![]() 3U Holding AGMarburgJahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017BilanzAKTIVA
Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang für das Geschäftsjahr 20173U Holding AG, MarburgI. Allgemeine AngabenDie 3U Holding AG (nachfolgend auch als 3U oder Gesellschaft bezeichnet) mit Sitz in Marburg ist im Handelsregister des Amtsgerichts Marburg unter HRB 4680 geführt. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung von eigenem Vermögen, den Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen sowie die Erbringung von Geschäftsführungs- und Beratungsleistungen und sonstigen Dienstleistungen für Tochter- und Beteiligungsunternehmen und Dritte. Die Geschäftstätigkeit der 3U Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften umfasst die Vermögensverwaltung und die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich ITK (Informations- und Telekommunikationstechnik), Erneuerbare Energien sowie SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik). Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden hinsichtlich der Bilanzierung, der Bewertung und des Ausweises die Vorschriften des HGB und des AktG beachtet. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Jahresabschluss wurde unter teilweise Ergebnisverwendung gemäß § 268 Abs. 1 HGB aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 264d HGB. II. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenErworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Nutzungsdauer für Software beträgt drei Jahre, Telekommunikationslizenzen werden über ihre Laufzeit abgeschrieben. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Die Laufzeit, über welche die Abschreibung erfolgt, beträgt:
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen mit dem niedrigeren beizulegenden Wert gem. § 253 Abs. 3 HGB angesetzt. Bestehen die Gründe für eine Wertminderung nicht mehr, erfolgt eine Zuschreibung. Ausleihungen werden zu ihrem Nennwert angesetzt. Wertberichtigungen sind bei risikobehafteten Posten gebildet worden. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle bis zur Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Bei langfristigen Rückstellungen werden Preis- und Kostensteigerungen sowie notwendige Abzinsungen berücksichtigt. Verbindlichkeiten wurden zu ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt. Zur periodengerechten Erfolgsermittlung wurden Rechnungsabgrenzungsposten gebildet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Im Falle einer Steuerentlastung wird entsprechend dem Aktivierungswahlrecht auf die Bilanzierung verzichtet. III. Angaben zur Bilanz1. AnlagevermögenDie Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des laufenden Geschäftsjahres sind im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) gesondert dargestellt. Im Sachanlagevermögen weist die Gesellschaft im Wesentlichen Geschäftsbauten aus. 2. FinanzanlagenNeben den Anteilen an verbundenen Unternehmen bzw. Beteiligungen werden in der folgenden Tabelle auch die indirekten Beteiligungen ausgewiesen:
1) Bei dieser Gesellschaft besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der 3U Holding AG. 2) Die angegebenen Werte betreffen den Abschluss 2016. Für das Geschäftsjahr 2017 liegen noch keine Finanzdaten vor. 3) Tochterunternehmen von 20. 3) Tochterunternehmen von 15. 5) Bei dieser Gesellschaft besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der 3U ENERGY AG. 6) Die Anteile werden von der Windpark Langendorf GmbH & Co. KG gehalten. 7) An der Windkraft Lüdersdorf II GmbH & Co. OHG, Potsdam, wird über die Märkische Windkraft 110 GmbH & Co. KG, Berlin, und der Märkische Windkraft 112 GmbH & Co. KG, Berlin, ein Anteil von 39,9992 % gehalten. Die angegebenen Werte betreffen den Abschluss 2016. Für das Geschäftsjahr 2017 liegen noch keine Finanzdaten vor. 3. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeForderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden mit den Verbindlichkeiten der einzelnen Gesellschaften verrechnet.
Die Forderungen aus Konzernverrechnungen betreffen auch die Zinsabgrenzungen. In den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 595 (i. Vj. TEUR 552) sind im Wesentlichen Forderungen aus Steuern in Höhe von TEUR 330 (i. Vj. TEUR 297) enthalten. 4. RechnungsabgrenzungspostenInnerhalb des zum 31.12.2017 ausgewiesenen Rechnungsabgrenzungspostens ist ein Disagio in Höhe von TEUR 53 (i. Vj. TEUR 58) ausgewiesen. Das Disagio hat seinen Ursprung in dem Darlehen zur Finanzierung des Neubaus der Konzernzentrale. 5. EigenkapitalDas begebene Grundkapital setzt sich seit dem 27. November 2012 zusammen aus 35.314.016 nennwertlosen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00 je Aktie. Das gesamte Grundkapital ist voll erbracht. Bedingtes KapitalDie Gesellschaft verfügt über ein bedingtes Kapital in Höhe von EUR 3.531.401,00 (i. Vj.: EUR 3.531.401,00). Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Mai 2016 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 3.531.401,00 bedingt erhöht. Das bedingte Kapital diente der Gewährung von Bezugsrechten an Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte und Mitarbeiter der Gesellschaft. RücklagenDie Kapitalrücklage in Höhe von EUR 7.357.980,58 (i. Vj. EUR 7.357.980,58) enthält das Aufgeld gegenüber dem Nominalbetrag aus der Ausgabe von Aktien. Die anderen Gewinnrücklagen, EUR 5.698.881,57 (i. Vj.: EUR 7.698.881,57), enthalten die Einstellung des Eigenkapitalanteils aus dem unter-pari Erwerb eigener Aktien sowie die Zuschreibung auf einen Beteiligungsbuchwert bzw. auf Ausleihungen an Beteiligungen nach § 58 Abs. 2a AktG in Höhe von EUR 4.766.000,00 (i. Vj.: EUR 6.766.000,00). Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Betrag in Höhe von EUR 2.000.000,00 aus den anderen Gewinnrücklagen entnommen. Genehmigtes KapitalMit Beschluss der Hauptversammlung vom 27. August 2014 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 26. August 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt EUR 7.062.803,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital), wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann. AktienrückkaufprogrammDer Vorstand der 3U Holding AG hat im April 2013 auf Grundlage der durch die Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 erteilten Ermächtigung beschlossen, in der Zeit vom 1. Mai 2013 bis längstens zum 30. Mai 2017 bis zu 10 % der eigenen Aktien (bis zu Stück 3.531.401 Aktien) über die Börse zurückzukaufen. Innerhalb der Laufzeit des Aktienrückkaufprogramms behält sich der Vorstand vor, im Einklang mit den einzuhaltenden rechtlichen Vorgaben den Rückkauf jederzeit auszusetzen und wieder aufzunehmen. Die Aktien konnten zu allen im Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 31. Mai 2012 vorgesehenen Zwecken verwendet werden. Im Rahmen des am 2. Mai 2013 begonnenen Aktienrückkaufprogramms wurden insgesamt 2.183.640 Aktien zu einem Durchschnittskurs von rund EUR 0,52 zurückgekauft; das entspricht 6,18 % des Grundkapitals von EUR 35.314.016,00. BilanzgewinnDer Bilanzgewinn setzt sich wie folgt zusammen:
In der Hauptversammlung vom 18. Mai 2017 wurde beschlossen, eine Dividende in Höhe von EUR 331.303,76 aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 633.119,83 auszuschütten und den danach verbleibenden Gewinn in Höhe von EUR 301.816,07 auf neue Rechnung vorzutragen. 6. RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Jahresabschluss- und Prüfungskosten (TEUR 250; i. Vj. TEUR 250) und Aufsichtsratsvergütungen (TEUR 98; i. Vj. TEUR 123) gebildet. Die Rückstellungen für Personalkosten enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Tantieme und Prämien (TEUR 175; i. Vj. TEUR 35) sowie für Resturlaub und Überstunden (TEUR 57; i. Vj. TEUR 66). Es handelt sich jeweils um kurzfristige Rückstellungen. 7. Verbindlichkeiten (ohne verbundene Unternehmen)Die Verbindlichkeiten (ohne verbundene Unternehmen) setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben folgende Restlaufzeiten: Zum 31. Dezember 2017:
Zum 31. Dezember 2016:
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben folgende Restlaufzeiten: Zum 31. Dezember 2017:
Zum 31. Dezember 2016:
Alle übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind mit Grundschulden in Höhe von TEUR 9.750 (i.Vj. TEUR 9.750) besichert. Das Festgeldguthaben der 3U Holding AG ist mit EUR 1,5 Mio. als Sicherheit für eigene Kreditlinien verpfändet. 8. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen UnternehmenDie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden mit den Forderungen der einzelnen Gesellschaften verrechnet.
Die Verbindlichkeiten aus laufender Verrechnung beinhalten auch Zinsabgrenzungen. Die Verbindlichkeiten aus Darlehen bestehen gegenüber der LineCall Telecom GmbH mit TEUR 2.700 (i. Vj. TEUR 2.700), der OneTel Telecommunication GmbH mit TEUR 3.000 (i.Vj. TEUR 2.000), der Selfio GmbH TEUR 650 (i.Vj. TEUR 750), der EEPB Erneuerbare Energien Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH TEUR 55 (i.Vj. TEUR 55) sowie der 3U TELECOM GmbH mit TEUR 0 (i.Vj. TEUR 1.000). Die Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 9. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktGHerr Michael Schmidt, Lahntal, hat mit Schreiben vom 28. November 2012 gemäß § 21 Abs. 1 des WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der 3U Holding AG, Marburg, Deutschland, am 27. November 2012 die Schwelle von 25% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 25,49 % (das entspricht 8.999.995 Stimmrechten) betragen hat. Die 3U Holding AG hat gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2 WpHG mitgeteilt, dass ihr Anteil an eigenen Aktien am 29. April 2015 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,0088 % (das entspricht 1.768.793 Stimmrechte) betragen hat. Herr Jürgen Beck-Bazlen, Ostfilden, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 4. Februar 2015 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der 3U Holding AG am 2. Februar 2015 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,028 % (das entspricht 1.069.418 Stimmrechten) betragen hat. Herr Roland Thieme, Lahntal, hat uns gemäß § 26 Abs. 1 WpHG am 8. September 2017 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der 3U Holding AG am 7. September 2017 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,99 % (das entspricht 1.055.888 Stimmrechte) betragen hat. 10. Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGBa) gegenüber Dritten Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen für die Jahre:
Darüber hinaus besteht eine Kreditlinie in Höhe von TEUR 1.500, die per 31. Dezember 2017 im Rahmen eines Avalkredits durch Bürgschaften in Höhe von TEUR 940 in Anspruch genommen ist. Diese Kreditlinie ist durch TEUR 1.500 Bankguthaben besichert. b) gegenüber verbundenen Unternehmen Es bestehen Patronatserklärungen gegenüber den Tochtergesellschaften 3U DYNAMICS GmbH, 3U Mobile GmbH, 3U ENERGY AG, 3U Euro Energy Systems GmbH, Immowerker GmbH, RISIMA Consulting GmbH und weclapp GmbH, die jeweils bis zum 31. März 2019 befristet sind. In den Patronatserklärungen gegenüber den Tochtergesellschaften garantiert die 3U Holding AG die Gesellschaften so auszustatten, dass sie ihren Verbindlichkeiten fristgerecht und vollumfänglich nachkommen können. Gemäß § 285 Nr. 27 HGB weisen wir darauf hin, dass sich diese Gesellschaften weiterhin im Auf- und Ausbau befinden sowie teilweise auch inaktiv sind, sodass wir aufgrund der aktuellen Planungen von einer Inanspruchnahme der 3U Holding AG nicht ausgehen. Mit Datum vom 28. Februar 2013 hat die 3U Holding AG zugunsten der Deutsche Kreditbank AG, Berlin, eine Rangrücktrittsvereinbarung mit der Solarpark Adelebsen GmbH abgeschlossen. Danach tritt die 3U Holding AG mit ihrer Forderung aus verzinslichen Darlehen gegen die Solarpark Adelebsen GmbH bis zu einem Betrag in Höhe von EUR 3.000.000,00 hinter sämtliche Forderungen einschließlich Tilgung, Verzinsung und Rückzahlung im Rang hinter sämtliche Forderungen aller bestehenden und zukünftigen Gläubiger der Solarpark Adelebsen GmbH zurück. Die vorgenannte Darlehensforderung kann nur aus zukünftigen Gewinnen, einem etwaigen Liquiditätsüberschuss oder aus einem die sonstigen Verbindlichkeiten der Solarpark Adelebsen GmbH übersteigenden, freien Vermögen beglichen werden, und zwar nach Befriedigung sämtlicher Gesellschaftsgläubiger im Sinne des § 39 Abs. 2 InsO und im gleichen Rang mit den Einlagerückgewähransprüchen der 3U Holding AG gegenüber der Solarpark Adelebsen GmbH im Sinne des § 199 Satz 2 InsO. Dieser Rangrücktritt bleibt unabhängig davon wirksam, ob ein Gesellschafterwechsel bei der Solarpark Adelebsen GmbH stattfindet und in welcher Rechtsform die Solarpark Adelebsen GmbH jeweils betrieben wird. Mit Nachtrag zur Rangrücktrittsvereinbarung vom 22. Februar 2016 wurde der Betrag der Rangrücktrittsvereinbarung auf EUR 2.000.000,00 reduziert. Außerdem hat die 3U Holding AG eine Zahlungsgarantie in Höhe von EUR 250.000,00 sowie Bürgschaften in Höhe von rund EUR 17.000,00 im Zusammenhang mit Liefer- und Leistungsbeziehungen Ihrer Tochtergesellschaften abgegeben. IV. Angaben zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöseBei den Umsatzerlösen des Berichtsjahres handelt es sich um Erträge aus Vermietung (TEUR 1.486; i.Vj. TEUR 1.508), von der 3U Holding AG erbrachte Managementleistungen (TEUR 1.203; i.Vj. TEUR 1.155) sowie aus der Stromeinspeisung ins öffentliche Netz (TEUR 6; i.Vj. TEUR 6). Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen (TEUR 48; i.Vj. TEUR 20), aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 16; i.Vj. TEUR 20) sowie aus Sachbezügen von Mitarbeitern (TEUR 117; i.Vj. TEUR 123) enthalten. Im Vorjahr waren in den sonstigen Erträgen außerdem Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 5.978 enthalten. MaterialaufwandDer Materialaufwand betrifft im Wesentlichen bezogene Leistungen im Rahmen der Vermietungstätigkeit sowie im Rahmen der erbrachten Managementleistungen. PersonalaufwandDurchschnittlich waren - ohne Vorstände - 28 Mitarbeiter (i. Vj. 28 Mitarbeiter) beschäftigt. Dabei handelt es sich um 3 (i. Vj. 3) leitende Angestellte und 25 (i. Vj. 25) übrige Angestellte. AbschreibungenDie Abschreibungen beinhalten Abschreibungen auf Geschäftsbauten (TEUR 707; i. Vj. TEUR 707), sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung (TEUR 86; i.Vj. TEUR 49), Anlagen im Bau (TEUR 0; i.Vj. TEUR 41), immaterielle Vermögensgegenstände (TEUR 51; i. Vj. TEUR 39) sowie Fahrzeuge (TEUR 0; i.Vj. TEUR 6). Bei den Abschreibungen auf Anlagen im Bau handelte es sich im Vorjahr um außerplanmäßige Abschreibungen. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen IC-Dienstleistungen (TEUR 453; i.Vj. TEUR 802), Instandhaltungs- und Raumkosten (TEUR 196; i. Vj. TEUR 176), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 236; i.Vj. TEUR 241), Kfz-Kosten (TEUR 184; i. Vj. TEUR 146), Steuerliche- und Sonstige Beratungskosten (TEUR 75; i.Vj. TEUR 94), Aufsichtsratsvergütung (TEUR 162; i. Vj. TEUR 170), Kosten der Rechtsberatung (TEUR 25; i.Vj. TEUR 8), Kosten für Versicherungen (TEUR 109; i. Vj. TEUR 86), Umsatzsteuer für Vorjahre aus der Betriebsprüfung (TEUR 14; i.Vj. TEUR 0) sowie Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 629; i.Vj. TEUR 474). ZinsergebnisWeder im aktuellen Berichtsjahr noch im Vorjahr ergaben sich Erträge und Aufwendungen aus der Ab- bzw. Aufzinsung. Abschreibungen auf FinanzanlagenIm Geschäftsjahr 2017 wurden keine Abschreibungen auf Beteiligungen vorgenommen. Im Vorjahr wurden Abschreibungen wegen vorübergehender Wertminderungen auf die Beteiligungen an der OneTel Telecommunication GmbH in Höhe von TEUR 1.639, an der 3U TELECOM GmbH, Wien, in Höhe von TEUR 33, an der 3U Mobile GmbH in Höhe von TEUR 16, an der ACARA Telecom GmbH in Höhe von TEUR 7 und an der Windpark DBF GmbH in Höhe von TEUR 19 durchgeführt. Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:
Periodenfremde Erträge und AufwendungenDie Gesellschaft weist im Jahresabschluss 2017 periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 2 (i.Vj. TEUR 18) und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 18 (i.Vj. TEUR 29) im Zusammenhang mit Nachberechnungen von Mieten und Nebenkosten aus, diese werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Außergewöhnliche Erträge und AufwendungenDie Gesellschaft weist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Aufwendungen aus Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 629 (i.Vj. TEUR 474) als außergewöhnlichen Aufwand aus. Im Geschäftsjahr 2016 waren in den sonstigen betrieblichen Erträgen Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 5.978 als außergewöhnlicher Ertrag und in den Abschreibungen auf Finanzanlagen Abschreibungen auf Beteiligungen in Höhe von TEUR 1.733 als außergewöhnlicher Aufwand enthalten. V. Sonstige AngabenAufsichtsratZu Mitgliedern des Aufsichtsrats waren im Berichtsjahr sowie im Vorjahr bestellt:
Die Aufsichtsratsvergütungen für 2017 betragen insgesamt TEUR 158 (i. Vj.: TEUR 166). Für 2017 wurde eine erfolgsabhängige Vergütung von TEUR 90 (i. Vj.: TEUR 90) zurückgestellt.
* Rundungsbedingte Abweichungen in der Summenzeile Außerdem erhalten die Aufsichtsräte eine Erstattung ihrer Reisekosten und der sonstigen Auslagen. Im Geschäftsjahr 2017 haben Herr Thoenes in Höhe von TEUR 2,4 (i. Vj.: TEUR 2,5), Herr Thies in Höhe von TEUR 0,8 (i. Vj.: TEUR 1,1) und Herr Beck-Bazlen in Höhe von TEUR 0,8 (i. Vj.: TEUR 2,0) Erstattungen für ihre Auslagen erhalten. Herr Thoenes hat für das Geschäftsjahr 2017 außerdem Sitzungsgelder und Auslagenersatz für seineAufsichtsratstätigkeit bei der 3U ENERGY AG in Höhe von TEUR 6 (i. Vj.: TEUR 9) erhalten. Es bestehen keine aktienbasierten Vergütungskomponenten für die Mitglieder des Aufsichtsrates. Die Rechtsanwaltssozietät Altenburger Rechtsanwälte, deren Partner der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Ralf Thoenes ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr für ihre Beratungsleistungen und Auslagenerstattungen für den 3U Konzern insgesamt TEUR 4,9 (i. Vj.: TEUR 11,1) zzgl. USt. erhalten. Diese wurden vollständig für die 3U ENERGY AG erbracht (i. Vj.: TEUR 10,6 für 3U ENERGY AG und TEUR 0,5 für ClimaLevel Energiesysteme GmbH). Es bestehen weder von Seiten der 3U Holding AG noch von Dritten Zusagen für Pensionen, Abfindungen oder sonstige Versorgungsleistungen für die Mitglieder des Aufsichtsrates. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns dargestellt. VorstandZu Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft waren im Berichtsjahr bestellt:
Die in 2017 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands betrugen TEUR 854 (i. Vj.: TEUR 727).
* Fixe Vergütung inklusive Nebenleistungen ** In Höhe von TEUR 75 bereits in 2017 gezahlt, ein Restbetrag in Höhe von TEUR 125 ist kurzfristig fällig. *** In Höhe von TEUR 75 bereits in 2016 gezahlt, ein Restbetrag in Höhe von TEUR 36 ist kurzfristig fällig bzw. TEUR 25 sind zu erstatten. Ein Teil der erfolgsabhängigen Vergütung eines Geschäftsjahres wird unter dem Vorbehalt gezahlt, dass der Vorstand die Geschäfte der Gesellschaft auch in den auf das betreffende Geschäftsjahr folgenden zwei Geschäftsjahren nachhaltig führt. Sämtliche Vergütungen für Vorstandstätigkeiten stammen aus der 3U Holding AG. Die Tochtergesellschaften haben keine Bezüge gezahlt. Es besteht eine bislang bis zum 31. Dezember 2017 befristete, bis zum 31. Dezember 2018 prolongierte, unverzinsliche Darlehensforderung gegen das Vorstandsmitglied Michael Schmidt in Höhe von TEUR 17. Es bestehen weder von Seiten der 3U Holding AG noch von Dritten Zusagen für Pensionen, Abfindungen oder sonstigen Versorgungsleistungen für die Mitglieder des Vorstandes. Aktienbesitz von Aufsichtsrat und Vorstand Angaben zum Aktienbesitz von Aufsichtsrat und Vorstand zum 31. Dezember 2017 in Stück:
Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate-Governance-KodexDer Vorstand und der Aufsichtsrat haben eine Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese auf der Website der 3U Holding AG dauerhaft zugänglich gemacht. Honorar des AbschlussprüfersDie Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, erfolgen im Konzernabschluss der 3U Holding AG. Geschäfte mit nahestehenden PersonenIm Berichtsjahr gab es keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die für die Beurteilung der Finanzlage notwendig sind und zu nicht marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind. Derivative FinanzinstrumenteZur Absicherung von variablen Zinsen auf ein Bankdarlehen hatte die Gesellschaft einen Zinsswap mit einer Laufzeit bis zum 1. Mai 2017 abgeschlossen. Durch den Abschluss des Zinsswaps wurde die variable Verzinsung eines Bankdarlehens in eine feste Verzinsung in Höhe von 1,09 % p.a. transformiert. Es handelte sich um ein Mikro-Hedge mit einer hohen Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung, da die risikobestimmenden Parameter zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft übereinstimmen. Das im Rahmen der Cashflow-Risikoabsicherung abgesicherte Grundgeschäft valutiert zum 31.12.2016 mit EUR 5,18 Mio. Der beizulegende Zeitwert des Zinsswaps betrug zum 31.12.2016 TEUR -37. Das Darlehen wurde im Geschäftsjahr planmäßig getilgt. Zum 31.12.2017 bestehen keine Derivativen Finanzinstrumente. NachtragsberichtEreignisse von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ereignet. ErgebnisverwendungsvorschlagWir schlagen der Hauptversammlung vor den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 663.488,56 in Höhe von EUR 662.607,52 an die gewinnbezugsberechtigten Aktionäre der 3U HOLDING AG auszuschütten und den verbleibenden Betrag in Höhe von EUR 881,04 auf neue Rechnung vorzutragen. KonzernabschlussDie 3U Holding AG, Marburg, stellt als Mutterunternehmen zum 31. Dezember 2017 einen Konzernabschluss nach IFRS auf, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wird.
Marburg, den 15. März 2018 Der Vorstand Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017AnhangAnlagenspiegel
Zusammengefasster LageberichtGrundlagenGeschäftsmodellDie 3U HOLDING AG steht als operative Management- und Beteiligungsholding an der Spitze des 3U Konzerns. Sie steuert und überwacht alle wesentlichen Aktivitäten innerhalb des Konzerns. Die Festlegung der Konzernstrategie sowie die Steuerung der Entwicklung des 3U Konzerns gehört zu ihren Aufgaben. Sie ist verantwortlich für das Rechnungswesen und Controlling im 3U Konzern und betreibt außerdem das konzernweite Risiko- und Chancenmanagement sowie die Bereiche Recht, Investor Relations und Unternehmenskommunikation. Die 3U HOLDING AG übernimmt auch die Allokation der finanziellen Mittel, zum Beispiel für Investitionen oder Akquisitionen. Ihr obliegen die Personalpolitik, die Personalentwicklung und die Betreuung der obersten Führungsebene des Konzerns. Die Vorstände der 3U HOLDING AG übernehmen die operative Verantwortung in Personalunion auch als Geschäftsführer von Tochtergesellschaften. Der ursprünglich aus der Telekommunikationsbranche stammende 3U Konzern hat sich in den zurückliegenden Geschäftsjahren deutlich weiter entwickelt. Das Kerngeschäft des Konzerns bilden heute die Segmente ITK (Informations- und Telekommunikationstechnik), Erneuerbare Energien und SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik). Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des 3U Konzerns liegt überwiegend in Deutschland sowie in den europäischen Nachbarländern. Das Segment ITK umfasst die Aktivitäten Voice Retail, Voice Business und Data Center Services & Operation. Unter Voice Retail werden die Produkte offenes Call-by-Call, Preselection und Callthrough angeboten. Die Produkte Voice Terminierung (Wholesale, Resale) und Mehrwertdienste werden unter Voice Business zusammengefasst. Hinter den Data Center Services & Operation stehen die Produkte Colocation, Infrastructure as a Service (IaaS), TK-Dienste sowie der Betrieb von Netzen und technischen Anlagen. Außerdem umfasst dieses Segment die Entwicklung, den Vertrieb und Betrieb von cloudbasierten CRM- und ERP-Lösungen und den Handel mit IT-Lizenzen. Im Segment Erneuerbare Energien deckt der 3U Konzern im Wesentlichen die Projektentwicklung im Bereich der Windkraft und die Stromerzeugung mit eigenen Anlagen unter Verwendung von Wind- und Sonnenenergie ab. Neben der Montage von Komponenten der Gebäudeklimatisierung gehört zu dem Segment SHK der Vertrieb von Produkten des Bereichs Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik an Großhändler, Handwerker und Selberbauer. Dieser Vertrieb erfolgt im Wesentlichen über konzerneigene Onlineshops. SteuerungssystemAufbau und Organisation des 3U Konzerns unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung und Verbesserung. Fortlaufende Anpassungen der Organisationsstrukturen gewährleisten hierbei eindeutige Zuständigkeiten. Damit werden Verantwortlichkeiten innerhalb des Überwachungs-, Planungs- und Steuerungssystems klar definiert. Das Überwachungs- und Planungssystem besteht im Wesentlichen aus dem monatlichen Management-Informations-Berichtswesen und dem Risiko-Reporting. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Abstimmungen zwischen Vorstand und Geschäftsführern der Tochtergesellschaften sowie eine monatliche Forecast-/Liquiditätsentwicklung. Das Steuerungssystem orientiert sich an Umsatzplanungen und an Zielsetzungen für EBITDA und Konzernergebnis für die jeweils folgenden zwölf Monate. Die Planung für die beiden darauf folgenden Geschäftsjahre erfolgt auf der Grundlage der Detailplanung des ersten Planjahres. Die Annahmen für die Umsatzplanung werden auf den jeweiligen Unternehmensebenen analysiert; auf Marktebene fließen Regulierungsvorhaben, Kapitalmarktaussichten und Branchentrends ein. Ergebnisrelevante Veränderungen werden in Form einer Sofortberichterstattung direkt zwischen Vorstand und Geschäftsführern kommuniziert. Die Organisationsstrukturen und die Elemente des Steuerungssystems bilden somit einen ganzheitlichen Mechanis mus zwischen strategischen und operativen Unternehmensebenen. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenspezifische RahmenbedingungenEntwicklung des gesamtwirtschaftlichen UmfeldesDie konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2017 gekennzeichnet durch ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Das preisereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (DeStatis) im Jahr 2017 um 2,2 % höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit das achte Jahr in Folge gewachsen. In den beiden vorangegangenen Jahren war das BIP ebenfalls deutlich gestiegen: 2016 um 1,9 % und 2015 um 1,7 %. Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 fast einen Prozentpunkt über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von +1,3 % lag. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2017 von knapp 44,3 Mio. Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das ist der höchste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. Nach ersten Berechnungen waren im Jahr 2017 rund 638.000 Personen oder 1,5 % mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Das entspricht der höchsten Zunahme seit dem Jahr 2007. Dieser Anstieg resultiert aus einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland glichen altersbedingte demografische Effekte aus. Die Zahl der Erwerbslosen nach der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ging 2017 um 79.000 Personen oder 4,5 % zurück. Das ergaben erste Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung. Der Anteil der Erwerbslosen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen lag im Jahresdurchschnitt 2017 bei 3,7 %. Die Erwerbslosenquote hat sich damit seit ihrem Höchststand im Jahr 2005 von 10,3 % mehr als halbiert und war 2017 so niedrig wie noch nie seit 1991. Entwicklung des FinanzmarktesLaut Statistischem Bundesamt erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,8 % im Jahresdurchschnitt 2017 gegenüber 2016 und damit stärker als in den letzten vier Jahren. Von 2014 bis 2016 hatten die Jahresteuerungsraten sogar jeweils unterhalb von einem Prozent gelegen. Für den deutlichen Anstieg der Jahresteuerungsrate 2017 waren maßgeblich die Energiepreise verantwortlich: Energie verteuerte sich 2017 gegenüber 2016 um 3,1 %, nach Preisrückgängen in den letzten drei Jahren. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Hauptrefinanzierungssatz auf den aktuellen Stand von 0,00 % am 16. März 2016. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe verblieb im Jahre 2017 auf sehr niedrigem Niveau. Anfang des Jahres lag die Rendite bei 0,19 %. Sie stieg dann bis Mitte Februar auf 0,37 % um danach am 24. Februar wieder bis auf 0,19 % zu fallen. Nach einem erneuten Anstieg im März bis 0,48 % wurde dann am 18. April das Jahrestief von 0,15 % erreicht. Im weiteren Verlauf des Jahres stieg die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe unter Schwankungen bis zum Jahresende auf 0,43 %. Der Dax beendete das Börsenjahr 2017 bei einem Stand von 12.917,64 Punkten, was einem Zuwachs von 12,5 % entspricht. Noch besser entwickelte sich der MDax, der 18,1 % zulegen konnte. An der Spitze der deutschen Indizes stand der TecDax, der im Jahresverlauf um 39,6 % stieg. Entwicklung der Rahmenbedingungen im Segment ITKDer Telekommunikationsmarkt in DeutschlandDie Preise für Telekommunikationsdienstleistungen im Festnetz, Internet und Mobilfunk haben für die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2017 im Schnitt erneut unter denen des Vorjahres gelegen. Der Verbraucherpreisindex für Telekommunikationsdienstleistungen lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (DeStatis) im Jahresdurchschnitt 2017 um 0,9 % unter dem Niveau des Jahres 2016. Telefondienstleistungen im Festnetz/Internet waren im Jahr 2017 um 1,5 % preiswerter als 2016. Dieser Rückgang ist insbesondere auf den Wettbewerb bei den Komplettangeboten (Telefon- und DSL-Anschluss, Telefon-Flatrate, Internet-Flatrate) zurückzuführen. Das mobile Telefonieren verbilligte sich im Jahresdurchschnitt 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 %. Laut einer Studie des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und Dialog Consult zum Telekommunikationsmarkt 2017 war der Gesamtumsatz der TK-Dienste im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 % gefallen. Von den Gesamtumsätzen in Höhe von rund EUR 58,8 Mrd., die 2017 in Deutschland mit Telekommunikationsdiensten erzielt wurden, entfielen EUR 32,6 Mrd. (55,4 %) auf Festnetze und EUR 26,2 Mrd. (44,6 %) auf die Mobilfunknetze. Der Umsatz des Gesamtmarktes fiel damit zum zehnten Mal in den letzten zwölf Jahren. Entwicklung des Gesamtmarktes und der Teilmärkte für Telekommunikationsdienste (Außenumsätze in EUR Mrd.)(Inkl. Sprach- und Internetdienste, Datendienste, Interconnection, Mietleitungen, Inhalte, Endgeräte und Verteilung von TV- Inhalten, die von Netzbetreibern und deren Vertriebspartnern abgesetzt werden.) ![]() Während der Umsatz der Wettbewerber insgesamt im Festnetz um 2,9 % auf EUR 13,5 Mrd. zurückging und der der Deutschen Telekom leicht um 1,4 % auf EUR 13,6 Mrd. sank, legten die Kabelnetzbetreiber um EUR 0,2 Mrd. auf EUR 5,5 Mrd. zu. Die Deutsche Telekom behält im reinen TK-Festnetzmarkt (ohne Kabelnetzbetreiber) mit 50,2 % Umsatzanteil ihre Stellung als marktbeherrschender Anbieter. Bezieht man die Kabelnetzbetreiber mit ein, kommt der Ex-Monopolist immer noch auf 41,7 % des im Festnetz erzielten Umsatzes. Weiterhin rückläufig ist auch die Zahl der Telefonie-Minuten. Das gesamte Telefonie-Sprachvolumen ist seit 2012 mit durchschnittlich 1,1% pro Jahr leicht rückläufig. Die Sprachtelefonie wird trotz einer weiten Verbreitung von Sprach-Flatrates mittlerweile durch andere Kommunikationsformen wie das Instant-Messaging substituiert. Dabei schrumpft in 2017 das Festnetzsprachvolumen von 360 auf 345 Mio. Minuten pro Tag (–4,2 %) und das Mobilfunksprachvolumen leicht von 310 auf 309 Mio. Minuten pro Tag (–0,3 %). Festnetz-Telefonie in Deutschland2017 telefonierten die Kunden der Wettbewerber der Deutschen Telekom durchschnittlich rund 5,6 Mrd. Minuten monatlich im Festnetz (2016: 5,8 Mrd.). Seit einigen Jahren nehmen die Sprachminuten, die von den Wettbewerbern vermittelt werden, kontinuierlich ab. Entsprechend ist auch der Anteil von Call-by-Call und Preselection weiter zurückgegangen. Im Jahr 2017 telefonierten die Nutzer dieser Dienste ca. 0,3 Mrd. Minuten im Monat, dies entspricht einem Sprach-Minutenvolumen von 5,4 % bei den Wettbewerbern. Das Minuten-Volumen von Call-by-Call ist zwar weiter rückläufig, die Nutzung der Sparvorwahlen nimmt bezogen auf die potenziellen Nutzer (Telekom-Anschluss, keine Flatrates) mit 68,2 Minuten pro Anschluss und Tag jedoch leicht zu. Gesamtmarkt Wettbewerber Sprachdienste aus Festnetzen in Deutschland nach Verbindungsminuten(Gesamtmarkt inkl. Orts-, Nah-, Fern-, Auslands- und Mobilfunkverbindungen; in Mrd. Minuten pro Monat) ![]() Betrachtet man jedoch nur die Festnetzanschlüsse der Deutschen Telekom ohne Flatrate-Tarif, hat sich das über Verbindungsnetzbetreiberauswahl generierte Sprachvolumen in den vergangenen Jahren stabilisiert. Sprachminuten mittels Verbindungsnetzbetreiberauswahl pro Telekom-Festnetzanschluss ohne Flatrate-Tarif(Gesamtmarkt inkl. Orts-, Nah-, Fern-, Auslands- und Mobilfunkverbindungen; in Minuten pro Monat) ![]() Bei den Umsätzen mit Auskunfts- und Mehrwertdiensten erreichen alle Wettbewerber zusammen EUR 229 Mio. und damit 54,0 % des Gesamtumsatzes in Höhe von EUR 424 Mio. Die Umsätze mit Servicerufnummern nehmen damit auch 2017 ein weiteres Mal ab (–3,4 %). Diese Entwicklung ist zum einen dem zunehmenden Informationsangebot im (weitgehend kostenfreien) Internet und zum anderen dem zunehmenden Aufkommen von Chat-Angeboten auf den Webseiten der Dienstleister zur direkten Kontaktaufnahme geschuldet. Umsätze mit Servicenummern![]() Die Wettbewerber erzielen mehr als die Hälfte ihrer Umsätze (52,6 %) mit geographischen und 0800-Service-Rufnummern. Der Umsatzrückgang ergibt sich trotz der in diesem Jahr sogar leicht steigenden Verbindungsminuten zu Auskunfts- und Mehrwertdiensten der Deutsche Telekom-Wettbewerber. 155 Mio. Minuten verbuchen die alternativen Anbieter hier pro Monat. Immer häufiger nutzen die Verbraucher geographische Servicerufnummern, die von den Wettbewerbern betrieben werden. 100 Mio. Minuten pro Monat und damit 64,5 % entfallen auf sie. Die Nutzung der 0180-Nummerngasse geht leicht zurück — minus 2 Mio. Minuten. Die Zahlen für 0800-Servicerufnummern bei den Wettbewerbern gehen von 46 auf 44 Mio. Minuten pro Monat zurück (–4,4 %). Die übrigen Rufnummerngassen machen zusammen nur 3 Mio. oder 1,9 % der Verbindungsminuten aus. Der Rechenzentrumsmarkt in DeutschlandDie Bedeutung von Rechenzentren für die Wirtschaft hat in der Vergangenheit stark zugenommen. Vor allem die mobile Internetnutzung ist nur durch eine leistungsfähige Rechenzentrumsinfrastruktur möglich, da viele Anwendungen und Daten nicht mehr auf den Endgeräten, sondern zentral in Rechenzentren betrieben und gespeichert werden. Deutschland gilt als der drittgrößte Rechenzentrumsmarkt weltweit und der größte in Europa. Zu den Standortvorteilen zählen Rechtssicherheit und Datenschutz, eine leistungsfähige Anbindung an Internetknoten sowie eine zuverlässige Energieversorgung. Allerdings fallen in Deutschland auch vergleichsweise hohe Kosten für Energie und Personal an, bei einem gleichzeitig spürbaren Fachkräftemangel für IT-Experten. Jedoch liegt das Wachstum des Rechenzentrumsmarktes in Deutschland nur auf dem durchschnittlichen Niveau in Europa; vor allem im Vergleich zu skandinavischen Ländern und den Niederlanden verliert Deutschland deutlich Marktanteile. Die Kapazitäten in den deutschen Rechenzentren wachsen, wie nahezu überall in der Welt, deutlich. Durch die zunehmende Digitalisierung und Trends wie Cloud Computing, Industrie 4.0 und Big Data nehmen die Bedarfe an zentraler Rechen- und Speicherleistung ständig zu. Die Zahl der Server in den deutschen Rechenzentren hat sich nach Berechnungen von Borderstep auf Basis der Verkaufszahlen des Marktforschungsinstituts Techconsult zwischen 2013 und 2016 um 18 % auf ca. 1,9 Mio. erhöht. Nimmt man die Server hinzu, die außerhalb von Rechenzentren betrieben werden, so gab es im Jahr 2016 ca. 2,3 Mio. Server in Deutschland. Die IT-Fläche in den Rechenzentren Deutschlands betrug im Jahr 2017 gut 2 Mio. Quadratmeter. Wie in der Vergangenheit wuchs vor allem die Zahl der größeren Rechenzentren. Der bisherige Trend des Rückgangs der Zahl der kleineren Rechenzentren scheint allerdings gestoppt worden zu sein. In der Kategorie Serverraum hat die Zahl der Rechenzentren seit 2013 sogar um ca. 10 % deutlich zugenommen.
Quelle: Borderstep 2017 Für das Wachstum und den Wandel in der Struktur der Rechenzentren sind insbesondere drei Trends verantwortlich. Zum ersten nimmt die Nutzung von Cloud Rechenzentren mehr und mehr zu. Zweiter Trend sind stark wachsende Colocation Rechenzentren. Als dritter Trend ist aktuell ein deutliches Wachstum der Rechenzentrumskapazitäten von mittelständischen Unternehmen z.B. des Maschinenbaus festzustellen. Dieser Trend wird sich in Zukunft voraussichtlich mit zunehmender Durchsetzung von Industrie-4.0-Technologien noch verstärken. Cloud Computing in DeutschlandDie Frage, ob die Cloud genutzt wird, stellt sich für viele Unternehmen nicht mehr. Für 80 % der deutschen Mittelständler wird das Cloud Computing künftig eine tragende Säule ihrer IT-Strategie sein, laut einer aktuellen Studie von Crisp Research. Die Zukunft gehört dabei eindeutig der Hybrid-Cloud beziehungsweise der Multi-Cloud. Dagegen verliert die heute noch von vielen favorisierte Public Cloud bis 2020 deutlich an Bedeutung. Nicht einmal 20 % glauben, dass diese Cloud-Form im B2B-Bereich dann noch eine große Rolle spielt. Eine komplett untergeordnete Rolle kommt der Private Cloud zu. Cloud Computing ist eine Basistechnologie für die digitale Transformation. Die Technologie schafft enorme Effizienzgewinne und ist in der digitalen Wirtschaft sehr häufig die Basis neuer Geschäftsmodelle. Cloud Computing bezeichnet aus Sicht der Anwender die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie Speicherplatz, Rechenkapazitäten oder Software über Datennetze. Das Datennetz kann ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet (Private Cloud Computing) oder das öffentliche Internet (Public Cloud Computing) sein. Ein Blick auf die Budget-Zahlen zeigt, dass sich die Geschwindigkeit hinsichtlich der Cloud-Transformation in den Unternehmen noch erhöhen wird. Im Schnitt werden 41 % des IT-Budgets für den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung von Cloud-Computing-Technologien genutzt. In 37 % der Unternehmen sind sogar mehr als 50 % des IT-Budgets für Cloud Computing vorgesehen. Unter dem Strich, so das Fazit der Crisp-Research-Studie, kommt langfristig kein Unternehmen ohne die Cloud-Technologie aus und schon heute versuchen die IT-Abteilungen und Unternehmen, die Übergangsphase dank vergleichsweise hoher Budgets möglichst schnell zu überwinden. Erneuerbare Energien in DeutschlandDie Sicherstellung einer zuverlässigen, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Deutschland hat weltweit eine Vorreiterrolle übernommen und sich besonders ehrgeizige Ziele bei der Vermeidung von Treibhausgasen gesetzt. Es ist das erklärte Ziel, bis zum Jahr 2050 mindestens einen Anteil von 80% erneuerbare Energien an der Stromversorgung zu erreichen. Mit dem Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz — EEG) wurde ein Zwischenziel definiert, nachdem der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf mindestens 35 % und danach kontinuierlich weiter erhöht werden soll. Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland schreitet weiter voran, jedoch nicht mehr mit den Wachstumsraten der Vergangenheit. Für den starken Zuwachs der erneuerbaren Energien im Jahr 2017 verglichen mit dem Vorjahr waren neben dem moderaten Zubau an Kapazitäten vor allem die deutlich höheren durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten und die damit einhergehende höhere Windstromerzeugung verantwortlich. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE haben Daten zur Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2017 vorgelegt. Danach lag die Stromproduktion aus Solar- und Windenergieanlagen mit 142 Terawattstunden (TWh) in Summe erstmals vor Braunkohle, Steinkohle oder Kernkraft. Die Windenergie wurde zur zweitstärksten Energiequelle nach der Braunkohle. Der Anteil aller erneuerbaren Energiequellen an der öffentlichen Nettostromerzeugung lag bei ca. 38 %. ![]() Photovoltaikanlagen speisten im Jahr 2017 etwa 38,4 TWh in das öffentliche Netz ein. Die Produktion hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 0,4 TWh bzw. 1 % erhöht, lag aber noch unter dem Wert von 2015 (38,7 TWh). Die Windenergie produzierte im Jahr 2017 ca. 103,6 TWh und lag dabei mehr als 30 % über der Produktion des Vorjahrs (78,6 TWh). Die Windenergie lag damit erstmals als zweitstärkste Energiequelle vor der Steinkohle und der Kernenergie, aber noch hinter der Braunkohle. ![]() Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) wurde zuletzt am 17. Juli 2017 geändert. Ziel des Gesetzes ist es, die EEG-Umlage stabil zu halten und damit die Bezahlbarkeit von Strom sowie gleichzeitig die Versorgungssicherheit sicherzustellen. Mit dem EEG 2017 wurde die Phase der Technologieförderung mit politisch festgesetzten Preisen beendet und durch wettbewerbliche Ausschreibungen ersetzt. Die Vergütung des erneuerbaren Stroms wird nun über Ausschreibungen geregelt. Damit wird die Höhe der Förderung vom Markt festgelegt. Das sichert den kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Energien und kann die Förderkosten senken, sofern es genug Wettbewerb gibt. Die durch das EEG vorgegebenen Rahmenbedingungen führen dazu, dass die 3U HOLDING AG ebenso wie die meisten anderen professionellen Investoren in Deutschland sich fast vollständig aus dem PV-Anlagenbau zurückgezogen haben. Windenergieprojekte sollten dagegen nach wie vor ein besseres Chancen-/Risikoprofil aufweisen. Jedoch ist auch im Bereich der Windenergieprojekte der Wettbewerb durch die Ausschreibungsrunden nochmals intensiviert worden. Dies führt zu sinkenden Einspeisevergütungen, aber auch zur Beschleunigung der technischen Weiterentwicklung und damit zu sinkenden Gestehungskosten bei der Stromerzeugung. Entwicklung des SHK-MarktesIm deutschen SHK-Handwerk waren im Jahr 2016 in mehr als 51.000 Handwerksbetrieben über 365.000 Mitarbeiter beschäftigt. Aufgrund der guten (Bau-)Konjunktur dürfte diese Anzahl in 2017 erneut gestiegen sein. ![]() Die Kernthemen im SHK-Handwerk sind „Demografie“ und „Energiewende“. Konkret geht es um altersgerechtes Bauen und um effizientes Heizen. So hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit berechnet, dass in Deutschland bis zum Jahr 2030 zusätzlich 2,9 Mio. altersgerechte Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von rund EUR 50 Mrd. benötigt werden. Das Bad ist dabei einer der Schlüsselwohnbereiche für ein selbstständiges Wohnen im Alter in den eigenen vier Wänden. Der Erfolg der Energiewende hängt ganz wesentlich vom Wärmemarkt und Effizienzsteigerungen bei Heizungssystemen ab. Rund zwei Drittel der Heizungsanlagen sind technisch veraltet. Würde dieser veraltete Bestand energetisch modernisiert, könnten rund 15 % des deutschen Endenergieverbrauchs eingespart werden. Die gesamte Haus- und Gebäudetechnikbranche profitiert von dem weiterhin positiven Wirtschaftswachstum und der stabilen Baukonjunktur in Deutschland. Aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Heizungen im Bestand wird der Ersatzbedarf für die Heizungswirtschaft auch in Zukunft einen Großteil der Nachfrage ausmachen. Dazu leistet auch die Klimapolitik der Bundesregierung einen wichtigen Beitrag: Seit 2014 besteht im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Heizungen. Zudem bieten die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlreiche Programme an, die die Nutzung erneuerbarer Energien fördern und die Energieeffizienz beim Heizen steigern sollen. Damit gehen die stärksten Wachstumsimpulse weiterhin vom Sanierungs-, Kundendienst und Wartungsgeschäft in den Segmenten Bäder und Heizungen aus. Führende Marktforscher gehen davon aus, dass der Onlinehandel im SHK-Bereich weiter zunehmen wird, da die derzeit noch relativ geringe Onlinekaufaffinität auch durch den Generationenwechsel im Handwerk sich deutlich verändern wird. GeschäftsverlaufDie wichtigsten Ereignisse des Geschäftsjahres 2017 im Überblick ITK Weiterhin hohe Marge im Produktbereich Telefonie Erwartungsgemäß schrumpfte der Call-by-Call-Markt auch im Geschäftsjahr 2017. Es ist damit zu rechnen, dass diese Entwicklung sich weiter fortsetzt. Trotzdem lassen sich im Produktbereich Telefonie erfreuliche Entwicklungen feststellen. Rückläufige Erträge im Call-by-Call-Geschäft können durch Erträge aus Telefonieprodukten für Geschäftskunden teilweise kompensiert werden. Darüber hinaus konnte durch einen kontinuierlichen Optimierungs- sowie Verbesserungsprozess die erzielte Marge weiter gesteigert werden. weclapp weiter auf Erfolgskurs: Auszeichnung zum ERP-System des Jahres und hohes Kundenwachstum Auch in 2017 wurde weclapp vom Center for Enterprise Research für das ERP-System des Jahres 2017 ausgezeichnet. In diesem Jahr konnte weclapp in der Kategorie „Cloudbasierte ERP-Systeme“ den Sieg erringen. Einhergehend mit der Auszeichnung ist die Nachfrage nach dem weclapp ERP-System im Geschäftsjahr kontinuierlich gestiegen. Die gute Performance und hohe Qualität des weclapp-Leistungsportfolios überzeugt immer mehr Kunden. Nachdem im abgelaufenen Jahr schon weit über 1.500 Kunden weclapp nutzten, hält die starke Nachfrage unvermindert an. Besonders erfreulich ist außerdem, dass zum weclapp-Kundenstamm zunehmend Unternehmen mit größerer Mitarbeiterzahl gehören. Damit steigt die Nachfrage nach Lizenzen überproportional. Neben der weiterhin positiven Kundenentwicklung hat sich insbesondere das Ergebnis aus dem weclapp ERP-System gravierend verbessert und trägt heute zum positiven Konzernergebnis bei. Erneuerbare Energien Das Geschäftsjahr 2017 ist geprägt von den Einnahmen aus dem Verkauf des Windparks Schlenzer und guten Winderträgen. Verkauf des Windparks Schlenzer Der Verkauf von Windparks besitzt große Bedeutung für die Ertragslage des 3U Konzerns. Besonders erfreulich wirkte sich im vergangenen Jahr daher die realisierte Veräußerung des Windparks Schlenzer aus. Dieses von der 3U ENERGY PE GmbH entwickelte Windparkprojekt besteht aus zwei Windenergieanlagen von General Electric mit jeweils einer Nennleistung von 2,75 MW, einer Nabenhöhe von 139 m und einem Rotordurchmesser von 120 m. Winderträge Obwohl wir mit den Erträgen aus der Windenergie nach dem ersten Halbjahr 2017 noch hinter den prognostizierten Werten zurücklagen, konnten wir aufgrund einer sehr guten Entwicklung im vierten Quartal die ursprünglich geplanten Bandbreiten noch erreichen. Insbesondere der in 2014 erworbene Windpark Langendorf mit einer elektrischen Nennleistung von 22,5 MW hat im Geschäftsjahr 2017 die Erwartungen übertroffen. SHK Onlinehandel Selfio erreicht kontinuierlich neue Umsatzrekorde Im Segment SHK profitiert 3U von den weiterhin guten Rahmenbedingungen, die im Wesentlichen durch die rege Bauwirtschaft und die steigende Nutzung des Vertriebswegs Onlinehandel geprägt sind. Die Umsätze im Onlinehandel können kontinuierlich gesteigert werden. Neben dem ständigen Ausbau des Produkt- und Leistungsportfolios ist es vor allem auch die Vielzahl zufriedener Kunden, die immer wieder bei Selfio einkaufen. Neue Wege in der Marketingstrategie haben dazu geführt, dass Selfio im Markt noch besser wahrgenommen wird. Ertragslage*Konzernumsatz Der Konzernumsatz ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 3,15 Mio. von EUR 43,74 Mio. auf EUR 46,89 Mio. gestiegen. Insbesondere im Segment Erneuerbare Energien aber auch im Segment SHK konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Wesentlichen Einfluss auf den Konzernumsatz hatte dabei der Verkauf des Windparks Schlenzer. Rückläufig war lediglich der Umsatz im Segment ITK. Im Segment ITK wurden 27,9 % (Vorjahr: 39,0 %) der Umsatzerlöse erzielt, im Segment Erneuerbare Energien waren es 20,8 % (Vorjahr: 11,3 %) und im Segment SHK 50,2 % (Vorjahr: 49,7 %). Die Bestandsveränderung steht auch im Geschäftsjahr 2017 im Zusammenhang mit der Windparkprojektentwicklung. Der Bestandsabbau aus der Projektveräußerung wird durch den Bestandsaufbau bei weiteren Windparkprojektentwicklungen in der Bestandsveränderung des Segments Erneuerbare Energien weitestgehend, aber nicht vollständig kompensiert. Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert. Insbesondere in Relation zum Umsatz ist der Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den Segmenten deutlich gesunken. Der Anteil des Materialaufwands am Umsatz beträgt in den Segmenten 53,7 %, während es im Vorjahreszeitraum 60,8 % der Umsatzerlöse waren. An dieser Reduzierung hatte der Verkauf des Windparks einen wesentlichen Anteil. Die anderen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen. EBITDA Das EBITDA hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessert. Betrug das EBITDA im Vorjahr EUR 4,70 Mio., konnte im Geschäftsjahr 2017 ein EBITDA in Höhe von EUR 6,67 Mio. erzielt werden. Zur Steigerung des EBITDA gegenüber dem Vorjahr konnten der geringere Personalaufwand und die Veräußerung des Windparks Schlenzer beitragen, während die höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen entgegengesetzt wirkten. In diesen Aufwendungen ist auch eine notwendige Wertberichtigung auf eine Darlehensforderung aus dem ehemaligen Bereich Solarthermie enthalten. Konzernergebnis Das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2017 liegt mit EUR 1,07 Mio. um EUR 0,43 Mio. über dem Konzernergebnis des Vorjahres (EUR 0,64 Mio.). Ohne die Wertberichtigung auf die Darlehensforderung im Segment Erneuerbare Energien hätte sich das Konzernergebnis um weitere rund EUR 0,5 Mio. gegenüber dem Vorjahr verbessert. Es besteht weiterhin ein niedriges allgemeines Zinsniveau. Daraus resultiert auch, dass sich das Zinsniveau innerhalb des verzinslichen Fremdkapitals des 3U Konzerns in dem zurückliegenden Geschäftsjahr nicht wesentlich verändert hat. In der Folge hat sich auch das negative Finanzergebnis gegenüber dem Vergleichszeitraum trotz höherem Fremdkapital nicht wesentlich verändert. Der Steueraufwand des Geschäftsjahres 2017 belief sich auf EUR 0,70 Mio. und lag damit um EUR 1,29 Mio. über dem Niveau des Vergleichszeitraums (Steuerertrag im Vorjahr: EUR 0,59 Mio.). Einen wesentlichen Einfluss hatte dabei die Auflösung aktiver latenter Steuern im Zusammenhang mit der Realisierung von Zwischengewinnen durch den Verkauf des Windparks Schlenzer. Im Vorjahr hatte die Bildung latenter Steuern aufgrund der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge zu einem Steuerertrag geführt. * Hinweis: Bei den im Nachfolgenden dargestellten Verteilungen über die einzelnen Quartale ist zu beachten, dass die einzelnen Quartalszahlen keiner Prüfung unterlegen haben. Das den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zugerechnete Ergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum um EUR 0,09 Mio. Insbesondere im Segment ITK haben die nicht beherrschenden Gesellschafter von der positiven Geschäftsentwicklung profitiert. ![]() Der internen Berichterstattung folgend, weist der Konzern die Segmente ITK, Erneuerbare Energien und SHK sowie den Bereich Holding/Konsolidierung aus. Im Folgenden werden die Segmente mit ihren intersegmentären Umsätzen dargestellt. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag — soweit Organschaftsverhältnisse zur 3U HOLDING AG bestehen — vom Organträger, der 3U HOLDING AG, getragen werden. Segment ITK (Informations- und Telekommunikationstechnik) Segmentumsatz Der Umsatz im Segment ITK reduzierte sich im Geschäftsjahr 2017 nochmals gegenüber dem Vorjahr von EUR 16,95 Mio. auf EUR 13,10 Mio. Der Umsatzrückgang resultiert dabei aus dem Bereich Telefonie, während in den Bereichen der cloudbasierten Lösungen der Umsatz deutlich ausgeweitet werden konnte. Auch die weitere prozentuale Margensteigerung in diesem Segment resultiert wie im Vorjahr zu großen Teilen aus der erfolgreichen Entwicklung im Bereich der cloudbasierten Lösungen sowie des Handels mit IT-Lizenzen. Aber auch der Bereich Telefonie trägt zu einem erheblichen Teil zur Marge in diesem Segment bei. Der Umsatz im Bereich Voice Retail sank aufgrund der weiterhin mengen- und preisbedingten rückläufigen Entwicklung in der Festnetztelefonie von EUR 3,99 Mio. auf EUR 3,11 Mio. Die Umsätze im Bereich Voice Business Customer reduzierten sich von EUR 9,09 Mio. auf EUR 5,72 Mio. Im Bereich Data Center Services & Operation konnte im Geschäftsjahr 2017 ein Umsatz von EUR 1,63 Mio. (Vorjahr: EUR 1,79 Mio.) erzielt werden. In den Bereichen der cloudbasierten Lösungen konnte der Umsatz mit EUR 1,91 Mio. (Vorjahr: EUR 1,03 Mio.) erneut nahezu verdoppelt werden. EBITDA Unter Berücksichtigung der geringeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen und des gegenüber dem Vorjahr reduzierten Personalaufwands ergibt sich ein leichter Rückgang im EBITDA von EUR 1,73 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,69 Mio. Im Geschäftsjahr 2017 haben die cloudbasierten Lösungen bereits mit EUR 0,36 Mio. (Vorjahr: EUR –0,12 Mio.) zum EBITDA des Segments beigetragen. Segmentergebnis Das Ergebnis des Segments ITK erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr von EUR 1,22 Mio. um EUR 0,17 Mio. auf EUR 1,39 Mio. Die Bildung latenter Steuern aufgrund der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge und dem damit verbundenen Steuerertrag haben zu dieser positiven Ergebnisentwicklung beigetragen. ![]() Segment Erneuerbare Energien Segmentumsatz Im Segment Erneuerbare Energien konnte der Umsatz von EUR 4,92 Mio. im Vorjahr deutlich übertroffen werden. Zu dem Anstieg des Umsatzes auf EUR 9,74 Mio. im Geschäftsjahr 2017 hat insbesondere der Verkauf des Windparks Schlenzer mit rund EUR 3,80 Mio. beigetragen. Auch die Einspeisevergütungen aus der Stromerzeugung im Bereich der Windkraft haben sich im Geschäftsjahr 2017 positiv entwickelt. EBITDA Das EBITDA erhöhte sich von EUR 3,71 Mio. im Vorjahr auf EUR 6,24 Mio. im Geschäftsjahr 2017. Die negative Bestandsveränderung ergibt sich als Saldo aus dem Bestandsaufbau im Rahmen der weiteren Projektentwicklung und dem Bestandsabbau durch die Veräußerung des Windparks Schlenzer. Im Geschäftsjahr 2017 wurden EUR 0,95 Mio. in die weitere Projektentwicklung investiert. Der Personalaufwand verringerte sich leicht gegenüber dem Vorjahr. In dem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Wertberichtigungen auf Forderungen aus den ehemaligen Aktivitäten im Bereich Solarthermie mit EUR 0,51 Mio. enthalten. Segmentergebnis Das Segmentergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,68 Mio. von EUR 1,17 Mio. auf EUR 1,85 Mio. erhöht. Negativ hat sich dabei die Auflösung aktiver latenter Steuern im Zusammenhang mit der Realisierung von Zwischengewinnen durch den Verkauf des Windparks Schlenzer ausgewirkt. ![]() Segment SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) Segmentumsatz Im Segment SHK konnte der Umsatz von EUR 21,64 Mio. auf EUR 23,55 Mio. gesteigert werden. Dieser Umsatzanstieg um EUR 1,91 Mio. bzw. 8,8 % (Vorjahr: 3,5 %) konnte damit gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Bei leicht geringeren Umsätzen im Bereich der Montage von Komponenten der Gebäudeklimatisierung konnten die Umsätze im Bereich des Onlinehandels deutlich ausgebaut werden. In diesem Bereich erzielte der 3U Konzern im Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von EUR 2,82 Mio. bzw. 21,9 %. Dabei ist insgesamt die Materialaufwandsquote im Segment SHK von 69,2 % auf 74,4 % gestiegen. EBITDA Das EBITDA verschlechterte sich von EUR 1,24 Mio. im Vorjahr auf EUR 0,66 Mio. im Geschäftsjahr 2017. Dieser Rückgang des EBITDA resultiert aus den geringeren margenreichen Umsätzen im Bereich der Montage und der bewussten Umsatzfokussierung zur Ausweitung der Marktdurchdringung im Bereich des Onlinehandels. Die geringeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten bei nahezu unveränderten Personalaufwendungen diese Entwicklung nur teilweise kompensieren. Segmentergebnis Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat sich das Segmentergebnis um EUR 0,43 Mio. auf EUR 0,32 Mio. verschlechtert. Damit konnte in diesem Segment trotz der erheblichen Wachstumsanstrengungen und der damit verbundenen Kosten auch weiterhin ein positives Ergebnis erreicht werden. Der Steueraufwand des Geschäftsjahres 2017 belief sich auf EUR 0,11 Mio. und lag damit um EUR 0,10 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres. Das den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zugerechnete Ergebnis beträgt EUR 0,07 Mio. (Vorjahr: EUR 0,10 Mio.). ![]() Holding/Konsolidierung Unter Holding/Konsolidierung sind sowohl die Holding-Aktivitäten als auch die erforderliche Konzernkonsolidierung zusammengefasst. Umsatz Unter Holding/Konsolidierung wird im Berichtszeitraum ein Umsatz von EUR 0,50 Mio. (Vorjahr: EUR 0,23 Mio.) ausgewiesen. Dieser setzt sich aus den Umsätzen der Holding in Höhe von EUR 2,30 Mio. (Vorjahr: EUR 2,28 Mio.) und aus den Umsatzkonsolidierungen in Höhe von EUR –1,80 Mio. (Vorjahr: EUR –2,05 Mio.) zusammen. Diese Umsatzkonsolidierungen resultieren vor allem aus der Konsolidierung der intersegmentären Umsätze sowie aus der Konsolidierung konzerninterner Dienstleistungen. EBITDA Das EBITDA beträgt EUR –1,91 Mio. (Vorjahr: EUR –1,99 Mio.) und wird maßgeblich durch die Personalkosten in Höhe von EUR 2,70 Mio. (Vorjahr: EUR 2,64 Mio.) und durch die sonstigen betrieblichen Erträge/Aufwendungen beeinflusst. Während sich die Personalkosten im Bereich der Holding geringfügig erhöhten, konnten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr reduziert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sowohl die Mitarbeiter aus dem strategischen Beteiligungsmanagement als auch aus dem Bereich Finanzen, Personal und Recht sowie aus den konzernübergreifenden Marketingressourcen der Muttergesellschaft zugeordnet sind. Mit diesen Ressourcen trägt die Holding insbesondere zur strategischen Weiterentwicklung der Tochtergesellschaften bei. Ergebnis Das Ergebnis aus diesem Bereich ist für den Konzern mit EUR –2,50 Mio. negativ und bewegt sich damit auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: EUR –2,49 Mio.). ![]() FinanzlageKapitalstruktur Im Geschäftsjahr 2017 hat der Konzern Auszahlungen für Investitionen im Saldo in Höhe von EUR 0,81 Mio. (Vorjahr: EUR 10,85 Mio.) getätigt. Die Auszahlungen betrafen insbesondere Investitionen in die Rechenzentrums-, IT- und Telekommunikations-Infrastruktur und in die Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Wesentliche Liquiditätszuflüsse wurden im Rahmen der Veräußerung des Windparks Schlenzer und der damit im Zusammenhang stehenden Realisierung der Erträge aus der Windkraftprojektentwicklung generiert. Die Finanzmittel legt die 3U HOLDING AG ausschließlich in Tages- und kurzfristigen Festgeldanlagen bei der Baden-Württembergischen Bank, der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und der Deutschen Kreditbank AG an. Gegenüber dem 31. Dezember 2016 haben sich die liquiden und liquiditätsnahen Mittel zum 31. Dezember 2017 um EUR 0,40 Mio. von EUR 11,67 Mio. auf EUR 11,27 Mio. verringert. Insbesondere planmäßige Tilgungen von Finanzkrediten haben dazu geführt, dass die deutliche Verbesserung im Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit nicht zu einem Aufbau der Liquidität beitragen konnte. Die 3U HOLDING AG verfügt weiterhin über eine solide Eigenkapitalquote. Aufgrund der deutlich geringeren Bilanzsumme und aufgrund des Anstiegs der absoluten Höhe des Eigenkapitals ist die Eigenkapitalquote mit 49,20 % gegenüber dem Vorjahr (40,89 %) gestiegen. Der Fremdkapitalanteil beträgt 50,80 % gegenüber 59,11 % zum Vorjahreszeitpunkt. Der Gewinn des Geschäftsjahres 2017 in Höhe von EUR 1,21 Mio. (inkl. des auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden Ergebnisses) hat zu einer Erhöhung des Eigenkapitals beigetragen. Gegenläufig haben sich nur die Auszahlungen an die Aktionäre der 3U HOLDING AG im Rahmen der Dividendenzahlung und an die nicht beherrschenden Gesellschafter in Form von Gewinnausschüttungen ausgewirkt. ![]() Investitionen Im Geschäftsjahr 2017 wurden im Konzern Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und in Sachanlagen sowie Anlageimmobilien in Höhe von EUR 0,81 Mio. (Vorjahr: EUR 10,85 Mio.) getätigt. Im Segment ITK wurden EUR 0,22 Mio. (Vorjahr: EUR 0,37 Mio.) investiert. Die Investitionen im Segment Erneuerbare Energien betrugen EUR 0,36 Mio. nach 10,12 Mio. im Vorjahr. Die Investitionen des Vorjahres betrafen im Wesentlichen die Investitionen in den Windpark Lüdersdorf. Im Segment SHK bewegten sich die Investitionen mit EUR 0,03 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen in das Anlagevermögen der Holding in Höhe von EUR 0,20 Mio. im Berichtsjahr 2017 (Vorjahr: EUR 0,28 Mio.) sind überwiegend in IT-Hardware geflossen. Für das Geschäftsjahr 2018 sind Investitionen in Höhe von rund EUR 22,26 Mio. in die bestehenden Geschäftsfelder eingeplant. Hiervon werden EUR 0,40 Mio. im Segment ITK, im Segment Erneuerbare Energien EUR 20,00 Mio., im Segment SHK EUR 0,07 Mio. und EUR 1,79 Mio. bei der Holding investiert werden. Im Segment Erneuerbare Energien sind für diese Investitionen übliche Projektfinanzierungen mit einem Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 % vorgesehen. ![]() Liquidität Der operative Cashflow lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei EUR 6,65 Mio. (Vorjahr: EUR –1,71 Mio.). Wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung hatte das positive Periodenergebnis, erhöht um Abschreibungen des Geschäftsjahres. Diese wurden im Gegensatz zum Vorjahr nicht durch den Mittelabfluss im Zusammenhang mit dem deutlichen Aufbau der Vorräte im Rahmen der Windkraftprojektentwicklung kompensiert. In den Vorräten hatten sich im Vorjahr insbesondere die Investitionen in den Windpark Schlenzer niedergeschlagen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist geprägt durch die Investitionen in Sachanlagen und den Liquiditätsabflüssen im Zusammenhang mit der Veräußerung der Projektgesellschaft für den Windpark Schlenzer. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von EUR –1,18 Mio. (Vorjahr: EUR –10,58 Mio.) liegt um EUR 9,4 Mio. über dem des Vorjahres. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist mit EUR –5,40 Mio. (Vorjahr: EUR 16,27 Mio.) deutlich negativ. Dies resultiert im Wesentlichen aus den Auszahlungen aus der planmäßigen Darlehenstilgung und aus den Auszahlungen an die Aktionäre der 3U HOLDING AG sowie an die nicht beherrschenden Gesellschafter. Die Fähigkeit, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war im 3U Konzern im Berichtszeitraum jederzeit gegeben und ist auch für 2018 gewährleistet. Die Liquiditätslage stellt sich zum 31. Dezember 2017 zufriedenstellend dar. Die zur Mitte des Jahres 2018 auslaufende Zwischenfinanzierung für die Rechenzentrumsimmobilie in Hannover in Höhe von EUR 4,0 Mio. soll verlängert bzw. neu abgeschlossen werden. Die nachstehende Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderung der flüssigen Mittel und ist in Anlehnung an die im Konzernabschluss dargestellte Kapitalflussrechnung (ohne Korrektur des Finanzmittelfonds) aufgestellt.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2017 beträgt EUR 81,24 Mio. (Vorjahr: EUR 95,76 Mio.) und ist damit um EUR 14,52 Mio. geringer als im Vorjahr. Die Ursachen für die Veränderungen gegenüber dem 31. Dezember 2016 liegt im Wesentlichen in dem durch die Veräußerung des Windparks Schlenzer geringeren Vorratsvermögen. Hinzu kommen planmäßigen Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens bei nur geringer Investitionstätigkeit. Das Anlagevermögen in Höhe von EUR 46,53 Mio. (Vorjahr: EUR 58,92 Mio.) enthält im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte (EUR 1,62 Mio. bzw. EUR 2,31 Mio. im Vorjahr) und die Sachanlagen (EUR 37,29 Mio. bzw. EUR 48,73 Mio. im Vorjahr) sowie die Anlage immobilien in Höhe von EUR 7,46 Mio. (Vorjahr: EUR 7,72 Mio.). Diese betreffen in 2017 ebenso wie im Vorjahr die zur Vermietung vorgesehenen Teile der Liegenschaften in Adelebsen und Hannover. Der Rückgang des Anlagevermögens resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung der Vermögenswerte des Windparks Lüdersdorf unter den zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten. Die kurzfristigen Vermögenswerte liegen zum 31. Dezember 2017 mit EUR 22,81 Mio. (Vorjahr: EUR 34,08 Mio.) um EUR 11,27 Mio. unter denen des Vorjahres. Der Anteil der liquiden Mittel an den kurzfristigen Vermögenswerten beträgt im Geschäftsjahr 2017 49,40% (Vorjahr: 34,24%). Der Rückgang der Vorräte resultiert überwiegend aus der Veräußerung des Windparks Schlenzer. Entgegengesetzt hat sich in den Vorräten die weitere Windparkprojektentwicklung ausgewirkt. Weitere wesentliche Veränderungen der kurzfristigen Vermögenswerte ergaben sich bei den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten. Diese waren im Vorjahr geprägt durch hohe Umsatzsteuererstattungsansprüche im Zusammenhang mit der Errichtung des Windparks Schlenzer. Unter den zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten wird im Geschäftsjahr 2017 der Windpark Lüdersdorf als Veräußerungsgruppe mit seinen Vermögenswerten ausgewiesen. Ebenso werden die damit in Zusammenhang stehenden Schulden gesondert ausgewiesen. Die Summe der zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte beträgt zum 31. Dezember 2017 EUR 10,16 Mio. (Vorjahr: EUR 0,00 Mio.). Auf der Passivseite haben sich neben der Erhöhung des Eigenkapitals wesentliche Veränderungen bei den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ergeben. Diese Veränderung resultiert aus der Veräußerung des Windparks Schlenzer und dem damit verbundenen Abgang von Verbindlichkeiten sowie aus der Umgliederung der Verbindlichkeiten des Windparks Lüdersdorf unter die Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen. Bestandteil der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind auch die Darlehen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Immobilie in Hannover. Im Geschäftsjahr 2017 wurden zwei Zwischenfinanzierungen für die Immobilie in Hannover über EUR 4,00 Mio. abgeschlossen. Die erste Zwischenfinanzierung hatte eine Laufzeit bis zum 31. August 2017. Die zweite Zwischenfinanzierung ist befristet bis zum 29. Juni 2018. Der Erwerb der Immobilie wurde ursprünglich durch ein Darlehen in Höhe von EUR 6,00 Mio. (Stand zum 31. Dezember 2016 : EUR 5,18 Mio.) finanziert. Dieses Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2017 planmäßig getilgt. Die Summe der Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen beträgt zum 31. Dezember 2017 EUR 8,81 Mio. (Vorjahr: EUR 0,00 Mio.). Diese betreffen ausschließlich den Windpark Lüdersdorf. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Der Vorstand beurteilt die wirtschaftliche Lage und insbesondere die derzeitige Entwicklung des Unternehmens zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts wie im Vorjahr insgesamt als zufriedenstellend. Es besteht aus Sicht des Vorstandes weiterhin Potenzial, um die positive Entwicklung fortzusetzen und die Lage des Konzerns weiter zu verbessern. Im Berichtszeitraum verbesserten sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr das operative Ergebnis (EBITDA) und insbesondere das Konzernergebnis deutlich. Auch die Umsatzerlöse konnten gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2017 wurden die insgesamt für diesen Zeitraum gesteckten Konzernziele erreicht. Das Segment ITK entwickelte sich auch im Geschäftsjahr 2017 insgesamt erfreulich und konnte die Planung weitestgehend erreichen. Lediglich die Umsatzerlöse lagen um rund EUR 2,2 Mio. niedriger als geplant. Gegenüber der Planung konnten das EBITDA und Ergebnis vor Ergebnisabführung nahezu erreicht werden. Der in dieser Größenordnung ungeplante Umsatzrückgang im Bereich Telefonie konnte durch die planmäßigen Zuwächse im Bereich der Cloud-Lösungen nicht vollständig kompensiert werden. Das Segment Erneuerbare Energien konnte die Planzahlen im Geschäftsjahr 2017 deutlich übertreffen. Der Umsatz fiel um rund EUR 2,2 Mio., das EBITDA um rund EUR 0,9 Mio. und das Ergebnis um rund EUR 0,8 Mio. besser aus als geplant. Vor allem der Verkauf des Windparks Schlenzer führte zu dieser Übererfüllung der geplanten Werte. Negativ haben sich lediglich die nicht geplanten Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem ehemaligen Bereich Solarthermie ausgewirkt. Das Segment SHK konnte die Planzahlen im Geschäftsjahr 2017 nicht ganz erreichen. Der Umsatz fiel um rund EUR 1,1 Mio. niedriger aus als geplant. Dabei konnte im Onlinehandel der geplante Umsatz erreicht werden. Die Umsatzabweichung hat auch dazu geführt, dass das EBITDA-Ziel um EUR 0,9 Mio. verfehlt wurde. Diese Planabweichung hat sich auch im Ergebnis des Segments niedergeschlagen. Finanzielle und nichtfinanzielle LeistungsindikatorenUnsere konzernweit gültigen finanziellen Leistungsindikatoren verwenden wir, um Ziele zu setzen, Erfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und das Ergebnis nach Steuern. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden von der regelmäßigen Berichterstattung nicht erfasst. Abstimmung und Steuerung erfolgen hier zwischen Vorstand und verantwortlichen Führungskräften in direkter Absprache. Hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind die Voraussetzung dafür, den Erfolg eines Unternehmens langfristig zu sichern. Verantwortungsvolle Personalentwicklung und stetige Verbesserung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Deshalb ist die nachhaltige Entwicklung und gezielte Förderung der Potenziale aller Mitarbeiter die Kernaufgabe des Personalmanagements des Unternehmens. Durch eine gezielte Personalentwicklung will der Konzern seine Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen und dadurch die Identifikation der Mitarbeiter mit dem 3U Konzern und ihr Engagement für dessen Ziele weiter steigern. Mitarbeiter* Der 3U Konzern beschäftigte am Bilanzstichtag 152 Mitarbeiter (Vorjahr: 149). Im Jahresdurchschnitt waren es 152 (Vorjahr: 147). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter gliedert sich wie folgt auf die einzelnen Bereiche: ![]() Von den 182 Beschäftigten (inkl. Vorstand, Teilzeitkräften und Aushilfen), die insgesamt zum Bilanzstichtag (zum 31. Dezember 2016: 171) im Konzern arbeiteten, waren 51 Personen weiblich; das entspricht einem Anteil von 28 % (2016 : 28 %). Die Altersstruktur im Konzern ist über alle Altersstufen verteilt : 27 % (2016 : 25 %) der Mitarbeiter sind unter 30 Jahre alt, 28 % (2016: 30 %) sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, 29 % (2016 : 30 %) zwischen 40 und 50 Jahre alt und 16 % (2016 : 15 %) der Mit arbeiter sind über 50 Jahre alt. Das Durchschnittsalter im Konzern beträgt 39 Jahre (2016 : 39 Jahre). Unsere Mitarbeiter tragen mit ihren Ideen entscheidend zu mehr Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit bei. Deshalb wird ein kooperatives und kommunikationsförderndes Klima im Konzern begünstigt, da alle Mitarbeiter motiviert werden, Vorschläge zur Optimierung der Produkte und Arbeitsabläufe, zu Synergien und sonstigen Verbesserungen im Konzern zu machen. Das Vergütungssystem ist je nach Tätigkeit in feste und variable Anteile gegliedert, damit überdurchschnittliche Leistungen auch entsprechend honoriert werden können. Gesundheit der Mitarbeiter fördern Wir verstehen Gesundheit nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als psychisches, körperliches und soziales Wohlbefinden. Um die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu bewahren und zu fördern, haben wir gezielt Maßnahmen im Konzern umgesetzt. So unterstützt der Konzern die Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter. Die Mitarbeiter haben darüber hinaus die Möglichkeit, an internen und externen Schulungs- und Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Die Verbundenheit mit 3U wird durch eine Reihe von Maßnahmen gestärkt, bei denen soziale Aspekte im Vordergrund stehen. Die Sicherheit am Arbeitsplatz wird durch entsprechende Schulungsmaßnahmen erhöht. Wie schon in den Vorjahren nahm auch im Geschäftsjahr 2017 kein Mitarbeiter durch einen Unfall am Arbeitsplatz nennenswert Schaden. Die Krankheitstage pro Mitarbeiter im 3U Konzern lagen in 2017 mit 13,5 Tagen deutlich über dem Vorjahreswert (9,5 Tage) und auch dem bundesdeutschen Durchschnitt, der laut Statistischem Bundesamt (2016) bei 10,8 Tagen liegt. Einige langfristige Erkrankungen im Segment SHK, auf das insgesamt über 60 % der Krankheitstage entfallen, sind hierfür im Wesentlichen ursächlich. Unternehmensverantwortung Auswirkungen unseres Geschäfts auf die Umwelt Die Wahrnehmung der unternehmerischen Verantwortung ist wesentlicher Bestandteil unserer Konzernstrategie. Wir berücksichtigen systematisch die verschiedenen Belange unserer Stakeholder und verringern die Auswirkungen unseres Geschäfts auf die Umwelt. Dabei suchen wir die Balance zwischen ökonomischen Zielen und gesellschaftlicher Verantwortung. Mit unserem verstärkten Engagement für erneuerbare Energien und dem Ausbau des Segments SHK durch effiziente Lösungen zur Energievermeidung investieren wir aktiv in den Umweltschutz und zeigen damit gesellschaftliches Engagement. Auch in den übrigen Konzernbereichen setzen wir verstärkt auf die Nutzung regenerativer Energien. Wir versuchen, Umweltaspekte beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen zu berücksichtigen. 3U HOLDING AGDie 3U HOLDING AG steht als operative Management- und Beteiligungsholding an der Spitze des 3U Konzerns. Sie steuert und überwacht alle wesentlichen Aktivitäten innerhalb des Konzerns. Die Festlegung der Konzernstrategie sowie die Steuerung der Entwicklung des 3U Konzerns gehört zu ihren Aufgaben. Sie ist verantwortlich für das Rechnungswesen und Controlling im 3U Konzern und betreibt außerdem das konzernweite Risiko- und Chancenmanagement sowie die Bereiche Recht, Investor Relations und Unternehmenskommunikation. Die 3U HOLDING AG übernimmt auch die Allokation der finanziellen Mittel, zum Beispiel für Investitionen oder Akquisitionen. Ihr obliegen die Personalpolitik, die Personalentwicklung und die Betreuung der oberen Führungsebene des Konzerns. Die Vorstände der 3U HOLDING AG übernehmen die operative Verantwortung in Personalunion auch als Geschäftsführer von Tochtergesellschaften. Die 3U HOLDING AG beachtet bei der Aufstellung des Jahresabschlusses hinsichtlich der Bilanzierung, der Bewertung und des Ausweises die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG). Sie erstellt den Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf den Einzelabschluss der 3U HOLDING AG. In einzelnen Fällen sind bestimmte Geschäftsvorfälle im Konzernabschluss gemäß IFRS anders abgebildet worden. Analyse des Jahresabschlusses Ertragslage Der Gesamtumsatz der 3U HOLDING AG betrug in 2017 EUR 2,69 Mio. (Vorjahr: EUR 2,67 Mio.). Die Umsätze beinhalten im Wesentlichen Managementleistungen für Tochtergesellschaften und Beteiligungen der 3U HOLDING AG sowie Erträge aus Vermietung und Verpachtung. Die betrieblichen Aufwendungen stehen insbesondere im Zusammenhang mit der Management- und Beteiligungsfunktion der Gesellschaft. Dementsprechend wird das Ergebnis im Wesentlichen durch die allgemeinen Verwaltungskosten, die sonstigen betrieblichen Erträge sowie das Finanzergebnis geprägt. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen und Erträge für Sachbezüge von Mitarbeitern in Höhe von insgesamt EUR 0,16 Mio. (Vorjahr: im Wesentlichen Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von EUR 5,98 Mio.) enthalten. Für die Mitarbeiter und den Vorstand der 3U HOLDING AG fiel ein Personalaufwand in Höhe von EUR 2,70 Mio. nach EUR 2,64 Mio. im Vorjahr an. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen IC-Dienstleistungen, Wertberichtigungen auf Forderungen, Instandhaltungs- und Raumkosten, Abschluss- und Prüfungskosten, Kfz-Kosten, steuerliche und sonstige Beratungskosten sowie Aufsichtsratsvergütungen. Das Finanzergebnis in Höhe von EUR 1,75 Mio. (Vorjahr: EUR 1,62 Mio.) resultiert aus Erträgen aus Beteiligungen in Höhe von EUR 0,61 Mio. (Vorjahr: EUR 1,21 Mio.), Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen von EUR 1,22 Mio. (Vorjahr: EUR 1,78 Mio.) sowie aus einem positiven Zinsergebnis in Höhe von EUR 0,26 Mio. (Vorjahr: EUR 0,35 Mio.). Ursächlich für das Beteiligungsergebnis sind die erzielten Gewinne der Tochtergesellschaften in den Geschäftsbereichen ITK, Erneuerbare Energien und SHK. Entgegen dem Vorjahr sind der 3U HOLDING AG Aufwendungen aus der Verlustübernahme in Höhe von EUR 0,34 Mio. entstanden. Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf den Beteiligungsansatz von Tochtergesellschaften vorgenommen (Vorjahr: EUR 1,73 Mio.). Vor allem aufgrund der notwendigen Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von EUR 0,65 Mio. (Vorjahr: EUR 0,47 Mio.) und den geringeren verbuchten Erträgen aus Beteiligungen sowie der Ergebnisabführung von Tochtergesellschaften fiel das Jahresergebnis mit EUR –1,64 Mio. schlechter aus als geplant. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Jahresergebnis der 3U HOLDING AG deutlich vermindert. Dabei haben die im Vorjahr erzielten Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen eine erhebliche Rolle gespielt. Finanzlage Zum Bilanzstichtag hat die 3U HOLDING AG ihren Tochtergesellschaften zum Auf-/Ausbau ihrer Geschäftstätigkeiten kurzfristige Darlehen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von EUR 26,63 Mio. (Vorjahr: EUR 29,58 Mio.) ausgereicht. Von diesen Darlehen sind zum 31. Dezember 2017 EUR 6,57 Mio. (Vorjahr: EUR 6,00 Mio.) wertberichtigt. Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Wertberichtigung auf die Forderung gegen die 3U Euro Energy Systems GmbH nochmals erhöht. Die vorhandenen liquiden und liquiditätsnahen Mittel betrugen am 31. Dezember 2017 EUR 4,27 Mio. (Vorjahr: EUR 2,29 Mio.). Insgesamt ergab sich eine Erhöhung der liquiden und liquiditätsnahen Mittel in Höhe von EUR 1,98 Mio. Das Festgeld guthaben ist — wie im Vorjahr — mit EUR 1,50 Mio. als Sicherheit für eigene Kreditlinien verpfändet. Diese sind per 31. Dezember 2017 im Rahmen eines Avalkredits in Höhe von TEUR 940 (Vorjahr: TEUR 598) in Anspruch genommen. Die Tilgungen von kurzfristigen Darlehen durch die Tochtergesellschaften 3U ENERGY AG, weclapp GmbH, RISIMA Consulting GmbH und ClimaLevel Energiesysteme GmbH gegenüber der 3U HOLDING AG haben zur Verbesserung der Finanzlage der 3U HOLDING AG beigetragen. Das zum 1. Mai 2017 ausgelaufene Darlehen aus dem Erwerb der Immobilie in Hannover wurde im Geschäftsjahr 2017 über einen Betrag von EUR 4,0 Mio. mit einer Laufzeit bis zum 29. Juni 2018 neu abgeschlossen. Vermögenslage Die Bilanzsumme der 3U HOLDING AG belief sich zum 31. Dezember 2017 auf EUR 61,38 Mio. (Vorjahr: EUR 64,56 Mio.) und hat sich damit geringfügig um 4,9 % vermindert. Die Finanzanlagen haben sich mit EUR 12,44 Mio. (Vorjahr: EUR 12,44 Mio.) gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Der Anteil an der Bilanzsumme stieg leicht auf 20,3 % (Vorjahr: 19,3 %). Das Umlaufvermögen inklusive aktiver Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 26,76 Mio. (Vorjahr: EUR 29,29 Mio.) lag bei 43,6 % (Vorjahr: 45,4 %) der Bilanzsumme. Wesentlicher Bestandteil dieses Postens sind die konzerninternen kurzfristigen Ausleihungen mit einem Buchwert in Höhe von EUR 20,06 Mio. (Vorjahr: EUR 23,62 Mio.). Zu dieser Veränderung hat insbesondere die Tilgung von Darlehen durch die 3U ENERGY AG beigetragen. Die vorhandenen liquiden und liquiditätsnahen Mittel sind um EUR 1,98 Mio. auf EUR 4,27 Mio. (Vorjahr: EUR 2,29 Mio.) gestiegen. Das Eigenkapital betrug EUR 46,85 Mio. (Vorjahr: EUR 48,82 Mio.). Die Eigenkapitalquote beträgt im Jahr 2017 damit 76,3 % (Vorjahr: 75,6 %). Innerhalb der Verbindlichkeiten haben sich die Bankverbindlichkeiten aufgrund von Tilgungsleistungen auf EUR 6,44 Mio. (Vorjahr: EUR 7,79 Mio.) vermindert. Gesamtaussage Die Vermögens- und Finanzlage ist weiterhin zufriedenstellend. Jedoch ist der Vorstand mit der Entwicklung der Ertragslage nicht zufrieden. Insbesondere die Beteiligungserträge und die Ergebnisse aus der Ergebnisabführung von Tochtergesellschaften sind unter den Erwartungen geblieben. Die 3U HOLDING AG war jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und dies ist auch für 2018 gewährleistet. Die Vermögens lage ist insbesondere aufgrund der weiterhin sehr guten Eigenkapitalquote nach wie vor als zufriedenstellend zu bezeichnen. NachtragsberichtEreignisse von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ereignet. Risiko-, Chancen- und PrognoseberichtRisikoberichtRisikomanagementsystem der 3U HOLDING AG Unternehmerisches Handeln ist stets mit Risiken verbunden. Ein bewusstes Eingehen von Risiken zugunsten des unternehmerischen Erfolgs ist unumgänglich und sinnvoll. Der 3U Konzern setzt sich mit allen Risiken und Chancen systematisch auseinander und verfolgt dabei einerseits das Ziel, kontrolliert und bewusst Risiken zu erkennen und zu steuern, und andererseits die sich bietenden Chancen zu nutzen. Die Risikopolitik des 3U Konzerns legt daher das gewünschte Verhältnis zwischen Risiken und Chancen fest und ist eng verknüpft mit den strategischen Unternehmenszielen. Das Risiko- und Chancenmanagementsystem der 3U HOLDING AG trägt den Namen „3U-RICH“. Im Rahmen des Risikomanagements werden in den regelmäßigen Reportings durch den Risikomanager in erster Linie nur Risiken betrachtet. Chancen werden insbesondere in den Risikoinventuren der einzelnen Gesellschaften identifiziert und dokumentiert. Eine umfassendere Analyse und Auswertung erfolgt jedoch durch den Vorstand und die Geschäftsführung der jeweiligen Gesellschaften im Rahmen der strategischen Unternehmensplanung. Das Risikomanagement dient der Sicherung der Unternehmensziele, des Unternehmenserfolges und der Senkung der Risikokosten. Um eine optimale Unternehmenssteuerung zu erzielen, und um den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden, verfügt der Vorstand über ein für die Größe der Gesellschaft angemessenes Risikomanagementsystem. Dieses konzernweite Risikomanagementsystem umfasst neben dem Mutterunternehmen auch alle Tochtergesellschaften. Daher ist die systematische Auseinandersetzung mit potenziellen Chancen und Risiken sowie der risikobewusste Umgang mit diesen ein zentraler Ausdruck unserer Zukunftssicherung und -gestaltung in diesem dynamischen Marktumfeld. Das Risikomanagementsystem wird den sich ändernden Rahmenbedingungen entsprechend angepasst und unterliegt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, um sicherzustellen, dass neben den internen Veränderungen auch externe Faktoren, wie z. B. Gesetzesänderungen, berücksichtigt werden. Im Hinblick auf eine optimale Berichterstattung werden im Risikomanagementsystem der 3U HOLDING AG die wesentlichen Risiken von allen Tochtergesellschaften methodisch einheitlich reportet. Zusätzlich werden in den einzelnen Gesellschaften vorhandene spezifische Risiken von diesen bewertet. Das Risikomanagementsystem der 3U HOLDING AG entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Der 3U Konzern hat im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses die Themen Compliance, Rechnungslegungsprozess und IKS in das Risikomanagementsystem eingebunden. Dabei orientiert sich die 3U an dem international anerkannten Standard COSO ERM, soweit die Unternehmensführung die dort beschriebene Vorgehensweise für angemessen hält. Vorstand und Aufsichtsrat des 3U Konzerns verdeutlichen damit die Bedeutung der Corporate Governance, die für eine verantwortungsbewusste und auf langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtete Führung und Kontrolle des Unternehmens steht. Risikomanagementstrategie Abgeleitet aus den Unternehmenszielen legt der Vorstand eine Risikostrategie fest, in der die grundlegenden Rahmenbedingungen für das Risikomanagementsystem vorgegeben werden. Darauf basierend werden strategische Maßnahmen zur Zielerreichung erarbeitet und abgeleitet. Ziel ist nicht die Vermeidung aller potenziellen Risiken, sondern die Schaffung von Handlungsspielräumen unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit des Konzerns, die aufgrund einer umfassenden Kenntnis der Risiken und Risikozusammenhänge ein bewusstes Eingehen von Risiken ermöglichen. Verantwortungs- und Reportingkonzept Das vom Vorstand des 3U Konzerns für den gesamten Konzern eingeführte Risikomanagementsystem hat sich als effizient bewährt. Alle Mitarbeiter des Konzerns sind angehalten, sich im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben und Verantwortungen risikobewusst zu verhalten. Unmittelbar verantwortlich für die Früherkennung und Steuerung von Risiken sind die jeweiligen operativen Risikoverantwortlichen. Regelmäßige Schulungen tragen dazu bei, dass sich alle Mitarbeiter der Vorgaben und der Systematik bewusst sind. Mit Unterstützung der professionellen Risikomanagementsoftware r2c der Schleupen AG können die Prozess- und Arbeitsabläufe im Risikomanagement innerhalb des Konzerns im Hinblick auf Effektivität und Effizienz des Systems zunehmend weiter verbessert werden. Die Software unterstützt sowohl die Risikoverantwortlichen als auch den Risikomanager in der Bewertung und Steuerung der Risiken in allen Konzerngesellschaften. Die Gesamtverantwortung für die Funktionsfähigkeit und Effektivität des Risikomanagementsystems obliegt dem Vorstand des 3U Konzerns. Dieser wird regelmäßig durch den Risikomanager im Rahmen von standardisierten Reportings über die aktuelle Risiko situation und deren mögliche zukünftige Entwicklung informiert. Neben dem Vorstand erhält auch der Aufsichtsrat des 3U Konzerns unmittelbar durch den Risikomanager des Konzerns dieses standardisierte Reporting. Die Geschäftsführer der einzelnen Tochter unternehmen sind verpflichtet, sich über einen Zugriff auf die Risikomanagementsoftware fortlaufend über die Risikolage in ihren Gesellschaften zu informieren. Durch den Einsatz der Risikomanagementsoftware besteht ein hoher Detaillierungsgrad in der Berichterstattung. Der Vorstand entscheidet nach Rücksprache mit dem Risikomanager und ggf. den Risikoverantwortlichen über die Vorlagen aus dem Risikomanagement und veranlasst erforderliche Maßnahmen, basierend auf aktuellen Risikoannahmen. Darüber hinaus informiert er regelmäßig den Aufsichtsrat über diese Risiko entwicklung und die veranlassten Maßnahmen. Über die Effizienz und Effektivität der Prozesse im Risikomanagementsystem sowie die Einhaltung der Regelungen und Richtlinien wird dem Aufsichtsrat mindestens zwei Mal jährlich im Rahmen von Konsultations- und Auditprozessen im Beisein des Risikomanagers Bericht erstattet. Dabei werden auch die Themen Rechnungslegungsprozess, IKS und Compliancemanagement berücksichtigt, so dass der Aufsichtsrat dadurch die Überwachungspflichten gem. § 107 Abs. 3 S. 2 AktG systematisch erfüllt. Methodik des Risikomanagementsystems In dem Risikomanagementsystem der 3U HOLDING AG werden in Risikoinventuren teilweise bis hinunter auf Abteilungsebene der einzelnen Tochterunternehmen die Chancen und Risiken des 3U Konzerns so vollständig wie ökonomisch sinnvoll erfasst, um entwicklungsbeeinträchtigende und bestandsgefährdende Entwicklungen so früh wie möglich zu identifizieren und aussichtsreiche Entwicklungen zu erkennen. Die dabei identifizierten Risiken und Chancen werden nach möglichen Schadenshöhen/Ergebniserwartungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet. Die Steuerung bzw. Behandlung dieser Risiken und Chancen erfolgt auf zwei Wegen. Für die im Rahmen dieser Risikoinventur identifizierten Risiken werden Indikatoren mit Messwerten und zugehörigen Schwellenwerten festgelegt, die geeignet sind, eine Überwachung und Bewertung der Risiken zu ermöglichen. Die ständige Beobachtung und Bewertung erfolgt durch die dezentralen Risikoverantwortlichen und den zentralen Risikomanager anhand operativer und finanzieller Kennzahlen und sind Bestandteil des Reportings. Chancen werden im Rahmen der jeweiligen Unternehmensstrategie gesteuert und sind derzeit nicht Bestandteil des laufenden Reportings. Im Berichtsjahr wurde die systematische Dokumentation von identifizierten Chancen aus den Risikoinventuren fortgesetzt. Obwohl Chancen untrennbar mit Risiken zusammenhängen, unterscheiden sich deren Charakteristika aber von denen der Risiken, was einen differenzierteren Umgang erforderlich macht (Chancen können sich z. B. nur dann auszahlen, wenn sie auch wahrgenommen und bewusst genutzt werden und benötigen in der Regel einen längeren Zeitraum, um sich zu entwickeln und realisieren zu lassen). Daher werden die identifizierten Chancen nicht wie die Risiken mittels der Software bewertet, sondern regelmäßig überprüft und Maßnahmen ggf. angepasst. Festlegung des Risikoverständnisses Das Risiko ist die Möglichkeit einer negativen Abweichung des tatsächlichen Ergebnisses vom erwarteten Ergebnis (Unternehmensziel). Hierbei besteht die Gefahr, dass unerwünschte Ereignisse eintreten (Vermögensverlust bzw. Ertragsminderung) oder die Gefahr, dass erwünschte Ereignisse nicht eintreten (verpasste Chancen). Abgrenzung der Begriffe Brutto- und Nettorisiko Die Bewertung der identifizierten Risiken im Rahmen der Risikoinventuren erfolgt über die Methodik der sogenannten Brutto-bzw. Nettorisiken. Bei der Bestimmung der Bruttorisiken werden die kompensierenden Kontrollen der Risikobegrenzung und -steuerung zunächst nicht berücksichtigt. Als kompensierende Kontrollen werden Maßnahmen definiert, die ein Risiko vermeiden, vermindern oder verlagern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Risiken auf einem vertretbaren Niveau zu akzeptieren, sofern eine weitere Reduktion nicht wirtschaftlich ist. Eine reine Betrachtung der Bruttorisiken ist deshalb notwendig, da bei einer reinen Nettobetrachtung die Gefahr besteht, dass aktuell gut kontrollierte, jedoch grundsätzlich bestandsgefährdende Risiken nicht fortlaufend und zeitnah überwacht werden. Dies könnte dazu führen, dass Veränderungen in den Prozessen und daraus eventuell resultierende Risiken nicht rechtzeitig erkannt werden. Basis für das operative Risikomanagement sind die verbleibenden Nettorisiken. Sie resultieren, wenn die bestehenden kompensierenden Kontrollen in der Risikobetrachtung Berücksichtigung finden. Die Bruttorisiken werden durch die internen Kontrollen zu Nettorisiken (Restrisiken) ![]() Die Risikobewertungen werden sowohl der Brutto- als auch der Nettorisiken in den Kategorien Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit mit Hilfe von Kennzahlen durchgeführt. Für die Eintrittswahrscheinlichkeit sind folgende Kennzahlen vergeben:
Die Schadenshöhen werden auf Einzelgesellschaftsebene für jede Gesellschaft individuell festgelegt. Einzelne Risiken werden auf Konzernebene aggregiert und gemäß einem Bewertungsschema kategorisiert. Die Schadenshöhen der Risiken im Konzern orientieren sich am gezeichneten Kapital 3U HOLDING AG. Die Kennzahlen werden unterschiedlichen Schadenshöhen (Auswirkungen/Schaden) zugeordnet:
Aus der Multiplikation der Kennzahlen für Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit lässt sich eine Einteilung in vier Risikoklassen ableiten. Risikoklassen ![]() Die Risikoklasse 1 ist dabei die höchste Kategorie und die sich darin befindlichen Risiken sind möglicherweise bestandsgefährdend. Alle in den Risikoinventuren identifizierten Risiken werden gesteuert. Dabei unterscheiden sich die eingesetzten Maßnahmen in Ihrem Umfang. Ausnahmen sind allerdings im Einzelfall möglich. Dies ist dann durch den Vorstand zu genehmigen. Dazu gehört beispielsweise die Herausnahme eines Risikos aus der Steuerung, wenn im Rahmen des monatlichen Reportings über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten die Bewertung in der Risikoklasse 4 liegt. Im Anschluss an die Risikoinventuren werden die ermittelten Kennzahlen in die Software übertragen. Im Rahmen des Reportings werden die Kennzahlen und die Klassen anhand der quantitativen Bewertung in Schadenshöhe in Euro und Eintrittswahrscheinlichkeit in Prozent dargestellt. Aus der Multiplikation dieser beiden Größen ergibt sich dann ein Erwartungswert in Euro. Dieser ist wiederum übertragbar in die Darstellung der Risikoklassen. Um die Verständlichkeit zu erhöhen und die Auswirkungen besser zu erläutern, sind in der folgenden Darstellung ausgewählte wesentliche Brutto-Risiken des Konzerns auf Segment-Ebene in ihrer Netto-Betrachtung qualitativ aufgeführt.
Risiken Die wesentlichen aktuellen und zukünftigen Risiken im Konzern Aus der Gesamtheit der für den Konzern identifizierten Risiken werden nachfolgend die wesentlichen Risiken in den einzelnen Segmenten genannt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Einzelgesellschaften und aggregiert die des 3U Konzerns bei einem potenziellen Eintritt wesentlich beeinflussen könnten. Die Risiken in den Segmenten ITK und Erneuerbare Energien waren auch im Berichtsjahr 2017 diejenigen Risiken mit dem höchsten Risikopotenzial in Bezug auf Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dies liegt daran, dass die Erwartungswerte im Hinblick auf die Schadenshöhen bei Eintritt eines Risikos in diesen beiden Segmenten deutlich über den Erwartungswerten der Schadenshöhe bei Eintritt eines Risikos im Segment SHK oder anderer Risiken, die mittelbar oder unmittelbar auf den 3U Konzern wirken, lagen. In den Risikoinventuren der schon im Vorjahr im Konzern befindlichen Gesellschaften wurden überwiegend die Risiken aus den zurückliegenden Risikoinventuren bestätigt, lediglich die Ausprägung in Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit variiert. Die Variierung berücksichtigt dabei die geänderten Markt- bzw. operativen Bedingungen. Aber auch neue Risiken und Risikoszenarien wurden identifiziert und bewertet. Werden durch den Konzern Investitionen in neue Gesellschaften getätigt, werden diese einer Risikoinventur unterzogen, um gesellschaftsspezifische Risiken zu identifizieren und zu bewerten und anschließend in das Konzernsystem und -reporting zu integrieren. Allgemeine wirtschaftliche Risiken in den Segmenten Es sind einzelne Risiken in allen Segmenten des Konzerns zu erkennen, deren Identifizierung, Bewertung und Steuerung über die Segmentgrenzen hinaus erforderlich waren. Dazu gehören neben operativen auch strategische Risiken. Die operativen Risiken konzentrieren sich in allen Unternehmenssegmenten auf Vertragsverpflichtungen, mögliche Ausfälle und Schäden an den technischen Systemen, auf das Personal und die Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse. Die strategischen Risiken beziehen sich u.a. auf die Regulierung und Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen. Jedes betriebswirtschaftliche Handeln eines Unternehmens basiert auf Verträgen, u. a. mit Geschäftspartnern. Nahezu alle Teile der Organisationsstruktur im Konzern sind davon betroffen. Vertragsrisiken bestehen z. B. in der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei der Vertragsgestaltung, der Einhaltung von Vertragsfristen und in der Vertragsdurchsetzung mit Geschäftspartnern. Der Konzern steuert dieses Risiko in Form eines Vertragsmanagements durch die konzerninterne Rechtsabteilung. Darüber hinaus werden bei der Auswahl von Geschäftspartnern spezifische Kriterien geprüft und bewertet. Die Dienstleistungen des Segments ITK basieren im Wesentlichen auf Softwareanwendungen sowie auf Informations- und Telekommunikationstechnologien. Auch in den Segmenten Erneuerbare Energien und SHK ist der Einsatz dieser Technologien von großer Bedeutung. Wesentlich für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und die Durchführung kritischer Prozesse sind deshalb die IT-Verfügbarkeit und die IT-Infrastruktur. Entsprechende Systemredundanzen, zeitnahe Ersatzinvestitionen und regelmäßige Wartungen halten dieses Risiko auf marktüblichem Niveau. Diesen IT-Risiken begegnet der 3U Konzern unter anderem dadurch, dass sich die Ausrichtung des Informationssicherheitsmanagementsystems an der ISO 27001 orientiert. In allen Unternehmensteilen des 3U Konzerns wird hoch qualifiziertes Personal benötigt. Das Fehlen oder der Verlust von notwendigem Wissen bzw. von notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen innerhalb der Schlüsselpositionen dieser Unternehmen könnte das Erreichen der jeweiligen Unternehmensziele gefährden. Daher wird das Personalmanagement aller Unternehmensteile zentral über die 3U HOLDING gesteuert. Entsprechend der Planung werden geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht und eingestellt bzw. bereits vorhandenes Personal über eine Nachfolgeplanung qualifiziert. Die Beachtung allgemein üblicher Grundsätze der Mitarbeiterführung bildet die Basis für ein gutes Betriebsklima. Mitarbeiterführung und Mitarbeiterentwicklung bilden die Grundlage einer positiven Unternehmenskultur. Darüber hinaus wird zum Beispiel durch ein leistungsorientiertes Vergütungssystem sowie interne und externe Schulungsmaßnahmen eine hohe Loyalität und Verbundenheit der qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Unternehmen erreicht. Diese Maßnahmen greifen auch, wenn aufgrund von Beteiligungen und Übernahme von Gesellschaften durch die 3U HOLDING Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neu in den Konzern integriert werden. Um die Konzernziele erreichen zu können, müssen diese mit den Geschäftsprozessen und der damit verbundenen Produktivität des Konzerns abgestimmt sein. Dies gilt auch für Gesellschaften, die durch Kauf oder Beteiligung der 3U in die Konzernstrukturen integriert werden. Der Einsatz von modernen Methoden im Qualitäts- und Prozessmanagement unterstützt die kontinuierliche Verbesserung auch in diesem Bereich. Zusätzlich muss die vertikale oder horizontale Kommunikation innerhalb des Unternehmens effizient sein und sich im Einklang mit den übertragenen Verantwortlichkeiten oder festgelegten Maßnahmen befinden. Grundlagen, die dies sicherstellen sollen, bilden sowohl Arbeits- und Verfahrensanweisungen wie auch Funktionsbeschreibungen und Richtlinien, die regelmäßig, auch im Rahmen des Qualitätsmanagements, überprüft und ggf. aktualisiert werden. Ein effektiver und effizienter Ablauf in allen Geschäftsprozessen vermindert auch das Risiko einer mangelnden Kundenzufriedenheit. Compliancemanagement Das Compliancemanagement ist Teil des konzernweiten Risikomanagementsystems. Um die immer anspruchsvoller werdenden Anforderungen und Erwartungen erfüllen zu können und die sich ergebenden Risiken weiter zu vermindern, wurde das Compliancemanagement kontinuierlich optimiert. Wesentliche Bestandteile des Compliancemanagements bilden ein Wertemanagementsystem, ein „Whistleblowing“-Prozess sowie weitere aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen. Regelmäßig finden Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen im Hinblick auf einzuhaltende Regeln und Vorgaben statt. Risiken aus der Regulierung und Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen Risiken aus der Regulierung und Änderung von gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Bereichen Telekommunikation/IT und besonders erneuerbare Energien werden für die gegenwärtigen Segmente und zukünftigen Beteiligungen des 3U Konzerns auch weiterhin bestehen. Besonders die Diskussionen im Hinblick auf die Förderung erneuerbarer Energien haben im Markt für Verunsicherung gesorgt. Im Berichtsjahr konnte die 3U mit der Entwicklung von Windparkprojekten zwar einen wichtigen Schritt im Bereich Erneuerbare-Energien-Projekte machen, eine sachgerechte und nachhaltige Planung von Großprojekten in diesem Segment wird jedoch durch fortdauernde Änderungen der gesetzlichen Grundlagen, wie bspw. durch das ab 2017 eingeführte Ausschreibungsmodell, erschwert. Die Entwicklungen werden durch den Konzern intensiv beobachtet, um zeitnah reagieren zu können. Risiken aus dem Segment ITK Aufgrund des stark sinkenden Anteils des Produktsegments Call-by-Call verschieben sich im Segment ITK die Risiken in Richtung der anderen Produktgruppen. Den seit längerem bekannten Risiken im Call-by-Call-Markt wie Flatrates, der Substitution des Festnetzes durch Mobilfunk und möglichen regulatorischen Eingriffen durch Behörden begegnet das Segment ITK unter anderem durch ein aktives Tarifmanagementsystem und mit der Optimierung der Verbindungswege. Darüber hinaus fokussiert man sich auf profitable Produkte im Geschäftskundenbereich (Wholesale und Mehrwertdienste) und nutzt Möglichkeiten der Netzoptimierung sowie weitere neue Produkte (z.B. Rechenzentren). Hier liegen die Risiken weniger in regulatorischen Risiken, sondern mehr in allgemeinen Kunden- und Lieferantenbeziehungen (B2B). In dem Zusammenhang stellt eine mögliche Störung der angebotenen Netzdienste ein großes Risiko dar, welchem durch den Ausbau und die Redundanz der Netzinfrastruktur und der dazu gehörenden Prozesse entgegengewirkt wurde. Ein durch die zunehmende Digitalisierung steigendes Risiko ist die Sicherheit im Netz, welches erhöhte Anforderungen an die überwachungstechnische Ausstattung (aktives Monitoring und Sperrsysteme) stellt. Die Cloud-Aktivitäten operieren in einem dynamischen Marktumfeld mit innovativen Lösungen. Hier besteht das Risiko, dass Anforderungen und Entwicklungen nicht rechtzeitig erkannt und umgesetzt werden. Daher wird der Markt sehr genau beobachtet und wenn es wirtschaftlich vertretbar und angemessen ist, werden die Lösungen entsprechend angepasst. So konnte auch 2017 das Geschäftsmodell weiterentwickelt werden. Die Anzahl der Anwender der Cloud-Produkte steigt stetig an. Hier besteht das Risiko einer fehlenden Kunden zufriedenheit insbesondere aufgrund von unterschiedlichsten Erwartungen. Durch Einsatz einer regelmäßigen Qualitätsprüfung und durch engen Kontakt mit den Kunden wird diesem Risiko begegnet. Um den Risiken einer nichtmarktkonformen Produktentwicklung entgegenzuwirken, werden vermehrt Gespräche mit strategischen Partnern und Finanzinvestoren geführt, um das Wachstum und die Expansion in neue Märkte voranzutreiben. Risiken aus dem Segment Erneuerbare Energien Neben den allgemeinen Risiken im Konzern bestehen in diesem Segment gesetzliche/regulatorische Risiken sowie Risiken im Umgang mit Lieferanten und Kunden. Die Diskussionen über die staatliche Förderung erneuerbarer Energien haben auch zur Verunsicherung der Verbraucher und Versorger und damit verbundener geringer Planungssicherheit beigetragen. Die Unsicherheit im ab 2017 geltenden Ausschreibungsmodell im Bereich der Windkraftprojektentwicklung beschleunigt die aktuell stattfindende Marktkonsolidierung. Mit der Entwicklung von Projekten im Bereich Windkraftanlagen versucht der 3U Konzern die Chancen, die sich in diesem Markt bieten, konsequent zu nutzen. Gut geplante Erneuerbare-Energien-Projekte erfordern zwar hohe Investitionssummen, bieten aber auch eine relativ hohe Wertsicherheit. Die Realisierung solcher Großprojekte beinhaltet auch gesetzliche und genehmigungsrechtliche Risiken, z. B. baurechtliche Auflagen. Diesen Risiken begegnet die 3U HOLDING AG u. a. durch den Einsatz von qualifiziertem internem und externem Personal. Die gesellschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklungen werden durch den Konzern intensiv beobachtet, um zeitnah reagieren zu können. Mit seinem Geschäftsmodell war der 3U Konzern schon bisher von der sinkenden Vergütung gemäß EEG betroffen. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 (EEG 2017) wurde der gesetzliche Anspruch auf eine EEG-Förderung durch ein Auktionsverfahren abgelöst. Das von der Bundesnetzagentur durchgeführte Gebotsverfahren bestimmt mit dem Zuschlag auch die konkrete Förderhöhe für die jeweilige Anlage. Das Verfahren gilt für alle Anlagen, die nach dem 1. Januar 2017 genehmigt werden. Diesen speziellen Heraus forderungen in diesem Teilbereich der erneuerbaren Energien begegnet der 3U Konzern mit verstärkter Konzentration auf individuelle Wettbewerbsvorteile, sofern sich die Risiken nicht durch entsprechende vertragliche Vereinbarungen reduzieren lassen. Risiken aus dem Segment SHK Risiken im Umgang mit Lieferanten und Kunden, wie z. B. Lieferanten- und Forderungsausfall oder Veränderungen in den Einkaufs- und Verkaufspreisen, werden durch das Lieferanten- und Forderungsmanagement gesteuert. Zahlungsausfälle zu vermeiden, offene Forderungen an Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen möglichst ohne Ausfälle einzutreiben und die gesamten Bereiche des Kreditmanagements, des Konditionenmanagements und auch des Debitorenmanagements sind die Aufgaben des Forderungsmanagements im weitesten Sinne. Im engeren Sinne bezeichnet das Forderungsmanagement das Eintreiben offener Zahlungen aus Lieferungen, Leistungen und Krediten, die bereits in Verzug geraten sind. Das Forderungsmanagement sichtet, ordnet, registriert und organisiert die offenen Zahlungen und sorgt dafür, dass bei Zahlungsverzug der Rechnungsempfänger rechtzeitig, umfassend und wirkungsvoll an seine Vertragspflichten aus dem Abverkauf von Waren oder Leistungen erinnert wird. Im Auftrag des Rechnungsstellers übernimmt das Forderungsmanagement die Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen Unternehmen und Kunden. Damit sichert ein professionelles Forderungsmanagement die fortlaufende Liquidität der Unternehmen. Durch die regelmäßige Durchführung umfassender Lieferantenbeurteilungen und -bewertungen wird das Risikopotenzial in diesem Bereich ebenfalls reduziert. Finanzrisiken Der 3U Konzern ist als am Markt präsentes Unternehmen diversen Risiken ausgesetzt. Daher ist es ein zentrales Ziel der Unternehmensführung, die Steuerung und Verminderung von Finanzrisiken im Hinblick auf die Schaffung verlässlicher Planungen zu erreichen. Wesentliche Risiken betreffen bei möglicher Unterschreitung der geplanten Ergebnisse die Kapitalausstattung und Finanzierungskraft, da eine geringe Eigenkapitalausstattung zu einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Gesellschaft führen kann, dies insbesondere bei Akquisitionen und bei Abschluss von Anschluss- oder Neufinanzierungen. Ein weiteres wichtiges Finanzrisiko ist das Risiko der Konzentration des Umsatzes auf einen oder wenige wesentliche Kunden. Dieses Risiko korreliert mit dem Ausfallrisiko, d. h. dem Risiko, dass ein Vertragspartner einer finanziellen Transaktion nicht in der Lage sein wird, seine Verpflichtungen zu erfüllen und der 3U Konzern damit finanziellen Verlusten ausgesetzt ist. Werden durch den 3U Konzern Auslandsgeschäfte getätigt, werden in diesem Zusammenhang Währungsrisiken einer intensiveren Betrachtung und Analyse unterzogen und - wenn ökonomisch sinnvoll - auch Kurssicherungsgeschäfte vorgenommen. Darüber hinaus zählen der Aktienkurs, der Einkauf, die Liquidität sowie die Markt- und Zinsänderungen zu den wesentlichen Bereichen, in denen finanzielle Risiken auftreten könnten. Dem möglichen Eintreten dieser potenziellen Risiken wird durch ein konzernweit implementiertes Forderungs- und Liquiditätsmanagement entgegengewirkt, welches sicherstellt, dass jederzeit ausreichend Liquidität für das operative Geschäft zur Verfügung steht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden messbare Erfolge im Management des Ausfall- und Zinsänderungsrisikos erzielt, u.a. durch die Unterstützung externer Dienstleister und Geschäftspartner mit entsprechender Expertise. Derivative Finanzinstrumente werden im 3U Konzern nur zur Absicherung des Grundgeschäfts verwendet. Bevor derivative Finanzinstrumente zum Einsatz kommen, werden sorgfältige Risikoanalysen und -bewertungen durchgeführt, um durch adäquate Maßnahmen das Risiko potenzial zu minimieren. Die 3U HOLDING AG hat eine nahezu ambivalente Haltung zu dem aktuell niedrigen Zinsniveau. Auf der einen Seite ist sie davon negativ betroffen, da sie ihre liquiden Mittel ausschließlich in Sichteinlagen und festverzinslichen kurzfristigen Anlagen investiert hat und dadurch aktuell nur geringe Zinseinnahmen generiert. Gleichzeitig nutzte die 3U das niedrige Zinsniveau, um sich langfristiges Fremdkapital zu attraktiven Zinssätzen zu sichern. Da das niedrige Zinsniveau in Deutschland vorerst Bestand haben sollte, plant 3U bei zukünftigen Investitionen in den Ausbau bestehender sowie bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder vermehrt Fremdkapital einzusetzen. Einschätzung des Managements zur Gesamtrisikosituation Von den dargestellten wesentlichen Risiken kann heute und auch in der Zukunft potenziell eine wesentliche Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des 3U Konzerns ausgehen. Unsere wesentlichen Herausforderungen umfassen insbesondere die regulatorischen Rahmenbedingungen und den intensiven Wettbewerb. Die Veränderungen in der Risikoentwicklung aller Segmente haben Maßnahmen seitens des Vorstands erforderlich gemacht. Unser Risikomanagementsystem in Verbindung mit weiteren Planungssystemen und Reports ermöglicht das frühzeitige Erkennen von möglichen Risiken und unterstützt in der Folge bei der Risikosteuerung. Dennoch können zukünftig aufgrund fehlerhafter Annahmen Risiken auftreten, die dann von den Unternehmenserwartungen abweichen und sogar den Fortbestand des 3U Konzerns in einem überschaubaren Zeitraum gefährden könnten. ChancenberichtIm 3U Konzern werden Chancen und Risiken systematisch identifiziert und ausgewertet. Potenzielle Chancen werden im Rahmen der Risikoinventuren der einzelnen Gesellschaften erörtert und dokumentiert, um hierdurch auch potenzielle Risiken erkennen und abgrenzen zu können. Die weitergehende Analyse und Beurteilung von Chancen sowie mögliche Maßnahmen obliegen dem Vorstand und der Geschäftsführung der jeweiligen Gesellschaften im Rahmen ihrer Unternehmensstrategie. Da Chancen auch immer mit Risiken einhergehen, ist es sinnvoll, Risiken und Chancen, wo möglich, immer gemeinsam zu betrachten, um unter einer umfassenden Kenntnis der Risiken und Risikozusammenhänge potenzielle Gewinnchancen bewusst und kontrolliert nutzen zu können. Im Folgenden sind die wesentlichen Chancen, die innerhalb der einzelnen Segmente identifiziert wurden, dargestellt. Segment ITK Grundsätzlich gehen die Umsätze und Deckungsbeiträge im Call-by-Call-Geschäft und insgesamt im Bereich Voice Retail zurück. Zwar ist der 3U Konzern auch von dieser Entwicklung betroffen, konnte aufgrund seiner Strategie aber weiterhin bedeutende Margen in diesem Bereich erzielen. Insbesondere kann durch eine hohe Prozessautomatisierung, aktives Tarifmanagement sowie Nutzung der Einkaufssynergien aus dem Bereich Voice Business der Rückgang der Margen im Call-by-Call-Geschäft stark verlangsamt werden. Wenngleich davon ausgegangen werden muss, dass die Umsätze im klassischen Voice-Retail-Bereich auch langfristig weiter sinken werden, bergen neue Produkte im Bereich Data Center Services & Operation profitable Chancen für das Segment ITK. Die Rechenzentren in Hannover und Berlin bieten langfristig bedeutendes und stabiles Ertragspotenzial. Im Bereich Voice Business führt eine kontinuierliche Optimierung der Technologieplattform zur Kostensenkung bei gleichzeitiger Flexibilitätssteigerung. Damit besteht die Chance, die Deckungsbeiträge und die Umsätze in diesem Bereich zu steigern. Der 3U Konzern hat seine Aktivitäten im Bereich Cloud Computing im Geschäftsjahr 2017 weiter ausgebaut und die Vermarktung der Business Apps der weclapp Suite vorangetrieben. Die positive Geschäftsentwicklung setzte sich fort. Mittelfristig ist von einer stetig weiter ansteigenden Nutzerzahl der weclapp Suite auszugehen. Eine Expansion in neue Märkte durch die Unterstützung strategischer Partner und Finanzinvestoren wird weiterhin angestrebt. Segment Erneuerbare Energien Der Solarpark Adelebsen produzierte das ganze Jahr über Strom zu den im EEG festgelegten Vergütungssätzen. Seit August 2014 nutzt der Solarpark die Chance der gesetzlichen Förderung der Direktvermarktung und hat dazu einen Vertrag mit der E.ON Energie Deutschland GmbH abgeschlossen. Ein wichtiger strategischer Meilenstein auf dem Weg zum Ausbau des Bereichs Erneuerbare-Energien-Projekte war im Geschäftsjahr 2014 der Kauf von Windparkprojekten sowie der Erwerb eines bestehenden Windparks mit 15 Windkraftanlagen. Die Windparkprojektentwicklung umfasst ein umfangreiches Windparkprojektportfolio. Aktuell befinden sich die Windparkprojektentwicklungen in unterschiedlichen Stadien. Neben Veräußerungen von fertigen Windparks wird 3U aller Voraussicht nach Zusatzerträge durch den selektiven Verkauf von Projekten in früheren Projektphasen generieren. Die 3U HOLDING AG behält sich neben den verschiedenen Verkaufsmöglichkeiten von Windparkprojekten zudem die Option vor, fertiggestellte Windkraftanlagen selbst im Rahmen ihres Engagements im Bereich Erneuerbare Energien zu betreiben und somit zusätzlichen Cashflow zu generieren. Somit könnte sich hier ein erhebliches Gewinnpotenzial ergeben, sowohl aus dem Betrieb bzw. Verkauf von fertigen Windkraftanlagen als auch aus dem selektiven Verkauf von Projektentwicklungen. Chancen ergeben sich aus dem Ausschreibungsverfahren des EEG 2017 daraus, dass kleinere Projektentwickler die durch die notwendigen Sicherheitsleistungen zusätzlich erhöhten Vorfinanzierungskosten nicht tragen können und ansonsten lukrative Projekte günstig veräußern. Mit der Entwicklung und der Errichtung der beiden Windparks Lüdersdorf und Schlenzer hat die 3U HOLDING AG die ersten vier Windkraftanlagen errichtet. Insgesamt verfügen diese Anlagen über eine elektrische Leistung von 12,1 MW. Neben dem Eigenbetrieb von Anlagen im 3U Konzern und der Erzielung von Einspeisevergütungen gemäß EEG, besteht bei Windparkprojekten die Möglichkeit der Vereinnahmung hoher einmaliger Erträge durch die Veräußerung von eigenentwickelten Windparkprojekten. Segment SHK Im Onlinehandel konnte die in den letzten Jahren erreichte Position weiter ausgebaut und zusätzliche Marktanteile gewonnen werden. Dazu trug auch die Erweiterung des Produktportfolios um bspw. ein vergrößertes Pumpensortiment, Pelletöfen, dezentrale Lüftungsgeräte und Rohrinstallationssysteme sowie das Fußbodenheizung-Trockenestrichsystem bei. Auch die verbesserte Kundenfreundlichkeit (z. B. längere Servicezeiten und erweiterte Zahlungsmöglichkeiten) sowie die hervorragenden Kundenbewertungen über Trusted Shops eröffnen die Chance für ein überdurchschnittliches Wachstum und so darf von einer weiteren überaus positiven Entwicklung in den kommenden Jahren ausgegangen werden. Außerdem sind wir im Bereich Heizen, Kühlen, Lüften (HKL) als Anbieter von Einkaufs- und Logistikdienstleistungen für die technische Gebäudeausstattung sowie als Produktions- und Handelsunternehmen für den Großhandel tätig. Das aktuelle Produktportfolio umfasst Produkte für Fußbodenheizung/Heizung, kontrollierte Wohnraumlüftung, Sanitär, Solar, Energie- und Wärmegewinnung sowie Wärmespeicherung und Wärmeversorgung. Zudem wurde im Jahr 2014 mit der Produktion kaschierter Ware, einer Grundkomponente im Bereich der Fußbodenheizung, begonnen. Mit dem Trockenestrichsystem ClimaTE 25 vertreiben wir ein im Konzern entwickeltes Renovierungssystem, das die hohe Kompetenz der 3U in der Flächentemperierung unterstreicht. Durch die zentrale Steuerung des Einkaufs können wir ein höheres Einkaufsvolumen generieren, als dies den Einzelgesellschaften möglich wäre. In der Folge lassen sich günstigere Einkaufskonditionen realisieren, welche an die Kunden weitergegeben werden können und sich damit die Chance ergibt, überdurchschnittlich Marktanteile gewinnen zu können. Darüber hinaus entwickelt und vertreibt der 3U Konzern Flächenheiz- bzw. Kühlsysteme. Diese zeichnen sich durch hohe Verarbeitungsqualität und Komfort sowie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aus. Damit entstehen positive Vermarktungsmöglichkeiten mit entsprechenden Ertragspotenzialen. PrognoseberichtKonjunkturausblick Vor allem aufgrund der Steuerreform in den USA verbessern sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Wachstumsaussichten nicht nur für die USA, sondern auch für Deutschland und die gesamte Weltwirtschaft. In dem im Januar 2018 aktualisierten Ausblick erhöhte der Fonds seine Konjunkturprognosen für die globale Wirtschaft. Sie wird demnach in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 3,9% zulegen. Das wären je 0,2 Prozentpunkte mehr als bislang vorausgesagt. Die Erwartungen für die USA wurden für 2018 um 0,4 Prozentpunkte auf 2,7 % und für 2019 um 0,6 Prozentpunkte auf 2,5 % nach oben angepasst. Für Deutschland hob der IWF seine bisherigen Prognosen ebenfalls kräftig an, und zwar um je einen halben Prozentpunkt auf 2,3 % in 2018 und 2,0 % im Jahr 2019. Laut der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute wird die Zahl der Erwerbstätigen 2018 um 1,1 % und 2019 um 0,9 % zulegen, nach einem Plus von 1,5 % in 2017. Die registrierte Arbeitslosigkeit wird aber weiterhin in geringerem Maße zurückgehen, als die Beschäftigung steigt. Ursachen hierfür sind die zunehmende Erwerbsbeteiligung insbesondere von Frauen und Älteren und die sich fortsetzende Zuwanderung. Hinzu kommt, dass die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge nach Abschluss von Asylverfahren und Qualifizierungsmaßnahmen vermehrt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die Arbeitslosenquote wird daher voraussichtlich von 5,7 % in 2017 auf 5,5 % im laufenden Jahr und 5,2 % im Jahr 2019 sinken. Nach einem Zuwachs der Erwerbstätigenzahl um 650.000 in 2017 soll sich diese Zahl um weitere 480.000 in 2018 und 390.000 Personen in 2019 erhöhen. Die Bundesregierung hat in ihrem im Januar 2018 veröffentlichten Jahreswirtschaftsbericht die Inflationsprognose für 2018 leicht angehoben. Sie geht nunmehr von 1,7 % aus, nachdem sie im Herbst 2017 noch 1,6 % erwartet hatte. Die Energiepreise prägen auch die zukünftige Preisentwicklung. Auf der anderen Seite verbilligt die Aufwertung des Euros viele Importgüter. Ein leichter Preisdruck könnte aus dem Inland kommen, wenn höhere Personalkosten zu höheren Produktpreisen führen. Ausblick ITK Der Umsatz in den Wirtschaftsbereichen Informationstechnologie und Telekommunikation hat nach Berechnungen der Bitkom Research GmbH in 2017 erstmals die Marke von EUR 160 Mrd. (+1,9 %) übersprungen. Die IT-Umsätze stiegen laut der jüngsten Prognose um 3,4 % auf EUR 85,8 Mrd. Das größte Wachstum verzeichneten dabei die Geschäfte im Software-Segment mit einem Anstieg um 6,3 % auf knapp EUR 23,0 Mrd. ![]() Für 2018 erwartet der Bitkom für den ITK-Gesamtmarkt ein weiteres Wachstum, jedoch nur um moderate 1,3 % auf EUR 162,9 Mrd. Während die stetig zunehmenden Datenvolumina auch zukünftig für weiteres Wachstum in der Branche sorgen werden, sind die Aussichten für den Gesamtmarkt für Telekommunikationsdienste in Deutschland verhalten. In der Telekommunikationsbranche herrscht ein Verdrängungsmarkt, der von Innovationen und technischem Fortschritt geprägt wird, aber vor allem auch aufgrund der ausgeprägten Konkurrenzsituation durch weiteren Preisverfall gekennzeichnet ist. Staatliche Eingriffe — sowohl national als auch von der EU initiiert — haben einen erheblichen Einfluss auf die von der 3U besetzten Nischenmärkte. Darüber hinaus schrumpft der Call-by-Call-Markt seit vielen Jahren und hat heute nur noch einen kleinen Bruchteil des Volumens vergangener Jahre. Eine mittelfristige Marktprognose ist in diesem Marktumfeld sehr schwierig. Wie in den Vorjahren auch wird der Telekommunikationsmarkt nach Prognosen des Branchenverbands VATM im Wesentlichen stagnieren; evtl. kann ein Zuwachs von 0,5–1,0 % erzielt werden. Vor diesem Hintergrund rechnet der Vorstand in diesem Geschäftsbereich für das Geschäftsjahr 2018 mit einer weiterhin rückläufigen Entwicklung analog zum übrigen Markt. Auch für die Zukunft kann im Trend mit steigenden Investitionen bei Rechenzentren gerechnet werden. Die Kapazitäten in den deutschen Rechenzentren wachsen deutlich. Damit liegt Deutschland im internationalen Trend. Durch die zunehmende Digitalisierung und Trends wie Cloud Computing, Industrie 4.0 und Big Data nehmen die Bedarfe an zentraler Rechen- und Speicherleistung ständig zu. Da in diesem Markt Größenvorteile eine wichtige Rolle spielen, ist eine Konsolidierung auf Anbieterseite absehbar. Diesen Markt adressiert der 3U Konzern mit seinem Leistungsportfolio DCS (Data Center Services). Als relativ kleiner Anbieter verfolgen wir die Entwicklung in diesem Markt sehr intensiv und werden uns den Marktverhältnissen entsprechend anpassen. ![]() Der 3U Konzern wird weiterhin die Strategie verfolgen, im Bereich Telefonie profitable Nischen zu identifizieren und wenn möglich zu besetzen. Das Marktumfeld bleibt weiterhin sehr umkämpft. Inwieweit neue Angebote z. B. durch die Terminierung und die Mehrwertdienste die rückläufigen Umsätze und die damit einhergehenden geringeren Erträge aus dem Call-by-Call- und Call-through-Geschäft kompensieren können, ist schwer zu prognostizieren. Mit dem Thema Cloud Computing wird ein vielversprechender Markt adressiert. Beim Cloud Computing werden IT-Leistungen bedarfsgerecht und flexibel in Echtzeit als Service über das Internet bereitgestellt und nach Nutzung abgerechnet. Im Cloud Computing fließen verschiedene technische Verbesserungsinnovationen zusammen und erzeugen das Potenzial für eine Basisinnovation im Business. Kostenreduktion, Kostenstrukturveränderungen und Kostenvariabilisierung, Flexibilität und vollkommen neue Geschäftsmodelle sind dafür wichtige Argumente. Cloud Computing verändert die gesamte Informationswirtschaft, ihre Technologien und ihr Geschäft und somit auch die Beziehungen zwischen Anbietern und Kunden nachhaltig. Mit einer schnellen Akzeptanz von Cloud Computing in der Wirtschaft sinkt der Bedarf an technischer Infrastruktur-Expertise. Für Software-Anbieter verschiebt sich das klassische Lizenzgeschäft in Richtung „Software as a Service“ (SaaS). Für die Anwender hat Cloud Computing viele Vorteile. So werden z. B. aus Investitionen variable Kosten. Es ist absehbar, dass in wenigen Jahren nahezu alle Unternehmen Cloud Computing nutzen werden — zumindest ergänzend. Cloud Computing, Software as a Service, DCS und IT-Services werden von Marktexperten gute Wachstumsaussichten bescheinigt. In diesen Geschäftsfeldern erwartet der Vorstand der 3U HOLDING AG 2018 weiter steigende Umsätze, während die Umsätze im klassischen Geschäftsfeld Telefonie weiter zurückgehen werden. Insgesamt rechnet der Vorstand im Segment ITK mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem ebenfalls nahezu unveränderten EBITDA und Ergebnis. Ab 2019 sollen die neueren Geschäftsbereiche wieder für einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg im Segment ITK sorgen. Ausblick Erneuerbare Energien Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland wird kontinuierlich vorangetrieben. Es besteht ein breiter politischer Konsens darüber, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland bis zum Jahr 2025 auf mindestens 40–45 % steigen soll; für 2030 wird eine Zielmarke von 65 % angestrebt. Mit dem Segment Erneuerbare Energien nimmt der Konzern an dem voranschreitenden Wandel in der Energieerzeugung zur Nachhaltigkeit und dem Trend zum ressourcen schonenden Energieeinsatz teil. Der Konzern plant weitere EE-Projekte zu realisieren. Die Rahmenbedingungen werden in diesem Geschäftsfeld maßgeblich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bestimmt, dass zuletzt im Juli 2017 novelliert wurde. Es erfolgte eine grundsätzliche Umstellung der Fördermechanismen von festen Einspeisevergütungen pro Kilowattstunde (kWh) installierter Leistung auf ein Ausschreibungssystem, bei dem der Zuschlag im Rahmen eines Preiswettbewerbs ermittelt wird. Gleichzeitig soll damit auch der Zubau mit geplanten jährlichen Zuwachsraten gemessen in Megawatt (MW) gezielter gesteuert werden. Im Zusammenhang mit dem neuen Ausschreibungsverfahren für Strom aus Windenergieanlagen erfuhren Bürgerenergiegesellschaften gewisse Erleichterungen, die es ermöglichten, dass z. B. lokale Genossenschaften und Kommunen die Energiewende mitgestalten. Insgesamt sollen für Windparks an Land etwa jährlich 2.800 MW ausgeschrieben werden. Der jährliche Zubau im Bereich Photovoltaik soll bei 2.500 MW pro Jahr liegen, wobei davon maximal 600 MW über große Solaranlagen realisiert werden sollen. Die relative Bedeutung der Windenergie innerhalb der erneuerbaren Energien wird damit weiter zunehmen. Die Zahl der Windenergieanlagen in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 2017 wurden 1.792 neue Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 5.333 MW neu gebaut; damit war es das bisher ausbaustärkste Jahr. Im Vergleich zu 2016 war dies eine Steigerung von 15 %. Zum Ende des Jahres 2017 waren 28.675 Windenergieanlagen an Land am Netz. 3U konzentriert sich mit dem Ausbau seiner Windkraftaktivitäten — dies betrifft sowohl Planung & Projektierung als auch Investitionen in Windparks und deren Betrieb — auf einen Bereich, der aktuell ein gutes Chancen-/Risiko-Profil aufweist. Die weitere Entwicklung in diesem Bereich hängt von verschiedenen Faktoren ab, die heute schwer zu prognostizieren sind. Wir verfolgen die Aktivitäten aller relevanten Marktteilnehmer sehr genau und werden uns entsprechend positionieren. Während das Projektgeschäft relativ volatil ist, werden durch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sehr gut planbare Umsätze und Ergebnisbeiträge erzielt. Insgesamt rechnet der Vorstand in diesem Segment für 2018 trotz eines Umsatzrückgangs mit einem erheblichen Ergebniswachstum. Verkäufe oder Zukäufe in diesem Segment haben einen erheblichen Einfluss auf die Finanzkennzahlen dieses Segments und erschweren eine genaue Prognose. Ausblick SHK Erfreulich entwickeln sich weiterhin die Aktivitäten rund um das Thema Heizen, Kühlen und Lüften von Gebäuden. Eine Reihe wichtiger Faktoren haben hier einen positiven Einfluss. Zum einen bleibt die Baukonjunktur auf absehbare Zeit auf einem hohen Niveau und sorgt damit für eine steigende Nachfrage bei Neuinstallationen im Bereich SHK. Darüber hinaus verlangt der deutsche Gesetzgeber zunehmend einen effizienteren Umgang mit Energie. Dies führt zu einer erheblichen Nachfrage nach Ersatzinvestitionen vor allem auch im Geschäftsbereich Heizung und Klimatisierung. Zu guter Letzt profitieren wir in diesem Segment auch von der Nachfrageverschiebung Richtung Onlinehandel. Aktuell wird in Deutschland nur ein kleiner Teil der Produkte aus dem SHK-Bereich online nachgefragt. Jedoch wächst dieser Anteil sehr stark. Mit unseren Onlinehandelsaktivitäten sind wir vielversprechend aufgestellt, um von diesem Trend zu profitieren. Während u. a. ein größeres Produktangebot und damit einhergehender Anpassungsbedarf bei der Bestellabwicklung, inkl. Lager-,Logistik- und Versandprozessen zu niedrigeren Margen in 2017 führten, soll das Segment im laufenden Jahr wieder deutlich höhere Margen erzielen. Daher rechnet der Vorstand für 2018 mit einem erneut starken Umsatzwachstum dieser Aktivitäten und mit einem überproportional steigenden EBITDA und Ergebnis. Ausblick 3U HOLDING AG Das Ergebnis der 3U HOLDING AG als operative Management- und Beteiligungsholding wird maßgeblich durch die Verwaltungskosten und das Finanzergebnis beeinflusst. Die Verwaltungskosten der 3U HOLDING AG sollen im Geschäftsjahr 2018 leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen. Das Finanzergebnis ist neben anfallenden Zinsaufwendungen stark abhängig von den Erträgen aus Ausschüttungen und aus Gewinnabführungsverträgen beziehungsweise Aufwendungen aus Verlustübernahmen. Insbesondere Wertansätze von Beteiligungen und Wertberichtigungen auf Ausleihungen an Tochtergesellschaften können erheblichen Einfluss auf das Jahresergebnis 2018 haben. Insgesamt wird beim Finanzergebnis von einer leichten Steigerung gegenüber einem um die Abschreibungen bereinigten Finanzergebnis des Jahres 2017 ausgegangen. Insgesamt wird im Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet. Strategische Ausrichtung Für den Konzern steht die nachhaltige operative Profitabilität in den einzelnen Segmenten im Vordergrund. In den letzten Jahren haben wir uns kontinuierlich verbessert und auch in 2017 große Fortschritte erzielt. Im Segment ITK planen wir in 2018 das Umsatz- und Ertragsniveau des Jahres 2017 zu verteidigen. Die erwarteten Rückgänge im Geschäftsbereich Telefonie werden zunehmend durch die neueren Geschäftsfelder aufgefangen und werden diese zukünftig sogar überkompensieren. Im Segment SHK planen wir ein deutliches organisches Wachstum. Sollten sich entsprechende Opportunitäten ergeben, werden wir Chancen des anorganischen Wachstums ergreifen. Mit unserer innovativen Produktpalette und den stetig wachsenden Onlinehandelsaktivitäten, unterstützt durch die eigenen Logistikaktivitäten, sind wir hier sehr gut aufgestellt. Unsere Strategie im Segment Erneuerbare Energien sieht grundsätzlich auch anorganisches Wachstum vor. Durch die aktuellen Marktbedingungen wird es sicherlich zu einer weiteren Konsolidierung im Markt kommen. Ob bzw. welche Chancen sich dadurch für die 3U ergeben, kann nicht seriös prognostiziert werden. Wir verfolgen die Entwicklung jedoch sehr aufmerksam. Der 3U Konzern bleibt seiner Beteiligungsstrategie treu, erfolgreiche Geschäftsteile langfristig auszubauen, und diese bei entsprechender Nachfrage zu attraktiven Konditionen zu veräußern. Ausblick 3U Konzern Durch den in den letzten Jahren betriebenen Ausbau der erfolgreichen Geschäftsfelder verfügt der 3U Konzern heute über drei profitable Segmente. Während aktuell und auch zukünftig rund 50 % des Konzernumsatzes in dem Segment SHK erzielt werden, fällt der dazugehörige Ergebnisanteil aufgrund niedrigerer Margen geringer aus als in den beiden Segmenten Erneuerbare Energien und SHK. Die kontinuierliche Ertragsstärke des Segments ITK und die zunehmende Bedeutung der Segmente Erneuerbare Energien und SHK stimmen den Vorstand der 3U HOLDING AG zuversichtlich, die folgend formulierten Ziele zu erreichen. Für das Geschäftsjahr 2018 sind Investitionen in Höhe von rund EUR 22,26 Mio. in die bestehenden Geschäftsfelder eingeplant. Hiervon werden EUR 0,40 Mio. im Segment ITK, im Segment Erneuerbare Energien EUR 20,00 Mio., im Segment SHK EUR 0,07 Mio. und EUR 1,79 Mio. bei der Holding investiert werden. Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet der Vorstand mit einer moderaten Umsatzsteigerung und einer deutlichen Ergebnissteigerung gegenüber 2017 und bekräftigt seine im Dezember 2017 veröffentlichte Prognose. Danach soll in 2018 der Umsatz zwischen EUR 46 Mio. und EUR 50 Mio., das EBITDA zwischen EUR 6,5 Mio. und EUR 8,5 Mio. und das Konzernergebnis zwischen EUR 1,0 Mio. und EUR 2,0 Mio. liegen. Diese Prognose ist geprägt von unterschiedlichen Erwartungen für die einzelnen Segmente. Im Segment ITK soll das Umsatz- und Ergebnisniveau des Jahres 2017 gehalten werden. Der sich sehr erfreulich entwickelnde Geschäftsbereich Cloud Computing kompensiert zunehmend den rückläufigen Geschäftsbereich Telefonie und sollte in den Folgejahren zu einem erneuten Wachstum im Segment ITK führen. Das Segment Erneuerbare Energien wird wesentlich durch die Windpark-Aktivitäten geprägt. Hier wird nach dem Verkauf eines Windparks im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 auch im laufenden Jahr mit einem Windparkverkauf gerechnet. Außerdem sollen die Erzeugungskapazitäten durch den Erwerb von Bestandsprojekten ausgebaut werden. Im Segment SHK rechnet die 3U HOLDING mit einer Fortsetzung des Umsatzwachstums, bei gleichzeitiger Erhöhung der Marge. Zu dieser Entwicklung trägt vor allem die Expansion des Online-Handels bei. Der anteilige oder vollständige Verkauf von Geschäftsteilen gehört zum Unternehmenszweck der 3U HOLDING AG und kann zu Sondereffekten führen. Darüber hinaus verfolgt die 3U HOLDING AG auch das Ziel, durch Akquisitionen anorganisch zu wachsen. Sich hieraus ergebende Effekte sind jedoch nur begrenzt planbar. Ziel aller Aktivitäten ist es, den Wert des 3U Konzerns für die Aktionäre, aber auch für die Mitarbeiter nachhaltig zu steigern. Der Erfolg dieser Anstrengungen soll sich in einem positiven Kursverlauf der 3U-Aktie widerspiegeln. Im Zusammenhang mit den hier dargestellten Einschätzungen und Erwartungen weisen wir darauf hin, dass die tatsächlichen zukünftigen Ereignisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den RechnungslegungsprozessDer Rechnungslegungsprozess wird für alle Konzerngesellschaften weitestgehend zentral in der Finanzabteilung der Holding realisiert. Dadurch unterliegen alle Gesellschaften im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess einer einheitlichen Prozess- und Risikobetrachtung. Das implementierte interne Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess soll durch geeignete Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen die Einhaltung von Regelwerken, Vorschriften und Gesetzen gewährleisten, um die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Vollständigkeit in der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung unter Berücksichtigung möglicher Risiken sicherzustellen. Grundlagen, die dies sicherstellen sollen, bilden sowohl Arbeits- und Verfahrensanweisungen, wie auch Funktionsbeschreibungen und Richtlinien, die regelmäßig überprüft und ggf. aktualisiert werden. Dazu gehören z. B. eine Bilanzierungsrichtlinie, Kontierungsanweisungen sowie die Unterstützung durch externe Berater. Im Berichtsjahr wurde der Rechnungslegungsprozess umfassend analysiert, weiter optimiert und auch in der Dokumentation weiterentwickelt. Das interne Kontrollsystem besteht aus internen Steuerungs- und Überwachungsfunktionen, die entweder in Prozessabläufen integriert sind oder davon unabhängig durchgeführt werden. Integriert sind beispielsweise die Trennung von Verwaltungs- und Genehmigungsfunktionen auf unterschiedliche Mitarbeiter sowie klare Verantwortlichkeiten im Rahmen der regelmäßigen Prüfungen („Vier-Augen-Prinzip“). Prozessunabhängige Prüfungen und Kontrollen werden beispielsweise durch den Aufsichtsrat im Rahmen seiner Überwachungspflichten oder durch das Risikomanagementteam anhand definierter Prüfroutinen durchgeführt. Die eingesetzten Kontrollmechanismen laufen teilweise automatisiert in den eingesetzten Buchhaltungs-Softwaresystemen ab, damit die Wirtschaftlichkeit der Arbeitsabläufe nicht beeinträchtigt wird. Die eingesetzten IT-Systeme sind durch ein Berechtigungskonzept gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Ferner überprüft der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahres- und Konzernabschlussprüfung die eingesetzten IT-Systeme und deren Anwendungen. Neue gesetzliche Regelwerke sowie die Änderungen bestehender Regularien im Hinblick auf die Rechnungslegung und die dadurch entstehenden Risiken werden unmittelbar auf ihre Auswirkungen für den 3U Konzern untersucht, um ggf. geeignete Maßnahmen zu treffen. Die implementierten internen Kontrollen resultieren aus der Identifizierung eines Risikos an dieser Stelle des Rechnungslegungsprozesses. Dieses Risiko kann verschiedener Herkunft sein, unter anderem aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Das Zusammen wirken von Risiko- und Compliancemanagement und internem Kontrollsystem wird im Rechnungslegungsprozess besonders deutlich und wird daher im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ständig optimiert. Die Funktionen in allen Bereichen des Rechnungslegungsprozesses sind zugeordnet und dokumentiert. Das implementierte und kontinuierlich weiter entwickelte Risikomanagementsystem mit den Komponenten Compliance und internes Kontrollsystem kann bei menschlichem Fehlverhalten, z. B. durch fehlerhafte Kontrollen oder kriminelle Handlungen durch Innentäter, eine vollständige Sicherheit und Richtigkeit der Konzernrechnungslegung dennoch nicht gewährleisten. Sonstige AngabenÜbernahmerelevante AngabenÜbernahmerechtliche Angaben nach § 289a bzw. § 315a HGB Bestellung und Abberufung des Vorstands und Satzungsänderungen Der Vorstand wird nach §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Änderungen der Satzung richten sich grundsätzlich nach §§ 179, 133 AktG. Nach §13 Abs. 2 der Satzung i.V.m. §179 Abs. 2 S.2 AktG werden jedoch Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, soweit das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt. Falls das Aktiengesetz außerdem zur Beschlussfassung eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt, soweit gesetzlich zulässig, die einfache Mehrheit des vertretenen Kapitals. Grundkapital und Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Das Grundkapital setzt sich zusammen aus 35.314.016 nennwertlosen auf den Inhaber lautende Stückaktien. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften. Für weitergehende Informationen verweisen wir auf den Anhang unter 6.8. Am Kapital der Gesellschaft waren zum 31. Dezember 2017 wie folgt beteiligt:
Nach § 3 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 26. August 2019 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt EUR 7.062.803,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre nur in den folgenden Fällen ganz oder teilweise ausschließen: 1. bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder zum Erwerb sonstiger Vermögensgegenstände (einschließlich Forderungen Dritter gegen die Gesellschaft oder mit der Gesellschaft verbundener Unternehmen) sowie zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundener Unternehmen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften; 2. soweit dies erforderlich ist, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandelrechts bzw. nach Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten zustehen würde; 3. für Spitzenbeträge; 4. bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabebetrags durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals werden Aktien, die während der Laufzeit des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden sowie Aktien, auf die ein Wandlungsrecht oder Optionsrecht oder eine Wandlungspflicht oder Optionspflicht aufgrund von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen besteht, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gem. §§ 221 Abs. 4, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben worden sind, angerechnet. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Nach § 3 Abs. 5 der Satzung wird das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 3.531.401,00, eingeteilt in bis zu 3.531.401 Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Optionsrechten, welche die Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. Mai 2016 ausgegeben hat, von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen. Die neuen Inhaberaktien nehmen vom Beginn desjenigen Geschäftsjahres, für das bei Ausübung des Optionsrechts noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Gewinns gefasst wurde, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen. Für Mitglieder des Vorstands bestehen für den Fall eines Übernahmeangebots für die 3U HOLDING AG keine Vereinbarungen. Aktiengeschäfte Nach Maßgabe des Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU) NR. 596/2014 haben Personen, die bei der 3U HOLDING AG Führungsaufgaben wahrnehmen, eigene Geschäfte mit Aktien der 3U HOLDING AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten, insbesondere Derivaten, der 3U HOLDING AG und der BaFin mitzuteilen. Diese Verpflichtung obliegt auch Personen, die mit einer der vorgenannten Personen in einer engen Beziehung stehen, soweit die Gesamtsumme der Geschäfte einer Person mit Führungsaufgaben und der mit dieser Person in einer engen Beziehung stehenden Personen insgesamt einen Betrag von EUR 5.000,00 bis zum Ende des Kalenderjahres erreicht. Der 3U HOLDING AG wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Geschäfte gemeldet:
Sämtliche Aktiengeschäfte wurden auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad „Investor Relations/Directors’ Dealings“ veröffentlicht. Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f bzw. § 315d HGB)Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 3U HOLDING AG haben eine Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f bzw. § 315d abgegeben und diese auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad „Investor Relations/Corporate Governance“ allgemein und dauerhaft zugänglich gemacht. VergütungsberichtDer Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen der 3U HOLDING AG zur Anwendung kommen, und erläutert die Höhe und Struktur der Vergütung. Der Vergütungsbericht wird auf der Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erstellt und beinhaltet ferner die Angaben, die gemäß Handelsgesetzbuch, erweitert durch das Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG), erforderlich sind. Vergütung des Vorstands Die Struktur und die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt und regelmäßig überprüft. Dabei orientiert er sich an dem am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG). Alle Vorstandsmitglieder der 3U HOLDING AG erhalten ein jährliches festes Grundgehalt (Fixum), welches in monatlichen Raten ausgezahlt wird. Daneben erhalten alle Vorstandsmitglieder eine variable erfolgsabhängige Vergütung (erfolgsbezogene Komponente). Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus einem quantitativen Teilziel und einem qualitativen Teilziel zusammen. Bei der quantitativen Teilzielerreichung wird durch den Aufsichtsrat im Berichtsjahr vorrangig der testierte Wert der EBIT- bzw. EBT-Leistung des Konzerns im Verhältnis zu dem budgetierten Wert bewertet; außerordentliche Entwicklungen können dabei berücksichtigt werden. Im Rahmen der qualitativen Zielerreichung bewertet der Aufsichtsrat die Abarbeitung prioritärer Aufgaben des Vorstands sowie die Erfüllung vom Aufsichtsrat gesetzter persönlicher Ziele des Vorstands. Der Aufsichtsrat legt jeweils zu Beginn eines Geschäftsjahres Zielvorgaben unter Berücksichtigung der Lage des Konzerns fest. Darüber hinaus können den Vorstandsmitgliedern Aktienoptionen im Rahmen von Aktienoptionsplänen gewährt werden. Die Gewährung von Aktienoptionen verfolgt das Ziel, den Beitrag des Vorstands (und auch der übrigen Mitarbeiter des 3U Konzerns) zur Steigerung des Unternehmenswerts zu honorieren und den langfristigen Unternehmenserfolg zu fördern. Ein Teil der erfolgsabhängigen Vergütung eines Geschäftsjahres wird unter dem Vorbehalt gezahlt, dass der Vorstand die Geschäfte der Gesellschaft auch in den auf das betreffende Geschäftsjahr folgenden zwei Geschäftsjahren nachhaltig führt. Bei der Nachhaltigkeit werden insbesondere die Stabilität der Entwicklung des Konzerns und der Beteiligungsstruktur berücksichtigt. Der Aufsichtsrat bewertet die Nachhaltigkeit in den beiden auf das Geschäftsjahr folgenden Jahren und wird die unter Vorbehalt gezahlten Teilbeträge der erfolgsabhängigen Vergütung zurückfordern, wenn die Nachhaltigkeit der Unternehmensführung nicht gewährleistet ist. Der Aufsichtsrat ist im Sinne des § 87 Abs. 2 Satz 1 AktG berechtigt, die Bezüge des Vorstands auf die angemessene Höhe herabzusetzen, sofern sich die Lage der Gesellschaft nach der Festsetzung der Bezüge verschlechtert und die Weitergewährung der vereinbarten Bezüge unbillig für die Gesellschaft wäre. Dies gilt auch für die Gewährung etwaiger Aktienoptionen. Wird die Bestellung zum Vorstandsmitglied im Laufe eines Geschäftsjahres gem. §84 Abs. 3 AktG aus wichtigem Grund widerrufen, besteht für dieses Geschäftsjahr sowie für etwaig weitere Geschäftsjahre bis zur Beendigung des Anstellungsvertrages des Vorstands kein Anspruch auf eine erfolgsabhängige Vergütung. Den Vorstandsmitgliedern wurden keine Pensionszusagen gegeben. Die Vergütungen der Vorstandsmitglieder sind nachfolgend, aufgeteilt nach Fixum und erfolgsbezogenen Komponenten, individualisiert ausgewiesen. Wert der gewährten Zuwendungen für das Berichtsjahr 2017
Zufluss für das Berichtsjahr 2017
Außerdem haben für das Vorjahr Herr Andreas Odenbreit TEUR 18 und Herr Christoph Hellrung TEUR 18 im Berichtsjahr und im Vorjahr als einjährige variable Vergütung erhalten. Herr Michael Schmidt hat im Berichtsjahr TEUR 25 für das Vorjahr zurückgezahlt und im Vorjahr für 2015 TEUR 75 als einjährige variable Vergütung erhalten. Sämtliche Vergütungen für Vorstandstätigkeiten wurden von der 3U HOLDING AG gezahlt. Die Tochtergesellschaften haben keine Bezüge gezahlt. Aktienoptionsplan 2011 Bis zum Ende der Laufzeit des Aktienoptionsplans 2011 am 6. Februar 2016 wurden keine Optionsrechte ausgeübt. Die Aktienoptionen sind damit vollständig verfallen. Vergütung des Aufsichtsrats Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 9 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Danach erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste jährliche Grundvergütung in Höhe von EUR 5.000,00, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats das Doppelte und der stellvertretende Vorsitzende das Eineinhalbfache der vorgenannten Vergütungen erhält. Darüber hinaus erhält jedes Aufsichtsratsmitglied eine Tantieme in Höhe von EUR 1.000,00 je EUR 0,01 Dividende, die über EUR 0,05 je Stückaktie hinaus für das abgelaufene Geschäftsjahr an die Aktionäre ausgeschüttet wird sowie eine auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogene jährliche Vergütung in Höhe von EUR 1.000,00 je EUR 100.000,00 Ergebnis vor Steuern im Konzernabschluss der Gesellschaft („EBT“), welches das durchschnittliche Ergebnis vor Steuern in Konzernabschluss („EBT“) für die jeweils drei vorangegangenen Geschäftsjahre übersteigt. Die Gesamtvergütung beträgt jedoch höchstens für den Vorsitzenden EUR 50.000,00, für seinen Stellvertreter EUR 37.500,00 und für die übrigen Aufsichtsratsmitglieder EUR 25.000,00. Außerdem erhält jedes Aufsichtsratsmitglied für jede Aufsichtsrats- oder Ausschusssitzung, an der es teilnimmt, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 2.500,00. Die Gesellschaft erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern die auf ihre Vergütung und Auslagen anfallende Umsatzsteuer. Die Aufsichtsratsvergütungen für 2017 betrugen TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 166). Für 2017 wurde eine erfolgs abhängige Vergütung in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 90) zurückgestellt.
Außerdem erhalten die Aufsichtsräte eine Erstattung ihrer Reisekosten und der sonstigen Auslagen. Im Geschäftsjahr 2017 haben Herr Thoenes in Höhe von TEUR 2,4 (Vorjahr: TEUR 2,5), Herr Thies in Höhe von TEUR 0,8 (Vorjahr: TEUR 1,1) und Herr Beck-Bazlen in Höhe von TEUR 0,8 (Vorjahr: TEUR 2,0) Erstattungen für ihre Auslagen erhalten. Herr Thoenes hat für das Geschäftsjahr 2017 außerdem Sitzungsgelder und Auslagenersatz für seine Aufsichtsratstätigkeit bei der 3U ENERGY AG in Höhe von TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 9) erhalten. Die Rechtsanwaltssozietät Altenburger Rechtsanwälte, deren Partner der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Thoenes ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr für ihre Beratungsleistungen und Auslagenerstattungen für den 3U Konzern insgesamt TEUR 4,9 (Vorjahr: TEUR 11,1) zzgl. Umsatzsteuer erhalten. Diese wurden vollständig für die 3U ENERGY AG erbracht (Vorjahr: TEUR 10,6 für die 3U ENERGY AG und TEUR 0,5 für die ClimaLevel Energie systeme GmbH). Konkrete Angaben über Aktienoptionsprogramme Aktuell gibt es im 3U Konzern kein aktives Aktienoptionsprogramm. Bis zum Ende der Laufzeit des Aktienoptionsplans 2011 am 6. Februar 2016 wurden keine Optionsrechte ausgeübt. Die im Rahmen des Aktienoptionsplans ausgegebenen 4.602.500 Aktien optionen sind damit vollständig verfallen. Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die 3U Holding AG, Marburg VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES BERICHTS ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNSPRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Jahresabschluss der 3U Holding AG, Marburg, — bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden — geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der 3U Holding AG, Marburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die unter „Sonstige Informationen“ genannten Bestandteile des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EUAPrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zu dienen. BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Wir haben folgende Sachverhalte als besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert: WERTHALTIGKEIT DER ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND DER FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN Sachverhalt Im Jahresabschluss der 3U Holding AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 10,4 Mio. sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 21,8 Mio. ausgewiesen, die zusammen 52,5 % der Bilanzsumme ausmachen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden mit den Anschaffungskosten nach § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB bzw. einem am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert nach § 253 Abs. 3 HGB angesetzt. Die beizulegenden Werte werden mittels eines Bewertungsmodells nach dem Ertragswertverfahren ermittelt. Im Rahmen dieses Verfahrens schätzt der Vorstand die Ertragsaussichten der betreffenden Tochtergesellschaften jährlich neu ein. Liegt der beizulegende Wert unter dem Buchwert, wird auch bei einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Liegt er über dem Buchwert, werden gegebenenfalls in der Vergangenheit vorgenommene Abwertungen maximal bis zur Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten wieder zugeschrieben. Forderungen sind grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Risikobehafteten Posten ist durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung zu tragen. Das Ergebnis der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist maßgeblich von der Schätzung der künftigen Zahlungsmittelströme, des zu verwendenden Diskontierungszinssatzes sowie der Wachstumsrate für die Zahlungsmittelströme nach Ende des Detailplanungszeitraums durch den Vorstand geprägt und daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Ebenso ist die Bewertung von Forderungen gegen verbundene Unternehmen ermessensbehaftet. Aufgrund der relativen und absoluten Bedeutung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen für den Jahresabschluss der 3U Holding AG und der mit der Ermittlung der beizulegenden Werte verbundenen Schätzungen liegt ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt vor. Die Angaben der 3U Holding AG zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Abschnitt „Finanzanlagen“ auf den Seiten 4 und 5 des Anhangs sowie im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) und in der Übersicht zum Anteilsbesitz (Seite 5 des Anhangs) enthalten. Die Angaben zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ auf den Seiten 3 und 4 des Anhangs enthalten. Prüferische Reaktion Bei unserer Prüfung der Ermittlung der beizulegenden Werte für Anteile an verbundenen Unternehmen haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen und die Angemessenheit des angewendeten Bewertungsverfahrens beurteilt. Zudem haben wir uns davon überzeugt, dass die den Bewertungen zugrunde liegenden künftig erwarteten Zahlungsmittelüberschüsse und die für die Diskontierung angesetzten gewichteten Kapitalkosten insgesamt eine sachgerechte Grundlage für den Werthaltigkeitstest der Anteile an verbundenen Unternehmen bilden. Wir haben Plan-Ist-Abweichungen in der Vergangenheit analysiert und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bei der Plausibilisierung der Planung berücksichtigt. Die Angemessenheit der geschätzten Zahlungsmittelströme, die zur Berechnung der beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen verwendet wurden, haben wir unter anderem durch den Abgleich dieser Daten mit den vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat gebilligten Unternehmensplanungen sowie durch die Abstimmung mit den Markterwartungen in den jeweiligen Branchen unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Situation beurteilt. Dabei haben wir insbesondere die Annahmen zur zukünftigenUmsatz- und Kostenentwicklung im Detailplanungszeitraum und zu den nach Ende des Detailplanungszeitraums angenommene Wachstumsraten kritisch hinterfragt. Darüber hinaus haben wir die zur Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter geprüft und die Berechnung durch eigene Bewertungsspezialisten auch unter Hinzuziehung der am Markt beobachtbaren Parameter einer Peer Group (vergleichbare Unternehmen) nachvollzogen. Außerdem haben wir, soweit sich Zweifel an der Fähigkeit zur Erfüllung der offenen Forderungen ergaben, auf Basis der uns vorgelegten Planungen für das jeweilige Unternehmen und der uns dazu ergänzend vorgelegten Unterlagen und Erläuterungen nachvollzogen, ob die Einschätzungen des Managements des jeweiligen verbundenen Unternehmens sowie des Vorstands der 3U Holding AG hinsichtlich der voraussichtlichen Erfüllung der Forderungen begründet sind. Darüber hinaus haben wir die den Forderungen zugrunde liegenden Sachverhalte und Vertragsgrundlagen mit in die Betrachtung einbezogen. SONSTIGE INFORMATIONEN Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen — beabsichtigten oder unbeabsichtigten — falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzern.: VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES BERICHTS ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen — beabsichtigten oder unbeabsichtigten — falschen Darstellungen ist, und ob der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜBRIGE ANGABEN GEMÄSS ARTIKEL 10 EU-APRVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Mai 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 17. Oktober 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008 als Abschlussprüfer der 3U Holding AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dieter Barhold.“
Essen, 15. März 2018 BDO AG gez. Thomas Semelka, Wirtschaftsprüfer gez. Dieter Barhold, Wirtschaftsprüfer Versicherung der gesetzlichen VertreterBilanzeid nach § 289 Abs. 1 S. 5 HGBWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzerlagebericht der 3U Holding AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Marburg, den 15. März 2018 Der Vorstand Michael Schmidt Christoph Hellrung Andreas Odenbreit Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, im Folgenden möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 informieren: Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2017 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Als Folge einer Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen klar und differenziert vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, hat es nicht gegeben. Sitzungen und Teilnahme Im Geschäftsjahr 2017 haben insgesamt sechs Aufsichtsratssitzungen (27. Januar 2017, 16. März 2017, 18. Mai 2017, 18. August 2017, 16. November 2017 und 14. Dezember 2017) stattgefunden, in denen der Aufsichtsrat jeweils vollzählig vertreten war. Die Mitglieder des Vorstands haben an den Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte. Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern und hat keine Ausschüsse gebildet. Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden sowohl in Sitzungen als auch im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Sämtliche Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden einstimmig gefasst. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsrat mit dem Vorstand in intensivem Kontakt und hat sich über den Gang der Geschäfte sowie wesentliche Ereignisse informiert. Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit der strategischen Entwicklung und Ausrichtung des Konzerns befasst. Der Aufsichtsrat hat sich mit dem Vorstand zeitnah über notwendige Maßnahmen in den Tochtergesellschaften ausgetauscht und diese mit dem Vorstand kritisch erörtert. Ferner hat sich der Aufsichtsrat von dem Vorstand kontinuierlich über die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung im Segment Erneuerbare Energien unterrichten lassen und diese mit dem Vorstand erörtert. Wesentlicher Gegenstand der Erörterungen des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie der internen Diskussionen im Aufsichtsrat war dementsprechend die Umsatz-, Ergebnis- und Geschäftsentwicklung des Konzerns sowie die Finanzlage des Unternehmens. Wesentliche Entwicklungen in den verschiedenen Beteiligungsgesellschaften wurden dem Aufsichtsrat durch deren Geschäftsführer erörtert. Der Aufsichtsrat ließ sich vom Vorstand insbesondere Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Planwerten und definierten Zielen ausführlich erläutern und begründen. Im Rahmen der Erörterung der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns befasste sich der Aufsichtsrat mit den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen für die Telefonie und Erneuerbare-Energien-Projekte und den damit verbundenen Anpassungsmaßnahmen. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen dabei im Segment ITK u. a. die Regulierungsentscheidungen durch die Bundesnetzagentur, Chancen und Risiken im Wholesale-Bereich sowie das Leistungsportfolio rund um die Rechenzentren. Intensiv wurden ebenfalls die Entwicklungen beim Cloud Computing sowie dem IT-Lizenzhandel beraten. Im Segment Erneuerbare Energien befasste sich der Aufsichtsrat mit Plänen zum Ausbau des Bereichs Windparkprojekte. Verschiedene Optionen wurden gründlich geprüft und intensiv zwischen Aufsichtsrat und Vorstand erörtert. Sowohl die Windparkprojekte, die innerhalb der 3U ENERGY PE entwickelt werden, als auch der Kauf externer Windparks spielten in diesem Rahmen eine wichtige Rolle. Diskussionsschwerpunkte waren darüber hinaus der Ausbau des Segments SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) und hier insbesondere auch die Weiterentwicklung des Onlinehandels. Gegenstände der Aufsichtsratssitzungen waren im Übrigen Compliance- und Corporate-Governance-Themen, und hier insbesondere die den Corporate-Governance-Grundsätzen entsprechende Effizienzprüfung des Aufsichtsrats. Der Deutsche Corporate Governance Kodex regt an, dass der Aufsichtsratsvorsitzende in angemessenem Rahmen bereit sein sollte, mit Investoren über aufsichtsratsspezifische Themen Gespräche zu führen. Dieser Aufgabe ist der Aufsichtsratsvorsitzende im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederholt nachgekommen und wird dies auch zukünftig im Rahmen seiner Möglichkeiten tun. Das Risikomanagement des Unternehmens war auch, neben der Prüfung durch den Aufsichtsrat, Gegenstand einer Überprüfung durch die mit der Abschlussprüfung beauftragte BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen. Diese Prüfung hat bestätigt, dass der Vorstand der Gesellschaft die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Weise ergriffen hat, und dass das bestehende Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Corporate Governance Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich auch im Berichtsjahr mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex beschäftigt. Am 14. März 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechenserklärung kann auf der Internetseite der 3U HOLDING AG (www.3u.net) unter dem Pfad „Investor Relations/Corporate Governance“ dauerhaft eingesehen werden. Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 f bzw. § 315 d HGB ist ebenfalls dort einzusehen. Darüber hinaus berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei der 3U HOLDING AG. Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2017 Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, wurde durch die Hauptversammlung am 18. Mai 2017 zum Abschlussprüfer gewählt und ist dementsprechend vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses beauftragt worden. Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der 3U HOLDING AG sowie der nach IFRS aufgestellte Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 sind vom Abschlussprüfer geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die vorgenannten Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugeleitet und in der Bilanzsitzung am 15. März 2018 intensiv erörtert. Die verantwortlichen Abschlussprüfer berichteten in dieser Sitzung über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 171 AktG den Jahresabschluss der 3U HOLDING AG, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für die 3U HOLDING AG eingehend geprüft und keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Prüfung beider Abschlüsse durch den Abschlussprüfer zugestimmt und sowohl den Jahresabschluss der 3U HOLDING AG als auch den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für ihre Leistungen und ihr Engagement im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017.
Marburg, 15. März 2018 Der Aufsichtsrat Ralf Thoenes, Vorsitzender EntsprechenserklärungErklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der 3U HOLDING AG zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gemäß § 161 AktG. 1. Die 3U HOLDING AG hat den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutsche Corporate Governance Kodex“ seit der letzten Entsprechenserklärung vom 15. März 2017 entsprechend der damals geltenden Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodexes vom 5. Mai 2015 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen entsprochen:
2. Die 3U HOLDING AG wird den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 7. Februar 2017 künftig mit folgenden Ausnahmen entsprechen:
Düsseldorf/Marburg, 14. März 2018 Für den Aufsichtsrat Ralf Thoenes Für den Vorstand Michael Schmidt |
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