![]() MVV Energie AGMannheimJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017
Zusammengefasster LageberichtKONZERNSTRUKTURRechtliche StrukturDie MVV Energie AG mit Sitz in Mannheim ist die Muttergesellschaft von MVV. • G4-3 • G4-5 Sie hält direkt oder indirekt Anteile an den Gesellschaften, die zur Unternehmensgruppe gehören, zugleich ist sie operativ tätig. Als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht hat sie drei Organe: Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand. • G4-7 Die Entscheidungsbefugnisse der Organe sind klar voneinander getrennt: Die Hauptversammlung fällt grundsätzliche Entscheidungen für das Unternehmen und entscheidet über die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand. Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und ist in alle Unternehmensentscheidungen von grundlegender Bedeutung eingebunden, der Vorstand führt das Unternehmen in eigener Verantwortung und legt die strategische Ausrichtung fest. Informationen zu den Verantwortungsbereichen und der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat der MVV Energie AG finden sich im -> Bericht zur Corporate Governance. • G4-34 OrganisationsstrukturWir steuern MVV in fünf Segmenten, über die wir auch extern berichten. Die Berichtssegmente bündeln passende Fachkompetenzen unter einem Dach und umfassen Geschäftsfelder, die sich an den Wertschöpfungsstufen in der Energiewirtschaft orientieren. Unternehmensstruktur und BeteiligungenEinschließlich der MVV Energie AG werden im -> Konzernabschluss 163 Gesellschaften vollkonsolidiert; 34 Gesellschaften erfassen wir nach der At-Equity-Methode. Unsere größten Standorte befinden sich in Mannheim, Kiel, Offenbach und Wörrstadt. Unsere Unternehmensgruppe ist in 24 Ländern vertreten. • G4-9 ![]() BERICHTSSEGMENTE UND GESCHÄFTSFELDER![]() GESCHÄFTSMODELLWir gehören zu den führenden Energieunternehmen in Deutschland. Gemeinsam mit unseren Tochtergesellschaften und Beteiligungen sind wir auf allen Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette aktiv: von der Erzeugung von Strom, Wärme und Biomethan, über den Energiehandel, die Verteilung von Strom, Fernwärme und Gas über eigene Netzgesellschaften bis hin zum Vertrieb sämtlicher Produkte. Darüber hinaus gewinnen wir Wasser und verteilen es. Wir betreiben thermische Abfallverwertungs- und Biomasseanlagen und verfügen über große Expertise in der Projektentwicklung erneuerbarer Energien und in der Betriebsführung von Wind- und Solarparks. Als Energiedienstleister bieten wir industriellen und gewerblichen Kunden Beratungs- und Contracting-Dienstleistungen. Zu unserem Angebot gehören darüber hinaus Infrastruktur-, Versorgungs- und Entsorgungsleistungen für Industrieparks in Deutschland. Segment Erzeugung und InfrastrukturDas Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur ist der stärkste Wachstumstreiber von MVV. Es umfasst unser Erzeugungsportfolio mit konventionellen und erneuerbaren Energien der Teilkonzerne Mannheim, Stadtwerke Kiel, Energieversorgung Offenbach und MVV Umwelt. Zudem enthält es das Netzgeschäft unserer Verteilnetzbetreiber MVV Netze, Energienetze Offenbach und SWKiel Netz sowie die Projektentwicklung erneuerbare Energien. Geschäftsfelder Erzeugung und UmweltZu unseren Erzeugungsanlagen zählen zum einen konventionelle Heizkraftwerke in Mannheim, Kiel und Offenbach, zum anderen die mit Abfall und Biomasse befeuerten Anlagen in Mannheim, Offenbach, Leuna, Königs Wusterhausen, Flörsheim-Wicker, Plymouth und Ridham Dock. Bei unseren Anlagen setzen wir insbesondere auf hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Hinzu kommen unsere Erneuerbare-Energien-Anlagen -vor allem Windkraftanlagen an Land. Darüber hinaus setzen wir ein breites Spektrum an Biomasse ein, um Strom, Wärme und Biomethan zu erzeugen. Geschäftsfeld NetzeWir wollen Menschen und Unternehmen zuverlässig mit Strom, Wärme, Gas und Wasser versorgen. Dafür sind leistungsfähige Netze unabdingbar. Aus diesem Grund investieren wir kontinuierlich in die Modernisierung und den Ausbau unserer Netzinfrastruktur in den Regionen, in denen wir tätig sind. Dies ist auch deshalb wichtig, weil der technische Netzbetrieb immer anspruchsvoller wird: Immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien wird eingespeist, was wetter- und tageszeitabhängig ist. Darüber hinaus steigt die Anzahl kleiner, dezentraler Erzeugungsanlagen. Insgesamt verfügen wir bei MVV über Strom-, Fernwärme-, Gas- und Wassernetze mit einer Gesamtlänge von rund 18.800 Kilometern. Geschäftsfeld Projektentwicklung erneuerbare EnergienMit unserer Beteiligung an Juwi und unserer Tochtergesellschaft Windwärts können wir bei MVV hohe Kompetenzen in der Projektentwicklung erneuerbarer Energien und in der Betriebsführung von Wind- und Solarparks nutzen. Rund um den Bau und die Betriebsführung Erneuerbarer-Energien-Anlagen bietet Juwi die komplette Projektentwicklung sowie weitere Dienstleistungen an. Schwerpunkt in Deutschland sind Windkraftanlagen an Land und international vor allem Photo-voltaik-Projekte. Windwärts konzentriert sich auf die Projektentwicklung und Betriebsführung von Windkraftanlagen an Land, vor allem in Norddeutschland. Zudem ist Windwärts in Frankreich aktiv. Segment Handel und PortfoliomanagementDie Steuerung und Optimierung des Energiebeschaffungs- und Erzeugungsportfolios unserer Unternehmensgruppe ist bei MVV Trading gebündelt. Die Gesellschaft beschafft und vertreibt alle handelsüblichen Commodities wie Strom und Erdgas, Emissions- und Grünstromzertifikate sowie finanzielle Kohle- und Ölprodukte - sowohl an der Börse als auch im außerbörslichen Handel (OTC). Darüber hinaus sichert sie die Erzeugungs- und Vertriebspositionen von MVV langfristig ab. Durch dieses Hedging werden Risiken zentral gesteuert und minimiert. Zudem vermarktet MVV Trading die Strommengen, die im Rahmen des Direktvermarktungsgeschäfts durch die MVV Energie AG akquiriert werden. Segment Vertrieb und DienstleistungenGebündelt im Berichtssegment Vertrieb und Dienstleistungen sind das Einzelhandels- und Weiterverteilergeschäft von Strom, Wärme, Gas und Wasser des Teilkonzerns Mannheim, der Stadtwerke Kiel und der Energieversorgung Offenbach sowie das Energiedienstleistungsgeschäft der MVV Enamic und der Energieversorgung Offenbach. Außerdem ordnen wir dem Segment die New Ventures zu, die Beteiligungen an innovativen Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen enthalten. Geschäftsfeld VertriebUnsere Kunden stehen im Mittelpunkt unserer Vertriebsaktivitäten. Mit intelligenten Produkten und innovativen Lösungen ermöglichen wir es unseren Kunden, aktiv an der Energiewende teilzuhaben. Ganz neue Chancen eröffnet uns dabei die Digitalisierung: Wir bieten zum Beispiel eine Komplettlösung für private Haushalte - mit einer Kombination aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, einem Batteriespeicher und einer Ladestation für Elektrofahrzeuge. Die einzelnen Bausteine verbinden wir intelligent miteinander, sodass unsere Kunden ihren eigenerzeugten Strom optimal nutzen können. Auch unsere Online-Services im Privatkundenbereich verbessern wir kontinuierlich, um ihre Anwendung noch leichter und komfortabler zu machen und die Zufriedenheit unserer Kunden zu steigern; beispielsweise nutzen wir Apps, die das Eingeben der Zählerstände mittels Fotoablesung ermöglichen. Mit unserem Standortreporting und unseren Lösungen für Energiedatenmanagement für Industrie, Handel und Gewerbe machen wir für unsere Kunden alle Daten rund um Gas und Strom transparent. Geschäftsfeld EnergiedienstleistungenMVV Enamic bietet eine Vielzahl branchenspezifischer Produkte und Dienstleistungen für Geschäftskunden und setzt dabei auf langfristige Effizienzpartnerschaften. Im Berichtsjahr hat MVV Enamic ihre digital basierten Lösungsangebote deutlich erweitert und kann mit neuen Beteiligungen an den Unternehmen DC-Datacenter-Group, Econ Solutions, Qivalo und Recogizer eine Vielzahl innovativer Energiedienstleistungen und ausgereifte modulare Lösungen für Energie und Effizienz anbieten. Das Tochterunternehmen der MVV Enamic, MVV Energy-Solutions, konzentriert sich auf Energieeffizienzlösungen für Industrie, Gewerbe und Mittelstand; die Tochtergesellschaft MVV ImmoSolutions ist Partner der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Der Fokus der Gesellschaften liegt auf ganzheitlichen, smarten Effizienzlösungen, mit denen komplexe energiewirtschaftliche Fragestellungen für die Kunden vereinfacht und handhabbar gemacht werden. Das Angebotsportfolio umfasst die Belieferung mit Strom und Gas, die dezentrale Erzeugung von Nutzenergie, datenbasierte Energiemanagementservices, Elektromobilitätsservices und innovative Kombiprodukte zur Steigerung der Energieeffizienz in den Kundenanlagen. Zum Leistungsspektrum von MVV Enamic zählen darüber hinaus die energetische Versorgung und der Betrieb der technischen Infrastruktur von abgeschlossenen Industriearealen. Geschäftsfeld New VenturesBeegy bietet Dienstleistungen und Produkte für ein intelligentes, dezentrales Energiemanagement aus einer Hand an; im Berichtsjahr haben wir das zuvor mit BayWa und Glen Dimplex geführte Gemeinschaftsunternehmen komplett übernommen. Das Angebotsspektrum erstreckt sich von der Planung über die Errichtung und den Betrieb nachhaltig arbeitender Anlagen - wie Photovoltaik-Kollektoren, thermischen Speichern, Wärmepumpen, Speicherheizungen, Ladesäulen und Batteriespeichern - und umfasst auch deren energieoptimierten Einsatz. Über unsere Beteiligung an Luminatis sind wir im Markt für energieeffiziente Beleuchtung aktiv. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2018 haben wir unseren Anteil an der Gesellschaft von 26 % auf 70 % erhöht. Gemeinsam mit Luminatis ermöglichen wir es unseren Kunden, ihre Beleuchtungsanlagen zu modernisieren, beispielsweise im Rahmen eines Einsparcontractings. Segment Strategische BeteiligungenDem Segment Strategische Beteiligungen sind im Wesentlichen Köthen Energie und MVV Energie CZ zugeordnet sowie das At-Equity-Ergebnis der Stadtwerke Ingolstadt. Segment SonstigesDas Segment Sonstiges umfasst unsere Shared-Services-Gesellschaften sowie alle Querschnittsbereiche. Unsere Shared-Services-Gesellschaften erbringen Dienstleistungen in den Bereichen Abrechnung und Kundenbetreuung, Informationsverarbeitung sowie Metering für die Teilkonzerne Mannheim, Kiel und Offenbach. Indem wir sie und ihre Dienstleistungen bündeln, erreichen wir eine einheitliche Steuerung, notwendige Skaleneffekte und eine hohe Prozessqualität. • G4-4 UNTERNEHMENSSTRATEGIEStrategische Ausrichtung auf das Energiesystem der ZukunftAls Vorreiter der Energiewende setzen wir diese bereits erfolgreich um. Seit vielen Jahren richten wir unser Unternehmen auf das Energiesystem der Zukunft aus - dazu haben wir in hohem Umfang investiert: in erneuerbare Energien, in Energieeffizienz und in Versorgungssicherheit. Mit unserer Strategie greifen wir die Veränderungen in einem dynamischen Umfeld aktiv auf. Den Umbau der Energieversorgung verstehen wir als Chance, umweltfreundliche, innovative und kundenorientierte Lösungen zu entwickeln. Wir arbeiten daran, dass alle unsere Kunden an der Energiewende teilhaben können - sei es über den Weg der Energieerzeugung, der Energieeinsparung oder höherer Transparenz im Hinblick auf das eigene Verbrauchsverhalten. Dafür nutzen wir unsere Kompetenz, unsere Erfahrung und unsere Innovationskraft; wir entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen und legen Wert auf eine konsequent hohe Servicequalität. Unsere Strategie stellen wir jährlich auf den Prüfstand und passen sie an aktuelle und künftige Veränderungen des Wettbewerbs, des Markts oder der politischen Rahmenbedingungen an. Zudem stellen wir sicher, dass die Strategie zielgerichtet umgesetzt wird. So schaffen wir die Grundlage dafür, unseren Vorsprung auch in Zukunft sichern und ausbauen zu können. Die Kunden stehen im Mittelpunkt aller strategischen Überlegungen. Wir werden in den nächsten Jahren weitere 3 Mrd Euro investieren und so weiterhin an der Gestaltung der Energiewende mitwirken. Die Investitionsschwerpunkte setzen wir auf erneuerbare Energien, unsere Aktivitäten in der Abfallverbrennung, unsere Dienstleistungen sowie die Digitalisierung. Alle Investitionen werden sorgfältig abgewogen, jede einzelne muss einen äußerst anspruchsvollen Mix verschiedener Kriterien erfüllen, zu denen Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit, Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit sowie Strategiekonformität gehören. Wir begeistern mit EnergieWir schaffen das Energiesystem der Zukunft und ermöglichen unseren Kunden ihre eigene Energiewende: Mit erneuerbaren Energien, Energieeffizienz sowie innovativen Produkten und Dienstleistungen. Mit individuellen Lösungen für zufriedene Kunden. Mit unermüdlichem Einsatz und gewachsener Kompetenz. Mit moderner Technik und Innovationen für neue Energie. Ausbau erneuerbarer EnergienEin strategischer Schwerpunkt ist für uns die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Wir decken in diesem Bereich die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Projektentwicklung über den Anlagenbetrieb bis hin zur Stromvermarktung. Aktuell verfügen wir allein bei Windkraftanlagen an Land über eine installierte elektrische Gesamtleistung von rund 200 MW. Ein weiterer Schwerpunkt bei den erneuerbaren Energien ist die Nutzung von Biomasse: Wir gehören bereits zu den Marktführern bei der energetischen Nutzung von Alt-, Rest- und Frischholz. Darüber hinaus nutzen wir die Marktpotenziale der Strom- und Wärmegewinnung aus Biogas. Ein wesentlicher Grundpfeiler des Energiesystems der Zukunft wird es sein, hocheffiziente konventionelle Erzeugung und die Erzeugung aus erneuerbaren Energien zu verknüpfen. Weil dabei die Zuverlässigkeit, Intelligenz und Leistungsfähigkeit unserer Netze eine tragende Rolle spielt, optimieren wir diese ständig. Wir wachsen bei Kraft-Wärme-KopplungKraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit der umweltfreundlichen Fernwärme ist ein zentraler Bestandteil unserer Wachstumsstrategie: Derzeit erzeugen wir rund 31 % unseres Stroms und über 90 % der Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung. Gleichzeitig bauen wir die Wärmeerzeugung und die Fernwärmenetze an allen Standorten unserer Unternehmensgruppe weiter aus. Das Küstenkraftwerk K.I.E.L. wird an der Kieler Förde das Gemeinschaftskraftwerk ersetzen. In Kombination mit einem Wärmespeicher und einer Power-to-Heat-Anlage kann das Kraftwerk extrem flexibel auf die wechselnden Anforderungen des Energiemarkts reagieren. Das Küstenkraftwerk K.I.E.L. wird mit 20 hocheffizienten Gasmotoren Strom und Wärme erzeugen und die Kieler Fernwärmeversorgung sichern. Strom und Wärme aus Abfall zu gewinnen ist ein wichtiger Eckpfeiler einer modernen, ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. Wir zählen in diesem Bereich, der einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet, zu den führenden Unternehmen in Deutschland. Mit unserem abfallbefeuerten Kraftwerk in Plymouth und der Biomasseanlage in Ridham Dock sind wir außerdem erfolgreich in Großbritannien aktiv. An den Standorten unserer strategischen Beteiligungen investieren wir ebenfalls in die Erweiterung bestehender Wärmeerzeugungsanlagen und in die umweltfreundliche Fernwärme. Fokus auf intelligenten Produkten und DienstleistungenWir entwickeln innovative Dienstleistungen und Produkte für ein intelligentes, dezentrales Energiemanagement - und zwar mit Blick auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden aus Industrie, Handel und Gewerbe. Diese profitieren davon, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern eine Kombination aus energiewirtschaftlichem Know-how, Software-Intelligenz, großer Erfahrung und Expertise bieten. Bereits heute ist dabei die Digitalisierung der Prozesse und Produkte ein zentrales Thema, dessen Bedeutung weiter zunehmen wird. Reibungslose, sinnvolle interne Prozesse und Leistungen sind auch aus strategischer Sicht unabdingbar. Wir profitieren von unseren hochkompetenten Querschnittseinheiten und den leistungsfähigen, effizienten Shared Services, die durch unsere Soluvia-Gesellschaften erbracht werden. Diese Bereiche und ihre Abläufe werden kontinuierlich hinterfragt, optimiert und auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet. Auf Basis der verschiedenen Elemente unserer Strategie können wir unsere Position als Vorreiter der Energiewende weiterhin sichern und ausbauen. Sie bilden die Grundlage dafür, dass wir unseren Kunden attraktive und zukunftsweisende Produkte und Dienstleistungen und unseren Mitarbeitern sichere und attraktive Arbeitsplätze bieten können. Unsere strategischen Ziele werden von allen Unternehmenseinheiten und den Mitarbeitern getragen. Dies wird durch unsere Unternehmenskultur gestützt - und durch unsere starke Marke. Unseren Markenauftritt haben wir im Berichtsjahr überarbeitet: Mit dem neuen Erscheinungsbild können wir unsere strategischen Zielsetzungen und Werte, für die unser Unternehmen steht, noch besser nach außen und nach innen kommunizieren. UNTERNEHMENSSTEUERUNGZiel unserer Unternehmenssteuerung ist es, einen positiven Wertbeitrag (Value Spread) zu erwirtschaften und so den Unternehmenswert von MVV nachhaltig zu steigern. Dieser wird erreicht, wenn die Rendite (ROCE) auf das durchschnittlich eingesetzte Kapital (Capital Employed) über den Kapitalkosten (WACC) liegt. Um im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung den mittel- und langfristigen Erfolg zu messen, verwenden wir als zentrale Steuerungsgröße das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Adjusted EBIT). Bei dieser Ergebnisgröße eliminieren wir die Ergebniseffekte aus der Stichtagsbewertung von Finanzderivaten nach IAS 39, den Effekt aus der Strukturanpassung der Altersteilzeit sowie den Restrukturierungsaufwand - sofern ein solcher vorhanden ist. Die Zinserträge aus Finanzierungsleasing, die in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem EBIT ausgewiesen werden, rechnen wir beim Adjusted EBIT hinzu; sie stammen aus unseren Contracting-Projekten und zählen zu unserem operativen Geschäft. ERMITTLUNG DES VALUE SPREAD (vereinfachte Darstellung)![]() Für das Berichtsjahr haben wir die einzelnen Parameter zur Ermittlung des WACC für MVV überprüft und aufgrund von Marktveränderungen aktualisiert. WACC-Parameterscroll
Für die Ermittlung des risikolosen Basiszinses nutzen wir die langfristige Zinsstrukturkurve der Deutschen Bundesbank mit einer Restlaufzeit von bis zu 30 Jahren. Neben unseren eigenen Marktstudien orientiert sich die Marktrisikoprämie an den Empfehlungen des Fachausschusses für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft des Instituts der deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW). Den Beta-Faktor berechnen wir mithilfe einer Peergroup, die aus vergleichbaren europäischen Energieunternehmen besteht. STEUERUNGSKENNZAHLEN![]() Für das Geschäftsjahr 2017 ergab sich ein ROCE von 8,2 % im Vergleich zu 7,6 % im Vorjahr. Der höhere ROCE resultiert aus dem Anstieg des Adjusted EBIT sowie aus dem im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren durchschnittlich eingesetzten Kapital. Als Differenz aus dem ROCE von 8,2 % (Vorjahr 7,6 %) und dem WACC vor Steuern von 6,1 % (Vorjahr 6,4 %) berechnet sich für das Berichtsjahr ein Value Spread in Höhe von 2,1 % (Vorjahr 1,2 %). TECHNOLOGIE UND INNOVATIONDeutschland arbeitet auf ein Energieversorgungssystem hin, das dezentral und mehr und mehr digitalisiert sein wird. Die Ausgestaltung dieses neuen Systems ist eine komplexe und vielversprechende Aufgabe, welche die Unternehmen der Energiebranche entsprechend intensiv beschäftigt. Auch wir verfolgen die aktuellen Trends und aussichtsreichen technologischen Entwicklungen. Denn wir haben das Ziel, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und innovative Produkt- und Dienstleistungsangebote schnell und effizient zur Marktreife zu führen. In unserem Fokus stehen dabei die heutigen und künftigen Bedürfnisse unserer Kunden. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir insbesondere folgende Projekte vorangetrieben: RealValueDie dezentrale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Wind und Sonne, stellt gänzlich neue Anforderungen an das Stromnetz, denn auch nachts und bei Windstille muss die Energieversorgung rund um die Uhr gewährleistet sein. Dazu ist es notwendig, Stromerzeugung und Stromverbrauch intelligent miteinander zu verknüpfen. Es wird immer wichtiger, wie mit Strom umgegangen wird, der im Moment seiner Erzeugung überschüssig ist. MVV hat sich mit Partnern zum EU-Verbundprojekt RealValue zusammengeschlossen: Bis Mitte 2018 untersuchen wir gemeinsam die Potenziale von Power-to-Heat beim Einsatz von Elektrospeicherheizungen, die aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom in Wärme umwandeln. Die modernen, intelligenten Elektrospeicherheizungen verfügen über ein erhöhtes Wärmerückhaltevermögen. Durch die Verbindung über eine Internetplattform mit dem Energiemarkt können wir eine aktive Steuerung dieser Heizungen übernehmen, um unabhängig von Schwankungen aus den Produktionszyklen von Wind und Sonne zu sein. Eine intelligente Software ermöglicht es, direkt auf Wetter- und Energiedaten zu reagieren und Strom flexibel zu speichern. Für unsere Kunden visualisieren wir die Stromverbrauchsdaten über ein Onlineportal und über eine App. Die ersten Phasen des Projekts RealValue sind inzwischen abgeschlossen: Die teilnehmenden Haushalte wurden umgerüstet und die Testphase mit fixen Ladezeiten durchgeführt. Insgesamt wurden mehr als 100 Haushalte mit neuesten Elektrospeicherheizungen ausgestattet und über 100 intelligente Zähler installiert. In einer ersten Umfrage haben wir die Erfahrungen der Teilnehmer gesammelt. Wir haben zahlreiche positive Rückmeldungen und wertvolle Impulse erhalten, die für die Weiterentwicklung der App und des Installationsprozesses der Heizungen förderlich sind. Das Projekt wird zeigen, inwieweit diese Power-to-Heat-Lösung wirtschaftlich betrieben werden kann. Smarte Lösungen für das Energiesystem der Zukunft. Zelluläres Energiesystem C/sellsAn dem Energiewendeprojekt C/sells nehmen europaweit mehr als 60 Akteure aus Industrie, Energiewirtschaft und Wissenschaft teil. Dieses Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in die bundesweite Initiative "Schaufenster Intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende" mit aufgenommen. C/sells hat zum Ziel, ein zellulär strukturiertes Energiemanagementsystem mit einem neuen Smart-Grid-Ansatz aufzubauen: Ein solches System besteht aus kleinen Einheiten, sogenannten Zellen - beispielsweise Liegenschaften, Quartieren oder Städten. Von diesen Zellen versucht jede einzelne zunächst, ihre eigene Stromerzeugung und ihren Strombedarf direkt vor Ort auszugleichen. Nur wenn die lokale Produktion nicht ausreichend ist, um den aktuellen Bedarf zu decken, findet ein Energieaustausch mit einer überregional verbundenen Zelle statt. Dadurch übernimmt jede Zelle Verantwortung für das Gleichgewicht im gesamten Energiesystem. Die Konversionsfläche -> Benjamin Franklin Village in Mannheim bietet die Möglichkeit, eine solche Zelle zu bilden: Im FRANKLIN-Quartier simuliert und testet MVV das Energiesystem der Zukunft, in dem die Sektoren des Energiesystems, Strom, Wärme und Verkehr, miteinander verknüpft werden. Mit einer smarten Wärmezelle soll gezeigt werden, wie Wärme aus regenerativen Quellen vor Ort, zum Beispiel durch Power-to-Heat mit Photo-voltaik und Wärmepumpen, sinnvoll eingebunden und genutzt werden kann. Nicht nur die Erzeugung, sondern auch der Wärmebezug soll durch die intelligente Steuerung von Heizpuffersystemen situationsabhängig angepasst werden. Dadurch können zum einen Wärmeverluste im Netz reduziert und zum anderen erneuerbare Energien besser in ein Niedertemperaturfernwärmenetz integriert werden. Mit dem Ausbau einer modernen Ladeinfrastruktur für Elektromobile wollen wir auch in diesem Sektor Flexibilitätspotenziale untersuchen. Darüber hinaus dient ein vollvernetztes Metering-Konzept dazu, Flexibilitätsbedarf in Echtzeit zu erkennen und intelligentes Monitoring zu betreiben. Dabei werden die Energieflüsse auch für die Endkunden sichtbar gemacht. Zusammen mit einem Angebot von darauf basierenden Mehrwertdiensten und innovativen Dienstleistungen schafft MVV damit die Basis, um ein modernes Quartier zu einer zukunftsweisenden Energie-Community zu entwickeln. Im Berichtsjahr haben wir damit begonnen, die Standorte für die Demonstrationsvorhaben und die Dimensionen der Anlagen zu planen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den künftigen Bewohnern des FRANKLIN-Quartiers die Energie- und Mobilitätswelt der Zukunft zu erproben. Ausbau der Ladeinfrastruktur für ElektromobilitätDie Energiewende kann nur gelingen, wenn auch im Verkehrssystem ein grundlegender Wandel vollzogen wird. Im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms "Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland" unterstützt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Ausbau der Ladeinfrastruktur: Von 2017 bis 2020 werden insgesamt 300 Mio Euro bereitgestellt, um ein flächendeckendes Netz von öffentlichen Schnell- und Normalladestationen in Deutschland zu schaffen. Im Rahmen der Phase 1 dieses Programms errichtet MVV bis Mitte 2018 rund 30 öffentlich zugängliche Ladestationen in Mannheim. Diese werden mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben. Die Erfahrungen, die wir in diesem Projekt gewinnen, nutzen wir unter anderem, um unsere E-Mobilitätsangebote weiterzuentwickeln. Wir bieten für private und gewerbliche Kunden, die eine zukunftsfähige Ladeinfrastruktur benötigen, den kompletten Ladeservice an: von der Planung und Errichtung der Ladeinfrastruktur über den passenden Netzanschluss, den zuverlässigen Betrieb und Abrechnung bis hin zur Belieferung mit Ökostrom - ganz gleich, ob für einen privaten Stellplatz, eine Unternehmensflotte oder öffentliche Ladestationen. Projekte für mehr Elektromobilität. Auch die Energieversorgung Offenbach (EVO) plant zusätzliche Ladesäulen in der Stadt und im Kreis Offenbach. Die Stadtwerke Kiel haben im Berichtsjahr auf ihrem öffentlich zugänglichen Parkplatz am Uhlenkrog bereits fünf zusätzliche Ladesäulen installiert. Zusammengefasster Lagebericht Unser Geschäftsjahr 2017Geschäftsentwicklung des Konzerns
WESENTLICHE ENTWICKLUNGEN UND GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDSMit Investitionen und strategischen Partnerschaften Produkt- und Dienstleistungsportfolio weiter gestärktDurch gezielte Investitionen und strategische Kooperationen haben wir im Geschäftsjahr 2017 erneut wichtige Schritte unternommen, um die Zukunftsfähigkeit von MVV weiter zu sichern. Im November 2016 hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Kiel AG dem Bau des Gasheizkraftwerks in Kiel zugestimmt. In ihn ist ein signifikanter Teil unserer im Geschäftsjahr 2017 getätigten Bestandsinvestitionen geflossen. Im Mai 2017 haben wir den Energiedatendienstleister Econ Solutions erworben. Gemeinsam mit Econ bieten wir der mittelständischen Industrie, dem Großgewerbe und Filialisten eine ausgereifte Komplettlösung für ihr Energiemanagement an. Unser Teilkonzern Juwi und der dänische Hersteller von Windkraftanlagen Vestas haben ebenfalls im Mai ihre bereits 15 Jahre währende Partnerschaft durch einen Rahmenvertrag weiter ausgebaut. Der Vertrag betrifft neue Anlagentypen, die standortspezifisch optimale Erträge erbringen. Bei der Direktvermarktung von Solarstrom arbeiten wir seit Mitte 2017 mit der SMA Solar Technology AG zusammen. Ziel der Partnerschaft ist die gemeinsame Entwicklung von Lösungen, um Strom aus Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 100 kWp ab Inbetriebnahme kostengünstig direkt in den Energiehandel zu integrieren. Die 2014 als Joint Venture gegründete Beegy, ein Anbieter für Komplettlösungen im Bereich des dezentralen Energiemanagements, haben wir im September 2017 vollständig übernommen. Verbesserung des Adjusted EBIT bei leichtem UmsatzrückgangIm Berichtsjahr 2017 erwirtschaftete MVV Umsatzerlöse von 4.010 Mio Euro nach 4.066 Mio Euro im Vorjahr. Umsatzrückgänge in den Segmenten Erzeugung und Infrastruktur sowie Vertrieb und Dienstleistungen konnten von der Entwicklung im Segment Handel und Portfoliomanagement nicht vollständig ausgeglichen werden. Demgegenüber verbesserte sich unser Adjusted EBIT um 5 % auf 224 Mio Euro. Positiv wirkte sich insbesondere die höhere Profitabilität im Segment Erzeugung und Infrastruktur aus. Der Ergebnisbeitrag des Segments Sonstiges lag deutlich unter dem Vorjahr, da das Adjusted EBIT im Geschäftsjahr 2016 durch positive Einmaleffekte gestärkt worden war. Durch eine deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses stieg das Vorsteuerergebnis (Adjusted EBT) signifikant an. Mit 169 Mio Euro lag es 22 % über dem Vorjahreswert von 139 Mio Euro. Im bereinigten Jahresüberschuss nach Fremdanteilen spiegelt sich der Anstieg nicht wider: Er belief sich auf 93 Mio Euro, was einem Rückgang von 2 % entspricht. Die Ursachen hierfür sind die höheren Ertragsteuern auf das gute operative Ergebnis sowie ein überproportionaler Anstieg des Gewinnanteils anderer Gesellschafter. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 1,41 Euro gegenüber 1,45 Euro im Vorjahr. Konsequente Fortsetzung von Effizienzmaßnahmen und anhaltend hohes InvestitionsniveauVor dem Hintergrund der sich fundamental verändernden Rahmenbedingungen überprüfen wir kontinuierlich unsere Prozesse und organisatorischen Strukturen. Für die erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Unternehmensgruppe ist die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir dabei einen Schwerpunkt auf die Vertriebs- und Netzeinheiten gelegt. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten auch unsere Shared Services. Zukunftsfähiges Know-how, effiziente Strukturen und Prozesse sowie ein marktorientiertes Kosten- und Dienstleistungsniveau sind für sie unverzichtbar. Im Rahmen eines umfangreichen Effizienzprogramms haben wir die Prozesse gesamthaft und aus Kundensicht entlang der ganzen Wertschöpfungskette analysiert. Aus diesen Erkenntnissen werden wir in einem nächsten Schritt konkrete Maßnahmen mit dem Ziel ableiten, marktfähigere Leistungsbeziehungen in der Gruppe zu etablieren und die Zusammenarbeit bei gleichzeitig höherer Effizienz zu vereinfachen. Um unseren profitablen Wachstumskurs weiter beibehalten zu können, haben wir auch unsere Investitionen im Berichtsjahr zielgerichtet fortgesetzt. Die Gesamtinvestitionen von MVV beliefen sich auf 194 Mio Euro, von denen 64 Mio Euro auf Wachstumsinvestitionen entfielen. Dank einer gesunden Finanzierungsstruktur und einer soliden bereinigten Eigenkapitalquote von 35,1 % ist MVV sehr gut aufgestellt, um das hohe Investitionstempo auch künftig beizubehalten. Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen LageDie deutsche Energiewirtschaft befindet sich in einer Phase des Umbruchs, die zu einem grundlegenden Wandel in der Energieerzeugung führen wird. Durch ein anhaltend hohes Investitionsniveau, die Einleitung von Programmen zur nachhaltigen Effizienzsteigerung und die Vereinbarung strategischer Kooperationen haben wir auch im Geschäftsjahr 2017 wichtige Weichen gestellt, um in einem dynamischen und anspruchsvollen Umfeld profitabel wachsen zu können. Unsere Zielvorgabe für das Adjusted EBIT haben wir erreicht: Wir hatten einen leichten Anstieg des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahreswert von 213 Mio Euro prognostiziert. Mit 224 Mio Euro haben wir unser Adjusted EBIT um 5 % verbessert. Die Umsatzerlöse summierten sich auf 4.010 Mio Euro und lagen damit nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres von 4.066 Mio Euro. Insgesamt hat MVV die besonders hohe Wachstumsdynamik des Vorjahres wie erwartet nicht aufrechterhalten können, da dieses von der erstmaligen Vollkonsolidierung des Teilkonzerns Juwi geprägt war. Die dennoch positive operative Entwicklung zeigt, dass unsere Strategie richtig ist. Unser klares Bekenntnis zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz haben maßgeblich dazu beigetragen, dass wir unseren nachhaltig profitablen Wachstumskurs fortsetzen konnten. Vergleich des tatsächlichen mit dem erwarteten Geschäftsverlauf und Ausblick auf 2018scroll
RAHMENBEDINGUNGENVeränderungen in der EnergiepolitikWesentliche energiepolitische AspekteDie nötigen Regelungen zur Transformation des Energieversorgungssystems gehörten auch im Geschäftsjahr 2017 zu den zentralen politischen Themen in Deutschland. Von hoher Relevanz für den zukünftigen Geschäftsverlauf von MVV sind dabei vor allem drei Themen: die Ausgestaltung der Ausschreibungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die überarbeitete Netzentgeltsystematik im Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) und die Verordnungen zur Ausgestaltung der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG). Die Energiewende bestimmt weiterhin das politische Geschehen. Erneuerbare-Energien-Gesetz novelliertBundestag und Bundesrat hatten die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Juli 2016 verabschiedet; im Dezember 2016 wurde das Gesetz beihilferechtlich genehmigt und konnte wie geplant im Januar 2017 in Kraft treten. Der Schwerpunkt der EEG-Novelle lag auf dem Fördersystem: Es wurde von regulierten fixen Einspeisevergütungen auf wettbewerbliche Ausschreibungen umgestellt. Für den Zubau neuer Anlagen wurden folgende Regelungen beschlossen:
Ausbau von erneuerbaren Energien auch international gefördertIm Ausland ist Photovoltaik häufig die erneuerbare Erzeugungstechnologie mit den niedrigsten Stromgestehungskosten. Zahlreiche Staaten fördern gezielt deren Ausbau, beispielsweise Japan, Indien und die USA. Die japanische Regierung führte 2012 ein Fördersystem für erneuerbare Energien ein: Kern des Fördersystems ist ein Einspeisetarif für regenerative Energiequellen, vor allem für Solarstrom. Seit April 2017 beträgt der Einspeisetarif für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 10 KW 28 Yen (rund 23 Cent) pro kWh. Die indische Regierung hat Mitte 2017 das Ausbauziel 2020 für Freiflächen-Solarparks von 20.000 MW auf 40.000 MW angehoben. Ein Förderbudget von insgesamt 81 Mrd Rupien (rund 1,14 Mrd Euro) wird durch die Bundesstaaten, die auch die Projekte ausschreiben, verteilt. Auch in den USA werden Wind- und Solarparks landesweit gefördert, im Wesentlichen durch Steuergutschriften, die von der Stromproduktion (Wind) oder dem Investitionsvolumen (Solar) abhängen. Die Fördersätze für Windenergie verringern sich schrittweise seit 2017, für Photovoltaik beginnt die Absenkung der Förderung im Jahr 2020. Darüber hinaus bieten jedoch viele Bundesstaaten zusätzliche regionale Förderinstrumente an. Ergebnisse der Ausschreibungen in Deutschland veröffentlichtIm Mai 2017 veröffentlichte die Bundesnetzagentur (BNetzA) das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde für Windkraftanlagen an Land: Insgesamt gingen 256 Gebote mit einem Volumen von 2.137 MW ein; das zur Verfügung stehende Volumen von 800 MW war damit deutlich überzeichnet. 70 Gebote mit einem Volumen von insgesamt 807 MW erhielten einen Zuschlag; der durchschnittliche Zuschlagswert betrug 5,71 Cent/ kWh. Die Ergebnisse der zweiten Ausschreibungsrunde wurden im August 2017 bekanntgegeben: Abgegeben wurden 281 Gebote mit einem Volumen von 2.927 MW. Ein Zuschlag wurde für 67 Gebote mit einem Volumen von 1.013 MW erteilt; der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 4,28 Cent/kWh. Beide Ausschreibungsrunden waren durch eine hohe Vergabe an Bürgerenergiegesellschaften gekennzeichnet. Sie erhielten in der ersten Runde 96 % und in der zweiten 95 % des Zuschlagsvolumens. Für sie gelten besondere Privilegien: Sie können ihre Gebote auch vor Erteilung einer Genehmigung abgeben; die Realisierungsfrist beträgt nach öffentlicher Bekanntgabe 54 anstatt 30 Monate. Ende Juni 2017 beschloss der Bundestag, die Privilegien der Bürgerenergiegesellschaften zunächst für die ersten beiden Ausschreibungsrunden des Jahres 2018 einzuschränken. Auch sie müssen dann eine Genehmigung vorlegen. Die Erweiterung der möglichen Flächen in Süddeutschland prägte die Ausschreibung für Photovoltaik im Juni 2017: In benachteiligten Gebieten dürfen nun auch auf Acker- und Grünlandflächen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Dadurch stieg die Anzahl der Angebote; der durchschnittliche Zuschlagswert der bezuschlagten Menge von 201 MW betrug 5,66 Cent/kWh. Sehr niedrige Gebote bestimmten die ersten Ausschreibungen von Windenergie Offshore im April 2017: Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 0,44 Cent/kWh, drei Gebote lagen bei 0 Cent/kWh. Diese Ergebnisse sind jedoch aus mehreren Gründen nicht mit den Auktionsergebnissen von Windenergie an Land vergleichbar: Die Offshore-Anlagen gehen erst in den Jahren 2024 und 2025 in Betrieb, die Netzanschlusskosten sind nicht Teil des Gebots, und die erfolgreichen Bieter konnten Synergieeffekte mit bestehenden und künftigen Offshore-Projekten in unmittelbarer Nähe nutzen. Im Mai 2017 verabschiedete die Bundesregierung die Verordnung zu gemeinsamen Ausschreibungen für Windkraftanlagen an Land und Solaranlagen. Das Pilotvorhaben ist für den Zeitraum von 2018 bis 2020 befristet; in ihm werden technologieneutrale Ausschreibungen im Umfang von 400 MW pro Jahr in der Praxis erprobt. Die Ausschreibungen für Windenergie an Land und Photovoltaik sind vor allem für unser Geschäftsfeld Projektentwicklung erneuerbare Energien relevant. Wir erwarten, dass das EEG auch im Geschäftsjahr 2018 novelliert werden wird. Politisch setzen wir uns insbesondere dafür ein, dass der Ausbaukorridor angehoben wird. Die prozentualen Ziele des Ausbaus der erneuerbaren Energien könnten ohne eine solche Anhebung verfehlt werden, weil durch die Sektorkopplung zusätzlicher Strombedarf entsteht. Darüber hinaus gilt es, Fehlsteuerungen bei den Ausschreibungssystemen zu vermeiden, gegebenenfalls durch gezielte Nachsteuerung, zum Beispiel bei den Folgen für Windenergieprojekte an Land. Netzentgeltsystematik novelliertIm Juli 2017 wurde das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) verabschiedet, das zum Ziel hat, die Netzentgelte an die Erfordernisse der Energiewende anzupassen. Das Gesetz sieht zwei wesentliche Änderungen vor: Zum einen werden die Netzentgelte der Übertragungsnetzebene bis 2023 schrittweise vereinheitlicht. Zum anderen sollen Kosten für vermiedene Netzentgelte (vNE) gesenkt werden. Dazu werden die vermiedenen Netzentgelte für volatile Einspeisung ab 2018 schrittweise abgeschafft - was die Netzentgelte zwar entlastet, die EEG-Umlage jedoch belastet. Mit einer weiteren Maßnahme sollen die Netzkosten ebenfalls verringert werden: Die Berechnungsgrundlage der vermiedenen Netzentgelte wurde für alle, die dezentral erzeugte Energie einspeisen, neu geregelt. Der Bundestag hat beschlossen, die Berechnungsgrundlage für sie auf dem Niveau der Netzentgelte des Jahres 2016 einzufrieren. Zusätzlich werden ab 2018 bestimmte Kostenpositionen gekürzt, die zuvor in der Berechnungsgrundlage enthalten waren, wie zum Beispiel die Kosten für die Netzanbindung von Offshore-Windparks. Im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses hatte das Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen, die vNE auch für steuerbare, dezentral einspeisende Stromerzeugungsanlagen abzuschaffen. Wir haben in der öffentlichen Diskussion gegen diesen Vorschlag Stellung bezogen: Unserer Ansicht nach wäre er energiewirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen, weil er beispielsweise die Wirtschaftlichkeit der KWK-Anlagen gefährdet hätte, die durch Wärmespeicher und Elektrokessel äußerst flexibel auf die Stromnachfrage reagieren können. Wir rechnen damit, dass die Netzentgeltsystematik auch in dieser Legislaturperiode weiter überarbeitet werden wird. Für unser Geschäftsfeld Netze sind die Netzentgelte von Bedeutung, für unsere Geschäftsfelder Umwelt und Erzeugung die vermiedenen Netzentgelte. Regelungen zu neuen Netzstabilitätsanlagen angepasstBereits im Mai 2017 hatte die Bundesnetzagentur die Bedarfsanalyse der Übertragungsnetzbetreiber geprüft und bestätigt, dass im Winter 2021/22 ein Bedarf an zusätzlichen Netzreserveanlagen mit einem Volumen von 1.200 MW bestehen wird. Im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens zum NEMoG wurden daher auch die Regelungen zu neuen Netzstabilitätsanlagen geändert: Künftig dürfen die Betreiber von Übertragungsnetzen Erzeugungsanlagen als besondere netztechnische Betriebsmittel vorhalten, mit denen die Versorgungssicherheit gewährleistet werden soll. Dritte sind im Rahmen eines diskriminierungsfreien Verfahrens damit zu beauftragen, die Anlagen zu errichten und zu betreiben. Noch ist offen, wie dieses Beschaffungsverfahren konkret ausgestaltet werden soll. Es lässt sich noch nicht absehen, ob die Regelungen für unsere Segmente Handel und Portfoliomanagement sowie Erzeugung und Infrastruktur von Bedeutung sein werden. Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes abgeschlossenBereits im Januar 2016 trat das Kraft-Wärme-Kopplungs-gesetz (KWKG) formal in Kraft. Zu Beginn unseres Geschäftsjahres im Oktober 2016 wurde es auch beihilferechtlich durch die EU-Kommission genehmigt. Hierfür musste jedoch eine Anpassung vorgenommen werden: Im Januar 2017 wurden Regelungen zur Ausschreibung von KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 1 MW bis 50 MW geschaffen. Für KWK-Anlagen mit weniger als 1 MW Leistung und Anlagen mit mehr als 50 MW werden KWK-Zuschläge entsprechend den Regelungen des KWKG 2016 gezahlt. Im Juni 2017 traten zudem Rechtsverordnungen in Kraft, um weitere Vorgaben aus Brüssel umzusetzen. Dabei ging es zum einen um das Verfahren, das für die Darstellung der Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen anzuwenden ist. Zum anderen handelte es sich um die Ausgestaltung der Ausschreibungen, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für KWK-Anlagen von 1 MW bis 50 MW elektrischer Leistung und für innovative KWK-Systeme vornehmen wird. Es ist vorgesehen, dass das KWKG durch das Bundeswirtschaftsministerium in den Jahren 2017/18 evaluiert wird - wir rechnen daher damit, dass es in dieser Legislaturperiode novelliert wird. Das KWKG spielt für uns eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem Betrieb von KWK-Anlagen und dem Ausbau unserer Wärmenetze. Förderung von Mieterstrom beschlossenMit dem Gesetz zur Förderung von Mieterstrom, das im Juli 2017 beschlossen wurde, sollen Mieter an der Energiewende beteiligt und weitere Dachflächen für Photovoltaikanlagen genutzt werden: Der sogenannte Mieterstrom stammt aus Photovoltaikanlagen, die vom Eigentümer oder Vermieter betrieben werden. Er wird an die Bewohner des Wohngebäudes geliefert und von diesen verbraucht. Gefördert werden Photovoltaikanlagen bis 100 kW, der maximale Zubau beträgt 500 MW installierte Leistung pro Jahr. Diese Förderung eröffnet uns die Chance, das potenzielle Geschäft mit Photovoltaikanlagen im Rahmen unseres Komplettservices Smart Mieterstrom weiter zu stärken. EU-Winterpaket noch nicht verabschiedetBereits im November 2016 stellte die Europäische Kommission ein umfangreiches energiepolitisches Legislativpaket vor, das sogenannte Winterpaket. Es enthält unter anderem Vorschläge zur Abschaffung des Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien, für eine marktorientierte Förderung für erneuerbare Energien sowie für eine stärkere grenzüberschreitende Kooperation der Über-tragungs- und Verteilnetzbetreiber. Weiterhin soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme langfristig zunehmen. Nach den Überlegungen der Europäischen Kommission ist es grundsätzlich möglich, Kapazitätsmärkte einzuführen; die Teilnahme von Kraftwerken soll jedoch an eine Emissionsobergrenze gebunden sein. Durch nationale Energie- und Klimapläne soll sichergestellt werden, dass die EU-Ziele bis 2030 erreicht werden. Das Winterpaket wurde im Sommer 2017 im EU-Parlament und im EU-Ministerrat behandelt, es wird voraussichtlich erst 2018 verabschiedet werden. Kurz- bis mittelfristig wird sich das Winterpaket nicht unmittelbar auf unseren Geschäftsverlauf auswirken. Markt- und WettbewerbsumfeldSolides Wachstum der deutschen Wirtschaft erwartetDie Konjunktur entwickelte sich in Deutschland auch im Kalenderjahr 2016 positiv, vor allem aufgrund steigender Konsumausgaben und Investitionen im Inland. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm um 1,9 % zu. Experten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrem Herbstgutachten für das Kalenderjahr 2017 eine BIP-Zuwachsrate von 1,9 % prognostiziert; das Wachstum soll von der Binnenkonjunktur, dem Auslandsgeschäft und den Investitionen ausgehen. WACHSTUM DES BRUTTOINLANDSPRODUKTS IN DEUTSCHLAND![]() Quellen: Statistisches Bundesamt und Prognose im Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute (2017) Stromerzeugung in Deutschland leicht gestiegenDer Bundesverband der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat im Juli 2017 Schätzungen zur Bruttostromerzeugung in Deutschland veröffentlicht: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 lag sie mit 329,7 Mrd kWh um 2 % über dem Niveau des Vorjahres von 323,1 Mrd kWh. Anteil erneuerbarer Energien an deutscher Stromerzeugung erreicht 33 %Der Anteil, den die erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland haben, lag nach Schätzungen des BDEW im 1. Halbjahr des Jahres 2017 bei 33 % -nach 30 % im Vorjahreszeitraum. Dabei nahm die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen insgesamt um 19 % zu: Bei Windkraftanlagen an Land (Onshore) kam es zu einem Anstieg von 14 % und bei Windkraftanlagen auf See (Offshore) zu einem Anstieg von 48 %. Die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen lag um 14 % über Vorjahr. Aus Biomasse und biogenem Siedlungsabfall wurden 2 % mehr Strom erzeugt als ein Jahr zuvor. BRUTTOSTROMERZEUGUNG IN DEUTSCHLAND Anteile %![]() Starker Ausbau von Windenergie an LandIm Februar 2017 veröffentlichte der Bundesverband WindEnergie (BWE) die Ausbauzahlen für das Kalenderjahr 2016: In Deutschland wurden 4.625 MW Onshore-Windleistung neu installiert. Damit betrug die installierte Gesamtleistung aus Windenergie an Land 45.911 MW -ein Anstieg der kumulierten Leistung von 10 % gegenüber dem Wert des Vorjahres. Im 1. Halbjahr des Kalenderjahres 2017 wurde in Deutschland eine Windenergie-Leistung von brutto 2.281 MW an Land zugebaut; ein Zuwachs von 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In dieser Berechnung sind Anlagen mit 450 MW enthalten, die durch Repowering ertüchtigt wurden. Positive Markterwartungen für unsere WachstumsfelderBisher war die Energiewende hauptsächlich eine Stromwende - nun werden auch in den Sektoren Wärmeversorgung und Verkehr grundlegende Veränderungen in Angriff genommen. In Folge dessen wird das Zusammenspiel von effizienter, dezentraler Erzeugung, intelligentem Verbrauch und sinnvoller Speicherung an Bedeutung zunehmen. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung der Energiebranche weiter voran. Darüber hinaus sind die Preise für Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen im letzten Jahrzehnt stark gesunken, und sie werden noch weiter zurückgehen. Der BP Energy Outlook 2017 prognostiziert, dass der weltweite Energiebedarf in den kommenden 20 Jahren um etwa 30 % zunehmen wird -der begrenzende Effekt durch steigende Energieeffizienz ist dabei bereits eingerechnet. Laut der BP-Studie soll die Erzeugung aus erneuerbaren Energien weltweit weiterhin am schnellsten wachsen: Die Verfasser rechnen damit, dass sich deren Anteil an der Gesamterzeugung innerhalb der nächsten 20 Jahre vervierfachen wird -insbesondere, weil sich die Wettbewerbsfähigkeit von Wind- und Solarenergie verbessert. Eine Studie der Internationalen Energieagentur, die im November 2016 veröffentlicht wurde, kommt zu ähnlichen Prognosen: Demnach soll die globale Energienachfrage bis 2040 um 30 % steigen. Erneuerbare Energien - ein Schwerpunktthema im World Energy Outlook 2016 - sollen weltweit mit Abstand das stärkste Wachstum verzeichnen; die Experten rechnen damit, dass die Durchschnittskosten für Photovoltaik bis 2040 um weitere 40 bis 70 % zurückgehen werden und bei Windkraftanlagen an Land nochmals um 10 bis 25 %. Agora Energiewende beschreibt in der Studie "Wärmewende 2030" das Potenzial im deutschen Wärmemarkt. Demzufolge erscheint das Potenzial des Ausbaus von (Fern-)Wärmenetzen von heute zirka 10 % auf etwa 23 % des Endenergiebedarfs bis 2050 deutlich steigerbar. In der Studie "Fakten-Check Mobilität 3.0" von Horvath & Partners wird das Potenzial für Elektromobilität in Deutschland für den Zeitraum von 2017 bis 2020 skizziert: Aufgrund von sinkenden Batteriepreisen und verbesserter Batterietechnik sei mit höheren Reichweiten zu rechnen -durchschnittlich rund 450 Kilometer. Dabei sollen ab 2020 kleine Elektroautos ähnlich viel kosten wie vergleichbare Modelle mit konventionellem Antrieb. Für 2017 war laut der Studie nur ein Bestandszuwachs von rund 43.000 auf dann 112.000 Elektrofahrzeuge zu erwarten; bis 2022 soll der Bestand auf 1 Million Elektrofahrzeuge ansteigen. Von diesen Entwicklungen profitieren wir über unsere Wachstumsfelder langfristig: bei der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien, in der internationalen Projektentwicklung und Betriebsführung von Erneuerbare-Energien-Anlagen und der Direktvermarktung erneuerbarer Energien, der dezentralen Wärme- und Nahwärmeversorgung und mit unseren innovativen, intelligenten Energieeffizienzlösungen und -dienstleistungsangeboten. Großhandelspreise für Brennstoffe und Strom gestiegenIm Verlauf des Berichtsjahres stiegen die Großhandelspreise für Brennstoffe und Strom, bei den Preisen am Emissionsmarkt wurden hingegen zunächst leichte Verluste verbucht. Erst im 4. Quartal unseres Geschäftsjahres kam es zu einem Anstieg. Die Notierungen der Rohölsorte Brent bewegten sich im Geschäftsjahr 2017 für die Lieferung im Folgemonat (Frontmonat) zwischen 44,43 US-Dollar/Barrel und 59,02 US-Dollar/Barrel; der durchschnittliche Preis lag im Berichtsjahr mit 52,17 US-Dollar/Barrel um 8,61 US-Dollar/Barrel über dem Vorjahresniveau von 43,56 US-Dollar/Barrel. Nachdem sich die OPEC im Dezember 2016 geeinigt hatte, eine Förderkürzung umzusetzen - und damit die Aussicht auf einen mittelfristig ausgeglichenen Ölmarkt bestand -, stiegen die Ölpreise zunächst nachhaltig über 50 US-Dollar/Barrel. Im Frühjahr 2017 mehrten sich dann jedoch die Zweifel daran, dass der erhebliche Lagerüberhang zügig abgebaut werden würde. Zudem konnten die OPEC-Länder Libyen und Nigeria, die von den Förderkürzungen ausgenommen waren, ihre Förderung im zweiten Quartal des Kalenderjahres 2017 kräftig erhöhen. In Folge fielen die Preise bis Mitte Juli 2017 deutlich unter 50 US-Dollar/ Barrel. Danach führten ein schwächerer US-Dollar sowie ein spürbarer Lagerabbau in den USA zu einer Erholung der Preise über die Marke von 50 US-Dollar/Barrel. Im Berichtsjahr notierten die durchschnittlichen Erdgaspreise für das Frontjahresprodukt im Marktgebiet Net-Connect Germany (NCG) bei 16,96 Euro/MWh und damit um 1,11 Euro/MWh höher als im Vorjahr. Im Winter 2016/17 waren die Speicherentnahmen bis zum Februar 2017 hoch. Im gleichen Zeitraum unterstützten die hohe Nachfrage am Day-Ahead-Markt sowie die gestiegenen Ölpreise den Frontjahreskontrakt. Im Frühjahr zeichnete sich dann eine Entspannung der Versorgungslage ab; in Kombination mit den ebenfalls schwächer tendierenden Ölpreisen führte dies zu einem Preisrückgang des Frontjahreskontrakts. Anschließend sanken die Preise bis Ende Juni 2017. Weil im weiteren Verlauf des Jahres deutliche Marktimpulse ausblieben, bewegte sich der Kontrakt danach zunächst in einem engen Bereich um die Marke von 16,00 Euro/MWh, bevor er zum Geschäftsjahresende auf 17,50 Euro/MWh stieg. Der Aufwärtstrend der Kohlepreise auf dem europäischen Kohlemarkt, der im 1. Quartal des Kalenderjahres 2016 begonnen hatte, setzte sich im Geschäftsjahr 2017 fort: Verglichen mit dem Vorjahr stiegen die Frontjahrespreise für Steinkohle im ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) um 21,03 US-Dollar/Tonne auf im Mittel 69,39 US-Dollar/Tonne. Hierzu trug unter anderem bei, dass die Förderung in Kolumbien und Australien aufgrund der Wetterlage geringer ausfiel, was zu einem weltweiten Nachfrageüberhang führte. Die Preise für Grundlaststrom mit Lieferung im Folgejahr folgten den Vorgaben der Brennstoffmärkte, und zwar insbesondere denen des Kohlemarkts. Entsprechend gewann der Frontjahrespreis im Berichtsjahr 5,32 Euro/MWh bei einem Durchschnittspreis von 31,20 Euro/MWh. Nach einer volatilen Phase zu Beginn des Berichtsjahres stabilisierte sich der Frontjahrespreis im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2017 im Bereich der Marke von 30 Euro/MWh. Im weiteren Verlauf etablierte sich der Frontjahreskontrakt aufgrund der festen Kohlepreise zunächst auf einem Niveau von 31 Euro/MWh bevor er zum Geschäftsjahresende auf über 36 Euro/MWh zulegen konnte. Im Geschäftsjahr 2017 erreichten die Preise für Emissionsberechtigungen für die Lieferung im jeweils kommenden Jahr ein Durchschnittsniveau von 5,35 Euro/Tonne CO2 - sie lagen somit um 0,74 Euro/Tonne CO2 tiefer als im Vorjahreszeitraum. Für positive Impulse sorgten die Strukturreformen des Emissionshandels für die vierte Handelsperiode, die der EU Umweltrat im Februar 2017 eingeleitet hatte. Dennoch erholten sich die Preise am Emissionsmarkt nicht nachhaltig, denn bis Ende Mai 2017 baute sich weiterer Druck auf die Preise auf: Zum einen nahmen die Auktionsvolumina mit dem Auslaufen des Backloadings zu, zum anderen fiel das Emissionsvolumen durch die zurückgehende Kohleverstromung niedriger aus. Erst im 4. Quartal unseres Geschäftsjahres 2017 stiegen die Preise im Emissionsmarkt - im September kurzzeitig sogar auf über 7 Euro/Tonne. Diese Entwicklung wurde von den allgemein steigenden Energiepreisen angetrieben. Zusätzlich sorgten fehlende Auktionsmengen für Unterstützung, ebenso wie die Absichten Deutschlands und Frankreichs, die EU-Reformen zum Emissionshandelssystem, die für die Zeit nach 2020 gelten sollen, im November 2017 zu finalisieren. Der Clean Dark Spread, die Erzeugungsmarge der Stein -kohleverstromung, entwickelte sich bis in den Februar 2017 hinein zunächst sehr schwach und zeitweise sogar negativ. Im Anschluss an diese Phase kehrte der Clean Dark Spread zurück auf das niedrige Niveau, das er am Anfang des Geschäftsjahres 2017 gehabt hatte - hierzu trugen sowohl festere Kalenderjahrespreise für Strom bei als auch der schwächere US-Dollar. ENTWICKLUNG DER GROSSHANDELSPREISE FÜR STROM, GAS UND CO2-ZERTIFIKATE![]() ENTWICKLUNG DER GROSSHANDELSPREISE FÜR ÖL UND KOHLE![]() ENTWICKLUNG DES CLEAN DARK SPREAD 2018![]() Marktposition von MVV
WitterungseinflüsseKühlere Witterung im Winter 2016/17Niedrigere Außentemperaturen führen zu einem steigenden Heizenergiebedarf unserer Kunden. Dies schlägt sich auch in höheren Gradtagszahlen nieder, die als Indikator für den temperaturabhängigen Heizenergieeinsatz verwendet werden. Im Geschäftsjahr 2017 war es vor allem in den Wintermonaten kühler als ein Jahr zuvor; die Gradtagszahlen bei MVV lagen um 11,0 % über dem Vergleichswert des Vorjahres. Windaufkommen geringer als im VorjahrGenau wie der Heizenergiebedarf unserer Kunden wird auch die Stromerzeugung aus unseren Erneuerbare-Energien-Anlagen von Wettereinflüssen bestimmt. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Windaufkommen, von dem die erzeugten Mengen unserer Windkraftanlagen maßgeblich abhängen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel war die nutzbare Windenergie im Geschäftsjahr 2017 in Deutschland geringer, insbesondere in den für uns relevanten Regionen. Mit 91 % lag der nutzbare Windertrag auch unter dem Vorjahreswert von 96 %. Für diesen Vergleich nutzen wir den "EMD-ConWx Mesoscale Wind Index" mit einer Referenzperiode (20-Jahres-Durchschnitt). Die Zeitreihe 2017 umfasst die Monate Oktober 2016 bis August 2017. Da die Daten für September zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vorlagen, haben wir die September-Abweichung gegenüber der Referenzperiode mit 0 % angenommen. GRADTAGSZAHLEN![]() NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENAls Energieversorger bemisst sich der Erfolg von MVV nicht allein an wirtschaftlichen Kennzahlen. Auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren spielen für die nachhaltige Entwicklung unseres Unternehmens eine wichtige Rolle. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf alle vollkonsolidierten Unternehmen. Gleichzeitig übernehmen wir jedoch auch Verantwortung für unsere at equity bilanzierten Unternehmen, über deren nichtfinanzielle Leistungsbilanz wir ebenfalls transparent berichten wollen. Die entsprechenden Informationen befinden sich im Kapitel Nachhaltigkeit. Mitarbeiterzahl gesunkenBei MVV waren zum 30. September 2017 insgesamt 6.062 Mitarbeiter beschäftigt, das sind 112 Personen weniger als zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Der Rückgang der Beschäftigtenzahl ergab sich insbesondere durch die Neuausrichtung der Vertriebseinheiten. Personalstand (Köpfe) zum Bilanzstichtagscroll
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Darunter 324 Auszubildende (Vorjahr 343) Im Inland waren 5.227 Personen für uns tätig, auf die ausländischen Tochtergesellschaften entfielen 835 Mi1 arbeiter. Hiervon arbeiteten 513 in unserem tschechischen Teilkonzern, 234 in den ausländischen Beteiligungen von Juwi und 72 bei den englischen Tochtergesellschaften unseres Teilkonzerns Umwelt. Bei eine Tochter der Windwärts Energie GmbH in Frankreich waren 16 Personen beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der bereinigte Personalaufwand um 4 % auf 418 Mio Euro. Dieser Anstieg ist vorrangig auf den erstmals ganzjährigen Einbezug unseres Teilkonzerns Juwi sowie auf Tariferhöhungen zurückzuführen. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weiter gestiegenDie Stromerzeugungskapazität (installierte Leistung) unserer Anlagen aus erneuerbaren Energien einschließlich biogenem Anteil Abfall/Ersatzbrennstoffen (EBS) lag mit 426 MWel leicht über dem Vorjahresniveau von 418 MWel . Der Anstieg beruht vorrangig auf den positiven Effekten unserer Modernisierungsmaßnahmen im Müllheizkraftwerk Offenbach, die nun sichtbar werden. Darüber hinaus enthält die Berechnung erstmals zwei kleinere Photovoltaikanlagen der Juwi sowie eine Freiflächenanlage der EVO. Installierte Leistung aus erneuerbaren Energien und biogenem Anteil Abfall/EBSscroll
Bei den Stromerzeugungsmengen aus erneuerbaren Energien einschließlich biogenem Anteil Abfall/EBS konnten wir uns im Berichtsjahr trotz ungünstiger Windverhältnisse weiter verbessern. Mit 1.070 Mio kWh lagen sie 35 Mio kWh über dem Wert zum 30. September 2016. Stromerzeugungsmengen aus erneuerbaren Energien und biogenem Anteil Abfall/EBSscroll
Die höhere Stromerzeugungsmenge aus unseren Biomasseanlagen ist in erster Linie auf unser Biomassekraftwerk in Großbritannien zurückzuführen, das wir Ende 2015 in Betrieb genommen haben. Unsere Anlagen zur thermischen Verwertung von Abfällen und Ersatzbrennstoffen (biogener Anteil) haben ihre Stromerzeugung 2017 gesteigert, da die Nachfrage insbesondere bei den Anlagen in Leuna und Offenbach höher war als im Vorjahr. Demgegenüber produzierten unsere Windkraftanlagen im Berichtsjahr aufgrund des insgesamt geringeren Windkaufkommens weniger Strom als im Vergleichsjahr. Dieser Rückgang konnte durch den ganzjährigen Betrieb der zum Ende des Geschäftsjahres 2016 in Betrieb genommenen Anlagen in Freudenberg nur bedingt kompensiert werden. Infolgedessen ging die Stromerzeugung aus Windkraft um 14 Mio kWh zurück. Erneuter Anstieg der StromerzeugungsmengenIm Berichtsjahr 2017 erzeugte MVV 1.903 Mio kWh Strom, das entspricht einer Steigerung von 106 Mio kWh oder 6 %. Stromerzeugungsmengenscroll
Einen deutlichen Anstieg verzeichnete die Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Sie erhöhte sich im Berichtsjahr um 118 Mio kWh auf 588 Mio kWh, wozu vorrangig unser Heizkraftwerk in Plymouth beitrug. Im Gegenzug kam es in dem Werk zu einer Reduktion des Kondensationsstroms, der in der sonstigen Stromerzeugung abgebildet wird. Hier verringerte sich die Stromerzeugung in der Folge um 47 Mio kWh auf 245 Mio kWh. Wärmeerzeugung kaum verändertDie Wärmeerzeugungskapazität unserer Anlagen lag mit 2.708 MWth auf Vorjahresniveau. Wärmeerzeugungskapazitätscroll
Die erzeugten Wärmemengen blieben gegenüber dem Vorjahr mit 4.104 Mio kWh stabil. Die Wärmemengen aus der thermischen Verwertung von Abfällen und Ersatzbrennstoffen (biogener Anteil) gingen um 82 Mio kWh zurück, da die höhere Stromauskopplung in unseren thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlagen in Leuna und Gersthofen zu einer Minderung der Prozessdampfauskopplung geführt hat. Der Anstieg in den sonstigen Anlagen liegt in einer witterungsbedingt höheren Nachfrage begründet. Wärmeerzeugungsmengenscroll
Biomethanerzeugung auf VorjahresniveauEinhergehend mit einer unveränderten Biomethanerzeugungskapazität lagen die erzeugten Mengen im Berichtsjahr nahezu auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2016. So belief sich die Erzeugungskapazität auf 30 MWhs , die Erzeugungsmenge summierte sich auf 261 Mio kWh. Im Jahr 2015 hatte MVV zwei neue Anlagen in Sachsen-Anhalt in Betrieb genommen, die im Geschäftsjahr 2016 zu einem signifikanten Anstieg der Mengen führten. Biomethanerzeugungsmengenscroll
Brennstoffeinsatz weitgehend stabilDie Schonung fossiler Ressourcen ist wichtiger Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Daher verwenden wir für eine moderne Energieerzeugung neben fossilen Brennstoffen auch Abfälle und Biomasse. In Kraftwerken eingesetzte Brennstoffescroll
Bei der Menge der im Berichtsjahr eingesetzten Brennstoffe gab es im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 nur leichte Veränderungen. Nahezu konstant waren Biomasse sowie biogener Anteil Abfall und Ersatzbrennstoffe. Der Anstieg bei Gas ist auf die Verlagerung der Produktion vom Gemeinschaftskraftwerk Kiel zu Heizkraftwerken zurückzuführen. Außerdem wurde in einer Anlage unser Tochtergesellschaft MVV Enamic in diesem Geschäftsjahr mehr Gas verfeuert. Die Menge der eingesetzten Kohle im Heizkraftwerk Offenbach lag leicht über Vorjahresniveau. CO2-EmissionenDie CO2 -Emissionen unserer vollkonsolidierten Erzeugungsanlagen summierten sich im Berichtsjahr auf 1.646.000 Tonnen gegenüber 1.455.000 Tonnen im Vorjahr. Der höhere Ausstoß ist im Wesentlichen auf eine Produktionsverschiebung zwischen den Kraftwerken zurückzuführen: Die geringere Strom- und Wärmeerzeugung des at equity bilanzierten Gemeinschaftskraftwerks Kiel wurde von mehreren vollkonsolidierten Heizkraft- und Heizwerken kompensiert. Außerdem führten die höheren Erzeugungsmengen unserer thermischen Abfallverwertungs- und EBS-Anlagen zu einem entsprechend höheren CO2 -Ausstoß. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 stieg der Aufwand aus Emissionsrechten um 5,5 Mio Euro auf 6 Mio Euro an. Erträge aus Emissionsrechten fielen demgegenüber nicht an (Vorjahr 18 Mio Euro).• G4-EU5 DARSTELLUNG DER ERTRAGSLAGEDer Berichtszeitraum umfasst das Geschäftsjahr 2017 -vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017. Sofern nicht anders vermerkt, beziehen sich die folgenden Ausführungen auf den MVV Energie Konzern ("MVV"), das heißt auf alle vollkonsolidierten Unternehmen. MVVscroll
Die Umsatzerlöse waren im Geschäftsjahr 2017 entgegen unserer Prognose leicht rückläufig. Hauptursache hierfür ist ein Rückgang des Projektentwicklungsgeschäfts. Auch rückläufige Erlöse bei Gas hemmten die Umsatzentwicklung. Positiv wirkten sich demgegenüber die mengenbedingt höheren Umsätze bei Strom sowie die Preisentwicklung bei der Abfallverwertung aus. Aufgrund der zuvor beschriebenen Entwicklung im volatilen Projektentwicklungsgeschäft kam es zu Verschiebungen in der Umsatzverteilung nach Regionen. Der im Inland erzielte Umsatzanteil stieg auf 94 % (Vorjahr 89 %), im Ausland erwirtschaftete MVV 6 % des Umsatzes (Vorjahr 11 %). UMSATZ OHNE ENERGIESTEUERN NACH REGION Anteile %![]() UMSATZ OHNE ENERGIESTEUERN NACH BERICHTSSEGMENTEN Anteile %![]() UMSATZ OHNE ENERGIESTEUERN NACH QUARTALEN Mio Euro![]() ADJUSTED EBIT NACH QUARTALEN Mio Euro![]() Berichtssegment Erzeugung und InfrastrukturErzeugung und Infrastrukturscroll
Im Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur bilden wir die Stromerzeugung von MVV Umwelt ab sowie den Teil der Stromerzeugung aus unseren Windkraftanlagen, der an Dritte vermarktet wird. Auch der Umsatz- und Ergebnisanteil unseres Teilkonzerns Juwi, der im Berichtsjahr erstmals ganzjährig berücksichtigt wurde, ist in diesem Segment enthalten. Der Stromabsatz ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück: Ein Anstieg bei unseren Erzeugungsanlagen in Großbritannien konnte den witterungsbedingten Rückgang aus unseren Windkraftanlagen nicht vollständig kompensieren. Der prognostizierte leichte Umsatzanstieg wurde aufgrund geringerer Erlöse in der Projektentwicklung nicht erreicht. Der Anstieg des Adjusted EBIT ist vorrangig auf die gute Verfügbarkeit unserer Erzeugungsanlagen in Deutschland und Großbritannien zurückzuführen. Darüber hinaus erholten sich die Preise für Abfall und Biomasse. Gegenläufig entwickelte sich das Ergebnis der Projektentwicklung erneuerbarer Energien: Das außerordentlich hohe Ergebnis des Vorjahres haben wir wie erwartet nicht erreicht. Berichtssegment Handel und PortfoliomanagementHandel und Portfoliomanagementscroll
Aufgrund höherer Handelsaktivitäten in der Direktvermarktung lag der Stromabsatz im Segment Handel und Portfoliomanagement signifikant über dem Vorjahreswert. Demgegenüber kam es bei den Gashandelsmengen zu einem Rückgang, da geringere Aktivitäten bei der Portfoliobewirtschaftung zu verzeichnen waren. Mit der Steigerung des Umsatzes haben wir unsere Prognose, in der wir einen im Vergleich zum Vorjahr gleichbleibenden Umsatz avisiert hatten, übertroffen. Dies ist auf die höheren Stromhandelsmengen und auf Preisanstiege bei Strom zurückzuführen. Aufgrund positiver Effekte aus der Bewirtschaftung der Handelsbücher verbesserte sich das Adjusted EBIT gegenüber dem Vorjahr. Wegen der geringen Rohmargen in der konventionellen Stromerzeugung befindet es sich jedoch nach wie vor auf einem zu niedrigen Niveau. Berichtssegment Vertrieb und DienstleistungenVertrieb und Dienstleistungenscroll
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir das Direktvermarktungsgeschäft im Berichtssegment Handel und Portfoliomanagement konzentriert. Dadurch hat es eine Verschiebung der Direktvermarktungsmengen zur MVV Trading gegeben. Dies führte im Segment Vertrieb und Dienstleistungen zu einem leicht rückläufigen Außenumsatz. In Folge lag der Segmentumsatz - abweichend zu unserer Prognose - unter Vorjahresniveau. Der Gasabsatz ging leicht zurück, da der witterungsbedingte Mehrabsatz an unsere Kunden einen Rückgang im Bereich Energiedienstleistungen nicht vollständig auffangen konnte. Der Wärmeabsatz erhöhte sich aufgrund der kühleren Witterungsverhältnisse. Das Ergebnis im Segment Vertrieb und Dienstleistungen profitierte von der kühlen Witterung während der Heizperiode sowie von der organisatorischen Neuausrichtung der Vertriebseinheiten im Geschäftskunden- und Handelsbereich. Berichtssegment Strategische BeteiligungenStrategische Beteiligungenscroll
Bei einer stabilen Entwicklung der Beteiligungen lag das Adjusted EBIT auf Vorjahresniveau. Berichtssegment SonstigesSonstigesscroll
Die Ergebnisentwicklung im Berichtssegment Sonstiges wurde insbesondere durch den Wegfall von Einmaleffekten beeinflusst, die im Vorjahr angefallen waren. Im Geschäftsjahr 2016 hatten der Verkauf der ZVO Energie GmbH und die Veräußerung eines Grundstücks der Energieversorgung Offenbach AG zu einem außergewöhnlich hohen Ergebnis geführt. Überleitungsrechnung zum Adjusted EBITIn der folgenden Tabelle stellen wir dar, wie wir das in der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017 ausgewiesene EBIT auf das steuerungsrelevante Adjusted EBIT überleiten. Überleitungsrechnung vom EBIT (GuV) zum Adjusted EBIT vom 1.10. bis 30.9.scroll
Entwicklung wesentlicher Positionen in der Gewinn- und VerlustrechnungDer -> Materialaufwand verringerte sich überproportional zu den Umsatzerlösen um 129 Mio Euro auf 3.079 Mio Euro. Treiber ist im Wesentlichen ein Rückgang im Bereich der Projektentwicklung erneuerbarer Energien sowie der Preisverfall bei Gas. Demgegenüber kam es in der Direktvermarktung aufgrund höherer Mengen zu einem Anstieg der Aufwände. Der bereinigte Personalaufwand wurde maßgeblich vom erstmals ganzjährigen Einbezug des Teilkonzerns Juwi sowie von Tariferhöhungen beeinflusst. Er stieg um 14 Mio Euro und belief sich zum 30. September 2017 auf 418 Mio Euro. Ohne die Berücksichtigung der Bewertungseffekte aus IAS 39 lagen die -> sonstigen betrieblichen Erträge mit 115 Mio Euro nur geringfügig über dem Vorjahresniveau von 113 Mio Euro. Die um die Bewertungseffekte nach IAS 39 bereinigten sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 25 Mio Euro auf 242 Mio Euro. Neben gestiegenenen Zuführungen zu Wertberichtigungen war im Wesentlichen ein erhöhter Aufwand aus Emissionsrechten ausschlaggebend für die Entwicklung. ADJUSTED EBIT NACH BERICHTSSEGMENTEN Mio Euro![]() In der ->Gewinn- und Verlustrechnung sind die Bewertungseffekte nach IAS 39 in den sonstigen betrieblichen Erträgen und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Ihr Saldo ergab im Geschäftsjahr 2017 einen positiven Effekt von 39 Mio Euro; im Vorjahr war der Bewertungseffekt mit 24 Mio Euro ebenfalls positiv ausgefallen. In den IAS-39-Effekten spiegelt sich die Marktpreisentwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten wider. Die IAS-39-Bewertung ist weder zahlungswirksam noch beeinflusst sie unser operatives Geschäft oder die Dividende. Die -> Abschreibungen reduzierten sich im Berichtsjahr um 29 Mio Euro auf 183 Mio Euro. Der Rückgang ist vor allem auf im Vorjahr vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen. Das bereinigte Finanzergebnis profitierte insbesondere von einem Abbau der Finanzschulden, die im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um 168 Mio Euro zurückgegangen sind. Darüber hinaus führte der höhere Diskontierungszinssatz zu niedrigeren Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. In der Folge verbesserte sich das bereinigte Finanzergebnis um 19 Mio Euro auf - 56 Mio Euro. Nach Abzug des bereinigten Finanzergebnisses ergab sich im Geschäftsjahr 2017 ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheres Adjusted EBT von 169 Mio Euro (Vorjahr 139 Mio Euro). Der bereinigte Jahresüberschuss spiegelt die starke Verbesserung des Adjusted EBT nur bedingt wider. Er erhöhte sich um 9 Mio Euro und belief sich für das Berichtsjahr auf 107 Mio Euro (Vorjahr 98 Mio Euro). Grund hierfür ist ein Anstieg der bereinigten Ertragsteuern auf 62 Mio Euro (Vorjahr 40 Mio Euro). Sie erhöhten sich infolge eines latenten Steueraufwands aus dem Abbau temporärer Bewertungsunterschiede, durch den Wegfall latenter Steuererträge des Vorjahres sowie aufgrund höherer tatsächlicher Steuern auf die verbesserten Ergebnisse. Die bereinigten Anteile anderer Gesellschafter lagen aufgrund eines Ganzjahreseffekts bei Juwi sowie durch einen Ergebnisanstieg bei vollkonsolidierten Beteiligungen mit 14 Mio Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 3 Mio Euro. Der bereinigte Jahresüberschuss nach Fremdanteilen ging in der Folge leicht auf 93 Mio Euro zurück (Vorjahr 95 Mio Euro). Auf dieser Grundlage ergab sich ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,41 Euro (Vorjahr 1,45 Euro). Die Aktienanzahl lag, wie im Vorjahr, bei 65,9 Millionen Stück. DARSTELLUNG DER VERMÖGENSLAGEBilanzstrukturscroll
BILANZSTRUKTUR Mio Euro, Anteile %![]() BilanzentwicklungDie -> Bilanzsumme von MVV betrug zum Bilanzstichtag 4.713 Mio Euro, womit sie 291 Mio Euro unter dem Wert zum 30. September 2016 lag. Auf der Aktivseite verzeichneten die -> langfristigen Vermögenswerte einen Rückgang um 260 Mio Euro auf 3.326 Mio Euro. Maßgebliche Veränderungen gab es vor allem bei den -> langfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerten. Sie gingen auf 189 Mio Euro zurück, womit sie 206 Mio Euro unter dem Vorjahreswert lagen. Die Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus Forderungen aus Sicherheitsleistungen im Rahmen von Energiehandelsgeschäften sowie aus Bewertungseffekten. Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 31 Mio Euro auf 1.387 Mio Euro. Signifikante Veränderungen gab es in den -> Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mit 351 Mio Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 458 Mio Euro lagen. Ursache hierfür ist vorrangig ein starker Rückgang des Forderungsbestands beim Teilkonzern Juwi. Die -> kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund der positiven Marktwerte nach IAS 39 auf 343 Mio Euro (Vorjahr 307 Mio Euro). Gegenläufig wirkte sich ein Rückgang der Marginhinterlegungen aus. Einen Anstieg verzeichneten die ->flüssigen Mittel, die sich zum Bilanzstichtag auf 370 Mio Euro summierten (Vorjahr 333 Mio Euro). Grund hierfür sind vor allem Zahlungseingänge aus einem Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Darüber hinaus erhöhte sich der Finanzmittelbestand im Zusammenhang mit der Finanzierung des neuen Gasheizkraftwerks Kiel. Im Berichtsjahr haben wir unser -> Eigenkapital weiter gestärkt. Einschließlich der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter belief es sich zum Bilanzstichtag auf 1.521 Mio Euro, was einem Anstieg von 95 Mio Euro entspricht. Für die Steuerung unseres Konzerns bereinigen wir unsere Konzernbilanz zum 30. September 2017 um die kumulierten Bewertungseffekte nach IAS 39: Wir kürzer die Vermögensseite um die positiven Marktwerte der Derivate und um die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 465 Mio Euro (30. September 2016: 602 Mio Euro). Auf der Kapitalseite eliminieren wir bei den Schulden die negativen Marktwerte und die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 434 Mio Euro (30. September 2016: 628 Mio Euro). Beim Eigenkapital eliminieren wir den Saldo in Höhe von 31 Mio Euro (30. September 2016: - 26 Mio Euro). Daraus ergibt sich zum 30. September 2017 ein bereinigtes Eigenkapital von 1.490 Mio Euro (30. September 2016: 1.452 Mio Euro) Bezogen auf die bereinigte Bilanzsumme von 4.248 Mio Euro (30. September 2016: 4.401 Mio Euro) lag die bereinigte Eigenkapitalquote zum 30. September 2017 bei 35,1 % im Vergleich zu 33,0 % zum 30. September 2016. Die langfristigen Schulden verringerten sich gegenüber dem Bilanzstichtag 2016 um 104 Mio Euro auf 1.976 Mio Euro. Haupttreiber war ein Rückgang der -> langfristigen anderen Verbindlichkeiten um 240 Mio Euro auf 310 Mio Euro. Die Entwicklung resultiert vorrangig aus dem im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Wert der derivativen Finanzinstrumente. Er ging durch Realisation sowie aufgrund des geringeren Marktpreisniveaus zurück, welches den Marktwert der nach IAS 39 bilanzierten Energiehandelsgeschäfte verringert hat. Demgegenüber erhöhten sich die langfristigen Finanzschulden um 123 Mio Euro auf 1.299 Mio Euro. Grund hierfür ist in erster Linie die Finanzierung des neuen Gasheizkraftwerks in Kiel. Auch bei den kurzfristigen Schulden kam es zu einer Verringerung. Sie summierten sich auf 1.216 Mio Euro gegenüber 1.497 Mio Euro zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Einen maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung hatten die kurzfristigen Finanzschulden: Sie gingen im Wesentlichen durch die Rückzahlung von Bankverbindlichkeiten um 292 Mio Euro zurück und beliefen sich auf 148 Mio Euro. Demgegenüber erhöhten sich die -> kurzfristigen anderen Verbindlichkeiten um 98 Mio Euro auf 548 Mio Euro, unter anderem aufgrund von erhaltenen Anzahlungen bei Tochtergesellschaften. Darüber hinaus waren auch Bewertungseffekte aus IAS 39 ausschlaggebend für den Anstieg. InvestitionenIm Geschäftsjahr 2017 haben wir insgesamt 194 Mio Euro (Vorjahr 236 Mio Euro) investiert. Der Fokus lag dabei auf Investitionen in unsere Bestandsanlagen und -netze: Auf sie entfielen 130 Mio Euro (67 %), während 64 Mio Euro (33 %) in Wachstumsinvestitionen flossen. Investitionenscroll
Definition der Investitionen im -> Glossar INVESTITIONEN Anteile %![]() Zu unseren größten Investitionsprojekten im Geschäftsjahr 2017 zählen:
DARSTELLUNG DER FINANZLAGEDurch einen Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und weiteren Darlehensgebern haben wir unsere kurz- und langfristigen Finanzschulden im Berichtsjahr um 168 Mio Euro reduziert. Zum 30. September 2017 beliefen sie sich auf 1.448 Mio Euro gegenüber 1.616 Mio Euro zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Die Nettofinanzschulden (kurz- und langfristige Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel) gingen um 206 Mio Euro auf 1.077 Mio Euro zurück. KapitalflussrechnungIm Berichtsjahr haben wir einen Cashflow vor Working Capital und Steuern von 438 Mio Euro generiert, das sind 23 Mio Euro mehr als in der Vergleichsperiode. Maßgeblichen Einfluss hatte das Jahresergebnis vor Ertragsteuern, das auch nach der Bereinigung der zahlungsunwirksamen Erträge und Aufwendungen angestiegen ist. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verbesserte sich deutlich um 200 Mio Euro auf 474 Mio Euro. Neben dem höheren Cashflow vor Working Capital und Steuern trug der signifikante Kapitalzufluss durch Veränderungen in den sonstigen Aktiv- und Passivposten zu der positiven Entwicklung bei. Insbesondere der Abbau des Forderungsbestands und die Reduzierung der Sicherheitshinterlegungen fielen im Geschäftsjahr 2017 deutlich höher aus als im Vorjahr. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ging im Berichtsjahr im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 insbesondere aufgrund von Vorjahreseffekten um 166 Mio Euro auf - 165 Mio Euro zurück. Zum einen hatte der erstmalige Einbezug des Teilkonzerns Juwi im Geschäftsjahr 2016 zu einem Anstieg der flüssigen Mittel geführt; zum anderen haben wir im Vorjahr ein Wassernetz unserer Tochtergesellschaft Energieversorgung Offenbach AG verkauft, wodurch es zu wesentlich höheren Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen gekommen ist. Die Einzahlung aus dem Verkauf der ZVO Energie GmbH, einer At-Equity-Beteiligung im Teilkonzern Kiel, verbesserte den Cashflow aus der Investitionstätigkeit des Vorjahres zusätzlich. Mit - 271 Mio Euro verringerte sich der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit um 69 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr, was im Wesentlichen auf die höhere Tilgung von Krediten zurückzuführen ist. KAPITALFLUSSRECHNUNG Mio Euro![]() Professionelles FinanzmanagementAufgrund eines guten Zugangs zu den Kapitalmärkten kann MVV ihren Liquiditätsbedarf problemlos decken. Dabei profitieren wir von unserer guten Bonität, unserem diversifizierten Geschäftsportfolio und unserer Unternehmensstrategie, mit der wir ein nachhaltiges und profitables Wachstum anstreben. MVV verfügt über eine sehr gute Liquiditätsausstattung in Form von flüssigen Mitteln und Kreditlinien bei Banken, die zukünftig in Volumen und Laufzeit noch weiter ausgebaut werden. Im Geschäftsjahr 2017 wurden bei MVV insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Gasheizkraftwerks in Kiel Finanzierungsverträge abgeschlossen. Dabei konnten wir uns für unsere Investitionen langfristig das niedrige Zinsniveau sichern. Unser Fälligkeitenprofil zeigt in den kommenden Jahren keine auffälligen Spitzen. Um sowohl ihre eigene Liquidität als auch die der Beteiligungsgesellschaften optimal zu steuern, führt die MVV Energie AG einen Cash Pool, an den 34 Gesellschaften unseres Konzerns angebunden sind. Durch ihre Anbindung an den Cash Pool sichern die Beteiligungsgesellschaften ihren kurzfristigen Liquiditätsbedarf. Langfristiger Finanzierungsbedarf für Investitionen wird über Gesellschafterdarlehen zur Verfügung gestellt. TILGUNGSPROFIL Mio Euro![]() RatingMVV wird nicht durch Ratingagenturen bewertet. Im Rahmen unserer Ratinggespräche, die wir mit unseren Kernbanken führen, erhalten wir jedoch regelmäßig Rückmeldungen zu unserer Kreditwürdigkeit. Aus diesen Informationen können wir ableiten, dass MVV weiterhin im stabilen Investment-Grade-Bereich eingeordnet ist. Geschäftsentwicklung der MVV Energie AGErläuterungen zum Jahresabschluss der MVV Energie AG (HGB)Als börsennotierte Muttergesellschaft des MVV Energie Konzerns ("MVV") stellt die MVV Energie AG ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs in der Fassung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie nach den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes und des Energiewirtschaftsgesetzes auf. Der Konzernabschluss der MVV Energie AG wird nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Im Konzernabschluss sind die Erträge und Aufwendungen der konsolidierten Tochtergesellschaften - im Unterschied zum Einzelabschluss nach HGB - in den einzelnen Ertrags- und Aufwandspositionen der KonzernGewinn- und Verlustrechnung enthalten. Weitere Abweichungen zwischen dem Einzelabschluss der MVV Energie AG und dem Konzernabschluss ergeben sich insbesondere aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen den handelsrechtlichen und den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS. Der Jahresabschluss der MVV Energie AG, der Konzernabschluss von MVV und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Auf unserer -> Internetseite stehen der vollständige Jahresabschluss 2017 der MVV Energie AG ebenso wie der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht als Download zur Verfügung. Darstellung der Ertragslage der MVV Energie AGGewinn- und Verlustrechnung der MVV Energie AGscroll
Der Umsatz ohne Energiesteuern der MVV Energie AG erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 um 338 Mio Euro auf 2.192 Mio Euro; er wurde ausschließlich in Deutschland erzielt. In Höhe von 168 Mio Euro ist der Anstieg auf Ausweisänderungen aufgrund des BilRUG zurückzuführen. Zusätzlich trugen operativ ein höherer Strom- und Fernwärmeabsatz zur Umsatzsteigerung bei. Insgesamt hat die MVV Energie AG damit ihre Prognose, einen Umsatz auf Vorjahresniveau zu erreichen, übertroffen. Auf das Stromgeschäft entfielen 75 % des Gesamtumsatzes (Vorjahr 79 %), womit es weiterhin die umsatzstärkste Sparte der MVV Energie AG darstellt. Der Materialaufwand von 1.953 Mio Euro lag 156 Mio Euro über dem Vorjahr. Die Zunahme ist neben einem gestiegenen Strombezug unter anderem auf die Erhöhung der EEG-Umlage zurückzuführen, die an die Übertragungsnetzbetreiber zu entrichten ist. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich um 152 Mio Euro. Der Rückgang erklärt sich hauptsächlich aus dem unterschiedlichen Ausweis der Umsätze und sonstigen betrieblichen Erträge nach dem BilRUG. Bei Anwendung des BilRUG hätten sich für das Vorjahr sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 19 Mio Euro ergeben. Der Personalaufwand lag mit 79 Mio Euro um 5 Mio Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Wegfall eines Einmaleffekts aus Restrukturierungen, welche im Geschäftsjahr 2016 zu Aufwendungen in Höhe von rund 4 Mio Euro geführt hatten. Gegenläufig wirkten sich Rückstellungen für Abstandszahlungen aus, die 1 Mio Euro über dem Vorjahresniveau lagen. Zum 30. September 2017 beschäftigte die MVV Energie AG 909 Mitarbeiter, das sind 28 weniger als zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Die Abschreibungen nahmen gegenüber dem Vorjahr um 1 Mio Euro auf 21 Mio Euro ab. Im Berichtsjahr und im Vorjahr gab es keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen. Auf das Glasfasernetz wurde im Berichtsjahr eine Zuschreibung von 4 Mio Euro vorgenommen. Dieser Betrag wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017 um 18 Mio Euro auf 109 Mio Euro. Wesentliche Effekte ergaben sich aus dem Abschluss von Dienstleistungsverträgen sowie aus Wertberichtigungen auf Forderungen. Das Finanzergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahresvergleich um 9 Mio Euro auf 58 Mio Euro. Positiv wirkten sich vor allem ein Rückgang der Aufwendungen aus Verlustübernahmen, höhere Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sowie niedrigere Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus. Demgegenüber wirkten sich insbesondere niedrigere Erträge aus Beteiligungen sowie aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens mindernd auf das Finanzergebnis aus. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 16 Mio Euro auf 92 Mio Euro. Insgesamt ist der Ergebnisanstieg im Wesentlichen auf die höheren Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung zurückzuführen. Darüber hinaus profitierte das Ergebnis von einer stichtagsbezogenen Wertaufholung bei CO2 -Emissionszertifikaten. Nach Abzug der sonstigen Steuern erwirtschaftete die MVV Energie AG 2017 einen Jahresüberschuss von 92 Mio Euro (Vorjahr 75 Mio Euro). Damit wurde die Prognose, einen Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau zu erwirtschaften, übertroffen. Auf Basis des Gewinnverwendungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 10. März 2017 wurde der Bilanzgewinn in Höhe von 59,3 Mio Euro vollständig an die Aktionäre der MVV Energie AG ausgeschüttet. Die Dividende belief sich auf 0,90 Euro je Aktie. Aus dem Jahresüberschuss des Berichtsjahres wurden Gewinnrücklagen in Höhe von 32.300 Tsd Euro gebildet. Zum 30. September 2017 wies die MVV Energie AG einen Bilanzgewinn in Höhe von 59 Mio Euro aus. Die Hauptversammlung findet am 9. März 2018 statt. Sie wird über den Dividendenvorschlag des Vorstands und Aufsichtsrats entscheiden, der am 7. Dezember 2017 beschlossen wird. Darstellung der Vermögens- und Finanzlage der MVV Energie AGBilanz der MVV Energie AGscroll
Die Bilanzsumme verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht um 6 Mio Euro auf 2.301 Mio Euro. Die Aktivseite wird wesentlich durch das Finanzanlagevermögen geprägt: Zum 30. September 2017 summierte es sich auf 1.440 Mio Euro, was einem Anteil an der Bilanzsumme von 63 % entspricht. Im Vorjahr beliefen sich die Werte auf 1.501 Mio Euro beziehungsweise 65 %. Der Rückgang des Finanzanlagevermögens ist vor allem auf die Tilgung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich die Vergabe neuer Ausleihungen aus. Bei verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen ergaben sich Verminderungen der Beteiligungsbuchwerte von 19 Mio Euro aufgrund von Rückzahlungen aus der Kapitalrücklage und Abschreibungen auf Finanzanlagen. 7 Mio Euro entfallen auf Veränderungen der Fristigkeit von Krediten an verbundene Unternehmen vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich. Das Sachanlagevermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 25 Mio Euro auf 368 Mio Euro. Grund hierfür ist in erster Linie ein Investitionsanstieg bei mehreren Großprojekten. Darüberhinaus hat die MVV Energie AG Ersatzinvestitionen in das bestehende Netz vorgenommen. Das Umlaufvermögen stieg im Vergleich zum 30. September 2016 vor allem aufgrund der Zunahme der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 30 Mio Euro auf 492 Mio Euro. Im Berichtsjahr konnte das Eigenkapital um 32 Mio Euro gestärkt werden und betrug zum Bilanzstichtag 1.067 Mio Euro. Zum 30. September 2017 lag die Eigenkapitalquote mit 46,4 % leicht über dem Vorjahreswert von 44,8 % und spiegelt die solide Eigenkapitalausstattung der MVV Energie AG wider. Während sich die Rückstellungen gegenüber dem Vorjahr um 11 Mio Euro auf 97 Mio Euro verminderten, reduzierten sich die Verbindlichkeiten um 28 Mio Euro auf 1.092 Mio Euro. Der Rückgang liegt insbesondere in niedrigeren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten begründet. Demgegenüber erhöhten sich vor allem die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen. Die MVV Energie AG nimmt die Finanzierungsfunktion für verbundene Unternehmen von MVV wahr. Im Rahmen dieser Funktion sichert sie die operative Liquidität zahlreicher Gesellschaften und versorgt diese über Gesellschafterdarlehen mit langfristigem Kapital, das für Investitionen notwendig ist. Zu den Gesellschaften gehören unter anderem die wesentlichen Tochtergesellschaften aus dem Geschäftsfeld Erzeugung sowie der Teilkonzerne MVV Umwelt und MVV Enamic. Zur Sicherung der Liquidität stehen zugesagte Kreditlinien in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Tätigkeitsabschlüsse 2017Mit ihren Tätigkeitsabschlüssen 2017 erfüllt die MVV Energie AG die Berichtspflicht nach § 6b des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG): Gemäß § 6b EnWG führen wir in der internen Rechnungslegung jeweils getrennte Konten für die Tätigkeiten der Elektrizitäts- und Gasverteilung, für andere Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors sowie für andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors. Zudem erstellen wir jeweils eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung für die Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung. ElektrizitätsverteilungIm Berichtsjahr wies der Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung einen Umsatz von 47 Mio Euro (Vorjahr 11 Mio Euro) aus. Aufgrund der Neufassung von § 277 Abs. 1 HGB durch das BilRUG kam es zu Umgliederungen bei einigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge). Im Vorjahr wurden unter der Position sonstige betriebliche Erträge in der Stromverteilung 39 Mio Euro ausgewiesen. Nach BilRUG entfallen hiervon 36 Mio Euro auf Umsatzerlöse. Für das Vorjahr hätten sich somit Umsatzerlöse in Höhe von 47 Mio Euro ergeben. Die Gesamtleistung ist im Geschäftsjahr 2017 um 2 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Der Umsatz des Tätigkeitsbereichs Elektrizitätsverteilung ist gemessen am Gesamtumsatz des Elektrizitätssektors von 1,7 Mrd Euro (Vorjahr 1,5 Mrd Euro) von geringer Bedeutung. Die Ergebnisse des Tätigkeitsbereichs Elektrizitätsverteilung der MVV Energie AG enthalten neben den Erträgen aus der Verpachtung ihrer Stromnetze an die MVV Netze GmbH auch Erträge aus Konzessionsabgaben. Die MVV Netze GmbH verwaltet und betreibt die Verteilungsanlagen und -netze der MVV Energie AG und ist für deren Instandhaltung verantwortlich. Den sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Weiterverrechnung der Konzessionsabgabe an die MVV Netze GmbH bis zum 30. September 2017 standen entsprechende sonstige betriebliche Aufwendungen gegenüber. Im Geschäftsjahr 2017 wies die Elektrizitätsverteilung einen Jahresfehlbetrag von - 2 Mio Euro auf (Vorjahr Jahresfehlbetrag von - 1 Mio Euro). Zum 30. September 2017 lag die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs Elektrizitätsverteilung bei 130 Mio Euro (Vorjahr 120 Mio Euro); sie entspricht damit einem Anteil von 41 % (Vorjahr 40 %) der Bilanzsumme des Elektrizitätssektors der MVV Energie AG. Das Sachanlagevermögen der Elektrizitätsverteilung erhöhte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres leicht. Mit 112 Mio Euro (Vorjahr 105 Mio Euro) entsprach es einem Anteil von 86 % (Vorjahr 88 %) der Bilanzsumme der Elektrizitätsverteilung. Bei den Forderungen gegen verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen gegenüber der MVV Netze GmbH. Auf der Passivseite stiegen die Verbindlichkeiten der Elektrizitätsverteilung von 50 Mio Euro auf 62 Mio Euro. GasverteilungIm Berichtsjahr wies der Tätigkeitsbereich Gasverteilung einen Umsatz von 31 Mio Euro (Vorjahr 2 Mio Euro) aus. Wie im Bereich Stromverteilung kam es auch bei der Gasverteilung aufgrund der Neufassung von § 277 Abs. 1 HGB durch das BilRUG zu Umgliederungen von einigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge). Im Vorjahr wurden unter der Position sonstige betriebliche Erträge in der Gasverteilung 32 Mio Euro ausgewiesen, davon entfallen 31 Mio Euro nach BilRUG auf Umsatzerlöse. Für das Vorjahr hätten sich somit Umsatzerlöse in Höhe von 32 Mio Euro ergeben. Die Gesamtleistung lag im Geschäftsjahr 2 Mio Euro unter dem Vorjahresniveau. Der Tätigkeitsbereich Gasverteilung ist mit einem Umsatz von 31 Mio Euro (Vorjahr 2 Mio Euro) gemessen am Gesamtumsatz des Gassektors von 226 Mio Euro (Vorjahr 205 Mio Euro) von geringer Bedeutung. Analog der Elektrizitätsverteilung enthalten die Ergebnisse des Tätigkeitsbereichs Gasverteilung neben den Erträgen aus der Verpachtung ihrer Netze an die MVV Netze GmbH auch Erträge aus Konzessionsabgaben. Den sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Weiterverrechnung der Konzessionsabgabe an die MVV Netze GmbH bis 30. September 2017 standen entsprechende sonstige betriebliche Aufwendungen gegenüber. Im Berichtsjahr erwirtschaftete der Tätigkeitsbereich Gasverteilung einen Jahresüberschuss in Höhe von 12 Mio Euro (Vorjahr 11 Mio Euro). Die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs Gasverteilung lag zum Bilanzstichtag 30. September 2017 bei 94 Mio Euro (Vorjahr 91 Mio Euro) und stellt damit einen Anteil von rund 73 % (Vorjahr 72 %) der Bilanzsumme des Gassektors der MVV Energie AG dar. Das Sachanlagevermögen der Gasverteilung lag mit 85 Mio Euro leicht über dem Vorjahr und entsprach einem Anteil von 90 % (Vorjahr 91 %) der Bilanzsumme der Gasverteilung. Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Forderungen gegenüber der MVV Netze GmbH. Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten der Gasverteilung von 10 Mio Euro auf 14 Mio Euro. Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289a HGB)Börsennotierte Unternehmen sind gemäß § 289a HGB verpflichtet, eine Erklärung zur Unternehmensführung abzugeben: In dieser Erklärung berichten sie über die aktuelle Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG und über Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werden. Zudem berichten sie über die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, über die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats sowie über die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Wir haben die Erklärung zur Unternehmensführung mit Entsprechenserklärung als Bestandteil des -> Corporate Governance Berichts am 3. November 2017 auf unserer Internetseite veröffentlicht. Erklärung gemäß § 312 Aktiengesetz (AktG)Der Vorstand hat für das Geschäftsjahr 2017 gemäß § 312 AktG einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) erstellt und erklärt: "Die MVV Energie AG hat bei den Rechtsgeschäften, die im Bericht über die Beziehungen zur Stadt Mannheim und zu den verbundenen Unternehmen aufgeführt sind, nach den Umständen, die dem Vorstand zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten." Wesentliche Ereignisse nach GeschäftsjahresendeVom Bilanzstichtag 30. September 2017 bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses 2017 sind neben dem nachstehenden Sachverhalt keine Ereignisse eingetreten, die für die Geschäftsentwicklung von MVV von wesentlicher Bedeutung sind. Zum 15. Oktober 2017 wurde das Glasfasernetz der MVV Energie AG an PFALZKOM | MANET verkauft. Nachdem die MVV Energie AG ihr Glasfasernetz bereits seit 2006 an den IT- und Telekommunikationsanbieter verpachtet hat, hat dieser das gesamte Datenleitungsnetz nun auch als Eigentum übernommen. Corporate GovernanceCorporate Governance umfasst die Regelungen, die zur Führung und Überwachung von Unternehmen dienen. Eine gute Corporate Governance ist die Grundlage unseres nachhaltigen Unternehmenserfolgs; wir legen Wert auf verantwortungsvolles Handeln, langfristige Wertschöpfung und transparente Berichterstattung. Auch für ein stabiles Vertrauen unserer Aktionäre, Kunden, Geschäftspartner, Beschäftigten und der Öffentlichkeit erachten wir gute Corporate Governance als unverzichtbar. Am 3. November 2017 haben wir gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Internet den gemeinsamen Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat zur Corporate Governance dauerhaft und öffentlich zugänglich gemacht. Wir haben den Bericht zusammen mit der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB veröffentlicht; sie enthält neben der jährlichen Entsprechenserklärung auch Angaben zu unseren Unternehmensführungspraktiken. In der Entsprechenserklärung haben Vorstand und Aufsichtsrat der MVV Energie AG bestätigt, dass allen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Goverance Kodex in ihrer aktuellen Fassung entsprochen wurde und wird. VergütungsberichtNachfolgend erläutern wir die Grundsätze unseres Vergütungssystems; zudem informieren wir jeweils über die Struktur sowie die Höhe der Vergütungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der MVV Energie AG. Vergütung des VorstandsVergütungssystemDas System und die Höhe der Vergütung unserer Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt und regelmäßig geprüft. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats bereitet die notwendigen Beschlüsse vor. Unser Vergütungssystem ist in seinen Grundzügen so gestaltet, dass es Anreize für eine nachhaltige und langfristige Wertentwicklung und den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens schafft. Die Regelungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) werden dabei ebenso berücksichtigt wie die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Vergütung des Vorstands besteht aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten. Falls ein Vorstandsmitglied vorzeitig aus dem Unternehmen ausscheidet, gelten für etwaige Abfindungsvereinbarungen folgende Regeln: Zahlungen an ein ausscheidendes Vorstandsmitglied dürfen nicht höher sein als der Wert von zwei Jahresvergütungen, maximal darf die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet werden. Bei vorzeitiger Beendigung oder Nichtverlängerung des Dienstvertrags wird kein Übergangsgeld gewährt. Sonstige Leistungen von Dritten wurden den Mitgliedern des Vorstands im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstandsmitglied weder zugesagt noch gewährt. Erfolgsunabhängige VergütungDie erfolgsunabhängigen Vergütungskomponenten des Vorstands setzen sich aus einer fixen Grundvergütung, Nebenleistungen sowie Versorgungszusagen zusammen. Die fixe Vergütung wird monatlich anteilig als Gehalt ausgezahlt. Darüber hinaus erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen. Im Wesentlichen bestehen diese aus Zuschüssen zu marktüblichen Versicherungen und dem geldwerten Vorteil aus der Dienstwagennutzung. Die Nebenleistungen sind von den Vorständen individuell zu versteuern. Allen Vorstandsmitgliedern der MVV Energie AG wurde eine beitragsorientierte Versorgungsleistung zugesagt, und zwar in Höhe des Stands der virtuellen Versorgungskonten zum Zeitpunkt des Versorgungsfalls. Den Konten werden jährlich Versorgungsbeiträge gutgeschrieben, die jährlich verzinst werden. Die Versorgungszusagen umfassen auch Leistungen für den Fall dauerhafter Arbeitsunfähigkeit sowie eine Hinterbliebenenversorgung. Erfolgsabhängige VergütungZwei Komponenten mit jeweils angemessenen Mindestschwellen und Kappungsgrenzen bestimmen die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder: zum einen die Jahrestantieme, die sich am im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschafteten Adjusted EBIT von MVV bemisst, zum anderen die Nachhaltigkeitstantieme, die die nachhaltige Wertsteigerung des Unternehmens zeigt. Sie wird anhand des durchschnittlichen ROCE (Return on Capital Employed) vor IAS-39-Effekten von MVV ermittelt; dabei werden das abgelaufene und die beiden vorherigen Geschäftsjahre in die Berechnung einbezogen. Die Nachhaltigkeitstantieme wird nur ausgezahlt, wenn der über drei Jahre ermittelte ROCE eine festgelegte Mindestschwelle überschreitet. Die Kennzahl ROCE bemisst, wie effizient mit dem eingesetzten Kapital gewirtschaftet wurde. Da das betriebsnotwendige Kapital vor allem durch langfristige, strategische Entscheidungen beeinflusst wird, eignet sich die Kennzahl gut dazu, die Nachhaltigkeit des Unternehmens zu honorieren. Die Nachhaltigkeitstantieme machte im Geschäftsjahr 2017 im Vergleich zur Jahrestantieme den überwiegenden Teil der variablen Vergütung aus. Eine darüber hinausgehende mehrjährige variable Vergütung ist nicht vorgesehen. Aktienoptionsprogramme oder vergleichbare Instrumente bestehen nicht. Gesamtvergütung des VorstandsDer Vorstand der MVV Energie AG erhielt im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 2.318 Tsd Euro (Vorjahr 3.495 Tsd Euro einschließlich der Entschädigungszahlungen aufgrund des Ausscheidens von Udo Bekker aus dem Vorstand). Die folgenden Tabellen zeigen sowohl die gewährten Zuwendungen und die tatsächlichen Zuflüsse im Berichtsjahr nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex als auch die Gesamtbezüge nach DRS 17. Aufgrund der Systematik unseres Vergütungssystems sind die gewährten Zuwendungen und die tatsächlichen Zuflüsse identisch. Die ehemaligen Mitglieder des Vorstands erhielten im Berichtsjahr Bezüge in Höhe von 468 Tsd Euro. Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebene betragen insgesamt 16.784 Tsd Euro; im Berichtsjahr wurden den Rückstellungen insgesamt 275 Tsd Euro zugeführt. Vergütung unternehmensnaher PersonenGemäß IAS 24 zählen Mitglieder des Managements in Schlüsselfunktionen zu den unternehmensnahen Personen. Bei MVV gehören hierzu neben den Vorstandsmitgliedern die aktiven Bereichsleiter sowie die Prokuristen der MVV Energie AG. Unsere Bereichsleiter und Prokuristen erhalten ihre Bezüge ausschließlich von der MVV Energie AG. Im Berichtsjahr beliefen sich die entsprechenden Vergütungen auf 2.928 Tsd Euro, hiervon entfielen 2.801 Tsd Euro auf kurzfristig fällige Leistungen. Sofern sie nicht über eine Zusatzversorgungskasse abgesichert sind, erhalten sie eine beitragsorientierte betriebliche Altersversorgung, die bis zu 8,6 % der fixen Grundvergütung beträgt. Dabei können sie wählen, welche biometrischen Risiken sie absichern wollen. Die Gesamtaufwendungen im Rahmen dieser Vergütungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 127 Tsd Euro. Gewährte Zuwendungen und Zuflüssescroll
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Jährliche Fixvergütung einschließlich Zulage für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Georg
Müller in Höhe von 204 Tsd Euro Pensionsverpflichtungenscroll
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Einschließlich Zinsen Vergütung des AufsichtsratsVergütungssystemDie Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist in der Satzung der MVV Energie AG festgelegt, über die die Hauptversammlung beschlossen hat. Die Vergütung unserer Aufsichtsratsmitglieder steht in einem angemessenen Verhältnis zu der Verantwortung, die sie tragen und zu dem Umfang ihrer Tätigkeiten. Im Geschäftsjahr 2017 erhielt jedes Aufsichtsratsmitglied eine Jahresvergütung von 10 Tsd Euro; der Aufsichtsratsvorsitzende bezog den doppelten und sein Stellvertreter den eineinhalbfachen Betrag. Bei einem unterjährigen Eintritt beziehungsweise Ausscheiden wurde die Tätigkeit zeitanteilig vergütet. Der Vorsitzende des Bilanzprüfungsausschusses erhielt eine zusätzliche Jahresvergütung von 5 Tsd Euro, die weiteren Mitglieder des Bilanzprüfungsausschusses erhielten jeweils 2,5 Tsd Euro. Für jede Teilnahme an einer Sitzung des Plenums beziehungsweise einer Sitzung der Ausschüsse erhielt jedes Aufsichtsratsmitglied 1 Tsd Euro. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält für eine Aufsichtsratssitzung den doppelten Betrag; ebenso erhält der Vorsitzende des Bilanzprüfungsausschusses den doppelten Betrag für eine Sitzung des Bilanzprüfungsausschusses. Gesamtvergütung des AufsichtsratsIm Berichtsjahr summierten sich die Bezüge der -> Aufsichtsratsmitglieder auf 410 Tsd Euro. Aufsichtsratsbezüge GJ 2017scroll
Übernahmerelevante AngabenDer zusammengefasste Lagebericht enthält übernahmerelevante Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB. Der Vorstand hat sich mit diesen Angaben befasst und gibt hierzu folgende Erläuterungen: Zusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag 30. September 2017 insgesamt 168.721.397,76 Euro. Es war eingeteilt in 65.906.796 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,56 Euro je Stückaktie. Jede Aktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der MVV Energie AG und die sich aus dem Gesetz und der Satzung ergebenden Rechte und Pflichten. Beschränkungen von Stimmrechten und Vinkulierungen; Aktien mit SonderrechtenBeschränkungen von Stimmrechten und Vinkulierungen bestehen nicht. Entsprechende Vereinbarungen zwischen Aktionären sind dem Vorstand nicht bekannt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreitenDie Stadt Mannheim hielt zum Bilanzstichtag mittelbar 50,1 % der Anteile der MVV Energie AG; die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, hielt unmittelbar 22,5 % und die RheinEnergie AG, Köln, unmittelbar 16,3 % der Aktien. StimmrechtskontrolleEine Stimmrechtskontrolle im Sinne von §§ 289 Abs. 4 Nr. 5 und 315 Abs. 4 Nr. 5 HGB findet nicht statt. Vorschriften zur Ernennung und Abberufung des Vorstands und zur SatzungsänderungDie Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach §§ 76 ff. AktG, insbesondere 84 f. AktG und 30 ff. MitbestG. Der Vorstand der Gesellschaft besteht nach der Satzung der Gesellschaft aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Bestimmung der Anzahl der Mitglieder sowie deren Bestellung und Abberufung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Die Bestellung erfolgt auf längstens fünf Jahre; eine wiederholte Bestellung ist zulässig. Die Änderung der Satzung erfolgt nach § 133 und § 179 AktG in Verbindung mit § 19 der Satzung der Gesellschaft. Gemäß § 19 Abs. 1 der Satzung reicht für eine Satzungsänderung auch die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen stimmberechtigten Grundkapitals aus, soweit nach zwingenden gesetzlichen Gründen keine größere Mehrheit erforderlich ist. Gemäß § 11 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von AktienDie Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 13. März 2015 ermächtigt, bis zum 12. März 2020 eigene Aktien zu erwerben, und zwar bis zu einem Umfang von 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals. Die Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 14. März 2014 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 13. März 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 20 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 51,2 Mio Euro zu erhöhen. Der Vorstand der MVV Energie AG hat von diesen Ermächtigungen bislang keinen Gebrauch gemacht. Entschädigungsvereinbarungen und Change-of-Control-KlauselnBei der MVV Energie AG bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen (Change-of-Control-Klauseln). Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen ebenfalls nicht. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
PROGNOSEBERICHTGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie deutsche Wirtschaft befindet sich laut dem Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute weiter auf Wachstumskurs. Zwar hat die Konjunkturentwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2017 etwas an Dynamik verloren, 2018 soll sie jedoch wieder an Fahrt gewinnen. Für 2017 prognostizieren die Forscher ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 1,9 %, für das Kalenderjahr 2018 wird ein Anstieg von 2,0 % erwartet. Energiepolitische RahmenbedingungenFür den zukünftigen Geschäftsverlauf von MVV sind vor allem die Ausschreibungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die überarbeitete Netzentgeltsystematik im Netzentgeltmodernisierungsgesetz und die Verordnungen zur Ausgestaltung der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes von wesentlicher Bedeutung. Energiewirtschaftliche EntwicklungenRückläufige Preise an den Stromgroßhandelsmärkten haben dazu geführt, dass die Rentabilität der konventionellen Stromerzeugung in den vergangenen Jahren stark rückläufig war. Zurzeit sehen wir keine Indikationen dafür, dass sich dieser Trend umkehrt. Insbesondere erwarten wir keine positiven Impulse aus einer Veränderung des Clean Dark Spread, also der Erzeugungsmarge aus der Steinkohleverstromung. Laut einer gemeinsamen Prognose des Bundesverbands WindEnergie und VDMA Power Systems wird sich der Netto-Zubau von Windenergie-Leistung an Land 2017 in einer Spannbreite von 4.500 bis 5.000 MW bewegen. Für das Jahr 2018 gehen die Experten von einer leicht nachlassenden Dynamik bei einem Brutto-Zubau von 3.000 bis 3.500 MW aus. Damit liegt die Erwartung über dem von der Bundesregierung angestrebten Wert von jährlich 2.800 MW bis zum Jahr 2019. MVV hat schon früh damit begonnen, bei der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien zu setzen. Wir gehen davon aus, dass der Megatrend zu einer immer stärkeren Dezentralisierung in der Energieerzeugung nachhaltig ist und die Markterwartungen für unsere Wachstumsfelder weiterhin positiv sind. So betont das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in einem Positionspapier die steigende Bedeutung dezentraler Akteure, die zunehmend auch Systemverantwortung übernehmen und Systemdienstleistungen erbringen müssten. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG geht in ihrer Studie "Dezentrale Energiewirtschaft Chance oder Bedrohung" davon aus, dass der Anteil der dezentralen Energiewirtschaft von rund 15 % an der Bruttostromerzeugung im Jahr 2010 bis 2030 auf etwa 26 % bis 35 % steigen wird. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen GeschäftsentwicklungAufgrund der energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und gegebenenfalls veränderter Akzentuierungen einer neuen Bundesregierung rechnen wir auch für das Jahr 2018 mit einem anspruchsvollen Marktumfeld. Möglichen Ergebnisbelastungen, die aus dem fortgesetzten Umbau des Energiesystems in Deutschland resultieren können, begegnen wir mit gezielten Wachstumsinvestitionen sowie mit Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz und zur Reduktion der Kosten. Darüber hinaus kann es in der Projektentwicklung erneuerbarer Energien zu zeitlichen Verschiebungen in der Projekt- beziehungsweise Ergebnisrealisation kommen, mit einer entsprechenden Volatilität in der Ergebnisentwicklung. Unsere auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Unternehmensstrategie werden wir konsequent weiterverfolgen. Auf dieser Basis erwarten wir, dass MVV auch im Geschäftsjahr 2018 profitabel wachsen wird. Voraussichtliche UmsatzentwicklungFür das Berichtssegment Handel und Portfoliomanagement gehen wir aufgrund höherer Handelsmengen davon aus, dass die Umsatzerlöse leicht über dem Vorjahr liegen werden. In den Berichtssegmenten Erzeugung und Infrastruktur sowie Vertrieb und Dienstleistungen rechnen wir mit Umsätzen auf Vorjahresniveau. Aus heutiger Sicht erwarten wir, dass die Umsatzerlöse (ohne Energiesteuern) von MVV im Geschäftsjahr 2018 bei normalem Witterungsverlauf gegenüber dem Vorjahr (4,0 Mrd Euro) leicht ansteigen werden. Die Umsatzentwicklung ist vor allem von den Handelsaktivitäten und Commodity-Preisen, der Projektrealisierung im Bereich der Projektentwicklung erneuerbarer Energien und den vertrieblichen Aktivitäten, aber auch von den Witterungsverhältnissen abhängig. Voraussichtliche ErgebnisentwicklungDie Ergebnisentwicklung im Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur wird im Geschäftsjahr 2018 von der Preisentwicklung bei Abfall und Biomasse sowie von der Verfügbarkeit unserer Anlagen profitieren. Generell ist die Ergebnisentwicklung des Segments durch die Aktivitäten in der Projektentwicklung erneuerbarer Energien volatiler geworden. Insgesamt rechnen wir damit, dass das Adjusted EBIT des Segments moderat steigen wird. Das Ergebnis des Berichtssegments Handel und Portfoliomanagement wird vor allem durch die Entwicklung der Stromgroßhandelspreise und des Clean Dark Spread (CDS) beeinflusst. Von einer Erholung des CDS-Niveaus ist nicht auszugehen. Wir erwarten für das Berichtssegment deshalb gegenüber dem Vorjahr eine deutlich rückläufige Ergebnisentwicklung. Im Berichtssegment Vertrieb und Dienstleistungen rechnen wir mit einem leichten Rückgang des Adjusted EBIT. Insgesamt gehen wir davon aus, dass das Adjusted EBIT von MVV im Geschäftsjahr 2018 aus operativer Sicht erneut leicht über dem Vorjahr (224 Mio Euro) liegen wird. Die Ergebnisentwicklung ist weiterhin vor allem von den Witterungs- und Windverhältnissen, den Strom- und Brennstoffpreisen, dem Clean Dark Spread sowie der internen Kostenentwicklung abhängig. Zudem unterliegt das Adjusted EBIT durch unsere Aktivitäten im Bereich der Projektentwicklung erneuerbare Energien einer gestiegenen Volatilität. Voraussichtliche Entwicklung der MVV Energie AG im Einzelabschluss nach HGBIm Einzelabschluss der MVV Energie AG nach HGB gehen wir für das Geschäftsjahr 2018 davon aus, dass die Umsatzerlöse ohne Energiesteuern etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2,2 Mrd Euro) liegen werden. Vor allem während der Heizperiode hat der Witterungsverlauf einen maßgeblichen Einfluss auf die Umsatzerlöse und Absatzmengen im Fernwärme- und Gasgeschäft. Ihr operatives Ergebnis erwirtschaftet die MVV Energie AG vorrangig durch die Netze, im Vertrieb sowie durch Beteiligungserträge aus den Konzernbeteiligungen. Insgesamt erwarten wir, dass der Jahresüberschuss nach Steuern im Geschäftsjahr 2018 deutlich über dem Niveau des Vorjahres (92 Mio Euro) liegen wird. Stabile DividendeMit unserer auf Kontinuität ausgerichteten Dividendenpolitik wollen wir für unsere Aktionäre eine solide Rendite gewährleisten. Aus diesem Grund plant der Vorstand für das Geschäftsjahr 2017 eine gegenüber dem Vorjahr erneut unveränderte Dividende in Höhe von 0,90 Euro je Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat werden den Dividendenvorschlag für die Hauptversammlung 2018 im Dezember 2017 beschließen. Geplante InvestitionenAus heutiger Sicht werden wir im Geschäftsjahr 2018 rund 300 Mio Euro in Wachstum und in die Modernisierung und Instandhaltung unserer Anlagen und Netze investieren. Dabei orientieren sich unsere Investitionsschwerpunkte an unserer strategischen Ausrichtung. Eine bedeutende Investition ist der Bau des Gasheizkraftwerks in Kiel. Kapitalausstattung und FinanzierungsstrukturMVV verfügt über einen guten Zugang zum Kapitalmarkt und kann ihren Liquiditätsbedarf daher problemlos decken. Dank unserer bereinigten Eigenkapitalquote von 35 % sind wir in der Lage, auch weiterhin auf hohem Niveau in unser Wachstum zu investieren. Investitionen in das Bestandsgeschäft finanzieren wir überwiegend über Abschreibungsgegenwerte. Für unsere Wachstumsprojekte nutzen wir den operativen Cashflow sowie projektbezogene optimierte Finanzierungen, wobei strukturell ähnliche Projekte mit vergleichbaren Laufzeiten gebündelt werden. Zur Finanzierung nutzen wir den Kapitalmarkt oder greifen auf unsere flüssigen Mittel zurück. Neben dem Bankenmarkt beobachten wir alternative Finanzierungsquellen wie den Schuldscheinmarkt. Indem wir Kennzahlen als Leitplanken für fremdfinanziertes Wachstum definieren und einhalten, stellen wir ein implizites Rating von MVV im Investment-Grade-Bereich sicher. Zukunftsgerichtete Aussagen und PrognosenUnser zusammengefasster Lagebericht für den MVV Energie Konzern (nach IFRS) und die MVV Energie AG (nach HGB) enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf heutigen Annahmen und Einschätzungen beruhen. Auch wenn der Vorstand davon überzeugt ist, dass diese getroffenen Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die tatsächliche Entwicklung und die tatsächlichen Ergebnisse in der Zukunft hiervon aufgrund der derzeit großen Unsicherheiten sowie einer Vielzahl von internen und externen Faktoren abweichen. Neue Berichtsstruktur ab dem Geschäftsjahr 2018Mit Beginn des Geschäftsjahres 2018 plant MVV die Anpassung der Berichtsstruktur. Damit wollen wir unserer konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden bei vertrieblichen Aktivitäten auch in der Berichterstattung angemessen Rechnung tragen. Zudem soll die neue Struktur die wachsende Bedeutung unserer Geschäftstätigkeit in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie unseren konsequenten und nachhaltigen Fokus auf die Gewährleistung einer hohen Versorgungssicherheit transparent abbilden. Die Steuerung von MVV soll weiterhin in fünf Berichtssegmenten erfolgen, denen unterschiedliche Geschäftsfelder zugeordnet sind:
CHANCEN- UND RISIKOBERICHTChancen und Risiken sind Teil unternehmerischen Handelns. Zu den zentralen Aufgaben unserer Unternehmensführung gehört es, Chancen frühzeitig zu identifizieren und zu realisieren sowie Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Hierfür haben wir entsprechende Instrumente und Prozesse installiert: Zum einen unser rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem (IKS), das dazu dient, eine ordnungsgemäße, zuverlässige und unternehmensweit einheitliche Rechnungslegung sicherzustellen, zum anderen unser Risikomanagementsystem (RMS): Mit ihm können wir frühzeitig insbesondere wettbewerbliche, regulatorische und technologische Entwicklungen erfassen, die für unser Unternehmen relevant sind, und entstehende Chancen und Risiken systematisch handhaben. Erläuterung des Internen Kontrollsystems (IKS)Unsere Finanzberichterstattung soll korrekt, vollständig, zeitnah und verständlich informieren. Um diesen Anspruch zu erfüllen, nutzen wir für die Finanzberichterstattung der gesamten MVV ein rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem (IKS). In diesem System sind alle Grundsätze, Verfahren, Regelungen und Maßnahmen niedergelegt, mit denen Geschäftsvorfälle zeitnah, vollständig, richtig und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben erfasst werden. Wir überwachen mit dem IKS, ob die gesetzlichen Vorschriften und unsere internen Vorgaben eingehalten werden. Dazu gehören die Grundsätze der ordnungsmäßigen Buchführung, die Regelungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG), internationale Rechnungslegungsvorschriften sowie ergänzende Bestimmungen der Satzung. Mithilfe des IKS sollen zudem wesentliche Falschdarstellungen vermieden werden, die aufgrund von Fehlern oder Betrug entstehen könnten. An jedem unserer Standorte ist das IKS fester Bestandteil unserer Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesse. Wir haben alle notwendigen Prozesse und Schnittstellen, die für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht von MVV wichtig sind, analysiert; so haben wir Risiken identifiziert, die einer normenkonformen Veröffentlichung des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Um diese Risiken zu minimieren, wurden alle Beteiligten geschult; zudem gibt es detaillierte Zeitpläne für die Erstellung der Quartalsmitteilungen, des Konzernzwischenab-schlusses, des Halbjahresfinanzberichts sowie des Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts. Vorstände und Geschäftsführer unserer Tochtergesellschaften sowie ausgewählte Bereichs- und Konzernabteilungsleiter leisten vierteljährlich einen internen Bilanzeid. Grundlagen und Organisation des IKSDer Konzernabschluss wird zentral vom kaufmännischen Ressort der MVV Energie AG aufgestellt; er erfüllt die International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie die ergänzenden handelsrechtlichen Bestimmungen nach § 315a Abs. 1 HGB. Alle wesentlichen Bilanzierungsfragen werden im Bereich Rechnungswesen und Steuern unseres Konzerns bearbeitet. Die Mitarbeiter dieses Bereichs sind zudem Ansprechpartner für unsere Tochtergesellschaften. Der Konzernabschluss entsteht, indem zuerst die einzelnen Tochtergesellschaften ihre Abschlüsse aufstellen, die dann vom jeweiligen Abschlussprüfer geprüft werden. Anschließend führen wir die Abschlüsse mithilfe einer SAP-Konsolidierungssoftware bei der MVV Energie AG zum Konzernabschluss zusammen. Die allgemeinen Konsolidierungsprozesse unseres Unternehmens sind schriftlich fixiert; sie werden bei der Abschlusserstellung überwacht. Der Bilanzprüfungsausschuss und das Gesamtgremium des Aufsichtsrats prüfen den Konzernabschluss. Im Anschluss wird er vom Aufsichtsrat gebilligt, festgestellt und veröffentlicht. Für unser IKS gelten das Vier-Augen-Prinzip sowie eine konsequente Umsetzung von Funktionstrennungen. Richtlinien, Verfahrensanweisungen und Genehmigungsprozesse werden durch ein internes Informations- und Kommunikationssystem unterstützt. Für alle Gesellschaften, die in unseren Konzernabschluss einbezogen sind, gilt eine einheitliche Richtlinie zur Bilanzierung und Berichterstattung der Jahres- und Zwischenabschlüsse. In der Richtlinie sind zum einen die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die in Übereinstimmung mit IFRS anzuwenden sind, festgehalten; zum anderen enthält sie unternehmenstypische Regelungen, die beispielsweise unsere regulatorischen Verpflichtungen betreffen. Mit Vertretern der verschiedenen Fachbereiche erarbeiten wir im Rahmen der Abschlussprozesse regelmäßig, welche weiteren qualitativen und quantitativen Informationen für die Rechnungslegung und die Abschlusserstellung relevant sind. Im Rahmen unserer Qualitätssicherung erfassen wir diese Informationen und gewährleisten damit, dass alle relevanten Daten vollständig dokumentiert werden. Wir haben unsere laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses in funktionale Prozessschritte unterteilt. Für die verschiedenen Stufen sind automatisierte oder manuelle Kontrollen verankert, die auf allen Hierarchiestufen erfolgen. Standortübergreifend einheitliche StandardsInnerhalb der MVV Energie AG ist unser kaufmännisches Ressort für das rechnungslegungsbezogene IKS verantwortlich; gleiches gilt für die Aufstellung des Einzelabschlusses der MVV Energie AG und des Konzernabschlusses. Die internen Kontrollsysteme, die wir in der gesamten MVV einsetzen, sind gleichwertig und unterliegen einem einheitlichen Standard. Wir sorgen dafür, dass unser IKS dokumentiert wird und jederzeit nachvollziehbar ist. In den bedeutendsten Gesellschaften des Konzerns überwachen IKS-Verantwortliche, ob das System nach dem standardisierten Verfahren dokumentiert wird; sie berichten bedarfsgemäß an den IKS-Verantwortlichen der MVV Energie AG. Aus den Berichten der Revision und aus eigenen Informationen erstellt der IKS-Verantwortliche der MVV Energie AG das aggregierte IKS-Repor-ting; die Ergebnisse sind die Grundlage unserer IKS-Berichterstattung. Die gesamte Ablauforganisation der abschlussrelevanten Bereiche der MVV Energie AG wird über eine spezielle Software abgebildet. Sie ist in unserem Intranet veröffentlicht. Wir haben zusätzliche Informationen hinterlegt, um den Prozessablauf für einzelfallbezogene Regelungen detailliert zu erläutern. Die Prozessschritte des Abschlusses unterliegen einem strikten Terminplan. Wir ermitteln stets, ob Informationen rechtzeitig zur Verfügung stehen und dokumentieren die Daten. Dabei handelt es sich um einen standardisierten Prozess, der jederzeit nachvollziehbar ist. Unser Rechnungswesen nutzt ein integriertes Enterprise-Resource-Planning-System (ERP-System), mit dem Fehler bereits vorab systemseitig vermieden werden: Die Gültigkeit der Daten wird mithilfe von Hinterlegungen im ERP-System validiert. Wir haben innerhalb des ERP-Systems ein strenges Benutzerberechtigungskonzept. Dadurch wird vermieden, dass Unberechtigte auf Daten und Systeme oder auf Systemeinstellungs-, Buchungs- und Berichtsfunktionen zugreifen. Regelmäßiges ReportingDer Bereich Konzerncontrolling überwacht im Zuge des Regelprozesses, ob die Ziele erreicht werden, die in der Wirtschaftsplanung festgehalten und vom Aufsichtsrat verabschiedet wurden. Abweichungen von der geplanten Entwicklung und von der Entwicklung des vorigen Geschäftsjahres werden dokumentiert. Diese Informationen fließen in die Quartalsberichte an den Vorstand ein. In ihnen wird die Geschäftsentwicklung detailliert dargestellt, alle Berichtssegmente und Geschäftsfelder werden kommentiert. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse werden im Rahmen des Reportings Maßnahmen vorgeschlagen, auf deren Grundlage der Vorstand das Geschäft von MVV steuert. Erläuterung des Risikomanagementsystems (RMS)Unser Risikomanagementsystem (RMS) ist so ausgelegt, dass wir Chancen und Risiken frühzeitig erkennen können. Als Chance definieren wir eine mögliche signifikante positive Abweichung des Unternehmensergebnisses vom geplanten Wert, eine mögliche signifikante negative Abweichung bezeichnen wir als Risiko. Chancen evaluieren wir im Konzern auf der Basis fundierter Markt- und Wettbewerbsanalysen. Risiken wollen wir wenn möglich verringern oder auf Dritte überwälzen. Dafür entwickeln wir geeignete Maßnahmen und überwachen deren Umsetzung. Es kann Bestandteil einer erfolgreichen Strategie sein, Risiken bewusst einzugehen - sofern diese beherrschbar sind und ihnen angemessene Chancen gegenüberstehen. Grundlagen und Organisation des RMSDer Vorstand bestimmt die Risikopolitik des Unternehmens: Sämtliche Prozesse und Zuständigkeiten werden von ihm festgelegt; gleiches gilt für die Limits, die bei der Risikosteuerung gelten. Die Verantwortung für das operative Risikomanagement ist innerhalb der legalen Geschäftseinheiten und Geschäftsfelder angesiedelt. Verantwortlich sind jeweils die Mitarbeiter, welche die operativen Ergebnisse der jeweiligen Geschäftseinheiten verantworten. Eine zentrale Aufgabe dieser sogenannten Risikoträger ist es, die aktuelle Geschäftssituation regelmäßig zu prüfen: Sie identifizieren wesentliche Chancen und Risiken und beurteilen, welche Auswirkungen sie möglicherweise auf das geplante Adjusted EBIT haben könnten. Ihre Auswertungen melden sie standardisiert und regelmäßig an unser zentrales Risikocontrolling. Darüber hinaus gehört es zu den Aufgaben der Risikoträger, Maßnahmen umzusetzen oder nachzuhalten, mit denen Risiken bewältigt oder vermindert und Chancen genutzt werden können. RISIKOMANAGEMENTSYSTEM![]() Unser zentrales Risikocontrolling überwacht die Risikosituation des Konzerns: Es beobachtet fortlaufend die Chancen und Risiken, die für unser Geschäft grundsätzlich relevant sind, bewertet diese und aggregiert sie zu einem Chance/Risiko-Profil. Dieses Profil entspricht einer Nettobetrachtung: Alle Gegenmaßnahmen, die wir zur Risikoverminderung ergriffen haben, sind bereits berücksichtigt. Die Aggregation der ermittelten Chancen und Risiken führen wir mit Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung durch. Die größten Einzelgefährdungen werden separat aufgeführt. Wir kombinieren die finanziellen Auswirkungen bei Eintritt eines Risikos mit dessen Eintrittswahrscheinlichkeit, werten die Risikosituation aus und ordnen die Risiken einer unserer insgesamt sechs Risikokategorien zu. Im nächsten Schritt quantifizieren wir die Risikosituation der verschiedenen Risikokategorien, indem wir die mögliche Ergebniswirkung je Risikokategorie auf das Adjusted EBIT des Konzerns beziehen. Wir unterscheiden dabei die Risikostufen "gering", "mittel" und "hoch". Im Rahmen unserer kurz- und mittelfristigen Planung wägen wir Chancen und Risiken sorgfältig ab und berücksichtigen sie in unserer Ergebnisprognose. Trotzdem ist es möglich, dass unerwartete Entwicklungen und Ereignisse dazu beitragen, dass das tatsächliche Adjusted EBIT den geplanten Wert über- oder unterschreitet. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten vierteljährlich einen Risikoreport, in dem das Chance/Risiko-Profil des Konzerns dargestellt ist. Treten dringende Risikofälle auf, wird dies dem Vorstand umgehend berichtet - dieser informiert dann wiederum den Aufsichtsrat. Überwachung von IKS und RMSSowohl das IKS als auch das RMS werden von den Vorständen und Geschäftsführern der konsolidierten Tochtergesellschaften implementiert, aufrechterhalten und überwacht. Im Rahmen einer risikoorientierten Prüfungsplanung prüft unsere Konzernrevision beide Systeme regelmäßig; sie macht Schwachstellen ausfindig und überwacht, ob Verbesserungsmaßnahmen greifen, die eingeleitet wurden. Der Aufsichtsrat beziehungsweise der Bilanzprüfungsausschuss der MVV Energie AG und die Aufsichtsräte der konsolidierten Beteiligungen prüfen jährlich, ob Aufbau und Funktionsweise beider Systeme angemessen sind. Darstellung der erwarteten RisikosituationNachfolgend stellen wir die erwartete Risikosituation und die wesentlichen Unternehmensrisiken für MVV dar; wir fassen sie in Risikokategorien zusammen. Diese stufen wir in drei verschiedene Risikostufen ein: "gering", "mittel" und "hoch"; die Einstufung zeigt, wie hoch jeweils die erwartete Auswirkung der Risikogruppe auf das geplante Adjusted EBIT des Konzerns in Prozent ist. Eine detaillierte Erläuterung der Risiken für das Geschäftsjahr 2018 erfolgt innerhalb der Risikokategorien. Die möglichen Auswirkungen auf unsere Berichtssegmente erfolgt anhand der Berichtsstruktur, nach der wir im Geschäftsjahr 2017 gesteuert und berichtet haben. Preisrisiken und -chancenIn der Kategorie der Preisrisiken und -chancen fassen wir zusammen: Preisschwankungen von Commodities sowohl auf der Bezugs- als auch auf der Absatzseite, Wechselkursveränderungen und Zinsänderungen. Um Zins-, Währungs- und Commodity-Risiken zu begrenzen, verwenden wir hauptsächlich -> Finanzinstrumente. Schwankung des Clean Dark Spread (CDS)Die Differenz zwischen Stromerlösen an den Großhandelsmärkten und den Kosten für die Stromerzeugung wird als Clean Dark Spread (CDS) bezeichnet. Die Kosten der Stromerzeugung setzen sich hauptsächlich aus den Kosten für Kohle (einschließlich des Transports und der Währungsumrechnungsdifferenz) und für CO2 -Emissions-zertifikate zusammen. Wir beobachten und erfassen Preisschwankungen mit einer konzernweit einheitlichen Systematik. Die möglichen negativen Auswirkungen auf unser Erzeugungs-Portfoliomanagement begrenzen wir mit geeigneten Maßnahmen. Im Geschäftsjahr 2017 notierte der CDS nach wie vor auf niedrigem Niveau; im 3. Quartal unseres Geschäftsjahres setzte eine leichte Erholung ein. Der niedrige CDS wirkt sich negativ auf das Adjusted EBIT im Berichtssegment Handel und Portfoliomanagement aus, dem die Vermarktung unserer Kraftwerkskapazitäten im Geschäftsfeld Commodities zugeordnet ist. Chancen können sich ergeben, wenn sich die Marktpreise erholen. Bezugspreisschwankungen am MarktDie Energiemengen, die unser Vertrieb an den verschiedenen Standorten für die Lieferungen an unsere Kunden benötigt, kaufen wir überwiegend über den Energiehandelsmarkt ein - und zwar bis zu drei Kalenderjahre im Voraus. Unter Berücksichtigung unseres geltenden Hedging-Regelwerks schließt unsere Energiehandelstochter MVV Trading entsprechende Termingeschäfte ab. Auf diese Weise verstetigen wir unsere Ergebnisse im Berichtssegment Handel und Portfoliomanagement. Darüber hinaus erhöhen wir so frühzeitig die Planungssicherheit für die folgenden Geschäftsjahre. Schwankungen der Abfall- und BiomassepreiseRisiken, die sich aus schwankenden Abfallpreisen ergeben, verfolgen und bewerten wir sowohl für den deutschen als auch für den britischen Markt. Zudem beobachten wir europaweit, wie sich die Biomassepreise entwickeln. So können wir Risiken im Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur frühzeitig identifizieren und durch geeignete Maßnahmen abmildern. WechselkursveränderungenDie Veränderung von Wechselkursen birgt für uns Chancen und Risiken im Zusammenhang mit der Brennstoffbeschaffung, unserem Engagement in Tschechien, unseren Erzeugungsanlagen in Großbritannien und unserem internationalen Projektentwicklungsgeschäft für erneuerbare Energien. Die Risiken begrenzen wir durch Natural-Hedges und Termingeschäfte. ZinsänderungenUnsere Finanzierungsabteilung überwacht fortlaufend die Zinsänderungsrisiken, die für uns relevant sind. Wir finanzieren unsere Investitionsprojekte möglichst fristenkongruent mit festen Zinssätzen. Das aktuell niedrige Marktzinsniveau mit Auswirkungen auf die Refinanzierung langfristiger Projekte ist in der Unternehmensplanung bereits berücksichtigt. Chancen und Risiken hingegen ergeben sich aus kurz- bis mittelfristig schwankenden Zinsen. So ist es möglich, dass die Nachfrage nach Erneuerbare-Energien-Projekten bei steigenden Zinsen sinkt, wenn andere Geldanlageformen für Investoren attraktiver werden. ERWARTETE RISIKOSITUATIONEN GJ 2018![]() Risiko1 in % des betrieblichen Ergebnisses (Adjusted EBIT) im Konzern: hoch: >40 % mittel: 10 % bis 40 % gering: 0 % bis 10 % Mengenrisiken und -chancenMengenschwankungen können unser operatives Ergebnis sowohl auf der Erzeugungs- und der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite positiv oder negativ beeinflussen. Absatzschwankungen durch Witterungsverlauf und WindaufkommenWesentliche Faktoren für unsere Geschäftsentwicklung sind der Witterungsverlauf und das Windaufkommen. Der Witterungsverlauf beeinflusst insbesondere in der Heizperiode von Oktober bis April unseren Absatz von Fernwärme und Gas. Unsere Erzeugungsmengen von Strom aus Windkraftanlagen sind vom Windaufkommen abhängig. Chancen für unsere Geschäftsentwicklung bestehen darin, dass es in der Heizperiode kühler wird als geplant und/oder dass das Windkaufkommen unsere Erwartungen übersteigt. Mengenschwankungen infolge geänderter wirtschaftlicher BedingungenVom Konjunkturverlauf ist unser Konzern nur indirekt betroffen: Wenn unsere großen Industrie- und Gewerbekunden ihre Produktion aufgrund der wirtschaftlichen Lage drosseln, kann das dazu führen, dass sie geringere Energiemengen von uns beziehen. Auf der anderen Seite bestehen Chancen auf höhere Absatzmengen, wenn unsere Kunden ihre Produktion konjunkturbedingt steigern. Absatzschwankungen durch den Wettbewerb oder EffizienzmaßnahmenDer Wettbewerbsdruck im liberalisierten Energiemarkt ist weiterhin stark. Wenn sich Kunden für andere Anbieter entscheiden, führt das zu Rückgängen bei unseren Absatzmengen. Auch Effizienzmaßnahmen unserer Kunden, beispielsweise durch Wärmedämmung, können zu Absatzrückgängen führen. Gleiches gilt, wenn Kunden Energie selbst erzeugen und verbrauchen. Indem wir innovative, wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen mit hohem Kundennutzen entwickeln, können wir die Chancen nutzen, die sich im liberalisierten Markt ergeben. Mit den kommunalen Eigentümern von Energienetzen pflegen wir traditionell eine partnerschaftliche Zusammenarbeit; so schaffen wir die Basis für eine Verlängerung bestehender Konzessionen und steigern die Chancen auf den Gewinn neuer Konzessionen. Beschaffung Abfallmengen und BiomasseIm Zusammenhang mit der Verwertung von Gewerbeabfall und Biomasse können sowohl die gesamte verfügbare Menge als auch deren Qualität das Ergebnis des Konzerns beeinflussen. Diese werden wiederum beeinflusst von der konjunkturellen Lage und von gesetzlichen Vorgaben. Die Mengenrisiken für unsere Anlagen minimieren wir durch ein professionelles Stoffstrommanagement; zudem verfolgen wir eine Substrat- und Ersatzbeschaffungsstrategie. Ein geringerer Brennwert des Abfalls kann mitunter durch eine größere Menge kompensiert werden. Mit Blick auf die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen (Brexit), gehen wir aktuell davon aus, dass dies auch künftig die Entwicklung der Mengen und Preise von Abfall und Altholz im Marktbereich Großbritannien nicht stark beeinflussen wird. Operative Risiken und ChancenFür MVV entstehen operative Risiken und Chancen im Wesentlichen durch die Projektentwicklung erneuerbare Energien sowie den Bau und den Betrieb von Anlagen zur Energieerzeugung. Im Bereich Abfall- und Biomasseanlagen verfügen wir über umfassende Erfahrung in der Errichtung und im Betrieb. Hier sehen wir insbesondere in Großbritannien und in Frankreich Chancen für unsere Unternehmensgruppe. Unsicherheiten im Bereich Projektentwicklung erneuerbare EnergienProjekte in unserem Geschäftsfeld Projektentwicklung erneuerbare Energien haben deutlich kürzere Planungs- und Bauphasen als große Erzeugungsanlagen. Dennoch sind auch diese Projekte mit Unsicherheit behaftet. Generell ist die Marktentwicklung vom jeweiligen politischen Umfeld und der öffentlichen Akzeptanz abhängig. Für die Projektentwicklung Wind in Deutschland sehen wir insbesondere die künftige Zuschlagshöhe bei Projektausschreibungen sowie die Entwicklung der Marktzinsen als wesentliche Chance-/Risikofaktoren. In der operativen Umsetzung können verzögerte oder ausbleibende Bau- und Betriebsgenehmigungen und damit zusammenhängende Fragestellungen den Projektverlauf negativ beeinflussen. Unser wirtschaftlicher Erfolg im Auslandsgeschäft wird zudem durch die unterschiedlichen politischen und konjunkturellen Entwicklungen in unseren Zielmärkten maßgeblich bestimmt. Chancen bestehen, weil wir neben der Projektentwicklung im Bereich erneuerbare Energien über umfassendes Know-how und hohe Kompetenz im Bereich der Betriebsführung verfügen. Risiken aus dem Verlauf von BauprojektenGroße Erzeugungsanlagen haben lange Planungs- und Bauphasen und bergen entsprechende Risiken. Es könnte sich negativ auf unser erwartetes Adjusted EBIT auswirken, wenn sich Fertigstellung und Inbetriebnahme von unseren Großprojekten verzögerten, wenn ungeplante Kosten für die Ersatzbeschaffung von Strom und Wärme entstehen oder wenn die Kosten von Projekten aufgrund neuer Entwicklungen höher ausfallen als geplant. Daher achten wir sorgfältig darauf, Projekte in der Planungsphase solide zu konzipieren, zu kalkulieren und die wesentlichen Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Eine mögliche Verzögerung beim Neubau des Gasheizkraftwerks in Kiel könnte zu einer verminderten Förderung sowie einem Erzeugungsmehraufwand führen. Daneben würde sich eine Baukostenüberschreitung negativ auf die Projektrentabilität auswirken. Diesen Risiken begegnen wir soweit das in unserer Hand liegt - durch eine professionelle Projektorganisation und die Beauftragung von branchenerfahrenen Lieferanten. Soweit vertraglich möglich, geben wir Projektrisiken - insbesondere Kostensteigerungen und Terminüberschreitungen - an die hierfür verantwortlichen Vertragspartner weiter. Unsicherheiten aus dem AnlagenbetriebDer Betrieb von Anlagen zur Energieerzeugung bringt wesentliche operative Unsicherheiten für unseren Konzern mit sich. Dies betrifft das Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur. Ungeplante Anlagenstillstände können zu Produktionsausfällen führen. In diesem Zusammenhang können weitere finanzielle Aufwendungen nötig werden, zum Beispiel Aufwendungen für die Reparatur der Anlage, für Ersatzlieferungen an unsere Kunden oder für Vertragsstrafen. Wir setzen alles daran, die Folgerisiken möglicher Anlagenausfälle durch regelmäßige Wartungs- und Überwachungsmaßnahmen zu minimieren - dies tun wir auch, um unserem Anspruch als Versorger gerecht zu werden und Risiken für unsere Reputation zu vermeiden. Trotzdem lassen sich Ausfälle nicht gänzlich ausschließen. Im Rahmen unserer Instandhaltungsstrategie optimieren wir die geplanten Revisionszeiten und arbeiten darauf hin, Anlagen über die anvisierten Benutzungsstunden hinaus auszulasten oder den Wirkungsgrad zu steigern; somit könnten wir mit höheren Erzeugungsmengen Chancen realisieren. Um die finanziellen Auswirkungen möglicher Schäden zu begrenzen, haben wir Versicherungen abgeschlossen. Des Weiteren bewerten wir mögliche Sanierungsvorgaben auf Brachflächen unserer ehemaligen Anlagen unter Risiko- und Umweltschutzgesichtspunkten. Entwicklungen im PersonalbereichUnsere qualifizierten und engagierten Mitarbeiter sind die Grundlage für unseren Unternehmenserfolg. Wir haben eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, um die zu uns passenden -> Mitarbeiter zu gewinnen und sie langfristig an uns binden. Risiken können jedoch auch im Personalbereich eintreten: Der demografische Wandel kann auch bei Unternehmen von MVV zu Kapazitäts- und Alterungsrisiken führen, je nach Standort in unterschiedlichem Ausmaß. Um Schlüsselpositionen auch künftig intern neu besetzen zu können, qualifizieren wir unsere Mitarbeiter gezielt weiter. In unserem Pensionsgutachten haben wir die Einflüsse berücksichtigt, aus denen Risiken aus -> Pensionsverpflichtungen entstehen könnten, und diese in unsere Planung aufgenommen. IT-RisikenDie Digitalisierung unserer Gesellschaft nimmt zu. Eine sichere Speicherung von Daten und eine unterbrechungsfrei funktionierende Informationstechnologie sind für nahezu alle Geschäftsprozesse notwendig. Daher schützen wir unsere IT-Infrastruktur und IT-Systeme vor möglichen Angriffen Dritter. Wir ergreifen fortlaufend umfangreiche technische und organisatorische Maßnahmen gegen IT-Risiken. Neben dem Einsatz von Sicherheitssystemen erhöhen wir die Sicherheit durch die restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen auf Systeme und Informationen. Alle wesentlichen Hardwarekomponenten sind redundant ausgelegt. Daten spiegeln wir permanent zwischen den produktiven und den räumlich getrennten Backup-Systemen, zudem verfügen wir über ein Ausweichrechenzentrum. Gesetzliche RisikenUnter "Gesetzliche Risiken" fassen wir Unsicherheiten zusammen, die im Zusammenhang mit der Regulierung oder mit anderen rechtlichen Themen bestehen. RegulierungsrisikenFür Unternehmen der Energiebranche besteht grundsätzlich das Risiko, dass Behörden - wie die Bundesnetzagentur (BNetzA) oder die Kartellämter - in die Preisgestaltung eingreifen. In der Vergangenheit betraf das beispielsweise die Netzentgelte, die von der BNetzA festgesetzt werden. Auch energiepolitische Entscheidungen können Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung haben: Beispiele sind die Entwicklung der Förderung für Strom aus erneuerbaren Energien, die im Rahmen von Ausschreibungen ermittelt wird, und die Realisierung der Förderung von KWK-Anlagen. Diesen Risiken begegnen wir, indem wir uns aktiv an der politischen Meinungsbildung beteiligen. Indem wir aktuelle Studien veröffentlichen, tragen wir zur öffentlichen Diskussion bei. Rechtliche RisikenIn Verbindung mit Gerichtsprozessen, Produkthaftungen sowie unvorteilhaften oder nicht durchsetzbaren Verträgen könnten rechtliche Risiken für MVV eintreten. Die Rechtsabteilungen prüfen, verhandeln und verfassen Verträge mit dem Ziel, solche Risiken zu begrenzen. Wir verfügen über ein Compliance-Management-System, das dazu beiträgt, Gesetzesverstöße zu vermeiden. Die Geschäftsentwicklung von MVV ist außerdem Risiken ausgesetzt, die sich aus der energiewirtschaftlichen und sonstigen Rechtsprechung ergeben. Dies könnte Einfluss auf unsere Gestaltungsmöglichkeiten bei Verträgen haben. Finanzierungsrisiken und -chancenFinanzierungsrisiken bestehen bei MVV größtenteils aufgrund von Forderungsausfall- sowie Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiken. ForderungsausfallrisikenWenn Kunden oder Geschäftspartner unsere Rechnungen nicht oder nur zum Teil begleichen, können wir von Forderungsausfällen betroffen sein, wie beispielsweise bei unseren OTC-Tradingaktivitäten im Segment Handel und Portfoliomanagement oder bei unseren langfristigen Lieferbeziehungen. Wir wählen unsere Geschäftspartner daher mit kaufmännischer Vorsicht aus und überprüfen deren Bonität, um Forderungsausfallrisiken in allen Berichtssegmenten zu begrenzen. Außerdem vereinbaren wir die Hinterlegung von Sicherheiten, Bürgschaften oder Garantien. Wir vermeiden eine Häufung von Ausfallrisiken, indem wir unser Portfolio diversifizieren. Refinanzierungs- und LiquiditätsrisikenEin Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiko tritt ein, wenn benötigte Zahlungsmittel zukünftig nicht beschafft werden können. Zur Deckung unseres Kapitalbedarfs stehen uns vielfältige Finanzierungsinstrumente wie Schuldscheindarlehen, bilaterale Kredite und Konsortialkredite zur Verfügung. Durch die laufende Beobachtung der Finanzierungsmärkte, den regelmäßigen Austausch mit unseren Kreditgebern sowie eine sorgfältige Überwachung der Liquidität wirken wir Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiken entgegen. Unser konzerninternes Cash Pooling trägt zur weiteren Risikoreduzierung bei. LänderrisikenLänderrisiken bestehen für MVV, weil Staaten zahlungsunfähig werden oder nicht mehr zahlungsbereit sein könnten, sowie in Form von Transferrisiken. Die Auswirkungen, die ein Eintritt von Länderrisiken auf unser Ergebnis hätte, haben durch unsere internationalen Aktivitäten im Geschäftsfeld Projektentwicklung erneuerbare Energien an Bedeutung gewonnen. Den Markteintritt in neue internationale Märkte prüfen wir vorab intensiv. In Ländern, in denen wir aktiv sind, beobachten wir die Entwicklung solcher Risiken kontinuierlich. Wir rechnen aktuell mit keiner signifikanten Auswirkung auf unser Ergebnis. Strategische Risiken und ChancenDie richtigen strategischen Entscheidungen sind die Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens. In der Energiebranche verändern sich die energiepolitischen und -wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schon seit Jahren dynamisch. Dieser Wandel bringt strategische Risiken mit sich - zugleich eröffnet er neue Chancen. Mit unserem strategischen Planungsprozess ermitteln wir potenzielle neue Märkte und Technologien. Wir überprüfen unsere Investitionsvorhaben genau und entscheiden, in welche Märkte, Technologien, Unternehmen oder Projekte wir zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang investieren wollen. Diese Entscheidungen treffen wir auf Basis fundierter Markt- und Wettbewerbsanalysen und sorgfältiger Rentabilitätsberechnungen. Unser Bereich Konzernstrategie überprüft in enger Abstimmung mit dem Vorstand kontinuierlich die strategische Ausrichtung und passt sie neuen Gegebenheiten an. Wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensstrategie ist, dass wir in den kommenden Jahren signifikante Investitionen geplant haben. Die strategisch wichtigen Investitionen müssen jedoch zu den erwarteten Ergebnisbeiträgen führen, damit wir unser geplantes Adjusted EBIT erzielen können. Trotz sorgfältiger Prüfung und Planung können Fehleinschätzungen in zukünftigen Geschäftsjahren zu Einbußen beim geplanten Adjusted EBIT führen. Aufgrund der anhaltenden Transformation des Energiesystems in Deutschland ist die Planungsunsicherheit für unser Unternehmen weiterhin hoch. Wie sich die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen (Brexit), auf unser Geschäft in Großbritannien auswirken wird, beobachten wir genau. Ein schwächeres britisches Pfund würde zum Beispiel dazu führen, dass das Ergebnis in Euro sinkt. Möglich sind ebenso Auswirkungen auf die Zinsen, Commodities, die Nachfrage und den Regulierungsrahmen. Die genauen Entwicklungen hängen von der Ausgestaltung des Austrittsabkommens mit der EU ab. Erneuerbare Energien, dezentrale neue Kraftwerke, Energieeffizienz, Digitalisierung, Gebäudesanierung und nachhaltige Mobilität: Die Energiewende in Deutschland bietet Chancen für Innovationen, für neue Arbeitsplätze und für profitables Wachstum. So steigert MVV mit der Anbindung an das Fernwärmenetz die Energieeffizienz des Heizkraftwerks Mannheim und erhöht damit die Umweltfreundlichkeit der Fernwärme durch einen geringeren Primärenergiefaktor. Durch die konsequente Umsetzung unserer -> Strategie können wir diese Chancen ergreifen. Im Bereich der erneuerbaren Energien gehen wir unverändert von einem nachhaltig attraktiven Marktpotenzial aus. Im Projektentwicklungsgeschäft hat sich die Wettbewerbssituation in Deutschland allerdings verändert, nachdem der Zubau von Windkraftanlagen an Land seit dem Jahr 2017 durch neue Marktmechanismen mit Ausschreibungen bestimmt wird und gleichzeitig das Marktvolumen mit Kapazitätsobergrenzen begrenzt ist. Im Auslandsgeschäft sehen wir Wachstumspotenzial unter anderem im Bereich Photovoltaik - und damit Chancen für einen Umsatzzuwachs. Es bestehen jedoch auch Abhängigkeiten von lokalen Förderregimen, lokalen Auftraggebern sowie ein spürbarer Wettbewerb, insbesondere in den asiatischen Wachstumsmärkten. Wir erweitern zielgerichtet unser Angebot an innovativen Lösungen und unser Geschäftsmodell für dezentrales Energiemanagement. Indem wir die Fernwärme mit Kraft-Wärme-Kopplung weiter ausbauen, nehmen wir insbesondere an unseren Standorten Mannheim, Kiel und Offenbach Wachstumschancen wahr. Gesamtaussage des VorstandsFür uns als Unternehmen der Energiebranche hat sich unser Chance/Risikoprofil im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert: Zum einen ist der Wettbewerbsdruck weiterhin hoch. Zum anderen können energiepolitische Veränderungen nach wie vor bedeutende Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung haben -wie auf alle anderen Unternehmen der Energiebranche. Dies bleibt ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Die Planungsunsicherheiten sind groß, insbesondere bei langfristigen Investitionen in Anlagen zur Stromerzeugung, aber auch bei der Projektentwicklung erneuerbare Energien, die vom Zuschlagsniveau in zukünftigen Ausschreibungsrunden abhängt. In unseren internationalen erneuerbaren Zielmärkten sehen wir zudem neben politischen Rahmenbedingungen und öffentlicher Akzeptanz die unterschiedlichen konjunkturellen Entwicklungen als maßgebliche Faktoren. Wir erwarten, dass unsere Branche weiteren tiefgreifenden Veränderungen und instabilen Rahmenbedingungen ausgesetzt sein wird. Die Energiemärkte bleiben in hohem Maße volatil. Zudem kann die Brexit-Entscheidung in Abhängigkeit von der konkreten Ausgestaltung des Austritts unser UK-Geschäft beeinflussen. Wir beobachten alle diese Entwicklungen intensiv. Trotz unseres ausgewogenen Chance/Risiko-Profils ist unsere Geschäftstätigkeit daher auch weiterhin mit Risiken verbunden. Aus Sicht des Vorstands von MVV gibt und gab es jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass Risiken einzeln oder in ihrer aggregierten Gesamtheit den Fortbestand des gesamten Unternehmens oder eines wesentlichen Teilkonzerns im Berichtszeitraum gefährdet haben oder darüber hinaus gefährden könnten. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat haben im September 2017 die folgende Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex beschlossen: Vorstand und Aufsichtsrat der MVV Energie AG erklären, dass den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der am 24. April 2017 im Bundesanzeiger veröffentlichten und am 19. Mai 2017 im Bundesanzeiger berichtigten Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen wurde und wird. KonzernabschlussGewinn- und Verlustrechnungscroll
GesamtergebnisrechnungAufstellung der erfolgsneutral im Konzerneigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungenscroll
BilanzAktiva scroll
EigenkapitalveränderungsrechnungEigenkapitalveränderungsrechnungscroll
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KapitalflussrechnungKapitalflussrechnung1scroll
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Siehe weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung unter Textziffer 37 Cashflow - aggregierte Darstellungscroll
Erläuterungen zum Konzernabschluss 2017 von MVVInformationen zum UnternehmenDie MVV Energie AG hat ihren Sitz in Mannheim, Deutschland. Die Geschäftsanschrift lautet: Luisenring 49 in 68159 Mannheim. Als Muttergesellschaft von MVV ist die MVV Energie AG Energieerzeuger, -verteiler und -dienstleister. Die Steuerung erfolgt mit den Berichtssegmenten Erzeugung und Infrastruktur, Handel und Portfoliomanagement, Vertrieb und Dienstleistungen, Strategische Beteiligungen sowie Sonstiges. Allgemeine Grundlagen der AbschlusserstellungDer Konzernabschluss von MVV wurde in Übereinstimmung mit § 315a Abs. 1 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) und den Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt. Somit entspricht der Konzernabschluss vollumfänglich den vom IASB und IFRS IC veröffentlichten IFRS und IFRIC, soweit diese bis zum Ende der Berichtsperiode von der Europäischen Union übernommen wurden und bis zum 30. September 2017 verpflichtend anzuwenden waren. Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der MVV Energie AG aufgestellt und bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2017 (1. Oktober 2016 bis 30. September 2017). Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Tausend Euro (Tsd Euro) angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert. Für die Aufstellung, die Vollständigkeit und die Richtigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts ist der Vorstand der MVV Energie AG verantwortlich. Der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht wurden vom Vorstand am 14. November 2017 aufgestellt und anschließend dem Aufsichtsrat zur Feststellung vorgelegt. Änderungen der Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDas International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben Standards und Interpretationen geändert beziehungsweise neu verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2017 erstmals verpflichtend anzuwenden sind. Alle in der nachfolgenden Tabelle nicht genannten Standards und Interpretationen haben keine (wesentlichen) Auswirkungen auf MVV: Geänderte Standards und Interpretationenscroll
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Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Zeitpunkt beginnen Das IASB und das IFRS IC haben Standards und Interpretationen veröffentlicht, die für das Geschäftsjahr 2017 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und die nicht freiwillig vorzeitig angewendet worden sind. Bei allen in der nachfolgenden Tabelle nicht genannten Standards und Interpretationen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf MVV erwartet: Geänderte Standards und Interpretationenscroll
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Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Zeitpunkt beginnen Im Juli 2014 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 9 "Finanzinstrumente". Der neue Standard ersetzt die bestehenden Leitlinien des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" und ist verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden. Die Übernahme in europäisches Recht ist im November 2016 erfolgt. Die MVV Energie AG wendet den Standard erstmals mit Beginn des Geschäftsjahres 2019 an. IFRS 9 enthält überarbeitete Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte sowie der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Zukünftig basiert für Fremdkapitalinstrumente die Klassifizierung als finanzieller Vermögenswert auf dem Geschäftsmodell sowie den vertraglich vereinbarten Zahlungsstromeigenschaften des jeweiligen Finanzinstruments. Zudem wird durch IFRS 9 eine weitere Bewertungskategorie für Fremdkapitalinstrumente eingeführt. Sofern die Voraussetzungen hinsichtlich des Geschäftsmodells und der vertraglich vereinbarten Zahlungsstromeigenschaften des jeweiligen Finanzinstruments erfüllt sind, werden diese finanziellen Vermögenswerte zum Fair Value im sonstigen Ergebnis klassifiziert. In diesem Fall sind alle Fair-Value-Änderungen mit Ausnahme der Veränderung aufgrund von erwarteten Wertminderungen nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im sonstigen Ergebnis zu berücksichtigen. Die Vorschriften für finanzielle Verbindlichkeiten wurden weitgehend aus dem IAS 39 übernommen. Das neue Wertminderungsmodell nach IFRS 9 sieht eine Abbildung erwarteter Kreditverluste bereits zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes eines finanziellen Vermögenswerts vor. Die überarbeiteten Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen haben das Ziel, einen stärkeren Zusammenhang zwischen der Risikomanagementstrategie des Unternehmens und dem Abschluss einer Sicherungsbeziehung herzustellen. Zudem erweitert IFRS 9 die für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen qualifizierenden Grundgeschäfte und erleichtert die Effektivitätsmessung. Aus den Neuregelungen bezüglich der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten werden keine wesentlichen Auswirkungen auf MVV erwartet. Das Wertminderungsmodell des IFRS 9, welches auf erwarteten Kreditverlusten basiert, führt voraussichtlich zu einer früheren Erfassung von Wertminderungen, was mit einem geringfügigen Anstieg der Risikovorsorge einhergeht. Im Hinblick auf die neuen Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen geht MVV davon aus, dass alle bestehenden Sicherungsbeziehungen fortgeführt werden können. Inwieweit zusätzliche Sicherungsbeziehungen designiert werden können, wird derzeit geprüft. Das IASB hat im Mai 2014 den neuen Standard IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht. Er enthält die vollständig überarbeiteten Regelungen zur Umsatzrealisierung und ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen IAS 11 "Fertigungsaufträge", IAS 18 "Umsatzerlöse", IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme", IFRIC 15 "Verträge über die Errichtung von Immobilien", IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten von Kunden" und SIC-31 "Umsatzerlöse -Tausch von Werbedienstleistungen". Er legt einen Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Zukünftig werden die zu erfassenden Erlöse nach einem Fünf-Stufen-Modell ermittelt. Darüber hinaus enthält IFRS 15 erweiterte Anforderungen für Anhangangaben. Die Erstanwendung des Standards ist verpflichtend für alle nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahre. MVV wendet den Standard erstmals mit Beginn des Geschäftsjahres 2019 an. Die Erstanwendung muss grundsätzlich retrospektiv erfolgen. Im April 2016 wurden Klarstellungen des IASB zum IFRS 15 veröffentlicht. Diese betreffen insbesondere die Identifizierung von separaten Leistungsverpflichtungen, die Abgrenzung von Prinzipal und Agent sowie die Erfassung von Lizenzerträgen. Die Übernahme der Klarstellungen durch die EU ist noch ausstehend. MVV hat eine erste Beurteilung der möglichen Auswirkungen der Anwendung des IFRS 15 auf seinen Konzernabschluss im Rahmen des noch laufenden Projekts abgeschlossen. Dabei wurden folgende wesentliche Auswirkungen festgestellt:
Bei MVV findet die retrospektive Methode mit einer Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge aus der erstmaligen Anwendung zum Zeitpunkt der Erstanwendung statt. Im neuen Standard IFRS 16 "Leasing" werden neue Leitlinien zu der Bilanzierung von Leasingverhältnissen festgelegt, die künftig die bestehenden Regelungen und Definitionen des IAS 17, IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27 ersetzen. Die bisherige Klassifizierung von Leasingverträgen auf der Seite des Leasingnehmers in Operating- und Finance-Leasingverhältnisse wird abgeschafft und stattdessen ein einheitliches Nutzungsrechtsmodell (right-of-use model) eingeführt. Eine Ausnahme stellen Verträge mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten sowie geringwertige Vermögenswerte dar. Für diese Verträge besteht ein Wahlrecht hinsichtlich der Bilanzierung. Die Umsetzung des neuen Standards wird dazu führen, dass künftig auch Operating-Leasingverhältnisse eine Kapitalbindung in Form eines Nutzungsrechts und einer Verbindlichkeit auslösen. Dieser Ansatz ist weitgehend vergleichbar mit der derzeit gültigen Bilanzierung von Finance-Leasingverhältnissen. Für Leasinggeber unterscheidet sich das Bilanzierungsmodell nicht wesentlich von jenem in IAS 17 "Leasingverhältnisse". Verpflichtend anzuwenden sind die Vorschriften von IFRS 16 für ab dem 1. Januar 2019 beginnende Geschäftsjahre. Bei MVV wird der neue Standard (Übernahme durch die EU vorausgesetzt) vorzeitig erstmals für das am 1. Oktober 2018 beginnende Geschäftsjahr angewendet, da ab diesem Zeitpunkt auch die Erstanwendung des IFRS 15 erfolgt. Derzeit wird geprüft, welche Auswirkungen die Anwendung von IFRS 16 auf den Abschluss von MVV hat. Bislang wurde als wesentliche Auswirkung identifiziert, dass der Konzern für seine Operating-Leasingverhältnisse neue Vermögenswerte und Schulden erfassen wird, was voraussichtlich zu einer Bilanzverlängerung im mittleren zweistelligen Euro-Millionenbereich führen wird. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird die neue Bilanzierung zu einer Änderung des Ausweises der Leasingaufwendungen führen, da IFRS 16 die linearen Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse im Adjusted EBIT durch einen Abschreibungsaufwand für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Schulden aus dem Leasingverhältnis ersetzt. Auf die Finanzierungsleasingverhältnisse werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. MVV wird die Wahlrechte in Bezug auf kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse voraussichtlich in Anspruch nehmen. In Bezug auf die Übergangsvorschriften wird MVV den modifizierten retrospektiven Ansatz anwenden. KonsolidierungsmethodenDie Abschlüsse, die in die Konsolidierung einbezogen werden, haben wir zum 30. September 2017 auf der Grundlage einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt vollkonsolidiert, das heißt, sobald der Konzern die Beherrschung erlangt. Dementsprechend endet die Einbeziehung in den Konzernabschluss, wenn die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Ergebnis und am Reinvermögen stellen Anteile dar, die nicht dem Konzern zuzurechnen sind. In der Konzern-Bilanz erfolgt der Ausweis innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom Eigenkapital, das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfällt. Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der At-Equity-Methode konsolidiert. Anteile an Unternehmen, für die kein Einbezug im Rahmen der Vollkonsolidierung oder nach der At-Equity-Methode erfolgt, werden gemäß IAS 39 bilanziert. Die zwischen den konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen werden gegeneinander aufgerechnet. Wesentliche Zwischenergebnisse werden eliminiert. Konsolidierungskreis und Änderungen des KonsolidierungskreisesNeben der MVV Energie AG sind in den Konzernabschluss von MVV alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die MVV Energie AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt. Konsolidierungskreisscroll
MVV Enamic GmbH, Mannheim, hat im 3. Quartal 2017.100 % an der Econ Solutions GmbH, Straubenhardt, erworben, deren Unternehmensgegenstand die Entwicklung, der Vertrieb und der Service von Energie-Controlling Systemen ist. Die Buchwerte der Econ Solutions GmbH zum Zeitpunkt der Vollkonsolidierung sowie die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Die restlichen zugegangenen vollkonsolidierten Unternehmen führten nicht zu wesentlichen Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MVV. Identifizierbare Vermögenswerte und Schuldenscroll
Der Kaufpreis für Econ Solutions GmbH betrug 5.443 Tsd Euro. Seit der Erstkonsolidierung hat die Gesellschaft 865 Tsd Euro zum Umsatz und - 371 Tsd Euro zum Ergebnis beigetragen. Der dabei entstandene Geschäfts- oder Firmenwert ist auf die erworbene Chance und der sich daraus ergebenden Potenziale, eine fertige Energiemanagementlösung für mittelständische Geschäftskunden sofort am Markt anbieten zu können, zurückzuführen. WährungsumrechnungTransaktionen in fremder Währung werden zu dem Kassakurs erfasst, an dem die einbezogenen Gesellschaften das Geschäft tätigen. Für monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung erfolgt an jedem Bilanzstichtag die Währungsumrechnung zum Stichtagskurs. Die Differenzen bei der Währungsumrechnung werden entsprechend ihrer Zuordnung entweder im operativen Ergebnis oder im Finanzergebnis ausgewiesen. Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung auf Grundlage der modifizierten Stichtagsmethode in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, umgerechnet. MVV legt für jedes seiner Unternehmen die funktionale Währung fest. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden von der jeweiligen Landeswährung in Euro erfolgt zu Stichtagskursen, das heißt zu den Tagesmittelkursen am Bilanzstichtag. Die Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Treten Währungsdifferenzen aus abweichenden Umrechnungskursen zwischen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung auf, werden diese erfolgsneutral im Eigenkapital als Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung unter dem kumulierten erfolgsneutralen Ergebnis ausgewiesen. Für die Währungsumrechnung wurden folgende wesentliche Wechselkurse zugrunde gelegt: Währungsumrechnungscroll
Quelle: Europäische Zentralbank Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSofern IAS 39 und IFRS 13 für bestimmte Vermögenswerte und Schulden sowie für derivative Finanzinstrumente keine Bewertung zu beizulegenden Zeitwerten fordern, die verlässlich ermittelbar ist, erfolgt die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungsbeziehungsweise Herstellungskosten. Bei langfristigen Forderungen und Schulden erfolgt der Ausweis mit dem Barwert. Liegen die Voraussetzungen vor, werden Vermögenswerte und Schulden saldiert. Aufwendungen und Erträge, die aus Vermögenswerten und Schulden abgeleitet werden, werden - in Abhängigkeit vom jeweiligen Bilanzposten - im Betriebs- oder Finanzergebnis erfasst; gegebenenfalls erfolgt eine periodengerechte Abgrenzung. Es erfolgt eine direkte Erfassung im Eigenkapital und eine gesonderte Erläuterung im Eigenkapitalspiegel, wenn dies die internationalen Rechnungslegungsvorschriften verlangen. Im Folgenden werden die grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze dargestellt, die für die Aufstellung des Konzernabschlusses von MVV angewendet wurden. Immaterielle VermögenswerteImmaterielle Vermögenswerte wurden größtenteils entgeltlich erworben und sind mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Sie werden ihrem Nutzungsverlauf entsprechend um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten und einer eingetragenen Marke bestehen keine immateriellen Vermögenswerte, deren Nutzungsdauer als unbestimmbar eingeschätzt wurde. Müssen bei MVV CO2 -Emissionszertifikate mit einer Haltedauer von über einem Jahr zugekauft werden, werden diese als immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten bilanziert. Unentgeltlich zugeteilte Rechte werden mit 0 Euro bewertet. Da die CO2 -Emissionszertifikate nicht abnutzbare Vermögenswerte darstellen, werden diese nicht planmäßig abgeschrieben, sondern nur um eventuelle Wertminderungen gemäß IAS 36 gemindert. SachanlagenDie Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich ratierlicher Abschreibungen für den Werteverzehr der Anlagen. Bei selbsterstellten Sachanlagen werden die Herstellungskosten anhand der direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie angemessenen direkt zurechenbaren Gemeinkosten ermittelt. Fremdkapitalkosten werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, wenn sie unmittelbar dem Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Dies erfolgt, sobald dieser Vermögenswert nach einem längeren Zeitraum in den beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand versetzt wird. Während der Phase der Inbetriebnahme wird der Saldo aus den angefallenen Aufwendungen und Erträgen aktiviert. Sind die Erträge höher als die angefallenen Kosten, werden sie erfolgswirksam vereinnahmt. Sie reduzieren nicht die aktivierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten werden um erhaltene öffentliche Zuschüsse (Investitionszuschüsse) gekürzt. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn es hinreichend sicher ist, dass sie gewährt werden und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt sind. Es liegen ausschließlich vermögenswertbezogene Zuwendungen vor. Diese Zuschüsse werden im Anlagenspiegel offen von den Investitionen abgesetzt. Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden gemäß dem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf linear abgeschrieben. Die Abschreibung im Zugangsjahr erfolgt zeitanteilig. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: Nutzungsdauer in Jahrenscroll
Bestimmtes Sachanlagevermögen wird von MVV geleast (Leasingobjekte). Trägt MVV bei Leasingverträgen über Sachanlagevermögen die wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Eigentum am Leasingobjekt, werden sie als Finanzierungsleasing klassifiziert. Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing werden zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjekts und Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. In gleicher Höhe werden Leasingverbindlichkeiten unter den lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten passiviert. Jede Leasingrate wird in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt, sodass die Leasingverbindlichkeiten konstant verzinst werden. Der Zinsanteil der Leasingrate wird aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das unter einem Finanzierungsleasing gehaltene Sachanlagevermögen wird über den kürzeren der beiden Zeiträume -wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder Laufzeit des Leasingverhältnisses - abgeschrieben. Als Finanzinvestitionen gehaltene ImmobilienDie Bewertung der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Marktwerte werden im Rahmen des Werthaltigkeitstests regelmäßig durch unabhängige Gutachten ermittelt. Da es sich hierbei nicht um beobachtbare Marktpreise handelt, ist die Bewertung gemäß der Bewertungshierarchie des IFRS 13 der Stufe 3 zuzuordnen. Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltenen ImmobilienAn jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen und der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien auf Anhaltspunkte überprüft, die auf eine Wertminderung hindeuten. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, wird ein Werthaltigkeitstest (Impairmenttest) nach IAS 36 durchgeführt. Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dies gilt ebenso, wenn sich die Umstände ändern oder sich Sachverhalte ergeben, die darauf hinweisen. Wenn der Buchwert eines Vermögenswerts über seinem erzielbaren Betrag, dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder Nutzungswert, liegt, wird eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Der beizulegende Zeitwert spiegelt die bestmögliche Schätzung des erzielbaren Betrags wider. Die erzielbaren Beträge sind für jeden Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, der Vermögenswert erzeugt keine Cashflows, die weitestgehend unabhängig sind. In diesem Fall ist der Betrag anzusetzen, für den ein unabhängiger Dritter die zahlungsmittelgenerierende Einheit am Bilanzstichtag erwerben würde. Die Zeit-/Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden anhand von Cashflow-Planungen ermittelt, die von den Management- und Aufsichtsorganen der MVV Energie AG genehmigt wurden. Grundlage der Cashflow-Planungen sind Erfahrungen und Ergebnisse vergangener Geschäftsjahre sowie Erwartungen über zukünftige Marktentwicklungen. Sie basieren auf der erwarteten Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten, die aus volks- und finanzwirtschaftlichen Studien abgeleitet werden. Die Schlüsselannahmen der Planung stellen die Prämissen zur Entwicklung der Weltmarktpreise für Rohöl, Erdgas und Kohle, die Strom- und Gaspreise auf den Großhandels- und Endverbrauchermärkten sowie die Entwicklung der Marktanteile und die jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen dar. Die Cashflow-Planungen umfassen einen Detailplanungszeitraum von drei Jahren. Für die darauf folgenden Geschäftsjahre werden die Ergebnisse fortgeschrieben, ausgehend vom letzten Jahr des Detailplanungszeitraums. Hierbei werden die aktuellen geschätzten Wachstumsraten verwendet. Die Wachstumsraten entsprechen den langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten der Märkte, auf denen die Unternehmen tätig sind. Sie stimmen mit den Markterwartungen überein, die aus externen Informationsquellen zu entnehmen sind. Eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgt, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswerts (Nutzungswert) den Buchwert unterschreitet. Wertaufholungen werden maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert in den folgenden Perioden übersteigt. Bei Geschäfts- oder Firmenwerten werden keine Zuschreibungen vorgenommen. Übersteigt der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert abgeschrieben. Ein Abwertungsbedarf, der darüber hinausgeht, wird durch anteilige Reduzierung der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit berücksichtigt. Es erfolgt jedoch keine Abstockung unter den Zeitwert der jeweiligen Vermögenswerte. Forderungen und sonstige VermögenswerteDie Forderungen und sonstigen Vermögenswerte umfassen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte sowie die Steuerforderungen. Diese werden mit Ausnahme von derivativen Finanzinstrumenten mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Erstbewertung erfolgt zum Erfüllungstag. Erforderliche Wertberichtigungen orientieren sich am erwarteten Ausfallrisiko. Forderungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten einen Abgrenzungsbetrag für Energie- und Wasserverkäufe, die am Bilanzstichtag noch nicht abgelesen und abgerechnet waren. Abschlagszahlungen, die auf Basis der jährlichen Verbrauchsabrechnung geleistet werden, sind bei den Forderungen gekürzt. Am Bilanzstichtag bestehende Ausfallrisiken sind durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Forderungen werden ausgebucht, sobald sie als uneinbringlich gelten. Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen im Wesentlichen den jeweiligen Zeitwerten. CO2 -Emissionszertifikate mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr, die von MVV zugekauft oder getauscht werden müssen, werden als sonstige Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten bilanziert, unentgeltlich zugeteilte Rechte mit 0 Euro bewertet. VorräteDie Vorräte betreffen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beziehungsweise unfertige und fertige Erzeugnisse und Leistungen sowie Projektrechte, die hierauf geleisteten Anzahlungen und den Handelsbestand Commodity. Sie sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet, der Handelsbestand Commodity mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden nach der Durchschnittsmethode ermittelt. Die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen sowie die Projektrechte enthalten die direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie auf Basis einer Normalauslastung angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und umfassen somit die produktionsbezogenen Vollkosten. Mittels angemessener Abschläge wird Risiken aus einer geminderten Verwertbarkeit Rechnung getragen. Flüssige MittelFlüssige Mittel umfassen Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Ursprungslaufzeit von weniger als drei Monaten. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte beziehungsweise SchuldenLangfristige Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung sehr wahrscheinlich ist, werden als "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte" ausgewiesen. Schulden, die zusammen mit Vermögenswerten in einer Transaktion abgegeben werden sollen, werden gesondert als "Zur Veräußerung gehaltene Schulden" gesondert ausgewiesen. Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, soweit nicht die jeweils besonderen Standards anzuwenden sind. Sie werden mit ihrem Zeitwert bewertet, der um voraussichtliche Veräußerungskosten vermindert ist, sofern dieser niedriger als der Buchwert ist. Gewinne oder Verluste aus der Bewertung einzelner zur Veräußerung bestimmter langfristiger Vermögenswerte sowie von Veräußerungsgruppen werden bis zur endgültigen Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Der Ausweis von Gewinnen oder Verlusten aus der Bewertung von aufgegebenen Geschäftsbereichen mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten erfolgt als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten. Latente SteuernLatente Steuern werden gebildet, wenn zwischen den Steuerbilanzen und den IFRS-Bilanzen der Einzelgesellschaften zeitliche Differenzen bestehen. Diese entstehen aufgrund der steuerlichen Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einerseits und der externen Rechnungslegung gemäß IFRS andererseits sowie aus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen. Darüber hinaus wurden aktive latente Steuern auf Steuerminderungsansprüche berücksichtigt, die sich in den Folgejahren aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge ergeben. Eine Aktivierung erfolgt, wenn die Nutzbarkeit dieser Verlustvorträge aufgrund von Planungen über einen Prognosezeitraum von fünf Jahren hinweg gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis derjenigen Steuersätze ermittelt, die zum Zeitpunkt der Realisation in den einzelnen Organisationseinheiten gelten beziehungsweise erwartet werden. Dabei werden die am Bilanzstichtag gültigen beziehungsweise verabschiedeten steuerlichen Vorschriften berücksichtigt. RückstellungenRückstellungen werden für sämtliche am Bilanzstichtag gegenüber Dritten bestehenden rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gebildet, die auf vergangenen Ereignissen beruhen, die wahrscheinlich in der Zukunft zu einem Abfluss von Ressourcen führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und nicht mit Erstattungsansprüchen saldiert. Rückstellungen für eine Vielzahl gleichartiger Ereignisse, werden mit dem Erwartungswert der möglichen Ergebnisse bilanziert. Alle langfristigen Rückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bilanziert. Die langfristigen Rückstellungen werden diskontiert. FinanzinstrumenteOriginäre Finanzinstrumente: Ausleihungen, Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Geldforderungen sowie liquide Mittel werden bei ihrem Zugang zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" erfolgt die Folgebewertung grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts gemäß IAS 39 werden erfolgsneutral im Eigenkapital unter Berücksichtigung latenter Steuern erfasst und beim Abgang erfolgswirksam berücksichtigt. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswerts vor, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben. Ist eine dauerhafte Wertaufholung zu verzeichnen, wird bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, sofern die beizulegenden Zeitwerte nicht verlässlich geschätzt werden können. Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte der Kategorien "Kredite und Forderungen" sowie "bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente" erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls unter Verwendung der Effektivzinsmethode. Die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Gegenleistung, korrigiert um Wertminderungen, Zinsen und Tilgungen. Erkennbare Risiken, insbesondere aufgrund erwarteter Zahlungsausfälle oder verminderter erwarteter Cashflows, werden durch Wertminderungen berücksichtigt. Wertminderungen werden direkt im Periodenergebnis erfasst. Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag, das heißt, zu dem Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Marktübliche Käufe oder Verkäufe schreiben die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vor. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird über den an der Börse notierten Geldkurs am Bilanzstichtag ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden festgelegt. Solche Verfahren stützen sich auf Transaktionen, die kürzlich zu marktüblichen Bedingungen getätigt wurden, auf den aktuellen Marktwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Instruments, auf die Analyse der diskontierten Zahlungsströme oder auf Optionspreismodelle. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte werden gemäß IFRS 13 auch die Markt- und Kreditrisiken mit einbezogen. Die Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte erfolgt, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Vermögenswert auslaufen oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wird, sofern im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden, beziehungsweise die Verfügungsmacht über den Vermögenswert abgegeben wird. Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, gegebenenfalls unter Verwendung der Effektivzinsmethode. Im Falle von Finanzschulden entsprechen die Anschaffungskosten dem Auszahlungsbetrag. Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten entsprechen die Anschaffungskosten dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die Verpflichtung, die der Verbindlichkeit zugrunde liegt, erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Von der Fair Value Option wird kein Gebrauch gemacht. Derivative Finanzinstrumente: Zu den derivativen Finanzinstrumenten gehören Zins- und Währungs-Derivate sowie Commodity-Derivate, hauptsächlich für die Commodities Strom, Gas, Kohle und CO2 . Derivative Finanzinstrumente werden sowohl bei ihrer erstmaligen Bilanzierung als auch in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und unter den sonstigen Vermögenswerten oder sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Wertansätze werden vom Markt abgeleitet oder anhand anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt (Barwertmethode oder Optionspreismodelle, denen aktuelle Marktparameter zugrunde gelegt werden). Wertänderungen von Zins- und Währungsderivaten mit Bezug zur operativen Tätigkeit werden entweder im operativen Ergebnis beziehungsweise innerhalb des Finanzergebnisses entsprechend als Ertrag oder Aufwand erfasst. Wertänderungen aller anderen derivativen Finanzinstrumente erfolgen als Ertrag beziehungsweise Aufwand in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen. Derivate, die als Sicherungsgeschäft in einem Cashflow Hedge eingesetzt werden, sind gesondert zu behandeln. Erfüllen diese zusätzlich die Voraussetzungen des Hedge Accountings gemäß IAS 39, erfolgt der Ausweis des effektiven Teils des Sicherungsinstruments im Rahmen der Fair-Value-Veränderung erfolgsneutral im Eigenkapital unter Marktbewertung von Finanzinstrumenten. Wird das Grundgeschäft erfolgswirksam, wird das Sicherungsgeschäft ebenfalls erfolgswirksam erfasst und kompensiert somit die Auswirkungen des Grundgeschäfts. Neben dem Cashflow Hedge Accounting können Absicherungen von Risiken ebenfalls durch Fair Value Hedges erfolgen. Hierbei werden die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die der Absicherung eines beizulegenden Zeitwerts dienen und als Fair Value Hedge qualifiziert werden können, gleichzeitig mit dem abgesicherten Risiko erfolgswirksam erfasst. Zusätzlich können bei Fair Value Hedges die währungsbedingten Änderungen von originären Finanzinstrumenten durch die währungsbedingten Änderungen von anderen originären Finanzinstrumenten beziehungsweise Währungsderivaten abgesichert werden. Schwebende Geschäfte zur Marktpreissicherung im Bereich des Energiehandels fallen in den Anwendungsbereich von IAS 39 und werden als derivative Finanzinstrumente erfasst. Die abgesicherten Grundgeschäfte (Vertriebskontrakte) fallen demgegenüber in der Regel nicht unter IAS 39. Die Bilanzierung nach IAS 39 betrifft insbesondere Warentermingeschäfte. Im Rahmen der Volatilitätsbegrenzung wird insbesondere im Strom- und Gasgeschäft die Own Use Exemption oder das Cashflow Hedge Accounting angewandt. Für geschlossene Fremdwährungspositionen werden Fair Value Hedges designiert, die nach den Regeln des Fair Value Hedge Accountings bilanziert wurden. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos werden insbesondere Zins-Swaps eingesetzt. Diese Instrumente fixieren mithilfe von Cashflow Hedges Zahlungsströme aus variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten. BewertungsunsicherheitenBei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen. Zudem erfordert die Aufstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS, dass Annahmen und Schätzungen gemacht werden, die sich auf die Wertansätze der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angaben der Eventualschulden auswirken können. Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und BewertungsmethodenEs ergeben sich bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aus Ermessensausübungen keine erheblichen Auswirkungen auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden, die im Abschluss ausgewiesen sind. Unsicherheiten bei der SchätzungIm Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen und sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten, die am Stichtag bestehen, erläutert. Durch sie kann ein Risiko bestehen, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Vermögenswerte und Schulden sowie der Nutzungsdauer der Vermögenswerte basiert auf Beurteilungen des Managements. Dies gilt ebenso bei der Ermittlung von Wertminderungen von Vermögenswerten. Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der Vermögenswerte erfordert eine Schätzung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert beziehungsweise der Vermögenswert zugeordnet ist. Bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags wird primär der Nutzungswert und in besonderen Einzelfällen der beizulegende Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Dabei wird der höhere Wert von beiden zur Werthaltigkeitsprüfung herangezogen. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss MVV die künftig zu erwartenden Zahlungsmittelüberschüsse aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen. Darüber hinaus muss der Konzern einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert der Cashflows zu ermitteln. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Einschätzungen zum Bilanzstichtag oder zum relevanten unterjährigen Stichtag, zu dem die anlassbezogene Wertminderung erforderlich wird. Abweichende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können zu Unterschieden zwischen den Schätzwerten und den tatsächlichen Werten führen. In solchen Fällen werden die Annahmen und, falls erforderlich, der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts und der Vermögenswerte entsprechend angepasst. Des Weiteren sind Annahmen bei der Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern zu treffen. Bei der Beurteilung, ob aktive latente Steuern genutzt werden können, spielt insbesondere die Möglichkeit eine Rolle, zukünftig entsprechende steuerpflichtige Einkommen zu erzielen. Die Unsicherheiten bei der Bewertung der zu bildenden Rückstellungen wurden mit der bestmöglichen Schätzung unterlegt, unter anderem auf Basis von Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen. Die Bewertung von Umsätzen und Materialaufwendungen unterliegt insofern Schätzungen, als zum Stichtag Verbrauchsabgrenzungen für bereits entstandene und noch nicht fakturierte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vorgenommen wurden. Abfindungsverbindlichkeiten für Personengesellschaften werden mit dem anteiligen beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dieser wird ermittelt, indem eine Unternehmensbewertung unter Berücksichtigung der aktuellen Planung und der Zinsstrukturkurve durchgeführt wird. Grundsätzlich werden bei den Bewertungsunsicherheiten die bestmöglichen Erkenntnisse über die Verhältnisse am Bilanzstichtag herangezogen. Die tatsächlichen Beträge können sich von den Schätzungen unterscheiden. Die im Abschluss erfassten und mit Unsicherheiten behafteten Buchwerte sind aus der Bilanz beziehungsweise den entsprechenden Erläuterungen im Anhang zu entnehmen. Die Schätzänderungen nach IAS 8 im Geschäftsjahr 2017 führten zu keinen nennenswerten Anpassungen der betroffenen Erträge, Aufwendungen sowie des Vermögens und der Schulden. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG1. Umsatzerlöse nach Strom- und ErdgassteuerDie Umsatzerlöse enthalten alle Erlöse, die aus der typischen Geschäftstätigkeit des Konzerns resultieren. Sie werden beim Übergang der maßgeblichen Risiken und Chancen auf den Kunden beziehungsweise dann erfasst, wenn die Leistung erbracht wird und der Zahlungseingang verlässlich erwartet werden kann. Wie sich die Umsatzerlöse aus den einzelnen Segmenten zusammensetzen, stellen wir in der Segmentberichterstattung unter Textziffer 37 dar. Die Hauptprodukte von MVV sind Strom, Wärme, Gas, Wasser und Abfallverwertung beziehungsweise -entsorgung. Zusätzlich erwirtschaftet der Konzern wesentliche Erlöse aus der Projektentwicklung von Wind- und Solarprojekten. Der Außenumsatz nach Produkten teilt sich wie folgt auf: Umsatzerlöse nach Produktgruppenscroll
Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen Umsätze aus der Projektentwicklung und kundenspezifischen Fertigungsaufträgen. Der Umsatz unserer ausländischen Tochtergesellschaften betrug in Konzernwährung 230.122 Tsd Euro (Vorjahr 440.329 Tsd Euro). Die Verringerung dieses Umsatzanteils ist im Wesentlichen auf das Auslaufen von Projekten sowie die Realisation von zahlreichen Projekten im Vorjahr mit einem damit verbundenen hohen Vorjahresumsatz zurückzuführen. Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach ihrem Leistungsfortschritt bilanziert. Basierend auf den mit den Kunden geschlossenen Verträgen werden anteilige Umsatzerlöse und angefallene Umsatzkosten entsprechend dem Leistungsfortschritt ausgewiesen, der am Bilanzstichtag erreicht wurde, sobald das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich zu schätzen ist. Der Leistungsfortschritt wird ermittelt, indem die bis zum Bilanzstichtag angefallenen Projektkosten ins Verhältnis zu den Gesamtkosten des Projekts gesetzt werden. In der Bilanz werden die Umsätze nach ihrem Leistungsfortschritt erfasst und nach Abzug der erhaltenen Anzahlungen in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringbar sind. Sobald Auftragsverluste erwartet werden, werden diese sofort in voller Höhe als Aufwand erfasst. Die Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen haben sich im Wesentlichen aufgrund einer geringeren Anzahl von realisierten Projekten auf 110.562 Tsd Euro (Vorjahr 332.130 Tsd Euro) reduziert. 2. BestandsveränderungenDie Bestandsveränderungen resultieren hauptsächlich aus unfertigen Projekten und Projektrechten. 3. Aktivierte EigenleistungenDie aktivierten Eigenleistungen betreffen vor allem den Bau und die Erweiterung von Versorgungsnetzen. 4. Sonstige betriebliche ErträgeSonstige betriebliche Erträgescroll
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten insbesondere positive Bewertungseffekte aus Energiehandelsgeschäften, die nach IAS 39 zu bewerten sind. Der Ausweis der Bewertungseffekte aus Energiehandelsgeschäften erfolgt brutto. Diesen bewertungsabhängigen Erträgen stehen entsprechende Aufwendungen gegenüber. Eine Klarstellung der konzerninternen Bilanzierungsrichtlinie zu Emissionszertifikaten führt zu einer Verminderung der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 17.605 Tsd Euro. Hätte die Saldierung aufgrund der Klarstellung der Bilanzierungsrichtlinie im Vorjahr Anwendung gefunden, wären die sonstigen betrieblichen Erträge um 15.291 Tsd Euro vermindert, wobei sich der Gegeneffekt im Wesentlichen im Materialaufwand befindet. Hierbei handelt es sich um eine Änderung des Ausweises, der keine Ergebniseffekte nach sich zieht. 5. MaterialaufwandMaterialaufwandscroll
In den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind im Wesentlichen Aufwendungen für Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgaben, Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung, Entsorgungskosten für Reststoffe und sonstige Fremdleistungen enthalten. 6. PersonalaufwandPersonalaufwandscroll
Bei MVV waren im Jahresdurchschnitt 6.057 Mitarbeiter (Vorjahr 6.169) beschäftigt. Davon sind 10 leitende Angestellte (Vorjahr 11), 5.727 Angestellte (Vorjahr 5.807), 292 Auszubildende (Vorjahr 315) und 38 Praktikanten/Diplomanden (Vorjahr 36). Bei den leitenden Angestellten handelt es sich um Mitglieder des Managements in Schlüsselfunktionen, also um die Prokuristen und Bereichsleiter der MVV Energie AG. 7. Sonstige betriebliche AufwendungenSonstige betriebliche Aufwendungenscroll
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten negative Bewertungseffekte aus Energiehandelsgeschäften, die nach IAS 39 zu bewerten sind. Der Ausweis der Bewertungseffekte aus Energiehandelsgeschäften erfolgt brutto. Diesen bewertungsabhängigen Aufwendungen stehen sonstige betriebliche Erträge gegenüber, die diesen Effekt kompensieren. 8. Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen und sonstiges BeteiligungsergebnisAnteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden entsprechend dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht oder vermindert. Ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert wird im Beteiligungsansatz ausgewiesen und nicht separat gezeigt. Eine außerplanmäßige Abschreibung des At-Equity-Buchwerts erfolgt, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen sind, erfolgt eine entsprechende erfolgswirksame Zuschreibung. Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnisscroll
Die Veränderungen des Ergebnisses aus At-Equity-Unternehmen begründet sich hauptsächlich durch den geänderten Einbezug des Teilkonzerns Juwi im Vorjahr sowie durch den Abgang der Gesellschaft ZVO Energie GmbH. 9. AbschreibungenAbschreibungenscroll
Detailangaben zu den außerplanmäßigen Abschreibungen befinden sich in den Tabellen zu Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. 10. FinanzerträgeFinanzerträgescroll
11. FinanzaufwendungenFinanzaufwendungenscroll
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen wurden durch die Aktivierung von Fremdkapitalzinsen in Höhe von 1.489 Tsd Euro (Vorjahr 1.715 Tsd Euro) gekürzt. Der dabei zugrunde gelegte Finanzierungskostensatz lag im Geschäftsjahr bei 1,4 %, während er im Vorjahr von 3,1 % bis 5,7 % reichte. 12. ErtragsteuernErtragsteuernscroll
Der laufende Steueraufwand enthält die Gewerbe- und Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag sowie ausländische Ertragsteuern. Für die Bewertung der latenten Steuern in Deutschland wird der für das jeweilige Unternehmen geltende Steuersatz herangezogen. Er ergibt sich aus dem gültigen unveränderten Körperschaftsteuersatz von 15 %, dem Solidaritätszuschlag von unverändert 5,5 % und dem jeweils anzuwendenden Gewerbesteuersatz, der derzeit zwischen 12 % und 16 % liegt. Für ausländische Gesellschaften werden die jeweiligen nationalen Steuersätze zugrunde gelegt. Soweit die Voraussetzungen des IAS 12 gegeben sind, werden aktive und passive latente Steuern je Gesellschaft beziehungsweise Organkreis saldiert. Der latente Steueraufwand ergibt sich zum einen aus einem Steueraufwand in Höhe von 10.048 Tsd Euro (Vorjahr 11.839 Tsd Euro), der auf die Veränderung der Wertberichtigung für Verlustvorträge sowie auf die erfolgswirksame Nutzung von Verlustvorträgen zurückzuführen ist, und aus einem latenten Steueraufwand in Höhe von 8.919 Tsd Euro (Vorjahr Ertrag 18.950 Tsd Euro), der auf das Entstehen beziehungsweise die Auflösung temporärer Unterschiede entfällt. Der tatsächliche Steueraufwand wurde aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste um 3.172 Tsd Euro (Vorjahr 4.078 Tsd Euro) gemindert. Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand. Der Steuersatz, der für die steuerliche Überleitungsrechnung anzuwenden ist, beträgt 30,3 % (Vorjahr 30,3 %). Er setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz, dem Solidaritätszuschlag und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 14,5 % (Vorjahr 14,5 %) zusammen. Überleitung des Ertragsteueraufwandsscroll
13. Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG und Ergebnis je AktieErgebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG und Ergebnis je Aktiescroll
Die Zahl der auf den Namen lautenden Stückaktien der MVV Energie AG beträgt 65.906.796 Stück. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2017 entspricht dem Vorschlag des Vorstands vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung am 9. März 2018. Es soll demnach eine Dividende über 59.316 Tsd Euro ausgeschüttet werden. Die Vorschläge zur Höhe der Dividende für das Geschäftsjahr 2016 sowie zur Gewinnverwendung wurden von der Hauptversammlung am 10. März 2017 angenommen. Es wurde demnach eine Dividende über 59.316 Tsd Euro ausgeschüttet. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ14. Immaterielle VermögenswerteDie immateriellen Vermögenswerte beinhalten Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Kundenlisten und ähnliche Rechte und Werte, Geschäfts- oder Firmenwerte sowie geleistete Anzahlungen. Die Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte und Werte setzen sich aus Software und vertraglich vereinbarten Zuschüssen an Kunden und Lieferanten zusammen. Die Nutzungsdauer orientiert sich an wirtschaftlichen Aspekten oder vertraglichen Konditionen und liegt zwischen 1 und 50 Jahren. Immaterielle Vermögenswerte, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, bestehen in Höhe von 5.631 Tsd Euro (Vorjahr 12.403 Tsd Euro). Die MVV Energie AG ist nur im geringen Maße im Bereich Forschung und Entwicklung aktiv. Der Betrag für die nach IFRS qualifizierten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 401 Tsd Euro (Vorjahr 659 Tsd Euro). Die gemäß IAS 38 aktivierten Entwicklungskosten, welche die Entwicklung einer Projektdatenbank betreffen, belaufen sich im aktuellen Geschäftsjahr auf 730 Tsd Euro (Vorjahr 0 Tsd Euro). Die im Geschäftsjahr 2017 durchgeführten Werthaltigkeitstests basieren auf der Bestimmung des erzielbaren Betrags/Nutzungswerts. Hierbei werden die erwarteten Cashflows der Beteiligungen mit Diskontierungssätzen (gewichtete Kapitalkosten) von 6,3 % bis 10,8 % vor Steuern verzinst. Die Ermittlung der Diskontierungszinssätze erfolgt auf Basis von verfügbaren Marktdaten. Der Planungszeitraum der zugrunde gelegten Cashflows liegt in der Regel bei drei Jahren. Für die im Geschäftsjahr 2017 durchgeführten Werthaltigkeitstests sind in der ewigen Rente Wachstumsraten von bis zu 0,5 % verwendet worden. Die Impairments wurden im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse mit einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung von 0,5 % des Kapitalisierungszinssatzes gerechnet, woraus sich keine nennenswerten Veränderungen in der Werthaltigkeit ergaben. Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte setzen sich wie folgt zusammen: Buchwerte Geschäfts- oder Firmenwertescroll
Bei den Werthaltigkeitstests wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Diese entsprechen den rechtlichen Teilkonzernen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine Wertminderungen auf die Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Immaterielle Vermögenswertescroll
15. SachanlagenSachanlagenscroll
Die Aufwendungen, die im Geschäftsjahr 2017 durch Wertminderungen entstanden sind, sind in erster Linie auf die Entwicklung der Winderträge verschiedener zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zurückzuführen. Die Winderträge zweier Windparks in dem Segment Erzeugung und Infrastruktur sind niedriger als ursprünglich eingeschätzt. Hierin sah das Management einen Anhaltspunkt für die Durchführung von Wertminderungstests bei diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die zukünftigen Nutzungswerte wurden unter Verwendung eines Abzinsungssatzes vor Steuern in Höhe von 5,4 % ermittelt. Als Sicherheiten für Finanzschulden wurden Sachanlagen bis zu einem Gegenwert von 64 Mio Euro (Vorjahr 73 Mio Euro) bestellt. Es handelt sich hierbei um Grundstücke und Gebäude sowie technische Anlagen und Maschinen. Sachanlagen, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, bestehen in Höhe von 128 Mio Euro (Vorjahr 162 Mio Euro). Zuwendungen der öffentlichen Hand im Geschäftsjahr 2017 beziehen sich hauptsächlich auf städtebauliche Maßnahmen im Verteilnetz. Im Zusammenhang mit diesen Zuwendungen bestehen keine unerfüllten Bedingungen und andere Erfolgsunsicherheiten. Die größten Zugänge bei den geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau im Geschäftsjahr 2017 betreffen die Vorbereitungen für ein Gasheizkraftwerk. 16. Als Finanzinvestitionen gehaltene ImmobilienBei der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilie handelt es sich um ein vermietetes Grundstück in den USA. Die Mieterträge im Geschäftsjahr betrugen 34 Tsd Euro (Vorjahr 34 Tsd Euro). Die direkten betrieblichen Aufwendungen betrugen 0 Tsd Euro (Vorjahr 0 Tsd Euro). Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie entspricht mindestens dem Buchwert. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilienscroll
17. GemeinschaftsunternehmenGemeinsam mit Joint-Venture-Partnern betreibt die MVV Energie AG Gemeinschaftsunternehmen. Wesentliche Gemeinschaftsunternehmen sind aufgrund ihrer Größe und des Einflusses auf den Konzern die nachfolgenden Gesellschaften: Die Gemeinschaftskraftwerk Kiel GmbH betreibt gemeinsam mit den Gesellschaftern Uniper Kraftwerke GmbH und der Stadtwerke Kiel AG, eine Tochtergesellschaft der MVV Energie AG, in Kiel, ein Steinkohlekraftwerk. Dabei hält die Stadtwerke Kiel AG 50 % der Kapitalanteile. Alle wesentlichen Entscheidungen müssen von den Anteilseignern gemeinsam getroffen werden. Die Stadtwerke Ingolstadt sind für die Energieversorgung der Region Ingolstadt verantwortlich. Die MVV Energie AG hält 48,4 % der Kapitalanteile der Stadtwerke Ingolstadt Beteiligungen GmbH, die als Finanzholding mehrere Tochtergesellschaften bündelt. Die Anteilseigner müssen alle wesentlichen Entscheidungen gemeinsam treffen. In den folgenden Tabellen sind Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital sowie Umsatzerlöse, Jahresüberschuss und sonstiges Ergebnis der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen dargestellt: Gesamtergebnisrechnung für wesentliche Gemeinschaftsunternehmenscroll
Weitere Finanzinformationen für wesentliche Gemeinschaftsunternehmenscroll
Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmenscroll
Die nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen verfügen in Summe über die in der folgenden Tabelle dargestellten Gewinne/Verluste, Gesamtergebnisse und Buchwerte: Zusammengefasste Finanzinformationen der nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmenscroll
18. Assoziierte UnternehmenDie MVV Energie AG hat die Grosskraftwerk Mannheim AG aufgrund ihrer Größe und ihres Einflusses auf den Konzern als wesentliches assoziiertes Unternehmen identifiziert. Die Grosskraftwerk Mannheim AG betreibt in Mannheim eines der effizientesten Steinkohlekraftwerke Europas. Insgesamt 28 % der Kapitalanteile an der Gesellschaft werden vom Konzern gehalten. Die Grosskraftwerk Mannheim AG ist ein Gemeinschaftskraftwerk der Aktionäre RWE Generation SE, Essen, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, und der MVV RHE GmbH, Mannheim. Die MVV RHE GmbH übt durch die Besetzung im Aufsichtsrat und ihre Stimmen in der Hauptversammlung maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft aus. Die Vermögenswerte, Schulden und das Eigenkapital sowie die Umsatzerlöse, der Jahresüberschuss und das sonstige Ergebnis der Grosskraftwerk Mannheim AG stellen sich wie folgt dar: Gesamtergebnisrechnung für wesentliche assoziierte Unternehmenscroll
Weitere Finanzinformationen für wesentliche assoziierte Unternehmenscroll
Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert der wesentlichen assoziierten Unternehmenscroll
Die Gewinne, Gesamtergebnisse und Buchwerte der nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen sind in Summe in der folgenden Tabelle dargestellt: Zusammengefasste Finanzinformationen für nicht wesentliche assoziierte Unternehmenscroll
Das erfolgsneutrale Ergebnis der wesentlichen assoziierten Unternehmen beinhaltet die Effekte aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen und aus Währungsumrechnungsdifferenzen. Die von MVV vereinnahmten Beteiligungserträge von assoziierten Unternehmen beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 1.366 Tsd Euro (Vorjahr 9.158 Tsd Euro). Bei den Eventualverbindlichkeiten at equity bewerteter Unternehmen betrug unser Anteil 1.042 Tsd Euro (Vorjahr 550 Tsd Euro). Das einbezogene Gemeinschaftsunternehmen Gemeinschaftskraftwerk Kiel GmbH und das assoziierte Unternehmen Grosskraftwerk Mannheim AG haben ein von MVV abweichendes Wirtschaftsjahr zum 31. Dezember. Der Ausweis dieser Ergebnisse im Konzern erfolgt entsprechend. Da es sich bei den Gesellschaften im Wesentlichen um zwei Vollkostenersatzkraftwerke mit gleichbleibenden Jahresüberschüssen und Ausschüttungen handelt, hat der abweichende Stichtag keine Auswirkung für MVV. Wie im Vorjahr liegen keine öffentlich notierten Marktpreise vor. 19. Für den Konzern wesentliche Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden AnteilenDie Gesellschaften Stadtwerke Kiel AG, Kiel, Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach am Main, und Juwi AG, Wörrstadt, wurden aufgrund ihrer Größe und ihres Einflusses auf den Konzern als wesentliche Tochterunternehmen identifiziert. In den folgenden Tabellen werden die Gesamtergebnisrechnung und die weiteren Finanzinformationen über die nicht beherrschten Anteile an den Gesellschaften dargestellt. Hierbei handelt es sich um die Beträge vor Konsolidierung. Gesamtergebnisrechnung für nicht beherrschte Anteile für Energieversorgung Offenbach AGscroll
Weitere Finanzinformationen für nicht beherrschte Anteile für Energieversorgung Offenbach AGscroll
Gesamtergebnisrechnung für nicht beherrschte Anteile für Stadtwerke Kiel AGscroll
Weitere Finanzinformationen für nicht beherrschte Anteile für Stadtwerke Kiel AGscroll
Gesamtergebnisrechnung für nicht beherrschte Anteile für Juwi AGscroll
Weitere Finanzinformationen für nicht beherrschte Anteile für Juwi AGscroll
Die gesamten nicht beherrschten Anteile an Tochtergesellschaften betrugen im Berichtszeitraum 248.884 Tsd Euro. Davon entfielen 105.194 Tsd Euro auf die Stadtwerke Kiel AG, Kiel, 56.874 Tsd Euro auf die Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach am Main, 38.802 Tsd Euro auf die Juwi AG, Wörrstadt, und 48.015 Tsd Euro auf nicht wesentliche Tochtergesellschaften. 20. Übrige FinanzanlagenDie Wertminderungen sowie die Entwicklung der übrigen Finanzanlagen sind im nachfolgenden Spiegel und aus den Positionen Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis (Textziffer 8) beziehungsweise Finanzerträge (Textziffer 10) und Finanzaufwendungen (Textziffer 11) ersichtlich. Übrige Finanzanlagenscroll
Unter den übrigen Finanzanlagen werden Ausleihungen, Leasingforderungen aus Finanzierungsleasing, sonstige Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz und sonstige Beteiligungen ausgewiesen. Sie werden wie folgt bewertet und kategorisiert: Die enthaltenen Ausleihungen werden als Kredite und Forderungen kategorisiert, die Leasingforderungen unter Leasing. Die Wertansätze der Ausleihungen erfolgen zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls reduziert um Wertminderungen. Finanzierungsleasingverhältnisse werden als Forderung in Höhe des Barwerts der Mindestleasingzahlungen (Nettoinvestitionswert) bilanziert. Die unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesenen sonstigen Beteiligungen sind Minderheitsbeteiligungen sowie assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss von MVV einbezogen werden. Sonstige Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz und sonstige Beteiligungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Aufgrund von gesunkenen erwarteten Cashflows oder vorhandenen Ausfallrisiken werden sie gegebenenfalls um Wertminderungen korrigiert. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden sie durch Wertberichtigungen im Beteiligungsergebnis beziehungsweise im Finanzergebnis erfasst. Die Ausleihungen und Leasingforderungen sind fest verzinslich und werden mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,2 % (Vorjahr 3,3 %) verzinst. Die durchschnittliche Restzinsbindungsdauer beträgt für festverzinsliche Ausleihungen 6,7 Jahre (Vorjahr 6,5 Jahre) und für Finanzierungsleasing 6 Jahre (Vorjahr 6,5 Jahre). Die Umbuchungen betreffen in erster Linie die fristenkongruente Umgliederung dieser Positionen in das kurzfristige Finanzvermögen. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten finden sich unter Textziffer 35. Wie im Vorjahr liegen keine Verfügungsbeschränkungen und sonstigen Belastungen vor. Die übrigen Finanzanlagen beinhalten auch den langfristigen Anteil der Finanzierungsleasingverträge. MVV ist bei mehreren Contracting-Projekten Leasinggeber im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen. Wie im Folgenden dargestellt, wird der Barwert der Mindestleasingzahlungen zu den Bruttoinvestitionen in die Leasingverhältnisse übergeleitet: Überleitungscroll
21. Sonstige Forderungen und VermögenswerteIn den folgenden Tabellen werden die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte nach Inhalt und Kontrahenten aufgeschlüsselt. Für derivative Finanzinstrumente wird zusätzlich deren Sicherungsbeziehung angegeben. Finanzielle und nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswertescroll
Derivative Finanzinstrumente (Finanzielle Forderungen und Vermögenswerte)scroll
Der Wert der derivativen Finanzinstrumente hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund von Realisation sowie durch das geringere Marktpreisniveau und den dadurch geringeren Marktwerten der nach IAS 39 bilanzierten Energiehandelsgeschäfte verringert. Sie betreffen Zins-, Währungs- und Commodity-Derivate auf Strom, Gas, Kohle, CO2 und sonstige Zertifikate. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten finden sich unter Textziffer 35. In den sonstigen Steuerforderungen sind im Wesentlichen Vorsteuer- und Energiesteuerguthaben enthalten. In den langfristigen übrigen sonstigen Vermögenswerten sind Aufwendungen für die Erweiterung und Erneuerung von Infrastrukturanlagen der beiden britischen Kraftwerke in Höhe von 7.226 Tsd Euro enthalten. Diese sind nicht in der Verfügungsgewalt von MVV, sie sind jedoch essentiell für die Strom- und Dampfversorgung. Die Aufwendungen werden über die entsprechenden Vertragslaufzeiten abgegrenzt. Sonstige Forderungen und Vermögenswertescroll
Auch die kurzfristigen Anteile der Leasingforderungen und der Ausleihungen werden in den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt konzeptionell wie die Bewertung der jeweiligen langfristigen Anteile, die unter den übrigen Finanzanlagen erläutert werden. Des Weiteren beinhalten die übrigen sonstigen Vermögenswerte hauptsächlich Forderungen gegenüber einem Altgesellschafter eines Tochterunternehmens, Forderungen aus Baukostenzuschüssen gegenüber Dritten und noch nicht abzugsfähige Vorsteuern. Die Wertberichtigungen und die Altersstruktur für die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte sind unter Textziffer 35 dargestellt. Um das Kontrahentenrisiko bei stark schwankenden Marktwerten von Energiehandelsderivaten zu reduzieren, werden mit den externen Handelspartnern Sicherheitsleistungen ausgetauscht. Es handelt sich hierbei um Margins. Zur Verringerung des Kontrahentenrisikos werden mit der EEX (European Energy Exchange) wie auch zum Teil im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen Zahlungen geleistet, die in der Position Forderungen aus Sicherheitsleistungen von Energiehandelsgeschäften enthalten sind. Die Forderungen aus Sicherheitsleistungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr auf 126 Tsd Euro (Vorjahr 45.604 Tsd Euro) aufgrund der Realisation und dem geringeren Neugeschäft von Energiehandelsgeschäften. Bei den nicht wertgeminderten sonstige Forderungen und Vermögenswerten gab es keine Anzeichen eines Wertberichtigungsbedarfs. Alle vorgenommenen Wertminderungen sind auf dem Wege der Einzelfallbetrachtung ermittelt worden. Sie folgten keinem pauschalierten Ansatz. 22. VorräteVorrätescroll
Auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden Wertminderungen in Höhe von 150 Tsd Euro (Vorjahr 137 Tsd Euro) erfasst. Wertaufholungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind aufgrund des gestiegenen Nettoveräußerungspreises mit 312 Tsd Euro (Vorjahr 3 Tsd Euro) enthalten. Unter dem Handelsbestand Commodity werden Vorräte ausgewiesen, die aufgrund spezieller Gasspeichergeschäfte bestehen. Deren Bewertung erfolgt mit den zum Bilanzstichtag vorliegenden Großhandelspreisen und wird der Bewertungsstufe 2 zugeordnet. Die Definitionen der einzelnen Bewertungsstufen finden sich unter Textziffer 35. 23. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenForderungen aus Lieferungen und Leistungenscroll
Die vorstehende Tabelle zeigt Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von über einem Jahr sind im Konzern unwesentlich und werden unter sonstige Forderungen und Vermögenswerte ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten zum 30. September 2017 Forderungen in Höhe von 4.826 Tsd Euro (Vorjahr 82.465 Tsd Euro) aus der Abrechnung von Fertigungsaufträgen nach dem erreichten Leistungsfortschritt. Im Berichtsjahr wurden 110.562 Tsd Euro (Vorjahr 334.059 Tsd Euro) Erlöse aus der Auftragsfertigung erfasst. Die Summe der angefallenen Kosten bezüglich der nicht abgeschlossenen Fertigungsaufträge zum Bilanzstichtag belaufen sich auf 33.684 Tsd Euro (Vorjahr 252.804 Tsd Euro). Aus den nicht abgeschlossenen Fertigungsaufträgen ergab sich ein Gewinn in Höhe von 4.234 Tsd Euro (Gewinn im Vorjahr von 34.597 Tsd Euro). Die erhaltenen Anzahlungen auf Fertigungsaufträge beliefen sich zum Stichtag auf 22.810 Tsd Euro (Vorjahr 21.659 Tsd Euro). Im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen wurden im Geschäftsjahr 2017 Forderungen mit einem Buchwert von insgesamt 299 Tsd Euro (Vorjahr 290 Tsd Euro) verkauft. Die Forderungen wurden vollständig ausgebucht. Unter Textziffer 35 sind die Wertberichtigungen und die Altersstruktur für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt. Die Forderungen werden entsprechend dem Alter der Forderung wertgemindert. Zusätzlich wird der Einzelfall bei großen Forderungen betrachtet, um den konkreten Wertberichtigungsbedarf zu ermitteln. Für nicht wertgeminderte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen keine Anzeichen eines Wertberichtigungsbedarfs vor. 24. SteuerforderungenDie Steuerforderungen in Höhe von 18.908 Tsd Euro (Vorjahr 15.958 Tsd Euro) enthalten im Wesentlichen Körperschaft- und Gewerbesteuererstattungsansprüche, die mit dem Nennwert beziehungsweise, soweit erforderlich, mit dem Barwert angesetzt sind. 25. Flüssige MittelDie flüssigen Mittel bestehen überwiegend aus Bankguthaben. Durch den Erwerb von vollkonsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten gingen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 992 Tsd Euro (Vorjahr 116.054 Tsd Euro) zu. Im Zusammenhang mit der Veräußerung von vollkonsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten gingen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 5.946 Tsd Euro (Vorjahr 1.842 Tsd Euro) ab. Bankguthaben werden ausschließlich im Rahmen der kurzfristigen Liquiditätsdisposition bei Banken mit zweifelsfreier Bonität unterhalten. Die Verzinsung bewegt sich wie im Vorjahr auf Interbankenniveau. 26. Zur Veräußerung gehaltene VermögenswerteDas Glasfasernetz der MVV Energie AG wurde als zur Veräußerung gehalten eingestuft. Es wurde eine Zuschreibung zu den fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 7.136 Tsd Euro durchgeführt. Der Verkauf zum Preis von 31.535 Tsd Euro erfolgte zum 15. Oktober 2017. Zusätzlich wurden Vermögenswerte aus den Multi-Utility-Verträgen bei der MVV ImmoSolutions GmbH, Mannheim, unter die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umgegliedert, da ein Verkauf geplant ist. Der Verkaufspreis für diese Vermögenswerte beträgt 24.800 Tsd Euro. 27. EigenkapitalDie Aufgliederung sowie die Entwicklung des Eigenkapitals sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Grundkapital: Das Grundkapital der MVV Energie AG in Höhe von 168.721 Tsd Euro verteilt sich auf 65.906.796 auf den Namen lautende Stückaktien über je 2,56 Euro. Die gesamten auf den Namen lautenden Stückaktien sind voll einbezahlt. Die Stadt Mannheim hielt zum 30. September 2017 unmittelbar und mittelbar 50,1 %, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG 22,5 %, die RheinEnergie AG 16,3 % und die ENGIE Deutschland AG 6,3 % der Aktien. Die übrigen 4,8 % der Aktien befinden sich im Streubesitz. Genehmigtes Kapital II: Die Hauptversammlung der MVV Energie AG hat mit Beschluss vom 14. März 2014 den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 13. März 2019 einmalig oder mehrmals um insgesamt 51.200 Tsd Euro zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen, dass jedoch der Vorstand einmalig oder mehrmals, ganz oder teilweise um insgesamt 13.180 Tsd Euro ausschließen kann. Der Vorstand der MVV Energie AG hat von dieser Ermächtigung bisher keinen Gebrauch gemacht. Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien: Die Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 13. März 2015 ermächtigt, bis zum 12. März 2020 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals, zu erwerben. Der Vorstand der MVV Energie AG hat von dieser Ermächtigung noch keinen Gebrauch gemacht. Kapitalrücklage: Die Kapitalrücklage betrifft die MVV Energie AG. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse enthalten. Die Abweichung in Höhe von 3.705 Tsd Euro zur Kapitalrücklage im Abschluss der MVV Energie AG resultiert aus den Transaktionskosten der Kapitalerhöhungen im Jahr 2006 beziehungsweise 2007, die als Abzug der Kapitalrücklage bilanziert wurde. Erwirtschaftetes Eigenkapital: Das erwirtschaftete Eigenkapital umfasst neben den anteiligen Gewinnrücklagen und den kumulierten erwirtschafteten Jahresergebnissen der MVV Energie AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt die kumulierten erfolgsneutralen Veränderungen aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten, die im Wesentlichen aus Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 resultieren, die Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Abschlüsse sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Versorgungspläne. Im Rahmen der Marktbewertung von Finanzinstrumenten wurden im Geschäftsjahr Erträge in Höhe von 27.627 Tsd Euro direkt im Eigenkapital erfasst (Vorjahr Erträge von 13.274 Tsd Euro). 28. RückstellungenRückstellungenscroll
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Rückstellungen nach Fristigkeitenscroll
Ungewisse Steuerverbindlichkeiten werden als Steuerrückstellungen anhand der besten Schätzung der voraussichtlich erwarteten Steuerzahlung oder des Erwartungswerts bilanziert, soweit deren Eintritt wahrscheinlich ist. Liegt ein Steuerbescheid vor, werden sie unter den Steuerverbindlichkeiten ausgewiesen. Die Steuerrückstellungen umfassen Rückstellungen für Ertragsteuern wie die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Die Kategorie der Rückstellungen für Verpflichtungen im Personalbereich enthält einerseits Rückstellungen für Frühpensionierungen sowie Rückstellungen für Personalkosten. Die Rückstellungen für Frühpensionierungen umfassen in erster Linie rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aufgrund von Altersteilzeitregelungen. Die versicherungsmathematischen Annahmen entsprechen denen bei der Bewertung für Pensionen und ähnlichen Rückstellungen. Die Rückstellungen für Personalkosten beinhalten im Wesentlichen Sachverhalte aus tarifvertraglichen Verpflichtungen wie beispielsweise Zuwendungen, Abstandszahlungen, Bonuszahlungen, Arbeitszeitguthaben der Mitarbeiter und Jubiläumsleistungen. Die Rückstellungen für Personalkosten beinhalten einzelne Sachverhalte, bei denen die Inanspruchnahme vom Zielerreichungsgrad abhängt. Die Kategorie Verpflichtungen aus Restrukturierungen umfassten Rückstellungen im Rahmen eines genehmigten Restrukturierungsplans für die Reorganisation und den sozialverträglichen Personalabbau in Geschäftsbereichen. Die Kategorie Noch nicht abgerechnete Leistungen umfasst vor allem bereits erbrachte, aber noch nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen Dritter. Die Bewertung erfolgt auf der Basis sachgerechter Schätzungen. Die Kategorie der Rückstellungen für Sanierung, Rückbau und Gewährleistungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Rückbau im Rahmen der Errichtung eines Gasspeichers und für Windkraftanlagen. Die Rückstellungen für Gewährleistungen betreffen abgeschlossene Wind- und Solarprojekte. Die Rückstellungen sind aufgrund von vertraglichen Regelungen gebildet worden. Der Ansatz erfolgte einzelfallbezogen und auf Grundlage relevanter Faktoren. Die Kategorie Rückstellungen für Prozess- und Vertragsrisiken enthält einerseits Rückstellungen für Prozessrisiken für mehrere Einzelrisiken, bei denen die Höhe der Inanspruchnahme unsicher ist. Die Bewertung erfolgt ausgehend vom erwarteten Prozessergebnis, das nach den aktuell verfügbaren Informationen die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit besitzt. Zudem werden in dieser Kategorie Rückstellungen für belastende Verträge ausgewiesen. In den sonstigen Sachverhalten sind Rückstellungen für Risiken aus vertraglichen Verpflichtungen von abgeschlossenen Projekten und für die Erneuerung von Infrastrukturanlagen, Rückstellungen für Risiken im Zusammenhang mit einer Preisgleitklausel, Rückstellungen für Risiken aus der Überprüfung des § 6a GrEstG durch das EuGH sowie für Risiken aus einer Betriebsprüfung für Zinsaufwand gemäß § 233a AO enthalten. Die gebildeten Rückstellungen werden gemäß ihrer Laufzeiteinteilung verbraucht. 29. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie betriebliche Altersvorsorge besteht aus beitragsorientierten und leistungsorientierten Plänen. Die Altersversorgung für die Mitarbeiter von MVV ist unternehmensspezifisch weitgehend tarifvertraglich geregelt. Hieraus resultieren mittelbare Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitarbeitern, die fast ausschließlich über kommunale Zusatzversorgungskassen (ZVK) abgesichert sind. Hierfür werden Umlagen für die Ruhestandszeiten entrichtet. Die in diesem Zusammenhang gezahlten Beträge dienen der Finanzierung der laufenden Versorgungsleistungen. Gemäß den Regelungen der IFRS handelt es sich bei dieser Form der Altersvorsorge um einen leistungsorientierten Plan ("defined benefit plan"), da die individuellen Versorgungsleistungen der ZVK an frühere Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen nicht von eingezahlten Beiträgen abhängen. Da zudem in der ZVK Mitarbeiter mehrerer Mitgliedsunternehmen versichert sind, gilt diese Form der Altersvorsorge als gemeinschaftlicher Plan mehrerer Arbeitgeber ("multi-employer plan"), für den besondere Vorschriften anzuwenden sind. Aufgrund der Umverteilungen der Leistungen der ZVK auf die an ihr beteiligten Unternehmen und unzureichender Daten über die Altersstruktur, die Fluktuation und die Gehälter dieser Mitarbeiter liegen keine Informationen über den auf MVV entfallenden Teil der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen (wirtschaftliche Verpflichtung) vor. Somit ist eine Rückstellungsbildung nach IFRS nicht zulässig und die Berücksichtigung der Beträge erfolgt bei MVV daher entsprechend einer beitragsorientierten Versorgungszusage, obwohl es sich um einen leistungsorientierten Pensionsplan handelt. Die Beiträge zum Pensionsplan bemessen sich als Prozentsatz des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts und werden von Arbeitnehmern und von Arbeitgebern getragen. Der Beitragssatz wird von den ZVK festgelegt. Im Geschäftsjahr 2018 wird mit Beiträgen in voraussichtlich gleicher Höhe des Vorjahres gerechnet. Die Beiträge werden für die Gesamtheit der Begünstigten verwendet. Sofern die Mittel der ZVK nicht ausreichen, können die ZVK den Pflichtbeitrag erhöhen. Falls MVV die Mitgliedschaft bei den ZVK kündigen sollte, werden die ZVK einen finanziellen Ausgleich erheben. Der Ausgleichsbetrag ermittelt sich als Barwert der bestehenden Ansprüche von Berechtigten, künftigen Ansprüchen von deren Hinterbliebenen sowie bestehenden Versorgungspunkten aus unverfallbaren Anwartschaften zum Zeitpunkt der Beendigung der Mitgliedschaft. Im Geschäftsjahr 2017 sind Leistungen an die gesetzlichen Rentenversorgungssysteme in Höhe von 30.168 Tsd Euro (Vorjahr 26.023 Tsd Euro) erbracht worden. Als Leistungen an beitragsorientierte Versorgungssysteme werden die Leistungen an Zusatzversorgungskassen beziehungsweise die gesetzliche Rentenversicherung verstanden. Die Beiträge werden als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2017 sind in beitragsorientierte Versorgungssysteme 15.273 Tsd Euro (Vorjahr 14.248 Tsd Euro) eingezahlt worden. Darüber hinaus bestehen unmittelbare Pensionsverpflichtungen aufgrund früherer tarifvertraglicher Regelungen (Bemessung nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter) sowie von Einzelzusagen gegenüber Vorstandsmitgliedern. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden ausschließlich für leistungsorientierte Versorgungspläne gebildet. Bei der Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stellen insbesondere der Abzinsungsfaktor, biometrische Wahrscheinlichkeiten sowie Trendannahmen wesentliche Schätzgrößen dar. Abweichende Entwicklungen dieser Schätzgrößen können zu Unterschieden zwischen dem bilanzierten Wert und den tatsächlich im Zeitablauf entstehenden Verpflichtungen führen. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden vollständig in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung in der Aufstellung der im Konzerneigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ausgewiesen. Dies führt dazu, dass Änderungen der Schätzgrößen direkte Auswirkungen auf MVV haben. Diese Pensionsrückstellungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt (Projected-Unit-Credit-Methode). Dieses Verfahren berücksichtigt neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und Anwartschaften auch zukünftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen. Bei der Berechnung fanden die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck Anwendung. Die wesentlichen Parameter für die Berechnung der leistungsorientierten Pläne zum 30. September 2017 sind: Parameterscroll
Der Aufwand für diese als leistungsorientierte Pläne ausgestalteten Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen: Aufwand Pensionsrückstellungenscroll
Der Zinsaufwand für bereits erworbene Versorgungsansprüche ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position "Finanzaufwendungen" (sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen) ausgewiesen. Die übrigen Aufwendungen sind im Personalaufwand ausgewiesen. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt: Entwicklung der Versorgungsansprüchescroll
Bei MVV steht den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen im Konzern in geringem Umfang Planvermögen gegenüber. Der Rückstellungsbetrag in der Bilanz ermittelt sich wie folgt: scroll
Das Planvermögen entfällt auf Contractual Trust Arrangements (CTAs), welche als Treuhandvermögen durch den Deutsche Pensflex Treuhand e. V. als Treuhänder verwaltet werden. Außerdem bestehen Versicherungsverträge mit privaten Versicherungsträgern sowie einen am Kapitalmarkt notierten Investmentfonds einer international tätigen Fondsgesellschaft. Die im Konzerneigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen entwickelten sich wie folgt: Kumulierte im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste scroll
Die erfahrungsbedingten Anpassungen (Prämissenänderungen) des Barwerts der Versorgungsansprüche stellen einen Teil der auf die Versorgungsansprüche entfallenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste des jeweiligen Jahres dar. Für die bestehenden Pensionsverpflichtungen wird für das Geschäftsjahr 2018 eine Pensionszahlung in Höhe von 2.852 Tsd Euro prognostiziert. Die gewichtete durchschnittliche Dauer der leistungsorientierten Pläne beträgt 15 Jahre. Die erwartete Fälligkeit der undiskontierten Pensionsleistungen zum Stichtag stellt sich wie folgt dar: Erwartete Pensionszahlungenscroll
Die Sensitivitätsanalyse basiert auf der Änderung einer Annahme, während alle anderen Annahmen konstant gehalten werden. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieses in der Realität ereignet. Weiterhin ist es möglich, dass Veränderungen in einigen Annahmen miteinander korrelieren. Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung zu versicherungsmathematischen Annahmen wurde dieselbe Methode verwendet, mit der Pensionsrückstellungen in der Bilanz ermittelt werden. Die Methoden und Arten von Annahmen zur Vorbereitung der Sensitivitätsanalyse haben sich im Vergleich zur Vorperiode nicht geändert. Sensitivitätsbetrachtungscroll
30. FinanzschuldenFinanzschuldenscroll
Fälligkeit in Jahrenscroll
Die festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.063 Mio Euro (Vorjahr 1.246 Mio Euro) sind mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 3,1 % (Vorjahr 2,9 %), die variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 299 Mio Euro (Vorjahr 216 Mio Euro) mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 2 % (Vorjahr 2,7 %) zu verzinsen. Bei den festverzinslichen Verbindlichkeiten beträgt die durchschnittliche Restzinsbindungsdauer sechs Jahre (Vorjahr sechs Jahre). Zum 30. September 2017 standen MVV nicht in Anspruch genommene zugesagte Kreditlinien in Höhe von 700 Mio Euro (Vorjahr 527 Mio Euro) zur Verfügung. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen angesetzt. Der beizulegende Zeitwert der übrigen Finanzschulden entspricht im Wesentlichen den ausgewiesenen Buchwerten. Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen beziehen sich auf Gebäude, verschiedene technische Anlagen sowie auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Verträge beinhalten zum Teil Verlängerungsoptionen, jedoch keine Kaufoptionen oder Preisanpassungsklauseln. Der Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen lässt sich wie folgt auf die Verbindlichkeiten überleiten: Barwert der Mindestleasingzahlungenscroll
31. Andere VerbindlichkeitenIn den nachfolgenden Tabellen werden die anderen Verbindlichkeiten nach Inhalt und Kontrahenten aufgeschlüsselt. Für derivative Finanzinstrumente wird zusätzlich deren Sicherungsbeziehung angegeben. Nach ihrem erstmaligen Ansatz sind Verbindlichkeiten mit Ausnahme von derivativen Finanzinstrumenten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, die im Wesentlichen den Zeitwerten entsprechen. Andere finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeitenscroll
Andere Verbindlichkeitenscroll
Die derivativen Finanzinstrumente betreffen Zins-Derivate, Währungs- und Commodity-Derivate auf Strom, Gas, Kohle, CO2 und sonstige Zertifikate. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten finden sich unter Textziffer 35. Derivative Finanzinstrumente (Andere finanzielle Verbindlichkeiten)scroll
Zur Reduktion des Kontrahentenrisikos bei stark schwankenden Marktwerten von Energiehandelsderivaten werden Sicherheitsleistungen (Margins) mit der EEX ausgetauscht. Daneben wurden zum Teil auch bilaterale Verträge zur Risikoreduzierung eingegangen. Unter den Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern sind im Wesentlichen Energie- und Umsatzsteuerverbindlichkeiten enthalten. Unter den übrigen anderen Verbindlichkeiten werden im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Abschlagszahlungen und Verbindlichkeiten aus restlichen Kaufpreiszahlungen akquirierter Tochtergesellschaften ausgewiesen. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen die Baukostenzuschüsse für Hausanschlusskosten ausgewiesen. 32. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungenscroll
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Tabelle zeigt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Mittel- bis langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden aufgrund ihrer Unwesentlichkeit für den Konzern unter Andere Verbindlichkeiten ausgewiesen. 33. Steuerverbindlichkeiten und latente SteuernDie Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 1.074 Tsd Euro (Vorjahr 5.477 Tsd Euro) enthalten Ertragsteuerverbindlichkeiten. Die Steuerabgrenzungen im Geschäftsjahr 2017 für latente Steuern sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen: Latente Steuernscroll
Von den zuvor dargestellten latenten Steuern (netto) entfallen 17.672 Tsd Euro (Vorjahr 33.199 Tsd Euro) auf langfristige aktive latente Steuern und 111.101 Tsd Euro (Vorjahr 109.593 Tsd Euro) auf langfristige passive latente Steuern. Für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 84.779 Tsd Euro (Vorjahr 80.831 Tsd Euro), für gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 87.457 Tsd Euro (Vorjahr 77.318 Tsd Euro) sowie für ausländische Verlustvorträge in Höhe von 84.395 Tsd Euro (Vorjahr 89.093 Tsd Euro) wurde kein latenter Steueranspruch angesetzt. Auf temporäre Unterschiede aus Beteiligungen in Höhe von 11.340 Tsd Euro (Vorjahr 11.081 Tsd Euro) wurden in Höhe von 3.436 Tsd Euro (Vorjahr 3.358 Tsd Euro) keine passiven latenten Steuern erfasst, da eine Umkehrung durch Dividendenausschüttungen oder Veräußerung von Gesellschaften in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist. In Höhe von 8.443 Tsd Euro (Vorjahr 16.895 Tsd Euro) wurden zum Bilanzstichtag aktive latente Steuern bilanziert, die aus Gesellschaften resultieren, welche im Geschäftsjahr oder im Vorjahr einen Verlust erzielt haben und deren Realisierung ausschließlich vom Entstehen zukünftiger Gewinne abhängt. Aufgrund der vorliegenden Planzahlen gehen wir von deren Realisierung aus. Im Geschäftsjahr 2017 werden latente Steuern in Höhe von 7.791 Tsd Euro (Vorjahr 23.105 Tsd Euro) direkt im sonstigen Ergebnis als Teil des Konzerneigenkapitals ausgewiesen. Die Ertragsteuereffekte im sonstigen Ergebnis als Teil des Konzerneigenkapitals gliedern sich je Bestandteil wie folgt auf: Ertragsteuereffektescroll
34. Eventualforderungen, -schulden und finanzielle VerpflichtungenDie nachfolgend aufgeführten Verpflichtungsvolumina entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Aus Bürgschaften bestehen solche Verpflichtungen in Höhe von 1 Mio Euro (Vorjahr 1,3 Mio Euro). Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten bestehen wie im Vorjahr nicht. Eventualschulden, die sich aus Gewährleistungsverträgen ergeben, bestehen in Höhe von 7 Mio Euro (Vorjahr 0,9 Mio Euro). Das Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen bei MVV belief sich für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte auf 4,8 Mio Euro (Vorjahr 5,4 Mio Euro) und für Investitionen in Sachanlagen auf 41,2 Mio Euro (Vorjahr 27,5 Mio Euro). Die finanziellen Verpflichtungen aus Operating Leasing betreffen überwiegend Wassernetze, Fuhrpark, IT-Ausstattung, Pachtzahlungen für Grundstücke sowie Mieten für Gebäude- und Lagerflächen. Dabei liegt den Mindestleasingzahlungen folgende Fälligkeitsstruktur zugrunde: Finanzielle Verpflichtungen aus Operating Leasingscroll
Soweit bei Leasingverträgen das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber liegt (Operating Leasing), erfolgt die Bilanzierung des Leasinggegenstands beim Leasinggeber. Die anfallenden Leasingaufwendungen werden als Aufwand über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. Die Verträge beinhalten zum Teil Verlängerungsoptionen, jedoch keine Kaufoptionen. Teilweise besitzen Mietverträge Preisanpassungsklauseln, welche an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Eventualschulden werden in der Bilanz nicht erfasst. Die im Anhang angegebenen Verpflichtungsvolumina der Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualforderungen werden analog behandelt. Im Rahmen einer Bodensanierungsmaßnahme besteht eine Eventualforderung gegen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Mannheim mit einem Barwert in Höhe von 4,9 Mio Euro. 35. FinanzinstrumenteZum 30. September 2017 sind bestehende Grundgeschäfte in Cashflow Hedges mit Laufzeiten bis zu neun Jahren (Vorjahr zehn Jahren) im Bereich Zinssicherung einbezogen. Im Commodity-Bereich betragen die Laufzeiten geplanter Grundgeschäfte bis zu fünf Jahre (Vorjahr bis zu sechs Jahre). Sowohl Zinssicherungsinstrumente als auch CommodityDerivate bedingen Nettoausgleichszahlungen zu den vertraglich fixierten Terminen, welche im Wesentlichen dem Grundgeschäft entsprechen. Bei den Sicherungsinstrumenten handelt es sich größtenteils um Swaps, die während der gesamten Vertragslaufzeit Cashflows generieren. Im Geschäftsjahr 2017 ist ein Ertrag in Höhe von 32.266 Tsd Euro (Vorjahr 18.208 Tsd Euro Ertrag) direkt im Eigenkapital erfasst worden. Der Betrag, der im Rahmen des Cashflow Hedge Accountings aus dem Eigenkapital erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde, stellt sich wie folgt dar: Umgliederungsbetragscroll
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Beträge und die darauf entfallenden Umgliederungsbeträge sind in nachfolgender Tabelle dargestellt: Erfolgsneutrale Beträge im Eigenkapitalscroll
Im Geschäftsjahr 2017 ergab sich ein Aufwand in Höhe von 567 Tsd Euro aus dem ineffektiven Teil von Cashflow Hedges (Vorjahr 100 Tsd Euro Ertrag). Die Ergebnisse aus ineffektiven Teilen von Cashflow Hedges werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen erfasst, soweit sie die kumulierte Fair-Value-Änderung des jeweiligen Grundgeschäfts übersteigen. Bei Zinssicherungen erfolgt der Ausweis im sonstigen Zinsergebnis. Im Geschäftsjahr 2017 wurden für geschlossene Fremdwährungspositionen Fair Value Hedges designiert. Aus diesen Sicherungsbeziehungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung folgende Beträge erfasst: Gewinne und Verluste in der GuV aus Fair Value Hedgesscroll
Die Buchwerte und Fair Values der Finanzinstrumente sowie deren Aufteilung auf die Bewertungskategorien nach IAS 39 werden in den folgenden Tabellen dargestellt. Die dargestellten Klassen orientieren sich dabei an der Bilanz. Bewertungskategorien der Buchwerte nach IAS 39 zum 30.9.2017scroll
Bewertungskategorien der Buchwerte nach IAS 39 zum 30.9.2016scroll
Aufgrund der vorwiegend kurzfristigen Restlaufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen betrieblichen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen die Buchwerte am Bilanzstichtag im Wesentlichen deren Marktwerten. Der Fair Value der sonstigen Finanzschulden wird unter Berücksichtigung von zukünftigen Zahlungen als Barwert ermittelt. Die Abzinsung erfolgt mithilfe des aktuell gültigen Zinssatzes zum Bilanzstichtag (Stufe 2). Die folgende Tabelle stellt für die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente die wesentlichen Parameter dar. Die einzelnen Stufen sind gemäß IFRS 7 wie folgt definiert: Stufe 1: Bewertung basiert auf an aktiven Märkten notierten und unverändert übernommenen Preisen; Stufe 2: Bewertung basiert auf anderen Faktoren als denen aus Stufe 1, welche sich aber direkt oder indirekt beobachten lassen; Stufe 3: Bewertung basiert auf am Markt nicht beobachtbaren Faktoren. Anschaffungskosten: Hier sind Finanzinstrumente aufgeführt, die gemäß IAS 39 zu den Anschaffungskosten bewertet werden. Zum Zeitpunkt ihrer Transaktion befanden sich diese in einem nicht liquiden Markt, weshalb der aktuelle Ansatz mit deren Anschaffungskosten annähernd dem Fair Value entspricht. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um sonstige Beteiligungen und sonstige Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz. Fair-Value-Hierarchie zum 30.9.2017scroll
Fair-Value-Hierarchie zum 30.9.2016scroll
Die Derivate im Hedge Accounting der Stufe 3 in Höhe von 1.014 Tsd Euro (Vorjahr 0 Tsd Euro) enthalten Zinsswaps mit Floor. Der Marktwert der Derivate beträgt 1.014 Tsd Euro. Eine Veränderung der in die Berechnung einfließenden Volatilität um einen absoluten Wert von 1 nach oben beziehungsweise nach unten würde den Marktwert um 200 Tsd Euro erhöhen beziehungsweise um 194 Tsd Euro verringern. Die folgende Überleitungsrechnung zeigt die Entwicklung der bilanzierten Finanzinstrumente in Stufe 3. Entwicklung der bilanzierten Finanzinstrumente in Stufe 3scroll
Entwicklung der bilanzierten Finanzinstrumente in Stufe 3scroll
Gewinne und Verluste in der GuV aus Stufe-3-Finanzinstrumenten GJ 2017scroll
Gewinne und Verluste in der GuV aus Stufe-3-Finanzinstrumenten GJ 2016scroll
Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswertescroll
Die Wertberichtigungsverluste der einzelnen Klassen gemäß IFRS 7 betragen im Geschäftsjahr 2017 für nicht konsolidierte Beteiligungen 13 Tsd Euro (Vorjahr 916 Tsd Euro), für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.619 Tsd Euro (Vorjahr 13.060 Tsd Euro) und für sonstige betriebliche Vermögenswerte 2.598 Tsd Euro (Vorjahr 656 Tsd Euro). Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen VerbindlichkeitenDie nachfolgend aufgeführten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten unterliegen einer Saldierung, durchsetzbaren Master-Netting-Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen. Saldierung finanzielle Vermögenswerte zum 30.9.2017scroll
Saldierung finanzielle Verbindlichkeiten zum 30.9.2017scroll
Saldierung finanzielle Vermögenswerte zum 30.9.2016scroll
Saldierung finanzielle Verbindlichkeiten zum 30.9.2016scroll
Nettoergebnis nach BewertungskategorienFinanzinstrumente sind in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen gemäß IFRS 7 erfasst: Nettoergebnis (IFRS 7)scroll
In der Darstellung des Nettoergebnisses sind freistehende Derivate, die sich in der Bewertungskategorie "Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten" befinden, berücksichtigt. Das Nettoergebnis der Kategorie "Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten" stammt im Wesentlichen aus der Marktbewertung nach IAS 39. Das Nettoergebnis der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" enthält im Wesentlichen Erträge und Ausschüttungen aus Beteiligungen sowie Abgangserfolge. Die Nettoergebnisse der Kategorie "Kredite und Forderungen" stammen zum überwiegenden Teil aus Wertberichtigungen und Zuführungen. Die Zinserträge und -aufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich überwiegend aus den nachfolgend ausgewiesenen Gesamtzinserträgen und -aufwendungen. Gesamtzinserträge und -aufwendungenscroll
Im Finanzergebnis sind Zinsanteile aus Rückstellungen enthalten, die nicht unter die Angabepflichten des IFRS 7 fallen, weswegen die hier veröffentlichten Zahlen vom Finanzergebnis abweichen. Die hier ausgewiesenen Zinserträge stammen hauptsächlich aus Bankguthaben, Tages- und Festgeldanlagen sowie Ausleihungen. Die Zinsaufwendungen resultieren zum Großteil aus Darlehensverpflichtungen. In den Gesamtzinserträgen sind wie im Vorjahr keine Zinsen aus bereits wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten enthalten. Finanzierungs- und PreisrisikenAllgemeine Informationen über Finanzierungs- und Preisrisiken: Durch ihre Geschäftstätigkeit ist MVV verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Diese setzen sich zusammen aus Forderungsausfall-, Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisiken sowie Marktpreisrisiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite. Das Risikomanagement von MVV verfolgt das Ziel, die Entwicklungen der Finanzmärkte frühzeitig zu erkennen und negativen Auswirkungen daraus entgegen zu wirken. Dies wird anhand interner Richtlinien, Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten, Funktionstrennung und Kontrollen festgelegt. Zur Absicherung gegen Marktpreisrisiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Im Bereich des Zinsrisikos werden überwiegend Zins-Swaps abgeschlossen. Währungsrisiken werden durch den Abschluss von Devisentermingeschäften abgesichert. Im Bereich des Energiehandels werden Commodity-Derivate eingesetzt. Deren Einsatz zum Zwecke des proprietären Energiehandels ist nur in engen Grenzen erlaubt und wird durch ein separates Limitsystem überwacht und gesteuert. Forderungsausfallrisiken: Die Gefahr eines wirtschaftlichen Verlusts, der dadurch entsteht, dass ein Geschäftspartner seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, wird als Forderungsausfallrisiko bezeichnet und umfasst sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung. Bei MVV bestehen im Handelsbereich Geschäftsbeziehungen vorwiegend zu Banken und anderen Handelspartnern mit guter Bonität. Forderungsausfallrisiken gegenüber Vertragspartnern werden bei Vertragsabschluss geprüft und laufend überwacht. Durch Festlegung von Limits für das Handeln mit Geschäftspartnern und gegebenenfalls durch das Anfordern von Barsicherheiten wird das Risiko eingeschränkt oder, wenn möglich, bereits im Vorfeld durch geeignete Rahmenverträge mit den Handelspartnern vermindert. Risikokonzentrationen bestehen unwesentlich bei diversen Tochtergesellschaften, die Abnahmeverträge mit lediglich einem Kunden besitzen. Im Vertriebsgeschäft ist MVV Forderungsausfallrisiken ausgesetzt, weil Kunden möglicherweise ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Durch eine regelmäßige Bonitätsanalyse der wesentlichen Positionen unseres Kundenportfolios wird dieses Risiko eingeschränkt. In den Buchwerten der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte (Forderungen, Derivate und sonstige Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte) sind die Ausfallrisiken bereits in Form von Wertberichtigungen berücksichtigt. Im Berichtsjahr und im Vorjahr waren die Forderungsausfälle unwesentlich. Da Derivate hohen Marktwertschwankungen unterliegen können, wird in der folgenden Übersicht das Kontrahentenrisiko der derivativen finanziellen Vermögenswerte dargestellt, wobei grundsätzlich nur bilanzierte Bücher betrachtet werden. Liegen Nettingvereinbarungen mit einem Handelspartner vor, wird das tatsächliche - das saldierte - Risiko dargestellt. Kontrahenten, mit denen ein negativer Saldo und damit kein Kontrahentenrisiko besteht, werden nicht berücksichtigt. In allen anderen Fällen findet keine Saldierung mit negativen Marktwerten statt. Kontrahentenrisiko zum 30.9.2017scroll
Kontrahentenrisiko zum 30.9.2016scroll
Forderungsausfallrisiken über fünf Jahre liegen wie im Vorjahr nicht vor. Wesentliche Teile des Nominalvolumens der betrachteten Derivate bestehen mit Handelspartnern, für die ein externes Rating verfügbar ist. Für den unter "Sonstiges" ausgewiesenen Teil des derivativen Nominalvolumens bestehen interne Ratings. Bei mit Börsen abgeschlossenen Handelsgeschäften werden Sicherungszahlungen hinterlegt, um zusätzliche Forderungsausfallrisiken zu reduzieren. Die in den finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungsausfallrisiken sowie deren Altersstruktur stellen sich nach Klassen gegliedert wie folgt dar: Forderungsausfallrisiken, Altersstruktur zum 30.9.2017scroll
Forderungsausfallrisiken, Altersstruktur zum 30.9.2016scroll
Liquiditätsrisiken: Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. Liquiditätsrisiken entstehen bei MVV durch die Verpflichtung, Verbindlichkeiten vollständig und rechtzeitig zu tilgen sowie Sicherheitshinterlegungen (Margins) von Energiehandelspartnern zu bedienen. Aufgabe des Cash- und Liquiditätsmanagements von MVV ist es, jederzeit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der gesamte Zahlungsmittelbedarf und alle Zahlungsmittelüberschüsse ermittelt. Die wesentlichen Teilkonzerne verfügen über ein Cash-Pooling-Verfahren, wodurch Liquiditätsbedarfe und -überschüsse kurzfristig ausgeglichen und damit die Bankgeschäfte auf ein notwendiges Maß reduziert werden können. Zur Liquiditätssteuerung wird ein Finanzplan erstellt. Der entstehende Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente im Rahmen der Liquiditätssteuerung gedeckt. Neben der täglich verfügbaren Liquidität verfügt MVV über weitere Liquiditätsreserven in Form von zugesagten Kreditlinien. Der Umfang der vertraglich zugesicherten Kreditlinien ist so dimensioniert, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld jederzeit ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung stehen. Durch die vorhandene Liquidität sowie die bestehenden Kreditlinien sieht sich MVV keinen wesentlichen Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Mit einem Teil der finanzierenden Banken sind branchenübliche Klauseln (Covenants) vereinbart, die bei wesentlichen Verschlechterungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ein Kündigungsrecht begründen können. Zum Stichtag 30. September 2017 wurden sämtliche Covenants eingehalten. Die Finanzierung der Konzerngesellschaften von MVV erfolgt in der Regel durch Kreditinstitute sowie durch die MVV Energie AG. Zur Begrenzung ihrer Risiken aus an MVV gewährten Darlehen haben Kreditinstitute Sicherheiten erhalten. Diese gliedern sich in Anlagevermögen, Forderungen und flüssige Mittel mit einer Gesamtsumme von 9.776 Tsd Euro (Vorjahr 14.348 Tsd Euro) sowie fest hinterlegte Kapitaldienstreserven mit einem Buchwert in Höhe von 0 Tsd Euro (Vorjahr 385 Tsd Euro). Des Weiteren werden auch Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von 14.045 Tsd Euro (Vorjahr 13.505 Tsd Euro) als Sicherheiten begeben. In nachfolgender Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten undiskon-tiert dargestellt. Die korrespondierenden Zinszahlungen sind enthalten. Undiskontierte Cashflowsscroll
Zinsrisiken: Zinsrisiken resultieren auf der Aktivseite aus Bankguthaben sowie auf der Passivseite aus variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von Zinssatzänderungen auf das Jahresergebnis und das Eigenkapital dargestellt. Die Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter, zum Beispiel Wechselkurse, sich nicht verändern. Es wurden nur Finanzinstrumente in die Analyse einbezogen, deren jeweiliges Zinsänderungsrisiko das Eigenkapital beziehungsweise das Jahresergebnis verändern könnten. Eine Abweichung des Zinsniveaus im Euroraum zum Stichtag 30. September 2017 um 10 % nach oben beziehungsweise nach unten würde den Jahresüberschuss insgesamt um 0 Tsd Euro/0 Tsd Euro (Vorjahr 20 Tsd Euro/20 Tsd Euro) verschlechtern/verbessern. Die Abweichung würde das Eigenkapital insgesamt um - 944 Tsd Euro/1.281 Tsd Euro (Vorjahr 694 Tsd Euro/702 Tsd Euro) verschlechtern/verbessern. Währungsrisiken: Währungsrisiken bestehen im Wesentlichen im Rahmen unserer Projekte in Großbritannien. In der Betriebsphase der Projekte werden Zahlungsströme ausschließlich in britischen Pfund generiert. Die resultierenden Währungsrisiken werden durch Natural Hedges in Form von währungskongruenter Finanzierung sowie durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Commodity-Preisrisiken: Im Rahmen unserer Energiehandelstätigkeit werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisrisikomanagements, der Lastganganpassung und der Margenoptimierung abgeschlossen. Für sämtliche Geschäfte sind enge und klar definierte Limits vorgegeben, die stets einzuhalten sind. Preisänderungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch die Beschaffung und Veräußerung von Strom und Gas sowie durch die Beschaffung von Kohle und Emissionsrechten. Die Preisrisiken werden unter Berücksichtigung der vorgegebenen Limits mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Im Berichtsjahr wurden derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Überwiegend wurden als Sicherungsinstrumente Forwards, Futures sowie Swaps und Optionen eingesetzt. Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung von Derivaten auf Strom, Kohle, Gas und Emissionsrechte analysiert. Die Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben und eine Abhängigkeit der Commodities untereinander besteht. Es wurden nur Derivate in die Analyse einbezogen, deren Marktwertschwankungen das Eigenkapital beziehungsweise das Jahresergebnis beeinflussen. Hierbei handelt es sich um bilanzierungspflichtige Derivate. Nicht in die Betrachtung einbezogen sind Derivate, die zur physischen Erfüllung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarfs des Unternehmens bestimmt sind ("Own Use"). Diese sind nicht nach IAS 39 zu bilanzieren. Wäre der Marktpreis zum Stichtag 30. September 2017 um 10 % höher/niedriger ausgefallen, hätte dies den Jahresüberschuss um 8.808 Tsd Euro/8.856 Tsd Euro (Vorjahr 14.495 Tsd Euro/14.607 Tsd Euro) verbessert/verschlechtert. Das Eigenkapital hätte sich zum gleichen Stichtag um 15.753 Tsd Euro/15.801 Tsd Euro (Vorjahr 23.920 Tsd Euro/ 24.034 Tsd Euro) erhöht/verringert. Die folgende Tabelle gibt das Nominalvolumen und die Marktwerte der eingesetzten Derivate wieder: Nominalvolumen und Marktwertescroll
Bei den Zins-Derivaten handelt es sich nahezu ausschließlich um Zins-Swaps. Währungs-Derivate bestehen hauptsächlich zur Absicherung von Währungsrisiken. Die Commodity-Derivate lassen sich wie folgt unterteilen: Commodity-Derivatescroll
Den positiven Marktwerten in Höhe von 431.569 Tsd Euro (Vorjahr 551.705 Tsd Euro) stehen Margining-Verbindlichkeiten in Höhe von 3.304 Tsd Euro (Vorjahr 2.203 Tsd Euro) gegenüber. Diese sind in den anderen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Den negativen Marktwerten in Höhe von 386.694 Tsd Euro (Vorjahr 588.923 Tsd Euro) stehen Barsicherheiten in Höhe von 126 Tsd Euro gegenüber (Vorjahr 45.604 Tsd Euro). KapitalsteuerungDie MVV Energie AG unterliegt keinen gesetzlichen Mindestkapitalanforderungen, sondern verfolgt die interne Zielsetzung, durch ein effektives Finanzmanagement eine zur Erlangung eines guten Ratings am Bankenmarkt erforderliche Eigenkapitalquote einzuhalten und die Ertragskraft zu stärken. Die zur Steuerung verwendete bereinigte Eigenkapitalquote ist dabei das Verhältnis zwischen dem bereinigten Eigenkapital auf konsolidierter Basis und der bereinigten Bilanzsumme. Das bereinigte Eigenkapital umfasst alle im Konzernabschluss ausgewiesenen Eigenkapitalpositionen einschließlich der Anteile nicht beherrschender oder anderer Gesellschafter ohne nicht operative Bewertungseffekte aus Derivaten nach IAS 39 sowie daraus resultierender Auswirkungen auf die latenten Steuern. Es ist beabsichtigt, eine bereinigte Eigenkapitalquote von mindestens 30 % zu halten. Maßnahmen zur Einhaltung der Eigenkapitalzielquote erfolgen zunächst im Prozess der Wirtschaftsplanung und bei großen (außerplanmäßigen) Investitionsmaßnahmen im Rahmen der Investitionsrechnung. Die Gesellschaft kann durch Aktienemissionen die Eigenkapitalgrundlage den Anforderungen anpassen. Die zentrale Steuerungsgröße unserer wertorientierten Unternehmensführung und der damit verbundenen Kapitalsteuerung ist der Value Spread. Diese Kennzahl errechnet sich aus der Differenz zwischen der periodischen Erfolgsgröße Adjusted ROCE ("Return on Capital Employed"), also der Rendite auf das eingesetzte Kapital, und dem gewogenen durchschnittlichen Kapitalkostensatz WACC ("Weighted Average Cost of Capital"). Die Grundanforderungen an die Kapitalsteuerung haben sich zum Vergleichszeitraum nicht verändert. 36. SegmentberichterstattungSegmentbericht vom 1.10.2016 bis zum 30.9.2017scroll
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Segmentbericht vom 1.10.2015 bis zum 30.9.2016scroll
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Die externe Berichterstattung folgt der internen Steuerungsstruktur, dem sogenannten "management approach" im Einklang mit IFRS 8. Die Einheiten sind so gruppiert, dass die Bündelung passender Fachkompetenz unter einem Dach die Grundlage für eine stringente Portfoliosteuerung des Konzerns bildet. Den Berichtssegmenten Erzeugung und Infrastruktur, Handel und Portfoliomanagement, Vertrieb und Dienstleistungen, Strategische Beteiligungen und Sonstiges sind Geschäftsfelder zugeordnet, die an den energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen orientiert sind. Die Merkmale, die zur Identifizierung und Zusammenfassung der Segmente verwendet wurden, sind vor allem Anlagen- und Kapitalintensität, die technische Prägung, die Kundenstruktur und -bedürfnisse, Kooperationen untereinander sowie Bündelung ihrer Aktivitäten und Prozesse. Analytisch können die Geschäftsfelder weiter nach Teilkonzernen und Einzelgesellschaften mit ihren Produkten untergliedert werden.
Die hier zusammengefassten Geschäftsfelder folgen den für den Konzern maßgeblichen Einstufungen. Zugrunde gelegt werden insbesondere die hohe Anlagenintensität, die technische Langfristigkeit, langfristige Finanzierungsstrukturen sowie vergleichbare Kunden- und Lieferantengruppen.
Bei der Zusammenführung dieser Geschäftsfelder liegt der Fokus auf dem Dienstleistungsgeschäft und den Kundenbedürfnissen. Es werden vergleichbare Dienstleistungsmethoden verwendet, der Kunde steht im Mittelpunkt des Geschäfts, die Aktivitäten und Vermarktungsprozesse für Kunden sind gebündelt und bedienen fast ausschließlich externe Kunden (zum Beispiel Vertrieb an Dritte).
Die Innenumsätze geben die Höhe der Umsätze zwischen den Segmenten an. Die Verrechnungspreise für Transfers zwischen den Segmenten entsprechen den marktüblichen Konditionen. Aus der Addition von Innen- und Außenumsätzen ergeben sich die Segmentumsätze vor Konsolidierung. Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des Ergebnisses vor Finanzergebnis und Steuern auf das bereinigte EBIT: Überleitung des EBIT (GuV) zum Adjusted EBITscroll
Die Segmentumsätze mit externen Kunden werden zu 94,3 % (Vorjahr 89,2 %) in Deutschland erzielt. Die Aufteilung der Erlöse auf die Regionen erfolgt nach dem geografischen Sitz der Gesellschaften. Bei MVV gibt es keinen einzelnen Kunden, der einen Anteil von 10 % oder mehr zu den gesamten Umsatzerlösen beiträgt. Die dargestellte Segmentberichterstattung nach IFRS 8 basiert auf der internen Steuerungsstruktur. Diese findet im Wesentlichen ihre Ausprägung in den Segmentergebnissen (Adjusted EBIT) und den Investitionen. Die Überleitung des EBIT zum Adjusted EBIT ist in der zuvor aufgeführten Tabelle erkennbar. Der Begriff der Investitionen beinhaltet in der Management-Perspektive neben den in den Spiegeln ersichtlichen Zugängen auch die Veränderung zu den langfristigen Vermögenswerten aus der Erstkonsolidierung. Demgegenüber sind die Zugänge in Wertpapiere und Ausleihungen nicht Bestandteil des Investitionsbegriffs in der Management-Perspektive und werden deshalb exkludiert. Der Steuerungssicht (Management Approach) folgend, sind in den Berichtssegmentergebnissen interne Verrechnungsbeziehungen zwischen den Berichtssegmenten (Be- und Entlastungen) enthalten. Die in der Spalte "Adjusted EBIT" dargestellte Verteilung der Berichtssegmentergebnisse entspricht der Ergebnisverteilung in der internen Berichterstattung. Teilweise sind damit Sachverhalte in anderen Geschäftsfeldern und somit in anderen Berichtssegmenten ergebniswirksam, als der für den Ergebniseffekt ursächliche Sachverhalt. Insbesondere trifft dies bei Berichtssegmenten beziehungsweise Geschäftsfeldern zu, die ganz oder teilweise nach Cost-Center-Logiken gesteuert werden (konventionelle Erzeugung, Shared Service Center sowie Querschnittsfunktionen). Im Falle der konventionellen Erzeugung entstehen die Primärkosten operativ im Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur. Diese werden komplett an die Berichtssegmente Handel und Portfoliomanagement sowie Vertrieb und Dienstleistungen verrechnet. Letztere erstatten dem Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur eine Verzinsung seines Capital Employed. Ab dem Geschäftsjahr 2018 planen wir, MVV nach einer neuen Berichtsstruktur zu steuern. Diese wird sich auch in einer veränderten Segmentberichterstattung niederschlagen. Weitere Informationen hierzu können dem Prognosebericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist, entnommen werden. 37. KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt die Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden direkt ermittelt. Demgegenüber wird der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet. Der Betrag der flüssigen Mittel in der Kapitalflussrechnung stimmt mit dem entsprechenden in der Bilanz ausgewiesenen Wert überein. Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse aus dem Erwerb und der Veräußerung konsolidierter Gesellschaften sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthalten. Hinsichtlich detaillierterer Erläuterungen der Entwicklung der einzelnen Cashflows siehe die Ausführungen zur Finanzlage, die Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts sind. 38. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen, Personen und KörperschaftenAn dieser Stelle werden die Geschäftsvorfälle zwischen der Muttergesellschaft und deren konsolidierten Tochterunternehmen, die nahestehende Personen darstellen, nicht erläutert, da sie im Zuge der Konsolidierung eliminiert wurden. Die Stadt Mannheim ist alleinige Gesellschafterin der MVV GmbH. Die MVV GmbH hält 99,99 % der Anteile an der MVV Verkehr GmbH, die zu 50,1 % an der MVV Energie AG beteiligt ist. Die Stadt Mannheim sowie die von ihr beherrschten Unternehmen stellen somit nahestehende Personen im Sinne der IFRS dar. Zwischen Unternehmen von MVV und der Stadt Mannheim und den von ihr beherrschten Unternehmen bestehen eine Vielzahl von vertraglich vereinbarten Rechtsbeziehungen (Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmelieferungsverträge, Miet-, Pacht- und Serviceverträge). Darüber hinaus bestehen zwischen der MVV Energie AG und der Stadt Mannheim Konzessionsverträge. Die Konzessionsabgaben an die Stadt Mannheim beliefen sich auf 19.040 Tsd Euro (Vorjahr 19.032 Tsd Euro). Alle Geschäftsbeziehungen sind zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen, Personen und Körperschaftenscroll
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In den Erträgen und Aufwendungen gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen sind Erträge in Höhe von 26 Tsd Euro (Vorjahr 30 Tsd Euro) und Aufwendungen in Höhe von 395 Tsd Euro (Vorjahr 9 Tsd Euro) aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen enthalten. Gemäß IAS 24 zählen Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen zu den unternehmensnahen Personen. Neben dem Vorstand gehören hierzu bei MVV auch die aktiven Bereichsleiter und Prokuristen der MVV Energie AG. Zwischen der MVV Energie AG und Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Mitgliedern des Managements (Bereichsleitern, Prokuristen) bestehen Kundenverträge über die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme, die zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen wurden und die sich nicht von anderen Kundenverträgen unterscheiden. MVV hat darüber hinaus keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen abgeschlossen und durchgeführt. Insbesondere sind, ebenso wie im Vorjahr, zum 30. September 2017 weder Vorstandsmitgliedern noch Mitgliedern des Aufsichtsrats Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; auch wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats eingegangen. Die MVV Energie AG erstellte für ihr am 30. September 2017 beendetes Geschäftsjahr einen Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG. Die angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands, des Aufsichtsrats, die aktiven Bereichsleiter und Prokuristen. Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet: Vorstandsvergütungscroll
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand ausgewiesen. Die Vergütungen der aktiven Bereichsleiter und Prokuristen beliefen sich im Berichtsjahr auf 2.928 Tsd Euro (Vorjahr 2.993 Tsd Euro), hiervon entfielen 2.801 Tsd Euro (Vorjahr 2.860 Tsd Euro) auf kurzfristig fällige Leistungen. Die Mitglieder des Managements in Schlüsselfunktionen erhalten eine beitragsorientierte betriebliche Altersversorgung in Höhe von bis zu 8,6 % der fixen Grundvergütung, sofern sie nicht über eine Zusatzversorgungskasse abgesichert sind. Sie können die biometrischen Risiken auswählen, die abgesichert werden. Die Aufwendungen hierfür beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 127 Tsd Euro (Vorjahr 133 Tsd Euro). Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet: Aufsichtsratsvergütungscroll
Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details der Bezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder siehe die Ausführungen im geprüften Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist. Die ehemaligen Mitglieder des Vorstands erhielten im Berichtsjahr Bezüge in Höhe von 468 Tsd Euro (Vorjahr 475 Tsd Euro). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands sind insgesamt 16.784 Tsd Euro (Vorjahr 18.666 Tsd Euro) zurückgestellt. Im Berichtsjahr betrug die Gesamtzuführung 275 Tsd Euro (Vorjahr 385 Tsd Euro). 39. Die Beteiligungen von MVVInformationen über die Zusammensetzung der in den Konzernabschluss der MVV Energie AG einbezogenen Gesellschaften und des Anteilsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB sind Bestandteil des im elektronischen Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses. Gleichfalls ist die Anteilsbesitzliste im Internet unter www.mvv.de/investoren veröffentlicht. 40. Honorare des AbschlussprüfersFür die im Geschäftsjahr 2017 erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sind folgende Honorare in Deutschland angefallen: Honorare des Abschlussprüfersscroll
Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Einzelabschlüsse der MVV Energie AG und ihrer Tochterunternehmen. Die Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die Prüfung von energiewirtschaftlichen Vorschriften/Testaten (EEG, KWKG) und freiwillige Bestätigungsleistungen. Die Steuerberatungsleistungen umfassen insbesondere Honorare für die Unterstützung bei Betriebsprüfungen und für Steuerberatung im Bereich Verrechnungspreise. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen hauptsächlich die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen zur Umstellung der Rechnungslegung auf neue IFRS-Standards. ANTEILSLISTE VON MVV zum 30.9.2017scroll
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Kapitalanteil am 30.9.2017 gemäß § 16 Abs. 4 AktG; Eigenkapital und Jahresergebnis
nach HGB beziehungsweise lokalen Vorschriften 41. Inanspruchnahme von § 264 Abs. 3 HGBDie folgenden inländischen Tochtergesellschaften werden im Geschäftsjahr 2017 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen:
42. Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktGDer Vorstand und der Aufsichtsrat der MVV Energie AG haben die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären zugänglich gemacht. Die vollständige Erklärung ist im Internet unter www.mvv.de/investoren veröffentlicht. 43. Angaben zu KonzessionenNeben dem zwischen der Stadt Mannheim und der MVV Energie AG abgeschlossenen Konzessionsverträgen (siehe Textziffer 38 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen, Personen und Körperschaften) bestehen weitere Konzessionsvereinbarungen zwischen Unternehmen von MVV und Gebietskörperschaften. Die Restlaufzeiten liegen zwischen einem Jahr und 18 Jahren. In den Verträgen ist die Verpflichtung geregelt, die jeweiligen Versorgungsnetze zu betreiben und für deren Instandhaltung zu sorgen. Sollte es nach Ablauf der Verträge zu keiner Verlängerung kommen, werden die Versorgungseinrichtungen vom neuen Konzessionär gegen angemessenes Entgelt übernommen. 44. Ereignisse nach dem BilanzstichtagDer Verkauf des Glasfasernetzes der MVV Energie AG ist zum 15. Oktober 2017 erfolgt.
Mannheim, 14. November 2017 MVV Energie AG Vorstand Dr. Müller Klöpfer Dr. Roll Versicherung der gesetzlichen Vertreter"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
Mannheim, 14. November 2017 MVV Energie AG Vorstand Dr. Müller Klöpfer Dr. Roll Organe der GesellschaftVORSTAND DER MVV ENERGIE AGDr. Georg MüllerVorsitzender, Kaufmännische Angelegenheiten und Arbeitsdirektor Ralf KlöpferVertrieb Dr. Hansjörg RollTechnik AUFSICHTSRAT DER MVV ENERGIE AGDr. Peter Kurz(Vorsitzender) Oberbürgermeister der Stadt Mannheim Peter Dinges1(stellvertretender Vorsitzender bis 31. März 2017) Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (bis 31. März 2017) Heike Kamradt1(stellvertretende Vorsitzende seit 14. April 2017) Vorsitzende des Konzernbetriebsrats (seit 24. April 2017) Johannes Böttcher1Vorsitzender des Betriebsrats der Energieversorgung Offenbach AG Timo Carstensen1Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG Ralf EisenhauerBau- und Projektsteuerer MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Mannheim Peter Erni1Gewerkschaftssekretär ver.di Rhein-Neckar Detlef Falk1Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG Dieter HasselMitglied des Vorstands der RheinEnergie AG, Köln (seit 7. Oktober 2016) Barbara HoffmannWirtschaftsprüferin, Steuerberaterin Prof. Dr. Heidrun KämperWissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache, Mannheim Brigitte KemmerSteuerberaterin Dr. Antje Mohr1Gewerkschaftssekretärin ver.di Kiel Dr. Lorenz NägerMitglied des Vorstands der HeidelbergCement AG Peter SattlerMitglied des Betriebsrats (seit 1. April 2017) Bernhard Schumacher1Leiter des Bereichs Vertrieb Regional der MVV Energie AG Christian SpechtErster Bürgermeister der Stadt Mannheim Carsten SüdmersenUnternehmensberater Katja Udluft1Gewerkschaftssekretärin ver.di Rhein-Neckar Prof. Heinz-Werner UferDiplom-Ökonom Jürgen Wiesner1Vorsitzender des Betriebsrats der MVV Energie AG Die zusätzlichen Mandate in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien der Vorstände und Aufsichtsräte sind auf den folgenden Seiten detailliert aufgeführt. MITGLIEDER DER AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS DER MVV ENERGIE AGscroll
MITGLIEDER DES VORSTANDS DER MVV ENERGIE AGscroll
MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS DER MVV ENERGIE AGscroll
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die MVV Energie AG, Mannheim VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der MVV Energie AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 30. September 2017, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 sowie dem Konzern-Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der MVV Energie AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB und § 315 Abs. 5 HGB sowie den Corporate Governance-Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: 1. Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten 2. Bilanzierung von Energiehandelsgeschäften 3. Bilanzierung der Projektentwicklung im Bereich erneuerbarer Energien Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: a. Sachverhalt und Problemstellung b. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse c. Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: 1. Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwertena. In dem Konzernabschluss der MVV Energie AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" insgesamt Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von € 230 Mio. ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert des jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich anhand des Nutzungswerts. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cash-Flow Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. b. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit der bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten. c. Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in dem Abschnitt "14 Immaterielle Vermögenswerte" des Konzern-Anhangs enthalten. 2. Bilanzierung von Energiehandelsgeschäftena. Im MVV Energie AG Konzern hat das einbezogene Tochterunternehmen MVV Trading GmbH im Wesentlichen die Aufgabe der Beschaffung von Energie und Emissionszertifikaten sowie der Sicherung von Energiepreisrisiken für die Konzerngesellschaften MVV Energie AG, Stadtwerke Kiel AG, Energieversorgung Offenbach AG sowie Stadtwerke Ingolstadt GmbH. Die MVV Trading GmbH handelt hierzu am Spot- und Terminmarkt im Wesentlichen für Strom, Gas und Emissionsrechte an Börsen und am "Over-the-Counter"-Markt. Bei diesen Verträgen handelt es sich auch um derivative Finanzinstrumente nach IAS 39, die entweder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Kategorie zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente) oder aufgrund des zukünftigen Empfangs oder der zukünftigen Lieferung der Basis des derivativen Finanzinstruments im Rahmen des erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarfs des Unternehmens (sog. "Own Use Exemption") als schwebendes Geschäft bilanziert werden. Die Abgrenzung der Bilanzierung erfolgt für physisch zu erfüllende derivative Finanzinstrumente anhand des Risikomanagements der MVV Trading GmbH, die diese derivative Finanzinstrumente aus Konzernsicht dem entsprechenden Zweck und somit der entsprechenden Bilanzierung zuordnet. Danach werden physisch zu erfüllende derivative Finanzinstrumente, die nicht dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarfs dienen sowie alle finanziell zu erfüllenden derivative Finanzinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Teilweise werden diese derivativen Finanzinstrumente für Strom als Sicherungsinstrumente ins Hedge Accounting nach IAS 39 als sogenannte Cash Flow Hedges einbezogen. Grundgeschäfte sind der Ein-bzw. Verkauf von Strom zu variablen Preisen in maximal fünf Jahren. Die Abwicklung des Energiehandels erfolgt mit Unterstützung durch Energiehandelssysteme, wobei im Geschäftsjahr 2016/2017 das bisherige Handelssystem für das Commodity Strom durch ein neues Energiehandelssystem ersetzt wurde. Hierüber wird die Prozesskette Erfassung der Handelsgeschäfte, Positionsermittlung und -bewertung, Bestätigung der Handelsgeschäfte sowie Risikomanagement abgewickelt. Aufgrund des großen Handelsvolumens und der Komplexität der Derivatebilanzierung nach IAS 39 bzw. IFRS 13 sowie der signifikanten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist dieses Geschäftsfeld von besonderer Bedeutung für den Konzernabschluss und die Durchführung unserer Prüfung. b. Wir haben im Rahmen unserer Prüfung unter anderem die Angemessenheit des eingerichteten internen Kontrollsystems zum Abschluss und Abwicklung der Energiehandelsgeschäfte einschließlich der hierfür eingesetzten Handelssysteme beurteilt. Im Rahmen der Prüfung des internen Kontrollsystems haben wir auf Stichprobenbasis auch die Wirksamkeit der von der Gesellschaft eingerichteten Kontrollen beurteilt. Die Methodik zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente haben wir in Bezug auf die Übereinstimmung mit IFRS 13 analysiert und durch eigene Bewertungen auf Stichprobenbasis beurteilt. Für die Bilanzierung der Derivate nach IAS 39 haben wir die Anwendung der "Own Use Exemption" für die physisch zu erfüllenden derivativen Finanzinstrumente anhand des implementierten Prozesses im Konzern - von der Meldung der einbezogenen Tochtergesellschaften an die MVV Trading GmbH bis zur Verarbeitung der Daten bei der MVV Trading - beurteilt und uns von der sachgerechten Anwendung der "Own Use Exemption" auf Basis einer Zufallsauswahl überzeugt. Die Bildung von Cash Flow Hedges und deren Bilanzierung haben wir nachvollzogen. Wir haben unter anderem die notwendige retrospektive und prospektive Effektivität der Cash Flow Hedges und die Richtigkeit der daraus im Eigenkapital erfassten Beträge sowie der aus dem Eigenkapital in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederten Beträge beurteilt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die methodische Vorgehensweise zur Bilanzierung der Energiehandelsgeschäfte sind aus unserer Sicht insgesamt sachgerecht. c. Die Angaben der Gesellschaft zum Energiehandel und zu dessen Auswirkungen auf den Konzernabschluss sind im Konzern-Anhang in den Abschnitt "35 Finanzinstrumente" enthalten. 3. Bilanzierung der Projektentwicklung im Bereich erneuerbarer Energiena. Das Projektgeschäft innerhalb des Konzerns der MVV Energie AG umfasst im Wesentlichen die Entwicklung und Vermarktung von Onshore Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen. Aufgrund der Komplexität und Langfristigkeit der Projekte ergeben sich hier erhebliche Schätz- und Annahmenotwendigkeiten mit entsprechenden Bandbreiten im Hinblick auf die Bilanzierung. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. b. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst ein Prozessverständnis über die Methodik der Entwicklung und Vermarktung von Projekten verschafft. Grundlegend für die weitere Bilanzierung war dabei die Analyse, ob es sich um Projekte handelt, bei denen eine Umsatzrealisierung bei Endabnahme ("Completed Contract") oder entsprechend dem Leistungsfortschritt ("Percentage of Completion") erfolgen muss. Auf Basis von Stichproben haben wir Projekte auf das Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen gewürdigt. Im Falle der Umsatzrealisierung bei Endabnahme gemäß IAS 18 bildete die Prüfung der aktivierungsfähigen und aktivierungspflichtigen Kostenbestandteile sowie deren Bewertung unter Berücksichtigung des Nettoveräußerungswertes innerhalb der Vorräte (IAS 2) einen Prüfungsschwerpunkt. Im Falle der Umsatzrealisierung nach Leistungsfortschritt (IAS 11) wurde die Bestimmung des Fertigstellungsgrades der kundenspezifischen Fertigungsaufträge nach der "Cost-to-Cost" Methode und die daraus abgeleitete anteilige Gewinnrealisierung unter Berücksichtigung einer sofortigen Verlusterfassung gewürdigt. Daher können wir festhalten, dass die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen und Schätzungen aus unserer Sicht insgesamt angemessen sind. c. Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung der Projektentwicklung und den Auswirkungen im Konzernabschluss sind im Konzern-Anhang in den Abschnitten "1. Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer" und "23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" enthalten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 10. März 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 31. Mai 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Konzernabschlussprüfer der MVV Energie AG, Mannheim, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERINDie für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Kerstin Krauß.
Mannheim, den 14. November 2017 PricewaterhouseCoopers GmbH Folker Trepte, Wirtschaftsprüfer Kerstin Krauß, Wirtschaftsprüferin Bericht des AufsichtsratsSEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,im Geschäftsjahr 2017 hat die MVV Energie AG erneut bewiesen, dass in der Vergangenheit die richtigen strategischen Entscheidungen gefällt wurden. Das Unternehmen ist zukunfts- und wettbewerbsorientiert aufgestellt und konnte trotz der großen Herausforderungen des dynamischen Energiemarkts beim Adjusted EBIT den Vorjahreswert übertreffen. Tätigkeitsschwerpunkte des AufsichtsratsUnserer Aufgabe, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu beraten und seine geschäftliche Tätigkeit zu überwachen, sind wir auch im Berichtsjahr vollumfänglich nachgekommen. Wir standen im gesamten Berichtszeitraum in zielgerichtetem Dialog mit dem Vorstand und wurden über aktuelle energiewirtschaftliche und energiepolitische Entwicklungen fortlaufend und fundiert unterrichtet. Sowohl über die strategische Entwicklung und die Geschäftsentwicklung als auch über die Lage des Konzerns wurden wir zeitnah und ausführlich informiert. Gleiches gilt für die Risikolage und das Risikomanagement, über die uns regelmäßig berichtet wurde. Der Vorstand ging dabei explizit auf Abweichungen der Geschäftsentwicklung von der ursprünglichen Planung ein und begründete diese ausführlich. Investitionsvorhaben haben wir im Gremium eingehend besprochen. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats hatte ich auch außerhalb der Sitzungen engen Kontakt zum Vorstandsvorsitzenden, um aktuelle Themen und Vorgänge zu besprechen. Alle Berichte und sonstigen Informationen, die wir vom Vorstand erhielten, haben wir im Gesamtgremium und in den Ausschüssen kritisch hinterfragt und darüber offen miteinander diskutiert. Wir haben uns von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Dabei blieb unserem Gremium stets ausreichend Zeit, um uns mit den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands zu befassen. Zu den Themenschwerpunkten unserer Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gehörten die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Energiewirtschaft, die Entwicklungen im Bereich Elektromobilität sowie die zunehmende Digitalisierung mitsamt ihren Auswirkungen auf das Energiesystem der Zukunft. Aufsichtsratssitzungen und TeilnahmeIm Geschäftsjahr 2017 kam der Aufsichtsrat zu fünf regulären Sitzungen zusammen, an denen im Durchschnitt rund 92 % der Aufsichtsräte teilnahmen. Alle Aufsichtsratsmitglieder nahmen jeweils an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teil; dies gilt ebenso für die Sitzungen der Ausschüsse, denen sie angehörten. Schwerpunkte der Beratungen in den AufsichtsratssitzungenIn der Sitzung vom 7. Dezember 2016 bereiteten wir zum einen die Tagesordnung der Hauptversammlung vom 10. März 2017 vor und stimmten über die erforderlichen Beschlussvorschläge ab. Zum anderen waren die Prüfung und Billigung des Konzernjahresabschlusses (IFRS) und des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2016 Gegenstand der Sitzung. Darüber hinaus befassten wir uns ausführlich mit dem Innovationsprozess der Unternehmensgruppe. In unserer Sitzung vom 9. März 2017 informierte uns der Vorstand über den aktuellen Stand des Projekts zur Unternehmenskultur und erläuterte uns die geplanten Maßnahmen. Außerdem setzten wir uns mit den Anpassungen im Deutschen Corporate Governance Kodex auseinander, die im Februar 2017 von der Regierungskommission vorgenommen worden waren. Noch im gleichen Monat, am 30. März 2017, kam unser Gremium erneut zusammen: In dieser Sitzung haben wir das energiewirtschaftliche Umfeld von MVV intensiv beleuchtet und vor diesem Hintergrund die Unternehmensstrategie eingehend erörtert - sowohl aus der Perspektive des Konzerns als auch der einzelnen Geschäftsfelder. In diesem Zusammenhang wurde uns der neue Markenauftritt vorgestellt. Aspekte des Themas Nachhaltigkeit, die für das Unternehmen wesentlich sind, diskutierten wir umfassend. In der Sitzung vom 29. Juni 2017 stimmten wir nach umfassender Beratung dem Verkauf des Mannheimer Glasfaserund Leerrohrnetzes zu. Zudem befassten wir uns mit dem Thema Effizienzprüfung: Um die Tätigkeit unseres Gremiums stetig zu verbessern, analysierten und evaluierten wir unsere Strukturen sowie die Qualität und die Wirksamkeit unserer Arbeit. Zum Abschluss der Sitzung besuchten wir das Living Lab Walldorf; die Besichtigung und Gespräche vor Ort nutzten wir dazu, das Thema Energiesystem der Zukunft zu vertiefen. Im Mittelpunkt der Sitzung vom 22. September 2017 standen der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2018 sowie die Drei-Jahres-Planung, die wir eingehend besprochen und beschlossen haben. Ein weiteres Thema war der Bericht zur Corporate Governance, den wir für das Geschäftsjahr 2017 verabschiedet haben. Außerdem haben wir uns mit einem Investitionsvorhaben zur Stärkung der Fernwärme befasst. Arbeit der AusschüsseIn den fünf Ausschüssen des Aufsichtsrats werden Themen und Beschlüsse der Aufsichtsratssitzungen effizient vorbereitet und Beschlüsse gefasst. Die Vorsitzenden der Ausschüsse unterrichten unser Gesamtgremium regelmäßig und zeitnah über die Aktivitäten der Ausschüsse; falls Entscheidungen für die nächste Sitzung des Aufsichtsrats anstehen, werden diese ebenfalls thematisiert. Der Bilanzprüfungsausschuss kam im Berichtsjahr zu sechs Sitzungen zusammen. Der Fokus des Ausschusses lag gemäß seiner Aufgabe insbesondere auf dem Jahresabschluss der MVV Energie AG, dem Konzernabschluss und dem zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 sowie auf der Lage der Gesellschaft zum Abschluss der Quartale des Geschäftsjahres 2017. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss quartalsweise mit der Risikolage und dem Risikomanagement. Des Weiteren beschäftigte er sich mit der Durchführung der Jahresabschlussprüfung der MVV Energie AG und des Konzerns im Geschäftsjahr 2017: Das Gesamtgremium erhielt vom Ausschuss Vorschläge zur Auswahl des Jahresabschlussprüfers und zur Honorarvereinbarung. Zusammen mit dem Vorstand erörterte der Ausschuss zudem den Wirtschaftsplan 2018 und die mittelfristige Planung; nach sorgfältiger Prüfung empfahl er dem Aufsichtsrat, dem Budget für das Geschäftsjahr 2018 zuzustimmen. Der Ausschuss nahm ergänzende Berichte aus dem Unternehmen entgegen; er vergewisserte sich, dass die Konzernrevision, das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und das Compliance-Management-System angemessen, funktionsfähig und wirksam sind. Zudem legte der Ausschuss die Prüfungsschwerpunkte für das Geschäftsjahr 2017 fest. Zu den weiteren Themen, die im Ausschuss beraten wurden, zählten die Umstrukturierung im Vertrieb, die Strategie und anstehende Refinanzierungen. Darüber hinaus befasste sich der Bilanzprüfungsausschuss mit der neuen Abschlussprüferverordnung (Verordnung (EU) Nr. 537/2014) und den geänderten §§ 316 ff. HGB. Diese betreffen insbesondere die Auswahl, Bestellung und Rotation des Abschlussprüfers sowie die Beauftragung des Abschlussprüfers mit Nichtprüfungsleistungen. Der Personalausschuss tagte im Geschäftsjahr 2017 zweimal; der Ausschuss diskutierte die Wiederbestellung des Technikvorstands Dr. Hansjörg Roll eingehend und empfahl dem Aufsichtsrat, seinen Vertrag zu verlängern. Zudem waren Vergütungsangelegenheiten der Vorstandsmitglieder Teil der Beratungen. Der Nominierungsausschuss hat einmal getagt und erstellte auf Basis des Anforderungsprofils für den Aufsichtsrat den Personalvorschlag für die Wahl eines Aufsichtsratsmitglieds durch die Hauptversammlung. Der Ausschuss zur Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals sowie der Vermittlungsausschuss kamen im Berichtsjahr nicht zusammen. Besetzung des Aufsichtsrats und VorstandsIm Berichtsjahr wurde Dieter Hassel mit Wirkung zum 7. Oktober 2016 gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats der MVV Energie AG bestellt; er trat die Nachfolge von Dr. Dieter Steinkamp an, der sein Mandat zum 30. September 2016 niedergelegt hatte. Die Hauptversammlung hat am 10. März 2017 Dieter Hassel bis zum Ablauf der Hauptversammlung des Jahres 2021 gewählt. Weiter schied auf der Seite der Arbeitnehmervertreter der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Peter Dinges aus dem Aufsichtsrat aus. Wir danken den ehemaligen Aufsichtsräten für ihr Engagement und die Arbeit, die sie zum Wohl des Unternehmens geleistet haben. Mit Wirkung zum 1. April 2017 rückte Peter Sattler als Aufsichtsratsmitglied auf der Seite der Arbeitnehmervertreter nach. Die Stellvertretung des Aufsichtsratsvorsitzenden hat Heike Kamradt übernommen; sie wurde im April 2017 zur Konzernbetriebsratsvorsitzenden gewählt und hatte bereits zuvor einen Sitz in unserem Aufsichtsrat als Arbeitnehmervertreterin inne. In unserer Sitzung am 9. März 2017 haben wir die Bestellung unseres Technikvorstands Dr. Hansjörg Roll, der dem Vorstand seit Januar 2015 angehört, bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Corporate GovernanceIm Berichtsjahr haben wir wie in den Vorjahren die Empfehlungen und Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) im Aufsichtsrat besprochen. Wir schließen uns der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex an, die der Vorstand abgegeben hat. Die MVV Energie AG entspricht allen Empfehlungen des DCGK. Den Bericht zur Corporate Governance, in dem auch die Entsprechenserklärung sowie die Erklärung zur Unternehmensführung enthalten sind, haben wir in unserer Sitzung vom 22. September 2017 verabschiedet; er wurde am 3. November 2017 im Internet veröffentlicht. Umgang mit InteressenkonfliktenAlle Mitglieder unseres Aufsichtsrats sind verpflichtet, auftretende Interessenkonflikte unverzüglich offenzulegen. Im Geschäftsjahr 2017 gab es, wie in den Vorjahren, keine Interessenkonflikte. Einem möglichen themenbezogenen Interessenskonflikt haben wir durch die Art und Weise der Beratung Rechnung getragen. Wir haben überprüft und festgestellt, dass alle Mitglieder unseres Gremiums unabhängig im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex sind. Jahres- und KonzernabschlussprüfungAm 10. März 2017 wählte die Hauptversammlung die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2017. Die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers liegt dem Aufsichtsrat vor. Der Jahresabschluss der MVV Energie AG für das Geschäftsjahr 2017 wurde nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht von MVV wurden in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht von MVV sowie den Jahresabschluss der MVV Energie AG geprüft und uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Sowohl der Jahresabschluss als auch der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 werden im Bundesanzeiger publiziert. Unser Gremium erhielt frühzeitig die folgenden Unterlagen: Konzernabschluss, zusammengefasster Lagebericht, Jahresabschluss der MVV Energie AG, Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Die Unterlagen wurden von uns sorgfältig und intensiv geprüft - sowohl durch den Bilanzprüfungsausschuss als auch durch unser Gesamtgremium; in beiden Gremien haben wir sie im Beisein des Abschlussprüfers umfassend erörtert. Es gab keine Einwände gegen sie. In unserer Sitzung am 7. Dezember 2017 haben wir den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht von MVV sowie den Jahresabschluss der MVV Energie AG gebilligt; damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Wir haben uns dem Vorschlag des Vorstands über die Gewinnverwendung angeschlossen. Der Abschlussprüfer prüfte auch das Überwachungssystem, das gemäß § 91 Abs. 2 AktG durch den Vorstand eingerichtet wurde; er stellte fest, dass es geeignet ist, frühzeitig Entwicklungen zu identifizieren, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten. Der Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) für das Geschäftsjahr 2017 hat gezeigt, dass die MVV Energie AG bei den dargestellten Rechtsgeschäften mit verbundenen Unternehmen nicht benachteiligt wurde. Der Abschlussprüfer hat den Abhängigkeitsbericht geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Sowohl der Abhängigkeitsbericht als auch der dazugehörige Prüfungsbericht des Abschlussprüfers gingen uns rechtzeitig zu. Wir schließen uns aufgrund unserer eigenen Prüfung der Beurteilung durch den Abschlussprüfer an und billigen dessen Bericht. DankMVV hat erneut ein Geschäftsjahr erfolgreich beendet - trotz der anhaltend schwierigen Bedingungen im Energiemarkt. Dieser Erfolg, auf den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stolz sein können, wurde von den Anstrengungen aller Beteiligten getragen: vom Vorstand der MVV Energie AG über die Vorstände und Geschäftsführungen der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften bis hin zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Betriebsräten. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats spreche ich jeder und jedem von ihnen meinen Dank aus!
Mannheim, im Dezember 2017 Dr. Peter Kurz, Vorsitzender Jahresabschluss MVV Energie AG zum 30. September 2017nach Handelsrecht (HGB) Bilanz zum 30.9.2017 in Tsd EuroAktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung vom 1.10.2016 bis zum 30.9.2017 in Tsd Euroscroll
AnhangAllgemeine GrundlagenDie MVV Energie AG hat ihren Sitz in Mannheim und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim (HRB 1780). Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2017 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie nach den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes und des Energiewirtschaftsgesetzes aufgestellt worden. Um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern, wurden Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert erläutert. Um die Klarheit und Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses zu vergrößern, wird vom Wahlrecht, bestimmte Angaben im Anhang zu machen, grundsätzlich Gebrauch gemacht. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Vorjahreszahlen der Umsatzerlöse sowie weitere GuV Positionen (sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Materialaufwand) sind aufgrund der Neufassung von § 277 Abs.1 HGB durch das BilRUG nicht vergleichbar. Die Beträge werden in Tausend (Tsd Euro) ausgewiesen. Zwischen der MVV Energie AG und den Tochtergesellschaften MVV RHE GmbH, MVV Enamic GmbH, MVV Umwelt GmbH, MVV Windenergie GmbH, MVV Grünenergie GmbH, MVV Alpha fünfzehn GmbH, MVV Alpha zwei GmbH, MVV Alpha drei GmbH, MVV Alpha vier GmbH, MVV Alpha fünf GmbH, MVV Alpha acht GmbH und MVV Alpha neun GmbH bestehen ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Mit MVV Netze GmbH (vormals Netrion GmbH), MVV Trading GmbH, MVV Alpha sechs GmbH und MVV Alpha sieben GmbH besteht zur Muttergesellschaft MVV Energie AG jeweils ein Gewinnabführungsvertrag. Die MVV Energie AG ist Cash-Pool führende Gesellschaft in dem MVV Energie Konzern. Verträge bestehen mit der MVV Enamic GmbH, MVV EnergySolutions GmbH, MVV ImmoSolutions GmbH, MVV Enamic Ludwigshafen GmbH, MVV Enamic Korbach GmbH, MVV RHE GmbH, MVV Umwelt GmbH, MVV Umwelt O&M GmbH, MVV Umwelt Ressourcen GmbH, MVV Umwelt Asset GmbH, Soluvia GmbH, MVV Windenergie GmbH, MVV Grünenergie GmbH, MVV Trading GmbH, MVV Insurance Services GmbH, MVV Industriepark Gersthofen GmbH, Köthen Energie GmbH, Netzgesellschaft Köthen mbH, Soluvia Billing GmbH, Soluvia Metering GmbH, Soluvia IT Services GmbH, MVV Windpark Plauerhagen GmbH & Co.KG, MVV Windenergie Deutschland GmbH, MVV Enamic Naturenergie GmbH, MVV Netze GmbH, BfE Institut für Energie und Umwelt GmbH, Windwärts Energie GmbH, Vents d'Oc Énergies Renouvelables SARL, Biomethananlage Barby GmbH, Biomethananlage Klein Wanzleben GmbH, Biomethananlage Kroppenstedt GmbH, MVV Windpark Freudenberg GmbH sowie MVV decon GmbH. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit Anschaffungskosten angesetzt und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Sachanlagen sind zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert. Bei selbst erstellten Anlagen sind angemessene Gemeinkostenzuschläge berücksichtigt. Zinsen für Fremdkapital werden bei den Herstellungskosten nicht berücksichtigt. Die von den Anschlussnehmern geleisteten Ertragszuschüsse werden als Sonderposten passiviert. Die Auflösung der Ertragszuschüsse erfolgt entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögensgegenstände in den Umsatzerlösen. Für Ertragszuschüsse, die bis zu dem Geschäftsjahr 2004 zugeflossen sind, erfolgt die Auflösung jährlich mit 5% der Ursprungsbeträge. Für Ertragszuschüsse, die nach dem Geschäftsjahr 2004 und vor dem Geschäftsjahr 2011 geleistet wurden, erfolgt die Auflösung entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögensgegenstände und ist in der Position Abschreibungen enthalten. Investitionsförderungen werden separat im Anlagespiegel ausgewiesen. Das Anlagevermögen wird entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Anlagen, die vor dem 31.12.2010 zugegangen sind, werden, soweit dies steuerlich zulässig war, nach der degressiven Methode abgeschrieben mit Übergang auf die lineare Abschreibung, sobald diese zu einer höheren Abschreibung führt. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Wurden steuerrechtlich begründete Abschreibungen vorgenommen, so werden die niedrigeren Wertansätze der Vermögensgegenstände im Rahmen des durch das BilMoG eingeräumten Wahlrechts beibehalten. Nutzungsdauern in Jahrenscroll
Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Anschaffungswert unter 150 Euro werden im Zugangsjahr in voller Höhe als Aufwand erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Anschaffungswert zwischen 150 und 1.000 Euro werden in einem Sammelposten zusammengefasst und einheitlich mit 20 % jährlich abgeschrieben. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Wertberichtigungen auf Finanzanlagen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Die Gesellschaft besitzt Kapitalanteile an Unternehmen, bei denen der Anteilsbesitz der Herstellung einer dauernden Verbindung dient. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe einschließlich erworbener Emissionsberechtigungen sind zu Durchschnittseinstandspreisen unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Die Bewertung von unfertigen Erzeugnissen und Leistungen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Angemessene Gemeinkostenzuschläge werden berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken angesetzt. Unverzinsliche langfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden auf den Barwert abgezinst. Flüssige Mittel werden zum Nennwert angesetzt. Die Bewertung der monetären Fremdwährungsbestände erfolgt zum Devisenkassakurs am Stichtag. Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen saldiert. Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennwert ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Projected-Unit-Credit-Methode" ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2005G" von Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt und dafür der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre von 3,77% angesetzt (im Vorjahr: von 4,08%). Neben angemessenen Karriere- und Fluktationstrends werden die zukünftigen Gehaltsentwicklungen mit 2,50% p.a. (Vorjahr 2,50% p.a.) und Rententrends mit 2,00% p.a. (Vorjahr 2,00% p.a.) berücksichtigt. Bei den sonstigen Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Beurteilung für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften berücksichtigt. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem fristgerechten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen passiviert. Die latenten Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Berücksichtigung der Organgesellschaften und steuerlicher Verlustvorträge ermittelt. Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen von Rückstellungen für Pensionen und sonstigen langfristigen Rückstellungen. Passive latente Steuern resultieren insbesondere aus unterschiedlichen Wertansätzen im Sachanlagevermögen. Für die Berechnung wird ein Steuersatz von 30,3 % herangezogen. Er ergibt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 14,475 % im ertragsteuerlichen Organkreis der MVV Energie AG. Aus der Bewertung der Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ergibt sich insgesamt eine Steuerentlastung, die aufgrund des eingeräumten Wahlrechts in § 274 HGB nicht bilanziert wird. Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen bzw. Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. Soweit den Posten des Jahresabschlusses Währungsumrechnungen zugrunde liegen, erfolgt die Umrechnung bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs, bei langfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten- und Realisationsprinzips. Derivative Finanzinstrumente werden im Wesentlichen zu Sicherungszwecken eingesetzt und mit den abgesicherten Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst, sofern die Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente ein, um Marktpreisrisiken aus dem Bezug und Absatz von Strom-, Gas- und Kohlegeschäften sowie Emissionsrechten und Öl-Produkten zu reduzieren und Zins- sowie Währungsrisiken abzusichern. Bei den Sicherungsgeschäften handelt es sich im Wesentlichen um Swaps und Termingeschäfte auf Commodities sowie Zinsswaps und Devisentermingeschäfte. Derivate werden für die Zwecke des Preis- und Mengenrisikomanagements eingesetzt und soweit möglich als Bewertungseinheiten mit dem jeweiligen Grundgeschäft bilanziell abgebildet. Zur bilanziellen Abbildung von Bewertungseinheiten wird sowohl die Einfrierungs- als auch die Durchbuchungsmethode angewandt. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte in der jeweiligen Bewertungseinheit negativ, so wird dem Vorsichtsprinzip entsprechend eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte der jeweiligen Bewertungseinheit positiv, so bleibt dieser unberücksichtigt. Für derivative Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert in der Regel dem Marktwert zum Stichtag. Soweit die Marktwerte der Derivate nicht verlässlich feststellbar sind, wird der Zeitwert anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle und -methoden (z.B. Discounted Cashflow Methode, Mark-to-Market-Modell) ermittelt. Dabei stellen die verwendeten marktgerechten Zinsstrukturkurven und Commodity-Terminpreise die wichtigsten Einflussgrößen für die Modelle dar. Erläuterungen zur Bilanz1 Immaterielle VermögensgegenständeDer Anlagespiegel zeigt die Aufgliederung sowie die Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen (siehe Seite 21). 2 SachanlagenDer Anlagespiegel zeigt die Aufgliederung sowie die Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen (siehe Seite 22). Die bis zum 30.09.2016 aktivisch abgesetzten Anzahlungen auf Kapitalzuschüsse werden im Berichtsjahr im Anlagevermögen als Abgang gezeigt. Zum Bilanzstichtag betragen die Kapitalzuschüsse 648 Tsd Euro und werden passivisch als erhaltene Anzahlungen ausgewiesen. Ferner werden die bis zum 30.09.2016 aktivisch abgesetzten Anzahlungsabgrenzungen auf Kapitalzuschüsse in Höhe von 4.570 Tsd Euro im Anlagevermögen als Abgang gezeigt. Der entsprechende Betrag von 3.721 Tsd Euro wird zum 30.09.2017 als sonstige übrige Verbindlichkeit ausgewiesen. Aus den technischen Anlagen und Maschinen wurden 1.054 Tsd Euro in die anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung umgebucht. Aufgrund der Ausweisänderungen sind die Werte mit den Vorjahreszahlen nur eingeschränkt vergleichbar. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten werden im Anlagenspiegel nach Abzug erhaltener Investitionsförderungen als eine Nettoposition ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurde eine Inventur des Anlagevermögens durchgeführt. Danach konnten Vermögensgegenstände mit historischen Anschaffungskosten in Höhe von 20.807 Tsd Euro als Abgänge erfasst werden. Diesen historischen Anschaffungskosten standen Abschreibungen in gleicher Höhe gegenüber. 3 FinanzanlagenDer Anlagespiegel zeigt die Aufgliederung sowie die Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen (siehe Seite 23). Die vollständige Anteilsliste ist Bestandteil des Anhangs und wird als Anlage dargestellt. 4 Vorrätescroll
5 Forderungen und sonstige Vermögensgegenständescroll
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten, infolge der rollierenden Verbrauchsabrechnung abgegrenzte, am Bilanzstichtag noch nicht abgelesene Energie- und Wasserlieferungen in Höhe von 431,6 Mio Euro (Vorjahr 457,7 Mio Euro). Die von Kunden geleisteten Abschlagszahlungen wurden von den Forderungen gekürzt. Die aktivisch gekürzten Kundenabschlagszahlungen belaufen sich auf 319,6 Mio Euro (Vorjahr 336,7 Mio Euro). Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 4,6 Mio Euro (Vorjahr 4,1 Mio Euro). Die gebildete Pauschalwertberichtigung beläuft sich auf 1 % der nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten 1,3 Mio Euro (Vorjahr 1,7 Mio Euro) Forderungen gegenüber der Stadt Mannheim als Aktionär. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich zusammen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 92,1 Mio Euro (Vorjahr 52,0 Mio Euro) und aus sonstigen Forderungen in Höhe von 39,5 Mio Euro (Vorjahr 54,0 Mio Euro). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten sowohl im Geschäftsjahr als auch im Vorjahr ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Einzelwertberichtigungen auf sonstige Vermögensgegenstände betragen 1,3 Mio Euro (Vorjahr 1,1 Mio Euro). Erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstandene Forderungen beinhalten Forderungen aus noch nicht abzugsfähigen Vorsteuererstattungsbeträgen in Höhe von 0,3 Mio Euro (Vorjahr 3,0 Mio Euro). 6 Flüssige MittelDie flüssigen Mittel beinhalten den Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten. 7 RechnungsabgrenzungspostenDer aktive Rechnungsabgrenzungsposten resultiert im Wesentlichen aus abgegrenzten Ausgaben für Urlaubsgeld und sonstige vorausbezahlte Beträge. 8 Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag 30. September 2017 insgesamt 168.721.397,76 Euro. Es war eingeteilt in 65.906.796 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,56 Euro je Stückaktie. Jede Aktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der MVV Energie AG und die sich aus dem Gesetz und der Satzung ergebenden Rechte und Pflichten. Die Stadt Mannheim hielt zum Bilanzstichtag mittelbar 50,1 % der Anteile der MVV Energie AG; die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, hielt unmittelbar 22,5 % und die RheinEnergie AG, Köln, unmittelbar 16,3 %. Die Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 13. März 2015 ermächtigt, bis zum 12. März 2020 eigene Aktien zu erwerben und zwar bis zu einem Umfang von 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals - das sind zirka 16,9 Mio Euro. Die Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 14. März 2014 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 13. März 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 20 Mio neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 51,2 Mio Euro zu erhöhen. Der Vorstand der MVV Energie AG hat von diesen Ermächtigungen bislang keinen Gebrauch gemacht. 9 Gewinnrücklagenscroll
Der Betrag, der gemäß § 58 Abs. 2 AktG aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt wurde, beträgt 32,3 Mio Euro. 10 BilanzgewinnDurch den Ergebnisverwendungsbeschluss der Hauptversammlung vom 10. März 2017 wurde der gesamte Bilanzgewinn von 59.316 Tsd Euro ausgeschüttet. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017 wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,90 Euro je Stückaktie für das Geschäftsjahr 2017 (insgesamt 59,3 Mio). Die Hauptversammlung entscheidet am 9. März 2018 über den Dividendenvorschlag. 11 Empfangene ErtragszuschüsseDer Posten Empfangene Ertragszuschüsse resultiert aus von Kunden vereinnahmten Baukostenzuschüssen. Die empfangenen Ertragszuschüsse in Höhe von 44.516 Tsd Euro (Vorjahr 43.795 Tsd Euro) sind zur Verbesserung der Klarheit in einem separaten Posten auf der Passivseite ausgewiesen. Der Betrag der aufgelösten Ertragszuschüsse beträgt im Berichtsjahr 2.834 Tsd Euro (Vorjahr 2.972 Tsd Euro). 12 Rückstellungenscroll
Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 2.332 Tsd Euro. Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt. Die Steuerrückstellung betrifft Körperschaft- sowie Gewerbesteuer. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich zusammen aus 10.490 Tsd Euro Rückstellungen für Altersteilzeit, 10.246 Tsd Euro Abstandszahlungen sowie 14.350 Tsd Euro für sonstige Personalrückstellungen, für vertragliche Verpflichtungen, Sanierungen, Rückbauverpflichtungen und sonstige Sachverhalte wurden 19.263 Tsd Euro zurückgestellt. Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich um 9,2 Mio Euro. Dazu trugen insbesondere der Rückgang für Verpflichtungen für Altersteilzeit und Abstandszahlungen (6,2 Mio Euro) sowie die Auflösung für Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten (2,2 Mio Euro) bei. Zur Sicherung von Guthaben aus Arbeitszeitkonten hat die Gesellschaft die erforderlichen Mittel für die Mitarbeiter treuhänderisch angelegt. Diese Mittel sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger der Gesellschaft entzogen. Die ursprünglichen Anschaffungskosten beliefen sich auf 3.183 Tsd Euro. Der beizulegende Zeitwert des Fondsguthabens und der Erfüllungsbetrag der Verpflichtung gegenüber Mitarbeitern beläuft sich zum Stichtag auf insgesamt 3.190 Tsd Euro. Gemäß § 246 Abs. 2 HGB wird das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fondsguthaben mit den zu Grunde liegenden Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern verrechnet, ebenso werden die daraus resultierenden Aufwendungen und Erträge verrechnet. 13 Verbindlichkeitenscroll
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Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 179,6 Mio Euro (Vorjahr 59,6 Mio Euro) und sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 58,8 Mio Euro (Vorjahr 96,8 Mio Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,8 Mio Euro (Vorjahr 0,9 Mio Euro) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,5 Mio Euro (Vorjahr 2,3 Mio Euro). In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Mannheim als Aktionär in Höhe von 6,1 Mio Euro (Vorjahr 4,8 Mio Euro) enthalten. Haftungsverhältnisse/ sonstige finanzielle Verpflichtungen/ außerbilanzielle GeschäfteBürgschaften in Höhe von 318,3 Mio Euro (Vorjahr 321,2 Mio Euro) wurden von der MVV Energie AG zugunsten von Tochter- bzw. Beteiligungsgesellschaften übernommen. Daneben bestehen für Tochter- und Beteiligungsgesellschaften verschiedene Patronatserklärungen. Diese belaufen sich in Summe auf 5,8 Mio Euro. Des Weiteren besteht eine Schuldbeitrittserklärung in Höhe von maximal 115,4 Mio Euro. Es bestehen finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen für vertraglich gewährte Darlehenszusagen in Höhe von 32,95 Mio Euro, die zum Bilanzstichtag noch nicht in Anspruch genommen wurden. Auf Basis der durch das Risikomanagementsystem bei der Bewertung dieser Risiken bis zum Bilanzaufstellungstag gewonnenen Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass sämtliche Verpflichtungen durch unsere Tochter- bzw. Beteiligungsgesellschaften aufgrund deren wirtschaftlichen Situation selbst erfüllt werden können. Es besteht insofern ein geringes Risiko, dass wir aus den eingegangenen Haftungsverhältnissen in Anspruch genommen werden. Das Bestellobligo beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 41,6 Mio Euro, davon entfallen 9,9 Mio Euro auf Bestellungen von verbundenen Unternehmen und 12 Tsd Euro auf assoziierte Unternehmen. Der aus mehrjährig abgeschlossenen Leasing- und Mietverträgen resultierende Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich auf 1,2 Mio Euro (davon verbundene Unternehmen 0 Mio Euro). In beitragsorientierte Versorgungssysteme sind im Berichtsjahr 4.858 Tsd Euro (Vorjahr 5.621 Tsd Euro) eingezahlt worden. Erfasst sind dabei Beträge der MVV im Rahmen von Versorgungsplänen verschiedener Zusatzversorgungskassen (kurz: ZVK), die Zusagen verschiedener Arbeitgeber umfassen. Hier stellt der Versorgungsträger den teilnehmenden Unternehmen keine ausreichenden Informationen zur Verfügung, die die anteilige Zuordnung von Verpflichtung, Planvermögen und Dienstzeitaufwand erlauben. Im MVV Energie Konzern erfolgt daher die Berücksichtigung der Beträge entsprechend einer beitragsorientierten Versorgungszusage, obwohl es sich um einen leistungsorientierten Pensionsplan handelt. Die Beiträge zum Pensionsplan bemessen sich als Prozentsatz des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts und werden von Arbeitnehmern und von Arbeitgebern getragen. Der Beitragssatz wird von den ZVK festgelegt. Die Summe der umlagepflichtigen Gehälter beträgt für das aktuelle Geschäftsjahr 52.178 Tsd Euro (Vorjahr 61.609 Tsd Euro). Im Geschäftsjahr 2018 wird mit Beiträgen in voraussichtlich gleicher Höhe gerechnet. Die Beiträge werden für die Gesamtheit der Begünstigten verwendet. Sofern die Mittel der ZVK nicht ausreichen, können die ZVK den Pflichtbeitrag erhöhen. Falls MVV die Mitgliedschaft bei den ZVK kündigen sollte, werden die ZVK einen finanziellen Ausgleich erheben. Der Ausgleichsbetrag ermittelt sich als Barwert der bestehenden Ansprüche von Berechtigten und künftigen Ansprüchen von deren Hinterbliebenen und bestehenden Versorgungspunkten aus unverfallbaren Anwartschaften zum Zeitpunkt der Beendigung der Mitgliedschaft. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung14 Umsatzerlöse ohne Strom- und ErdgassteuerBei Anwendung des § 277 Abs. 1 HGB in der Fassung des BilRUG hätten sich für das Vorjahr Umsatzerlöse in Höhe von 2.022.597 Tsd Euro ergeben. Die im Inland erzielten Umsatzerlöse wurden entsprechend der Neudefinition des § 277 Abs. 1 HGB in der Fassung des BilRUG erfasst und gliedern sich wie folgt: scroll
Unter der Position sonstige Umsatzerlöse sind Erträge aus der Auflösung von Ertragszuschüssen in Höhe von 2.909 Tsd Euro enthalten. 15 Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von 19.060 Tsd Euro (Vorjahr 2.404 Tsd Euro). Diese bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 3.362 Tsd Euro (Vorjahr 1.414 Tsd Euro), Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 11.390 Tsd Euro (Vorjahr 246 Tsd Euro), Erträgen aus Zuschreibungen zum Sachanlagevermögen in Höhe von 4.119 Tsd Euro. Aus dem Verkauf von Geschäftsanteilen an einem Windpark resultierten Erträge aus Finanzanlagenabgang in Höhe von 150 Tsd Euro (i. Vj.j1.474 Tsd Euro). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 3.967 Tsd Euro (Vorjahr 1.343 Tsd Euro) enthalten. Bei Anwendung des BilRUG hätten sich für das Vorjahr sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 18.911 Tsd Euro ergeben. 16 MaterialaufwandBei Anwendung des BilRUG hätten sich für das Vorjahr Materialaufwendungen in Höhe von 1.797.767 Tsd Euro ergeben. scroll
17 Personalaufwandscroll
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(berechnet auf der Basis der monatlichen Endbestände) 18 Abschreibungenscroll
Aufgrund der degressiven Abschreibung bei Anlagen, die vor dem 31.12.2010 zugegangen sind, ergibt sich im Geschäftsjahr 2016 ein Unterschiedsbetrag zwischen degressiver und linearer Abschreibung in Höhe von 3,6 Mio Euro (im Vorjahr 3,7 Mio Euro). Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen vorgenommen (Vorjahr 0 Euro). 19 Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind unter anderem Konzessionsabgaben in Höhe von 20.314 Tsd Euro (Vorjahr 19.032 Tsd Euro) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 695 Tsd Euro (Vorjahr 144 Tsd Euro) enthalten. Bei Anwendung des BilRUG hätten sich für das Vorjahr sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 90.092 Tsd Euro ergeben. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 3.708 Tsd Euro (Vorjahr 2.614 Tsd Euro) enthalten. 20 Finanzergebnisscroll
Die Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthält Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen in Höhe von 335 Tsd Euro (Vorjahr 2.094 Tsd Euro). Auf den Buchwert einer Beteiligung wurde eine Abschreibung von 4.970 Tsd Euro (i. Vj.8.600 Tsd Euro) vorgenommen. Ausleihungen wurden in Höhe von 1.503 Tsd Euro (i. Vj. 0 Tsd Euro) abgeschrieben. 21 Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhaltet periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 638 Tsd (im Vorjahr Steuererträge 1.248 Tsd Euro). Sonstige Angaben und AnlagenAngaben § 6b EnWGIm Geschäftsjahr 2017 wurden folgende Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen, die aus dem Rahmen der gewöhnlichen Energieversorgungstätigkeit herausfallen und für die Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens nicht von untergeordneter Bedeutung sind, getätigt:
In der internen Rechnungslegung werden für die Tätigkeitsbereiche Elektrizitäts- und Gasverteilung sowie für andere Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors jeweils getrennte Konten geführt und eine Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung für die Bereiche Strom- und Gasverteilung erstellt. Für andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors im Sinne des § 6b Abs. 3 EnWG werden getrennte Konten geführt. Finanzderivate und Bewertungseinheitenscroll
Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung von Commodity-, Zins- und Währungsrisiken ein. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Termingeschäfte (Futures und Forwards), Zinsswaps und Swaps auf die Commodities Strom, Gas, Öl, Kohle und CO2 -Zertifikate. Für Strom sind in Bewertungseinheiten ausschließlich erwartete und bereits kontrahierte Liefer- und Bezugsverträge mit Drittkunden bzw. aus Kraftwerken und Handelsgeschäfte mit der MVV Trading GmbH mit physischer oder finanzieller Erfüllung zusammengefasst. Für zum Bilanzstichtag drohende Verpflichtungsüberschüsse innerhalb dieser Bewertungseinheiten erfolgt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, ein Ausweis unter den Rückstellungen aus drohenden Verlusten. Sofern keine Bewertungseinheiten gebildet wurden, werden Verpflichtungsüberschüsse ebenfalls als Rückstellung aus drohenden Verlusten ausgewiesen. Im Bereich der Stromtarif- und -gewerbekunden wurden Portfolio-Bewertungseinheiten bzw. bei Back to Back-Geschäften Mikro-Bewertungseinheiten aufgebaut. Die Portfolio-Bewertungseinheiten sind nach Laufzeitbändern (Jahresscheiben) unterteilt, in welchen sich die gegenläufigen Wertänderungen bzw. Zahlungsströme ausgeglichen haben bzw. künftig voraussichtlich ausgleichen werden. Für das Stromerzeugungsportfolio wurden ebenfalls Bewertungseinheiten gebildet. Dies betrifft sowohl die Erzeugung aus eigenen Kraftwerken sowie den Bezug aus Fremdkraftwerken. Die zur Absicherung des Clean Dark Spread eingesetzten Sicherungsinstrumente (Stromterminverkäufe, Termineinkäufe von Emissionszertifikaten und Kohleswaps zur Rohstoffpreissicherung) wurden gemeinsam mit dem Grundgeschäft (prognostizierte Strommengen aus Kraftwerk) in Makro-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Im Bereich Gas sind analog zum Strombereich Portfolio-Bewertungseinheiten für Tarif- und Gewerbekunden gebildet, welche gleichermaßen nach Laufzeitbändern (Jahresscheiben) unterteilt sind. Zur Absicherung von Zinsrisiken aus der Finanzierung von Investitionen und von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Darlehensaufnahmen wurden Forward-Payer-Zinsswaps abgeschlossen. Der Teil der Grundgeschäfte mit Zinsänderungsrisiken ist bei Vorliegen der Voraussetzungen mit den gegenläufigen Effekten aus den Zinsderivaten zu Mikro-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus erwarteten zukünftigen Erträgen in Fremdwährung wurden Devisentermingeschäfte abgeschlossen und als Mikro-Bewertungseinheiten abgebildet. Außerdem sind zur Absicherung einer Fremdwährungsforderung gegenläufige Fremdwährungsverbindlichkeiten aufgenommen. Diese sind zu einer Mikro-Bewertungseinheit zusammengefasst und die Wertänderungen werden direkt bei dem Grundgeschäft bzw. Sicherungsgeschäften erfasst. Das Gesamtvolumen der mit den Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beträgt 85,2 Mio Euro (Vorjahr 73,6 Mio Euro). Dem stehen positive Marktwerte in Höhe von 181,1 Mio Euro (Vorjahr 149,1 Mio Euro) gegenüber. Das Gesamtvolumen der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken (Saldo aus positiven und negativen Marktwerten der Grund- und Sicherungsgeschäfte) stellt sich wie folgt dar: scroll
Die Bewertungseinheiten betreffen Portfolio-Hedges mit einem beizulegenden Zeitwert von 42,2 Mio Euro (Vorjahr 44,1 Mio Euro), Makro-Hedges mit einem beizulegenden Zeitwert von 39,4 Mio Euro (Vorjahr 52,2 Mio Euro) sowie Mikro-Hedges 14,2 Mio Euro (Vorjahr 15,1 Mio Euro). In die Bewertungseinheiten sind antizipative Strom- und Gasabsatzgeschäfte in Höhe von 10,0 Mio Euro (Vorjahr 13,1 Mio Euro) bei Strom und 20,0 Mio Euro (Vorjahr 23,1 Mio Euro) bei Gas einbezogen. Bei den in Portfolio-Bewertungseinheiten einbezogenen mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen wurden Planabsatzmengen an Strom- und Gaskunden sowie Bezugsmengen aus dem Energiehandel und fremden Kraftwerken berücksichtigt. Prospektiv ist von einer hohen Wirksamkeit aller Sicherungsbeziehungen auszugehen, da sich die gegenläufigen Wertänderungen der Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente in der Zukunft voraussichtlich in voller Sicherungshöhe ausgleichen werden. Die in den Portfolio-Bewertungseinheiten zusammengefassten Grundgeschäfte weisen homogene Risiken auf. Bei den Sicherungsinstrumenten wird der Preisindex jeweils so gewählt, dass er mit dem Grundgeschäft übereinstimmt und die Sicherungsinstrumente somit demselben Warenpreisrisiko unterliegen wie die Grundgeschäfte. Die Wertänderungen der Grundgeschäfte sind über einen Zeitraum von 4 Jahren gesichert. Zur Ermittlung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen wird die Dollar-Offset-Methode in kumulierter Form angewendet. Bei der Dollar-Offset-Methode werden die kumulierten Marktwertänderungen der Grundgeschäfte mit den kumulierten Marktwertänderungen der Sicherungsinstrumente ab dem Designationszeitpunkt in absoluten Geldbeträgen miteinander verglichen. Der Dollar-Offset-Test wird zu jedem Abschlusstermin durchgeführt. Für Bewertungseinheiten, bei welchen ein 1:1 Beziehung zwischen dem Bezugs- und Absatzvertrag besteht (Mikrobewertungseinheiten) wird auf eine quantitative Ermittlung der Wirksamkeit, soweit alle wesentlichen Vertragsparameter (Liefermengen, Lieferzeitpunkte, Preise etc.) von Grund- und Sicherungsgeschäfte übereinstimmen, verzichtet. Zum 30. September 2017 wurde keine Drohverlustrückstellung gebildet. Alle derivativen Finanzinstrumente, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, sind vollumfänglich in Bewertungseinheiten einbezogen. KonzernbeziehungenMVV Energie AG, Mannheim, stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser und der zusammengefasste Konzernlagebericht werden nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergeben sich im Wesentlichen hinsichtlich der Bilanzierung des Anlagevermögens, der derivativen Finanzinstrumente, der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie der latenten Steuern hinsichtlich der Bewertungsunterschiede zwischen HGB und IFRS. Vergütung des VorstandsDie ehemaligen Mitglieder des Vorstands erhielten im Berichtsjahr Bezüge in Höhe von 468 Tsd Euro (Im Vorjahr 475 Tsd Euro). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind insgesamt 16.784 Tsd Euro (im Vorjahr 18.666 Tsd Euro zurückgestellt. Im Berichtsjahr betrug die Gesamtzuführung 275 Tsd Euro (im Vorjahr 385 Tsd Euro). Der Vorstand erhielt im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 2.318 Tsd Euro (Vorjahr 3.495 Tsd Euro). Die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder werden im zusammengefassten Lagebericht im Rahmen des Vergütungsberichts dargestellt. Honorare des AbschlussprüfersDie Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung des Einzelabschlusses der MVV Energie AG. Die Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die Prüfung von energiewirtschaftlichen Vorschriften / Testaten (EEG, KWKG) und freiwilligen Bestätigungsleistungen. Die Steuerberatungsleistungen betreffen laufende Steuerberatung einschließlich Verrechnungspreisen. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen hauptsächlich die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen zur Umstellung der Rechnungslegung auf neue IFRS-Standards. NachtragsberichtDer Verkauf des Glasfasernetzes ist zum 15. Oktober 2017 erfolgt. ErgebnisverwendungDas Geschäftsjahr 2017 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 91.616 Tsd Euro ab. Davon wurde ein Betrag in Höhe von 32.300 Tsd Euro in die Gewinnrücklagen eingestellt. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 59.316 Tsd Euro zur Ausschüttung einer Dividende von 0,90 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden. scroll
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zum Zeitpunkt der Schwellenberührung Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktGDer Vorstand und der Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären zugänglich gemacht. Die vollständige Erklärung ist im Internet unter www.mvv-investor.de veröffentlicht.
Mannheim, 14. November 2017 MVV Energie AG Vorstand Dr. Müller Klöpfer Dr. Roll Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Mannheim, 14. November 2017 MVV Energie AG Vorstand Dr. Müller Klöpfer Dr. Roll AnlagenspiegelImmaterielle Vermögensgegenständescroll
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Anteilsliste von MVV zum 30.9.2017scroll
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Kapitalanteil am 30.9.2017 gemäß § 16 Abs. 4 AktG; Eigenkapital und Jahresergebnis
nach HGB bzw. lokalen Vorschriften Organe der Gesellschaft Stand 30.09.2017Vorstand der MVV Energie AGDr. Georg Müller Vorsitzender, Kaufmännische Angelegenheiten und Arbeitsdirektor Ralf Klöpfer Vertrieb Dr. Hansjörg Roll Technik Die zusätzlichen Mandate in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien der Vorstände und Aufsichtsräte sind auf den folgenden Seiten detailliert dargestellt . Aufsichtsrat der MVV Energie AGDr. Peter Kurz (Vorsitzender) Oberbürgermeister der Stadt Mannheim Peter Dinges1 (stellvertretender Vorsitzender bis 31. März 2017) Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (bis 31. März 2017) Heike Kamradt1 (stellvertretende Vorsitzende seit 14. April 2017) Vorsitzende des Konzernbetriebsrats (seit 24. April 2017) Johannes Böttcher1 Vorsitzender des Betriebsrats der Energieversorgung Offenbach AG Timo Carstensen 1 Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG Ralf Eisenhauer Bau- und Projektsteuerer MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Mannheim Peter Erni 1 Gewerkschaftssekretär ver.di Rhein-Neckar Detlef Falk 1 Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG Dieter Hassel Mitglied des Vorstands der RheinEnergie AG, Köln (seit 7. Oktober 2016) Barbara Hoffmann Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin Prof. Dr. Heidrun Kämper Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache, Mannheim Brigitte Kemmer Steuerberaterin Dr. Antje Mohr1 Gewerkschaftssekretärin ver.di Kiel Dr. Lorenz Näger Mitglied des Vorstands der HeidelbergCement AG Peter Sattler Mitglied des Betriebsrats (seit 1. April 2017) Bernhard Schumacher1 Leiter des Bereichs Vertrieb Regional der MVV Energie AG Christian Specht Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim Carsten Südmersen Unternehmensberater Katja Udluft1 Gewerkschaftssekretärin ver.di Rhein-Neckar Prof. Heinz-Werner Ufer Diplom-Ökonom Jürgen Wiesner1 Vorsitzender des Betriebsrats der MVV Energie AG Mitglieder der Ausschüsse des Aufsichtsrats der MVV Energie AGscroll
Mitglieder des Vorstands der MVV Energie AGscroll
Mitglieder des Aufsichtsrats der MVV Energie AGscroll
Tätigkeitsabschlüsse der MVV Energie AG zum 30. September 2017Bilanz (Elektrizitätsverteilung) zum 30.9.2017 in Tsd EuroAktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung (Elektrizitätsverteilung) vom 01.10.2016 bis 30.9.2017 in Tsd Euroscroll
Bilanz (Gasverteilung) zum 30.9.2017 in Tsd EuroAktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung (Gasverteilung) vom 01.10.2016 bis 30.9.2017 in Tsd Euroscroll
Angaben zu den Tätigkeitsabschlüssen der MVV Energie AG gemäß § 6b Abs. 3 EnWG zum 30. September 2017GrundlageDie MVV Energie AG hat gemäß § 6b Abs. 3 EnWG als vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen getrennte Konten für jede ihrer Tätigkeiten in den nachfolgend aufgeführten Bereichen so zu führen, wie dies erforderlich wäre, wenn diese Tätigkeiten von rechtlich selbständigen Unternehmen ausgeführt würden. Definition der UnternehmensaktivitätenDie MVV Energie AG ist nach dieser Definition in die folgenden Tätigkeiten zu segmentieren:
Der Jahresabschluss der MVV Energie AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB in der Fassung des BilRUG), des Aktiengesetzes (AktG) sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. BilanzBei der Erstellung des Jahresabschlusses wurden die für Energieversorgungsunternehmen geltenden besonderen Rechnungslegungsvorschriften des § 6b EnWG beachtet. Gemäß § 6b EnWG wurden in der internen Rechnungslegung nach Tätigkeiten getrennte Konten geführt und für jeden Tätigkeitsbereich intern eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung aufgestellt. Alle Bilanzwerte werden im ersten Schritt direkt den Segmenten zugeordnet. Soweit eine direkte Zuordnung nicht möglich ist oder mit unangemessen hohen Aufwendungen verbunden ist, erfolgt die Zuordnung mittels Verteilschlüsseln. Die grundsätzlich verwendeten Verteilschlüssel sind in Anlage 1 aufgeführt. AnlagevermögenDie Anlagenspiegel zeigen die Aufgliederungen sowie die Entwicklungen der in den Tätigkeitsbilanzen zusammengefassten Anlagepositionen. Die Vermögensgegenstände des allgemeinen Bereichs wurden anteilig bei den Tätigkeiten Elektrizitäts- und Gasverteilung berücksichtigt. Um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern, werden die von den Anschlussnehmern geleisteten Ertragszuschüsse seit dem Geschäftsjahr 2011 passiviert und entsprechend der Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögensgegenstände aufgelöst. Auf die Erstellung eines separaten Anlagenspiegels für die anderen Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors sowie für die anderen Tätigkeiten innerhalb des Gassektors wurde verzichtet, da es sich hierbei um unwesentliche Beträge handelt. Hinsichtlich des Anlagenspiegels für die anderen Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors wird auf den Anlagenspiegel der MVV Energie AG verwiesen. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeUnter den sonstigen Vermögensgegenständen sind zum 30.9.2017 in den Tätigkeiten Stromverteilung 22 TEUR (Vorjahr: 8 TEUR) und Gasverteilung 14 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ausgewiesen. Außerdem beinhaltet die Stromverteilung zum 30.9.2017 eine Forderung gegen die Stadt Mannheim in Höhe von TEUR 371 (Vorjahr: 287 TEUR). Die anderen Forderungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. VerbindlichkeitenAlle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, und sonstige Verbindlichkeiten des Elektrizitäts- und Gassektors haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Fristigkeit der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Elektrizitäts- und Gassektor stellen sich folgendermaßen dar: scroll
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In den sonstigen Verbindlichkeiten sind zum 30.9.2017 in den Tätigkeiten Stromverteilung 623 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) und Gasverteilung 597 TEUR (Vorjahr: 380 TEUR) Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Mannheim enthalten. Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber anderen TätigkeitsbereichenDie Forderungen gegen andere Tätigkeitsbereiche und Verbindlichkeiten gegenüber anderen Tätigkeitsbereichen sind Residualgrößen und gleichen als Verrechnungsposten die Bilanzsummen der Aktiv- und Passivseite aus. Eine aktivische Differenz wird dabei, soweit möglich, mit den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verrechnet; der Ausweis einer passivischen Differenz erfolgt ebenfalls unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Gewinn- und VerlustrechnungDirekt den Sparten Strom- bzw. Gasverteilung zuordenbare Positionen wurden direkt zugeordnet, ansonsten wurden sachgerechte Schlüssel herangezogen. Die Schlüsselung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag des aktuellen Geschäftsjahres erfolgt entsprechend der Verteilung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf die Tätigkeitsbereiche. Aufgrund der Neufassung von § 277 Abs.1 HGB durch das BilRUG kam es zu Umgliederungen von einigen GuV-Positionen (Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge). In der Strom- und Gasverteilung führt dies zu einem Anstieg der Umsatzerlöse und einem Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge im aktuellen Geschäftsjahr. Im Vorjahr wurden unter der Position sonstige betriebliche Erträge in der Stromverteilung 38,5 Mio. Euro ausgewiesen, davon entfallen 35,9 Mio. Euro nach BilRUG auf Umsatzerlöse. Für das Vorjahr hätten sich somit Umsatzerlöse in Höhe von 47,2 Mio. Euro ergeben. In der Gasverteilung wurden im Vorjahr unter der Position sonstige betriebliche Erträge 31,9 Mio. Euro ausgewiesen, davon entfallen 30,6 Mio. Euro nach BilRUG auf Umsatzerlöse. Für das Vorjahr hätten sich somit Umsatzerlöse in Höhe von 32,2 Mio. Euro ergeben. Haftungsverhältnisse/ Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen betreffen die sonstigen Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors. Wir verweisen auf die Ausführungen im Anhang der MW Energie AG.
Mannheim, 14. November 2017 Vorstand Dr. Müller Klöpfer Dr. Roll Tätigkeit ElektrizitätsverteilungImmaterielle Vermögensgegenständescroll
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Tätigkeit GasverteilungImmaterielle Vermögensgegenständescroll
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Anlage 1Grundsätzlich verwendete Verteilschlüsselscroll
Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die MVV Energie AG, MannheimVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der MVV Energie AG, Mannheim, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzie-rungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MVV Energie AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB und § 315 Abs. 5 HGB sowie den Corporate Governance-Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: 1 Werthaltigkeit von Beteiligungsbuchwerten2 Bilanzielle Behandlung von derivativen FinanzinstrumentenUnsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: 1 Sachverhalt und Problemstellung2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse3 Verweis auf weitergehende InformationenNachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: 1 Werthaltigkeit von Beteiligungsbuchwerten1 Im Jahresabschluss der MVV Energie AG werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" insgesamt Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von € 891 Mio. (38,7 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die beizulegenden Werte werden als Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten der jeweiligen Finanzanlage. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr ein Abwertungsbedarf von € 5,0 Mio. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte der wesentlichen Beteiligungen sachgerecht mittels Discounted-Cashflow-Modellen unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Bewertungsparametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sachgerecht vorzunehmen. 3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen sind im Abschnitt "3 Finanzanlagen" und "20 Finanzergebnis" im Anhang, im Anlagespiegel und in der Anteilsbesitzliste als Anlage zum Anhang enthalten. 2 Bilanzielle Behandlung von derivativen Finanzinstrumenten1 Die MVV Energie AG schließt eine Vielzahl unterschiedlicher derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Commodity-, Zins- und Währungsrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb ab. Basis dafür ist die von den gesetzlichen Vertretern vorgegebene Sicherungspolitik, die in entsprechenden internen Richtlinien dokumentiert ist. Das Commodityrisiko bezieht sich auf den Absatz und Bezug von Strom und Gas sowie die Stromerzeugung. Das Zinsrisiko resultiert aus der Finanzierung von Investitionen und aus mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten (antizipativen) Darlehensaufnahmen zur Refinanzierung. Das Währungsrisiko, das durch derivative Finanzinstrumente abgesichert wird, resultiert im Wesentlichen aus zukünftigen Fremdwährungszahlungsströmen. Der positive Saldo aus positiven und negativen Zeitwerten der insgesamt zur Sicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente beträgt zum Bilanzstichtag € 32,2 Mio. Die derivativen Finanzinstrumente werden zusammen mit den jeweiligen Grundgeschäften soweit möglich in Bewertungseinheiten für handelsrechtliche Zwecke einbezogen. Im Geschäftsjahr 2017 waren alle derivativen Finanzinstrumente in Bewertungseinheiten einbezogen. Neben Micro- und Makrobewertungseinheiten werden im Commoditybereich auch Portfoliobewertungseinheiten gebildet. Soweit eine Sicherungsbeziehung unwirksam ist und ein Verlust verbleibt, wird eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet; diese beträgt zum 30. September 2017 € 0 Mio. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der möglichen Ergebnisauswirkungen sowie der umfangreichen Anforderungen an die Bilanzierung und Berichterstattung nach HGB von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Corporate Treasury Solutions unter anderem die vertraglichen und finanztechnischen Grundlagen des Sicherungszusammenhangs zwischen den antizipativen und kontrahierten Grundgeschäften und den derivativen Finanzinstrumenten als Sicherungsinstrumente gewürdigt. Die Bildung von Bewertungseinheiten und deren Bilanzierung haben wir nachvollzogen. Auch das eingerichtete interne Kontrollsystem der Gesellschaft im Bereich des Abschlusses der derivativen Finanzinstrumente einschließlich der internen Überwachung der Einhaltung der Sicherungspolitik haben wir gewürdigt. Ferner haben wir bei der Prüfung der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert auch die Berechnungsmethodiken auf Basis von Marktdaten in Stichproben nachvollzogen. Zur Beurteilung der Vollständigkeit der Sicherungsinstrumente und der Richtigkeit der beizulegenden Zeitwerte von Zins- und Währungsderivaten haben wir Bankbestätigungen zum Abschlussstichtag eingeholt. Hinsichtlich der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen haben wir im Wesentlichen rückblickend die Sicherungsgrade in der Vergangenheit und die erwarteten Sicherungsgrade in der Zukunft beurteilt. Bezüglich der Berichterstattung haben wir die Vollständigkeit der Angaben zu Bewertungseinheiten nach § 285 Nr. 23 HGB sowie die Richtigkeit der angegebenen beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente und für das Gesamtvolumen der abgesicherten Risiken beurteilt. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten hinreichend begründet, dokumentiert und im Anhang erläutert sind. 3 Die Angaben der Gesellschaft zu Bewertungseinheiten sind im Abschnitt "Finanzderivate und Bewertungseinheiten" des Anhangs enthalten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENVermerk zur buchhalterischen Entflechtung nach § 6b EnWGWir haben die Rechnungslegung der MVV Energie AG, Mannheim, hinsichtlich der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, geprüft. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt. Die gesetzlichen Vertreter der MVV Energie AG sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG sowie für die Vorkehrungen und Maßnahmen, die sie zur Einhaltung dieser Pflichten als notwendig erachtet haben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der für die Prüfung von Energieversorgungsunternehmen vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung der Einhaltung der Pflichten aus § 6b Abs. 3 EnWG so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 10. März 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 31. Mai 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Abschlussprüfer der MW Energie AG, Mannheim, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERNDie für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Kerstin Krauß.
Mannheim, den 14. November 2017 PricewaterhouseCoopers GmbH Folker Trepte, Wirtschaftsprüfer Kerstin Krauß, Wirtschaftsprüferin |
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