Altech Advanced Materials AG

Frankfurt am Main

Halbjahresfinanzbericht 2021

Liebe Aktionäre,

Wirtschaft und Gesellschaft befinden sich in einem grundlegenden Wandel. Erderwärmung, Klimaverschiebungen und die daraus resultierenden Konsequenzen bewegen uns alle. Im Zentrum der industriepolitischen Bemühungen steht eine möglichst schnelle und umfassende Dekarbonisierung der Energieerzeugung. Von herausragender Bedeutung ist hier die Weiterentwicklung der Batterietechnik, die der Elektromobilität durch sinkende Preise und höhere Effizienz zum Durchbruch verhelfen soll. Einen entscheidenden Beitrag kann hierbei unsere Advanced Materials AG (AAM) im Zusammenspiel mit den anderen Partnern der Altech-Gruppe liefern. Ganz besonders in den letzten sechs Monaten konnten wir die Altech Advanced Materials AG ("AAM") im sich schnell entwickelnden Bereich der Lithium-Ionen-Batterien als werdender Lösungsanbieter positionieren. Dazu hatte AAM eine 25%-Beteiligung an der in Dresden ansässigen Altech Industries Germany AG ("AIG") im Dezember 2020 erworben. Die verbleibenden 75% werden von einem unserem Großaktionär und Partner, der Altech Chemicals Limited ("ATC"), Australien, gehalten.

AIG hält die exklusiven Rechte in der Europäischen Union für eine innovative und bahnbrechende Aluminiumoxid-Beschichtungstechnologie, die für die Anwendung in Lithium-Ionen-Batterie-Anodenmaterialien wie Graphit und Silizium vorgesehen ist. Im Februar dieses Jahres startete AIG eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer Beschichtungsanlage für Batteriematerialien in Sachsen bekannt, wo das Unternehmen eine Option auf den Erwerb eines ~14Ha großen Industriegeländes im Industriepark Schwarze Pumpe besitzt. Aktuell wurde ein Büro und eine Werkshalle im Gründerzentrum von Schwarze Pumpe "DOCK3" angemietet, um einen sofortigen Start dieser europäischen Batteriematerialien-Strategie zu ermöglichen. Das zu erwartende Wachstum der europäischen Batterieherstellung im Zusammenspiel mit dem Potential der Altech-Beschichtungstechnologie für Anoden haben zweifellos das Potential sowohl AIG als auch AAM einen enormen Wachstumsschub zu verleihen. Sie, unsere lieben Aktionäre, haben uns bei der weiteren Umsetzung der Strategie, nämlich der 25%-igen Co-Finanzierung von AIG sowie der Zahlung der von ATC gestundeten Kaufpreisraten aus dem Anteilserwerb durch ihre Partizipation in der mit Eintragung am 5. August 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung von rund 3,1 Mio. EUR, unterstützt. Für das von Ihnen entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich.

Darüber hinaus konnte AAM seine Option auf den Erwerb einer Beteiligung von bis zu 49 % an einer Produktionsanlage für hochreines Aluminiumoxid (HPA) in Malaysia um 12 Monate bis Juli 2022 verlängern. Partner für dieses Projekt sind die deutsche staatliche KfW IPEX-Bank, die SMS group GmbH, die Mitsubishi Corporation und das australische Unternehmen Altech Chemicals Ltd. Der Bau der HPA-Anlage hat begonnen und wurde im Juni 2020 pausiert, bis das Gesamtfinanzierungspaket abgeschlossen ist und sich die COVID-19-Situation stabilisiert hat. Mit dieser Beteiligungsoption sichert sich AMM die Möglichkeit zur langfristigen Partizipation an der Produktion und Anwendung von nachhaltig erzeugtem HPA, welches in vielen unterschiedlichen weiteren technologischen Schlüsselbereichen wie beispielsweise in der Energiespeicherung, Mobilfunktechnik und dem weiterhin schnell wachsenden Markt für LEDs, Anwendung findet.

Beschichtung von Lithium-Ionen-Batterie-Anodenmaterialien mit Aluminiumoxid - die Technologie

Altech Chemicals Australia Pty Ltd, Australien, ("Altech"), eine 100%ige Tochtergesellschaft von ATC, hat eine Technologie zur Nanobeschichtung aus hochreinem Aluminiumoxid ("HPA") für Graphit- und Siliziumpartikel, die typischer Weise in Lithium-Ionen-Batterien Anwendung findet, entwickelt. Die Anwendung von Aluminiumoxid beschichteten Graphit- und Siliziumpartikeln in einer Lithium-Ionen-Batterieanode wird industrieweit als Lösung für eine längere Batterielebensdauer, Steigerung der Energiedichte und eine höhere Batterieleistung durch Reduzierung der Verlustkapazität im ersten Ladezyklus angesehen.

HPA wird üblicherweise für die Beschichtung von Separator-Folien in der Lithium-Ionen Batterie verwendet, da mit Aluminiumoxid beschichtete Separatoren die Batterieleistung, Haltbarkeit und Gesamtsicherheit verbessern. Darüber hinaus entwickelt sich jedoch nun die Verwendung für Aluminiumoxid innerhalb der Lithium-Ionen-Batterie-Anode aufgrund der positiven Auswirkungen, die mit Aluminiumoxid beschichtete Graphitpartikel auf die Batterielebensdauer und Batterieleistung haben.

AIG, an der die Altech Advanced Materials AG mit 25% beteiligt ist, hält die exklusiven Nutzungsrechte dieser Technologie sowohl für die Herstellung wie den Vertrieb in der europäischen Union.

Aluminiumoxidbeschichtung von Graphit

Anoden von Lithium-Ionen-Batterien bestehen typischerweise aus Graphit. In einer Lithium-Ionen-Batterie entstehen Lithium-Ionen-Verluste durch die Bildung einer inaktiven Grenzschicht, die sich während des ersten Batterieladezykluses bildet und zu weiteren Lithium-Ionen-Verlusten mit jedem nachfolgenden Lade-Entlade-Zyklus führt. Typischerweise gehen etwa 8-10% der Lithium-Ionen während der Erstladung der Batterie verloren und stehen für den Batteriebetrieb nicht mehr zur Verfügung. Dieser "Erstzyklus-Kapazitätsverlust" ist eine allgemein anerkannte, aber noch kaum gelöste Herausforderung wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Batterien.

Altech befindet sich in der Entwicklung seiner Nano-Aluminiumoxid-Beschichtungstechnologie, von der erwartet wird, dass sie den coulombschen Wirkungsgrad (cbW) (insbesondere den cbW im ersten Zyklus), die Zyklenstabilität und damit die Lebensdauer, die Energiedichte und die Schnellladefähigkeit der Batterie verbessert (Abbildungen 1 und 2). Leistungsvergleiche im Altech Labor mit herkömmlichen Batteriehalbzellen zeigen vielversprechende Ergebnisse für die mit Altechs Aluminiumoxid beschichtetem Anodengraphit ausgestatteten Zellen.

Silizium - Das Anodenmaterial der Zukunft

Die Ausweitung der Anwendung der Graphitbeschichtungstechnologie auf die Beschichtung von Siliziumpartikeln stellt für Altech einen bedeutenden Durchbruch dar. Insbesondere im Zusammenhang mit einer kürzlich veröffentlichten Erklärung des US-Elektrofahrzeugherstellers Tesla, der sich das Ziel gesetzt hat, den Siliziumgehalt in seinen Batterien zu erhöhen, um stufenweise Verbesserungen der Batterieenergiedichte und -lebensdauer zu erreichen. Silizium hat gegenüber Graphit einen erheblichen Vorteil für die Verwendung in Lithium-Ionen-Batterieanoden, da es im Vergleich zu Graphit über die zehnfache theoretische Energiespeicherkapazität verfügt. Die technischen Herausforderungen für die Verwendung von Silizium sind jedoch immens und umfassen eine Partikelvolumenausdehnung von bis zu 300 % bei Energiezufuhr (laden) und einen sehr großen (>30%) "Lithiumverlust im ersten Zyklus" (entladen). In der Industrie wird davon ausgegangen, dass die Ummantelung, also die Beschichtung von Siliziumpartikeln durch das Aufbringen einer Nano dünnen Schicht von Aluminiumoxid, diese Probleme lösen kann und ein "Game Changer" auf dem Weg zu einer höheren Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien, einer längeren Lebensdauer und damit höherer Gesamtleistung darstellt.

Erfolgspotential mit anspruchsvoller Silizium Aluminiumoxid Beschichtung

Bis jetzt hat es sich als sehr schwierig erwiesen, eine kostengünstige und konsistente Aluminiumoxid Nanobeschichtung auf Anodenmaterialien wie Silizium und Graphit in Lithium-Ionen-Batteriequalität zu realisieren. Im Fall von Silizium weisen die Partikel einzigartige Eigenschaften auf, die es erforderlich machten, dass Altech seine Beschichtungstechnologie aus Aluminiumoxid sorgfältig an die gewünschte Schichtdünne und Gleichmäßigkeit anpasst. Wie unter dem Mikroskop beobachtbar (Abbildung 3), war Altech erfolgreich in der Lage, am äußeren Rand des Siliziumpartikels eine gleichmäßige Schicht aus Aluminiumoxid aufzubringen und so eine perfekte Ummantelung des Siliziumpartikels zu erreichen. Auch hier zeigen die von Altech durchgeführten Leistungstests der neuesten Batteriehalbzellen vielversprechende Ergebnisse für die beschichteten Siliziumanoden im Vergleich zu den unbeschichteten.

Die potenzielle Auswirkung auf die Batterielebensdauer und den Energieerhalt durch eine Erhöhung der Menge an metallurgischem Silizium in der Lithium-Ionen-Batterieanode, ist in Abbildung 4 dargestellt. Aus der Sicht des Verbrauchers führt ein höherer Anteil von Silizium in der Batterie von Elektrofahrzeugen zu einer erhöhten km Fahrleistung je Ladevorgang (Abbildung 5). Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Kostensenkung für Batterie- und Autohersteller sowie auf die Akzeptanz der Verbraucher.

Patent angemeldet, um die Beschichtungstechnologie von Altech zu schützen

Im Juni 2021 hat Altech bei den australischen Behörden ein Patent für seine Erfindung: "Dem Verfahren zur Beschichtung von Anodenaktivmaterialien mit Aluminiumoxid" angemeldet. Dieses Patent beschreibt Altechs Technologie für aluminiumoxidhaltige Beschichtungen. Die Aluminiumoxidbeschichtung von Anodenmaterialien wie Graphit und Silizium würde als künstliche Festelektrolytgrenzfläche (SEI=Solid Electrolyte Interface) dienen, von der erwartet wird, dass sie Lithiumionenverluste während jedes Lade- und Entladezyklus einer wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterie (z.B. in Elektrofahrzeugen) reduziert und auch die Lebensdauer und Batteriegesamtleistung verbessert (siehe oben: Abbildung 2 und 4).

Im Rahmen einer vorvertraglichen Vereinbarung zwischen Altech, ATC und AIG besitzt AIG die exklusiven EU-Rechte zur Nutzung der Beschichtungstechnologie von Altech.

Machbarkeitsstudie für deutsches Anodenverbundwerkstoffwerk in Arbeit

Wie bereits erwähnt führt AIG aktuell ein Machbarkeitsstudie (PFS=Pre Feasibility Study) für den Bau einer HPA-Beschichtungsanlage für Batteriematerialien durch, in deren Rahmen auch bereits die entsprechenden Räumlichkeiten für eine erste Testanlage in Schwarze Pumpe bezogen wurden.

Das PFS bewertet eine erste Phase (Phase-1) mit einer jährlichen Anlagenkapazität von 10.000 Tonnen für die Beschichtung von Graphit in Anodenqualität unter Anwendung der Aluminiumoxid-Beschichtungstechnologie von Altech. Die geplante Beschichtungsanlage wird so ausgelegt sein, dass in Zukunft der Bau zusätzlicher Materialbeschichtungskapazitäten, wie einer Siliziumbeschichtungsanlage und/​oder einer zusätzlichen Graphitbeschichtungskapazität, ermöglicht wird. Die geplante Kapazität wurde aus einer Prognose der Produktionskapazität von europäischen Lithium-Ionen-Batteriewerken abgeleitet, die bis 2030 auf ~600 GWh/​a (Gigawattstunden pro Jahr) geschätzt wird (Abbildung 6).

Der Industriepark Schwarze Pumpe liegt im Nordosten Sachsens und ist durch die vorhandene Infrastruktur wie Netzstrom und Erdgas, Schiene und Straße gut erschlossen. Der Gewerbepark ist 120 km von Berlin und 78 km von Dresden entfernt.

In der PFS wird die Nutzung von 100 % erneuerbarem Strom aus dem lokalen Stromnetz und einer geringen Menge eigenen Solarstroms berücksichtigt. Die Anlagenplanung zielt auf den Status eines grünen Projektes ab und es ist geplant, dass das Projekt nach Abschluss der Studie vom Zentrum für internationale Klima- und Umweltforschung (CICERO), Norwegen, geprüft und zertifiziert wird.

Zusammenarbeit mit hochwertigen europäischen Partnern

ATC und AIG haben Kooperationsvereinbarungen mit führenden europäischen Graphit- und Siliziumunternehmen abgeschlossen. Am 9. November 2020 unterzeichnete ATC eine Kooperationsvereinbarung mit Ferroglobe, einem führenden Siliziumhersteller, um bei der Entwicklung eines hochkapazitiven, langlebigen Siliziumanoden-Aktivmaterials für den Einsatz in Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ionen) zusammenzuarbeiten. Am 29. April 2021 haben ATC und AIG einen Kooperationsvertrag mit der SGL Carbon SE aus Deutschland, Europas führendem Graphithersteller, abgeschlossen. Darüber hinaus führt Altech mit einigen der führenden Batterieherstellern Europas entsprechende Gespräche über eine mögliche Kooperation.

Die HPA Wachstumschance - Europa

Das Nachfragewachstum nach 4N HPA (99.99% hochreinem Aluminiumoxid) wird durch die Entwicklungen auf dem Elektrofahrzeugmarkt in Europa getrieben. Die in Europa bereits im Bau befindliche Produktionskapazität für Lithium-Ionen-Batteriezellen beläuft sich bis 2030 auf ca. 600 kWh Jahresleistung (siehe Abbildung 6).

Angetrieben von den europäischen Giga-Fabriken wird die prognostizierte Graphitnachfrage voraussichtlich 600.000 Tonnen pro Jahr erreichen (siehe Abbildung 7). Eine Etablierung von HPA als Beschichtungsmaterial für Anodenpartikel (Graphit und Silizium) würde einen robusten Bedarf und Nachfragewachstum für HPA und Anodenverbundmaterial nach sich ziehen.

Wir freuen uns Sie als Aktionär zu haben und hoffen, dass Sie uns auf unserem weiteren Weg auch weiterhin begleiten und unterstützen wollen. Sollten Sie Fragen haben, wenden sie sich bitte an info@altechdavancedmaterials.com.

 

Heidelberg, den 17. August 2021

Altech Advanced Materials AG

gez. Iggy Tan
(Vorstand)

gez. Uwe Ahrens
(Vorstand)

gez. Hansjörg Plaggemars
(Vorstand)

ALTECH ADVANCED MATERIALS AG, FRANKFURT AM MAIN
ZWISCHENLAGEBERICHT FÜR DEN ABSCHLUSS ZUM 30. JUNI 2021

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Durch den zweiten Corona-Lockdown wurde die Weltwirtschaft und mit ihr die deutsche Volkswirtschaft zu Jahresbeginn 2021 ausgebremst. Der Konjunktureinbruch fiel dabei etwas stärker aus als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im ersten Quartal 2021 um 1,7% zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am 25. Mai 2021 mitteilte. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 zunächst etwas erholt hatte (nach neuesten Berechnungen +8,7% im 3. Quartal und +0,5% im 4. Quartal), führte die Corona-Krise zum Jahresbeginn 2021 zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Davon war besonders der private Konsum betroffen, während die Warenexporte die Wirtschaft stützten.

Im Vergleich zum Vorquartal, ist das saisonbereinigte BIP im ersten Quartal 2021 im Euroraum um 0,6% und in der EU um 0,4% gesunken. Dies geht aus einer vorläufigen Schnellschätzung hervor, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht wird. Diese Rückgänge folgen auf einen Rückgang im vierten Quartal 2020 (-0,7% im Euroraum und -0,5% in der EU), nach einer starken Erholung im dritten Quartal 2020 (+12,5% im Euroraum und +11,7% in der EU) und den schärfsten Rückgängen seit Beginn der Zeitreihe 1995 im zweiten Quartal (-11,6% im Euroraum und -11,2% in der EU).

Deutschland ist vergleichsweise schlecht ins Jahr gestartet: Die Euro-Zone schrumpfte nur um 0,6%, während die weltgrößte Volkswirtschaft USA auch wegen rascher Impffortschritte um 1,6 Prozent wuchs.

Im März 2021 überschritt der DAX erstmalig die 15.000-Punkte-Marke. Den Börsenmonat Juni 2021 beendete der deutsche Leitindex bei einem Stand von 15.531 Punkten. Im Vorjahr schloss der DAX Ende des Monats Juni bei einem Stand von 12.311.

Angesichts der erfolgreichen Impfkampagne in den USA und des jüngsten riesigen Konjunkturpakets rechnet die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im laufenden Jahr mit einem deutlich stärkeren Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft soll trotz Corona in diesem Jahr um 6,5% wachsen, wie aus der jüngsten Wirtschaftsprognose der Zentralbank hervorgeht. Im Dezember war die Notenbank noch von einem Wachstum der US-Wirtschaft von 4,2% ausgegangen. Die Entwicklungen in den USA als wichtigstem Exportmarkt für deutsche Produkte, gefolgt von China, wirken sich stark auf die deutsche Konjunktur aus.

Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) zum Vorjahresmonat - wird im Juni 2021 voraussichtlich +2,3% betragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen am 29. Mai 2021 weiter mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise gegenüber Mai 2021 voraussichtlich um +0,4%.

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im März 2021 bei 1,3%, gegenüber 0,9% im Februar. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,7% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im März 2021 bei 1,7%, gegenüber 1,3% im Februar. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht. Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,0%), Portugal, Malta, Irland und Slowenien (alle 0,1%) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (4,4%), Ungarn (3,9%), Rumänien und Luxemburg (je 2,5%) gemessen. Gegenüber Februar ging die jährliche Inflationsrate in drei Mitgliedstaaten zurück, blieb in drei unverändert und stieg in einundzwanzig an.

Der EZB-Rat hat auf seiner Sitzung vom 22. April 2021 beschlossen, seinen sehr akkommodierenden geldpolitischen Kurs nochmals zu bestätigen: der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität werden unverändert bei 0,00%, 0,25% bzw. -0,50% belassen. Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis er feststellt, dass sich die Inflationsaussichten in seinem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe, aber unter 2% liegt, und dass sich diese Annäherung in der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation durchgängig widerspiegelt. Die EZB hat dann in ihrer Sitzung am 8. Juli 2021 ihr Inflationsziel von höchstens zwei Prozent aufgeweicht. Hiermit verschafft sich die EZB mehr Freiraum, um an ihrer Nullzinspolitik festzuhalten - ungeachtet der Entwicklung der Verbraucherpreise. "Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass die Geldpolitik bis auf weiteres locker bleibt", teilt Ralf Umlauf, Volkswirt bei der Helaba. Die Jahreswachstumsrate der weit gefassten Geldmenge M3 lag im Juni 2021 bei 8,3%.

Im Berichtszeitraum hat der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren. Ausgehend von einem Wert von 1,11 US-Dollar zum Beginn des Berichtszeitraums sank der Euro zum Ende des 1. Halbjahres auf 1,09 US-Dollar.

2. Entwicklung der Geschäftstätigkeit

Die Altech Advanced Materials AG, mit Sitz in Frankfurt und Geschäftsanschrift in Heidelberg, (zukünftig "AAM" oder "Gesellschaft") ist eine Beteiligungsgesellschaft, die Investitionen in Kapital- und Personengesellschaften tätigt, welche ein gutes Chance-/​Risiko-Profil darstellen, insbesondere in den Geschäftsfeldern Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, Chemie, Herstellung aller Arten von Verpackungs- und Papierprodukten, sowie deren Vertrieb.

Die Altech Advanced Materials AG hat sich zum Ziel gesetzt am Markt für Lithium-Ionen-Batterien und damit am stark wachsenden Sektor der Elektromobilität sowie an der erwarteten Marktentwicklung für die weiteren Anwendungsgebiete von hochreinem Aluminiumoxid ("HPA") durch die Beteiligung an der Altech Industries Germany GmbH, Dresden, ("AIG") sowie der Option auf die 49% an dem Altech Australia Pty Ltd, Australien, ("Altech"), HPA-Projekt zu partizipieren.

HPA ist ein hochwertiges Produkt, welches unter anderem zur Beschichtung von Separatoren der Lithium-Ionen-Batterie ("LIB") verwendet wird und nun auch zur Anwendung in der Kathode und Anode der LIB kommt. Der aktuelle Fokus und die Kompetenz von Altech liegt in der Erforschung von Nano-Beschichtungen von LIB-Anodenmaterialien wie Graphit und Silizium, mit dem Ziel, die Kapazität, Lebensdauer und Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien deutlich zu verbessern. Dank der spezifischen Eigenschaften von Altechs 4N HPA- Beschichtungstechnologie wird erwartet, dass bei der Anwendung in der Batterietechnik zudem mehr Schnellladezyklen möglich sein werden ohne die Batterie zu schädigen und gleichzeitig die Sicherheit erhöht wird. Neben LIB findet HPA auch Anwendung in vielen anderen Wachstumsmärkten, wie z.B. bei der Herstellung für LED-Leuchten, bei Halbleiterwafern in der Elektronikindustrie, in der Medizintechnik und bei kratzfestem Saphirglas für Smartphone-Komponenten sowie für Wärmeableitung in der Halbleiterindustrie.

Am 22. Dezember 2020 hat die AAM 25,0% an der AIG, Dresden von der Altech Chemicals Limited, Australien, ATC erworben. Die AIG hält die exklusiven Rechte für die Europäische Union zur Nutzung der Patente von Altech, die sich auf die Herstellung und Vermarktung von HPA und die Aluminiumoxid-Beschichtung von LIB-Anodenmaterialien wie Graphit und Silizium beziehen.

In 2020 hat die AIG, eine Grundstücksoption im Industriepark Schwarze Pumpe, Sachsen, erworben. Zwischenzeitlich wurden zur Umsetzung der europäischen Entwicklungsstrategie, Büro und Werkshallen für den Aufbau von Entwicklungs- und Produktionswerkstätten im Gründerzentrum DOCK3 im Industriepark Schwarze Pumpe, Gemeinde Spreetal, Sachsen, übernommen. Ziel ist es, in den angemieteten Werkshallen und angrenzenden Büroräumen des Gründerzentrums DOCK3 die Entwicklung und Produktion von Batteriematerialien mit besonderem Fokus auf nanobeschichtetes Anodenmaterialien aufzubauen.

Im Februar 2021 hat AIG mit einer Machbarkeitsstudie für den Bau einer Beschichtungsanlage für Batteriematerialien mit hochreinem Aluminiumoxid begonnen. Die Machbarkeitsstudie sieht eine eigenständige Produktionsanlage für 10.000 Tonnen Graphitbeschichtungskapazität pro Jahr vor. AAM und ATC sollen sich die Finanzierung entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligung an AIG (25% AAM /​ 75% ATC) teilen und es wurde ein Antrag auf Fördermittel beim Land Sachsen gestellt.

Im März 2021 wurde die erste Phase der umfassenden Batteriehalbzellentests abgeschlossen und zeigte die gewünschten positiven Effekte, nämlich potenzielle deutliche Leistungssteigerungen bei Lithium-Ionen-Batterien bzgl. Verbesserungen bei Lebensdauer, Kapazität und Aufladbarkeit. Ebenfalls im März wurde die erfolgreiche Beschichtung von Silizium mit HPA durch Altech bekanntgegeben.

Im April 2021 wurde die Zusammenarbeit von AIG mit SGL Carbon GmbH, Deutschland, bzgl. der Entwicklung von mit Aluminiumoxid beschichteten Graphitmaterialien, die speziell für die Lithium-Ionen-Batterieindustrie entwickelt wurden, auf Basis der Altech-Technologie bekanntgegeben.

Darüber hinaus hält die AAM am eine Optionsvereinbarung, auf Basis derer sich die Gesellschaft mit bis zu 49% an der Altech Chemicals Australia Pty Ltd ("Altech"), und deren HPA-Projekt in Johor, Malaysia, für bis zu 100 Millionen US-Dollar beteiligen kann. Die Ausübung der Option konnte vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, die bei Investoren zu erhöhter Vorsicht und Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft führte, nicht wie geplant im Jahr 2020 umgesetzt werden. Die ursprünglich im Juli 2019 abgeschlossene Optionsvereinbarung wurde im April 2021 bis zum 1. Juli 2022 verlängert und sieht im Wesentlichen vor, dass:

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AAM das Recht hat sich mit mindestens 10% (für einen anteiligen Betrag von 20,4 Mio. USD) bis zu einem direkten HPA-Projektanteil von höchstens 49% für 100 Mio. USD durch Übernahme von Anteilen an Altech zu beteiligen;

AAM verpflichtet ist, die erworbenen Anteile 6 Jahre nach Projektstart (definiert als "Project Financial Close", wenn also die Gesamtfinanzierung für das Projekt steht) an ATC auf Basis einer festgelegten Rendite von 15% p.a. zu verkaufen;

ATC das Recht erhält, den Rückkauf der erworbenen Anteile an Altech Australia auf gleicher Basis innerhalb von 6 Jahren vorzeitig von AAM zu verlangen,

AAM ihre Rückverkaufsverpflichtung gegen Zahlung einer Gebühr von 10.000,- USD jederzeit kündigen kann und damit ihre HPA-Projektbeteiligung behält.

Die AAM ist kontinuierlich dabei ihre Kapitalbeschaffungsstrategie umzusetzen, um diese Investitionen finanzieren zu können. Letztlich sieht der aktuelle Investitionsplan vor: (i) Finanzierung des AIG-Anteils sowie der Mitfinanzierungsverpflichtung gegenüber der AIG für das Batteriebeschichtungsmaterial-Projekt und (ii) Finanzierung der Beteiligung an Altech. Hierfür wurde mit Eintragung im Handelsregister am 5. August 2021 die von der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 20. Mai 2021 beschlossene Kapitalerhöhung im Umfang von rund 3,1 Mio. EUR durchgeführt. Es ist geplant nach Erreichen gewisser Milestones im Projektverlauf weitere Kapitalbeschaffungsmaßnahmen umzusetzen.

3. Unternehmenssteuerung

Die Unternehmenssteuerung findet auf Basis einer monatlichen integrierten Planungsrechnung bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cashflow Rechnung statt. Als wesentliche Kennzahlen und bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren sind die Liquiditätsentwicklung sowie das Ergebnis zu nennen. Die Kostenstruktur wird fortlaufend eng vom Vorstand gesteuert und überwacht. Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft wird auf monatlicher Basis das integrierte Reporting zur Verfügung gestellt.

B. Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Vermögenslage

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TEUR

30.06.2021

31.12.2020

+ /​ -

Vermögen

Anlagevermögen

5.062

5.017

45

Sonstige Vermögensgegenstände

502

503

-1

Flüssige Mittel

86

391

-305

Übrige Aktiva

3

9

-6

5.652

5.919

-267

Kapital

Eigenkapital

495

972

-477

Rückstellungen

166

52

114

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

45

0

45

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

109

107

2

Sonstige Verbindlichkeiten

4.837

4.788

49

5.652

5.919

-267

Die Vermögenslage weist im Wesentlichen Finanzanlagen in Höhe von TEUR 5.062 (Vorjahr 31.12.2020, zukünftig "VJ": TEUR 5.017) aus. Diese setzen sich, wie auch im Vorjahr, zusammen aus der Beteiligung an der AIG in Höhe von TEUR 5.000 und Ausleihungen an die AIG die gegenüber dem Vorjahr von TEUR 17 um TEUR 45 auf TEUR 62 gestiegen sind. Wesentlicher Bestandteil der sonstige Vermögensgegenstände von TEUR 502 (VJ: TEUR 503) ist die HPA-Projektoption in Höhe von TEUR 500 (VJ: TEUR 500).

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 166 (VJ: TEUR 52) setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung (TEUR 119; VJ: TEUR 21), Rückstellungen für Abschluss und Prüfungskosten (TEUR 17; VJ: TEUR 25) sowie Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung (TEUR 25; VJ: 0) zusammen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen bestehen aus Darlehen seitens eines Gesellschafters.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich von TEUR 4.788 zum 31. Dezember 2020 um TEUR 49 auf TEUR 4.837 zum 30. Juni 2020 erhöht, und bestehen im Wesentlichen aus den Verbindlichkeiten gegenüber der ATC aus dem Kauf des 25% Geschäftsanteils an der AIG. Der Kaufpreis wurde in Höhe TEUR 5.000.000 vereinbart, wobei ein Teilbetrag von TEUR 250 sofort fällig war. Der verbleibende Kaufpreis in Höhe von TEUR 4.750 wird in drei Raten zu je TEUR 1.583 fällig. Vertraglich vorgesehen waren Teilzahlungen jeweils am 1. Dezember 2021, 2022 und 2023. Die AAM hat mit ATC im 1. Halbjahr 2021 eine Stundungsvereinbarung abgeschlossen, dass die im Zusammenhang mit dem Erwerb des 25%-Anteils an der AIG ausstehenden Kaufpreisraten inklusive Zinsen sowie die Einzahlungsverpflichtungen in die AIG für zwei Jahre gestundet werden, solange nicht ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Verbindlichkeit wird mit 3% p.a. verzinst, Zinsstichtage sind jeweils der 31. März, 30. Juni, 30. September und 30. Dezember eines Jahres. Als Sicherung für die Verbindlichkeit wurde der erworbene 25%-Anteil an ATC verpfändet.

Die Bilanzsumme hat sich von TEUR 5.919 zum 31. Dezember 2020 auf TEUR 5.652 zum 30. Juni 2021 reduziert. Die Bilanz zum 30. Juni 2021 weist ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 495 (Vorjahr: TEUR 972) aus. Auf der Hauptversammlung am 20. Mai 2021 wurde der Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals gemäß § 92 Abs. 1 AktG angezeigt. Es besteht ein Bilanzverlust in Höhe von TEUR 2.186 (Vorjahr: TEUR 1.710).

Die auf der Hauptversammlung vom 20. Mai 2021 beschlossene Kapitalerhöhung wurde im Umfang von EUR 3.068.948,00 mit Eintragung am 5. August 2021 in das zuständige Handelsregister durchgeführt. Damit beträgt das Grundkapital der Gesellschaft EUR 5.650.000,00.

Ertragslage

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TEUR

01.01. -
30.06.2021

01.01. -
30.06.2020

+ /​ -

Sonstige betriebliche Erträge

0

20

-20

Personalaufwand

-96

-75

-22

Sonstiger Betriebsaufwand

-307

-323

16

Betrieblicher Aufwand

-403

-398

-6

Betriebsergebnis

-403

-378

-26

Abschreibungen

0

-2

1

Zinsergebnis

-73

-3

-71

Finanzergebnis

-73

-4

-69

Jahresergebnis vor Steuern

-477

-382

-95

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

0

0

0

Jahresergebnis

-477

-382

-95

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Kosten für Rechts- und Beratungskoten in Höhe von TEUR 131 (VZ: TEUR 117), Kosten im Zusammenhang mit einem der Vorstandmitglieder in Höhe von TEUR 60 (VZ: TEUR 50), Aufsichtsratvergütungen in Höhe von TEUR 44 (VZ: TEUR 44), Kosten für Kapitalmarktnotiz und -kommunikation in Höhe von TEUR 41 (VZ: TEUR 54) sowie Abschluss- und Prüfungskosten in Höhe von TEUR 20 (VZ: TEUR 12).

Finanzlage

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TEUR

01.01. -
30.06.2021

01.01. -
30.06.2020

+ /​ -

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

-187

-662

475

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

-45

228

-273

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

-73

-3

-71

Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds

-305

-437

131

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode

391

618

-227

Finanzmittelfonds am Ende der Periode

86

182

-96

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt TEUR -187 (VZ: TEUR -662).

Dieser resultiert aus dem Halbjahresergebnis von TEUR -477, zzgl. der Zunahme der Rückstellungen von TEUR 114, zzgl. der Abnahme der sonstigen Vermögensgegenstände und sonstigen Aktiva von TEUR 7, zzgl. der Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Passiva von TEUR 96 sowie zzgl. den Zinsaufwendungen aus der AIG Anteilsfinanzierung von TEUR 73.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten beträgt TEUR -45 (VZ: TEUR 228) und beruht auf Ausleihungen an die AIG.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten beträgt TEUR -73 (VZ: TEUR -3) und beruht im Wesentlichen auf Zinsen aus der AIG Anteilsfinanzierung. Die Kapitalerhöhung wurde erst nach dem Bilanzstichtag durchgeführt und berührt daher nicht den Cash-Flow im Berichtszeitraums.

C. Chancen- und Risikobericht

Es haben sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 keine wesentlichen Veränderungen mit Blick die Chancen- und Risikolage gegenüber dem 31. Dezember 2020 ergeben.

D. Veränderungen und Informationen zu den Organen und Vergütungssystemen

Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand

Nach § 120a Abs. 1 AktG beschließt die Hauptversammlung einer börsennotierten Gesellschaft mindestens alle vier Jahre über die Billigung des vom Aufsichtsrat vorgelegten Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder, ebenso bei jeder wesentlichen Änderung des Vergütungssystems.

Das vom Aufsichtsrat am 22. April 2021 beschlossene Vergütungssystem für die Vorstände wurde von der Hauptversammlung vom 20. Mai 2021 gebilligt. Das vorliegende Vergütungssystem gilt für die Vergütung aller Vorstandsmitglieder der Ming Le Sport AG ab dem 1. Mai 2021.

Kernpunkte des Vergütungssystems der AAM für die Vorstandsmitglieder:

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Feste, monatlich zahlbare Grundvergütung (2/​3) von bis zu EUR 140.000,00 p.a., und

erfolgsabhängige variable Vergütungskomponente in Form eines Bonus (1/​3) von bis zu EUR 70.000,00 p.a., und

Maximalvergütung: EUR 210.000,00 p.a.

Grundzüge des Vergütungssystems für den Aufsichtsrat

Nach § 113 Abs. 3 Satz 1 AktG ist bei börsennotierten Gesellschaften mindestens alle vier Jahre über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder Beschluss zu fassen.

Das nachfolgende Vergütungssystem für die Mitglieder des Aufsichtsrates wurde von der Hauptversammlung am 22. Juli 2021 mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen und entsprechend § 14 der Satzung in Bestätigung des Beschlusses vom 15. Januar 2020 über Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates wie folgt festgesetzt.

Grundzüge

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Das Vergütungssystem trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder Rechnung.

Für Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nur während eines Teils des jeweiligen Geschäftsjahres angehören, wird die Vergütung zeitanteilig gewährt.

Eine variable Vergütung wird nicht gewährt.

Daneben werden Auslagen, die mit der Aufsichtsratstätigkeit zusammenhängen, erstattet.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält jährlich TEUR 3 und alle anderen Mitglieder TEUR 2. Zusätzlich wurde beschlossen, dass der Aufsichtsrat mindestens zwei Ausschüsse bilden soll, den Prüfungsausschuss und den Industrieausschuss. Für die Teilnahme in dem Prüfungsausschuss wird zusätzlich eine jährliche Nettovergütung von TEUR 5 gewährt. Für die Teilnahme in dem Industrieausschuss wird zusätzlich eine jährliche Nettovergütung von TEUR 22 gewährt. Etwaige andere zu bildende Ausschüsse sind mit der beschlossenen Vergütung abgegolten. Die Vergütung ist regulär am Jahresende fällig und zahlbar. Aufsichtsratsmitgliedern werden die bei der Erfüllung ihrer Pflichten entstandenen Auslagen erstattet.

E. Prognosebericht

Der Vorstand ging im Prognosebericht des letzten Jahresabschlusses für das Jahr 2021 von einem Verlust von rund 900 TEUR aus. Auf Basis des Halbjahresergebnisses hält der Vorstand unverändert an der Prognose für das Geschäftsjahr 2021 fest.

 

Heidelberg, den 17. August 2021

gez. Iggy Tan
(Vorstand)

gez. Uwe Ahrens
(Vorstand)

gez. Hansjörg Plaggemars
(Vorstand)

Bilanz zum 30. Juni 2021

AKTIVA

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30.06.2021

31.12.2020

EUR

EUR

EUR

A. Anlagevermögen

I. Finanzanlagen

1. Beteiligungen

5.000.00,00

5.000.00,00

2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

61.750,00

5.061.750,00

16.763,77

B. Umlaufvermögen

I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

1,00

1,00

2. Sonstige Vermögensgegenstände

502.030,87

502.031,87

502.780,87

II. Wertpapiere

1. Sonstige Wertpapiere

2.720,00

3.050,00

III. Guthaben bei Kreditinstituten

85.792,97

391.182,62

590.544,84

897.014,49

C. Rechnungsabgrenzungsposten

0,00

5.479,00

5.652.294,84

5.919.257,26

PASSIVA

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30.06.2021

31.12.2020

EUR

EUR

EUR

A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital

2.581.052,00

2.581.052,00

II. Kapitalrücklage

100.350,00

100.350,00

III. Bilanzverlust

-2.186.379,20

-1.709.604,28

495.022,80

971.797,72

B. Rückstellungen

1. Sonstige Rückstellungen

165.943,28

52.141,80

C. Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

45.050,04

398,17

2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

109.207,67

102.027,40

3. Sonstige Verbindlichkeiten
- davon aus Steuern EUR 3.434,07
(Vorjahr: EUR 3.582,07)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
EUR 49.571,05 (Vorjahr EUR 1.621.425,17)
- davon für soziale Sicherheit EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00)

4.837.071,05

4.788.092,17

4.991.328,76

4.895.317,74

5.652.294,84

5.919.257,26

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01.01. bis 30.06.2021

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01.01.2021
bis
30.06.2021

01.01.2020
bis
30.06.2020

EUR

EUR

1. Sonstige betriebliche Erträge

88,50

20.370,62

2. Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter

-91.147,83

-71.800,00

b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung,
davon für Altersversorgung EUR 0,00
(im Vorjahr: EUR 0,00)

-5.090,63

-96.238,46

-2.714,64

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen
davon aus Währungsumrechnung EUR 0,00
(im Vorjahr: EUR 0,00)

-307.250,29

-323.392,92

4. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

-330,00

-1.535,00

5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verbundene Unternehmen EUR 2.380,27
(Vorjahr: EUR 2.386,89)

-73.044,67

-2.524,41

6. Ergebnis nach Steuern

-476.774,92

-381.596,35

7. Jahresfehlbetrag

-476.774,92

-381.596,35

8. Verlustvortrag aus dem Vorjahr

-1.709.604,28

-1.091.872,89

9. Bilanzverlust

-2.186.379,20

-1.473.469,24

ALTECH ADVANCED MATERIALS AG, Frankfurt
VERKÜRZTER ANHANG ZUM ZWISCHENBERICHT ZUM 30. JUNI 2021

A. Allgemeine Angaben

Die Altech Advanced Materials ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Frankfurt und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HRB 118874 eingetragen.

Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2021 betrug das eingetragene Stammkapital der Gesellschaft 2.581.052. Die Gesellschaft ist zum Abschlussstichtag im Regulierten Markt im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Kennnummer ISIN DE000A2LQUJ6 mit 1.577.552 nennwertlosen, auf den Namen lautende Stückaktien gelistet. 1.003.500 Aktien der insgesamt 2.581.052 auf den Namen lautenden Stückaktien waren zum Abschlussstichtag noch nicht zum Börsenhandel zugelassen. Entsprechend gilt die Gesellschaft zum Bilanzstichtag als eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264d HGB.

Mit Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister am 5. August 2021 beträgt des eingetragene Stammkapital der Gesellschaft 5.650.000 EUR und mit Genehmigung des Wertpapierprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen ("BaFin") am 10. August 2021 und der Notierungsaufnahme der 4.072.48 nennwertlosen, auf den Namen lautende Stückaktien am 16. August 2021 werden alle 5.650.000 Aktien der Gesellschaft zum Berichtserstellungszeitpunkt unter der ISIN DE000A2LQUJ6 im General Standard der Frankfurter Börse gehandelt.

Der Halbjahresfinanzbericht der Altech Advanced Materials AG, Frankfurt, für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 wurde auf der Grundlage der handelsrechtlichen Ansatz-, Bewertungs- und Gliederungsvorschriften erstellt. Ergänzend dazu sind die Bestimmungen des Aktiengesetzes ("AktG") maßgebend.

Die Gliederung und der Ausweis der Posten der Bilanz entsprechenden Vorschriften für große Kapitalgesellschaften (§ 266 HGB).

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im Halbjahresabschluss der Altech Advanced Materials AG für die zum 30. Juni 2021 endende Berichtsperiode angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Vergleich zum Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 unverändert.

C. Ausgewählte Erläuterungen zur Bilanz

Beteiligungen bestehen unverändert zum Jahresabschluss 2020 aus dem am 22. Dezember 2020 erworbenen 25%-Anteil an der Altech Industries Germany GmbH, Dresden.

Ausleihungen an verbundenen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von TEUR 62 (VJ: TEUR 17) aus einer Gesellschafterdarlehensforderung gegen AIG. Die Konditionen sind unverändert zum Jahresabschluss 2020.

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) beträgt zum Bilanzstichtag EUR 2.581.052,00. Das Grundkapital ist eingeteilt in 2.581.052 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien. Zum 30. Juni 2021 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von EUR 495 aus.

Die auf der Hauptversammlung vom 20. Mai 2021 beschlossene Kapitalerhöhung wurde im Umfang von EUR 3.068.948,00 mit Eintragung am 5. August 2021 in das zuständige Handelsregister durchgeführt. Damit beträgt das Grundkapital der Gesellschaft EUR 5.650.000,00.

Die sonstigen Rückstellungen von TEUR 166 (VJ: TEUR 52) setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung (TEUR 119), Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung (TEUR 25) sowie Rückstellungen für Abschluss und Prüfungskosten (TEUR 17) zusammen.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der Deutsche Balaton AG in Höhe von TEUR 109. Für diese wurde mit 2. Nachtrag zur Massekreditvereinbarung vom 29. Februar 2016 eine Stundungsvereinbarung bis zum 30. Juni 2027 mit Nachbesserung vereinbart.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich von TEUR 4.788 zum 31. Dezember 2020 um TEUR 49 auf TEUR 4.837 zum 30. Juni 2021 erhöht und bestehen im Wesentlichen aus den Verbindlichkeiten gegenüber ATC aus dem Kauf des 25% Geschäftsanteils an der AIG.

Die Verbindlichkeit aus der offenen Kaufpreisforderung der ATC wird in drei Raten zu je TEUR 1.583 jeweils am 1. Dezember 2021, 2022 und 2023 zur Zahlung fällig. Die AAM hat mit ATC im 1. Halbjahr 2021 eine Stundungsvereinbarung abgeschlossen, dass die im Zusammenhang mit dem Erwerb des 25%-Anteils an der AIG ausstehenden Kaufpreisraten inklusive Zinsen sowie die Einzahlungsverpflichtungen in die AIG für zwei Jahre gestundet werden, solange nicht ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Die Verbindlichkeit wird mit 3% p.a. verzinst. Zinsstichtage sind jeweils der 31. März, 30. Juni, 30. September und 30. Dezember eines Jahres. Als Sicherung für die Verbindlichkeit aus den Ratenzahlungen wurde der erworbene 25%-Anteil an ATC verpfändet.

D. Ausgewählte Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 307) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Kosten für Rechtsberatung (TEUR 131), Kosten im Zusammenhang mit einem der Vorstandmitglieder (TEUR 60), Aufsichtsratvergütungen (TEUR 44), Kosten für Kapitalmarktnotiz und -kommunikation (TEUR 41) sowie Abschluss- und Prüfungskosten von (TEUR 20).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen (TEUR 73) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus den Zinsen für die Finanzierung des AIG Anteils gegenüber der ATC (TEUR 71).

E. Sonstige Angaben

1. Mitarbeiter

Zum 30. Juni 2021 beschäftigte die Gesellschaft zwei Mitarbeiter in Teilzeit.

2. Haftungsverhältnisse oder sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse oder sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz angegeben sind, bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

3. Mitteilungen nach dem Aktiengesetz bzw. Wertpapierhandelsgesetz

Bezüglich der historischen Stimmrechtsmitteilungen wird auf den vollständigen veröffentlichten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 verwiesen. Im Berichtszeitraum gingen keine Stimmrechtsmitteilungen ein.

4. Angaben nach § 115 Absatz (5) WpHG

Der vorliegende Halbjahresabschluss mit Lagebericht der Gesellschaft wurde keiner prüferischen Durchsicht oder Abschlussprüfung unterzogen.

5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 20. Mai 2021 hat die ordentliche Hauptversammlung Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen. Es wird auf die entsprechenden Ausführungen im Zwischenlagebericht unter Abschnitt "D. Veränderungen und Informationen zu den Organen und Vergütungssystemen" verwiesen.

Mit Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister am 5. August 2021 war die Kapitalerhöhung auf Basis des Hauptversammlungsbeschlusses vom 20. Mai 2021 im Umfang von EUR 3.068.948,00 durchgeführt und das eingetragene Stammkapital der Gesellschaft beträgt 5.650.000 EUR. Mit Genehmigung des Wertpapierprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen ("BaFin") am 10. August 2021 und der Notierungsaufnahme der 4.072.48 nennwertlosen, auf den Namen lautende Stückaktien am 16. August 2021 wurden alle 5.650.000 Aktien der Gesellschaft unter der ISIN DE000A2LQUJ6 im General Standard der Frankfurter Börse gehandelt.

Weitere wesentliche Ereignisse haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ergeben.

 

Heidelberg, den 17. August 2021

gez. Iggy Tan
(Vorstand)

gez. Uwe Ahrens
(Vorstand)

gez. Hansjörg Plaggemars
(Vorstand)

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Erklärung der gesetzlichen Vertreter der Altech Advanced Materials AG, Frankfurt, gemäß § 115 WpHG für das 1. Halbjahr 2021:

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass der gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Zwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind."

 

Heidelberg, den 17. August 2021

gez. Iggy Tan
(Vorstand)

gez. Uwe Ahrens
(Vorstand)

gez. Hansjörg Plaggemars
(Vorstand)