OVB Vermögensberatung AGKölnJahresabschluss zum 31. Dezember 2024 und LageberichtLagebericht 2024GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT Geschäftsmodell der OVB Vermögensberatung AG Die OVB Vermögensberatung AG ist eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der europaweit tätigen und börsennotierten OVB Holding AG. Seit Gründung im Jahr 1970 steht OVB für die langfristige, themenübergreifende Finanzberatung. Wichtigste Kund*innenzielgruppe sind private Haushalte. Das Unternehmen bedient mit Produkten namhafter Produktpartner die individuellen Bedürfnisse ihrer Kund*innen, von der Existenzsicherung und der Absicherung von Sach- und Vermögenswerten bis zu Altersvorsorge und Vermögensauf- und -ausbau. Die OVB Vermögensberatung AG kooperiert im deutschen Markt mit rund 30 leistungsstarken Produktpartnern - vorrangig aus den Bereichen Versicherungen, Banken und Investmentgesellschaften. Die Basis der themenübergreifenden lebensbegleitenden Kundenberatung bildet ein umfassendes und bewährtes Konzept: Am Anfang stehen die Aufnahme und Analyse der finanziellen Situation der Kund*innen. Insbesondere erfragen die Finanzvermittler*innen die Wünsche und Ziele ihrer Kund*innen und entwickeln daraus vor dem Hintergrund der persönlichen finanziellen Möglichkeiten eine individuell passende Lösung. OVB begleitet ihre Kund*innen über viele Jahre. Um deren Finanzplanung immer wieder an die jeweils aktuellen Lebensumstände anzupassen, finden regelmäßige Servicegespräche mit den Kund*innen statt. So entstehen bedarfsgerechte, auf die jeweilige Lebensphase zugeschnittene Absicherungs- und Vorsorgekonzepte für Kund*innen. Im Zuge des demografischen Wandels steigt die Zahl der älteren Menschen in Deutschland, wohingegen die der jungen Menschen abnimmt. Die staatlichen sozialen Sicherungssysteme sind zunehmend überlastet. Gerade auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen insbesondere private Haushalte Mehrbelastungen deutlich zu spüren bekommen, gewinnt die persönliche Beratung an Bedeutung. Daher sieht OVB noch erhebliche Potenziale für die von ihr angebotenen Dienstleistungen. OVB hat die Digitalisierung in den vergangenen Jahren gezielt forciert und den Ausbau der notwendigen technischen Voraussetzungen für eine digital unterstützte Beratung beschleunigt. Auch in den kommenden Jahren wird das Unternehmen mit gezielten Investitionen in die digitale Transformation weitere Optimierungen der Schnittstelle zu den Kundinnen und Kunden sowie der digital unterstützten Beratung vornehmen. Die Aus- und Weiterbildung der OVB Finanzvermittler*innen, die Bedarfsanalyse der Kund*innen und daraus abgeleiteten Produktempfehlungen erfolgen auf Basis der Rahmenbedingungen im deutschen Markt. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Themen besitzt einen hohen Stellenwert. Das Unternehmen richtet sich jeweils frühzeitig auf künftige regulatorische beziehungsweise qualitative Anforderungen aus. Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 103 Mitarbeiter*innen für die OVB Vermögensberatung AG tätig (Vorjahr: 105), die das Unternehmen steuern und verwalten. Die Zahl der registrierten Finanzvermittler*innen im Segment Deutschland (= OVB Deutschland) betrug zum Ende des Berichtsjahres 1.118 (Vorjahr: 1.120). Sie betreuten 599.690 Kund*innen (Vorjahr: 613.037). Steuerungssystem Leitung und Überwachung der Gesellschaft Der Vorstand der OVB Vermögensberatung AG führt die Geschäfte der Gesellschaft in gemeinschaftlicher Verantwortung. Zum 31. Dezember 2024 bestand der Vorstand aus zwei Mitgliedern. Geschäftsverteilung Vorstandsressorts zum 31. Dezember 2024
Dem Aufsichtsrat der OVB Vermögensberatung AG gehörten bis zum Ende des Berichtsjahres drei Mitglieder an: Mario Freis (Aufsichtsratsvorsitzender), Marlies Hirschberg-Tafel (stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende) sowie Frank Burow. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands, überwacht und berät diesen bei der Leitung des Unternehmens und erörtert mit ihm regelmäßig die Geschäftsentwicklung, Planung, Strategie und Risiken. Unternehmenssteuerung Die Unternehmenssteuerung gliedert sich in einen strategischen und einen operativen Teil. Im Bereich des strategischen Controllings verknüpft eine Mehrjahresplanung mit einem Zeithorizont von fünf Jahren die Unternehmensstrategie mit konkreten quantitativen und qualitativen Zielsetzungen. Ein regelmäßiger Know-how-Austausch - sowohl mit dem gesamten Vertriebsteam als auch mit den Führungskräften - trägt zu einer vernetzten Steuerung der Finanzvermittler*innen bei. Das operative Controlling unterstützt die Steuerung des laufenden Geschäfts der OVB Vermögensberatung AG. Wesentliche finanzielle Ziel- und Steuerungsgrößen der Gesellschaft sind der Umsatz (Gesamtvertriebsleistung) und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Neben diesen monetären Kennzahlen dienen auch nichtfinanzielle Indikatoren wie die Anzahl der registrierten Finanzvermittler*innen und die Zahl der Bestandskund*innen als Anhaltspunkte für den operativen Geschäftserfolg. Ein monatliches Kostencontrolling, dessen Ergebnisse in die Investitions- und Finanzplanung der OVB Vermögensberatung AG einfließen, analysiert die Entwicklung der Ein- und Ausgabenseite. Zielvorgaben des Vorstands bilden die Eckwerte der strategischen Mehrjahresplanung und der operativen Jahresplanung in Bezug auf Umsatz, Kosten und Ergebnis. Der Planungsprozess der Kostenstellenverantwortlichen wird durch den Vorstand ggf. um risikobezogene Aspekte ergänzt. Die OVB Vermögensberatung AG erstellt zum Halbjahr eine aktualisierte Hochrechnung für das Geschäftsjahr. Ziele und Strategien Die OVB Vermögensberatung AG möchte ihre Marktposition im deutschen Markt festigen und ausweiten, indem sie Neukund*innen gewinnt und bestehende Kund*innenverbindungen zu einer noch umfassenderen Betreuung nutzt. Die Dienstleistung der OVB Vermögensberatung AG besteht in der systematischen und themenübergreifenden Finanzvermittlung. Ziel ist es, Kund*innen durch alle Lebensabschnitte zu begleiten und ihnen einen möglichst hohen und dauerhaften Nutzen bieten zu können. Das Unternehmen sieht sich für mögliche Risiken in Verbindung mit einer weitergehenden Regulierung des deutschen Finanzdienstleistungsmarktes gut aufgestellt. 55 Jahre Erfahrung und Marktpräsenz, die Kompetenz der Finanzvermittler*innen sowie die solide finanzielle Ausstattung werden es nach Ansicht der OVB ermöglichen, mit sukzessive steigenden regulatorischen Anforderungen umzugehen. Im Geschäftsjahr 2023 hat die OVB Holding AG, das Mutterunternehmen der Gesellschaft, nach einem intensiven Entwicklungsprozess und unter Einbezug zahlreicher Stakeholder die neue Unternehmensstrategie »OVB Excellence 2027« verabschiedet und konzernweit kommuniziert. Abgeleitet aus der Unternehmensstrategie hat die OVB Vermögensberatung AG ihre markt- und wettbewerbsorientierte Landesstrategie entwickelt, die auf einer Markt- und Kundenanalyse basiert und individuelle Merkmale der OVB Vermögensberatung AG berücksichtigt. Mit der neuen Wachstumsstrategie möchte sich die Gesellschaft noch zukunftsfähiger aufstellen, um die Herausforderungen der aktuellen Zeit sowie der kommenden Jahre zu meistern. Der Begriff »Excellence« ist vor allem eines für OVB, ein Mindset, eine Einstellung bzw. eine bestimmte Art zu denken, mit der OVB lösungsorientiert handelt und auch anspruchsvolle Herausforderungen meistert. »Excellence« bedeutet für OVB, immer neugierig zu bleiben, sich nicht auf Erfolgen auszuruhen und sich beständig weiterzuentwickeln. OVB hat sich bewusst entschieden, »Excellence« all das definieren zu lassen, was sie in Zukunft tut. Diese Haltung möchte OVB auf allen Ebenen des Unternehmens verankern. Im Mittelpunkt von »OVB Excellence 2027« stehen die Kund*innen. Das bedeutet, dass bei den vier Fokusthemen Sales and Career Excellence, Expansion and Innovation, Operational Excellence sowie People and Organization die Belange der Kund*innen im Mittelpunkt stehen. Die folgende Abbildung visualisiert die Kernbestandteile von »OVB Excellence 2027«: ![]() Sales and Career Excellence Das Herzstück der Unternehmensstrategie ist es, die Kernvertriebsaktivitäten weiter zu stärken und zu optimieren. Dazu gehören die Einarbeitung neuer Finanzvermittler*innen, der Ausbau der Aus- und Weiterbildung sowie die zusätzliche Stärkung des Know-hows der Vertriebsführungskräfte. Die Weiterentwicklung des Servicekonzepts für Kund*innen sowie die Entwicklung einer nutzerorientierten Kundenplattform sollen zu einer noch höheren Zufriedenheit und langfristigen Bindung der Kund*innen beitragen. Expansion and Innovation Die europaweite Aufstellung des Konzerns sorgt für Stabilität und Unabhängigkeit. Daher soll das Geschäftsmodell gezielt gestärkt und erweitert sowie die weitere Expansion national und international innerhalb Europas vorangetrieben werden. Neben organischem Wachstum beabsichtigt die Gesellschaft auch anorganische Möglichkeiten des Wachstums zu nutzen. Darüber hinaus sollen innovative Ansätze für Kund*innen, Finanzvermittler*innen und Mitarbeiter*innen identifiziert und verfolgt werden. Ein »Innovation Think Tank« dient dabei zukünftig als Impulsgeber für Weiterentwicklungen, um das Geschäftsmodell gezielt zu stärken und zu erweitern. Operational Excellence »Operational Excellence« bedeutet für OVB die konsequente Umsetzung innovativer und durchgängig automatisierter digitaler Prozesse in BackOffice und Vertrieb. So sollen Abläufe und Standards kontinuierlich verbessert und administrative Tätigkeiten reduziert werden. Des Weiteren soll so Skalierbarkeit gefördert, weiteres Wachstum unterstützt und die bereits angestoßene digitale Transformation des Konzerns in allen Unternehmensbereichen nochmals beschleunigt werden. Gleichzeitig unterstützt die Gesellschaft so die lückenlose Erfüllung aller Compliance-Anforderungen und stellt ihren Kund*innen, Finanzvermittler*innen und Mitarbeiter*innen eine aktuelle und vollständige Datenbasis zur Verfügung. People and Organization Treibende Kräfte hinter dem Erfolg der OVB sind kompetente Mitarbeiter*innen. Diese sollen noch zielgerichteter gefördert und qualifiziert werden. Darüber hinaus möchte die Gesellschaft die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Backoffice und Holding stärken, um so die gemeinsame Weiterentwicklung des Konzerns zu forcieren. Das einheitliche Streben nach der Erreichung der Ziele im Konzern fußt dabei auf starken, gemeinsamen Werten und einem hohen Maß an Identifikation mit OVB. WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Auch im Jahr 2024 waren geopolitische Spannungen global präsent. Weltweite Handelskonflikte bleiben bestehen und zahlreiche neu gewählte Regierungen lassen bereits Richtungswechsel in der Politik und vermehrt protektionistische Maßnahmen erkennen. Vorhersagen sind mit Blick auf die vorherrschenden Unwägbarkeiten mit Vorsicht zu betrachten. Insgesamt zeigt sich die Weltwirtschaft aber stabil. Nach 3,3 Prozent Zuwachs im Gesamtjahr 2023 schätzt der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem jüngsten Update des World Economic Outlook (Januar 2025) für 2024 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent und geht für 2025 von 3,3 Prozent aus, womit die Zunahme der Wirtschaftsleistung weiterhin unter dem historischen Durchschnitt von 3,7 Prozent verbleibt. Gleichzeitig vergrößert sich die Schere zwischen den Volkswirtschaften. Während die USA Erwartungen übertrifft und unter anderem eine höhere Produktivität, eine stärkere Inlandsnachfrage sowie ein vergleichsweise freundlicheres Unternehmens- und Kapitalmarktumfeld ausweist, kämpft Europa mit gedämpftem Wachstum und anhaltend hohen Energiepreisen. Dabei steckt die europäische Industrie in einer Krise mit schwacher Dynamik des verarbeitenden Gewerbes und geringem Verbrauchervertrauen. Hatte die Wirtschaftsleistung 2023 im Euroraum bei 0,4 Prozent gelegen, rechnet der IWF mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent in 2024 und erwartet für 2025 einen Anstieg auf 1,0 Prozent Wachstum. Die jährliche, durchschnittliche Inflationsrate beziffern die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) global mit 5,8 Prozent. Für 2025 prognostiziert der IWF eine globale Gesamtinflation von 4,2 Prozent, für 2026 dann 3,5 Prozent. Die Zentralbanken auf der ganzen Welt haben in Reaktion auf die hohen Inflationsraten Zinserhöhungen in die Wege geleitet. So hatte die Europäische Zentralbank (EZB) seit dem Sommer 2022 in zehn aufeinander folgenden Schritten die Leitzinssätze erhöht. Mit Beschluss vom 6. Juni 2024 hatte der EZB-Rat unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklungen mit deutlich verbesserten Inflationsaussichten erstmalig eine Senkung der Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte beschlossen. Nach weiteren Zinssenkungen des EZB-Rats im Zuge der September-, Oktober- und Dezembersitzung folgte im Januar 2025 eine nochmalige Herabsetzung der Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte. Der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die Spitzenrefinanzierungsfazilität liegen mit Wirkung vom 5. Februar 2025 nun bei 2,75 Prozent, 2,90 Prozent bzw. 3,15 Prozent. Nach Ansicht des europäischen Rats schreitet der Disinflationsprozess gut voran. Für 2024 geben die Experten des Eurosystems eine durchschnittliche Gesamtinflation im Euroraum von 2,4 Prozent an und prognostizieren für 2025 eine weiter sinkende Teuerungsrate von 2,1 Prozent. Damit pendelt sich die Inflation im Bereich des Zielwerts des EZB-Rats von 2 Prozent ein. Aufgrund der Zinssenkungen entspannen sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte, bleiben aber im Einklang mit der Geldpolitik nach wie vor restriktiv. Der Arbeitsmarkt zeigt sich im Euroraum robust. Die Arbeitslosenquote betrug zum Stand November 2024 gemäß dem statistischen Amt der Europäischen Union 6,3 Prozent. Zu Beginn des Geschäftsjahres lag diese bei 6,5 Prozent. Für private Haushalte bleiben die Teuerungsraten je nach Land nach wie vor hoch, sodass nach Abzug lebensnotwendiger Ausgaben weniger Geld für die Absicherung und Vorsorge zur Verfügung steht. Außerdem ist das Preisniveau durch die Inflation der vergangenen Jahre bereits stark erhöht. Insbesondere einkommensschwächere Personengruppen verfügen möglicherweise nicht mehr über die Ressourcen, um vor allem langlaufende Verträge abzuschließen. Die angespannte finanzielle Situation kann auch zur Stornierung von bestehenden Verträgen führen. Die allgemeine konjunkturelle Lage kann in Bezug auf Finanzentscheidungen ebenfalls zu Zurückhaltung führen. Wirtschaftsentwicklung in Deutschland Der IWF beziffert den Rückgang der Wirtschaftsleistung hierzulande in 2024 auf 0,2 Prozent. Deutschland befindet sich nach wie vor in einer Rezession - bereits 2023 war das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft Europas um 0,3 Prozent geschrumpft. Die ifo Konjunkturprognose zum Winter 2024 attestiert Deutschland die längste Stagnationsphase der Nachkriegsgeschichte. Dabei stellen Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und Deglobalisierung die deutsche Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Die Deutsche Bundesbank sieht neben konjunkturellem Gegenwind für Deutschland auch strukturelle Probleme. Nach Angaben des ifo Instituts bereitet der notwendige Strukturwandel Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern stärkere Probleme. Dieser trifft nämlich vor allem das verarbeitende Gewerbe, das in Deutschland einen höheren Anteil an der Wirtschaftsleistung trägt. Eine alternde Gesellschaft mit einer ungünstigen Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials erschweren Firmen schon heute die Besetzung offener Stellen. Zunehmend fallen Investitionsentscheiden gegen Deutschland aus und deutsche Unternehmen, die in vielen Bereichen Weltmarktführer waren, verlieren Marktanteile. Bemerkbar macht sich die anhaltende Wirtschaftsschwäche auch auf dem Arbeitsmarkt. Die Abkühlung in Kombination mit einer Verlangsamung des Lohnwachstums führen nach Angaben der Deutschen Bundesbank dazu, dass private Haushalte ihre Konsumausgaben nur geringfügig erhöhen. Damit werde der private Konsum nicht zum Motor der wirtschaftlichen Erholung. Für 2025 rechnet der IWF in Deutschland mit einem im Vergleich zum Euroraum unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent. In 2026 soll der Anstieg der Wirtschaftsleistung dann wieder stärker zulegen auf 1,1 Prozent. Die Inflationsrate lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in 2024 europäisch harmonisiert (HVPI) bei 2,5 Prozent, womit das Teuerungsniveau wieder näher an das geldpolitische Ziel der Zentralbanken rückt (2023: 6,0 Prozent). Überdurchschnittlich stark stiegen die Preise für Dienstleistungen. So verteuerten sich Versicherungen im Jahresdurchschnitt 2024 um 13,2 Prozent. Energieprodukte hingegen waren in 2024 um 3,2 Prozent günstiger, nachdem in den Vorjahren in diesem Bereich starke Preisanstiege zu beobachten waren. In ihrer Deutschlandprognose rechnet die Bundesbank für 2025 lediglich mit einem leichten Rückgang der Inflationsrate in Deutschland auf 2,4 Prozent. Dies ist auf vorübergehend stärker steigende Preise für Nahrungsmittel sowie eine nur langsam sinkende Teuerungsrate der Dienstleistungskosten zurückzuführen. Branchensituation Die digitale Beratung hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Während der Corona-Pandemie fanden Beratung und Vertragsabschluss in dieser Zeit überwiegend digital statt. Aus Gründen der Praktikabilität, der Flexibilität und Effizienz wird diese von Kundinnen und Kunden weiterhin gerne in Anspruch genommen. Auf der anderen Seite schätzen viele Menschen aber nach wie vor den persönlichen, direkten Austausch. Finanzvermittler*innen müssen sich nach den Bedürfnissen ihrer Kund*innen richten und sowohl im digitalen als auch im persönlichen Gespräch auf Augenhöhe agieren. Das hohe Preisniveau stellt viele private Haushalte vor Herausforderungen. Deutlich verteuerte Lebensmittel sowie höhere Energie-, Heiz- und Treibstoffkosten belasten die Budgets. Für Sparer bietet das nach wie vor gehobene Zinsniveau neue Anlagemöglichkeiten, da auch klassische Anlageprodukte aus Renditesicht interessant sein können. Dabei müssen Anleger aber auch die reale Rendite betrachten, die bei hohen Teuerungsraten oftmals trotzdem negativ bleibt. Außerdem führte die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre dazu, dass Kredite wieder teurer wurden. Haushalte, die keine oder nur eine kurze Zinsbindung vereinbart haben, könnten dadurch in Bedrängnis sein. Der Kauf einer Immobilie bleibt oftmals erschwert. Anleger sind sich zunehmend der Bedeutung der Altersvorsorge bewusst. Nachgefragt werden vor allem Direktinvestitionen in Fonds und fondsgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherungen. Die OVB bietet eine große Produktvielfalt, von chancenreichen Investments bis hin zu eher sicherheitsorientierten Kapitalanlagen. So können Berater*innen der OVB jeder Anleger*in ein für die persönliche Situation und Risikoneigung passendes Angebot zusammenstellen, das es ermöglicht, bei begrenzten Risiken attraktive Renditen zu erzielen. Zusätzlich sieht OVB in vielen Ländern ein erhebliches Wachstum bei Produkten, die biometrische Risiken wie Tod, Invalidität, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit abdecken. Darüber hinaus legt eine wachsende Zahl von Anleger*innen Wert auf nachhaltige Investitionen, die ökologische oder soziale Zielsetzungen mittelbar oder unmittelbar unterstützen. Auf steigendes Kund*inneninteresse stoßen beispielsweise Investitionen in die Nutzung erneuerbarer Energien, die den Klimaschutz fördern. OVB verfügt bereits über eine Reihe von Anlageprodukten verschiedener Anbieter, die diese Anforderungen erfüllen. Das Angebot von nachhaltigen Finanzprodukten wird sukzessive weiter ausgebaut. OVB ist der Überzeugung, dass der Bedarf an themenübergreifend kompetenter und umfassender persönlicher Beratung in allen Finanzfragen steigt: Das Produktangebot ist für private Haushalte kaum überschaubar, staatliche Förderungsmodalitäten sind nur schwer verständlich. Zudem müssen einmal getroffene Finanzentscheidungen mit Blick auf sich verändernde Bedürfnisse und Lebenssituationen aber auch wegen sich verändernder Marktgegebenheiten regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden. Damit bietet der Markt der privaten Absicherung und Vorsorge weiterhin langfristiges Marktpotenzial und gute Wachstumschancen. 2024 verzeichnete die Versicherungswirtschaft einen Beitragszuwachs von 5,3 Prozent auf 238 Milliarden Euro. Lebensversicherer verbuchten ein Beitragswachstum um 2,6 Prozent auf rund 94 Milliarden Euro. Dabei nahm das Einmalbeitragsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 Prozent zu. Lebensversicherungen mit regelmäßiger Beitragszahlung verzeichneten hingegen ein geringfügiges Minus. Nach aktuellen Angaben des Verbands vom Februar 2025 schaut die Versicherungswirtschaft zuversichtlich in die Zukunft und erwartet für 2025 ein stabiles Beitragswachstum. Spartenübergreifend wird erwartet, ein Beitragsplus von fünf Prozent auf 250 Milliarden Euro zu erreichen. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist in 2024 nach Berechnungen der DZ BANK um rund 6 Prozent auf 9,3 Billionen Euro angewachsen, nachdem es im Vorjahr bereits um 6 Prozent zugelegt hatte. Für das erhöhte Geldvermögen sorgten vor allem Kursgewinne an den Aktienmärkten. Darüber hinaus ist eine weiterhin hohe Sparquote festzustellen, die auf die Verunsicherung der Konsumenten hierzulande zurückzuführen ist. Nach Angaben der Experten der DZ BANK bleiben die Perspektiven für die Geldanlage der privaten Haushalte in Deutschland in 2025 insgesamt gut. Geschäftsverlauf Die für die OVB Vermögensberatung AG in Deutschland tätigen selbstständigen Finanzvermittler*innen sind, soweit sie Versicherungen vermitteln, im deutschen Versicherungsvermittlerregister registriert. Deren Zahl blieb mit 1.118 Finanzvermittler*innen zum 31. Dezember 2024 gegenüber dem Vorjahr mit 1.120 Finanzvermittler*innen nahezu konstant. Diese betreuten 599.690 Kund*innen (Vorjahr: 613.037 Kund*innen). Die Zahl der angestellten Mitarbeiter*innen (ohne Vorstand und Auszubildende) nahm gegenüber dem Vorjahr von durchschnittlich 105 Personen auf 103 Personen ab. Die Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum Erträge aus Vermittlungen in Höhe von 63,9 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 5,4 Prozent gegenüber den 60,6 Mio. Euro im Vorjahr entspricht. Die Zusammensetzung des Neugeschäfts reflektiert die Beratungsschwerpunkte der OVB Vermögensberatung AG im deutschen Markt: Existenzsicherung, Absicherung von Sach- und Vermögenswerten, Altersvorsorge sowie Vermögensauf- und -ausbau. Zusammensetzung des Neugeschäfts 2024 (2023) ![]() Absatzstärkste Produktkategorie im Berichtsjahr waren fondsgebundene Vorsorgeprodukte, die mit einem Anteil von 33,2 Prozent hierzulande weiter an Bedeutung gewannen (Vorjahr: 30,2 Prozent). Sach-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen folgten dahinter und trugen 12,8 Prozent zum Neugeschäft bei (Vorjahr: 14,3 Prozent). Leicht geringer war der Vertrieb von sonstigen Vorsorgeprodukten mit 12,7 Prozent (Vorjahr: 12,8 Prozent). Investmentfonds erhöhten ihren Anteil von 9,3 Prozent auf 12,0 Prozent, wohingegen die Produktgruppe Bausparen / Finanzierungen von 13,1 Prozent auf 11,0 Prozent zurückging. Leicht rückläufig waren Krankenversicherungen mit 7,4 Prozent (Vorjahr: 7,9 Prozent). Ertragslage Die im Geschäftsjahr 2024 erzielten Umsatzerlöse betrugen 63,9 Mio. Euro (Vorjahr: 60,6 Mio. Das EBIT (Betriebsergebnis) erreichte 4,2 Mio. Euro (Vorjahr: 4,7 Mio. Euro). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen nahmen von 39,7 Mio. Euro auf 42,7 Mio. Euro zu. Der Personalaufwand verringerte sich von 7,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 7,5 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von 9,8 Mio. Euro auf 10,9 Mio. Euro. Grund für den Anstieg waren unter anderem höhere EDV-Aufwendungen. Die EBIT-Marge betrug 6,6 Prozent (Vorjahr: 7,7 Prozent). Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge stiegen von 0,6 Mio. Euro auf 1,0 Mio. Euro. Die OVB Vermögensberatung AG weist aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags mit der OVB Holding AG selbst keinen Jahresüberschuss aus. Das im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete und abgeführte Ergebnis beläuft sich auf 5,2 Mio. Euro nach 5,5 Mio. Euro im Vorjahr. Vermögens- und Finanzlage Zum Bilanzstichtag nahm die Bilanzsumme der OVB Vermögensberatung AG von 46,3 Mio. Euro um 2,0 Prozent auf 47,3 Mio. Euro zu. Auf der Aktivseite der Bilanz stieg das Anlagevermögen von 0,6 Mio. Euro auf 1,0 Mio. Euro, womit lediglich 2,1 Prozent der Bilanzsumme im Anlagevermögen liegen. Das Umlaufvermögen betrug zum 31. Dezember 2024 insgesamt 46,2 Mio. Euro gegenüber 45,6 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag. Während sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von 15,2 Mio. Euro auf 17,1 Mio. Euro erhöhten, ging die Position Wertpapiere von 18,6 Mio. Euro auf 14,8 Mio. Euro zurück. Aufgrund der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, deren Bestand sich zum Bilanzstichtag 2024 von 11,9 Mio. Euro auf 14,2 Mio. Euro erhöhte, verfügte OVB über ausreichend Liquidität im Berichtszeitraum. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,2 Mio. Euro) bestehen fast ausschließlich gegenüber den Produktpartnern der OVB Vermögensberatung AG. Inklusive dem Bilanzgewinn betrug das Eigenkapital der Gesellschaft zum 31.12.2024 insgesamt 11,0 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von 26,1 Prozent entspricht. Es bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Vergleich der prognostizierten und tatsächlichen Entwicklung Im Prognosebericht des Lageberichts 2023 der Gesellschaft ging der Vorstand der OVB Vermögensberatung AG von leicht steigenden Erträgen aus Vermittlungen sowie einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses aus. Tatsächlich stiegen die Erträge aus Vermittlungen von 60,6 Mio. Euro auf 63,9 Mio. Euro und das operative Ergebnis ging von 4,7 Mio. Euro auf 4,2 Mio. Euro zurück. Gesamtaussage Die OVB Vermögensberatung AG betrachtet die Geschäftsentwicklung im Jahr 2024 vor dem Hintergrund eines mit Unsicherheit belasteten Marktumfelds, wachsender Sorgen privater Haushalte und der allgemeinen Rezession in Deutschland als zufriedenstellend und plangemäß. Die finanzielle Situation der Gesellschaft stellt sich insgesamt solide dar. Aus Sicht des Vorstands ist das Geschäftsmodell intakt und bietet mittelfristig Wachstumspotenzial. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Die Unternehmenskultur von OVB legt hohen Wert auf unternehmerisch geprägtes Denken und Handeln. Vor allem die selbstständigen hauptberuflichen Finanzvermittler*innen von OVB verstehen sich als Unternehmer. Es gehört daher zu den selbstverständlichen Aufgaben aller hauptberuflichen Finanzvermittler*innen und Mitarbeiter*innen von OVB - unabhängig von ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich und -umfang - kontinuierlich geschäftliche Chancen zu suchen und wahrzunehmen. Chancen können sich beispielsweise im Rahmen der Vermittlungstätigkeit oder aufgrund verbesserter Marktbedingungen ergeben. Es liegt zudem in der Verantwortung des Vorstands der OVB Vermögensberatung AG, grundsätzlich strategische Chancen - vielfach im Zusammenwirken mit dem Aufsichtsrat - zu erörtern und entsprechende Initiativen zur Nutzung der Chancen zu ergreifen. Grundsätze und Ziele des Risikomanagements Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit der Übernahme von Risiken verbunden. Risiko heißt für OVB die Gefahr möglicher Verluste oder entgangener Gewinne. Diese Gefahr kann durch interne oder externe Faktoren ausgelöst werden. Auftretende Risiken sollen so früh wie möglich erkannt werden, um schnell und angemessen darauf reagieren zu können. Die Ziele des Risikomanagements sind die systematische Auseinandersetzung mit potenziellen Risiken, die Förderung des risikoorientierten Denkens und Handelns in der Gesamtorganisation und somit ein bewusstes Eingehen von Risiken aufgrund einer umfassenden Kenntnis der Risiken und Risikozusammenhänge. Der kontrollierte Umgang mit Risiken soll dazu beitragen, bestehende Chancen konsequent zu nutzen und den Geschäftserfolg zu steigern. Das übergeordnete Ziel ist dabei stets, keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertragslage, welche sich nicht im beeinflussbaren Rahmen befinden, zu tolerieren. Das Risikomanagement soll insbesondere dazu beitragen:
Um Risiken bestmöglich zu mitigieren, strebt OVB die Verflechtung verschiedener Corporate Governance Funktionen des Konzerns an. Zu diesen gehört neben dem Compliance Management, dem internen Kontrollsystem und der internen Revision auch das Risikomanagement:
Das Risikomanagement vereinbart die Gesamtheit der Grundsätze, Verfahren und vorgegebenen Maßnahmen, die einen strukturierten Umgang mit Risiken - im Sinne von positiven (Chancen) und negativen (Risiken) Zielabweichungen - sicherstellen. Die Zusammenarbeit der im Schaubild gezeigten Funktionen wird durch das Governance, Risk & Compliance (GRC) Committee sichergestellt. Der hierfür notwendige Ordnungsrahmen wurde durch den Vorstand der OVB Holding AG mittels einer Geschäftsordnung definiert. Zu den grundsätzlichen Zielen des GRC-Committee gehören unter anderem, zusätzlich zur Unterstützung des Vorstands bei dessen Leitungsaufgaben, der Austausch von risikorelevanten Informationen, die Schaffung eines einheitlichen Risikoverständnisses sowie eine synchronisierte Koordination von GRC- und Prüfungsaktivitäten. Struktur und Prozess des Risikomanagements Das Risikomanagement der OVB Vermögensberatung AG ist Teil des konzernübergreifenden Risikomanagementsystems der OVB Holding AG. Die Organisation des Risikomanagements, die verwendeten Methoden und die implementierten Prozesse sind im Handbuch zum Risikomanagement der OVB Holding AG schriftlich dokumentiert. Das Handbuch steht allen verantwortlichen Mitarbeitern der OVB Vermögensberatung GmbH zur Verfügung. Grundsätzlich besteht das Risikomanagementsystem aus drei Bestandteilen:
Die standardisierten Risikomanagementprozesse stellen sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Der Vorstand legt die Geschäfts- und Risikostrategie und die hieraus abgeleitete Risikobereitschaft unter Beachtung der Risikotragfähigkeit fest. Aus dieser werden Rahmenbedingungen für das Eingehen von Risiken und das Risikomanagement abgeleitet. Die OVB Vermögensberatung AG ist verpflichtet, im Rahmen der vom OVB Konzern definierten Vorgaben ein angemessenes Risikomanagementsystem einzurichten und dieses laufend zu überwachen. Hierbei werden Risikofrühwarnindikatoren definiert und kontinuierlich beobachtet. Im Rahmen des Risikoreportings wurden Schwellenwerte und Meldewege definiert. Als einer der wichtigen Bestandteile des Risikomanagements ist das an aktuelle Entwicklungen angepasste Risikofrüherkennungssystem dafür verantwortlich, die identifizierten Einzelrisiken in Risikokategorien zusammenzufassen und jedem Risiko einen Risikoverantwortlichen zuzuordnen. Wesentliche Risiken werden durch den Risikoverantwortlichen der OVB Vermögensberatung AG identifiziert und im Zuge der jährlichen Risikoinventur quantifiziert. Bei der Risikoinventur werden risikomitigierende Maßnahmen berücksichtigt, dokumentiert und dem zentralen Risikomanager der OVB Holding AG gemeldet. Regelmäßige Abstimmungen mit den Finanzvermittler*innen ergänzen dieses Früherkennungssystem. Über Ad-hoc-Risiken werden der Vorstand der OVB Vermögensberatung AG und der zentrale Risikoverantwortliche des Konzerns unmittelbar unterrichtet. OVB-Risikomanagementprozess ![]() Konzernweite Konsultationen und regelmäßige Abstimmungen mit den Führungskräften des Außendienstes ergänzen dieses Früherkennungssystem. Über Ad-hoc-Risikomeldungen wird der zentrale Risikomanager der Holding darüber hinaus bei Eilbedürftigkeit unabhängig von den normalen Berichtswegen direkt unterrichtet. Im Rahmen der Unternehmensplanung schätzt OVB die potenziellen Risiken im Vorfeld wesentlicher Geschäftsentscheidungen ein, während das Berichtswesen eine angemessene Überwachung solcher Risiken im Rahmen der Geschäftstätigkeit ermöglicht. Ein effizienter Controllingprozess unterstützt die Früherkennung bestandsgefährdender Risiken. Weitere Elemente des Risikomanagementsystems (RMS) und des internen Kontrollsystems sind die interne Revision und das Compliance Management, die konzernweit Überwachungs- und Kontrollaufgaben wahrnehmen. Die OVB nutzt als Modell zur Organisation des Risiko- bzw. Compliance Managements das »3-Linien-Modell«. Der gestaffelte Einsatz von Kontrollorganen führt dabei zu einer effektiven Verringerung von Risiken, indem sie durch die Einrichtung von Kontrollen auf drei nacheinander folgenden Ebenen reduziert werden. Zuletzt verbleibt lediglich noch ein kalkulierbares Rest-Risiko für das Unternehmen. Sicherstellung von Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements Bei der OVB Vermögensberatung AG ist ein Risikomanagementsystem eingerichtet, zu dessen Angemessenheit unter anderem ein Risikokatalog, der gleichzeitig das Risikoinventar des OVB-Konzerns darstellt, und das für die OVB Vermögensberatung AG verbindliche Handbuch zum Risikomanagement im OVB Konzern beitragen. Der Risikokatalog beinhaltet Risiken sämtlicher Unternehmensbereiche von OVB. Das Handbuch stellt das Regelwerk zum Risikomanagement im Konzern dar und beinhaltet unter anderem konzernweite Vorgaben zu Risikobewertung sowie Risikokommunikation. Im Zuge einer regelmäßigen Risikoinventur werden risikomitigierende Maßnahmen abgefragt. Der Risikoverantwortliche der OVB Vermögensberatung AG ist angehalten, die getroffenen Maßnahmen regelmäßig zu aktualisieren und im Anschluss eine individuelle Bewertung der Risiken vorzunehmen. Danach werden die Risiken auf Konzernebene konsolidiert. Die von der OVB Vermögensberatung AG angegebenen Maßnahmen unterliegen einer regelmäßig in Stichproben durchgeführten Wirksamkeitsüberprüfung durch das zentrale Risikomanagement der OVB Holding AG. Hierbei wird das Design sowie die Durchführung der Maßnahmen im Dialog überprüft und so soll die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sichergestellt werden. Weiterhin schätzt die OVB Vermögensberatung AG im Rahmen der Unternehmensplanung die potenziellen Risiken im Vorfeld wesentlicher Geschäftsentscheidungen ein, während das Berichtswesen eine zeitnahe Information über die aktuelle Risikosituation ermöglichen soll. Weiterentwicklung des Risikomanagements Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ist eine wichtige Voraussetzung für die Möglichkeit der zeitnahen Reaktion auf sich ändernde Rahmenbedingungen, die direkt oder indirekt Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der OVB Vermögensberatung AG haben können. Gesteuert über das zentrale Risikomanagement des Konzerns werden im Zuge fortlaufender Absprachen mit den risikoverantwortlichen Mitarbeiter*innen der OVB Vermögensberatung AG die Risikosteuerungsmaßnahmen auf lokaler Ebene analysiert, angepasst und ergänzt. Auch im Berichtsjahr 2024 fanden physische wie virtuelle Treffen des zentralen und dezentralen Risikomanagements statt, in denen, neben dem anlassbezogenen Austausch zu Risiken, auch der generelle Erfahrungsaustausch unter den dezentralen Risikomanager*innen gefördert wurde. Kern ist hierbei die fortlaufende Förderung eines einheitlichen Risikoappetits über alle Risikoverantwortlichen hinweg. Ziel hierbei ist ein alle Maßnahmen zur Früherkennung, Begrenzung und Bewältigung von Risiken umfassender Prozess, der alle internen und externen Risikofaktoren des Berichtsjahres integriert. Die im Jahr 2021 vorgenommenen Anpassungen des Risikomanagements an die aktualisierten regulatorischen Vorgaben werden ständig angepasst. Die Maßnahmen zur Früherkennung, Begrenzung und Bewältigung von Risiken wurden im Jahresverlauf 2024 im Rahmen der jährlichen Überprüfung vor dem Hintergrund interner und externer Entwicklungen analysiert, angepasst und ergänzt. Das Risikomanagement wird auch aufgrund sich verändernder regulatorischer Vorgaben (beispielsweise aus dem ESG Legal Framework der Europäischen Union (ESG) oder dem Digital Operational Resilience Act (DORA) ständig weiterentwickelt. Der Fokus liegt hierbei auf der Überprüfung der Wirksamkeit von Risikosteuerungsmaßnahmen, welche im Konzern implementiert wurden, um hohe Bruttorisiken (d.h. Risiken, die sich ergeben, wenn keine unternehmensseitigen Maßnahmen getroffen werden) auftragfähige Nettorisiken (d.h. die verbleibenden Risiken, die sich ergeben, wenn geeignete Maßnahmen getroffen werden) zu reduzieren. Hierdurch wurde das Risikoprofil des OVB Konzerns weiter geschärft. Nachfolgend werden die Risiken, die erhebliche vor- oder nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der OVB Vermögensberatung AG haben können, beschrieben. Gesamtwirtschaftliche Chancen und Risiken Das Geschäftsumfeld der OVB Vermögensberatung AG wird durch Veränderungen in den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst und gestaltet sich zunehmend dynamisch. Die Gesellschaft beobachtet die politischen, regulatorischen, ökonomischen und konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland, nutzt externe Marktanalysen sowie das Know-how interner und externer Experten und Analysten, um die strategische und operative Ausrichtung vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen zu überprüfen. Unterstützend wirkt dabei das zentrale Risikomanagement der OVB Holding AG. Branchentypisch ist die OVB Vermögensberatung AG stark abhängig von der wirtschaftlichen Gesundheit Deutschlands. Ein konjunktureller Abschwung kann zu geringerer Nachfrage nach Finanzprodukten führen. Ebenso wirkt sich die von der europäischen Finanzaufsicht getriebene Zinswende auf die Gewinnmargen des Unternehmens aus. Deutschland, die größte Volkswirtschaft des Euroraums, befindet sich aktuell in einer Rezession. Der Ausgang der Bundestagswahl und die sich anschließende Regierungsbildung werden Einfluss in Bezug auf die zukünftige Ausrichtung der Politik und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierzulande haben. Themen könnten zudem auch aus wahlkampftechnischem Kalkül zunächst nicht angegangen werden. Derweil haben sich die Indikatoren für die Geschäftsstimmung, wie der Ifo-Geschäftsklimaindex, weiter verschlechtert, was auf eine begrenzte Erholung in naher Zukunft hindeutet. Der Bausektor, der einige Anzeichen der Stabilisierung gezeigt hatte, sieht sich weiterhin Herausforderungen durch nach wie vor erhöhte Zinsen und gestiegene Kosten für Materialien und Energie gegenüber. Unterdessen nehmen die Unternehmensausfälle zu und es ist zu erwarten, dass diese Entwicklung in 2025 weiter anhalten wird. Dennoch könnte ein günstigeres Wachstumsumfeld, das durch die geldpolitische Lockerung gefördert wird, in der kommenden Zeit für einige Erleichterungen sorgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit dem Beschluss zur Senkung der Leitzinsen am 6. Juni 2024 einen Kurs der geldpolitischen Lockerung eingeschlagen. In Folge mehrerer Zinssenkungen liegen die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die Spitzenrefinanzierungsfazilität liegen mit Wirkung vom 5. Februar 2025 nun bei 2,75 Prozent, 2,90 Prozent bzw. 3,15 Prozent. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die EZB bis Mitte des Jahres 2025 den Leitzins auf 2,00 Prozent senken wird. Erhebliche Risiken für Deutschland als Exportnation birgt die Wiederwahl Donald Trumps zum US-Präsident, unter anderem etwa durch wirtschaftliche Belastungen mittels neuer Handelszölle, verminderte Unterstützung für die Ukraine und durch Druck zur strategischen Eigenständigkeit angesichts eines möglichen Rückzugs der USA aus gemeinsamen Sicherheitsverpflichtungen. Gleichwohl bieten sich verändernde Marktbedingungen immer neue Vertriebschancen. Beispielsweise bedeuten wieder sinkende Zinsen zwar geringere Erträge auf Festgeld, aber auch günstigere Baukredite oder positive Aktienkursentwicklungen, womit diese auch die Absatzmöglichkeiten von kapitalmarktorientierten Produkten verbessern. Auch Veränderungen in den Kundenanforderungen wie eine etwaige steigende Nachfrage nach ESG-Produkten können mit dem Produktportfolio einhergehende Risiken und Chancen bergen. Es gilt daher für die OVB Vermögensberatung AG die aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung strategisch aufzugreifen und agil die situativ passenden Vertriebsmöglichkeiten zu offerieren. OVB beobachtet die politischen, regulatorischen, ökonomischen und konjunkturellen sorgfältig nutzt externe Marktanalysen und das Know-how externer Experten und Analysten, um die strategische und operative Ausrichtung vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen zu überprüfen. Chancen und Risiken aus der Entwicklung unternehmensspezifischer Wertfaktoren Unternehmensspezifische Wertfaktoren des geschäftlichen Erfolgs des Unternehmens sind der Ausbau der Vermittler*innenbasis, die Ausweitung der Kund*innenzahl sowie die Struktur und Qualität des Beratungs- und Vermittlungsgeschäfts. Die OVB Vermögensberatung AG ist vornehmlich auf die Beratung und Betreuung von privaten Haushalten mit mittlerem und höherem Einkommen fokussiert. Die Gewinnung neuer Kund*innen und die Sicherung einer langfristigen Kund*innenbeziehung sind dabei wesentliche Erfolgsfaktoren. Die derzeitige Rezession und das hohe Preisniveau beeinflussen das reale Einkommen und die Konsumnachfrage der privaten Haushalte Deutschland. Hinzukommen geopolitische Unwägbarkeiten unter anderem durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und dem Nahem Osten, die Lieferketten beeinträchtigen, weitere Migration nach Deutschland forcieren, die Energiepreise hoch halten und damit auch die konjunkturelle Lage hierzulande beeinflussen können. Auch wenn es der Gesellschaft im Jahr 2024 gelungen ist, dass Wachstum der Erträge aus Vermittlungen weiter fortzusetzen, können externe Einflussfaktoren zu einer länger als erwarteten Rezession in Deutschland, rückläufigen Aktien- und Rentenmärkten und, in Konsequenz, zu sinkenden Erträgen und Margen führen, wenn Kund*innen neben einem sinkenden Vertrauen zukünftig weniger finanzielle Spielräume für den Vermögensauf- und -ausbau, sowie die Vermögensabsicherung bleiben. Generell sieht OVB jedoch aufgrund der nach wie vor bestehenden Notwendigkeit zur Eigenvorsorge und insbesondere auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland Bedarf für die OVB Dienstleistung und damit ausreichend Potenzial für Neugeschäft. Anpassungen an die veränderten Wirtschafts- und Umfeldbedingungen wurden von Vertriebs- und Produktmanagementseite gemeinsam mit den deutschen Produktgebern eingeleitet, wodurch auf die dynamische Situation frühzeitig reagiert werden konnte. Positive oder negative Entwicklungen werden vom Management laufend auf ihre Auswirkungen hin analysiert. Der kontinuierliche Ausbau des Vertriebsteams sowie die nachhaltige Bindung einer ausreichenden Zahl engagierter und kompetenter Finanzvermittler*innen sind weitere Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg der OVB Vermögensberatung AG und das zukünftige Wachstum der Gesellschaft. Die Entwicklung der Vermittler*innenbasis - sowohl die Akquisition neuer Vermittler*innen wie auch die Gesamtanzahl von Vermittler*innen - ist Gegenstand des periodischen Berichtswesens. Obwohl OVB sich zum Teil anhaltenden Abwerbeversuchen durch Wettbewerber ausgesetzt sieht, wobei sich diese auf die von OVB gut ausgebildeten und lizenzierten Finanzvermittler*innen fokussieren, birgt eine mögliche Fluktuation von Vermittler*innen in einer sich konsolidierenden Branche zugleich Chancen wie auch Risiken. OVB sieht sich aufgrund der langjährigen Erfahrung sowohl in der Lage, einer möglichen Vermittler*innenfluktuation entgegenzuwirken, als auch neue Finanzvermittler*innen an sich zu binden. Zu den Vorteilen gehören zum Beispiel eine transparente Vertragsgestaltung, ein wettbewerbsfähiges Provisionsmodell für den Vertrieb sowie internationale Karrieremöglichkeiten. Zugleich legt die Gesellschaft großen Wert auf die Aus- und stetige Weiterbildung ihrer Finanzvermittler*innen. Ein wesentliches Risiko im strukturierten Vertrieb ist das Strukturabbruchrisiko. Insofern sich gesamte Strukturen dafür entscheiden, dass sie nicht mehr für OVB tätig sind, besteht ein erhöhtes Risiko, dass auch hohe Umsatzanteile zukünftig nicht mehr generiert werden. Das Strukturabbruchrisiko erhöht sich insbesondere dann, wenn Finanzvermittler*innen mit den Prozessen oder den Provisionszahlungen unzufrieden sind. OVB beobachtet das Strukturabbruchrisiko innerhalb der Gesellschaft und wirkt den sich zeigenden Risiken gezielt entgegen. OVB verfügt über eine breite Palette leistungsstarker Produktpartner. Gleichwohl gilt es für OVB, kontinuierlich die Performance der Produktpartner und vertriebenen Produkte zu messen und gegebenenfalls in einen konstruktiven Austausch zur Weiterentwicklung im Sinne der Premium-Select-Strategie zu gehen, um ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit zu generieren. Im Rahmen der Weiterentwicklung ihrer Strategie rückt OVB den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt (Customer Centricity) und richtet entsprechende strategischen Maßnahmen sukzessive darauf aus. Aktuell werden Finanzprodukte von rund 30 Versicherungen, Investmentgesellschaften, Bausparkassen oder Banken vermittelt. Auf dieser Grundlage ist es möglich, für einzelne Kund*innen bedarfsgerechte Produktangebote und -konzepte auszuwählen und zu realisieren. Die mit der Produktauswahl verbundenen Risiken werden durch die Zusammenarbeit mit renommierten und erfahrenen Produktanbietern auf Basis einer langfristig angelegten Partnerschaft und durch Einbeziehung externer Analysen begrenzt. Durch eine umfassende Marktbeobachtung identifiziert die Gesellschaft die Bedürfnisse ihrer Kund*innen und Markttrends, die in Zusammenarbeit mit den Produktpartnern mit wettbewerbsfähigen, auf die Kund*innenwünsche zugeschnittenen Produkten bedient werden und kann so auch Chancen generieren. Im ständigen Dialog mit den Partnern stellt OVB die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des Produktportfolios sicher. Risiken aus einer rückläufigen Attraktivität der Produkte begegnet das Unternehmen durch fortlaufende Beobachtung der Kund*innenresonanz und tritt diesen durch gezielte Maßnahmen der entsprechenden Fachbereiche der OVB Vermögensberatung AG und in Zusammenarbeit mit den Produktpartnern entgegen. So kann OVB schnell auf Marktentwicklungen reagieren und den Finanzvermittler*innen gezielt passende Produkte anbieten. Im Austausch mit Finanzvermittler*innen werden deren Erfahrungen und Vorschläge zur Verbesserung und zum Ausbau des Produktportfolios und der damit verbundenen Serviceleistungen durch eingerichtete Gremien verwertet. Eine Verringerung des Absatzes einzelner Produkte kann OVB zumindest teilweise durch den Absatz anderer Produkte kompensieren. Wesentlicher Baustein der OVB Unternehmensstrategie ist die Premium-Select-Strategie dar. Eine besonders enge Zusammenarbeit mit leistungsstarken Produktpartnern bietet OVB die Chance, über Wettbewerbsvorteile Marktanteile zu gewinnen. Insgesamt sieht die Gesellschaft aufgrund der nach wie vor bestehenden Notwendigkeit zur eigenverantwortlichen Vorsorge und auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland Bedarf für die OVB Dienstleistung und ausreichend Potenzial für Neugeschäft. Branchenbezogene und regulatorische Chancen und Risiken Branchentypische Chancen und Risiken für OVB ergeben sich insbesondere im Zusammenhang mit Veränderungen der Märkte für Altersvorsorge, Gesundheitsvorsorge, Geldanlage und Finanzierungen. Dabei beeinflussen steuer- und sozialpolitische Rahmenbedingungen, Entwicklungen am Kapitalmarkt und vielfältige regulatorische Neuerungen das Geschäft von OVB. Gleichzeitig versteht OVB derartige Anpassungen der Rahmenbedingungen auch als Chance, die Qualität seiner Dienstleistungen weiter zu verbessern. Frühzeitig wurden die Herausforderungen aus der Richtlinie (EU) 2016/97 (IDD = Versicherungsvertriebs-Richtlinie) und der MIFID-Il-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (2014/65/EU) identifiziert, umgesetzt und laufend extern und intern überprüft. Die Europäische Kommission strebt im Rahmen der Kleinanlegerstrategie (Retail-Investment-Strategy) an, das Vertrauen von Kleinanlegern in die Kapitalmärkte zu stärken. Ein Gesetzesentwurf wurde bereits im Mai 2023 veröffentlicht und beinhaltet Vorschläge wie neue Pflichten im Beratungsprozess, Provisionsverbote für bestimmte Vermittlungsformen und die Entwicklung von Benchmarks. Der Entwurf stieß jedoch auf Widerstand, insbesondere gegen Eingriffe in das Provisionssystem, und wurde vom EU-Parlament in bestimmten Teilen abgelehnt. Aufgrund der Neuwahlen des EU-Parlaments im Juni 2024 wurden die finalen Aspekte des Gesetzesentwurfs noch nicht verabschiedet. Wann und mit welchen Auswirkungen das neukonstituierte Europäische Parlament das Gesetz beschließt, ist aktuell noch nicht abzusehen. OVB beobachtet die Diskussion und steht in engem Austausch mit relevanten Verbänden. Die mittlerweile im europäischen Versicherungsumfeld gehäuft auftretenden Rechtsprechungen zu Verstößen gegen die jüngsten Regulierungen POG, MiFID II, IDD und GDPR führen zu konsequentem Anpassungsbedarf der Anforderungen an OVB. Lokale Aufsichtsbehörden können die Anforderungen überprüfen, woraus sich gegebenenfalls notwendige Handlungsempfehlungen für OVB ergeben. OVB versucht insbesondere durch einen IT-gesteuerten Verkaufsprozess und der Überprüfung des vom Produktpartner angestrebten Zielmarkts, die sich aus dem Verkaufsprozess ergebenden Risiken zu minimieren. Neben diesen schon implementierten EU-Richtlinien stehen ab dem Geschäftsjahr 2025 vor allem in Hinblick auf Nachhaltigkeitsthemen (ESG Legal Framework) weitere Richtlinien an, die auch von OVB zu adaptieren sind. Hierzu zählen auch die IT-Organisation betreffende Richtlinien, wie die seit dem 16.01.2023 in Kraft getretenen und ab dem 17.01.2025 anwendbaren Anforderungen des DORA (Digital Operational Resilience Act), mit der die Europäische Kommission das Ziel verfolgt, einen einheitlichen Rahmen für ein effektives und umfassendes Management von Cybersicherheits-, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Risiken auf den Finanzmärkten zu schaffen. Dem sich daraus ergebenden Anpassungsbedarf in den betroffenen Unternehmensbereichen und -prozessen begegnet OVB mit einem dezidierten Projekt und bezieht dabei auch externe Unterstützung durch fachkundige Experten ein. Zur Stärkung des internen Kontrollsystems (IKS) und hier insbesondere zur verstärkten Prüfung der Wirksamkeit, wurde nach Initiierung durch den Vorstand der OVB Holding AG ein Projekt zur Strukturierung und Weiterentwicklung des IKS durchgeführt. Die Dokumentation von für OVB wesentlichen Kontrollpunkten erfolgt zentral und digitalisiert über die OVB Holding AG. Zudem wurden die Ressourcen im Bereich der Corporate Governance weiter erhöht, um auch zentral durchgeführte Qualitätskontrollen zu ermöglichen. Einzelne Regelungen wie die SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation - EU 2019/2088), die sogenannte Offenlegungsverordnung, und die VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088, die sogenannte »EU-Taxonomieverordnung« sind hierbei zu berücksichtigen. Überprüfungen der Umsetzung regulatorischer Vorgaben erfolgen in den EU-Mitgliedsstaaten durch die nationalen Aufsichtsbehörden. Hierzu hat die Europäische Versicherungsaufsichtsbehörde (EIOPA) in einem Peer Review im Juni 2023 den europäischen Mitgliedsstaaten mitgeteilt, dass in einigen Ländern die Vorgaben der seit dem Jahr 2018 in Kraft getretenen Vertriebsrichtlinie zur Produktaufsicht (POG) nicht ausreichend umgesetzt wurden. Gleichzeitig hat die EIOPA daraufhin Handlungsempfehlungen definiert und den Ländern zugewiesen. Hieraus ist nun klar zu erkennen, in welchen (OVB) Ländern zukünftig stärkere Prüfungsaktivitäten der lokalen Versicherungsaufsichtsbehörden zu erwarten sind, was u. a. zu höheren administrativen Aufwänden führt. Gleichwohl sind für OVB die Umsetzungen der nationalen Gesetzgeber in den Mitgliedsstaaten in den Themenbereichen Wohlverhaltensregeln, Transparenzvorschriften, Anforderungen an die berufliche Weiterbildung und in zunehmendem Maße auch Vorgaben zu Nachhaltigkeitsthemen besonders relevant. Auch wenn es in Einzelfällen zu lokal unterschiedlichen Vorgaben kommen kann, stellen die konzernweiten, technisch unterstützten Lösungen eine angemessene Umsetzung sicher. Standardisierte Prozesse unterstützen Vermittler*innen in ihrer täglichen Arbeit und geben Raum für eine umfassende und zielgerichtete Beratung. Nicht nur für Zwecke der Einhaltung der regulatorischen Anforderungen verfügt OVB über ein konzernweites Compliance-Management-System, welches laufend darauf hinwirkt, dass sämtliche regulatorischen Anforderungen angemessen eingehalten werden. OVB versteht diese Anforderungen auch als Chance, sich stetig weiter zu verbessern. In Hinblick auf Nachhaltigkeitsthemen ergeben sich für die OVB Chancen u. a. durch innovative Produkte und die antizipative Abdeckung kommender regulatorischer oder gesellschaftlicher Entwicklungen. Da die europäischen Richtlinien Evaluierungsaufträge normieren, kann grundsätzlich eine weitergehende Regulierung des Finanzdienstleistungsmarktes nicht ausgeschlossen werden. So entsprechen eine Ausweitung des Anlegerschutzes durch zusätzliche Transparenz-, Kundeninformations- und Beratungsdokumentationsanforderungen dem Erwartungshorizont. Einen neuen Aspekt auch für die klassische Provisionsberatung stellen nicht zuletzt die Pflichten zur Offenlegung von Kosten und Provisionen dar. In diesem Umfeld beobachtet und analysiert OVB kontinuierlich politische Entscheidungsprozesse auf nationaler und europäischer Ebene, um frühzeitig Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell sowie auf die strategische Positionierung in den Ländermärkten beurteilen zu können. OVB geht aufgrund seiner breiten europäischen Aufstellung und langjährigen Erfahrung seiner Mitarbeiter und seiner hohen Finanzkraft davon aus, steigende regulatorische Anforderungen besser und effizienter erfüllen zu können als kleinere Akteure am Markt. Finanzwirtschaftliche Risiken Ausfallrisiken können sich aus Forcierungen gegenüber Geschäftspartnern sowie aus der Gewährung von Provisionsvorschüssen und Provisionsrückbelastungen gegenüber dem Außendienst ergeben. In Einzelfällen werden, zur Überbrückung des Zeitraums bis zum Zahlungseingang durch die Produktgeber, erwirtschaftete aber noch nicht vereinnahmte Provisionen an den Außendienst gezahlt. Risiken aus Forderungsausfällen begegnet das Unternehmen durch ein risikoorientiertes Forderungsmanagement und sorgfältige Auswahl ihrer Geschäfts- und Produktpartner. Auf Forderungen, die aus heutiger Sicht risikobehaftet sind, werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet. Diese berücksichtigen zeitnahe Informationen über die Bonität der Schuldner, zu erwartende Provisionseinnahmen sowie die Altersstruktur der Forderungen. Auf Forderungen, die aus heutiger Sicht risikobehaftet sind, bildet die Gesellschaft entsprechende Wertberichtigungen. Die Ausfallquote der Forderungen für das Berichtsjahr beträgt 15,1 Prozent (Vorjahr: 8,2 Prozent). Für Stornorisiken sorgt das Unternehmen durch entsprechende Stornoreserveeinbehalte bei den Vermittler*innen und Stornorückstellungen vor, deren Höhe sich an dem im Haftungszeitraum zugeflossenen Provisionsaufkommen sowie den nach den Erfahrungen der Vergangenheit zu erwartenden Provisionsrückforderungen bemisst. Risiken bei der Anlage liquider Mittel begrenzt die Gesellschaft durch strenge Bonitätsanforderungen und ein konservatives Management der Kapitalanlagen unter konsequenter Beachtung strikter Anlagekriterien. Anlagehorizont, -volumen und Emittenten werden variiert. Die OVB Vermögensberatung AG unterhält Geschäftsbeziehungen zu mehreren Banken, die unterschiedlichen Bankensystemen angehören. Die Gesellschaft beobachtet die Bonität dieser Banken genau und berücksichtigt, sofern verfügbar, die Einschätzung namhafter Ratingagenturen. Bei der Ermittlung von Wertberichtigungen berücksichtigt OVB eingetretene und erwartete Kreditverluste (Expected Credit Losses). Marktrisiken sind Gefahren eines Verlustes, der aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussender Parameter eintreten kann. Zu den Marktpreisrisiken zählen Zinsrisiken, Währungsrisiken und Aktienkursrisiken. Im Bestand befindliche Aktien, Anleihen und Fonds können durch Marktpreisschwankungen vorrangig einem Kursrisiko ausgesetzt sein. OVB variiert Anlagevolumina und Emittenten, um diesem Risiko zu begegnen. Über eine ständige Überwachung und Bewertung des Portfolios werden mögliche Ergebnisauswirkungen starker Kursschwankungen frühzeitig identifiziert. Die Begrenzung von Risiken kann auch eine kurzfristige, vollständige Liquidation von Positionen umfassen. Währungsrisiken spielen bei der OVB Vermögensberatung AG eine untergeordnete Rolle. Liquiditätsrisiken sind bei der Gesellschaft gering, da das operative Geschäft aus dem laufenden Cashflow finanziert wird. Die Steuerung der Liquidität und Anlage überschüssiger Liquidität wird durch regelmäßige Liquiditätsberichte unterstützt. Finanzwirtschaftliche Risiken mit Nachhaltigkeitsbezug bestehen u. a. im Verlust von Marktanteilen durch oder Wettbewerbschancen durch die Fehleinschätzung von Marktentwicklungen oder Kund*innenwünschen. Betriebliche Risiken Die OVB Vermögensberatung AG greift zur Abwicklung der Geschäftsabläufe auf interne Mitarbeiter*innen und externe Dienstleister sowie auf technische und bauliche Einrichtungen zurück. Den branchenübergreifenden Fachkräftemangel spürt hierbei auch OVB und begegnet diesem mit attraktiven Arbeitsplatzangeboten und -bedingungen. Gleichzeitig generiert OVB durch ihre moderne Ausrichtung des Arbeitsplatzumfelds auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt Chancen. Für die Arbeitsabläufe zur Abwicklung und Abrechnung der Geschäftsvorfälle sind verbindliche Regeln definiert. Mitarbeiter*innen, die mit vertraulichen Daten operieren, verpflichten sich zur Einhaltung verbindlicher Vorschriften und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den entsprechenden Daten. Der Schutz der Selbstbestimmung über eigene Personendaten und der Privatsphäre ist OVB ein wichtiges Anliegen. Deshalb werden personenbezogene Daten ausschließlich im Einklang mit den geltenden Rechtsvorschriften des Datenschutzes und der Datensicherheit erhoben, verarbeitet und genutzt. Mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gelten seit Mai 2018 in allen Staaten der Europäischen Union grundsätzlich die gleichen Standards. Neben der Umsetzung der Anforderungen der DSGVO investiert OVB fortlaufend in die Sicherheit ihrer Systeme. Wie bereits erwähnt ermöglicht die zunehmende Digitalisierung nicht nur neue, innovative Anwendungen, sondern es entstehen zugleich auch neue Bedrohungen durch Cyberkriminalität. Das Risiko von Verstößen gegen interne und externe Vorschriften begrenzt OVB durch eine Trennung in Management- und Kontrollfunktionen. Durch einen angemessenen Versicherungsschutz sichert sich die Gesellschaft gegen Schadensfälle und ein mögliches Haftungsrisiko ab. Im Zusammenhang mit der Ausweitung von Video Conferencing für Vertriebs- und Innendienstaufgaben ergeben sich zu beachtende datenschutzrechtliche Vorkehrungen und Auflagen. Diesem Aspekt wurde durch entsprechende Präventions- und Schutzmaßnahmen Rechnung getragen, deren Gewährleistung und Umsetzung ein kontinuierlicher Prozess ist. IT-Risiken und -chancen Die IT-Strukturen des Unternehmens sind weitgehend standardisiert. Um potenzielle Ausfälle, Datenverluste oder Datenmanipulationen zu verhindern, wurde die IT-Struktur der OVB Vermögensberatung AG in die zentralisierte IT-Struktur der Obergesellschaft eingebunden. Durch die sukzessive Einführung eines gemeinsamen europäischen Rechenzentrums ist die IT-Infrastruktur weitgehend standardisiert. Virtualisierung, redundante Backup-Systeme, Datenbank-Cluster und eine definierte Notfallplanung sichern den Datenbestand und gewährleisten die Verfügbarkeit. Zusätzlich stellt OVB die Redundanz der verwendeten Hardware über einen zweiten Standort des OVB EU-Rechenzentrum sicher. Die IT-Systeme sind durch spezielle Zugangs- und Berechtigungskonzepte sowie eine wirksame und laufend aktualisierte und u.a. verhaltensbasierte Antivirensoftware geschützt. Das Unternehmen hat mit diesen Maßnahmen wichtige Prozesse zur Einhaltung der DORA-Anforderungen umgesetzt und weiterentwickelt. Zudem wurden interne Abläufe zur kontinuierlichen Überwachung und Berichterstattung über Cyberrisiken optimiert, um eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber digitalen Bedrohungen sicherzustellen. Die Schulung relevanter Mitarbeiter sowie die enge Zusammenarbeit mit der OVB Holding und externen Partnern zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben gewährleisten eine nachhaltige Compliance. Durch regelmäßige Tests und Audits wird sichergestellt, dass alle DORA-relevanten Prozesse den aktuellen Anforderungen entsprechen. Auf der Applikationsebene setzt OVB Standardsoftware namhafter Anbieter ein. Diese wird durch konzernspezifische Eigenentwicklungen, die einer kontinuierlichen Qualitätskontrolle unterliegen, ergänzt. Die Gesellschaft nutzt das Administrations- und Verwaltungssystem »myOVB«. Im Berichtszeitraum wurde zudem die Einführung der CRM-Software »OVB Easy« abgeschlossen und die Software kontinuierlich weiterentwickelt. Die Bedeutung der IT für die Betriebs- und Vertriebsfähigkeit der Gesellschaft wächst stetig. Damit steigen sowohl die Chancen als auch die Risiken. Durch die Auswahl marktführender Standard-Software, ein intensives Monitoring der Funktionsfähigkeit sowie des First- und Second-Level-Supports für den Vertrieb und den Innendienst unternimmt das Unternehmen weitreichende Anstrengungen, um diese Risiken zu mitigieren. Die OVB Vermögensberatung AG generiert ein ständig steigendes Maß an Digitalisierung, gewinnt an Effizienz in den Geschäftsabläufen und kann ihr Kontrollumfeld effektivieren. Im Weiteren bieten sich Chancen durch eine Flexibilisierung der Arbeitsplätze und somit auch eine gesteigerte Attraktivität für das bestehende Personal, neue Mitarbeiter*innen und Kund*innen. Integration von Automatisierungslösungen wie RPA und Kl im Außen- wie im Innendienst, fördern die Prozesseffizienz und steigern die Effektivität. Reputationsrisiken Reputationsrisiken sind jene Risiken, die aus einem Ansehensverlust der gesamten Branche, von der Gesellschaft selbst oder einer oder mehrerer operativer Einheiten, zum Beispiel bei Kund*innen, Geschäftspartnern oder der Öffentlichkeit, erwachsen. Die Beratung zu Finanzprodukten und ihre Vermittlung werden in der Öffentlichkeit von Fall zu Fall kritisch hinterfragt. Die OVB Vermögensberatung AG ist insbesondere der Gefahr ausgesetzt, dass zum Beispiel wegen der Geltendmachung von Haftungsansprüchen aufgrund einer fehlerhaften oder vermeintlich fehlerhaften Beratung durch Finanzvermittler oder über vertriebene Produkte und durch die öffentliche Berichterstattung darüber das öffentliche Vertrauen in das Unternehmen negativ beeinflusst wird. Darüber hinaus kann menschliches Fehlverhalten selbst bei strikten internen Anweisungen und Vorgaben nicht völlig ausgeschlossen werden, wodurch auch Reputationsrisiken auftreten können. OVB verfolgt und analysiert derartige Einzelfälle mit dem Ziel, einen eventuellen Imageschaden durch präventive Maßnahmen gar nicht erst entstehen zu lassen. Unabhängig von Fehlverhalten ist es möglich, dass von OVB vertriebene Finanzprodukte aufgrund bestimmter wirtschaftlicher Ereignisse unterdurchschnittlich performen und so auch zu Reputationsschäden führen. Umgekehrt können makroökonomische Entwicklungen wie die mit dem Rückgang der Inflation eingeleitete Zinswende der Europäischen Zentralbank auch zu einem positiveren Kapitalmarktumfeld beitragen, wodurch die von OVB vertriebenen Finanzprodukte und damit die Kund*innen profitieren können. Die Ausbildungsstandards entsprechen den gesetzlichen Anforderungen und werden laufend weiterentwickelt sowie an sich verändernde gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst. Die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation der Vermittlungsgespräche sowie strenge Auswahlkriterien für die Aufnahme neuer Produktgeber und Produkte unterstützen diese Zielsetzung. Im Hinblick auf nachhaltigkeitsinduzierte Risiken im Rahmen u.a. von Cyberkriminalität und Datensicherheit, Klimaemissionen, Ressourcenverbräuchen, nachhaltigkeitsbezogenem Fehlverhalten von Produktpartnern oder dem Investitionsverhalten der OVB bestehen Risiken für die Reputation des Unternehmens. Reputationsschäden hemmen die Rekrutierung und die Umsatzentwicklung von OVB. Neben den eigenen Qualitätssicherungsmaßnahmen werden Maßnahmen zur Imageverbesserung vorangetrieben. Auch die Weiterentwicklung des Auftretens im Internet muss OVB ständig im Fokus haben, um sich bietende Chancen zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, wobei auch hier mögliche Reputationsrisiken zu berücksichtigen sind. Entsprechend müssen neben der kontinuierlichen Pflege der eigenen Domain auch die Unterstützungsleistungen für den Auftritt der Finanzvermittler*innen geleistet werden. Hier sind, neben der unternehmenseigenen Domain, auch die Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke und Video- und Foto-Posting-Portale wie z. B. YouTube und Instagram zu nennen. Die Gesellschaft nimmt sich in der Maßnahme »Social Media-Strategie« der noch ausbaufähigen Präsenz des Unternehmens in den sozialen Medien an und unterstützt die für sie tätigen Finanzvermittler*innen bei den entsprechenden Auftritten im Internet. Von der Öffentlichkeit als negativ wahrgenommener Content wirkt unmittelbar auf Kund*innen und die Rekrutierung neuer Finanzvermittler*innen sowie Mitarbeitende. Die Prävention von negativem Content wird geschult und umgesetzt. Social-Media-Richtlinien regeln das Verhalten der OVB Mitarbeiter*innen und Finanzvermittler*innen in dieser Hinsicht compliancekonform. Die Einhaltung dieser Regeln obliegt der Überwachung durch die Hauptverwaltungen. Spiegelbildlich besteht für das Unternehmen die Chance, durch beständig kompetentes, verantwortungsbewusstes Handeln das Ansehen des Unternehmens in der breiten Öffentlichkeit und bei potenziellen Kund*innen weiter zu verbessern. Diesem Ziel dient auch die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. Beratungs- und Haftungsrisiken Die Vermittlung von Finanzprodukten findet im Anschluss an eine vorangegangene Beratung und Geeignetheitsprüfung der Kund*innen statt. Diese Beratung und Geeignetheitsprüfung dient dazu, den Kund*innen ein auf ihr individuell zugeschnittenes Versorgungs- und Anlageprofil zugeschnittenes Finanzprodukt zu vermitteln. Eine kontinuierliche Sensibilisierung und Weiterbildung der Vermittler*innen mit Blick auf eine bedarfsgerechte Beratung sowie die notwendige Dokumentation und Protokollierung der Kund*innengespräche sollen dazu beitragen, potenzielle Beratungsrisiken und gegebenenfalls auch hieraus resultierende Reputationsrisiken zu minimieren. Mit der Einführung der Finanzvermittlerverordnung (FinVermV) in Deutschland sowie dauerhaft steigenden regulatorischen Anforderungen in Europa sind die Bedingungen für die Vermittlung von Finanzanlagen strenger geworden. Somit werden auch alle Beratungsgespräche und Vermittlungsgespräche entsprechend der gesetzlichen Verpflichtungen aufgezeichnet. Die öffentliche und umfängliche Diskussion um die Qualität der Finanzvermittlung in Deutschland generell sowie weiteres Regulierungsbestreben auf nationaler und europäischer Ebene kann zu zusätzlichen Risiken führen. Die Gesellschaft verfolgt diese Entwicklungen intensiv, um rechtzeitig mögliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell zu erkennen und erforderliche Anpassungen einleiten zu können. Rechtliche Risiken Um Rechtsrisiken zu begegnen, sichert sich die Gesellschaft durch eine umfassende Beratung sowohl durch interne Fachleute als auch durch externe Rechtsanwälte ab. Risiken aus möglichen Fehlern bei der Vermittlung von Finanz- und Versicherungsprodukten begegnet OVB durch laufende Begleitung und Bewertung durch die Rechtsabteilung. Derzeit bestehen Rechtstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Vermittlung von Kapitalanlageprodukten. Diesen stehen ausreichende Rückstellungen gegenüber. Im Weiteren reduziert OVB das Haftungsrisiko teilweise über ausreichend bemessenen Versicherungsschutz für Vermögensschäden, der regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst wird. Die OVB Vermögensberatung AG übermittelt quartalsweise aktuelle Informationen zu laufenden Rechtsstreitigkeiten an den Rechtsbereich des Konzerns Steuerliche Risiken Aus sich verändernden steuerlichen Rahmenbedingungen für Vermittlungsleistungen können sich für OVB steuerliche Risiken ergeben. Das Unternehmen beobachtet sich abzeichnende Entwicklungen im deutschen Steuerrecht, insbesondere auch mögliche regulatorische Eingriffe in die steuerliche Behandlung des Vertriebsmodells fortlaufend und analysiert sie hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf das Unternehmen. Steuerliche Anforderungen an das Unternehmen überwachen interne und externe Fachleute in Übereinstimmung mit den steuerlichen Regelungen und den von den Finanzverwaltungen dazu ergangenen Anweisungen. Für zu erwartende Nachzahlungen werden entsprechende Rückstellungen gebildet. Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen Nachhaltigkeitsrisiken ergeben sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens, einem geschärften Bewusstsein in Bezug auf Nachhaltigkeit sowie regulatorischen Rahmenbedingungen. Das Unternehmen versteht hierunter Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung (ESG), deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der OVB Vermögensberatung AG haben können. Hierzu zählen auch durch den Klimawandel bedingte Risiken wie steigende Versicherungskosten durch Extremwetterereignisse oder ein nicht an den Klimawandel angepasstes Produktportfolio. ESG-Risiken finden sich in allen Teilbereichen des Unternehmens wieder und schließen auch klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken oder Transitionsrisiken ein. Nachhaltigkeitsrisiken werden im Zuge der quartalsweise erstellten Berichtserstattung des Risikomanagements an den Vorstand und Aufsichtsrat der OVB Vermögensberatung AG kommuniziert, da sie in den wesentlichen Kennzahlen und damit Risikofrüherkennungsindikatoren integriert sind. Zusätzlich sieht OVB in den dynamischen Rahmenbedingungen Chancen, welche künftig durch ein neu eingesetztes Nachhaltigkeits-Committee auf Holding-Ebene in eine Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt und als Teil der neuen mittelfristigen Unternehmensstrategie gesondert wahrgenommen werden sollen und sich folglich auch in der Strategie der OVB Vermögensberatung AG widerspiegeln wird. Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken Im Wesentlichen ist die Geschäftsentwicklung der OVB Vermögensberatung AG durch Branchenrisiken inklusive branchenspezifischer Regulatorik und finanzwirtschaftliche Risiken sowie Risiken der Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit von IT-Systemen sowie Risiken der Entwicklung unternehmensspezifischer Wertfaktoren beeinflusst. Das Risikomanagement und das eingesetzte Reporting unterstützt die Überwachung, Steuerung und Kontrolle der Risiken aus laufender und zukünftiger Entwicklung und ermöglichen eine frühzeitige Reaktion. Die Risikosituation der Vermögensberatung AG ist weiterhin beherrschbar. Eine Gesamtbetrachtung der Risiken ergibt, dass die OVB Vermögensberatung AG sich im Geschäftsjahr 2024 stets im Rahmen ihrer ökonomischen Risikotragfähigkeit bewegt hat. Deutschland befindet sich nach wie vor in einer Rezession. Auch wenn die Wirtschaftsprognosen für die kommenden Jahre wieder Wachstum voraussagen, besteht aufgrund der anhaltenden globalen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten - unter anderem durch geopolitische Herausforderungen, neu gewählte Regierungen mit Richtungswechseln in der Politik und durch allgemein zunehmenden Protektionismus - das Risiko, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland schwächer ausfällt als erwartet. Eine schwächer als erwartete Entwicklung der Wirtschaft kann in rückläufigen Aktien- und Rentenmärkten und damit in sinkenden Erträgen und Margen für OVB resultieren und sich außerdem auf die finanzielle Situation privater Haushalte auswirken und damit auch das Neugeschäft und das Stornierungsverhalten der Kund*innen der OVB beeinflussen. Trotz zurückgehender Inflation bleibt das Preisniveau hoch und kann Finanzentscheidungen von Kund*innen beeinträchtigen. Weitere Zinssenkungen der EZB bergen darüber hinaus das Risiko, dass die Inflation in Deutschland wieder zunehmen könnte. Im Weiteren ergeben sich fortgesetzte Risiken aus der verstärkt lokal und auf europäischer Ebene koordinierten Durchführung von Prüfungen der Aufsichtsbehörden sowie anstehenden und potenziellen Regulierungsvorhaben auf europäischer Ebene, wenn die Anpassung von Prozessen nur verzögert stattfindet. Ebenso gilt es die rechtlichen Risiken durch den Einbezug externer Experten zu mitigieren. Chancen, die sich im Jahr 2024 durch das dynamische Geschäftsumfeld ergeben haben, hat die Gesellschaft kontinuierlich analysiert und ergriffen. Für die wesentlichen, derzeit erkennbaren Risiken hat das Unternehmen im Zuge des Risikosteuerungsprozesses eine ausreichende Risikovorsorge getroffen. Wesentliche Risiken, die den Bestand gefährden, liegen aus heutiger Sicht nicht vor. Grundlegende Änderungen dieser Risikoeinschätzung werden derzeit nicht erwartet Das Risikomanagement- und -controlling-System sowie sämtliche Corporate Governance-Funktionen werden konzernweit ständig weiterentwickelt, um die Transparenz der eingegangenen Risiken zu erhöhen und die Risikosteuerungsmöglichkeiten weiter zu verbessern. Die dargestellten Risiken sind nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen die OVB Vermögensberatung AG ausgesetzt ist. Risiken, die derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die jetzt noch als unwesentlich einschätzt, könnten die Geschäftsaktivitäten des Unternehmens ebenfalls beeinträchtigen und einen negativen Einfluss auf die im nachfolgenden Ausblick abgegebenen Prognosen haben. PROGNOSEBERICHT Die in diesem Prognosebericht enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf Einschätzungen und Schlussfolgerungen der OVB Vermögensberatung AG zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts vorliegenden Informationen. Die Aussagen stützen sich auf Annahmen, die sich auf zukünftige Entwicklungen beziehen, die in die Unternehmensplanung eingeflossen sind. Der Eintritt zukünftiger Ereignisse ist mit Unsicherheit behaftet, sodass auch die tatsächliche Entwicklung von den nachfolgend getätigten Aussagen abweichen kann. Die Gesellschaft geht im Rahmen der nachfolgend dargestellten Prognose davon aus, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 2025 in Deutschland wie im Kapitel »Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen« dargestellt entwickeln. Für 2025 rechnet der IWF in Deutschland mit einem im Vergleich zum Euroraum unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent. Vor diesem Hintergrund erwartet der Vorstand der OVB Vermögensberatung AG für 2025 moderat steigende Erträge aus Vermittlungen sowie einen kräftigen Anstieg des operativen Ergebnisses vor - auch vor dem Hintergrund steigender IT-Aufwendungen.
Köln, den 20. Februar 2025 Christian Höfel Harald Wild Bilanz zum 31. Dezember 2024AKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2024
Anhang für das Geschäftsjahr 2024I. Allgemeine Angaben Die OVB Vermögensberatung AG hat ihren Sitz in Köln, ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln (HRB 52311) und zum 31. Dezember 2024 nach den Kriterien des § 267 Abs. 3 Satz 1 HGB eine große Kapitalgesellschaft. Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr. Aufgrund des seit dem 1. Januar 2008 bestehenden Ergebnisabführungsvertrages vom 27. Februar 2008 zwischen der OVB Holding AG und der OVB Vermögensberatung AG wird kein gesonderter Jahresüberschuss ausgewiesen. Das abzuführende Jahresergebnis wurde als Verpflichtung gegenüber der OVB Holding AG erfasst. Aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft mit der OVB Holding AG bestehen keine eigene Steuerpflicht der Gesellschaft und kein gesonderter Ausweis von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. II. Angabe der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Erstellung des Jahresabs erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 wird gemäß §§ 242 ff., 264 ff. des Handelsgesetzbuches unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorschriften für Aktiengesellschaften aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Bilanz wird nach dem in § 266 HGB kodifiziertem Schema gegliedert. Abweichend vom Gliederungsschema des § 266 Abs. 2 HGB ist der Posten "Genossenschaftsanteile“ aus Gründen der Klarheit eingefügt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB sowie mit Ergänzungen durch § 277 Abs. 3 HGB für die Aufwendungen aus dem Gewinnabführungsvertrag aufgestellt. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen angesetzt. Die Anschaffungskosten enthalten entsprechend jeweils den nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten Teil der auf die Zugänge entfallenden und in Rechnung gestellten Umsatzsteuer. Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear berechnet. Dabei wurden folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:
Im Geschäftsjahr angeschaffte immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen des Anlagevermögens werden pro rata temporis abgeschrieben. Abgänge des beweglichen Anlagevermögens werden bis zu ihrem Abgang ebenfalls pro rata temporis abgeschrieben. Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800 (netto) werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben und als Abgang erfasst. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis EUR 250 (netto) werden sofort in voller Höhe als Aufwendungen erfasst. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Das gemilderte Niederstwertprinzip wird angewendet. Im Berichtsjahr erfolgten keine außerplanmäßigen Abschreibungen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet. Für erkennbare Risiken sind Einzelwertberichtigungen und Pauschalwertberichtigungen gebildet worden. In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen in Höhe von 7,2 Mio. Euro enthalten, deren Laufzeiten länger als 1 Jahr betragen. Diese beinhalten hinterlegte Stornoreserve bei Produktpartnern. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Kurswert angesetzt. Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert ausgewiesen. Bei einem Kreditinstitut werden - wie in den Vorjahren - laufende Guthaben und laufende Verbindlichkeiten (Kontokorrentkonten) miteinander saldiert, da die einzelnen Konten als einheitliches Kontokorrent geführt werden. Insgesamt wurden Bankguthaben in Höhe von TEUR 27.903 mit Bankverbindlichkeiten von TEUR 23.466 aufgerechnet. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet ausschließlich Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Dieser wird zum Nennwert ausgewiesen. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,96 % und eines Gehaltstrends von 2,0 % auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Die Rückstellungen für Altersteilzeitwurden für zum Bilanzstichtag bereits abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Sie enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsrückstände der Gesellschaft. Die Bewertung der Verpflichtungen zu Jubiläumsleistungen erfolgt nach anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sog. „Projected-Unit-Credit-Methode“ unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,96 %, eines Gehalts- und Anwartschaftstrend von 2,0 % und unter Berücksichtigung einer Fluktuation von 10,0 %. Die Rückstellungen für Stornorisiken ermitteln sich aufgrund historischer Stornoquoten und unter Berücksichtigung der Haftungsquote sowie dem zeitlichen Anfall des Stornos. Die Rückstellungen für Stornorisiken wurden nach Maßgabe des § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern ein Aktivüberhang der latenten Steuern. Aufgrund des seit 1.1.2008 bestehenden Organschaftsverhältnisses mit der OVB Holding AG (Organträgerin), erfolgt der Ansatz von latenten Steuern jedoch grundsätzlich nur im Jahresabschluss der Organträgerin als Steuersubjekt. Ein Ansatz bei der OVB Vermögensberatung AG (Organgesellschaft) entfällt daher. Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. III. Erläuterungen zu Posten des Jahresabschlusses III.1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagespiegel in der Anlage dieses Anhangs zu entnehmen. III.2. Umlaufvermögen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen überwiegend Forderungen aus der Vermittlungstätigkeit gegen Produktpartner. Es bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen und betreffen Forderungen gegen Schwestergesellschaften. Sie enthalten keine Posten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen Produktpartner aus hinterlegter Stornoreserve in Höhe von TEUR 7.198 und einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die sonstigen Wertpapiere beinhalten Anteile an Investmentvermögen bestehend aus Aktien-, Misch- und Rentenfonds sowie Bankenanleihen. Von den Guthaben bei Kreditinstituten unterliegt ein Betrag in Höhe von TEUR 8.102 (i.Vj. TEUR 6.954) Verfügungsbeschränkungen der Banken. III.3. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital ist in 10.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien (rechnerischer Nennwert je € 1,00) eingeteilt. Die Gewinnrücklagen haben sich im Geschäftsjahr 2024 nicht verändert. Die gesetzliche Rücklage beträgt unverändert € 1.000.000. III.4. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für:
III.5. Verbindlichkeiten Von den ausgewiesenen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 26.386 (i.Vj. TEUR 25.994), sind TEUR 5.964 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von:
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten (i.Vj. überwiegend) Verbindlichkeiten gegenüber der OVB Holding AG im Zusammenhang mit der Verpflichtung aus dem bestehenden Ergebnisabführungsvertrag nach Verrechnung mit laufenden Forderungen. Die Ergebnisabführung beträgt für das Jahr 2024 TEUR 5.189 (i.Vj. TEUR 5.496). Sämtliche übrigen Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. III.6. Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen Provisionen aus Vermittlungsgeschäften im Inland. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Vereinnahmung verjährter Verbindlichkeiten gegenüber Außendienstmitarbeitern (TEUR 148), um Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen (TEUR 575), um Erträge aus abgeschriebenen Forderungen (TEUR 34), sowie Auflösungen von Rückstellungen (TEUR 681). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Reduzierungen von Haftungsrisiko (TEUR 123), Bürgschaftsverpflichtungen (TEUR 45), um Incentivereisen (TEUR 31), sonstige Leistungsverpflichtungen (TEUR 142) sowie Auflösung von Personalrückstellungen (TEUR 85). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind keine periodenfremden Erträge enthalten. Den Umsatzerlösen stehen die Aufwendungen für bezogene Leistungen gegenüber, welche überwiegend die Provisionen für Handelsvertreter beinhalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für Wettbewerbe, Seminare, Reisekosten und Werbeaufwendungen in Höhe von TEUR 1.815, für Raumaufwand (TEUR 763), EDV-Kosten (TEUR 3.553), Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten (TEUR 746), Telefon, Kurier- und Portokosten (TEUR 290) sowie die Leistungsumlage und Gemeinkosten gegenüber der OVB Holding AG (TEUR 1.203). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 417 enthalten. VI. Sonstige Angaben VI.1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse Aus abgeschlossenen Miet- und Leasingverträgen bestehen zum 31. Dezember 2024 in Höhe von TEUR 5.492 folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:
Zum Bilanzstichtag bestehen folgende Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB:
Hierfür wurden keine Rückstellungen gebildet, weil mit einer Inanspruchnahme auf Grund der Bonität der Hauptschuldner nicht gerechnet wird. VI.2. Vorstand Vorstandsmitglieder waren in 2024: Herr Christian Höfel, Vorstand Vertrieb, Partner und Produkte - Vorstandsvorsitzender - Herr Harald Wild, Vorstand Finanzen & Verwaltung Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands inklusive der von der Muttergesellschaft direkt an Vorstandsmitglieder zu zahlenden Bezügen, welche in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen als Leistungsumlage erfasst sind, belaufen sich in 2024 auf TEUR 510. VI.3. Aufsichtsrat Aufsichtsratsmitglieder waren in 2024: Mario Freis, -Vorsitzender des Aufsichtsrats Vorsitzender des Vorstands (CEO) der OVB Holding AG, Köln Marlies Hirschberg-Tafel, -Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats Diplom-Mathematikerin im Ruhestand, zuvor Mitglied des Vorstands der SIGNAL IDUNA Gruppe Frank Burow, Vorstand Finanzen (CFO) der OVB Holding AG, Köln Die gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr T€ 6,4. VI.4. Honorare des Abschlussprüfers In 2024 sind TEUR 70 (davon für 2023 TEUR 0) an Honoraren ausschließlich für Abschlussprüfungsleistungen vom Abschlussprüfer berechnet worden. VI.5. Angabe der Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 103 Mitarbeiter (Vj. 105 Mitarbeiter) (ohne Auszubildende und ohne Vorstand) beschäftigt. Davon waren 8 Mitarbeiter (Vj. 6 Mitarbeiter) leitende Angestellte. VI.6. Nachtragsbericht Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten. VI.7. Konzernabschluss Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die OVB Holding AG, Köln (Amtsgericht Köln, HRB 34649). Die Gesellschaft wird in diesen Konzernabschluss einbezogen. Der Konzernabschluss ist im Internet unter www.ovb.eu/lnvestor-Relations zugänglich oder bei der Gesellschaft erhältlich. Die SIGNAL IDUNA Gruppe ist mehrheitlich an der OVB Holding AG beteiligt. Die SIGNAL IDUNA Gruppe stellt einen Gleichordnungsvertragskonzern dar. Die Obergesellschaften des Gleichordnungsvertragskonzerns sind:
VI.8. Bestehen einer Beteiligung an der Gesellschaft Der Gesellschaft ist von der OVB Holding AG das Bestehen einer Beteiligung in Höhe von 100% der Aktien gemäß § 20 AktG mitgeteilt worden.
Köln, den 20. Februar 2025 Christian Höfel Harald Wild Entwicklung des Anlagevermögens
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die OVB Vermögensberatung AG, Köln Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der OVB Vermögensberatung AG, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der OVB Vermögensberatung AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 25. Februar 2025 KPMG AG Schenke, Wirtschaftsprüfer Josephs, Wirtschaftsprüferin Bericht des Aufsichtsrats(nach § 171 Abs. 2 AktG)Der Aufsichtsrat hat den Vorstand 2024 bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten, ihn auf Grundlage ausführlicher, in schriftlicher, elektronischer und mündlicher Form erstatteter Berichte des Vorstands sorgfältig überwacht und die ihnen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben in vollem Umfang wahrgenommen. Zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand, und hier insbesondere mit dem CEO der OVB Vermögensberatung AG, fand darüber hinaus ein fortlaufender Austausch zu Fragen der strategischen Ausrichtung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements, der Compliance, wichtiger Einzelvorgänge sowie aktuell anstehender Entscheidungen statt. Alle wesentlichen Finanzkennzahlen wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand quartalsweise berichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Planzahlen wurden dem Aufsichtsrat seitens des Vorstands im Einzelnen erläutert. Auch die Risikolage des Unternehmens wurde vierteljährlich ausführlich dargestellt. Die Risikoberichte umfassten die aktuelle Risikolage der Gesellschaft mit Blick auf Ertrags- und Vermögenslage, Vertrieb, Produkte, Markt, Wettbewerb, regulatorisches Umfeld sowie Verwaltung und Support. Auch im Jahr 2024 waren geopolitische Spannungen global präsent. Weltweite Handelskonflikte bleiben bestehen und zahlreiche neu gewählte Regierungen lassen bereits Richtungswechsel in der Politik und vermehrt protektionistische Maßnahmen erkennen. Vorhersagen sind mit Blick auf die vorherrschenden Unwägbarkeiten mit Vorsicht zu betrachten. Das hohe Preisniveau stellt viele private Haushalte vor Herausforderungen. Deutlich verteuerte Lebensmittel sowie höhere Energie-, Heiz- und Treibstoffkosten belasten die Budgets und begrenzen die finanziellen Spielräume für Absicherung und Vorsorge. Vor diesem Hintergrund eines mit Unsicherheit belasteten Marktumfelds, wachsender Sorgen privater Haushalte und der allgemeinen Rezession in Deutschland hat der Vorstand das Unternehmen umsichtig gesteuert. Der Aufsichtsrat befasste sich regelmäßig mit den Herausforderungen und Folgen der aktuellen Entwicklung. Auch mögliche Auswirkungen gesetzlicher Änderungen auf Produktabsatz und Provisionen wurden im Plenum erörtert. Darüber hinaus hat der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden persönlich über wesentliche Themen informiert und erforderlichenfalls dessen Rat eingeholt. Auf diese Weise war der Aufsichtsrat über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des Unternehmens einschließlich der Planung, die Geschäfts- und Risikostrategie und andere grundsätzliche Fragen der operativen Unternehmensführung, das Risikomanagement, insbesondere die wesentlichen Risiken der Gesellschaft, Geschäfte und Ereignisse von erheblicher Bedeutung und die Entwicklungen bei Finanzvermittler*innen sowie der Belegschaft stets informiert. Über Angelegenheiten, die nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung der ausdrücklichen Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, hat der Vorstand den Aufsichtsrat frühzeitig unterrichtet und diese dem Aufsichtsrat fristgemäß zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Aufsichtsrat hatte somit stets die Möglichkeit, sich mit den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und Anregungen einzubringen, bevor er nach sorgfältiger Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben hat. Sitzungen und Themen des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr 2024 hat sich der Aufsichtsrat in vier ordentlichen Sitzungen − am 13. März, 4. Juni, 4. September und 28. November − eingehend mit den mündlichen und schriftlichen Berichten sowie den Beschlussvorlagen des Vorstands befasst. Alle Sitzungen wurden in Präsenzform in Köln abgehalten. Sämtliche Aufsichtsratsmitglieder haben an allen Sitzungen teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben an den Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte. Bilanzsitzung am 13. März 2024 Die erste ordentliche Sitzung des Aufsichtsrats im März war zugleich die bilanzfeststellende Sitzung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023. Der Aufsichtsrat hat sich u. a. mit dem Abschluss und dem Lagebericht für die OVB Vermögensberatung AG zum 31. Dezember 2023 sowie dem Bericht des Aufsichtsrats 2023 befasst und nach intensiver Erörterung mit dem Abschlussprüfer und eigener sorgfältiger Prüfung den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 gebilligt. Schwerpunkte der Sitzung waren außerdem der ausführliche Bericht des Vorstands zum Geschäftsverlauf 2023 sowie die Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung. Im Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit dem Bericht des COO zum Risikomanagement per 31. Dezember 2023, dem jährlichen Bericht des Director/Prokurist Internal Audit der OVB Holding AG sowie dem Bericht des Compliance-Verantwortlichen der OVB Vermögensberatung AG. Neben einer Reihe von Personalien stimmte der Aufsichtstrat auch der Auszahlung der jeweiligen variablen Vergütungsanteile der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2023 auf Basis der ermittelten Zielerreichung sowie den Tantiemekriterien für das Geschäftsjahr 2024 zu. Sitzung am 4. Juni 2024 Im Rahmen der Juni-Sitzung 2024 ließ sich der Aufsichtsrat zunächst detailliert zur Lage des Unternehmens nach dem ersten Quartal 2024 einschließlich der aktuellen operativen und finanziellen Kennziffern berichten. Im Anschluss präsentierte der Vorstand die aus der OVB Konzernstrategie »OVB Excellence 2027« abgeleitete Landesstrategie der OVB Vermögensberatung AG und erläuterte die damit verbundenen vertrieblichen und betrieblichen Maßnahmen. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat auf Basis des Risiko-Quartalsberichts zum 31. März 2024 ausführlich mit der Risikolage der Gesellschaft. Weitere Inhalte der Sitzung waren die Entwicklung bei Partnern und Produkten sowie die Aufnahme eines neuen Kooperationspartners. Sitzung am 4. September 2024 Auch in der Septembersitzung 2024 ließ sich der Aufsichtsrat detailliert zur aktuellen Lage des Unternehmens einschließlich operativer und finanzieller Kennziffern berichten. Breiten Raum nahm die Berichterstattung zum Umsetzungsstand der Strategie der OVB Deutschland ein. Im Baustein »Sales and Career Excellence« der Landesstrategie werden Finanzvermittler*innen mit Coachings und zielgerichteten Investitionen auf ihre IHK-Zertifizierung vorbereitet und auf ihrem weiteren Weg in die Hauptberuflichkeit begleitet. Der neu gestaltete digitale Beratungsprozess wurde vorgestellt und die Erörterung der IT-Strategie einschließlich der Ablösung von Altsystemen und der geplanten Einführung von Neusystemen wurde intensiv diskutiert. Ebenso ausführlich setzte sich der Aufsichtsrat - basierend auf dem detaillierten Risiko-Quartalsberichts zum 30. Juni 2024 − mit der aktuellen Risikolage der Gesellschaft auseinander. Sitzung am 28. November 2024 Einen Schwerpunkt der Sitzung Ende November 2024 bildete die ausführliche Berichterstattung des Vorstands zum Geschäftsverlauf nach Ablauf des dritten Quartals 2024. Auf Basis der Vertriebs- und Finanzanalyse zum 30. September 2024 informierte der Vorstand u. a. zum Zwischenstand der angelaufenen Jahresendkampagne und gab einen Ausblick auf geplante Vertriebsmaßnahmen 2025. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich intensiv mit der Planung für das Geschäftsjahr 2025 und ließ sich vom Vorstand zu Fortschritten bei aktuellen IT- und KI-Projekten berichten. Auf Basis des detaillierten Risiko-Quartalsberichts zum 30. September 2024 befasste sich der Aufsichtsrat zudem eingehend mit der aktuellen Risikolage der Gesellschaft. Weiteres wesentliches Thema der Sitzung war die vom Vorstand vorgestellte Mehrjahresplanung 2025 bis 2029. Prüfung des Jahresabschlusses 2024 Die die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 und den Lagebericht der OVB Vermögensberatung AG für das Geschäftsjahr 2024 geprüft. Der Abschlussprüfer hat hierzu einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschluss, der Lagebericht sowie der Prüfungsbericht wurden in der Sitzung des Aufsichtsrats am 12. März 2025, an der auch der Abschlussprüfer teilgenommen hat, umfassend erörtert. Der Abschlussprüfer hat - ergänzend zu dem schriftlichen Bericht, der dem Aufsichtsrat rechtzeitig vor der Sitzung vorlag - ausführlich zum Ablauf und dem Ergebnis der Prüfung vorgetragen und stand für die Beantwortung ergänzender Fragen der Mitglieder zur Verfügung. Nach eigener Prüfung und eingehender Erörterung des vom Vorstand aufgestellten Jahresabschlusses und des Lageberichts hat der Aufsichtsrat der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und den Jahresabschluss 2024 gebilligt. Dieser ist damit gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt. Im Anschluss wurde die Tagesordnung der Hauptversammlung der Gesellschaft inklusive der Beschlussvorschläge verabschiedet. Der Aufsichtsrat nahm den Entwurf der Einladungsbekanntmachung zur Kenntnis und stimmte den darin enthaltenen Beschlussvorschlägen des Vorstands, darunter die Neuwahl des Aufsichtsrats, zu. Dank des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands, den Führungskräften, allen Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittlern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der OVB Vermögensberatung AG für ihren großen persönlichen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Köln, den 12. März 2025 Für den Aufsichtsrat Mario Freis, Vorsitzender |
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