MVV Energie AG

Mannheim

Quartalsmitteilung 3M Geschäftsjahr 2020

Quartalsmitteilung 3M

Geschäftsjahr 2020

MVV in Zahlen

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1.10.2019 bis 31.12.2019 1.10.2018 bis 31.12.2018 % Vorjahr
Bereinigter Umsatz ohne Energiesteuern (Mio Euro) 1 1.042 997 + 5
Adjusted EBITDA 2 (Mio Euro) 128 114 + 12
Adjusted EBIT 2 (Mio Euro) 81 67 + 21
Bereinigter Periodenüberschuss 2 (Mio Euro) 47 38 + 24
Bereinigter Periodenüberschuss nach Fremdanteilen 2 (Mio Euro) 39 32 + 22
Bereinigtes Ergebnis je Aktie 2 (Euro) 0,59 0,48 + 23
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1 (Mio Euro) - 36 12 -
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit je Aktie 1 (Euro) - 0,55 0,18 -
Bereinigte Bilanzsumme zum 31.12.2019 bzw. 30.9.2019 3 (Mio Euro) 4.614 4.472 + 3
Bereinigtes Eigenkapital zum 31.12.2019 bzw. 30.9.2019 3 (Mio Euro) 1.590 1.544 + 3
Bereinigte Eigenkapital-Quote zum 31.12.2019 bzw. 30.9.2019 3 (%) 34,5 34,5 0
Nettofinanzschulden zum 31.12.2019 bzw. 30.9.2019 (Mio Euro) 1.473 1.345 + 10
Investitionen (Mio Euro) 92 71 + 30
Mitarbeiteranzahl zum 31.12.2019 bzw. 31.12.2018 (Köpfe) 6.141 5.981 + 3

1 Vorjahreswerte angepasst
2 Ohne nicht operativen Bewertungseffekt aus Finanzderivaten, ohne Strukturanpassung Altersteilzeit und mit Zinserträgen aus Finanzierungsleasing
3 Ohne nicht operativen Bewertungseffekt aus Finanzderivaten

Highlights

Wachstum im Bereich erneuerbare Energien

Mit der Planung und Inbetriebnahme des Windparks Freisen-Rothsberg im Saarland hat unsere Tochtergesellschaft Juwi ein weiteres Projekt zum Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgreich realisiert. Die beiden Windkraftanlagen haben eine installierte Leistung von rund 7 MW und erzeugen pro Jahr mehr als 18 Millionen Kilowattstunden Strom, was dem Jahresstromverbrauch von über 5.800 Drei-Personen-Haushalten entspricht. Mit der Inbetriebnahme im November 2019 haben wir den Windpark in unser eigenes Erzeugungsportfolio aufgenommen. Insgesamt verfügen wir nun mit unseren Erneuerbare-Energien-Anlagen über eine installierte Leistung von 481 MW.

Energiewende in Kiel

Ende November 2019 konnte das neue Gasheizkraftwerk in Kiel nach dem erfolgreichen Abschluss des Probebetriebs den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Die neue Anlage - mit einem Investitionsvolumen von rund 290 Mio Euro die größte Einzelinvestition in unserer Unternehmensgeschichte - setzt Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit. Sie erreicht eine Primärenergienutzung von über 90 %. Die 20 Gasmotoren fahren in fünf Minuten von null auf 190 MW elektrische Leistung. Gleichzeitig lässt sich beim Betrieb eine Wärmeleistung von 192 MW erzielen. Das Gasheizkraftwerk trägt zu einer erheblichen Reduzierung der CO2-Emissionen bei und bildet die Basis für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. In diesem Zusammenhang ist es umso erfreulicher, dass unsere Tochtergesellschaft Stadtwerke Kiel auch in Zukunft der Betreiber des Fernwärmenetzes in Kiel sein wird. Im Dezember wurde der Gestattungsvertrag, der bis 2038 läuft, abgeschlossen.

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind bereits seit vielen Jahren neben Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit unverzichtbare Bestandteile unserer Strategie. Nicht zuletzt deshalb haben wir unsere Dekarbonisierungsstrategie zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres um eine langfristige Zielsetzung erweitert: Wir werden als Unternehmen bis - spätestens - 2050 klimaneutral sein.

Dazu setzen wir den von uns schon in der Vergangenheit eingeschlagenen Kurs konsequent fort: Wir treiben den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voran und reduzieren die Emissionen aus unseren konventionellen Erzeugungspositionen. Gleichzeitig machen wir unser eigenes Erzeugungsportfolio schrittweise grüner. Klimaneutralität bedeutet aber auch, dass wir unsere Kunden auf dem Weg zu ihrer eigenen Klimaneutralität als kompetenter und erfahrener Partner begleiten: mit unseren Lösungen für mehr Energieeffizienz, mit erneuerbarer Eigenerzeugung oder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen.

2020 wird ein besonderes Jahr

Viele der Weichenstellungen der letzten Jahre werden im Geschäftsjahr 2020 Realität: Bereits Ende November 2019 hat unser neues Gasheizkraftwerk in Kiel den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Die Anlage setzt neue Maßstäbe bei Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit. Mit ihren 20 Gasmotoren stellt sie die umweltfreundliche Wärmeversorgung der Landeshauptstadt Schleswig Holsteins sicher und trägt zu einer erheblichen Verringerung der CO2-Emissionen bei.

Anfang Februar 2020 haben wir mit unserer Grünen Wärme ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Fernwärmeversorgung für Mannheim und die Region aufgeschlagen. Dafür haben wir unser abfallbefeuertes Mannheimer Heizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel an das regionale Wärmenetz angebunden. Zukünftig werden so bis zu 30 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs in Mannheim und den an das Fernwärmenetz angebundenen Kommunen aus erneuerbaren Energien gedeckt. Vergleichbare Konzepte realisieren wir auch an anderen Standorten.

Beim Ausbau unseres eigenen Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien sind wir ebenfalls vorangekommen: Im November 2019 haben wir den von Juwi entwickelten und errichteten Windpark Freisen-Rothsberg übernommen. Insgesamt verfügen wir nun mit unseren Erneuerbaren-Energien-Anlagen über eine installierte Leistung von 481 Megawatt.

Die Richtung stimmt

Auch ein Blick auf die operative Entwicklung zeigt, dass MVV strategisch richtig aufgestellt ist. Wir sind gut in unser neues Geschäftsjahr 2020 gestartet: Bereinigter Umsatz und Adjusted EBIT sind im 1. Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit Blick nach vorne bestätigen wir daher unsere Ergebnisprognose: Wir erwarten ein Adjusted EBIT, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen wird.

Das Gasheizkraftwerk in Kiel, die Grüne Wärme für Mannheim und die Region Rhein-Neckar oder der Windpark in Freisen sind nur Beispiele dafür, warum 2020 für MVV ein besonderes Jahr wird. Wir werden weitere Initiativen neu beginnen, Projekte weiter vorantreiben oder erfolgreich abschließen. Bei all dem verknüpfen wir Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit, um die Energiewende Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

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Dr. Georg Müller
Vorsitzender des Vorstands

Unsere ersten drei Monate

Adjusted EBIT

81 Mio Euro

Umsatz

1,0 Mrd Euro

Investitionen

92 Mio Euro

RAHMENBEDINGUNGEN

Energiepolitisches Umfeld

Kohleausstieg durch Bundesregierung beschlossen

Genau ein Jahr nach den Empfehlungen der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (KWSB) hat das Bundeskabinett Ende Januar 2020 den Entwurf für ein Gesetz zum Kohleausstieg verabschiedet. Es sieht das Ende der Kohlenutzung bis 2038 vor, wobei die Stilllegung der Braunkohlekraftwerke und -tagebaue direkt mit den Betreibern vereinbart wird. Die Stilllegung der Steinkohlekraftwerke soll von 2020 bis 2026 über Ausschreibungen erfolgen, spätestens ab 2027 über entschädigungslose Maßnahmen des Ordnungsrechts. Die Steinkohleanlagen in einer gesetzlich definierten Südregion, zu der auch Mannheim gehört, dürfen sich erst ab der zweiten Ausschreibungsrunde beteiligen. Sie werden zudem in allen Runden mit einem Netzfaktor belastet, so dass sie geringere Chancen auf einen Zuschlag haben. Aus MVV-Sicht ist diese Ungleichbehandlung nicht gerechtfertigt; zudem wird die Umstellung auf eine CO2-freie Erzeugung von Strom und Wärme nicht ausreichend gefördert.

Deutsches Klimaschutzpaket verabschiedet

Die Bundesregierung hat im Dezember 2019 das Klimaschutzpaket verabschiedet. Es markiert den Einstieg in eine CO2-Bepreisung für die Sektoren Verkehr und Wärme, die im bereits bestehenden europäischen Emissionshandelssystem nicht berücksichtigt sind. Der CO2-Emissionspreis startet im Jahr 2021 bei 25 Euro und steigt bis 2025 auf 55 Euro an. Im Gegenzug soll die EEG-Umlage auf Strom sinken. Darüber hinaus fördert der Bund die energetische Sanierung von Gebäuden, den Austausch von Gebäudeheizungen und den Umstieg auf Elektromobilität. Aus MVV-Sicht ist die Einführung des nationalen CO2-Preises ein positiver Schritt, der den Umstieg auf erneuerbare Energien auch für die Beheizung von Gebäuden und für Mobilität erleichtert. Damit ergeben sich Chancen für eine Wärmelieferung aus effizienter und nachhaltiger Erzeugung sowie für den Ausbau der Elektromobilität, da Stromanwendungen wettbewerbsfähiger gegenüber brennstoffbasierter Heizung (wie Öl) oder Mobilität (Benzin, Diesel) werden.

EU einigt sich auf "Green Deal"

Im Dezember 2019 wurden die Arbeitsschwerpunkte der neuen EU-Kommission vorgestellt, die sich mit der beschleunigten Dekarbonisierung bis 2030 beschäftigen. Mit dem "Green Deal" soll die EU bis zum Jahr 2030 ihre CO2-Emissionen um mindestens 50 % senken und bis 2050 klimaneutral werden. Dafür soll unter anderem das europäische Emissionshandelssystem auf die Sektoren Verkehr und Wärme ausgeweitet werden. Im Energiebereich setzt die EU auf einen stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz sowie neue Leitlinien für Beihilfen. Es ist zu erwarten, dass die europäische Gesetzgebung der kommenden Jahre unsere strategische Ausrichtung unterstützen wird. Dies betrifft insbesondere den Ausbau erneuerbarer Energien, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und Klimaneutralität bei unseren Kunden.

Marktumfeld

Großhandelspreise

Großhandelspreise (Durchschnitt) 3M, 1.10. bis 31.12.

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GJ 2020 GJ 2019 +/- Vorjahr % Vorjahr
Rohöl 1
(US-Dollar/Barrel) 62,42 68,60 - 6,18 - 9
Erdgas 2 (Euro/MWh) 18,07 21,87 - 3,80 - 17
Kohle 3
(US-Dollar/Tonne) 67,78 87,88 - 20,10 - 23
CO2-Zertifikate 4 (Euro/Tonne) 25,29 21,40 + 3,89 + 18
Strom 5 (Euro/MWh) 47,11 49,41 - 2,30 - 5

1 Sorte Brent; Frontmonat
2 Marktgebiet Net Connect Germany; Frontjahr
3 Frontjahr
4 Front Dezemberkontrakt
5 Frontjahr

Brennstoffmärkte präsentieren sich schwach

Insgesamt nahmen die Energiepreise im 1. Quartal unseres Geschäftsjahres 2020 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ab. Demgegenüber zeigte sich der Emissionsmarkt im Berichtszeitraum robust: Zum Jahresende 2019 lag der Preis für CO2-Zertifikate über dem des Vorjahres.

Spreads der konventionellen Erzeugung auf niedrigem Niveau

Sowohl der Clean Dark Spread (CDS) als auch der Clean Spark Spread (CSS), die Erzeugungsmargen für die konventionelle Erzeugung, lagen zum Ende des Berichtszeitraums leicht über den Werten des Vorjahres - jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Beide Spreads wirken sich insbesondere auf das operative Ergebnis des Berichtssegments Versorgungssicherheit aus, dem die Vermarktung unserer Erzeugungspositionen des Geschäftsfelds Kraft-Wärme-Kopplung zugeordnet ist.

Witterungseinflüsse

Milde Witterung und höheres Windaufkommen

Höhere Außentemperaturen führen zu einem geringeren Heizenergiebedarf bei unseren Kunden. Dies schlägt sich auch in niedrigeren Gradtagszahlen nieder, die als Indikator für den temperaturabhängigen Heizenergieeinsatz verwendet werden. Das 1. Quartal unseres Geschäftsjahres 2020 war - wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres - durch eine milde Witterung gekennzeichnet. Dementsprechend lagen die Gradtagszahlen im Berichtszeitraum etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Genau wie der Heizenergiebedarf unserer Kunden wird auch die Stromerzeugung aus unseren Erneuerbare-Energien-Anlagen von Wettereinflüssen bestimmt. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Windaufkommen, von dem die erzeugten Mengen unserer Windkraftanlagen maßgeblich abhängen.

In den für uns relevanten Regionen lag die nutzbare Windenergie im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2020 insgesamt zirka 26 % höher als das langjährige Mittel. Der Windertrag lag dabei über dem Vorjahreswert, der im gleichen Zeitraum das langjährige Mittel um zirka 17 % übertraf. Für diesen Vergleich nutzen wir den "EMD-ERA" Wind Index mit einer Referenzperiode (historischer Durchschnitt).

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Darstellung der Ertragslage

Der Berichtszeitraum umfasst das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2020 - vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2019. Sofern nicht anders vermerkt, beziehen sich die folgenden Ausführungen auf den MVV Energie Konzern (MVV).

Wesentliche operative Entwicklungen

Während der Strom- und Gasabsatz etwa auf dem Niveau des Vorjahres lagen, ist unser Wärmeabsatz gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf eine höhere Dampfauskopplung zurückzuführen.

Bei den Umsatzerlösen eliminieren wir die Bewertungseffekte nach IFRS 9 zum 31. Dezember 2019 im Saldo von - 19 Mio Euro und zum 31. Dezember 2018 von + 45 Mio Euro.

Die Zunahme der bereinigten Umsatzerlöse resultiert vor allem aus unserem Projektentwicklungsgeschäft, aus der Erstkonsolidierung der EnDaNet im 1. Quartal der Berichtsperiode und aus der Vollkonsolidierung der DC Data Center Group, die erstmalig im 3. Quartal des Vorjahres erfolgte.

MVV 3M, 1.10. bis 31.12.

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Mio Euro GJ 2020 GJ 2019 +/- Vorjahr % Vorjahr
Absatzentwicklung
Strom (Mio kWh) 5.862 5.793 + 69 + 1
Wärme (Mio kWh) 2.205 2.077 + 128 + 6
Gas (Mio kWh) 7.634 7.735 - 101 - 1
Wasser (Mio m3) 10,4 10,3 + 0,1 + 1
Bereinigter Umsatz ohne Energiesteuern 1 1.042 997 + 45 + 5
davon Stromerlöse 1 450 512 - 62 -12
davon Wärmeerlöse 116 111 + 5 + 5
davon Gaserlöse 211 207 + 4 + 2
davon Wassererlöse 22 22 0 0
Adjusted EBIT 81 67 + 14 + 21

1 Vorjahreswerte angepasst

Der Anstieg des Adjusted EBIT im Vorjahresvergleich ist vor allem auf die Inbetriebnahme unseres neuen Gasheizkraftwerks in Kiel zurückzuführen. Zudem wirkten in der Vorjahresperiode Niedrigwasserzuschläge, die die Transportkosten für Brennstoffe erhöht haben, ergebnisbelastend. Unser Umweltgeschäft hat sich im Berichtszeitraum positiv entwickelt: Hier profitierten wir von einer besseren Anlagenverfügbarkeit und einer positiven Entwicklung der Abfall- und Altholzpreise. Im November 2019 haben wir den Windpark Freisen-Rothsberg, der von Juwi entwickelt und gebaut wurde, in unser Erzeugungsportfolio aufgenommen. Die Übernahme erfolgte zu Anschaffungs- und Herstellkosten. Insgesamt erwarten wir für unser Projektentwicklungsgeschäft im weiteren Jahresverlauf eine positive Entwicklung.

Überleitungsrechnung zum Adjusted EBIT

Überleitungsrechnung vom EBIT (GuV) zum Adjusted EBIT vom 1.10. bis 31.12.

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Mio Euro GJ 2020 GJ 2019 +/- Vorjahr
EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 52 4 + 48
Bewertungseffekt aus Finanzderivaten + 28 + 62 - 34
Strukturanpassung Altersteilzeit < 1 < 1 0
Zinserträge aus Finanzierungsleasing + 1 + 1 0
Adjusted EBIT 81 67 + 14

Für unsere wertorientierte Steuerung verwenden wir das Adjusted EBIT. Bei dieser operativen Ergebnisgröße vor Zinsen und Ertragsteuern eliminieren wir unter anderem die positiven und negativen Ergebniseffekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von Finanzderivaten nach IFRS 9 zum 31. Dezember 2019 im Saldo von - 28 Mio Euro und zum 31. Dezember 2018 von - 62 Mio Euro. In diesen Bewertungseffekten spiegelt sich die Marktpreisentwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten wider. Sie sind weder zahlungswirksam, noch beeinflussen sie unser operatives Geschäft oder die Dividende.

Entwicklung sonstiger wesentlicher Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung

Der bereinigte Materialaufwand stieg um 27 Mio Euro auf 791 Mio Euro. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Erstkonsolidierung der EnDaNet in der Berichtsperiode und die Vollkonsolidierung der DC Data Center Group, die im 3. Quartal des Vorjahres erfolgte, zurückzuführen. Zudem spiegelt der Anstieg die Entwicklung in unserem Projektentwicklungsgeschäft wider.

Der bereinigte Personalaufwand lag mit 113 Mio Euro um 7 Mio Euro über dem Vorjahr. Hauptursachen für den Anstieg waren die Konsolidierungseffekte der EnDaNet und der DC Data Center Group sowie Tariferhöhungen.

Die Veränderungen der sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen auf die Bilanzierung der gemäß IFRS 9 bewerteten Derivate zurückzuführen.

Die Abschreibungen lagen mit 47 Mio Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Das bereinigte Finanzergebnis lag mit - 14 Mio Euro um 2 Mio Euro unter dem Vorjahr, was hauptsächlich auf niedrigere Erträge aus Zinsen zurückzuführen ist.

Siehe Gewinn- und Verlustrechnung Seite 14

Darstellung der Vermögenslage

Der Anstieg der kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte um 315 Mio Euro resultiert im Wesentlichen aus einem höheren Marktpreisniveau und den dadurch gestiegenen positiven Marktwerten der nach IFRS 9 bilanzierten Energiehandelsgeschäfte. Der Anstieg der Vorräte um 46 Mio Euro spiegelt hauptsächlich die Entwicklung in unserem Projektentwicklungsgeschäft wider. Insgesamt nahmen die langfristigen Vermögenswerte um 23 Mio Euro auf 3.487 Mio Euro zu; die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 384 Mio Euro auf 1.742 Mio Euro.

Das Eigenkapital von MVV einschließlich der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter lag mit 1.551 Mio Euro um 16 Mio Euro über dem Bilanzstichtagswert des Vorjahres.

Der Rückgang der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen um 27 Mio Euro resultiert vor allem aus den Inanspruchnahmen von CO2- und Personalrückstellungen. Die Erhöhung der kurz- und langfristigen anderen Verbindlichkeiten um 335 Mio Euro ist hauptsächlich auf das gestiegene Marktpreisniveau und die dadurch höheren Marktwerte der nach IFRS 9 bilanzierten Energiehandelsgeschäfte zurückzuführen Die langfristigen Schulden stiegen um 52 Mio Euro auf 2.161 Mio Euro. Die kurzfristigen Schulden nahmen um 339 Mio Euro auf 1.517 Mio Euro zu.

Für die Steuerung unseres Konzerns bereinigen wir unsere Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019 um die kumulierten stichtagsbezogenen Bewertungseffekte nach IFRS 9: Wir kürzen die Vermögensseite um die positiven Marktwerte der Derivate und um die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 614 Mio Euro (30. September 2019: 350 Mio Euro).

Auf der Kapitalseite eliminieren wir bei den Schulden die negativen Marktwerte und die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 653 Mio Euro (30. September 2019: 358 Mio Euro). Beim Eigenkapital eliminieren wir den Saldo in Höhe von - 39 Mio Euro (30. September 2019: - 8 Mio Euro). Daraus ergibt sich zum 31. Dezember 2019 ein bereinigtes Eigenkapital von 1.590 Mio Euro (30. September 2019: 1.544 Mio Euro). Bezogen auf die bereinigte Bilanzsumme von 4.614 Mio Euro (30. September 2019: 4.472 Mio Euro) lag die bereinigte Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2019 bei 34,5 % im Vergleich zu 34,5 % zum 30. September 2019.

□ Siehe Bilanz Seite 15

Darstellung der Finanzlage

Die kurz- und langfristigen Finanzschulden stiegen um 49 Mio Euro auf 1.751 Mio Euro vor allem aufgrund der Aufnahme neuer Darlehen zur Finanzierung von Projekten. Der Rückgang der flüssigen Mittel um 80 Mio Euro resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Großprojekte und für Vorräte in unserem Projektenwicklungsgeschäft. Die Nettofinanzschulden (kurz- und langfristige Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel) stiegen um 128 Mio Euro auf 1.473 Mio Euro.

Das gegenüber der Vorjahresperiode verbesserte Periodenergebnis vor Ertragsteuern (EBT) führte auch nach Bereinigung der zahlungsunwirksamen Erträge und Aufwendungen dazu, dass sich der Cashflow vor Working Capital und Steuern um 14 Mio Euro erhöhte.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag um 48 Mio Euro unter der Vorjahresperiode. Diese Entwicklung ist einerseits auf die saisonal bedingten Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Andererseits wurde der Rückgang durch den Aufbau von Vorräten in der Projektentwicklung verstärkt. Positiv wirkten sich hingegen insbesondere Abrechnungen in unserem Projektentwicklungsgeschäft aus.

Die Entwicklung des Cashflows aus der Investitionstätigkeit wurde hauptsächlich durch höhere Investitionen in Sachanlagen geprägt. Zudem wurde der Cashflow aus der Investitionstätigkeit durch die Auszahlung für den Erwerb der EnDaNet beeinflusst. Eine gegenläufige und damit positive Wirkung hatten vor allem Desinvestitionen in der Berichtsperiode. Insgesamt verringerte sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16 Mio Euro.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit hat sich im Vergleich zum 1. Quartal des Geschäftsjahres 2019 kaum verändert. Zum 31. Dezember 2019 wies MVV einen Finanzmittelbestand von 278 Mio Euro (31. Dezember 2018: 291 Mio Euro) aus.

Siehe Kapitalflussrechnung Seite 16

PROGNOSE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020

Nach Ablauf des 1. Quartals bestätigen wir unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2020, die wir in unserem Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht haben und nachfolgend verkürzt wiedergeben.

Wir erwarten, dass die bereinigten Umsatzerlöse (ohne Energiesteuern) von MVV gegenüber dem Vorjahr (3,7 Mrd Euro) leicht steigen werden. Dabei ist die Umsatzentwicklung vor allem von den Handelsaktivitäten und Commodity-Preisen, der Projektrealisierung im Bereich der erneuerbaren Energien und unseren vertrieblichen Aktivitäten, aber auch von den Witterungsverhältnissen abhängig.

Bedingt durch unser Geschäftsmodell ist die Ergebnisentwicklung vor allem von den Witterungs- und Windverhältnissen, der Entwicklung der Abfall- und Biomassepreise, den Beschaffungskosten für Brennstoffe und für CO2-Emissionszertifikate, den Spreads der konventionellen Erzeugung, der Entwicklung des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie gezieltem Kostenmanagement abhängig. Aus technischer Sicht kommt es zudem auf die Verfügbarkeit unserer Anlagen an. Hinzu kommt eine generell hohe Volatilität in unserem Projektentwicklungsgeschäft.

Insgesamt erwarten wir, dass das Adjusted EBIT von MVV im Geschäftsjahr 2020 aus operativer Sicht leicht über dem des Vorjahres (225 Mio Euro) liegen wird.

CHANCEN- UND RISIKOSITUATION

Wir stellen unser Chancen- und Risikomanagementsystem in unserem Geschäftsbericht 2019 ab Seite 79 dar. Darin erläutern wir auch die für uns relevanten Risikokategorien und die dazugehörigen Chancen und Risiken. Zum Ende des 1. Quartals unseres Geschäftsjahres 2020 stellte sich die Gesamtrisikosituation ähnlich dar wie zum 30. September 2019.

EREIGNISSE NACH DER BERICHTSPERIODE

Nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 sind keine Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf den weiteren Geschäftsverlauf von MVV haben.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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Tsd Euro 1.10.2019 bis 31.12.2019 1.10.2018 bis 31.12.2018
Umsatzerlöse 1, 2 1.064.102 1.085.861
Abzüglich Strom- und Erdgassteuer 40.258 43.967
Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer 1.023.844 1.041.894
Bestandsveränderungen 1.250 5.148
Aktivierte Eigenleistungen 3.913 3.535
Sonstige betriebliche Erträge 1, 2 81.860 115.142
Materialaufwand 1, 2 786.195 849.527
Personalaufwand 112.587 106.480
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1 117.097 162.718
Wertminderungsaufwand Finanzinstrumente - 523 1.419
Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen 3.883 5.468
Sonstiges Beteiligungsergebnis 453 - 87
EBITDA 99.847 50.956
Abschreibungen 47.303 46.453
EBIT 52.544 4.503
davon Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten nach IFRS 9 - 27.608 - 61.958
davon EBIT vor Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten nach IFRS 9 80.152 66.461
Finanzerträge 4.272 5.270
Finanzaufwendungen 18.353 15.111
EBT 38.463 - 5.338
Ertragsteuern 11.789 - 948
Periodenüberschuss 26.674 - 4.390
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 673 23.690
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG (Periodenüberschuss nach Fremdanteilen) 26.001 - 28.080
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 0,39 - 0,43

1 Vorjahreswerte angepasst aufgrund des NIFRIC "Physical settlement of contracts to buy or sell a non-financial item (IFRS 9)"
2 Vorjahreswerte angepasst. Bilanzierungsmethode wurde im Zusammenhang mit oben genannten NIFRIC geändert.

BILANZ

Aktiva

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Tsd Euro 31.12.2019 30.9.2019
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 304.328 309.494
Sachanlagen 2.685.430 2.633.871
Nutzungsrechte 147.737 149.814
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 2.526 2.606
Beteiligungen an At-Equity-Unternehmen 183.771 188.816
Übrige Finanzanlagen 73.577 78.931
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 56.844 70.927
Aktive latente Steuern 32.336 29.368
3.486.549 3.463.827
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 225.224 179.074
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 466.825 365.038
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 756.131 441.538
Steuerforderungen 15.911 15.156
Flüssige Mittel 277.944 357.564
1.742.035 1.358.370
5.228.584 4.822.197

Passiva

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Tsd Euro 31.12.2019 30.9.2019
Eigenkapital
Grundkapital 168.721 168.721
Kapitalrücklage 455.241 455.241
Kumuliertes erfolgswirksames Ergebnis 794.576 768.308
Kumuliertes erfolgsneutrales Ergebnis - 73.309 - 72.554
Kapital von MVV 1.345.229 1.319.716
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 206.099 215.551
1.551.328 1.535.267
Langfristige Schulden
Rückstellungen 210.375 211.849
Steuerrückstellungen 7 7
Finanzschulden 1.586.528 1.533.537
Andere Verbindlichkeiten 230.037 220.494
Passive latente Steuern 133.666 143.461
2.160.613 2.109.348
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 124.816 152.331
Steuerrückstellungen 43.070 33.816
Finanzschulden 164.880 168.632
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 396.389 361.609
Andere Verbindlichkeiten 786.793 461.010
Steuerverbindlichkeiten 695 184
1.516.643 1.177.582
5.228.584 4.822.197

KAPITALFLUSSRECHNUNG

Cashflow - aggregierte Darstellung

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Tsd Euro 1.10.2019 bis 31.12.2019 1.10.2018 bis 31.12.2018
Finanzmittelbestand zum 1.10.2019 (bzw. 2018) 357.564 310.589
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1 - 36.476 11.596
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 1 - 59.405 - 42.774
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1 13.342 12.692
Veränderung der flüssigen Mittel aus Währungsumrechnung 2.919 - 677
Finanzmittelbestand zum 31.12.2019 (bzw. 2018) 277.944 291.426

1 Vorjahreswerte angepasst

FINANZKALENDER

14.2.2020

Quartalsmitteilung 3M
Geschäftsjahr 2020

13.3.2020

Hauptversammlung

13.5.2020

Zwischenbericht H1

Geschäftsjahr 2020

14.8.2020

Quartalsmitteilung 9M
Geschäftsjahr 2020

10.12.2020

Geschäftsbericht
Geschäftsjahr 2020

10.12.2020

Bilanzpressekonferenz und Analystenkonferenz
Geschäftsjahr 2020

Die Termine für unterjährige Analysten-Telefonkonferenzen werden frühzeitig bekannt gegeben.

Diese Quartalsmitteilung ist am 14. Februar 2020 im Internet veröffentlicht worden.

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