treuhänder fungiert und keine wirtschaftliche Verfügungsmacht über die entsprechenden Mittel besitzt. Zum 31.12.2024 belief sich das Volumen der Treuhandkonten auf 1.302.432 Euro. UMSETZUNG DER GLOBALEN MINDESTBESTEUERUNG Als vollkonsolidiertes verbundenes Unternehmen des Allianz Konzerns fällt die Gesellschaft Allianz Direct Versicherungs-AG inklusive der ausländischen Betriebsstätten in den Anwendungsbereich der OECD Pillar Two Model-Rules. Nach diesen Regeln muss pro Steuerhoheitsgebiet eine Ergänzungssteuer auf die Differenz zwischen dem Global Anti-Base Erosion (GloBE) effektiven Steuersatz und dem Mindeststeuersatz von 15 % gezahlt werden. Die lokale Pillar Two Gesetzgebung (Mindeststeuergesetz) trat in Deutschland, dem Steuerhoheitsgebiet, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, am 1. Januar 2024 in Kraft. Da davon auszugehen ist, dass der effektive GloBE-Steuersatz aller Allianz-Gesellschaften in Deutschland über dem Mindestsatz von 15 % liegen wird, wird für den deutschen Teil der Allianz Direct Versicherungs AG keine Ergänzungssteuer erwartet. Dies gilt ebenfalls für die Betriebsstätten in Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Alle Übergangserleichterungen, die durch die OECD Pillar Two Regelungen vorgesehen sind, werden so weit wie möglich genutzt, um den administrativen Aufwand für die Einhaltung der Vorschriften und die Berichterstattung zu verringern. BEZÜGE DES VORSTANDS Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 20.241.661.304 (2023: 1.327.999) Euro. AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG Wie im Vorjahr erhielten die Aufsichtsratsmitglieder der Allianz Direct Versicherungs-AG keine Vergütungen für ihre Tätigkeiten im Jahr 2024. MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind auf den Seiten 3 beziehungsweise 54 genannt. Diese Seiten sind Bestandteil des Anhangs. ANZAHL DER MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Die Zahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Vorstandsmitglieder, Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten, Personen im Bundesfreiwilligendienst, in der passiven Altersteilzeit oder im Vorruhestand im Jahresdurchschnitt. Stand 31. Dezember 2024
NACHTRAGSBERICHT Im Rahmen der jährlichen Verlängerung der Rückversicherungsverträge mit der Allianz SE schloss die Allianz Direct Versicherungs-AG am 21. Dezember 2024 neue Quotenrückversicherungen mit Wirkung zum 1. Januar 2025 ab. Damit stieg die Rückversicherungsquote für das Geschäft in Deutschland von 50 auf 90 % und für das Geschäft in den Zweigniederlassungen von 50 auf 60 %. Zudem sank die fixe Rückversicherungsprovision in Deutschland von 31 auf 10% der gebuchten Bruttobeiträge. Ebenfalls am 21. Dezember 2024 und mit Wirkung zum 1. Januar 2025 unterzeichnete die Allianz Direct Versicherungs-AG einen Loss-Portfolio-Transfer-Vertrag mit der Allianz SE. Gegenstand der Vereinbarung war der Transfer von 55 % der Brutto-Schadenreserven der Zweigniederlassung in den Niederlanden aus den Schadenjahren 2016 bis 2021 auf den Rückversicherer. In Kombination mit dem bestehenden Quotenrückversicherungsvertrag ergibt sich eine vollständige Deckung der Schadenreserven für diesen Zeitraum durch den Rückversicherer. Am 21. Januar 2025 schloss die Allianz Direct Versicherungs-AG mit der niederländischen Niederlassung der AWP P&C S.A. einen Quotenrückversicherungsvertrag für das Reiseversicherungsgeschäft in der niederländischen Zweigniederlassung ab. Die Rückversicherungsquote von 90 % bezieht sich rückwirkend auf alle bis einschließlich 31. Dezember 2024 abgeschlossenen Versicherungsverträge. Es wurde eine fixe Rückversicherungsprovision von 28 % vereinbart. Am 4. Februar 2025 schloss die Allianz Direct Versicherungs-AG mit der AWP P&C S.A ., Frankreich, einen Quotenrückversicherungsvertrag für das Reiseversicherungsgeschäft in der französischen Zweigniederlassung ab. Die Rückversicherungsquote von 90 % bezieht sich rückwirkend auf alle bis einschließlich 31. Dezember 2024 abgeschlossenen Versicherungsverträge. Es wurde eine fixe Rückversicherungsprovision von 26% vereinbart. Zum 1. März 2025 veräußert die Allianz Direct Versicherungs-AG die Kundendaten und Vertriebsrechte am eScooter Portfolio des Versicherers Wakam in der französischen Niederlassung an die Laka Ltd. LEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und die Solvabilitätsübersicht der Allianz Direct Versicherungs-AG geprüft. Ferner wurden in geringem Umfang zulässige andere Nichtprüfungsleistungen erbracht. GESAMTHONORAR ABSCHLUSSPRÜFER Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß §285 Nr. 17 HGB für Leistungen an die Allianz Direct Versicherungs-AG sind im Konzernabschluss der Allianz SE, München, enthalten. KONZERNZUGEHÖRIGKEIT Die Allianz Direct Versicherungs-AG gehört zum Allianz Konzern unter Führung der Allianz SE, München. Die Allianz Direct Versicherungs-AG wird in den Konzernabschluss und -lagebericht der Allianz SE, ihrer unmittelbaren Muttergesellschaft, einbezogen, die den Konzernabschluss aufstellt. Konzernabschluss und -lagebericht der Allianz SE werden im März in ihrem Geschäftsbericht veröffentlicht und sodann an die das Unternehmensregister führende Stelle zur Einstellung im Unternehmensregister übermittelt. Konzernabschluss und -lagebericht der Allianz SE können im Unternehmensregister eingesehen oder bei der Gesellschaft angefordert werden. Außerdem werden sie auf der Internetseite der Allianz SE verfügbar gemacht.
München, 27. März 2025 Allianz Direct Versicherungs-AG Der Vorstand Kroetz Bacher Hoffman BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Allianz Direct Versicherungs-AG, München VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS PRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Jahresabschluss der Allianz Direct Versicherungs-AG, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Allianz Direct Versicherungs-AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden„EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert: (1) Sachverhalt und Problemstellung (2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse (3) Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: BEWERTUNG DER RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE (1) Sachverhalt und Problemstellung Im Jahresabschluss weist die Gesellschaft „Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" (sog. Schadenrückstellungen) (brutto) in Höhe von € 678,4 Mio (67,7 % der Bilanzsumme) aus. Versicherungsunternehmen haben Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. (2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrundeliegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind. (3) Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind im Abschnitt „Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden“ des Anhangs enthalten. SONSTIGE INFORMATIONEN Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen-, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grunds- ätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN ÜBRIGE ANGABEN GEMÄß ARTIKEL 10 EU-APRVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 11. April 2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 10. Oktober 2024 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der Allianz Direct Versicherungs-AG, München, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mathias Röcker.
München, den 28. März 2025 PricewaterhouseCoopers GmbH Matthias Röcker, Wirtschaftsprüfer Sandra Stiller, Wirtschaftsprüferin BERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Damen und Herren, wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens entsprechend den uns nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben beraten und die Geschäftsführung laufend überwacht. Im Geschäftsjahr 2024 hielten wir zwei ordentliche Aufsichtsratssitzungen ab. GEGENSTÄNDE DER BERATUNG In den beiden ordentlichen Sitzungen im April und im November ließen wir uns schriftlich und mündlich vom Vorstand über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage, die beabsichtigte Geschäftspolitik und grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung der Gesellschaft unterrichten. Dabei wurden uns auch die Gründe für Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen dargelegt und von uns nachvollzogen. Auch in diesem Jahr hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Strategie des Unternehmens und der Positionierung der Allianz Direct Versicherungs-AG im Wettbewerb befasst. Schwerpunktthemen waren die ergriffenen Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung durch Prozessverbesserungen und konzerninterne Transaktionen zur Vereinheitlichung der Organisationsstruktur in Europa. Einen besonderen Schwerpunkt der Beratungen bildete der Ausbau der Marktposition in Europa durch Akquisitionen von Portfolien und Direktversicherungsgesellschaften in Frankreich, Deutschland und weiteren europäischen Märkten. Schließlich überprüften wir die fachliche Eignung und Zuverlässigkeit der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. GEGENSTÄNDE DER BERATUNG IN DEN AUSSCHÜSSEN Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2024 zweimal. Ein Schwerpunkt in der Sitzung im April 2024 lag auf der Vorprüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 und der Verabschiedung einer entsprechenden Beschlussempfehlung an das Aufsichtsratsplenum. Zudem befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Qualität der Abschlussprüfung und bereitete den Vorschlag des Aufsichtsratsplenums an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers vor. Der Prüfungsausschuss ließ sich zum Rechnungslegungsprozess und dem Kontrollsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Revision berichten. In der Sitzung im November 2024 behandelte der Ausschuss die Risikosituation und -strategie und ließ sich zu den Schlüsselfunktionen Compliance und Revision berichten. JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG Die zum Abschlussprüfer bestellte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss der Allianz Direct Versicherungs-AG zum 31. Dezember 2024 sowie den Lagebericht geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Prüfungsbericht von PwC für das Geschäftsjahr 2024 wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugeleitet. Die Unterlagen wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 8. April 2025 sowie in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 7. Mai 2025 in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer legte die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung dar und stand für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Aufgrund unserer eigenen Prüfung der von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwendungen und schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch PwC an. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt. Er ist damit festgestellt. PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IN AUFSICHTSRAT UND VORSTAND Mit Wirkung zum 24. Januar 2024 wählte die Hauptversammlung Herrn Dr. Matthias Baltin in den Aufsichtsrat als Nachfolger für Herrn Jacob Fuest, der mit Wirkung zum 19. Januar 2024 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war. Mit Wirkung zum 1. April 2025 wählte die Hauptversammlung Herrn Josef Teglas in den Aufsichtsrat als Nachfolger für Herrn Umberto Costanzini, der mit Wirkung zum 31. Januar 2025 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war. Mit Wirkung zum 1. April 2025 wählte die Hauptversammlung Herrn Jacques Richier in den Aufsichtsrat als Nachfolger für Herrn Anthony Bradshaw, der mit Wirkung zum 31. März 2025 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war. Mit Wirkung zum 1. April 2025 bestellte der Aufsichtsrat Herrn Giampaolo Caprice und Herrn Dr. Uwe Stuhldreier zu Mitgliedern des Vorstands. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Berichtsjahr geleistete Arbeit.
München, 7. Mai 2025 Jacques Richier, Vorsitzender des Aufsichtsrats MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATSANTHONY J. BRADSHAW Vorsitzender des Aufsichtsrats DR. LUCIE BAKKER Mitglied des Vorstands der Allianz Versicherungs-AG MICHAEL BUTTSTEDT CFO der Allianz Partners SAS UMBERTO COSTANZINI Chief Technology Officer Allianz SE JACOB FUEST COO Allianz Partners SAS bis 19. Januar 2024 TOMAS KUNZMANN CEO Allianz Partners SAS Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats DR. MATTHIAS BALTIN Leiter der Business Division H5 der Allianz SE seit 24. Januar 2024 Allianz Direct Versicherungs-AG Königinstraße 28 80802 München - Deutschland Telefon +498938000 www.allianzdirect.de |
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