MVV Energie AG

Mannheim

Quartalsmitteilung 9M Geschäftsjahr 2018

Wir begeistern mit Energie.

MVV in Zahlen

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Mio Euro 1.10.2017 bis 30.6.2018 1.10.2016 bis 30.6.2017 % Vorjahr
Umsatz ohne Energiesteuern 2.966 3.138 - 5
Adjusted EBITDA1 389 381 + 2
Adjusted EBIT1 232 250 - 7
Bereinigter Periodenüberschuss1 130 146 - 11
Bereinigter Periodenüberschuss nach Fremdanteilen1 109 125 - 13
Bereinigtes Ergebnis je Aktie1 (Euro) 1,66 1,90 - 13
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 212 256 - 17
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit je Aktie (Euro) 3,22 3,89 - 17
Bereinigte Bilanzsumme (zum 30.6.2018 bzw. 30.9.2017)2 4.223 4.248 - 1
Bereinigtes Eigenkapital (zum 30.6.2018 bzw. 30.9.2017)2 1.560 1.490 + 5
Bereinigte Eigenkapitalquote (zum 30.6.2018 bzw. 30.9.2017)2 36,9 % 35,1 % + 5
Nettofinanzschulden (zum 30.6.2018 bzw. 30.9.2017) 1.119 1.077 + 4
Investitionen gesamt 214 128 + 67
davon Wachstumsinvestitionen 101 46 > + 100
davon Bestandsinvestitionen 113 82 + 38
Mitarbeiterzahl (Köpfe zum 30.6.2018 bzw. 30.6.2017) 5.949 5.987 - 1


1 Ohne nicht operativen Bewertungseffekt aus Finanzderivaten, ohne Strukturanpassung Altersteilzeit und mit Zinserträgen aus Finanzierungsleasing
2 Ohne nicht operativen Bewertungseffekt aus Finanzderivaten


Highlights
3. Quartal 2018

Abfall wird zu klimafreundlicher Energie

Im April haben wir die Bioabfallvergärungsanlage des Entsorgungsfachbetriebs Kompotec in Dresden-Klotzsche übernommen. Mit einer Kapazität von 31.000 Tonnen pro Jahr werden in der Anlage Bioabfälle vergärt und Biogas gewonnen; dies wird in zwei Blockheizkraftwerken für die Stromproduktion genutzt. So wird sowohl die Abgabe der Treibhausgase Methan und CO2 an die Umwelt verringert als auch ein Ersatz für fossiles Erdgas geschaffen.

Gemeinsam innovative Lösungen entwickeln

Im Rahmen unserer strategischen Partnerschaft mit der SMA Solar Technology AG starten wir mit SMA SPOT ein gemeinsames Angebot zur Direktvermarktung von Solaranlagen ab 100 kWp Leistung. Damit bieten wir erstmalig eine attraktive Direktvermarktungslösung für Solaranlagen dieser Größe, die auch den Eigenstrombedarf berücksichtigt.

Gemeinsam mit unserer Beteiligung Qivalo sind wir bundesweit die ersten, die die Vorteile von Smart Metering und Submetering kombiniert anbieten: Mithilfe intelligenter Zähler erfassen wir automatisiert die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserverbräuche sämtlicher Standorte einer Gesellschaft und stellen sie übersichtlich aufbereitet auf einer geschützten Plattform bereit. Verschiedene Anwendungen ermöglichen es dort, das jeweilige Verbrauchsverhalten zu analysieren und Einsparpotenziale aufzudecken, um die Energiekosten nachhaltig zu senken.

Vorwort

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,
liebe Leserinnen und Leser,

Innovation ist und bleibt ein zentraler Baustein unserer Unternehmensstrategie, mit der wir die Energiewende erfolgreich umsetzen. Wir verknüpfen sie mit unseren bewährten Kompetenzen und jahrzehntelangen Erfahrungen. Gleichzeitig ergänzen strategische Partnerschaften und Beteiligungen an Unternehmen mit neuen Ideen unser Produkt- und Dienstleistungsangebot. Dabei setzen wir auf innovative Technologien: Das reicht vom Recycling von Phosphor aus Klärschlamm bei unserer MVV Umwelt bis zur Verbesserung von Anlagenbetrieb und Instandhaltung mithilfe von Big Data und Künstlicher Intelligenz - sowohl bei uns als auch bei unseren Kunden. Daran arbeiten wir in allen Bereichen: Beispiele liefern Beegy, unser E-Mobilitäts-Team oder unsere Beteiligungen der vergangenen Monate. Ob eigene Solaranlage, Batteriespeicher, Ladestation oder automatisierte Energieeffizienz-Verbesserung - mit neuen Produkten und Dienstleistungen begleiten wir als verlässlicher Partner unsere Kunden dabei, ihre eigene Energiewende Wirklichkeit werden zu lassen.

Investitionen sichern unsere Zukunftsfähigkeit

Investitionen in neue Geschäftsfelder und zukunftweisende Projekte prägen unser Unternehmen an vielen Stellen. So errichten wir aktuell im schottischen Dundee ein hocheffizientes Heizkraftwerk in Kraft-Wärme-Kopplung als Ersatz für eine bestehende thermische Abfallverwertungsanlage. Fundament ist eine langfristige Partnerschaft mit Kommunen und regionaler Wirtschaft: mit der Stadt Dundee, der Region Angus und einem internationalen Industrieunternehmen, das die neue Anlage mit Wärme beliefern wird.

Kommunaler Partner sind auch wir, zum Beispiel bei der Bioabfallvergärungsanlage in Dresden-Klotzsche, die wir im April in unser Portfolio übernommen haben. Eine zweite Anlage, in der ebenfalls Bioabfälle für die Erzeugung von Biogas genutzt werden, planen wir in Bernburg in Sachsen-Anhalt. Auch die Investitionen in unseren Mannheimer Standort Friesenheimer Insel nehmen Fahrt auf: mit dem Bau eines Dükers unter dem Altrhein, um das Heizkraftwerk an das Fernwärmenetz in Mannheim anzubinden.

Die Richtung stimmt

Ein Blick auf die operative Geschäftsentwicklung zeigt, dass MVV damit in einem weiterhin herausfordernden Umfeld strategisch richtig aufgestellt ist: Unsere Stromerzeugungsmengen aus erneuerbaren Energien einschließlich des biogenen Anteils aus Abfall/Ersatzbrennstoffen sind in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr auf 907 Mio kWh gestiegen. Unser Adjusted EBIT erreichte 232 Mio Euro.

Für das Geschäftsjahr 2018 bestätigen wir unsere Ergebnisprognose: Wir gehen aus operativer Sicht davon aus, dass das Adjusted EBIT leicht über dem Vorjahr liegen wird; wobei wir feststellen, dass die Ergebnisentwicklung insgesamt volatiler geworden ist. Auch das gehört zu dem neuen Umfeld, mit dem wir umgehen müssen.


Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Dr. Georg Müller
Vorsitzender des Vorstands
der MVV Energie AG

Unsere ersten neun Monate

1.-3. Quartal 2018

Adjusted EBIT
232 Mio Euro

ADJUSTED EBIT NACH BERICHTSSEGMENTEN
Mio Euro

Umsatz
3,0 Mrd Euro

UMSATZ NACH BERICHTSSEGMENTEN
Anteile %

Investitionen
214
Mio Euro

RAHMENBEDINGUNGEN

Energiepolitisches Umfeld

Ausschreibungen Wind Onshore: Bürgerenergie-Privilegien erneut ausgesetzt

Mit dem Abschluss des parlamentarischen Verfahrens Anfang Juni 2018 wurden die zu weitreichenden Privilegien für bestimmte Projekttypen auch für die Wind Onshore-Ausschreibungen von August 2018 bis Juni 2020 ausgesetzt. Alle Marktteilnehmer benötigen demnach eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), um an den Ausschreibungen teilnehmen zu können. Wir begrüßen diese Entscheidung, da hierdurch auch in Zukunft der Bau von Windkraftanlagen an Land gestärkt wird -dies ist für unser Berichtssegment Neue Energien von Bedeutung.

Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" hat Arbeit aufgenommen

Auf Basis des Koalitionsvertrags zwischen Union und SPD hat die neu eingesetzte Kommission für "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" erstmals Ende Juni 2018 getagt. Die Kommission beschäftigt sich mit der Konkretisierung des Kohleausstiegs einschließlich eines Abschlussdatums, soll weitere strukturelle Dekarbonisierungsmaßnahmen für die Energiewirtschaft bis 2020 beziehungsweise 2030 erarbeiten sowie mögliche Finanzierungsmaßnahmen für den Strukturwandel in den betroffenen Braunkohleregionen vorschlagen. Hierzu soll Ende 2018 ein Aktionsprogramm vorgelegt werden. Die rechtliche Umsetzung ist für 2019 geplant. Neben Union und SPD sind in dem Gremium unter anderem Gewerkschaften, Umweltschutz- und Wirtschaftsverbände vertreten. Die von der Kommission erarbeiteten Ergebnisse werden für unser Berichtssegment Versorgungssicherheit relevant sein.

Marktumfeld

Großhandelspreise für Brennstoffe und Strom steigen

Großhandelspreise (Durchschnitt) Dreivierteljahr, 1.10. bis 30.6.

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GJ 2018 GJ 2017 +/- Vorjahr
Rohöl1 (US-Dollar/Barrel) 67,92 52,17 + 15,75
Erdgas2 (Euro/MWh) 18,25 17,15 + 1,10
Kohle3 (US-Dollar/Tonne) 81,98 64,77 + 17,21
CO2 -Zertifikate4 (Euro/Tonne) 10,72 5,21 + 5,51
Strom5 (Euro/MWh) 36,82 29,46 + 7,36


1 Sorte Brent; Frontmonat
2 Marktgebiet Net Connect Germany; Frontjahr
3 Frontjahr
4 Front Dezember Kontrakt
5 Frontjahr


In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018 zeigten sich die Brennstoff- und die Strompreise insgesamt sehr fest und notierten auf einem höheren Niveau als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Clean Dark Spread weiter gesunken

ENTWICKLUNG DES CLEAN DARK SPREAD 2019

Der Clean Dark Spread (CDS) des Frontjahres (Cal 2019), also die Differenz zwischen Stromerlösen an den Großhandelsmärkten und den Kosten für die Stromerzeugung, verlor im Berichtszeitraum weiter an Boden und war zeitweise negativ. Der CDS wirkt sich insbesondere auf das operative Ergebnis unseres Berichtssegments Versorgungssicherheit aus, dem die Vermarktung unserer Kraftwerkskapazitäten zugeordnet ist.

Witterungseinflüsse

Wärmere Temperatur als im Vorjahr und höheres Windaufkommen

Niedrigere Außentemperaturen führen zu einem steigenden Heizenergiebedarf bei unseren Kunden - und damit zu höheren Gradtagszahlen, die den temperaturabhängigen Heizenergieeinsatz als Indikator abbilden. Die Temperaturen des 3. Quartals unseres Geschäftsjahres 2018 waren deutlich höher als im Vorjahreszeitraum, die Gradtagszahlen lagen in diesem Zeitraum um 42 % niedriger als ein Jahr zuvor. Für das gesamte Dreivierteljahr des Geschäftsjahres 2018 lagen die Gradtagszahlen rund 7 % unter dem Vorjahr.

Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 100 % war die nutzbare Windenergie in den ersten drei Quartalen unseres laufenden Geschäftsjahres in Deutschland höher, insbesondere in den für uns relevanten Regionen. Mit zirka 116 % lag der nutzbare Windertrag über dem Vorjahreswert von zirka 96 %. Für diesen Vergleich nutzen wir den EMD-ConWx Mesoscale Wind Index mit einer Referenzperiode (20-Jahres-Durchschnitt). Die Zeitreihe für das Dreivierteljahr des Geschäftsjahres 2018 umfasst die Monate Oktober 2017 bis Mai 2018. Da die Daten für Juni zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vorlagen, haben wir die Juni-Abweichung gegenüber der Referenzperiode mit 0 % angenommen.

Ein niedriger Wasserstand im Rhein könnte darüber hinaus die Transportkosten von Kohle im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2018 verteuern.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Darstellung der Ertragslage

Der Berichtsszeitraum umfasst das Dreivierteljahr des Geschäftsjahres 2018 - vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. Juni 2018. Sofern nicht anders vermerkt, beziehen sich die folgenden Ausführungen auf den MVV Energie Konzern (MVV), das heißt auf alle vollkonsolidierten Unternehmen.

Wesentliche operative Entwicklungen

MVV Dreivierteljahr, 1.10. bis 30.6.

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Mio Euro GJ 2018 GJ 2017 +/- Vorjahr % Vorjahr
Absatzentwicklung



Strom (Mio kWh) 18.480 20.248 - 1.764 - 9
Wärme (Mio kWh) 5.899 6.244 - 345 - 6
Gas (Mio kWh) 17.648 21.746 - 4.098 - 19
Wasser (Mio m3 ) 29,9 29,8 + 0,1 0
Umsatz ohne Energiesteuern 2.966 3.138 - 172 - 5
davon Stromerlöse 1.588 1.624 - 36 - 2
davon Wärmeerlöse 296 320 - 24 - 8
davon Gaserlöse 455 564 - 109 - 19
davon Wassererlöse 64 65 - 1 - 2
Adjusted EBIT 232 250 - 18 - 7


Der Stromabsatz liegt im Wesentlichen aufgrund sinkender Stromhandelsmengen unter dem des Vorjahres. Der Rückgang des Wärmeabsatzes ist vor allem auf die im Vergleich zum Vorjahr mildere Witterung zurückzuführen. Hauptursache für den niedrigeren Gasabsatz sind geringere Gashandelsmengen.

Der Rückgang der Umsatzerlöse resultiert hauptsächlich aus den niedrigeren Handelsmengen.

UMSATZ NACH BERICHTSSEGMENTEN
Mio Euro

1 Pro forma, ungeprüft


ADJUSTED EBIT NACH BERICHTSSEGMENTEN
Mio Euro

1 Pro forma, ungeprüft


Das Adjusted EBIT profitierte im Berichtszeitraum von höheren Erlösen aus unseren Windkraftanlagen und positiven Einmaleffekten. Die außerplanmäßige Abschreibung auf unsere Tochtergesellschaft Juwi im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres und die milde Witterung wirkten sich hingegen ergebnismindernd aus.

Darüber hinaus ist der Ergebnisrückgang im Vorjahresvergleich auf geplante Stillstände bei den Erzeugungsanlagen unseres Umweltgeschäfts im Rahmen von Revisionsarbeiten zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2017 erfolgte der überwiegende Teil der Revisionsarbeiten erst im 4. Quartal.

Überleitungsrechnung zum Adjusted EBIT

Überleitungsrechnung vom EBIT (GuV) zum Adjusted EBIT Dreivierteljahr, 1.10. bis 30.6.

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Mio Euro GJ 2018 GJ 2017 +/- Vorjahr
EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 253 261 - 8
Bewertungseffekt aus Finanzderivaten - 23 - 14 - 9
Strukturanpassung Altersteilzeit 0 + 1 - 1
Zinserträge aus Finanzierungsleasing + 2 + 2 0
Adjusted EBIT 232 250 - 18


In den Bewertungseffekten nach IAS 39 spiegelt sich die Marktpreisentwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten wider. Sie sind weder zahlungswirksam, noch beeinflussen sie unser operatives Geschäft oder die Dividende.

Entwicklung wesentlicher Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung

Der Materialaufwand entwickelte sich proportional zum Umsatz und lag mit 2.234 Mio Euro um 144 Mio Euro unter dem Vorjahresniveau.

Gegenüber dem Vorjahr stieg der bereinigte Personalaufwand um 6 Mio Euro auf 317 Mio Euro. Der Anstieg ist vor allem auf den Mitarbeiteraufbau in Großbritannien durch die Übernahme einer thermischen Abfallverwertungsanlage und auf die erstmalige Vollkonsolidierung von Tochtergesellschaften im Berichtszeitraum zurückzuführen.

Die Veränderungen der sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen auf die Bilanzierung der gemäß IAS 39 bewerteten Derivate zurückzuführen.

Das Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen in Höhe von - 5 Mio Euro stammt aus der Folgebewertung der Gemeinschaftsunternehmen beziehungsweise der Unternehmen, an denen MVV nur einen maßgeblichen Einfluss hat.

Die Abschreibungen nahmen um 2 Mio Euro auf 133 Mio Euro zu.

Die Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte beliefen sich im laufenden Geschäftsjahr auf 24 Mio Euro.

Das bereinigte Finanzergebnis verbesserte sich vor allem aufgrund eines geringeren Zinsaufwands aus Darlehen um 5 Mio Euro auf - 36 Mio Euro.

Siehe Gewinn- und Verlustrechnung auf Seite 14

Darstellung der Vermögenslage

Der Rückgang der langfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte um 26 Mio Euro und der Anstieg der kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte um 203 Mio Euro resultieren überwiegend aus Bewertungseffekten im Rahmen von Energiehandelsgeschäften. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres vor allem aufgrund des saisonalen Verlaufs der Energieforderungen um 67 Mio Euro. Die langfristigen Vermögenswerte nahmen um 8 Mio Euro auf 3.334 Mio Euro zu; die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 117 Mio Euro auf 1.504 Mio Euro.

Die flüssigen Mittel sanken um 94 Mio Euro auf 277 Mio Euro. Der Rückgang resultiert zum einen aus der Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2017. Darüber hinaus wurden Auszahlungen für Großprojekte und für die Tilgung von Darlehen geleistet.

Das Eigenkapital von MVV einschließlich der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter erhöhte sich um 95 Mio Euro auf 1.616 Mio Euro.

Die langfristigen Schulden gingen um 131 Mio Euro auf 1.846 Mio Euro zurück, während sich die kurzfristigen Schulden um 161 Mio Euro auf 1.376 Mio Euro erhöhten.

Siehe Bilanz auf Seite 15

KAPITALFLUSSRECHNUNG
Mio Euro

Für die Steuerung unseres Konzerns bereinigen wir unsere Konzernbilanz zum 30. Juni 2018 um die kumulierten Bewertungseffekte nach IAS 39: Wir kürzen die Vermögenseite um die positiven Marktwerte der Derivate und um die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 615 Mio Euro (30. September 2017: 465 Mio Euro). Auf der Kapitalseite eliminieren wir bei den Schulden die negativen Marktwerte und die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 559 Mio Euro (30. September 2017: 434 Mio Euro). Beim Eigenkapital eliminieren wir den Saldo in Höhe von 56 Mio Euro (30. September 2017: 31 Mio Euro). Daraus ergibt sich zum 30. Juni 2018 ein bereinigtes Eigenkapital von 1.560 Mio Euro (30. September 2017: 1.490 Mio Euro). Bezogen auf die bereinigte Bilanzsumme von 4.223 Mio Euro (30. September 2017: 4.248 Mio Euro) lag die bereinigte Eigenkapitalquote zum 30. Juni 2018 bei 36,9 % im Vergleich zu 35,1 % zum 30. September 2017.

Darstellung der Finanzlage

Die kurz- und langfristigen Finanzschulden verringerten sich vor allem aufgrund der Tilgung von Darlehen um 52 Mio Euro auf 1.396 Mio Euro. Gegenläufig wirkte die Aufnahme neuer Darlehen für Großprojekte. Die Nettofinanzschulden (kurz- und langfristige Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel) stiegen um 42 Mio Euro auf 1.119 Mio Euro.

Das nahezu auf Vorjahresniveau gebliebene Periodenergebnis vor Ertragsteuern (EBT) führte nach Bereinigung der zahlungsunwirksamen Erträge und Aufwendungen sowie des nicht operativen Ergebnisses zu einem Cashflow vor Working Capital und Steuern von 389 Mio Euro.

Der Rückgang des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 44 Mio Euro resultiert aus dem geringeren Kapitalzufluss durch die Veränderungen in den sonstigen Aktiv- und Passivposten im Vorjahresvergleich. Dabei stammten die größten Effekte aus dem erhöhten Forderungsaufbau, der Veränderung der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen für zu realisierende Projekte und der Entwicklung der hinterlegten und der erhaltenen Sicherheiten für das Kontrahentenausfallrisiko. Um eine bessere Darstellung der Veränderung der sonstigen Aktiv- und Passivposten zu erreichen, werden ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres 2018 die zahlungsunwirksamen Derivate-Bewertungseffekte nach IAS 39 nicht mehr in den genannten Posten gezeigt. Die Vorjahreswerte haben wir entsprechend angepasst.

Die Entwicklung des Cashflows aus der Investitionstätigkeit wurde geprägt durch die erhöhten Auszahlungen für Investitionen und für den Erwerb von Gesellschaften -insbesondere für den Bau eines neuen Heizkraftwerks im schottischen Dundee im Zusammenhang mit der Übernahme einer bestehenden thermischen Abfallverwertungsanlage sowie für das neue Küstenkraftwerk K.I.E.L. Gegenläufig wirkte vor allem der Kapitalzufluss, der aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten erzielt wurde. Insgesamt verringerte sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Vergleich zur Vorjahresperiode um 36 Mio Euro.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Dreivierteljahr des Geschäftsjahres 2017 um 51 Mio Euro, was im Wesentlichen auf eine erhöhte Nettokreditaufnahme zurückzuführen ist.

Zum 30. Juni 2018 wies die MVV einen Finanzmittelbestand von 277 Mio Euro (30. Juni 2017: 270 Mio Euro) aus.

Siehe Kapitalflussreichnung auf Seite 16

PROGNOSE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018

Nach Ablauf der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2018 bestätigen wir unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2018, die wir nachfolgend verkürzt wiedergeben.

Wir erwarten, dass die Umsatzerlöse (ohne Energiesteuern) von MVV im Geschäftsjahr 2018 etwa das Niveau des Vorjahres (4,0 Mrd Euro) erreichen werden.

Aus operativer Sicht gehen wir davon aus, dass das Adjusted EBIT von MVV leicht über dem Vorjahr (224 Mio Euro) liegen wird. Die Ergebnisentwicklung ist jedoch insgesamt volatiler geworden und ist auch im restlichen Jahresverlauf vor allem von den Strom- und Brennstoffpreisen, dem Clean Dark Spread sowie der internen Kostenentwicklung abhängig.

CHANCEN- UND RISIKOSITUATION

Wir stellen unser Chancen- und Risikomanagementsystem in unserem Geschäftsbericht 2017 ab Seite 98 dar. Darin erläutern wir auch die für uns relevanten Risikokategorien und die dazugehörigen Chancen und Risiken. Die mögliche Schwankung des Jahresergebnisses von MVV ist zum Ende des Dreivierteljahres des Geschäftsjahres 2018 geringer, da das verbleibende Risiko im Jahresverlauf sinkt je mehr Ergebnisanteile bereits erzielt worden sind.

EREIGNISSE NACH DER BERICHTSPERIODE

Nach dem Bilanzstichtag 30. Juni 2018 sind keine Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf den weiteren Geschäftsverlauf von MVV haben.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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Tsd Euro 1.4.2018 bis 30.6.2018 1.4.2017 bis 30.6.2017 1.10.2017 bis 30.6.2018 1.10.2016 bis 30.6.2017
Umsatzerlöse 868.322 1.010.602 3.097.277 3.270.299
Abzüglich Strom- und Erdgassteuer 38.806 37.557 131.367 132.088
Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer 829.516 973.045 2.965.910 3.138.211
Bestandsveränderungen 11.428 2.234 - 7.616 - 8.177
Aktivierte Eigenleistungen 5.254 4.686 13.137 13.746
Sonstige betriebliche Erträge 96.607 403.436 275.243 633.159
Materialaufwand 651.495 772.862 2.234.259 2.378.124
Personalaufwand 106.385 100.460 317.408 311.971
Sonstige betriebliche Aufwendungen 97.450 434.455 279.411 705.814
Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen - 13.697 3.042 - 5.488 10.628
Sonstiges Beteiligungsergebnis - 16 - 21 13 737
EBITDA 73.762 78.645 410.121 392.395
Abschreibungen 44.794 43.683 133.177 131.620
EBITA 28.968 34.962 276.944 260.775
Abschreibungen Geschäfts- oder Firmenwerte - - 24.000 -
EBIT 28.968 34.962 252.944 260.775

davon Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten nach IAS 39 20.685 - 1.341 23.313 14.397

davon EBIT vor Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten nach IAS 39 8.283 36.303 229.631 246.378
Finanzerträge 2.853 1.596 8.836 11.032
Finanzaufwendungen 14.105 15.951 42.660 50.039
EBT 17.716 20.607 219.120 221.768
Ertragsteuern 13.645 6.222 73.671 66.987
Periodenüberschuss 4.071 14.385 145.449 154.781

davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter - 4.640 1.527 15.046 18.084

davon Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG (Periodenüberschuss nach Fremdanteilen) 8.711 12.858 130.403 136.697
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 0,13 0,20 1,98 2,07


BILANZ

Aktiva

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Tsd Euro 30.6.2018 30.9.2017
Langfristige Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte 327.090 345.064
Sachanlagen 2.565.394 2.519.369
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 2.434 2.404
Beteiligungen an At-Equity-Unternehmen 190.926 180.015
Übrige Finanzanlagen 55.495 56.541
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 163.764 189.270
Aktive latente Steuern 29.396 33.435

3.334.499 3.326.098
Kurzfristige Vermögenswerte

Vorräte 250.742 282.529
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 417.798 351.104
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 546.413 343.443
Steuerforderungen 11.858 18.908
Wertpapiere 7 7
Flüssige Mittel 276.787 370.301
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - 20.498

1.503.605 1.386.790

4.838.104 4.712.888


Passiva

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30.6.2018 30.9.2017
Eigenkapital

Grundkapital 168.721 168.721
Kapitalrücklage 455.241 455.241
Kumuliertes erfolgswirksames Ergebnis 776.314 705.028
Kumuliertes erfolgsneutrales Ergebnis - 33.012 - 56.772
Kapital von MVV 1.367.264 1.272.218
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 248.933 248.884

1.616.197 1.521.102
Langfristige Schulden

Rückstellungen 196.898 198.689
Steuerrückstellungen 4.987 4.987
Finanzschulden 1.187.243 1.299.227
Andere Verbindlichkeiten 290.328 310.268
Passive latente Steuern 166.127 162.983

1.845.583 1.976.154
Kurzfristige Schulden

Sonstige Rückstellungen 82.350 134.794
Steuerrückstellungen 56.673 31.803
Finanzschulden 208.873 148.413
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 320.820 351.179
Andere Verbindlichkeiten 705.899 548.369
Steuerverbindlichkeiten 1.709 1.074

1.376.324 1.215.632

4.838.104 4.712.888


KAPITALFLUSSRECHNUNG

Cashflow - aggregierte Darstellung

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Tsd Euro 1.10.2017 bis 30.6.2018 1.10.2016 bis 30.6.2017
Finanzmittelbestand zum 1.10.2017 (bzw. 2016) 370.301 333.041
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 212.195 256.453
Cashflow aus der Investitionstätigkeit - 143.958 - 108.388
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit - 161.470 - 211.682
Veränderung der flüssigen Mittel aus Währungsumrechnung - 281 621
Finanzmittelbestand zum 30.6.2018 (bzw. 2017) 276.787 270.045


FINANZKALENDER

11.12.2018

Geschäftsbericht
Geschäftsjahr 2018

11.12.2018

Bilanzpressekonferenz und Analystenkonferenz Geschäftsjahr 2018

Die Termine für unterjährige Analysten-Telefonkonferenzen werden frühzeitig bekannt gegeben.

Diese Quartalsmitteilung ist am 15. August 2018 im Internet veröffentlicht worden.

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