OVB Holding AG

Köln

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2025 bis zum 30.06.2025

Konzernzwischenlagebericht der OVB Holding AG
vom 1. Januar bis 30. Juni 2025

Geschäftstätigkeit

Die OVB Holding AG ist als Managementholding an der Spitze des OVB Konzerns verankert. OVB steht dabei für eine langfristig angelegte themenübergreifende Finanzberatung. Wichtigste Kundenzielgruppe sind private Haushalte in Europa. Das Unternehmen kooperiert mit über 100 leistungsstarken Produktpartnern und bedient mit wettbewerbsfähigen Produkten die individuellen Bedürfnisse ihrer Kund*innen, von der Existenzsicherung und der Absicherung von Sach- und Vermögenswerten bis zur Altersvorsorge und dem Vermögensauf- und -ausbau.

OVB vermittelt in derzeit 16 Ländern Europas Finanzprodukte. 6.407 hauptberufliche OVB Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler betreuen einen Bestand von 4,81 Millionen Kundinnen und Kunden. Die breite europäische Aufstellung des Konzerns stabilisiert den Geschäftsverlauf und eröffnet Wachstumspotenziale. Die aktuell 16 OVB Ländermärkte unterscheiden sich hinsichtlich Struktur, Entwicklungsstand und Größe. OVB verfügt in einer Reihe dieser Länder über eine führende Marktposition. Im Zuge des demografischen Wandels steigt die Zahl der älteren Menschen in Europa, wohingegen die der jungen Menschen abnimmt. Die staatlichen sozialen Sicherungssysteme sind zunehmend überlastet. Gerade auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, unter denen insbesondere private Haushalte leiden, gewinnt die persönliche Beratung an Bedeutung. Daher sieht OVB noch erhebliche Potenziale für die von ihr angebotenen Dienstleistungen.

Die Basis der themenübergreifenden lebensbegleitenden Kundenberatung bildet ein umfassendes und bewährtes Konzept: Am Anfang stehen die Aufnahme und Analyse der finanziellen Situation der Kund*innen. Insbesondere erfragen die Finanzvermittler*innen die Wünsche und Ziele der Kund*innen und entwickeln daraus vor dem Hintergrund der persönlichen finanziellen Möglichkeiten individuell passende Lösungen, die auf Langfristigkeit ausgerichtet, bezahlbar und ausreichend flexibel sind. OVB begleitet ihre Kund*innen über viele Jahre. Um die Finanzplanung unserer Kundschaft immer wieder an die jeweils aktuellen Lebensumstände anzupassen, finden regelmäßige Servicegespräche statt. So entstehen für die Kund*innen bedarfsgerechte, auf die jeweilige Lebensphase zugeschnittene Absicherungs- und Vorsorgekonzepte.

OVB hat die Digitalisierung in den vergangenen Jahren gezielt forciert und den Ausbau der notwendigen technischen Voraussetzungen für eine digital unterstützte Beratung beschleunigt. Das Unternehmen wird zusätzliche Investitionen vornehmen, um den Ausbau der Schnittstelle zu den Kundinnen und Kunden sowie den digitalen Beratungsprozess weiter zu stärken.

Die Aus- und Weiterbildung der Vermittler*innen, die Bedarfsanalyse der Kund*innen und daraus abgeleitete Produktempfehlungen erfolgen auf Basis der geltenden Rahmenbedingungen des jeweiligen Marktes. Die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Themen besitzt einen hohen Stellenwert. OVB richtet sich jeweils frühzeitig auf künftige regulatorische beziehungsweise qualitative Anforderungen aus.

Im Berichtszeitraum waren im OVB Konzern durchschnittlich 860 Mitarbeiter*innen (Vorjahr: 780 Mitarbeiter* innen) in der Holding, in den Hauptverwaltungen der Landesgesellschaften und in den Servicegesellschaften beschäftigt, die den Konzern steuern und verwalten.

Im Geschäftsjahr 2023 hat OVB ihre Unternehmensstrategie »OVB Excellence 2027« verabschiedet und konzernweit kommuniziert. Strategische Fokusthemen sind die Bereiche »Sales and Career Excellence«, »Expansion and Innovation«, »People and Organization« sowie »Operational Excellence«. Abgeleitet aus der Unternehmensstrategie haben die Tochtergesellschaften der OVB Holding AG ihre markt- und wettbewerbsorientierten Landesstrategien entwickelt.

Rahmenbedingungen

OVB ist aktuell in 16 Ländern Europas tätig, die in drei regionale Segmente aufgeteilt sind: Das OVB Segment Mittel- und Osteuropa umfasst die Ländermärkte Kroatien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine und Ungarn; im vergangenen Jahr erzielte der Konzern dort rund 55,9 Prozent seines Umsatzes. Auf den deutschen Markt entfielen im Jahr 2024 insgesamt 15,1 Prozent des Umsatzes des OVB Konzerns. Die Ländermärkte Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Schweiz und Spanien bilden das Segment Süd- und Westeuropa, das 2024 29,0 Prozent zu den Erträgen aus Vermittlungen des OVB Konzerns beisteuerte. Diese Länder gehören – mit Ausnahme der Schweiz – der Eurozone an. Knapp 85 Prozent der Erträge aus Vermittlungen generierte OVB 2024 also außerhalb Deutschlands. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, zur Beurteilung des Geschäftsverlaufs die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa zu betrachten. Relevant sind dabei unter anderem das Wirtschaftswachstum, die Arbeitsmarktentwicklung und die Veränderungen der realen Einkommenssituation der privaten Haushalte.

Mit Blick auf die aktuelle Lage der Weltwirtschaft sind die geopolitischen Spannungen überdurchschnittlich hoch. Die weltweiten Handelskonflikte bleiben bestehen, zahlreiche Regierungen setzen auf Richtungswechsel in der Politik und vermehrt protektionistische Maßnahmen.

Vorhersagen sind mit Blick auf die vorherrschenden Unwägbarkeiten deshalb mit Vorsicht zu betrachten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht in ihrem Economic Outlook vom Juni 2025 davon aus, dass der deutliche Anstieg der Handelshemmnisse sowie der wirtschaftlichen und handelspolitischen Unsicherheit sich weltweit negativ auf das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern auswirken wird.

Das wird Handel und Investitionen voraussichtlich bremsen. Die OECD hat ihre Wachstumsprognosen deshalb nach unten korrigiert. Sie prognostiziert nun einen Rückgang des globalen Wachstums nach 3,3 Prozent im Jahr 2024 auf moderate 2,9 Prozent in den Jahren 2025 und 2026. In der vorangegangenen Prognose von Dezember 2024 war man noch von 3,3 Prozent für 2025 und 2026 ausgegangen.

Für die USA dürfte sich das Wachstum deutlich verlangsamen und 2025 auf 1,6 Prozent und 2026 weiter auf 1,5 Prozent fallen. Dies ist, so die OECD, unter anderem auf den deutlichen Anstieg der effektiven Einfuhrzölle und Vergeltungsmaßnahmen einiger Handelspartner und einen deutlichen Rückgang der Bundesbelegschaft zurückzuführen. Die Wachstumsprognose des OECD für die USA ist nach unten gerichtet und geht von einer stärkeren Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit aufgrund politischer Unsicherheit, einem stärker als erwarteten Preisauftrieb durch Zollerhöhungen und umfangreiche Korrekturen an den Finanzmärkten aus.

Im Euro-Raum hingegen dürfte sich, so die OECD, das BIP-Wachstum aufgrund der Erholung der Auslandsnachfrage voraussichtlich bis 2025 auf 1 Prozent und bis 2026 auf 1,2 Prozent steigern. Der private Konsum wird durch ein anhaltendes Wachstum der real verfügbaren Einkommen gestützt. Private Investitionen werden durch die hohe Unsicherheit eingeschränkt, profitieren aber von verbesserten Finanzierungsbedingungen. Das Lohnwachstum dürfte sich hingegen allmählich abschwächen.

Bei den Teuerungsraten zeichnet sich ein deutlicher Rückgang ab: Die OECD prognostiziert für 2025 eine Inflationsrate von 2,4 Prozent in Deutschland, nach 3,1 Prozent im Jahr 2024. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang auf 2,1 Prozent erwartet. In der Eurozone insgesamt wird die Inflation laut OECD von 2,9 Prozent im Jahr 2024 auf 2,3 Prozent im Jahr 2025 sinken und 2026 weiter auf 2,0 Prozent zurückgehen. Damit dürften die Preise in der Eurozone 2026 den Zielwert der Europäische Zentralbank (EZB) erreichen.

Geldpolitisch reagierte die EZB 2024 nach längerer Inaktivität auf die sich eintrübenden Wachstumsaussichten und begann mit einer Lockerung der Geldpolitik. Bis zum Juni 2025 hat die EZB den Leitzins in mehreren Schritten von anfänglich 4,5 Prozent auf 2,0 Prozent gesenkt, um die wirtschaftliche Aktivität zu stützen.

Für private Haushalte bleiben die Nachwirkungen der Teuerungsraten der vergangenen Jahre spürbar. Deutlich verteuerte Lebensmittel sowie höhere Energie-, Heiz- und Treibstoffkosten belasten unverändert die Budgets, sodass nach Abzug lebensnotwendiger Ausgaben weniger Geld für die Absicherung und Vorsorge zur Verfügung steht.

Insbesondere einkommensschwächere Personengruppen verfügen möglicherweise nicht mehr über die Ressourcen, um vor allem langlaufende Verträge abzuschließen. Die angespannte finanzielle Situation kann auch zu Stornierungen von bestehenden Verträgen führen. Die allgemeine konjunkturelle Lage kann in Bezug auf Finanzentscheidungen ebenfalls zu Zurückhaltung führen.

Anlegerinnen und Anleger sind sich zunehmend der Bedeutung der Altersvorsorge bewusst. Nachgefragt werden vor allem Direktinvestitionen in Fonds und fondsgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherungen. Die OVB bietet eine große Produktvielfalt, von chancenreichen Investments bis hin zu eher sicherheitsorientierten Kapitalanlagen. So können Finanzvermitter*innen der OVB allen Anleger*innen ein für die persönliche Situation und Risikoneigung passendes Angebot zusammenstellen, das es ermöglicht, bei begrenzten Risiken attraktive Renditen zu erzielen. Zusätzlich sieht OVB in vielen Ländern ein erhebliches Wachstum bei Produkten, die biometrische Risiken wie Tod, Invalidität, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit abdecken. Darüber hinaus legt eine wachsende Zahl von Anleger*innen Wert auf nachhaltige Investitionen, die ökologische oder soziale Zielsetzungen mittelbar oder unmittelbar unterstützen.

OVB ist der Überzeugung, dass der Bedarf an themenübergreifend kompetenter und umfassender persönlicher Beratung in allen Finanzfragen steigt: Das Produktangebot ist für private Haushalte kaum überschaubar, staatliche Förderungsmodalitäten sind nur schwer verständlich. Zudem müssen einmal getroffene Finanzentscheidungen mit Blick auf sich verändernde Bedürfnisse und Lebenssituationen aber auch wegen sich verändernder Marktgegebenheiten regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden.

Damit bietet der Markt der privaten Absicherung und Vorsorge weiterhin langfristiges Marktpotenzial und gute Wachstumschancen.

Gesamtwirtschaftliche Eckdaten

Reales BIP
Veränderung in %

Verbraucherpreise
Veränderung in %*

2024

2025f

2026f

2024

2025f

2026f

Kroatien

3,9

2,9

2,7

4,0

4,0

2,4

Polen

2,9

3,2

2,7

3,8

4,1

2,6

Rumänien

0,8

1,5

2,4

5,6

4,8

3,4

Slowakei

2,1

1,4

1,1

3,2

3,5

2,5

Slowenien

1,6

1,6

2,4

2,0

2,6

2,3

Tschechien

1,0

1,9

2,2

2,4

2,4

2,1

Ukraine

1,1

1,3

1,0

2,5

3,1

2,3

Ungarn

0,5

0,9

2,4

3,7

4,9

3,6

Eurozone

0,8

1,0

1,2

2,4

2,2

2,0

Deutschland

-0,2

0,4

1,2

2,5

2,4

2,1

Belgien

1,0

1,0

1,0

4,3

2,9

1,8

Frankreich

1,1

0,6

0,9

2,3

1,2

1,7

Griechenland

2,3

2,0

2,1

3,0

2,5

2,0

Italien

0,7

0,6

0,7

1,1

2,0

1,9

Österreich

-1,3

-0,3

1,0

2,9

3,0

1,9

Schweiz

1,3

1,1

1,2

1,1

0,3

0,6

Spanien

3,2

2,4

1,9

2,9

2,4

1,9

Arbeitslosenquote in %
[Erwerbslose / (Erwerbstätige + Erwerbslose)]

2024

2025f

2026f

Kroatien

5,0

4,8

4,9

Polen

2,9

2,8

2,7

Rumänien

5,4

5,6

5,5

Slowakei

5,3

5,4

5,4

Slowenien

3,7

3,7

3,7

Tschechien

2,6

2,7

2,6

Ukraine

4,3

4,6

4,6

Ungarn

4,5

4,3

3,9

Eurozone

6,4

6,4

6,2

Deutschland

3,4

3,6

3,5

Belgien

5,7

5,9

6,1

Frankreich

7,4

7,8

7,6

Griechenland

10,1

9,4

9,1

Italien

6,5

6,1

6,1

Österreich

5,2

5,2

5,2

Schweiz

4,3

4,5

4,5

Spanien

11,3

10,7

10,1

f = forecast (Prognose); * = Angabe der Veränderung der Verbraucherpreise als jährlicher Durchschnitt
Quelle: IWF World Economic Outlook (Juni 2025)

Zusammensetzung des Neugeschäfts
1-6/2025 (1-6/2024 )

Fondsgebundene Vorsorgeprodukte
29,9% (31,8%)

Staatlich geförderte Vorsorgeprodukte
7,6% (9,0%)

Bausparen/Finanzierungen
7,7% (6,4%)

Sach-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen
16,9% (17,8%)

Krankenversicherungen
2,5% (2,2%)

Investmentfonds
8,6% (7,8%)

Sonstige Vorsorgeprodukte
26,7% (24,9%)

Immobilien
0,1% (0,1%)

Geschäftsentwicklung

Der OVB Konzern hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 seine Erträge aus Vermittlungen um 11,1 Prozent auf 220,7 Mio. Euro gesteigert. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahreswert um 22,1 Mio. Euro. Die positive Entwicklung wird von den Segmenten Mittel- und Osteuropa sowie Süd- und Westeuropa getragen.

Die Zahl der Kund*innen in den 16 Ländern Europas betrug zum Zwischenbilanzstichtag 30. Juni 2025 4,81 Millionen Kund*innen (Vorjahr: 4,60 Millionen Kund*innen). Im Vergleich zum Vorjahresstichtag erhöhte sich die Gesamtzahl der für OVB tätigen Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler von 6.005 um 6,7 Prozent auf 6.407.

Die Zusammensetzung des Neugeschäfts im Konzern änderte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur leicht. So machten fondsgebundene Vorsorgeprodukte mit 29,9 Prozent gegenüber 31,8 Prozent im Vorjahr unverändert den größten Anteil am Neugeschäft aus. Sonstige Vorsorgeprodukte trugen nach 24,9 Prozent im ersten Halbjahr 2024 im Berichtszeitraum mit 26,7 Prozent zum Neugeschäft bei. Der auf Sach-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen entfallende Anteil betrug 16,9 Prozent, nach 17,8 Prozent im Vorjahr. Auch der Anteil staatlich geförderter Vorsorgeprodukte ging leicht von 9,0 Prozent auf 7,6 Prozent zurück. Dagegen ist der Anteil des Bereichs Investmentfonds von 7,8 Prozent auf 8,6 Prozent angewachsen. Die Produktgruppe Bausparen / Finanzierungen konnte ebenfalls leicht von 6,4 Prozent auf 7,7 Prozent zulegen. Der Anteil von Krankenversicherungen stieg von 2,2 Prozent auf 2,5 Prozent an. Das Immobiliengeschäft verblieb auf einem niedrigen Niveau.

Mittel- und Osteuropa

Im Segment Mittel- und Osteuropa erhöhten sich die Erträge aus Vermittlungen im Berichtszeitraum deutlich um 14,6 Prozent auf 127,0 Mio. Euro (Vorjahr: 110,9 Mio. Euro), was auf einen Umsatzanstieg in allen Ländermärkten dieser Region mit Ausnahme der Ukraine zurückzuführen ist.

Die Zahl der für OVB tätigen Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler in der Region wuchs von 3.776 zum Vorjahresstichtag um 7,0 Prozent auf 4.042 zum 30. Juni 2025.

Der Kund*innenbestand umfasst 3,35 Millionen Kund*innen (Vorjahr: 3,19 Millionen Kund*innen).

Am stärksten wurden in der Region Sonstige Vorsorgeprodukte nachgefragt. Ihr Anteil am Neugeschäft stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 32,4 Prozent auf 35,8 Prozent. Fondsgebundene Vorsorgeprodukte waren dagegen im Vergleich zum Vorjahr weniger nachgefragt und leisteten einen Anteil von 22,1 Prozent (Vorjahr: 29,5 Prozent). Die Produktgruppe Bausparen / Finanzierungen konnte ihren Anteil von 7,2 Prozent auf 9,5 Prozent steigern. Der auf Investmentfonds entfallende Anteil des Neugeschäfts wuchs auf 11,4 Prozent (Vorjahr: 9,5 Prozent).

Deutschland

Im Segment Deutschland konnte die OVB mit Erträgen aus Vermittlungen in Höhe von 29,8 Mio. Euro das Ergebnis nahezu konstant halten (Vorjahr: 30,0 Mio. Euro). Die Zahl der in Deutschland für die OVB zum Ende des Berichtszeitraums tätigen Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler blieb mit 1.087 gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1.092) ebenfalls nahezu konstant. Die Zahl der Kund*innen belief sich zum Zwischenbilanzstichtag auf 597.034 (Vorjahr: 600.064). Der leichte Rückgang resultiert vor allem aus demografischen Effekten aufgrund der 55-jährigen Historie der OVB im deutschen Markt.

Der größte Anteil des Neugeschäfts entfiel auf fondsgebundene Vorsorgeprodukte, deren Anteil sich von 32,7 Prozent leicht auf 32,3 Prozent reduzierte. Sach-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen erhöhten ihren Anteil leicht und lagen bei 13,2 Prozent (Vorjahr: 12,8 Prozent). Der Bereich Bausparen / Finanzierungen trug mit unverändert 11,8 Prozent zum Neugeschäft bei. Sonstige Vorsorgeprodukte leisteten einen Beitrag von 11,9 Prozent (Vorjahr: 12,8 Prozent). Dahinter folgten die Produktgruppen Investmentfonds, die ihren Anteil leicht auf 11,0 Prozent reduzierten (Vorjahr: 11,7 Prozent), gefolgt von staatlich geförderten Vorsorgeprodukten, die auf einen Anteil von 10,2 Prozent (Vorjahr: 10,8 Prozent) kamen.

Süd- und Westeuropa

Im Berichtszeitraum verzeichnete das Segment Süd- und Westeuropa erneut einen Anstieg der Erträge aus Vermittlungen um 10,6 Prozent auf 64,0 Mio. Euro (Vorjahr: 57,8 Mio. Euro). Die Zahl der Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler erhöhte sich von 1.137 um 12,4 Prozent auf 1.278, die Zahl der Kundinnen und Kunden in den sieben Ländern des Segments umfasst insgesamt 860.312. Dies bedeutet eine Steigerung um 6,6 Prozent gegenüber dem Wert von 807.136 zum Ende des ersten Halbjahres 2024.

Der Anteil fondsgebundener Vorsorgeprodukte am Neugeschäft nahm gegenüber dem Vorjahr nochmals zu und lag bei 45,3 Prozent gegenüber 37,0 Prozent im Vorjahreszeitraum. Staatlich geförderte Vorsorgeprodukte trugen mit einem Anteil von 21,5 Prozent zum Umsatz bei (Vorjahr: 28,6 Prozent). Der Anteil der Sach-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen ging von 15,0 Prozent auf 12,7 Prozent zurück. Sonstige Vorsorgeprodukte legten dagegen von 11,6 Prozent auf 13,2 Prozent zu.

Ertragslage

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2025 erzielte der OVB Konzern Erträge aus Vermittlungen in Höhe von 220,7 Mio. Euro. Dies entspricht einer Steigerung von rund 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 5,1 Mio. Euro auf 8,1 Mio. Euro. Ursächlich hierfür waren vor allem höhere Erstattungen der Finanzvermittler*innen und Zuschüsse von Produktpartnergesellschaften.

Die Aufwendungen für Vermittlungen stiegen um 12,7 Prozent auf 151,2 Mio. Euro (Vorjahr: 134,1 Mio. Euro).

Auch der Personalaufwand für die Angestellten des Konzerns erhöhte sich aufgrund des planmäßigen Personalausbaus sowie marktbedingter Gehaltsanpassungen um 10,7 Prozent, von 26,8 Mio. Euro auf 29,6 Mio. Euro. Die Abschreibungen betrugen 5,6 Mio. Euro nach 4,8 Mio. Euro im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von 28,2 Mio. Euro auf 37,8 Mio. Euro. Ursächlich sind vor allem höhere Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten u. a. im Zusammenhang mit der Auflösung und Liquidation eines Produktpartners in Luxemburg, mit dem OVB in vier Ländern in geschäftlicher Verbindung stand, sowie Veranstaltungen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen ging das operative Ergebnis des OVB Konzerns (EBIT) im Berichtszeitraum um 58,8 Prozent auf 3,8 Mio. Euro zurück.

Im Segment Mittel- und Osteuropa stieg das EBIT um 6,4 Prozent auf 11,2 Mio. Euro. Das operative Ergebnis im Segment Süd- und Westeuropa ging dagegen aufgrund des o. g. Sachverhalts von 2,6 Mio. Euro auf - 2,6 Mio. Euro zurück. Das EBIT im Segment Deutschland stieg um 7,0 Prozent auf 2,0 Mio. Euro.

Das negative operative Ergebnis der Zentralbereiche einschließlich Konsolidierungseffekte stieg um 17,1 Prozent von -5,7 Mio. Euro auf -6,7 Mio. Euro. Die EBIT-Marge des OVB Konzerns reduzierte sich von 4,7 Prozent im Vorjahr auf 1,7 Prozent im Berichtszeitraum.

Während das starke Finanzergebnis der Vorjahresvergleichsperiode unter anderem auf Kursgewinne bei den Wertpapieren zurückzuführen war, führten die Verwerfungen am Kapitalmarkt − im ersten Quartal 2025 − zu Kursverlusten. Das Finanzergebnis belief sich daher im Berichtszeitraum auf 1,6 Mio. Euro, ein Rückgang von 52,6 Prozent (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro). Die Ertragsteuern verringerten sich von 3,4 Mio. Euro auf 2,4 Mio. Euro. Nach Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter verbleibt damit ein Konzernergebnis von 2,9 Mio. Euro. Verglichen mit dem Vorjahreswert von 9,3 Mio. Euro entspricht dies einem Rückgang von 68,1 Prozent.

Dementsprechend ging das Ergebnis je Aktie für die ersten sechs Monate 2025 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von 0,65 Euro auf 0,21 Euro zurück – jeweils berechnet auf Basis von 14.251.314 Stückaktien.

Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sank im ersten Halbjahr 2025 gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode von 18,4 Mio. Euro auf 9,5 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist insbesondere auf ein reduziertes Konzernergebnis und einen saldierten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva zurückzuführen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit halbierte sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres auf 4,6 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser bei 9,7 Mio. Euro gelegen. Wesentliche Position waren die Auszahlungen für Investitionen in Wertpapiere und übrige kurzfristige Kapitalanlagen, die sich auf 4,0 Mio. Euro nach 19,0 Mio. Euro im Vorjahr beliefen. Dagegen liefen unter anderem die Einzahlungen aus Abgängen von Wertpapieren und übrigen kurzfristigen Kapitalanlagen, die im Berichtszeitraum bei 2,0 Mio. Euro nach 12,8 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2024 lagen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit belief sich in der Berichtsperiode auf - 15,8 Mio. Euro und beruhte ganz überwiegend auf der Zahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2024. Im ersten Halbjahr 2024 belief sich diese Position auf -14,2 Mio. Euro. Insgesamt liegt der Finanzmittelbestand der Gesellschaft zum 30. Juni 2025 bei 62,4 Mio. Euro und damit 6,9 Prozent unter dem Stand zum Vorjahresstichtag.

Vermögenslage

Zum Bilanzstichtag des vorliegenden Berichts beträgt die Bilanzsumme der OVB Holding AG 291,5 Mio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber der Bilanzsumme von 295,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024.

Auf der Aktivseite reduzierten sich die langfristigen Vermögenswerte leicht von 42 Mio. Euro auf 41,7 Mio. Euro.

Dabei verringerten sich die immateriellen Vermögenswerte um 0,1 Prozent auf 18,3 Mio. Euro sowie die Nutzungsrechte an Leasingobjekten um 9,5 Prozent auf 9,4 Mio. Euro. Auch die Sachanlagen reduzierten sich zum 30. Juni 2025 leicht von 6,8 Mio. Euro auf 6,6 Mio. Euro. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich auf 7,1 Mio. Euro und die Finanzanlagen gingen um 23,2 Prozent auf 0,3 Mio. Euro zurück.

Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen ebenfalls leicht um 1,6 Prozent von 253,9 Mio. Euro zum Jahresultimo 2024 auf 249,8 Mio. Euro zur Jahresmitte 2025 zurück. Während Wertpapiere und übrige Kapitalanlagen gegenüber dem 31. Dezember 2024 um 4,0 Prozent auf 62,3 Mio. Euro zulegten, sanken die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 10,6 Mio. Euro auf 62,4 Mio. Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf 50,7 Mio. Euro und sind damit um 9,0 Prozent gegenüber dem Jahresendstand 2024 zurückgegangen. Forderungen und sonstige Vermögenswerte stiegen dagegen im gleichen Zeitraum von 62,8 Mio. Euro auf 72,4 Mio. Euro. Die Forderungen aus Ertragsteuern lagen zum Berichtsstichtag bei 2,0 Mio. Euro nach 2,4 Mio. Euro zum Ende des Vorjahres.

Auf der Passivseite der Bilanz ging das Eigenkapital der Gesellschaft von 101,7 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024 um 10,9 Prozent auf 90,1 Mio. Euro zurück.

Maßgeblich war der Bilanzgewinn, der sich von 33,9 Mio. Euro auf 22,6 Mio. Euro reduzierte. Die Eigenkapitalquote beläuft sich somit zum Zwischenbilanzstichtag auf 31,1 Prozent gegenüber 34,4 Prozent zum Jahresultimo 2024.

Die langfristigen Schulden verringerten sich im Stichtagsvergleich von 11,7 Mio. Euro auf 10,9 Mio. Euro. Dabei sanken die anderen Verbindlichkeiten von 9,0 Mio. Euro auf 8,0 Mio. Euro und die Rückstellungen um 1,0 Prozent auf 1,6 Mio. Euro, während die passiven latenten Steuern um 10,5 Prozent auf 1,2 Mio. Euro zunahmen. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen weiterhin nicht.

Die kurzfristigen Schulden nahmen zum 30. Juni 2025 um 4,1 Prozent auf 190,0 Mio. Euro gegenüber dem Bilanzstichtag am 31. Dezember 2024 zu. Ausschlaggebend war die Position „andere Rückstellungen“, die von 78,6 Mio. Euro auf 87,6 Mio. Euro stieg. Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus gestiegenen Rückstellungen aus nachlaufenden Provisionen und gestiegenen Stornorisikorückstellungen sowie aus der Bildung einer Rückstellung für Rechtsberatung zur Abwehr von Ansprüchen und Klagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen gegenüber dem 31. Dezember 2024 mit plus 0,3 Prozent nahezu unverändert bei 26,0 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern gingen deutlich um 40,9 Prozent auf 0,7 Mio. Euro zurück, auch die anderen Verbindlichkeiten gingen leicht von 75,2 Mio. Euro auf 75,1 Mio. Euro zurück.

Personal

Der OVB Konzern beschäftigte im Berichtszeitraum durchschnittlich 860 Angestellte (Vorjahr: 780 Angestellte) in der Holding, in den Hauptverwaltungen der Landesgesellschaften und in den Servicegesellschaften.

Die Mitarbeitenden unterstützen die für OVB tätigen selbstständigen Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler, indem sie u. a. für die serviceorientierte Abwicklung sämtlicher Kernprozesse und die notwendige technische Infrastruktur sorgen, Schulungen durchführen, verkaufsfördernde Maßnahmen entwickeln und realisieren, administrative Aufgaben erfüllen und bei der Einhaltung regulatorischer Anforderungen Hilfestellung geben.

Nachtragsbericht

Vorgänge und Ereignisse, die für die Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des OVB Konzerns von Bedeutung wären, sind nach dem 30. Juni 2025 nicht eingetreten.

Chancen und Risiken

OVB ist weiterhin in Wachstumsmärkten tätig. Fundamentale Trends – wie beispielsweise die demografische Entwicklung in Europa – machen eine zunehmende private Absicherung und Vorsorge notwendig. In einem auch für private Haushalte herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld, gewinnt die persönliche Beratung zusätzlich an Bedeutung.

Das OVB Geschäftsumfeld wird durch Veränderungen in den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst und gestaltet sich zunehmend dynamisch. Branchentypisch ist auch OVB stark abhängig von der wirtschaftlichen Gesundheit Europas. Konjunkturelle Abschwünge und Rezessionen in den einzelnen Ländern können zu geringerer Nachfrage nach Finanzprodukten führen. Ebenso wirkt sich die von der europäischen Finanzaufsicht getriebene Zinswende auf die Gewinnmargen der Unternehmen aus.

Aktuell ist das wirtschaftliche Umfeld im Euroraum durch eine ungleichmäßige Erholung gekennzeichnet, wobei die Wachstumsaussichten der Staaten, in denen OVB tätig ist, stark variieren. Konsolidiert wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums nach Angaben des IWF 2024 um 0,9 Prozent.

Für Deutschland geht die OECD in der Juni-Prognose für 2025 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus, 2026 werden dann 1,2 Prozent avisiert. Das IFO-Institut geht in seinem jüngsten Gutachten davon aus, dass die Krise der deutschen Wirtschaft im Winterhalbjahr 2024/25 ihren Tiefpunkt erreicht hat. Der private Konsum entwickele sich seit vier Quartalen positiv und beschleunige sich in der Tendenz. Die Kaufkraftgewinne, die sich aus dem Anstieg der realen Einkommen ergeben, werden zunehmend verausgabt und nicht mehr gespart.

Die Dynamik aus dem ersten Quartal 2025 wird im weiteren Jahresverlauf, so das IFO-Institut, zwar nicht aufrechterhalten werden können.

Allerdings bleiben die Aussichten dank verbesserter Auftragslage und optimistischer Stimmungsindikatoren für die Industrie vorsichtig positiv. Auf Grund der von der Bundesregierung angekündigten Erleichterungen für die Wirtschaft und zunehmender Verteidigungsausgaben dürften die staatlichen Konsum- und Investitionsausgaben sowie die Unternehmensinvestitionen vor allem im kommenden Jahr spürbar zulegen.

Das durchschnittliche vierteljährliche BIP-Wachstum wird 2026 auf 0,4 Prozent zunehmen, so dass sich die Unterauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten allmählich verringert und die deutsche Wirtschaft in eine Erholungsphase eintritt.

Insgesamt schätzt das IFO-Institut den Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2025 auf 0,3 Prozent und für 2026 auf 1,5 Prozent. Gegenüber der Prognose vom Frühjahr 2025 wurden die Wachstumsraten damit um 0,1 bzw. 0,7 Prozentpunkte angehoben. Die Revision ergibt sich hauptsächlich auf den zusätzlichen fiskalischen Impulsen, die das reale BIP im Jahr 2026 um rund 25 Mrd. Euro anheben.

Die Inflation sieht das Münchner Institut für 2025 bei 2,1 Prozent, vor allem aufgrund gesunkener Energiepreise sowie der Senkung von Stromsteuer und Netzentgelten. Diese Maßnahmen senken die Verbraucherpreise um jeweils 0,15 Prozentpunkte in den Jahren 2025 und 2026. Die Inflation dürfte 2026 unverändert bei 2,0 Prozent liegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit dem Beschluss zur Senkung der Leitzinsen am 6. Juni 2024 einen Kurs der geldpolitischen Lockerung eingeschlagen.

In Folge mehrerer Zinssenkungen, zuletzt am 5. Juni 2025, belaufen sich die Zinssätze für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität mit Wirkung vom 11. Juni 2025 auf 2,0 Prozent, 2,15 Prozent bzw. 2,40 Prozent. Analysten erwarten für die zweite Jahreshälfte weitere Zinssenkungen.

Auch am Arbeitsmarkt sieht das IFO-Institut erste positive Signale. Bereits in den kommenden Monaten wird im Einklang mit der allmählichen Erholung eine leichte Belebung der Beschäftigung erwartet. Eine starke Beschleunigung des Beschäftigungsaufbaus bleibt jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung begrenzt – ab dem Jahr 2025 sinkt die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter.

Insgesamt bieten sich verändernde Marktbedingungen immer neue Vertriebschancen. Beispielsweise bedeuten wieder sinkende Zinsen zwar geringere Erträge auf Festgeld, aber auch günstigere Baukredite oder positive Aktienkursentwicklungen, womit diese auch die Absatzmöglichkeiten von kapitalmarktorientierten Produkten verbessern. Nachlassende Inflation und eine Rückkehr des Verbrauchervertrauens sollten ihr Übriges tun.

Die anhaltend volatilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eröffnen nicht nur neue unternehmerische Chancen, sondern bergen zugleich erhebliche Risiken. Infolge der Liquidation eines Produktpartners, mit dem OVB in vier Ländern in geschäftlicher Verbindung stand, sind Auswirkungen auf die finanziellen Risiken für die Gesellschaft von OVB nicht auszuschließen. OVB arbeitet daher intensiv und unter Einbezug externer Rechtsanwaltskanzleien an der strukturellen Lösung und Mitigation oben genannter Risiken.

Weiterhin ist sich OVB der Cyberrisiken bewusst, die ihre IT-basierten Prozesse negativ beeinflussen und zu Systemausfällen führen können.

Diese können die operative Leistungsfähigkeit einzelner Geschäftsbereiche oder des gesamten Konzerns einschränken. Um diese Risiken zu minimieren, hat OVB entsprechende Maßnahmen zur Cybersicherheit ergriffen und umgesetzt, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit ihrer IT-Systeme zu gewährleisten. Darüber hinaus nutzt OVB neue Technologien, um ihre IT-Infrastruktur zu optimieren oder die Transaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Diese Technologien bieten nicht nur Möglichkeiten zur Prävention von Cyberrisiken, sondern auch zur Steigerung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Vertriebs- und Arbeitsweisen. OVB verfügt über eine klare Strategie und ein robustes Management für den Einsatz neuer Technologien, um potenzielle Sicherheitslücken oder Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.

Das Risikomanagementsystem von OVB und das eingesetzte Reporting tragen wesentlich dazu bei, dass die Gesamtrisiken im Konzern transparent sind und gesteuert werden. Die Risikomanagement- und Controllingsysteme werden ständig weiterentwickelt, um die Transparenz der eingegangenen Risiken zu erhöhen und die Risikosteuerungsmöglichkeiten weiter zu verbessern.

Aus oben genannten Gründen haben sich die Chancen und Risiken für OVB im ersten Halbjahr 2025 in Teilen verändert. Dies gilt im Wesentlichen für den Umgang mit Risiken aus der Insolvenz eines Produktpartners. Die übrigen Risikofelder entsprechen weitestgehend unseren Ausführungen im Geschäftsbericht zum 31.12.2024. Daher verweisen wir an dieser Stelle auf das Kapitel »Chancen- und Risikobericht« des Geschäftsbericht 2024.

Ausblick

Eine wesentliche Stärke des OVB Konzerns ist die breite internationale Aufstellung über aktuell 16 europäische Länder hinweg. Insgesamt bleiben die Marktbedingungen herausfordernd. Trotz des hohen Bedarfs für eigenverantwortliche Absicherung und Vorsorge ist nicht auszuschließen, dass Kund*innen bei langfristigen Anlageentscheidungen zurückhaltender agieren – gerade vor dem Hintergrund immer noch erhöhter Inflationsraten.

Die langfristigen Geschäftspotenziale im Markt für private Absicherung und Vorsorge bestehen unverändert fort.

Vor dem Hintergrund weiterer Veränderungen im Umfeld, in den Märkten und bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Geschäftstätigkeit befindet sich OVB in der Umsetzung ihrer mittelfristigen Wachstumsstrategie mit dem Ziel des nachhaltigen Ausbaus der Vertriebsorganisation sowie der Ausweitung der Kundenbasis.

Angesichts erheblicher Belastungen des operativen Ergebnisses für das Geschäftsjahr 2025 im Zusammenhang mit der Insolvenz eines Produktpartners, mit dem OVB in Spanien, Italien, Belgien und Frankreich in geschäftlicher Verbindung stand, geht OVB auf Grundlage der gegenwärtig vorliegenden Informationen – trotz eines Wachstums in den Erträgen aus Vermittlungen in allen operativen Segmenten – aktuell von einem operativen Ergebnis zwischen 10 und 15 Mio. Euro aus (bisherige Prognose: zwischen 20 und 23 Mio. Euro). Die Erträge aus Vermittlungen im Konzern dürften sich in einer Bandbreite von 430 bis 450 Mio. Euro (bisherige Prognose: 420 bis 440 Mio. Euro) bewegen.

 

Köln, den 29. Juli 2025

Mario Freis
CEO

Frank Burow
CFO

Heinrich Fritzlar
COO

IFRS-Konzernzwischenabschluss

Konzernbilanz

der OVB Holding AG nach IFRS zum 30. Juni 2025

Aktiva

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

A. Langfristige Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte

18.308

18.330

Nutzungsrechte an Leasingobjekten

9.409

10.394

Sachanlagen

6.641

6.757

Finanzanlagen

295

384

Aktive latente Steuern

7.057

6.150

41.710

42.015

B. Kurzfristige Vermögenswerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

50.725

55.763

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

72.419

62.796

Forderungen aus Ertragsteuern

2.030

2.429

Wertpapiere und übrige Kapitalanlagen

62.276

59.867

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

62.383

73.006

249.833

253.861

Summe der Vermögenswerte

291.543

295.876

Passiva

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

A. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

14.251

14.251

Kapitalrücklage

39.342

39.342

Eigene Anteile

0

0

Gewinnrücklagen

13.573

13.573

Sonstige Rücklagen

296

130

Nicht beherrschende Anteile

646

545

Bilanzgewinn

22.567

33.871

90.675

101.712

B. Langfristige Schulden

Rückstellungen

1.584

1.600

Andere Verbindlichkeiten

8.046

8.973

Passive latente Steuern

1.244

1.126

10.874

11.699

C. Kurzfristige Schulden

Steuerrückstellungen

567

1.465

Andere Rückstellungen

87.590

78.649

Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern

747

1.263

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

26.010

25.931

Andere Verbindlichkeiten

75.080

75.157

189.994

182.465

Summe Eigenkapital und Schulden

291.543

295.876

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

der OVB Holding AG nach IFRS für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2025

in TEUR

01.04. –
30.06.2025

01.04. –
30.06.2024

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Erträge aus Vermittlungen

112.411

101.836

220.723

198.642

Sonstige betriebliche Erträge

4.349

2.539

8.117

5.098

Gesamtertrag

116.760

104.375

228.840

203.740

Aufwendungen für Vermittlungen

-77.926

-69.405

-151.176

-134.131

Personalaufwand

-14.742

-13.249

-29.639

-26.776

Abschreibungen

-2.878

-2.473

-5.635

-4.831

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-20.000

-14.018

-37.798

-28.151

Risikovorsorge

-418

-187

-765

-555

Operatives Ergebnis (EBIT)

796

5.043

3.827

9.296

Finanzerträge

1.828

1.881

2.726

3.731

Finanzaufwendungen

-95

-186

-1.104

-306

Finanzergebnis

1.733

1.695

1.622

3.425

Konzernergebnis vor Ertragsteuern

2.529

6.738

5.449

12.721

Ertragsteuern

-913

-1.827

-2.401

-3.380

Konzernergebnis

1.616

4.911

3.048

9.341

davon entfallen auf:

Nicht beherrschende Anteile

42

70

101

113

Anteilseigner des Mutterunternehmens

1.574

4.841

2.947

9.228

Ergebnis je Aktie unverwässert/verwässert in EUR

0,11

0,34

0,21

0,65

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

der OVB Holding AG nach IFRS für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2025

in TEUR

01.04. –
30.06.2025

01.04. –
30.06.2024

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Konzernergebnis

1.616

4.911

3.048

9.341

Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten

72

-21

137

-110

Veränderung der Rücklage aus Währungsumrechnung

-45

-1

29

-73

Sonstiges Ergebnis, das anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird

27

-22

166

-183

Sonstiges Ergebnis

27

-22

166

-183

Gesamtergebnis

1.643

4.889

3.214

9.158

davon entfallen auf:

Nicht beherrschende Anteile

42

70

101

113

Anteilseigner des Mutterunternehmens

1.601

4.819

3.113

9.045

Konzern-Kapitalflussrechnung

der OVB Holding AG nach IFRS für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2025

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Konzernergebnis vor Ertragsteuern

5.449

12.721

+/- Abschreibungen und Wertminderungen/Zuschreibungen und Wertaufholungen auf Gegenstände des Anlagevermögens

5.635

4.831

- Finanzergebnis

-1.622

-3.425

-/+ Unrealisierte Währungsgewinne/-verluste

-326

258

+/- Zuführung/Auflösung Wertberichtigungen auf Forderungen

787

579

+/- Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge

168

346

+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen

8.925

6.077

+/- Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

-29

-59

+/- Abnahme/Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva

-5.372

-905

+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva

85

1.289

- Gezahlte Ertragsteuern

-4.205

-3.308

= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

9.495

18.404

+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens und des immateriellen Anlagevermögens

55

90

+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens

112

92

+ Einzahlungen aus Abgängen von Wertpapieren und übrigen kurzfristigen Kapitalanlagen

1.967

12.826

- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen

-978

-2.427

- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen

-3.126

-2.790

- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen

-24

-60

- Auszahlungen für Investitionen in Wertpapiere und übrige kurzfristige Kapitalanlagen

-4.041

-18.977

+ Übrige Finanzerträge

254

196

+ Erhaltene Zinsen

1.201

1.326

= Cashflow aus Investitionstätigkeit

-4.580

-9.724

- Gezahlte Dividenden

-14.251

-12.826

- Auszahlungen für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeit aus Finanzierungstätigkeiten

-1.363

-1.215

- Auszahlungen für den Zinsanteil der Leasingverbindlichkeit aus Finanzierungstätigkeiten

-198

-189

= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

-15.812

-14.230

Gesamtübersicht:

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

9.495

18.404

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

-4.580

-9.724

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

-15.812

-14.230

= Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands

-10.897

-5.550

Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelbestands

274

-277

+ Finanzmittelbestand zum Ende des Vorjahres

73.006

72.832

= Finanzmittelbestand zum Ende der Periode

62.383

67.005

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

der OVB Holding AG nach IFRS zum 30. Juni 2025

in TEUR

Gezeichnetes Kapital

Kapital-
rücklage

Gesetzliche Rücklage

Andere Gewinn-
rücklagen

Neubewertungs-
rücklage

Rücklage aus Rückstellungen für Pensionen

Stand 31.12.2024

14.251

39.342

2.576

10.997

6

175

Konzernergebnis

Eigene Anteile

Kapitalmaßnahmen

Gezahlte Dividenden

Veränderung der Neubewertungsrücklage

137

Einstellung in andere Rücklagen

Veränderung der Rücklage aus Währungsumrechnung

Neubewertungseffekt aus Rückstellungen für Pensionen

Konzernergebnis

Stand 30.06.2025

14.251

39.342

2.576

10.997

143

175

in TEUR

Latente Steuern auf nicht realisierte Gewinne/Verluste

Rücklage aus Währungs-
umrechnung

Summe im Eigenkapital erfasster Ergebnisse

Gewinn-
vortrag

Konzernergebnis der Anteilseigner des Mutter-
unternehmens

Gesamt-
ergebnis der Anteilseigner des Mutter-
unternehmens

Stand 31.12.2024

-38

-13

14.655

19.216

Konzernergebnis

19.216

-19.216

Eigene Anteile

Kapitalmaßnahmen

Gezahlte Dividenden

-14.251

Veränderung der Neubewertungsrücklage

137

137

Einstellung in andere Rücklagen

Veränderung der Rücklage aus Währungsumrechnung

29

29

29

Neubewertungseffekt aus Rückstellungen für Pensionen

Konzernergebnis

2.947

2.947

Stand 30.06.2025

-38

16

166

19.620

2.947

3.113

in TEUR

Eigenkapital der Anteilseigner des Mutter-
unternehmens

Nicht beherrschende Anteile

Gesamt

Stand 31.12.2024

101.167

545

101.712

Konzernergebnis

Eigene Anteile

Kapitalmaßnahmen

Gezahlte Dividenden

-14.251

-14.251

Veränderung der Neubewertungsrücklage

137

137

Einstellung in andere Rücklagen

Veränderung der Rücklage aus Währungsumrechnung

29

29

Neubewertungseffekt aus Rückstellungen für Pensionen

Konzernergebnis

2.947

101

3.048

Stand 30.06.2025

90.029

646

90.675

der OVB Holding AG nach IFRS zum 30. Juni 2024

in TEUR

Gezeichnetes Kapital

Kapital-
rücklage

Gesetzliche Rücklage

Andere Gewinn-
rücklagen

Neubewertungs-
rücklage

Rücklage aus Rückstellungen für Pensionen

Stand 31.12.2023

14.251

39.342

2.576

10.997

-204

462

Konzernergebnis

Eigene Anteile

Kapitalmaßnahmen

Gezahlte Dividenden

Veränderung der Neubewertungsrücklage

-110

Einstellung in andere Rücklagen

Veränderung der Rücklage aus Währungsumrechnung

Neubewertungseffekt aus Rückstellungen für Pensionen

Konzernergebnis

Stand 30.06.2024

14.251

39.342

2.576

10.997

-314

462

in TEUR

Latente Steuern auf nicht realisierte Gewinne/Verluste

Rücklage aus Währungs-
umrechnung

Summe im Eigenkapital erfasster Ergebnisse

Gewinn-
vortrag

Konzernergebnis der Anteilseigner des Mutter-
unternehmens

Gesamt-
ergebnis der Anteilseigner des Mutter-
unternehmens

Stand 31.12.2023

-84

217

13.166

14.315

Konzernergebnis

14.315

-14.315

Eigene Anteile

Kapitalmaßnahmen

Gezahlte Dividenden

-12.826

Veränderung der Neubewertungsrücklage

-110

-110

Einstellung in andere Rücklagen

Veränderung der Rücklage aus Währungsumrechnung

-73

-73

-73

Neubewertungseffekt aus Rückstellungen für Pensionen

Konzernergebnis

9.228

9.228

Stand 30.06.2024

-84

144

-183

14.655

9.228

9.045

in TEUR

Eigenkapital der Anteilseigner des Mutter-
unternehmens

Nicht beherrschende Anteile

Gesamt

Stand 31.12.2023

95.038

660

95.698

Konzernergebnis

Eigene Anteile

Kapitalmaßnahmen

Gezahlte Dividenden

-12.826

-12.826

Veränderung der Neubewertungsrücklage

-110

-110

Einstellung in andere Rücklagen

Veränderung der Rücklage aus Währungsumrechnung

-73

-73

Neubewertungseffekt aus Rückstellungen für Pensionen

Konzernergebnis

9.228

113

9.341

Stand 30.06.2024

91.257

773

92.030

Anhang zum 30. Juni 2025

I. Allgemeine Angaben

1. Allgemeine Angaben zum OVB Konzern

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss für das erste Halbjahr 2025 wird durch heutigen Beschluss des Vorstands zur Veröffentlichung freigegeben.

Die Muttergesellschaft des OVB Konzerns (nachfolgend OVB) ist die OVB Holding AG, Köln. Beim Amtsgericht Köln, Reichenspergerplatz 1, 50670 Köln, wird sie im Handelsregister unter der Nummer HRB 34649 geführt. Die Geschäftsanschrift der OVB Holding AG lautet Heumarkt 1, 50667 Köln.

2. Rechnungslegungsgrundsätze

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss für das erste Halbjahr 2025 wurde gemäß IAS 34 »Zwischenberichterstattung « unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) und International Accounting Standards (IAS), wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und von der EU übernommen wurden, aufgestellt und ist in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 zu lesen.

Für die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses wurden, soweit nicht anders angegeben, die Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden sowie die Standards, die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 angewandt und veröffentlicht wurden, unverändert übernommen.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend Euro (TEUR) gerundet dargestellt. Aufgrund der Darstellung in vollen TEUR Beträgen können vereinzelt Rundungsdifferenzen bei der Addition der dargestellten Einzelwerte auftreten.

Im Rahmen der Erstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses gemäß IAS 34 muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen.

Weitere Informationen zu Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten sind dem Kapitel 4.4 Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume des Konzern-Anhangs zum 31. Dezember 2024 zu entnehmen.

Im Berichtsjahr 2025 sind erstmals folgende neue Standards verpflichtend anzuwenden:

IAS 21 Wechselkurse (Änderungen)

Es gibt eine Ergänzung, wie Wechselkurse bestimmt werden können, bei denen es eine mangelnde Umtauschbarkeit gibt. Wenn eine Währung zum Bewertungszeitpunkt nicht umtauschbar ist, schätzt das Unternehmen den Stichtagskurs als den Kurs, der für eine ordnungsgemäße Transaktion zwischen Marktteilnehmern gegolten hätte und der die vorherrschenden wirtschaftlichen Bedingungen getreu widerspiegeln würde. Das Unternehmen stellt zusätzlich Informationen zur Verfügung, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, zu beurteilen, wie sich der Mangel an Umtauschbarkeit einer Währung auf die finanzielle Leistung, finanzielle Lage und Cashflows des Unternehmens auswirkt bzw. voraussichtlich auswirken wird.

Die Änderungen sind für jährliche Berichtsperioden ab dem 1. Januar 2025 anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig war, die von OVB nicht wahrgenommen wurde. Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben sich hieraus keine.

In späteren Berichtsjahren sind folgende neue Standards verpflichtend anzuwenden:

IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben / IFRS 9 Finanzinstrumente (Änderungen)

Um die Verständlichkeit der Vorschriften des IFRS 9 zu verbessern, veröffentlichte der IASB Änderungen an der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten. Neben der Möglichkeit der Ausbuchung einer durch elektronischen Zahlungsverkehr erfüllten finanziellen Verbindlichkeit vor dem Erfüllungstag, beinhalten die Änderungen Klar- und Hilfestellungen bei der Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten. Des Weiteren wurden Angabepflichten für Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, definiert.

Darüber hinaus wurde »Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen (Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7)« veröffentlicht. Die Anpassungen betreffen die Eigenverbrauchsregelung, die Sicherungsbilanzierung und neue Angabepflichten.

Die Änderungen sind ab dem 1. Januar 2026 anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist, die von OVB nicht wahrgenommen wird. Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben sich hieraus keine.

Die nachfolgenden Standards sind vom IASB verabschiedet und vorbehaltlich des noch ausstehenden EU-Endorsement-Verfahrens erst in späteren Berichtsjahren anzuwenden:

IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss

Zur Erhöhung der Vergleichbarkeit und Transparenz der Berichterstattung verlautbarte der IASB den Standard IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss, der den bisherigen IAS 1 ersetzen soll. Während der Großteil des IAS 1 übernommen wurde, beinhaltet der IFRS 18 zudem definierte Zwischensummen und Kategorien in der Gewinn- und Verlustrechnung, Anforderungen zur Aggregation und Disaggregation sowie Vorgaben zur Einführung und Angabe von durch die Unternehmensleitung definierten Erfolgskennzahlen.

Der neue Standard ist ab dem 1. Januar 2027 anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist, die von OVB nicht wahrgenommen wird. Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben sich hieraus keine.

IFRS 19 Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben

Mit Veröffentlichung des IFRS 19 wurde Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit geboten, ihren lokalen Abschluss nach den IFRS-Rechnungslegungsstandards mit reduzierten Angabevorschriften zu erstellen. Der neue Standard legt fest, dass Tochterunternehmen, die nicht öffentlich rechenschaftspflichtig sind und deren Mutterunternehmen IFRS-konforme Abschlüsse erstellen, die reduzierten Angabevorschriften anwenden können. Die Unternehmen sind jedoch weiterhin verpflichtet die vollständigen IFRS-Vorschriften für den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis einzuhalten.

Der neue Standard kann ab dem 1. Januar 2027 angewandt werden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist, die von OVB nicht wahrgenommen wird. Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben sich hieraus keine.

Annual Improvements to IFRS

Der IASB hat ihm Rahmen seines Prozesses zur Vornahme kleinerer Verbesserungen von Standards und Interpretationen (Annual-Improvements-Process) einen Sammelband »Jährliche Verbesserungen an den IFRS Rechnungslegungsstandards – Band 11« veröffentlicht, wodurch in insgesamt fünf Standards kleinere Änderungen vorgenommen wurden. Die Änderungen betreffen den IAS 7, IFRS 1, IFRS 7, IFRS 9 und IFRS 10 und sind ab dem 1. Januar 2026 anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist, die von OVB nicht wahrgenommen wird. Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben sich hieraus keine.

Es gibt keine weiteren Standards oder Interpretationen, die noch nicht verpflichtend anzuwenden sind oder die eine wesentliche Auswirkung auf den Konzern hätten.

2.1 Finanzinstrumente

In der Konzernbilanz werden finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erst dann erfasst, wenn eine Gesellschaft des OVB Konzerns hinsichtlich der vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments zur Vertragspartei wird. Die Erfassung erfolgt somit am Handelstag.

Die Einteilung der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungsklassen erfolgt nach der Bestimmung des Geschäftsmodells, im Rahmen dessen die vertraglichen Zahlungsströme vereinnahmt werden sowie nach Prüfung der Zahlungsstrombedingung mittels SPPI-Tests (Solely-Payments-of-Principal-and-Interest). Die finanziellen Vermögenswerte des OVB Konzerns lassen sich wie folgt klassifizieren:

Fortgeführte Anschaffungskosten (AC)

Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten (Geschäftsmodell: Halten und Zahlungsstrombedingungen: unschädlich) bewertet werden, werden bei Zugang grundsätzlich mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei Zugang mit dem gemäß IFRS 15 ermittelten Betrag angesetzt. Soweit im Rahmen der Folgebewertung Wertminderungen ermittelt werden und diese nicht unwesentlich sind, werden diese im Wertansatz berücksichtigt. Nach erstmaliger Erfassung werden die Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertet. Dies ist der Betrag, mit dem ein finanzieller Vermögenswert bei der erstmaligen Erfassung bewertet wurde, abzüglich Tilgungen, zuzüglich oder abzüglich der kumulierten Amortisierung einer etwaigen Differenz zwischen dem ursprünglich angesetzten Betrag und dem bei Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie abzüglich der Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL)

Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (entweder Geschäftsmodell: nicht Halten oder Zahlungsstrombedingungen: schädlich) bewertet werden, werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Gewinne oder Verluste, die aus der Folgebewertung resultieren, sind erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)

Schuldinstrumente (Geschäftsmodell: Halten und Verkaufen und Zahlungsstrombedingungen: unschädlich) und Eigenkapitalinstrumente (per Designation), die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Gewinne oder Verluste, die aus der Folgebewertung resultieren, sind erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen. Bei Abgang von Schuldinstrumenten sind die in der Neubewertungsrücklage enthaltenen Gewinne oder Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bei Eigenkapitalinstrumenten erfolgt keine erfolgswirksame Umgliederung der Neubewertungsrücklage, sondern eine neutrale Umbuchung innerhalb des Eigenkapitals. Zinseinnahmen, Wertberichtigungen sowie Währungsgewinne/-verluste der Schuldinstrumente werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Rechtsansprüche auf Dividenden der Eigenkapitalinstrumente werden ebenfalls erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst. In der Kategorie FVOCI befinden sich zum Stichtag nur Schuldinstrumente.

Folgende Sachverhalte sind für OVB nicht einschlägig:

— FV-Option bei der Klassifizierung
— Umklassifizierungen (IFRS 7.12-12D)
— Sicherungsbeziehungen (IFRS 7.21A-24G)
— Ausbuchung infolge von Übertragungen von finanziellen Vermögenswerten (IFRS 7.42A-42H)

Die finanziellen Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet und dementsprechend der Bewertungskategorie (AC) zugeordnet. Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und trennungspflichtige Derivate existieren nicht.

2.2 Wertminderungen bei finanziellen Vermögenswerten

Zu jedem Bilanzstichtag werden für die finanziellen Vermögenswerte/ Vertragsvermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, sowie für die Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die eingetretenen und erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Losses) berücksichtigt und erfolgswirksam erfasst.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte erfasst die OVB stets die über die erwartete Restlaufzeit erwarteten Verluste (vgl. Ausführungen zur vereinfachten Vorgehensweise).

Für alle anderen Finanzinstrumente erfasst die OVB den über die Restlaufzeit erwarteten Verlust nur dann, wenn sich das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat. Hat sich das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung nicht signifikant erhöht, erfasst die OVB für diese Finanzinstrumente weiterhin den erwarteten 12-Monats-Verlust als Wertberichtigung, sofern dieser wesentlich ist.

Signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos und Stufentransfer

Zur Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko bei einem Finanzinstrument seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat, vergleicht die OVB das Risiko eines Ausfalls des Finanzinstruments zum Bilanzstichtag mit dem entsprechenden Risiko eines Ausfalls des Finanzinstruments zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung. Bei der Beurteilung berücksichtigt die OVB sowohl quantitative als auch qualitative Informationen sowie historische Erfahrungen und zukunftsorientierte Informationen. Bei der Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat, werden insbesondere folgende Informationen berücksichtigt:

— Überfälligkeit vertraglich zugesagter Zahlungen
— Tatsächliche Verschlechterung des externen Ratings

Die OVB geht davon aus, dass finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden sowie Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, einem geringen Ausfallrisiko unterliegen, wenn die finanziellen Vermögenswerte ein externes Rating von »Investment Grade«, entsprechend der weltweit geltenden Definition, aufweisen.

Definition eines Ausfallereignisses

Sofern Informationen aus internen oder externen Quellen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Verpflichtungen vollständig bezahlen wird, stellt dies für OVB ein Ausfallereignis dar.

Finanzielle Vermögenswerte mit objektivem Hinweis auf Wertminderung

Ein objektiver Hinweis auf Wertminderung liegt vor, wenn der Emittent in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten ist und/oder es wahrscheinlich wird, dass der Schuldner oder Emittent wahrscheinlich in Insolvenz geht.

Direktabschreibung

Die OVB schreibt einen finanziellen Vermögenswert direkt ab und vermindert dadurch den Bruttobuchwert, wenn Informationen vorliegen, dass der Schuldner sich in einem Liquidations- oder Insolvenzverfahren befindet.

Ermittlung der Wertminderung

Die Ermittlung des zukünftig zu erwartenden Kreditausfalls erfolgt durch Multiplikation des Buchwerts mit der Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default) und der erwarteten Schadensquote (Loss Given Default). Sowohl die Ausfallwahrscheinlichkeit als auch die erwartete Schadensquote wird ratingbasiert ermittelt. Bei den Forderungen und Vertragsvermögenswerten wird die historische Ausfallquote um ein ratingbasiertes »forward-looking-Element« erweitert. Sofern kein externes Rating vorliegt, wird dieses auf Basis vergleichbarer Ratings abgeleitet.

Vereinfachte Vorgehensweise

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte ohne signifikante Finanzierungskomponente werden die erwarteten Kreditausfälle für die erwartete Restlaufzeit ermittelt, sodass die insgesamt erwarteten Ausfälle als Risikovorsorge bilanziert werden. Ausgangsbasis ist dabei die historische bonitätsbedingte Ausfallquote, welche um ein vereinfacht ermitteltes »forward-looking-Element« in einem zweiten Schritt erweitert wird. Das »forward-looking-Element« wird dabei auf Basis der vorhandenen externen Ratings der großen Produktpartner als Vergleichsmaßstab (Schuldner der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte) abgeleitet. Die öffentlich verfügbaren Ratings sehen Bewertungen in einer Bandbreite von »High grade« bis »Upper Medium grade« vor. Ausgehend vom »Upper Medium grade« beträgt die Wahrscheinlichkeit zur Einstufung »In Default« 0,05 Prozent, was dem verwendeten »forward-looking-Element« entspricht. Als erwartete Schadensquote wurde auf Basis der externen Ratings 46,02 Prozent angenommen, wenn, mangels vergangener Ausfälle, keine eigenen Daten zur Schadensquote zu Verfügung standen. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde bei der Schadensquote zudem berücksichtigt, dass bestehende Verpflichtungen gegenüber den Produktpartnern die Schadensquote minimieren.

Sollten bzgl. einzelner Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten objektive Hinweise bestehen, dass sich der Schuldner in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten befindet, erfolgt eine individuelle Bewertung des erwarteten Kreditausfalls.

2.3 Umsatzrealisierung

OVB erfasst Umsatzerlöse grundsätzlich nach Erbringung der vereinbarten Dienstleistung für den Kunden bzw. die Kundin (Erfüllung der Leistungsverpflichtung). Sofern Unsicherheiten bei der erfolgswirksamen Vereinnahmung bestehen, erfolgt die Umsatzrealisierung nach Wegfall der Unsicherheiten und somit spätestens zum Zeitpunkt des tatsächlichen Zahlungszuflusses der Provision an OVB. Für das Risiko etwaiger Rückerstattungen von Provisionen an die Produktpartner infolge von Vertragsstornierungen/Nichteinlösungen werden basierend auf historischen Erfahrungswerten entsprechende Rückstellungen gebildet (Stornorisikorückstellung). Bei dieser Rückstellung handelt es sich inhaltlich um eine refund liability, die nach den Vorschriften des IFRS 15 bewertet wird. Die Veränderung der Stornorisikorückstellung erfolgt zu Lasten wie auch zu Gunsten der Umsatzerlöse. Angesichts eventueller Rückvergütungen bereits erhaltener Provisionen im Stornierungsfall, handelt es sich bei den Umsatzerlösen gemäß IFRS 15 um variable Gegenleistungen, die der Höhe nach mit Unsicherheit behaftet sind.

Die auf nachlaufende Provisionen entfallenden Umsatzerlöse werden als Vertragsvermögenswert im Posten »Forderungen und sonstige Vermögenswerte« erfasst. Die Schätzung der nachlaufenden Provisionen erfolgt auf Basis des wahrscheinlichsten Betrages und in Höhe, in der eine signifikante Stornierung der gebuchten Erlöse hochunwahrscheinlich ist. Korrespondierende Aufwendungen für Vermittlungen, die zukünftig an Finanzvermittler*innen weitergegeben werden, sind in den Rückstellungen aus nachlaufenden Provisionen enthalten.

Als Umsatzerlöse erfasst OVB Abschlussprovisionen, Bestandspflegeprovisionen, Dynamikprovisionen und übrige Erträge aus Vermittlungen.

Die OVB erhält Abschlussprovisionen für die erfolgreiche Vermittlung eines Finanzprodukts. Die Abrechnung erfolgt entweder diskontiert, teildiskontiert oder ratierlich. Bei den diskontierten, teildiskontierten und ratierlich zufließenden Abschlussprovisionen kommt es zu einer zeitpunktbezogenen Erfassung der Umsatzerlöse, die auf die erfolgreiche Vermittlung des Vertrages entfallen. Für zukünftige Zahlungsansprüche besteht bei teildiskontierten und ratierlichen Abschlussprovisionen hauptsächlich in den Sparten fondsgebundene Vorsorgeprodukte, sonstige Vorsorgeprodukte, Sach-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen, Investmentfonds ein bedingter Zahlungsanspruch, der daran gebunden ist, dass der vermittelte Vertrag nicht gekündigt wird und der Versicherungsnehmer bzw. die Versicherungsnehmerin den Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Es werden Annahmen hinsichtlich der voraussichtlichen Laufzeit getroffen, unter Berücksichtigung zukünftiger Vertragsstornierungen.

Bestandspflegeprovision erhält OVB aus der Bestandspflege von Verträgen für eine kontinuierliche Betreuung des Versicherungsnehmers bzw. der Versicherungsnehmerin. Die Leistung wird demnach über einen Zeitraum erbracht, was dazu führt, dass Umsatzerlöse diesbezüglich über die Zeit zu realisieren sind.

Dynamikprovision erhält OVB für Beitragserhöhungen während der Vertragslaufzeit. Dynamikprovisionen werden zeitpunktbezogen erfasst, wenn die Widerrufsfrist des Versicherungsnehmers bzw. der Versicherungsnehmerin bezogen auf die Beitragserhöhung abgelaufen ist.

In den übrigen Erträgen aus Vermittlungen werden im Wesentlichen Bonifikationen und andere umsatzbezogene Leistungen der Produktpartner mit Erreichung des Umsatzziels erfasst.

OVB tritt als Prinzipal und die Finanzvermittler*innen als Mehrfachagenten/Makler auf.

3. Veränderungen des Konsolidierungskreises

Ein Unternehmenszusammenschluss liegt vor, wenn OVB durch eine Transaktion oder ein anderes Ereignis Beherrschung über ein oder mehrere Unternehmen erlangt. Bei sämtlichen Unternehmenszusammenschlüssen ist die Erwerbsmethode anzuwenden. Die Anschaffungskosten eines erworbenen Tochterunternehmens bemessen sich nach dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung, d.h. der Summe aus übertragenen Vermögenswerten, übernommenen Schulden, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumenten und bedingten Gegenleistungen. Anschaffungsnebenkosten werden grundsätzlich als Aufwand erfasst. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden, unabhängig von der Beteiligungshöhe von OVB, in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wurde. Der Wertansatz eines etwaigen Geschäftsoder Firmenwerts wird durch den positiven Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten des Erwerbs abzüglich des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Nettovermögenswerte bestimmt.

Im ersten Halbjahr 2025 haben sich keine Veränderungen im Konsolidierungskreis ergeben.

II. Wesentliche Ereignisse der Zwischenberichtsperiode

Mit Blick auf die aktuelle Lage der Weltwirtschaft sind die geopolitischen Spannungen überdurchschnittlich hoch. Weltweite Handelskonflikte bleiben bestehen, eine Reihe von Regierungen setzen auf Richtungswechsel in der Politik und vermehrt protektionistische Maßnahmen. Vorhersagen sind mit Blick auf die vorherrschenden Unwägbarkeiten deshalb mit Vorsicht zu betrachten.

Aktuell ist das wirtschaftliche Umfeld im Euroraum durch eine ungleichmäßige Erholung gekennzeichnet, wobei die Wachstumsaussichten der Staaten, in denen OVB tätig ist, stark variieren. Konsolidiert wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums nach Angaben des IWF 2024 um 0,9 Prozent. Diese erhöhte Unsicherheit kann das Vertrauen der privaten Haushalte und Unternehmen mindern und zu einer Zurückhaltung der Verbraucher bei lang laufenden Verträgen führen.

Nachdem das Bezirksgericht Luxemburg im Januar 2025 den Antrag der luxemburgischen Versicherungsaufsicht CAA auf Auflösung und Liquidation eines Produktpartners, mit dem die OVB-Tochtergesellschaften in Spanien, Italien, Belgien und Frankreich in geschäftlicher Verbindung standen, stattgegeben hatte, ergeben sich im Zuge des laufenden Liquidationsverfahrens neue finanzielle Risiken aus der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen OVB. Im zweiten Quartal 2025 wurde hierfür eine Rückstellung in Höhe von EUR 1,7 Mio. für Rechtsberatung und die Abwehr von Ansprüchen und Klagen gebildet. Die genaue Höhe der Belastungen und die finanziellen Risiken für OVB können gegenwärtig noch nicht abschließend vorausgesagt werden. Die gebildete Rückstellung erfasst alle zum Zeitpunkt der Erstellung bekannten Klageverfahren sowie Klagevorverfahren. Eine Beendigung der Verfahren ist derzeit nicht absehbar.

OVB beobachtet die Entwicklung sorgfältig und wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung und Anpassung der Rückstellung entsprechend der zu diesem Zeitpunkt besten Schätzung vornehmen.

Weitere nach IAS 34 berichtspflichtige Ereignisse (z. B. für die Geschäftstätigkeit ungewöhnliche Sachverhalte, eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen, Aufgabe von Geschäftsbereichen) sind nicht zu berichten.

III. Erläuterungen zur Bilanz und Kapitalflussrechnung

1. Finanzanlagen

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

Finanzanlagen

AC

295

384

AC = Amortized Cost (Fortgeführte Anschaffungskosten)

Die Finanzanlagen betreffen Ausleihungen an Innendienstmitarbeiter*innen und selbstständige Finanzvermittler*innen mit Laufzeiten über einem Jahr, die zu einem marktüblichen Zins ausgegeben wurden.

2. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

Sonstige Forderungen

18.434

16.705

Sonstige Vermögenswerte

9.437

7.401

Vertragsvermögenswert (IFRS 15)

44.548

38.690

72.419

62.796

In den sonstigen Forderungen sind unter anderem Forderungen gegen Finanzvermittler*innen aufgrund von Provisionsvorschüssen und Provisionsrückforderungen enthalten.

3. Wertpapiere und übrige Kapitalanlagen

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

Wertpapiere

FVPL

24.222

23.938

Wertpapiere

FVOCI

17.313

17.177

Übrige Kapitalanlagen

AC

20.741

18.752

62.276

59.867

AC = Amortized Cost (Fortgeführte Anschaffungskosten) / FVPL = Fair Value through Profit or Loss (Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert) / FVOCI = Fair Value through Other Comprehensive Income (Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert)

4. Finanzmittelbestand

Für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung setzt sich der Finanzmittelbestand wie folgt zusammen:

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

Zahlungsmittel

16

11

Zahlungsmitteläquivalente

62.367

72.995

62.383

73.006

Zahlungsmittel sind die Kassenbestände der Konzerngesellschaften am Quartalsstichtag in inländischer Währung und in ausländischen Währungen umgerechnet in Euro.

Zahlungsmitteläquivalente sind Vermögenswerte, die sofort in Zahlungsmittel umgetauscht werden können. Sie beinhalten Bankbestände in inländischer Währung und in ausländischen Währungen mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten, Schecks und Wertzeichen. Die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten, Fremdwährungen werden zum Stichtagskurs in Euro bewertet.

5. Gezeichnetes Kapital

Unverändert zum 31. Dezember 2024 beträgt das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der OVB Holding AG EUR 14.251.314,00. Es ist eingeteilt in 14.251.314 nennwertlose Inhaberstammaktien (Stückaktien).

6. Dividende

Die ausschüttungsfähigen Beträge beziehen sich auf den Bilanzgewinn der OVB Holding AG, der gemäß deutschem Handelsrecht ermittelt wird.

Die Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2024 der OVB Holding AG erfolgte durch die ordentliche Hauptversammlung am 18. Juni 2025.

Der Anspruch der Aktionäre auf die Dividende in Höhe von TEUR 14.251 wurde am 24. Juni 2025 fällig. Die Dividende entspricht EUR 1,00 je Stückaktie (Vorjahr: EUR 0,90 je Stückaktie):

in TEUR

2024

2023

Verteilung an die Aktionäre

14.251

12.826

Gewinnvortrag

8.761

7.956

Bilanzgewinn

23.012

20.782

7. Eigene Aktien

Zum Berichtsstichtag hielt die OVB Holding AG keine eigenen Aktien. In der Zeit zwischen dem Quartalsstichtag und der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses haben keine Transaktionen mit eigenen Stammaktien oder Bezugsrechten für eigene Stammaktien stattgefunden.

Die Hauptversammlung der OVB Holding AG vom 18. Juni 2025 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, in der Zeit vom 19. Juni 2025 bis zum 17. Juni 2030 einmal oder mehrmals auf den Inhaber lautende Aktien der Gesellschaft bis zu einer Gesamtzahl von 300.000 Stück zu erwerben. Die aufgrund dieses Beschlusses erworbenen Aktien können auch eingezogen werden. Bisher wurde von dieser Möglichkeit kein Gebrauch gemacht.

8. Andere Rückstellungen

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

1. Stornorisiken

24.716

22.353

2. Nicht abgerechnete Verpflichtungen

29.010

26.784

3. Rechtsstreite

2.526

580

4. Rückstellungen aus nachlaufenden Provisionen

27.789

24.652

84.041

74.369

5. Übrige

- Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmer*innen

2.414

2.628

- Jahresabschluss-/Prüfungskosten

696

901

- Übrige Verpflichtungen

439

751

3.549

4.280

87.590

78.649

Zu 1. Stornorisiken

Stornorisiken beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für erwartete Provisionsrückforderungen seitens der Produktpartner.

Zu 2. Nicht abgerechnete Verpflichtungen

Die nicht abgerechneten Verpflichtungen beinhalten im Wesentlichen noch nicht abgerechnete Provisionen der Finanzvermittler*innen.

Zu 3. Rechtsstreite

Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bestehen im Wesentlichen aufgrund von rechtlichen Auseinandersetzungen mit Kund*innen und ehemaligen Finanzvermittler*innen. Das zeitliche Ende sowie die exakte Höhe des Abflusses von wirtschaftlichem Nutzen dieser Auseinandersetzungen sind ungewiss.

Zu 4. Rückstellungen aus nachlaufenden Provisionen

Die Rückstellungen aus nachlaufenden Provisionen werden für noch nicht an Finanzvermittler*innen weitergegebene Provisionen gebildet.

Zu 5. Übrige

Unter den übrigen Rückstellungen wurden alle Rückstellungen erfasst, die nicht zu den obigen Unterpositionen zuzuordnen sind.

9. Andere Verbindlichkeiten langfristig

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

Langfristige Leasingverbindlichkeiten

7.698

8.595

Andere Verbindlichkeiten

348

378

8.046

8.973

Die anderen langfristigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen langfristige Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 und entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen.

10. Andere Verbindlichkeiten kurzfristig

in TEUR

30.06.2025

31.12.2024

1. Einbehaltene Sicherheiten

62.588

60.472

2. Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern

2.448

2.363

3. Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmer*innen

3.779

3.958

4. Verbindlichkeiten gegenüber Produktpartnern

1.956

4.355

5. Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzvermittler*innen

840

669

6. Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

2.335

2.447

7. Übrige Verbindlichkeiten

1.134

893

75.080

75.157

Zu 1. Einbehaltene Sicherheiten

Zu den einbehaltenen Sicherheiten zählen die Stornoreserveeinbehalte der Finanzvermittler*innen. Diese werden zur Abdeckung erwarteter Provisionsrückforderungen einbehalten.

Zu 2. Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern

Als Steuerverbindlichkeiten werden nur tatsächliche sonstige Steuerverbindlichkeiten ausgewiesen, die exakt ermittelt werden können bzw. für die Steuerbescheide vorliegen.

Zu 3. Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmer*innen

Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer*innen für erbrachte Arbeitsleistungen, wie z. B. Urlaubsgeld, Tantiemen oder Prämien und Leistungen an Arbeitnehmer*innen anlässlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, werden mit dem erwarteten Erfüllungsbetrag erfasst.

Zu 4. Verbindlichkeiten gegenüber Produktpartnern

Verbindlichkeiten gegenüber Produktpartnern, die nicht verbundene Unternehmen sind, resultieren in der Regel aus Provisionsrückbelastungen und werden von OVB im Geschäftsverlauf kurzfristig bezahlt. Die Bewertung erfolgt zum Nennwert.

Zu 5. Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzvermittler*innen

Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzvermittler*innen, die nicht aus Vermittlung resultieren, wurden als sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Finanzvermittler*innen erfasst.

Zu 6. Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten resultieren aus der Anwendung des IFRS 16.

Zu 7. Übrige Verbindlichkeiten

Unter den übrigen Verbindlichkeiten wurden alle Verbindlichkeiten erfasst, die nicht zu den obigen Unterpositionen zuzuordnen sind. Die Position beinhaltet im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Sozialabgaben und passive Rechnungsabgrenzungen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Erträge aus Vermittlungen

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

1. Abschlussprovisionen

179.319

158.119

2. Bestandspflegeprovisionen

30.396

29.085

3. Dynamikprovisionen

3.150

3.430

4. Übrige Erträge aus Vermittlungen

7.858

8.008

220.723

198.642

Die Erträge aus Vermittlungen betreffen Erträge aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 und beinhalten sämtliche Erträge von Produktpartnern. Diese umfassen neben den Provisionen auch Bonifikationen und andere vertriebsbezogene Leistungen der Produktpartner.

In den Erträgen aus Vermittlungen sind Erträge aus nachlaufenden Provisionen in Höhe von TEUR 5.863 (Vorjahr: TEUR 3.973) enthalten. Dabei handelt es sich um Provisionen für Leistungen, die im laufenden Geschäftsjahr erbracht wurden, die aber erst in späteren Perioden zu einem unbedingten Zahlungsanspruch und damit zu einer Forderung führen.

Zu 1. Abschlussprovisionen

Abschlussprovisionen resultieren aus der erfolgreichen Vermittlung verschiedener Finanzprodukte.

Zu 2. Bestandspflegeprovisionen

Bestandspflegeprovisionen resultieren aus der kontinuierlichen Betreuung von Verträgen des Versicherungsnehmers bzw. der Versicherungsnehmerin und werden nach Leistungserbringung vereinnahmt.

Zu 3. Dynamikprovisionen

Dynamikprovisionen resultieren aus dynamischen Beitragsanpassungen von Versicherungsverträgen während der Vertragslaufzeit.

Zu 4. Übrige Erträge aus Vermittlungen

Unter den übrigen Erträgen aus Vermittlungen werden Erträge aus Vermittlungen erfasst, die aus Bonifikationen und anderen umsatzbezogenen Leistungen der Produktpartner sowie Veränderungen der Stornorisikorückstellungen resultieren.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen Erstattungen von Finanzvermittler*innen für Seminarteilnahmen, Auflösungen von Rückstellungen, Kostenerstattungen vom Vertrieb und von Partnergesellschaften sowie Erträge aus verjährten Verbindlichkeiten.

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Sonstige betriebliche Erträge

8.117

5.098

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge begründet sich vornehmlich aus Kostenbeteiligungen von Partnergesellschaften und Finanzvermittler*innen an einer europäischen Vertriebsveranstaltung im zweiten Quartal 2025.

3. Aufwendungen für Vermittlungen

Unter den Aufwendungen für Vermittlungen werden alle direkten Leistungen an die Finanzvermittler*innen erfasst. Dabei werden als laufende Provisionen alle direkt leistungsabhängigen Provisionen, d.h. Abschluss-, Bestandspflege- und Dynamikprovisionen ausgewiesen. Als sonstige Provisionen werden alle anderen Provisionen berücksichtigt, die mit einer Zweckbestimmung, z. B. andere erfolgsabhängige Vergütungen, gegeben werden.

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Laufende Provisionen

-135.926

-121.076

Sonstige Provisionen

-15.250

-13.055

-151.176

-134.131

4. Personalaufwand

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Löhne und Gehälter

-24.171

-21.849

Sozialabgaben

-5.047

-4.541

Aufwendungen für Altersversorgung

-421

-386

-29.639

-26.776

5. Abschreibungen

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Abschreibungen auf immaterielles Vermögenswerte

-3.204

-2.543

Abschreibungen auf Nutzungsrechte

-1.330

-1.318

Abschreibungen auf Sachanlagen

-1.101

-970

-5.635

-4.831

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Verwaltungsaufwendungen

-18.753

-14.211

Vertriebsaufwendungen

-14.232

-9.698

Übrige Betriebsaufwendungen

-392

-734

Ertragsunabhängige Steuern

-4.421

-3.508

-37.798

-28.151

Die Zunahme der Verwaltungsaufwendungen resultiert primär aus höheren Aufwendungen für Rechtsberatung und die Abwehr von Ansprüchen und Klagen.

Der Anstieg der Vertriebsaufwendungen ist im Wesentlichen auf eine im zweiten Quartal 2025 durchgeführte europäische Vertriebsveranstaltung mit allen 16 Landesgesellschaften zurückzuführen.

7. Risikovorsorge

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Abschreibungen/ Wertberichtigungen auf Forderungen

-1.397

-1.025

Wertaufholungen

632

470

-765

-555

8. Finanzergebnis

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Finanzerträge

Zinsen und ähnliche Erträge

1.367

1.630

Erträge aus Wertpapieren

253

196

Zuschreibungen auf Kapitalanlagen

1.106

1.905

2.726

3.731

Finanzaufwendungen

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

-197

-189

Aufwendungen aus Kapitalanlagen

-907

-117

-1.104

-306

Finanzergebnis

1.622

3.425

9. Ertragsteuern

Die Berechnung der tatsächlichen und der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätzen. Die tatsächlichen Ertragsteuern wurden auf der Grundlage der besten Schätzung des gewichteten durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes erfasst, der für das Gesamtjahr erwartet wird. Für die latenten Steuern ist der Steuersatz nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens für den Zeitpunkt anzuwenden, in dem die Steuerforderung bzw. -verbindlichkeit realisiert wird.

Es wurde zur Kenntnis genommen, dass ab 1. Januar 2028 eine schrittweise Absenkung des Körperschaftsteuersatzes von derzeit 15 Prozent um jeweils einen Prozentpunkt bis auf 10 Prozent ab Veranlagungszeitraum 2032 erfolgt, was grundsätzlich Auswirkungen auf die Bewertung gebuchter latenter Steuern haben kann. Für die deutschen Einheiten hat dies jedoch nach aktuellem Stand keinen Effekt.

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands setzen sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt zusammen:

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Tatsächliche Ertragsteuern

-3.169

-3.568

Latente Ertragsteuern

768

188

-2.401

-3.380

10. Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des unverwässerten/verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf den folgenden Daten:

in TEUR

01.01. –
30.06.2025

01.01. –
30.06.2024

Ergebnis der Berichtsperiode, das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfällt

Basis für das unverwässerte/verwässerte Ergebnis je Aktie (auf die Aktionäre des Mutterunternehmens entfallender Anteil am Ergebnis der Berichtsperiode)

2.947

9.228

Anzahl der Aktien

Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Aktien für das unverwässerte/verwässerte Ergebnis je Aktie

14.251.314

14.251.314

Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR

0,21

0,65

Das verwässerte Ergebnis entspricht dem unverwässerten Ergebnis, da in der Berichtsperiode keine Verwässerungseffekte aufgetreten sind.

V. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die wesentliche Geschäftstätigkeit der operativen Gesellschaften der OVB besteht in der Beratung von Kund*innen bei der Gestaltung ihrer Finanzen und damit verbunden in der Vermittlung verschiedener Finanzprodukte von Versicherungen, Banken, Bausparkassen und anderen Unternehmen. Eine Untergliederung der Betreuung der Kund*innen nach Produktarten ist sinnvoll nicht möglich. Innerhalb der Konzerngesellschaften lassen sich unterscheidbare, auf Konzernebene wesentliche Teilaktivitäten nicht identifizieren. Insbesondere die Darstellung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ist nicht auf der Grundlage der vermittelten Produkte möglich. Daher sind die einzelnen Gesellschaften jeweils als Ein-Produkt-Unternehmen zu qualifizieren.

Die vermittelnden Konzerngesellschaften stellen operative Segmente im Sinne des IFRS 8 dar, die in drei berichtspflichtige Segmente aggregiert wurden. Die Segmentierung erfolgt unter Berücksichtigung der Aggregationskriterien des IFRS 8.12 und bildet ebenfalls das interne Reporting an die Unternehmensleitung sowie die Unternehmenssteuerung ab. Bei der Zusammenfassung der operativen Segmente zu berichtspflichtigen Segmenten wurden zur Bewertung der Vergleichbarkeit der wirtschaftlichen Charakteristika und deren Indikatoren Margenüberlegungen betreffend der Vermittlungsumsätze sowie der angefallenen Provisionsaufwendungen angestellt. Alle nicht operativ vermittelnden Gesellschaften stellen das Segment »Zentralbereiche« dar. Das interne Reporting an die Unternehmensleitung ist, in Übereinstimmung mit den IFRS, eine verdichtete Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung, die in erweiterter Form in der Segmentberichterstattung dargestellt wird. Das Ergebnis der Gesellschaften wird von der Unternehmensleitung getrennt überwacht, um die Ertragskraft messen und beurteilen zu können. In der Darstellung der Segmentberichterstattung wurde gemäß IFRS 8.23 auf die Darstellung des Segmentvermögens und der Segmentverbindlichkeiten verzichtet, da diese nicht Bestandteil des internen Reportings sind.

Das Segment »Mittel- und Osteuropa« umfasst: OVB Vermögensberatung A.P.K. Kft., Budapest; OVB Allfinanz, a.s., Prag; OVB Allfinanz Slovensko a.s., Bratislava; OVB Allfinanz Polska Spółka Finansowa Sp. z o. o., Warschau; OVB Allfinanz Romania Broker de Asigurare S.R.L., Cluj; OVB Imofinanz S.R.L., Cluj; OVB Allfinanz Croatia d.o.o., Zagreb; OVB Allfinanz Zastupanje d.o.o., Zagreb; TOB OVB Allfinanz Ukraine, Kiew und OVB Allfinanz SI, zavarovalno zastopniška družba, d.o.o., Ljubljana. Einen wesentlichen Beitrag an den Erträgen aus Vermittlungen des Segments »Mittel- und Osteuropa« erwirtschaften die OVB Allfinanz, a.s., Prag, mit TEUR 34.874 (Vorjahr: TEUR 31.888), die OVB Allfinanz Slovensko a.s., Bratislava, mit TEUR 33.465 (Vorjahr: TEUR 28.313) und die OVB Vermögensberatung A.P.K. Kft., Budapest, mit TEUR 23.565 (Vorjahr: TEUR 20.821).

Zum Segment »Deutschland« zählen: OVB Vermögensberatung AG, Köln; Advesto GmbH, Köln, und Eurenta Holding GmbH, Köln. Die Erträge aus Vermittlungen werden in diesem Segment hauptsächlich durch die OVB Vermögensberatung AG, Köln, erwirtschaftet.

Im Segment »Süd- und Westeuropa« sind folgende Gesellschaften enthalten: OVB Allfinanzvermittlungs GmbH, Wals bei Salzburg; OVB Vermögensberatung (Schweiz) AG, Hünenberg; OVB-Consulenza Patrimoniale SRL, Verona; OVB Allfinanz España S.A., Madrid; OVB (Hellas) Allfinanz Vermittlungs GmbH & Co. KG, Bankprodukte, Athen; OVB Hellas Allfinanz Vermittlungs GmbH, Athen; Eurenta Hellas Monoprosopi EPE Asfalistiki Praktores, Athen; OVB Conseils en patrimoine France Sarl., Straßburg und Willemot Bijzonder Verzekeringsbestuur NV, Gent. Einen wesentlichen Beitrag an den Erträgen aus Vermittlungen des Segments »Süd- und Westeuropa« erwirtschaftete die OVB Allfinanz España S.A., Madrid, mit TEUR 23.222 (Vorjahr: TEUR 20.302).

Im Segment »Zentralbereiche« werden zusammengefasst: OVB Holding AG, Köln; Nord-Soft EDV-Unternehmensberatung GmbH, Horst und Nord-Soft Datenservice GmbH, Horst. Die Gesellschaften des Segments »Zentralbereiche « vermitteln keine Produkte, sondern sind überwiegend mit Dienstleistungen für den OVB Konzern tätig. Das Leistungsspektrum umfasst dabei insbesondere Management- und Beratungsleistungen, Software und IT-Services sowie Marketingdienstleistungen.

Die einzelnen Segmente in der Segmentberichterstattung werden vor intersegmentärer Zwischenergebniseliminierung sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung dargestellt. Konzerninterne Dividendenausschüttungen werden nicht berücksichtigt. Die Überleitung der Segmentwerte zu den Konzerndaten wird unmittelbar in der Konsolidierungsspalte der Segmentberichterstattung vorgenommen. Ansatz, Ausweis und Bewertung der konsolidierten Werte in der Segmentberichterstattung stimmen mit den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung sowie den in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellten Werten überein. Bei Konzernumlagen wird auf die angefallenen Einzelkosten ein Gemeinkostenzuschlag erhoben.

Segmentberichterstattung

der OVB Holding AG nach IFRS für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2025

in TEUR

Mittel- und Osteuropa

Deutsch-
land

Süd- und West-
europa

Zentral-
bereiche

Konsoli-
dierung

Konsoli-
diert

Segmenterträge

Erträge mit Dritten

- Erträge aus Vermittlungen

127.000

29.769

63.954

0

0

220.723

- Abschlussprovisionen

109.094

17.881

52.344

0

0

179.319

- Bestandspflegeprovisionen

10.219

9.741

10.436

0

0

30.396

- Dynamikprovisionen

609

1.666

875

0

0

3.150

- übrige Erträge aus Vermittlungen

7.078

481

299

0

0

7.858

Sonstige betriebliche Erträge

2.047

1.859

2.928

1.465

-182

8.117

Erträge mit anderen Segmenten

0

563

0

17.186

-17.749

0

Summe Segmenterträge

129.047

32.191

66.882

18.651

-17.931

228.840

Segmentaufwendungen

Aufwendungen für Vermittlungen

- Laufende Provisionen

-78.981

-18.075

-38.870

0

0

-135.926

- Sonstige Provisionen

-8.653

-1.659

-4.938

0

0

-15.250

Personalaufwand

-8.466

-3.814

-8.635

-8.724

0

-29.639

Abschreibungen

-1.511

-472

-1.133

-2.519

0

-5.635

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-20.230

-6.056

-15.334

-14.036

17.858

-37.798

Risikovorsorge

9

-154

-620

0

0

-765

Summe Segmentaufwendungen

-117.832

-30.230

-69.530

-25.279

17.858

-225.013

Operatives Ergebnis (EBIT)

11.215

1.961

-2.648

-6.628

-73

3.827

Zinserträge

696

270

192

250

-41

1.367

Zinsaufwendungen

-86

-78

-42

-33

41

-198

Sonstiges Finanzergebnis

0

288

-5

170

0

453

Ergebnis vor Steuern (EBT)

11.825

2.441

-2.503

-6.241

-73

5.449

Ertragsteuern

-2.432

-7

117

-79

0

-2.401

Segmentergebnis

9.393

2.434

-2.386

-6.320

-73

3.048

davon entfallen auf:

Nicht beherrschende Anteile

0

0

0

101

0

101

Anteilseigner des Mutterunternehmens

9.393

2.434

-2.386

-6.421

-73

2.947

Zusätzliche Angaben

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

1.535

21

1.271

1.277

0

4.104

Wesentliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen (-) und Erträge (+)

633

409

-2.366

77

0

-1.247

Wertminderungs-/Fair-Value-Aufwand nach IFRS 9

-353

-745

-687

-519

0

-2.304

Wertaufholung/Fair-Value-Zuschreibung nach IFRS 9

362

849

61

603

0

1.875

Segmentberichterstattung

der OVB Holding AG nach IFRS für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2024

in TEUR

Mittel- und Osteuropa

Deutsch-
land

Süd- und West-
europa

Zentral-
bereiche

Konsoli-
dierung

Konsoli-
diert

Segmenterträge

Erträge mit Dritten

- Erträge aus Vermittlungen

110.851

29.984

57.807

0

0

198.642

- Abschlussprovisionen

96.118

18.540

43.461

0

0

158.119

- Bestandspflegeprovisionen

8.581

9.565

10.939

0

0

29.085

- Dynamikprovisionen

787

1.535

1.108

0

0

3.430

- übrige Erträge aus Vermittlungen

5.365

344

2.299

0

0

8.008

Sonstige betriebliche Erträge

1.222

1.263

1.568

1.252

-207

5.098

Erträge mit anderen Segmenten

2

478

0

11.602

-12.082

0

Summe Segmenterträge

112.075

31.725

59.375

12.854

-12.289

203.740

Segmentaufwendungen

Aufwendungen für Vermittlungen

- Laufende Provisionen

-69.448

-18.331

-33.297

0

0

-121.076

- Sonstige Provisionen

-7.048

-1.625

-4.382

0

0

-13.055

Personalaufwand

-7.237

-3.809

-7.743

-7.987

0

-26.776

Abschreibungen

-1.288

-487

-1.095

-1.961

0

-4.831

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-16.514

-5.630

-9.667

-8.508

12.168

-28.151

Risikovorsorge

-3

-10

-542

22

-22

-555

Summe Segmentaufwendungen

-101.538

-29.892

-56.726

-18.434

12.146

-194.444

Operatives Ergebnis (EBIT)

10.537

1.833

2.649

-5.580

-143

9.296

Zinserträge

792

399

166

281

-8

1.630

Zinsaufwendungen

-100

-58

-37

-2

8

-189

Sonstiges Finanzergebnis

0

882

36

1.066

0

1.984

Ergebnis vor Steuern (EBT)

11.229

3.056

2.814

-4.235

-143

12.721

Ertragsteuern

-2.278

0

-1.009

-93

0

-3.380

Segmentergebnis

8.951

3.056

1.805

-4.328

-143

9.341

davon entfallen auf:

Nicht beherrschende Anteile

0

0

0

113

0

113

Anteilseigner des Mutterunternehmens

8.951

3.056

1.805

-4.441

-143

9.228

Zusätzliche Angaben

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

1.493

163

856

2.705

0

5.217

Wesentliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen (-) und Erträge (+)

561

220

-659

-24

0

98

Wertminderungs-/Fair-Value-Aufwand nach IFRS 9

-207

-264

-643

-172

-1

-1.287

Wertaufholung/Fair-Value-Zuschreibung nach IFRS 9

205

1.026

138

1.067

-22

2.414

VI. Sonstige Angaben zum Konzernzwischenabschluss

1. Angaben zu Leasingverhältnissen

Die Nutzungsrechte an Leasingobjekten betragen zum 30. Juni 2025 TEUR 9.409 (31. Dezember 2024: TEUR 10.394). Die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten betragen insgesamt TEUR 10.033 (31. Dezember 2024: TEUR 11.042) und werden in der Bilanz je nach Fälligkeit entweder als langfristige (TEUR 7.698 / 31. Dezember 2024: TEUR 8.595) oder kurzfristige (TEUR 2.335 / 31. Dezember 2024: TEUR 2.447) Schulden klassifiziert. Der Ausweis erfolgt jeweils unter der Position »Andere Verbindlichkeiten«.

Die von OVB in Anspruch genommenen Leasingverträge betreffen im Wesentlichen Immobilienmieten, Fahrzeugleasing sowie Büroausstattungen.

Die Entwicklung der Nutzungsrechte, getrennt nach Klassen der zugrundeliegenden Vermögenswerte, stellt sich wie folgt dar:

in TEUR

01.01.2025

Zugänge

Abgänge

Abschreibungen

Währungs-
differenzen

30.06.2025

Software

2

0

0

-2

0

0

Grundstücke und Bauten

9.127

153

-131

-1.036

53

8.166

Maschinen, Geräte, Mobiliar, Fahrzeuge, Sonstige

1.197

261

-2

-269

1

1.188

EDV-Anlagen

68

15

-1

-23

-4

55

10.394

429

-134

-1.330

50

9.409

in TEUR

01.01.2024

Zugänge

Abgänge

Abschreibungen

Währungs-
differenzen

31.12.2024

Software

18

0

0

-16

0

2

Grundstücke und Bauten

9.772

1.554

-57

-2.114

-28

9.127

Maschinen, Geräte, Mobiliar, Fahrzeuge, Sonstige

988

740

-21

-476

-34

1.197

EDV-Anlagen

58

55

0

-44

-1

68

10.836

2.349

-78

-2.650

-63

10.394

Die Entwicklung der gesamten korrespondierenden Leasingverbindlichkeit stellt sich wie folgt dar:

in TEUR

2025

2024

Stand Leasingverbindlichkeit am 1. Januar

11.042

11.370

Auszahlungen Tilgungsanteil (Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit)

-1.363

-1.215

Zugänge

429

391

Abgänge

-134

-21

Zinsaufwendungen

189

179

Auszahlungen Zinsanteil (Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit)

-189

-179

Währungsdifferenzen

59

-40

Stand Leasingverbindlichkeit am 30. Juni

10.033

10.485

Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten betragen TEUR 189 (Vorjahr: TEUR 179) und werden unter sonstige Finanzaufwendungen ausgewiesen.

Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit unter zwölf Monaten beträgt TEUR 133 (Vorjahr: TEUR 3) und wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Der Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert beträgt TEUR 23 (Vorjahr: TEUR 19) und wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die Fälligkeiten der nicht abgezinsten Leasingverbindlichkeiten zum 30. Juni 2025 stellen sich wie folgt dar:

in TEUR

Unter 3 Monate

3–6 Monate

6–12 Monate

1–3 Jahre

685

658

1.307

4.775

in TEUR

3–5 Jahre

Über 5 Jahre

Gesamt

3.065

441

10.931

Die Fälligkeiten der nicht abgezinsten Leasingverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 stellen sich wie folgt dar:

in TEUR

Unter 3 Monate

3–6 Monate

6–12 Monate

1–3 Jahre

734

726

1.295

4.752

in TEUR

3–5 Jahre

Über 5 Jahre

Gesamt

3.433

1.052

11.992

Aus Unterleasingverträgen wurden Erträge in Höhe von TEUR 29 (Vorjahr: TEUR 22) erzielt.

Die Fälligkeiten der erwarteten Leasingeinzahlungen aus Unterleasing stellen sich wie folgt dar:

in TEUR

1 Jahr

2 Jahre

3 Jahre

4 Jahre

38

24

24

24

in TEUR

5 Jahre

Über 5 Jahre

Gesamt

0

0

110

2. Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten beruhen auf vergangenen Ereignissen, die in der Zukunft zu möglichen Verpflichtungen führen. Diese Verpflichtungen entstehen durch den Eintritt ungewisser zukünftiger Ereignisse, deren Erfüllungsbetrag nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit geschätzt werden kann.

Die OVB Holding AG und einige ihrer Tochtergesellschaften haben Bürgschaften und Haftungsübernahmen für Finanzvermittler*innen abgegeben, die sich aus der normalen Geschäftstätigkeit ergeben. Sofern aus diesen Geschäftsvorfällen Verpflichtungen resultieren, deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann, sind diese Risiken in den anderen Rückstellungen berücksichtigt. Wesentliche Veränderungen im Vergleich zum 31. Dezember 2024 haben sich nicht ergeben.

Einige Konzerngesellschaften sind gegenwärtig in verschiedene Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die sich aus der normalen Geschäftstätigkeit, hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung der Vermittlung durch Finanzvermittler*innen, ergeben.

Das Management vertritt die Ansicht, dass eventuellen Forderungen aus diesen Bürgschaften, Haftungsübernahmen und Rechtsstreitigkeiten bereits ausreichend durch die Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen wurde und sich darüber hinaus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns ergeben.

Im Vermittlungsgeschäft der OVB besteht das inhärente Risiko, dass die Zusammenarbeit mit selbstständigen Finanzvermittler*innen von Steuerbehörden oder Sozialversicherungsträgern in nicht selbstständige Arbeit umgedeutet werden könnte, was die Zahlung steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Abgaben durch OVB nach sich ziehen würde. OVB hat dieses Risiko stetig im Fokus, kann aber aufgrund der sich lokal ggf. ändernden Rechtslage nicht vollends ausschließen, dass sich hieraus nachträgliche Forderungen an OVB ergeben. Ohne dass OVB aktuell nennenswerte Rechtsstreite hierzu führt, könnten sich aus heutiger Sicht in einer Landesgesellschaft rückwirkende Zahlungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von bis zu EUR 5,6 Mio. ergeben. Das Management geht aufgrund vorliegender rechtlicher Stellungnahmen davon aus, dass eine Inanspruchnahme von OVB nicht wahrscheinlich ist.

3. Arbeitnehmer*innen

Der OVB Konzern beschäftigte im ersten Halbjahr 2025 durchschnittlich insgesamt 860 kaufmännische Arbeitnehmer*innen (31. Dezember 2024: 793), davon 69 in leitender Funktion (31. Dezember 2024: 68).

4. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Mit den nahestehenden Unternehmen der SIGNAL IDUNA Gruppe, des Baloise Konzerns und des Generali Konzerns hat OVB Verträge über die Vermittlung von Finanzprodukten geschlossen.

Anteilseigner mit wesentlichem Einfluss sind zum 30. Juni 2025 Unternehmen

− der SIGNAL IDUNA Gruppe,
− des Baloise Konzerns und
− des Generali Konzerns.

Die SIGNAL IDUNA Gruppe stellt einen Gleichordnungsvertragskonzern dar. Die Obergesellschaften des Gleichordnungsvertragskonzerns sind:

− SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G., Dortmund
− SIGNAL IDUNA Lebensversicherung a. G., Hamburg
− SIGNAL IDUNA Unfallversicherung a. G., Dortmund

Die SIGNAL IDUNA Lebensversicherung a. G., Hamburg, hielt zum 30. Juni 2025 Aktien der OVB Holding AG, die 31,67 Prozent der Stimmrechte gewährten. Die SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G., Dortmund, hielt zum 30. Juni 2025 Aktien der OVB Holding AG, die 21,27 Prozent der Stimmrechte gewährten. Aus Verträgen mit Unternehmen der SIGNAL IDUNA Gruppe wurden im ersten Halbjahr 2025 Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 24.211 (Vorjahr: TEUR 19.869) überwiegend im Segment Mittel- und Osteuropa erzielt. Es bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 1.857 (31. Dezember 2024: TEUR 1.686) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1 (31. Dezember 2024: TEUR 0).

Die Baloise Leben Beteiligungsholding GmbH, Hamburg, hielt zum 30. Juni 2025 unmittelbar Aktien der OVB Holding AG, die 32,57 Prozent der Stimmrechte gewährten. Diese Gesellschaft ist ein Konzernunternehmen des Baloise Konzerns, dessen Mutterunternehmen die Bâloise Holding AG, Basel, ist. Aus Verträgen mit dem Baloise Konzern wurden im ersten Halbjahr 2025 Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 8.635 (Vorjahr: TEUR 9.142) im Wesentlichen im Segment Deutschland erzielt. Es bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 3.735 (31. Dezember 2024: TEUR 3.755) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 414 (31. Dezember 2024: TEUR 304).

In der Position Wertpapiere und übrige Kapitalanlagen sind Wertpapiere der Bâloise Holding AG in Höhe von TEUR 761 (31. Dezember 2024: TEUR 777) enthalten.

Die Generali CEE Holding B.V., Amsterdam, Niederlande, hielt zum 30. Juni 2025 unmittelbar Aktien der OVB Holding AG, die 11,48 Prozent der Stimmrechte gewährten. Die Gesellschaft ist ein Unternehmen des Generali Konzerns, dessen Mutterunternehmen die Assicurazioni Generali S.p.A., Triest, Italien, ist. Aus Verträgen mit dem Generali Konzern wurden im ersten Halbjahr 2025 Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 16.625 (Vorjahr: TEUR 16.510) im Wesentlichen im Segment Mittel- und Osteuropa erzielt. Es bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 2.336 (31. Dezember 2024: TEUR 3.976) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3 (31. Dezember 2024: TEUR 3).

Die Bedingungen der mit nahestehenden Personen/Unternehmen geschlossenen Vermittlungsverträge sind mit den Bedingungen vergleichbar, die OVB in Verträgen mit Anbietern von Finanzprodukten vereinbart hat, die keine nahestehenden Personen/Unternehmen sind.

Die zum 30. Juni 2025 bestehenden offenen Posten sind nicht besichert, unverzinslich und werden durch Zahlung beglichen. Für Forderungen oder Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen bestehen keine Garantien.

5. Ereignisse nach der Berichtsperiode

Wesentliche Ereignisse nach dem 30. Juni 2025, dem Stichtag dieses Konzernzwischenabschlusses, haben sich nicht ergeben.

6. Angaben zum Vorstand und zum Aufsichtsrat

Die Vorstandsmitglieder der OVB Holding AG sind:

Mario Freis, Vorsitzender des Vorstands

Frank Burow, Vorstand Finanzen

Heinrich Fritzlar, Vorstand Operations

Die Aufsichtsratsmitglieder der OVB Holding AG sind:

Michael Johnigk (Vorsitzender des Aufsichtsrats); Diplom-Kaufmann i. R., zuvor Mitglied der Vorstände der SIGNAL IDUNA Gruppe, Dortmund/Hamburg

Dr. Thomas A. Lange (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Prüfungsausschusses); Vorsitzender des Vorstands der NATIONAL-BANK AG, Essen

Markus Jost (Vorsitzender des Nominierungs- und Vergütungsausschusses); Diplomierter Experte für Rechnungslegung und Controlling, selbstständig, zuvor Mitglied des Vorstands der Basler Versicherungen, Bad Homburg/ Hamburg

Sascha Bassir; Vorstandsmitglied der Baloise Vertriebsservice AG, Hamburg, 2. Vorsitzender der Deutscher Ring Unterstützungskasse e. V., Rosenheim, und geschäftsführender Vorstand der Gilde Unterstützungskasse e. V., Rosenheim

Roman Juráš; Vorstandsvorsitzender der Generali Česká pojišťovna, a.s., Prag, Tschechien, und Country Manager für die Geschäftstätigkeit der Generali in Tschechien und der Slowakei

Alexandra Markovic-Sobau; seit 1. Juli 2025 Mitglied des Vorstands der SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G., Dortmund, SIGNAL IDUNA Lebensversicherung a. G., Hamburg, SIGNAL IDUNA Unfallversicherung a. G., Dortmund, SIGNAL IDUNA Allgemeine Versicherung Aktiengesellschaft, Dortmund, sowie der SIGNAL IDUNA Holding Aktiengesellschaft, Dortmund (seit 4. Juli 2025 Mitglied des Aufsichtsrats)

Torsten Uhlig; Mitglied des Vorstands der SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G. Dortmund, SIGNAL IDUNA Lebensversicherung a. G., Hamburg, SIGNAL IDUNA Unfallversicherung a. G., Dortmund, SIGNAL IDUNA Allgemeine Versicherung Aktiengesellschaft, Dortmund, sowie der SIGNAL IDUNA Holding Aktiengesellschaft, Dortmund (bis 30. Juni 2025), seit 1. Juli 2025 Vorsitzender der Vorstände der SIGNAL IDUNA Gruppe (bis 18. Juni 2025 Mitglied des Aufsichtsrats)

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Köln, den 29. Juli 2025

Mario Freis
CEO

Frank Burow
CFO

Heinrich Fritzlar
COO

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die OVB Holding AG, Köln

Wir haben den beiliegenden verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2025 – bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzern-Zwischenlagebericht für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2025 der OVB Holding AG, Köln, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzern-Zwischenlageberichts nach den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzern-Zwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzern-Zwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 „Zwischenberichterstattung“ und der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.

Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für die OVB Holding AG erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüferinnen, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2024 (Anlage 2*) zugrunde. Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Bericht enthaltenen Informationen bestätigt der Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsregelung unter Nr. 9 der Allgemeinen Auftragsbedingungen) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.

 

Düsseldorf, den 29. Juli 2025

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Möllenkamp
Wirtschaftsprüfer

Schenke
Wirtschaftsprüfer